Was weiter g'scheh'n soll. urch unser's gütigen Kaisers gnädige Entschließung wurde uns das höchste Gut, die Constitution zu Theil, welche aber nicht nur den Bewohnern der Residenz, sondern auch dem Landvolke zukommen soll, und wahrlich! sür letzteres die größte Wohlthat, das höchste Erdengut; denn es lebte seit jeher unter dem größten Drucke, in der größten Beschränkung. Der Landmann, der im Schweiße seines Angesichtes der Erde ihre Früchte abzugewinnen sucht, dessen Scheitel in der Mittagssonne des heißesten Sommers wegen Mangel an kühlenden Schatten gleichsam versenget wird, ist beinahe der bedauernswürdigste Mensch! Nicht zu gedenken, wegen der vielen Plagen und Bemühungen, die er mit Freuden erträgt, sondern der vielen, vielen Steuern, Abgaben und Zeh enden, die er zu entrichten schuldig ist. Er plagt sich das ganze Jahr hindurch , und was hat er davon? Muß er an seinen Oberherrn, ungeachtet der Steuern noch einen großen Theil von seinen Felderzeugnissen und von Allen dem, was der Erde gütiger Schooß ihm beut, verabreichen. Dieß aber das Wenigste.' Der Oberherr begehrt außerdem von ihm, daß er seine Besitzungen noch bebaue, für sie Hunger und Durst leide, und dabei steht ihm eine Art ProfoS auf dem Rücken, der ein eingefleischter Unterdrücker des Landvolkes ist, von der Herrschaft dazu aufgestellt, die Müden nicht einmahl ausruhen zu lassen, sondern sie vom frühesten Morgen bis in die tiefste Nacht zur Arbeit anzutreiben, ohne daß der Landmann nur eine Nahrung bekömmt. An die Geistlichkeit, in welcher eine Reform wünschens- werth und zweckmäßig seyn dürfte. Wie kann ein Priester, der auch Besitzungen hat, der für sein zeitliches Vermögen und sür leine Zehenden zu sorgen hat, den Gottesdienst mit Andacht verrichten, seinen Pflichten mit Treue obliegen? Und gerade die Geistlichkeit besitzt Güter, durch deren Einziehung und Ein« künfte der Staat sehr gehoben würde. Der Weltpriester sollte, wie der öffentliche Beamte vom Staate aus besoldet werden, die Zehende und ihre übrigen Einkünfte der Staat beziehen. ES könnten die großen Staatsschulden zum Theile schone durch die geistlichen Güter getilget werden. Viele Klöster sind gestiftet worden, und was sie für einen andern Zweck, als dem Staate zur Last zu fasten! Und gerade sie haben die schönsten und fruchtbarsten Güter an sich gerissen. Die Priester stöhnen ihren Leidenschaften, und ihre Tage fließen in gemächlicher Ruhe und ohne Sorgen in Wollust dahin (obwohl es schon welche gibt, die zwar allen ihren Pflichten Nachkommen; aber, um sie zu finden, gehören mehrere Diogenes und noch vielmehr Gaö- lampem dazu, als schon in Wien zerstöret worden sind) da doch ein mit großen Talenten Begabten, hat er keine Protection, die in unfern Tagen über Alles geht, sich kümmerlich hinbrin- gen muß. ES wäre also sehr zu wünschen, daß diesem Uebel- fiande gesteuert und dem Talente jener Tribut gezollet würde, den es verdient. Aber im schlechtesten Zustande befindet sich daS Lehrfach, das wieder der Landmann zu erhalten hat, an welches er auch nicht nur einen Theil seiner Feldfrüchte, sondern auch noch eine Abgabe gn Geld zu entrichten hat. Und die Kinder lernen, ungeachtet dieser Aufopferungen, die ihre Eltern mit Freuden für sie bringen, wenn sie nur sehen, dieselben seien nicht nutzlos verschwendet worden, weder recht lesen, noch schreiben und rechnen. Bei denen aber, welche diese Kenntnisse in geringen Grade besitzen, sind Privat-Verhältnisse die Schuld, weßwegen die ausgestellten Lehrer sie berücksichtigen; sind aber, welche nicht vorhanden, oder wenn andere Umstände obwalten, so geht das Kind 4 bis 5 Jahre, sitzt unbeachtet, vernachlässiget und sich selbst überlassen in der Schule, macht, waS die andern Kinder thun; ob es recht oder unrecht ist, das Kind weiß eS nicht! Dsr Lehrer zeigt demselben nichts, weßwegen eS auch kommt, daß so viele diese drei notwendigen Kenntnisse äm Lande picht 3 besitzen. Und nimmt dann der Lehrer einige Male Musterung unter ihnen vor, und kommt zu einem so verwahrlosten Kinde so hat er schon ein Züchtigungsmittel bei sich, mit dem er das arme Kind, wie ein Vieh, unbarmherzig schlägt, da er eigentlich selbst die Schuld der Unwissenheit des Kindes trägt. Daher, Bürger Wiens! beschwört Euch ein Patriot, und besonders Euch, die Ihr das Glück hattet, von höheren Eltern geboren zu werden, und unter deren Schutze Gott Menschen gestellt hat, bedenkt, daß ein Landmann ebenso ein Mensch ist, wie ihr, daß er ungeachtet seiner schwie- lichten Hände, seines gebräunten Gesichtes und seiner nicht so kostbaren Körperbekleidung zu achten sei; nicht aber wie einige der höher gestellten Herrn es thaten, sie körperlich züchtigen zu lassen, weil sie eS wagten, sich von diesem Drucke zu befreien, sich emporzuheben zu einem freien Menschen, oder weil sie (nach ihrer Meinung), die Frechheit hatten, bei denen über sie gestellten Behörden Beschwerde zu führen; bedenkt, daß die Grundfesten des Staates der Ntähr-, Wehr- und Lehrstand sind, und daß, wenn diese nicht zusammen halten, wie die Glieder eines Körpers, der ganze Bau zusammenstürzt. Daher sucht diesen Übelständen zu steuern, und laßt den Landmann auch jene Rechte genießen, die der Städter genießt. Wien, den 1. April 1848. C Leopold Spitzer. Gedruckt bei Josef Ludwig, in der Josefstadt Florianigaffe Nr. 52. - 77)?77, 7.>. 7 °4 - ' i 71 L.-4 ri':: , . 7 . 7 ,7-7s ">' ..!: > ' ' 7 ,Ä , . ^ <7! . - 7. . 7) .1k> l ' 7 . 7 . 7 .-,-! ! 7» c. .- .- N' 7 »..'!?) 1-7 4 .^, 7^717/7'^ 'V . , , <774 7? 7 7' U 7 riüß ^ 77 ^ »s. L 1Ä H/7' L v- - »^7. ! ^'l .'-<71 7 7 - » 4 . «^LchLZA. !7 :!-7 7 - > 7 1'. - .: I.- ,^'k!>i;4 7?-<7- .,:- ' ' :' >7 7 'uV..''r i .' .'' , r': 1, .7 77 .. /. 2 ^,, -?77? -.77 7 - 7.7 77'77 >'7 '7 , " 7:, ^< 7 ^ 7 ;^: n 0 - ^ st- .7 - 7-'^ rts : 7^^ch.'.! H'!n7'7 7 5' ,k!'7' :'. r:-.> -k-77 P7-- ' 7'S .7 ^7.-/. i7 7?7.7^ !" " . ' . ''' 1 ' ' ', 22 ,i / ^ f'.^ N'" . ? , hr^ - ^ . 7 ^ 7777 . 777 : :>7-A ' 7^.- . .,'7 1^-77'-IZ7-> ,:-.< rtzs.l -r>^ .kDi.'is' r»! N'»' .0.1 ^ I't>7- " 5' 7-..!. ?> .o 1. . ^..'7^-7.^ '7 - " '"'4 ^ .1«- ..77^4^ 17 .E Hk^^ <- '«i <ü' 4 ,B i-.« in §