Wie der böse Geist Metternichs die Reaktion Schon lange herrscht ein böser Dämon der in der Gestalt eines Reaktionärs mit der Eamarilla in Verbindung steht und dieser böse Dämon ist der gefürchtete Geist Metternich s, der noch immer in den Mauern Wiens sein unheimliches Wesen treibt. Er ist es, der dir Reaktion und Aristokraten heimlich beschwört bescywort. nicht nach,»lassen, und die Volks , Errungenschaften so viel wie möglich zu zerstören; er ist es, der ihren nächtlichen Schlummer stört und gleich einem Plagegeist im Traume mit seiner Politik foltert, und sie ermuntert, das alte System wieder zurück zu rufen. Cr schildert ihnen mit den grellsten Farben dieerrun- gene Freiheit, wie dieselbe in späterer Zeit sür sie verderblich sein wird. Sein Geist fährt wie der Lucifer in den Seibern der Reaktionäre umher, und treibt sie oft bis zur Verzweiflung, darum sind aber auch diese Schafsköpfe, wenn Ihnen ein Plan mißlingt wie rasend, man sieht es ihnen an, das der Metternich sche Geist sie dazu getrieben hat. Doch dieser Geist ist sammt seinem Anhänge verwünscht, und jeder der einen Versuch wagt in die Metrernich'schen Fußstapfen zu treten, kann nichts Gutes bezwecken, weil sein Thun und Lasten wie jener Geist beinahe von ganz Europa verflucht ist. Wiener Tritfch-Tratsch. In einer Vorstadt Wiens haben mehre»« Hausmeister einen Hausherrn eine Katzenmusik gemacht, weil er seinen Partheien was gutes thun wolle«, nämlich: er ließ das HauSlhor statt um 9 um tO Uhr sperren. Diese edle That empörte di« Hausmeister, und man machte ihm daher «in« Katzep-Serenade aus Miau« dur. Di« Hausherren sind wiiklich jetzt zu dedau«rn, denn wenn einer auch was Gutes thut, so wird ihm ein Katzenständchen gebracht- Es ist in diesem schmachvollen Zeitalter wirklich schwer, Mensch, aber noch chw erer, Hausherr zu sein. Allgemein spricht man von drr schändlichen Ermordung deS k. k. Feldmarschalllieutenanis, Grafen Samberg, auf drr Brücke zwischen Pest und Ofen, daß e« einer von der Legion, andere sagen wieder ein Wiener Freiwilliger gewesen wäre, waS aber unwahrscheinlich ist. Doch bleibt es immer eine Schandlhat, die einst in der Geschichte Ungarn- einen Übeln Eindruck auf die Nachkommenschaft bringen wird. Die Seele des unschuldig Gemordeten, welcher al< Opfer einer Partheiwuth fiel, wird einst beim ewigen Richter Rechenschaft fordern über jene, welche den Bürgerkrieg ins Land gerufen. Am 29- . Septemb. in der Nacht um 9 Uhr brach in Gratz in einem Stalle vor der Wiener-Linie plötzlich Feuer auS. In demselben Moment« als am Schloßberge die Feuersignale ertönten, desertirten 8V Mann, beinahe «ine ESkadron Alexander Husaren mit Sattel und Zeug, wahrscheinlich in der Absicht, ihren B.übern zu Hülfe zu eilen. Vielleicht sind sie noch zur rechten Zeit nach Ungarn zu diesem fürchterlichen Gemetzel gekommen, welches 8Z Stunden lang dauerte, und SZ.OOO Menschenleben kostet». Jellachich wurde beinah total geschlagen, und mußte sich mit dem Rest seiner Arme« schleunigst zurückziehen. Notizen für Lachlustige. Ein Knabe, welcher Schmetterlinge in einer Schacht«! trug, die er gefangen hatte, und einem Mann zeigte der ihn fragte, ob er dieselben auch benennen könne, antwortete demselben: »Freilich kan» ich daS, es sind lauter Tagfalter, und heißen Admiral-.« Der Mann (erstaunt): »WaS? Admiral-? — wie kannst du dich unterstehen, solche Seevögel zu fangen, augenblicklich laß du sie frei, weist du nicht, daß die deutschen Flotten an denselben Mangel leiden ?« — Ein Natiooalgardist, der so eben auf die Wache gehen wollte, wurde von seinen Freunde, der ihm begegnete, angehalten. Freund. Wohin so schnell, doch nicht schon wieder auf die Wacht? Gardist. Ja wohl, ich bin kommandirt — bin in der Tour. Freund. Verflachte Tour so eine Tour, doch mich genirt gar keine Tour, denn ich bin Friseur. Gardist. Du geh st aber gar nicht auf die Wacht; warum denn nicht? Freund. Weil es meiner Frau nicht recht ist. Gardist. Da macht sich die Meinige wieder nicht- d'raus. Sie sagt, ich gefall' ihr viel besser seitdem ich «jn«n Ropschw-if Hab'. Freund. Das sagt die Meinige auch, aber aus die Wachr läßt sie mich nicht gehen, weil'- so viel Flop« gibt, und sie glaubt, mich könnten die Flöhe fressen, weil ich «m süßeS Blut habe. — Sie ist halt sehr heiklich auf Mich. Gar dick. Da hat'- aber auch recht, denn einen solchen Sim-ndl wie du bist, kriegl's sobald nicht mehr. Drei Fragen und zugleich die Ant- ! wort, damit sich der Leser nicht strapeziren darf. Was ist «in Reaktionär ? - Em KrebS, weil er den Rückschritt liebt. Welches Geschäft ist in unserer konstitutionellen Zeit das einträglichste? — Die Kräutlerei, denn die Kräutleriu ist Sommer und Winter im Grünen, und hat stetS das Heft in Händen. Mit was ist seit neuer Zeit die Welt zu vergleichen? — Mit der Lotterie, denn jetzt gibt r» überall Treffer. Okt. 1848- Gedruckt und zu haben bei M. Lell.