Die politkskrenöen Schufterbubeu. Wann L nur für'n Windifchgrätz a Paar Stiefeln in d'Arbeit kriegct. Nazi^ No ! etwan bist gar an Aristokraten-Freund? Fr«rrrzl. Warum net garl— ^ machet Lhm's so, daß er bei jeden Schritt auf's Wiener Pflastern fluachet!! Die Freiheit — und der Reichstag in Krähwinkel. Bei den Wirren und Zerwürfnissendie sich fast ausnahmslos durch ganz Europa fühlbar machen — scheint man ganz und gar eines- kleinen Landstriches vergessen zu wollen — von dem die böse Welt behauptet, daß er nirgends existiret. — Der neuesten Nachrichten zu Folge verbreitet sich jedoch das Gen'cht, daß auch in diesem vergessenen Ländchen der poli» tische Umschwung der Dinge einen bedeutenden Fortschritt gemacht, und so nehmen wir di, Veranlassung — die sozialen (gesellschaftlichen) Zustände dieses StaatSgebiethes einer nähern Beleuchtung zu unterziehen — um so mehr als die Ähnlichkeit der Verhältnisse in neue, rer Zeit die so beliebt gewordene Vereinbarung mit unsern eigenen Zuständen und Einrichtungen zu ermöglichen scheint. — Also auch in Krähwinkel war die seit Jahrhunderten bestehende Verfassung vom Weltgrifle über den Haufen geblastn — und eine neue Zeitrech, nvng begann. — Auch der Krähwinkler läßt sich von nun an nicht ungestraft mehr am Kopfe tanzen, auch der Krähwinkler fühlt seinen Wertb als neu erstandener Staatsbürger, er hat Nationalgärde — Preßfreiheit — Bereinsrecht — kurz alle Institutionen und Folgen einer sogenannte« konstitutionellen Regie, rung — sind bei ihm zu Hause. — Ja bis auf die Na t i o n a l i t ät e n - F ra g e sehen wir in seinem Vaterland einen treuen Abdruck' unserer Verhältnisse. — Republikaner, Ra» dikale, Demokraten — Bvreaukdaten und Ari» i stokdaten sind Testandtheile der Krähwin» kels Bevölkerung; und mithin auch seiness- - Reichstages.- — Wer- sollte es glauben,, daß auch dort die Liebe zum Alten und zu Pri vilegien eine Reaktion hervorgerufen hat, mit deren Bekämpfung die gesummte freisinnige Einwohnerschaft Krähwinkels vollauf zu thun hat. — Fast täglich erschei- nen Plakate der verschiedensten Färbung, und Bolksfreunde und Rückschrittsmän» ner liegen sich in den Haaren. — Bei Ab, gang der Post las man das Neueste —„Auf! mein Volk, man will dich äffen" und so gibt das politische Treiben Krähwinkels an Lebhaftigkeit und Manigfaltigkeit der Erschei- nungen dem unsrigen Vergleichsweise wenig oder gar nichts nach. — Wir werden nicht ermangeln einen genauen Bericht über die Verhandlungen seiner Reichstags - Sitzungen von nun an folgen zu lasten. Hausmittel der Reaktionäre. ^Oberster Grundsatz. Oivicke et impe- ra! (zu deutsch: Theile die Gcsammtheil in Partheien und die so entstandene Verwirrung erringt dir wieder deine alte Herrschaft.) Zm Drange der Norh mach' Zugeständnisse — und fühlst du dich mächtig genug, so halte dich dadurch nicht gebunden — oder wenn du den Schein der Ehrlichkeit retten willst — gieb' einen Anlaß zur Reibung der Partheien, jag' sie mit Karrätschen auseinander und nimm in Folge dieser traurigen Ereignisse Alles Zugestandene wieder zurück!- Suche vorzüglich eine Parthei von sogenannten „Gur gesinnten" zu bilden, gieb' denselben eine tüchtige Dosis „Spiegelfechterei" und verbreite durch dieselben das Gerücht: Alle Andern wollen Umsturz und Zerrüttung jedes gesetzlichen Zustandes. ! Wien- Ueber Erlass deS Ministeriums wurde die definitiv aus den 27- d. M. angeordnete Wahl des G e- meindrrathes aufgeschobeo und die Fortsetzung der Einschreibungen der Wahlmänner bewilligt. Wer «inen Begrtff davon hat, wie folgenreich für die Stadt Wien selbst, ja für die ganze Monarchie der Umstand ist» ob wir freisinnige dem Fort- und nicht dem Rückschritte huldigende Männer in unsere» Rath bekommen — der wird gewiß nicht säumen — nur in solcher Rücklicht sein« Stimme zu geben. Neuestes auS Ungarn. Der Landsturm i» . Ungarn bildet sich io allen Comitalev. Im Szatma» rer Comitate allein haben sich 30,000 Edelleute bewaffnet und marschieren nach Pesth. Die Werbungen in den Freistädlen haben den günstigsten Erfolg. Gegen 100 werden täglich angeworben. Preß bürg hat sich für die ungarische Bewegung erklärt.— Der patriotische Verein daselbst entwickelt große Thatigkeit. Ja Brzeyowan (Neutraer Comitat) ist der Pfarrer Hurbau mit beiläufig gOO Prager Studenten ein- gebrochen, om die slavischen Comitate im Norden gegen Ungarn auftuwiegeln. Wichtige Aufschlüsse über Ungarn gab dieser Tage ein Mann, Namen Alois Mayer, im hiesiegen Srudenten-AuSschuffe, der eben auS dem ungarischen Lager ankam und Felgende- erzählte: Bei demVordriv» gru Ielachich 's sendete Major Bubna einige Offiziere an ihn mit der Aufforderung, Jelachich möchte die Vollmacht vorzeigen, nach der er handle und man wollt« sich bann seinen Befehlen fügen. Jelachich gab zur Antwort: „Esgidk keine österreichische Regierung und kein Oesterreich mehr, i ch w i ll er st e i n e s sch a f f«n. Halter mich nicht auf, denn mein Weg gehr über Pesth hinaus, ich muß nach Wien unddas Gesindel dort züchtigen." Man beschloß dießAlles dem Reichstage vorzulegen« Herr Mayer e r- both sich, seine Aussagen zudeschwörea und zu beweisen. d. 48. Gedruckt.bei M. Lell. Wi«N IM