über den Pfarrer Lichtenthal. Gedruckt bei Josef Ludwig.' wird jetzt Villen Leuten nicht recht seyn das die Preßfreiheit ist, und ich finde dieß für sehr was gutes, den da dörfen die Leute ohne sich zu schwüren, eines in andern die Wahrheit sagen, und überhaupt die alten Weiber de reden sogar von unfern Herr Pfarrer, weil ers gar so unterdrückt hat, da fiehich in der Kirchengassen beym Branntweiner die Frau Lenerl, de sagt zu der Frau Sepherl, jetzt wird unser Herr Pfarrer a uns armen Weiber nimmer, so unterdrücken, wissen ses no, wie er das arme Weib hat von Wächter Hat fortschafen lassen derer die Kaiser Mutter hat 2o fl. C. M. geschickt, und er hat ihr statt 2o fl. C. M- wollen 2o fl. W. W- geben, das Weib war aber so gscheit und is glei zum Schmid net zum Schmidel gangen, darauf ist die Kaiser Mutter selber gfahren kuma, da is unfern Herr Pfarrer ein Licht aufganger, da is er aus lauter Schro- ken 5 Monath nach Karlsbad kuma, ja Frau Sepherl a so is. Schauenö Frau Lenerl der Herr Pfarrer Halts halt a mit die Herrn Armenväter, da wird haMrt, darum kumen mir zu kurz, und bey denen Herrn Armenvätern, is halt aso, denen de Spenliren, oder denen dens gut wollen, de kriegen was und denen dens net wollen de kriegen nix, da kriegen oft manche 2o fl. oder r o fl. dös net so nothwendig brauchen, und de denen . der Hunger beyn Augen ausaschant, de kriegen 1 fl. oder 2 fl. ja schauens Frau Lenerl bey mein Zeiten, daweil ich noch jün- ger war, dawars halt anders, da ist d.r Herr Pfarrer überall selber hingangen, und hat gschaut, wo eine Armuth ist, und denen dös bedürftig waren, denen rs geholfen worden, war eins lang krank, und schon am SLechenlager, so is a der Herr Pfarrer kumma nachschauen, und Trost zusprechen, das is aber bey unfern Herr Pfarrer net, den der tragt allaweil Augengläser, und da schaut er drüber, und da sieht er keine Noch, aber wenn wo ein Haustaufe ist, da fragt der Hausknecht, die Hebam gleich, obs eine Arme oder Reiche ist, is eine Reiche so geht der Herr Pfarrer und der Hausknecht, is eine arme so schickt er in Figare mit seyn Hausknecht, den da sieht er agrat, ob der Tisch ordentlich deckt ist oder net, wan er auf was anders besser schauet als Seelsorger, das war gscheiter, wenn er in die Schulen nachschauen thät, daß die Kinder was lernen , net das 5 oder 6 Jahr in Schul gehen, und nachher noch nichts können. Ja Frau Lener! a so is, und wann eine halb Gratis Leich is, se da thuts an schauern, weil net einmahl ein Glö- ckerl grührt wird, und ich manat, das sott unfern Herr Pfarrer alles eins seyn, wan er an so peperer machen ließt, ja Frau Lene^, und wan armen Leuten, ein kleines Kind stirbt, und sc bitten in Todteicheschauer, das er die geringste Tax schreibt, das ihner Kind künen ordentlich begraben lassen, und se kumen in die Sakristey zum Hausknecht so macht er ein Spektakel und', wirft in Leuten'eher s'Geld zuruk und wills durchaus net annehmen, bis net kniefällig bitten, und er^nacher sieht, das net anders ist, das dö Leut richtig net haben, dan laßt er sich ein, daß er es Ihnen borgt, hat ein solches Weib eine atte Mutter oder.ein alten Vater, de die Betheilung haben, so wirds wenn das Monath aus is abgezogen, weil das in Herr Pfarrer, und in Hausknecht miteinand in Sack fallt, und so Frau Lenerl gibts mehrere Sporteln, is ein Ehrentag, so sagt der Hausknechtzu den Leuten, wans fragen, was zahlen müssen 2 fl. 9 kr. ist die Tax und was mir gebts is extra begehren thut ers net, er streicht es ihnen nur ins Maul das gleich ein Frühstück haben, ja Frau Lenerl, das is alles wahr, aber bey den plaudern vergesset ich selber auf mein Frühstück, gehen wir geschwind eine zum Wiesenhofer da kriegen wir ein guten. In der andern Gaffen steht die Frau Everl, bey ihrer Nachbarin und plaudern, a sagt die Frau Everl, das Hab ich ihnen noch gar net gesagt, vor etlichen Wochen is unfern Herr Pfarrer, seiner Schwester ihr Kater, i-r verlur ganger, da is zu uns am Mark kuma, und hat uns bitt, wann mirn fegen so sollma nur Buberl schrein, sie gibt uns ein gutes Duser, den e§ hängt ihr Leben an den Kater es is ihr so bang er möcht eber bey armen Leuten seyn, und er ißt sunst nichts als ein gutes Obers und ein gutes stückel Fleisch, und das werden ihm de Leut net geben küna,und aufsonst gewöhnt er sich nix. SeFrau Everl ist das wahr?Na freist is wahr; Frau Nachbarin wann zu derer eba ein armes Weib kumt, de viel Kinder hat und thät um was bitten, de krieget gewiß nix. Ja Frau Nachbarin, ich mußjetzt am Mark gehn pfürt ihna Gott, die Unterredung war zu Ende. LLivrQ.uii§ ^ A- M-