Extra- latt zum MMlallc -er Wüucr Mung vom TL. Juni L8L8. Die jüngsten Ereigniffe in Prag. Uebrr die jüngsten Ereignisse in Prag berichtet ein Augenzeuge: Nachdem der rommandirende General, Fürst Win- dischgrätz , am 12. d. M. jene Barrikaden mit Sturm genommen hatte, welche die Verbindung der Altstadt mit der Kleinseite unterbrachen, und dieselbe sonach wieder hergestellt,' ferner die im Clementinum gefangenen Angreifer , 52 an der Zahl, wieder freigegeben hatte, mußt« er, um im Falle eine- abrrmahligrn Angriffs, Wenigstenden Straßeokampf zu vermeide» , der Garnison jene Stellung geben, wo dieselbe in einen gehörigen Berthe,- digung-staud gesetzt werde, und zog deßhalb in der Nacht vom lüttn auf den 15ten mit allen Truppen auf die Klrinseite. * Kaum war dieser Stadttheil von den Truppen besetzt, alS dies« mit Tagesanbruch von den Moldauinseln mit Kleingewrhrfeuer, und von dem AltstLdter Brückenthurme mit Wallsiivten und Doppelhaken auS der geplünderten Fürst Tollorrdo'schen Waffeosammlung angegriffen wurden ; welche Angriffe dieselben nur notgedrungen ab- wehrtrn. Nachdem das Feuer einige Stunden währte, erschien eine Deputation am Brückenthurme. DaS Feuer würde sogleich eingestellt, di« Deputation empfangen und Fürst Windischgrätz, obwohl durch die meuchlerisch« Ermordung seiner Gattin auf da- tiefste gebeugt, erklärte, da- Cvmmaodo de- Generalate- niederzulege«, wenn da- Ab- trrten seiner Person zur Herstellung der Ruhe und Ordnung erheischt werd«. Der kaiserl. Tommiffär, General der Cavallerir, Graf MenSdorff, welcher sich alS früherer Commandirender durch sein gerechte-, edle- und menschenfreundliche- Benehmen die Achtung und da- Vertrauen der Stadt Prag erworben hatte, übernahm die Leitung de- Ge- neral-Cvmmando-, und scheute sich nicht zur Erweckung de- Vertrauen- persönlich mit dem ihm beigegebeoen Hofrath Kleean-ky, den äußerst beschwerlichen Weg über die Barrikaden in da- Rathhau- zu unternehmen, woselbst er dem Bürgrrau-schuff« nachstehende Kundmachung auS- ferrigtr: Kandmachang. Seine Durchlaucht der rommandirende General Fürst Windischgrätz haben sich entschlossen, seinen bisher bekleideten Dienstposten in die Hände Sr. Majestät »ie- derzulegeo. Der mitgefertigke General der Cavallerir, GrafM e n s- dorff, übernimmt provisorisch die Leitung des General- CommandoS in Böhmen. ' Da- Militär wird i» der Hauptstadt Prag in dem Maße rinrückrnd gemacht, als die noch bestehenden Barrikaden werden weggeräumt werden. Für die unverzögerte Wegräumung dieser-Barrikaden wird die Stadt Sorge tragen. Den Patrouillendienst haben von nun an da-Militär und di» Nationalgald» Htmeinschustlich zu verrichten. Wir hoffen, daß sämmtlichr Bewohner Prags redlich Mitwirken werden, die gestörte Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, da- wechselseitige Vertrauen und da- freundliche Einvernehmen zwischen dem Militär und der Büiger- schaft zu erhalten und zu befestigen, und jede unbegründete Desorgniß einer Reaktion gegen die von Sr. Majestät bewilligten konstitutionellen Freiheiten zu bekämvfen. Prag den 15. Juni 1848. Die Hof-Commission: Graf Mensdorf, m./p. Klecansky m./p., k. k. Hofrath. Der Berichterstatter überläßt «S nun dem Leser, den Eindruck zu beurtheilten, welchen diese Kundmachung bei dem kaiserlichen Commiffar und der ganzen Garnison her- vorbringen mußte, als dieselbe kurz darauf in Druck mit dem nachfolgenden Kopfe erschien: ,,So eben kamen dem Stadt-Verordnrten-Collegium nachstehende Präliminarien zur Abschließuog der Capitulatioo mit der Stadt zur Herstellung der Ruhe und Ordnung zu, welche ich alS Vorstand des Collegium- mit dem Bemerken kund mache, daß bi- zur Abschließung der förmlichen Pacisication durchaus keine Feindseligkeiten von Seite derBürger und Studenten begonnen werden dürfen-, der von einer Capitu- lation der Truppen mit der Stadt spricht. Die kaiserliche Commission ließ, daher di« Bürger-Deputation durch einen Parlamevtair am l6ten Früh zu sich entbiethen, um diesen Vorgang au-zugleichen, welche nachstehende Erklärung in Druck erließ: Kundmachung. Die gestrige Kundmachung, durch welche der Erlaß der hohen Hofrommisfion über die Bitten der Deputaten der Bürgerschaft, der Studenten und der National-Garde bekannt gemacht wurde, veranlaßt die zweideutige Auslegung al-wenn Abschließung einer Capirulation von Seite de- k. k. Militär- bewerkstelligt werden sollte. Diesem möglichen Jrrthume zu begegnen, erklären die Gefertigten, daß nicht da- löbliche k. k. Militär, sondern die Bürgerschaft um Capitulation gebethen und dieser Ausdruck daher, wie er in jener Kundmachung steht, nur von der Stadt verstanden sein kann; indem in Folge der Bitte» der Bürgerschaft die kondgemachten Bedingungen herabgelangt sind. Prag am 16. Juni 1848. Der Bürgermeister und da- Stadtvervrdneten-Tollegium» Dr. Wenzel Wanka, m. p. pr. Bürgermeister. Während jedoch der Bürgerau-schuß noch mit der kaiserlichen Commission unterhandelte, und auf allen Thür- mrn der Altstadt die weiße Fahne wehte, wurde plötzlich gegen Abend dir Garnisen mit erneuerter Kraft angegriffen. Nun sah die kaiserliche Commission die Unmöglichkeit eine- weiteren PacificatiooS-Versuche- um so mehe ein, alS die so gehässig behandelte Truppe, durch die fürchterliche Kränkung ihre- so sehr geliebten Chef im Innersten erbittert, nur durch dessen mit gebrochenem Herzen ao-gesprochenen Wort», sich ihm zu Liebe jeder Ge- waltthat zu enthalten, noch zurück zu halten war. Der General Men-dorff sah sich daher genöthigt da- übernommene General - Cowmando wieder dem Fürsten Windischgrätz zurück zu geben, welcher seinen Angriff darauf beschränkte zwei Bomben, welche in der Luft platzten und einig« Hanbitz - Granaten auf die Stadt werfen zu lassen, wovon «ine zündete; und da Niemand löscht« brannten zwei Mühlen an der Moldau und der zunächststthendk Wafferleitung-thurm ab. Am 17. Früh both der noch im Hauptquartier befindliche Au-schoß die völlige Unterwerfung der Stadt an, welche durch die Vermittlung de-General MenSdorff, der ungeachtet dringender Einsprüche von Seite de» Militär- welchem die höchste Achtung für seine vortreffliche Haltung nicht versagt werden kann, noch einmahl in die Altstadt ging, am selben Tage noch in Ausführung kam, und mit gänzlicher Räumung der Barrikaden und Ablegung der Waffen begann; wornachenan nun dem Eintritte der Ruhe und gesetzlichen Freiheit mit vollem Grunde entgegen sehen darf. '-2 " ^'' - E,': -?- ... -^ ,7 - -M.!^ ...^-7 - . - l7!l.:^.:^ -.>>.'- - .-.-rr-srK^'/-: ..: 2..-; »<>« ! - 7 : . ..: 1-: ^ ^ 7'- ^ ^ ' . -..- 7 ^ 777,.> . : :-.5 .. .V 7? -s- . -7 . 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