und das BonMrdciml in Mg. Obwohl in diesem Augenblicke, als diese Zeilen geschrieben werden, noch kein« offiziellen Nachrichten »ingegangen sind, so ist,S doch möglich. nach Augenzeugen die Ereignisse von Prag, welche am Ppfingstsonn- tage dort begannen, auf folgende Weise mitzutheilen. Die Wahrung in Prag von Seite der Czechen war seit längerer Zeit die fürchterlichste, vnd man wartete nur auf einen günstigen Augenblick, um ihr Luft z» machen. Am t2 dieses also ist'» in Prag l»s, gebrochen. ES wurde eine Peliikon folgenden Inhaltes an den commandirenden Fürsten von Windischgrätz gerichtet:. 1) AuSfolgung von 4000 Gewehren. 2) 60,000 Patronen. 3) 1 Batterie Kanonen. Diese Forderungen konnten natürlich, wie Viele behaupten, nicht bewilligt werden.. Die Verweigerung ver« «rsacht« einen Skandal , den die Czechen auf'6 Aeußerste getrieben haben sollen. Sie brachten nämlich bei Lage dem Fürsten eine Katzenmusik, sangen dabei czechische Spottlieder, in welche sie sich erfrechten, den Namen des Fürsten zu ziehen. Hierauf indignirt. ließ ver Kommanvirenve auf die Insurgenten daö Bajonnet fällen. Cs wurden Barrikaden errichtet, doch wenige, und diese schlecht, da schon das Pflaster nicht so wie daS Wiener dazu geeignet ist. Montag den 12. soll das Bombardement losgegangen sein. Um 5 Uhr Abends, al» Augenzeugen von Prag avreis'ten, hörte man ein Peleton - Feuer und Kanonenschüsse, worauf einzelne Schüsse, vermuthlich von Sei. ken der Insurgenten, vernommen wurden. Die ganze Stadt soll zu,jener Stunde von einem Rauche überzogen, d«e Gemaylin deS Kommandirenden erschossen, und sein Sohn verwundet sein. Ein Oberst erhielt einen Schuß in den Schenkel. Es heißt, daß viele Offiziere gefallen seien. Montag Abend soll sich der Kommandirende geäußert haben, wenn dis Dienstag denn 13. d. Früh 4 Uhr nicht die Barrikaden geräumt seien, er mit Kartätschen dreinfeuern lassen werbe. Die Barrikaden wurden nicht geräumt, und bis zur Stunde loll noch immer gefeuert werden. Die schlechtgebauten Barrikaden sollen augenblicklich genommen worden sein. Der an der Spitze der illegalen provisorischen Regierung gestandene Graf Leo Thun soll gefangen sein. Man erwartet den Ausgang. AuS dem Ganzen gehl yervor, baß Fürst Windischgrätz das deutsche Element verfechtet, indem er sich auS- gedrückt haben soll: Früher habe ich das alte System unterstützt, jetzt verfechte ich daö neue von Sr. Majestät sank- nouirte, und werde jederzeit die Aufwiegler mit Entschiedenheit zurückweisen. — Die Czechen haben sich längst frech gegen die Deutschen benommen. Selbst hier in Wien haben sie sich erlaubt, Ungarn und Deutsche zu insultiren. Im Prater fielen sie über einen Ungar her, und rissen ihm die Kokarde von der Brust. Im Gerlovrch schen Kaffehause insultirten sie jeden Deutschen. Sie erkühnten sich nach Wien zu kommen, und die Gastfreundschaft zu verletzen. Einige regten an, daß die Wiener nach Psag reisen sollten, um den dortigen Deutschen Hülfe zu leiste», was mit Entschiedenheit zurückgewiesen wurde. Die Studenten in Wien können nicht fort, sie müssen die Wiener Bürger, fo wie diese die Studenten beschützen. Keiner verlasse Wien, der es aufrichtig mit Wien meint. Wir ha- den noch mit Manchem zu kämpfen. Und wer garantirt unö, daß Morgen die czechische Partei, welche, wie eö scheint Emissäre nach Wien sandte, nicht feindlich gegen unS auftritt, wie Insulten eS bis jetzt bewiesen habe«. Darum verlasset die Wiener-Bürger nicht und Ungarn hilft den dentschen Wienern. »in Ungar, der mit Leib nnd Seele an dm deutschen Menrrn hängt. Vebru