Winnischgrä« Wer cs nicht glaubt, der lese das gestrige Abendblatt der „allgemeinen österreichischen Zeitung," wo es unter der Rubrik: „Wien" ausdrücklich heißt: „GrasTelecki und der Fürst Windischgrätz sind hier angekommen." — Ersterer ist bekannt durch seinen Verrath an den Ungarn, letzterer hat sich durch die Prager-Ereignisse ein bleibendes schreckliches Denkmal in den Herzen aller fühlenden Menschen erworben. Dieser Windischgrätz ist derselbe Mann, der in den Märztagen mit so unendlich heißer Sehnsucht darnach gelechzt hat, auf.das Volk mit Bomben und Granaten schießen zu können, er ist derselbe, den der allgemeine Volkswille aus Wien verpönnt hat, derselbe, der als Hauptreactionär und Stockaristokrat sich einen Weltruhm erworben hat, derselbe, der erst unlängst die Prager mit mächtigem Geschütze zu Paaren trieb und nun wieder mit der czechischen Partei zu liebäugeln scheint, derselbe, der vielleicht mit gieriger Wuth sich nach dem Augenblicke sehnt, um über Wien herfallen zu können und die Freiheit in Grund und Boden zu bohren. Solch ein Mann ist Windischgrätz und dieser Mann befindet sich in diesem Augenblicke in Wien, wo sein Name schon Entsetzen verursacht, mit dem man die Kinder, wenn sie nicht Gehorsam leisten wollen, schreckt. Und daß er sich wirklich in Wien befindet, dafür bürgt uns die Aussage der „allgemeinen österreichischen Zeitung," aus die Schwarzer noch immer den alten Einfluß ausübt und Schwarzer ist noch immer Minister, er muß es daher wissen, ob Windischgrätz in Wien ist oder nicht. — Er ist also wirklich da, der Schreckensmann, Bürger von Wien seid aufder Huth, und überleget wohl die großen zu jetziger Zeit, für unsere Verhältnisse außerordentlich wichtigen Worte: in-ischgrätz ist Bürger von Wien! vereinbaret das leHthinige Betragen unseres Ministeriums, der Czechen im Reichstage, die Unterstützung des BarW Zellachich, der durch Telegrafen nach Prag, Brünn u. s. w. gelangte Befehl, oas Militär zum Abmarsch nach Wien bereit zu halten; vereinbart dieß mit der Ankunft des Windischgrätz in Wien, und Zbr mögt Euch das Uebrige selbst dazu denken. - Aber wir wollen dennoch erwarten, daß der schauderhafte Tod seiner Frau das Herz dieses strengen Mannes erweicht, und daß er die Ueberzeugung gewonnen hat, daß es einen rächenden Gott gibt, welcher jeden Frevel bestraft. Wien am 21. September 1848. Gedruckt bei Franz Edlen von Schmid. .