Abschiedsworte an den verehrten Reichsverweser Johann der Deputation des Ausschusses der Bürger, Mationalgarde und Studenten. «vei der Nachricht der Abreise des verehrten Reichsverwesers Johann beschlossen mehrere Mitglieder des Ausschusses der Bürger, Nationalgarde und Studenten, bei der Unmöglichkeit der Zusammenberufung einer Plänarfitzung für sich, im Namen des Ausschusses einige Abschiedsworte an das Volk zu richten. Der Sprecher dieser Deputation, Willner, bemerkte in kurzen Worten den betrübenden Eindruck, den die Abreise eines so allgemein geliebten deutschen Mannes vorzüglich in dem gegenwärtigen Augenblick bewirke, drückte darauf im Namen des Ausschusses die Dankgefühle gegen Ihn aus, und wies schließlich dahin, daß Sein Wirken im großen Deutschland auf unser Vaterland gewiß nicht ohne Folgen bleiben werde. In einer herzlichen Unterredung drückte sich der vielgeehrte Erzherzog in wahrer bürgerlicher Sprache, wie folgt, aus: Meine Herren! Von meinem neunten bis zum sechsundsechzigsten Jahre befand ich mich unter Euch. Deshalb liebe ich mein Vaterland, und werde es immer thun. Ich nahm die Stelle an, zu der man mich berufen, weil ich hoffe, in Deutschland für Euch Alle unbefangen und selbstständig Gutes wirken zu können. Es erwartet mich dort gleich eine Arbeit; es ist die nordische Frage und die Pacification Italiens. Was an mir liegt, die Einigkeit Deutschlands zu kräftigen, da wir Alle Deutsche sind, will ich thun. Ich befinde mich seit sechs Wochen in Wien, und habe mich überzeugt, daß außer Kleinigkeiten die Ruhe nicht gestört wurde. Ich sehe, daß der Reichstag ungehindert berathen kann. Die größere Lebhaftigkeit in den Straßen liegt vorzüglich in dem Stocken der Gewerbe und des Handels. Ich habe selbst, so viel mir möglich war, in dieser Sache gewirkt, und werde die Hebung des Handels und der Gewerbe von Deutschland aus unterstützen. Ich reise mit Beruhigung ab, weil Sie mir die Versicherung gewähren, für die Ruhe und Sicherheit, so wie sie es nach meiner Ueberzeugung bis jetzt gethan haben, auch noch ferner zum Wohle der Stadt und zur Sicherheit des Reichstages zu sorgen, und sich durch keine Anfeindungen in der Erfüllung ihrer Pflicht, die sie uneigennützig ausüben, werden beirren lassen. Dieselbe Versicherung hat mir auch das Benehmen unserer braven Nationalgarde gegeben. Leben Sie wohl, ich hoffe, wir sehen uns noch öfter! Johann Hermann Singer. Gedruckt btt Tdl v. Schmidbauer und Hvlzwarth. ^LSsS