Abschiedswort der Reichstags-Deputation an Tirol. Edle Bewohner Innsbrucks und Du, gesummtes herrliches Tiroler Volk! von dessen Landesgränzen an der Empfang der Reichstags- Deputirten ein eben so herzlicher, als den Reichstag hoch ehrender war, — nicht können wir von Euch scheiden, ohne nochmals unseren tiefgefühlten Dank Euch Allen darzubringen, daß Ihr das Bruderbund, das uns von jeher umschlang, noch enger geknüpft habt, denn so schön und sinnig auch die Form jeder von Euch zu Ehren der Reichs- Versammlung uns bereiteten Festlichkeit war, so erhielt sie ihren bleibenden, unserm Herzen wohlthueuden Werth erst durch den Geist, der sie beseelte. Nicht wundert es uns, daß unser gütiger Kaiser so gern bei Euch weilte; möchten doch selbst wir, wenn die Pflicht nicht uns riefe, gern noch in Euerer Mitte weilen. Doch werden Euere Vertreter am Reichstage mit uns Andern Allen den gemeinsamen großen Neubau der konstitutionellen Freiheit aufführen und das neue Völker- bündniß schließen helfen, das dem Kaiserstaate eine festere Grundlage , gewähren soll, als er jemals besaß. So werdet Ihr denn, wenigstens im.Geiste, bei uns seyn und Eure Gesinnungstüchtigkeit in der Betheiligung an den Reichstagsarbeiten zum Wohle Tirols und zum Heile des Gesammtvaterlandes bethätigen! Lebet wohl, Ihr markigen Söhne des Heldenlandes, dem die Hofer und Speckbacher niemals fehlen werden, wenn ein übermüthiger Feind das Gesammtvaterland zu bedrohen sich erfrecht, da, wo ihr die unbesiegbaren Gränzwächter seyd! Lebet wohl! Der Himmel segne Euer schönes Land und unser gemeinsames Wirken, das für uns Alle, die mehr oder minder frei Gewesenen, nun die volle, Völker verbrüdernde Volksfreiheit bringen soll! Innsbruck, den 6. August 1848. Schmitt, Reichötagspräsidetit. Alois Fischer. Wierzchleyski. Alois Worrofch. Karl Catinelli. Karl EnglhoLen. Th. Lanner. Joseph Weifs.