AußcrordcittlW Blatt. Erzherzog Johann in Franksurk! und seine Huldigungs-Reise durch Deutschland, nebst ein.paar Worten über den unwürdigm Fürstbischof m Brix», (den die Wiener soll'n wichsen). Allgemein hreß es, unser geliebte Johann werde über Prag nach Frankfurt seine Reiseroute nehmen. „ nm? aber nicht her Fall, Erzherzog Johann reiste über Breslau, wodurch er einen Umweg von wenigstens 30 Mellen machte, welches deutlich zeigt, daß sein gerechter Zorn die Verräther treffe, die nicht würdig sind, ihm Huldigungen darzubringen. Sollte er sich die Stunden des Jubels auf solch eine Weise trüben? Wo alle deutschen Herzen in freudigem Entzücken für ihn schlagen, kann er da als strenger grollender Richter sein deutsches Herz zu Stein werden taffen, um nach gerechtem Maaße zu strafen. Rebellen! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Die Reise unseres einzigen Johannes ist ein wahrer Festzug zu nennen. Kein deutscher Kaiser wurde je mit solchem Freudenjubel und solchen Festlichkeiten empfangen. Seine würdige Gestalt, sein freundlicher Blick, sein jugendftisches Greisenalter und seine einfache Kleidung machte die Erwartungen der Deutschen von ihrem Reichsverweser riesengroß. Thränen der Lust sah man in jedem Auge glänzen. Festliches Ausrücken der Garden und Zünfte, Gratulationen und Adressen, Pollerschüsse und Glockengeläuts empfingen ihn allenthalben. Aus Oderberg vom 9 '-- d. M. wird gemeldet, Erzherzog Johann wäre bei seiner Ankunft von einer Ty- rolerin angeredet worden- „Grüß di Good Johannes!" und erkundigte sich um sein Befinden. Erzherzog Johann entgegnete ihr Alles in derselben Mundart, fragte sie um Mehres aus ihrer Heimat, und schloß das Gespräch mit den Worten- „Freundlitolerin, wonst Ham kumst, so bring an schön Gruß von mir deinen Londsleuten " Von dorten reiste Johann über Kosel, Raribor nach Breslau, welche Stadt mit der höchsten Begeisterung ihren Reichsverweser begrüßte. Der Bürgermeister Bartsch hielt eine Anrede an ihn, worin er sich kühn aussprach, daß man hier des preußischen Regiments ernstlich müde war und es bei den Schlesiern zu einem Verschmelzen mit Oestreich gekommen wäre, wenn der Wille des Herrn nicht ganz Deutschland frei gemacht hätte, indem er den geliebten östreichischen Prinzen Johann zum Reichsverweser wählen ließ. Johann versicherte sie nnt treuherzigen Worten seiner Liebe und reiste nach vorgenommener Revue der Nationalgarden und des Militärs am 10»°« Nachmittags wieder ab. Laut telegrafischer Nachricht traf der Erzherzog am 12 »-« Nachmittags in Frankfurt ein. Die deutsche Nationalversammlung begrüßte ihn mit großem Enthusiasmus. Präsident Gagern hielt eine herrliche Rede, welche Johann treffend erwiederte. Fortwährender Kanonendonner. Größter Jubel von Frankfurt. Deutschlands schönster Tag. Deutschlands Wiedergeburt durch Johann den Deutschen, den liberalsten aller Fürsten! So groß auch die Freudenfeier in Frankfurt sein mag, so wird die Liebe der Wiener zu Johann stets vor Allen den ersten Platz einnehmen Sie sind die Zeugen der herrlichen Bürgertugenden Johanns, welcher so gerne in ihrer Mitte wandelte. Die Wiener können nie m Johann ein Mißtrauen setzen, weil sie wissen, daß er auch vor dem 13. März liberal war, daß er sein Lebelang die Hofschranzen verachtete, gegen Metternich zu protestier» wagte, den Ordensflitter von sich schüttelte, zu dem Volke üoerging und sich mit dem Volke verschwägerte. Die gerechte Entrüstnng der Wiener muß den unwürdigen Fürstbischof von Brixen treffen, welcher durch die Feldkapläne dem Militär und Schützenkorps predigen ließ, daß der vom Kaiser als Stellvertreter nach Wien abgesendete Erzherzog Johann von den Wienern alle Schändlichkeitn und Kränkungen erfahre. Die elendeste und ftechste Lüge wurde den leichtgläubigen Tyrolern als wahr durch diese sauberen Prediger aufgebunden; z. B. daß der Erzherzog Johann bei seiner Ankunft zu Wien eine großartige drohende Katzenmusik erhalten habe. Ob der Satan andere Vorträge halten könnte, um Haß und Bürgerkrieg zu entflammen, die Provinzen gegen die Residenz aufzuhetzen und die neugeborene Freiheit im ersten Bade, Blutbade, zu ersäufen. Der Fürstbischof von Brixen verdiente für solche schändliche Verläumdung mit seinem Stabe durchgebläut zu werden. Tory. Gedruckt bei Leop. Sommer. - ''»' :': ' Z^7 -. Aäü 5>. > L V'M X ^1 -^rrs'L NM Ä^E ..MÄW,rri^ chuiö rrnK-^MtzlÄv^k. -M öm F . MtzrriMMu M'!Mü . 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