Des «Kaisers M Ln Zchölibrilllii mit dem Dauer Nikolaus D aus G der ihm über das gewordme Geschenk der Robot und der Zehent Aufhe bung dankend zu den Füßen fallen wollte. Kaiser. O, nicht doch, mein Kind! nur vor Gott kniet der Mensch! Nikolaus. Kaiserliche Majestät! wenn Sie nit so a herzensguter Mensch wären, hätt' i nit niederknien wollen; — auch der Bauer kniet nit mehr vor einer gekrönten Majestät, Sie aber Herr Kaiser sein, wenn auch kan Gott, doch der Abgott eines jeden freien konstitutionellen Staatsbürgers! Der Vater bleibt Vater seiner Kinder, wenn auch die Kinder majorän geworden sind. Der Vater bleibt Vater, wenn auch die großgewachsenen Kinder ihren eigenen Haushalt besorgen. Früher, was war der Bauer? Der geschundene Sklav seiner hochmüthigen Herrschaft. Was ist der Bauer jetzt? Ein freier Mann. Und was ist ein freier Mann? Der König seiner selbst und seines Herdes. Und wem hat der Bauer das zu verdanken? Dem Reichstag. Web hat den Reichstag ins Leben gerufen? Die Nation. Wer ist die Nation? Das Kind vom Vater. Und wer ist der Vater? Euere Majestät. Kaiser. Du bist ein wackerer Bursche und ein gescheidter Kerl, und bist doch nicht m Reichstag. Jetzt wundert es mich gar nicht, daß die Bauern die im Reichstag sitzen, so viel Verstand und Takt an den Tag legen. Sag' mir aufrichtig, du mußt studirt haben, denn du sprichst so, als wenn du auf einer Universität gewesen wärest. Nikolaus. Ei freilich war ich auf einer Universität, und zwar auf der größten von Europa, in Wien, und das zwei Mal. Dos erste Mahl, Hab' ich den braven Kerls a Faßl Wein und a poar Lasb g'sunds Landbrot gebracht, das zweitem»! Hab' i die Studenten um Rath gefragt, weil i nnsern groben Verwalter a Watschen geben hob, daß Alles ge- klescht-ch^, ^ Kaiser. Und Ms haben denn die Studenten gestzgt? Rik-olaus. No, a Student hat gesagt, a Watschen geben ist erlaubt, WMs der Andere gutwillig »mummt — und a anderer hat mich g'fmgt, ob der Verwalter fchW»rzMlb gewesen ist? Ja, sage ich, ganz schwarzgelh. No, sagt her Student, ngch Rom zu wandern ist zu weit wegen der Absolution, MX leog«, geh' zu Haus, und beth drei kstter mysler die Sünde soll dir vergehen sein. Kaiser. Ihr Bauern habt also die Studenten gerij? Picol - us. Herrgott! Sakerlott! ist das a Frag!—D verzeihens Majestät, daß ich sh suf- gefatz^etz bin! Ob.wir die Studenten gern haben ? Das seien Keut a! so Leut warn no nit do ! — Das sind ganze Kerls, und wenn ich 50 Buben krieg (oder vielmehr mein Weib die Kadl) müssens alle Studenten werden — Früher wors nix nuten Studenten, wos is früher aus den Studenten geworden? a Pfoff, a Vawolter, a Justizier, oder »Doktor. No die Doktors müssen sein für die Kranken, doch die Doktor der Rechten, dös woren die rechten- der Pfaff hat sich mehr um die Köchin, als um die Seelforg bekümmert. Der Verwalter und der Justizier war nie auf unserer Seiten, die hoben sich immer an der Speckseiten gehalten. Dös wird aber jetzt Alles anders sein; thun die Leut nit ihre Schuldigkeit, wermers fortjagrn, jo das Fortjagen haben wir von den Studenten gelernt, wir haben es uns gemerkt, wies den Metternich ausgeftaubt haben. Kaiser. Ihr lernts gut, davon bin ich überzeugt, und es wundert.mich auch gar nicht, denn der gesunde Menschenverstand eines Bauers ist mir lieber, als alle Sophistereien der einge- puderteL, hochgelehrten Herrn, die einen langen schwarzen Frack trage«, und einen dunklen Verstand im Hirnkasten haben, drum bin ich auch von einem Ministerium umgebe«, KB sich das Volk aus dem Volke erwählt hat, und wenn eine Minifterstelle leer wird, so sollst du Minister werde«. N ik. Vielen Dank Majestät! lieber will ich wieder robotten undjzehenten, nur kein Minister sein, lieber Ministrant bei an alten Pfarrer; i küß die Hand für die Gnad — heute gebets Vivats, morgen Katzenmusik und übermorgen wieder Vivats, weil der Minister sich ins Privatleben zurückgezogen hat. Gute Nacht Majestät, ich geh zu meiner Katl geschwind yflch Haus, sonst machen mich Euere Majestät zum Minister, bevor mir noch der Halter vom Ort entgegenblost. Kaiser. No, lauf nur nicht so geschwinde fort, und nimm wenigstens für deine Kadl dieses kleine Angedenken. (Der Kaiser übergibt ihm ein in Brillianten gefußtes Bildniß.) Wien ÜM 4. September 1848. P. Pichler. Gedruckt bei Kranz Edlen von Gchrnid