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im Zähre 1847 und 1848
oder:
,84V M-N-. L«'i Mas haben die Wiener Geschäftsleute von den Errungenschaften profttirt? 18418 M.,°. »i.
Montag.
Vormittag. In der Tuchhandlung „zum König von Ungarn" Tuch eingekauft und baar bezahlt.
Nachmittag. Der Dienerschaft des Grafen Stolz auf Livreen Maß genommen.
Abends. In daS Wirthshaus zum „schwarzen Adler" gegangen.
Dienstag.
Vormittag. Für 8 Gesellen zugeschnitten, dann in die Herberge gegangen und noch 4 Gesellen geholt, auf dem Rück weg einen Conto von 100 fl. einkassirt und dann in de» Seipenbandlnng „zur Stadt Mailand" meiner Frau 6ros Neapel
auf ein Kleid gekauft. .
Nachmittags. Bei der Prüfung meines Pepi gewesen. Der Bub macht mir viele Freud, nach der Prüfung mtt chm inS Methhaus gegangen und auf dem Zuhauseweg ihm Spielzeug gekauft.
Abends. Eine Rechnung von 40 fl. einkassirt und ins Gastbaus zum „goldenen Adler" gegangen.
Mittwoch.
Vormittag. Angeschnitten und gearbeitet. . ^
Nachmittag. Sechs Kunden Maß genommen, dann mit niemer Frau und Schnncgeraltern m den Prater gegangen
und beim „wilden Mann" eine Zausen eingenommen.
Abends. Ins Wirthshans zur " Kaiserkrone" gegangen.
Donnerstag.
Vormittag. Zugeschnitteu, dann znm jungen Grafen Stelzfuß gegangen und auf ein elegantes Reitkostüm Maß
genommen. , ^ ^ .
Nachmittag. Meinem Bruder 12 fl. geliehen, dann mit meiner Frau und meinem Pepl ins Lerchenfetd zum Harfe
nisten gegangen.
Abends. Im Gastbaus zum „Kaiser von Oesterreich" gewesen.
Freitag.
Vormittag. Zugtschilittei, und gearbeitet.
Nachmittag. Einen Wechsel von 7,0 ft. einkassirt, dann dem Theater-Recensenten Hufferl Maß genommen auf eine Sommerwcste und Pantalon.
Abends. Im Wirchbaus beim „silbernen Bären" gewesen, famose Fische bekommen.
Samstag.
Vormittag. Für sie Livreen des Grafen Stolz und Reitkostüm des Grafen Stelzfuß 247 fl. einkassirt.
Nachmittag. Im Kaffeehaus gewesen und Tarrock gespielt.
Abends. Meinen >2 Geselle» 80 fl. Arbcitslobn ansbezahlr, dann in das Gasthaus zur „Stadt Petersburg" gegangen.
Sonntag.
Früh 7 Uhr. Mit meiner Familie und Schwiegerälicrn in Iansky-Wägen eine Landparthie nach Dornbach und ms Krapfenwaldl gemacht, sebr gut unterhalten.
Abends 9 Uhr. Zn Hanse gekommen, Punsch gemacht nnd um > Uhr schlafe» gegangen.
Montag.
Um 6 Uhr Ftüh. Ererziren in der Compagnie.
Um 8 Uhr Früh. Ausrücken aus die Plätze öffentlicher Arbeiten, wegen Arbeiter-Unruhen, llm 12. Uhr Mittags. Schnell in die Tuchhandlung „zum Natwualgardisten" gegangen und Tuch auf Kredit für mich zu Uniform und Hoff genommen, gleich zugeschnitteu und irr Arbeit gegeben.
Um 5. Uhr Abends. 2Mündigen Wachdienst beim Dampfschiff im Prater angetreten.
Dienstag.
Den ganzen Lag. Auf der Wache zugebrachr.
Um 6 Uhr Atends. Eingerückt, zu Hause gekommen, vom Nachbar si. auf Zugehör auSgeborgt, dann von meinen noch übrigen 4 Gesellen zwei, wegen Mangel au 'Arbeit entlassen.
Nachts. Patrsuille-Dienst bis 3 Uhr Morgens.
Mittwoch.
Um 6 Uhr Früh. Ererziren im Feuer.
Um 9 Uhr Früh. Ausrückung zw einer Fahnenweihe.
Um 1 Uhr Mittags. Ausrückung zum Empfang einer Deputation, aus den Bahnhof.
Um 4 Uhr Nich mittags. Ausrückung zum Leicheubegängniß eines Garden unserer Compagnie.
Um 0 Uhr A^endS. In der Stadt, in der Blankengasse bei einem Herrn gewesen, nm Geld einzukasstren, aber keine-
erhalten.
Um 8 Uhr Alends. Großer Fackelzug zu Ehren der angekommenen Deputation.
Donnerstag.
Um 6 Uhr Früh. Feldmeffe und große Parade auf dem Glacis.
Um 1 Uhr Mittags- Begrüßung eines ankommenden Bataillons Militär auf dem Bahnhöfe und Begleitung desselben in Vit Kaserne.
Um 3 Uhr Nachmittags. Emen Wechsel, wegen Zahlungsunfähigkeit prolongiren lassen.
Um 5 Uhr Abends. Ererziren im ganzen Bataillon
Um 9 Uhr Alends. Zu Hause gekommen, sehr müde, gleich schlafen gegangen.
Freitag.
llm k> Uhr Früh. Ererziren in der Compagnie.
Um 10 Uhr Früh. Ausrücken wegen Feuer-Allarm in der Brumigaffe.
llm 1 Uhr Mittags. Ging ich zum 13tenmale zum Redakteur eines politisch-ultra-radikal-republikanischen Journal-, Herrn Hufferl, bekam aber für die Geste und Pantalon noch kein Geld, dann lief ich noch an mehrere Orte, um ausstehendes Geld einzukasstren, wurde aber überall aus bessere Zeiten vertröstet.
Um 6 Uhr Abends. Großes Verbrüderungsfest im Odeon, wozu mir ein Kamerad aus der Compagnie, der Bäckermeister Kipsel, 2 kr. geliehen.
Samstag.
llm 7 Uhr Früh. Begleitung der Deputation zur Abreise bis auf den Bahnhof.
Um 10 Uhr Früh. Meiner Frau ihr Oi-o-i .Io Nvapel-Kleid ins Versatzamt geschickt, um Geld zur Auszahlung der Gesellen zu bekommen, dann schnell zur Compagrie-Chargen-Wahl gegangen.
Um 12 Uhr Mittags. Große Ausrückung zum feierliche« Empfang des Kaisers.
Um 7 Uhr Abends. Davon eingerückt, meinen 2 Gesellen 0 fl. Arbeitslohn auSgezahlr, und einen davon wegen Mangel an Arbeit entlassen.
Nachts. Patrouille-Dienst bis 3 Uhr Früh.
Sonntag.
Um 7 Uhr Früh. Von meinem Schwager 20 fl. geborgt.
Um 8 Uhr Früh. Mit einer hiesigen Deputation von Rational-Garden abgercist und meiner Frau 10 fi. zurückgelaffen.
Carl Bruno.
Wien, im Sevtember <848.
Gedruckt bei Stöckholzer v. Hirschfeld. — Zu haben in der Liliengaffe Nr. 898.
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