RtvM ik i« Gr»ßhcn»glh«m Bniien zweiter Die Freiheit der Völker beginnt sich von den sie hemmenden Schranken zu befreien, um die Täuschungen zu vernichten, mit welcher treulose Verräther sie umsponnen haben. Blicken wir hin, wo wir hin wollen, überall versucht man mit Militär gcwalt die Freiheit des Volkes niederzuhalten. Doch gehe man die ganze Weltgeschichte durch, so wird man finden, daß sich der Geist nicht durch Bajonnette und Kanonen unterdrücken läßt. Der Unmuth des Volkes machte sich erst neuerdings in Frankfurt durch offenes Hervortreten laut, doch dies scheint nicht der letzte Versuch zur Erringung der Bolksfreiheit gewesen zu sein, denn Struve ist zum zweiten Male mit wohlgeübten Freischaaren in Baden eingefallen, und sofort die Republik proklamirt. Struve hat am 21. September mit einer in aller Stille gerüsteten Truppe Freischaaren, welche 2 Kanonen mit sich führen, die badisch schweizerische Gränze überschritten, Lörrach besetzt, die Beamten verhaftet und die öffentlichen Kaffen mit Beschlag belegt. Er hat das Standrecht verkündet und droht Jeden zu erschießen, der nicht mit ihm zieht. Dadurch und durch die Sympathim der badischen Republikaner, die sich seit acht Tagen rüsteten, hat er starken Zuzug erhalten. Er hatte bereits dm 22. ftüh acht Uhr dm Bahnhof von Schliengm und um zehn Uhr jenen von Mühlheim besetzt, so daß die Kommunikation zwischen Freiburg und Schliengm unterbrochen ist. Die Eilwagm von und nach Basel wurde von dm Freischaaren aufgehalten. In Freiburg liegen nur 2 schwache Bataillons, 1 Schwadron und 2 Kanonen. Man hat sogleich von hier 2 weitere Bataillons und eine Batterie Artillerie abgesandt. Wir werdm sehen, welchen Erfolg dieser zweite Einfall in das Groß- Herzogthum Baden haben wird. Obgleich man wahrscheinlich wie das erste Mal nicht säumen wird, eine kolossale Truppenmacht nach Baden zu schicken, so wird dießmal das Volk Gut und Blut daran setzen, um sich zu befreien. Wim den 27. September 1848. . L. Gedruckt bei Kranz Edlen von Schmld. l ^ ^ ,