Frrics, eiuigcs in» stiukcs Vcslcrrcich! IV«»«8t«r lorsiiö«! »»8 General Kempen mit den Kroate« vor Pcsth. Niederlage der Ungarn. und das Revolution« -^ribuuul. Schreckliche Anarchie. Zehntausend Flüchtlinge. Graf Lambergs Körper ist mit mehr als 50 Wunden bedeckt, einige Sensenhiebe am Kopse waren die tödlichsten. Der Graf wurde aus dem Fiaker gerissen, und in Gegenwart der ungarischen Nationalgarde zu Boden geworfen, zerfleischt und über 1000 Schritte zum Kasernenhof geschleift, wo es endlich einigen Husaren gelang, den Mördern den blutigen Körper zu entreißen und in ein Haus zu bringen. Die Revolutionsregierung, Kossnth an der Spitze, hat einen gräßlichen, blutigen Thron. — Mord und Todtschlag wird an jenen verübt, welche in den Verdacht stehen, geheime Anhänger der kaiserlichen Partei zu sein. An Plünderungen hat's bis jetzt nicht gefehlt, vorzüglich von Läden, welche Juden oder Schwaben gehören, und die Kriegslust der Ungarn, welche sich Jellachich an der Spitze einer höchstens 1000 Mann starken undisciplinirten Horde vorstellen, wächst von Stunde zu Stunde. Das Jellachich'sche Armeekorps ist nichts weniger als unorgani- sirt, es sind aut eingeschulte Regimenter, Männer, wie ein General Kempen an der Spitze; nur die mordbrennenden Serben haben gar keine politische Bedeutung. Die an Graf Lamberg verübte That hat auch bei den Truppen große Bestürzung hervorgerusen; es war ein General, der seiner Leutseligkeit, Freisinnigkeit und Gerechtigkeit, die Achtung auch seiner Feinde im vollsten Maße besaß. Sie betrachteten diesen Mord als den schändlichsten, niederträchtigsten Meuchelmord und nicht wie Koffuth für einen politischen Todtschlag. Die Wuth und Todesverachtung soll ungeheuer sein, und sie werden die Kanonen wohl nimmer aus Schonung für das kaiserliche Militär zu hoch richten; daß Kugeln über ihre Köpfe hinwegfliegen. Was wird das Resultat dieses Kampfes sein? Wenn die es, die da Oben sitzen, es ehrlich mit der Völkerfreiheit meinen, werden wir ein starkes einiges Oesterreich haben, und die ungarischen Reichstagsdeputirten werden bei uns in der Reitschule tagen, wenn sie es nicht ehrlich meinen würden, wäre es für uns Unglück und Elend und ein blutiges Ende. Der am kaiserlichen Kommissär verübte Mord hat der Knssnth- scheu Sache den Todesstoß gegeben. Die traurigste Verwirrung herrscht in Pesth, bei dem einen Thore strömen die flüchtigen Deutschen und Ungarn hinaus, während bei den andern ungarische Sensenmänner und Freiwillige hereinstürzett mit dem festen Entschlüsse, Pesth bis ans den letzten Mann zu vertheivigen. General Kempen steht mit 6000 Kroaten bereits 2 Stunden vor Pesth, indem nach einer blutigelt Schlacht, von welcher die weitern Details noch fehlen, die ungarischen Truppen bis unter dem Schutze der Festung zurückgeworfen wurden. Koffuth; gibt seine Sache nicht verloren, und fährt fort sein verzweifeltes Spiel zu spielen. Zu haben: Stadt, Parisergasse Nr. 4LL. Wien, gedruckt im Oct. 1848, bei U. Klops seii. und Merander Eurich.