* Was der Zellachich für Augen macht, wie er au der Spitze seiner Horden den Heldensitz Wien anglotzt. Unsere Stadt steht wie noch nie gerüstet da. Die treue Garde und die brave Legion der Universität brennen vor Kampfbegier. Und der Ungar wird in Kurzem zeigen/ wie man das Gezücht der Carna* rillabrut verderben muß. Der Reichstag hat eine herrliche Adresse von den Ungarn und gleichzeitig ein abermalig höchst inconstitutionelles Ma nifest vom Kaiser erhalten/ auf das übrigens keine Rücksicht genommen werden kann. Die Ungarn schwören in dieser Adresse/ sie werden mit dem letzten Tropfen Blut für unsere gemeinsame Sache einstehen. Sie werden der tausendköpfigen Hofschlange das Haupt zertreten, daß sie nimmer sich regen wird. Der Mörder der Freiheit/ Jellachich/ muß vor Wiens Mauern mit gemeinsamer Hand den Lohn seiner Lhaten finden. Ebenso kommen uns aus Lemberg/ Prag/ Salzburg und allen Orten die erfreulichsten Nachrichten zu/ wie die dortigen Garden sich rüsten/ um mit uns die Sache der Freiheit zu verfechten. Was wird Jellachich/ mit seinen entnervten/ zerlumpten/ ausge hungerten und unmuthigen Horden ausrichten? Wie ist der Fürst eines Staates sicherer, wenn er seine Rechte auf die Spitze von Bajonetten stützt, oder auf das Rechtsgefühl seiner treuen Völker? Hat Lnsbesonders die österreichische Kamarilla vergessen, daß man Liebe nur durch Vertrauen gewinnen kann? Wer zweifett/ daß die Liebe der Staatsbürger eine viel größere Garantie für die Aufrechthaltung eines Thrones ist/ als der mit einer kriegführenden Soldateska erzwungene Gehorsam? — Oder ist die Camarilla ihres Sieges so gewiß? — Ist der Camarilla unbekannt/ daß ein freies Volk wohl zerschmettert/ aber nie unterjocht werden kann. Augen auf die Wevolkcrmlg Wim , w ^ x-nen Muth, der nie un- scheu und nebst den zerschmettern en Kart M Freiheit gestände» E- spenst v- ^ Nt m vor dmPsiua Psicd läßt sich Zü° gel und Gebrß anlegen/ da - wird Lasten tragen und der Elefant läßt sich zahmen; do^, ^ stolze Aar wird nur gegen die Wolken seinen Flugnchten und auch zwischen den Gittern eines Käfigs wird ersein flam mendes Auge sehnsüchtig nach der heimathlichen Sonne richten. Die Wiedner, Fünf- und Sechshauser Nationalgarde brennt von solcher Kampfbegierde, daß sie sich schwer von einem Zusammenstoffe mit dem Fellachich abhalten lassen, auch die arbeitende Classe ist vom besten Geiste beseelt. Die Brünner, Steiermärker und die mit dem Volke verbundenen Soldaten können kaum den Augenblick erwarten, um anzugreifen, daß die akademische Legion sich zu schlagen wünscht, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Ueberaus drollig ist die Thatsache, wie Jellachich einem das Lager besuchenden Herrn, den man zuerst sehr freundlich einließ, nachdem sich später aber eine Patrone bei ihm vorsand, mit 26 Stück Stockprügel trak Liren ließ. Ist das die Constitution, welche uns der Kanonier Jellachich mitbringen will? Jellachich ist ein Schurke^ das hat er in seiner letzten Adresse an den hohen Reichstag bewiesen. Link. Wien im Oktober 1848. Gedruckt bei Franz Edlen -on Schmid. i.