Minisicr-Katechismus. as wir wollen und sie sollen. Wann werden die Revolutlonen einmal aufhören ? ^ie Sclavenkettcn sind zersprungen, das Volk hat verstehen gelernt, auf welche Weise sie alle Mißverständnisse beseitigen, — und ihre blutbesiegelten Errungenschaften bewahren muß. Wir lieben unfern Kaiser, aber wir hassen mit aller gerechten Erbitterung die Hofkammerall, welche mit den heiligen Rechten des Thrones und des Volkes sich ein schändliches Spiel erlaubte, die Constitution besudelte und die Völkerknechtung vom Neuen zu dekrrtiren beabsichtigte. Die ganzen Ergebnisse seit dem 11. März zeigen — daß die Bureaukraten, die verknöcherten versteinerten, unfähig sind, ein freies Volk zu regieren. Wir wollen sie nicht, weil wir ihnen kein Zutrauen mehr schenken können, weil wir nicht immer zwischen Barrikaden leben wollen, wir wollen sie nicht, — weil sie uns nicht verstehen und weil sie uns nicht freisinnig regieren können. Unser von falschen Rathgebern befreiter Kaiser wird bald in unsere Mitte zurückkehren. — Wir schwören ihm die unverbrüchlichste Untcrthanentreue. Groß sind die Forderungen, welche wir an unsere Regierung stellen. Wir fordern: Rettung des Vaterlandes, Gründung deS materiellen Wohls, Volkserziehung, und Aufrechthaltung unserer Freiheit. Zur Förderung des Staats - Glückes ist unumgänglich nothwendig: 1. Einziehung der reichen geistlichen Pfründen M aller Kirchenschätze, pfäffische Faulheit soll nicht länger in ihren usurpirten reichen Klöstern schwelgen, während fleißige Bürger verderben und verhungern. — Augenblickliche Ausstellung einer Commission zu diesem Zwecke, welche das Verschleppen und Entfremden dieser Schätze durch die Mönche verhindert. 2. Aufhebung aller Nonnenklöster, als Schande nnsers Jahrhunderts und Ueberrest verdummter Barbarei. Z. Ernenuug eines von Rem unabhängigen Kirchemniuistcrs. 4. Regulirung der Schulen, Einführung von Gewerbsschulen, Bürgerund Bürgerinncn-Schulen. Abschaffung der lateinischen Sprache in den Gymnasien. 5. Verbesserung des Arbeiterzustandes durch Errichtung einer National- handelsbörse, in welche jeder Handwerker seine Erzeugnisse bringen kann, wo ihm der größtmöglichste Betrag von einer Direktion dafür ausgezahlt, die Waare verkauft und der Ueberschuß des Ertrages zur Versorgung des Arbeiters angelegt wird. 6. Errichtung bürgerlicher Erziehungs- und Arbeitsinstitnte. 7. Aufhebung der Verzehrungssteuer und des Tabakmonopols. 8. Einführung einer Vermögens-, Equipagen-, Pferde- und Hundesteuer. y. Erhebung des Getreides zum Staatsmonopol, Anlegung von Kornkammern in allen Städten, als das einzige Mittel gegen schändliches Wuchern und fortsiechendes Elend. 10. Regulirung und Verminderung der Aemter und Gerichte. 11. Allgemeine Militärpflichtigkeit, Dienstdauer auf 3 Jahre. 12. Allmählige Außerkurssetzung aller niedern Banknoten bis zu einem Werthe von 25. fl. 13. Vergrößerung der Flotte und Erwerbung von Colonien in fremden Welttheilen. 14. Emancipation aller Juden, die sich 10 Jahre keinen Handel zu treiben verpflichten. 15. Aushebung der ungarischen Zwischenzollinie. 16 . Abschaffung der Todesstrafe. Nur durch diese zeitgemäße Reformen wird die Freiheit jedes Bürgers gesichert, das Elend verscheucht und Oesterreich der gefürchteste und glücklichste Staat aller Staaten. Die Revolutionen sind dann zu Ende, dieWünsche der Völker befriedigt. Der Maun des Volkes. Gedruckt bei Z. N. Fridrich, Iosesstadt Nr. ss.