seiner beizebübischen Herrlichkeit Ereignisse des aus dem Schlafe erwachten Europa s, mit humoristischen Bemerkungen über die russischen Knutenverhaltniffe und Ausdrücke des Acrgers, über die Vernichtung der Saat »cr Höllc (tief erschüttert an einem Tische in der Hölle bei einer Schüssel Pech und einem Humpen Ja, es ist eine verfluchte Geschichte, wenn das Ding noch eine Weile so fort geht, so muß ich das Geschäft aufgeben, da soll der Teufel Teufel sein, überall regt sich der Geist der Neuerung des sogenannten modernen Fortschrit- tes, überall will man das Böse ausrotten und die Saat der Völkerwohlfahrt zu fröhlichem Gedeihen bringen, schmachvolles Jahrhundert, überall Constitution, Preßfreiheit, meine Verfinsterungs-Emissäre, vor Allen die geliebten Jesuiten und Abarten fortgepeitscht!! ja, nicht allem daß man sie zu mir jagt; nein, man ist auch noch so unbarmherzig, daß man ihnen Alles, was sie durch Jahrhunderte mühselig und im Schweiße ihres Angesichts zusammengescharrt haben, wieder abnimmt, ich möchte mich selber holen. Einen großen Theil der Schuld trägt der Metternich; ich habe ihn immer gern gehabt, aber in der letzten Zeit hat er sich so dumm benommen; man muß nicht nur das Schlechte wollen, nein, man muß es auch mit unerschütterlichem Muthe zu vollführen wissen. Der Alberne! Wenn ich so recht reiflich überdenke was jetzt Alles geschehen ist, so bekomme ich eine Gänsehaut. Ich muß mir den Hergang em Bischen in meiner Weise notiren. (er nimmt eine Schreibtafel aus seinen Rock und fängt zum Schreiben an:) 1. Louis Philipp als paßloses Individuum nach England gegangen und darüber nachdenkend, daß er nicht schon früher auf diesen Fall gefaßt war, so zwar daß er jetzt nur mit so und so viel Millionen Franken vorlieb nehmen muß. des Satans über die auf -er Erde. (Dramatisches Bruchstück.) Satan Schwefelsäure sitzend, seine Züge sind leidend.) » 2. Großartige Schnelllauferübungen des Herrn Guizot; er konnte keine Postpferde zum Weiterkommen bekommen, und doch war ganz Frankreich für sein Fortkommen mehr, als besorgt. 3. In Frankreich die Republik proklamirt, nach meiner Meinung ist eine Republik, kurz gesagt eine Verfassung wo man nicht recht weiß wer an der Spitze steht und daher auch nicht beurtheilen kann, aus wessen Fabrik die erzeugten Plutzer sind. Obwohl Lamartine von diesem Gesichtspunkte die Sachen übersieht? 4. König Ludwig von Baiern zu Gunsten des Thronfolgers abgedankt auch Lola Montez hat abgedankt, man weiß nicht zu wessen Gunsten. Sie soll sehr hübsch sein, sehr schön, die schönste Spanierin die je die Erde trug. (Er kommt plötzlich in eine leidenschaftliche Aufregung, nach einer Pause:) Ich kann es ja Lhun. (Er klingelt zwei Teufel erscheinen und machen Komplimente.) Satan (gebieterisch:) Man hohle mir die Lola Montez. Beide Teufel n*(sich verbeugend.) Sehr wohl. Satan (wieder allein.) 5. Der deutsche Bundestag macht ganz ernstlich Miene dieses Mal zur Abwechslung .seine Pflichten zu erfüllen und das Vertrauen das man so innig in ihn setzt nicht zu täuschen, sehr fatal ist mir die Idee eines Einigen Deutschland's sie dürfte leider die beste Garantie dafür sein, das dem Geiste der Volksemanzipa- tion kein weiteres Hinderniß in den Weg gelegt werde. 6. Schweden stützt sich auf seine alten Rechte, daß die Schweden die Russen am Kraut zu verspeisen verstehen, lehrt leider die Geschichte Karl Xll. 7. In Preußen geht's jämmerlich zu. Man hat Alles bewilligt. Aber daß nur dort nicht die Nemesis, vuI§o Vergeltung eine Arbeit bekommt; hm, hm, wäre mir sehr leid. 8. Die Türkei macht ein nichtssagendes Gesicht, aber es wird ein anderer vielleicht für dieselbe Gesichter schneiden. 9. Oesterreich's Söhne haben mit eisernem Muthe gefordert, was der Zeitgeist erforderte und Alles wurde ihnen auf liebreiche Weise gewährt. Oesterreich geht auf der Bahn des Fortschrittes auf besonnene Weise, es fürchtet sich vor Rußland nicht, und doch sind die herrlichsten Knuten schon halb in der Höhe. Ich baue auf Rußland, der gute Czar wird die Kanaille schon zu Paaren treiben; ich vertraue auf die Kosaken, Kalmuken und Baskiren, die lieben Leute, schon ihr Aeußeres ist so liebreizend. 9. In Italien da kocht und gährt es, man weiß eigentlich noch nicht was aus dem Pantsch werden wird, wahrscheinlich nicht viel Gutes; überall Jnsurektion und Rebellion, der Radetzky versteht das energische Eingreifen wenn es sein muß. Mir wäre ein oberitalienisches Republickchen recht angenehm, wenigstens gäbs dann doch immer keine Ruhe und so wäre es am Ende doch noch möglich daß die Sachen wieder in den alten Schlendrian zurückrutschen könnten, ich will das Schlechteste hoffen. 10. In Polen und Galizien sind sie in einer fürchterlichen Aufregung gegen das hoch- herzige Czarenthum, die Ereignisse im Westen haben die Gemüther in den höchsten Grad der Erbitterung versetzt, der Jubel über die theils schon erlangte, theils noch zu hoffende Freiheit erfüllt die Lüfte, verdammte Geschichte. Schon dringt der dankerfüllte Jubelschrei über die Grenze Rußlands, doch nein es kann nicht sein, in meinem schönen Rußland kann es noch nicht so leicht zu etwas kommen. Man fürchtet die heilsame Knute und die Landparthien nach Sibirien. Der Czar ist zu despotisch; er läßt so lange dreinfeuern bis Alles hin ist und dann ist von selbst Ruhe. Hoffentlich werden die Menschenrechte nie zur Geltung in Rußland gelangen. (Ein infernaler Kurier erscheint, er überreicht seiner Herrlichkeit eine Depesche, Satan ergreift dieselbe und liest.) Was ist das, Petersburg in Revolution, man hat auf den Czar geschossen, die Menschenrechte haben gesiegt. Die Freiheit der Völker Europas ist gesichert. Ich bin hin. (Er erdolcht sich und sowohl er als der Vorhang stürzen nieder.) K. W. Zierrach. 1-N. t.OSL i - iZii «S