vcs Cultus. Das alte Ministerium ist gestürzt, und zwar nach 4 monatlichem Kreißen haben die Herren Pillersdorf, Latour, Somaruga, Baumgartner, ihren Geist aufgegeben. Die beiden Minister Doblhof und Wessenberg, welche es am aufrichtigsten mit dem Wolke meinten, sind in ihrem Amte geblieben. Wessenberg wird vielleicht seine Stelle wegen vorgerücktem Alter niederlegen. Doch ist Doblhos mit der Zusammensetzung eines neuen volkstümlichen Ministeriums beauftragt. Da es nun einmal der Volkswille ist, Männer aus seiner Mitte am Ruder zu sehen, so zaudere man nicht lange, und lasse auf direktem Wege das Volk sich selbst seine Vertrauensmänner wählen. Es,werden die Namen der neuen Minister bereits von Mund zu Mund getragen, als hätte man die bestimmteste Garantie dafür. So spricht man: Minister- Präsident Doblhof Minister des Innern derselbe. — Minister der Justiz, Dr. Bach. — Minister des Auswärtigen, Wessenberg. Minister des Cultus, Professor Füster. Die übrigen sind noch nicht genannt, und allgemein ist die Spannung auf den neuen Kriegsminister. Also zu unserm Professor Füster. — Wenn ein Mann seit den Revolutionstagen durch Thätigkeit, Unerschrockenheit und Aufrichtigkeit, zu einer Hähern Stelle avancirt zu werden verdient, so ist es Professor Füster. Unter den meisten Publizisten und Führern, hat sich nicht bald ein Anderer so ehrlich, so offen ohne Schminke dem Wolke gegenüber gezeigt. Man muß nur den Mann vor Anbeginn der Reform, bis zur Stunde gesehen und gehört haben. Man muß ihn am 15. Mai, wo es sich um das Sein und Nichtsein des Volkes handelte, am Universitätsplatze gesehen haben, wie er Balsamsworte unter die kämpfende Menge streute. Man muß ihn zwei Tage vor den Barrikaden gehört haben, als die Universität ihrer Auflösung nahe war, wie er das Recht der Studenten, die Freiheit des Volkes vertheidigte. Man muß seine Worte, die aus seiner Seele kamen: „Die academische Legion darf sich nicht auflösen!" „Vivat I7ntV6rsit38 liteiavurn!" gehört haben. Makl muß den Weihvater auf den Barrikaden gesehen haben, und wahrlich durch des Priesters Bitte wurden sie von Gott mit dem Himmelgeweihten Regen getauft. Man muß den Mann in Tagen der Freude und der Gefahr gesehen haben, wie er durch Rath und Hülfe auf die Volksmassen einwirkte. Und kühn gesagt: wenn man vor dem Pabst in Rom die Achtung verliert, so muß man sie mit Verehrung bei dem Studenten - Feldpater Füster wieder bekommen. So ein Mann, der wie Füster frei und ehrlich es mit dem Volke meint, so ein Mann verdient nicht nur Minister des Cultus und des Unterrichts zu sein, sondern er verdient die Bürgerkrone. Und ich glaube, daß ein Mann, der sich das Vertrauen und die Achtung des Volks erwarb, der sich so edel und freisinnig zeigte, der dem Volke auch seine Erhöhung zu verdanken ha» ben wird, es sicher ferner mit aller Macht, mit Recht vertheidigen wird, daß das Volk in seinen Rechten nicht geschmälert werde, und dasselbe wird ihm ein Monument bei Lebzeiten errichten. Also es verwirkliche sich die Sage, Professor Füster sei Minister des Cultus und Unterrichts, und der Jubel des Volks wird bei dieser freudigen Nachricht über alle Gränzen sein. Bis zur Stunde als der Professor Füster Minister wird, wollen wir ihm unermüdet aus voller Brust, und ohne Ende „Vivat Füster!" zurufen. Gedruckt bei M. Lell. ^lter üxo.