onr Judas der Erzschelm. (Auszug aus -er Zeitschrift „der BolkSfreuud" 23 - M.) Es ist heraus, der Redclsführcr ist entdeckt; GrafBombelles war es, der den kaiserlichen Hof zu den unerhörten Schritt einer Flucht von Wien bewogen hat. Dieser Graf Bombelles war cs auch,der die Jesuiten nach der Schweiz bringen half und zum großen Thcil den Sonderbund in der Schweiz organisirte.—Bombelles ist der schwärmerische Freund der Jesuiten und LiHuorianer — und leider auch der Hausfreund des kaiserlichen Hofes und der Erzieher unseres Erbprinzen Franz Josef. ' ' GrafBombelles ist unter Metternich der linke Flügel der Tiranerei gewesen, jetzt ist er das Zentrum der Rückschrittsparthei und hat dazu den Hof in Beschlag genommen, wird ohne Verweilen zu Jnsbruck die Neste der Metternichischen Regierung und den Adel um sich versammeln, wird zur Bildung eines neuen Ministeriums drängen, und den Nath geben, sich den Slaven in die Arme zu werfen. Den letztem Rath hat er bereits in Linzden kaiserlichen Hof gegeben und der Erzbischof Fürst Schwarzenbergin Linz,ein Erz-Sla- venfreund hat beigestimmt und die Worte geäußert: „Ich bin zwar ein Wiener, aber mich gehen die Wiener nichts mehr an."- Der Kaiser und die Linzer haben aber ein solches Ansinnen zurückgewiesen Md jetzt will man wenigstens einen Landtag für alle deutsch - österreichischen Provinzen in Linz zusammenberufen und Wien aus dem Sattel heben. Wir haben schon einmal gesagt: wer gegen Wien agirt, der stoßt sich selbst ein Messer in das Herz. Wien verdankt man Alles Gute was man bisher errungen hat. Wien liebt den Kaiser so gut und mehr als jede andere Stadt des Kaiserstaates. Nach Wien gehört der Kaiser, in Wien ist der Schwerpunkt der Monarchie: Wien der geschichtliche Hauptschauplatz der kaiserlichen Hchsburzer. Wien ist der glänzende Mittelpunkt des österreichischen Reichthums, der Wissenschaft und Kunst, der berechtigte Platz der österreichischen Negierung. Der Kaiser war geliebt und nicht gefährdet. Was Wien zuletzt errungen, kann jeden ehrlichen Mann der Freiheit nur erfteuen. Das es nicht auf allzuzarte Weise errungen worden, daß wird man doch endlich einmal aufhören zu bejammern, sonst müßte man das Schönste der Weltgeschichte, das Christenthum und das meiste Große verwerfen, weil es durch schwere oft entsetzliche Mittel errungen, fcstgcstellt und erhalten worden ist: dann wäre auch der 13. März, denn wir alle feiern, ein fluchwürdiger Tag gewesen. — Gedruckt bei Zosef Ludwig.