Aic gegenwärtigen Ereignisse berühren das Wohl des Staates eben so wie der Stadt Wien, sie bedürfen nnec besonnenen Entwicklung, nnd es ist daher im Interesse der Gesainmtheit und der Einzelnen von höchster Wichtigkeit, daß Ruhe, Ordnung nu» Sicherheit bewahrt werde». Dieß fordert das allgemeine Beste, dieß fordert die Ehre der wacker» und . " Bewohner Wiens. Zu diesem Behnfe haben Se. k. k. Majestät bereits die Bewaffnung der Studiermden allergnädigst zu gestatten, nnd die Erwartung auszusprechen geruht, daß alle Bürger durch Einreihung in die Bürger-Corps diese möglichst verstärken, »nd zur Erhaltung der Ruhe kräftig Mitwirken werden. Diese Maßregeln, diese heilsamen Bestrebungen der Studierenden und der Bürgerschaft müssen aber auch von allen übrige» Bewohnern Wiens thätigst nnterftutzt werden. Es werden daher alle Haus- und Familienväter, alle Inhaber von Fabriken und Werkstätten aufgefordert, ihre Angehörigen und Untergebenen, insofern sie nicht zur regelmäßig bewaffneten Einwohnerschaft gehören, zu Hause zu erhalten, um die Menschenmenge auf den Straßen nicht zu vermehren, wodurch die wünsehenswerthe Gestaltung der Dinge gehindert, oder doch vielleicht verzögert werden könnte. Die Behörden nnd die achtbare Bewohnerschaft Wiens werde» keine Anstrengungen scheuen, sie rechnen auf das gemeinnützige Zusammenwirken Aller. Wien am 14. Ällar^ 1848. Johann Talahko Freiherr von Gcstiettcz, k. k. Nieder-Oester. Regierungs-Präsident.