Außem-eittlichcs Extrablatt. Der berühmte Redner und Finanzminister Ungarns. O welcher versprach, aus der Hölle Geld und eine Armee zu schaffen, ist mit wenigstens einer Million nach Amerika durchgegangen DaS unglückliche Land Ungarn, das mit äußern und innerlichen Feinden den fürchterlichsten Kampf zu bestehen hat, wo im Osten und Süden der gräßlichste vandalische Bruderkrieg geführt wird, von welchem man glaubt, wenn man die Berichte darüber liest, in die Zeiten Attilas, der Geißel Gottes, versetzt zu sein, dieses arme Land, welches immer mehr und mehr bedrängt wird, und das seine Absicht, sich von Oesterreich zu sondern, jetzt schon hart büßt, hat von seinem genialsten Sohne Kossuth, für den jeder Magyar mit Enthusiasmus entbrannte, wenn es sich bestätigt, den härtesten Schlag erhalten, Die Abend - Beilage des Sonntagsblattes von Lud. Aug. Frankl berichtet uns nän»' lich die neueste Privat - Nachricht aus Pesth sei, daß Finanzminister Kossuth mit Einer Million nach Amerika -urchgegange« sein soll! Schrecklich, wenn dem so ist, wenn die eifrigsten Patrioten, Männer, die das Vertrauen einer ganzen Nation besitzen, auf solche Weise zu handeln im Stande sind; dann ist Rechtlichkeit ein schönes Hirngespinst! Wenn die hehrsten Bolksvertreter, die für Freiheit und Bolksrecht zu glühen vorgeben, eine ganze Nation zu betrügen im Stande sind, dann ist jedes Volk doppelt verrathen. Kossuth, von jeher der freieste Redner, welcher sich in früheren Landtagen schon durch sein außerordentliches Talent auszeichnete, mußte mehrmals seine Kühnheit im Kerker büffen. An» fänglich Fiskal oder Doktor der Rechte, redigirte er später eine Zeitschrift, die er selbst noch, als er Minister wurde, fortschrieb. Mit aller Kraftanstrengung, mit allen Mitteln seines eminenten Talentes, suchte er den Krieg mit dem Banus von Kroatien, Baron Jellach ich zu einem für Ungarn vvrtheilhaften Ende zu führen. und da die Aussichten für Ungarn immer schlechter wer- den, indem die Kroaten, Raizen und Serben bereits bedeutende Vortheile erkämpften, so wäre es möglich, da Kossuth nirgends mehr einen Ausweg sah, daß er zu diesem verzweifelten letzten Schritte seine Zuflucht nahm. M. K. Gedruckt bei M. Lell