- Ihr seid stolz darauf, Arbeiter zu sein. Männer zu sein, die zwar der untern Masse angehören, aber doch an Herz und Gefühl über die höheren hervorragen- Ihr hasset den Stolz und den Ueber- muth , aber ihr liebet die Ordnung; ihr hasset das Unrecht der Willkühr, aber ihr liebet das Recht der Gesetze; ihr verdammt die Uebergriffe der Reichen, aber ihr ehret ihre persönlichen Rechte; ihr liebet euren guten Kaiser, aber ihr liebet auch seine festesten Stützen die Studenten; ihr liebet eure Weiber und Kinder, aber ihr opfert euch und sie gern um willig für die gute Sache auf. Waren eure Entschlüsse minder edel, und euer Herz und Sinn minder rein, so waren der 18 . io wie'der 26 . Mai Tage der Plünderung, des Raubes und des Mordes gewesen! Man gab euch auch Veranlassung zum Bösen. Man wollte eure gute ehrliche Seele durch den Reiz des Goldes vergiften, man wollte eurer biederes Herz bestechen, daß ihr gegen den Kaiser und die gute Sache kämpfen solltet; aber ihr wieset männlich sie zurück die Verräther. und folget bloß dem edlen Trübe eures Herzens, der edlen Würde und Haltung , die eure Meister euch gelehrt. Fahret fort auf der Balm des Rechtes und des Guten« achtet stets das Eigenthum und die Freiheit eures Nächsten. Liehet unfern Kaiser, denn er liebet uns auch und will nur unser Bestes. Liebet uns alle, denn wir lieben euch auch, und so wie einst Alexander der Große sagte: Wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich Diogenes sein, so können auch die Studenten, eure Meister sagen: Wenn wir nicht Studenten wären, so möchten wir Arbeiter sein. Und nun noch einige Züge von den Arbeitern am 26. Mai, damit man überall von ihrem biedern Charakter lese. Einen Geistlichen brachten sie in die Universität, der sic durch vieles Geld bestechen wollte, um gegen die Studenten und National garven zu sein. Bei dem Barrikadcnbaue rieten sie einander zu: Brüder nur nichts zerstören, was nicht nöthig ist. Ueberall schrieben sie ,die heiligen Worte an: Heilig das Eigenthum. Als man einen Taschendieb gefangen hatte, riefen sie ergrimmt, knüpfet ihn aus, der einen solchen heiligen Lag entweihet. Hat der Kaiser, frage ich, in der Mitte solcher Untelthanen noch etwas zu fürchten? Nein, ec ist hier sicher, sicherer als unter den laugen Zöpfen und den hochgelegenen Nasen. o I- R. X Arbeiter sind wir, ehrlich brav und treu, Für's Recht zu kämpfen sind wir stets dabei. Wenn man uns unterdrücken will in Gnaden, Sind wir so frei und machen Barrikaden. Die Konstitution, hoch soll sie leben! Und auch der Kaiser, der sie uns gegeben. Was Noth that, war nicht Demonstration, Es galt das Recht, die Ehre und den Thron. Die Rechtlichkeit allein sei unser Ruhm, Und heilig sei uns jedes Eigenthum. Zeig' Ferdinand, dich deinem Volk auf's Neue, Und überzeuge dich von unsrer Treue. Wir bauen einzig und allein auf Gott! Und fürchten weder Feindesmacht noch Svott. O Oest'reichs Herrscher! öffne deine Augen, Entferne Alle, die dem Staat nicht taugen. Der Arbeiter, er hat zwar keine Innung, Doch hält er fest an redlicher Gesinnung. Gedruckt bei M. Lrll. Der Himmel mög' den Kaiser stets behüten, Vor falschen Räthen und vor Jesuiten. Der liebe Gott,^ der alles Gute schafft, Geb' uns zur Arbeit und zum Kampfe Hraft. Das Geld ist zwar sehr rar in unfern Kasten, Doch tragen gern wir mit des Staates Basten. Da mit dem Militär wir'ö ehrlich meinen, So mög' es brüderlich mit uns sich einen. Nationalgard! reiche uns die Hände, Bleib' treu bei uns, w ie sich die Sache wende. Wir wollen Ordnung, Einigkeit und Recht, Und der dagegen ist, der meint es schlecht. Die Preßfreiheit, sie möge ohne Zagen, Den Feinden alles Rccht's die Wahrheit sagen. Den Ouälern die uns möchten unterdrücken, Mög' nimmermehr die schlechte Sache glücken. Ein Herrscher sorg' für Oest'reichs Wohl und Glück, Fluch Jedem, der da wünscht die Republik. Studenten! Freiheitskämpfer! habet Acht ! Wir sind für Euch und halten strenge Wacht. Die Treue ist ein köstlich Gut auf Erden, Von der im Leben wir nie lassen werden. Wer wagt es Unruhstifter uns zu nennen? Er mög dafür einst in der Hölle brennen. Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, Und jeden Druck mit Gegendruck erwiedern. Die Waffen, die zu führen wir beflissen, Sind Axt und Spaten und ein gut' Gewissen. Aristokraten mögen Teres saufen, Ein Glas Mailberger stärkt den biedern Haufen., Die Schwelger aber all' auf hohen Posten, Sie mögen täglich ein Maß Bsop kosten. Gott halte unser Oesterreich in Ehren! Die Zöpfe sollen sich zum Teufel scheren.