An den Herrn General-Major Baron Sardagna. Herr General! bn Abschiedsworte an die Nationalgarde tragen das Gepräge Ihres Charakters: einfach, rnhig, würde- und gehaltvoll, wie die Sprache eines Biedermannes in des Wortes höchster Bedeutung. Herr General! Von dem Momente des erwachten Bolksbewußtseyns bis zum gestrigen Tage standen Sie als Vermittler zwischen Absolutismus und einem Alles überstürzenden Freiheitsdrange, zwischen zwei Mächten, die verderbenschwanger einander mehr als einmal bedrohten. Sie mußten zur Zielscheibe werden, wenn nicht die seltenste Selbstbeherrschung, der redlichste Wille, entsprungen der loyalsten Gesinnung, Sie über die Partheien stellte; wenn Sie nicht die Forderung des Zeitgeistes erkannten. Herr General! Sie haben bewiesen, daß man dieses dürfe, ohne von der dem Kaiser geschworenen Treue auch nur ein Haar breit zu weichen. Sie hüben das Ehrenkleid, welches Sie tragen auch damals zum allgemein geachteten, zum volksthümlichen erhoben, wo man unter demselben kein Herz suchte, das volksfreundlich schlug. Inmitten der tobenden Wogen der Ereignisse, im Momente nicht bedachter, aber tief kränkender Zurucksetzung des kriegerischen Ehrenstandes, wo das warme Soldatenblut zu sieden begann, wo das Ehrgefühl unserer dreimal braven Garnison einen schweren Kampf mit der Disciplin kämpfte, wo Ein rascherer Pulsschlag Hunderte von Menschenleben opfern, Thron und Dynastie stürzen konnte, waren Sie es, Herr General, der im Sinne unseres Kaiservaters Ferdinand mit wunderbarer Ruhe und Sicherheit den Zusammenstoß zu verhindern wußte. Herr General! Ihr Gewissen befleckt kein Tropfen Bürgerblut! Und so nur war es möglich, daß Sie in den Zeiten der politischen Eintagsgrößen jeder Gattung, unerschüttert in der Achtungdes Volkes, welches ihre wahre Anhänglichkeit an's Kaiserhaus, Ihre dem Monarchen makellos bewahrte Treue zu würdigen weiß, stehen, und immer stehen werden. Nehmen Sie daher, Herr General, von der Nationalgarde die Versicherung ihrer Bewunderung, ihrer Dankbarkeit, ihrer Hochverehrung, einer Hochverehrung wie Mänuerherzen sie empfinden. Ihre Verdienste wird der Kaiser und sein treues Wien erkennen. im am»Zmi l»4« Die Natiomlaardc. Aus der k. k. Staats-Druckerei.