WEM A KW LKZNW WEZ MW MW pWZE LeM MN MM M-E 5NKSK MM VI8ILU8 V^I'818 M Ix'; X 8 1 ^lOIOlOIOlOlOIOIOIOlOlOlOlO ^IQIOIOIOIO OIOIOIO M! VLir^O von ^.v.VV^I.I)II6INl IN N^ICN «^^'V8 8 08^8888 'llsah^I IC^S " k k'- -VVl , '--7VKWM » ^ dM-.^sE -..r^.. .n. Weltausliellungs-Album. r i n n erun g a n Mit beschreibendem Texte von Franz Wetter. ILustriri von M. Kahler und K. Juch. s' Holzschnitte aus der artistischen Anstalt von R. v. Waldheim in Wien. Truck von R- v. Waldheini. , " -- ' 5 « -Hj v M 1. August 1871 war, nachdem die Abhaltung einer internationalen Weltausstellung für das Jahr 1873 in Wien durch Seine Majestät den Kaiser Franz Josef I. genehmigt worden war, die erste Kundmachung ergangen, mit welcher die Eröffnung der Bureaux der Wiener Weltausstellungs-Dircction bekannt gegeben wurde. Diesem ersten Lebenszeichen des großen internationalen Friedenswerkes folgte rasch die Ernennung des Herrn E.H. Carl Ludwig zum Protector und jene des Herrn E.H. Rainer zum Präses der Weltausstellungs-Commission, sowie die Berufung des Fceiherrn von Schwarz-Senk orn, dem seine Stellung als Bevollmächtigter Oesterreichs bei den früheren Ausstellungen in Paris und London Gelegenheit gegeben, reiche Erfahrungen zu sammeln, zum Oberleiter des Unternehmens, das die Producte des Kunstsinnes, sowie des Gewerbefleißes, der Natur-, sowie der Menschenkraft aus aller Herren Länder in der schönen Kaiserstadt an der „blauen Donau" vereinigen sollte. Am 18. September 1871 begann eine Abtheilung von Genietruppen unter Kommando des Obersten Werner die Arbeiten auf dem im k. k. Prater für die Ausstellung bestimmten Platze, der sowohl durch die Schönheit seiner Lage, als auch in Hinsicht der räumlichen Ausdehnung die Flächeninhalte der früheren Expositionen in London und Paris weit übertraf. Während die Londoner Ausstellung 1851 (H^äspuiR) 81.591 üü Meter, jene 1862 (Lromxton) 186.125 üü Meter, die zu Paris 1855 (Oüamps 13^8668) 103.156 üü Meter und schließlich jene 1867 (Olmrnx äs Nar8) 441.750 üü Meter Bodenfläche in Anspruch nahmen, hat der Wiener Ausstellungsplatz eine Ausdehnung von 2,330.631 üü Meter. Mit unermüdlichem Fleiße wurde nun an der Ausführung des Bauprojectes, das nach einem älteren, stark modificirten Plane der verstorbenen Architekten Siccardsburg und Van der Nüll, von dem Wiener Architekten Carl Hasenauer entworfen worden, gearbeitet und es bedurfte, trotz der Begünstigung, die ein äußerst milder Winter gewährte, des Aufbietens aller Kräfte, das Riesenwerk in der gegebenen, verhältnißmüßig kurzen Zeit so weit gedeihen zu machen, daß die Eröffnung am 1. Mai 1873 vor sich gehen konnte. Den Haupteingang in den Ausstellungsrayon bildete das Südportal, welches dicht an die Haupt-Allee des Praters, in welcher die Wiener Corso-Fahrten stattfinden, verlegt wurde; er bestand aus einem mit Wappen und Fahnen reich gezierten Mittelpavillon, dem Einsahrtsthore für den Hof und die hohen Gäste, dann mehreren kleineren Seitenpavillons, in denen die Cassen und Tourniquets, welche jeder Eintretende zu passiren hatte, untergebracht waren. Ein breites Plateau, mit Springbrunnen und Blumenbeeten geziert, in der Mitte von der, zum Hauptportale des Ausstellungspalastes führenden Kaiser-Allee durchschnitten, dehnte sich aus vor dem Beschauer. Zur Linken befanden sich die Gebäude und Bureaux der Generaldirection, rechts jene für das Post- und Telegraphenamt. Gedeckte Verbindungsgünge führten von den Eingängen bis in den Jndustriepalast. Wir behalten uns die Schilderung des Hauptgebäudes, sowie der Rotunde, die sich fahnengeschmückt, die Kaiserkrone auf der Spitze, über dasselbe erhob, für später vor, und bitten den freundlichen Leser, uns unverdrossen aus dem Rundgange zu folgen, den wir durch den weiten Ausstellungsrayon unternehmen, um all' die Herrlichkeiten, welche derselbe enthielt, in kurzen Umrissen schildern zu können. Wir wenden uns dem Osten zu. Ein zierlicher, säulengeschmückter Pavillon, von dem die kaiserliche Fahne weht, erhebt sich inmitten reizender Gartenanlagen. Es ist dies der KarserMd'ülon. Ml II ÄS?»! ' -WM MU 'MAL' WM Eine Reihe der hervorragendsten österreichischen Künstler und Industriellen hatte es übernommen, die Decorirung und innere Ausstattung dieses Pavillons auszuführen, und ihre Aufgabe auch in der glänzendsten Weise gelöst. Das Gebäude enthält ein Vestibüle, zu dem eine breite Freitreppe den Zugang vermittelt, und vier Salons: für den Kaiser, die Kaiserin, die Erzherzoge und die Erzherzoginnen. Blaue, golddurchwirkte Tapeten bekleiden die Wände des für die Kaiserin bestimmten Salons, in harmonischem Einklänge mit dem Weiß der Thüren und der Decke, welch' letztere mit farbigen Arabesken und einem auf blauem Atlasgrunde gemalten Mittelschilde geziert ist. Ein Kamin von carrarischem Marmor, kostbare Spitzenvorhünge, Spiegel und, gleichfalls mit blauem, golddurchwirkten und auf das Reichste, mit in bunter Seide gestickten Stoffen bekleidete Sitzmöbel vollenden die herrliche Ausstattung dieses Salons, auf der wir mehr als ein schönes, weibliches Auge voll stillen Verlangens haften gesehen. — Nicht minder prächtig zeigte sich dem Auge der Salon des Kaisers, dessen Wände eine goldgelbe Tapete, mit Ornamenten von rothem, geschnittenen Sammt verhüllten, der entsprechend auch die Portioren, Vorhänge und Möbel mit rothem Sammte, mit reichen Bordüren adjustirt waren. Thüren und Decke bestanden aus schwarzem Holze mit Goldverzierung, der Kamin aus schwarzem glänzenden Marmor. Der Kaiserpavillon konnte mit Recht selbst eine glänzende Ausstellung der österreichischen Industrie im Kleinen genannt werden, zu welcher sich Kunst und Gewerbe brüderlich die Hand gereicht, das Auserlesenste zu schaffen. Von dem prächtigen Tusculum, welches die Wiener Bürgerschaft dem Kaiser auf dem Ausstellungsplatze errichtet, gelangen wir zu einem kleinen niedlichen Häuschen, mit Balcon und Thurmzimmer, von dem eine Fahne wehte mit der Inschrift „Nartin Lien, latent". Kren's zerlegbares Wohnhaus ist ganz aus Holz, läßt sich leicht auseinandernehmen und an jeder beliebigen Stelle wieder zusammenfügen. Das Erdgeschoß enthält einen Salon, Damenzimmer, Boudoir, Veranda und Küche, das erste Stockwerk in dem erwähnten Thürmchen ein Herrenzimmer. Die Treppe zu diesem ist an der Außenseite des Hauses angebracht und führt zugleich auf die Terrasse. Luxus und Comfort im Vereine haben das Innere des Häuschens zu einem kleinen Paradiese geschaffen, in dem sich's ganz herrlich wohnen müßte. An dies, ebenso niedliche als praktische Ausstellungs-Object, schloß sich der Glaspavillon von Stark, und dann ein ziemlich großes, in Kreuzform errichtetes Gebäude: „Der,Pavillon des kleinen Kindes". Ein Rundgang durch denselben gewährte den reizendsten Anblick. Zwei kleinere Zimmer beiderseits des Haupteinganges enthielten das eine japanesische, das andere chinesische Spielwaaren, Kinderwagen und Sessel u. s. w., die durch ihre baroken Formen viele Aufmerksamkeit erregten. Der Hauptinhalt des Pavillons bestand aus Spielwaaren jeder Art, in einem Theil desselben aber befanden sich reichhaltige Collectionen von, dem Fassungsvermögen des Kindes angepaßten Unterrichtsmitteln, Musikinstrumenten, — sowie Gypsmodelle über die gute oder schlechte Haltung sitzender, schlafender oder an der Hand geführter Kinder. Die beiden Seitengemücher am südlichen Ende enthielten eines die Einrichtung eines englischen Kinderzimmers, das zweite jene einer Krippe (Oreells), beide vollendet in ihrer Art und Objecte allgemeiner Bewunderung. Aber nicht die ausgestellten Sachen allein, alle die Massen von Gegenständen, deren man zur Erziehung und Heranbildung eines Kindes bedarf, und die hier in reicher Auswahl, einfach und kostbar, für alle Stände bemessen, zur Schau lagen, waren es, was uns entzückte — weit mehr die neugierigen, prüfenden, billigenden oder verwerfenden Blicke der Frauen, für welche just dieser Pavillon ein unbestreitbar hohes Interesse hatte. Freilich blieb uns dies Entzücken nicht immer ungetrübt. Da wandelte eine stolze, prächtig gekleidete Frau durch die Räume, eine Dame von Welt, eine Mutter, die jedoch nicht viel Zeit hatte, sich um ihre Kinder zu bekümmern und die Sorge für dieselben willig Bonnen, Gouvernanten und Hofmeistern überließ. Für sie hatte Alles, was hier zu sehen war, natürlich nur wenig Werth, und wenn sie den Pavillon überhaupt betreten, so war es nur geschehen, weil er eben zum Ganzen gehörte. Wie ganz anders dagegen betrug sich jene Frau im einfachen netten Kleidchen, am Arme eines jungen Mannes, dessen bescheidener Anzug errathen ließ, daß kein Crösus in ihm stecke. Wie aufmerksam sie Alles besah, wie sich beim Anblick dieses oder jenes Gegenstandes der lebhafte Wunsch von ihrem Antlitze lesen ließ: Ach Hütte ich das für mein Kind! — Und wenn sie darüber einmal mit dem Gatten sprach, da lächelte er ihr freundlich zu, preßte ihren Arm fester um den seinen und meinte: „das sei nur für die reichen Leute." — Dann gingen sie weiter zu dem großen, festlich geschmückten Christbaume, der sich inmitten des Baues fast bis zur Decke erhob und stets von einer Schaar frischer, munterer Kinder umlagert war, die bewundernd nach all' den Herrlichkeiten blickten und sich nicht klar werden konnten darüber, wie es auf einmal, mitten im Sommer, Weihnachten geworden. An deni Pavillon für österreichische Eisenindustrie vorüber, kam man zum Pavillon des Kaisers von Russland, der mit seiner eigenthümlichen Bauart und der gold- und hellgrüncarrirten Bedachung den Blick schon von Weitem anzog. Unter einem zierlichen Vorbaue, für die Durchfahrt der Wagen bestimmt, öffnete sich die Eingangsthüre in einen ziemlich geräumigen Salon, der von Gal- lerien umgeben war und sein Licht theilweise von den Fenstern des ihn um einen Halbstock überragenden Mittelbaues empfing. Ein Seitentract des Pavillons enthielt noch ein Rauch-, dann ein in zarten Farben decorirtes Schlafzimmer mit Alkoven, in dem sich ein Hausaltar und das in keinem russischen Hause fehlende ewige Licht befanden. Die innere Ausstattung all' dieser Räume war eine so prächtige, wie sie dem Range des Bewohners entsprach. Die Möbel der Halle waren 3 von Eichenholz, mit rothem Sammt überzogen und einem schwarz-goldenen Bro- catbande gedeckt. -Jene des Schlafgemaches besonders schön und zierlich, aus weißem Ahorn gearbeitet; über dem Bette prangte das Hauswappen der Romanoff. Eine breite Treppe führte an der Außenseite des Hauses auf eine rings um den Oberbau laufende Gallerte. In den Gartenanlagen, welche den Pavillon umgaben, befand sich noch ein kleines Gebäude, das in seinem Innern Rennthiergespanne mit Schlitten, einen sibirischen Eisbären, Pelzkleider u. dgl. barg und Freunden der Zoologie manch' Interessantes und Sehenswerthes bot, und das primitive kirgisische Zelt, in dessem Innern sich Puppen im Nationalcostume befanden. Gegenüber des eben geschilderten Baues erhob sich, aus Holz und Eisen construirt, von einem hohen vollaufgetakelten Maste überragt, der Dabillon des österreichischen Mond. MMM Die regsame Handelsgesellschaft, deren Schiffe die österreichische Flagge allen Meeren des Orients bekannt gemacht, beweist durch den Aufschwung, den sie genommen, daß Oesterreich auch auf dem Meere eine Zukunft habe. Im Innern barg der Pavillon eine Sammlung von Schiffsutensilien und Schiffsmodellen, nach ihren Ausrüstungsarten geordnet, Anker, Taue, Sprachrohre und Compasse, kurz Alles, was zur vollständigen Ausrüstung eines Schiffes erforderlich ist. Den Ehrenplatz nahm eine colofsale Maschine mit Schraube und Steuerruder ein; die Wände zierten Karten der Gebiete, welche der österreichische Lloyd befährt. Bevor wir weiter schreiten, müssen wir den Leser zurücksühren in die Nähe des Post- und Telegraphengebäudes, um von hier aus das freundliche schattige Wäldchen, welches sich längs der Südseite des Ausstellungsrayons erstreckt, zu durchwandern. Waren die Objecte, welche wir bis nunzu in seine Erinnerung zurückzurufen versucht haben, theils belehrender, theils praktischer Natur, theils Proben der Cultur oder der Baukunst einzelner Länder, so kommen wir nun zu einer Reihe von Baulichkeiten, deren Zweck dem Dienste dessen geweiht ist, was, wie ein altes Sprichwort besagt, Leib und Seele zusammenhült: dem Essen und Trinken. Zuerst, in unmittelbarer Nähe des Postgebüudes, erhob sich die italienische Restauration, > lImWÄt MMUL deren Giebel die Wappenschilder sümmtlicher italienischen Provinzen trug. Vor dem Hause dehnte sich eine geräumige Terrasse aus, von der man in die lichten und luftigen Salons des Erdgeschosses gelangte. Freunde der italienischen Küche fanden hier all' die Leckerbissen, welche Land und Meer des Südens erzeugen, all' die süßen köstlichen Weine, die herrlichen Früchte, welche unter dem ewig blauen Himmel Italiens reifen und gedeihen. In geringer Entfernung von dieser Pflegestütte der italienischen Kochkunst in vornehmer Abgeschlossenheit, befand sich die Restauration der tQPios ki-oven^uux, NM ^ MS der Vereinigungspunkt aller Jener, welche sich, sei es ihrer Geburt oder ihres Geldes wegen, zur „Gesellschaft" zählen oder als dazu gehörig betrachtet sein wollten. Der mit Tischen bestellte und mit schattenspendenden Zelten überdachte Platz vor dem Restaurationsgebüude bot ein buntes, bewegtes Bild von schönen Frauen, eleganten Herren, Stutzern, die wir von den Vorgenannten wohl unterscheiden, wirklichen Damen und Dämchen, wie sie Grevin, der geniale Zeichner des „llournul uniu8unt" so köstlich zu portraitiren versteht. An nur wenigen Tischen fehlten die eisgefüllten Kübel, aus denen die silberumgürteten Hülse dunkel- leibiger Flaschen hervorguckten, und überall wurde französisch parlirt, hier mit der vollen Reinheit und Grazie des gebornen Franzosen, dort mit der Fertigkeit, wie sie jahrelange Uebung verleiht, und hier im schauerlichen Jargon des Börsen- jüngels, der sechs Monate vor Eröffnung der Ausstellung seine Studien im Englischen und Französischen begonnen hatte und dem der „große Krach" noch so viel übrig gelassen, einmal bei den „Franzosen" zu diniren. Aus dem unruhigen, lebenswarmen Frankreich wandern wir dem kalten, bedächtigen Rußland zu. Ein, im russischen Bauernstyl errichtetes Gebäude, eine Art Blockhaus, aus Balken gefügt, deren an den Ecken hervorragende Querschnitte in bunten Farben prangen, an der Vorderseite eine kleine, von einem Giebel überdachte Veranda, und von einer hübschen, gebahnten Anlage umgeben, zeigte sich unseren Blicken die russische Restauration. -LWS FA« XM MW WWW WW« MUM Auf dem Büffet im Innern prangten hellglänzende riesige Samovars, in denen die Wasserfluthen brodelten und zischten, welche für die Bereitung des Thee's nöthig waren; Berge von Eaviar und gesalzenen Fischen, Bärenschinken und Renn- thier-Cotelets harrten der Liebhaber, und ganze Batterien von Flaschen, gefüllt mit dem Feuerwasser, das dem echten Russen wie Milch durch die Kehle rinnt, unser Einem jedoch das Thränenwasser in die Augen treibt und den Athem verlegt, zeigten ihre bunten Etiquetten. Die Kellner mit rothen oder blauen, um die Mitte des Leibes durch goldene Gürtel zusammengehaltenen Blousen, weiten Beinkleidern und hohen Stiefeln, echte Söhne des „heiligen Rußland", bedienten die Gäste geschäftig, aber schweigend. Es wehte russische Luft in dem Pavillon. Echte Wiener Luft, wenn auch etwas mit Nicotin versetzt, athmete man gegenüber in dem zierlichen Pavillon der Wiener Sp>eria1itäien-Traük. S-MN Die liebenswürdigen Verkäuferinnen erwarben sich unsterbliche Verdienste um die rauchlustige Männerwelt und manch' warmfühlendes Herz hat über den freundlichen Augen und dem milden Lächeln der Huldinnen dieses Tempelchens fast vergessen, daß es noch mehr zu sehen und zu bewundern gibt im gelobten Lande der Ausstellung. Eben so lustig, nur etwas freier, bewegte man sich in und vor dem zierlichen Bauernhause, in dem die grüne Steiermark durstigen Seelen Proben der Weine, welche auf ihren Bergen reifen, in beliebiger Menge zum Kosten reichte, — wo an langen kunstlos gezimmerten Tischen Mann an Mann gereiht saß und mit Kennermiene das süße Labsal in die Kehle goß, — vor dem steierischen Weinhlmse. KW MM MH Dralle Töchter des Landes versahen die Durstigen mit dem gewünschten Labsal, und so gelenk sie auf ihren bestiefelten Füßchen, welche die kurzen, grün- umsäumten Röllchen nicht neidisch verbargen, hin und wieder eilten, ebenso gelenk waren auch die Zünglein, die auf die scherzenden Fragen gar treffende Antworten zu geben wußten. Luttenberger, Adelsberger und Nachtigaller, auch Champagner, credenzten die Nymphen des Steierlandes; aber die Trauben des letzteren sind nicht in der goldenen Sonne der berühmten Champagne großgezogen worden, — nicht In Veuve Ciiguot, Noöt Cüunäou oder Lockerer sind Pathen gestanden bei diesem perlenden Weine, es war — Kleinoschegg; und wer am Tage nach dem Genüsse ein schmerzliches Hämmern im Kopfe fühlte, der mochte sich selbst fragen, ob er dies dem Weine oder den Bemühungen der biederen steierischen Musikanten zu danken habe, die mit Zither, Guitarre und Pickelflöte die trauten Lieder der Heimat vortrugen und von der munteren Amsel im Käfig, ober der Eingangsthüre in das Haus, wacker accompagnirt wurden. Aus der grünen Steiermark gelangten wir ohne Mühe und Fährlichkeit, ohne Seekrankheit und sonstige Reisebeschwerde, nach „jenseits des Oceans", zum Wigwam des Indianers. In Wirklichkeit gewähren die Wohnstätten der freien, von der Cultur noch nicht beleckten Söhne Central-Amerikas wohl einen anderen Anblick, als dies zierliche Zelt aus getheerter, mit bizarren Figuren und Arabesken bemalter Leinwand, welches lediglich als Modell der Form und Größe dieser Wohnungen betrachtet werden darf. Dafür hauste aber auch kein wilder, rothhäutiger Krieger in demselben, der die Tomahawk bewehrte Hand nach dem Haupte des Besuchers erhob, um dessen Scalp als Trophäe zu gewinnen; sondern muntere, freundliche Nigger, immer zum Lachen und Singen aufgelegt, wirthfchafteten in und um eine breite rundumlaufende „Bar", auf der Kuchen und Backwerk, Eis und Früchte und eine Armee von Flaschen mit Wein vom Ohio, mit olä 8üerr^, Claret oder Champagner, mit Cin, Lranck^, ^cke u. s. w. sich in malerischer Ordnung gruppirten. Ltierrv - Coddler, Niut-ckulep, CatanVa-Oodbler, NM-Lunsell, und wie sie alle heißen, die stark mit Rum versetzten Getränke, die man durch Strohröhrchen aus halb mit Eisstückchen gefüllten Gläsern saugt, haben eine Menge I von Liebhabern gefunden, und die reizende Lage des Wigwams, inmitten hoher ! schattiger Bäume, lockte immer Leute dahin, wo die schwarzgesichtigen Gar^ons in ' ihren blendendweißen Jacken die Honneurs machten und mit freundlichem Lächeln, ^ das die weißen Zähne vom ersten bis zum letzten sichtbar werden ließ, zum ! Sitzen einluden. Wir verlassen die Region des Essens und Trinkens, um uns wieder neuerdings Orten, an welchen geistige Genüsse geboten wurden, zuzuwenden. Vom Zelte der Indianer aus, gelangte man mit wenigen Schritten an den Saum des Wäldchens; ein hoher luftiger Bau, im Hintergründe und an den Seiten abgeschlossen, nach vorne hin offen und von schlanken Säulen getragen, war auf seinem Giebel mit einer von Schwänen gehaltenen Lyra geziert, die seine Bestimmung ohne Mühe errathen ließ. Es war der Uusikpabillcm. MM «MW MW MM MS Das Orchester, größtentheils aus Mitgliedern der entbehrlich gewordenen Curkapellen von Baden-Baden und Wiesbaden recrutirt, versammelte stets ein vielköpfiges, dankbares Publikum um den Pavillon, und selbst die zahlreichen Sesselreihen füllten sich nach und nach, als der Eigentümer derselben die horrenden Mietpreise, die er bei den ersten Productionen der Capelle gefordert, in klugem Verständnisse seines eigensten Interesses, um mehr als die Hülste herabminderte. Der Platz vor dem Musikpavillon, offiziell auch „Mozartplatz" benannt, wurde nachgerade bald das Rendezvous der „Ausstellungs-Bummler", denen es „drinnen schon zu langweilig war", die den „Tandelmarkt schon von Paris und London her" kannten oder zu kennen Vorgaben, und die sich weit lieber hier Herumtrieben, um mit dem Monocle die „verdammt" hübschen Frauen und Mädchen zu bewundern, die aus aller Herren Länder nach Wien gekommen sind. Solche Käuze muß es auch geoen! Links von dem Musikpavillon ragte ein 120 Schuh hoher Waldriese, den Brasilien zur Ausstellung gesandt, empor. Es war dies der Dmchenbaum, W!WM der in seiner Heimat zuweilen die fabelhafte Höhe von 3—400 Schuhen erreichen soll. Derselbe wurde, in mächtige Klötze zerlegt, hiehergebracht, die, im Innern mit eisernen Stangen verbunden, auf einander gestellt wurden. Vom Gipfel flatterte die brasilianische Flagge. Rechts des Musikpavillons erhob sich, aus Eisen und Glas construirt, das HalmmsiAus bon Wltmgmr MW UI ».-z! . t — «WS? KM? und an dieses grenzten der Garten und die Gebäude der Blumenausstellung, die für Freunde der Horticultur viel des Sehenswerthen und Lehrreichen, für Liebhaber von Blumen und exotischen Pflanzen überhaupt eine reizende Augenweide boten. Eines der herrlichsten Bauwerke im Ausstellungsrayon, das mit vollem Rechte einen Hauptanziehungspunkt für alle Besucher bildete, war die unvergleichlich schöne HaugruM des Mcekömgs bon GgWten. >!Ä > Der Gesammteindruck dieser Gebäude mit ihren, in harmonischen Farben prangenden Außenseiten, den schlanken zierlichen Minarets, der prächtigen Kuppel, welche die Moschee überwölbt, den luftigen Balcons und dem zierlichen Gezitter der Fenster (Nuselmrabies), war ein überraschender und erhob die ganze Gruppe weit über den Rang eines Objectes, das nichts weiter befriedigen sollte als die gewöhnliche Schaulust. Ein Hofraum trennte die Hauptgebäude von dem egyptischen Bauernhause, das sich Grau in Grau, von ziemlich düsterem Aussehen, aber weit und geräumig in seinem Innern, hinter denselben erhob. Kleine, tiefer als die Gehwege liegende, von steinernen Einfassungen umgebene Blumenbeete dienten dem Hofraume als Schmuck; in einer Ecke desselben befand sich der primitive egyptische Brunnen, der das zur Bewässerung des Gartens nöthige Naß liefert, und dessen Heberad (die Sadieh) durch ein Kameel oder, wie hier, durch einen Esel, der mit anerkennenswerther Geduld im Kreise herumwandert, in Bewegung gesetzt wird. Ein zweiter, kleinerer Hof befindet sich inmitten des Gebäudes, rechts und links von offenen Hallen begrenzt, deren Plafonds in reichem Gold- und Farbenschmucke prangen, und von dem aus sich auch der Eingang in ein kleines, schwach erleuchtetes Vorgemach öffnet, das Jeder zu passiren hat, der in das Heiligthum des Hauses, in den Harem, gelangen will. Hoch oben in dem Gemache ist ein hölzerner, dicht vergitterter Erker, der Aufenthalt des wachhaltenden Eunuchen, der von dort aus, ohne selbst gesehen zu werden, jede Person erblicken kann, welche unten vorüberwandelt. Im Erdgeschosse befindet sich auch die „Mandarah", der Empfangssaal des Hausherrn für männliche Besucher, ein großes luftiges Gemach, in dessen Mitte ein kleiner Springbrunnen Kühlung verbreitet. Wer vermöchte alle die Herrlichkeiten zu schildern, die kostbare Ausschmückung der Wände, die reichen üppigen Divans, die zierlichen Tischchen, die prächtigen, gestickten Kissen und Teppiche, all' die Tausende von köstlichen Nippsachen und Dingen, mit welchen der reiche Orientale das goldene Gefängniß seiner Frauen ausschmückt. Der raffinirteste Luxus des Abendlandes bleibt das Werk eines Stümpers gegenüber den fantastischen Schöpfungen des Orientes, und beim Anblicke all' dieser duftenden, glänzenden Herrlichkeiten kehrte die Erinnerung wieder an die reizenden Märchen von „Tausend und eine Nacht", an welchen sich die Fantasie des Kindes so oft ergötzt hatte. Das belebende Element, das, was diesen köstlichen Räumen den höchsten, berauschendsten Reiz verleiht, fehlte freilich; aber wer sich einiger Fantasie rühmen konnte, der mochte sich immerhin in die weichen Kissen sinken lassen und die Augen schließen, um sich im Geiste inmitten einer Schaar reizender Frauen zu sehen. Hier bot ihm die glutäugige Circassierin die Bernsteinspitze des Nargileh, nachdem sie dieselbe früher mit den rosigen Lippen berührt, dort credenzte die schlanke Tochter aus den Gefilden von Marathon den duftigen Mokka, während auf dem Kissen zu seinen Füßen das braune Kind aus Nubien die Gusla spielt und mit weicher Stimme ein Liebeslied singt. Man konnte so süß und herrlich träumen, aber — da schmettern vom Musikpavillon herüber die Klänge eines Strauß'schen Walzers und zerstören den Traum, indem sie uns zurückrufen an den Strand der „schönen blauen Donau". Gleich kostbar ist die Ausstattung der übrigen Räume des Palastes, besonders der für den Vicekönig reservirten Gemächer, von fesselndem Eindrücke das Innere der Moschee, die herrliche Ausschmückung der Kuppel. Von der Gastlichkeit des Orientalen zeugte die Bewirthung mit echtem, würzigen Mokka, mit wohlriechendem Latakia im langrohrigen Tschibuk, der den Besuchenden angeboten wurde. Von hohem Interesse ist das Grab Numhotep's, des gepriesenen Nomarchen der alten Egypter, eine treue Nachbildung des zu Beni-Hassan in Mittel-Egypten, 2500 Jahre vor Ehr. angelegten Felsengrabes, zu der man von dem äußeren Hofe aus gelangt. Eine dunkle Halle, deren Decke von Säulen getragen wird, zeigt an den Wänden, in genauer Wiedergabe des Jahrtausende alten Originals, Darstellungen aus dem Leben der alten Egypter. Jagd, Krisg, Schifffahrt, alle möglichen Gewerbe, Bäcker, Fleischer, Ackerbauer, Volksbelustigungen, Hochzeit und Leichenzug, bis zur Einbalsamirung eines Verstorbenen, sind hier wiedergegeben, und rings auf dem breiten Sockel zeigen sich die geheimnisvollen Hieroglyphen, deren Enträthselung nach so viel tausend Jahren eines der hervorragendsten Werke menschlichen Fleißes und Geistes genannt werden muß. Des egyptischen Bauernhauses, der Wohnung eines Ortsültesten, Scheck el Beled genannt, mit seinem trüben Aussehen, haben wir bereits erwähnt. Dasselbe besteht aus einem großen Gebäude, in dessen Erdgeschosse sich die Stallungen,' für Kühe, Reitesel, Kameele und die Vorrathskammern befinden, während das obere Stockwerk den Besitzern als Wohnung dient. Auch dies Haus hat einen Aufbau und ein, durch eine kleine Kuppel abgeschlossenes Thürmchen. Diese oberen Räume dienen auch zu der in Egypten äußerst stark betriebenen Taubenzucht und haben zahlreiche kleine Fensterlücken, zu denen Ruthenbündel herausgesteckt sind. An diese Baugruppe schlossen nicht minder bemerkenswert!) undausgezeichnet in ihrer Art und Ausführung die kleinen Gebäude und Gartenanlagen der Juxunesen. Das etwas groteske und wunderliche Aussehen derselben lockte stets eine große Zahl von Besuchern herbei. Zu beiden Seiten des Einganges ragten schlanke Maste empor, von denen breite mit bizarren Figuren und japanesischen Schriftzeichen bemalte Fahnen niederhingen. Rechts und links befanden sich, von der mittleren Gartenanlage durch Bambusbarrieren geschieden, die Bazars, wahre Muster von Zimmermannsarbeit, in denen die braunen Nachbarn des himmlischen Reiches eine Menge niedlicher Dinge zum Verkaufe bereit hielten. In dem zur Linken gelangten reizende Arbeiten von Rohr- oder Strohgeflecht, Körbchen, Cassetten, Cigarrentaschen, besonders schöne Tassen von allen Größen und Holz-Vieux-Lacksachen, dann Seidenstoffe, kleine buntfarbige Seidenshawls u. dgl. zum Verkaufe und fanden reißenden Absatz. Der Bazar zur Rechten war dem Verkaufe von Porzellan und Bronceguß- waaren, dann von Juwelen und Bijouterien aus Edelmetall gewidmet, und auch hier durften sich die dunkelgesichtigen „Kinder Per Sonne", wie sich die Japaner und Chinesen mit Vorliebe nennen, weder über Mangel an Besuchern, noch an Kauflust derselben beklagen. An die Bazars grenzten die, der Eigenthümlichkeit des Geschmackes der Nation entsprechenden Gartenanlagen, die von einem seichten künstlich angelegten Büchlein durchschnitten waren, über welches eine einfache, aber mit der äußersten Nettigkeit gearbeitete Bogenbrücke zu einem kleinen Holz-Pavillon führte, mit vorspringendem, von schlanken Säulen getragenen Dache. Ein ähnliches zierliches Häuschen erhob sich auch diesseits des Bächleins. Tie kleine Terrasse vor demselben trug eine Gruppe japanesischer Musikinstrumente und die Wand zierte ein barokes Gemälde, in lebhaften, bunten Farben prangend. In unmittelbarer Nähe der japanesischen Anlagen zog die glänzende Außenseite eines Hauses alle Blicke auf sich. Es war dies die Persische Villa, UMM'Ä LMM??' eines jener reizenden Landhäuser, wie selbe die persischen Großen in den paradiesischen Gegenden ihres Heimathlandes zu erbauen pflegen. Im Gegensätze zu den Gebräuchen der Mohammedaner, welche ihre Häuser nach Außen gewöhnlich völlig schmucklos lassen, während sie das Innere derselben mit dem raffinirtesten Prunke und Luxus ausstatten, zeigte der Bau, welchen Persien als Bild seiner Cultur auf dem Weltausstellungsplatze errichtet hat, auch eine prächtige, schimmernde Außenseite, deren farbenreiche Glasmosaik im Strahle der Sonne glitzerte und blinkte, als bestünde sie lediglich aus Brillanten. Das Innere der Villa unterscheidet sich wenig von jenem anderer türkischer oder egyptischer Häuser. Ein kurzer Gang führt in einen mit Steinplatten belegten Hof, dessen Mitte ein Wasserbecken ziert, aus dem ein feiner Wasserstrahl tändelnd und Kühlung verbreitend, emporspringt. Rings um den Hof befinden sich die anderen Räumlichkeiten. Wendeltreppen führen nach dem ersten Stockwerke, zu den Schlafzimmern der Bewohner und auf die Plartform des Daches empor, auf welch' letzterer im heißen Sommer das Lager aufgeschlagen wird. Bunte Malereien bedecken die Wände, der Fuß tritt überall auf weiche Matten und Teppiche und rings um die Zimmer laufen weiche, einladende Divans. Gegenüber der Villa, von einem kleinen Garten umfangen, stand die maurische Villa, MWWW von außen ein ziemlich einfaches, nettes, aber unscheinbares Häuschen. Das Innere zerfiel in ein kleines Vorgemach, einen Mittelraum mit kleinem Bassin, zwei schmale Seitengemücher, in denen Ruhebetten stehen und einen, die ganze Rückseite des Baues einnehmenden Raum, der zum Schlafgemache bestimmt scheint. Ter Mittelraum empfängt sein Licht durch die Glasbedachung der Decke, für den Abend ist eine große Lampe bestimmt, den Raum zu erleuchten. Decken und Wände waren in maurischem Style mit reichbemalten, wohlgefälligen Holzornamenten geschmückt, der Fußboden bestand aus einer Mosaik kleiner, bunt- gtasirter Platten. Tie ganze Ausstattung, Decken, Teppiche, Geschirre, die Waffen an den Wänden waren echt marokkanisch und entsprach das Häuschen, sowohl was seine Ausschmückung, als seine Größenverhültnisse betraf, völlig dem Originale wie es im Heimathlande Marokko zu finden ist. 7 An das persische Landhaus reihten sich zwei kleine, zierliche Gebäude mit bunten Außenseiten: das türkische Kaffeehaus und der türkische Hazar. HM. OM Ersteres war ein viereckiges, von einer gedeckten Gallerie umgebenes Gebäude, zu dem von drei Seiten breite Treppenaufgänge emporführten. Das kleine Haus bildete, besonders für die männlichen Besucher der Ausstellung, einen nicht geringen Anziehungspunkt, und die inneren Räume desselben, so wie die Außengallerie, waren Immer mit Gästen gefüllt, zwischen denen die schmucken, in türkische Gewänder gekleideten Gar^ons nimmermüde herumeilten, um dem allgemeinen Wunsche nach dem süßen -dickflüssigen Kaffee, duftendem Latakia zu Cigaretten, nach langberohrten Tschibuks und Nargilehs zu genügen. Kinder aller Nationen fanden sich daselbst ein, um sich ein Stündchen in den Orient zu versetzen. Die blauen Wölkchen wirbelten empor aus den Tschibuks, die Nargilehs brodelten und der heiße syrupdicke Kaffee dampfte in den kleinen Täßchen. Mit sichtlichem Behagen saßen dort die Söhne des Orients, die Beine gekreuzt, ernst und stumm vor sich hinblickend und nur von Zeit zu Zeit die Bernsteinspitze des Tschibuk oder des Nargileh an die Lippen führend; es fehlte nur der „Erzähler", der in den Kaffeehäusern des Orients die Gäste mit fantastischen, geheimnißvollen Märchen entzückt und ihnen das „Selbstreden" und „Selbstdenken" erspart; und mit welch' unermüdlichem Eifer versuchten die Kinder -des Abendlandes es ihnen nachzuthun im nimmermüden Saugen an dem langgewun- -denen Rohre! Es handelte sich bei Letzteren mehr darum, mit Stolz sagen zu können, man habe auch „auf türkisch" geraucht, als um den Genuß, den die ungewohnte Anstrengung so ziemlich verkümmerte. Und wenn die männliche Welt der Besucher sich an dem unverfälschten Mokka und am „Türkisch-Rauchen" ergötzte, so freute sich die schönere Hälfte des Menschengeschlechts am Sorbet, am „Roellutlikum", U8niuei", und wie all' die süßen Sächelchen heißen mögen, mit denen die naschhaften Bewohnerinnen der Harems ihre verwöhnten Gaumen letzen. Der neben dem Cafe befindliche türkische Bazar bestand in einem kleinen stockhohen Häuschen, das im Erdgeschosse mehrere weitfensterige Verkaufsräume besaß, in welchen türkische Tabake, dann Teppiche, Seidenwaaren, Rosenöl, Phiolen und Gold- filigran-Arbeiten und allerlei Nippsachen, Rosenkränze und Schmucksachen aus Perlmutter oder Rosenholz u. s. w. für Kauflustige zur Auswahl bereit lagen. Ziemlich groß und gleich auffallend durch seine eigentümliche Bauart, die bunten Farben seiner Bemalung und die zierlichen Arabesken, welche die Außenseiten schmückten, erhob sich neben dem Bazar der Cerrle oriental, MMR - M In dessen Erdgeschosse sich die türkische Restauration befand. Eine freiliegende Doppeltreppe führte an der Vorderseite des Hauses empor ckn die oberen Räume desselben, in welchen eine Separat-Ausstellung von Natur- ? Produkten und Erzeugnissen der Türkei Raum gefunden hatte; kleine, luftige Pavillons, Terrassen, ein Kaffeegarten, in dem sich auch ein sonderbar geformter nach unten spitz zulaufender und von einem geschweiften Dache überdeckter Thee- pavillon — eigentlich das Modell eines chinesischen Fischerhäuschens, hier aber chinesisches Theehaus genannt — erhob, fanden stets eine Menge von Bewunderern, die sich inmitten dieser orientalischen Herrlichkeiten zuweilen spezifisch abendländischen Genüssen — dem Biere — Hingaben. Eine der, für den Laien sowohl, wie für den Kenner und Fachmann interessantesten Ausstellungen war jene der österreichischen Handelsmarine, die in dem in unmittelbarer Nähe des „Oorele oriental" befindlichen Marine-Pavillon ein vollkommenes, treues und übersichtliches Bild von der Bedeutung, der Ausdehnung und zugleich der Lebensfähigkeit der Seefischerei und Handelsmarine Oesterreichs darstellte, und mit der vollsten Berechtigung Fremde wie Einheimische anzog. Das Innere des Pavillons war in drei Längengruppen getheilt. Die Mitte vor denselben nahm eine riesige Tau-Pyramide ein; den Raum zwischen den beiden Eingangsthüren füllte die vollständige Ausrüstung eines Tauchers, wie sie nach dem neuesten Systeme üblich ist. Die mittlere Gruppe bildeten Modelle aller in Oesterreich üblichen Handelsschiffe von der kleinsten Fischerbarke angefangen bis hinauf zu dem Vollschiffe und dem stattlichen Schraubendampfer. Dieselben waren mit der vollkommensten Treue wiedergegeben, Einrichtung und Takelage bis in die kleinsten Details genau und den Proportionsverhältnissen entsprechend, ausgeführt. Auch war bei jedem dieser Modelle angegeben, wie viel Schiffe seiner Gattung die österreichische Handelsmarine besitzt und wie stark die Bemannung derselben ist. An diese reiche Sammlung schlossen sich Modelle der in den österreichischen Häfen gebräuchlichen Anbindpfähle, des schwimmenden Riesenkrahnes von Triest, sowie des Leuchtschiffes von Grado; dann zwei Drehbrücken, die Modelle eines vollendeten und eines noch im Bau begriffenen Hafendammes, und endlich plastische Karten österreichischer Häfen, mit Angabe der Seetiefen. Die dem Eingänge gegenüber befindliche Rückwand des Pavillons wurde von einer Darstellung der Friedmann'schen Schiffleckpumpe in Ansvruch genommen. Die Wand zur Rechten gab ein völlig treues, anschauliches Bild der österreichischen Seefischerei. In ausgezeichnet conservirten oder ausgestopften Exemplaren zeigte sie die mannigfaltigen Bewohner des adriatischen Meeres, von der Koralle, dem Meerschwamme, den kleinsten Krabben und Quallenthierchen bis zum riesigen Haifisch, der in letzteren Jahren wiederholt, aber darum nicht minder gefürchtet, in den Gewässern der Adria erschienen war. Die genießbaren Seebewohner, die schmackhaften Seefische, standen zierlich geordnet auf Körbchen oder Tassen zur Schau. Eine Darstellung der Austernzucht, Modelle von Fischerhütten, Fischereigeräthen, Netzen, eine Sammlung von Muschelarbeiten, sowie schließlich das plastische Modell einer Saline nebst Proben ihrer Producte, gaben ein lehrreiches Bild des Küstenlebens. An der linken Wand des Pavillons, die dritte Längengruppe bildend, befanden sich die historische Modellsammlung des Lta-biliirmnto toelinieo und der bei ihm erbauten Schiffe, zwei ausgezeichnet gearbeitete Durchschnittsmodelle der^ vom Nava-Io ^.äriutieo erbauten Kriegsschiffe „Albrecht" und „Frundsberg", welche deren ganze innere Einrichtung auf das Genaueste erkennen ließen, ein Ruderboot in natürlicher Größe, Pläne aller österreichischen Häfen, eine reiche Sammlung nautischer Instrumente und Apparate, Modelle des österreichischen Bojensystems, und Proben der zu Hafen- und Küstenbauten verwendeten Gesteine. Vor dem Pavillon waren Bojen, wie sie in Wirklichkeit zur Verwendung gelangen, und ein kleines Dampfschraubenboot zur Schau gestellt. Von dem eben, seines hohen Interesses halber etwas eingehender geschilderten Ausstellungs-Objekte, führten wenige Schritte zu einem anderen, gleichfalls Seezwecken gewidmeten Gebäude. Es waren dies die österreichische Seeleuchte und der Semaphor. W MW Auf einem runden, festen Unterbau erhebt sich eine mächtige eiserne Säule, in deren Innern sich die zum Beleuchtungs-Apparate emporführende Wendeltreppe befindet. Die Lampe selbst ist jene eines sogenannten „festen Feuers" und besteht aus vielen übereinander befindlichen, theils breiten, theils schmalen Prismen oder Linsengürteln, welche durch einen Messinggürtel fest mit einander verbunden sind. Neben dem Leuchtthurm ragt der „Semaphor", ein optischer Telegraph, aus einem Mast mit Flügeln und Armen bestehend, in die Lüfte, welcher zur Er- theilung von Signalen an die sich der Küste nähernden Schiffe bestimmt ist, und auf der anderen Seite steht das „Nebelhorn", welchem durch Ausströmen des Dampfes ein weithinschallender, dröhnender Ton entlockt wird, der bei den dichten Nebeln, wie sie an den Küsten Vorkommen und jedes optische Signal unmöglich machen, die Seefahrer auf ihrem gefährlichen Pfade warnt oder leitet. Den Besuchern der Ausstellung verkündete das Nebelhorn das Schließen des Industrie- Palastes und der Pavillons und machte sich wiederholt den Zuhörern vor dem Musikpavillon in unwillkommener Weise bemerkbar, wenn es mit seinem tiefen Dröhnen plötzlich einsiel in das sanfte Adagio einer Ouvertüre und die Kunst der Musiker zu Schanden machte mit seinem dampsschnaubenden Athem. Von dem Leuchtthurme aus überschreiten wir aus einem Damme das „Heustadlwasser". Gegen das südöstliche Ende des Ausstellungsrayons zu erhoben sich die Sanitätsgebüude, der Bauhof und die Kaserne der zum Dienste bei der Weltausstellung beorderten Genietruppen; dort steht noch die hölzerne Umzäunung, aus deren Mitte am 20. Juli der Sturmwind den „Lullon euxtik" riß, um ihn, wie der Wiener Witz sagte, zu einem „Lullon euxut^ zu machen, indem er ihn hoch durch die Lüfte auf das Feld bei Ung. Altenburg trug, wo ihn das ver- hängnißvolle Loos, zerschnitten zu werden, ereilte; ferner befanden sich in dieser Richtung auch das Gebäude der photographischen Association, dann die kleine eiserne Kirche in halbgothischem Style, für kleinere Dorfgemeinden bestimmt. Das Innere derselben enthielt eine Collection kirchlicher Paramente und anderer, dem katholischen Gottesdienste bestimmter Gegenstände. In der Nähe befand sich auch der Pavillon für Glasmalereien mit seinem sehenswerthen Inhalte. In unmittelbarer Nähe dieser Baulichkeiten war der „Pavillon des Militair-Sanitäts- und Hilfsvereinswesens", ein Object zahlreichen und gerechtfertigten Besuches. Dreitheilig, überall mit dem rothen Kreuze im weißen Felde geziert, enthielt der Mittelraum Modelle aller Arten von Sanitätswagen, Tragbahren und Sesseln, dann eine complete Sammlung von Compressen, Bandagen, künstlichen Gliedmaßen, ferner vollkommen adjustirte Medicamentenkasten, chirurgische Instrumente und eine große Zahl bezüglicher wissenschaftlicher Werke. Die Seiten-Pavillons brachten unter Anderem einen vollständigen Lazarethzug, aus Güterwagen bestehend, zur Anschau, der bei aller nothwendigen Einfachheit nichts vermissen läßt, was den Unglücklichen, die ihr Verhängnis; zu Passagieren dieses Zuges macht, ihr herbes Loos zu erleichtern vermag. Auch eine zahlreiche Menge von Krankensesseln, Rettungskasten, Truppen-Medizinwagen, Kranken-Tischen und -Betten, Transportwagen für Verwundete, sowie ein Modell der Lazareth- baracke, welche Ihre kais. Hoheit, die Kronprinzessin von Preußen und Deutschland 1870 in Homburg v. d. H. nach ihren Angaben erbauen ließ, waren hier ausgestellt. Sehenswerth war auch der Sanitäts-Pavillon des deutsch m Ritterordens, sowie der französische Ambulance-Train, aus acht Wagen bestehend, unter welchen der für die Aerzte bestimmte an Eleganz und Comfort fast einem zu Vergnügungsreisen bestimmten Hofwaggon gleicht. Wenn man in Folge der Gräuel, wie sie der Krieg mit sich bringt, die Menschen, welche sich gegenseitig zerfleischen, fast verabscheuen lernt, so fühlt man sich durch den Anblick der Fürsorge, mit welcher die Neuzeit sich der armen Verwundeten annimmt, zum Theile wieder versöhnt mit denselben. Besser wäre es wohl, wenn die Krupp'schen Kanonen, sowie die Sanitäts-Trains, ein- für allemal unnöthig würden, aber der jüngst im englischen Parlamente gestellte Antrag, alle Streitigkeiten zwischen Völkern (?) durch Schiedsgerichte zu entscheiden, wird wohl nichts weiter bleiben, als der fromme Wunsch eines Menschenfreundes. Nahe dem geschilderten Objecte standen die Meierei und das Kaffeehaus der landwirthschaftlichen Gesellschaft mit Musterstall, in dem Kühe der in Oesterreich vorkommenden Racen untergebracht waren, in einer Gruppe beisammen. Angrenzend an diese Baulichkeiten gelangten wir ohne Mühe und Führlich- keit, ohne Steigeisen und Bergstock, hübsch aus ebenem Boden weiterschreitend, zur Sennhütte, welche unter dem weitvorspringenden, steinbelasteten Dache die Aufschrift trug: „Die Alm, die steht in Gottes Hand, Zum hohen Göll wird sie benannt." Zwei niedliche Alpnerinnen machten die Honneurs in der Hütte, die nach Innen und Außen den primitiven Behausungen der Alpenbewohner genau nachgebildet war. Nur das Flaschenbier, welches man in der Sennhütte am Ausstellungsplatze schenkte, dürfte hoch auf den Bergen fehlen, wo Buttermilch und Käse die Oberhand haben. An einem roh aus Balken gefügten Häuschen, mit kleinen Fenstern und strohgedecktem Dache, das sich uns als ost-gallzlschrs Kauernhaus W--NE d>M' W^M prüsentirte und von der Anspruchslosigkeit seiner Inwohner an die mannigfaltigen Genüsse des Lebens ein rührendes Zeugnis; ablegt, kommen wir zu einer malerisch vereinten Gruppe von Häusern und Häuschen, als deren erstes uns das nord-ungarische Dauernhaus ^7?iuiuEuENllPjj,,, !MWM MM ''MW EM ins Auge fällt. Durch ein kleines Gärtchen gelangen wir in die Küche, aus dieser links in eine Kammer, rechts in die Wohnstube, deren Ecke ein riesiger Kachelofen in Anspruch nimmt. Ein junges Ehepaar in Nationaltracht bietet den Besuchern selbsterzeugten Slibowitz, während dessen Sprößling sich voll Behagen in der Wiege schaukelt, welche an der Decke mittelst Stricken befestigt ist. Gegenüber dieses Hauses erhob sich das geräumige, freundliche Vorarlberger Dauernhaus. WUUWMm WMM MM .ch ^ Große, hohe und lichte Wohnräume, eine freundliche Küche, zeigten von der Wohlhabenheit der Bewshner, und die Fertigkeit der beiden freundlichen Stickerinnen gab das Bild eines weit vorgeschrittenen, fast zur Kunst gewordenen Industriezweiges, der dem kleinen Lündchen reiche Einnahmen verschafft. Ueberall in dem Hause zeigte sich das Streben nach Behaglichkeit. Neben dem soeben geschilderten Ausstellungs-Objecte umschloß ein kleiner Garten zwei Baulichkeiten: das österreichische Schulhaus nebst Minterturnhalle. -HMD« MIIIttlWIN-' Das Schulhaus, für kleine Landgemeinden bestimmt, bot das getreue Bild der Wirklichkeit, das Muster eines Landschulhauses, wie es jede Gemeinde haben soll und muß, wenn das Schulwesen endlich in jene Bahnen lenken soll, welche der Jetztzeit entsprechen. Das einstöckige Haus enthält den Lehrsaal, die Wohn- und Studirstube des Lehrers, Küche, die Zimmer für Lehrmittelsammlungen, Bibliotheken, Neben- und Vorzimmer, alles hell, luftig und praktisch angelegt. Anstatt der bisher üblichen langen Bänke sind kleine, zweisitzige angebracht, und die Lehrmittelsammlung enthält außer den gewöhnlichen Objecten auch eine Anzahl von Modellen und Werkzeugen zur Ausbildung der technischen Fertigkeiten der lieben Jugend. Die Turnhalle hat zugleich die Bestimmung, der Gemeinde als Festplatz für ihre Feierlichkeiten zu dienen. Der Gesammtanblick ist ein freundlicher, und der Wunsch, daß derlei Schulhäuser so rasch als möglich in allen Dorfgemeinden Oesterreichs, in denen noch der alte Schlendrian waltet, entstehen mögen, ein völlig gerechtfertigter. Schräge gegenüber des Hauses aus dem Bregenzerwalds stand das siebenbürgisch-sächsischb Dauernhaus. - MSV WO: !üW«r § WWiM Freundlich und licht steht das einfache Bauernhaus vor unseren Augen. Unter einem Vorbaue befindet sich die kleine Treppe, über welche man zur sogenannten Laube, deren halbrundes, breites, unverglastes Fenster sich dem Hofe zu öffnet, gelangt. Unter ihr ist der Eingang in den Keller angebracht, welch' letzterer in jeder Bauernwirthschaft eine der wichtigsten Rollen spielt. Aus der Laube kommt man in das Vorhaus, rechts in ein größeres, der Straße zu gewendetes, links in ein rückwärtiges Zimmer mit der Speisekammer. Das vordere Zimmer ist, wenn auch bescheiden, doch wohnlich eingerichtet; den Stolz der Hausfrau jedoch bildet das bis an die Deckbalken aufgethürmte Himmelbette, ein wahres Magazin von Federn. Oben an den Wänden laufen buntbemalte Holzrahmen herum, welche Krüge und Teller aus Zinn oder Thon, die sich in den Familien von Glied zu Glied fcrterben und nur bei besonders festlichen Anlässen zur Benützung gelangen, tragen. Nebenan befand sich ein Haus desselben Landes und doch von dem ersteren in Allem und Jedem so völlig verschieden, wie die beiderseitigen Bewohner. Klein und niedrig, von einem weit überhängenden Rohrdache überdeckt, von einem braunen Gitter umfangen, zeigte sich das siebLnbürgische Szekler-Hamrnhaus. MUK Ein breites Portal, geschnitzt, mit bunten Farben bemalt und mit Sinnsprüchen verziert, vermittelte den Eingang zum Hofe. Links war ein kleines Gärtchen, rechts das Haus, unter dessen Vordache Gartengeräthe und Werkzeuge, wie sie der Bauer braucht, bereit stehen, während oben große Kolben von gelbem Mais und dicke Bündel Tabakblätter zum Trocknen aufgehängt sind. Eine kleine Thüre führt in die Küche, rechts von dieser öffnet sich der Eingang in die Wohnstube, in der die Betten fast die ganze Breite einer Wand einnehmen; um die beiden anderen läuft eine niedrige braune Bank, auf der Strohhüte und Geflechte, wie sie im Lande erzeugt werden, aufgeschichtet sind, die vierte nehmen Thüre und Ofen ein; Schränke und Tisch sind mit den Erzeugnissen bäuerlicher Fertigkeit gefüllt, deren Erlös bestimmt ist, dem schmucken Bauernpaare, das während der Ausstellung die ruhige Heimath mit der Ruhelosigkeit in diesem stets von Neugierigen gefüllten Häuschen vertauscht hat, einen kleinen Ersatz zu bieten für das gebrachte Opfer. Gegenüber des Szekler-Hauses befand sich das croatische Haurrnbaus. Dasselbe ist aus glatt behauenen Balken gezimmert, ohne jede Außenverzierung und auch im Innern jedes Schmuckes oder Aufputzes bar. Eine schmale Treppe führt hinauf in das obere Stockwerk, in dessen Mitte sich ein kleiner, nach einer Seite hin blos mit einer kunstlos gearbeiten Brustwehr versehener offener Raum befindet, an den sich beiderseits kleine Wohn- und Vorrathszimmer anschließen. Nahe an dem Ostende des Ausstellungsrayons erhob sich das rumänisch e Mauernbaus. MM Selbes war niedrig, und dessen Außenseite zeigte die unbehauenen Balken, aus denen es errichtet war. Man trat zuerst in eine Küche mit dem an einer Kette über der Feuerstelle hängenden kupfernen Kessel. Rechts und links befand sich je ein Gemach, spärlich eingerichtet mit weißgetünchten Wänden, an denen Kleidungsstücke, wie sie von den Bauern getragen werden, hingen. In dem Zimmer zur Rechten stand auch ein ziemlich primitiver Webstuhl. Wir wenden uns nun wieder dem reichen Ungarlande zu, dessen Staatsforstverwaltung, zur Unterbringung der von der königlich ungarischen Regierung beigestellten Ausstellungsobjecte aus der ungarischen Forstcultur, ein Bauwerk errichtet hatte, das an und für sich gleichfalls einen der wichtigsten Bestandtheile dieser Ausstellung reprüsentirte. Das Gebäude der ungarischen Staatsidrstberboaltung entspricht getreu dem Bilde einer alten rumänischen Kirche, wie sie an der Ostgrenze Ungarn's häufig Vorkommen, und war durchwegs aus ungarischem, schon an seiner Geburtsstütte bearbeiteten und fertig hieher überführten Holze errichtet. Dasselbe bestand aus einem dreischifsigen Mittelbaue, der von einem ebensolchen Querbau durchkreuzt wurde. Die Fronten des ersteren sind mit Paradiesen garnirt. Eine Gallerte umrahmte die Seitenschiffe; gewöhnlich offen und nur bei schlechtem Wetter mit Decken geschlossen, versorgt sie das Innere zugleich mit Licht, welches die eigentlichen runden, mit in Blei gefaßten, convexen Linsen versehenen Fenster nicht im ausgiebigsten Maße zuführen können. Ein 18^ Klafter hoher spitzer Thurm überragte das Ganze. Die Umgebung des Gebäudes brachte auf einem Raume von 4500 Quadratklaftern mächtige Eichenstämme, Holzblöcke, Faßdauben und andere für die Unbilden des Wetters unempfindlichere Forstproducte, und in zwei Pavillons ein Paar Riesenfässer, mit schön geschnitzten Stirnseiten, und von mächtigen Eisenreifen umfangen, zur Anschau. » An der, von Weitem durch riesige Mastbäume kenntlichen Ausstellung österreichischer Forstproducte, und an Sacher's heimlich gelegener Restauration zur ,,Xri6nu" vorüber, gelangte man zu dem russischen Muernhause, MW bei dessen Anblick wir uns des Gedankens nicht entschlagen konnten, wie weit dies zierliche Haus mit der köstlichen Schnitzarbeit der Umzäunung, der Dachränder und der Giebelseite, mit seinen Spiegelfenstern und seiner ganzen inneren Einrichtung, von dem Originale entfernt sein möge. Wir verlassen den östlichen Theil des Ausstellungsrayons, der durch das Heustadlwasser abgeschlossen ist, wiederum uns den andern Theilen, in denen sich Bau an Bau, Pavillon an Pavillon reiht, zuzuwenden. Durch den in bunten, prächtigen Farben schimmernden, mit gebrannten Ziegeln bekleideten Triumphbogen der Wienerberger Ziegelkubrib ' gelangen wir in den Kunsthof, der beiderseitig von kleineren, anfänglich für die Exposition äos nnmtours bestimmten Pavillons und gedeckten Galerien, in denen Sculpturen, Gegenstände der graphischen Kunst, Aquarelle, Pläne und Hand- zeichnnngen exponirt sind, eingefaßt ist, — an der, dem Jndustriepalaste zugewendeten Seite jedoch seiner ganzen Länge nach von der, den bildenden Künsten geweihten und diese Bestimmung durch die, über ihren Portalen prangende Inschrift: „Der Kunst" verrathenden Kunsthullr begrenzt wird. Von dem freien, mit Rasenbeeten und Bassins gezierten Platze, der die Knnsthalle von dem Ostportale des Jndustriepalastes trennt, betrat man ein nach vorne offenes Vestibüle, dessen Rückwand, zwischen den Eingangsthüren in den Mittelsaal, ein überlebensgroßes Bild der Minerva in Korkmosaik zeigte. Zwischen den Mittelsäulen des Vestibules stand ein gewappneter in Erz gegossener Ritter auf stolzem Rosse, die Turnierlanze in seiner Rechten; an den Wänden waren Sculpturen in Bronze und Marmor, sowie Modelle in Gyps angebracht. Der Wittelsuul der Aunsthulle zeigte Kunstwerke, ohne Rücksicht auf Vaterland und Nationalität ihrer Schöpfer. Die Säle gegen Süden waren den Objecten der deutschen und österreichischen Kunst geweiht, in die nördlich gelegenen theilten sich Portugal, Spanien, Frankreich, England, Holland, Belgien, die Schweiz, Amerika und Griechenland. Seit- und rückwärts des Hauptgebäudes erhoben sich die ?avi11on8 äes airmtem-K, ' K ^ M"- §E2>^ EV^7,^ L A ^ / M )/) Wiener Stmssenleben. W«i ^L. NS« . WWW WM' MN M-MMrW EM MM -KEKvM WiZ MM LMW M< MM MW MW WM MW MM »-sMi WD!W WW MMZi »8 ^WMH MM LL ^ -4- -.>- ^2E Svenen bom MLltÄUSsteHungsßlatze. MM MM MMZ ^WUl NMM WWW NsWM MUM UM» M« KsW LM« »A »OH W» MMMAM KWM ^M-M- WW MW Aotunde Antiquitäten, sowohl von Waffen, Gemälden, Geschirren u. s. w., Sculpturen, von Privaten ausgestellt, enthaltend. Die Gallerien enthielten gleichfalls, theils Sculpturen in Bronze, Marmor oder Gyps, theils an den Wänden Werke der graphischen Kunst, Aquarelle, Pläne u. dgl. Vor der Kunsthalle, inmitten des weiten Platzes, erhob sich der Krunnen Achmed III. Kß>!kSSW 'MM — eine Nachbildung des auf dem großem Platze vor der ^a-8c>Ma in Konstantinopel stehenden Brunnens, — der durch die wunderbare Ausschmückung seiner Außenseite, die herrlichen Arabesken und Legendenverschlingungen, die graziöse Ausführung der Rund- und Flachbogen, sowie durch farbenprächtige Malerei der Decke einen reizenden Anblick gewährte. Auf der Mitte des Daches erhob sich ein kleines, kuppelgekröntes Thürmchen, das den Stern und Halbmond trug, und von vier gleichen, jedoch kleineren Thürmchen umgeben war. Die Ecken des Gebäudes zierten vorspringende Erker mit schlanken Säulen und vergoldeten Gittern, und die vier Seiten enthielten Nischen, in denen ein Auslaufrohr mit Hahn und darunter kleine Becken zur Aufnahme des Wassers angebracht waren. Neben jedem derselben hingen an eisernen Kettchen messingene Schöpflöffel. Von den kleineren Bauten des Ausstellungsrayons kommen wir nun zu dem Riesenbau, der das Hauptobject der Ausstellungs-Wallfahrer bildete und in seinem Innern die Erzeugnisse des Kunst- und Gewerbefleißes aller Länder barg, zu dem Jndustriepalaste. Das Hauptgebäude bestand aus einer Längen- und vierzehn Quergallerien und hatte eine Länge von 905 und eine Breite von 205 Metern. Die Länge der Quergallerieen betrug 75, deren Breite 25 Meter, und zwischen selben befanden sich 35 Meter breite, theils offene, theils gedeckte Höfe, die gleichfalls zu Ausstellungszwecken in Anspruch genommen wurden. Der Gesammtflüchenraum des Hauptpalastes betrug I03VOO mMeter. Durch die o st. 8DM' 8 UM UM 88 8 8 DD18DD «j. ^ U 8 X > ' wurde die Lüngengallerie in zwei gleiche Hälften getheilt. Dieselbe imponirte durch ihre ungeheure Größe, sowie durch die Massenhaftigkeit ihrer Formen. Das spitz zulaufende, in eine doppelte Laterne endigende Dach überdeckte eine Kreisfläche mit einem Durchmesser von 102 Metern. Inmitten derselben befand sich ein prachtvolles Bassin mit Tritonen und Najaden aus Bronze geziert, welche Fische in den Händen hielten, die aus weitoffenen Mäulern hohe Wasserstrahlen emporsandten. Rings um das Bassin reihten sich die größeren und kleineren Ausstellungsobjecte aller Völker, da die Rotunde nicht als specifisch nationaler, sondern als kosmopolitischer Ausstellungsraum betrachtet werden sollte. Im leider etwas zu bunten Durcheinander standen hier riesige Modelle von Denkmalen, worunter jenes besonders beachtenswerth, welches die dankbare Schweiz ihren bei St. Jakob gefallenen Heldensöhnen errichtet hat, neben Orgeln, Glocken, Schaukästen von Juwelieren, Leinwand- oder Porzellanfabrikaten, Bronzearbeiten und Nippsachen. Die Gallerte, welche rings um die Rotunde lief und zu der eine gleichfalls rundumlaufende Treppe führt, trug denselben internationalen Charakter, dem durch die verschiedenen deutschen, französischen und amerikanischen Buffets noch besonders Rechnung getragen wurde. Eine steile, gewundene Treppe und ein hydraulischer Aufzug brachten, was Lust dazu hatte, empor auf das Dach der Rotunde. Der Anblick, den man von der Außengallerie genoß, war ein unbeschreiblich herrlicher und großartiger. Der entzückte Blick konnte in meilenweite Fernen schweifen; bis an die in leichte blaue Nebel gehüllten Berge, welche die reizende Landschaft umgürteten, sowie weithin über die im Sonnenlichte glitzernde Donau. In den Transepten östlich von der Rotunde befanden sich die Expositionen von Oesterreich, Ungarn, Rußland, Türkei, Rumänien, Griechenland, Japan, Egypten und China, westlich gelangte man durch ein reiches, prächtiges Portal, vprerst in die dann in jene Frankreichs, Belgiens, der Schweiz, Italiens, Englands und der amerikanischen Staaten. Das herrliche Reich, welches durch die blutigen und ruhmvollen Kämpfe der Jahre 1870 und 1871 sich endlich zu jener Höhe emporgeschwungen, die ihm gebührt, bewies durch die Gegenstände, welche es hier dem Ur- theile der Welt vorgelegt, daß es auch auf dem friedlichen Felde der Kunst und Industrie zu siegen verstehe. In so kurzer Zeit nach einem blutigen Kriege, der, eine Folge der deutschen Heeresorganisation, alle Söhne des Landes unter die Waffen gerufen und so lange Zeit fern vom heimischen Herde gehal- Ausstellung'dbs deutschen LMM «MM MW UL MI»«»,; I'LM ten, ja Tausenden die Rückkehr zu demselben für immer verwehrte, eine Ausstellung in jener Weise beschicken, wie dies von dem jungen, Kaiserreiche geschehen ist — das beweist den gesunden Kern, die moralische Kraft der Söhne des deutschen Stammes, welche Widerwärtigkeiten nicht zu beugen vermögen, die heute mit Schild und Speer hinausziehen in den Kampf für ihres Vaterlandes Ehre und Einheit, und, wenn der Kriegsruf verhallt ist, wieder zu friedsamen Bürgern werden und Geist und Arm dem Dienste der Kunst und Industrie weihen. In einem der Mittelhöfe, nächst der Rotunde, hatte Deutschland seinem Kaiser eine herrliche Ruhestatt erbaut. Mr deutsche Krüser-HaiMon, WM?? ÄM!» 'AM MM Hff-W ^ 'ti -.x-,j WkRWM^ «MZUN MW i-'' E- ein Bauwerk äußerst zierlicher Architektur, reich mit Ornamenten und Wandgemälden geschmückt, umfaßte einen großen Mittelsaal und mehrere Nebenrüumlichkeiten. Ein herrliches Glasgemülde gegenüber des Haupteinganges, die Pracht der innern Ausstattung, die kostbaren Möbel mit den Namenszügen des deutschen Kaisers, ein Kamin von weißem Marmor mit Goldleisten, die weichen köstlichen Teppiche, sammt und sonders deutsches Fabrikat, vertraten Kunst und Industrie des deutschen Kaiserreiches in der vollendetsten Weise. Sollen wir noch all' der Herrlichkeiten erwähnen, welche der Palast in seinem Innern barg, der Schätze an Gold- und Juwelenarbeiten, der kostbaren Bronzen, der herrlichen Sculpturen, welche die italienische Ausstellung zeigte, der kostbaren Teppiche, Seidenstoffe, der reichen Goldstickereien, Waffen, Möbel, der prächtigen Majoliken, der blendenden Glas- und Porzellanwaaren? Sollen wir den freundlichen Leser erinnern an die kostbaren Malachit-Tische und das herrliche Pelzwerk in der russischen Abtheilung, an die Honvedgruppe in der ungarischen Quergallerie, an das plastische Modell des Bosporus, an die Dattelpalmen oder das abessinische Wohnhaus der egyptischen Exposition? Sollen wir der verlockenden Schmuck- und Bijouteriesachen oder der reichen Collection von wissenschaftlichen Instrumenten und Apparaten, der zierlichen Wagen, der wohltönenden Piano's oder gar noch des aus Zündhölzchen zusammengestellten Bildes des Lustschlosses Laxenburg gedenken? — Wir halten dies mit Recht für überflüssig, einem Objecte jedoch müssen wir einige Worte widmen, da Kostbarkeit und historischer Werth es in gleichem Maße auszeichneten. Es ist dies der Sultlms-Schlrlz. KB' ßp In dem Hofe zwischen der türkischen und egyptischen Ausstellung stand auf gemauertem Unterbau ein kleiner eiserner Pavillon, eigentlich die feuer- uud einbruchsichere Cafsa, in welcher der Sultan einen Theil seines Schatzes zur Ausstellung gebracht. Meist waren es Sachen von historischem Werth, unter denen ein ziemlich unförmlicher, aber über und über mit Perlen, Rubinen und Smaragden — man schätzt die Zahl der Edelsteine auf 12.000 — besetzter Stuhl, der Thron Schah Nadirs von Persien, ein Beutestück aus den früheren glücklichen Kriegszügen der Osmanen, den ersten Platz einnahm. Außerdem waren noch Waffen und Rüstungen berühmter Sultane, worunter jene Murad I., des Zertrümmerers des serbischen Reiches, sowie das Panzerhemd, durch welches sich der Dolch des Mörders den Weg zu seinem Herzen gebahnt, in den Schmuckkästen ausgestellt; überall blitzte es von Gold und edlen Steinen und drei hühnereigroße Smaragde bildeten Objecte steter Bewunderung. Der Sultansschatz, d. h. jener Theil, welchen der kleine Pavillon barg, soll einen Werth von 90 Millionen Gulden repräsentiren, ist also wohl das materiell Kostbarste, was die Ausstellung enthielt. Ein Wort sei noch gesagt über das rege Leben im Innern des Palastes. Plaudernd, bewundernd, kritisirend drängten die Besucher von Gallerie zu Gallerte. Mancher Seufzer verklang aus schönem Munde in die Luft beim Anblicke der blitzenden Juwelen, der herrlichen Stoffe, der prächtigen Möbel. Und wer nur konnte, feilschte um dies oder jenes, meist nur um Kleinigkeiten,. in denen man ein sichtbares Andenken an die Ausstellung von 1873 gewinnen wollte. Alle Sprachen der Welt klangen da durcheinander. Deutsch, englisch, russisch, französisch, türkisch, persisch, spanisch, ungarisch und chinesisch — wer könnte alle die Zungen nennen, in welchen da gesprochen wurde. Der leichtbewegliche Franzose pries oder verurtheilte mit der angebornen Lebhaftigkeit seiner Heimat, der ernste Orientale schritt schweigend von Kasten zu Kasten, der sanguinische Italiener sprach mit Lippen und Armen zugleich, der ruhige Deutsche prüfte mit kritischen Blicken und verglich im Stillen die Leistungen der Fremden mit jenen seines Vaterlandes; dem stolzen Sohne Albions entrang sich nur mühsam das womit er Erzeugnissen anderer Nationen seine Anerkennung aussprach, der praktische Amerikaner besah, prüfte, verglich und suchte zü lernen, der gemüthliche Oesterreicher ging von hier dorthin und von dort hierher, freute sich des Schönen, wer immer es zur Ansicht gebracht, und hatte selbst für Verfehltes kein Wort harten Tadels. Wir verlassen den Jndustriepalast, der hier durch das MestxortÄl abgeschlossen wird, um den zwischen ihm und der Maschinenhalle gelegenen Raum, in dem sich Pavillon an Pavillon reihte, zu durchstreifen. Ein zierliches Haus füllt uns in die Augen: Uhl's Wiener Bäckerei. Die Kunst der Wiener Bäcker feierte hier ihre Triumphe und hat die Sympathien aller Nationen im Fluge gewonnen. Die süßen Kuchen und Brezel, das feine Kaffeegebück, die zu europäischer Berühmtheit gelangten Wiener-Kipfel mundeten auch dem zartesten, verwöhntesten Gaumen und boten den leckersten Erzeugnissen der renommirtesten Conditors siegreiche Concurrenz. Hinter der Wiener Bäckerei ragte auf solider Grundfeste der Wasserthurm auf acht eisernen, durch Strebewerk mit einander verbundenen Säulen hoch in die Lüfte. Zweihundert zehn Schuh über dem Boden war das über 10000 Eimer fassende, zylinderförmige Reservoir angebracht, zu dem das Wasser mittelst Dampf durch die hohlen Träger emporgedrückt wurde. Eine Stunde genügte, das Reservoir zu füllen oder zu entleeren. Der Druck, welchen das Wasser durch seine eigene Schwere ausübte, war hinreichend, einen Wasserstrahl fast wieder bis zu derselben Höhe zu treiben, so daß bei allfülliger Feuersgefahr auch die höchst gelegenen Objecte mit der löschenden Fluth erreicht werden konnten. Überhaupt gehörte die improvisirte Wasserleitung auf dem Ausstellungsplatze mit zu den großartigsten Anlagen. Sie lieferte, dem colossalen Verbrauche, wie ihn die Bewässerung und Bespritzung der Gartenanlagen und Gehwege, die Speisung der Bassins und Fontainen, so wie die Dampferzeugung für den Maschinenbetrieb bedingte, entsprechend, 40000 Eimer pro Stunde, wobei auch Rücksicht genommen war, daß bei einem Brande das vom Feuer ergriffene Object fast völlig unter Wasser gesetzt werden könne. Ein kleines eisernes Haus, inmitten eines von vergoldetem Gitter umfangenen Gärtchens, kündete sich durch das stolze Wappen Albions, das über dem Eingänge prangte, als der Pavillon der englischen Ausstellungs-Commission an. Innen und außen Comfort und solide Pracht, wie es die Söhne des „alten lustigen England" lieben. An diesen Pavillon reihte sich, groß und geräumig, die Westliche Agriculturlmlle, 'S ffjW M WAD MGK' in deren Inneres sich die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Portugal, Spanien, Holland, Frankreich, Belgien, Schweden und Norwegen, die Schweiz, Dänemark und Italien, je nach Maßgabe ihrer Größe, theilten. Alle Arten von Agricultur- zwecken dienenden Maschinen, durch welche man Menschenkrüfte zu sparen versucht, dann Proben der Fruchtbarkeit der genannten Länder und ihrer Erzeugnisse, Weine, Zucker, Backwerk, Fleischconserven, Brandweine, Chocoladen, Seifen, eingemachte Früchte u. s. w., dann die Menge von Modellen, worunter jenes einer Drahtseilbahn im kleinen Schlierenthale bei Alpnacht in der Schweiz, Unterwalden u. a. waren hier vereint und boten auch für den Laien unendlich viel des Sehenswerthen. Die Seifen- und Chocoladenfabrikation in der französischen Abtheilung versammelte stets eine Menge von Zusehern und die frischen, noch warmen Products, welche der Besucher fast vor seinen Augen erstehen gesehen, fanden reichlichen Absatz. Neben der weiten, mächtigen Halle verschwanden fast die beiden kleinen Pavillons, zu denen wir nun gelangen. Ms schwedische FischerhMS 'Mil' enthielt eine vollständige Sammlung der in Schweden und Norwegen gebräuchlichen Fischerei-Geräthschaften, Modelle von Fischerbarken und Schiffen, alle Gattungen Netze und Fischreusen, Harpunen, Angeln, Dreizack, dann einzelne Exemplare von Fischen in Spiritus und machte in seinem Aeußeren durch die Täfelung der Wände, sowie durch die zierlichen, das Portaldach tragenden Säulen einen gefälligen Eindruck. Bemerkenswerth in demselben waren die ungeheuren Rennthierfelle und Geweihe, sowie mehrere Pelze von Eisbären, die sich ganz prächtig ansahen und anfühlten und begreiflich machten, daß Meister Petz mit dieser Umhüllung dem eisigkalten Klima des hohen Nordens wohl zu trotzen vermöge. Der norwegische Frscherel-Mdllwn .ff ff/'' »NW ist ein einfaches niedliches Gebäude, mit Giebel und verandaartigem Eingänge. Sein Inneres entspricht seinem Namen und enthält eine complete Exposition der norwegischen Fischerei. Von musterhafter Uebersichtlichkeit war die Ausstellung in dem Nnterrichts-Dablllon bon Deutschland. - Alles, was zur geistigen Heranbildung der deutschen Jugend dient, von der Fibel an bis zu den Werken, welche dem Studium an den Hochschulen gewidmet sind, alle die Instrumente und Apparate, Tellurien, Globen u. s. w., welche zur Unterstützung und praktischen Anwendung des theoretischen Unterrichtes dienen, waren hier vereint, um Zeugniß zu geben von der hohen Stufe, auf welcher sich das Unterrichtswesen Deutschlands befindet. Sehr hübsch waren das Modell der deutschen Seemannsschule in Hamburg, die Sculpturen, die Schülerarbeiten der verschiedenen gewerblichen Bildungs-Anstalten, die Spielwaaren aus dem sächsischen Erzgebirge. Auch die kleinen Modelle von Maschinen, die Schulbänke verschiedenartiger Construction, die Lehrmittel und Arbeiten für und von Blinden, erregten in Fachmännern und Laien gerechte Bewunderung. Ein aus dem Jndustriepalaste nach der Maschinenhalle führender gedeckter Verbindungsgang schied diesen Pavillon von jenem, in dem die Metall-Industrie Deutschlands ihre Erzeugnisse zur Ausstellung brachte. Colossale Stahlkanonen, Taucherapparate, mächtige Eisenröhren, Achsen für Eisenbahnen, Waggonsfedern, Räder und Tyres, eine colossale Schraube im Gewichte von 9000 Kilogramm, für einen transatlantischen Dampfer bestimmt, Gußstahlfabrikate, riesige Eisenschienen und Platten, sprachen deutlich genug für die hohe Ausbildungsstufe der deutschen Metall-Industrie. Ein geräumiger Platz, mit dem Monumente des Königs Maximilian von Baiern geziert und darum 17 UMrnnImn-Watz iLL>i»>U!»MÜL!ÄMW MLÄW k?MDZ >M 1 M W genannt, vermittelt hier die Verbindung zwischen der Rotunde und der Maschinenhalle. Zunächst desselben erhoben sich zwei gleichgeformte, zierliche Pavillons, dem deutschen Berg- und Hüttenwesen gewidmet, und zwischen diesen der Mdillon KruM 8OKW in dem die Riesenkanone und der ungeheure Gußstahlblock, welcher bei einer Höhe von 13Vz Fuß und bei einem Durchmesser von 4^ Fuß tausend Centner im Gewichte hat, das allgemeine Staunen hervorriefen. Die übrigen Kanonen und Kanöncheu, welche das Innere des Pavillons noch barg, blieben den beiden erstgenannten Riesen gegenüber unbeachteter, als sie es verdienten. Ein gefälliger, fahnengeschmückter Riegelbau, die Collectib-AussteHung des Fürsten Schivnrzenderg, » .t! ,«!k I!: ! '<> <' °>> an dem vorderen Giebel das stolze fürstliche Wappen tragend, nimmt nun unsere Aufmerksamkeit gefangen. In der mittleren Vorhalle schon fand man eine interessante Sammlung mächtiger Stammquerschnitte von Tannen, Fichten, Rothbuchen u. s. w. Die Mitte des inneren Raumes war der Jagd gewidmet und in einer Wandnische befand sich ein treues Bild des Waldlebens: Ueber ein Tannendickicht lugte mit den klugen Augen ein prächtiger Edelhirsch, unten schlich Meister Reinecke, während auf der andern Seite Iltis und Marder durch das Gesträuche schlüpfen. Eine Wildkatze, die ein Rehkülblein erbeutet, schleppt den Fang einem stillen Plätzchen zu, um ungestört ein lukullisches Mahl zu halten. An der Wand prangte, inmitten einer Menge von Geflügel jeder Art, Gewehren, Saufedern, Hirschfängern, Jagdspießen u. dgl., ein riesiger Eberkopf. Zu beiden Seiten des Einganges war das Fischereiwesen der fürstlichen Territorien ausgestellt, die rechte Seite der Halle nahmen die Forstwirthschaft, das Berg- und Hüttenwesen in Anspruch, die linke ließ in mannigfaltigen und zahlreichen Proben die hohe Blüthe der Agricultur auf den fürstlichen Gütern erkennen. Auch die Industrie, die Schafwollcultur, die Zuckerfabrikation, die Branntweinbrennerei, so wie die Horticultur hatten ihre Musterproben hierher gesendet, ebenso wie die Kohlen- und Montanwerke. Freundliche Gartenanlagen umgaben den Pavillon; drei recht nette Bassins in denselben enthielten das erste: riesige Karpfen, das zweite: Schleien und Hechte aus den fürstlichen Teichen, das dritte, in dessen Mitte sich ein kleiner Steinbau erhob, ein Biberpaar, das stets eine große Menge von Schaulustigen an das Gitter lockte. Ringsum drängte sich Pavillon an Pavillon, in allen möglichen Formen und Farbenschattirungen aus Holz, Cement, Eisenconstruction, bald reich ornamentirt, bald von der einfachsten Ausstattung. Für durstige Seelen — wörtlich genommen, denn sie konnten hier nur im Geiste genießen — war da zuerst, von lustig in den Lüften flatternden Fahnen überragt, Drcher's Dabillon, MM ein äußerst zierlicher Bau in orientalischem Style, als dessen Kuppel in der geschicktesten Weise ein riesiger kupferner Braukessel Verwendung fand. Von dem Ruhme des Schwechater Bierriesen zu sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Dreher's Fabrikat hat sich schon auf der Pariser Ausstellung die goldenen Sporen verdient. > In unmittelbarer Nähe erhob sich der fast graziös zu nennende St. Marter MiMun. M'W MH! „Hie Schwechat ^— hie St. Marx" ist schon seit längerer Zeit in Wien zum Schlachtrufe für Biertrinker geworden. Indessen hat dieser Zwiespalt bis jetzt noch kein Blut gekostet und im entscheidenden Augenblicke versöhnten sich gewöhnlich die erbittertsten Gegner und Allen Beiden wollt's bedünken. Daß vom Dreher oder Mauthner Köstlich sei, das Bier zu trinken. Zwischen diesen beiden Wallfahrtsorten durstiger Seelen erhob sich der Dtckrllon des Herzogs bon Sachsen-Coburg-Gotha, KW! i. MdE Ws'M ein niedlicher Holzbau von moderner Form, aus einer kleinen Rotunde mit vier rechtwinklig abspringenden offenen Flügeln bestehend. Im Innern barg derselbe Erzeugnisse aller Art von den herzoglichen Gütern, Forstproducte, Modelle, Mineralien, die ein beredtes Zeugniß von dem Culturstande derselben ablegen. Beachtenswerth für Freunde des Sport ist der Must er stall von Waagner; Sehenswerthes bargen der Pavillon der Maschinenbau-Actiengesellschaft Danick in Prag, der Innerberger Aktiengesellschaft, derVordern- berg-KöflacherMontan-Jndustrie-Gesellschaft, und wie eine Oase inmitten der Maschinen, Bergwerksproducte u. s. w. begrüßte den Besucher das freundliche, von einer Veranda umgebene Haus, in welchem die SMeregger Artun-Hmuerer SW» ANM! » ^ den braunen Gerstensaft schenkte und auch sonst für des Leibes Nothdurft sorgte. In gefälliger zierlicher Form präsentirte sich dem Auge der Pavillon für Eisen-Constructionen und Gußwaaren für Bauzwecke von Waagner in Wien, groß und stattlich der MMon der k. k. öst. Staatsblchn, der rings um den Fries die Namen der Domänen Bogsan, Dognacska, Resicza, Moldowa, Anina, Oravicza und Stajerlak trug und im Innern Produkte derselben, Kohlen, Eisen, sowie eine prächtig gearbeitete Lokomotive neuester Construction enthielt. Von hohem Interesse war die Ausstellung im Pavillon der additio- nellen Ausstellung für Frauenarbeiten und Geschichte der Gewerbe. — Gleich beim Eingänge zeigt ein großer Glaskasten die Kleidermoden des vorigen Jahrhunderts, die gestickten buntfarbigen Fracks und Tressenröcke, die großblumigen Schooßwesten, die Halsbinden von den exotischesten Formen, riesige Jabots und Spitzenmanchetten; ein zweiter Schaukasten enthielt in naturwahren Exemplaren eine Geschichte der Hutformen. Der große breitkrämpige Filzhut mit wallender Feder ist eine Nachbildung der Kopfbedeckung, wie sie während des dreißigjährigen Krieges getragen wurde. Ein Hut für einen Recken. DasPigmäen- geschlecht der Gegenwart verschwände unter der breiten Krämpe in ewigem Schatten und der stolze Hut selbst scheint mit Verachtung niederzublicken auf die unter ihm stehenden zierlichen, glänzenden Hüte, welche die Aufschrift: „Mode von 1873" tragen. Der Hut aus der Zeit Kaiser Josef II. ist klein, leicht, von gefälliger Form, er zeigt uns, daß die Leute damals die Köpfe hoch und frei tragen durften; der breitkrämpige, spitze, mit rothen Bändern und Schleifen gezierte Hut der französischen Revolutionsmacher von 1793, kühn und herausfordernd in Form und Aufputz; um so mißgestalteter und jammervoller wurden dagegen die Hutsormen, für Civile sowohl als für Militär in den Jahren nach dem Tode des großen Kaisers bis anno 1848 wo mitten unter die trockenen, steifen pedantischen Formen plötzlich der kühngeschweifte, mit der schwarz-roth-goldenen Cocarde gezierte Calabreser springt. Die Hüte von 1804—1815, umgestürzten Käsekübeln gleichend, die Jnsanterie-Czakos, geschweift und nach oben breit auseinander laufend, mit faustgroßer, pfundschwerer Rose, die ungeheuerliche Form des Hutes, mit dem die Landwehr von 1809 durch die damaligen Kreuzköpfeln der Adjustirungs-Commission beschenkt wurde, bis zum Hute des Generals, geben ein treues Bild jener pedantischen Zopfzeit, die heute wol ein für immer überwundener Standpunkt ist. Da die Leute nichts anderes zu thun hatten, so gefielen sie sich im Erfinden der barockesten Moden, wovon die Hüte ein sprechendes Zeugniß geben. Der Cylinder, der damals diesen Namen freilich mit Unrecht usurpirte, wurde bald hoch, bald niedrig, bald glatt, bald rauh — heute oben spitz, morgen breit u. s. w. getragen, bis er im Jahre 1848 fast ganz verschwand, um erst gegen Ende desselben in der hohen, geraden Form, schmalkrämpig als Zeichen der „Gutgesinntheit" — das Volk nannte ihn treffend genug „Angströhre" — wieder aufzutauchen. Ein zweiter Saal zeigte unter einer Menge der absonderlichsten Musikinstrumente mehrere Claviere, unscheinbar in Ton und Aussehen, wahres Bettelvolk gegen die klangvollen, herrlich ausgestatteten Claviere der Neuzeit; aber es waren heilige Hände, welche diese unansehnlichen Instrumente für immer geweiht haben. Da stellt Graf Franz Szechenyi ein Clavier aus, auf welchem Franz Lißt seine erste Ausbildung erhalten; dort ist eines, das der lebenslustige Wolfgang Amadeus Mozart, der unsterbliche Tondichter des „Don Juan" und der „Zauberflöte" einst sein Eigen genannt; das Museum in Linz hat das Clavier Beethoven's hergesandt, auf dem der Tonheros seine wunderbaren Werke schuf, und zur Verzweiflung begünstigter Zuhörer selbst spielte, da Letztere nur die Dissonanzen eines auf das Entsetzlichste verstimmten Pianos, nicht aber die Zaubermelodien hörten, wie sie dem geistigen Ohre des tauben Tonmeisters erklangen; dort endlich, bescheiden und anspruchslos, wie sein einstiger Besitzer, steht ein kleines Spinett, und der kleine Zettel, den es trägt, verkündet: einst im Besitze — Josef Haydn's. Ter letzte, Frauenarbeiten gewidmete Saal bringt Werke, von schönen Händen gearbeitet, zur Anschau. Herrliche Stickereien, Spitzen, Teppiche, Blumen lassen uns die Geduld und Geschicklichkeit der schöneren Hälfte der Menschheit bewundern; und wie weit diese Geduld sich mit Erfindungsgeist gepaart, zeigen uns in einem kleinen Annexe mehrere Blumenbouquets, unter Glas und Rahmen, prächtig in Farbe und Gruppirung, deren eines lediglich aus Schmetterlingsflügeln, das andere minder poetisch aus Zwiebel- und Knoblauchschalen gefertigt ist. Der Salon nächst dem Ausgange enthielt meist alterthümliche Schnitzereien, Waffen, Schmuckgegenstände, die für den Liebhaber von Antiquitäten viel des Sehenswerthen boten. Nächst der Ausstellung der Staatsbahn bot der ubrllon des k. k. ArkerbAu-Mmstermms viel des Interessanten. Das Innere desselben vereinigte Proben von Allem, was in den Ressort der genannten Behörde gehört, in klarer, übersichtlicher Darstellung, ein sprechendes Bild von dem Reichthume Oesterreichs an Naturschätzen und von dem steten Aufschwünge, in dem es begriffen ist. Besonders reich ist die Sammlung von Modellen der k. k. Forstverwaltungen, sowie jene der Salzwerke von Ischl, Hallein u. s. w. Auf hohem Piedestal stand hier auch der alte, unscheinbare Pflug, den der unvergeßliche Kaiser Josef 1796 auf dem Felde bei Krzenowitz in Mähren selbst geführt. Das nächste, umfangreiche Gebäude war die östliche Agriculturhalle, in welcher Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Rußland die Erzeugnisse ihres Bodens und ihrer Fabriken, Wollproben, Flachs, Seide, Conserven, Weine, Mineralwässer, Branntweine, Tabake, Cigarren u. s. w., Ackerbaugeräthe und landwirth- schaftliche Maschinen zur Ansicht ausgestellt hatten. Eine breite Straße überschreitend, gelangte man zu der „Kosthalle". Weine aller Art, vom edlen Ungar bis zum Uort u kort, vom Grinzinger bis zu dem im fernsten Westen gereiften Ohio, Delicatessen, die selbst den verwöhntesten Gaumen noch reizen mußten, von hübschen Händen credenzt, durch freundliche Worte gewürzt, hatten das kleine Haus bald zu einem Sammelpunkte von Gour- mands gemacht, der die Eifersucht der anderen Restaurants erweckte und der Kosthalle nur für kurze Zeit, täglich wenige Stunden, ihre gastlichen Hallen zu eröffnen gestattete. Zwischen dem Pavillon des Ackerbau - Ministeriums und der Agriculturhalle, führte eine breite Straße zum Elsässer Muerrchok. MM'« Aus Fachwerk gebaut, zeigte sich rechts das Hauptgebäude, links die kleineren Nebenbauten. Beide waren durch das hohe Thor mit einander in Verbindung gesetzt. Eine kleine freie Treppe führte im Hofe empor in die im Erdgeschosse liegende Wohnstube, die mit ihrer behaglichen Einrichtung auf den Beschauer einen wohl- thuenden, anheimelnden Eindruck machte. Das erste Stockwerk diente Restaurationszwecken, ebenso der Schoppen, der das Haus mit den Stallungen verband, welche den Hof rückwärts quer abschlossen. In diesem befand sich die eigentliche Ausstellung, eine reiche Sammlung von Naturproducten, von Erzeugnissen des Gewerbefleißes und der kleinen Industrie, und eine Anzahl von Modellen, unter welchen jenes eines ganzen Landgutes mit allen Baulichkeiten, Gürten, Wiesen, Weinbergen und Aeckern, sowie ein Hochzeitszug die Bewunderung von Jung und Alt erregte. Alle diese zierlichen, theilweise rücksichtlich ihres historischen Werthes unersetzbaren Gegenstände sind ein Raub der Flammen geworden, von denen nur das Hauptgebäude gerettet werden konnte. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich der Drckillon der österreichischen DamMchMchrts-GesellschM, vor dem sich zwei große Pyramiden von Briquets erhoben. Wir kommen nun zu dem zweitgrößten Bauwerke der Ausstellung, zu der UNschinenhnHe. In einer Länge von 890, bei einer Breite von 28 Meter, erstreckte sich nördlich des Jndustriepalastes die riesige, aus Mauerwerk, Eisen und Glas con- struirte Halle. Im Mitteltracte hatten jene Maschinen, welche in Betrieb gesetzt wurden, ihre Stelle, und die hiezu erforderliche Kraft wurde durch eine mächtige Dampfmaschine und zwei Transmissionswellen von 0.09 Meter Durchmesser erzeugt, die mit einer Schnelligkeit von 120 Umdrehungen in der Minute arbeiteten und die Treibekraft der großen Maschine auf die Riemenscheiben der einzelnen Objecte übertrugen. Die Seitengallerien waren zur Aufnahme jener Objecte und Maschinen bestimmt, die nur zur Ansicht ausgestellt wurden; wir fanden daselbst Eisenbahn- und Tramwaywaggons, reich ausgestattete zierliche Wagen, prächtige Locomotive, Dampffeuerspritzen, Näh-, Stick- und Webe-Maschinen, Straßenlocomotive, Signalapparate, eiserne Riesen und Zwerge bunt nebeneinander, wie sie der nimmermüde Geist des Menschen erdacht hat, um Feuer und Eisen für sich arbeiten zu lassen. Von dem Rasseln, Klopfen, Pfeifen, Hämmern, Sausen und Klappern, welches all' die großen und kleinen Ungethüme, wenn sie im Betriebe waren, verursachten, vermag die Feder nichts wieder zu geben; der Boden dröhnte, die Wände zitterten und zartnervige Menschenkinder gelangten nur halbtaub und schwindelnd wieder in's Freie. Wir bewunderten mehr denn einmal die bei den in Thätigkeit befindlichen Maschinen beschäftigten Arbeiter, die Ruhe und Sicherheit, mit der sie sich in dem sausenden und schnarrenden Gewirre von Rädern und Riemen bewegten, als genügte nicht oft der kleinste Fehltritt, um sie rettungslos der Vernichtung durch den fühllosen Eisencoloß zu überliefern. Verwirrt und halb betäubt von dem grausigen Concerte, treten wir wieder in's Freie, um den Raum zwischen der Maschinenhalle und dem Central-Bahnhofe flüchtig zu durchschauen; dort befanden sich die Wasserwerke und Reservoirs für die Hochdruckleitung, die sehenswerthen Kesselhäuser der verschiedenen Länder, dann das englische Arbeiterhaus, eine Musterwohnung, groß, geräumig, ganz aus Eisenconstruction, inmitten mit einem weiten Versammlungszimmer für die Parteien, das an netter, zierlicher Ausstattung seines Gleichen sucht. Der Central-Bahnhof schloß den Ausstellungsrayon im Norden ab. Wir wenden uns nun, das westliche Transsept des Hauptpalastes durchschreitend, wieder der südwestlichen Seite des Ausstellungsplatzes zu. Dem Ausgange der Avenue Llwuiwtü zunächst finden wir die amerikanische Restauration und ihr gegenüber den Mdrllon des Hrlsemr bürgerlichen HräuhNuses. WKM Gin einladend aussehendes Gebäude, um das herum Tische standen, die niemals leer wurden von Verehrern des braunen Gerstensaftes, welchen das kleine böhmische Städtchen erzeugt und der sich im Fluge das Weltbürgerrechl erworben hat und die Concurrenz mit den alten Bierriesen von Schwechat, St.-Marx und Liesing muthig besteht. Arm und Reich, Vornehm und Gering, saßen hier friedlich und verträglich dicht nebeneinander; neben dem ausgepichten Biervertilger, der „seine zwölf bis vierzehn Krügeln zwingt," sahen wir feine, ätherische Wesen, die nur mit Rosen- und Ambra-Duft genährt schienen, aber nichtsdestoweniger mit behaglichem Lächeln das schäumende Naß schlürften, das sich in neuester Zeit den Weg selbst in die exclusivsten Salons erzwungen. Dasselbe, was wir von dem eben geschilderten Objecte gesagt, findet auch Anwendung auf das zierliche Gebäude, in dem die Wlsener Artien-Hmnerer WWW I- den braunen Gerstensaft an die Verehrer des Gambrinus gegen Geld und gute Worte in beliebigen Quantitäten verabfolgte. Auch hier waren Keller und Küche in steter Thätigkeit und die nimmermüde Schaar der schwarzbefrackten Garens schoß hin und wieder, alle die Hungrigen und Durstigen, die sich da zusammenfanden, zu befriedigen. Aber auch Gott Bacchus, pochend auf seine Jahrtausende währende Herrschaft, hatte ein freundliches Asyl gefunden im Ausstellungsrayon. In ein kleines bescheidenes Häuschen hat er sich geflüchtet, aber die große Zahl von Anbetern die zu seinem Heiligthume wallte, bewies, daß der Cultus, dem ihm die Menschheit widmet, noch lange nicht erloschen ist und niemals erlöschen wird. Das Weinland pur tzxeellsneß, Ungarn, war es, das dem ewig lächelnden und ewig durstigen Sohne Jupiters und der Semele in der ungMschen LMM MM einen Tempel erbaut hat. Auf einer kleinen rasenbewachsenen Höhe stand das bescheidene, mit Rohrgeflecht gedeckte Haus, einfach und unscheinbar von Außen und Innen, aber flüssige Schätze bergend in dem kühlen, gewölbten Keller, über welchem es sich erhob. Mit welcher Andacht gaben sich auf der kleinen Terrasse Kenner und Nichtkenner dem Genüsse des Rebensaftes hin, der auf den sonnigen Hügeln der UtzNmIIu, auf den Bergen von Ofen, Erlau, Villany, Steinbruch, Neßmely oder in der Schomlau gereift, oder dessen Trauben an den Rebengeländen am Balaton und Neusiedlersee gebrochen worden. Wie süß duftete der Villanyer und Schom- lauer, wie purpurn glänzten die rothen Weine von Ofen und Erlau, wie goldig schimmerte der Riesling und der Neßmelyer; und erst der Tokayer, der König aller edlen Weine, dem selbst der schäumende, leichtfertige Springinsfeld aus der Champagne den Vorrang zuerkennen muß, mit welch' süßer Gluth rinnt er durch die Adern! Alles das bot eine Csarda, aber freilich eine modernisirte, auf „den Glanz hergerichtete Csarda", dem Originale, wie es auf den weiten einsamen Pußten Ungarns zu finden ist, ziemlich treu nachgebildet und doch so himmelweit verschieden. Wo waren die braunen Bursche mit den langen, fettglänzenden Haaren, der zottigen Bunda, dem sichertreffenden Fokos und den mit klingenden Sporen beschlagenen Stiefeln; statt ihrer saßen ehrsam aussehende friedliche Staatsbürger solid um die Tische und nippten mit gespitztem Munde von dem Göttertranke; wo blieben die glutüugigen Dirnen, mit den langen bünderumflochtenen Zöpfen und den kurzen bauschigen Röckchen; und wenn endlich die ewig wanderlustigen, sonnverbrannten Zigeuner mit Geige, Clarinette und Cymbal die Stube mit den Klängen der wild-melancholischen ungarischen Nationallieder oder des feurigen hinreißenden Csärääs zu erfüllen, nicht fehlten — wo waren endlich die kühnen Bursche, die auf muthigen Rößlein in stiller Nacht herangesprengt kommen, trinken, tanzen und tollen, um mit dem ersten Morgengrauen, Schemen gleich, in den Nebeln, die über der Haide lagern, wieder zu verschwinden! Statt der ungestümen „826K6N^ I 6 A 6 N^" (ungarisch Räuber, wörtlich: armer Bursche) schreitet ein melancholischer Sicherheitswachmann in voller Adjustirung durch die Reihen der Gäste und mahnt uns, daß wir uns nicht auf der Pußta, sondern im Ausstellungsrayon befinden, und daß es an der Zeit ist, 'unseren Rundgang fortzusetzen. Und wir freuen uns dessen, daß wir aus dem gastlichen Hause nicht hinaus müssen in die weite, vom Winde durchsauste Pußta, auf der das Auge vergebens nach einem schattigen, vor den sengenden Strahlen der Sonne schützenden Plätzchen sucht. Hier treten wir unmittelbar unter grüne duftige Bäume, fast am Fuße der Csarda hat ein speculativer Kopf ein Kaffeezelt aufgeschlagen und gar Viele, die, des süßen Weines voll, herab von dem Hügel kamen, suchten hier Heilung für die möglichen Folgen der Sünden, welche sie oben begangen. An Trinkhallen und kleinen Pavillons vorüber, erreichen wir die Desmger Kechlllle, m! I» » I M SL WWW k '^8 ein weitläufiges, großes Etablissement, mit einem hohen luftigen Saale, der von einer gedeckten säulengetragenen Veranda umgeben war, an welche sich in rechten Winkeln zwei gedeckte Gänge anschlossen. Das hiedurch gebildete Hufeisen umfing den baumreichen Gasthansgarten, in dem sich Tisch an Tisch reihte, um all' den Hungerigen und Durstigen, die nach langem Herumwandern einer Labung bedurften, Aufnahme zu gewähren. Gegenüber dieses, materiellen Bedürfnissen gewidmeten Bauobjectes, erhob sich der HAblUon der „Neuen freien Presse", MM >i!ii tiiL der auf seinem Friese die Inschrift: „Erzeugung einer großen Zeitung" trug. Im Erdgeschosse befanden sich die Säle für die Setzer, Correctoren, für die Schnellpressen und die Verkaufs-Localitüten, im ersten Stockwerke des Mittelbaues die Redactionszimmer. Ein zierliches Holzgebäude kündigte sich uns an als Heller's Pavillon für Mus ik - Instrumente und Spieldosen. Das Innere desselben enthielt ein großes Orchestrion, eine Anzahl Spielwerke der verschiedensten Größen, ein elektrisches Clavier und eine Menge reizender Holzschnitzereien. Alles war musikalisch in dem Pavillon; stützte man sich auf den Tisch, so begann ein verborgenes Spielwerk seine heiteren Weisen, ließ man sich auf einen der zierlich geschnitzten Sessel nieder, so erklang das „Martha, Martha, Du entschwandest", oder „Wir winden Dir den Jungfernkranz"; öffnete man ein Album oder eine der Chatouillen, die von allen Formen vorhanden waren, so sang und klang es aus dem Innern desselben, ja selbst die dunkelfärbige Weinflasche, wenn man sie neigte, ein Glas zu füllen, begleitete das Samariterwerk mit dem „Freut Euch des Lebens". Besonders reizend waren die kleinen, künstlichen Vögel, die mit den Flügeln schlugen, die zierlichen Köpfchen wendeten und zwitscherten und sangen, als käm's aus voller Brust, wie bei den lebenden Sängern des Waldes. Das portugiesische Schulhaus präsentirte sich dem Auge in ziemlich einfacher Außenform, barg in seinem Innern jedoch eine reichhaltige Sammlung von Lehrmitteln. Vor dem Hause lagen Proben schwarzen Marmors, theils wie selbe gebrochen waren, theils verarbeitet zu Platten, Tischen, Kaminen u. dgl. Wir treten nun hinaus in die J.venn6 Llisudatü, welche sich von Westen nach Osten, den ganzen Jndustriepalast entlang, erstreckte. amerikanische Schuchaus, - ' ein kleines zierliches Gebäude mit zwei Eingängen, deren einer für die Knaben, der andere für Mädchen bestimmt ist. Licht und Luft sind hinreichend vorhanden in dem geräumigen Schulzimmer. Jedes Kind hat sein, von den anderen getrenntes Bänkchen; die Wände zieren Karten, zoologische Tafeln, nächst dem etwas erhöhten Katheder steht ein Globus. Auf den Tischchen liegen kleine englische und deutsche Bibeln, Bücher und Atlasse, Schriftvorlagen, und ein Harmonium hat die Bestimmung, die Kinder beim Gesänge zu begleiten. Auf dem Tische des Lehrers ist auch ein Buch, das die Grundrechte der amerikanischen Verfassung enthält, die dem Kinde schon gelehrt werden und es schon in der frühesten Jugend daran gewöhnen, sich als freier Bürger eines freien, glücklichen Staates kennen und fühlen zu lernen. An dieses reihte sich der spanische Pavillon, ein weitläufiges Gebäude in halb gothischem, halb maurischem Baustyle, mit vier Eckthürmen, flachem Dache aus halbrunden Ziegeln, im Innern Naturproducte der ebenso herrlichen, als unglücklichen iberischen Halbinsel bergend. Diesem Objecte folgte abermals ein Mekka für Labungsbedürftige: >as Schweizer-Huüet, MW ein zierlicher Bau, von einer Gallerte umgeben, der bald zum Sammelplätze eines gewühlten Publikums geworden, das dem Kaffee, Eis, dem süßen Kuchen und Liqueur, von zierlichen Mädchen in Nationaltracht credenzt, wacker zusprach. Daran reihte sich die schwedische Aestauration, Dem Westportale am nächsten befand sich das ein hölzernes Gebäude von ziemlichem Umfange, mit holzgetäfelten Wänden und einer Veranda, deren vorspringendes Dach von schlanken, aber schiefstehenden Säulen getragen war. Rückwärts dieses Gebäudes befand sich, durch musterhafte, zierliche Anordnung im Innern wie Aeußern ausgezeichnet, das schwedische Schulhaus. Ein Vorgemach enthielt einige Muster von Schulbänken, das Modell einer Turnhalle, den Waschapparat für die Schulkinder, sowie die Kleiderrechen. Der Hauptsaal zur Linken umfaßte eine der reichsten Lehrmittelsammlungen, eine Menge physikalischer Apparate, Waffen für die Exerzierübungen der Knaben, Karten und Tafeln für den Unterricht in den Naturwissenschaften, eine Orgel, um den Gesang der Kinder zu begleiten, kurz — eine wahre Musterausstellung von in das Erziehungsfach einschlagenden Gegenständen, auf welche Schweden mit Recht stolz sein darf. Dasselbe gilt von den, in den oberen Räumlichkeiten des Hauses ausgestellten Arbeiten der verschiedenen Gewerbeschulen. Dieses einfache, aber bedeutungsvolle Ausstellungsobject hatte den schwedischen Jagdßabrllon 'S L «-Hm M zum Nachbar, einen gefälligen Holzbau mit Thürmchen und vorspringendem runden Erker, einem herrlichen, einladenden Plätzchen, um nach mühevoller Jagd die Kühle des Abends zu genießen und beim Klingen der Becher den Jagdgeschichten zu lauschen, deren jeder echte Waidmann einige, für deren Wahrhaftigkeit man freilich nicht die Hand ins Feuer legen dürfte, zum Besten zu geben weiß. Das Innere, so wie es hier gezeigt wurde, entspricht dem Zwecke, welchem das zierliche Haus bestimmt ist, freilich nicht, denn anstatt Waffen und Jagdgeräthe fanden wir einige Sculpturen und eine Collection der zierlichsten Holzschnitzarbeiten. In Form eines weißblauen Zeltes mit Vordächern bot sich dem Auge die schwedische Armee-Ausstellung, welche Alles, was Ausrüstung der Armee, Proviantwesen u. dgl. umfaßt, zur Anschauung brachte. Unter dem Vordache, welches sich an der Rückseite des Zeltes befand, standen Kanonen und Munitions-Karren. In unmittelbarer Nähe der geschilderten Objecte befanden sich noch andere, deren wir blos mit Namen erwähnen wollen, so der zierliche „norwegische Garten- Pavillon", der „Pavillon der schwedischen Domaine Finspong", das „gothische Mausoleum", die „Brunnenuhr" und der Kiosk der „Loeiew äa 1a Vieille- NontaZns." Rückwärts der schwedischen Restauration treffen wir auf den zierlichen Dabrllon des Fürsten von Monaco, „ffliisi'iiM'ä »r> l > >>U" Ui ,,,j von geschmackvollen Gartenanlagen umgeben. Im Innern des im italienischen Villenstyle erbauten Pavillons waren Sammlungen der Naturproducte des kleinen Fürstenthums, sowie des Gewerbefleißes seiner Bewohner ausgestellt; Oel, Muscheln, Holzproben vertraten das Reich der Natur, die Industrie lieferte schöne eingelegte Arbeiten in Holz und Stein, Liqueurs, Parfüms, prächtige Thon- und Glaswaaren und künstliche Blumen, die sich dem Besten und Täuschendsten anreihten, was in diesem Genre überhaupt erreicht werden kann. Die Parfüms von Monaco waren ein gesuchter Artikel und nur Wenige verließen das zierliche Haus, ohne eines jener winzig kleinen Fläschchen, in denen das duftende Naß verschlossen war, mit sich zu nehmen. Wir kommen nun zu dem letzten Objecte im Ausstellungsrayon, dessen wir noch besonders gedenken wollen, zu dem IurZ-Mbällon. MM Ein stattliches Haus, mit einstöckigem Mittel- und zwei ebenerdigen Seitentracten, rechts und links des Haupteinganges mit zwei Statuen, die „Arbeit" und den „Lohn der Arbeit" darstellend, geziert, enthielt in seinem Innern die Arbeits- und Berathungszimmer der Jurors. Das Auge manchen Ausstellers mag im Vorübergehen erwartungsvoll nach dem feierlich aussehenden Hause gesehen haben, in dem berathen wurde, ob Ehrendiplom, ob Verdienst- oder Fortschritts-Medaille, ob ehrenvolle Anerkennung, oder — Nichts. Mancher mochte sich enttäuscht, vielleicht zurückgesetzt wähnen, aber das darf die Jurors, deren Aufgabe wahrlich keine leichte war, nicht beirren. Von dem Jury-Pavillon gelangte man wieder auf das Plateau, das sich zwischen dem Südportale des Industrie-Palastes und dem Eingänge von der Prater- Allee ausdehnt und von der Kaiser-Allee und der ^.vsnua Llisadstü im rechten Winkel durchschnitten wird. Auf dem Vereinigungspunkte dieser beiden Hauptstraßen des Ausstellungsrayons versammelten sich allabendlich Tausende von Menschen, um den Productionen der Militärkapelle, die bald heitere Tanzweisen, bald wieder Ouvertüren, Märsche u. dgl. zum Besten gab, beizuwohnen. Erst wenn auch hier der Kapellmeister zum Letztenmale den Tactirstock senkte, wenn die letzten Töne verklangen, das Echo des 23 letzten Trommelwirbels verstummt war, begann sich der Ausstellungsrayon zu leeren, und nur in den Brauhäusern von Pilsen und in der Liesinger Bierhalle lebte und regte es sich noch bis zum letzten Momente der Sperrstunde. Unser Rundgang ist hiemit zu Ende. Wir werfen noch einen letzten Blick auf die belebte, parallel mit dem Jndustriepalaste vom Westende bis zum Mozartplatze laufende Abenm GÜMbeth, 5 E-, eine der Hauptverkehrsadern des Ausstellungsrayons, welche bei dem sogenannten, wenn auch nicht offiziell so betitelten, Pilsnerthore begann und sich, wie bereits einmal erwähnt, von da bis zum Mozartplatze erstreckte. Gleich beim Eintritte winkten zur Rechten die beiden Pilsner Bierhallen und die Csarda, zur Linken die amerikanische Restauration, eine Trinkhalle und die französische Waffelbäckerei. Im Weiterschreiten: der Pavillon der Brauerei Liesing, nebenan ein Kiosk, in dem man köstlichen, frappirten Champagner glasweise bekam, links die portugiesische und schwedische Schule, der Pavillon der großen Zeitung, Schule, Restauration und Jagdpavillon von Schweden, dann, nächst des Plateaus zur Rechten der Pavillon -er Jury. Jenseits des Plateaus kehrten, zur Rechten der Kaiser-Pavillon, zur Linken sener der österreichischen Sparcasse der Avenue ihre geschmackvollen Fronten zu. Nach Passirung des gedeckten Verbindungsganges, erhoben sich rechts der Parquetten- Pavillon von Neuschloß in Pest, jener der Portland-Cement-Fabrik von Perlmoos, -ie russische Restauration, links der Pavillon für Mineralwässer, die Specialitäten- Trafik und der Pavillon des russischen Kaisers. Die breite Allee, welche einen prächtigen Prospect erlaubte, bot mit ihren flatternden Fahnen, der großen Menge meist leiblichen Genüssen gewidmeter Pavillons, den beiden prächtigen Springbrunnen und dem steten Gewoge von Ausstellungsbesuchern aus allen Ländern und Ständen ein reiches, bewegtes Bild. Wir glauben unsere Pflicht: dem Leser die hervorragendsten und bemerkens- werthesten Objecte im Ausstellungsrayon in kurzen Umrissen, mit Wort und Bild, zurück in das Gedächtniß zu rufen, redlich erfüllt zu haben. Freilich konnten wir nicht Alles aufnehmen; die Menge kleinerer Pavillons für Trinkhallen, Cigarrenverkauf, die Gartenzelte, sowie die einzelnen kleineren Expositionen von Industriellen, mußten wir übergehen, sonst hätten wir, selbst bei flüchtiger Schilderung, eines dickleibigen Bandes bedurft, anstatt dieser wenigen Blätter, deren Zweck ja nicht ist, eine detaillirte Beschreibung der Wiener Weltausstellung zu bringen, sondern nur der, Anregung zu geben, das Gesehene nochmals im Geiste zu schauen, und mit welchen wir unseren freundlichen Leserinnen und Lesern nichts weiter bieten wollen als eine Orinnernng air -ie Weltrnsfielknng in Wien 1S7Z. -4 c^bMK-"-"-' l t M. Werzeichniß der Issujirationen. Seite Das Südportal. 1 Der Kaiserpavillon. 2 Kien's zerlegbares Wohnhaus. 2 Pavillon des Kaisers von Rußland. 2 Pavillon des österreichischen Lloyd. 3 Italienische Restauration. 3 Restauration der I'rörtzs krovtzu^nux. 3 Russische Restauration. 3 Wiener Specialitäten-Trafik . 4 Steierisches Weinhaus. 4 Wigwam des Indianers. 4 Der Musikpavillon. 4 Der Drachenbaum. 5 Palmenhaus von Waagner. 5 Baugruppe des Vicekönigs von Egypten. 5 Die kleinen Gebäude und Gartenanlagen der Japanesen .... 6 Persische Villa. 6 Maurische Villa. 6 Das türkische Kaffeehaus und der türkische Bazar. 7 (Isreltz oriontnl. 7 Chinesisches Theehaus. 7 Österreichische Seeleuchte und Semaphor. 8 Eiserne Kirche. 8 Sennhütte. 8 Ostgalizisches Bauernhaus. 9 Nordungarisches Bauernhaus. 9 Vorarlberger Bauernhaus. 9 Das österreichische Schulhaus nebst Winterturnhalle. 9 Siebenbürgisch-sächsisches Bauernhaus. 9 Siebenbürgisches Szekler-Bauernhaus.10 kroatisches Bauernhaus.10 Rumänisches Bauernhaus.10 Gebäude der ungarischen Staatssorstverwaltung.10 Russisches Bauernhaus.. . 11 Triumphbogen der Wienerberger Ziegelsabrik.11 Kunsthalle.11 Mittelsaal der Kunsthalle.11 Pavillon äss Lmatsnr8.11 Seite Wiener Straßenleben.12 Szenen vom Weltausstellungsplatze.13 Brunnen Achmed III. .14 Rotunde .14 Ausstellung des deutschen Reiches . 14 Der deutsche Kaiser-Pavillon.15 Der Sultans-Schatz.15 Das Westportal. 15 Westliche Agriculturhalle. 16 Schwedisches Fischerhaus. 16 Norwegischer Fischerei-Pavillon .16 Unterrichts-Pavillon von Deutschland. 16 Maximilian-Platz . . 17 Pavillon Krupp. 17 Collectiv-Ausstellung des Fürsten Schwarzenberg . . . . . ^ .17 Dreher's Pavillon.17 St. Marxer Pavillon. 18 Pavillon des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha.18 Silberegger Actien-Brauerei ... . . . . . 18 Pavillon der k. k. österreichischen Staatsbahn ..18 Pavillon des k. k. Ackerbau-Ministeriums . . . . ... . . 19 Elsäßer Bauernhof . . 19 Pavillon der österreichischen Dampfschiffsahrts-Gesellschaft .... 19 Maschinenhalle.19 Pavillon des Pilsener bürgerl. Bräuhauses.20 Pilsener Actien-Brauerei.20 Ungarische Csarda.20 Liesinger Bierhalle.21 Pavillon der „Neuen freien Presse".21 Amerikanisches Schulhaus .21 Das Schweizer Buffet .21 Schwedische Restauration.21 Schwedisches Schulhaus.22 Schwedischer Jagdpavillon.22 Pavillon des Fürsten von Monaco.22 Jury-Pavillon.22 ^vtznus Llisadstll.23 Holzschnitte und Druck der artistischen Anstalt von W. v. Waldheirn in Wien. 1 2 3 4 4a 4K 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 i«; 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 11 " 11 ' 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 L I? i i- m a MM I. 8treieker ,1. 11. ^ 8okn Klmmel KuAen 8pörkass ,1ok. Vk. Kais. russ. Lor/.ellantakrik Kais. russ. 8t6inseIiN6iderei Kais. russ. OlasüOiiik .Koran«! xdois Vlikert .1. L. 8asiko1k 8srgius Lavadil (4. KuAsl L. & 8ölme 8a»Aster L Oo. Ko^vlaud X. 8ol>n Lattam, lle^uood L llauks daeok^ Voritx & 6». Lekreus Louis Denn^ 4V. & Lrotkers Oillou' L Oo. Ilovvel <8: damss Leel Lrotkers Oo. kein 6. K. L 8ons Lurdou de LruviiS Vi'ie.and- Oouis-dosepk 8pieAel- uml Olaslintten-Oesell- sekast, aU0U)'M6, V. lleUNSANU Oolleetiv-VusstelluuA 6. KrieAS- ualseii-Kaiirikaut. in laittiti!>: ,. D'Xueion L 8oku 2. Leurst Oskrüder 3. Dresse 4. Lalaux L Oo. s. Kulisse L Lrapmann Kransotts XUAUSt 7. Otuiiekers-Älaeliiuax s. -lallierke Kd. g. i^lauusaet. d'arines ds Ausrrs >n. Alardaut (4- ,i. Lirlot Oek. ,2. Kenkin L Oo. ladorraiii Oiauds Lürps 24. Kaker .4. 4V. < lestsrr. Kurland Kussiand 15 9 9 9 9 7 1 7 23 12 10 3 8 5 5 17 8 5 14 23 9 6 16 10 8 8 11 DeAsiksek * Xetien-Oesellsekast, DuiskurAer Lreussiseke Lernsteiu-XetienA., vorm. 8tantisn L Lecker 8s^koid (4. , LröokinA 4V. Kriedriek O. 11. l'etersen 40>tlun8 Kir1>v, Leard iL Oo. IlHtl^er Oail 0. Kürtk Voll L Oo. Lauidani Ooustautiuo Luttiuati Xlsssandro Kiefer L 8oI>n KuAiaiid Kussiand Oesterr. Italien Oesteri'. 13 10 14 14 8 14 7 12 25 25 15 LoU')' .Io8kl Oxeiuven^ V. K. IIoIissekou-itxorOottoil-Drneks- rsi-Xctien-Oeseilsciiast Vidier Leinriell Lrnnner Oekrnder Kiseker >8: ^llsA 8teinme)'er (4. K. Oo. linssian Xmerika-India iiuklsr Oomp. Ilossi ötinseppo I.airil Ilrotliers Lalmor's 81>ipsknildiuA und Iron 60. Ooxer Kreros ä Lonvain 8uvs 14 ec, II VoAcl Villislm Dorer Kokort Villero^ L Loell Lostrnp ,1. KonAskerK 8i1ker1)6rAU'6rk Voll^old I). 8oI>n kuniduni 6on8tuntino I'uttinuti 24Ici88und,o lleutsdd. 11 n 88 lund Os8teir. lün^lund llel^ion Oo8tori-. Ilel^ien 8 eli^voi 7 . I)snt 8 elil. Xmuve^on 1)6nt8e1>1. ltulion 12 15 6 7 9 15 5 17 17 23 18 25 9 7 1 7 25 85 ?iuno. 50 1 10 17 2 8 380 52 94 167 322 670 327 617 632 .lluliidiiw. pm'xdlmnvuaren. 8 t 6 in 8 c.diiisik! 6 -v 4 i 4 )sitsn. <4IU8«'!IUI'8N. 11>'OU76 7ind Älulueliit. 8i1>iri3elisr Orupliit. Oold- u. <7mvoli6r-24r1i6it6n. Vsi'tzvIdsinvuKi'su. 1)i'ncdv8orten, VVerldpupiero. 1ie^sn8c>Iiirni6. Iluuröls nnd Lulinpnlvoi-. 416kd. 4Iol28o1nunI<. 1l70N/.0-1IIl>' n. Oundl-IuOoi'. 241ru8ti8eli6 In8trnm6nts. 340 8pis^el nn<1 8pi6§el8lü8öi-. 447 342 109 107 114 36 4Vutken. dtn. dtn. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. dto. kor/sllun. Ilolöereden?. Blödel. 111si8tikt6. 4tol786llI'ÄIlK. 48 7Ü8enn>dn8tris-<4sK6n8tunde. eol. 194 147 108 146 203 25 72 200 216 116 166 3!) 5 >lö'oeI. kliotoAi'upliien. 44iidil8di6 Kuppen. ÄIk>.rinor8tutn6. 4IU7MM'8tutNS. I'IiotoAi'upIlien. I;iu8-In8trnni6nts. 308 170 498 168 84 lluunnvoü-IVelnvuu^Ln. ILsit- nnd Kki4n76nxe. Kumpen. Koi^ellun. Ol'FvI. 31 674 Kodluekto 8tot7e. 8e1>it1'8inodeIIo. 676 160 467 253 15 169 93 15 24 8d>!68mode1Ie. HoKIvUnnd. 8tioker'oi6n. 4IodeI1 der I1rüs8slvr L5rse. IIölielZtotte. tVu'xeü.'ni. 8iI1ier-KiI7xrun-24r4>e!ten. 8iI4>erer7o. 8tutnen. II. KI»ron^68e1>6n1v6 tur den KöinA n. die Königin von 8k>.di8en 7ur Ksier ilire.8 goldenen Kllv- ,1n1>il:1inn8 l)ent8olil. Dspont n KKter 8. )? 4''i8elLor (7. 24. 11 4VirtIi'8 K. 8öiins n 8/ L 4V.inner 11 I>unA Osorr; 8vl. Krdon 11 'IdiuIInieier Kr. X. 11 Lieber 44. X. 11 der/.Oueiier Ootttried 11 Kurlioine lindolt' 11 Orimm K. 4V. -' 8srpsntin8tsln-24otienA636ll8e1i., 8üe4l8i8e4is, vorm. 2ö4»1it76r 11 dodst K. n 8eids1 6I1. L 8oIm 8piLN6lnIu8-4Iunntueti>r, seldss., . " 24otien-(4s8., Odsr3sl7drnnn ^Idlnkt (4-, 44urtmunn L 60. Vereinigte Kudriken d. i>4insrul- » Os1-4ndu8trie n 44o88ner, 8o1meidsr L Oo. Vlion vuuren-Ku4>rik8-24et. - (4 s8., " Zeidssiielie, d'selniseinvitx 11 Kurinu dolninn )4ur!u 11 Vumdtkimer 61u8tn!,rik 17 8e1iimme1 L 60. illurtin Auriu Klementine, Klo- 3tert'run Kluubert KI. & 8ölms Os8terr. Oeipel Kdnurd n Ilot'munn 6. K. 11 Xdlsr Osdrnder 11 (4eipsl L düZer 11 Oppermann Kduard 4)ent8olil. lluldmann 6!edrüder Kdel Kranr, XaelifolAer 8eliürtk 4L. KOermaver OeorA L 4i. „ Ontlrind L Lad Oör8eü <4n3tav L 8elmeider 24. 11 8 Imxnsmöüel. 7 389 lVron^s-Oandelalier. 8 66 Imxn8mö4>sl. 8 55 7 23 8iliisr>vaaren. 8 163 44ol78eimit76reien. 9 129 KorsisIIamvaaren. 10 20 Klisndsin. 6 190 Kel^ivuuren. 9 86 41kirmor-Ki8eIis n. Kamine. 9 102 8äulen u. Kiselm ans Oranit nnd 8srpsn1in8tsin. 9 99 8erpentin8tein-4Ionnmente. 3 95 Olismilralien. 9 186 Kmailöten. 9 224 8xi6A6lFlä3er. 8 99 1nixn8in6l>e.l. 3 203 Alinsrnlöls ete. 3 211 Karaffin-Ninerslöl. 9 185 Osten. 3 110 OöInervvk>.33sr. 9 225 Olnstnisln. 3 128 ^4stlieri8e1isOsl6 u. 4388sn7en. 3 130 0ölner>va83er. 5 429 lVlseüan. KnnZt^veliereien. 5 376 dto. 5 405 dto. 5 312 dto. 5 375 dto. 5 517 0 K Z VN n s 1K l'611. 5 522 dto. 5 520 dto. 0 523 dto. 5 557 dto. 5 518 dto. 7 428 8ülnrertfegern'aaren. II. III. MM" WW G l MW WGWK dx W IV. MM I. M i « »O MMM 3 3 s K 1 rm a 4^ a n d Z . L A ^,N88t oll UNS8-Oldest 26 Krölss 8sn. sei. 8öli«s 44eut8o1il. 450 Oama8t- n. Oeinenvaaren. 27 24llisrt dossk 12 198 KliotoArapliisn. 28 Kerlrenlramp 44. Oo. 5 514 Kosamsntir- u. Knoptm.-VV. 4Vo1tk lisinliold K. Laeüsr 5 513 dto. Dann I^sopold L Oo. 6 516 dto. Oildern d. (4. 5 515 dto. 29 vürkeld 44aii 271 44ü4)el8tot4s. 30 duür L 44sisv „ Kl6ider8to14's. 31 Rsieüenüsim X. L 8olm 5 ' 245 4Vo1l8tolk6. 32 Ildön^'i KÄ1'! Ungarn 8 Ver§ol d er^vaa rs n. 33 Römmlsr L donn8 41ent8cli1. 12 209 Oieütdrnelre. 34 Ileekel d. v. 5 570 1vun8tl)Inmen. 35 L4nr!r 24dolk 25 153 (4^psa4>gU88. 36 IVnlting doünnn L 8olm 5 1 Olarne. 37 Oüselier L Ketseli 42 142 Klioto^rapliien. 38 (4alm 44. 8e1l>v6ll6it 3 287 Olismikaiisn. 39 ^NNsI IlÖl26ll6I1- I Z 316 2nnd4iöl7oüsn. 40 ^1^61' DÄIIlöl 10 3 llsrn8tein. Krank d. O. 10 6 dto. 10 Z dto. 41 86ll1linlr ^IllIlU.8 10 131 Keder-Oalanterie^vaarsn. „ OnttrinAliaus <4. Oo. 10 132 dto. Oarssovv dnlius 10 133 dto. 42 dürst 44. X. L Oo. 7 416 8i1lier>vaarsn. 43 8^61^61'^'Kld'Z ^6^6 9 221 Ol I'61I. 44 6o1l66liv-^.N38^6l1. 5c1I61'. 1116^^6 ll. 16011186^61' DlÄtltz i' 7 435 (4o1d8eliläAtzinvaaren. 45 I^ LI.1'111L ÄlAI'IA 3 108 OölllS^V^ZZLbl' 46 8e1i1ös1l ^Si'dlNZ.iiä 8e1i» 612 25 0^)81110^611 (168 8^. «lÄOOl)- Denkmals xu Lasel. 8 r i .. m . Land L 8 8 dmsstsllnnAS-Olpvet 47 XVit^lelien K. Deutsekl. 6 192 Kslrivaaron. 48 6 191 dinerAruppg. 49 50 lisitkotker's d. X. Oummit'adriken 8olnvanlikLU8sr, vorm. Oross- Oesterr. 6 204 Kantsellnk>vaaren. Karina doliann lVlaria Deutsekl. 11 115 Llsistilte. 3 109 Oölnsrvrasssr. 52 8psar L daekson liint doliann L 8olm KnZIand 7 281 Aletallvvaaren. 53 Oesterr. 10 81 1 lol/.selinit/.ereien nnd Lüd- kanerarksit. 54 44e)d Oornelins Vspslin OK. Dentsekl. 6 177 I^edervraaren. 55 56 1 5 Kisen- nnd 8ta!dvvaaren. K rankreieli 7 120 Kisen- nnd 8taklnaaren. 57 58 Leeket L Oo. Oesterr. Kraukreieli 10 167 l.eder-OalanterieivaÄren. Knpkeinvaarsn. 59 dntespinnersi, erste österreieli-, 5 lll. 692 dnte-Oarn und <4s^vs4>e. 1 Klirkar >81 Lösendorksr Oesterr. 15 65 324 558 Olavisre. Larentlier (4. X. 7, 5 I 8tolks. ^ , Z 10 270 Lol rAalantsrievaaren. 4 Li NA L Ornndalil Okristenssn V. Däneinark 9 213 LoiLellan. 5 ! 7 172 Oold- und 8i1kerarlieiten. K i r m a L and > ! >6 6 densen 8. L -V Dänemark 8 197 Lnxnsmükel. 7 ülallinA-Ilansen „ 14 320 8ekreikmasek!ne. VallinA-llansen li. nnd dürKensen 14 321 Laek)'Arapk. 8 dni'Asr K., Lrolessor. 14 325 Latksmatiseks Instruments. 9 Demant ll. 13 294 Xäkmasekinsn. 1t> ,I6N>;61I tV 1^. 8 197 I^UXU8N10l)6l. ll Holst L. K. 14 323 Oliren, pkysikallseks und optiseke Instrumente. 12 Lnnd d. O. 8 200 13 Kkman Oarl L De ülare X. 86ll^V6«l6N 16 626 Lanxerplatts nnd -Oesekosse. ! 14 KöniAl. Korxellantakrik O. Kalek Dänemark 9 224 Lorxellan. 15 (^6i1^6 30861 (1s Oesterr. 9 154 LIionn aaren. 16 1^. O. 12 34 Lnekdrnekarkeiten ete. 17 8tsrn II. Dentsekl. 10 31 IIp onteri enaaren. Oottliek K. 10 30 LHonterievaaren. ülaver ülartin 7 36 811ker- und 8teinki,p>nteris- liieliter Kmil 7 305 Vaü'en. ^'u^IL Lbdknjm''' 7 312 dto. 18 7 303 8oki688na1s6n. l'lnnner XnA. Krisd. V'illl. Kiseker O. ^4. L 8olin 7 308 dto. 7 320 dto. Ol'6)'86 ^Xleolr)U8 V0U 7 307 dto. Listor L Kost 7 309 dto. Larella II. 7 301 dto. 19 Ilruek Leopold ^lnnolnna^er OK ^0. L Oo. 7 418 Ok'masilksinvaaren. j 7 422 dto. Kitter X. <8: Oo. 7 428 dto. Oerkardi Oo. 7 420 dto. Lasse L Kiseker 7 421 dto. 20 IIsnniAer L Oo. Kosetti dakok Italien 7 12 417 74 dto. 21 8orAotto Xntonio « LkotoArapkisn. 22 HoIiiirl.nn Oesterr. 3 223 8tsarinkerxen nnd 8elks. 23 Olarleld L 8prinAme)-er Dentselil. 7 419 Vesser, (takeln nnd Lt'erde- 24 Ooiieetiv-XnsstelinnAsüelisiselier 5 569 Knnstklnmen. 25 «7. 19 10 8alonsinrioktnnA. 26 8okmidt d. 8. 9 192 Llmnvaaren. 27 Oolas-Landelaire diiA. „ 12 237 LIiotoAiapIiien. 28 Iler/OA ^4. L Oo. „ 5 351 Lamrnvollxarne. 29 Lrnokmann K. 8 158 LkotoArapkien. 30 Lrann Xerarkvitsn. MM IV. 1 16!Iisolier 51. KnAland 14 622 Optlselie Instruments. 2 Denk's .-Xlliin VVtn'e. Oesterr. 9 161 Lorxellannaaren. 3 Oranielistadten II. X. 7 2/) dmvelier-Xrkeiten. 4 XllAemeins Depositenkank „ 26 4 8tatistiselie Lakellen. 5 daeAerma^er 8. 5 1114 V äselio. 6 Klinkosoli d. 7 37 7 7^'6vII1l6I' (^0. Italien 5 339 Lanmnollspinnereien. 8 Ivrii'I 12 85 LkotoArapkisn. 9 Klaas L OLiLsk's Lorxellankakrik 7 133 LronxeÜAnren. 10 Oesterr. 9 177 Lorxollanivaaron. ^ 8eld aMen vval d " Vianello Lrnder 11 Italien 12 82 LliotoAra^iliien. 12 'Kren, XnAlisek L Oo. Oesterr. 3 191 13 Xaja Karl Italien 12 85 LliotoArai>I>ien. 14 XotienAosellselialt «lor I. österr. Oassent'akrik (vorm. V^srt- lielm) Oesterr. 7 78 Kenert'esto Oassen. 15 Lerndorler 5letalkvaaren-Kakrik 7 561 Äletallnaaren. 16 Ilarraeli Kranx Oral 9 297 Olasvaaren. 17 8el>üntlialer Kranx 8 191 Kanxel. 18 lüililmaver Konrad 8 349 V ergo! deinvaaren. 19 7 5 ,1 nvsker-ürkeiten. 20 21 i-^ni'ü!^!^ ^ 10 9 40 47 Kanelirecpiisiten. i^Iarmor-Kaminen.8ta1 netten. 22 ,70867 LnAarn 25 132 8enlptnren. 23 Loilak X. 51. Oesterr. 3 315 . 24 55'ikede O. L 8olin 6 141 Ledeinvaaren. 25 Kokek L ^VeZidi 7 38 .1 MV ei i ei'-X rl, eiten. 26 Kritsek 55 ilkslm Kitter von 1 65 Onrvsntakloau des osterr. LerAkanlietriekes. 27 Kliill's Kranr Xoiks 5 1015 Losamontirnaaren. 28 Lesse Karl 15 99 OrAel. 29 Ilimmelkaner Vnton L Oo. 3 222 8tearin nnd 8eiie. 30 Ilardtmntli L. L Oo. 11 89 Llvistilte. 31 3 48 Lartümerien. 32 Kukli d. 5 8troliliüte. Z6 5Iarekini Oäsar 5 435 8trokküte. 34 55^oltk VIKert Oesterr. 5 287 Alökelstosse. 35 Ktviter dnlius Italien 5 182 Vökolstosss. 36 5IenAoni, vVrekitskt. Zlodells von ötlsntlieksn Os- künden. 37 Vodsll der Lrüeke üksr den Lo liei LorAolorte. 38 Oesterr. 7 508 Okinasilkervvaaren. 39 Klösssl L. L Oo. 14 59 Optiseke Instrumente. 40 ! Oolleotiv-VusstsIInnAd. Handels Kammer von Llaeolestield KnAland 5 159 Lsrrsn-Oonssetionen. 41 LeitenkerAgr Kranx Oesterr. 5 450 O odrnekte Lanmv oilvaarsn 42 iZeikensledsr-Oerrerksekast, Krst osterreiekiseke 3 247 8tearinkerxen. i 43 Oopestake, 5loore, O'ramptoi L Oo. Kurland 5 163 8pitxsn. 44 Kriees Latent Oandls Oompaio 3 45 Ol^oerin-. 8tearin- nnd La- rattinvaaren. ! Laekner Kndoll Kduard Oesterr. 7 552 Oliinasilkeinvaaren. 46 Landissin Laullne Dräüu 5 1457 Knnstklnmen. 47 8imon Onstav „ 7 586 Okinasilkeinvaareu. 48 Lläne des Xtlienäums. 49 Italien 1 io Mi 8enlptnren. 60 OertinFer .lnlius Oesterr. 12 ^ LliotoArapliien. 51 l 12 601.^ . 1 . '/. ^>!.- - -jl f .> ^-..OM" ' - . ^?^p-»ijKt 1 - > !»:7'W.^)i- E i. -L - - ^ ^ -H-,. .7- ^ .^<»-?f- '. '-'L. 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' . < 7 - ' SM?7.-> 7'7-k5 > <: . > -7-Ä L .l'-j 7<«.kijLs.>!- ' - .LiM'k'Ä 7>.U / -,7'Fi. -7 l.7^.,n 7 . 7..--- ! . " .1 - - ^ .7< - >Q,->'.7., L U.7-. GeämMmst zur Erinnerung an clen 2. Jecemöer 18ii8. clen Tag lieg Fegiermigg-Antritteg Franz Joseglig I Hcrausgegeben von G. U. Berg und I. I. Singer 2. Deremder 1873 Franz Joseph I., Kaiser von Oesterreich. WEM WM MM MMMW ^»1 BMW WWW MMM SöMWMK MD lMsWWMWW W ^8 ZLLLL MM MW WM M« MMEM MW MW EZ ^VZ EM !W^ MM »Vgssr-'siess?: MM' AMMAA- WWWW D^M WM« WMk ß^M MM UW- D a s W ailcr - Ouvi l a u m. An den Leser! Es gibt Augenblicke im politischen Leben, welche -en Leidenschaften Schweigen gebieten; Augenblicke, geweiht der Erinnerung, wie geschaffen, um die Männer aller Parteien zu gemeinsamen Gedanken zu bekehren. Der 2. Deeember bringt uns solche Momente; denn unser Kaiser, der vor 25 Jahren, umringt von Gefahren, das Glück der Jugend aufgebend, lebensfrisch und thatenfreudig den Thron bestieg, blickt heute auf eine bewegte Zeitperiode zurück, die seine Stirne furchte, die ihm eine Unzahl schwerer Prüfungen bescheerte. Gewiß ziemt es an einem solchen Tage, der dem ganzen Reiche Veranlassung zu Erinnerungen bietet, den Männern aller Parteirichtungen^ die Vergangenheit zu prüfen, die Verhältnisse zu erwägen und des Geschaffenen dankbar zu gedenken. Und in der That, wer — und würde er der extremsten Partei angehören — vermöchte den refor- matorischen Zug zu verkennen, der die Regierungsperiode unseres Kaisers durchweht, wer — und wollte er noch so vorsichtig dem Verdachte der Loyalitätshascherei entgehen — wollte hinweglüugnen, daß Franz Joseph I. freudig seinen Vorrechten entsagte, wenn er zu nützen vermeinte, daß er, allen volksfeindlichen Elementen zum Trotze, allen Nachbarregierungen zum erhebenden Beispiele, allezeit muthig für die con- stitutionelle, — für die Civilisationsidee eingetreten ist? Anknüpfend an die Traditionen seines unvergeßlichen Oheims, suchte er treu seiner Mission — wenn auch oft von Irrlichtern versucht — immer den richtigen Pfad zu finden; Gutes zu gründen, Schlechtes abzuschaffen, war des Kaisers Grundgedanke, die Macht mit dem Volke zu theilen, es heranznziehen zur Selbstverwaltung seiner Interessen, dessen innigster Wunsch. Aus herben Heimsuchungen Lehren schöpfend, im Volke selbst die sicherste Stütze seines Thrones suchend, hat er das von sturmbewegten Wogen umrauschte Staatsschiff in einen sichern Hafen gelenkt — zu seiner eigenen, zu seines Reiches Ehre! Ein Gesammtbild jener Thätigkeit, welche unser Kaiser seit 25 Jahren zum Besten des Staates entwickelte, zu bieten, das ist der Zweck dieser Zeilen, und zwar ein sehr berechtigter; sind wir doch alle Sklaven des Augenblickes und mehr als einmal getrübten Anschauungen unterthan. Das Volk merkt sich im Laufe der Zeiten zumeist lieber das Unangenehme, die Enttäuschungen, die Niederlagen; von den Ereignissen bewältigt, vergißt es sehr rasch auf großherzige, segensreiche Institutionen. Einmal im Besitz derselben, denken nur die Wenigsten daran, daß sie vor einer kurzen Spanne Zeit dieselben nicht besaßen, daß freiheitliche Einrichtungen, mögen sie die Gesetzgebung, die Autonomie der Gemeinde oder viele andere Gebiete betreffen, zumeist das Resultat jener Entsagung zu sein Pflegen, welche sich der Träger der Krone willig anferlegt hatte. Indem wir daher die Veränderungen verzeichn-en, welche sich seit 25 Jahren auf verschiedenen Gebieten der Verwaltung, des Verkehrswesens und der Humani- tütspflege vollzogen, zollen wir einerseits dem unverdrossenen Walten unseres Kaisers Gerechtigkeit, bieten aber zugleich allen Oesterreichern werthvolle Erinnerungen an die Drangperiode ihres Vaterlandes. Unversehrt — das steht einmal fest — ging aus allen Bränden, die das Reich verheerten, die Ehre desselben hervor; hin- und hergeworfen von dem Sturme ward unser Schifflein oft — zerschellt ist es nie! Geben wir daher dem Steuermanne die Anerkennung, die er getrost beanspruchen kann; wir verlieren nichts von unserem Bürgerstolze, wenn wir dem Schützer unserer Rechte, dem gekrönten Wächter unserer Ehre an seinem Jubeltage mit bewegtem Herzen und dankerfüllt für manche sieggekrönte Bestrebung den herzlichsten Dank des Volkes votiren! Mögen die Erinnerungen, welche der heutige Tag wachruft, und die wir in dieser Gedenkschrift festznhalten suchen, die Eintracht zwischen Volk und Thron mehr befestigen als je! Dieß ist der innigste Wunsch der Herausgeber. Kronprinz Iran; Joseph. Kaiser Franz Joseph t. wurde als Sohn des Erzherzogs Franz Karl (drittgebornem Bruder des Kaisers Ferdinand I.) in der Ehe mit SoPhie, königl. Prinzessin von Baiern, am 18. August 1830 in Wien geboren- Beinahe abgöttisch geliebt von seinem Großvater, Kaiser Franz I., der in Folge der Kinderlosigkeit seines Sohnes Ferdinand und mit Rücksicht aus die Zurückgezogenheit seines Sohnes Franz Karl in ihm den künftigen Thronerben sah, wurde dem kleinen Prinzen aus Anrathen des Staatskanzlers Fürsten Metternich der damalige Gesandte in Turin, Gras Heinrich Bombelles als Erzieher bestimmt. Glücklicherweise jedoch begnügte sich Dieser nur mit den äußeren Attributen seines Amtes, und überließ dem, nach Kaisers Franz Tode im Jahre 1836 ihm beigegebenen Substituten Johann Grafen Coronini (damals k. k. Hauptmann) die Mühen und Sorgen der thatsächlichen Erziehung. Und dieß war zum Heile des Reiches und des Prinzen selbst geschehen; denn demHaupt- mann (nachmaligen Feldmarschall - Lieutenant) Coronini bleibt unbestritten das Verdienst, den Charakter des Prinzen vor jeder Versuchung bewahrt, ihn für seine große Zukunft vorbereitet und bei ihm jenen Adel der Gesinnung, jenen thatkräftigen Sinn, jene verständige Fassung in Rede und Antwort, jenen männlichen Ernst und jene strenge Pünktlichkeit gefördert zu haben, die sonst selbst reiferen Männern hoher Stellung nicht immer eigen sind. Coronini verließ seinen Zögling vom Spätherbste 1836 bis zum Frühjahre 1848 keinen Tag. Nachdem der Prinz feine Studien vollendet hatte, dachte man eben daran, ihn Europa bereisen zu lassen, als die hereinbrechende Fluth der Ereignisse ihn vorzeitig emanzipirte. Der junge Erzherzog begab sich, als Oberst und Inhaber des Dragoner- Regimentes Nr. 3, aus den italienischen Kriegsschauplatz, wo er unter den Augen des Feldmarschalls Radetzky Beweise von Thatenmuth und persönlicher Tapferkeit ablegte. Man hörte damals aus dem Munde Radetzky's selbst wiederholt den gemüthlich-ärgerlichen Ausruf: „Wann's mir nur ans Wien keine Erzherzog in's Lager schicksten; die geh'n wie Kronprinz Franz Joseph. der Teufel in's Feuer und ich brauchet ein' eigene Armee für sie allein!" Ehe man es aber erwartete, war der Augenblick erschienen, in welchem der achtzehnjährige Prinz die Last )er Krone auf seinem Haupt fühlen sollte. Es war eine stürmische, bewegte, nach Freiheit ringende Zeit, in welcher — am Schlüsse des ewig denkwürdigen Jahres 1848 — der jugendliche Erzherzog von Oesterreich, in Folge der Thronentsagung seines Oheims, des Kaisers Ferdinand I. und' der Verzichtleistung des Erzherzogs Franz Karl, seines Vaters, am zweiten Deeember den Kaiserthron von Oesterreich als Franz Joseph I. bestieg. Noch gährte es in allen Gemächern, und die Härte, mit welcher man die Erhebung in Wien unterdrückt hatte, war nicht vergessen; in Ungarn aber war die Jnsurrection noch immer im Zunehmen und die Herstellung des Friedens, die Versöhnung der erbitterten Parteien lag in weiter Ferne. Der neue Regent erkannte die Schwierigkeit seiner Mission und kennzeichnete sie durch den wehmüthigen Ausruf: „Nun lebe wohl, Jugend!" Aber voll von Selbstvertrauen, ergriff er, den Wahlspruch „Viribus unitis" (mit vereinten Kräften) erwählend und dadurch sofort sein constitutionelles Regime proclamirend, mit jugendkräftiger Hand das Kaiser- scepter und es begann mit ihm eine neue Aera — der Abbruch des alten, morschen, der Aufbau des neuen Oesterreichs, dessen Phasen wir hier verfolgen wollen. Die ersten Regierungsjahre. Als durch die Mißerfolge der kaiserlichen Waffen in Ungarn ein baldiges Bezwingen der Erhebung in Frage gestellt und als endlich der verhängnisvolle Debrecziner Reichstags-Beschluß, welcher die Loslösung Ungarns von Oesterreich decretirte, ergangen war, ries der junge Kaiser — der in dem Feldzuge wiederholt Proben persönlicher Tapferkeit, so insbesondere bei der Einnahme von Raab gegeben — den Beistand des Kaisers von Rußland an, der bereitwilligst zugesagt wurde. Den Anstrengungen der beiderseitigen Armeen gelang es, die kräftige Ber- theidigung der Ungarn zu überwinden, und das Jahr 1849 endete mit der Niederwerfung der Jnsurrection, mit der Herstellung der Ruhe in allen Theilen des Landes. Das Sailer-Jubiläum. «> Die Politischen Maßregeln, welche folgten, waren der Reflex der vorausgegangenen Ereignisse. Die Volks- souveranität wurde von strammer Disciplin abgelöst, und wir sehen nun Oesterreich am Beginne jener eigentlichen Drangperiode, die erst später, durch die immer wieder betonte Intention des Kaisers, „dem Volke zu geben, was des Volkes ist", beendigt worden ist. Vieler und schwerer Prüfungen bedurfte es, um jenen Anschauungen, welche heute herrschen, in allen Kreisen des Hofes Geltung zu verschaffen, aber immer war es gerade der Kaiser, welcher zum Vorwärtsdrängen mahnte und den das Vorgeschlagene nicht befriedigte, i Wohl folgte er auf heilige Betheuerungen dem Ministerium Schwarzenberg, ließ am 4. März 1849 den nach Kremsier verlegten Reichstag, den die damalige Polizeiverwaltung als ein Consortium von Hochverräthern erklärte, auflösen und signirte die octroyirte Verfassung, bei welcher die MinisterSchwarzenberg, Stadion, Krauß, Bach re. zu Gevatter standen, aber schon damals machte er seine Bedenken geltend, ob denn diese Reducirung der Errungenschaften wohl die Völker befriedigen könne? Das Jahr 1850 brachte die Landesverfassungen und Landtagswahlordnungenfür die Kronländer, die Organisirung verschiedener Aemter und Behörden, aber auch die Versetzung des Feldzeug Meisters Baron Haynau, von dem das Gerücht ging, er habe die ihm für Ungarn übertragene Machtvollkommenheit mißbraucht, in den Ruhestand. Den, an den Ereignissen des Jahres im minderen Grade Betheiligten wurde eine Amnestie gewährt. Als am 2. September d. I. Oesterreich im Einverständnisse mit Rußland und anderen deutschen Verbündeten, trotz den Protesten Preußens, den Bundestag in Frankfurt wieder einsetzte, schien es zu einem Zusammenstoß zwischen den beiden deutschen Großmächten kommen zu müssen, wozu die hessischen Händel Gelegenheit boten; es siegte jedoch die Friedensliebe und am 27. November kam es — durch Zusammenkunft des Fürsten Schwarzenberg mit dem Minister Manteuffel in Olmütz — zu einer Einigung, welche die drohende Kriegsgefahr beseitigte. Die wichtigsten Ereignisse des Jahres 1851 bildeten wohl die kaiserlichen Erlässe vom 20. August, durch welche die Minister-Verantwortlichkeit aufgehoben und das monarchische Princip, sowie die Staats einheit als die Grundlagen des Staatsgebäudes aufgestellt MM? K M MM MM 1 »»M Ü ! j tz,'. H kWM Dg M-L v > 1'/ M. > MW AM DUM !«S!j VN» MAE MW?; MM EM MM N' - mW« MM' LEA wurden. In diesem Jahre unternahm der Kaiser auch eine Reise nach den italienischen Provinzen, welche durch die Siege Radetzky's dem Kaiserhause wiedergewonnen worden waren. Der Monat Jänner 1852 brachte — nachdem die reactionäre Strömung Oberhand gewonnen hatte und nachdem das Ministerium auf diese Art „den Wünschen der Bevölkerung" entgegenzukommen vorgab — die Außerkraftsetzung der „Verfassung vom 4. März 1849 und der durch selbe verbürgten Grundrechte". Am 5. Juni d. I. trat der Kaiser die große Rundreise nach Ungarn an und wurde in Pest feierlich empfangen. Empfang des Kaisers bei der Rückkehr aus Ungarn. Die Schwesterstädte waren festlich beleuchtet und am 10. wurde das Fronleichnamsfest daselbst in nie gesehener Pracht gefeiert, da der Kaiser und mit ihm der ganze Hofstaat, viele Magnaten und Würdenträger demselben anwohnten. Von Pest aus besuchte der Kaiser vorerst die Theißgegenden, von Czegled aus immer zu Wagen, von zahlreichen Banderien in festlicher Tracht begleitet. Er nahm den Weg über Nagy-Köres nach Ketskemet, durch den Kumanen- und Jazygier-Bezirk, nach Csongrad. Nach einem Besuche des Militärgestüts von Mezöhögyes begab sich der Kaiser nach Temesvar, wo er den Grundstein legte zum Denkmale des Verteidigers der Festung im Jahre 1849, des tapferen Rukawina. Dann ging er nach Arad, Großwardein, Debreczin und über Erlau, Gyöngyös und Jazbereny zurück nach Ofen. Nachdem der Kaiser noch Stuhlweißenburg, Fünfkirchen, Veszprim, Raab, Komorn, Gran, die Bergstädte, späterhin das Banat und Siebenbürgen besucht hatte, kehrte er am 14. August nach Wien zurück, wo ihm ein glänzender, festlicher Empfang bereitet wurde. Der Nordbahnhof war auf das Reichste geschmückt und am Praterstern erhob sich ein Prachtvoller Triumphbogen. Vor demselben befand sich eine Estrade mit dem Thronsessel und ringsum auf dem fahnengeschmückten Platze erhoben sich Tribünen, welche indeß nur die geringste Zahl jener Tausende fassen konnten, welche gekommen waren, dem feierlichen Empfange beizu- 4 Das Hai I er - Zn 6 ilän in. wohnen. Der Monarch nahm auf der Estrade die Bewillkommnungsrede des Bürgermeisters Dr. Seiller entgegen und beantwortete sie im freundlichsten Tone. Der Kaiser begab sich fodann unter Kanonendonner und dem Geläute aller Glocken zu Wagen durch die festlich geschmückten, menfchenerfüllten Straßen in die Stefanskirche, wo der Monarch einem Tedeum beiwohnte, nach dessen Beendigung er sich in die Burg verfügte. Abends war die Stadt glänzend beleuchtet. Leid und Freud in der Uuiserburg. Mit 24. August 1852 war die Wirksamkeit der Kriegsgerichte in Bezug aus die Untersuchungen aus dem Jahre 1848—49 geschlossen und wurde eine Reihe ausschließlich auf Ungarn bezüglicher Begnadigungen kundgemacht. Im December begab sich der Kaiser zum Besuche des Königs von Preußen nach Berlin. Italien war noch lange nicht beruhigt und wiederholte Aufstände in Mantua und Mailand mochten dem Kaiser schwere Sorgen bereitet haben. Mit allgemeinem gerechten Entsetzen erfüllte das ganze Land Oesterreich das am 18. Februar 1853 auf die Person des Kaisers durch den Schneidergesellen Johann Libenyi verübte Attentat. Während eines Spazierganges aus der Bastei, in Begleitung seines Flügeladjutanten Grasen Heinrich O'Donell, stürzte in demselben Momente, als sich der Kaiser nächst dem Kärnthnerthore über die Brustwehr lehnte, um in den Stadtgraben zu sehen, ein junger Mann herbei und versetzte dem Monarchen mit einem dolchartig geschliffenen Messer einen Stich in das Hinterhaupt. Die Waffe drang durch den Kragen der Uhlanka, prallte aber glücklicherweise an der Kravattenschnalle ab und drang daher nur sechs Linien tief in den Hals. Graf O'Donell und der wackere Wiener Bürger Joseph Ettenrei ch warfen sich sogleich auf den Mörder und hielten ihn bis zum Anlangen der Wache fest. Festen Schrittes, die Hand rückwärts aus dieblutende Wunde legend, schritt der besonnene und muthige Monarch dem Palais des Erzherzogs Albrecht zu. „Ich theile das Schicksal meiner braven Soldaten in Mailand!" rief er wehmüthig aus. Die innigste Theilnahme der Wiener Bürgerschaft gab sich dem Kaiser bei diesem Anlasse kund und als die Gewißheit, daß die Verletzung eine gefahrlose sei, in alle Kreise drang, strahlten Stadt und Vorstädte im Glanze einer improvisirten Illumination. Johann Libenyi büßte sein Verbrechen, das er ohne Mitschuldige begangen, durch den Tod mit dem Strang. Aber auch hier manisestirte sich die Herzensgüte des Kaisers im hellsten Lichte. Er wollte nämlich dem Verbrecher die Todesstrafe schenken, aber — so erzählt der Volksmund — das Gesammtministerium stellte seine Abdankung in Aussicht, wenn ein solch' ruchloser Frevel nicht nach aller Strenge des Gesetzes bestraft würde, und so ward der Gerechtigkeit freier Lauf gelassen. Des Kaisers Bruder, Erzherzog Ferdin and Max, faßte die Idee, die glückliche Errettung des Kaisers durch Erbauung eines Gotteshauses — der Votivkirche — zu feiern. Die Sammlungen wurden eingeleitet und heute erhebt sich vor dem Schottenthore eines der herrlichsten monumentalen Bauwerke, während der unglückliche Stifter lange schon eingezogen ist zur ewigen Ruhe in die Gruft seiner Ahnen. Im Mai 1853 erwiderte der König von Preußen den Besuch des Kaisers. Am 8. September wurden die von Kossuth entführte ungarische Krone und die ungarischen Reichsinsignien bei Alt-Orsova, wo sie auf einem Felde vergraben waren, aufgefunden und zuerst im feierlichen Zuge nach Wien, dann aber nach Ofen gebracht. Das Ende des Jahres brachte die Besetzung der Donausürstenthümer durch russische Truppen und damit die Einleitung zum Krimkriege. Während im Osten die Kriegsfurie wüthete, feierte Oesterreich ein freudiges Ereigniß — die Vermälung seines Kaisers mit der Tochter des Herzogs Maximilian in Baiern, der reizenden Prinzessin Elisabeth. Am Abende des 21. April 1854 traf die schöne Kaiserbraut in Linz ein, wo sie jubelnd empfangen wurde. Nicht minder herzlich war der Empfang in Wien, wo die Prinzessin am 23. Nachmittags ihren feierlichen Einzug hielt. Am 24. Abends zwischen 5 und 6 Uhr fand in der Augustinerkirche die Vermälung statt und am 25. feierte die Stadt Wien das Hochzeitsfest seines Kaisers mit einer der prachtvollsten Beleuchtungen der Stadt und Vorstädte. In allen Theatern fanden Festvorstellungen statt, im Prater wurde am 30. ein großes Volksfest abgehalten und die Gemeinde bedachte 40 arme Brautpaare mit Ausstattungen von je 500 Gulden. Die neue Quadernbrücke über die Wien, welche beim Einzuge der Kaiserbraut zuerst befahren wurde, erhielt zur Erinnerung der Namen „Elisabethbrücke". Das Ende des Jahres brachte den Einmarsch der kaiserlichen Truppen in die Donausürsteuthümer und die Allianz zwischen Frankreich, England und Oesterreich, welche am 2. December in Wien abgeschlossen wurde und die Erhaltung der Integrität der Türkei gegenüber den Angriffen Rußlands zum eigentlichen Zwecke hatte. Mit freudigem Herzen begrüßte das Volk von Oesterreich am 5. März 1855 die Geburt der Kaisertochter, der Erzherzogin Sophie und die in Folge des glücklichen Ereignisses am 7. April erflossene Amnestie. Am 13. November brachte die „Wiener Zeitung" das kaiserliche Patent mit der Bekanntmachung des zwischen Sr. k. k. Apostolischen Majestät und dem Papste Pius IX- abgeschlossenen Concordates, jenes Bündnisses, das der Kaiser im guten Glauben an die Versprechungen der römischen Curie einging, das er aber zur Zeit des Bürgerministeriums gerne löste, als er die eigentlichen Absichten der Concordatsvermittler kennen gelernt hatte. Das Jahr 1856 brachte dem Kaiser durch die am 12. Juli erfolgte Geburt der Erzherzogin Gisela neue Vatersreuden. Wir haben ferner zu verzeichnen den Abschluß des Pariser Vertrages, welcher die Integrität der Türkei garantirte, danndieReise des Kaiserpaares nach den italienischen Provinzen und die Grundsteinlegung zur Votivkirche, die in feierlicher Weise am 24. April stattsand. Bedeutungsvoll für die Stadt Wien war das Jahr 1857. Das hundertjährige Jubiläum des Maria Theresien - Ordens, die landwirth- schaftliche Ausstellung sind nur von untergeordneter Bedeutung gegenüber dem hochwichtigen, großherzigen Entschlüsse des Kaisers, welcher die De mol i- rung der Wiener Basteien und Festungswerke a n b e f a h l. Im Mai 1857 traten die Majestäten die Reise nach Ungarn an und wurden überall in der festlichsten Weise empfangen. Eine großartige Beleuchtung der Schwesterstädte, ein imposanter Fackelzug gaben der allgemeinen festlichen Stimmung Ausdruck. Eine allgemeine Amnestie für politische Delicte jeder Art erhöhte den Jubel des Volkes. Leider wurde die Kaiserreise in Ungarn durch ein tief betrübendes Ereigniß unterbrochen, indem am 29. Mai die erstgeborne Tochter Erzherzogin Sophie in Ofen starb. Die Majestäten trafen schon am 30. wieder in Wien ein. Im August nahm der Kaiser allein die unterbrochene Reise nach Ungarn wieder aus. Am 20. December endlich erfolgte der verheißene kaiserliche Erlaß, welcher die Erweiterung der inneren Stadt Wien, die Regulirung und Verschönerung derselben anbefahl und demnach die Auflassung der Fortificationen und Gräben bewilligte. Das herrliche glänzende Wien, wie es heute dasteht, verdankt diesem hochherzigen Entschlüsse des Kaisers sein Gedeihen, und mit gerechtem Stolze mag der Monarch auf seine schöne Residenzstadt blicken, die durch seine Initiative ein neues Kleid, mehr als das: bessere Lust, bessere Gesund h e i t s v e r h ä l t n i s s e b e k a m. Am 29. März 1858 wurde bei der Rothenthurm- Bastei der erste Spatenstich zur Abtragung der Stadtmauern gethan und schon am 1. Mai desselben Jahres fand die festliche Eröffnung des nach Sr. Majestät dem Kaiser benannten „Franz Josephs-Quai" statt. Ein anderes freudiges, für die Zukunft des Landes hochwichtiges Ereigniß war die Geburt des Kronprinzen Rudolph am 22. August 1858. Fran; Joseph der Reformator. Schwer und unheilvoll war das Jahr 1859. Die Zustände in Italien waren unhaltbar geworden und die Haltung der Regierung des Königreiches Sardinien erforderte energische Abwehr. Der Uebergang der österreichischen Armee über den Mincio eröffnete den Krieg, in welchem Italien, mit Frankreich verbündet, Oesterreich feindlich gegenüberstand. Der Unglückstag von Monte- bello nöthigte die österreichische Armee zum Rückgänge in die Lombardie und die folgenden Niederlagen von Magenta und Solserino entschieden den Feldzug zu Ungunsten Oesterreichs und zwangen den Kaiser, die Lombardie an den siegenden Gegner abzutreten. Es war dieß einer der ersten jener furchtbaren Schläge, womit das unerbittliche Schicksal in den letzten beiden Decennien Oesterreich immer wieder heimsuchte, so oft dessen Söhne zur Abwehr das Schwert zogen. Das Kriegsglück hatte uns seit Radetzky's Tod einmal den Rücken gewendet und lächelte uns nur ausnahmsweise in Schleswig-Holstein wieder. Wir können uns daher die Sorgen des Kaisers, welcher seine bisher siegreich gewesenen Truppen zum ersten Male geschlagen heimkehren sah, lebhaft vergegenwärtigen. Während sich aber die Schönfärber über die Ursachen der Niederlagen herumstritten, ging der Kaiser daran, die Wunden zu heilen, die der Krieg geschlagen, und bemühte sich, die Väter der Gefallenen durch freiheitliche Concessionenzu entschädigen. Er fühlte mit seinen Völkern das Bedürfniß nach anderen politischen Zuständen und drang, seinen eigenen Intentionen folgend, auf eine totale Aenderung der Verwaltung. Mit den Segnungen des Friedens wollte er den Bürgern Ersatz bieten für die Mißerfolge des Krieges, und wenn das October-Patent auch nicht die von ihm beabsichtigte Wirkung erzielte, so datirt doch vom Jahre 1860 angefangen der Beginn jener neuen constitutionellen Aera, welche uns Preßfreiheit und Schwurgericht, die interkonfessionellen Gesetze und neue Schulen verschaffte, die theilweise Trennung der Kirche vom Staate bewerkstelligte, das Vereinsleben weckte und uns das neue Wehrgesetz, die Aenderung derPreßproceßordnung und zuletzt noch die directen Wahlen eingebracht hat. Nach 11 Jahren berief Franz Joseph die Vertreter seiner Völker wieder in den Reichsrath, und am 29. März 1861 fand die feierliche Eröffnung des Parlamentes statt, für dessen Provisorische Unterbringung mit fabelhafter Eile das Haus vor dem Schottenthore erbaut worden war. Das unscheinbare Gebäude hat in seinen Mauern manchen bedeutungsvollen Wortkampf erlebt, aber wenn wir die Entstehungsgeschichte der neuen Gesetze verfolgen, so werden wir zu unserer Freude erfahren, daß der Kaiser jedes derselben gerne sanctionirte, daß er selbst solchen, die seine Vorrechte begrenzten, freudig seine Zustimmung gab, wenn ihm nur von den Vertrauensmännern des Volkes eine segensreiche Wirkung in Aussicht gestellt worden war. Licht und Aufklärung begannen sich über Oesterreich zu verbreiten, und wenn auch nicht alle Nationen ihre Vertreter in das junge Parlament sandten, so wurde von demselben doch unendlich viel Gutes geschaffen unter dem Schutz und Schirm des constitutionellen Kaisers. In den Jahren 1863 und 1864 lächelte uns das Glück! Errangen doch Oesterreichs Truppen wieder Lorbeern auf den Schlachtfeldern von Schleswig-Holstein. Die Heimkehrenden wurden, als sie, die Ersten, über die neueröffnete AsPernbrücke zogen, mit tausendstimmigem, herzlich gemeintem Jubel empfangen. Leider legte dieser Krieg den Grund zu den betrübenden Ereignissen des Jahres 1866. Indessen waren die Zustände im Lande lange nicht geregelt; die stramme Centralisation, wie sie Minister Schmerling wollte, scheiterte an dem passiven Widerstande der Ungarn und Slaven. Der erste Mai 1865 sah die feierliche Eröffnung der Ringstraße durch den Kaiser. Das große Werk war zum Theile vollbracht, der steinerne Gürtel, der die Stadt beengt hatte, war gefallen und aus den einstigen Glacis begannen sich stolze und herrliche Paläste zu erheben. Nach dem Jahre 1866. Die Angelegenheiten zwischen Oesterreich, Deutschland und Preußen lagen noch immer im Argen, und der Kaiser, ernstlich gewillt, eine dauernde Einigung und mit ihr Garantie für einen bleibenden Frieden zu erzielen, beriefdie deutschen Fürsten i.n die freieStadt Frankfurt am Main, um daselbst zu berathen, was zur Erreichung des obigen Zieles nothwendig sei. Aber die große Idee des Kaisers scheiterte an dem Widerstande Preußens, dessen König nicht erschien und die Fürstenzusammenkunft blieb ohne entscheidende Resultate. Die erbitterte Stimmung Preußens, das seine Stellung in Deutschland erschüttert sah, trat Oesterreich gegenüber immer deutlicher zu Tage; sie documentirte sich durch die Besitzergreifung von Schleswig-Holstein und führte endlich zur Eröffnung des Krieges, der in dem Unglücksjahre 1866 Tausende von Menschenleben zum Opfer forderte. Die vom Minister Belcredi an- gerathene und von ihm in Anbetracht der Situation des Reiches als dringend nothwendig geschilderte Sistirung der Verfassung war überdieß nicht angethan, das Volk für den Kampf zu begeistern; indessen strömten Freiwillige und Unfreiwillige zu den Fahnen, um das Vaterland zu vertheidigen, welches im Norden und Süden einen starken Gegner abzuwehren hatte. Aber während im Süden die Tage von Custozza und Lissa dem alten Ruhmeskranze der österreichischen Waffen neue Blätter einfügten, wendete im Norden das Kriegsglück denselben beharrlich den Rücken, und eine Reihe unglücklicher Gefechte, welchen die Niederlage bei Königgrätz folgte, brachte die siegenden Preußen bis in die nächste Nähe von Wien. Die Abtretung Venetiens an den Kaiser der Franzosen gab die Südarmee frei, aber der Friedensschluß von Nikolsburg endigte, Dank der weisen Mäßigung Preußens, weiteres Blutvergießen. « Jas Hailer-Inöilanm schlagen, r durch gen. riß nach eigenen mg der s wollte ilge des rch nicht tirt doch r neuen eit und m Ge seTren te, das ehr dnung lcht hat >ie Ver- srath, nung isorische ivr dem Nauern r wenn verfol- vaß der r selbst me Zu- asmän- lussicht ren sich cht alle andten, tes ge- onsti- rs das wieder olstein er die msend Leider en Er- e nicht Minister Wider- röff große Gürtel, en ein- Zaläste W rutsch ld der ad mit sielen, tadt . was Aber tande sten lltate. seine rreich ntirte lstein >, der leben >ie Trauung des Kaisers mit Prinzessin Elisabeth. 6 Das Haiser - Iuöisäu m. Der vielgeprüfte Monarch errieth mit klarem Blicke die Grundursachen dieser Mißerfolge und fest entschlossen, seinen Völkern Ruhe und Zufriedenheit zu geben, berief er abermals die Vertreter des Volkes. Das Ministerium Belcredi fiel, Beust übernahm die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten und eine Reihe der wichtigsten Reformen gab Zeugniß von dem unerschütterlichen Vorhaben des Kaisers, den vielfach angefochtenen consti- tutionellen Principien endlich die gebührende Achtung zu verschaffen. Der Vertrag mit Rom, der bei der Gesammtbevölkerung auf den heftigsten Widerstand gestoßen war, wurde als aufgelöst erklärt und der Jubel darüber gab sich meiner glänzenden Illumination kund. Der Ausgleich mitUngarn wurde auf Grund des Dualismus geschaffen und fand in der feierlichen Krönung desKaisers zumKönige von Ungarn in Pest seine Sanction. Tausendstimmiger Jubel begrüßte den König, als er auf dem Krönungshügel das Schwert nach den vier Weltgegenden schwang, zum Zeichen, daß er das Land gegen jeden Feind, woher er immer kommen möge, zu vertheidigen gelobe. Langjähriger Hader war damit beigelegt und die Länder der ungarischen Krone hatten endlich, Dank dem Zuvorkommen ihres Königs, den längst ersehnten Frieden gefunden. So schwer aber auch manche Folgen des Ausgleiches die cisleithanischen Völker bedrückten, sie begrüßten dennoch in dem Zustandekommen des neuen Verh ältnisses diebesten Bürgschaften zukünftigen Friedens! Noch einmal schien es, als sollte es der Reaction gelingen, dem reformatorischen Geiste des Kaisers Hindernisse in den Weg zu stellen; es war damals, als so unerwarteter Weife das Ministerium Hohenwart- Jireaek-Schäffle die Geschicke des Staates zu leiten berufen ward. Aber der mannhafte Sinn der Deutschen und die weise Erwägung des Kaisers, welcher im letzten Momente seine Verfassungstreue glänzend bewährte und illegalen Schritten seine Genehmigung versagte,beseitigten diese neue Gefahr und ebneten jenem liberalen Walten des Kaisers die Wege, auf welchen ihm das Volk allezeit vertrauensvoll ent- g egenkommen wird! Aus den letzten Jahren. In den Jahren 1870 und 1871, welche der deutsche Aar dazu benützte, um den übermüthigen gallischen Hahn zu züchtigen, ward durch die strenge Neutralität, in der sich Oesterreich verhielt, bewiesen, daß dessen Kaiser dem Wohleseiner Völker und Länder den gebührenden Werth beilegte, indem er dem in gewissen Kreisen höchst lebhaft auftretenden Verlangen einer „Rache für Sadowa" kein Gehör schenkte. Seither ist der Kaiser rastlos bemüht, den Wohlstand seiner Länder zu heben, der Industrie und dem Handel neuen Aufschwung zu geben und den Bürgern jene Freiheiten zu gewähren, welche der vorgeschrittene Zeitgeist bedingt. Die Meltaus st ellung, ebenfalls der Initiative des Kaisers ihr Zustandekommen verdankend, und mit einem Glanze und einer Pracht in Scene gesetzt, daß sie alle Früheren weit übertrifft, ist ein glänzender Beweis von dem Streben unseres Kaisers, der Industrie Geltung zu verschaffen. Die Besuche der fremden Potentaten, vor Allen jener des Königs Victor Emanuel und des deutschen Kaisers Wilhelm I., sind eine Bürgschaft für den Weltfrieden, eine Garantie der Politik, welche Oesterreich verfolgt, eine Huldigung für die civilisatori- schen Tendenzen des kaiserlichen Jubilars. Selten hat aber ein Regent so herbe Prüfungen bestanden, wie Franz Joseph — selten ist Einer so- glänzend aus allen hervorgegangen! Auch im Familienkreise blieb ihm mancherlei Kummer nicht erspart; der Tod eines geliebten Kindes, die lange Krankheit seiner Gemalin, das traurige Ende des theueren Bruders, der ausgezogen war, eine Kaiserkrone zu finden und, Dank napoleonischer Perfidie, nur eine Kugel fand, die feinem MM WLM MW WM !, > UM iE MM MM! edlen Leben ein Ende machte, und zuletzt das Hinscheiden einer heißgeliebten Mutter, einer hochverehrten Großmutter— Alles das mag unseremKaiser manche Stunde schweren Herzleides verursacht haben, aber er tritt heute noch immer ungebrochen, ritterlich, wie in seinen Jünglingsjahren, schwergeprüft, aber überzeugnngstreu und selbstbewußt unter sein Volk, — thatkrästiger als je! Freilich waren dem hohen Herrn auch viele Freuden beschieden! Sah er doch den hoffnungsvollen Sohn gesund und kräftig zum vielversprechenden Jüngling heranreifen und im letzten Jahre die zu voller Schönheit und Lieblichkeit erblühte Tochter zum Traualtäre mit dem wackeren Prinzen Leopold vonBaiern schreiten; er freut sich daher des Glückes seiner Kinder, wie irgend ein vom Schicksal begünstigter Mann aus dem Volke. Viele Bogen müßten wir aber vollfchreiben, wollten wir all'der wichtigen Veränderungen gedenken, welche die Regierung Franz Josephs des Erst enhervorgerufen. Die Schöpfung der Staats gründ- und vieler anderer neuen Gesetze, die Aufhebung der Ketten- und Prügelstrafe, die Einführung der Schwurgerichte für Preßver gehen, die Organisation des Heeres, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht; vor Allem aber die Heuer ins Leben getretene Wahlreform und zuletzt noch die wahrhaft freisinnig gehaltene Thronrede — sie geben Zeugniß Die Ueberschwemmung im Jahre 1862 . von dem Fortschreiten unseres Staatslebens auf liberaler Basis. Die zahllosen Züge von dem humanen Sinne des Kaisers, die man sich im Volke erzählt — darunter insbesondere seine thätige Hilfeleistung bei der Ueberschwemmung des Jahres 1862, wo er mit Gefahr seines Lebens die bedrohtesten Punkte aufsuchte, um persönlich Hilfe zu schaffen — sprechen für sein warmes, edles, gefühlvolles Herz. Monumente des Kaisers. Wohin aber das Auge blickt in unserem schönen Wien, stößt es auf Zeugen des Kunstsinnes Franz Joseph I. Die Prachtbauten, welche sich auf der Ringstraße erheben, der Stadtpark, das Museum, die Denkmale des Erzherzogs Karl und des Prinzen Eugen, des Feldmarschalls Schwarzenberg, das Arsenal und das Ru d olfsspital, derAlbrecht- brunnen, die Aspernbrücke, die neue Sofien-, sowie die Maria Th eresienb rücke, die Verbindungsbahn u. s. w., u. s. w., u. s. w. sind unter seinem Schutze entstanden; seiner Freigebigkeit wird das Wien der Zukunft eine seiner herrlichsten Zierden — den Rathhauspark mit dem Rathhause, das Parlaments- und Universitnts-Gebäude, die H ofmuseen u. s. w., u. s. w. — verdanken. Er überließ der Stadt den Exercierplatz, der bis dahin militärischerseits unnahbar festgehalten worden war, zu den vorerwähnten großartigen Bauten. Unter seiner Aegide fand die Restaurirung deK St. Stefansdomes, dieses ehrwürdigsten aller Wahrzeichen Wiens, statt. Auch die für das materielle Wohlbefinden der Stadt hochwichtige Hochquellen-Wasserleitung, welche den Bewohnern gutes Wasser zuführt, dankt dem Monarchen, der sie durch das Geschenk des Kaiserbrunnens möglich machte, ihr Zustandekommen und, als Hauptwerk vor Allem, wird die Donauregulirung, dieses Meisterwerk technischer Kunst, die Wiener aller künftigen Zeiten den Namen jenes Kaisers segnen und verehren lehren, der den ersten Spatenstich zu demselben gethan hat. Möge ihm die Anhänglichkeit seines Volkes Ersatz gewähren für die Mühen, welche das Geschick auf sein Haupt geladen; — das Volk von Oesterreich ist dankbar, und es kömmt aus vollstem Herzen, wenn es ihn heute, am fünfundzwanzigsten Jahrestage Seiner Thronbesteigung mit dem Jubelrufe begrüßt: „Es lebe der Kaiser!" Was unter des Kaisers Regierung geschaffen wurde. Institutionen. 1943. S. December. Aufhebung der Befreiung des Adels von der Militärpflicht; Aushebung durch das Los. 10 . December. Errichtung der Handels- und Gewerbekammern. 1349. 4 . März. Aufhebung des Unterthanenverbandes und Entlastung von Grund und Boden. 14. Juni. Neue Gerichtsverfassung. September. Reform des Brief- und Fahrpost-Tarifs. Porto-Herabsetzung; Einführung der Briefmarken. Gestattung der Benützung des Staatstelegraphen zur Privatcorrespondenz. Regelung des Studienwesens. Neue Eintheilnng der Armee und Vereinfachung der Militür- administration. 29. October. Einführung der Einkommensteuer. 2. December. Stiftung des Franz Joseph-Ordens. 1. November. Erste Ausgabe des Reichsgesetzblartes. 1950.5. Jänner. Beginn der Publikationen der Landesverfassung und Landtagswahlordnung. 13. Jänner. Organisirung der Communicationsanstalten (Post, Eisenbahnen, Telegraphen). 15. Jänner. Einführung der allgemeinen Wechselordnung. 18. Jänner. Einführung der Gendarmerie. 1. März. Erlaß einer (provisorischen) neuen Gemeindeordnung. 16. Juni. Theißregnlirung. 5. Juli. Erste öffentliche und mündliche Schlußverhandlung beim Bezirksgericht. 35. Juli. Einsetzung und Einrichtung der theoretischen Staatsprüfungen für Studirende der Rechts- und Staatswissenschaften. 7. August. Einsetzung eines Obersten Gerichts- und Eassationshofes. 3. October. Neuorganisation der evangelisch-theologischen Facultät. 31. October. Reorganisation der Wiener Kunstakademie. 14. November. Erlassung eines neuen Theatergesetzes. 21. December. Errichtung der Finanzprocuratur, 1851- 2. Jänner. Einsetzung einer Centralcommission für Erforschung vaterländischer Aller Baudenkmäler. 15. Jänner. Erste Schwurgerichtsverhandlung. 2. März. Errichtung von Realschulen. 15. Mürz. Verbindung aller österreichischen und deutschen Telegraphenlinien. 7. April. Eröffnung der Prag-Dresdener Eisenbahn, wodurch Wien mit dem deutschen Norden in Eisenbahnverbindung trat. 13. April. Einsetzung des Reichsrathes. 27. Mai. Einsetzung eines neuen Strafgesetzes. 24. August. Einstellung der Kriegsgerichte. Erlaß eines neuen Vereinsgesetzes. 14. September. Errichtung der Oberlandesgerichte als Gerichtshöfe zweiter Instanz. 14. November. Anordnung der Regulirung des Donaustromes. 20. November. Erlaß einer Civil-Jurisdictionsnorm. 22 . December. Erlaß eines neuen Jagdgesetzes. 1853.3. Mai. Gesetz über die innere Einrichtung und Geschäftsordnung sämmtlicher Gerichtsbehörden. 29. Juli. Einführung einer neuen (der jetzigen) Strafproceßordnung. 1. September. Neuorganisirung des Hauptzollamts und Gefällen- oberamts. 1. September. Aufhebung des Belagerungszustandes in Wien und Prag. 24. December. Neuer Zolltarif. 1954.28. März. Einführung der Stempelmarken statt der Stempelbogen. ,16. April. Aufhebung des Belagerungszustandes in Ungarn. 11. Juli. Einführung des neuen Börsegesetzes. 1855.15. Jänner. Abschaffung der Spitzruthenstrafe in der k. k. Armee und Einführung eines neuen Militär-Strafgesetzbuches. 29. Jänner. Gesetz über die Ausübung der Civilgerichtsbarkeit der k. k. Consulate. 21. Mai. Neue Notariatsordnung. 1856.16. September. Versammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte in Wien. 8. October. Ehegesetz für Katholiken. 1957-28. April. Weltumseglung der Fregatte Novarra. 9. Mai. Landwirthschaftliche Ausstellung im Augarten. 18. August. Flußbettregulirung der Drau. 1858.13. April. Einrichtung und Bestimmung der Polizeiverwaltung. 10. September. Aufhebung des Waarenstempels. 18. September. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner. 7. December. Gewerbliches Musterschutzgesey. 1859.12. März. Gesetz über Haftung für das Verschulden der Gerichtsbeamten. 20. December. Neue Gewerbeordnung. 1860.6. Jänner. Außerkraftsetzung des Gesetzes, daß Juden bedenkliche Zeugen sind. 13. Jänner. Aufhebung der Beschränkungen in gewissen Gewerben und im Aufenthalt auf flachem Lande für die Juden. 1361. 26. Februar. Gesetz über den Wirkungskreis der Landesvertretung und Bestimmung über die Wahl der Abgeordneten. 1862.27. October. Gesetz zum Schutz der persönlichen Freiheit und des Hausrechtes. 17. December. Erlaß eines (des gegenwärtigen) Preßgesetzes. 1864.29. December. Regelung der Beschäftigung der Sträflinge. 1865.17. October. Neuorganisation des polytechnischen Institutes. Neuorganisation der k. k. Akademie der bildenden Künste. 2. November. Handelsvertrag zwischen Oesterreich und Großbritannien. 1866.9. Februar. Postvertrag zwischen Oesterreich und Rußland. 11 . November. Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Oesterreich und Frankreich. 11. December. Staatsvertrag mit Frankreich zum Schutz des literarischen Eigenthums. 14. December. Erlaß eines Wuchergesetzes. 1967. 2 . Februar. Einberufung des außerordentlichen Reichstages. 21. Februar. Gesetz, betreffend die allen Ländern der österreichischen Monarchie gemeinsamen Angelegenheiten. 25. Juli. Gesetz über die Verantwortlichkeit der Minister der im Reichsrathe vertretenen Länder. 15. November. Gesetz über das Bereinsrecht (das heutige). 15. November. Aufhebung der körperlichen Züchtigung und der Kettenstrafe für Sträflinge. 15. November. Aufhebung des Verlustes oder der Beschränkung der bürgerlichen Handlungsfähigkeit eines Verurtheilten. 21. December. Gesetz über die Reichsvertretung. 21. December. Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger für die im Reichsrathe vertretenen Länder. 21. December. Staatsgrundgesetz über die richterliche Gewalt. 21. December. Einsetzung des Reichsgerichtes. 1868. 4. Mürz. Aufhebung der Schuldhaft. 19. Mai. Gesetz über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden. 25. Mai. Gesetz über die Regelung der interkonfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger. 25. Mai. Einführung der Civileye und Ueberweisung der Gerichtsbarkeit in Ehesachen der Katholiken an die weltlichen Gerichtsbehörden. 25. Mai. Gesetz über das Verhültniß der Schule zur Kirche. 14. Juni. Aufhebung der Wuchergesetze. 20. Juni. Convertirung der Staatsschuld. 29. Juni. Organisation der Handels- und Gewerbekammer. 15. Juli. Aenderung der Bestimmungen der Normatage für Theater rc. 5. December. Regelung der Wehrpflicht. 25. December. Einführung der neuen Concursordnung. 31. December. Gesetz, betreffs Eheschließung zwischen verschiedenen Con- fessionen. 1969.18. April. Organisation des Reichsgerichtes. 14. Mai. Gesetz über das Unterrichtswesen bezüglich der Volksschulen. 20. Mai. Militär-Jurisdictionsnorm. 22. September. Einführung der Correspondenzkarten. 1870.6. April. Gesetz wegen Schutz des Brief- und Schriftengeheimnisiss. 9. April. Gesetz über Ehen von Angehörigen, die keiner gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgenossenschaft angehören. 9. April. Führung der Geburts-, Ehe- und Sterberegister. 30. April. Organisation des öffentlichen Sanitätsdienstes. 1671.21. Juli. Bewilligung eines Betrages von sechs Millionen für die internationale Weltausstellung in Wien. 23. Juli. Neue Maß- und Gewichtsordnung. 25. Juli. Neue Notariatsordnung. 1872.20. Juli. Gesetz, betreffend die Besorgung des Religionsunterrichtes an öffentlichen Volks- und Mittels..,ulen. 1872 wurde auch in Gemeinschaft mit dem Kaiser von Deutschland und dem Kaiser von Rußland die feste Basis einer mächtigen Friedenspolitik durch die Reise des Kaisers Franz Joseph nach Berlin gelegt. 1373.Einführung einer neuen Wahlreform für den Reichsrath. Eröffnung der Hochquellen-Wasserleitung. Einführung eines neuen Dienstreglements für die k. k. Armee. Amnestien. 1849.18. August. Für das Königreich Italien. December. Für die zu einem Jahre Verurtheilten, welche die halbe Strafzeit abgebüßt. 1850 11. Juli. Für 109 Jnhaftirte, die sich in Ungarn und Siebenbürgen an der Revolution betheiligten. 27. Juli. Für 53 am Wiener October-Auf- ruhr Betheiligte. 1851. April. 15 Begnadigungen. 1352. August und September. Begnadigungen. November. 100 Sträflinge in Comitatsarresten. 1653.19. Marz. Amnestie für das Complot in Mantua. 1854. April. Amnestie bei Gelegenheit der Bermülung. 1355. Gänzliche Amnestie für 586 und theilweise Strafnachsicht für 311 Sträflinge. 1956.12. September. Große Amnestie bei Gelegenheit der Geburt der Erzherzogin Gisela. 1857.25. Jänner. Allgemeine und unumschränkte Amnestie. In den folgenden Jahren mehrere einzelne Gnadenacte bei verschiedenen Anlässen. 1869. Begnadigung für Rosza Sandor. Amnestie bei Gelegenheit der Krönung zum König von Ungarn. Spenden. 1353. Februar. 550 Dukaten für die verwundeten Soldaten in Mailand. August. Für das Krankenhaus in Ischl 2000 fl. 1854. Bei Gelegenheit der Bermülung wies Seine Majestät 200.000 fl. für die Armen an und Ihre Majestät spendete von ihrer Mitgift 50.000 fl. zu gleichem Zwecke. Bei der Krönung zum Könige von Ungarn wies Seine Majestät das Krönungsgeschenk der Ungarn dem Lande zu. Außerdem unzählbare Geschenke an patriotische und Wohlthätigkeits- vereine, ür Kirchenbauten, wissenschaftliche Institute und Vereine. Bahnen und Berkehrsgesellschaften. 1849.15. September. Eisenbahn von Cilli nach Liabach.' 1853. 23. September. Südbahn. 1854.15. März. Befuhr das erste Schraubenschiff die Donau. Die großartige Semmeringbahn. 1855.22. October. Wieu-Raaber Eisenbahn. Staatseisenbahn. Es traten acht Eisenbahnen Oesterreichs und Deutschlands in Verband. Streckenerweiterungen der Ferdinands-Nordbahn. 1856.15. Juni. Reichenberg-Pardubitzer Bahn. 21. December. Kaiserin Elisabeth-Westbahn. Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerk- und Eisenbahn. 10. November. Theißeisenbahn. Böhmische Westbahn. 1357.3. Mürz. Galizische Carl Ludwigsbahn. 27. April. Laibach-Triester Bahn. 1. September. Eröffnung der Bahnstrecke Südbahn-Hauptzollamt. 1858 Graz-Köflacher Eisenbahn. 1864.11. Jänner. Lemberg-Czernowitz-Jassy-Eisenbahn. 1866.11. November. Kronprinz Rudolphbahn. 1867. Erste Siebenbürger Eisenbahn. Kaiser Franz Josephbahn. 1368. Wiener Tramway (Pferdebahn). Neue Omnibusgesellschaft. 1869. Ostrau-Friedländer Eisenbahn. Ketten-Remorqueur-Gesellschaft. 1673. Bergbahn. Sonst entstanden noch ^ Buschtiehrader Eisenbahn, Dux-Bodenbacher, Linz-Budweiser, Kaschau-Oderberger, Oesterreichische Nordwestbahn, Südnorddeutsche Verbindungsbahn, Oesterreichische Transportgesellschaft. Ferner die Localdampfer auf der Donau. Brücken. Aspernbrücke, vom Ring in die Praterstraße (mit den allegorischen Figuren von Melniczky). Brigittabrücke, nächst dem Franz Josephbahnhof. Eisen bahn ketten brücke der Verbindungsbahn. Elisabethbrücke zur Wieden (mit Standbildern von Preleutner ' Pilz, Gasser rc.). MariaTheresien brücke, zum Augarten führend (mit schönen Figuren). Nevillebrücke. Radetzky brücke an der Wienausmündung. Schlachthausbrücke. Schwarzenbergbrücke zum Rennweg (mit Statuen des Bildhauers Kundtmann). Sophienkettenbrücke auf der Landstraße. Tegetth off brücke, die verlängerte Johannesgasse mit der Landstraße verbindend. Sonst noch kleinere Holz- oder Kettenbrücken. Brunnen. Albrechtsbrunnen in der Operngasse. Donau Weibchen-Brunnen im ehemaligen Bank- und Börsegebäude auf der Freiung (1861). Günsemädchen-Brunnen auf der Brandstatt (1865). Georgsbrunnen im Montenuovo-Palais auf der Freiung. Endlich fand die Restauration des herrlichen Donner'schen Brunnens am Mehlmarkt und in neuester Zeit (1872—73) der Bronzenmguß desselben statt. Tie neueste Brunneneröffnung ist die des Hochstrahlbrunnen's am Schwarzenbergplatz. Denkmäler. Erzherzog Karl auf dem äußeren Burgplatz (1860). Prinz Eugen ebendaselbst (1865), beide von Fernkorn. Feldmarschall Fürst Schwarzenberg auf dem Schwarzenbergplatz (1867), von Hähnel. Ressel-Denkmal vor dem Polytechnischen Institute auf der Wieden (1863), von Fernkorn. Schubert-Denkmal im Stadtpark, von Kundtmann. Donauweibchen ebendaselbst, von Gasser. Metastasio-Denkmal in der Minoritenkirche (1855). Denkmal der Märzgefallenen von 1848 am Schmelzer Friedhof. Mozart-Denkmal am St. Marxer Friedhof, von Gasser. Cavalleriegruppe in der Equitation, von Meixner. Statue des Kaisers Max von Mexiko in Hietzing. Löwen-Denkmal auf dem Schlachtfelde von Aspern (1858). Stadtpark am Parkring (1862). Kinderpark am Parkring, beim Karlssteg, an der Burggaffe, Josephstadt, Mariähilf (Esterhazygarten) Gartenbau ge sellschafts-Park. Polytechnischer Garten. Rathhaus-Park. Gebäude. (Alphabetisch nach Charakteren.) Bäder» Margarethenbad in Margarethen. Röin erb ad am Praterftern. Bahngebäude. Kaiser Ferdinands-Nordbahnhof 1866). Elisabeth-Westbahnhof. Staatsbahnhof. Franz Josephsbahnhof (1871). Nordwestbahnhof. Handelsgebäude und industrielle Institute. Creditanstalt am Hof (1858—60). Telegraphenamt, Renngasse und Nebenämter Leopoldstadt und Kärnth- nerring. Handelsakademie, Akademiestraße (1862). Trödlerhalle, Alsergrund (1864). Großmarkthalle, Landstraße (1865). Detailmarkthalle. Liebenbergg asse. Provisorische Börse am Schottenring. Staatsbahngesellschaft am Schwarzenbergplatz. Waarenhaus Philipp Haas und Söhne, Stock-im-Eisenplatz. Humanitäre Anstalten und Spitäler. Neues Irrenhaus, Alsergrund, Lazarethgasse (1852). Rudolphsstiftung, Landstraße, Spital, vom Kaiser gegründet 1358 (vollendet 1865). Bürgerversorgungsanstalt, Alsergrund (1860). Bezirkskrankenhaus Wieden (Vergrößerung desselben). Jsraelitenspital in Währing (1872). Städtisches Spital (Choleraspital an der Triesterstraße 1873). Kirchen und Gotteshäuser. Griechisch nicht-unirte Kirche am Fleischmarkt (1352). Altlerchen selber- Kirche (1853). Elisabeth-Kirche, Wieden (1860—66). Heilands- (Votiv-) Kirche vor dem Schottenthor (1856 begonnen). Lazzaristen-Kivche am Neubau (1860—62). Weißgärb er-Kirche, Löwengasfe (1866—70). Neue Synagoge, Tempelgasse, Leopoldstadt (1858). Kunst-Gebäude und Anstalten. Oösterreichisch er Kunstverein mit permanenter Ausstellung. Künstlerhaus, Lothringerstraße (1865—68). Musikvereiusgebäude, Künstlergasse (1867—70). Museum für Kunst und Industrie am Stubenring (1871). Militärische Gebäude. Arsenal vor der Belvederelinie mit dem herrlichen Waffenmuseum (1849—55). Franz Josephs-Kaserne, Dominikanerbastei (1857). Rudolphs-Kas ern e. Joseph st ädterCavallerie-Kaserne (1853). Central-Cavallerieschule (Equitation), Landstraße. Geniegebäude am Getreidemarkt. Berpflegs magazin, Leopoldstadt. Generalkommando (im Bau begriffen), auf dem Paradeplatz. Paläste. Erzherzog Al brecht am Burgring (Zubau 1863). Erzherzog Ludwig Victor, Schwarzenbergplatz (1865). Erzherzog Wilhelm, Stubenring (1865—66). Fürst Montenuovo, Strauchgasse (1852). Todesco, Kärntnerstraße (1861). Schey, Opernring. Heinrichshof, Opernring. Pereira'sche Erben, Aziendahof (1869). Epstein, Bellariastraße (1872). Wertheim, Schwarzenbergplatz. Hotel Imperial. Hotel Metropole. Hotel Austria. Biele andere große Hotels. Politische Gebäude. Abgeordnetenhaus (provisorisch) vor dem Schottenthor (1861). Rath Haus (im Bau begriffen). Theater. Hofopernhaus, Operngasse (1861—69). Strampfer-T,h eater (Umbau). Stadt-Theater (1873). Komische Oper (1873). Residenz-Theater, Kolowratring. Fürst-Theater im Prater. Orpheum in der Wasagasse. Theater in Rudolphsheim. Neues Orpheum im Prater. Vauxhall im Prater. Unterhaltungsorte. Musikvereinssaal im neuen Muflkvereinsgebüude Gartenbaugesellschaft. Kursalon im Stadtpark. Schwende r's Colosseum in Rudolphsheim. Schwender's Neue Welt in Hietzing. Circus Renz in der Leopoldstadt. Circus Carrs im Prater. Wissenschaftliche Institute. Geologische Reichsanstalt, Landstraße (1849). Gartenbaugesellschaft. Akademisches Gymnasium, Christinengasse (1863—66). Pädagogium (Bildungsanstalt für Lehrer), Stubenbastei (errichtet 1363 Chemisches Laboratorium, Währing erg affe. Ingenieur- und Architekten-Berein. Plätze. Rudolph sp.atz. Franz Josephs-Quai. Schillerplatz. Aeußerer Burgplatz in seiner Verschönerung mit den beiden Gärten (Kaiser- und Bolksgarten) und der 1853 eröffnten vergrößerten Durchfahrt (Thorpassage). Thors. Franz Josephs-Thor (neu). Burgthor (blieb erhalten). Schulwesen. 1851. K. K. Oberrealschulen Landstraße und Schottenfeld. 1855. Communal-Oberrealschule auf der Wieden. Communal-Unterrealschule in Gumpendorf. 1856. 17. April. Errichtung einer wissenschaftlichen Prüfungscommi - sion für Gymnastal-Lehramtscandidaten. 1859 und 1861. Privat-Oberrealschulen am hohen Markt und in der Josephstadt. 1863. Landes-, Obst- und Weinbauschule zu Klosterneuburg, zur Landesanstalt erhoben. 1864. Errichtung der Communal-Real- und Obergymnasien in der Leopoldstadt und Mariahilf. Communal-Oberrealschule in der Roßau. 1868. 28. November. Errichtung und Erhaltung der gewerblichen Fortbildungsschulen. Pädagogium der Commune Wien. 7. September. K. K. Forstakademie in Mariabrunn aus einem Convict in eine Hochschule umgestaltet. 1869. K. K. Unter-Realgymnasium auf der Landstraße. Errichtung dsr landwirthschaftlichenLehranstalt Francisco-Josephinum in Mödling. Bildung von Fachschulen für Gewerbetreibende. Arbeiter-Bildungsvereine. Die Eröffnung der Ringstraße ain 1. Mai 1865- 8 Das Kaiser-Illtnsallm. u.Ul>bii üi NN»M „>nu ^, ü! !i!>! E//M -r^. - .' ^^LoMMWS iÄW 5 ^1 .-WW^LÄ 'j««I MM, - >W «!« ! ?4 i Mß KMHM« >i >n^l >!! !>! /' -.sM KNM-A »:^^ 2 WW Druck von Ebersberg und Singer. Herausgeber und Verleger: O. F. Berg und F. I. Srnger Preis eines Exemplares » kr. öst. W Das Reinertriignik dieser Gedenkschrikt wird von den Herausgebern zu gleichen Tlicilen a) der Stiftung zur Verbesserung des Loses derNndtiuge.dlder K- I. Singer'schen Holzt, etheitnngs-Stiftung zugcsiihrt und werden Ueberzahlungen »n „Extrablatt össentlich ansaewiesc». ^MW >LT ^LlGMllVllG ÄldGlDNLff 8ui^ 24^x?il 13^9^ UM ML D^E8 ^L'.- MM i '! Die Eröffnung der Ringstraße am 1. Mai 1865. 8 Das Hajser - Iu 6 ilau in. ^ . DrnÄ von Ebersberg und Singer. Wss«s«sM " EZM.: MS MLZ »erausgeber und Verleger: O. F. Berg und F. I. Singer. Preis eines Cxemplares A kr. öst. W I L 8ituLtillns-?lsn kien WeltLusstelluntz 1873 in Wien M 3 . rsviäirte ^uklaKa. V ir ^ 16 3 ll 6 ü e st e n n ü S"U t s e k 1 s n ci LnßIsn 6 0 estvk'i'siek k n ß I s. n «1 fsvillon u t 8 v k 0 kujili! e Osstsi'k'sicli 5 p L n icneiok k nß l s. n 6 loueM dl Unam MI 0 s s »os. äesAmarours PS M// I 8 L k ?, 2.0 »c. Lc, c? c. ^ 2 c- L»^p1»dv <2o 2c, 2n <2c,. 2.H..., 2c^- 2 2 ^2.0. LcL . 2o Ä Lr --,<2, 2^^.2 c> r?c:i, <2c>. . 2^ 4c, 2cr. 2r, 4^ ^ . Lr. , Äi 2-z. . ÄL ^ 2 ^ - ^ 2 .— 2 ^ - 2 4 ,—L-s. Verlaß ä kecld'sclieD VuLversiials LuclilirmLlDDß ^.LöläerjinWeir l.ill» ^N8lvk k(»^ in Men Vseroivknis» 6ve ^us»t«ttungs-6vdSu6v, psvNlons, Lspsest-^urstvttung»»», kvrtsueslionvn l. Packerei von Deilknger. S. Ksssslkaus. 3. Kesselbaus, amsrikanisckes. 4. pngliscke Oaskabrik. 5. Oar dompan^ dimiteä. 6. kelgisckes ^rbeiter-Woknkau». 7. Vlasckinen-Werkstätts. 8. Knglisckss ^rbeitsr-Woknkaus. 9. pnglisckss Ksssslkaus. 10 . Knglisckes ^.rbeiter-Woknkaus. 11. pranrösisckss Kesselbaus. 12. Lckweirsr Kesselkaus. IS. kelgisckes Kesselkaus. 14. Pavillon äes Weltkaiiäels. 15. Deutsckes Kesselkaus. 16. Deutscklanäs Pavillon kür Ziegelei- uncl Lis-Llssckinen 17. Oesterreickisckes Kesselkaus. 18. Pavillon äer bloräbakn. lg. Pavillon äer Doräwestdakn. 20. Kesselkaus kür äie Wasserleitung. 21. Pavillon kingkoker. 22. Pavillon. 23. ^wsrikaniscks Restauration. 24. Wiener Packerei von Roman Dkl. 25. Knglisckes ^rbeiter-Woknkaus. 26 Pavillon kür 8ärnersisn. 27. Wassertkurm kür äie klocriäruck-Wasserleitung. 28. pisernss Haus von 8. d. Demming Oa^äeler). d. VI. 84, 85. „ vorarlbergisckes. d. VI. 77. Bierbrauerei Dreker. 6. III. 34. kierkalle Diesin^. d. 11^ 118. ^ ^ ^ kaukot. D. VI. Kau-Ornamente. k. rV. 44, krucksnbau, kotksckilä's. k. IV. 49. kuckkanälung äer Weltausstellung. D. ll. 121. dsrcle oriental von Dr. Harät. d. 5. 108 . ..pisenkop^ (DketaU-Inäustriej. d. IV. 103. pisckerei-^usstöllung, norvegiscke. 8. II. 30. ,, ,, sckweäiscke. k. II. 31. pontains, 8ult»o ^.kmeä II. d. IV. 66. Oartenbau-^usstellung. D. 5. 138. „ ,, Oärtnerwoknung. D. 5. 137. ,, ,, norwegiscke Kioske, k. II. 31. Osr dompan^ Dimikeä. 1 ^. II. 5. Oaskabrik, engliscke. II. 4. Oewäckskaus, eisernes. D. IV. 132. Haus, eisernes, von 8 d Hemming ^ do. 6. I. 28. „ aus künstlicken 8teinen. ö. III. 41. kierkalle äer krauerei 8ilderegg. 6. III. 46. daiksekaus, türkisckes D. V. 133. ^Ipksbvtisokss k«gi,1vr. Haus, "piroler. k. IV. 54. Holrwaareu von 8ckubertk. k. IV. 53. lagä-pavillon, sckwsäiscker. d. II. 95. lapanesiscke Oebäuäe unä Oartenanlagen. D. 5. 131. Kesselkaus. IV I. 2. „ amerikanisckes. I. 3. „ delgisckes. -k. II. 13. „ äeutsckes. -k. II 15. „ englisckes. II. 9. „ kranrösisckes. II. 11 . „ österreickisckes. III. 17. „ sckweirerisckes. II. 12 . „ kür äie Wasserleitung. IV IV. 20, D. II. 120. Kiosk, norwegiscker Oarten-. 8. II. 31. „ äer 8üädakn. d. III. 97. Kircke, eiserne, k. V. 72. Krupp's Oussstakl-Padrikats. k. ID. 33. Deuckttkurm. d. I. „ Sautter L do. d- V. 110 . Dlo^ä, öskerr.-Ungar, d. IV. 107. ülarins-^usstellung. d. V. 109. ülgsckinsn-^ussrellung. k. IV. 50. „ „ Ztekken's. k. IV. 4S. „ „ Prager ltkasckinenbau - ^ctien - OsssII sckakt. 8. III. 37. „ „ Werkststte. ll. 7. Mausoleum, gotkisckes. d. II. 96. Montan-Inäustrie-^usstelluvg, äeutscke. 8. III. „ „ Innerberger, k. lll. 45. „ „ Kärntkner. k. IV. 47. », „ Voräernderger. 8. ID. 42. Obelisk, durti's dement-, k. ID. 40. Palast äes Vice-Königs von Kg^pten. D. IV. 180. Pavillon kur Krücken- unä 8trassenbau. k. IV. 55. Pavillon äeutscker, kür Inäustrie. k. II, III. >, „ „ Dnterrickt. 8. D. 32. » „ „ Ziegelei- unä Kis-lilLsckinsn. III. 16. „ äer Domäne Pinspong. d. II 92. „ äer DoaLu-Dsmpisckikkkakrts-Oesellsckakt, k. IV. 59. ,, kür Kisenmöbel. D. V. 136. ,» äes Krrkerrogs ^Ibreckt, 6. VI. 65. „ kür Porst-Inäustrie. k. VI. 64. „ kür prauenarbsitsn. 8. IV. 58. „ äes Pürsten Monaco. D. D. 119. »> äes Pürsten 8ckwarrenberg. k. DI. 39. „ kür Olasgsmäläs. d. V. 83. „ äes Derrogs von doburg-Ootka. 8. DI. 35. „ äss kleinen Kinäes. d. lll. 102. „ Nautkner. k. III. 86. ,, äer lüusikäossn-pabrik, Deller L domp. d. II. 90. „ äer bleuen kreien Presse, d. D. 88. Pavillon äer bloräbakn. -V IV. 18. „ äer Korclwsstdakn. IV. 19. ,. äer österr. Deilquellen. d. IV. 104. „ äer österr. 8parcasse. d. III. 101. ,. Perlmoser dement-pabrik. d. IV. 127. kingkoker. ^.. IV. 21 . „ kür 8smsrsien. k. I. 26. „ äer 8taatsdaka. 8. IV. 57. „ Stark, d. ID. 100. „ äer steieriscken Walädesitrer. 6. VI. 70. „ äer 1'absk- unä digarren-Specialitäten. d. IV. ,, äer ung. keickskorst-Verwaltung. 8. VI. 69. „ äer Weltausstsllungs-kuckkanckung. D. D. 121 „ äes Weltkanäels. III. 14. pkotograpken-^ssocialion. d. V. 112. Postamt. D. DI. pumpenkaus. k. V. 71. Restaurationen siske unten. 8ala äi Dettura von H. kikk. D. III 123. 8anitäts-pavillon. d. VI. 113 . 8ckieker-^.us8teIIung von I. diebieg. k. IV. 52. Sckulkaus, österreickisckes. d. V. 76. 8cpulkaus sckweäiscke». d. D. 93. 8tallgedäuäs, eisernes, von Wagner. 6. ID. 38. lauernksus, österreickisckes. d. V. 81. 1'elegrapksnamt. D. III. Vkeer unä ^spkalt von kosck. 8. ID. 43. 105. I'riumpkdogen. d. V. 67. Wassertkurm kür äie Dockäruck-Wasserleitung. Woknkaus, Kükn's rsrlegbares. d. DI. 99. », persisckes. I). V. 134. „ russisckes. d. IV. 106. „ türkisckes. d. V. 111. Zollamt. D. III. L. 1. 27 »«»iLurslionvn, krsrirckungsort« uns Ko,tk»I!«n: Kostkalls allerdanäer (Weins, diqusure, Kiers,conäensirte ^lilck, Restauration amerikaniscke. k. I. 23. d. I. 86. dkocolaäen, konbons, digarrsn, kisquits u. s. w. 8. IV. 52. „ amerikaniscke (Wigwam). D. IV. 129. bleisrei, sckweäiscke. d. VI. 73. „ elsässisckes kauernkaus. 8. IV. 60. „ äer lanäwirtksckaktlicken Oesellsckakt. d. VI. 114. „ engliscke. 8. IV. 51. Restauration, kranrösiscks. d. D. 91. » ,. (prLres provencaux). D. III. „ italieniscks, von kilki. D. III. 124. „ italieniscke D. V. 135. Restauration, russiscke. d» IV. 128. 122. von8acker. K. V. 63. „ sckweäiscke. 8. II. 29. 1'rinkkaIIs, amerikaniscks. d. II. 87. Weinkaus, italienisckes, von kiffi. D. III. 125. ,, steisrsckes. D. IV. 126. ,, ungarisckes (dräräa/. d- I. 117. t Herausgeber und Verleger: O. F. Berg uud F. I. Singer. Druck von Ebersberg und Singer. Preis eines Exemplares L kr. öst. W. Das Reinertriigniß dieser Gedenkschrist wird von den Herausgebern zu gleichen Theilen a) der Stiftung zur Uerbefferung des Loses derMndlinge,b)der I. I. Singer'schen Holzbetheilungs-Stiftung zugesiihrt und werden Heberzahlungen im „Extrablatt" öffentlich ausgewiesen.