V Oo 8§V I^k^O^PO^^lIo IL8 V Gas ist: !ieUchuldtverpflichtesteMob-vnd Wrm-Vredrg/ lber die Meheymbnuß volle Merkündigung kl -r K l L. So in dem Löbl.GOttshauß vnd Pfarrkirchen 8. llOLI, kIcl, in dem berühmten Marckt zu Oberhollobrunn/ einer gesampten Pfarrmenigden 25. Marti- deß 1684. Jahrs/ ist vorgmagen worden. Gurch den Vnwürdrssken^icolaum Lrinove^lc^, angehenden Pfarrern zu OberhdUobrunn/ Gonnberg vnd _ prarrenvoeida. Gedruckt zu Wrenn/ bey Johann Jacob Kürner / der N. Oest. Landkfchajst Buchdrucker/ im Jahr 1684. O k'oelix ^nnunticitio I^ 3 ANL ^^ki^VirZirüs. 6 50. k 6. I. K 4 Zo. zo. V 2OO. 0 5 oH n? ' 40. 3 I. 3 I. L y e 5 - n 40. 8 7 - r 8o. r 8o. 1 2 Q. u 20 O. n 40. i ?. 8 7 . . i y. n .,40. 3 1. 3 . i. L y. X zoo L loo. e 5. e 5 n 40 . i 9. L y- 3 I. L 90. t Ivo. L y. 0 50. 50 . l ?yo. 590. 84. —! to ! 444. -50. Z90. ! 590. ! "84. ! 126. 444. _ 1684. LILVI8 ^rtis LabLlMcX. r. 2. z. 4. 5.6. 7. 8- 9.10.20. zo. 40. 50.60. 70. zo. 90.100.roo.zoo.400.500. l EOLkOtt l XI. klNO?()k8^ V X V 2. >em AurchleuchLig/ Aochgebohrnen Würsten vnd Merrn/ Verm Wundtacker/ ^eß Geil. Wm Ueichs Westen von ietrichstein/Freyherm zu Hollobrunn/Fm- ckenstein/vnd Thallberg/Herrn zuRittau/Vntersec/ Herrn der Herrschafften Sonnberg/Oberhollobrunn/Roschalo/ Merckenstein / Grossau / Arbesbach / Groß-Püttin/ Libohovitz/ Podeck/ Seheradin/ Welschpurcken/ Spitz/ Heinrichschlag/ vnd Sitzendorff/ Erbschencken in Körnchen/ Rittern deß Güldenen Vellens, der Röm.Käyserl. Mayestät würÄ- lichen Geheimen Rath / vnd Obrist Kämmerern / etc. Vnd Der Aurchleuchüg / bnd Aochgebohrnen Lürstm/ Lrawen/ Lmwen icst H. Röm. Reichs Würstinvon Metrich- stem/rc. GebohrnerFreyinn vonQuöstcnberg/rc. urchleuchtig / vnd Kochgevohrner Dürft / Gnädigster Merr/ Werr/ rc. urchleuchtig / vnd Sochgebohrne Uürstin / Gnädigste Lraw/ Lraw/ rc. Leichwie die liebreiche Sonne/ mit ihren heißglantzenden Strahlen in annehmlicher Frühlingszeit/in der Erden verborgene Wurtzen bewegt/ vnd auß ihnen die wohlriechende Blumen / vnd allerhandt Früchten her- für sprossen macht. Also die würckende Sonne der Gottheit am Tag der Verkündigung xi ^ (welcher der erst gewüntschte Frühlings-Tag der Menschlichen Seeligkeit war) durch überschattung deß Heiligen Geists/die unbefleckte Zungfrau ^E^mit Gnaden- Strahlen derMutterjchafft angeblicket/vnd die gebe- nedeyteste Frucht I c s u ^ LKristum auß jhrem Reinesten Leib herfür zu sprossen Gnädigist beliebet hat. Wann ich mit meinem gar zu geringen Verstandt rrwe- ge die grosse Würde vndHochheit derFürstlichenPer- sonen/jhreMacht vndGütte/so geduncken sie mich zu seyn indische Götter/ welche mit ihren angebohrnen Gnaden/ gleichwie die Sonn mit ihren Strahlen/die zu ihren Füssen fallende anblicken/vnd /Uexanäro Kla- §no sich gemäß schätzen/welcher denen nachkommenden Fürsten Fürsten ein Exempel hinderlassen/ sprechende: La Le non5ui?riiiceps,HUL proximo rneonon beneteci. leuchten viZiren vndglantzcn/dieweilen mich Vnwür- gnädigist hat beliebet zu conkeriren. Hab also / so grosse Fürstliche Gnad in kein vndanckbare Vergessen- ! heit stellen wollen / sondern derselben mit diser meiner geringschätzigen Predig demüthigist begegnen; Bit- i tendt in allerUnderthänigkeit/ wollen EwcrFürstliche ! Durchleuchten solche belieben lasten / mit gnadtgisten ? Händen anzunehmen / vnd mich in Ihren Fürstlichen ! Gnaden ferner zu erhalten / vnd verbleibe H Aller vriderchämgstervnd demöchigster Lapellan dsicolaus Lrinoverlc/» Oroaca k^ra^inenüs. >ro nobrs eüeüa eK, ?3ra6i6 lcala, Loeli ^Lnua, Inventrixmunäi, OL 18 c dominum verMma Meäiatrix. WUUW Die Seeligiste Jungfraw/ ist für vnseinLeitter zum Paradeiß/ eine Thür zum Himmel/ ein Erfinderin der Welt/ vnd zwischenMOTT vnd den Menschen ein treueste Mitlerin worden. Lr/o digung^EL; Dann Go TT der Vat- ^ ter beflisse sich an dtsem gewünschten Tag/als sein von Ewigkeit erwählte Tochter mit Gnaden zubereichen/mit Gaben zu zieren/ mit Privilegien über alle Khör der Engel im Himmel / vnd alle Kreaturen vnter der Sonnen zu erhöhen. Der ewige Sohn Gottes war also in die Lieb der Menschlichen See- ligkeit versencket/daß Er eyffrig vnd gantz begierig wartete auff das risc lVl^kiL, damit Er nur bald in Ihrem Unbefleckten Jungfräulichen Leib/die Göttliche mit der Menschlichen Natur vereinigen kundte: Ja was mehr ist! Er beurlaubet« sich von seinem Himmlischen Vatter mit disen Worten: Uc ego Uono- romcuumsugesm.Lcrniierollumrno gsneritubvenism; Vrls O /^m-lacillime kacer, Vsls 2c LsnÄillims 8piricus; Valscs 2c vor Lliori /^ngelorurn, nunc vrllo ex kscrir LoelsKi in exilium, 2e ex lioc Lboro Oeicsci; all pLÜenclum inLruce pro lrumsno Zenere.(«) Damit ich deine Ehr vermehre/ vnd dem Menschlichen Geschlecht zu hülff komme/ ääe, H allerliebster Vatter / /^äs, (a.) ^r/e»rte cimcas^lA«,i A,illvcniüi enim erscism apuci Dru»i> Fürchte dich nicht M AR 2 A / dann du hast Gnad gesunden bey GOTT. Zum dritten: Loncipics in Ucero, Lc parier kiiium, 6 c voca- (s.) L/5. L (b.) (c.) r. vocrbis nomen ejus fK 8 U ^1, Slhe / du Wirst kMpfaN- gen in deinem Leib/vnd gebähren einen Sohn/dessen Nahmen sollest du IESUS heissen. O gute Zeitung / O fröhliche Bottschafft! Förchte dich nit/D von Ewigkeit erwöhlte Tochter GLttes Vatters/ Du würdigste Mutter JESU Khristi/ Du Reineste Braut deß Heiligen Geists / Du gezierter Tempel der Allerheiligsten Dreyfaltigkeit. Behertzige O Khristli- che Seel/ daß Oaibs vor Freuden schier von Sinnen kommen war/wegen der guten Zeitung / da er unverhoffter zum Römischen Käyser erwöhlet; Wird MARIA/ welche zur Himmels- Käyserin vnd Mutter deß Sohns GOttes ist erkläret worden/ bestürmet? LoZirabrc guslir cller ilks tslucsrio. Sie gedachte / was das vor ein Gruß wäre. L> geliebte Christen/ Ö eyfferige MARJANifche Hertzen/ kommet vnd eylet mit eweren Gemühttrn/bittet vnd seuWet/daß MARIA die Mutterschafft annehme/dann an diesem eintzigen Wort kmc.iigtdeß gantzen Menschlichen Geschlechts HeylvndSeeligkeit/ tröstet die schier entseelte MARJAM/mit dem Ertz-Engel Gabriel/ >Ie rimes« , invcoilli enim Arsnam spkiä O L U ivl, förchte dich nicht MARIA/ dann du hcrst Gnad gefunden bey Gorr/ Massen solches Hugo csräinslir bekräffngct: (--) Xungusmia tcriprurir Lncebsc.nec »bslio/^ngelo calis Islursciollscs kuie, in gantzer Heiliger Schufst wird nicht gefunden / auch von keinem andern Engelist solcher Gruß niemahls gegeben worden/ als dieser ^ve grgris plcns. »amtt ich Ewer Geb ßnd Andacht dijz Ge- Hehmbnuß volle ^ve, ZruüL plcliÄ,möge mre mchrerm vortmgen/btecern der Lrebe vn-Se<- dulc solches anzuhören. B ^.ve S ergehet mir heutiges Tags / liebste Zuhörer/ wie es einsmahls dem Heiligen ttieron^ino begegnet ist r Als Er das Leben der stetigen Zungstauen vamicrisäis beschreiben wölbe/sprach er' 8i cuoüs Vircucibus ejus conAru»^ «lixero; sclulsri pucabor, 6 ouLclsiu iubcrLxero ne iacreäibiliL vitlesmur, cismnuin Isuciibus ejus mestLciec verecuncliL.guict iximr fscism.guoci implere non poüuin, nessre non austeo. Sage ich alles/was denen Tugenden vnd Lob Osmirrisäis ge- meß ist/möchte mich man vor einenSchmeichler halten/thue ich von denen etwas abziehen/ damit ihre Wunderthaten einem oder dem anderen villeicht nicht vnglaubtg verkomme / thut meinSchamhafftigkett ihren Tugenden eine grosse Unbild an/ was soll dann ich thun/ was ich mit meiner Wenigkeit nicht ersetzen kan/ das kan ich auch nicht laugnen. Also soltc ich mich vnderstehen / die mit vnzahlbaren Tugenden glantzende Jung- staw welche auß allen Weibern ist arißerktesen ein würdigste Mutter dcß ewigen Sohn GOttes zu werden/mit meiner vnberedsamen Zungen/ gleichsam mitlebendigem Penise!/ vnd wol vndermengtcn Farben zuentwerffen/aber zu vn- fahig ist mein Persohn/ viel zu wenig ist mein Verstand' Ihren Lob-Titul zu verfassen; L wie recht kombt in der Zeit der Heilige Thomas 6e viilLuovs-vnd schlagt mir die gestumpffte Feder auß der Hand / verweisend; lpü 8suÄi Lvsnzeliik c!<^ laullibus üleac, guouism iaeKsbilis elt msguicuclo ejus. ejus, omnemgus kumamirn iaceileüum e^is exceciic «liAnicar» koeuuum rLmenooiililenc.cls gus nacus eit 1 k 8U 8> gui vo^ crcur ckMus. (->) Die Heiligen Evangelisten schweigen stlbst still von der Lobwürdigkeit MARI« / dann vnaußsprechlich ist Ihr Hochhett/ja allen Menschlichen Verstand übersteiget Ihre Würde/ doch schweigen sie dises nicht / von welcher ist ge- bohrmJESUS/ der da genant wird Khristus. Nero der grosse Römische Käyser/ hat auff ein Zeit seinen Schatz / als Perlen / Diamanten / allerhand Mobilien/Gold vnd Silber herfür geben/v»d auß gedachtem Schatz solche Ta- petzereyen vnd Spalier gantz Mayestätisch verfertigen lassen/ daß dergleichen die Welt niemahls gesehen: Nun einsmahls Nc rv voller Freuden last8cnecam seinen gewesten Lehrmeister kommen/ jein Gutachtung vnd Außchruch darüber zu vornehm men; Was geduncktEwer Lieb vnd Andacht/was vor Urthek 8enccs über diese vnschätzbare Tapetzereyen gesellt/ob er Lob oder Thadel ihnen geben / dahero sprach er: >iunc äeclsi-Liti e-cs-lr, ce eile paupercm, (/.) mit Erlaubnuß zureden allcrgnä- digfier Käyser / ich Hab EwerMayestät jederzeitvor reich vnd mächtig gehalten/ dieseTapetzereyen aber / erklären Ewer Majestät arm/vnd nicht so mächtig wie ich vermeinte/dann Ewer Majestät dergleichen nicht mehr machen können lassen. Etwas anders alsTavetzereyen hat die Allmächtige Hand Gottes gemacht vnd auß Nichten erschaffen/die Himmel mit Sonn vnd Mond/Sternen vnd Planeten/mitjhren Kläfften vnd Inüuevren; Den Lufft mit so viel vnderschiedli- chen Inwohnern vnd seltzamen Vögeln; Die Erden mit allerhand vierfüffigen Thieren / mit allerhand fruchtbaren Bäu- men/Wurtzm/Blumen/Gold / Silber vnd Metall/re. Das Meer mit so wundersekßamen Kreaturen/von Fischen vndal- lerley Gewächß; Undals GDtt dises alles in bester Drdnung B L vnd vnd Vollkommenheit erschaffen hätte/ Virtic veut. gui» lrona^ ollsnc, sprach Er: kacismu» boininen» sä imsginem öc ümili- tu der vierdte wegen grosser Glückseeligkeit im streikten vnd Qbsigen; Der letzte will mit wenig Worten viel begreiffen/vnd sagte: Nocuaum mrualau- c si nomeo, guoN eK n-pra omne nomen, ur in nomine lü 8 U omne gcnu AeüscurLoeie. llium, rerreKrium, Lc iniernornm, (ö.) Ehe / nemblich EDTT der Vatter/ hat jhm/ das ist seinem Sohn / einen Nahmen geben/welcher übertrifft alle Nahmen/daß in dem Rahmen JE- S U sich biegen sollen alle Knye / der Himmel / der Erden / Md der Höllen; Nicht mindere Kräfften hat der liebreiche Nahmen Ki ^ kl , welcher denen Christen ein Schutzmaur ist / der die lrydige Tenffel zitterend vnd flihend macht/ der auffdem wütenden Meer die Schiffvon Vndergang bestreittet/der denen Feüers-flammen gebiethet / vnd viel tauftnd dergleichen / wegen der kürtze der Zeit in der Feder lassen muß; Doch will ich rin oder das ander Exempel beybringen / zu Trost meinen Marianischen Hertzen/ wie hoch vnd ersprießlich zu achten sey/ den Nahmen derGebenedeytestenJungstaweu beliebig zu hören. Als einsmahls die Heylige Meckciläis etwas tieffer vnd ryffriger die Schön-vnd Holdseeligkeit MARI« behertziget hätte (ä.) (b.) ?/-////>. 2. hätte in ihrer tieffesterBetrachtung/sprach folgende Worte: o i> celslucLciolle.guLm bumsnumLorexxrlmere Poller cibi sä plscirum; p ollem iLlucLre O VI k/l ( daß du Wissen sollest lpieckrilciis, niemand kan mich annehmlicher grüssen/als mit disem Grueß/ mit welchen mich die Heyligste Dreyfaltigkeit hat grüssen lassen / vnd so jemand will mein Hülfferfahren/ der grüsse mich also/niemand werde ich verlassen. Wie süß/angenehm/vnd hülffreich sey diser Nahm MARI»/ gibt an Tag der Heilige kraocilcus Sinsas, welcher neben dem Nahmen IESUS / auch den Nahmen MARIoemit einem Messer/nicht ohne sondern Trost/auff seiner Brust eingeschnit- ten hat/dann er wüste/was Nutzen diser Hochheilige Nahm jhme bringen werde. (/.) Loscus, spricht der H. Lonsveacur». gui clilizic oomen cuum, VirAo Neünlllmu/c) O seelige Jungfraw/ seelig ist der jenige/ welcher deinen Nahmen liebet, kecru? Lllr/lologus: l^omeo !VI /V I LlirilliLois eil llllursre, der Nahm MARIE/ ist denen Christen sehr heylsamb; Vnd der Hocherleuchte IlliokL, boc oomen eil Poll oomen sLsu lüper omne nomen, dieser Nahm MAR 2 E/ ist nach dem Nah- menJCSU über alle Nahmen der Allerwürdigste Nahm. Der Grueß ^lxuiä Zl-LüL plcnu, Gegrüst seyst duMAR 2 Avoll der Gnaden/ mit welchem der Ertz-Engel GabrielöiLxlL^begrüsset hat/muß ja das beste Mittel wider die /b.) (c.) On>,Lqwiv. i» L. ^ die Gefahr deßTodts/vnddenTeuffe! seyn/dann dieses zeiget die folgende Histori. ' * Es spatziereten einsmahls drey Jüngling durch einen Wald / welche von den Mördern überfallen / vnd deren zwey gleich verdroßlet worden/als nun der dritte auch sein vnschul- digenHals solte hergeben/bäte Er fie jnniglich/sie wollen jhme doch zuvor erlauben/ daß er vor seinem End die Mutter GDt- tes ivl /rki ^ ivimit einem Rosenkrantz verehren kundke; Die Mörder nach dem sie ihm die Zeit zugelassen / haben sie kiEE mit zweyen anderenJungstawen vom Himmel herab in grosser Herrlichkeit kommen gesehen / welche Jungstawen/ soofft der Jüngling einVattervnser gesprochen/ein rote/vnd nach dem äve ^ i ein weisse Rosen auffgehebt; Auß disem ordentlicherweise cineLron geflochten/vnd mit höchster Ehrerbietung der Himmels-Königin MARI« auffgesetzt/ vnd endlich augenblicklich vor Augen der Mörder verschwunden; Wodurch die Mörder also bewegt/ daß sie nicht allein den Jüngling loß gelassen/sondern auch jhr Leben gebessert/vnd eyffrige Diener M«- R 2 ce zu feyn sich höchstens beflissen. Es ist zwar zu verwundern / daß dises so kurtze Gebett/der EnglischeGruß denen andächtigen Menschen Hülff leiste/aber noch mehr svlten die Menschliche Hertzen zur AnruffungMA- R 2 ce bewegen; Ein vnvernünffkiger Vogel/ welcher vnder de- nenKlauen deß Raubvogels das gesprochen/vnd beym Leben erhalten worden. Der Heil.Meliton erzehletein sehr klägliche/ jedoch auch ein angenehme »ilkori :(«) Daß zu seines Lebszeiten/ein frommer Haußvatter gelebt habe/welcher ein absonderliche Andacht zu der würdigsten Mutter GOttes MAR 2 Agetragen hat / disem war nicht genug / daß er seine Patronin zum öfftern deß Tags mit dem Englischen Gruß begrüffete / sondern er tribe an zu solcher ( 3 .) 5. -ILülo» 6-r/E-rs. cher hochlöblicher Andacht sein gantzes Haußgesind/ ja was mehr ist: Er richtete ab so meisterlich ein Vögelein/welches gantz bedeutlich wie ein Mensch außsprache diese Worte//^vs ivlL«.iL, vnd war dessen eintziges Gesang den gantzenTag Wasgeschicht: Einsmahls vnd vngefehr überkame dises Vögelein die Freyheit deß Luffts / welches also-- bald von einem Raubvogel ertapt/vnd in dessen Klawen gefast worden/ als solte es nun von disem erhungerten Raubvogel zerrissen werden / fangt also das Vöglein sehr kläglich an zu singen ^ve WILKIL, /n-c ,VI V X I »! Mercketnun Allerliebste Liebhaber MAR Iw/ disek Wunder Raub-Vogel liesse diß Vögelein auß/ vnd fiel gantz todter auffdie Erden/ als wann er vom Ton- ner wäre geschlagen worden. Ach mein allerliebste Khristen/ vnd außerwöhlte Zuhörer/ last euch disen hochgebenedeyten Englischen Grueß anbefohlen seyn/ dann viel tausendt der Raubvögel/(verstehe ich die räuberische Teuffel) welche nach deinem adelichen Vöge- letn ( nemblich dein Seel) welche Khristus JESUS vnder- wisen/ja am Stammen deß Heiligen Kreutzes kostbarlich erlöset hat / mit ihren Klauen zu ergreiffen / sich befleißen; Massen der Heilige Petrus schreibt: Oi-bolus circumic, (jamciico:) circuinvolsc, gu-erens gucm'äevorec, der Teussel fliegt embsig herumb/ sucht wen er zu verschlücken bekombt. O Sünder/ Q Sünderin/ bistdu durch dein Unbußfertigkeit vnd böse Begierden diesem Raubvogel in seine Klauen gerathen/soschreye auß gantzen deinem Gemüth /^ve Ki ^ i»> ^ve,vi ^ i<,! Höre den Heiligen Lernksräum: 8l eK kibi vse, äic scl /^ve, («H Wann es dir wehe ist/ so schreye gegrüst seyst du MARIA! DerHeyligeLonsveocui-Lbehertzetdich/fpre- chend : 6!c>i-ioluir> cik Igomen ruum O nam Osemo- oc; Luäieaces Iici'c Kacim reliagvuoc snilvsM^. M. K Glor, (s.) §. /»vocst. D, /Är. (b.) <5, La«>n-wr«r6» Glorreich ist dein H. Nahm Q MARIA / dann wann die Teuffel diesen Heiligen Nahmen MARIA nur hören/müssen sie alsbald die gefangene Seel außlassen. L9H.00U8. jMKH fchliesse dise mein geringschätzige Pre- WZ dig dir zu Ehren/ Owertheste Iungfraw MARIA! Euch aber zum Trost liebste M A or I Mische Hertzen / mit jener Romanischen Histori/ welche der berühmte kiucr,-- ckus beschreibt von VencuriL deß Loriolsai Mutter / vnd bin trefflicher Hoffnung/daß wir mehr werden durch diese Vnbe- fleckte Mutter von ihrem allerliebsten Sohn JESU erlangen / als die StadtRom durch Vencurisi» von Loriolsoo erlangt hat/ die Histori lautet also: Als LorioIunu8 wegen einer gewissen Beleydi- gung/ in seinem fLvoriürenden Glück die Stadt Rom hart be- lägert hätte / mit diesem Schwuhr! Er wolle die Stadt zer- schleipffen / vnd in der Römer Bluet sein Schwerdt waschen; Da dieses die Römer vernahmen/vnd sich gegen seiner Macht schwach befanden/ erdachten sie dieses Mittel/ ersuchten Vea- rurism die Mutter Loriolslli, (damals in der Stadt Rom eingeschlossen/ ) freundtlichst bittend: Sie wolle sich ihres eignen Vatterlandts erbarmen/vnd sich in Ansehung der höchste» Gefahr / eylfertig zu ihrem ergrimten Sohn coriolauum vor die Stadt ins Läger verfügen / ob sie villeicht möchte vnd Gnad vor sich vnd die gantze Stadt Rom erhalten: Diese gieng willig hiuauß/fiel mit demühtigem Bitten vor ihrem ergrimten Sohn nider/ entblöste ihre Brüste/fieng an weynendt zu bit- (-r.) /n /-ruE 2. zu bitten: Allerliebster Sohn/ob ich zwar selbst bekennen must/ daß die Stadt Rom mit sambt dero Inwohnern verschuldt hat/ j daß du rechtmässige Ursach hast/fie gantzvnd gar zuvertilgen/ so sthe doch meine geruntzelte Wangen an / welche auß immer- ! wehrenden weynen/ vor heissen Thränen zerfressen seyn wor<- ! j den; Sihe an diese meine roth zerfleischte Augm/sihe an dieft ! j meine vor Hunger eingefallene Brüst/welche dein tägliche vnd ! milchreiche Nahrung waren/ schaue an meine erschwächte Arm- ! den/ auffwelchen ich dich so osstermahls geschützet/ vnd vor dei- ; ! nem zarten weynen gleichsamb als auff einer Wiegen gestillet vnd herumb getragen; Wilst du deines Vatterlandts nicht verschonen/ wegen dir geschehenen Schimpffs/ so verschone doch ihrer; Das ist der Römer/ wegen meiner dir angethanen Mütterlichen Lieb vnd Trew. Vber dieses brach coi-iolsrms in die Zäher/ gieng hin / vnd halffe der Mutter auff/ sprechend: vwi- cilki ms macervicilli! jsm toelicior fs6ts es Koma; I^acbr^mir mscris weL, lasbr^mL caim marris, mulcas cuss äslenc imqui- c-ices. Liebste Mutter / du hast meinen gefasten Zorn gestillet / du hast mich überwunden! Du Stadt Rom/ hast nach GOtt meiner Mutter zu dancken/ vnd bist glückseelig worden durch das weynen meiner Mutter/ja die Zäher meiner Mutter haben die in mich von dir meine angethane Vnbild vnd Misse- thaten außgelacht. Ach meine allerliebste Christen/ kan ein Loriolu- nus zu seiner Mutter sagen: Vlciitimemscerviciai! haterjhre Zäher angesehen/ jhreBitt angehöret/ ihre außgemergelte Brüste in obacht genommen/ jhre erschwächte Armben betrachtet/re. vnd denen Inwohnern der Stadt Rom / seiner Mutter , halber den keräon ertheilt! Wie vielmehr wird JESUS/ ! der Sohn MARI ^ / sein allerliebste Mutter vor vns arme > Sünder vnd Kinder Evce bittend erhören/vnd sagen: Vicilli . me msrer vicilll, fcelicior faüus es,ä psecLcor,precibus mscris ; me» i j l '! ' 1 > < ! » c t f « k mese, Iniguiraces M«, eins Iscbrymis äslscre üinc: Ach allerliebste Mutter/Mit deiner Vorbitt hast du mich überwunden! D glückseeligerSünder/ die Zäher meiner Mutter / (der ich ja nichts versagen kan) haben deine Missethaten/ vnd Verbrech- lichkeiten abgewaschen. Lccs ism tänus /süus es, jgrn amplins voll peccare,ne cibl slianicl cieceeiüs conrinAsc./oE (!-»./'. Gehe hin O Sünder/ jetzt bist du von deinen Sünden rein vnd loß worden; Sündige nicht mehr/auff daß dir nicht etwas üblers widerfahre/ Amen. Das wolle G o rr / AMEN. " -rV,v 6l^oirIo8^Lc?L!r?k:^V^ Vlrr^Qo, IL8V, 8l8 ^OVoL^'r^ dil 08 n^^.