In drey Schulen ordentlich eingetheilet; Mit beygesezten Wesängern, Nebst nuzbaren Bericht von der Ihristen-Uehr - Wruderschaft vermehret; Und mit den 5. Haubtstücken c^^!8H versehen: ' Herausgegeben ZumGebrauch aller Seelsorger/Schul- meiker, Eltern, Kinder/ und Mitglieder der Christen-LHr-Vruderschaft in der Wienerischen Erz-Bischöflichen oicLLLs. Im Jahr 1755. Wien, gedruckt Hey Maria Eva Schrlgrn, Ni. Oe. Landschaft - Buchdruckerin. _ Zu finden bey Ferdinand Nickel, Burgl. Buchbinder. im Juden - Gagel beym umgekehrten Srifel. vkekkriiU - Lpiteopale. IR Z 08 LNU Kaution, Graf in Falckenstein / aus GOt- tes Gnaden ^ und des Apostolischen Stuhls §rz§ Bischof in Wien, des Heil. Röm. Reichs Fürst / beeder Hohen Erz - und Dom-Stüftern Salzburg / und Passau Lanonicus Lupimlaris - inkulirter Abbt zu Lexurä, Probst Zlr Ardagger / beeder Röm. Kaistrl. Kömgl. Aathol. Majestät» würcke licher geheimer Rath / rc. rc. Entbieten, und wünschen allen Unseren sameMchen Seelsorgern / undPfarr- Gemeinden allen Seegen / und Frieden in Khristo JESU. MAß die Christliche Lehr , oder Auslegung de ren Glaubens-Geheimnussen zur Erhaltung und Ausbreitung des wahren Glauben, und rum zum Heil deren Seelen höchst nvtbwendig, und ersprießlich seye , ist aus denen H- H» Vättern, Kirchen - Versammlungen , und ergangenen Päbstlichen Bullen genugsam bekannt, dannen- Hers alle und jede Selsorger, Lehr-und Schulmeister , denen die Jugend ist anvertrauet, wohl betrachten sollen die hohe Schuldigkeit, und Verantwortung, welche sie vor anderen haben, daß die kleine Kinder und Unwissende in dem Mahren Glauben unterwiesen werden. Aus dieser Ursach seynd schon von Unserem Vorführer ftel. Gedächtnuß die Christen-Lehr- Bruderschaften in dem Wienerischen Erz-Bi^ smm eingeführet, nuzliche Sazungen vorge- schrieöm, und zum Gebrauch deren jemgen, welche die Christliche Lehr vorzutragen haben, der MömischeCatechismus aufgeleget worden, deme auch ein besonderes Schreiben Qcäeonis korlksr hepgedrucket ist, in welchen mit mehreren: von der Fürtresiichkeit -er Christlichen Lehr, und Untsrweisuttg der Jugend gehandlet wird, und wünschen: daß gedachtes Sendschreiben alle bey Händen haben, öfters bedachtsam überlesen , und in dem Werck ftlbsten sorgfältig erfüllen, welches desto Leichter geschehen wird, wann sich alle beeifferen werden , die nunmehro ange- fangene Ordnung der Christlichen Lehr, welche in vielen Orthen mit grossen Nuzen/ortgefüh- ret wird, zu Wördererr. Weilen Wir aber erfahren, daß m vielen verschiedenen Pfarren auch viel unterschiedliche Frag-Büchlem gefunden werden, aus welchen ^ ' gar gar zu grossen Unterschied, und Ungleichheit erfolget, daß die Kinder verwirret werden, und bey dem vorgenommenen Ausfragen nicht allerdings Genügen leisten können, als haben Wir für nothwendig, und nuzlich zu seyn erkennet, ein allgemeines Frag-Büchlein heraus zu geben, welches in allen Schulen, und Pfarren sötte gebrauchet werden. Vor allen anderen haben Wir gegenwärtiges Frag-Büchlein tauglich zu seyn erachtet, als in welchen die nsthwendigste Glaubens-Fragen in Kürze, und nach Fähigkeit der Kinder werden vorgetragen. Anfangs zwar stynd gesezet die fünf Hauptstuck p. kerri Lanilli 8. st welche hernach in drey Schulen eingetheilet besonders ausgeleget werden. Beynebens, weilen die Jugend durch die Gesänger wird aufgemunte- ret, so ist auch von jeden Hauptstuck ein Gesangs beygcstzet, samt anderen sehr nuzlichen Gesangern von der H. Meß , von der Mutter GOttes rc. und mehr andere, welche Wir befehlen, daß, wann sie einmal bey derkEon stynd vorgesungen worden, auch nach derselben fürohin sotten gebrauchet, und von dem Volck gesungen werden, damit das Volck durch dergleichen andächtige Gesänger bey dem Dienst» GOttes zu mehrerer Andacht aufgemuntert werde. Damit aber die Ordnumz die Christliche Lehr zu hatten aller Orthen gleichförmig stye, als verordnen Wir, das folgende Stuck auf das steiffigste beobachtet werden r i. Sollen die Kirr- Kinder von denen Kleinern angefangen in ihre Schaaren in einer gewissen Anzahl unter ihre Ausfrager eingetheilet werden. 2. Solle eine jede Schaar einen H. Patron haben, von welchen sie getrennt wird. z. Sollen die Kinder in der Kirchen ihr gewisses Orth ausgezeichnet haben, allwo sie stehen, oderfizen. 4- Solle die Christliche Lehr, oder wenigstens das Lxs- men Nachmittag auch , so viel es möglich, gehalten , oder doch dasjenige wiederholet werden , was Vormittag bey der Christlichen Lehr ist vorgetragen worden» dann in der Früh öfters wegen den GOttes - Dienst das muß ausgelassen werden. 5- Werden vor der Christlichen Lehr die hier vorgeschricbeueGebet- ter, und Gesänger gebrauchet, alsdann sagen -wey oder drey Paar den Catechismum auf. 6 . Wird Anfangs der Christlichen Lehr jenes m Kürze wiederholtet, was leztlich ist gemeldet worden, und sodann die in dem Catechismo vor- gesczte Fragen nach der Ordnung ausgeleget. 7. Unter der Christlichen Lehr kan zu Zetten em-oder anderes Kind insonderheit, oder em- und andere Schaar, oder endlichen alle Kinder insgemein ausgefraget werden ; durch dieses wird die Jugend desto mehr in der Aufmerck- samkeit erhalten. 8 . Nach der Christlichen Lehr sollen wieder jene Gebetter vorgebettet werden, welche in dem Catechismo zu finden; wann aber rin Ablaß ist, sollen auch die 7. Vat- ter Unser und Ave Maria gebettet werden. 9. Nach vollendter Christlichen Lehr sollen die Kin- X r der -er auf einen bequemen Orth m die Ordnung gestellet, und ausgeftaget werden. DZJr gebieten also allen Unseren un- tergebenen Seelsorgern , Daß sie erstlich die Christliche Lehren auf diese vorgeschriebene Weis eifrigst halten, und fortsczen. 2. Daß alle und jede den allgemeinen Catechiimum bey Händen haben, und aus solchen die kleine Jugend sorgfältig, und öfters sowohl in der Schul, als bey der Christlichen Lehr ausftagen. ?. Daß sie Sorg tragen, daß dieses allgemeine Frag- Büchlein Ln allen Schulen emgeführet, uuh erlernet werde. Wir verhossen in dem HErrn, Daß dieser Unser Befehl und Willen, dessen Absehen alleinig die Ehre GOttes, die Ausbreitung des wahren Glauben, und Heil deren Seelen ist, von allen fleissigst wird beobachtet werden : Darzu Wir Unseren Vätterlichm Segen ertheilen , GOtL aber seine Gnad überflüssig zu diesen so Heil. Werck verleihen wolle. Gegeben in Unserem Erz-Bischöflichen Hof den 8. Märzen im Jahr 1755.' Der Lhrrsten - Lehr - Bruderschafft. Von dem Gebrauch und Nuzbarkeit dieses Büchleins. Christen-Lehr-Bruderschaft ist erstlich zu Rom einge- führet worden, von dem H. Papst ?io den V. im Jahr 1571. l?sulu8 V. als er die grosse Früchten dieser H. Versammlung gesehen, hat solche bekräftiget, und mit grossen SeelemSchatz begnadet im Jahr 1607. Von dieser Zeit ist diese Bruderschaft in unterschiedlichen Landschaften, Bistümern, Städten, und Marckfteckcn, mit grossen Aufnahm des wahren Catholischen Glauben, aufgerrchtet worden. Im Jahr 17z2. den 19. Merzen wurde es zum erstenmal in Wien verkündet, und alsdann in innen umliegenden Ortschaften ausgebreitet. Im Jahr 1750. den 8. rSovemdri8 ist diese ChristemLelir,Versammlung in der Protei-Haus-Kirchen 5. ^s. in Wien unter den Titul: 8. ^vsliiÜ8 krancilcl kieZis, der Gesellschaft IL8U, und deren HH. unschuldigen Kindlein angefangen worden. Im Jahr 5751. wurde das Invlar-Fest Maria- Cchutz bcygeleget, und ist gedachte Christen-LehrrBrudec- fchaft mit der ersten Erz r Bruderschaft von der Verkündigung Mariä zu Rom cinvecleibet worden, durch welche Einverleibung viel grosse geistliche ?irvile?!en oder Frey, Herten seynd erhalten worden. Innerhalb drey Jahren seynd schon etlich dreyßig tausend, so wohl Kinder, als Erwachsene gezählt! worden, welche m diese Bruderschaft seynd eingeschrieben worden. Im Jahr 1754. wurde durch die gewöhnliche Kkillioner, die Cbristen-Lehr-Bruderschaft, und Ordnung auch aufden Land in unterschiedlichen Ortschaften bekandt gemacht, und sowohl Vir Kinder, als auch erwachsene ledige Personen bcvdev- beyderley Geschlechts in ihre Schaaren, unter ihre Fähn , und Aus frager ordentlich eingetheilet, viele hundert Cs- xecluüni unter das Volk vertheilet, mit solchen Nutzen und Aufnahm des wahren Catholischen Christenthum, daß ein Ort dem anderen in der Anzahl deren Schaaren, Zierde der Fahnen, Eifer im Lernen, und Aussagen vor- jugehen trachtet ; dahero auch die Anzahl derenjenigen, die auch auf den Land ausser denen Linien der Stadt Men, in verschiedenen Orten diese Ordnung angenommen, und aus diesem Büchlein lernen, sich auf zwanzig lausend erstrecket; also das es das Ansehen habe, als ob unter diesen einfältigen doch gutherzigen Bauern-Volk der Eifer deren ersten Christen zu blühen anfienge. Wecken dann diese Christen-Lehr-Bcuderfchaft zu ihren ersten Absehen hat die Unterweisung deren Unwissenden, zu welchen Ende die Ausfrager und Ausfragerinnen in ßedem Ort ordentlich erwählet werden, welche hernach die gewöhnliche Glaubens-Bekanntnuß, wie solche zu Ende dieses Büchleinzu finden, öffentlich ablegen, als haben wir nochwendig, und ersprießlich zu seyn erachtet, ein all, gemeines öffentliches Vckillwn-Frag-Büchlein an Tag zu geben, dessen sich sowohl alle einverleibte Mitglieder, als auch besonders alle Christliche Eltern, Lehr, und Schulmeister, InttruÄores, Lxaminarores, und alle diejenige gebrauchen können, welche Mitarbeiten die Kinder zu unterweisen , und auszufragen. Es seynd aber durch verflossene Jahr viel verschiedene Catechismi heraus gegeben worden, also, daß man fast in einer jeden Schul, oder Haus, oder Pfarr aus einem anderen Lehr-Büchlein auszufragen pflegte; und obwolen dergleichen Frag-Bächlein in Auslegmrg deren Geheimnus- sen ganz gleichförmig, so wäre doch in der vorgeschriebe- rien Ordnung deren Fragen ein grosser Unterschied , und wurde die Jugend in Erlernung deren Christlichen Glaubens-Fragen nicht wenig zuruck gehalten, also zwar, daß wann ein Kind von einer Schul, oder Pfarr, oder Ort, in ein anderes übergangen, so muste es von neuen wider anfangen; dahero man gefunden, daß die Kinder über das erste, und änderte Haubtftuck, oder wenige Grund- Fra- Fragen selten weiter fsrtgefahren. Diese Ungleichheit, die viel Beschwerlichkeiten, und Schaden verursachet, zu verhüten, ist erstlich der kleine alte Catechismns aus den» Grund Verbesserer worden, hernach aber hat man gedem ket auch für die Land-Kinder ein dergleichen allgemeines KIMons-Frag-Büchlein vorzulegen, mit Gesängen: zu vermehren, und die allgemeine Schuldigkeiten der Chri- sten-LchrrBruderschaft beyzudrucken, damit in allen Schulen , und Pfarren die Gleichförmigkeit in Unterweisung deren Kindern gehalten werde. Daß aber dieses gegenwärtige Fcag-Büchlein vor allen andern ist ausgesuchet worden , seynd folgende Ursachen gewesen: i. Weiten es schon im Jahr 1750. von ^hro Hochfücstlischen Eminenz Cardinalen von Kollonitz seel. Gedachtnuß, zum Gebrauch aller Pfarrern, Seelsorger, und Schulmeister des Wienerischen Erz-Bistum mit einen öffentlichen vecret ist vorgeschrieben worden, welches Ih- ro Hochfürstliche Gnaden unser gnädigster Herr Oräws- riux wiederum erneuret hat. 2. Ist dieses Büchlein in drcy Schulen ordentlich eingetheilet, und giebet denen Eltern, Schulmeistern, und Ausfragern eine gar leichte Weis an die Hand , denen Kindern die Christliche Lehr vorzutragen, z. Kan man aus diesem Büchlein den Fortgang deren Kindern bestens abnehmen, da sie von einer Schul m die andere aufsteigen , welches denen Kindern ein grosser Antrieb ist, in Erlernung deren Fragen nur immer weiter fortzuschreiten. 4. Werden zwar andere nicht also nothwendige Fragen übergangen , jedoch werden die höchst nothwendige Stuck also klar, und deutilch vorgetragen, daß solche auch die Einfältigste leicht erlernen können. Leztlich wird durch dieses Büchlein der Grund geleget, daß wann die Kinder einmal die drey Schulen vollkommentlich besitzen, desto leichter hernach den Historischen Catechismum in die Gedächtnuß bringen können, wie solches schon in vielen Orten geschehen, ist. Es sollen aber die Eltern, als auch Schulmeister, und Ausfrager, die vorgeschriebene Ordnung fleißig beobachten , als an welcher nur gar zu viel gelegen ist. Dahero solle man von der ersten Schul aufaugen, welche auch Zar gar leicht die kleine Kinder, die zu reden anfangen, erlernen werden; was aber grössere Kinder seynd, solle man anhalten , daß sie nach der ersten Schul auch die fünf Haubtstuck, die änderte Schul, dann auch die dritte ohne Fehler aufzusagen bereit seyn, und zwar, nicht allein gegen einander, oder wann sie nach der Ordnung ausgefrar get werden; sondern daß sie auch recht zu antworten wissen, wann die Fragen auch verkehret werden. Wann sie dann in diesen dreycn Schulen ein vollkommenes Genügen geleistet , so können sie sich auch in dem Historischen Eate- chisnw von Erschaffung der Welt angefangen, üben, jedoch also , daß sie die besagte dcey Schulen darbey noch immer wiederholen. Es ist aber allda gar nicht zu bcförchten, daß matt denen Kindern mehr auflege, als ihre Fähigkeit ertragen -könne, man muß auch nicht sagen, daß man vorhero ohne dieser Wissenschaft göttlicher Ding, gelebet habe, wie einige unbesonnene Eltern, welche ebenfalls in dem wahren Christlichen Glauben wenig oder gar nicht unterrichtet seynd, nach Maß ihrer eigenen Unwissenheit vorzuwenden, oder zu urtheilen pflegen. Dann za geschweige», daß die sirafmasige Unwissenheit sündhaft und schwer zu verantworten scye, ist auch wohl zu bedenken, wie viel schwere Sund und Laster, Jrrthum, und Verwirrurrg aus der all zu grossen Unwissenheit schon entstanden seyen, und noch entstehen können, wegen welchen wir keineswegs die Entschuldigung werden Vorbringen, daß wir es nicht besser gewust, oder verstanden haben, weilen wir es hätten wissen sollen, und können. Au deme iss cs uns nicht ei, rss geringe Schand, wann unsere Glaubens,Gegner nicht mur allein in allen Stücken ihrer falschen Lehr wohl gerbet seynd, sondern auch unsere Glaubens-Wahrheiten zu bestreikten wissen , da wir dieselbige weder recht erkennet , oder erlernet haben. Leztlich ist wohl zu beobachten, daß dergleichen Kürser, welche in Erlernung der Glau- bens-Geheinmussen beschäftiget seynd, so wohl zum Stu- diren, als anderen Handlhierungen, oder Arbeiten desto fähiger, und geschickter seynd; Ja wann die acht, neun, und zehen Jährige Knaben, welche dem Studiren obliegen gen, täglich ihre vorgeschriebene!.LÄ;ones aufzufagerr wessen, warum solle dieses nicht auch in denen Schul- und Lehr-Kindern können gehalten werden, welche denen anderen an der Gelernigtert wenig, oder gar nicht weichenr welches man so gar bey denen Bauern-Kindcrn erfahren; dann da sie einmal zu lernen angefangen, haben sie so grossen Fortgang gemachet, den man niemals g eg landet hätte. Es ist aber noch ferner in acht zu nehmen, daß die Kinder bey wachsenden Alter, dieses Büchlein niemalen hinweg legen, oder von Erlernung dieser Glaubens-Wahrheiten aufhören sollen, welches mit grossen Schaden bis- hero geschehen, dann wann die Kinder zwölf oder dreyze- hen Jahr erreichet, da vermeynen manche wohl unbesonnene Eltern, daß ihren Kindern eine grosse Schand seye, wann sie noch» den Catechismum bey Händen haben; mithin was sie etliche Jahr mit grossen Fleiß erlernet, daß sollen sie fass mir Gewalt vergessen; ein grosse Thorheit, und Blindheit ist diese, die grossen Schaden und vielfältige Sünden, der ohne dem ausgelassenen, und inwendigen Jugend nach sich ziehet, man solle also wohl bedenken , daß die Glaubens-Wissenschaft so heilig, und hoch, angesehen seye, daß man sich derselben auch in höheren Alter gar nicht schämen börste, man solle doch wissen, daß die Glaubens-Wahrheiten so vielfältig seyen, daß wie mehr man gelernet, desto mehr wird man finden, daß noch übrig ftye, man solle endlichen wohl erkennen, daß die Kinder in denen unmündigen Jahren nur die Wort aussprechen, in wachsenden Alter das Geheimnuß zu erkennen anfangen, und nach denen Jugends-Jahren erst die Wahrheit ihnen zu Herzen nehmen, und eben dazumahlen , da die beste Fähigkeit der Crkamstxsß vor Händen, da will man so gar alles Angedenken so heiliger Sachen auf die Seiten legen, und aUsgetilget habe«. Beynebens gleichwie man also in diesen Gottseeligen Eifer allezeit fortfahren solle, also ist auch zu bemerken, daß wann die nothwendige Erkamttnuß göttlicher Ding in denen ersten Kindes,Jahren ist versäumet, oder durch grosse Nachläßigkeit fast ist vergessen worden, so soy§ man sich ki- keineswegs scheuen, auch in dem höheren Alter in diese § so H.Wcrk Hand anzulegen, und entweder durch frisches ' Angedenken jenes erneuren, was aus der Gedachtnuß gekommen , oder aber jenes zu erlernen, was man schon längstens hätte wissen sollen. Haben sich doch auch die Apostel, da sie schon ein reiffes Alter erreichet, von Christo dem - HErrn unterweissen lassen, wem solle es dann ein Schund seyn in göttlicher Lehr-Schul einen Fortgang zu machen. Der H. IZnacins Stifter der Gesellschaft , hat sich ^ in dem zo. Jahr seines Alters mitten unter die Kinder in der Christlichen Lehr gesetzet, und mit solchen die erste Grundsatz erlernet. Nichts wissen, und nichts lernen wollen, ist bey einem Christen so schändlich, als schädlich. Nichts wissen, doch aber durch beständigen Fleiß die Unwissenheit austilgen , gereichet einem Christen - Menschen nicht nur zum grösten Nutzen, sondern auch besonderen Lob, Cs werden als? alle löbliche Mitglieder der Christen- Lehr-Brudcrschaft, wie auch alle Christliche Eltern, Lehr- und Schulmeister in dem HErrn gebetten , daß sie aller Orten, so viel es möglich, dieses Frag-Büchlein bekannt machen, die Gleichförmigkeit einführen, den wahren Christ-Catho lischt n Glauben ausbreiten helfen, die nicht allerdings sichere Frag-Büchlein der Geistlichkeit zur gewöhnlichen Lentür übergeben, die Kinder zur Erlernung vorgeschricbcner Fragen anhalten, und in der einmal angefangenen Ordnung beständig verharren, zu welchen uns der liebe GOtt hier seine göttliche Gnad und Seegen . verleihen wolle, alldsrten aber den versprochenen l Lohn treulich ertheilen wird. En- 1 Eingang des kleinen Cmechisini. des kleinen a t e ch i s in i. was Glaubens bist du? ^Ch bin ein Catholischer Christ? Wer ist ein Latholrschcr Christ? Der ists: welcher, nachdem er getaufet ist, durchaus glaubet, und bekennet, was die alte, Catholische, Römische Kirch glaubet, und bekennet, es seye in der Bibel geschrieben oder nicht. Bey was Zeichen erkennet man einen La- rholischen Christen? Bey dem, daß er sich bezeichnet mit dem Zeichen des heiligen Creuzes, und daß er meide alle Ketzerey und Jrrthum, so die Prälaten und Lehrer der Cathokischen Kirchen einhellig verwerffen, und verdammen. wie bezeichnet sich dann ein Latholischee Christ? Er bezeichnet sich mit dem heiligen Creuz , und spricht mit Andacht also: Im Namen GOTT des VEters, und des SoHns, und des heiligen Geilstes, Amen. A wie Das erste Hanptstuck, - wie viel sepnd Hauptstück des Latholifchen z Lbristenmms, so einem jeglicheir zu wissen? Diese fünf: ^ Das Erste : ist der wahrhafte Christliche Glauben. § Das Zwepte : die sieben Heil. Sakramenten. Das Dritte : die Liebe, die zehen Gebott, und . fünf Gebott der Kirchen. ^ Das Vierte: die Hofnung, das Vatter unser, - mit dem angehengten Englischen Gruß. Das Fünfte : die Christliche Gerechtigkeit. ^ Das erste Hauptstuck - Von dem Christlichen Glauben. Welches ist das erste Hauptstuck Christlicher 8 Catholischec Lehr? A Der Glaub: „Dann ohne dem Glauben istS „ nicht möglich, daß man GOtt gefalle, Christ -1 ,» lich lebe, und selig werde. Hekr. n. i Mas ist der Glaub? i Er ist eine Gab GOttes, und Licht, dardurch der Mensch erleuchtet wird , und festiglich alles glaubet, was von GOtt geoffenbaret, und durch seine Kirchen uns zu glauben vorgetragen wird, ^ es seye gleich solches geschrieben oder nicht. ^ was fall dann ein jeder Christ glauben ? Was die liebe Aposteln in denen zwölf Arti- ^ culn des Christlichen Glaubens verfasset haben. ^ Welche seynd die zwölf Articul des LhrLstlis cken Glaubens? ) Diese ftynd sic; >« '.Ich e _von dem Lbristlichen Glimben. z n I. M) glaub m GOtt Vatter, Allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. L. Und in JEsum Christum seinen einigen Sohn ^ unfern HErrn. z. Der empfangen ist von dem heiligen Geist, gebohrn aus Maria der Jungfrauen. 2 4. Gelitten unter Pontio Pilato, gecreuziget, gestorben, und begraben. * s. Abgestiegen zu der Höllen, am dritten Tag wiederum auferstauden von den Tode», e. Aufgefahrm zu den Himmeln, sitzet zu der ^ Rechten des Allmächtigen Vatters. Von dannen er kommen wird zu richten die Lebendige, und die Tode, r 8. Ich glaub in den heiligen Geist. Eine heilige, allgemeine, Christliche Kirchen, S die Gemeinschaft der Heiligen. 10. Ablaß der Sünden. 11. Auferstehung des Fleisches. 12. Und ein ewiges Leben, Amen. h worinnen bestehet die Summa und Inhalt A dieser zwölf Articuln? ^ In dem: Daß ein Christen-Mensch mit dem >, Herzen glaube, und mit dem Mund bekenne, daß mr ein GOtt sey in seiner Substanz, und Wesenzeit, undgugleich auchdreyfaltig in denen Perso- - mr, als nemlich GOtt der Vatter, ein Schöpfer . Mer Ding. GOtt der Sohn, ein Erlöser der sündigen Welt. Und GOtt der H-Geist, ein Tröster rller frommen Christglaubigen, welche er in der Vahren Catholischen Kirch heiliget, und durch ge- 1 ordnete Mittel selig macht, 5, Das zweite -Harrptstuck, Das zweyte Hauptstuck. t Von denen heiligen Sacramenten. Mas ist ein Sacrament? Es ist ein sichtbares, kräftiges Zeichen, von Christo selbsten eingesetzet, dardurchwir unsicht- barlicherWeisGnad, und inwendige Heiligung " empfangen. wie viel stynd Sacramenten? Es seynd sieben. welche? Das Erste: die Tauf. Das Änderte : die Firmung.' Das Dritte: der Fronleichnam Uttsers HErrn / IEsu Christi. Das Vierte: die Buß. » Das Fünfte : die lezte Oelung. Das Sechste: die Priester-Weyhe. Das Siebende : die Ehe. was ist die Tauf? Die Tauf ist das erste undnothwendigste Sa- crament, darinnen der Mensch durch das Wasser und Wort GOttes von allen Sünden gereiniget- und in Christo, alseine neue Creatur zum ewigen Leben wieder gebohren, und geheiliget wird. . ^larrb. 28 .^soan. z. ^ was ist die Firmung? Die Firmung ist ein Sacrament, in welchem ! der getaufte Mensch durch den heiligen Crisam s und das göttliche Wort, vom heiligen Geist in , Gnaden gestartet wird, damit er seinen Glau- den, ! 5 vor, denen heiligen Sacramenten. ^ ben standhaftig bekenne , und demselben desto fieissiger Nachkomme. 8 . und 19- was ist unsers HErrn Fronleichnam? Es ist ein Sacrament des Altars, der wahre Leib und Blut unsers HErrnJEsu Christi, der unter denen Gestalten Brods und Weins, mit samt seiner Seel und GOtLheit wesentlich und dollkommentlich gegenwärtig da ist, so bald ein ordentlich- geweyhter Priester Vrod und Wein auf dem Altar wandlet, und cvusecriret. 26.1.uc. 22 . i.dokinck. n» was ist die Buß? Die Buß ist ein Sacrament, dardurch ein ^ ordentlicher Priester anGOttes Statt die Sund nachlast, und verzeihet, wann der Sünder im Her- * Zen Reuund Leid hat, ftine Sund mit dem Mund beichtet, und rechte Buß würcken will. 20. was ist die legte Oclung ? Die lezte Oelung ist ein Sacrament, darinn durch das Heil. Oe! und Christ! Wort die Gnad GOttes dem Kranckenzur Wolfart der Seelen, und etwann auch des Leibs gegeben wird. ^c.5. was ist dis Priester - Weyhe? Die Priesterliche, oder Geistliche Weyhe ist tz ein Sacrament, dardurch ein Geistlicher Gewalt r und sonderbare Gnad denen Priestern , und an- j deren Dienern der Kirchen gegeben wird, daß sie l ihren Dienst und geistliche Äemter recht und wvl ' derrichten mögen. 1.Dm. 4. 2. Dm. r. r was ist die Ehe? j Die Ehe ist ein Sacrament, durch mlches zwey , Az ledige 6 Das -ritte Hüuptstuck, ledige Christliche Personen, Mann und Weib, sich ordentlicher Weis zusammen verheyrathen. Dar- zu ihnen GOtt durch dieses Sacrament Gnad gibt, daß sie in ihrem Ehelichen Stand bis inden Tod gottseelig verharren, und ihre Kinder Christlich auftrziehen. 19. Das dritte Hauptstuck. Von der Liebe. Was ist die Liebe? EineGnaden-reichevon GOtt eingegoffeneTu- gend, durch welche wir GOtt den HErrn, als das höchste Gut, um seiner selbst willen: unfern Nächsten aber um GOttes willen recht und Christlich lieb haben. Woraus erkennet man / daß man die Liebe GrVttes und ves Nückslen hübe? Aus der Haltung deren Geöotten GOttes: DannChristus sagt : „Wer meine Gebott hat,und haltet sie, der ist, der mich liebet-,, 14. v.2i. Wieviel feynd der Gebotten GVttes? Zehen: 1. Du solst allein an einen GOtt glauben. 2. Du solst denNamenGOttes nicht eitel nennen. 3. Du solst den Feyertag heiligen. 4. Du solst deinen Vatter und Mutter ehren, auf daß du lang lebest auf Erden. 5. Du solst nicht tödten. 6. Du solst nicht Unkeuschheit treiben. 7. Du solst nicht stehlen. 8. Du solst kerne falsche Zeugnuß wider deinen Nächsten geben. §. Du von der Liebt. 9. Du solst nicht begehren deines NächstenHaus- frau. 10. Kusolst nicht begehren -eines Nächsten Gut. Worinn bestehet die Summa und Inhalt dieser zehen Geborten GOrres? Indem: Du solst GOtt deinen HErrn lieben aus ganzem deinem Herzen, aus ganzer deiner Seel, aus ganzem deinem Gemüt, und aus allen deinen Kräften; das ist das erste und gröste Ge- bott. Das änderte aber ist deme gleich: Du solst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. ,, In diesen „ zweyen Geboten stehet, und hanget das ganze Gesatz, und die Propheten, 22, v.40. Wie viel sepnd Gebote der heiligen ChrLMjchers Rirchen r Fürnemlich fünf: r. Du solst die aufgesetzte Feyertäg halten. 2. Du solst alle Sonn-und Feyertäg. die Heil. Meß mit Andacht hören. Du solst die vierzig-tägige Fasten, die vier Quatember, und andere gebotene Fast-Täg halten, auch am Freytag und Samstag von Fleischeffen dich enthalten. 4- Du solst jährlich zum wenigsten einmal einem verordnten Priester beichten , und um die Oesterliche Zeit das hochwürdige Sacrament des Altars empfangen. 5 - Du solst zu verbottenen Zeiten keine Hochzeit halten. Marum soll man dieGebstt der Rirchen halten? Darum, daß ein Christ in Kraft des vierten A4 Gvti> r Das vierte -HauptstttF, Göttlichen Gebotts schuldig ist, sowol der Geistlich- als der Weltlichen Obrigkeit Gehorsam zu leisten. „ Welcher aber die Kirch nicht höret, „ oder ihre gute Ordnung und Satzung verachtet, „der soll für einen Heiden und Publican, ( wie „ Christus sagt) gehalten werden, klaren. 18- Das vierte Hauptstuck. Von der Hoffnung, was ist die Hoffnung? Sie ist eine Christliche von GOtt dem Menschen emgegossene Tugend, durch welche ein Christ mit starken Vertrauen wartet auf die Güter seines Heils, und des ewigen Lebens. Woraus lernet man / was man hoffen soll? Aus dem heiligen Vatter unser, welches Christus unser HErr und Heyland feststen gelehrt, und uns zu betten befohlen hat. wie viel Bier und Thejl hat das heilige Vatter unler?^ Sieben, die lauten also: Vatter unser der du bist in den Himmeln- i. Geheiliget werde dein Nam. 2 Zukomme uns dein Reich, z. Dein Will geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. 4. Gib uns heut unser tägliches Brod. 5. Und vergib uns unsere Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldigem. 6 Und führe uns nicht in Versuchung. 7. Sondern erlöse uns von dem Übel, Amen. was von der -Hoffnung. - was ist die Summa und der Inhalt des gan, zen heiligen Valter unjers? Wir bitten hier um ewige, geistliche und leibliche Güter, Seel und Leib damit zu erhalten. Begehren auch, daß uns GOtt von Sünden, Anfechtungen, und allem Übel, dieses und des zukünftigen Lebens erledigen, und behüten wolle. Wie sprichst du den Englischen Gruß ? Gegrüffet seyst Maria, voller Gnaden, der HErr ist mit dir, du bist gebenedeyet unter den Weibern, und gebenedeyet ist die Frucht deines Leibs JEsus. Heilige Maria Mutter GOttes, brtt für ulrs arme Sünder, jezt und in der Stund unsers Absterbens, Amen- warum wird neben dem Vatter unste der Englische Gruß gesprochen? Darum: Damit unser Gebett im Vatter unser desto kräftiger seye, wann wir Christum unfern HErrn, und seinen heilwärtigen Namen dar- bey melden, auch GOtt in seiner liebwehrten Mutter loben, und durch sie die Göttliche Gnad begehren. Ist es auch genug / daß ein katholischer Christ diese vier gemeldte Stück wisse, und bekenne ? Es ist nicht genug, sondern er muß auch die Christliche Gerechtigkeit mit dem Merck erzogen. Dann ein Knecht der seines HErrn Willen weiß, », und den nicht thut, der wird mit vielen Strei- „ chen geschlagen. l-uc. is. Das ro Das fünfte -Hüuptstvck, Daö fünfte Hauptstuck.—/ Von der Ahristllchen Gerechtigkeit. Ulelches ist das fünfte Harrptstuck Christa lta- kholischer Lehr? Es ist die Christliche Gerechtigkeit. Was gehöre Zu der ChrLstlichenGerechtigkeLt? Diese My Stuck : Daß ein Christglaubiger Mensch durch die Gnad GOttes das Böse lasse, und das Gute würcke. Dann wer schon durch den Glauben gerecht worden ist, der muß auch durch gute Werck noch gerechter werden, 2. was Böses soll man zrrni »neisten lassen / rmd fliehen? Die Sund und Laster, die den Menschen um Ehr, Gut, Leib und Seel bringen, ihn von GOtt und allen Guten scheiden, und ewiglich verdamm, welches ftynd die schädlichste und verdamnp liebste Sünden? Die Lsd-oder Haupt-Sünden: die Sünden in den heiligen Geist: die Sünden, welche in den Hmrmel schreyen: die fremde Sünden- und andere dergleichen, die der Liebe GOttes und des Nächsten widerstreben. Wie viel seynd Tod-oder Aaupk-Sündenr Sieben : 4. Neid. 1. Hoffart. s. Fraß und Füllerey. 2. Geitz. 6. Zorn. Z. Unkeulchhejt. 7. Trägheit. Von denen Tod-Sünden stehet geschrieben: „ Die solche thun, werden das Reich GOttes „ nicht erlangen, sondern des ewigen Tods ster- „ den. f. Lreetüel. r 8. wie von der Christlichen Gerechtigkeit. ii wie viel seynd Sünden Ln den Heil. Geist? Sechs: r. Vermessentlich auf GOttes Barmherzigkeit sündigen. 2. An GOttes Gnad verzweiflen. z. Der erkannten Warheit widerstreben. 4. Seinem Bruder um der Göttlichen Gnad willen mißgünstig und neidig seyn. 5. Wider heilsame Ermahnung ein verstocktes Herz haben. 6. In der Unbußfertigkeit vorsezlich verharren. Diese Sünden werden in dieser und jener Welt gar nicht, oder schwerlich verziehen werden. Wie viel seynd Sünden so in den HiMel schreyen ? Vier: 1. Vorsetzlicher Todschlag. 2. Die Sodomitische Sund. z. Unterdrückung deren armen Wittwen, und Waisen. 4. Und wann man den verdienten Liedlohn denen Arbeitern und Taglöhnern aufhalt und entziehet. Und solche Laster werden von GOtt allezeit erschrecklich gestraffet. wie viel styrrdder fremden Sünden 5 Neun r r. Zur Sünd rathen. 2, Einen andern heissen sündigen. 3. In andere Sünd verwilligen. 4- Ändere zur Sünd aureißen. 5. Andere Sünd loben. 6. DarZu stillschweigen° 7 - Dieselbe übersehen. 8Des ,2 Düs fünfte -Hauptstuck, 8. Des fremden Guts sich theilhästig mache». 9. Andere vertheidigen. Dann also werden wir an stemden Sünden vor GOtt schuldig und theilhästig, als ob wir sie selbst persöhnlich begangen hätten. es genug das Böse lasten / und die Sund meiden? Nein: „Daunein Micher Baum, der nicht „ gute Früchten bringet, der wird ausgehauen, „ und in das Feuer geworffen. Wer aber den „ Willen meines Vatters thut, der wird einge- hen in das Reich der Himmeln, am z. Und 7. c. Was Gutes s-U dann ein Christ thun / und würcken? Er soll nüchtern, gerecht und gottseelig vor GOtt und denen Menjchen leben, und mit guten Werken seinen Christlichen Beruf zieren , und gewiß Macheu. 'Nr. r.kom. ,2. 2. kerr. I.v. i O. Wie vielerlep sepnd die gute werck? Fümemlich drsyerley: 1. Betten. 2. Fasten, z. Allmosen geben. Worzu nuzen und dienen uns die gute werck? Aus denen guten Werken, und nicht aus dem Glauben allein wird der Mensch gerechtfertiget, und erlanget die Cron der Gerechtigkeit. Und wer da thut die Gerechtigkeit, der ist gerecht. Die Gutes thun, werden eingehen in das ewige Leben: Die aber Böses thun, in die ewige Pein. Hstc. 2. 2. Hm.4. 1. z. 25. wie viel sepnd leibliche werck der Barmherzigkeit ? Sieben: r. Die Hungerige speisen. 2. von Der Christlichen Gerechtigkeit. ^ rz 2. Die Durstige tränken, z. Die Nackende bekleiden. 4. Die Fremde beherbergen. 5. Die Gefangene erledigen. 6. Die Krancke besuchen. 7. Die Tvden begraben. Von diesen sagt Christus: „Seelig seynd die „ Barmherzige, dann sie werden Barmherzig- ,» keit erlangen. Uarck. 5. wie viel stynd geistliche werch der Barm- Herzigkeit? Sieben: r. Die Sünder straffen. 2, Die Unwissende Lehren» z. Denen Zweiffelhastigen recht rathen. 4. Die Betrübte trösten. 5. Das Unrecht gedultig leiden. 6. Denen, die uns beleidiget, gern derzeihen. 7. Und für die Lebendig und Tode GOtt bitten» Mit was Maß wir ausmessen, mit derselben wird uns wieder emgemessen werden, lduc. 6. Welches seynd die acht Seligkeiten > Es seynd die, so Christus indem Anfang seines Evangelischen Gesetzes gelehret, da er sagt: 1. Selig seynd die Arme im Geist, dann ihrer ist daö Reich der Himmeln. 2. Selig seynd die Sanftmüthige, damrsrewer-- den das Erdreich besitzen, z. Selig seynd die weinen, und Leid tragen, dann sie werden getrost werden- 4. Selig seynd die da hungert, und dürstet nach der iH Aur^e Auslegung, der Gerechtigkeit, dann sie werden ersätti- get werden. 5 Selig seynd die Barmherzigen, dann sie wer--' den Barmherzigkeit erlangen. 6. Selig seynd die eines reinen Herzens seynd, dann sie werden GOtt anschauen. 7. Selig seynd die Friedsame, dann sie werden Kinder GOttes genennet werden. S. Selig seynd, die da Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, dann ihrer istdas Reich deren Himmeln, 5. Wie viel seynd Evangelische Räth ? Deren seynd fürnemlich drey: 1. Freywiüige Armut. 2. Stäte Keuschheit, z. Vollkommener Gehorsam unter einem geistlichen Obristen. Welche seynd die vier lezte Ding deskNenschen? Diese vier: 1. Der Tod. 2. Das lezte Gericht. z.Die Höll. 4. Das Himmelreich. Gedencke dann, O Mensch! in allen deinen Wercken deiner lezten Ding, so wirst du ewiglich F Nicht sündigen. Rurze Auslegung Ges kleinen Uatechismi, «Uv suns / In drey Schulen emgetheilet. Die erste Schul : Für die kleine Kinder. Die anderre Schul r Für die Erwachsene. Die dritte Schul z Für die jenige, welche die weit- Des kleinen LarechLsmi, r 5 weitläuffige Auslegung entweders nicht fassen, oder nicht zu Händen haben können. Anmerckung / was bey der Christlichen Lehr zu beobachten seye. I. Kinder Men fieiffig zur Christlichen Lehr geschi« Ws cket, und von denen Eltern, und Schulmeistert? darzu angehalten werden. s. Die Kinder sollen in eine gewisse Ordnung , Altar, oder Stuhl eingecheilet werden, daß jedes Kind sein gewiA ses Orth habe, die Mägdlein aber sollen von denen Knabe» abgesondert seyn. z. Die Kinder sollen bey der Christlichen Lehr sich züchtig und ehrbar aussühren , und von allen Schwazen , Zupfen, Rauffen, und Herumlauffen enthalten. 4. Vor der Christlichen Lehr sollen die bcygeftzte Gebetter, und Gesünder vorgebettet, und vorgesungen werden, in welchen die fünf Hauptstücke ausgelcget scynd. z. Nach der Christlichen Lehr sollen sich die Kinder in schone Ordnung stellen, und ausfragen lassen. Und nach- deme alle ausgefraget, sollen sie in der Ordnung niederknien, und nach Verdiensten belohnet werden, auch zugleich einen Datier unser, und Ave Maria zu Beförderung des heiligen Catholrschen Glauben betten. 6. Es sollen auch die Kinder Paar und Paar in schöner Ordnung abziehen , und mit aller Auferbaulichkett, ohne Rauffen und Schreyen nacher Haus gehen. Geben vor der Ähnlichen Lehr. Romm Heiliger Geist / erfülle die Herzen deiner Gläubigen / und entzünde in ihnen das Fever deiner Liebe. 8A GOtt! der du die Herzen deiner Gläubigen ^ durch die Erleuchtung des H. Geistes gelehret hast - gibe uns, daß wir durch denselben Geist, was ,6 Rurze Auslegung, was recht ist, verstehen, und lernen, auch seines Trost uns allezeit erfreuen mögen, Amen. Varrer unser , Ave Maria, rc. Nach verrichten Gebott wird eines von denen zu End gefezten Gesäliger» vorgesungen. Gebett nach der schriftlichen Lehr. >Err JEsu Christel du Sohn des lebendigen GOttes, wir bittendich durch dein H. Creuz und Leiden, durch deinen unschuldigen Tod, seye uns, und allen Sündern gnädig, und barmherzig. OJEsu'. erhöre uns. O JEsu! erlöse uns O JEsu l erbarme dich unser, und stärke uns, auf daß wir, was wir anjetzo gehöret, allezeit behalten, dichvolltommentlich lieben, in wahrer Gerechtigkeit dir dienen, und endlich mit allen Auserwählten dich in alle Ewigkeit loben und preisen, Amen. Lurze weis Die drey Göttliche Tugenden Zu erwecken, und denenKindern, besonders Früh und Abends, oder nach der Christlichen Lehr vorzubetten. Übung des Glaubens. HMEin GOtt! ich glaube alles, was du uns MV hurch hejne Heilige, Allgemeine, Christliche Kirchen befihlest zu glauben: weilen du solches alles geoffenbaret / der du die ewige wachere und Weisheit bist. Zn diesem Glauben will ich leben und sterben. O GOtt! stärcke mich in diesem Glauben. Übung der Hofmrng. -! ich hoffe ganz vertraulich durch die Verdiensten meines HErmJEsu Christi des kleinen Catechistni. ,7 str Verzeihung aller metner Sünden: ich hoffemit deruer Göttlichen Gnad, und Beystand deinen Willen zu vollziehen, dle Sünden zu melden, und also dre ewige Selrgkelt zu erlangen: weilen du solches versprochen hast/ der du bist unendlich mächng, gnrig und getreu in deinem Versprechen. In dieser Hofnung will ich leben und sterben. O GOrt! stärcke meine Hofnung. Übung der Liebe GOttes / und vollkommener Reu und Le^d. ^^iÄn GOtt! ich liebe dich von Grund meines Herzens über alles. Ich will lieber tausendmal sterben, als dich meinem GOtt, das Allerhöchste Gut, mit einer Sünd beleidigen. Ich will mich auch besieiffen, dir in allen zu gefallen. Es ist mir leid, daß ich dich jemals beleidiget habe: Wellen du bist das allerhöchste Gut/ aller Ehr / und Liebe über alles würdig. In dieser Liebe will ich leben und sterben. O GOtt! entzünde in mir das Feuer deiner Liebe. Übung der guten Meinung / welche ein gutes Christ zu mehreren Verdienst seiner Wercken öfters erneuren solle. HUEinGOtt! ich opfere dir auf alle meine Ge- dancken, Wort, und Werck, und verei nige sie mit der Meynung,und allen Verdiensten JEsu Chri stideines lieben Sohns, Mariä seiner Heiligsten Mutter, und aller lieben Heiligen. Nö. Die Wort, welche mit anderen Buchstaben seynd ausgesezet, bedeuten die Haupt--Beweg-Ursachen, welche besonders denen Kindern wol einzudruckeu seynd, damit sie verstehen, und gründlich zu sagen wissen, warum sie glauben, hoffen und lieben. D Ge- Erste Schur Gebett zu Unser Lieber Frauen. MEilige MLlRJA Mutter GOLtes! erhalte ^2- uns von GOtt die Grr^, daß, gleichwie du die Lehr und gute Merck deines lieben Sohns, unseres HErrn JEsu Christi, in deinem Herzen wo! überleget, und nach denselben dein Leben eingerichtet hast; also auch wir, was uns in der Christen-Lehr vorgetragen worden, in der Gedachtnuß behalten, in dem Verstand fassen, in dem Willen, und Merck vollziehen, was GOtt von uns verlanget; damit wir als gute Kinder unser Lieb, und Schuldigkeit erzeigen unserem Vatter, -er im Himmel ist; und also sein heiliger Nam von uns, und in uns geheiliget werde, sein Reich zukomme, sein Will geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Dieses zu erhalten, auch ihr , unsere heilige Schuz-Engelrr, Kirchen-und Namens-Patronen, und alle andere Heilige GOttes, bittet für uns. Aller Chriftglaubigen abgestorbenen Seelen lasse, O HErr! durch deine Barmherzigkeit im Frieden ruhen, und das ewige Licht leuchte ihnen, Amen. Karrer unser, Ave Maria. Erste Schul. Für die kleine Kinder/ und gar Unwissende. So bald die Kinder reden lernen, sollen sie dieCl- kern, oder Kinder - Wärterinnen die heilige Namen IEsus, mW Maria, ehrenbietig aussprechen, und unseren liebwer- khesten Vatter, und lrebreicheste Mutter des Himmelserken- kW Wes. Da sie hernach zu einigen Verstand kommen, solle für die kleine Rinder, und gar Unwissende. kH solle man sie lehren das H. Creuz machen, und solle man täglich das Vatter unser, den Englischen Gruß, und den Glauben langsam, bedeutlich, und ohne anderem Zusaz vorbetten, und sie nach und nach in folgenden Glaubens-Articuln unterweisen. Das heilige §r§uz. M Namen GOtt des Vattters, und des SoMs, und des heiligen Geilstes, Amen. Das Vatter Unser. MAtter unser, der du bist in den Himeln. Ge- heiliget werde dem Nam. Zukome uns dein Reich. Dein Will geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Gib uns heut unser tägliches Brod. Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergehen unseren Schuldiger»; und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel, Amen. Der Englische Gruß. Mrüsset seyest du Maria ! voller Gnaden, der HErr ist mit dir, du bist gebenedeyet unter denen Weibern, und gebenedeyet ist die Frucht deines Leibs JEsus. Heilige Maria Mutter GOttes, bittfür uns arme Sünder, jezt,und in der Stund unsers Absterberrs, Amen. !Der Glauöen. ^Ch glaub in GOtt Vatter, allmächtigen Schöpfer Himmels, und der Erden. Und in JEsum Christum seinen einigen Sohn unseren HErrn. Der empfangen ist von dem H. Geist, gebohren aus Maria der Jungfrauen. Gelitten unter PontioPilato, gecreuziget/ gestorben und B ^ be- 2« MP» ^ Erste Schul, ' Hegraben. Abgestiegen zu der Höllen, am dritten Tag wiederum auferstanden von Den Tode», Aufgefahrenzuden Himmeln; sitzet zu der Rechten GOttes des allmächtigen Vatters. Von dannen er kommen wird zu richten die Lebendige, und die Tode. Ich glaubinden H. Geist. Eine heilige, allgemeine, Christliche Kirch. Gemeinschaft deren Heiligen. Ablaß deren Sünden. Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben, Amen. Notwendigste Glaubens - Articulen. Lehe-Meister. Lehr-Aind. K-WMche das heilige Creutz mein Kind. R. Im Namen GOtt des Vatsters, und des Sohsns, und des heiligen Geisstes. Amen. L. Wie viel seynd GOtt? Ein GOtt allem. L. Me viel seynd Personen in GOtt?R.Drey. L. Wie heiffendie drey Göttliche Personen k R. Die erste heisset GOtt Vatter s die änderte GOtt Sohns und die dritte GOtt heiliger Geist, s L. Wer hat uns erschaffen? A. GOtt der Vatter. L. Wer hat uns erlöset ? A. GOtt der Sohn. L.Wer hat uns geheiliget? GOtt der heilige Geist. L. Welche unter diesen drey Personen ist älter, grösser, oder mächtiger? 2V Keine, sie seynd alle drey gleich. L. Ist eine jede Person GOtt ? RJa. L. Wie viel seynd dann GOtt? A. Es ist nur ein GOtt, aber drey Personen. L» Or die kleine Rinder, und gar Unwissende. r i L. Woistdieftr GOtt,und HErr?R.Uberall. L. Warum hat uns GOtt Vatter erschaffen 7 2^. Damit wir ihm dienen und selig werden. L.Wo kommen die Fromme hin, die GOtt rechtmäßig dienen? Ix. In den Himmel. L. Was ist in demHimel?A. Die ewige Freud. L. Wo kommen die Bose hm, die GOtt nicht recht dienen ? Ix. Zn die Holl. L. Was istinderHöll? R. Das ewige Feuer. L.Wo hat uns GOtt Sohn erlöset? R.Am Stammen des heiligen Creuzes. L. Wie heisset er? Ix. JEsus Christus. L. Was ist er? 1^. GOtt und Mensch zugleich. .. L. Wie ist er am Cteuzfür uns gestorben? 2^. Als Mensch. L. Wo hat uns GOtt der heilige Geist geheili- get? Ix. Inder heiligen Tauf. L. Wie Hat er uns geheiliget? R. Er hat uns durch seine Gnad zu Kinder GOttes gemacht. L. Warum glaubst du dieses? A-. Weil eS GOtt selbsten gesagt hat. L. Was glaubst du noch nrehr? A. Ich glaube alles, was uns GOtt geoffenbaret, und befohlenhat zu glauben. L. Warum muß man alles glauben, was GOtt gesagt hat? R. Weit GOtt die Warheit und Weisheit selbsten ist. L. Was hoffest du? R. Ich hoffe alles was vns GOtt versprochen hat. V z L.Wa- rs. ^ Änderte Schul, L. Warum hoffest du das alles? R. Weil GOtt unendlich mächtig, gütig, und getreu lstm seinem Versprechen. L. Was hat uns GOtt fümemlich versprochen? Ix.Hier seine Gnad, und dorten das Himmelreich. L. Liebest du den allerhöchsten GOtt deinen Erschaffer ? R. Ja ich muß ihn lieben über alles. L. Warum müssen wir GOtt lieben Uber alles? A. Weil er das hocWe Gut rst. L.Wre liebest du GOtt über alles? Ix. Ich will liebersterben, als GOtt beleidigen. L. Wie liebest du deinen Nächsten? Ix. Wie mich selbsten. L. Warum müssen wir unsem Nächsten so viel lieben, als uns selbsten? A. Werten es GOtt selbsten bestehlet. Wann die Kmder diese Fragen gelernet haben, kan man sie auch die Morgen- Tisch- und Mend-Gebektcr, fammt anderen kleinen Schuß,Gebettlekn, lernen lassen. Änderte Scdul Für die/ fy die erste Gchu! gut erlernet haben , besonders für die Kinder , so zur heiligen Beicht und Commumon gehen. 'M Nachdeme die Kinder, oder andere Unwissende die erste Schul so viel crlcrnet'haben, daß sie auch verstehen, was sie sagen, Mett sie in diese andcrke geführct, und angel-allen werden i.) auswendig zu kernen die sieben heilige Sacramentcn, die zeben Gebott GOttcs, diefünfGebott der Kirchen, und sieben Haupt-Sunden. 2.) Sollen sie wobl unterwiesen werden in denen fürnehmften Glaubens, Articuren, und in denen zwei) anderen Göttlichen Tugenden, nemilch Hoffnung, und Liebe. 3.) Sollen sie imgleichen un- für die Rinder, so znr H. SeiS?l und Torsuueisn gehen, rz tcrrichret werden in der Weis wohl, und recht zu deichten, und cvmmumciren. ^ Auswendig zu lernen Die sieben Heil. Sacramenten. r. WJe Tauf. 2. Die Firmung. 3. Dek ^ Fronleichnam unsers HErrn JESU Christi. 4. Die Buß. 5. Die letzte Oelung. 6. Die Priester-Weyh. 7. Die Ehe. Die Heil, zehen Gebott GOtteS. r. DU solst allein an einen GOLt glauben. 2. Du ^ solst den Namen GOttes nicht eitel nennen. 3 Du solst den Feyertag heiligen. 4. DU solst Vatter und Mutter in Ehren haben. 5. Du solst nicht tödten. 6. Du solst nicht Unkeuschheit treiben. 7. Du solst nicht stehlen. 8. Du solst keine falscheZeugnuß geben. 9- Du solst nicht begehren deines Nächsten Hausfrau, io. Du solst nicht begehren deines Nächsten Gut. Die fünf Gebott der Christlichen Kirchen, r. ^Je aufgesetzte Feyertag halten. 2. An Sok- ^ und Feyertägen die H. Meß andächtig hören. ?. Die vierzig- tägige Fasten, die vier Qua«- tember, und andere gebottene Fast-Täg halten. Auch am Freytag und Samstag vom Fleisch-Essen sich enthalten. ^Jährlich zum wenigsten einmal einem verordneten Priester beichten, und um die Oesterliche Zeit das Hochwürdigste Sakrament des Altars empfangen. 5. Zu verbotenen Zeiten keine Hochzeit Kalten. B4 Die 24 Änderte Schul, Die drey Sünden insgemein. i.^Je Erb-Sünd. 2. Die Tod-Sund. z.Die ^ läßliche Sund. Die sieben Haupt - Sünden. 1. ^Je Hoffart. 2. DerGeitz.z. Die Nnkeusch- ^5 heit. 4. Der Neid. 5. Der Fraß, und Füllerey. 6. Der Zorn. 7. Die Trägheit- Die -rey Göttliche Tugenden, Glaub, Hoffnung, und Labe. Lebe-Meister. Lehr-Aind. L.M?>Llche seynd die nothwendigste Tugenden zur Seligkeit ? Diese drey Göttliche Tugenden, i.Der Glaub. L.Die Hofnung. z.Die Liebe, dann ohne diesen kan kein Mensch, der bey genügsamen Verstand ist, dte Seligkeit erlangen. Der Glaub. L. Welche ist die erste Tugend aus allen un- der Grund aller anderen ? A. Der wahre Glaub, ohne dem niemand GOtt gefallen kan. L. Was ist ein jeder verständiger Mensch schuldig ausdrücklich zu wissen, und zu glauben, damit er kan selig werden? A. Diese drey Stuck. l.Daß ein GOtt seye, und drey Personen. 2. Daß uns GOtt Sohn erlöset hat. z. Daß GOtt das Gute belohne, und das Böse straffe. L-Was ist ein jeder Mensch unter einer Sünd schuldig noch mehr zu wissen, oder zu lernen ? R. Diese fünf Stuck, i. Den Glauben. 2. Das Vatter unser, und Englischen Gruß. z.Die sieben für die Rinder, so zurH. Beicht und Lomunion gehen. 25 ben heilige Sakramenten. 4. Die zehen Gebott GOttes, die fünf Gebott der Kirchen. 5. Die Christliche Gerechtigkeit. Die fürnehmste ArtiMlen des Glaubens. §. i. Von dem heiligen Kreuz, und der HH. Dreyfaltigkeit. L.MkArum bezeichnen wir uns mit dem Zei- chen des Heil. Creuzes? R-Dardurch zu bekennen, daß Christus unser HErr für uns am Creutz gestorben seye. L. Warum sagen wir darzu: Im Namen GOtt des Vat-sters, und des Soh-sns, und des Heil. Geifstes, Amen. 2 ^. Dardurch zu bekennen, und anzubetten die Heiligste Dreyfaltigkeit. L. Was ist die HH Dreyfaltigkeit? R. Ein GOtt, und drey Personen: GOtt der Vatter, GOtt der Sohn, und GOtt der Heil. Geist. L. Warum seynd diese drey Personen nur ein GOtt? R. Weil sie nur eine Göttliche Natur, und Wesenheit haben. L. Wo ist GOtt?R.An allenOrten undEnden. L. Ist er auch bey uns; stehet, und höret er uns? A. Ja, erstehet und höret alles. L. Warum können wir ihn nicht sehen? R- Weil er ein purer Geist. L. Was besonders hat ein jede Person? R. Dieses-- 1. GOtt der Vatter ist von sich selbsten von Ewigkeit. 2. GOtt der Sohn ist gebohren von dem Vatter von Ewigkeit, z. GOtt der H. B 5 Geist .-6 Änder-ke Schul, _ Geist gehet aus vom VattersunddemSohn D gleich von Ewigkeit L. Was haben uns diese drey Personen Gutes gethan ? ?>. GOtt Vatter hat uns erschaffen, GOtt Sohn hat uns erlöset, und GOtt Der H. Geist hat uns geheiliget. §. L. Von GOrr Vatter, und unserer Erschaffung. L. Wer hat uns erschaffen, und wer erhaltet und ernähret uns ? L. GOtt Vatter. L- Aus was hat uns GOtt Vatter erschaffen? A. Aus nichts. L. Warum hat er uns erschaffen ? R. Damit wir an ihn glauben, auf ihn hoffen, ihn Lieben, Und also selig werden sollen. L. Wer hat den Himmel, die Erd, und alles andere erschaffen ? R. Auch GOtt der Allmächtige. L. Warum hat er dieses alles erschaffen? R. Wegen uns Menschen, damit wir desto leichter ihn dardurch erkennen, und lieben tönten. §. z. Vorr denen heiligen Engeln. L. Wer ftynd die vornehmste Creaturen, so GOtt Anfangs erschaffen hat? R. Die heilige Engeln. L. Wie hat er sie erschaffen ? A. In seiner Gnad, und in grosser Herrlichkeit- L. Seynd sie alle in dieser verblieben? R. Nein. Der dritte Theil darvon ist durch die Sünd der Hoffart in das ewige Feuer verflossen worden. L. Wie werden die verflossene Engel anjetzo genennet? R. Die Teufel, oder die böse Geister. für die Binder, fo zur-^.Bercbt un d Comnnion gehen. 27 §. 4. Von denen Bor-Ettem, und der Erb-Sünd. L. Wer waren -ie erste Menschen, so GOtt erschaffen ? R. Adam und Eva, von denen wrr, und alle Menschen Herkommen. L. Wie und wo hat er sie erschaffen? R. In seiner Gnad, im Paradeis. L. Wie lang seynd sie darinnen verblieben? R. Bis sie gesündiget haben, und durch die Sund seynd sie verflössen worden. L. Wie haben sie gesündiget? Sie haben von dem verbottenen Apfel geessen. L. Hat diese Sund auch unS geschadet ? Ja: wir werden alle in dieserSünd gebohren, welche derowegendie Erb-Sünd genennet wird. L. Was für einen Schaden hat sie uns gebracht? R. Sie hat uns in dre Dienstbarkeit der Sünd, und des Teufels gebracht, den Hrmmel versperret, und den Tod, samt allem Übel, in die Welt eingeführet. §. 5. Von GOtt Sohn/ und unserer Erlösung. L. Wer hat uns wiederum von der Sünd, und Verdamnuß erlöset, und den Himmel auf- gesperret? R. GOtt der Sohn, die änderte Person, der für uns ist Mensch worden. L. Wie heisset er? R. JEsus Christus, der zugleich GOtt und Mensch ist. L. Wie viel hat er Naturen? R.Zwey: Die Göttliche, und die Menschliche; jene von Ewigkeit her, diese aber von so vielen Jahren, als man in der Jahr-Zahl schreibet. L,Was Änderte Schul, r9 ^L. Was hat er für Eltern gehM? R. Als GOtt hat er den Himmlischen Vatter, und keine Mutter; als Mensch hat er Mariam seine heilige Mutter, und keinen Vatter gehabt. L Wer wäre dann der H. Joseph? R. Gem Nähr-Vatter. L. Wie hat uns JEsus Christus erlöset? R.Er hat für uns gelitten, und ist am CreuK gestorben. L. Kan GOtt leiden oder sterben? R. Nein. L. Wie hat er dann gelitten? R. Er hat gelitten, und ist gestorben als Mensch, der Menschlichen, und nicht der Göttlichen Natur nach. L. Was hat er uns dardurch Gutes verschaffet ? A. Er hat uns von der Sünd der Verdamm- nuß erlöset, die Gnad GOttes erworben, und das Himmelreich verdienet. L Wie erlangen wir diese Gnaden? R. Durch die HH. Sakramenten, als welche Christus zu diesem Ziel eingesetzet hat. L. Was haben wir noch mehrers von JEsu Christo zu glauben ? R.Daß er nach seinem Tod in die Vor-Höll hinab gestiegen,und die Alt-Vät- ter erlöset: am dritten Tag wiederum auferstanden, zu den Himmeln aufgefahren, und aüdorten allen Gewalt überkommen habe, und endlich unser gerechtester Richter seyn werde. §. 6. Von dem Gericht GOttes. L Wann wird JEsus Christus unser Richter seyn? A. i. Alsobald nachdem Tod wird erWnsere Seel allein richken. 2 . Am jüngsten Tag wird er alle samentlich richten,dieLebendige, und die Tode. L.Wo für die Rinder, so zurH. Deicht nnd - Leib und Seel werden sie imFeuer in unaussprech- ^ licher Pein ohne End verbleiben. > §. i z. Von denen Heil. Sacranienterr. L. Wie viel seynd heilige Sacramenten? R. Sieben: 1. Die Tauf. 2. Die Firmung. z.Der Fronleichnam unsers HErrn JEsu Christi. 4. Die Buß. 5. Die letzte Oelung. 6. Die Prie- sterweyh. 7- Die Ehe. L. Wer hat sie eingesetzet? A.JEsus Christus. L. Warum? K.. Uns dardurch zu heiligen. L- Welches ist das nothwendigste Sacrament? R. Die Tauf, ohne der niemand kan selig werden. L. Welches ist das fürnehmste ? A. Der Fronleichnam unsers HErrn JEsu Christi, weilen in disemChristusselbstengegenwärtig istmitGOtt- l und Menschheit, sowohl unter einer Gestalt, als unterzweyen. skr die Linder, so znr H. Beicht und Lomnnion gehen, z z L. Welche Sacramenten darf man nur einmal empfangen? 2 ^. Diese drey: Die Tauf. Die Firmung. Und die Priesterweyh. L. Warum? R. Weil sieder Seel ein Zeichen eindrucken, daß in Ewigkeit verbleibet. L. In was bestehet die Tauf.' A. In diesen dreyen Stucken: i. Daß man die Meinung habe, das Kind Christlich zu tauffen. 2. Daß man es mit natürlichen Wasser begiesse. z. Und zugleich spreche: Ich tauffe dich in Namen des Vattters, und des Soh ns, und des Heil. Gei -t stes. L. Wer kan tauffen im Fall der Nvth? R. Ein jedweder verständiger Mensch. L. Was würcket die letzte Oelung? R. i.Der Kranke wird dardurch gestärkt in Schmerzen und Versuchungen. 2. Wann es zu seiner Seelen Heil ist, wird er auch von der Kranckheit geheilet. L. Welche Sacramenten ist einer schuldig absonderlich zu verstehen? R. Jene, die er empfangen will. Von denen drey Göttlichen Tugenden Lnson- derhert. §. r. Grund des Glaubens. L. ^DLaubst (mein Kind) dis alles, und zugleich ^ all anders, was uns GOtt durch seine Kirch befihlt zu glauben? Ja: Ich glaub es so festiglich, daß ich lieber das Leben, als diesenGLau- den verlassen will. L. Warum glaubst du dis alles so festiglich ?R. Derowegen, weil es GOtt der Allmächtige geredet, und geoffenbaret hat, der nicht Lügen, noch Herrügen kan. C Z4 Änderte Schul, L^Warum kan GOtt nicht lügen? Werk er die ewige Warheit und Weisheit sechsten ist. §. L. Die Hoffnung. L.MSt es gmug zur Seeligkeit, daß wir an b GOtt glauben ? Nein, wir muffen auch auf GOtt hoffen. L. Was haben wir von GOtt zu hoffen? R. Alles das , was wir im Vatter unser begehren. L. Was begehren wir im Vatter unser? R» Wir begehren i.was derSeel, a.auch wasdem Leib nothwendig und ersprießlich ist. LVL. Siehe Ln der dritten Schul. L Was ist das fürnkhmste darunter ? Diese zwey Stuck. -.DieGnadGOttes allhier. s. Die ewige Seeligkeit alldorten. L. Wie oder mitwasBedingnußhaL unsGOtt die Seeligkeit versprochen? R. Mit dieser : Daß wir ihm rechtmäßig dienen, und seinen Wille» vollziehen. L. Können wiraberGOttdienen?R.Ja, mit ftinerGnad, die er uns imgleichen versprochen hat. L. Mit was für Bedingnuß hat uns GOtt seine Gnad versprochen? R. Mit dieser zweyfachen Bedingnuß: i. Daß wir die Heil. Sakramenten- als die darzu bestellte Mittel brauchen- 2 Daß wir mit seinem Beystand mitwürcken: gleichwie wir es in Zeitlichen Sachen zu thun pflegen. L.Wie sündiget man wider dieHofnuna? R. r. Durch Verzweiflung. Da einer an GOttes Bepstand,oder Barmherzigkeit verzweiflet. 2. j Durch ! für die Rinvee, z^nr Vekck)r rmd Lomvnkon gehen. ^ 5 Durch Vermessenheit. Da einer nicht thun will, ! was GOtt befihlt, und dannoch den Himel hoffet, j §. 3. Grund der Hoffnung. ! L.MOffest du mein Kind d e ewige S eeligkeit i ^ R. Ja; Wann ich mit der Gnad GOtteS fromm lebe. L. Hoffestdu auch durch die Gnad GOttes ftom zu leben? L. Ja: Wann ich die Vv: geschriebene Mittel brauch, und mit der Gnad nutwürcke. L. Warum hoffest du mit solchen Bedingnus- stn ? A. Weil uns GOtt allhier die Gnad, und dorten die ewige E. eeligkeit mit solcher Beding- nuß versprochen hat. L. Halt der getreue GOtt sein Versprechen ? A. Ja: Er kan nicht anderst, wann wir die Bedingnuß erfüllen, weil er die Lreuheit und War- heit selbsten ist. §. 4. Die Liebe. L. MSt es genug zurSeligkeit,daß wir inGOtt leA glauben, und zugleich aufGOtt hoffen? 2 ^ Nein; Wir müssen noch darzu GOtt lieben, sonsten hilft uns alles nichts, wie der H. Paulus bezeuget. L. Wie müssen wir GOtt lieben? R-Uber alles, L. WaS ist GOtt lieben über alles? 2 K. Lieber alles Gutes verlassen, und alles Übel ausstehen, als GOtt beleidigen. L. Wie vielfach ist die Liebe? R. Zweyfach r N die nothwendige, und die vollkommene. H L. Welche rst die nothwendige Liebe? A. Lie- ' Es der Änderte Sckrr?, her alles verlassen und ausstehen, als GOtt mit einer schweren Sund beleidigen. L. Können wir GOtt also lieben? R. Ja: Wir können und müssen GOtt also lieben Hey Straf der ewigen Verdammnuß. L. Welche ist dievollkommene Lieb? A. Liebes . alles verlassen, und ausstehen, als GOtt auch ruw mit einer läßlichen Sünd freywillig beleydigen. L. Können wirGOtt also lieben ? A. Wie mehr . mir ernstlich wollen, und Fleiß darzu anwenden, desto mehr gibt uns GOtt seine Gnad und Bey> stand darzu. L.. Was begreiffet die Liebe GOttes in sich? R. Die Liebe des Nächsten, ohne der die wahre ! Liebe GOttes nicht bestehen kan. , L. In was bestehet die Liebe des Nächsten?R. In diesen zwey Stucken: i. Dem Nächsten nichts thun, was mir selbsten vernünftiger Weis nicht gern hätten. 2 . Ihm jene Liebe erweisen, die wir ! selbsten in solchen Umständen verlängeren. L. Warum müssen wir also den Nächsten lie- * den? R. Wegen GOtt, weil es GOtt also beWt. Grund der Göttlichen Liebe. L. Liebest du GOtt den Allmächtigen, mein ^ Kiud? 2^. Ja,ich liebe ihn von Herzen über alles. ' L. Was heisset dieses? R. Jch will lieber sterben, als GOtt wissentlich beleydigen. Will mich auch befleißen, ihm in allen zu gefallen L. Warum liebest du GOtt also über alles? A.Weil er das höchste Gut ist, welches über alles muß geschähet, und gestehet werden. L-Waß Mr Die RmDee, fd Beicht und Lockunron gehe». L. Was ist alles andere gegen GOtt? So die! als nichts. Weniger als ein Ständlein gegen der ganzen Welt. 5. 5 . Übung deren drey Göttlichen Tu« genden. ! L .MSt der Mensch schuldig, sich in denen drey z ^ Göttlichen Tugenden zu üben? A. Der > Mensch ist unter einerTod-Sünd schuldig die drey - Göttliche Tugenden zu wissen, und zu üben. L Wann ist jeder Mensch unter einer Tod- Sund schuldig diese drey Göttliche Tugenden zu erwecken? Ix. i. So bald er zu seinen Verstand > kommet. 2. In der Tods-Gefahr, z. Oesters in seinem Leben. . L. Ist es nützlich sich öfters in diesen Tugenden zu üben? R.Man solle sich von Jugend auf daran gewöhnen, damit man in der Gnad GOttes mehr zunehme, und die Glory in dem Himel vermehre. L. Wann kan man diese Tugenden erwecken ? A. Es gibt täglich viel Zeit, und Gelegenheit , be- ' sonders Früh und Abends. 2. In der Schul. ?. Wey der H. Meß. 4. Zur Zeit der Versuchung, Und bey derEmpfangung deren H.Sacramenten. L. Was für emeWürkung hat die östereUbung deren drey Göttlichen Tugenden? A. Es entstehet aus dieser gottseligen Übung ein mehrere Andacht, Versammlung des Gemüts, inbrünstiger Eifer, Stärcke in Versuchungen, Trost m Widerwärtigkeiten, Verachtung des Zeitlichen, Wegierd zu dem Ewigen. Cz K. 6. Änderte Schul, §. 6. Übung des Glaubens. ^ ^ MCH glaube, O meinGOtt! in dich, als den wah- ! b ren, lebendigen GOtt, dreyfach in Personen, s einfach in der GOttheit. Ich glaube in GOtt den ; ^ Vatter, dermich erschaffen; in GOtt denSohn, ^ dermich erlöset; in GOtt den H. Geist, dermich i durch seme Gnad geheiliget hat. Jchglaube,und > ! bekenne jenen H Glauben, welchen JEsus Chri- - ^ ^ j stus gelehret: welchen die Heil Aposteln gepredi-- j get: welchen die Heil. Römische, und Apostolische Kirchen haltet, und bekennet: und in diesem heilig-allem seeligmachenden Glauben betheure, und schwöre ich zu leben, und zu sterben, ausUrsachr ^ Weilen du, H GOrr leidsten der du die ewige ^ ^ wachere / und unbetrügliche Weisheit bist / l solchen gcoffenbaret. Sihe, O GOtt ! mein ! Leben und Blut biete ich dar, zur Bestätigung ! dieses meines Glaubens: ach daß ich alle zu dieser Erkanntnuß bringen könte! ^ § 7. Übung der Hoffnung. ! WCH hoffe, und vertraue auf deine unendliche ^ ^ Barmherzigkeit, O GOtt! du einigerund 's ! mächtiger Helffer aller mekier Leibs-und Seelen- k ! Bedürftigkeit Ich hoffe auch, und vertraue auf ! ^ das kostbareste Blut meines Heilands JEsu Chris ß' jsti,daßdumirverzeihenwerdestalleundjededurch l :; - mein ganzes Leben begangene Sünden, und Gnad k ! ^ rrtheilen, das ewige Himmels-Leben zu erlangen, ' . ^ und zur Anschauung deines Göttlichen Ange- k! ' fichtsMch welchen ich inbrünstig verlange zu kom- kz ^ men- Dieses hoffe ich, ausUrsachr weilend» für Rinder, so Mr-H. Beicht u n d Lomnnion geben. Z9 solches versprochen / welcher du rmendirch mächtig/ gütig und getreu bist in deinem Versprechen. In dieser Hofnung,O GOtt ! will ich leben und sterben: stärcke mich Ln dieser Hofnung, jetzt und in der Stund meines Absterbens, Amen. §. 8. Übung der Liebe GOttes. WEH liebe dich, O liebwerthester GOtt! du höchstes unendliches Gut, und Abgrund aller Vollkommenheit: ich liebe dich aus ganzem Herzen : ich liebe dich aus g anzerSeel: ich liebe dich aus ganzem Gemüt: ich liebe dich aus allen meinen Kräftenich liebe dich über alles, über alles mein GOtt! liebe ich dich, und zwar aus einziger Ur- sach deiner eigentlich unendlichen Güte, Schönheit, und Lieblichkeit; weilen du bist/ der du bist, ein unendliches Gut/ würdigst aller möglichsten Liebe / und Ehre. Ich wünsche aus Grund meines Herzens, daß ich dich mit jener inbrünstigen Liebe könte lieben, mit welcher dich alle Auserwählte, und Engel in dem Himmel lieben, und in Ewigkeit lieben werden; mit welcher dich würcklich lieben und lieben können alle Geschöpf, so du erschaffen hast, und erschaffen kanstaufEr- Len; mit deren inbrünstigen Liebe ich meine unvollkommene Liebe vereinige. Übung der Reu und Leyd. TANd aus dieser vereinigten inbrünstigen Liebe ^ bereue ich herzlichst alle meine durch mein ganzes Leben begangene Sünden, weilen ich nem- lich dich dardurch erzörnet, verachtet und beleidiget habe; dich meinen grossen GOtt - - (diese ^ 4 zwef 4» Änderte Gäiul, zwey Stricklein bedeuten , daß man sein Gemüt mir grösserem Eifer zu GGkbT erheben solle) dich meinen GOtt und HErrn - - dich meinen Schöpfer, und Erlöser - - dich meinen liebsten Votier - - dich mein einziges,mein allerhöchstes Gut - - dich, der du wegen deiner unendlichen Güte, Schönheit, und Lieblichkeit, aller möglichsten Ehre, und Lob würdig bist, weilen ich dich Leleydiget. Dir allein, O GOtt! Hab ich gesml- diget. Wolte GOttach wolte GOtt! rch kente anjetzo machen, daß es niemahlen geschehen wäre. Hinführo wenigstens soll es nimermehr geschehen, nimermehr, O GOtt! will ich sündigen. Z ch will auch dir zu Lieb alle Gelegenheit deren Sünden weiden, meinen Nächsten Lieben, meinen Feinden verzeyhen, und ehender tausendmal sterben, als dick, O liebwerthester GOtt! mit einer Sund, sonderbar mit einer Todt-Sünd mehr beleidigen. Fürsatz sich zu bessern, aber dieser mein Fürsatz durch deine ^ Gnad ym so kräftiger werde, nehme ich mir vor, öfters die heilige Sacramenten der Buß, und des Altars mit aller möglichsten Andacht zu empfangen. Ich betheure auch vor Himmel und Erden, vor Engel und Menschen, daß ich nichts anders verlange, als mit gemeldten heiligen Sakramenten versehen, einmahl von dieser Welt zu scheiden. VerleyhemirdieGnad,meinGOtt! auf daß ich diese heilige Sacramenten allzeit in dem Leben, und fürnemlich in demTvdt würdig empfangen möge, Amen. Ab- für die Rinder, so zur -H. Beickt und Lomunion gehen. 41 Ablaß, Melcher durch Übung dieser drey GSttll« chcn Tugenden zu gewinnen. lkMUs Verleihung Ihro Päpstlichen -Heiligkeit NenecNÄ! AfV Des XlH im Jahr 1723. gewinnet jeder sieben Jahr Ablaß, als oft er beygefczte Tugenden über. Und sofern jemand solche ein ganzes Monat täglich über, dabey em- inal beichtet, und communicirer, erlanget er nicht allein für dazumal, sondern auch für seine Srerb-Glund vollkommenen Ablaß aller seiner Sünden, und Strafen, und allen diesen Ablaß kan jedermann entweder ihme selbs ften, oder denen armen Seelen in dem Legfeuer zuelgnen. X6. Eifrige fromme Eltern, Lehr/ und Schul - Meister könnten am Feyerabend, Sonn-und FeyerrTägen, und besonders an Beicht/ und Communion/Tagen diese Übungen deinen Kindern vorbetten; und sie stets in diesen drey Göttlichen und nochwendigsten Tugenden unterweisen. Unterricht zu der H. Beicht. Wann die Eltern und Schul-Meister vermercken, -aß die Kinder anfangen zu erkennen was Günd oder nicht Sünd seye: sotten sie dieselbe nach und nach zu der Herligen Deicht unterrichten, ehender aber nicht darzu lassen, bevor sie nicht wobt verstehen, was darzu gehört, und auf was Weis sie solche anzustellen haben, und wenigstens die erste» Fragen in einer jeden Übung zu beantworten wissen. Lehr - Meister. Lehr - Airrd. L.MdJlst beichten gehen mein Kind? R.Ja. L. Warum ? R. Damit mir GOtt meine Sünden verzeihe. L Ist viel gelegen an der Beicht? R. Es ist alles daran gelegen. Wer gut beichtet, wird ein Kind der Seligkeit. Wer aber nicht gut beichtet, wird ein Kind der Verdammnuß. L.Wie viel seynd Stuck zu einer guten Beicht? C 5 B.FÜN5 1 4L Änderte Schul, R. Fünf: I. Die Erforschung -es Gewissens. 2. Reu und Leyd. z. Dersteiffe Fürsatz. 4. Die ? Beicht. 5. Die Buß. L. Ist es genug zur Beicht, -aß einer diese fünf Stück auswendig wisse? R. Nein- Ec muß sie auch im Werck selbsten üben. Erste Ubunq. s Erforschung des Gewissens. ^ §. i. Erste Fragen, n L. Was thust zum allerersten, wann du wilst 'zur Beicht gehen? R. Ich dencke, was ich von der lezten Beicht, oder von der Zeit, da ich angelt fangen die Sünd zu erkennen, gesündiget Hase. § L. Wie stellest du dieses an? R. i. Ich bitte GOtt um Gnad darzu, durch etliche Vatter unser, re. 2. Ich durchgehe die Gebott GOttes, und der Kirchen. 3. Die 7 Haupt-und andere Sünden. 4. Die sonderbare Schuldigkeiten meines Stands, und Amts, re. - L. Was bedenkest du darbey? R. Ich bedenke . was ich etwann darwider gesündiget Hab. i.Jn > i dem Werck selbsten. 2. Mit Worten. 3. Allein ! - mit Gedancken. 4- Mit Unterlassung schuldiger 4 l Werck. L. Muß man auch erforschen die Zahl, wie oft ein jede Sünd geschehen seye? A. Ja, bey denen grossen, nicht aber bey denen kleinen Sünden. L. Auch die Umstände des Orts, der Personen der Aergernuß, oder zugefügten Schadens? A. Ja, wann die Sund dardurch verändert, oder mercklich vergrößert wird. L. Muß skr Sie Rn der, so zur -H. Beicht und Co»?iunion gehe». 4Z L. Muß man grossen Fleiß brauchen zur Er- forschung des Gewissens? R. Ja eben so grossen, als rn andern wlchtigen Geschäften. §.2. Änderte Fratzen. L. Wie muß man die böseGedanken erforschen, R. Man muß gedencken, ob man sie gern gehabt, sich darinnen belustiget, oder gar darein verwilli- get, obwohlen dasWerck nicht geschehen ist. L. Wie kan sich einer seiner Sünden leicht erinnern ? R. r. Wann er gedenckt jene Ort, wo er gewesen: die Personen, mit denen er umgegangen r seinen Stand, Verrichtung, böse Neigung, oder üble Gewohnheiten. 2. Wann er täglich sein Gewissen erforschet, und die schwere Sünden auf- mercket. L. Wie kan man sich leicht erinneren der Zahl vey denen schweren Sünden? R. Wer die Zahl auch bey einem gleichen Nichtwissen kan, sillnach- forschen, ob die Sünd alle Tag, Wochen, oder Monat geschehen sty, und wre oft des Tags, oder Wochen bey einem gleichen. L. Wer muß absonderlich Fleiß anwenden sein Gewissen zu erforschen ? r. Der öfters nachläßig, oder übel gebeichtet hat. 2. Der selten sein Gewissen erforschet. L. Wann ist die Nachläßigkeit in diesem Stuck eineTod-Sünd? R.Wann ein Gefahr ist, eine schwere Sünd zu vergessen, als da ist bey jenem, der oft schwerlich sündiget, und selten beichtet. Kn- 44 Änderte Gchuk, Änderte Übung. Die Reu / und Leid. §. i. L. Wann du deine Sünden beysammen hast, Was hast bemach zu thun ? R. Ich muß Reu und Leid darüber erwecken. L. Was ist die Reu und Leid? R. Ein herzli- chesAbscheuen, und Haß derSünd über allesUbel. L. Wie vielfach ist sie ? R. Zweyfach: Die vollkommene, und die unvollkommene. Die vollkommene Neu und Leid. L. Welche ist die vollkommene Reu? A.Die aus vollkommener Liebe GOttes geschtehet. Das ist: Wann einer die Sünd bereuet allein darum, dieweilen er GOtt als das höchste Gut beleidiget Kat, den er über alles liebet. Zum Exempel: O mein GOtt! es ist mir von Herzen über alles leid, daß ich dich beleidiget Hab, allein dem- wegen, weil du der allerhöchste GOtt, und mein allerliebwerthester Vatter bist, den ich über alles zu lieben schuldig bin. Die unvollkommene Reu und Leid. L. Welche ist die unvollkommene Reu? R. Die aus unvollkommener Liebe GOttes, oder aus Forcht der Göttlichen Straf geschiehet, Das ist: Wann einer die Sünd hasset, weil sie GOtt so erschröcklich straffet. Zum Exempel: O mein GOtt! es ist mir von Herzen leyd, daß ich dich beleidiget, und deinen gerechtesten Zorn, und Straf verdienet Hab. Ich bitte dich durch für die Rinder, ft> Mr -H. Beicht und §o»Arrnion gehe«. '4; durch das kostbare Blut JEsu Christi, sey mir gnädig und barmherzig. §. 2. L. Wie muß die Reu und Leid beschaffen seyn? R. Sie muß i. innerlich, 2. übernatürlich seyn, und z. sich über alle Sünden erstrecken. L. Woher kan einer erkennen, daß er ein solche wahre Reu und Leid habe? R. Aus der Veränderung seiner innerlichen Neigung, und aus- serltchen Wercken. Das ist: Wann er nicht mehr gern hat, was er zuvor übel hat geliebet: wann er die Gelegenheit meidet, die Gerechtigkeit liebet, die Schuldigkeit erfüllet. L. Was würcket die vollkommene Reu und Leid ? R. Es werden dardurch alle Sünden nachgelassen, wann einer auch nicht Gelegenheit haben könnte zu beichten. L. Was seyud für Mittel eine solche Neu. und Leid zu erwecken? R. Folgende: i. GOtt inständig darum bitten- 2. Wohl zu Gemüth führen, werder seye, den wir beleydigen, nemlich der allerhöchste HErr Himmels und der Erden, und unser Lieb-würdigster Vatter. z. Die Ren und Leyd öfters üben- L. Wann ist der Menfch schuldig ein vollkommene Reu und Leyd zu erwecken? Erstens in einer jeden Tods-Gefahr. Zweytens, so oft einer ein Heil- Sakrament zu empfangen hat, da er im Stand der Ungnad ist, und nicht Gelegenheit hat zu beichten. L. Mann sotten wir sonsten noch diese voll- koM 46 Änderte Schul, kommene Reue erwecken? A. Höchst rruzlicher Weis können wir selbe erwecken alle Tag bevor wir schlaßen gehen. L.Was würcket die unvollkommene Reu und Leid? R. In und mit der Beicht erlangt sie uns imgleichen die Gnad GOttes, und Verzeihung deren Sünden. L. Was seynd für Mittel, diese Reue zu erwecken? R. r. GOtt um Gnad anruffen. 2. Wohl erwögen die gewisse, und erschröckliche Straffen, mit denen -er gerechte GOtt auch die mindeste Sünden zu züchtigen pflegt, z. Sich in sicher öfters üben. Dritte Übung. Der steiffe Vorsatz. §» r« L. Was thust du nach erweckter Reu und Leid? Ich mache auch den stetsten Vorsatz, den höchsten GOTT nicht mehr zu beleidigen. Zum Exempel: Omein GOtt! ich nimme mir kraftiglich vor, dich nimmermehr zu beleidigen, und lieber alles zu verlassen, und zu leiden, als deine Gnad wiederum zu verscherzen. Verleihe mir deine Hülf darzu. §. 2. L. Was begreift in sich dieser steiffe Vorsatz? Daß man ernstlich wolle, i. Alle schwere Sünden, und zugleich die Gefahr, undGelegen- heitderselben meiden. 2. Allen Schaden und Äer- gernuß ersetzen, das fremde Gut zuruck zu stellen. fkr die Rinder, fö zur Beicht und Lomunkon gehen. 47 len. z. Denen Feinden verzeihen. Und 4. alle Schuldigkeiten erfüllen. L. Warum muß sich der Vorsatz so weit er- srecken ? R. Weil wir dermög des ersten Ge- lotts schuldig sevnd,GOtt allen Creaturen vorzuziehen, und all seine Gebott zu halten. L. Was seynd für Mitteln einen so Vesten Vorsaz zu machen? B. i .MOtt um seine Gnad anruß en. L. Gedencken, dWdie geringste Gnad COttes mehr werth, und uns nuzlicher seye, als alles zeitliche Gut; entgegen die geringste E ünd schädlicher seye, als alles Übel der Welt, z. Denselben öfters üben. Werte Übung. Die Beicht selbsten. L. Nachdeme du dein Gewissen erforschet,die Neu und Leid, und den Vorsaz erwecket hast, was thust hernach ? A Ich gehe züchtig und ehren- bietig zu der Beicht. L. Wie stellest du dieses an? R. Ich knye Nieder vor dem Beicht - Vatter, der an statt GOttes sitzet § mach das heilige Creutz, und KmchülsoZ Anfang der Beicht. Ich Litte den Ehrwürdigen Priester um den heiligen Seegen, damit ich meine Sünden recht und vollkvn.sMntlich deichten möge. Ich Hab vor so viel Zeit gebeichtet, mein auferlegte'Liuß verrichtet, grb m^ch schuldig, daß ich seither oft Und diel a? nndi^er Hab rmt Gedancken, Worten, und Mrüen. Insonderheit aber: (Mrder Anyerke Schul, ( Wider das i. Gebote / daß ich GOtt dem Allmächtigen schlecht gedienet Hab/ nachlässig gewesen bin Lm Gebete / rc. Wider das n Gebote / -um Exempel r Daß ich den Namer» JESU nnehrenbietig ausgesprochen / rc. ) Und sofort von einem Gebott zum anderen , wie sie in dee -ritten Schul ausgelegt werden. L. Must du alle schwere Sünden beichten? A. Ja. So vielM weiß, und wie ick) sie im Herzen Hab. L. Wann du eine einzige schwere Sünd aus Forcht oder Schamhaftigkeit wissentlich thätest auslaffen, wäre die Beicht gültig? R. Nein, sondernich thäte eine doppelte Sünd, und müsse alle Sünden wiederum beichten, und noch darzu sagen, daß ich eine Sünd verschwiegen habe. L. Wann du alle Sünden gebeichtet hast, die Lu weist, wie machest du den Schluß? A.2llso: Schluß der Beicht. Diese und alle meine begangene Sünden seynv tmr leid von Herzen, daß ich GOTT dard: ch beleidiget Hab: Nimmemirkraftiglich vor, mein Leben zu besseren. Bitte um eine heilsame Buß, und um die Loßsprechung, L. Was thuss hernach? R. Ich merckewvhl auf, was mir der Priester für eine Lehr und Buß gibt, und warte mitDemuth, bis er das Creuz machet, und mich von Sünden losspricht. L. Wie muß ein rechtschaffene Beicht bestellet seyn? R. Sie muß r.ganz, und L.demüthigseyn. L. Wie ist diL Beicht ganz? Wann man alle für die Rinder, so zur -6. Beickr rmd Lomnnion geben. 4^ alle Tod-Sünden, und deren Zahl, Gattung, und nothwendige Umstände ansagt, so vrel man wissen kan. L. Dürfen wir uns aber nicht schämen, oder wchten, alle unsere Sünden zu beichtm? R. - nicht. Vor GOtt müssen wir uns scha- m und förchten, die Sünd zu begehen, als der uns denirlben Augenblick kan in die Höllstürzen, wie den Lucifer: Nicht aber vor dem Beicht- Vatter unsere begangene Sünden zu bekennen, als der uns nichts thun kan , weder etwas aus- sagen darf bey Straf des zeitlichen und ewigen Tods; sondern uns von Sünden, und der ewigen Schand und Straf entbindet. L. Wie ist die Beicht demütig ? R. Wann man die Sünden mit wahrer Reu, und Vvrsaz, Beschämung seiner sechsten, ohne nothwendiger Entschuldigung, oder Anklagung der anderen, und mit ehrbarlichen Worten vorbringet. L. Was ist zu thun, wann einer eine schwere Sünd wider seinen Willen vergiftet ? A. Er muß sie in der nächsten Beicht ansagen, wann es vor der H. Communion nicht mehr seyn kam Fünfte Übung. Die Buß. §. r. L. Was thust du nach der Beicht? R.r.Jch dancke GOtt um dieses leichte Mittel der Göttlichen Straf zu entgehen. 2. Verrichte ich steift sig die auferlegte Buß, so bald es seyn kam L. Was hast du noch mehr zu tßuu k A. Ich muß muß sorgfältig seyn mein Lebe« zu bessernV uÄ nicht mehr zu begehen, was ich bereuet, und gebeichtet Hab. L. Wie kaust du aber dieses vollziehen? R» Ich muß die gehörige Mittel fleißig brauchen, und dem heilsamen Rath des Beicht - Vatters emsig Nachfolgen. L. Welche seynd die tzchörige Mittel? R. r. GOtt täglich und inbrünstig anruffen um seine kräftige Gnad. 2. Die böse Gelegenheit auf das sorgfältigste meiden» 3. Die HH. Sacramen- ten öfters empfangen. Und mehr andere. §. 2. L. Warum legt der Beicht-Batter eine Buß auf? R. Damit wir dardurch GOtt genug thun, und die übrige zeitliche Straf auslöschem L. Wird hiemit alle Straf nachgelassen? R. Gar selten: weilen die Buß gemeiniglich zu gering ist für die begangene Sünden. L» Wie wird dann die übrige Strafabgethan? A. Durch freywillige gute Merck: oder durch den Ablaß der Kirchen allhier: oder durch das Fegfeuer alldorten» Wie es weitläuffiger in der -ritten Schul ausgeleget wird. L. Wann muß man die übrige Schuldigkeiten nach der Beicht erfüllen, nemlich den Schaden und Aergernuß ersetzen, das fremde Gut zustellen, rc A. So bald es möglich ist. Dann die Nachlaßigkeit in diesem Stück ist sündhaft und schädlich. L. Welche sepnd aber gemeiniglich in diesem säum- fkr die Rinder, so zur H. Beicbtund Toisrrrnion gehm. 5T saumselig, und fallen leicht wiederum in die von* ge Sünden nach der Beicht ? i. Jene, so keine wayre Reu, und Vorsaz haben über ihre Sünden. 2 . Die nach der Beicht nicht genügsame Sorg und Fleiß anwenden, besagte Mittel zu gebrauchen. Jene, so die nächste Gelegenheit zur Sund nicht vermeiden. Nothrvendrge Wissenschaft, Von dem Heil.Sacrament des Altars. §. L.WZZrlangst mein Kind! das heilige Sacra- ^ ment des 'Altars zu empfangen? R. Ja. L. Warum? Z.. Damit ich mehr geherliget werde, und grosse Gnaden von GOtt empfange. L. Was wirst du aber in diesem heiligen Sa» crainttit empfangen ? Das wahre Fleisch und Blur JEsu Christi unsers Erlösers. L. Ist kein Brod mehr alldorten? 7^. Nein: Es bleibt nur die Gestalt des Brods, das ist: die Figur, Färb, Geschmack, rc. L. Was ist unter dieser Gestalt? R. JEstrs Christus, der Sohn GOttes selbsten ist dorten mit Leib und Seel, GOtL-und Menschheit, wie er im Himmel ist. L. Was ist aber in dem Gläsl, oder Becher den der Meßner gibt? A. Ein purer ungeseeg- rreter Wein. L. Mit was für Zubereitung muß einer JF- sum Christum empfangen ? r Er muß ohne Tod-Süud sepn. Er muß nüchtern ftmv D - das 52 das ist: ohne Speis undTranck,vdn Mitternacht an. z. Er muß eine wahre Andacht darzu haben. L. Was erlanget er hernach ? R.. i. Er wird in seiner Seel gespeiset, und gestärcket. 2 . Er wird auch durch Vermehrung der Gnad gezieret. 5r. Erlanget er zugleich einen grossen Schaz, und el. )ürdig in einer 4vd-Sünd IEsum Chrrstum eine grosse Sund - feiner Verdammnuß. ' IEsum Christum empfanget ? A. Der begehet eine grosse Sund - und empfanget Christum zu L. Wann kommt ZEsusChristüs in die heilige Hostie ? A. Sv bald der Priester die heilige Wort Christi ausspricht, wird Brvd und Wein ins ? Fleisch und Blut ICsu Christi verwandlet. L. Ist Christus hernach nicht mehr in dem Himmel ? R.Er ist in dem Himmel, in dem Kelch, und Ln allen verwandleten Hostien zugleich. L. Ist in einer Hostie so viel, als in zwey? und in einer kleinen so viel, als in einer grossen? und in der Hostie allein so viel, als in der Hostie die heilige Hostie zertheilet wird, bleibt Christus in jedem Theil ganz. Mehr von diesem Heil. Sacrament wird ö? drr dritten Schul ausgelegt. Erste Übung. §. 1. Vor der heiligen Lomnruniom L. Weil du verlangest IEsum Christum zu empfangen, sag mir: Wie wirst du -ich darzu be- für die Rknder, so zur -H. Beicht und Comum'on gehen. ^ z reiten? 2^. Ich will mich darzu befleißen etliche Täg vorhero ganz fromm und andächtig zu seyn, mehr zu betten, und Gutes zu thun als sonsten» L. Was wirst du hernach am heiligen Com- rnunion-Tag thun? R. Ich will beizeiten aufstehen , auf JEsum Christum alsobald gedencken , mich ehrbarlich kleiden, mein Gebett andächtig verrichten, etwas Geistliches lesen, oder hören, und mich züchtig in die Kirch verfügen. L. Wie wirst du dich in der Kirch Verhalten? R. Ich werde meine Sünden reumütig beichten, mit Andacht die heilige Meß hören, und mit tief- fester Demut und inbrünstiger Liebe wich zum Tisch deren Engeln zubererten. §. 2 . L. Wie kan man eins Lieffe Demut, und inbrünstige Liebe erwecken? R.» Wann man wölbe trachtet: i. Wer der sepe, der zu uns kommet. 2 . Wer wir seyen, die wir ihn empfangen, z. Warum er von uns wolle empfangen werden. L. Wer ist dann JEsus Christus , der zu dir kommen wird ? A. Er ist der Allerschönste, Mächtigste, Allerhöchste König Himmels und der Erden- Er ist unser allerliebster Vatter, anjezo, hernach aber unsergerechtester Richter, von dem wir alles Gutes, oder alles Übels zu gewarten haben. L. Wer bist aber du, der du diesen so hohen Gast in dein Herz wirft empfangen ? A. Ich bin ein armseliger Mensch, ein verächtliches Erd- WürmLem, ich bin ein unnüzer Sclav, und schwache Creatur. DA L.- 44 AnÄeekeSchul,für die so znrVeickk n.Tockum'on seben. ^L^Warum will dann JEfus Christus bey drr einkehren? A. Aus Lauter Liebe: memEeelzu speisen« zu heiligen, zu trösten, und mir seine kosthgreste Gnaden mitzutheilen. L. Was folget hieraus ? R. Dieses: Daß ich dann mit grosterForcht, Ehrerbietigkeit, und Liebe IEsum Christum empfangen soll. Änderte Übung. Bey der heiligen Communion. L. Was thust du, wann schon Zeit ist zum Tisch desHCnn zu gehen? A. Ich gehe ganz züchtig und andächtig zum Altar, halte das Gpeis-Tuch an die Brust, und sprich mit dem Priester: O HErr! ich bin nicht würdig , daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird gesund mein Seel. L. Wie verhaltest du dich, wann dir der Priester die H. Hostie gibt? R. Ich schlage die Augen nieder, halte dieZung etwas wenigs heraus, empfange darauf das H. Sacrament, und lasse es alsobald hinab. L. Was bringt darauf der Meßner, oder Ministrant? R. Den ungeseegneten Wein, damit man die H. Hostie leichter hinab lassen möge. L. Ist man schuldig darvon zu trincken d A. Nein. Der will, und der es vonnöthen hat, karr etliche Tropfen darvon nehmen. Dritte Übung. Nach der heiligen Commsnion. L. Wie übest du dich nach der H. CommumonS R. Ich erwecke den Glauben, Hofnmrg, und Liebe: Und DritteSchrrhkarzeAuslegung derr r.Art»desGlauhens.^ § und danke GOtt um diese unaussprechliche Gnad. s. Ich opfere JEsuChrrstomeinHerzzurSchank- uuß. 3. Und begehre von ihm einige Gnad. L. Masbegehrestdu füreine Gnad von ihm? A. r. Daß er mich von Sünden bewahre. 2. Daß er mir gebe, was mir an Seel und Leib ersprießlich ist. L.. Was übest du noch mehrers ? R. Ich bette noch etwas darzu, oder höre eine H. Meß, da es seyn kan, und gehe nach Haus.! L. Wie verhaltest du dich denselöigen Tag nach der H. Communion? A. Ich unterhalte mich in Heil- Gedanken, meide absonderlich den Müßiggang, und das Ludern, besuche darfür die Kirch, Lese, oder bette zu Haus, damit ich mich dankbar erzeige gegen meinem JEsu, der mir so hohe Gnad erwiesen hat. Die kleine dritte Schul, In welcher allein die nothwendigste Fragen -er grösseren dritten Schul vorgetragen werden für jene, so die weitläuffigere Auslegung nicht fassen, oder nicht zu Händen haben können. >lv. Nvann die Rinder die änderte Schul rvol erlernet Haben, kan man ihnen diese kleine dritte Schul zu lernen Vorcreben, auf daß sie hernach desto fähiger werden , die höhere und ausführlichere Lehren ?u begreiffen. Sie sollen auswendig lernen : Die 6. Sünden in den heiligen Seist. Die 4. Sünden , so in den Himmel fchreyen. Die 9. fremde Sünden. Die z. fürnehmste gute Werck. Die 7. leibliche, und die 7. geistliche Werck der Barmherzigkeit. Die 8. Seligkeiten. Die z. Evangelische Rath. Und die 4. Uzte Ding. D 4 L- r- §6 Die kleine dritte Sckul, H. i. Kurze Auslegung Deren zwölf Articul» des Glaubens. Lehr-Meister. Lehr-^md. L. MSt es genug, daß ein Mensch die fünf ^ Haupt-Stuck Christlicher Lehr auswendig könne, oder insgemein glaube, was die Christliche Kirch glaubet ? A. Nein. Er muß diese Stuck so viel verstehen lernen, daß er wisse: i. Was er fürnemlich zu glauben. 2. Was er von GOtt zu hoffen, z Was er für Mittel der Seligkeit zu gebrauchen. 4. Wie er GOtt zu lieben. 5. Was er Böses zu meiden, und Gutes zu würcken habe. Welches alles in Catechismo ausgeleget wird. L« Was hat dann ein jeder Christglaubiger Mensch fürnemlich zu wissen, und zu glauben? R. Was die zwölfheilige Aposteln in denen zwölfAn ticuln des Glaubens verfasset haben. L. Von was handle« die zwölf Articuln? R. Fürnemlich von drey Stucken, i. Von GOtt Vatter, und unserer Erschaffung. 2. Von GOtt Sohn, und unserer Erlösung, z. Von GOttdem H. Geist, und unserer Heiligmachung. i. L. Wie heisset der erste Articul? R. Ich glaub in GOtt Vatter, allmächtigen Schöpfte Himmels und der Erden. L. Was lehret dieser Articul? R. Erlehret, daß nur ein GOtt sey Ln drey Personen; und daß G Ott der Vatter die erste Person alles aus nicht- erschaffen hat, was im Himmel, und auf Erden ist. 2. p, -> Rurze Auslegung deren zwölf ^rticuln des Glaubens. 57 2. L. Wie herffet der zweyte Articul? R. Und in JEsum Christum leinen eingeboyrnen Sohn, unfern HErrn. ^ L. Was Lehret dieser Articul? R. Daß JEsus Christus die änderte Person, und der wahre Sohn GOttes von Ewigkeit gebohren, unser Erlöser sey. z. L. Wie heisset der dritte Articul? Der empfangen ist von dem H. Geist, gebohren aus Maria der Jungfrauen. L. Was lehret dieser Articul ? R Daß JEsus Christus wahrer Mensch worden; durch Kraft des H. Geistes ohne Vatter empfangen, und aus der H. Jungfrauen Maria seye gebohren worden. 4. L. Wie heisset der vierte Articul? Gelitten unter Pontio, Pilato, gecreutziget, gestorben, und begraben. L. Was lehret dieser Articul? A. Daß JEsus Christus uns zu erlösen, der menschlichen Natur nach viel gelitten, unter Pontio dem Land- Pfleger zum Tod verurtheilet, am Creutz geflor-v den, und begraben worden sey. 5- L. Wie herffet der fünfte Articul? Abgestiegen Zu der Höllen, am dritten Tag wiederum auferstanden von den Toden. L. Was lehret uns dieser Articul? R. Daß die Seel Christi in die Vorhöll hinab gestiegen, die Alt-Vatter erlöset, und am dritten Tag mit dem Leib wieder vereiniget auferstanden sey. 6. L. Wie heisset-er sechste Articul? A. Aufgefahren zu den Himmeln, sitzet zu der Rechten GOttes des Allmächtigen Vatters, D 5 L- _Die kleine dri tte SckrU, _ L. Was lehret dieser Articul ? DaßIE^ sus Christus nach unserer Erlösung mit Leib und Seel in Himmel aufgefahren seye, und alldor- ten von dem Himmlischen Vatter allen Gewalt überkommen habe. 7. L. Wie heisset der siebende Articul ? R. Von dannen er kommen wir- zu richten die Lebendige, und die Tode. L. Was lehret dieser Artieul? R. DaßJE> sus Christus in seiner Herrlichkeit kommen werde zu richten: Erstens einen jeden insonderheit nach seinem Tod, hernach alle insgemein, die Selige, und die Verdammte. 8. L. Wie heisset der achte Articul? R. Ich glaub in den H. Geist. L. Mas lehret dieser Articul? R. Daß der H. Geist die dritte Person seye, die vom Vatter und Sohn ausgehet, und mit ihnen als einiger ewiger GOtt angebettet werde. 9. L- Wie heisset der neunte Articul ? R. Eine heilige, allgemeine, Christliche Kirch, Gemeinschaft deren Heiligen. L. Was lehret dieser Articul? R. DaßJE- sus Christus ein sichtbarliche Gemeinde unter einem sichtbaren Haupt auserwählet, und derselben den H. Geist, und gemeine geistliche Güter verliehen habe. 10. L. Wie heisset der zehende Artieul? R. Ablaß deren Sünden. L. Was lehret dieser Articul ? R. DaßJE- sus Christus durch seine Verdienst seiner Kirchen Mit- Rarze Auslegung de« Vatter vnsees IN Millel, und Gewalt gegeben habe, -re Sünden n^chzulaffen. n. L. Wie heisset der eilfte Articul? Auferstehung des Fleisches. L. Was lehret dieser Articul? R. Daß unser Leib zu End der Welt wiederum wer- auferstehen : damit er samt der Seel empfange, nach dem er samt der Seel gewürket hat,Gutes oder Böses. 12 L. Wie heisset der zwölfte Articul? Und ein ewiges Leben. L. Was lehret dieser Articul? R. Daß nach diesem noch ein anders, und zwar ewiges Leben übrig seye, wo die Fromme ohne End belohnet, -re Gottlose aber ohne En- bestraffet werden. §. 2. Kurze Auslegung des Vatter unsers. WdElches ist das vornehmste und kräftigste Gebett aus allen? R. Das Vatter unser, welches uns JEsus Christus sechsten gelehret hat. L. Wie Siel seynd Bitten im Vatter unser? ^ Sieben» L. Ist das eine Bitt: Vatter unser, -er dn List in den Himmeln? R. Nein, es ist nur-er Eingang zur Bitt. r. L. Wie lautet die erste Bitt? R- Geheö» kiget wer- dein Nam. L. Was begehren wir in -er ersten Bitt? A. Wrr begehren, daß GOtt von allen Menschen soll erkennet, und geehret werden. L. L. L :!il 6o Die kleine dritte Schul, 2. L. Wie lautet die zweyte Bitt? A. Zukomme uns dein Reich. , L. Was begehren wir in der zweyten Bitt? > R.Wir begehren i. Daß GOtt in uns herrsche, und regiere, 2. Daß er uns in das Himmelreich aufnehme. z. L. Wie lautet die dritte Bitt? R. Dein Will geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. ! L. Was begehren wir in der dritten Bitt? R.Wir bitten GOtt um Gnad, seinen Willen in allen zu erkennen, und zu vollziehen. 4. L. Wie lautet die vierte Bitt? A. Gieb uns heut unser tägliches Brod. L. Was begehren wir in der vierten Bitt? R. Wir begehren alles das, was zu Unterhaltung des Leibs , und der Seel nothwendig ist. 5. L. Wie lautet die fünfte Bitt 2 2x.Ver-* gib uns unsere Schulden, als wie wir vergeben unfern Schuldiger!?. L. Was begehren wir in der fünften Bitt? Ix. Wir begehren, daß uns GOtt unsere Sünden verzeihe, wie auch wir verzeihen denen, die uns Leids gethan haben. 6. L. Wie lautet die sechste Bitt? R. Und führe uns nicht in Versuchung. L. Was begehren wir in der sechsten Bitt? R. Wir begehren, daß uns GOtt nicht lasse in die Sünd fallen. 7. L.Wie lautet die siebende Bitt? R.Som dem erlöse uns von dem Übel, Amen. L. Was Der Englische Gruft. L. Was begehren wir durch diese lezte Bitt? R. Wir begehren, daß uns GOtt bewahre: i. > Vom ewigen Übel. 2 . Auch von zeitlichen Übeln, die uns an der Seligkeit schaden möchten. L. Was Heist das Wort: Amen- A. So , viel als: Es seye, oder geschehe. H. Z. Der Englische Gruß. L.HMEr hat den Englischen Gruß gemacht? S^R-Den ersten Theil hat gemacht der Erz- EngelGabriel: den änderten Theil die H. Elisabeth : den dritten die ganze Christliche Kirch. L. Welche seynd die Wort des Erz-Engels Gabriel ? 2^.Gegrüsset seyst du Maria, voll der Gnaden, der HErr ist mit dir. L. Welche seynd die Wort der heiligen Eli- Leth? Du bist gebenedeyet unter denen Weibern , und gebenedeyet ist die Frucht deines Leibs. L- Welche seynd die Wort der Kirchen. R. JEsus. Heilige Maria Mutter GOttes, rc. L. Was lehret uns die Kirch durch dieses Gebett? R. Daß wir in aller unser Noth unser Zufluchtzu GOtt nehmen sollen, durch die Für- bitt Maria. L. Mit was für Andacht wird die Mutter GOttes verehret ? Mit dem Nostn-Kranz, Litaney, undTag-Aeiten. L. Wann pflegen ftomme Christenden Rosens Kranz zu betten? R. Am Samstag, und Feyer» Abend- an Sonn-und Feyer-Tägen: etliche auch alle Tag Abends vor dem Schlüffengeheu. Sr Die kleine Dritte , §. 4. Kurze Auslegung Deren sieben HH. Sanammtm. L HD'As ist ein Saerament ? A. Es ist ein sichtbarliches Zeichen, das Christus ern- gesetzet hat, uns dardurch zu heiligen. L. Warum hat Christus sieben solche Zeichen eingesttzet? 2^. Werl eben so viel kräftige Mittel zu Erhaltung seiner Kirchen Vonnöthen waren. L. Wie viel Gnad empfangt ein jeder durch die Heil. Sakramenten ? R- Mehr oder weniger, nach Maas seiner Tauglichkeit, und Zubereitung. L. Wer aber eines unwürdig empfanget? R. Der begehet ein GOttes-räuberische Sund, uno verdienet eine grössere Verdammnuß. 1. Die Tauf. L. Was ist die Tauf? A. Es ist das erste, und nothwendigste Saerament, durch welches ivir von allen Sünden geremiget, und zu Kinder GOttes, und der Kirchen werden. r§ö. Was zur Tauf gehört, ist tu der änderten Schul -esagt worden. L. Wie vielfach ist die Tauf? Zx. Dreyfach: DieWasser-Tauf,Begierd-Tauf,und Blut-Taus. L. Was haben wir in der Tauf versprochen? A. r. Daß wir dem Teufel absagen, Md die Sünden meiden wollen. 2 . Daß wir in dem wahren Ca* rholischen Glauben beständig wollen verharren. L. Seynd wir schuldig das zu halten ? 2^. Za: Wann wir wahre Christen seyn woüen. 2. Dre Firmung. L« Was ist die Firmung? R. Ein Heil. Sap era- Rrrrze Auslegkmg, Deren sieben Sacrümenten. 6z crament,wordurch ein getaufter Mensch dreGnad -es H Geistes empfanget, den Glauben beständig zu bekennen, und im Merck sechsten zu vollziehen» L. Was erlangt man für eine innerliche Gnad durch die Firmung? A. Vermehrung der Gnad: Kraft und Stärcke wider die Anfechtungen: Beständigkeit im Glauben, samt anderen Gaben des H. Geistes. L. Wie muß man dieses H. Sacrament empfangen? A- i. Muß der Mensch getauft, und im Stand der Gnad feyn. 2. Muß er wissen, was dieses Sacrament anbelangt. 3. Soll er sich eine Zeit vorhero durch Gebett und gute Merck -arzu bereiten, den H. Geist zu empfangen. L. Ist dieses H. Sacrament nothwendig zur Seligkeit? R. Nein. Es ist aber höchst nützlich. L. Ist es Sünd, wann sich einer öfters firmen lasset? A. Ja: Ebenso ein grosse Sünd, als wann sich einer öfters tauffen liesse. Z. Der Fronleichnam unstrs äEren JEsi, Chris«. L. Was ist dieses Sacrament? R. Es ist-er wahre Leib, und das wahre Blut JEsu Christi. ( Siehe in der änderten Schul.) L. Ist dieses H. Sacrament einem verstände gen Menschen nothwendig zur Seligkeit? R. Ja, dann Christus der HErr sagt: Wann ihr nicht werdet essen mein Fleisch, und trincken mein Blut, so werdet ihr kein beben in euch haben. Zoan s.v. L. MotrincketmandasH.Blut? R. Unter einer Gestalt sowohl, als unter Heyden, weil unter 64 Die kleine dritte Schn!, einer jeden Gestalt der wahre Leib, und das wahre Blut zugleich ist. Von der heiligen Meß. . L. Was ist das Heil. MeH-Opfer? R. Cs ist das unblutige Opfer des neuen Testaments, von Christo emgesetzet, darum dem ewigen Vatter der wahre Lerb, und Blut Christi zu seiner Ehr, und unserem Heyl aufgeopftret wird. L. Was für Gnaden erlangen jene, so andächtig M-ß hören? Verzeihung läßlicher Sun-> den: Gnad fromm zu leben: Glück in der Arbeit: Abwendung vieles Übels, so ihnen etwan sonst widerfahren wäre. L. Warum stehet man auf zum Evangelio ? A. Zum Zeichen, daß wir bereit seynd, das Heil. Evangelium vor aller Welt zu bekennen, und zu beschützen. L. Warum klopfet man an die Brust unter der Wandlung? R. Dardurch zu bekenen, daß wir am Tod Christi schuldig ftyen, und deswegen die Sünden bereuen, und mit Christo Mitleiden tragen. L. Wann ist man schuldig eineH. Meß zu hören? A. An denen gebotenen Sonn-und Feyer- Lägen ist man unter einer T od-Sund schuldig eine ganze H. Meß zu hören,wann es anderst dieZeit- und Umständ zulassen. L. Wie wlle man dieH. Meß hören? 2^. Mit möglichster Andacht. 2 : Mit andächtig- und gebührender Leibs-Stellung. Z Mit Aufmerck- samkert auf die besondere Theil der H. Meß. L. Welche seynd die besondere Deil der Heik. Ku^e Auslegung deren sieben HH. Sacramenren. 6Z Meß? R. r.D^Evangettum» 2 Das Osserra. rlum. z. Die Wandlung. 4. DieH»Comunion» L. WasistzuthunbeydemEvangelwr R. i° Man stehet auf. 2. Man bezeichnet sich mit dem H. Creutz. z. Man erneueret, oder erwecket einen le- dendigen Glauben, davon oben gemeldet worden. L. Was ist zu beobachten bey dem OKerwrio ? R. Ich erneuere die Meinung, die H. Meß mit jener Meinung zu hören, mit welcher der PriefteL dieselbe leset. L. Wie solle man sich Verhalten bey der Heil» Wandlung? R. 1. Man solle niederknyen, und -en lebendigen GOttes-Sohn anbetten, r. Man solle auf die Brust klopfen, z. Man solle den Glauben, Hofnung, und Liebe erneueren. L. Was wird erforderet bey der H. Commu- nion? Man solle geistlicher Weis communis ciren, eine vollkommene Reu über seine C ünden erwecken, und eine heilige Begierd haben dieses H. Sacrament würdig zu geniesten. L. Was solle man betten bey der H. Meß ? A. Den H.Rosenkranz, oderandereandächtigeMeß- Gebetter; man kan auch zu Zeiten singen das Meß- Gesang, welches zu Ende beygedrucket ist, allw» die Theil der H. Meß besonders ausgeleget seynds 4. Die Dnß. L. Was ist die Buß? A. Ein H.Saerament don Christo eingesetzet zur Vergebung deren Sünden, die nach der Tauf geschehen. L.Was erlangen wirdardurch? ^-Verzeihung deren Sünden r Nachlassung der ewigen Straf; E dw. Die Min§ drstte Schü? - die Gnad GOttes: und Ruhe des Gewissens- (Sihe in der änderten Schul.) 5. Die lezte Oelung. L. Was ist die letzte Oelung? Es ist MH«. And leiblichen Nutzen der Krancken. L. Was erlangt der Krancke für ein Gnad . durch dis Heil. Sakrament? 2 >. r. Verzeihung derenläßlichen, und anderer vergessener Sünden. 2» Hüls und Stärcke in Versuchungen, und Schmerzen. 3. Wann es zu seiner Seelen Heil ist, auch die Gesundheit des Leibs. L. Wann muß es der Krancke empfangen ? So bald die Kranckheit gefährlich wird, daß man besorget, er möchte nicht mehr aufkommen. > L. Ist es gefährlich, dieselbe zu versäumen ? R. ! Ja. Wegen des grossen Gewalt des Teufels am j letzten End. ! L. Wie oft darfman es empfangen? R. In ! jeder schweren Kranckheit einmal. ^ 6. Die Priester-Weyhe. L. WasistdiePrresterweyh? 2^.. EinH.Ga- Lvament von Christo Mgesetzet, um dardurch eine » absonderliche Gttad, und Geistlichen Gewalt zur Verrichtung der Krrchen-Aemter zu erlangen. L. Kan jemand eonseetiren, von Sünden los- sprechen, predigen, oder anderen geistlichen Gewalt erlangen ohne Diesem H. Sacrament? A» ^ Nein. So wenig, als daß jemand ohne dem H Sa- Lrament der Taufdie erste Gnad erlangen kan. L. Was sagt Christus von solchen, die ohne sich die- ! Kurze Auslecmns deren -H. zehen Gekokten GGttes. 67 dieser Weyh deren KWemAemtensünmassen? 2 ^. Er sagt: daß sie Dieb und Mörder seynd, die sich und andere verführen. 7' Die Ehe. L. Mas ist die Ehe? A. EinH.SaeramenL von Christo eingeseHet, zur Vermehrung deren > ChristglaubigenrUndzumMittelmderdiefleisch- Liche Begierlichkeit. L. Ist wer schuldig dieses H. Sacrament zu empfange» ? R. Gar nicht» Sondern der ledige Stand ist noch besser, als in welchem man allein sorgen darf GOtt zu gefallen, wie der H. Paulus lehret. L. Wer aber heyrathen will, was hat er zu - thun ? R. i. Er muß heyrathen allein darum, daß er die Sünden meiden, und die Kinder wohl erziehen möge. 2 Er soll sich wohl vorher bedericken- wie er sich und die Seinige erhalten könne. ?. Soll er absonderlich GOtt um Gnad anruffen, und die Gelegenheit zur Sund meiden. L. Kan die Ehe nicht mehr aufgelöset werden? A. Nein. Allein durch den Tod. §. 5. Kurze Auslegung Deren keilrgen zehen GebottenGOttes» L. MKEr hat die zehen Gebott gemacht? A. ^ ^ GOtt der Allmächtige. L. Seynd wir schuldig dieselbe zu halten? A. Ja, mit der Gnad GOttes, so GOtt einem jeden i verleihet, der nur derselben mitwürcke« will r. L Wie lautet das erste Gebott? Lv. DL solst in einen GOtt glauben. e 4 L.' öS Die rletneDritte Schul, L. Was befihlt dieses Gebott? 2^. Es befihlt, -aß wir vor allen GOtt unfern Erschaffer erkennen, anbetteu, und ihm dienen sollen durch den wahren Glauben, Hofnung, und Liebe, und durch die Religion der Gottseligkeit. L. Was verbietet es entgegen? A. Es verbietet alles das, was gesagten vier Tugenden zuwider ist: Und benanntlich die Abgötterey, Aberglauben, Zauberey, und Wahrsagerey. 2 . L. Wie lautet das änderte Gebott? R. Du solst den Namen GOttes nicht eitel nennen. L. Was verbietet dieses Gebott? R. Es verbietet alle Verunehrung des Göttlichen Namens durch GOtts- lästern, Schwören, Schelten, Fluchen, und Gelübd brechen. L. Was befihlt es entgegen? R. Es befihlt, daß wir den Namen GOttes ehren: dessen Un- ehrenbietungen, und Lästerungen veE die gute Gelübd und Versprechungen haecett.^ z. L. Wie lautet das dritte Gebott ? solst den Feyertag heiligen. L. Was befihlt dieses Gebott? R. Es befihlt, daß wir den Sontag heiligen, dem GOttes-Dienst übwarten, und für unser ewiges Leben sorgen. L. Wasverbietet es entgegen ? A Es verbietet alle knechtliche Arbeit: als Bau- Handwer- cker- und Dienstbotten - Arbeit, s. Weltliche Händel, und zeitliche Sorgen. 4. L. Wie lautet das vierte Gebott? A. Du Eolst Vatter urrd Mutter ehren. L. War -Oft dieses Gebott? L. Es befihlt i-De- ^urze Auslegung deren ziehen Gebotte« GVtte«. 6- r. Denen Kindern,und Unterthanen,daß sie ihren Eltern und Obern die schuldige Lieb, Ehr, Gehorsam, und Treu erweisen» 2. Denen Eltern und Oberen befihlt es, daß sie für ihrer Kinder, und Unterrhanen zeitlich-und ewiges Heil sorgen. L. Was verbietet es entgegen? A. Es verbietet i. Denen Kindern, und Unterthanen alle Un- rhrenbietigkeit, und Untreu. 2. Denen Eltern, und Oberen alle Ungerechtigkeiten, übles Cxem- pel, und Sorglosigkeit. 5. L. Wie lautet das fünfte Gebott? 2 ^. Du solft nicht tödten» L Was verbietet dis Gebott ? R» Es verbietet allen ungerechten Schaden des Nächsten an Leib, und Scez, es geschehe mit Gedancken, Wort, Werck, oder Unterlassung. L. Was befihlt es entgegen? R. Es befihlt * ^mut, Mild- und Barmherzigkeit^, und r nur anderen gern verzeihen. O L. Wie lautet das sechste Gebott? A. Du nicht Unkeuschheit treiben. L. Was verbietet dieses Gebott? R. Cs verbietet i. Den Ehebruch, und alle unziemliche Lieb, und unnatürliches Werck im Ehe-Stand. 2. Die Hurerey , und allen fleischlichen Wollust ausser Dem Ehe-Stand. L. Was befihlt es entgegen.? A. Es befihlt alle Gelegenheit, und Anreitzungen der Unzucht zu meiden, ehrbarlich und züchtig zu leben. 7. L. Wie lautet das siebende Gebott. ? R- Du vlst nicht stehlem L-Was Die kleine dritte Schul, L. Was verbietet dieses Gebott? A. Es der- bietet allen ungerechten Schaden des Nächsten an ! Hab und Gut, sowohl mit Worten, Wercken, als ' Unterlassung. L. Was besihlt es entgegen ? B.. Es besihlt r. Den zugefügten Schaden zu ersetzen. 2. Unserem Nächsten nach seiner Noth, und unserem Vermv- Senzu helfen. 8 . L. Wie lautet das achte Gebott? R. Du iolst nicht falsche Zeugnuß geben, L Was verbietet dieses Gebott? A. Es verbietet allen Schaden des Nächsten an seiner Ehr; rs sey mit Gedancken durch freventliche Urtheil, vder mit Worten durch falsche Zeugnuß, Lästern, Ohrenblasen, oder Lügen. > L. Was besihlt es entgegen ? R. Es besihlt r. Die verletzte Ehr wieder zuzustellen. 2. Des Nächsten guten Namen zu beschützen. 9. L. Wie lautet das neunte Gebott? R. Du sslst nicht begehren deines Nächsten Haus-Frau. 10. L. Wie Lautet das zehende und letzte Gebott? A. Du solst mchtbegehrendeines Nächsten Gut. L. Was verbietendiese zweyGebott? R. Sie verbieten alle böse Gedancken wider das sechste und siebende Gebott. L. Mas befehlen sie entgegen? A. Siebefehs len denen böstn Gedancken alsobald Widerstand ru thun, sich in selben nicht zu belustigen, noch ftep willig aufzuhalten. ^ Lurne Auslegung deren fünfGebotten der Linken. >7! §. 6° Kurze Auslegung Deren fünf Gebotten der Kirchen. jEynd wir schuldig die Gebott der Christ-» lichm KLrch zu Halten s Z.. Ja. Darm Christus per HErr sagt ausdrücklich: Wer die Kirch nicht höret § seye für einen Heiden und oft fentlrchen Sünder zu halten. NLnk. 1 8 . L. Was befihlt Pas erste Gebott? R. Es befihlt, daß wir neben dem Sonntag auch die ge- Lottene Feyertäg heiligen» L. Was befihlt das änderte Gebott? R- Es befihlt, daß ein jeder an Sonn- und Feyertägen die heilige West mit Andacht hören soll, wann es seyn kan. L. Was desthkt das dritte? R. Es befihlt r. Daß wir die gebottene Fast-Tag halten. 2,. Daß wir am Freytag und Sämstäg kein Fleisch essen. L. Was das vierte ? R. Es befihlt r. Daß wir wenigstens einmal rw Jahr beichten. 2. Daß wir zur Oefterlicheu Zeit die heilige Conr-- mumon empfangen sollen» L. Was verbietet das fünfte Gebott ? 2 ^ Es verbietet alle äußerliche Pracht und Lustbar* keit der Hochzeiten zu verbottmen Zeiten» §.7. Kurze Auslegung Der Christlichen Gerechtigkeit. M). Cs ist nicht genug zur Seligkeit, daß wir Wissen, und glauben, was bisher» gelehret worden ^ sondern wir müssen auch die Christliche Gerechtigkeit wurcken. Dann wer die Gerechtigkeit rhut, ist gerecht» wer aber dis E 4 Hünd Die kleine dritte Schul, Süiw ihut, ist aus dem Teufel. In diesem seynd offenbar die Kinder GOttes , und die Kmder des Teufels r Gage -er bt'l'Fe Johannes, I. ^osn. L. V. 7, Le 10. L.W^)rinn bestehet die Christliche Berechtig- keit? A. In diesen zwey Stucken: Das Bost meiden, und das Gute würcken. L. Was ist das Böse, daß man meiden muß? A. Die Sünden. L. Wie vielfach ist die Sünd ? R. Dreyfach: DteErb-Sünd. DieTod-Sünd. Und die !aßlkche Sund. Von denen kürzlich in der änderten Schul ist gemeldet worden , weitlauffiger aber alkhier in dieser dritten Schul gchandlet wird. L. Welche seynd die schwerste und schädlich- ste Sünden, von denen die H. Schrift Meldung machet? K. Die 7. Haupt-Sünden. Die s. Sünden in den Heiligen Geist- Die 4- Sünden , die in dem Himmel schreym» Und die 9. fremde Sünden. §. 8. Die stehen -Knuden. L. Seynd die Haupt-Sünden allzeit schwere Sünden? R. Nein. Mein wann die Sach wichtig ist. L. Warum werden sie dann Haupt-oder Tod- Sünden genennet ? R. Weil alle andere Sünden aus diesen entstehen. L. Was ist die Hoffart: ^ Es ist eine um ordentliche Begierd eigener Ehr und HoheiK L. Was entstehet daraus ? A. Eitle Ehr- Ungehorsam, Kezerey, Vermessenheit, re. T. L. Was ist der Geiz? R. Ein unordentliche Wegierd des zeitlichen GuA ^4 Rttr^e AtisleftunA ver Lbrrftlicken Gerecktigkekr» L. Was entstehet daraus? R. Wucher, Dis- derey, Ungerechtigkeit, Krieg, rc- z. L. Was ist die Unkeuschheit? A. Es ist eine unordentliche Begierdder fleischlichen Wollüsten. L. Was entstehet daraus? 2^. Vergessenheit GOttes, Blindheit des Verstands, Verstockung des Willens, rc. 4. L. Was ist der Neid ? R. Der Neid ist eine Betrübnuß wegen des anderen Wolfahrt.- oder ein Haß wegen des andern Glückseligkeit. L. Was entstehet daraus? R. Falsche Ur- therl, Ehrabschneiden, Haß, rc. s. L. Was ist der Fraß und Füüerey ? Eine unordentliche Begierd zum Essen und Trincken. L. Was entstehet daraus? 2^. Frechheit, Unzucht , Zanck , Verschwendung der Zeit, des Gelds, und der Gesundheit, rc. 6. L. Was ist der Zorn ? R. Ein unordentliche Begierd sich zu rachen. L. Was entstehet daraus? R. Verleumdung, GOttes - Lästern, Haß, Verwirrung , Todschlag, rc. 7. L. Was ist die Trägheit ? A. Sie ist ein Verdruß in Geistlichen Sachen, und Lauigkeit Ln guten Wercken. L. Was entstehet daraus? A. Versäumung des GOttes-Diensts, Unbußfertigkeit, Kleinmütigkeit, rc. L. Was schaden diese 7- Haupt - Sünden, wann sie überhand nehmen ? 2x. Sie ziehen den Menscher: in sehr viele Sünden, und in die tieffeste Verdamnmuß. L. Wie Hst 74 Die Reine dritte Schul, L. Wie werden sie überwunden ? R. Durch die sieben entgegen gesezte Tugenden r als da seynd: i. Demut. 2. Freygebigkeit. Keuschheit. 4. Lieb des Nächstch. 5. Massigkeit. Sanftmut. 7. Andacht. §.9. Die übrige Sünden. L. Welche seynd die Sünden in den heiligen Geist ? R. Es seynd diejenige, welche der Güte GOttes widerstreben, und die anerbottme Gnaden des heiligen Geiste- verwerffen. L. Seynd sie schwere Sünden? R.. Es seynd schwere Sünden, von welchen Christus gesprochen , daß sie weder in dieser, noch in der andern Welt nachgelassen, oder schwerlich verziehen werden. L. Wie solle man wider diese Laster streiten r R. Das kräftigste Mittel wider diese Sünden ist die öftere Übung des Glaubens, der Hofnung, Liebe GOttes, und des Nächsten. L. Welche seynd die Sünden, so in den Himmel schreyen ? A. Es seynd diejenige, welche eine öffentliche, bekannte Bosheit in sich be- greiffen, so gleichsam um Rach schreyet bey GOtt, wie die Heil. Schrift meldet. L. Wie kan man GOtt wieder versöhnen? R. Durch reumütige und öffentliche Büßfertigkeit, durch freywilliges Allmosen, Gebett, und Fasten, durch dieWerck -er Barmherzigkeit. L. Welche seynd die fremde Sünden ? A. Es seynd diejenige Sünden, durch welche man sich des andern Sund theilhastig machet- L. Rurze Auslegung der Lhrrjllrckeu ^erecktigkeit» 75 L- Wann seynd sie schwereSünden? 2^. Wann man sich einer schweren Sund thellhaftlg machet. §. ro. Die Tugenden und gute dDcrck. L. Ist nicht genug , daß wir das Böse meiden ? R- Nein. Wir müssen auch Gutes wür- cken: Dann ein jeder Baum , der kerne gute Früchte bringet, wird allsgehauen, und in das Feuer gemorsten werden. L. Was ist das Gute, so wir würcken müssen? V.. Die Christliche Tugenden und gute Werck. L. Weiche seynd die erste, fürnehmste, und nothwendigste Tugenden? 2^. r. Diedrey Gört- Li6)e Tugenden: Glaub, Hofnung , und Liebe» 2 . Die vier Haupt -Tugenden: Klugheit, Gerechtigkeit , Massigkeit und SLarckmüngkeit. L. Was ist der Glaub ? V.. Ein Göttliches Licht, wordurch der Mensch erleuchtet, alles glaubet , was uns GOtt durch die Christliche Ktrch geoffenbaret, und zu glauben befohlen hat. L. Was ist die Hofnung ? R. Erne Göttli- cheTugend, wordurch wir mit wahren Vertrauen die Mitte! unsers Heils allhier, und das emge Leben aüdorten erwarten. L. Was ist die Lieb? Eine Göttliche Tu- send, wordurch wir GOtt lieben wegen ihn sechsten , und den Nächsten wegen GOtt. L. Was gehöret zu einem guten Merck? Diese zwey Stuck: i. Muß es zulässig seyn. 2 . Muß es mit guter Meinung geschehen. L. Was verdienen wir durch ein gutes Werck? A. r. Emen zeitlichen Lohn allhier. L. Wann es /6 Die kleine Dritte Gcbul, es in der Gnad GOttes geschieht, auch einen ewigen Ldhn alldorten. L. Warum verdienen wir so viel ? R. Weil esGOtt versprochen hat, wegen -es Verdienst JEsu Christi. §. n. Die drey fnrnehmfle gute werck. L. Welche seynd die furnehmste gute Werck? 2 ^ Diese drey: Betten, Fasten,Allmosen geben. L. Was wird durch das Gebett verstanden? 2 ^. Alle gottselige Übungen, wordurch GOtt, unfeine Heilige geehret, oder angeruffen werden. L. Was wird durch das Fasten verstanden? 1. Ein bußfertiges Leben führen, und von allem Bösen sich enthalten. 2. In Speis, und Tranck einen Abbruch halten. L. Was ist Allmosen geben? R. i. Einem Dürftigen um GOttes Willen etwas mittheiken. 2. Dem Nächsten ein Werck der Barmherzigkeit erweisen. §. r 2. Von denenwercken derBarmherzigkeie. L. Welche seynd die Werck der Barmherzigkeit ? R. Es seynd jene, da man aus Liebe dem Nächsten Barmherzigkeit erweiset. L. Wie vielfach seynd die Werk der Barmherzigkeit? A. Aweyfach: Die leibliche, Md die geistliche. L. Welche seynd besser, die leibliche, oder die geistliche Werck der Barmherzigkeit? R. Die geistliche, weilen das Heil der Seelen kostbarer ist, als des Leibs. L. Was wird Christus zu jenen sprechen, wel- l che Rurze Auslegung d?rLhn'stlrchen Gerechtigkeit. 77 I che die Merck der Barmherzigkeit! geübet?Rch ^ Kommet ihr Gebenedeyte, rc. Ich wäre hunge- !! xig, und ihr habt mich gespeiset, rc. klarck. 2 s. c. ! L. Was wird er sagen zu jenen, die solche Werk ! der Barmherzigkeit zu üben vernachläßiget ? R. j Gehet hin ihr. Vermaledeyte in das ewige Feuer. Dann ich ware hungerig, und ihr habt mich nicht gespeiset, rc. 25.0. L. Was erlangen die, so Barmherzigkeitüben? R.. Gleiche Barmherzigkeit, dann mit was Maaß wir ausmeffen, mit der wird uns wieder eingemessen werden, l.uc. 6. c. § IZ. Von denen acht Seligkeiten. L. Was seynd die acht Seligkeiten? R. Es seynd acht vortrefliche Tugendem-welche Christus der HErr auf dem Berg gelehret, und wegen denselben den Menschen selig gesprochen. 8 L. Welche seynd jene Tugenden ? R. i. Armut « im Geist. 2. Sanftmut, z. Trauren, Weinen, k! Zerknirschung. 4. Hunger, und Durst nach der ß Gerechtigkeit. 5. Barmherzigkeit. 6. Reinig- k keit des Herzens. 7. Friedsamkeit. 8 . Gedult in ! -Verfolgung um der Gerechtigkeit willen. 11 §. 14. Die drey Evangelische Rath. «8 L. Was seynd die Evangelische Räth k R. Die « drey vornehmste Tugenden, zu welchen uns JEsus k Christus in dem heiligen Evangelio rathet. , k L. Welche seynd diese Räth? R. Folgende: k Freywilligr Armut. 2. State Keuschheit, z. « Vollkommener Gehorsam unter einem Geistli- ff chmSbristem ff -8 Die kleine dritte Sckul, L. Ist jemand schuldig diese Rath zu halten? R. Nein. Allem jene, die solche verlobt haben; zum Exempel: Die im Geistlichen Stand seynd. L. Hat sie bishero jemand gehalten ? R. Ja. Christus selbsten, die heilige Aposteln, und viel hundert tausend beydes Geschlechts in der wahren Christlichen Krrch. §. i Die vier lezte DmA. L. Welche seynd die vier letzte Ding? A. ?. Der Tod. - Das Gericht. Z.Dre Höll. 4 Das Himmelreich. L. Müssen alle Menschen sterben? A Es ist bestimmet allen Menschen einmal zu sterben, aber Stund, und Zeit ist ungewiß. L. Wie soll man sich zum Tod bereiten? A« Man solle allezeit also leben, daß man nicht unversehens von dem Tod im Stand einer Tod-Lünd überfallen werde. L. Wie kan man das strenge Gericht GOttes milderen ? 2 ^. i.Wann man sich selbsten richtet. 2. Seine Bünden recht, und reumütig beichtet. Z Denen Feinden verzeihet. L. Was ist in der Holl? R. Das ewige Feuer- Finsternuß, Pein, Qual, und Verzweiflung. L. Was lehret und nuzet uns das Angedenken des Himmels? r. Daß man alles Creutz und Leiden gedultig übertrage: dann GOtt, und der Himmel ist alles wohl werth. 2° Daß man al- ?e zeit'icke Freuden verachte r dann gegen den Himmel ist alles nichts werth» Ge« Gesänger vor der CvrWittiett §.ehr zu ^ Desanger, Vor der Christlichen Lehr zu singen. UL. Vor allen Gesängern ist allzeit zu singen: Gelobet allzeit seye, der süsse Namen JEsu, und der Namen Mariä. Der süsse Namen JEsu, und der Namen Mariä. UL. Vor jedem Seegen wird gesungen: Wik ehren dich, lebendiges Engel-Brod, du wahrer Mensch zugleich, und grosser Himmels- GOtt; du wahrer Mensch zugleich, und grosser Himmels-GOtt. U8. Bey dem Heil. Seegen wird gesungen r Singt Heilig, Heilig, Heilig; Heilig über Heilig, JEsus Christus ohne End, in dem Heiligen Saerament- Dieses wird dreimal gesungen/ und da es das zweyrema! gesungen wird, wird der heilige Geegen gegeben» UL. I^tach dem Hei?» Seegen wird gesungen s Verlaß uns nimmermehr, JEsu du Süssester ; Verlaß uns nimmermehr, JEsu du Süssester, JEsu du Süssester, JEsu du Süssester. UL. Bev dem Einzug/ und Auszug von der Christlichen Lehr sollen die Länder singen? Singt Heilig, Heilig, Heilig; Heilig über Heilig, ist GOtt der Vatter, und der Sehn§ der Heilig Geist, die dritt Person Das Ms erste Gesang von denen -v Das erste Gesang von denen zwölf Artieuln des Glaubens. Eingang. EUM Nam des Vatters/ und des Sohns/ und ^ heil'gen Geistes/ Amen. Im Namkn Christi/ GOttes Sohns, ihr Chrnten kommt zusammen. Wir wollen lernen/ und zugleich/ nur Becren GOtt verehren. Der Vatter m dem Himmelreich/ tvoll unsre Bitt erhören; glaub in GOtt im höchsten Thron/ GOtt «O Vatter/ und GOtt Sohne / GOtt heri'gm Geist/ die drttt Person: ein GOtt/ und drey P«r- sone. Allmächtig GOtt den Scepter führt / all's/ was er will/ muß werden: dgnn er erschaffen/ und regiert/ den Himmel/ und die Erden. Ich glaube auch in JEsum Christ/ der GOtt? von GOtt ist kommen/ der hat wie uns der Glaub verg'wißl/ dre Menschheit angenommen. Er ist der ewig GOrres»Gehn / HErr aller Creatmen/ hak in des Vatlers Worts Person/ beysammen zwey Naturen. Weit dann das Wort Fleisch werden so!t/ nach aller Welt Verlangen/ der heilig Geist dis würckm wolk: von ihm war er empfangen. Zur Mutter wurdest du allem/ Maria auserkvkrenr und bliebest als ein Jungfrau rem/ auch als du hast qebohren. Nachdem er über dreyssig Jahr/ auf Erden bat gestritten/ da Pontius Landpfieger war/ hat er für ms gelitten. Er wuvd Meißlet/ und gecrönk/ wie's d'ZU§ Articuln des Glaubens. 8r d'Iuden wolren haben; ans Creutz genagier/ und verhöhn!/ geitorben und begraben. Zar Vorhöll ist sein Seel hinab/ gleich nach dem Tod geftregen; der Leib der läge zwar ,m Grab/ doch bl;eb er nicht lang liegen; dann auch tem Leib ist bald hernach/ erlöst von Todes - Banden/ so bald der dritte Tag anbrach/ von Toden auferstanden. Als vierzig Tag schon allbereit, hernach verfassen waren/ ist er Mit grosser Herrlichkeit/ gen Himmel aufgefahren. Dorthin als in fern Vaererland/ hat GOtt sein Sohn gefübret: wo er zu stmer rechten Hand/ jetzt sitzet/ und regieret- Von dannen er zur letzten Zeit/ mit Herrlichkeit wird kommen/ zu richten nach der G'rechtigkeit/ die Bösen und die Frommen: Was lebt/ und was gestorben ist/ wird all's erscheinen müssen. Wob!! dem/ der war ein guter Christ.- der böß muß ewig büffen. Ich glaube an die dritt Person/ der heilig Geist genennet: Den gleich dem Vatter/ und dem Sohn/ der Christlich Glaub bekennet: Der auch vom Vat- ter/ und vom Sobn/ als GOrc von GOtt ausae- het ; daß also GOtt in drey Persohn/ die doch seynd Eins/ bestehet. Ich glaub/ daß GOtt wolt/ daß soll ftvn/ ein Kirch von allen Ständen/ Cath,»lisch/ Heilig/ Allgemein/ an allen Ort / und Enden. Ich glaub/ daß sey ein Kirchen-G'mein/ der Heiligen auf Erden/ und deren die gestorben seyn/ doch selig leben werden. D Ich Ich glaub? daß der auch hoffen muß/ der grosse Sund begangen/ r^ass er durch wahre Reu und Buß/ Verzeihung kan erlangen. So lang ou lebst / ist GOtt bereit/ die Sünden zu verzeyhen: wann du sie nur mrechter Zeit von Herzen tbustbereuen.. Obwohlen ich dre Gewißheit Hab/ daß ich auch werde sterben/ mem Leib auch wird wie's a'schichL im Grab/ verfaulen/ und verderben: doch glaub ich daß mem Fleisch auch werd von Toben auferstehen/ und wo die Seel ist / von der Erd / der Leib auch werd hinaeken. Ich glaube / daß die Höllen-Pein / all werden müssen leiden/ die würcklich in der Tod-Sünd seyn/ wmn sie von hinnen scheiden. Der aber ohne schwere Sund beschließet da sein Leben/ dem wird GOtt/als seim lieben Kind/das ewig Leben geben» Das änderte Gesang von denen Hoch- Heiligen SacramenteN. Eingang. Nam des Vatters/ und des Sohns/ und hessgen Geistes/ Amen. Im Namen Chri^ sti/ rc» Wie oben paZ. 80. * » * ^r glauben/ Lhristus Hab zuletzt/die sieben Sä- cramenten / vor seiner Auffahrt eingesetzt / in Wort und Elementen, un^ dis zwar hört / und seber man: ö»ch gebetts auch darneben/ die Gnad/ dre man nichr seben kan/ ww auch das ewig Leben. Die Tauf im reuen Testament, ist höchst vonnö- then allen/ dw Erb-Sünd nimmt dis Sacrament/ Ln 'Hochheiligen Sacmmenten. l! m dre wir all gefallen; indem der MerM) / dee !i durch die Sund/ des Adame war veriohren / ge- heilrgt als em Gnaden - Kmd / rm Geist wird neu Leboyren. ' ! Die Firmung ist ein SacrameM/ mit dem dee ! Mensch gemeecker/ durchs Bischoffs Wort wird zu ! dem Lnd / und durch den Chrgam g'jrarcket; daß j! er beständig dis in Tod/den Chrrsten-Glaub deken- i! ne/ und solt er auch ftyn in der Noch/ sich doch Ca- Lholuch nenne. j Zum dritten Sacrament sich rhut/ uns Christus', selber geben/ sem GOtt» und Menschheit/ Leib und ß Blut/ wie ers gehabt im Leben: So bald der Prie§ E ster Brod/ und Wein mit Worten consecriret; s die Gestalten bleiben da allein/ das Wesen sich ver* liehret. Durchs vierte Sacrament die Buß/ dem Gün^ ^ der GOtt verzeoher; doch dis darbey man merckm i muß/ wanns ihn von Herzen reuet z und will die ß sch oere Sünden all/ dem Priester offenbaren/ sich ^ hüten vor dem Wiederfaü/ vor Sund/ und Süm Z den-G'sayren. ! Das letzte Delungs^Saeeament/ gehöret für die iE Christen/ die kranck seynd und zum Lebens-End/ ß sich Christlich wollen rüsten: Durchs heilig Del/ E und s'Prlesters-Wort/ der See! die Gnad wird ge- M ben/die Kranckheik kans auch treiben fort/ und brm* k gen längets Leben» > Die Priester^ oder Geistlich Welch/ den rsweyhH !'! Hen Gewalt tttheilet/ durch den macht er von Küm !> K ^ den S4 Das änderte Gelang von denen den frey/ und d'Seelen-Wunden heilet: Auck durch sein Wort wird Brod und Wein/ in Christi Leid verwandlet/auch was sonst and'ren Priestern Mein/ Mil rechtem Zuspruch handlet. Die EK/ das siebend Sacrament/ zwey ledige Personen/Zusamm verheyrmh zu dem End/ daß sie beysammen wohnen : GOtt gibt auch Gnad auf diese Weis/ daß sie die Unzucht fliehen/ daß sie die Kinder auch mit Fleiß/ recht Christlich auferziehen. Dis seynd die sieben Sacrament/ durch die wir noch auf Erden/ jetzt in dem neuen Testament/ geheiligt können werden: Sie seynd die sieben Gnaden - Röhr/ durch die das Wasser fliestet/ das GOtt aus seinem Gnaden - Meer / auf unsre Seelen giesset. Aus diesen Sacramenten drey/ emdrucken Misse Zeichen/ die Tauf/ die Firmung/Priester-Weyh/ die von der Seel nicht weichen; Die Tauf vor andern nothig ist/ so hat es GOtt gefallen/ und dein Fronleichnam JEsu Christ / das Heiligst ist vor allen. Es laßt sich zwar ein Ketzer - G'mein/vom bösen Feind verblenden/ die sagt/ es soll nicht richtig seyn/ die Zab! der Sacramenten: Wir aber / weilen GOtt verheist/ er woll die Kirch regieren/ so lassen wir vom Ketzer-Geist/ uns auf kein Weis verführen. Nun diese sieben Sacrament / die GOtt der HErr uns geben/ laßt uns gebrauchen zu dem End/ daß wir recht Christlich leben r Daß wir in unstem be- 85 -H och-- Herstitt enSücramenkLn. besten Tdeil/ der Seel/ die Gnad vermehren/ zu unsrem grösten Nutz und Heyl/ und GOtt zu grossem Ehren. So sey gelobt/ gebenedeyt/ GOtt Vatter/ und GOtt Sohne / GOtt heil'ger Geist zu aller Zeit/ ein GOtt/ und drey Persone: Ihm seye ewig Lob und Danck/ daß er uns wollen senden / vom Himmel/ als ein Gnaden - G'schanck/ die sieben Ga- eramemen. Das dritte Gesang von denen heiligen zehen Gebotten GOttes. Eingang. »M Nam des Vatters/ und des Sohns/ und Heistgen Geistes/ Amen- Im Namen Christi/ rc. Wie oben xsZ. 8c>. * H- ^>Ommt/ hört die zehen Haupt - Gebott/ die GOtt dem Moyses geben: Wer diese hält/ so sagt es GOtt/ wird eingehn zu den Leben. Sie haben jetzund nicht ein End/ wie and're G'satz der Alten/ auch wir rrn neuen Testament/ sepnd schuldig sie zu halten. Nur einen GOtt sagt s'erst Gebott/ solst glauben/ und bekennen/ den solst allein den HErren GOtt uno deinen Schöpfer nennen. Kein Götzen, Bild/kein Aauberey/ kein Aberglaub solst leiden/ Lmglsichen all Wahrsagerey/ solst fliehen/ und vermeiden. Doch wolte GOtt durch dis Gebott/ uns keines Wegs verwehren/ daß wir zugleich auch wegen GOtt/ A r die Das dmtts Gestrncr von Denevi hie Heilige verehren: Mir ruffens an / und sagen pit/ dG wirs ms Götter ekren; wir bitten nur/ tzaß durch ihr ^itt/ uns welle GDtt erkören« Das ander lehrt uns allesamm/ und gibt uns zu erkennen/ daß wir nicht sollen GOttes Nam/ umsonst / und eitel nennen- Ein Fluch/ und was sonst wider GOtt soll man von uns nicht kören / auch sollen wir nicht ohne Noch/ noch ohne Wahrheit schwören« Das dritt Gebott bestklt/ und lehrt / den Sab- bath keilia halten/ doch weil man jetzt! den Sonntag ekrt/ den Sabbath laß den Alten; Am Sonntag such der Seelen Brod/ und dich im Guten übe/ und alle Arbeit/ die kein Noch / auf gO're Tag verschieben Der HCn und GDtt/ durchs viert Gekokt/ die Lkmdey polte lekren/, wie sie den Vatter/ wegen GOtt / unh d'Mutter sollen ehren: Auch geisti- und weltlick Obrigkeit/ die d'Kirck/ und s'Land verwalten / man ehren soll/ und jederzeit/ was sis befehlen/ kalten. Das Fünft verbiet den Menschen-Mord/ und sagt ; drr solst nicht tödten. Auch (ölst durch Drohend Schmeichel«Wort/zum Bösen keinen nötken. Solst ungerechten Zorn/ und Haß/ und alle Femd- schgftMeiden« Mir einem Wort; thu keinem das/ was du nicht gern wilst leiden. ^st Gebott die schändlich Sund des Eh- verbieten/ und wann man was von Unzucht fiM / davor soll Man sich hötm» Wer will «7 heiligen zehen Gehörten GOrkks/ daß GOtt in Ewigkett/ rbn solle nicht verdammen/ der hüt sich fleißig allezeit/ vor geilen Lrebes -Flamem Das siebend G'satz dich lehren chm/ du sstst das Stehlen fliehen/ durch Wucher/ Raub/ ein fremdes Gut/ sslst niemal/ an dich ziehen» Wann d'red- iich ohn Betrug / und List / wie's billig ist / wirst Händler/ vor GOr / und Menschen sicher bist/ kanst ruhig allzeit wqndlem Das gswhlen Gut M Sach nichts Lbm / ein Pfenning, unrecht g'wunnen / strßt zehen g'rechte: rmrechrs Gut/ wre g'wunnen/ so zerrannen. Ist nuch rncht g'nug/ daß d'm der Beicht/ nur sagst: ich Hab gestohlen» Gib z'suck : die Sünd sonst nicht Llbweicht/ so hat es GOtt befohlen» Das achte sagt: Daß wir allsamm/ kein falsche Aeuonuß geben/weil manchen auch sein guter Nam/ fv lieb ist/ als sein Leben» So hüte dich / daß du sein Ehr/ und Nam ihm nicht abschneidest/ auch Meineid/ Lügen / und was mehr/ für Zungen,Laster meidest» Du sslst dem Herz (das Munke spricht:) aufs ^ achstem Weib nicht kehren. Das Zehend sag^ Du solst auch nicht/ dein's Nächsten Gut begedren» Dann auch akem mir freym Will/ was unrecht ist verlangen / vor GOtt ist"s gleichsam schon so vrei/ «!s hatte mans begangen. Nun dieses seynd die Haupt - Gebott / die uns GOtt selbst hat gebem wer die nichr holt, der liebt nicht GOtt, kommt nicht ins ewig Leben E ie si ynd i-s Nrcht schwer/ gib dich nur d rein/ und Hab em guten s §4 Wh K- 88 Das »isrte Gesang von denen H. Gebotten rc. Willen / wann GOttes Gnad darbep wird jevn/ seynds leichtlich zu erfüllen. Seynds dir zu viel, so halt nur zwey; Das erste r GOtt recht liebe. Das ander auch muß fern darben : Die Lieb des Nächsten übe. Ein jedem/ der das Herl veMnat/ seynd diese zwey sonnötben/dieweil an diesen zweyen hangt, das G'satz und die Propheten. Das vierte Gesang von denen heiligen Geholten der Christlichen Kirchen- Eingang. . MkM Nam des Gatters / und des Sohns / und b heil'gen Geistes / Amen. Im Namen Christi rc. Wie oben pag. 8v. * * §^Etzt auch venehmt die fünf Gebott/ die uns die <0 Kirch gesetzet. Wer diese halt, den seegnet GOtt// den straft er/ ders verletzet; dann wer die Kirch nickt höret an/die GOtt gestift auf Erden/ der solle als ein Publican/ und Heid gehalten werden. Das erst: du solst die Feyertag all/ die d'Kirch Desetzet/ ekren; das ander: Sonn, und Feyertag euch die Meß andäcktig bören. Das dritt: du solft die F>'stlaq all/ wie's brauchlick ist von Alten/ vom F'eisch auch Abbruch allemal/ am Freyt- und Sam, ft «a halten. Das viert: aufs wenigst' alle Jahr, die Sünd solst beicdt, und büssen : um Ostern gleichfalls alle Jabr / des HExrcn Leichnam g'nieffen. Das fünft? die pochzeit ser-nd nicht stey/zu den verbottnen Zeiten-. Das fünfte Gelang von dem -H. Vakter unser re. 89 reü. Daß ois der Wlllen GOttes sey/ thut s'viert Gebott ausweisen. Das fünfte Gesang von dem Heil. Vattee unser/ und Englischen Gruß. EmganF. R Nam des Vatters / und des Sohns / und heil'gen Geistes/ Amen. Im Namen Christi/rc- N)ie oben pLA. 80. Vatter unser/ der du bist/ im Himm el und auf ^ Erden; im Glauben der Catholisch ist/ wilst angebettet werden. Gelobt / geheiligt werd dem Nam/ und allenthalb geehret/ daß du/ O GOtt! uns allesamm/ hast diesen Glaub gelehret. Zukomm dem Reich/ das du alldort/ den Fromen hast berertet: wie auch daß du an diesem Ort/ auf Erden ausgebrettet; das alt Cacholrsch Christentum das ist dein Reich aufErden- der nicht darinn/ und kehrt nicht um/ der kan nicht selig werden« Dein Will gescheht so soll eS seyn/ wie's g'schicht im Himmel oben: daß wir im Werck/ und nicht allein/ mit toden Glaub dich loben. Dann wann der Glaub nur ist allein/ und nicht die Werck darneben/ so ist derselb ein leerer Schein/ ein Leib/ ohn Seel/ und Leben. Heut wolst uns unser taglichs Brod / D lieber Walter ! geben: und was dem Leib noch mehr thut Noch/ damit er möge leben.- Speis auch die Seel viit deinem Wort / mit deinen Sakramenten : die falsche Lehrer schaffe fort / daß sie uns nicht verblenden, K 5 VM M Das fünfte Gesang von dem -H. Vatter unser rc. Vergib uns Vatter unser Schuld / so lang wir hrer noch leben: wie auch wir wollen mir Gedulr den Schuldigen vergeben. Auch bitten wir/ du wollest all die m den Sünden stecken/ vom harren Schlaf/ und Seelen- Fall/durch deineGnad aufwecken. Auch führ uns in Versuchung nicht/ und lasse uns picht irren/ wann uns der Sarchan Fallstrick richt/ und sucht uns zu verwirren ? benanntlich in dem Glaubens»Streit/ für uns/ O Vatker! kriege/ daß uns dre Macht/ und Listigkeit/^der Ketzer nicht betrüge. Vor Glaubens - Jrtum/ falscher Lehr/ und allen Ketzereven/ und was noch andre Sünden mehr/ uns wollest all besreyen. Von uns vertreibe alles Böß/ D Vatter! durch dem Namen/ und durch dem Ald -nacht uns erlös/von allem Übel/ Amen. Der Englische Gruß mit denen Gekeimnussen» M-It Gabriel dich grüßen wrr / Maria voll der Gnaden/ weil GOtt der HErr ist selbst mit dir / der Feind dir nicht kunt schaden. Vor allen and'ren Weibern bist/ gesegnet und befteyet: wie such dein Leibs - Frucht IEsus Christ/ rst höchst ge- benedeyet» HErr FEsus/ dessen Majestät/ du in dein Leib em, pfanaen: mit dem du zur Elisabeth geseegnet's Leibs bist gangen. Hast ihn gebvhren wunderbar/ zu seiner Zeit entbunden; in Tempel hast ihn Meller dar/ hast ibn im Tempel Munden. HZrr JEsus/ den für uns so sehr/ das Feur der Lieb Das sechste Gesang von der Christ!. Gerechtigkeit. 91 Lieb erkitzet/ als er am Oelberg ben daß er/ so gar hat Blut geschwitzet; war geistet/ und mir Dorn gekrönt : sein Ereutz must er selbst tragen / er wurd verspätter/ und verhöhnt/ er wurd ans Ereutz ge« schlagen. HErr JEsus/ der durch seine Macht/ erlöst von Todes-Banden/ dir grossen Trost/ und Freud ge» kracht/ da er ist austrstanden. In Himmel sichre ee dabin; nachdem der Geist ist kommen/ dich als em Hinunels.Königin/ hat er ;u sich genommen. O Mutter GOttes/ bitt jetzund/ für uns/ als arme Süneer/ insonderheit in letzter Grund/bewahr uns deine Kinder; daß uns der Feind nicht möge zu/ Maria durch dein Namen/ daß GOLt uns geb dir tzwia Rub/ durch deine Fürbitt/ Amen. Das sechste Gesang / von der Ahristli- chen Gerechtigkeit« Eingang. EMM Nam des Varters/ und des Sohns / und ^ heil'gen Geistes/ Amen, Im Namen Christi/rr. Wie sben xaZ. 8o. » » 2Wen Ding die Christlich G'rechtigkeit/ begehrt von uns im Leben: Daß ieder Mensch das Böse Mid/ das Gute würck darneben. Das Böse/ das man meiden soll/ vor altem feynd die Sünden - von denen unsGOtt bchLten wo!!/ man kunt nichts Bö« sers finden. Insonderheit ein GOttes-Kind/ dieTod-Sünd Me Haffen; sh daß du chust em so ich s Sünd/ solst eh das Das sechste Gesang von der das Leben lassen. Dann der sich in ein Tod - SÜrrd laßt / löscht aus bey GOtt sein Namen: indem GOtt selbst den Sünder haßt/ und ewig wird verdammen. Die sieben Haupt - Lasier. AiUs denen Sünden sieben seynd / die man die ^ Haupt-Sünd nennet/ aus welchem Nam/ wie schwer sie seynd/ ein jeder leicht erkennet. Die Hoffart kommt die erst herbey/ folgt Geitz/und unkeusch Leben/ dem Neid/ Zorn/ Fraß / und Füllerey/ der Trägheit sich ergeben. Die sechs Sünden Ln den Heil. Geisi. ^Echs Sünden seynd/ die also sehr/ der heilig Geist ^ empfindet / daß GOtt von selben schwerlich mehr/ allhier und dort entbindet: Weil GOtt der HErr Erbarmnuß- voll/ sich lassen in die Sünden: verzweiflen/ als ob man jetzt soll/ kein Gnad mehr können finden. Der wohl--erkannten Warheit sich/ aus Bosheit widersetzen: aus Neid / und Mißgunst freventlich/ des Nächsten Lieb verletzen. Zu guten Lehren allezeit/ verstockt seyn/und erstarren/ wie auch in Unbußfertig keit/ bis in den Tod verharren. Die vier Sünden die in Himmel schreyen. gHJer Sünden sonders übel stehn / weils in den ^ Himmel schreyen r Mit Vorsatz einen Mord begehn: die Sodomitereyen: die Wittwen/ Waisel ungerecht/ aus Bosheit unterdrücken: den Liedlohn dem getreuen Knecht/ und ders verdient/ entzücken. Die Christlichen Gerechtigkeit. 9Z Die neun fremde Sünden. ^>Er macht sich theilhaft fremder Sünd/ als hatt i' ^ ers selbst begangen/ und bleibt im Strick/ der andre bindt/ zugleich mit ihnen hangen: Der and'rea zu dem bösen rathder and'ren Böses schaffet: der zulaßr cmd'rer Miffethat: reitzt an: das Böß nicht straffet. Der and're lobt/ die Boßgethan : der fremde ' Sund verschweiget/ und dem/ ders bessren soll/ und kan / dieselbe nicht anzeiget: der and'rer Sünden j Übersicht/derselb sich theilhaft machet: vertheidigt's ^ wann was Böß geschieht/ ja gar zur Sünd nur lachet. ' Dis ist die erste Schuldigkeit/ daß man das Böse i meide/ und eh als man zur Sünde schreit/ all Pein/ > und Marter leide. ' Wann Teufel kämen ohne Zahl/ > solft tapfer widerstehen : und sterben lieber tausend- ' mal/als eine Sünd begehen. Von guten Wercken. ^§>Och ist's nicht gnug dem treuen Knecht/ allein ^ nicht übel leben/ er muß/ wann er will seyn gerecht/ zum Guten sich begeben. Sein Christlichen Beruf soll er/ mit guten Wercken zieren: ein Leben aller Tugend voll, ein guter Christ soll führen. Sonst ist er gleich dem Feigen - Baum/ der keine Frucht getragen/ darum man ließe ihm kein Raum/ und wurde umgeschlagem So bring du Frucht zn seiner Zeit: bett/ faste/ auch darneben: in Wercken der Barmherzigkeit/ dich üb durch Allmos- geben. Die 94 Das steben.de Gesang, von denen Dre leibliche 7. Werck der Barmherzigkeit. F>Em Hungrigen verschaff die Speis : den Dur- ^ fugen chu lräncken r dem Nackenden auf gleiche Weis ein KleiOWg sollest schencken. Dem Fremdling/ der begehrt hmein / em Orr ,m Has verleihe r die G'Mgne rröst/ und wann'e kan seyn/ von Ban^ den sie besrsye. Die Krancke besuch/ und MitArzney > so gut dü kanst- sie labe: denToden auch barmherzig sey/ und Christlich sie begrabe. Wann d'aiso wirst barmherzig seyn/ wirds g'wlßGOtt nicht vergessen/ er wird dir wieder messen em/ wie du hast ausgemeffen. Das siebende Gesang? von denen geistlichen Wercken der Barmherzigkeit. Eingang. M Nam des Vatters/ und des Sohns/ und hert'gen Geistes / Amen. Im Namen Chris Pi/re. Wie oben P3Z. 80. Christ! nicht Minder allezeit / aus recht - und ^ reiner Liebe- in Merken der Barmherzigkeit/ die geistlich seynd/ dich übe. Wann d'kanst/ straf ab Me Missechat: Unwissende thu lehren : deuZwesteNF den gib Men Rach/ wann sje's nicht ungern hören. Wann wet betrübt/ gib ihm Bericht/ und alles Guts ihm sage; wann aber dir was Unrechts g'schichr/ gedultig alles trage r wann einer dir was Leids ge- than/ solst ihme gern vergeben; für and're auch GOtt puffe an-die iod seynd? und dre lebem Die geistlichen werden dev Barmherzigkeit. _____ 95 Die acht Belltzkeiten. DsCht Seligkeiten Christus har uns auf dem Berg ^ gelehret/ und zeigt/ daß in der Himmels-Gradt/ viel werden noch geehret: Die unglückjedg und veracht/ all hier auf dieser Erden/ ja gar als Narren ausgelacht/ und ausgespottet werden. Aus diesen seynd/ die auf der Erd/ in grosser Armut leben, dann Christus sagt/ daß ihnen werd dus Himmelreich GOtt geben; Das Erdreich aber werden die besitzen und regieren / die in der Sanftmut allzeit hie/ ein ruhigs Leben führen. Auch selig seynd die Traurens» voll/ viel Leid und Kummer tragen / dieweil in Trost/ und Freuden so!! / sich wenden all chr Klagen: Auch die nach der Gerechtigkeit/ein Durst und Hunger haben/ die wird GOtt g'wiß in Ewigkeit / mit Himmels - Speisen Laben. Auch jene/ die barmherzig seynd/ Barmherzigkeit erlangen; daß/ wie sie gegen and'ren seynd/ auch sie von GOtt empfangen. Nicht minder jene selig seyn/ dle GOtt sich ganz vertrauen/ Md blechen in dem Herzen rein/ sie werden GOtt anschauem Jmgleichen selch seynd/die hie ganz ftiedfam seynd auf Erden r dann Kinder GOttes werden sie / darum genennet werden. Auch die für die Gerechtigkeit/ aühier Verfolgung leiden/ die werden seyn m Ewigkeit/ im Himmel voller Feuden . Die Evangelische Rath» JA Er will vollkommen seyn/ der ftch/ was CHMus ^ uns wolr lehren/ yUchgch das Evangeli-Puch? ' dtG -6 Das siebende Gesang, von denen gerjr!. Wercken rc. drey Rälh wird er V« hören. Zn fr per Armut allezeit, und siäl« Keuschheit t-bcn; auch eurer Ordens - Obrigkeit, sich g'horsam unlergebe«. Die vier iezke Ving des Menschen. O Mensch! gedenck die ietzre Dmg/ bis halt dich ^ ab von Sünden, dis machr vir dein Gewissen ring/ dis lehrt dich überwinden. Gedenck, das du vielleicht noch heul, wirst sterben, oder morgen : d - rum sey wachbar, und bereit,leb niemal ohne So, gen. Gleich nach dem Tod dem Seel vor GLit, zum G'richt wird müssen gehen; am jüngsten Tag zugleich vom Tod, der üeib wird auferstehen. Da wirst du müssen hören an / was d'Guts und Döß begangen/ auch wirst, nachdem vu's hast gechan, Guts/ oder Böß empfangen. Dort geht es nach der G'rechtigkeit, und ist kein Zeit der Gnaden; dann welche zu der Sterbens-Zeit, Mit schwerer Snvd beladen die gehen schnurgrad in die Holl; es hilft kein Bitt- und Betten/ in Ewigkeit von dieser Stell, ste niemand wird erretten. Der aber stirbt im Gnaden, Stand, dem sieht der Himmel offen: dis müssen wir von GOties-Hand, weil er's versprochen hoffen. Dort werden wir in Ewigkeit/ mit Christo selig leben: daö woll durch sein Barmherzigkeit, b« gütig GOtt uns geben. Beschluß. rx.hr sty dem Vatter und dem Sohn/ die bey uns ^"wollen wohnen: wie auch der hsii'gen Geist Person, ein GOkt in dre» Personen. Der heiligsten Dreysailigkeit, auch I Esu, deinen Namen, sey Lob und Das achte Gesang. ! und Ehr in Ew>gk«,t / jum B'schluß wir singen/ Amen. ' ! Das achte Gesang. > Im Thon r Freut euch ihr lieben Seelen', re. ! MReut euch chr liebe Kinder! singt alle groß und ! d klein. Daß kems das ander hrnder / rhuc all ! fein züchtig seyn. Jetzt wrrd man uns erklären/ die Christlich Kinder - kehr/ merckt auf/ rhut'ö siersslg hören/ zu GOttes Lob/ und Ehr. Kyrie eleison. Man wird uns alle lehren/ die Christlich G'rechtig- kelt. Wie man GOtt soll verehren/ und loben allezeit. Von ganzem Herzen lieben/ und meiden alle > Sünd! die Tugend fieifflg üben : mercks wol/ mein ! frommes Kind. Kyrie eleison. i Man wird uns alle starcken/ in Hofnung/ Glaub/ i und Lieb. In allen guten Wercken / daß man sie pelffrg üb. Man wird uns allen zeigen/ den Weeg zur Seligkeit; demütig wir uns neigen/ und rmrcken auf mit Freud. Kyrie eleison. Das Herz wir all erheben/ zu GDtk dem heil'gen i Geist: daß er uns Gnad woll geben/ daran ligl'ö ! allermeist. Daß er das Herz woll berühren/und es- ! nen das Gehör/ uns all gen Hmimet führen/ durch ! seine Gnad und Lehr. Kyrie eleison. ! O Licht! O Geist der Gnaden ? erleucht di? ganze - G'mein; demütig wir dich laden / mach uns von Sünden rein. Wirs uns den Mm Ssamen/ das Herz wir brecen dar. Wer das begehre / sprech Amen/ das ist/ es werde wahr. Kyrie eleison. G Don Von Der RinDer-Fncbr. Pi! n ! - . Von Der Rinder-Zücht. EHhr Kinder kommt/ und höret/ das heilig viert 6b Gedott/ den Vatter/ Mutter ehret/ so schafts der HErr und GOttt Nicht aber nur die Kinder/ so lang sie jung und klein/ dis Grössere nicht mmdev guch sollen g'dorsam ftyn r auch sollen g'korsam seyn. Auf Erd ein langes Leben / verspricht der gütig GOtt/ daß ers dem wolle geben/ der haltet dis Gebote/ er gibt sein Gnad und Seegen/ dem/ der drs Eltern ehrt/ er straffer hereMgegen/den/ der sie nicht verehrt. * Als GOtt Mensch wvlte werden / und blieb zugleich auch GOtt / wolt er als Mensch auf Erden/ auch halten dis Gebott/ gehorsam ist gewesen/ Mariae nicht allein/ dem Joseph/ wie wir lesen/ wolt er auch g'horsam seyn. * Demnach M Christen, Kinder/ euch Christus ladet ein / er will/ ihr soll nicht minder/ als er gehorsam senn/ sollt Vatter/ Mutter ehren/wies zusteht einem Kmd / und ihre gute Lehren / solle chr vollziehen g'jchwind» * Euch Eltern gleicher G'stalten / ermnsct dis Gs- hott/ wie lkr euch zu verhalten/ daß ihr besteht bey GOtt/ darum m,t Fleiß verrichtet all eure Schuldigkeit/ gedruckt/ wre hoch verpachtet zur Kinder- Zucht ihr seyt. * O wie viel Eltern werden/ auf ewig seyn verdamtF bisweilen sie auf Erden/ mchk wol verricht ihr Amt/ nichtwachtbarseyn gewesen/ wies hätte sich gebührt/ dre Kinder zu dem Bösen/ vielleicht selbst angeführt. * Die Das nSnnte Gelang. 9S Dre aber in der Tugend die Kinder wo! geübt/ daß sie gleich in der Jugend/ von Herzen GH kt geliebt/ die werden einmal oben/ mit gröstem Trost und Freud/ Mit ihren Kindern loben/ GOtt in der Seligkeit. * Ihr Ettern/ daß dis g'fthehe/ rkr Kinder auch zugleich/ Len Weeg ein jodes gehe/ der führt zum Himmelreich/ Katt tteede Theil zusammen/ verrichtet was GOtt will/ lobt/ preiset GOtteS Namen/ disseye euer Zchl- * Das neunte Gesang: Im Lhon r Komm heiliger Geist, rc. Christ! das Evangelium / und Christi Lehr zu hören komm. Danck GOtt/ daß er zum Christentum/ bekehrt das Jud, und Heidentum/ durch's heilig Evangelium. Danck GOtt/ daß er durch seine Macht / zum wahren Glaub auch dich gebracht. Es ist sein Gnad/ daß du ein Christ / recht, gläubig / und Catholisch bist/ wies lehrt das Evangelium. Sv kommet dann zu GOttes Ehr / und höret an die Christlich Lehr/ weit unser Heiland JEsus Christ/ selbst unser Lehrer worden ist. Wie's lehrt das Evangelium. Es lehret uns mit Werck und Wort / zeigt uns den Weeg an jenes Drl / allwo wir in der Himmels- Freud/ versorgst seynd m Ewigkeit. So lehrt das Evangelium. Er ist das Leben und der Weeg / zum Himmel werßt er uns den Sreg; Er rst dis Warheik auch darbey / was er verspricht/ das hüll er treu. So lehrt das Evattgestmn. G s DB ros Düs zehenve Gesang, in welchem die dre/ Daß aber unter falschen Schein/ kein Glaubens- Irrtum schleiche ein / und daß uns kein Versuchung schad / bewchre uns die Göttlich Gnad / durchs heilig Evangelium. Carhoksch ftynd und bleiben wir/ auf diesem Klaub gehn wrr üjchc irr: wir glauben / was die Muttee jehrl/ daß sie vom Vatter Hab gehört/ durch's heilig Evangelium. Die Christlich Kirch die Mutter ist/ du JEsu unser Lebrer bist/ und hast wie's unser Mutter glaubt/ den Papst gestellt zum Kirchen - Haupt. So tehrx das Evangelium. Wir glaubenö Evangelium / nicht wie mans lehrt im Ketzertum : dann was besonders ist alldorr / ist Menschen» und nicht GSLtes- Wort / und nicht das Evangelium. Erhalt uns HErrbey dieser Lehr/ auch and're aC darzu bekehr/ daß wir im Glaub/ und Leben gleich/ all kommen in das Himmelreich/ durch's heilig Evangelium. Das zehende Gesang/ in welchem die drey Göttliche Tugenden enthalten seynd. Im Thon: HErr ich lieb dich, rc. M^Err ich alaube / HErr ich hoffe / HErr von Her- ^2- lieb ich dich. Weil ick mick ein Christen nenn- / glaub ick alles und bekenne / was die Ebrist- lick Kwck uns lebrer / daß sie Hab von dir gehöret. An dem Glauben / m der Hofnung / Ln der Liebe stecke mick. HErr ich glaube / HErr ich hoffe/ HErr von Herzen Göttliche Lugenden enthalten Nyttv. rsr zm lieb ich dich. Du brstwachaft / lang mchl lügen/ dich kein Falschheit kan betrügen ? weit auch dir Nichts ist verborgen / kan ich glauben ohne Sorgen. In dem Glauben/ in der Hosnung / in der Liebe star- ckemich» HErr ich glaube / HErr ich hoffe / HCrr vsn Herzen lieb ich dich. Glaub darum / daß GDtt mm einer/ daß sem's gleichen seye keiner/ daß GOtk dreyfach in Personen / als ein Haupt mit dreyen Cronen. In dem Glauben/ in derHsfnung/ in der Liebe siärcke mich. HErr ich glaube / HErr ich hoffe / HErr vsn Herzen lieb ich dich. Glaube auch daß GOttes Sohne/ von dem hohen Himmels-Throne/ auf dre Welt zu uns ist kommen / hak die Menschheit angenommen. In dem Glauben/ m der Hvfnung/ in der Liebe siärcke mich. HErr ich glaube / HErr ich hoffe/ HCrr von Herzen lreb ich dich. Weil du wüst / daß ich soll hoffen / daß der Himmel stehe offen; daß du wollft dre Sünd vergeben / wann man Buß Lhut in dem Leben. Jachem Glauben/ in der Hofnung/ in der. Liebe siärcke mich» HErr ich glaube/ HErr ich hoffe/ HErr von Herzen lieb ich dich. Auf dein Allmacht HErr ich baue/ und aufdein Versprechen traue/ daß du alles dergestalten / wie du es vevsprichli / wirst halten. In dern Glauben/ m der Hofmmg/ in der Liebe siärcke mich. HZrr ich glaube / HErr ich hoffe/ HErr von Her- G z 12L Düs eilfte Gesang, ! zen lieb ich dich. HEn ich lreb dich über alles'/ wei- ! len du mein GOtr und alles. Drr mallen/ und vor ^ allen / ich nur juche zu gefallen. In dem Glauben/ > in der Hofnung / in der Liebe starcke mrch. ! HErr ich glaube/ HErr ich hoffe/ HErr von Her- zen lreb ich dich. Ach kunt ich vor Liebe brtnnen/ und darinn wie Wax zerrrnnen/ solt mir's Herz m Leib zerspringen / wvlt ich bis zur Lezt noch singen: HErr ich lieb dich / HErr ich lieb dich / HErr von Herzen lieb ich dich. HErr ich lieb dich / HErr ich lieb dich / HErr von Herzen lieb ich dich / und darum wann ich m Zügen/ ja schon gar im Grab werd ligen/ wann ick schon werd seyn verwesen / soll man in mein'm Herz noch lesen : HErr ich lieb dich/ HErr ich lieb dich / HErr von Herzen lieb ich dich. > Das eilfte Gesang/ zu der heiligen Advents, Zeit. r. Maria klare / du liechter Morgen, Stern/ du bist ein Freud fürwahre/ des Himmels und der Erd/ erwählt von Ewigkeit/ zu seyn ein Mutter GOttes / zu Trost der Christenheit. s. Ohn Günd bist du empfangen/ als dich die Kirchen ehrt / und von der falschen Schlangen / bist blieben unversehrt / ein Jungfrau reiner Geburt/ dein Lob nicht kan aussprechen ein indisch Creatur. z. Anna bat dich gebohren/Maria du edles Böut/ 1 da Adam bat verlohren / das allerhöchste Gut / das durch dein schöne Frucht/ soll wieder stunden werden/ ' wol durch dein Leib und Zucht. 4 . Ein znr heilige» AdvendK^Neir. rsz 4. Gn Gruß war drr gesendet vom allerhöchsten I GOtt/ mit Gabriel geendet/ mir Fleiß und mrt Andacht / du solst ein Mutter seyn, ein Jungstau so ist du bleiben/ ewiglich keusch und rem. 5. Er grüst sie mir schönen Worten der himmeli- sche Bort/ er sprach in deinen Garten wird steigen unser GOct/ wird brechen die Blümelem/ das ist die wahre Menschheit / im keuschm Herzen dein. 6. Maria voller Gnaden / du vest verschkoßner Schrein/ erlös die Welt von Schaden / gebähr uns ein Kindelein; soll ich nun werden ein Weib? Ach nein du Mutter reine/ ein keusche Jungfrau bleib. 7. Der HErr will bey dir wohnen/ O edle Rosen- roth/ dein Grimm laß lieblich thsnen/ und hilf der Welt aus Noch/ du bist gebenedeyk/ hoch über alle Frauen/ erbitt uns die Seligkeit. 8. Da sprach dre Jungfrau reine/ aus Lieb und aus Bsgrerd/ gehorsam null ich seyne/ sein Will ge- scheh an mir/ was er von mir begehrt/ O GBtt! du edler HErre/ das solst du seyn gewährt. y. Ich muß nun auf die Strassen/ sprach er der Engel fein / den herlgen Geist muß ich lassen/ bey dir/ D Jungfrau rein; sie gab ihm ern rhr Schoß / er rast lieblich darinnen/ ihr Freud die war sehr groß. io. Fürwahr nun will ich springen / bis zu des Höchsten Thron / dein Liebe wird dir bringen / groß Lob/ viel Ehr und Lohn/ dein Diener will ich ftvn/ und will dir allzeit dienen / du höchste Fürstin mein. r i. Nimm wahr ou bist erbrben / in dein es Kmd- 6 Das vre)>zeh ende em Buß - Gestrng ich. Bist gerecht in dem Versprechen / was du scheu? ckest wirst nicht rachen: niemand kan dick überwinden/ niemand kan dein Allmacht binden, » mich erhöre/ de? dein Morten halt ich mich. 6. mich bekehre / dann ich bin dev Sünden voll. Da mein Mutter mich empfangen/ ist mir schon die Sünd ang'hangsn. Dre Hab rch hernach vermehret/ da ich lebte gan; verkehret. mich bekehre/ der ich bin der Sünden voll. 7. ich verehre dich/ der du die War- heit liebst. Daß rch auS der Sünd mich schwinge/ hermllch und verborgne Dinge/ hast mir wollen offenbaren : wär viEM sonst fortgefahren, und mich lehrt/ jene Weisheit/ die du übst. 8. und bekehre mich aus meinem Günden-Srand. HErr mit Mopp nnch besprenge/ wasche meiner Sünden-Menge/ daß ich rein und weist ser werde/ als der Schnee ist auf der Erde. rrnd bekehre mich aus meinem Sünden, Stand. y. und vermehre meine Reu / und Herzens-Leid. Mein Gehör / O HErr erfreue/ daß mein Seel dich benedeye/ auch dem Leib ein Trost verleihe / den ich wegen dir casteye. , und vermehre meine Reu/ und Herzens-Leid. ro. micherhöre / wende deine Augen ab. Von den groß- und schweren Sünden/ welche stch in mir befinden - tilge aus die MMHaren/ weil ich tief hinein gerathen. mich bekehre/ der ich dir gesündigt Hab. i r. und verzehre durch dein Gnad all > kn Der heiligen Lüsten-Zeit. ro^ I all meine Bund. Mir ein remeS Herz erschaffe/ ! > daß ch nicht in Unfiat schlaffe: ein gerechten Geist mir ! gebe/ daß ich ganz erneuert lebM und verzehre durch dein Gnad all meine Sünd. !> 12. mich erhöre/ und von dir vex- ^ wirfmich nicht. HCrr/ ach werde nicht verdrossen/ > thu mich nicht von dir verstoßen. Deine Gnad mir Z ! nicht entziehe / daß dein Geist von mir mchr filche. !! und nicht kehre von mir ab dein Angesicht. rz. , dir zur Ehre stärcke mich mir deinem Geist. Deine Freude gib mir wreder/gieß > dein Gerst in meine Glieder/ durch dein Gnade mich s? beschirme / nur dem Hslden-Geist mich firme, * dir zur Ehre laß in mir dein starcken Gcisi. j ,4. und bekehre mich und alle deine z ! Femd. Alle Böse will ich lehren/daß sie sich zu dir ! ! bekehren/ daß sie sich vom bösen Leben/ auf ein guten ! ^ Weeg begeben, und bekehre all/die ^ dir zuwider ftynd. ^ j r 5. und zerstöhce/alls was dir miß- ^ ! fallt an mir. Von der Blut-Schuld mich erlöse/ ^ auch von mir vertreib das Böse. Und mein Zung wird 8 sich befleißen/ dein Gerechtigkeit zu preisen. I und zerstöhre/ was an mir mißfallet dir. l 16. deine Ehre laß mich retten von E der Welt. Meine Lefzen thu entbinden/laß mein lj > Mund dein Lob verkünden. Wolt zwar gern dir Opfer ^ ! schlachten/ diese aber chust nicht achten. z- und mich lehre dies / Zu dem du mich gestellt. r?. ^ rvK Das vier^hende, eitt anders BrrsiLGesang 17. ich verehre für ein Opfer dir ! mein Geist. Den will ich/O HErr! dir schlachten/ > wirst das Opfer nicht ^erachten/ so besieht in mermm Herzen/welches voll mit Reu und Schmerzen. M/?- dir zur Ehre/ für ein Opfer ftp mein Gerst. 18. , und verwehre alles Döß von l Sion-Berg. HErr! die Sund har uns verkehret/ wre Jerusalem zerstöhrel / doch weil wir auf dich ver- ^ trauen/ wollst die Mauren wieder bauen. rrichtverstöhre mich/ als deiner Hände Merck. »9. uns erhöre/ und rrrin unser Opfer sn. Andre mögen Kälber schlachten/ wir nach etwas ' beffers trachten: beym Altar seynd unsre Gaben/ Alles was wir seynd und haben. dir zur Ehre/ nimmt dieses Opfer an. 20. dir fepEhre/VatMr/ Sohn/ vnd heilig Geist. Der du bist vor allem Wesen/ schon von Ewigkeit gewesen. Bist ein GOrr m drey Personen/ wollest gnädig uns verschonen, dir ftp Ehre/ Vatker/ Sohn/ und heilig Geist. Das vierzchende, ein anders Bng-Gesqng von der Tod-Sünv. Inr Thon r HErr ich lieb dich, -^AErMen. Kinder / arme Sünder/ Höretwas ich ! - ZW euch verkünd. Hütet euch vor allen Sünden/ un nichts üblers kan man finden: sonders aber seyt pfi ffen / daß kein Todsünd fey im G'wiffen. Nur ?ein Todsünd/ nur kein Todsünd/ ja auch nicht ein kleine Sünd. ! 2» Nur kein Todsünd :/.- dann nichts üblers ist auf j Von drr Todjkmd. roy ! ! auf Erd. Wer sich in ein Todsünd lasset/mache! sich l dey GOt verhaftet: thut denselben höchst betrüben/ den er so!! vor allen lieben. Nur kem Todsünd weilen GOlt höchst Liebsns- wepch. z. Nur kein Todsünd :/: lasse m dein G'wrssm ' ein. Dannsienimmtdir GOttes Gnaden/ bringet ^ dich in solchen Schaben/ daß dergleichen nichts auf ^ ! Erden/ kan und mag gefunden werden. Nur kem ^ Todsünd laß darum ins G'wiffm ein. ! 4. Nur kein Todsünddann sie bringt die Höi- 1 , ken-Pein. Ost an diese Pein gedencke: jetzt darein ! dich ganz versencke. Denck wie man alldort wird !> Müssen / wegen jeder Todsünd büffen. Nur kein ^ Todsünd : /: dann sie führt in d'Höü hinein. , f. Nur kern Todsünddann sie tödtet Seelund ! Leib. Jetzt zwar nur die Seelen leiden/ die die Sünd ! l nicht wollen meiden: doch der Leib wird auch ersteben/ x mit der See! in d'HDen gehen. Nur kein Tod- sünd z/: dann sie tobtet Seel und Leib. ! 6. Nur kein Todsünd dann bedruck/ und wok ^ betracht / baß nicht nur zu diesen Flammen / GOtt ! l die Heyden wird verdammen ; auch die Christen all ! i verderben/ die m einer Todsünd sterben. Nur kein !! Todsündmercks/ und Hab dich wol in acht. ^ 7. Nur kein Todsünd dann darneben wo? ^ krackt / ob nickt in der Höllen unten / viel Verdamm- i tewerden gefunden / die nicht haben so viel Sünden / E als sich in deim Gwiffen finden. Nur kein Todsündr/r z GOttes Güte mckr veracht. s. Nur kein Todsündwann es aber g'schehem §! r io Das fünfzehende Gesang Gfter-Zleik. ist/ keinen Tag und Stund verweile / g'schwmd zur Buß / und Beichten eile: dann all Augenblick kanst sterben / und m Ewigkeit verderben. Nur kein Todsünd :/: dann du niema! sicher bist. 9. Nur kein Todsünd :/: dann du Merk siehst in G'fahr: daß nicht nach der nächsten Sünde / gleich der Tod dich überwinde. Ach ! wie wird es dir ergehen / Ach! wie übel wurdest b'stehen. Nur kein Todsünd:/: daß dir dis nicht widerfahr. 10. Nur kein Todsünd :/: wann auch Ms dis nicht war. Dann wir sollen GOtt doch lieben / ihn mir kemer Sünd betrüben / wann er uns zur Höllen- Flammen / auch nicht wolt/ noch kunt verdammen? Nur keinTodsünd:/: wan auch mchls zu fürchten wär. 11. Nur kein Todsünd:/: ja auch nicht ern kleme Sünd: dann weil GOtt als unser Alles / Liebenswert ist über alles / sollen wir eh lassen s'Leben/ als zur Sünd den Willen geben ; sollen dann nicht nur keinTodsünd / auch nichr rhun ein kleine Sünd. r2. Ey so soll nicht nur kein Todsünd / ja auch nicht ein kleine Sünd / heut von nur begangen werden : ja so lang ich leb auf Erden / will ich fromm und Christlich leben / GOtt darzu fern Gnad wo!l geben / daß ich rhu nicht nur kem Todsünd / sondern auch keine kleine Sünd. Das fünfzehende Gesturg zur heiligen Oster - Zen. lHristus ist erstanden von seiner Marter aller/ des sollen wir alle froh seyn/ Christus will unser Trost seyn. Alleluja. Und Nas jechzebenSe Gsstrnz für die -H. Hk Und war er nicht erstanden / so war die Weil vergangen : Seit daß er erstanden ist / so loden wir HErrn JEsum Christa Alleluja. ' Es gierigen drey Heilige Frauen / sie wollen das Grab beschauen / sie suchten den HErrn JEsum Maria die viel reine / die that gar herzlich weinen / um unseren HErrn JEsum Christ / der von dem Tod erstanden ist. Alleluja. Maria die viel zarte / die ist ein Rosen - Garte / den GOtt selber gezieret hat; durch seine Göttliche Majestät. Alleluja. Ai-le-lu-ja / A!-!e-lu-ja/ A!-!e-!u-ja/ des sollen wir alle froh seyn / Christus will unser Trost ftyn. Alleluja. Das stchzchende Gesang für die heilige Pfmgst-Zeir. Eonim heiliger Geist mit deiner Gnad / mit deiner Hüls / und Göttlichen Rach / mit deinen sieden Gaben all / bewahr uns allvorSünden-Fall/ komm heiliger Geist / wir bitten dich all. Komm heiliger Geist mit deinem Glanz / komm/ Maria die viel reine / die that gar herzlich weinen / um unseren HErrn JEsum Christ / der von -em Tod erstanden ist. Alleluja. Maria die viel zarte / die ist ein Rosen - Garte / den GOtt selber gezieret hat; durch seine Göttliche Majestät. Alleluja. Ai-le-lu-ja / A!-!e-lu-ja/ A!-!e-!u-ja/ des sollen wir alle froh seyn / Christus will unser Trost ftyn. Alleluja. Das stchzchende Gesang für die heilige Omm heiliger Geist mit deiner Gnad / mit deiner Hüls/ und Göttlichen Rach / mit deinen sieden Gaben all / bewahr uns allvorSünden-Fall/ komm heiliger Geist / wir bitten dich all. Komm heiliger Geist mit deinem Glanz/ komm/ und erleucht den Prediger ganz/ führ ihm die Zung/ regier ssm Mund / mit deiner Lieb sein Herz verwund/ komm heiliger Geist / die Seelen mach g'sund. Komm heiliger Geist / ein Tröster genannt / ein Göttliches Licht von Himmel gesandt / erleucht die ganze Christenheit / wach uns von aller Sund be- fteyt / komm heiliger Geist / die Tugend pficmtz ein. Komm hSilGsrGeist mst deüm Lehr/ das Gott- -l r6 Das sib ergehende Gesang anfFronlerchnam. tiche Wort uns recht erklär: Heb/ Glaub/ und Hof- rnmg m uns mehr/ bewahr uns von der falschen Lehr/ ^ komm heiliger Gels:/ dre Sünder bekehr. ^ Komm heiliger Geist mir deinem Schein / erleucht > ms alle Groß und Klein: Lehr uns die Christlich . G'rechugkeit / zeig uns den Weeg zur Seligkeit/ komm heiliger Geist die HerZen bereit. Komm heiliger Geist vom himmlischen Thron/ Ehr sey dem Vatter/ und dem Sohn / dem heüigen Geist -u gleicher Weis/ seyewig'sLob/ Danck/ Ehr/ und Preis/ komm heiliger Geist/ die Seelen jetzt speis. Das stebenzehende Gesang in der Fron- leichnams-Wochen. HAReut euch ihr liebe Seelen, euch ist ein Freud gescheh'n, wir hab'n mit unfern Augen den lieben GOtt gesey'n in einer Hosti kleine, sein wahres Fleisch und Blut, wer das von Herzen meinet, ist seiner Seelen gut. Meluja. Wir haben g'sehn mit Augen, IEsum,ver uns erlöst, das fassen wir im Glauben, und scynd gar wohl getrost: Wann wir von hinnen scheiden, g'speist mit dem Sacrament, reit uns vom ewigen Leiden, zu kommen in GOttes Händ. Alleluja, Es ist der Seelen,Speise, dardurch sie wird ernährt, auf unergründlich* Weise, und bleibt doch unverzehrL; den Leid thut es auch laben, ob er gleich muß vergehn, und wiederum erhoben, und zur Freud aufer,rebn. Alleluja» ICsu! du lieber HErce, du allerhöchstes Gut, dir fcy Lob, Preis, und Ehre, daß du dein Fleisch und Blut, zu einer Speis hast geben, das Brod vom Himmelreich, dasselv gibt uns das Leben, ist GOtt und Mensch zugleich, Alleluja. O HErr! mach uns Verlangen, zu diesen Sacrament; und wann wir das empfangen, aus eines Priesters Händ: Laß uns in Frieden fahren, ICsu! im Namen dein, wohl zu der Engel Scharen, Md ewig bey dir feyn. Alleluja. Das Düs acbtzehende Meß-Gesimg, xn derlei!. Meß. 11z Das achtzehende Meß-Gesang auf alle Theil der Heil. Meß eingetheilet. Fum Anfang der H. Meß. G^Onrmt lasset uns GOtt ehren, * ihr fromnre Christen all, * Laßt uns die Meß anhören, * damit es GOtt gefall, * Laßt ihm ein Opfer geben, * das GOtt allein gehört; * Ein Saera- ment beyneben, * wie uns die Warhert lehrt. * Kyrie eleison. Wer kan dein Liebe fassen, * O JEsu liebster GOtt! * Du selbst hast hinterlassen, * dis Opfer vor dein Tod, * Gleichwie du dort dein Leben * zum Opfer gäbest dar, * So wilst dich annoch geben * zum Opfer immerdar. * Kyrie eleison. O HErr! druck in die Herzen * was uns die Meß vorstellt: * Dein Leiden, Tod und Schmerzen * soll ehren alle Welt. * GOtt wollen wir stets preisen, * um dis so groß Geschanck, * Und wollen ihm erweisen * gebührend Lob und Danck. * Kyrie eleison. Zum OIoriL in Lxcellls. Ehr sey GOtt in der Höhe! * bey jenen insgemein * Der Fried aufErd bestehe,* die gutes Willens seyn- * Der Vatter sey gepriesen * in seinem Himmels-Thron, * Auch der uns Heil erwiesen * sein eingebohrner Sohn. * Kyrie eleison. Der du hinnimmst die Sünden, * erhoben ist dein Nam : * Laß de-ine Gnad uns finden, * O remes GOttzs Lamm l * Mit dir zu allen Zeiten * H der ;i4 Das ackrzeyende , der heilig Geist regiert; * An deines Vatters ! Selten, * dir alle Ehr gebührt. * Kyrie eleison. I Zum Evangelio. Ms GOLtes Mund ausgehet, * düs Cvange- , lium, * Dariun allein bestehet * der Gr und des j Christentum - * GOtt selbst ist der uns lehret, * die Warheit ist in ihm; * Glückselig der anhö- ret. * HErr JEsu deine Stimm. * Kyrie rc. Die Römisch Kirch bekennet, * und glaubet ! Christi Lehr, * Wer ist, der sie zertrenne? * ihr Grund-Vest ist der HErr, * Wir glauben, was sie glaubet, * und gehen niemal irr: * Des Heils rst der beraubet, * wer sich abtrennt von ihr. * Kyrie re. Firm Creäo. Wir glauben und verehren, * ein GOtt und drey Person, * Wie uns die Kirch thut lehren, * G^>Lt Vatter, und den Sohn: * Der heilig Geist auch eben * mit beeden gleicher GOtt, * von Ewigkeit thut schweben * ein Tröster in der Noth. * Kyrie rc Uns von der Höll zu retten * GOtt selbst Mensch worden ist. * Er hat die Feind zertretten,* > sein Nam ist JEsu Christ. * Damit wir selig werden, * hat GOtt viel Schmach und Spott, * erwählt für uns auf Erden, * gelitten Creutz un- Tod. * Kyrie rc. Er wird einmal erscheinen, * und ruffen zum Gericht, * Der Sünder wird den Pemen * der Höll entgehen nicht: * Der Fromme wird einge- ! hen * in Himmel zu der Cron, * Der Leib wird auf- ^ erstehen,' * empfangen gleichen Lohn. * Kyrie rc. Bahr > mrfalle Tberl der Meß emgecherlet. uz Wahr ist, daß man der Seelen, * so in dem Feg-- feur seyn, * wann wir sie GOtt befehlen/ tan helfen aus der Pein. * Wir glauben gleichermaßen, * was uns vorstellt noch mehr,* als eine rechtEtrast sen, * die Römisch Glaubens-Lehr. * Kyrie re. Bep dem OKerrolio. O HErr! nimm an die Gaben, * die durch des Priesters Hand/War wollen g'opfert haben, * für unsre Sund zum Pfand; * dein Gnad wollst uns auch geben * durch deine Gütigkeit, * im Tod und in dem Leben, * und fuhren uns zur Freud. * Kyrie rc. Den Kelch wir auch imgleichen, *O höchster GOtt und HErr l * Zum Opfer dir darrerchen, * ach unser Bitt gewehr! * Daß er dein Thron erfülle * mit feiner Süßigkeit, * und hierdurch gnä- , dig stille/HErr, dein Gerechtigkeit. * Kyrie rc. Nimm gnädig dis Geschäncke, * Drey- Einig grosser GOtt, * Und auch darbey gedencke" an ! Christi Blut und Tod; * Maria »voll uns schützen * i, samt der Erwählten Heer, * damit es uns zum Nutzen, * und ihnen sey zur Ehr. * Kyrie rc. Aum 83NÄU5. Singt: Heilig, Heilig, Heilig * ist unser HErr und GOtt, * Singt- Heilig, Heilig, Heilig * bist HErr GOtt Sabaoth. * Im Himmel, und auf Erden * sollcherne Herrlichkeit, * O GOtt gepriesen werden * in alle Ewigkeit. * Kyrie rc. Nun singet all zusammen, * mit Trost, und Her- ! rens-Freud, ^ Der kommt ins HErren Namen, * der sey gehenedeyt, * Hosanna ui der Hope, * gew- H » bet ii6 Dan achtzehende Mess-Gesang, bet sey der HErr * In alle Welt ergehe * sein Lob und Preis noch mehr. * Kyrie rc. , ITsach der Wandlung. Freut euch ihr liebe Seelen, * euch ist ein Freud ! gescheht:, * die wir euch jetzt erzehlen: * wir haben GOtt gefehlt. * Ein Brod es zwar nur scheinet, * doch ists ein Brod nicht mehr, * Und wer es anderst meinet, * ist in der falschen Lehr. * Kyrie rc. In Brod- und Wein-Gestalten * ist Christi Leib und Blut;*Darum wirs billig halten, "fürs aller- > höchste Gut. * Der Leib, der auferstanden * den dritten Tag von Tod, * der ist gewiß vorhanden * in dem vermeinten Brod. * Kyrie re. Darum obwohl man reichet * dir nur des Brods - Gestalt, * Dir nichts dardurch entwei- ' chet; * das merck, und wohl behalt. * Es wird dir ja gegeben, * ein Leib der leben thut, * Wie kan er über leben, * wann er ist ohne Blut ? * Kyrie rc. ! So laßt uns loben, preisen, * das allerhöchste ^ Gut, * und alle Ehr beweisen * des HErren Leib und Blut: * Das fordert GOtt von allen, * da- ! rum soll jedermann, * auf Knye darnieder fallen, * und JEfum betten an. * Kyrie rc. Zum?arer nvller. ! O HErr! O Vatter unser! sieh deine Kinder an, * O HErr!' erbarm dich unser, * wann wir dich ruffen an. * O daß geheiligt werde * durch dieses Sacrament, * Dein Nam allhier auf Erde, * an allen Ort und End. * Kyrie rc. Zum ^ANU8 OTI. ! Lamm GOttes, uns verschone, * der du hinnickst die »ufMe Theil der Meß emgetheilet. r17 die Sünd, * Als GOttes wahrer Sohne, * mit , GOtt die Welt verbind, * Wann auf der Welt wird müssen * das Leben gehn zum End, * Laß wür- ! dig uns gemessen, *noch dieses Sacrament- * Kyrie. Zur Commumen» O HErr! ich bin nicht würdig,* daß du eingehst zu mir: * Du aber mach mich würdig, * daß ich gefalle dir. * Dir ich mich ganz befehle; * sprich nur ein einzigs Wort, * So wird gesund mein ^ Seele, * all Kranckheit gehet fort. * Kyrie rc. Ich glaub in dich, ich sterbe * auf deine Wort, O HErr! * ich hoff, daß ich erwerbe, * was ich von dir begehr. * Ich liebe dich vor allen, * weils höchste Gut du bist, * Dir einzig zu gefallen, ^ mein Wunsch auf Erden ist. * Kyrie rc. Zum Beschluß der Heil. Meß» Werl wir dann jetzt gehöret, * das heilig Amt > der Meß, * So seye GOtt geehret, * und unser i mcht vergeß: * Er laß es ihm gefallen, * was wir allda gethan, * Sein Seegen bleib bey allen, * so seynd wir wohl daran. * Kyrie rc. GOtt wolle uns bewahren, * durch seine Gut, und Gnad, * nichts lassen widerfahren, * was uns möcht seyn zum Schad. * Jmgloichen wir befehlen, * GOtt unsre liebe Freund, * Insonderheit die Seelen, * dieindem Fegfeur seynd. * Kyrierc. Laß uns ohn Schuld und Sünden, ^ erscheinen vor Gericht, * und also Gnade finden * bey deinen Angesicht, * daß wir mit allen Frommen, * in I Himmel gehen ein, * und endlich dahin komme», * wie wir erschaffen seyn. * Kyrie eleison. Hz Das nennzehende Gesang, Das neunzehende Gesang die Lametamjche Lttaney. Der Chor allem: 2)AttLk ewig UNgebohren, Das Volck samt dem Chor: KyNb eleison. Chor allem : GOrtes ^ohn, UNS auserkohrM, Das Volck samt dem Chor: Chrtste eletsvN. Chor allem: Uttd du Geist der He.dgLeit, Das Volck: Kyrie eleison. Der Chor: ^eülgste DreyfaltigkcLt, Das Bokck : Kyrie eleison. Der Chor r O Maria sey gepriesen! Weilen du bist auserkiesen GC>ttes selbst Gebähreutt, Für uns ern Fürsprecherin. ^6« Nach einem seden solchen Gesazel, welches der Ebor allem j »cet/ werden folgende Vers von dem Volck sammenrlrch gesungen, ausgenommen nach dem lezren Gesazel, allwo andere alldorten be^gefezre Vers v<,n al, llen zusammen abgesungen werden. DasBslck: Alles Unheil von uns treibe. Unser Frau und Mutter bleibe, r^ikr für uns im lezten Streit, Mutter der Barmherzigkert. Der Chor: dn Jungfrau der Jungfrauen, Und der ganzen Welt Vertrauen; Dann du Mutter Christi bist, Noll der Gnad zu jeder Frist. Das Volck: Alles Unheil von uns treibe, rc. Dxe Chor r Du die Reineste aus allen, Dero Reuschhekt GOtt gefallen, Sie LkMvetamsche Litane^. ny Du vor allen sollst allein Un geschwächte Mutter ftykl» > Das Volck : 2llles Unheil von. uns treibe, ret Der Chor ; Unbefleckte Mutter bliebest, Alle Sund Von dir vertriebest» Mutter aller Lieblichkeit, wunderbar zu jederzeit» Das Volck : Alles Unheil von uns treibe, re. Der Chor: Mutter des Erschaffers höre; Der Gefangenen Bitt gewahre: Mutter des Erlösers ! all Uns erlös von Band mW QuaU Das Volck r Alles Unheil von uns treibe, rt. Der Chor: Weift Jungfrau , Und bescheidM Warst sowol in Freud, als Leiden, Ehr und Lob du würdig bist, GOttes Weisheit in dir ist. Das Volck: Alles Unheil von uns treibe, re» Der Chor r Jungfrau mächtig und getreue, Uns von aller Gfahr befreye, Jungfrau voll der Gütigkeit, ^pregel der Gerechtigkeit. Das Volck: Alles Unheil von uns treibe, re. Der Chor : Giz der Weisheit warst gewesen, Bist ein Ursach auserlesen, Unser Freud und Seligkeit, Gfäß des Geists , und Helligkeit» Das Volck : Alles Unheil von uns treibe, rc. Der Chor r Ehrwürdigs. Gfäß der Allmächte D sürrreflichs Gfäß der Andacht l H 4 Rsse^ 120 Das neunzchende Gestrng, die Laur etamsLbe Litane^ . Ros tt gcrjrlich jederzeit Von den Dornern warst befreyt. DasVolck: Alles Unheil von uns trelbe, rc. Der Chor : Ein Thurn Davids wirst genennet Den die Schlangen nie bekennet, Thurn von Helffenbeiu aufgfühkt, ^aus mit reinem Gold geziert. DasVolck: Wes Unheil von uns treibe, rc. Der Chor : Acch des Bunds so GOtt Versiglet ! -äimmels-pforten nie verriglet z Morgen-Stern, UN-AranckLN-^eik, Uns zu helffen nicht verweil. DasVolck: Alles Unheil von uns treibe, rc. Der Chor: Dü ein Zuflucht aller Sünder, Aller schwachen Adams-Kinder! Der Betrübten Trösterin, Aller Christen Hekfferin. DasVolck: Alles Unheil von uns treibe, rc. Der Choc : Königin der Englen allen, Laß vor andern dir gefallen Das Erz-Haus von Oesterreich, Schüze dis vor Feindes Streich. DasVolck: Alles Unheil von uns treibe, rc. Der Chor: Patriarchen und Propheten, Welche -einen Sohn anbetten, Preisen -ich ein Herrscherin, Ihr getreue Königin. DasVolck: Alles Unheil von uns treibe, rc° Der Chor t Die Apostel -Ls bekennen, Und ihr AAmAin -ich nennen, -oas zwanzigste,einLobgesäng zu der MutterG Das Volck : Alles Unheil von uns treibe , re. i Der Chor : Lamm <6ü)ttes! alle Sünden ^ Dieser Welt durch dich verschwinden, M Lamm GOttes! steh uns bey. ^ G> Lamm Gattes! gnädig sey. !i Das Volck : HEcr l zu Füssen wir dir fallen, ! Dich erbarme unser allen, ^ Uns verschone, uns erhör, Durch dein Mutter dis gewähr. !! Das zwanzigste ein Lob-Gesang zu Eh« s ren der Mutter GOttes- ! (Wird statt des Salve keßiriL nach der Litaney gesungen.) ! )^6. Die erste VOort werden vorgesungen. Die leztere zwe)? Versicul singet die ganze Gemeinde zusammen. ^ 1 . MHr Kräften der Seelen, in süßester Freud, ! ^ hier thut euch einstellen,GOtt preisen all- zrit. * Sprecht Ave Maria mit Herz und mit Z Mttnd,singtSalveRegina, all Tag und allSLu nd ! 2 . Mariam zu loben, kommt eilet zum Thw s H 5 r 22 Dsszwanzf^ffe, em Lobgestrng zu derMutrerGGttes. auf den sie erhoben ihr Göttlicher Sohn. * Sprecht Ave Maria rc. ?. Sie ehret im Namen des Vatters, und Sohn, wie auch m Liebs-Flammen der dritten Person. * Sprecht Ave Maria rc. 4. Sie ist voll der Gnaden, ein reine Jungfrau, vom Geist überschatten, ein Mutter und Frau. * Sprecht Ave Maria rc. 5. Sie wäre empfangen ohn Mackel und S und, es hat nicht die Schlangen gehecket dies Kind. * Sprecht Ave Maria rc. 6. Nach JEsu all Ehren, der Mutter gebührt, ihr Lob zu vermehren GOtt sechsten sie ziert. * Sprecht Ave Maria rc. 7. Wer kan wohl ergründen den Göttlichen Math? Seht! hier laßt sich finden, Verzeihung rrnd Gnad. * Sprecht Ave Maria rc. 8- Sie kan uns vor allen das steinharte Herz, berühren,zermalen durch Reu und durchSchmerz. * Sprecht Ave Maria rc. 9. OZuflucht der Sünder! und einziger Trost wie viel Adams - Kinder dein Lieb hab'n verkost- * Sprecht Ave Maria rc. ^ko. Die Thranen und Schmerzen in bitterer Noth, das Seufzen der Herzen vorstellest du GOtt. * Sprecht Ave Maria rc. 11. Ich wirf mich zu Füssen, in Buß und in Reu, will meine Sünd büffen, und schwören die Treu. * Sprecht Ave Maria rc. LJ. Ach! unser Vertrauen, wir bitten dich all, wollst Das 2 r. Lobgestrngxu Ehren des^. ^isnel^ci ^e^kg. 12) wvllst gnädig anschauen , erhören allmal. * ^ Sprecht Ave Maria rc. - 13. Soll dann dw Stimm brecken vor lauter ! Liebs-Schmerz, so soll das G'müt sprechen, und ! reden das Herz. * Sprecht Ave Maria rc. ' ^ 14. O Mutter! im Sterben blech du bey mein ' En-, thu mein See! erwerben, nimms m -eine - Händ. * Sprecht Ave Mana rc. ^ 15. Maria! Mana! ich schreitte zum Schluß, s Ach! Salve Regina, ich fall dir zu Fuß. * Sprecht ! Ave Maria mit Herz und mit Mund, singt Salve Regina, all Tag und all Stund. § Das ein und zwanzigste kob-Gelang Zu Ehren des Heil ^oanmr krancilci kegis» 8 Im Thon: Brüder, Schwester» insgemein , rc. fern/ UNS Menschen leuchten neue Stern« ! 2. Em solcher Stern ganz bell uno klar, Aobann ! L Franciscus Regis wart den ostenkllch das Kuchem ^ Haupt/ uns zu verehren bat erlaubt. !! In Franckreich war er langst bekannt/ in ,!! Wren, und Narkotisier, vand / da er fern Veben zugebracht/ und da ftm GOrr sehr scheinbar mache. 4. Es wstk ihn führen GOlreS Hand / zu den f bekanten Ordens - Stand / Zen man die G'jelisch. st ; k ZEsu nennt: zu diesen hak er sich bekennt. * ß /.Das ^ ^ ^" 124 Das 21. Lobgesang zu Ehren des -H. k'rAncisciRe^^ 5. Da wendet er all Kräften an / Zu leben wie ein Ordens, Mann / nach sein Beruf/ vor GOcr svwvt. als vor dem Menschen leben soll. 6. So bald Zranciscus Priester war / begäbe er - sich ganz und gar / damit befördert wurde mehr/ - der Seelen - Herl / und GOttes - Ehr. ^ 7. Insonderheit hat GQtt gewolt/ daß allezeit Francrscus solt / zum Trost und Diensten seyn be- ! reit / der Armen und der Bauers, Leut. ! i! 8- Von Armen hatte er kein Ruh/ sie lieffen ih- me alle zu; er nähret sie mit allem Fleiß / vor allem H mir der Seelen - Speis. ^ 9. Ein Stab er nähme Ln die Hand / und gieng D von Dorf zu Dorf im Land / da hat er predigt / und ^ gelehrt / und ohnvewroffen Beicht gehört. i v. Das Volck ihm folgte Haussen - weis / und hört thn an mit allem Fleiß / in diesen Wercken ! Tag und Nacht/ der fromme Mann har zugebracht. n Kein Arbeit wäre ihm zu schwer/ kein Hitz/ kein Kalt ihn plagt zu sehr ; kein Hindernuß im Weeg ihm stund / wann er nur Seelen g'winnen kunt. 12. Dahero er vom Volck bekam / ein ftlchen Ruhm und Ehren - Nam , daß er von allen / die ihn kennt/ der heilig Mann nur wurd genennt. iz. In Städten auch sein Arbeit war / daß er s, errette von der G'fahr / die sich von GOtt zur ^ Sund gewendt / vom Unzuchts- Teuft! ganz ver- blendt. Das 21. Lobgesirng 5» Ehren des kVaneilci kcAlg. r 25 14. Ein grosse Zahl von solchem Gsind/ die lang gelegen in der Sund / hat er zum bessern Stand gebracht/ und Büsserin daraus gemacht. if. Dis aber brachte auch so gar/ ihn erlichmal in Lebens - Gfahr / wann nicht von ihme GOttes- Händ / dis Übel hatten abgewendt. 16. Auch andere Verfolgung mehr / erlitte er/ nach Christi kehr/ er ware nemlich gleich dem Stern/ der nach der Sonn sich richtet gern. 17. Er hielt den Leib sehr streng und hart/ hat ihm gar wenig abgewart: ließ schier kein Fleisch/ kein Wein chm zu / auch nicht zu Nachts die nö- thig Ruh. 18. Und eben dis die Ursach war / daß er er- kxanckt / und stürbe gar/ weil er sein Leib so abge- matt/ und rhme hat kein Ruh gestatt. 19. Dis gschahe/ da die Jahrs, Zahl war/ sechzehen hundert vierzig Jahr. Der letzte Hag im selben Jahr/ der letzt auch seines Lebens war. 20. Ein Dörflern Lalovesc genannt/ bey Wim in Franckrerch wohl bekannt / war's Ort / wo er sein Geist aufgab / und wo geehret wird sein Grab. 2r. GOtt selbst hat gleich nach seinem Tod/ sehr vielen g'holffen aus der Noch/ da sie mit An, dacht legten ab / ihr Bitt bey des Francifti Grab. 22. Viel Krancke wurden da gesund: darum wann einer haben kunt / ein wenig Erd von seinem Grab / hielt mans für ein besondre Gab. 27. Viel . L26 Das 2i. Lobgesang zu Ehren des -H. priineiicl fteA,». 2z. -V»ei andre Wunder g'jchehen jeyn / du ch die / als durch ein Hellen Schein , GOlt zeigen wott der Wett ganz klar / daß Regiö Lebm heilig war. 24. Darum auch jetzt das Kirchen - Haupt/ ru sagen allen hat erlaubt: Johann Francilce bell mtt Ul.6 / Francisce Reg:s bttt für uns. 2 s. Damit dann GOtk erhöre uns / Johann Francisce bur für uns. Weil du jetzt rn dem Hun* me> brst wo unser lieber Vatter ist. 26. Bitt/ daß im Himmel/ und auf Erd/ der Göttlich Nam geheiligt werd: bttt/ daß wir leben also ftomm / baß uns des Varrers Reich zukomm. 27. Daß GOttes W'l! vollzogen werd/ wie m dem Hunmel, jo auf Erd: daß GOrt uns geb das täglich Brod/ und helffe uns in aller Nord. 28. Daß GOtt vergeb uns unser Schuld/ erhalte uns in jener Huld ; und b'hüt/ wann unS versucht der Boß, von allem Übel uns erlös» ^ «9. Dis ist zum höchsten unser Bttt Francisce , Regis hatte mir / und unser Bitten/ Westes schwach/ j durch deine Fürbitt stacker mach. ^ zo. Erbalte unser Btuderschast/ erkitt ihr neue ! Hüls und Kraft; daß sie zunehm/ und wachse an/ und folge dir / was du gethan. z r Durch deinen. Schutz uns all bewahr / vor Leibs, und Seel, und Sünden - Gfadr r im Leben starcke groß und klein/ im Sterben wollst ein Schü- ! zerseyn. l Das as 22, 7 27 Das zwey und zwanzigste Lob-Gesang/ der Unschuldigen KindLein. r. HENschuldige Kindlein , hell-leuchtende d Stern! die ihr jetzt vom Himmel uns leuchtet von fern, den Schein und die Zierde die wanineuchsindt, hat Christus, die Gnaden- Sonn, selbst angezündt. 2. Hervdes hat euch um das Leben gebracht, und hat euch darneben glückselig gemacht. Hat IEsum gesucht als sein argesten Feind, hat doch nicht gefunden, was er hat vermeint. Das JEsu-Kind wäre zum Tod zwar bereit, doch weil noch nicht wäre vorHanden dieZeit, befahl GOtt dem Joseph, daß er soll geschwind, in d'Landschaft Egypten fortfichren das Kind. 4. Es wurd unterdessen aufs Königs sein Wort an Kindern vollzogen der grausame Mord. Ö hartes Verfahren! O grausame Wuth! vergieß- sen so vieles unschuldiges Blut. ! 5. Was aber Herodes hat Böses gedacht, das ! hat diese Kindlem in Himmel gebracht Sieha- ! Heu bekommen ein reichlichen Lohn, ums zeitliche ! Leben die himmlische Cron. 6. Alldort sie jetzt leuchten als himmlische Stern, und durch ihr Exempel uns lehren von fern, daß wir aufs Wort Christi, wann GOtt will, allzeit das Leben zu lassen seyn sollen bereit. ! 7. Darum ihr unschuldige Kmdlein r mit euch wir uns all erfreuen, und bitten zugleich, von GOtt i28Das2Z.Gesa»rg bey der Fronlelchnams-Procefiron. GOtt uns erhaltet, daß wir auch miteuch GOtr lieben und loben im himmlischen Reich. 8. Vor auen doch unsere Jugend anschaut, die sich euren liebreichen Schuß anvertraut, *daß ww mrr euch leben in Unschuld allzeit, und mit euch auch sterben von Sünden befreyt. Das drey und zwanzigste Gesang bey der Fronleichnams-Procession, oder sonsten vor dem Hochwürdigsten Altars-Sacrament. r. MHr Creaturen kommet all zusammen/kommt/ ^ helffer uns heut preisen GOttes Namen. ^ Gingt Heilig/ Heilige Heilig! Heilig über Heilig/JE- sus Christus ohne End / in dem heilig'n Sacrament. M. lVo das Sternlein * gesetzt ist/ das bedeutet/ daß der änderte Theil - Singt Heilig/ rc. allzeit wiederholet werde. 2. Ihr Himmeln lasset GOttes Lob erklingen. Ihr Himmel-Geister lieblich kommt zu singen / * z. Ihr Wässer! die ob denen Himmeln schweben- Doll't G Ott zu loben eure Kraft erheben; * 4. Ihr Himmels-Lichter/ Sonu/Mond/ Stern- Planeten / kommt. GQlt in Brods-Gestalten anzubetten/ * s. Ihr Geister GOttes! Lüfte/ ThauundM gen/ ihr wollet euch zu GOttes Lob bewegen/ * 6 , Hitz/Kalte/Warme/Dunst/und Feuers-Flan r men/ komt/ lobetGOrr/ und stimmet allzusammen/"" 7.Schnee/Eos,mir Tag und Nacht den Schöpfe« preiset / dem Sacrament des Altars Lob erweiset /' 8. Reif- Das 24. Gesang bey der FronleLckn6ms»Prscesfion. ,29 ^ l7 8. Reif/Hagel/Schauer/Donner/StraWund ^ Blitzen, bey Licht und Finstre GOttes Ehr zu.fchü» ' ! tzen/ ^ H r y. Die Erd mit allem was in ihr zu finden / soll !! h GOtteS Ehr in Ewigkeit verkünden/ * ! rv. Ihr Kräuter- Baume/ Frücht/ samt allen Saamen erhebet GOtt und preiset seinen Namen/ * 1 i r» Ihr Feld-Frücht Blumen/ und was immer t grünet/ kommt eurem GOrt mit Lob und Preisen dienet/ * - r r. Ihr Berg und Thal/mit Felsen/Stein und ' sklrppen/ gebt euren Widerhall mir unsren Lwpen/ * ! . rz» Gold/Silber/edle Srem/und Schätz auf Er/ ! ! ^ den/ last euren Wen zur Ekr des Heilands werden/ * ! ^ rch. Ihr Brünnlein/ Flüsse/ Bach/ Teich / Meer ^ und Wellen / kommt euch zu GOttes Ehr heur ein» " zustrllen/ * ^ . r 5» Ihr Wallfisch/ und was in den Wassern lebet/ ! l kommt her/ und GOttes Ehr mit Freud erhebet. * r 6. Ihr Thier der Erden/und'hr MenschemKm- 1 ^ der/ erhebt und preiset euren GOtt nicht minder/ * > 17 . Ihr Fürsten/König/KMM Reich und Ero» ^ nen/ fallt GOtt zu Fnsten Heut MMHerchanen/ * l' - rZ. Ihr VölckerausserEkvEchHkN^Iuugen/ ^ erhebet GOtt ihr Alke scmrden JimM/* ! ' Ihr auserwöhlke und gerechte Serlet? / laßt j euer Lieb anheut zu GOtt erhellen / * / - ! l so. Den Vatter/Sohn/und heilig'n GeH zu lv» ' den/ sey alles/ was nur lebr MWwebr/ ^ 3 Das ! IZV DKS 24. iIesäng, O^Xün l.L«6smüs» Das vier und zwanzigste Gesang, 7s OLU^I I.SU6LMUS, zum Beschluß der Christ!- lichm Lehren. ^Ich/ Ö GOkt! im Himmel oben/Wollen wir mit ^ Singen loben / Valker aller Ehren werch, sey von aller Welt geehrt: Himmel Erden dich erkennen/ ihren GOkt und HErren nennen , Cherubim, und Seraphim/ singen dir mir Engel-Stimm» GOtt ist Heilig/ Heilig/ Heilig, GOkt der Vaster der ist Heilig/ Heilig ist auch .GOtt der Sohn/ Heilig ist die dritt Persohn: unser HErr/und GOtt ist Heilig/ HErr GOtt Gabaoch ist Heilig/ HimmelF Erden ihr all seyt/ voll von seiner Herrlichkeit» Dich als ihren TOtt anbetten / die Aposteln und Propheten/ auch die crönte Märtyrer/ ja das ganze Himmels. Heer : dich die heilig Kirch erkennet/ und durch alle Welt bekennet/ GOtt dm Vatter/ und den Sohn / rmd dk heilig Geist Person«. Christe König aller Ehren, laß uns auch dein Lob vermehren, GOtt des Vatters wahrer Sohn/ und die änderte Person: alle Menschen hast erfreuet/ weil du dich nicht Haft gescheuet/ abzuzchlen unsre Sund/ klein zu werden als ein Kind. Ja hast gar den Tod ausg'standen, und dardurch von's Teufels, Banden/ alle Menschen loß gemacht/ und das Leben wiederbracht: bist m Himmel aufge, nommen / wirst von dannen wieder kommen / aller Menschen groß und klein/ ein gerechter Richter seyn. ' JE- Dü?. 24 . Gestrng 1e I.3Uc?3mri5. rz; JLsu seye dann gebetten/ deine Diener chü errett ten/ von der Sünd und Höllm^Glut/ durch dem rheur-und heiligs Blut/ daß von d-r für uns ver-gos- sen/ ist aus deinen Wunden grossen / JEsuChriste! steh uns bey / von dem Ube! uns beftLy. Laß uns auch bey jenen wohnen / vre geziert Mit Himmels»Ctonen / mir dir leben in der Freud / und erwünschter Seligkeit; von dem Übel uns befreye/ und Mit Seegen dencdeye / weil wir bleiben allzeit dein / und dein eignes Erbcheil seyn. Uns erhalte und regiere/durch dem Gnaden-Hand uns führe / zu den stäken Freuden - Stand / in das himmlisch Vätterland t alle Tage wir dich preisen/ deinem Namen Ehr beweisen / sey gelobt in dresek Zeit/ Und in alle Ewigkeit. ^ Du demnach HErr wolst bewahren/ Ms von Günd und Sünden-Gefahren/ über uns erbarme dich/ von dem Ammei auf Uns sieh; dann wir ganz auf dich vertrauen/ unser Hofnung auf dich bauen / zeig uns dein Barmherzigkeit / und dein grosse Gütigkeit-. Laß uns nicht zu Schanden werden / nimm uns auf von dieser Erden / in die ewig Seligkeit / Und erwünschte Himmels. Freud: daß wir mit den Engeln oben/ und dm Auserwählten loben/ GOttden Vatt rer/ und den Sohn/ und des heilig Geists Perftm All« izr Allgemeine Süzungen uns Schuldigkeiten 4 L---. ^ ^ ^ '-^ c c^> * r?s ^ kZZcvZ^c^cZr c^r?!^c^S cx> cx)^> c^2 r^7 rZZ Allgemeine Sazungen und Schuldigkeiten der Marianischen Khristen - Lehr- Bruderschaft, unter dem Schutz der Allerselig-- sten Jungfrauen und Muiter GOttes , und 8. ^oan- Ul8 ?ranc15ei Negt8, 8. ^ welche in der Profeß-Haus-Kir- chen 8oc. zu Wien im Jahr 1750. eingeführet, und von der Verkündigung einverleibet, und nur der Röm. Erz-Bruderschaft dadurch mit neuen grossen Ablassen begnadet worden. l. O^Lle und jede eingeschriebene Mit/Glieder sollen sich AHV befleisscn die erste, und nothwendige Gebetter, und nochwendigstc Glaubens-Gehcimnussen recht zu wissen , und auszusprechen, imgleichen sollen sie auch mitwürcken, damit die Kinder und andere Unwissende in dem Christlichen Glauben mehr und mehr unterrichtet werden. s. Alle Mit-Glieder sollen vermög dieser Einverleibung einen neuen kräftigen Fürsatz erwecken, besonders die Tod- Eünden zu fliehen, und wann sie gefallen seynd, sotten sie sich ohne Verschub durch eine reumütige Beicht zur Buß bequemen, und auch andere zu einer reumütigen Beicht und Bekehrung anleiten. z. Alle Mit-Glieder sollen sich in den dreyen Göttlichen Tugenden, als nemlich: Glauben, Hofnung, und Liebe, und anderen Gottseligen Wercken öfters üben, die Mutter GOttes, und den Heil, ävsnnem krsneileum Regis täglich verehren, und dero Verehrung auf mögliche Weis beförderen. Diese kurze Sazungen werden in unserem Bruderschaft«,Büchlein mit mehreren ausgeteger. Glau- Der ^Glaubens^Bekütlttlnuß / Welche an dem Tag des Einschreibens bey der H. Commumon kan gebettet, jährlich aber . öffentlich bey dem Anfang deren Christlichen Lehre» pfleget erneuert zu werde». Bette Anfangs die xwölf Artrcrfl r Ich glaube in GOtt Vatter, rc. hernach spreche mit Elfer p NN, bekenne yyn dieser Stund an, und glaube von stA Grund meines Herzens, sqmmentlich und infonderbeit, alles und jedes, so die heilige, Carholtsche, ApostolischeRö« mische Kirch befihlet zu glauben», Diesen wahren Katholischen Glauben, aufferwelchem kcke ne Seeligkeit zu hoffen ist,, will ich bis an mein lezrcs End fe- stiglich halten, und bekennen. Ich will mich auch besteigen, daß dieser wahre Glaub von mir und meinen Untergebenen oder von denen, die meiner Sorg befohlen seynd, gehalten,gelchret und gcprcdiget werde. Das verheisse, gelobe, und schwöre ich NN^also helfe mir GOtt, und die heilige GOttes Evangelia. Anmerckung. Diele Glaubens-Bekanntnuß samt denen vorhergehenden göttlichen Tugenden kan mit grösten Verdienst bey einer brennenden Kerzen denen Sterbenden vyrgebettet werden. Du Ehren der Mmrer GVrres kan täglich gebettet werden- Unrer deinen Schuz, und Schirm fliehen wir, rc. Andächtiges Gebett, dadurch mansich, und die ganze Bruderschaft dem Schuz der Mut- ter GOttes übergiebet. Eilige Maria Mutter GOttes, und Jungfrau, ich er- wähle dich heut zu meiner Frau, Fürsprecherin und Mutter, und nehme mir kräftiglich vor, dich mentalen zu verlassen, weder zuzulassen, daß von meinen Untergebenen etwas wider deine Ehr gehandlet werde. Ich bitte dich derohalben, nehme mich aufzudeinen ewigen Pfieg-Kind, samt allen Mit- Gliedern dieser Christlichen Bruderschaft, fteheMir bey. in allen meinen Anliegenheiten, und verlasse mich Echt in der Stund meines Abstecbens, Amen. Kir- IZ4 Allgemeine Sazungen und Schuldigkeiten Kirchen-Gebert zu Ehren des H. )o3nm§ kraneisci Legis, dessen Fest-Tag gepalten wwd den ! L. Jumi. GH GOtt! der du deinen Bekennerden H. Francifoum ,» 88 zu Übertragung grosser Arbeit ^ für das Heil deren Sccleä mit wunderbarlicher Lwb, und unüberwindlicher Gedult gezierethast, verleihe uns gnädiglich, daß wir durch dessen Tugend-Wandel angetrieben, und durch seine Fürbitt gestarcket, die Belohnung des ewigen Lebens erlangen. Durch JEsum Christum unfern HErrn, Amen. Vatter unser, Ave Maria. Ich glaub in GOtt Datier, rc. welches man nach Belieben für alle eingeschriebene Mit- Glieder lebendige, und abgestorbene, täglich betten kau. VollkouMMS AbW/welche Zenechökus XIX^. guf ein neues bekräftiget, und alle emvcrleibte Mit-Glleder erlangen tonnen, wann sie beichten, csm- ummeiven, und das gewöhnliche Gebet-t verrichten. dem Tag des Einschreibens. 2. An dem Titukar- Av Fest Mariä-'SchnH. g An dem Fest-Tag 8. ch ruicisci «ech? den : 6. Iunii, 4. An dem H bhrist-Tag. 5. An dem heiligen Auffahrts-Tag. 6. An denen Fest-Tagen Maria- Vcrkün-lgu.ng, Empfangnuß, Himmelfahrt, und Geburt. -7. Alke Sonntag , wann die Christliche Lehr gehalten wird. Me Jahr zweymal nach Belieben, wann sie vonderlcz- reu anfangen , eine General oder allgemeine Beicht machen. 9» In'hem Tod-Beth^ OsQSrsI.OommMion^ oder vollkommene Abs M, welche eingeschriebene Mt-Gfteder aus be-» fonderer Verleihung LeuLciiLki XlV. entweder ihnen selb- stc.n, odpe denen armen Seelen zueignen können, dem Tag des Einschreibens. 2. An beyden Bruder- .dv schaftKFestem Alle Sonntag,wann die Christen- LehaMerfamlnug gehalten wird. 4. Alle Jahr zweymal nach Ablegung der General-Beicht. 5. In dem Der derMürlümsiLien LHMen-Lehr-BrvLerfibafk. 'Der Bcuderschafts-Altar ist für alle eingeschriebene Mitglieder auf alle Tag, und heilige Messen pl ivIicKiret. Wann aber die Priester, welche Hey dieser Bruderschaft eingeschrieben scynd, bey was immer für einem Altar für die ver-^ storbene Mtk-Glicder eine heilige Meß lesen, gilret es eben so viel, als oh es bey einem privileZirten Altar wäre gelesen worden. Die noch übrige Ablaß seynd in dm Bruderschafts-B ü- .! chel zu finden, . Besondere Sazungm derenjenigen/ welche ^ die Kinder in denen Christlichen Glaubens-GL- heimuussen umerrichwn, und ausfragen Helsen» Aninerckung. Au diesem so heiligen und verdienstlichen Amt haben sich auch zu Rom und anderer Orken Standes-Personen beyderley Geschlechts einschreiben lassen, auch m vielen Christlicher; Städten ansehnliche Herren und Frauen.. Es werden also darzuHerrey, Frauen, Ehrsame Junggesellen, und für die Magdlein Jungfrauen angenommen, und zwar auch drey, öder vier bey einer Schaar, damit wann eines verhindert V ist-, doch ein anderes vorstehen könne z Diese aber haben folgende Sazmgen, die dannoch unter keiner Sünd yer^ binden, zu beobachten, Elche dieses so heilige Amt antretten wollen, sollen MM sich besteissen in denen Christlichen Glaubens-Ges heinmussen gut. unterrichtet zu scyu, sollen alle wenigstens den allgemeinen Catechismum oder Frag-Büchlein bey Hauben . haben, und dasseibige öfters bedachtsam überlesen. L. Sie sollen einer auferbäulichen, Lcbens-Wandel seyn, - und sich von aller Frechheit, Aecgernuß, verdächtigen Ge- ^ meiuschaft sorgfältig hüten, damft niemand ttr.sach habe die- fcs heilige Werck oder Bruderschaft zu schmäben. g. Sw sollen-an denen vorgefchriebencn FefteTägen oder Processwnen, so viel cs möglich, erscheinen, öffentlich entweder an denen vorgeschriebenenMonat-Sonmägen., oder wenigstens an Titular-Fest zur heiligen Communion gehen, und , Jährlich au diesem Tag die Glaubens-Bekanntnuß erneuern. I 4 4-OöL rz6 Allgemeine Satzungen und Schuldigkeiten 4. Obwolen auch etliche bey einer Schaar der Kuider kön- neneingeschrteben werden, so solle mandaAnoch «tzorg tragen, daß wenigstens eines, oder zwey bey besten Kmdern gegenwärtig seyen, welche die Kinder mit Singen zur Christlichen Lehrführen, aufdieselbige obacht haben, damit die Christliche Zucht . und Auferbaulichkeü bejLens beförderet werde. 5. Sie sollen die Kinder, so viel es lcyn kan, auch in der Wochen ausser der Schul-Zeit ein- oder zweym st aus dem allgemeinen Frag-DüchLein ausftagen, und ovacht haben, ob solche in der Christlichen Lehr zunchmen, und die von einer Wochen zur andern vorgeschriebene Fragen erlernen. 6. Sie souen mtt denen Kmdern sanftmütig bey dem Ausfragen umgehen, damit sie den Mulh zum Lernen nicht verlieh- ren, oder gar ausbleiben, sollen auch befliesse» seyn, auf unterschiedliche güte Art die Kinder zum Lernen anzueifern, dat mit sie bey dem öffentlichen Examen desto besser bestehen. 7 Sic sollen mallen der Verordnung ihres vorgestellten Hochw. Seelsorgers folgen, den Frieden, Lieb, und Einigkeit unter einander halten; wann sich aber besondere Umstand oder Zwyspalten ereignen, solle dieses frühzeitig mündlich oder schriftlich dem vorgesehen Hochw- Seelsorger, oder dessen darzu bestellten Vicsrio angedeutet werden. 8. Sie sollen sich durch das üble Nachreden einiger unverständigen Lem besonders im Anfang nicht schrecken lassen,auch mit solchem nicht leicht in einen Wort-Streit einlassen,sondern mit Gedult und Stillschweigen übertragen, weilen ohnedem aus vielfältiger Erfahrnuß bekannt ist, daß nur jene gemeiniglich wider dieses so heilige Werck und Ordnung geschmähet haben, die es entweder nicht recht verstanden, und nicht genug davon berichtet worden, oder die durch ihren bösen Lebenss Wandel nach Zmgnuß des heiligen Pauli Feind des Creuzes Christi seyud, für welche wir zu betten haben, daß sie sich bekehren. 9. Der Mutter GOttes, dem H. Joseph, dem H. Francisco Keßk 8. ^ oder demjenigen Patron, unter dessen Titul ihre Bruderschaft ist aufgerichtct worden, sollen sie mtt einer besonderen Andacht zugechan seyn, und täglich etwas weniges zmn Aufuahm der Christlichen Lehr, und Glaubens betten. iv.Dte dev Marramschen ThrLsten-Lehr-BruderschHft. rz? ! io. Die drey Göttliche Lugenden, so vrel es seyn kan« sollen I sie täglich erwecken, und wann es Gelegenheit gibt, auch an- ! dere in denenjelbigen unterweisen. Sie sollen auch zu anderen z Zeiten die Christliche Lehr ausdrettcn, die Eltern, Kinder, ! Dienst!)othen,und andere Unwissende zur Anhörung der Christ- ! Uchen Lehr und Bruderschaft anleiten. Wannabereinesaus erhebltchenUrsachen austretten solte, solle es vorhero derEeists lichkeit angedeutet werden,damit derseibenStell ersetzet werde. Waö die Ansteller und Anstellmnnen',besonders bey der Christlichen kchr, undauch durch die Wochen, zu beobachten haben. r.tDHOn denen Anstellern wird erfordert, daß sie fromme, K) Christlich erzogene Kinder ftynd, wenigstens 12. oder ^ i z. Jahr alt, in der Christlichen Lehr gut unterrichtet, die we- ^ mgftens die erste fünf Haupkstuck schon erlernet haben, und ! mit der Zeit solle ^ sie auch die übrige drey Schulen des kleinen ; Catechismi auftusagen wissen. 2. Sie sollen allen übrigen zu einem guten Beyfpicl seyn, 1 und besonders das Gezeugnuß haben, daß sie andächtig in der ; Kirchen, auferbäulich auf der Gaffen, ehrbar in der Kleidung, - ehrenbretig gegen der Geistlichkeit, und g- hsrsam zu Haus seynd. z Sie sollen sich von allen Rauffereyen, Umlanffen, und Spielen auf der Gassen, und anderen Untugenden hüren, die einem Kind übel anstehen; wann sie sich aber üb » I 5 vre ^ i! ' ^ k! Lz 8 Allgemeine SaMNZen Mid Schuldigkeiten viel weniger die Kinder straffen, schlagen, und bey denen Haaren ziehen , sondern wann sie etwas verMerckeL-, sollen sie dieses ihren Ansfragern andenten. 7. Aus der Christlichen Lehr sollen sie nicht leichtlich aus- bleiben, weder sonsten bey der Christlichen Lehr, oder bey dem Austheilen jemalen von ihrer Schaar hinweg gehen» 8.Sie sollen ohne Crlaubnuß fremde Kinder in ihre Schaa- ren nicht aufnehmen, imgleichen sollen sie acht haben, daß ihre Kinder nicht in die fremde Schaaren einstehen. Wann sie aber wegen ihren Kindern etwas vorzubringen haben, sollen sie dieses vor der Christlichen Lehr ihrem gastlichen Seelsorger an- yeuten. 9. Gesten der vorgesezten Geistlichkeit, wie auch gegen ihre Ausfrqger, und Ausfragerinnen sollen sie in allem ehrenbi.e- tig, und unterchänig seyn, und sich keineswegs widerspenstig eczetgen. 10. Sie sollen das Jahr hindurch öfters zur heiligen Beicht und Commumon mit aller Ehrenbietigkeit, und Andacht gehen, wann aber eine öffentliche Procession und Umgang gehalten wird, sollen sie dar Hey sauber angelegt, und frühzeitig erscheinen, und die Kinder: in. die Ordnung stellen. Was die Kinder, welche bey der Ahristm- Lehr-Ordnung emgeschrieherl, heobachtm sollen» r.tT^Lle emgeschriebene.Kinder sollen gern, und mit Freu- Ad den zur rechten ihnen vorgeschriebenen Feit bey der EhrtstewLehr erscheinen, und wann sie entlegen seynd^ unter ihren Fähnlein, Ausftuger, und Ausfragerinnen mit Singen und Betten schön ordentlich entziehen, und auf ihrem bes stimmten Ort, und Altar einfinden, und niemaley von ihrer Schaar, oder Ansteller hinweg gehen. 2.. Sie sollen unter der Christlichen Lehr still, und aufmerck- famseyn, und keineswegs lachen, drucken, schwäzm, oder andere Ungebührlichketten anfangen. z. Ihren ge stellten Geistlichen Herrn Seelsorger sollen sie mit aller Chrenbietigkeit Gehorsam leisten, wie auch denen vorgesezten Ausfeagern, Anfteliecn, Ausfragerinnen, und Anstel- der Marranlstben Chrrftenlehr-Bruderscliafk. iz 9 ^ stellerinnen, irr Beförderung der Ordnung in allen folgen, und sich keineswegs widerspenstig zeigen, 4. Sie sollen sich nach rollenderer Christlichen Lehr in-er still, und mir Eingezogenheit nur ihren bestimmten Ort in die Ordnung stellen, un- ausfragen lasten, und mit ihrem empfangenen Bildl, oder Pfennig zufrieden seyn, solches nicht verachten, venauschen oder verliehren. 5. Nach vollendetem Ausfragen sollen sie von der ersten Schaar aufangen, schön ordentlich mit Singen und Betten abziehen, aufder Gaffen nicht rausten, lausten, oder schreyen, sondern ehrbar, und friedlich Mit ihren Ausfragern nachHaus gehen. 6. Die Wochen Hindurch sollen sie Morgen-und Abend- Tisch-und Schul-Gebett mit Andacht, und aufgehobenen Handel verrichten, wann es seyn kan, auch täglich eine heilige Meß hören, und besonders in der Kirchen ehrenbietig, und eingezogen seyn. 7. Sie sollen die Mutter GOtres, den heiligen Schuz-En- gel, den heiligen Joseph, den heiligen krauciscuin KeAi« mit Andacht und Vertrauen verehren, und täglich wenigstens ein Vatter unser, und Ave Maria für alle lebendige und verstorbene Mitglieder, und Gutthater betten; imgleichen sollen sie bey denen Bitt-Gaugen, oder Proceffionen zahlreich, und frühzeitig erscheinen. 8. Ihren lieben Eltern sollen sie in allen gehorsam, und un- terthänig seyn, und'tagüch von denenseiben vor dem Schlaft fengehen den hciligenSeegen begehren; untereinander aber so- wol inderSchui.,als zuHaus sollen sie friedli