BKA m. ■ m ' l&SZ/Mg.K'--’ :■■> 3s ../ ■:&■.- r?:.- .(;?■ ’s ' BlSlÄliiBfi'WilllPi ■ 1 i : IS ' K iSItSfeägM« mrnmumw^Si . Oesterreich s National-Prachtwerk herausgegeben Blasius Höfel, Bitter von Bohr und Aloys Reitze. den Portraiten besorgt Herr Daniel Böhm, -Medailleur; die Biographien Herr Archivar Franz Tschischlca. Heft Ao "üBIitfntö l^fel , ^iXeler ^Xxii&x trxra ^äxrln* vtnx) 3Umo Xvctfrve. CVll< In CommiffioiL der C . Gerold'feilen. Bnckluuidlmu Seiner kaiserlichen königlichen apostolischen MAJESTAET KAISER VON OESTERREICH; KOENIGE VON JERUSALEM, HUNGARN, BOEHMEN, DER LOMBARDIE UND VENEDIG, VON DALMATIEN, KROATIEN, SLAVONIEN, GALIZIEN, LODOMERIEN UND ILLYRIEN; ERZHERZOGE VON OESTERREICH; HERZOGE VON LOTHRINGEN * SALZBURG, STEYER, KAERNTHEN, KRAIN, OBER- UND NIEDER - SCHLESIEN; GROSSFUERSTEN IN SIEBENBUERGEN; MARKGRAFEN IN MAEHREN; GEFUERSTETEN GRAFEN ZU HABSBÜRG UND TYROL etc. etc. in allerunterthänigster, tiefster Ehrfurcht gewidmet. Clemens Wenzel Cotliar Jiir<5t von ülrttrrttu*!). Dieser erhabene Staatsmann, dessen Name in allen Staatsverhandlungen glänzet, welche Europa’s neue Gestaltung, und die Herstellung der alten Ordnung herbeiführten, erblickte am 15. Mai 1773 in Koblenz zuerst das Licht der Welt. Er entstammt einem sehr alten rheinländischen Dynastengeschlechte, das viele berühmte Männer aufzuweisen hat. Nach vollendeten Studien zu Strassburg und Mainz machte er eine Reise nach England, dann begab er sich nach Wien, wurde Gesandter im Haag, und vermählte sich 1795 mit der Gräfin Eleonore von Kaunitz. Kurz hierauf eröffnete er seine diplomatische Laufbahn als Gesandter des westphali- schen Grafencollegiums auf dem Congresse zu Rastadt. Im Jahre 1801 sehen wir ihn als österreichischen Gesandten in Dresden, 1801 in Berlin, wo durch seine Vermittelung der Potsdamer-Tractat vom 3. November 1805 ins Leben trat, der Oesterreich, Russland und Preussen gegen Napoleons universalmonarchischen Plan bewaffnete; und 1806 als Botschafter am französischen Hofe. Hier schloss er am 10. October 1807 zu Fontainebleau die Uebereinkunft, welche den Isonzo zur Gränze gegen das Königreich Italien machte. In dem jedem Oesterreicher unvergesslichen Heldenjahre 1809, wo Graf Metternich, wegen in Paris verweigerten Pässe, erst kurz vor der Schlacht von Wagram in das Hoflager seines Kaisers zu Komorn eintreffen konnte, wurde er, da Graf von Stadion am 9. Juli seiner Stelle entsagt hatte, zum Staatsminister, und am 8. October zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten erhoben. In solcher Eigenschaft leitete er mit dem französischen Minister Champagny die Friedensverhandlungen zu Ungerisch-Altenburg, und begleitete 1810 Marie Louise, Erzherzogin von Oesterreich, als Kaiserin von Frankreich nach Paris. Des Grafen Metternich Bemühen, zu Dresden 1812, den Ausbruch eines neuen Krieges im Norden zu verhindern, vernichteten Napoleons stolze Entwürfe. Oesterreich musste demnach, so wie es das bessere Schicksal Europens erheischte, mit bewaffneter Hand als Vermittler auf- treten. Mit Zustimmung der Mächte Russlands, Preussens und Frankreichs führte Minister, Metternich das Geschäft der Mediation zu Prag; der peremtorische Termin bis 10. August 1813 verstrich jedoch, ohne dass das Friedensgeschäft begonnen hatte; Metternich verfasste demnach in der Nacht vom 10. zum 11. August die Kriegserklärung Oesterreichs gegen Frankreich, und schon am folgenden Morgen überschritten die russisch-preussischen Heere Böhmens Gränzen. In Tephtz unterfertigte er am 9. September 1813 die durch ihm zu Stande gekommene Quadrupel- Allianz, die unmittelbar den glorreichen Ausgang des grossen Befreiungskrieges herbeiführte. Um seine wichtigen Verdienste um den österreichischen Staat, ja selbst um Europa, nach Würden zu belohnen, ertheilte ihm Kaiser Franz, noch am Abende der Völkerschlacht bei Leipzig, die österreichische Fürstenwürde für sich und seine Nachkommen. Nun sahen Frankfurt, Freiburg, Basel, Langres, Chatilion, Dijon und Paris des Fürsten Metternich diplomatische Thätigkeit. In letztgedachter Stadt Unterzeichnete er die mit Napoleon geschlossene Uebereinkunft von Fontainebleau, und den Frieden vom 30 Mai. Bei Gelegenheit seiner hierauf erfolgten Sendung nach London, verlieh ihm die Universität zu Oxfort die Doctorwürde. Eben so wurde er auch am Congresse zu Wien 1814 ge- ehret; indem ihm die versammelten Minister einstimmig den Vorsitz übertrugen. Gleichzeitig vermittelte er mit Talleyrand und Wellington zu Pressburg den Frieden zwischen Sachsen und Preussen. Am 20. November 1815 unterhandelte er als österreichischer Bevollmächtigter den zweiten Pariser-Frieden, und 1816 zu Mailand den Vertrag mit Bayern, der dann am 14. April zu München unterzeichnet wurde. Hierauf begleitete er die an den Kronprinzen von Portugal vermählte österreichische Prinzessin Leopoldine als kaiserlicher Uebergabs-Commissär nach Livorno, und verhandelte dann 1817 mit dem römischen Stuhle. Nicht minder verherrlichen auch die Congresse zu Aachen 1818, zu Carlsbad 1819 , zu Troppau, Laibach und Verona seinen Namen. Im Jahre 1821 wurde er zum k. k. Haus-, Hof- und Staatskanzler ernannt, und nach dem Tode des Staats- und Conferenzministers, Grafen Carl Zichy, erhielt er auch 1826 das Präsidium der Ministerial-Conferenzen für die inneren Staatsangelegenheiten. Mit dankerfülltem Herzen beachtet der Vaterlandsfreund dieses erlauchten Herrn Ministerium als die Epoche der glänzendsten Machtbegründung Oesterreichs. Höchst gedeihlich ist auch sein Antheil, den er an allen Zweigen der inneren Staatsverwaltung nimmt, und der ehrenvolle Rang, den jetzt die österreichische Wissenschaft, Kunst und Technik in Europa behauptet, ist fast nur sein Werk. — Fürst Metternich ist Ritter des goldenen Vliesses, und aller ersten europäischen Orden, mit Ausnahme jenes des englischen Kniebandes; er besitzt einzig allein das Grosskreuz des zur Belohnung ausgezeichneter, in den Jahren 1813 und 1814 erworbener Civil-Verdienste gestifteten goldenen und silbernen Ehrenkreuzes; auch erhielt er, in Anerkennung seiner grossen Verdienste um den Staat, von Kaiser Franz 1814 zu Paris, das österreichische Wapen in das Herzschild des seinigen. Der König von Spanien verlieh ihm die Grandezza erster Classe mit dem herzoglichen Titel, und der König beider Sicilien ernannte ihm zum Herzoge von Portella. Des Fürsten erste Gemahlin starb 1819; zehn Jahre später verlor er auch die zweite, Gräfin von Beilstein; 1831 vermählte er sich zum dritten Male mit der Frau Gräfin Melanie Zichy-Ferraris. Zwei Söhne und drei löchter zieren seinen Familienkreis. Gideon Ernst jFrnljerr von iToufr 01t. Oesterreichs ausgezeichnetster Feldherr im achtzehnten Jahrhundert wurde am 10. October 1716 zu Tootzen in Liefland geboren. Einer alten, aber armen Familie, welche schon im vierzehnten Jahrhunderte aus der schottischen Grafschaft Ayre nach Liefland ausgewandert war, entstammend, trat er 1731 in russische Dienste, wo er in dem Feldzuge gegen die Türken bald den Rang eines Lieutenants erlangte; nach dem 1739 abgeschlossenen Frieden aber wieder verabschiedet wurde. Er fasste nun den Vorsatz, in österreichische Dienste zu treten. Zu Berlin, das er auf seiner Reise berührte, von einigen vormaligen Kriegsgefährten in seinem Entschlüsse wankend gemacht, liess er sich dem Könige Friedrich von Preussen vorstellen, der jedoch an seiner Gesichtsbildung kein Beilagen fand. Unverzüglich eilte Loudon jetzt nach Wien, wo er zu Ende des Jahres 1742 eine Hauptmanns - Stelle unter Trenck’s Panduren erhielt, mit welchen er den Feldzug in Bayern und am Rheine beiwohnte, und unweit Elsassza- bern, schwer verwundet, gefangen wurde. Von den Banden des Feindes kaum befreit, finden wir Loudon im schlesischen Kriege gegen Friedrich II., auf den Schlachtfeldern von Hohenfriedberg und Sorr, ehrenvoll mitkämpfen; nach der Schlacht bei Trautenau aber, sah er sich durch Trencks Ränke bemüssiget, um seinen Abschied anzuhalten, und nach Wien zu gehen, wo er bis zur vollkommenen Rechtfertigung der ihm aufgebürdeten Beschuldigungen, lange Zeit in der grössten Dürftigkeit lebte. Dann wurde ihm eine Majors-Stelle bei dem Liccaner-Gränz-Regimente ertheilt, und nun verlegte er sich mit rastlosem Eifer auf die Kriegswissenschaft, die er bisher nur nothdürftfg sich eigen machen konnte. Als der siebenjährige Krieg ausgebrochen w ar , und ihm der commandirende General in Kroatien, Petazzi, aus unwürdigen Absichten, eigenmächtig aus der Liste der von Hof aus zum Feldzuge beorderten Offiziere ausgestrichen hatte, wagte er es auf Gefahr, die Subordination zu verletzen, nach Wien zu gehend und wirklich gelang es ihm, trotz Petazzi’s üblen Berichten, bei dem Fürsten Kaunitz Eingang zu finden, und als Oberstlieutenant zu der vom Feldmarschall Browne commandirten Hauptarmee versetzt zu werden. Bei Tetschen, Hirschfeld, in der Prager-Schlaclit, und bei Kolin," fand Loudon bald Gelegenheit, sich als tapferer, kühner Führer auszuzeichnen, und das Vertrauen der Soldaten zu gewinnen. Hierauf kam er als Unter-Befehlshaber zur Reichsarmee. Sein kräftiges Mitwirken bei der Befreiung von Olmütz verschaffte ihm das Grosskreuz des Maria-Theresicn-Ordens und das Generals-Patent, welches er, merkwürdig genug, da der Ueberbringer desselben von den Preussen aufgefangen wurde, aus den Händen Friedrichs des Grossen erhielt. Als General kämpfte er in den Engpässen von Braunau gegen Fouque, nahm Pritz weg, streifte mit seinen Husaren bis vor die Thore von Frankfurt an der Oder, und half vorzüglich zum Siege bei Hochkirchen, wofür ihn Maria Theresia bei seiner Rückkunft nach Wien mit dem Freiherrnstande beehrte. Der Feldzug 1759, wo er den Sieg bei Kunnersdorf entschied, erwarb ihm den Rang eines Feldzeugmeisters. Im folgenden Jahre besiegte er Fouque in der am 29. Juni gelieferten Schlacht bei Landshut in Schlesien, nahm dann Glatz im Sturm, forderte Bresslau auf, und deckte den Rückzug der Daun’schen Armee nach der Schlacht von Liegnitz so meisterhaft, dass dieser selbst Friedrichs II. Bewunderung erregte. Im Feldzuge 1761 blieb es, bei der Unentschlossenheit der Bundesgenossen, beim Beobachten. Den Schluss desselben aber krönte Loudon mit einer der merkwürdigsten Thaten in der Kriegsgeschichte, indem er am 1. October, kurz nachdem König Friedrich von Schweidnitz aufgebrochen war, diesen festen, wohlverproviantirten, und stark besetzten Ort, ohne aller vorläufiger Einschliessung, durch einen Gewaltstreich nahm. Die Wiedereroberung von Schweidnitz hatte dem Könige, wie er selbst gestand, eine Arbeit von 63 Tagen und 8000 Mann gekostet. Der Hubertsburger Frieden gestattete ihm, zur Herstellung seiner Gesundheit, Carlsbad zu besuchen, wo er Gellert’s nähere Bekanntschaft machte. 1773 begleitete er Joseph II. auf seiner Reise durch Galizien und Lodomerien. Im bayerischen Erbfolgekriege wusste er, als Feldmarschall der österreichischen Armee, mit grosser Umsicht jeden Plan seines Gegners, des Prinzen Heinrich von Preussen, durch ein meisterliches Menschen - und Länderschonendes Kampfspiel, zu vereiteln. Jedoch durch Thaten ungleich ausgezeichneter erscheint der altergraue Held in dem Türkenkriege von 1788 und 1789. Mit seiner Ankunft bei der Armee wehte Sieg vor Oesterreich’s Fahnen. Im raschen Fortschreiten wurde Dubicza genommen, über ein türkisches Heer, im Bereiche dieser Festung, gesiegt, Novi erstürmt, dann Neu-Gradiska und Belgrad erobert; bald hierauf ging Semendria über, der Seraskier wurde bis hinter Mssa geworfen, und Oesterreichs Heer breitete sich bis an den Timok und über die Aluta aus. Diess war Loudons letzter Feldzug; denn als kurz darauf gegen Preussen ein Beobachtungsheer in Mähren unter seiner Leitung aufgestellt wurde, starb der ruhmgekrönte Greis in Neutitschein, am 1J. Juli 1790. Er schied mit den Worten: „Wir haben einen gütigen und edeldenkenden Monarchen (Leopold II.); wir werden Friede haben, und so wird man meine Person um so weniger vermissen.” Des Helden Grab befindet sich im Parke zu Hadersdorf nächst Wien, einem Landsitze, den Maria Theresia einst ihrem Ritter, wie sie Loudon oft nannte, geschenkt hatte. imiKlIMIKMIfl WFJ* IL,®WIÖ(Tif, CuJl HD iR'i (KY 21 n t 0 it C a n 0 0 a. Dieser berühmte Bildhauer wurde am 1. November 1757 zu Possagno im Gebiete von Venedig geboren. Sein Vater und Grossvater, Beide geschickte Steinmetze, die vorzüglich geschmackvolle Verzierungen lieferten und feste Zeichner waren, fachten in dem Knaben frühzeitig die Flamme der Kunst an. Ueber alle Erwartung gelangen dessen erste jugendliche Erzeugnisse. Durch sie aufmerksam gemacht, nahm sich ein benachbarter Gutsherr, Falier, seiner an, und brachte ihn zu dem rühmlich bekannten Bildhauer Torretto in die Lehre, der sich mit väterlicher Sorgfalt der Ausbildung seines Zöglings um so mehr annahm, als dessen Künstlerberuf nicht zu bezweifeln war. Leider aber verlor Antonio nach drei Jahren schon seinen würdigen Meister, (mit dem er nach Venedig gezogen), und war sich nun selbst überlassen. Canova wendete sich demnach an das Studium der Natur, und besuchte ausserdem die Akademie der schönen Künste und die Gallerie Farsetti mit regem Eifer, der auch bald mit dem glücklichsten Erfolge gekrönt wurde. Kaum sechzehn Jahre alt, verfertigte er für seinen Gönner eine Statue der Eurydice, die kurz darauf durch jene des Orpheus übertroffen wurde. Canova blieb in Venedig bis zum Jahre 1780. Er verfertigte hier die lebensgrosse Portraitstatue des Marchese Poleni, und die Gruppe Dädalus und Ikarus in Marmor, die allgemeinen Beifall erhielten, obgleich der Styl in den Figuren noch nicht zu der Höhe gediehen war, w elche der schöpferische Künstler später erreichte. Nun ging er, von Falier dem Gesandten Girolamo Zuliani, einem Kenner der Kunst, dringend empfohlen, nach Rom, wo ihm 1781 eine Pension von 300 Ducati auf drei Jahre ausgewirkt wurde, wodurch er seinen Studien und Arbeiten sorgenloser obliegen konnte. Bald entstanden nun herrliche Gebilde seines Geistes, wie z. B. die Gruppe des Tlieseus, wie er den Centauren besiegt *), nun eine der schönsten Zierden Wiens, das Denkmal für Papst Clemens XIV. für die Kirche degli Apostoli, das Monument des Papstes Clemens XIII. aus dem Hause Rezzonico in der Peterskirche, das Monument des Admirals Emo für Venedig, das kostbare Monument der Erzherzogin Christine von Oesterreich für die Augustinerkirche in Wien, u. a. Sein Ruf verbreitete sich nun durch ganz Italien. Während der Revolution begleitete er den Prinzen Rezzonico nach Deutschland, wo sie Wien, Dresden und Berlin besuchten, und erst nach Vertreibung der Franzosen aus der Lombardie nach Italien zurückkehrten. Nun führte er, unter andern, die Gruppe: Amor und *) Die Vollendung dieses Werkes erfolgte jedoch erst im Jahre 1819, Psyche und seinen Perseus aus, wodurch sein Ruhm den höchsten Gipfel erreichte. Um 1802 berief ihn Napoleon nach Paris, um dessen colossale Statue und die Büste seiner Mutter zu verfertigen. Im Jahre 1815 finden wir Canova wieder in Frankreichs Hauptstadt, wo ihm als päpstlichen Bevollmächtigten aus dem französischen Museum die von Rom weggeführten Kunstw erke ausgefolgt w urden. Sodann machte er eine Reise nach England^, von wo er 1816 nach Rom zurückkehrte. Die herrlichen Denkmale auf die Marquise de Santa Croce, auf Alfieri, Volpato, den Grafen Souza, den Prinzen Friedrich von Oranien; ferner auf den Grafen Tadini, Pius VI., und den Cardinal von York, so wie das Cenotaph für seinen Gönner Falier, das Modell zu Nelson’s Mausoleum, und die Statue Washington’s für den Saal des Senates von Carolina sind fernere Werke dieses grossen Kirnst lers, dem in seltener Fülle Ehre und Reichthümer zu Theil wurden. Canova war geadelt von Asolo, Marchese von Ischia, mit einem jährlichen Einkommen von 3000 Scudi, Ritter der päpstlichen, des österreichischen Leopolds-, des russischen St. Georgsordens und des Ordens beider Sicilien, Commandeur des Ordens der eisernen Krone, Bürger der Republik S. Marino, Aufseher über die Kunst- und Altertliiimer im römischen Staate, Präsident zweier Kunstakademien, und Mitglied fast aller europäischen Kunstanstalten. Seinem Perseus und den beiden Faustkämpfern K reugas und Damoxenos w r urde die Auszeichnung zu Theil, als die ersten Werke neuerer Kunst in dem Museum Pio - Clementinum aufgestellt zu “werden. Canova starb am 13. October 1822 zu Venedig, und der Leichnam wurde nach abgehaltenen Exequien in der St. Marcuskirche, nach seinem Geburtsorte abgeführt, um in der dortigen neuen Kirche, seiner grossartigen Stiftung, nach Beendigung des Baues, beigesetzt zu werden. Zum Schmucke derselben ist seine Statue der Religion bestimmt. Er soll, ungeachtet seines edlen Hanges zur Wohlthätigkeit und Grossmuth, bei sieben Millionen Scudi hinterlassen haben. jFr an ) l» er €r^te, Kaiser von Oesterreich. Wohl nur wenige Regenten Europa’s hatten sich bisher einei so unbe- gränzten Liebe ihres Volkes , einer so ausgezeichneten Hochachtung des Auslandes zu erfreuen, wie dieser unvergessliche Monarch; aber auch nin gering ist die Zahl derer, die, gleich ihm, hoher Sinn für Gerechtigkeit und Mässigung, Achtung für die Menschheit, und Ehrfurcht vor dem Gesetze das ganze Leben hindurch beseelte. Der gütige, weise Vater Franz, wie ihn sein Volk mit Enthusiasmus nannte, kam zu Florenz am 12. Februar 1768, als ältester Sohn des damaligen Grossherzoges von Toskana, späterhin römisch-deutschen Kaisers Leopold II., zur Welt. Seine erste Erziehung erhielt er unter den Augen seines Vaters; die vollkommene Ausbildung zum künftigen Regenten aber durch seinen grossen Oheim, Kaiser Joseph II. Am 6. Jänner 1789 vermählte er sich mit Elisabeth, Prinzessin von Wiirtemberg; hatte aber das Unglück, sie schon am 18. Februar 1790, also zwei Tage vor Josephs II. Hinscheiden, durch den Tod zu verlieren. Reim Reginnen der französischen Revolution betiat sein erlauchter Vater Leopold II. die Regierung der österreichischen Länder. Nun vermählte sich Erzherzog Franz, als Kronprinz, den 19. September 1790 zum zweiten Male mit Maria Theresia, Tochter Ferdinands IV., Königs beider Sicilien. Kurze Zeit hierauf, am 29. Februar 1792, verlor er seinen Vater, und Franz II. bestieg sonach den Thron seiner Ahnen, und am 14. Juli jenen des deutschen Reiches in einer der bedenklichsten Epochen. Schon früher, am 20. April 1792, hatte die französische Republik Oesterreich den Krieg erklärt, ein Kampf, der, wenige Unterbrechungen abgerechnet, volle 23 Jahre währte, dem Fürsten und Vatei- lande viele blutige Wunden schlug; aber auch die Grösse und Standhaftigkeit beider in das hellste Licht setzte, und namentlich den hohen sittlichen Charakter des Kaisers zur Weltberühmtheit erhob. Der Krieg winde anfänglich mit wechselndem Glücke geführt; als aber die Franzosen 1797 in Steiermark eingedrungen w r aren, erfolgte am 17. Octobei der erste Friede mit Frankreich zu Campo Fonnio. Oesterreich verlor Relgien, und wurde durch Salzburg entschädiget; so wie es auch durch eine neue Thei- lung Polens die Provinz Wüstgalizien erwarb. Frankreichs willküiliche Verfügungen in Italien gaben 1799 Veranlassung zum neuen Ausbiuche des Krieges, der jedoch bald, nach dem unglücklichen Ausgange der Schlachten bei Marengo und Hohenlinden, den Lüneviller Frieden vom 9. Februar 1801 herbeiführte. Nach Erhebung Napoleons zum Erbkaiser der Franzosen, fand sich Kaiser Franz in weiser Voraussicht bewogen, am 7. December 1804 die Würde eines Erbkaisers von Oesterreich anzunehmen. Als im folgenden Jahre Napoleon England mit einer Landung bedrohte, ergriff Oesterreich im Runde mit diesem Staate und Russland neuerdings zu den Waffen; aber, da Bayern, Würtemberg und Baden auf Frankreichs Seite traten, mit so ungünstigem Erfolge, dass bald die Feinde in das Innere der Monarchie eindrangen, und am 13. November 1805 Wien besetzten. Die Schlacht bei Austerlitz am 2. December zwang Franzen, den Frieden von Pressburg am 26. December einzugehen, der Oesterreich grosse Opfer kostete, und das biedere Herz des Kaisers mit tiefem Kummer erfüllte, den nur der jubelnde Willkomm seiner treuen Unterthanen bei seiner Zurückkunft nach Wien, am 1. Februar 1806, etwas mildern konnte. Nach Entstehung des Rheinbundes legte Kaiser Franz am 6. August 1806 die deutsche Kaiserwürde nieder. Am 13. April 1807 starb die Kaiserin Maria Theresia, und am 6. Jänner 1808 vermählte er sich neuerdings mit der Erzherzogin Maria Ludovica von Este. Auch der Feldzug von 1809 fiel unglücklich aus. Schon am 13. Mai capitulirte Wien, und obgleich Erzherzog Carl bei Aspern einen unsterblichen Sieg über Napoleon errang, so bewirkte doch die Schlacht bei Wagram den Wiener Frieden vom 14. October, durch welchen Oesterreich alle See- Provinzen verlor. Die Einwilligung in die Verbindung Napoleons mit Franz I. ältester Prinzessin Maria Louise, in der Meinung gegeben, Napoleon, durch die hierdurch geltend gemachte Aufnahme in die Reihe der europäischen Fürsten, für deren Geist der Unabhängigkeit und Rechte zu gewinnen, blieb ohne Erfolg. Die zu Prag durch den Kaiser eingeleiteten Friedens Verhandlungen zerstörte der Stolz des sieggewohnten Eroberers. Kaiser Franz säumte demnach nimmer länger, zum Wohle der Volker, seine innigsten Gefühle unterdrückend, sich dem grossen europäischen Bunde anzuschliessen, und so der guten Sache den Ausschlag zu geben. Die Völkerschlacht bei Leipzig erfolgte, und die Heere der Verbündeten diangen 1814 in Frankreich ein. Des Kaisers rechtliches Benehmen in Paris, so wie bei dem Congresse zu Wien, und bei Napoleons Rückkehr von der Insel Elba nach Frankreich, ist zu weltkundig, als dass es hier einer neuen Aufzählung bedürfe. Am 7. April 1816 starb die dritte Gemahlin des Kaisers , und er vermählte sich am 10. November desselben Jahres mit Maria Caroline Auguste, Tochter des Königs Maximilian Joseph von Bayern. Den Segen des Fliedens, welchen seitdem seine Mo- naicliie genoss, benützte der gute Kaiser mit unenniideter Sorgfalt für die Begründung des dauernden Wohles seiner Völker. Des Monarchen Gesetze, zum Theil im Sturme des Krieges entworfen, geben das klarste Bild von dessen Milde, Weisheit, Festigkeit und Gerechtigkeit; so wie essen, viele höchst zweckmässige Einrichtungen für Gewerbe und Han- e , für Wissenschaft und Kunst, dieselben zur rühmlichen Höhe empor üben. Unendlich war er für die Verschönerung der Städte seines Rei- c es besorgt, und insbesondere hat die Residenz unter seiner Regierung lierin viel gewonnen. Am 2. März 1835 um 1 Uhr Morgens nahm ihn, nach achttägigen Fieberleiden, Gott zu sich, dem er hier so treulich ge- ® em erlauchten Nachfolger aber hinterliess er, zum dauernden ohle der Monarchie, die Erbschaft seiner grossen Tugenden. Johann C^rai C?mtüt tmtt CljutieuiD, Regierer des Hauses Neuhaus und Chudenitz, Herr auf Schönhof und Miltschowes etc., wurde am 9. Juni 1757 in Wien geboren. Schon im zarten Knabenalter kam er nach Salzburg, wo er herangereifet, unter der Aufsicht seines Oheims von mütterlicher Seite, des regierenden Fürst- Erzbischofes Hieronymus Colloredo die Rechtswissenschaft studirte. Hier bildete sich auch sein für alles Schöne und Nützliche höchst empfänglicher Geist zur hohen Kunstkennerschaft aus. Er betrieb Malerei, Poesie und Musik mit gleichem Feuereifer, und brachte es besonders in letzterer Kunst bis zur Virtuosität. So ausgerüstet konnten die vielen Reisen, welche er zum Theil in Begleitung seiner gleichgestimmten Gemahlin, einer ge- bornen Gräfin von Schönborn-Heissenstamm, durch Italien, Frankreich, England, durch die Niederlande, durch Deutschland und die Schweiz machte, nicht anders als die trefflichsten Früchte tragen. Die Kunstschätze in seinen Schlössern zu Schönhof und Gestiittliof, die durch seinen Schönsinn aus einem halbverödeten Zustande in neuer Pracht erstanden, und deren berühmte Gartenanlagen eben so sehr von seinem feinen als grossartigen Geschmacke zeigen; so wie die von ihm gegründete kostbare Gemäldesammlung in seinem Palaste in Wien, die mehr denn 300 vorzügliche. Stücke der berühmtesten Meister aller Schulen bewahrt, bekräftigen dieses nur zu Genüge. Des Grafen allgemein anerkannte Kennerschaft und grosse Vorliebe für die Kunst, bewog Kaiser Franz, ihm 1823 die Präsidentenstelle der k. k. Akademie der bildenden Künste anzuvertrauen , welche Stelle er bis Ende 1827 sehr ruhmvoll bekleidete; so wie er auch in Anerkennung seiner jederzeit an Tag gelegten unbe- gränzten Anhänglichkeit an das Haus Oesterreich 1821 zu dem ehrenvollen Posten des k. k. Oberstkämmerers erhoben wurde; ein Vertrauen, welches er so rühmlich erfüllte, dass er 1828 zugleich zum Stellvertreter des k. k. ersten Obersthofmeisters ernannt worden ist, von welchem Posten er jedoch auf sein Ansuchen im Jahre 1831 wieder enthoben wurde. Als Oberstkämmerer sind dem Grafen nebst mehreren Hofämtern, auch die k. k. Naturalien-Cabinette, die k. k. Gemäldegallerie, die Schlosshauptmannschaft, die k. k. Kammerkünstler und die beiden Hoftheater untergeordnet; welche Anstalten durch die rastlose Thätigkeit ihres obersten Chefs unendlich gewonnen haben, wie diess die geschmackvolle Umsta'l- tung des botanischen Gartens zu Schönbrunn, die neue höchst zweckmässige Einrichtung der k, k. Gemälde - Gallerie im Belvedere, und die 2 * ehrenvolle Stufe, welche das k. k. Hofburgtheater unter den Schaubühnen Deutschlands gegenwärtig einnimmt, genügend beweisen. Sein allumfassender Geist beschränkt sich aber keineswegs allein auf diesen ausgebreiteten Wirkungskreis. Die meisten vaterländischen Bildungs - und Wohl- thätigkeitsanstalten erkennen in ihm theils ihren Begründer, theils einen der eifrigsten Beförderer: so die ständische Malerschule, das polytechnische Institut, das Conservatorium der Musik und das National-Museum in Prag; und die Gesellschaft der Musikfreunde, der Verein zur Unterstützung verschämter Armen, der Kirchenverein zu St. Anna in Wien u. s. w r . Graf Czernin, Oberst-Erbmundschenk im Königreiche Böhmen, wurde 1823 Ritter des goldenen Vliesses und 1824- geheimer Rath. Zudem ist er mit dem Grosskreuze des constantinischen St. Georgs - Orden von Parma, und dem sardinischen Orden der Annunziade geschmückt, Die k. k. Landwirtschaft in Wien, so wie die k. k. Akademie der bildenden Künste zu Mailand und Venedig verehren ihn als Ehrenmitglied. ß ' wuw*mmw f %vf : ’ }44 < ' , > - «v , -'4 , Vi MBBBriäl JHDHAMfir MtMIt (KIUPH vah Aig 1 ösisi&rrim t. >-* % - ^ ■ V ■?>'* *.-A — 1 I v (t n } lu|n Prinz von Savoyen« Dieser Prinz, geboren zu Paris am 18. October 1663, Eugens von Savoyen- Carignan, Grafen von Soissons jüngster Sohn, wurde in frühester Jugend seines schwächlichen Körpers wegen zum geistlichen Stande gewidmet; doch zeigte er selbst hierzu wenig Neigung. Zum Jüngling herangereift, erbat er sich vom Ludwig XIV. das Commando eines Regimentes, das ihm derselbe jedoch spöttisch versagte. Hierdurch aufgereizt, begab sich Eugen 1683 m österreichische Dienste, in welche schon früher zwei seiner Brüder getreten waren. Die persönliche Tapferkeit, welche er bei dem Entsätze Wiens gegen die Türken an Tag legte, bewog Leopold I., ihm alsobald ein Dragoner- Regiment anzuvertrauen, an dessen Spitze er 1681: unter Carls von Lothringen Befehl bei der Belagerung von Gran, wie später bei dem Sturme von Ofen und Essegg, in der Schlacht bei Mohacs, und 1688 bei der Einnahme von Belgrad unter dem Churfürsten Maximilian von Bayern die wichtigsten Dienste leistete. Ludwig XIV., nun erst den Mann erkennend, den er mit Verachtung hindangewiesen hatte, suchte ihn zur Rückkehr zu vermögen; allein Eugens Antwort war: „Ich werde Frankreich wieder betreten; aber nur mit den Waffen in der Hand.” Wirklich bot sich kurz hierauf, als Oesterreich ein Biindniss mit dem Herzoge Victor von Savoyen gegen Frankreich schloss, die günstigste Gelegenheit dar; Eugen, dem Mai- schall Catinat entgegengestellt, hob 1691 die Belagei ung von omn au, bemächtigte sich der Festung Cannagnole, drang in die Dauphine ein unc eroberte die Festungen Embrun und Gay. Das goldene Vliess und die kaiserl. Feldmarschalls würde belohnten seine Verdienste. Nun ging er als Oberbefehlshaber zur kaiserl. Armee, welche gegen die Türken kämpfte. Hier schlug er im Lager bei Peterwardein alle Angriffe von Mustapha s 11. ihn weit überlegener Armee mit staunenswerter Tapferkeit ab, so, dass sich der Sultan gezwungen sah, nach Siebenbürgen zurückzukehren, tilgen, der ihm in Eilmärschen nachsetzte, erreichte ihn bei Zentha in einem trefflich verschanzten Lager, griff das dreimal stärkere Heer der Türken an und erkämpfte am 11. September 1697 einen Sieg, wie wenige die Geschichte vorzuführen vermag. Mustapha musste sich bis Adna- nopel zurückziehen, und ganz Bosnien ward erobert. Eine Folge dieses, so wie der späteren Feldzüge war der Carlowitzer Friede von 1699, durch den Siebenbürgen und Slavonien an Oesterreich kam. Nach kurzer Müsse rief den Prinzen der nach Carls II. von Spanien Tod ausgebrochene Erbfolgekrieg zu neuen Thaten. Ueberraschend sc ^ e ^ 1 ® rs ^ lien 1701 Eugen, nachdem er sich mit seinem Heere von 30,000 Mann einen Weg durch die Engpässe Tyrols gebannt hatte, in der Ebene von Varna und schlug Catinat bei Canzi, und nachdem dieser abberufen ward, am 11. September 1701 dessen Nachfolger, den Herzog von Villeroi, den er auch bei dem berühmten Ueberfalle von Cremona am 2. Februar 1702, nebst mehreren anderen französischen Generälen gefangen nahm. Die Schlacht bei Luzzara am 15. August 1702, wo ihm der berühmte Vendome gegenüberstand, blieb unentschieden: Mit Ende 1703 wurde Eugen vom Kaiser zn m Präsidenten des Hofkriegsrathes ernannt, von welcher Zeit an für das Militärwesen eine der wohltätigsten Reformen eintrat; und 1701 finden wir ihn in Deutschland, wo er und Marlborough am 13. August in der Schlacht bei Hochstädt einen entscheidenden Sieg über das französischbayerische Heer erfochten. Die bedenkliche Lage, in welcher das österrei- chisch-savoyische Heer in der Zwischenzeit schwebte, bewog den Kaiser, Eugen nach Italien zu senden. Kaum von den Wunden genesen, die er hier in der Schlacht bei Cassano erhielt, wusste er sich mit 21,000 Mann, bei 50 Meilen weit, einen Weg mitten durch den Feind, über steile Gebirge und vier flösse, zur Vereinigung mit den hart bedrängten Corps des Herzogs von Savoyen zu bahnen, und erfocht 1706 bei Turin über das 80,000 Mann starke Heer des Herzogs von Orleans den glänzendsten Sieg, der die Lom- baidie und Piemont von dem Feinde befreite. Rasch drang nun Eugen abermals in Frankreich ein, und belagerte Toulon; zog sich jedoch wieder, da ein starkes Heer zum Entsätze anrückte, nach Piemont zurück, nachdem er noch die wichtige Bergfeste Susa genommen hatte. 1708 finden wir Eugen in Flandern wirken. Am 11. Juli schlug er Vendome bei Oudenarde, dann eioberte er Lille, und siegte (am 11. September 1709) bei Malplaquet, worauf die Einnahme von Mons erfolgte. Auch nach dem Badner-Frieden genoss Eugen nur kurze Zeit Ruhe. Ein anderer Krieg gegen die Türken brach aus. Prinz Eugen rückte mit einer Streitkraft von nur 60,000 Mann, einem Heere von 200,000 Osmanen, die bis Peterwardein vorgedrungen waren und schon dessen Verschanzungen erstiegen hatten, muthig entgegen, und besiegte sie daselbst am 1. August 1716. Kurz hierauf eroberte er Te- meswar und das ganze Banat. Noch glänzender war sein Feldzug im Jahre 1717, wo die Festungen Sabacz, Orsowa, Mehadia, Semendria und die Hälfte von Serbien binnen zwei Monaten in seine Gewalt kamen, und der vorzüglich den für Oesterreich höchst vortheilhaftenFrieden von Passarowitz 1718 nach sich zog. Späster leistete der Prinz als Conferenzminister dem Staate die wesentlichsten Dienste, und selbst noch im 71. Jahre übernahm er, als die polnische Königs wähl einen neuen Krieg herbeiführte, das Commando dei Rheinarmee, musste jedoch bald, w egen Körperschwäche, nach Wien zu- rückkehren, wo er am 21. April 1736 früh Morgens todt im Bette gefunden wurde. Eugen, obgleich ein Sohn des Krieges, war ein grosser Beschützer dei Kunst und Wissenschaft, wie diess seine Unterlassenen kostbaren Sammlungen von Büchern, Handschriften, Karten und Kupferstichen beweisen. Er verschönerte Wien mit einem Palaste in der Himmelpfortgasse und dem prächtigen ß e l yet ^re am Renmvege. Seine Grabstätte befindet sich in der Kreuzkapelle zu St. Stephan in Wien. ^xri a p j , ■£T W. PI ‘i x f vox savoi JH i d) a c l ntu Dieser ausgezeichnete Gelehrte, dessen grosse Verdienste um die vaterländische Literatur in Oesterreichs Zeitbüchern nie verlöschen werden, wurde am 27. September 1729 zu Schärding im Lande Oesterreich ob der Enns geboren. Kaum zehn Jahre alt, verliess er das väterliche Haus, um das Gymnasium zu Passau besuchen zu können. Hier erwarb er sich durch seine nicht gewöhnlichen Anlagen bald die Liebe seiner Lehrer, der Jesuiten, unter welchen er auch sonach mit dem vorzüglichsten Erfolge die philosophischen Studien vollendete. Besondere Vorliebe für den Orden seiner Lehrer bestimmte ihn dann, um die Aufnahme in ihre Gesellschaft anzusuchen , und so trat er dann am 18. October 1747 bei St. Anna in Wien das Noviziat an. Nach den verflossenen beiden Prüfungsjahren hatte er sich vier Jahre hindurch dem Lehramte zu widmen; dann vollendete er seine theologischen Studien zu Grätz, von wo er auch, 1756 zum Priester geweiht, nach Judenburg, und dann nach Pressburg, zur Abhaltung der Frühpredigten an Festtagen, versetzt wurde. Drei Jahre später wiesen ihm seine Oberen, auf dessen glänzende Talente aufmerksam gemacht, einen Wirkungskreis an, wo er den entschiedensten Einfluss auf die Entwickelung eines geläuterten Geschmackes im Fache der schönen Literatur Oesterreichs nahm. Er kam nämlich 1759 als Präfect an die k. k. Theresianische Ritter-Akademie zu Wien, wo er als solcher 12 Jahre hindurch mit dem entsprechendsten Erfolge die schönen Redekünste lehrte, und selbst mit wahrem Berufe als Dichter auftrat. Um diese Zeit erschien auch seine Uebersetzung von Ossians Gedichten, an welcher wohl die Form verfehlet, aber keineswe- ges ein tiefes Eindringen in den Geist des Originales zu verkennen ist. Nach der Auflösung des Jesuiten - Ordens 1773 bekam er die Aufsicht über die herrliche Garellische Bibliothek, und mit dieser Bedienstung begann für ihn eine neue Epoche des Wirkens. Bibliographie und Literaturgeschichte wurden nun seine Hauptstudien, und wirklich hat er in beiden Ausserordentliches geleistet, und sich hierdurch die rühmlichste Anerkennung der gelehrten Welt erworben. 1784 erhielt Denis die durch den Tod des Hofrathes Kollar erledigte dritte Custosstelle an der k. k. Hofbibliothek, wo er, 1791 zum ersten Custos vorgerückt, und vom Kaiser Leopold durch den Hofrathstitel geehret, am 29. September 1800 seinem schönen Wirkungskreise, dem er mit rastlosem Eifer Vorstand, durch den Tod entrissen wurde. Des verdienstvollen Denis grosse Geistesthätigkeit bezeugen folgende werthvolle Schriften: Ossian’s und Sined’s Lieder, 5 Bände.N. Auflage.Wien 1791_94. 4. _Einleitung in die Bücherkunde, 2 Bände. Wien 1777. N. Auflage. 1795. _ Merkwürdigkeiten der Garellischen Bibliothek, ebend. 1780, — Wien’s Buchdruckergeschichte bis zum Jahre 1560, ebend. 1782, mit einem Anhänge von 1793. — Annalium typogr. M. Maittaire supple- mentum, 2 Thle. Wien 1789-S. Augustini sennones inediti, ebend. 1791. — Codices mspti. bibl. palat. Vindob. latini aliaruinque occid. linguarum. 2 Bde. in 6 Theilen, ebend. 1793_1802. _ Suffragiam pro Joanne de Spira primo Venet. typographo, ebend. 1794-Carmina quaedam, ebend. 1794. — Denkmale der christlichen Glaubens- und Sittenlehre, aus dem Lateinischen, 3 Thle., ebend. 1795_96.—Juvenals Gedicht vom wahren Adel, in’s Deutsche übersetzt und mit Erläuterungen versehen, ebend. 1796. — Lesefrüchte, 2 Bde., ebend. 1797. — Beschäftigung mit Gott, schon im 12. Jahrhundert gesammelt. Aus dem Lateinischen übersetzt, ebend. 1799. — Denis literarischer Nachlass, gesammelt und herausgegeben von Baron Ketzer. Wien 1802. 2 Bde. £ x a n } Carl Joseph, kaiserlicher Prinz und Erzherzog von Oesterreich, königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen etc. etc., Ritter des goldenen Vliesses, des königlich französischen Ordens vom heiligen Geiste nnd des königlich baierischen St. Huberts-Ordens, dann Grosskreuz des kaiserlich brasilianischen Ordens vom südlichen Kreuze und des königlich sicilianischen St. Ferdinand- und Verdienst-Ordens; k k. General-Major und Inhaber des ungarischen Infanterie-Regimentes Nro. 52; Protector des Vereines zur Versorgung und Unterstützung erwachsener Blinden in Wien; zweiter Sohn des hochseligen Kaisers Franz I. von Oesterreich und der Kaiserin Maria Theresia, gebornen Prinzessin beider Sicilien, wurde am 7. December 1802 zu Wien geboren. Des Prinzen angeborne grosse Talente brachten bald die sorgfältigst geleitete Erziehung zur Reife, und sonach widmeten sich Se. kaiserliche Hoheit mitgrossei Vorliebe und angestrengtem Eifer dem Militär- und anderen damit verflochtenen Wissenschaften. Mehrere grössere Reisen, welche hierauf erfolgten, dienten zur weiteren Vervollkommnung der vielumfassenden Kenntnisse des Prinzen; so wie Er sich dann auch durch nähere Einsichtsnahine in die Verhandlungen der Hofstellen, deren Sitzungen Er eine geraume Zeit hindurch beiwohnte , zum vollkommenen Staatsmanne ausbildete. Am 4- November 1824 vermählte sich der Prinz zu Wien mit Friederike Dorothea Sophie, Tochter weiland Sr. Majestät des Königs von Baiern, Joseph 3 Maximilian, Sternkreuz - Ordens - Dame, geboren am 27. Januar 1805, einer erlauchten Prinzessin, die sich eben so sehr durch Geist, Schönheit und alle Herzen der Oesterreicher gewinnende herablassende Freundlichkeit, als ihr erhabener Gemahl sich als Beförderer alles Nützlichen und Schönen auszeichnet. Franz Anton raf tum fidtorat - jTtetateittdkj), Herr der Herrschaften Reichenau, Czernikowitz, Wamberg , Maierhöfen , Fframberg und Koschatek, dann der Güter Borohradek, Horatitz und Schiessetitz in Böhmen; Ritter des goldenen Vliesses, Grosskreuz des Österreichisch kaiserlichen Leopold-Ordens, Inhaber des goldenen Civil- Ehren - Kreuzes, Ehren-Bailli und Grosskreuz des souverainen Ordens des heiligen Johann von Jerusalem, Ritter der russisch kaiserlichen Orden des heiligen Andreas, des heiligen Alexander-Newsky und der heiligen Anna erster Classe, dann des Wladimir - Ordens; Grosskreuz des königlich sächsischen Ordens der Rautenkrone, k. k. wirklicher geheimer Rath, Kämmerer, Staats-und Conferenz-Minister etc., wurde zur weiteren Verherrlichung seines mächtigen Heldenstammes, der bis in die böhmische Mythenzeit hinaufreicht, und von jeher im Rufe der treuesten Anhänglichkeit an Fürst und Vaterland stand, am 31. Jänner 1778 zu Prag geboren. Bald nach zurückgelegten Berufs-Studien trat er in den Staatsdienst, und vermählte sich am 8. Juni 1801 mit Rosa, Tochter des Fürsten Joseph Kinsky und der Gräfin Maria Harrach. Kaum volljährig geworden, bekleidete er schon den wichtigen Posten eines Stadthauptmannes in seiner Vaterstadt. Als im Herbste 1810 Graf Joseph Wallis an die Spitze der Finanz-Verwaltung nach Wien berufen wurde, folgte ihm Graf Kolowrat als Oberst-Burggraf des Königreiches Böhmen. Mit angestammter Milde und Ruhe, mit hoher Weisheit und unermüdeter Thätigkeit verwaltete der edle Graf diese einflussreiche Stelle. Sein Haupt - Augenmerk war unablässig dahin gerichtet, das unter dem Drucke verhängnisvoller Ereignisse gesunkene Selbstgefühl und Selbstvertrauen der seiner Obhut anvertrauten wackeren Nation, welche sich früherhin für Wissenschaft, Kunst und Gewerbe gleich tüchtig zeigte, von Neuem zur Thatkraft zu beleben. Wie sehr es ihm gelang, sein wichtiges, höchst patriotisches Vorhaben zu verwirklichen , indem er das seit lange her vernachlässigte Studium der böhmischen Sprache und mit ihm die National-Literatur w ieder in Aufnahme brachte; die an Hochtliaten so reiche Landesgeschichte durch redende und bildende Kunst, Dichtung , Malerei und Sculptur zu verherrlichen und in des Volkes empfängliches Gemüth einzurpägen suchte, und überall selbst, wo es den Ruhm des Vaterlandes galt, mit aneiferndem Worte und eigenem Beispiele voranging, wird selbst nur ein flüchtiger Blick auf den gegenwärtigen blühenden Zustand der Cultur dieses auch von der Natur reich 3 * begabten Landes und seiner unter der Mitwirkung eines vortrefflichen Strassen-Systems , als dessen rastloser Beförderer Graf Kolowrat mit Recht betrachtet werden kann, zu einer staunenswerthen Höhe gestiegenen Gewerbs-Industrie _ jedem Unbefangenen beweisen. Prag insbesondere hat dem Grafen viel zu verdanken. Er vermehrte die schönen Anlagen vor der Stadt, gründete und unterstützte das Armenhaus zu St. Bartholomäus, erwarb sich um die Emporbringung und Verbesserung der in Prag befindlichen Wohlthätigkeits-, Bildungs- und Straf - Anstalten unvergängliche Verdienste, und errichtete das böhmische National - Museum. Im Jahre 1826 wurde Graf Kolowrat in den Staats- und Conferenz - Rath nach Wien berufen, wo er seitdem seine glücklichen Anlagen, seine ausgebreiteten Kenntnisse und seine in einem langen Geschäftsleben gereiften Erfahrungen dem Wohle des grossen Kaiserreiches mit dem glühendsten Eifer und der edelsten Selbstverläugnung weihet. Er ist auch Protector des böhmischen allgemeinen Witwen- und damit verbundenen Taubstummen - Instituts, Präsident der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, wirkliches Mitglied der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Wien , Ehrenmitglied der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Krain, des landwirtschaftlichen Vereines in Baiern und der grossherzoglich weimar’sclienSocietät für die gesammte Mineralogie zu Jena, dann wirkendes Mitglied der Gesellschaft des vaterländischen Museums in Böhmen, Ehrenmitglied der isländischen Literatur-Gesellschaft, ordentliches Mitglied der königlichen Gesellschaft für nordische Altertümer zu Copen- hagen und Ehrenmitglied der k. k. Akademie der schönen Künste in Mailand. ÜFIRAIT ^ JkW± ©A > 'Johann ladislaus jPjrrkrr Don Jfr Itfö-'Eöv. Dieser Tiochberühmte Erzbischof von Erlau, Erb - Obergespan der_ ver- einigten Hevescher und äusseren Szolnocker Gespanschaft, k. k. wirklicher geheimer Rath, Ritter des österr. kaiserl. Ordens der eisernen Krone erster Classe, Ehrenmitglied der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien und des Athenäums zu Venedig, Treviso und Brescia, dann der königl Akademie der Wissenschaften zu München und Padua, Mitglied der k.k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien, Ehrenmitglied der mah- risch-sclilesischen Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde und der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Krain etc. , wurde am 2. November 1772 in Ungarn, in der Stuhlweissenburger Gespanschaft zu Langh geboren, wo sein Vater Verwalter der Güter seines im siebenjährigen Kriege gewesenen Generals, Baron L* war. Schon 1780 besuchte er das Gymnasium zu Stuhlweissenburg, und hörte hierauf mit Auszeichnung die philosophischen Vorlesungen an der Akademie zu Funfkirchen. 1790 begab er sich nach Ofen, um bei der königl. Statthalterei-Kanziei in’s Geschäftsleben zu treten; allein da ihm dieses durchaus nicht zusagte, so bewog ihn die Aussicht auf die Stelle eines Secretars bei einem Graten zu Palermo, im Mai 1792 dahin zu reisen. In Neapel jedoch änderte er seinen Entschluss, ging zur See, auf welcher durch eine Nacht ein furc - terliches Gewitter tobte, nach Genua, und über Lindau nach W len zuruck, wo er dann im Spätherbste 1792 zu Lilienfeld in Oesterreich m den Orden der Cistercienser trat, und nach vollendeten theologischen Studien 1796 Priester ward._ 1807 sehen wir Pyrker zu Türnitz als Pfarrer viel zur Verschönerung der dortigen Kirche beitragen, und vorzüglich segenbiin- gend bewährte sich hier das Walten dieses würdigen Priesters wählend der feindlichen Invasion 1809, wo es seiner Alles besiegenden Beredsamkeit und Geistesgegenwart gelang, der von General La Bruyere über die Häuser des Traisenthaies verhängten Brandlegung Einhalt zu tliun. In bewunderungswürdiger Schnelligkeit stieg nun Pyrker zu immer höheren Ehrenstufen empor, ohne darnach zu streben. 1811 wurde er als Prior in das Stift berufen, wo die Wiedererbauung des 1810 abgebrannten Klosters seine ganze Thätigkeit in Anspruch nahm. Dann ward er am 8. Juli 1812 zum Prälaten desselben gewählt, das (tief herabgesunken) durch seine ausserordentliche Intelligenz in kurzer Zeit zu neuem Glanze und Ruhme sich emporschwang. In Anerkennung seines glühenden, frommen Berufseifers , seiner grossen Gelehrsamkeit und zur würdigen Belohnung seiner hohen Verdienste ernannte ihn hierauf Kaiser] Franz am 4. August 1818 zum Bischöfe von Zips in Ungarn. Nunmehr erschien sein erstes, von aller Welt angestauntes Meisterwerk, das Epos Tunisias in 12 Gesängen *) , das er, dem Entwürfe nach, schon 1810 zu Türnitz vollendet hatte, und fast gleichzeitig gab er auch Hanthalers «Recensus diploinatico genealogi- cus Archivi Campililiensis” in 2 Folio - Bänden heraus. Zudem lieferte er auch für das erste Heft der Verhandlungen der k. k. Landwirthschaftsgesell- schaft die Beschreibung des Bezirkes von Lilienfeld. In Zips , wo er eine Präparandenschule für Dorfschullehrer stiftete, begann er auch seine biblisch-epischen Gedichte: „Perlen der heil. Vorzeit,” die zum Besten des wohlthätigen Frauenvereines in Ofen, 1821 alldort auch gedruckt wurden **). Am 23. Mai 1820 erhob ihn des Kaisers Gnade auf den Patriarchenstuhl von Venedig und 1821 erhielt er die Würde eines wirklichen geheimen Rathes. Hier und zum Theil auf Reisen nach Gastein (seinem Lieblingsaufenthalt im Sommer), nach Rom, Wien etc. schrieb er sein drittes Meisterwerk, das Heldengedicht Rudolphias, in 12 Gesängen ***) , wodurch sich sein Dichterruhm zur liöchten Stufe erhob. Kaum sieben Jahre erfreuten sich die Venezianer seines kräftigen Wirkens; denn im Februar 1827 erhielt Pyrker das erledigte Erzbisthum Erlau. Doch auch in weiter Ferne vergass er ihrer nicht. Eine Denkschrift, welche er dem Kaiser überreichte, veranlasste für sie 1829 die Begünstigung eines Freihafens; und auch die Commissione generale di publica beneficenza, deren Präsident er als Patriarch war, erlangte durch seine Verwendung volle Entschädigung für ihre unter der italischen Regierung eingezogenen Besitzthiimer, wie dieses die schöne Medaille, welche die dankbare Commission ihm zu Ehren ausprägen liess , beweiset. Als Erzbischof von Erlau hat sich Pyrker durch den 1831 begonnenen grossartigen Bau des Domes ein Monument gesetzt, das seinen Namen auch in kommenden Jahrhunderten verherrlichen wird. Gleichwie er beim Ausbruche der Cholera in seiner Diö- cese als Musterbild opfernder Liebe vorleuchtete, so zeigte sich auch sein edles Herz zu Gastein , w r o er die Leitung eines Theiles des w armen Quellwassers vom Wiklbade nach dem Markte Hofgastein veranlasste und dort ein [von ihm mit bedeutenden Kosten erkauftes Haus 1832 zu einem Militärbade widmete. Und so gräbt Pyrker, wo er immer weilt, sein Ge- dächtniss in die Herzen. Möge er dafür noch lange die Kränze blühen sehen, die Liebe und Achtung seiner Kunst und seinem Verdienste widmen. Auflage 1820 zu Wien j eine zweite 1826, und zu Stuttgart 1834 eine dritte. _ ) Pme sweite Auflage, Wien 1826$ eine mit neuen Gesängen bereicherte dritte, 1834 zu Stuttgart. ) Auflage > Wien 1824, die zweite, Wien 1827. _ Pyrkers sämmtliclie Werke, 3 Bande, Stuttgart bei Cotta 1834, 8. jCutmuig uan üUetljöum. JJ^er ruhmgekrönte Heros der Instrumental-Musik, Beethoven, welcher sie auf einen Grad der Vollendung gebracht hat, den vor ihm kein Meister erreichte, wurde zu Bonn am 17. December 1772 geboren. Als Sohn eines Tenoristen in der Capelle des Churfiirsten Max Friedrich von Cölln, fand er schon im frühester Jugend Anregung und Freude durch Musik. Der Hoforganist van der Enden, einer der besten Clavierspieler seinerzeit, und nach dessen Tode 1782 der rühmlich bekannte Christian Gottlob Neefe, waren seine ersten Meister. Letzterer machte ihn mit Sebastian Bach’s Meisterwerken vertraut, dessen schwieriges wohltemperirtes Clavier der einjährige Beethoven bald mit einer Präcision und Fertigkeit spielte, die selbst den erfahrensten Künstler in Erstaunen setzte. Bald erschien nun sein erstes Compositions - Werk: „Neue Variationen über einen Marsch für das Clavier,” das dem jungen Künstler sehr zur Ehre gereichte. Gleichwie Max Friedrich, nahm sich auch, nach dessen Tode, der neue Churfürst Maximilian von Oesterreich mit grosser Sorgfalt des talentvollen Jünglings an. Schon 1791 ernannte er ihn zu seinem Hoforganisten, und 1792 schickte er ihn nach Wien, um unter Joseph Haydn die Composition vollständig zu erlernen. Dieser wackere Meister sowohl, durch den er die allgewaltigen Werke Handels kennen lernte, als auch der berühmte Contrapunctist Albrechtsberger vollendeten seine musikalische Ausbildung. Schon nach kurzem Aufenthalte in Wien zog er durch sein vortreffliches Spiel, wo er die grössten Schwierigkeiten mit bewunderungswürdiger Fertigkeit zu überwinden wusste, alle Aufmerksamkeit auf sich. Unübertrefflich zeigte er sich in der freien Phantasie, so wie in der Kunst, ein Thema zu variiren. Allmä- lig erschienen nun mehrere Compositionen, in denen der erhabene Geist Shakspeares weht, und besonders seine classischen, an unvergänglichen Schönheiten überströmenden Symphonien erwarben ihm bald den Namen des ersten und grössten Instrumental-Componisten. Durch die Bande der Dankbarkeit und besondere Liebe für Wien gefesselt, schlug er schon 1810 einen sehr vortheilhaften Ruf nach England aus; einem zweiten als Capell- meister des damaligen Königs von Westphalen entsagte er sogleich, als ihm durch die Bemühungen des erhabenen Kunstkenners, Erzherzogs Rudolph, so wie der Fürsten Lobkowitz und Kinsky, eine jährliche lebenslange Pension von 2000 fl. unter der einzigen Bedingung zu Theil wurde, dass er den Aufenthalt in Oesterreich nie gegen jenen im Auslande vertauschen solle. Während der Anwesenheit der verbündeten Monarchen in Wien, 1814, erschien seine grosse Oper Leonore (nun Fidelio), die allenthalben, wie erst neuerlich in London und Paris, mit ungeteiltem Enthusiasmus aufgenommen wurde. Bald hierauf folgte sein charakteristisches Tonwerk: die Schlacht bei Vittoria, nach deren erster Aufführung ihm die Kaiserin Elisabeth von Russland 200 Dukaten sandte und der Wiener Magistrat ihn zum Ehrenbürger der Stadt ernannte. Eine Gesellschaft in England verehrte ihm ein Fortepiano aus den Händen des ersten dortigen Meisters. Um 1815 begann sich ein Uebel zu äussern, das die traurigsten Folgen ahnen liess. Beethovens Gehörorgane schwächten sich allmälig mehr und mehr, und nur zu schnell trat völlige Taubheit ein, die fast jede Unterhaltung mit ihm unmöglich machte , aber seine Schöpfungskraft (allerdings eine höchst seltene Erscheinung) ganz ungeschwächt erhielt, wie diess seine letzte geniale Symphonie in 1) moll, welche 1825 unter seiner eigenen Direction im Kärnthnerthor-Theater aufgeführt wurde , genügend beweiset. • Diess war sein letztes öffentliches Auftreten. Bald hieraul fühlte er sich krank,, und der 26. März 1827 befreite ihn von den langwierigen Leiden der Wassersucht. Im Friedhofe zu Währing , nächst W ien, schmückt ein einfaches schönes Denkmahl sein Grab. Nach Gräffer schrieh Beethoven: 35 Nrn. Sonaten für das Pianoforte allein; 13 Nrn.verschiedene Stücke für das Pianoforte; 42 Nrn. Variationen für das Pianoforte mit und ohne Begleitung; 4 Nrn. Musik für das Pianoforte zu 4 Händen; 10 Nra. Duetten für Pianoforte und Violine; 6 Nrn- Duetten für Pianoforte und Violoncell; 7 Nrn. Terzetten für Pianoforte, Violine und Violoncell; 2 Nrn. Quartetten und Quintetten für das Pianoforte; 8 Nrn. Cantaten für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters; _ ferner 6 Nrn. Terzetten für Violine, Viola und Violoncell; 17 Nrn. Quartetten für 2 Violinen, Viola und Violoncell; 3 Nrn. Quintetten für 2 Violinen, 2 Violen und Violoncell; 2 Nrn. Sextetten, und Septetten; 3 Nra. Concerte und Romanzen für die Violine mit Begleitung des Orchesters; dann 74 Nrn. Gesänge und Lieder mit Begleitung des Pianoforte ; 12 Nra. Gesänge mit mehrstimmiger und Orchester-Begleitung; 6 Nrn, Messen , Oratorien, Opern ; _ endlich 10 Nrn. Symphonien für das ganze Orchester; 10 Nrn. Ouvertüren für das ganze Orchester; 6.Nrn.Tänze und Ballete für das ganze Orchester, und 5 Nra. Musikstücke für Blasinstrumente. Beethovens Studien im Generalbasse und Contrapuncte erschienen, aus seinem handschriftlichen Nachlasse gesammelt, von Ignaz Ritter von Seyfried, Wien 1832. JHcuria Cljrr Diese erhabene Herrscherin des österreichischen Staates wurde am 10. Mai 1717 zu Wien geboren. Bereits 1736 mit dem Herzoge Franz Stephan von Lothringen vermählt, bestieg sie, vermöge der pragmatischen Sanction, nach dem Tode ihres Vaters Carl VI. am 21. October 1740 den Thron von Ungarn, Böhmen und Oesterreich unter den misslichsten Verhältnissen. Bei sehr geschwächtem Staatsschätze hatte sie sogleich zwei mächtigen Gegnern mit ihrem kleinen Heere entgegen zu stehen; denn Churfiirst Carl Albrecht von Baiern, von Frankreich und andern Mächten unterstützt, machte Anspruch an die Österr. Erblande, und Friedrich II., König von Preussen, erneuerte ähnliche auf vier schlesische Fiirstenthümer. Am 23. December 1740 rückte der König mit einem Heere in Schlesien ein und bemächtigte sich bald dieses Landes. Auch das vereinte französisch-bairische Heer drang schon im August 1741 bis St. Pölten vor: da sich Theresia nicht berechtiget hielt, auch nur den kleinsten Theil ihrer Staaten abzutreten; eine Ansicht, in der sie durch die Geburt des Erzherzoges Joseph, die in der Zeit erfolgte, noch mehr befestiget wurde. Auch Philipp V. von Spanien und Carl Emanuel von Sardinien forderten von ihr Länderabtretungen und machten Miene, sich mit Frankreich zu verbinden. In dieser bedrängten Lage rettete sie sich allein durch ihren Heldenmuth, durch Englands Hülfe und vorzüglich durch die Anhänglichkeit der ungarischen Nation. In der äussersten Noth nämlich hatte sie in Pressburg einen Reichstag ausgeschrieben , wo sie am 11. September 1741 persönlich erschien und durch Schilderung ihres Unglücks die Ungarn also rührte, dass, mit dem Ausrufe: »Wir sterben für unsere Königin Theresia!’ 5 sogleich Alles zu den Waffen griff. In Blitzes-Schnelle war die feindliche Macht aus Oesterreich vertrieben; und nach der Schlacht bei Schärding am 23. Jänner 1742 rückte Theresiens Heer am nämlichen Tag (12. Februar 1742) in München ein, als der Churfiirst von Baiern als Carl VII. zu Frankfurt die Kaiserkrone erhielt. Nach Friedrichs Sieg bei Chotusitz trat, zu Folge des am 28. Juli 1742 abgeschlossenen Friedens, Theresia an selben ganz Ober- und Niederschlesien und Glatz, mit Ausnahme der Fürstenthümer Te- schen, Jägerndorf und Troppau, ab, und seitdem siegten allenthalben Oesterreichs Waffen. Kurz hierauf kam Böhmen wieder in österreichische Gewalt und Theresia ward am 12. Mai 1742 in Prag als Königin gekrönt. Auch Kaiser Carl VII. war gezwungen, mit Theresia einen Neutralitätsvertrag ab- zuschliessen, kraft welchen er ihr bis zum allgemeinen Frieden seine Erbstaaten überliess und seiner Erbfolge in den österreichischen Ländern entsagte. Ungeachtet der Bemühungen Frankreichs (das 1744 nun den Krieg in den österreichischen Niederlanden nicht ohne Glück führte), nach dem am 20. Jänner 1745 erfolgten Tode Carls VII., dem Hause Oesterreich die 4 Kaiserkrone zu entreissen, gelang es doch Theresien, mit Hülfe Englands und Sachsens, dass ihr Gemahl, Franz Stephan, am 4. October zum Kaiser gekrönt wurde, als welcher er auch nach dem Dresdener Frieden (25. De- cember 1745) von dem König von Preussen anerkannt wurde. Nach dem am 18. November 1748 erfolgten Achner Frieden, wo Theresia allgemein als die Erbin der väterlichen Monarchie anerkannt wurde; hingegen Parma an den Infanten Don Philipp abtrat, w r andte diese grosse Kaiserin ihre ganze Sorgfalt auf die Wiederherstellung der Finanzen und des Kriegsheeres. Beides gelang in kurzer Frist. Fürst Kaunitz, dem nun die oberste Leitung der Staatsangelegenheiten anvertraut w r urde, benützte eine Uneinigkeit, welche zwischen England und Oesterreich entstand, zu einer Annäherung der Höfe von Wien und Versailles, deren Folge ein am 1. Mai 1756 abgeschlossenes Bündniss mit Frankreich gegen Friedrich von Preussen war, welches den siebenjährigen Krieg herbeiführte, wo dann, nach hergestelltem Frieden, ihr Sohn Erzherzog Joseph, am 27. März 1764 zum römischen König gew ählt, und nach dem Tode ihres Gemahles K. Franz I., am 18. August 1765 von ihr zum Mitregenten der Erblande erklärt wurde, aber ohne Einfluss blieb. Am 5. August 1772 schloss die Kaiserin mit Russland und Preussen den Vertrag zurTheilung Polens, in Folge dessen sie Galizien und Lodomerien erhielt; am 25. Februar 1777 trat ihr die Pforte die Bukowina ab, und in dem Teschner Frieden, der auf dem 1777 ausgebrochenen baierischen Erbfolgekrieg erfolgte, wurde ihr das Innviertel zu Theil. Maria Theresia starb am 29. November 1780, geachtet als eine der grössten Regentinnen, w elche je lebten. Das Wohl ihrer Unterthanen immer vor Augen habend, stiftete und verbesserte sie viele Schulanstalten, Universitäten und Akademien; munterte durch thätige Unterstützung den Gew r erbsfleiss auf, und wandte besonders ihre Aufmerksamkeit auf die Landes - Cultur. Grosse Verdienste erwarb sie sich durch die Abstellung der Folter und vieler kirchlicher Missbräuche. Dabei war sie wahrhaft fromm, liebreich und besass einen hohen Grad von Selbstbeherrschung. In ihrer Jugend war Maria Theresia eine der schönsten Frauen ihrer Zeit, durch die Blattern aber, welche sie erst im Alter bekam, w r urde sie sehr entstellt. Nach dem Tode ihres Gemahls erschien sie immer in Trauer. Ueberhaupt war sie ein Muster ehelicher Liebe. Joseph II., ihr ältester Sohn, folgte ihr in der Regierung. Von ihren drei jüngeren Söhnen wurde Leopold Grossherzog von Toscana; Ferdinand (durch die Vermählung mit Maria Beatrix, Tochter Ercole Rinaldo’s) Herzog von Modena, und Maximilian Grossmeister des deutschen Ordens, Coadjutor von Münster und Churfürst von Köln. Von ihren sechs Töchtern w ar Maria Anna Aebtissin zu Prag und Klagenfurt; Maria Christina, mit dem Herzoge Albert von Sachsen-Teschen vermählt; Maria Elisabeth Aebtissin zu Innsbruck; Maria Amalia, Gemahlin des Herzogs von Parma; Maria Antonia mit dem König von Frankreich und Maria Carolina mit dem König von Neapel vermählt. • ivic^LFiinü ‘ifisngiiß.MFgaü XAllftJK'.MR, K DPTt GMQY. Carl iTufrans, kaiserlicher Prinz und Erzherzog von Oesterreich, königl. Prinz von Ungarn und Böhmen, Ritter des goldenen Vliesses, Grosskreuz des militärischen Maria Theresien-Ordens, der königlich französischen Ehrenlegion, des kaiserlich brasilianischen Ordens vom südlichen Kreuze und des grossherzoglich toscanischen St. Josephsordens, Gouverneur und Generalcapitän des Königreiches Böhmen, k. k. General-Feldmarschall, Inhaber des Infanterie- Regimentes Nr. 3, und des Uhlanen-Regimentes Nr. 3, des Kaisers Leopold II. zweitgeborner Sohn, wurde zu Florenz am 5-September 1771 geboren. Schon 1791 kam er, da ihn die Erzherzogin Christina an Sohrtesstatt angenommen hatte, nach den Niederlanden, wo deren Gemahl, Herzog Albert von Sach- sen-Teschen, General-Gouverneur war. Hier widmete er sich vorzüglich dem Studium der Kriegskunde und legte so den theoretischen Grund zum künftigen grossen Feldherrn. Beim 1793 erfolgten Ausbruche des Krieges gegen die französische Republik hatte er bald Gelegenheit, in den Schlachten bei Jemappes, Aldenliofen, Tirlemont und Neerwinden sein Kriegs-Genie zu entwickeln und sich das Grosskreuz des Maria - Theresienordens zu verdienen. 1791: befehligte er bei Landrecy, dann bei Tournay und Courtray gegen Pichegru, so wie bei Fleurus schon ein bedeutendes Corps, und 1796 erhielt er das Obercommando über die Rheinarmee. Nach dem Treffen bei Malsch, wo er sich der grossen Uebermacht des Feindes wegen zurückziehen musste, schlug er im August und September Jourdan bei Teining, Amberg und Würzburg, und nöthigte ihn, in grösster Unordnung über den Rhein zu fliehen; hierauf wendete er sich gegen Moreau, der von ihm an der Elz bei Emmendingen und Sahlingen besiegt, im October 1796, gleichfalls oberhalb Basel seinen Rückzug über den Rhein nahm. Minder glücklich war der Feldzug von 1797 gegen Bonaparte in Italien. Nach dem Frieden von Campo Formio (17. October 1797) wurde Erzherzog Carl zum Gouverneur und Generalcapitän von Böhmen ernannt, und bei dem neuen Ausbruche des Krieges 1799, übernahm er wieder das Obercommando über die Rheinarmee, und siegte im März desselben Jahres bei Ostrach und Stockach, und dann, als das russische Hülfsheer eingetroffen war, im August bei Mannheim und Neckerau. Kurz hierauf entsetzte er Philippsburg und zog sich dann, nach Korsakows Niederlage, an die Donau. Wegen sehr geschwächter Gesundheit musste er im März 1800 den Oberbefehl an Kray überlassen; doch gleich nach der unglücklichen Schlacht von Hohenlinden übernahm er ihn wieder und schloss, am 25- December 1800, den Waffenstillstand zu Steyer. Mit Anfang des Jahres 1801 wurde er zum Feldmarschall undHof- 4. * kriegsraths-Präsidenten ernannt; was für das österreichische Militär die er- spriesslichsten Folgen hatte, und 1801 erlangte er die Würde eines Gross- meisters des deutschen Ordens, als welcher er jedoch 1804 resignirte. Im Kriege gegen Frankreich von 1805 führte Erzherzog Carl das Commando in Italien, wo er am 29. und 30. October bei Caldiero und Colognola Mas- sena schlug, sich aber dann, nach den unglücklichen Ereignissen in Deutschland um eine Verbindung mit Erzherzog Johann herzustellen, bis Kranichfeld 5 zurückziehen musste. Mit dem vereinigten Heere hatte er fast Wien schon erreicht, als die Schlacht bei Austerlitz (am 2. December) für die österreichische Monarchie den unglücklichen Ausgang nahm. Am 10. Februar 1806 ernannte Kaiser Franz Erzherzog Carln zum Generalissimus und Kriegsminister mit unumschränkter Vollmacht, w orauf eine energische Reorganisation der Armee erfolgte. Unablässig war der Erzherzog bemüht, die literarische Thätigkeit in allen Zw eigen der Kriegswissenschaft unterstützend aufzumuntern. Er gründete ein eigenes Kriegsarchiv, eine militärische Zeitschrift und gab Veranlassung zu all den seither erfolgten grossartigen Leistungen des General-Quartiermeisterstabes, der Kriegs Verwaltung und des Kriegsarchives im Fache der Kriegswissenschaft, Geschichte, militärischen Gesetzgebung und der Charten. In dem unglücklichen Kriegsjahre 1809, wo Napoleon nach den Schlachten bei Abensberg, Landshut, Eckmühl und Reg ensburg raschen Fluges der Hauptstadt Wien sich bemächtigte, hat sich Erzherzog Carl durch seinen meisterhaften Rückzug nach Budweis, und in den zwei blutio-en Tagen der Schlacht von Aspern unverwelkliche Lorbeern erworben. An der Wunde siechend, welche er bei Wagram empfing, legte er nach abgeschlossenem Wiener Frieden am 31. Juli 1809, zuLittau in Mähren, seine Würde als Kriegsminister und Oberbefehlshaber nieder, und erst 1815 trat er wieder, für kurze Zeit, als Militärgouverneur in Mainz öffentlich auf. Am 17. September 1815 vermählte er sich in Weilburg mit Henriette, Prinzessin von Nassau-Weilburg, mit der er dann nach Wien zurückkehrte und seitdem, zurückgezogen von allen öffentlichen Geschäften, sich und seiner Familie lebet, aus der ihm leider schon am 29. December 1829 seine vielgeliebte Gemahlin entrissen wurde. - i * J Üti } imf twtt Rallanite. JLFieser, durch echt christliche Tugend und ritterlichen Sinn höchst ausgezeichnete Cardinal-Erzbischof zu Gran und Primas von Ungarn, wurde am 16. October 1631 zu Comorn im Königreiche Ungarn geboren. Er widmete sich sehr frühe dem geistlichen Stande und trat in den Maltheser-Orden. 1650 zum Ritter geschlagen, gelangte er bald zur Würde eines Ordens - Ca- stellans und dann zu jener eines Commandeurs zu Mailberg, Eger und Mi- chalupp. Im Jahre 1651 focht er als Ordensritter gegen die Ungläubigen zu Candia und im nächstfolgenden Jahre eroberte er in der Seeschlacht an den Dardanellen eine türkische Fahne. Nun aber entsagte er der kriegerischen Laufbahn und Iiess sich um 1657 zu Neutra in Ungarn zum Priester weihen. Schon 1668 wurde er daselbst Bischof, dann erlangte er 1670 das Bisthum zu Wiener-Neustadt und 1672 die Kammerpräsidentenstelle in Ungarn. Schon 1679, als die grosse Pest in Oesterreich wiithete, zeigte sich Kollonits durch seine wahrhaft christliche, aufopfernde Hiilfeleistung in dem glänzendsten Lichte eines höchst würdigen Priesters; aber ewig unvergesslich in den Annalen Wiens aufgezeichnet ist sein grossherziges, edles Benehmen während der zweiten Belagerung dieser Stadt durch die Türken 1683- Schon iin Juli dieses Jahres des Schreckens begab sich Kollonits nach Wien, um die Schicksale dieser hart bedrängten Stadt zu theilen. Wägen in Menge, mit Lebensmitteln aller Art, folgten ihm nach, um der dringendsten Noth zu steuern Ais nun das Heer des Feindes die Stadt umflutete, unterstützte er auf das kräftigste und wirksamste den wackern Stadtcommandanten; täglich besuchte er selbst die gefährlichsten Posten, und ermutliigte so die Krieger durch sein eigenes Beispiel zur neuen Thatkraft. Liebreich pflegte er die Verwundeten in den überfüllten Spitälern. Ueberall erschien er, selbst wo der Tod am gefährlichsten drohte, unerschrocken als Rettungsengel und gab den Sterbenden himmlischen Trost. Nicht minder wachte er auf das thä- tigste über die Löschanstalten und über die Beischaflfung und Preise der Lebensmittel. Als nun die Stadt durch das christliche Heer glücklich entsetzt war, richtete der, von uneigennütziger Menschenliebe beseelte, fromme Bischof sein Augenmerk auf das verlassene Lager der Türken, wo auf den blutigen Feldern arme erkrankte Christen in unermesslicher Menge schmachteten, und mehr als 500 verwaiste Kinder dem grässlichsten Elende Preis gegeben, die Luft mit ihren Weheklagen erfüllten. Hochherzig liess sie Kol- lonits, auf seine eigenen Kosten, in die Stadt führen, und auf das sorgfältigste verpflegen. Seine hohen Verdienste um die Menschheit und den Staat anerkennend, ertheilte ihm Kaiser Leopold I. 1685 das Bisthum zu Raab und Papst Innocenz IX. den Cardinaishut; 1691 erhielt er dann dasErzbisthum Colocza mit Beibehaltung des Raaber Bisthums; 1692 ernannte ihn der Kaiser zum wirklichen Staats- und Conferenz-Minister und Präsidenten der Hofkammer in Wien, und 1695 erreichte er die Würde eines Erzbischofes zu Gran und Primas von Ungarn, als welcher er am 20. Jänner 1707 in Wien starb. Die Leiche dieses ausgezeichneten Mannes wurde in der Kirche zu St. Anna beigesetzt, und dann nach Pressburg geführt, wo sie in der von ihm gestifteten St. Salvatorskirche ihre Ruhestätte fand. X XJPVOJPIWUI)) $ o & e $\) fj a p tr r tt. AFieser weltberühmte Heros der Tonkunst wurde am 31. März 1732 zu Rohrau im Lande Oesterreich unter der Enns geboren, wo sein Vater Wagner war. Schon als Knabe von sechs Jahren genoss er bei dem Schullehrer von Haimburg, einem Anverwandten seiner Aeltern, den ersten Unterricht in der Musik. Nach dreijähriger Uebung bei demselben, wo er fast alle Saiten- und Blasinstrumente erlernte, kam er in die Musikschule zu St. Stephan in Wien. Hier blieb er bis zum 16. Jahre (wo seine Stimme mu- tirte), nachdem er den Unterricht in der praktischen Musik, vorzüglich im Gesänge, von sehr guten Meistern genossen hatte. Karger wurde ihm der Unterricht in der Theorie der Musik, durch den Chordirector Reiter, zu Theil. Bei seiner Entlassung, kaum mit den nothdürftigsten Vorbegriffen des Generalbasses ausgestattet, musste der arme, wissbegierige Hayden zum Selbstunterrichte seine Zuflucht nehmen; _aber sein grosses Talent für Musik siegte über alle Hindernisse, die ihm seine drückende Dürftigkeit in den Weg gelegt hatte. Emanuel Bachs Sonaten, welche er zufällig in die Hände bekam, wirkten mächtig auf seinen Kunstsinn ein, und bald hierauf erschien seine erste Composition, ein Quartett, dessen Erscheinung bei den Musikfreunden für Hajden das lebhafteste Interesse erweckte. 1759 endlich war er seiner Nahrungssorgen ledig, indem er bei der gräflich Morzin’schen Capelle die Stelle eines Musikdirectors erlangte. Die Frucht seines freieren Wirkens war dessen gehaltvolle erste Symphonie aus D-dur. Fürst Niclas Esterhazy, ein grosser Musikkenner und selbst Virtuose auf der Violine, wurde durch sie so begeistert, dass er ihren Urheber, gleich nach Auflösung der Morzin’schen Capelle, in seine Dienste nahm, und ihn mit reichlichem Solde zum Capellmeister seiner Oper, seiner Kirchen- und Kammermusik ernannte. Hier im Schlosse des Fürsten zu Eisenstadt verlebte Hayden dreissig Jahre hindurch ein stilles, sorgenloses, aber für die Kunst und seinen Ruhm höchst einflussreiches Leben. Nach dem Tode des Fürsten 1790 unternahm Hayden, auf Anrathen seiner Freunde Gluck und Salomon, eine Kunstreise nach London, wo er die schmeichelhafteste Aufnahme und die gerechteste Anerkennung seines grossen Musik-Genies fand. Bei einem zweiten, kurze Zeit hierauf erfolgten Besuche von Englands Hauptstadt, wo er neuerdings anderthalb Jahre daselbst verweilte, beehrte ihn die Universität zu Oxfort mit dem Diplome eines Doctors der Tonkunst. Reich an Barschaft und Huldigung kehrte Hayden in sein geliebtes Vaterland zurück, wo er sich in der Wiener- Vorstadt Gumpendorf ein kleines Haus mit einem Gärtchen ankaufte, und strebte nun, im Schosse der Wohlhabenheit, den Glanzpunkt seiner Kunst zu erreichen. Schon 65 Jahre alt, schrieb er sein unsterbliches Oratorium. ,,die Schöpfung,” und diesem folgte sein nicht minder geniales Werk: „die Jahreszeiten.” Kurz nach Vollendung der letzteren befiel ihn ein Kopffieber, von welchem er nie wieder vollkommen genas. Mit dem unvollendeten, dem kunstsinnigen Grafen Fries dedicirten Quartett Nr. 83 nahm er Abschied von der musikalischen Welt. Am 27. Mai 1808 wohnte er noch als Zuhörer der Aufführung seiner Schöpfung bei, welche eine Gesellschaft geistreicher Dilettanten im grossen Universitätssaal veranstaltete, und wo der altergraue Compositeur, den die anwesenden Damen mit Rosen bekränzten, von dem bis zum höchsten Enthusiasmus gesteigerten Beifall bis zu Thränen hingerissen wurde. Seitdem kam er nicht mehr aus seinem Hause- Am 31. Mai 1809 Morgens sang er noch mit ergreifender Innigkeit seine Lieblings- Composition, die herrliche Volkshymne : „Gott erhalte Franz den Kaiser!” Dann kam kein Laut mehr aus seinem Munde, und wenige Stunden hierauf entschlief er in ein besseres Leben. — Aus der grossen Zahl von Auszeichnungen, die ihn fast von jeder Nation zu Theil wurden, ehrte er insbeson- ders die Salvator-Medaille des Wiener Magistrates und das Ehrenbürgerrecht dieser Hauptstadt, als Denkmahle der Anerkennung seines Vaterlandes. Hay- den hat über tausend Musikstücke componirt, von denen, nebst den schon obgedachten Oratorien, und jenen der sieben Worte des Heilands am Kreuze, seine Militär-Symphonie, die Abschieds-Symphonie, jene mit dem Pauken- Andante, die sogenannte Mariazeller-Messe etc., die ausgezeichnetsten sind. 3oarpl) 21 nt an 3ol)ann, kaiseil. I rinz und Erzherzog’ von Oesterreich, königl. Prinz von Ungarn und Böhmen, Ritter des goldenen Vliesses , Grosskreuz des königl. ungar. St. Stephan - Ordens, G. C. E. K. und Grosskreuz des königl. brasilianischen Ordens vom südlichen Kreuze; Palatin, königlicher Statthalter und Geneial-Capitän des Königreiches Ungarn, Comes et Judex Jazygum et Cumanorum, k. k. General - Feldmarschall, Inhaber des Husaren-Regi- mentes Nr. 2, und des Palatinal-Husaren-Regimentes Nr. 12, obersterund immerwährender Obergespan der vereinigten Gespanschaften Pesth, Pilis und Solth, Präsident der königlich ungarischen Statthalterei und der Septem- viral-Gerichtstafel etc. Dieser erlauchte Prinz wurde zu Florenz am 9. März 1<76 geboren. Er ist der sechste Sohn des Kaisers Leopold Li. und Marien Ludovica , gebornen Infantin von Spanien. Mit grosser Vorliebe verlegte sich Erzherzog Joseph schon frühzeitig auf die Kriegswissenschaft und Diplomatik, in welchen beiden Fächern er nach der Hand die glänzendsten 5>eweise seiner hierin erworbenen umfassenden Kenntnisse abzulegen Gelegenheit fand. Nach Erzherzog Leopolds, Palatins von Ungarn Tode, verlieh ihm sein erhabener Bruder, Kaiser Franz, diesen höchst ehrenvollen und wichtigen Posten, den er nun bereits bei vierzig Jahre, die allgemeine Liebe, Achtung und das unbegränzte Zutrauen der edlen ungarischen Nation geniessend, mit dem rühmlichsten, nie ermüdendem Eifer versieht. Wie sehr Kunst und Wissenschaft in Ungarn unter ihm aufblühte, ist zu bekannt, als dass es hier einer Wiederholung bedürfe. Viele Lehr- und Humanitätsanstalten, viele den Gewerbsbetrieb und den Handel belebende, höchst zweckmässige Einrichtungen in diesem gesegneten Königreiche haben dem Erzherzoge Joseph ihrDaseyn und ihr Aufblühen zu verdanken. In den verhängnisvollen Kriegsjahren 1805 und 1809 zeigte er sich gleich vortheil- haft als talentvoller teldherr, wie auch als umsichtiger Staatsmann; und während den trüben Pagen der Cholera 1831 erwarb er sich durch sein menschenfreundliches, sich selbst ganz ausser Acht lassendes Benehmen (w odurch viel Unglück verhütet wurde) ewigen Nachruhm. Erzherzog Joseph, Palatin, vermählte sich zum ersten Male am 30. Oktober 1/99 mit Alexandrina Pawlowna, einer Tochter des Kaisers von Russland, Paul I. (geh. 1783, gest. 1801); zum zweiten Male den 30. August 1815 mit Hermine , Tochter des Herzoges Victor Carl Friedrich von Anhalt-Bernburg-Schaumburg (geb. 1797, gest. 1817); und zum dritten Male, am 24. August 1819 mit Maria Dorothea, Tochter des Herzoges Ludwig, Friedrich Alexander von AVürtemberg, geb. am 1. Nov. 1797. 6 Das Kind erster Ehe, Alexandrina Pawlowna, geh. am 8. März 1801, starb gleich nach der Geburt. Die Kinder zweiter Ehe sind: Hermine, Sternkreuz - Ordensdame, und Franz Victor Stephan, Ritter des goldenen Vlies- ses, k. k. Oberstund Inhaber des Infanterie-Regimentes Nro. 58 (Zwillinge, geb. am 14> Sept. 1817). Jene der dritten Ehe: Leopold Ferdinand Alexander (geb. am 6. Juni 1825), Franziska Maria Elisabeth (geb. am 17. Jänner 1831), lind Carl Ludwig Joseph (geb. am 2. März 1833). Mam ©traf Remfjkp t>an Ret>Unj>e, königlich ungarischer Hofkanzler, Obersthofmeister des Königreiches Ungarn und Obergespan des Borsoder Comitats ; Grosskreuz des königlich ungarischen St. Stephan-, Ritter des österreichisch kaiserlichen Leopold-, und Grosskreuz des königlich sardinischen St. Mauriz- und Lazarus-Ordens; k. k. wirkl. geheimer Rath und Kämmerer, dann Kanzler des königlich ungarischen St. Stephan-Ordens , Ehrenmitglied der k. k. Ackerbaugesellschaft in Krain, und wirkliches Mitglied der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Wien etc. Einem Stamme entsprossend, dessen treffliche Zweige von jeher am österreichischen Kaiserhofe die wichtigsten Staatsämter bekleideten , und im Kriege sowohl durch kühne Thaten, als im Frieden durch Beförderung der Künste und Wissenschaften als leuchtende Fackeln vorangingen, erblickte dieser allgemein geschätzte hohe Staatsmann am 23. Mai 1786 in Ungarn zuerst das Licht der Welt. Nach, mit dem vortrefflichsten Erfolge zuriickgelegten Berufsstudien , trat Graf Reviczky in die Staatsdienste, und hier zeichnete er sich durch gediegene Kenntnisse, Eifer für sein Vaterland und das österreichische Regentenhaus so vorzüglich aus , dass er in kurzer Zeit höhere Staatsämter, als Vicepräsident des gali- zischen Guberniums, dann der allgemeinen Hofkammer erlangte. Gegenwärtig bekleidet er, noch im blühendsten Mannesalter, die hohe Würde eines obersten Hofkanzlers des Königreiches Ungarn, seinem erlauchten Regenten und der edlen ungarischen Nation zum Frommen. Künste und Wissenschaften finden bei diesem geistreichen, vielseitig gebildeten Staatsmanne immereinen eifrigen Beförderer. Durch Humanität und herablassende Freundlichkeit hat er sich die allgemeine Zuneigung, insbesondere der Ungarn, erworben. 6 * iHitmt? €t>uöi*t> JRilt>c, Fürst-Erzbischof von Wien, Doctor der Theologie, Mitglied der k. k. Land- wirthschaftsgesellscliaft in Wien, und der Gesellschaft des vaterländischen Museums in Böhmen, Präses der Leopoldinen - Stiftung zur Unterstützung der nordamerikanischen Missionen und des Central-Vereines für Kinder-Be- vvahianstalten, dann Protector des Priester-Deficienten- und Kranken-Institu- tes in Wien. — Dieser, durch seine Frömmigkeit, Humanität und Gelehrsamkeit sehr verehrte Kirchenfürst wurde zu Brünn in Mähren am 17. Mai 1777 geboren. Seiner schon als Knabe gefassten Neigung zum Priesterstande auch in reiferen Jahren getreu, fand er, gleich nach in Olmiitz mit dem glücklichsten Erfolge zurückgelegten philosophischen Studien, Aufnahme in dem Wiener-Alumnate. Mit angestrengtem Eifer widmeteer sich hier neben den übrigen Zweigen der Theologie, dem Studium der biblischen Literatur und der orientalischen Sprachen; da er den Wunsch und die Hoffnung nährte, einst Professor des neuen Testamentes zu werden, wesswegen er auch durch vier Jahre Jalin’s Vorlesungen hörte. Nach beendigten Studien 1798 wurde er Correpetitor der orientalischen Sprachen, Studien-Präfect und Catechet an der Plärre im Altlerchenfeld in Wien; nach erhaltener Priesterweihe 1800 Curat bei den neun Chören der Engel, 1802 Catechet der Normalschule zu St. Anna und des Mädchenpensionats, und 1801 Ileligiouslehrer an der Wienei Real-Akademie, wo er sich überall durch treue und eifrige Erfüllung sei- nei Pflichten auszeichnete. Sein thätiges fruchtbringendes Wirken anerkenn nend, erhielt er 1805 den Rang eines k. k. Hofcaplans und die Professur der Erziehungskunde an der Wiener Universität, was ihn veranlasste, sein allgemein geschätztes, höchst gediegenes Werk: Lehrbuch der allgemeinen Erziehungskunde, zu schreiben, wovon die erste Auflage, in zwei Bänden, in Wien 1811—1813, diezweite aber 1829 erschien, und als Vorlesebuch vorgeschrieben wurde. Gleichzeitig, und zwar bis 1810, lehrte er auch die Catechetik und Methodik für Theologen; dann war er aber, wegen sehr zerrütteter Gesundheit gezwungen, die Lehrkanzel mit der Pfarre Wolfpassing - im V. U. M. B. zu veitauschen, von wo er dann 1814 als Stadtpfarrer nach Krems \eisetzt wuide. In demselben Jahre noch ernannte ihn Kaiser Franz in Würdigung seinei Religiosität und Verdienste zum Ehrendomherrn der Metropolitankirche zu St. Stephan in Wien; zugleich auch versah er die Stelle eines Consistorialrathes zu St. Pölten, eines Localdirectors der philosophischen Studien in Krems, und dann die eines Dechants und Schuldistrictsaufsehers des Kiemsei Decanates. Bald hierauf wurde er Bischof von Leitmeritz, und seit 27. December 1831 bekleidet er die hohe Würde eines Fürst-Erzbischo- fes von Wien; in welcher die gütige Vorsicht, der Religion und Gottesge- lehisamkeit zum Fiommen, diesen hochwürdigsten Herrn recht lange erhalten möge! —™__ -1 1 iMfM? < «vür; “\f 1£K©IMKT2E 3B3BTDTA3B.ID MLHILIDIi '13 (jüearg Eapljael Stornier. Nur Weniges ist über das Leben dieses berühmtesten Bildhauers seinerzeit vorhanden. Im Jahre 1695 zu Esslingen im Marchfelde, einem Doife ie derösterreichs, von sehr armen Aeltern geboren, brachte er die Jugen zeit in der Nähe von Heiligenkreuz im Waldthale zu, wo sich sein Vater angesiedelt hatte. Brenner und Giuliani, welche eben damals mit Ausschmückung dieser schönen Prälatur beschäftigt waren, entdeckten bald die heirlic en Talente für die bildende Kunst in dem kleinen Donner, und ertheilten ihm hierin den ersten, wenn auch nur spärlichen Unterricht. Hierauf besuchte er die so eben vom Kaiser Joseph I. eröffnete Maler- und Bildhauei-Akac enne in Wien, wo er, durch sorgfältiges Studium der Natur und der Antike, es bald in seiner Kunst zu einem hohen Grad von Bedeutenheit brachte. Dem- ungeachtet wurde von seinen Zeitgenossen die Grösse seines herrlichen Genies nur wenig erkannt, und mit Armuthund Hindernissen aller Art das ganze Leben hindurch kämpfend, starb er schon im Mannesalter am 15. October 1741. — Zwei seiner herrlichsten Werke verdankt die, seine grossen Verdienste um bildende Kunst, mehr anerkennende Nachwelt, dem Wiener Magistrate: Andromachens Rettung durch Perseus, aus weichem Metalle, an dem Brunnen im Magistratsgebäude und die meisterlichen Figuien an dem grossen Springbrunnen des neuen Marktes in Wien. Sie stellen nebst dei \oi- sicht, als Hauptfigur, Oesterreichs grösste Neben-Fliisse, als: die Enns, Traun, Ybbs und March, in sehr charakteristischen Stellungen dar, und sichern seinen Ruhm für ewige Zeiten. Aber auch sein heiliger Martin im Dome zu Pressburg, seine Statue Kaiser Carls VI. im Belvedere, sein Ciucifix in dei k. k. Hofcapelle etc. sind Werke von grosser Meisterschaft. Raphael Donner hat viele geschickte Künstler gebildet, von denen insbesondere seine Blöder Mathias, Medailleur und Professor an der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien, und Sebastian, ein sehr geschickter Bildhauer, dann Oeser, Rossier und die beiden Moll sich rühmlichst auszeichneten. U.Hvv 4 & m ffc *, |Y iJvAA 4\ t A >\ •' . * * ■MMMtfMMMaft 'm-f, || ;4 1 ft Ad »fr : fe’s : * 'V f V 11 »> s <«IW' fil Mi nwi ':~, r JA . - %mm mmMmmß ' feite V: 1 ,* m aip ibijue.il, id DmjAiEi Üta-rimilidttl, Mitten in einer von den Stürmen des Krieges sehr bewegten Zeit wurde dieser ruhmwürdige Kaiser, ein Sohn Friedrich des Dritten und der schönen Eleonora von Portugal, am 22. März 1459 zu Wiener - Neustadt geboren. Schon im kindlichen Alter , durch die trüben Zeitverhältnisse, an Entbehrung und Ungemächlichkeit aller Art gewöhnt, erlangte er allmä- Hg jenen Geist der Ritterlichkeit , der ihm , bei seinem kraftvollen abgehärteten Körper, oft zu den gefahrvollsten Unternehmungen antrieb. Krieg, Jagd und Abenteuer (wer kennt nicht jenes auf der Martinswand in Tirol) bezeichnen seine Jünglingsjahre ; dabei verlor er jedoch die Zeit nicht zu grösseren und wichtigeren Dingen. Er machte sich sieben Sprachen eigen, die er mit Geläufigkeit redete , und war ein grosser Verehrer der Künste und Wissenschaften. Im Fache der Poesie und Geschichte hatte er sich selbst sehr ehrenvoll versucht. 1477 vermählte sich Max mit Maria von Burgund, Erbtochter des Herzoges Carl des Kühnen, wodurch das Haus k Oesterreich zwar in dem Besitze des grössten Theiles der Niederlande gelangte ; aber auch hierdurch grosse Misshelligkeiten auf sich zog. Ludwig XI., König von Frankreich, eifersüchtig auf Oesterreichs Vergrösserung, wusste bald den Samen der Zwietracht zwischen dieFlamänder und ihren Fürsten auszustreuen, und durch den Tod Mariens, nach einer kaum vierjährigen Ehe, gedieh er nur zu bald zur Reife. Maxen wurde die Vormundschaft über seinen Sohn Philipp von den Ständen streitig gemacht, und bald hierauf kam, da er von dem Vater und dem deutschen Reiche schlecht unterstützt wurde, ohne seine Deistimmung der Friede zu Arras zu Stande, kraft welchem verschiedene Bezirke an Frankreich abgetreten, und Maxens Tochter Margaretha mit dem Dauphin verlobt und zur Erziehung nach Paris abgeführt wurde. Eben so musste er sich’s später, 1491, gefallen lassen, dass Carl VIII., eben jener Verlobte seiner Tochter, durch Gewalt und List Annen von Bretagne , die Maxen bereits durch Procura- tion angetraut war, zu seiner Gemahlin machte. Erst der Friede zu Sen- lis (1493) sicherte ihm vollends den Besitz der Niederlande Besser stau den seine Angelegenheiten in Deutschland. Als römischer König 1489 in Achen gekrönt, erwarb er sich 1489 durch seinen Oheim Sigismund Ti- ^ rol, und mittlerweile war auch sein gefährlichster Gegner , Mathias Cor vinus, im eroberten Wien gestorben, wo Max am 22. August 1490 im Volks - Jubel einzog. Kurz hierauf sah er ganz Oesterreich w ieder fn 7 I seiner Gewalt, und 1491 erlangte er den ungarischen Königstitel und das Recht der Erbfolge , im Falle Wladislaw ohne männliche Erben sterben sollte; 1494 vermählte sich Max mit Bianca Maria Sforza von Mailand, wodurch er in das Interesse der italienischen Politik gezogen wurde, und 149(i bewirkte er die Heirath seines Sohnes Philipp mit der Infantin Johanna, Tochter Ferdinands von Arragonien und Isabellens von Castilien, wodurch das Haus Habsburg auf den spanischen Thron kam. Am 19. August 1493 starb Kaiser Friedrich III. und nun übernahm Max die Regierung seiner Erblande und des deutschen Reiches. Mit Kraft und Weisheit stand er beiden vor. Er hob das Faustrecht in Deutschland auf; gab diesem Reiche eine neue, zweckinässigere geographische Eintheilung; begründete das Reichskammergericht und führte überhaupt eine bessere Ordnung der Dinge herbei. Weniger glücklich Avar er in seinen Fehden mit der Republik Venedig und den Schweizern. Nach Erlöschen des Görzer Grafen-Geschlechtes 1iel ihm die Grafschaft Görz, Gradiska, Mitterburg und das Pusterthal zu; und nun bezAveckte er mit WladislaAV, König Aon Ungarn und Böhmen, eine Wechselheirath seiner beiden Enkeln Ferdinand und Maria, mit dessen Kindern Anna und Lmhvig , und bereitete so den künftigen Anfall der böhmischen und ungarischen Königreiche an sein Haus vor. Die siegenden Türken .und die Fortschritte der Reformation veranlassten ihn, 1518 einem Reichstage zu Augsburg persönlich beizirwohnen, obgleich ein schleichendes Fieber an ihm nagte Auf seiner Rückreise überraschte ihn zu Wels am 12. Jänner 1)19 der Tod- Seiner letztwilligen Anordnung gemäss Avurde sein Leichnam in die Schlosskirche zu Wiener Neustadtge- brächt, und unter dem Hochaltäre so begraben, dass sein Kopf unter die Füsse des messelesenden Priesters zu liegen kam. Kaiser Maximilian, berühmt durch männliche Schönheit , Kraft und Geist, Avar unablässig für das Wohl seiner Staaten besorgt. Ihm verdankt man die Stiftung der kais. Bibliothek in Wien ; die ersten vollständigeren Polizeiordnungen ; die ersten Dicasterien und Armenanstalten; er errichtete den Reichshofrath, dann das Regiment und die Kammer in Wien , Grätz und Innsbruck ; sorgte für die Verbindung der Länder durch Errichtung der Posten , und führte eine allgemeine LandesbeAvaffnung ein. Unfehlbar Avar durch ihn der Grund zu dem politischen Gleichgewichte der österreichischen Monarchie im europäischen Staatensysteme gelegt. Seine Erben in Oesterreich AA r aren Carl V. und Ferdinand , Aveleher in der Folge seinem Grossvater das berühmte Grabmonument in der Hofkirche zu Innsbruck setzen liess. JTutimg 2tntun, kaiserlicher Prinz und Erzherzog von Oesterreich, königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen etc.; Ritter des goldenen Vliesses und Grosskreuz des königl. ungarischen St. Stephan-Ordens, dann Ritter des russisch kaiserl. St. Andreas , St. Alexander-Newsky-, des Aveissen Adler- und St. Annen- Ordens erster Classe; k. k. General - Feldzeugmeister , General - Artille- rie-Director und Inhaber des Infanterie - Regimentes Nro. 8 ; wurde , als sechster Sohn des Kaisers Leopold des Zweiten, zu Florenz am 13. Decem- ber 1784 geboren. Nach einer höchst sorgfältig erhaltenen Erziehung widmeten sich Se. k- k. Hoheit dem Militärdienste , in welcher Laufbahn Sie sich vorzüglich*im Feldzuge 1809, eine österreichische Heeres - Ab- tlieilung befehligend, in der Schlacht bei Abensberg auszeichneten. Späterhin wurde dem erlauchten Prinzen bei Adelen Gelegenheiten auch, in Anerkennung Seiner ausgebreiteten staatswissenschaftlichen Kenntnisse, die hohe Auszeichnung zu Theil, die Person des allgeliebten Landesvaters Franz während Höchstdessen Abwesenheit zu repräsentiren. Nach des Feldmarschalles Joseph Grafen von Collöredo Tode trat Erzherzog Lud- Avig in die Würde eines General - Directors der Artillerie, und nebst dieser Avichtigen Obliegenheit ist dem erlauchten Prinzen zudem noch , seit einer Reihe von mehr denn fünfzehn Jahren, von Kaiser Franz, bei Höchstdessen allbekannter, tiefer Einsicht, äusserst verlässlichen Auffassung und streng gerechten Beurtheilung aller Gegenstände, auch noch die unmittelbare Erledigung verschiedener Regierungsgeschäfte übertragen worden, worüber Er zugleich die Resolutionen mit der Ausfertigung auf Befehl des Kaisers Unterzeichnete. Auch Se. Majestät der jetzige Kaiser Ferdinand I., hat bei Seinem Regierungsantritte mittelst Handschreiben vom 4. 7 * März 1^35 die während einer langen Reihe von Jahren durch Weisheit und erhabene Gesinnung rühmlichst bezeichnete Wirksamkeit des durchlauchtigsten Erzherzoges Ludwig fortdauernd in Anspruch genommen, kraft w elcher der Prinz in diesem seinen erhabenen Wirkungskreise , w ie früher , noch immerhin Audienzen ertheilt. 1L U ID WlC Ö mwaasoKSi o b -voct muKranon« cm JR c 1 d) i 0 r £ l c * e l. Dieser durch seine Geistesgaben und Schicksale gleich ausgezeichnete Mann wurde 1553 in Wien, wo sein Vater Bäcker war, geboren. Aon der lutherischen Lehre, deren seine Aeltern zugethan waren, früher schon durch einen Priester der Gesellschaft Jesu der katholischen Religion zugeführt , widmete er sich mit regem Eifer den theologischen Studien, nach deren Vollendung er sich raschen Fluges zu immer höheren Kirchenwürden emporschwang. So wurde er Dompropst hei St Stephan, passauischei Official , kaiserl. Rath , Hofprediger , 1588 Administrator des Neustad- ler , und 1598 Administrator des Wiener Bisthumes, in welchen beiden letzten Würden er 1614 vom Papste Paul V. , der ihm auch, wegen seiner" grossen Beredsamkeit, mit dem Titel eines apostolischen Predigers beehrte, die Bestätigung erhielt. Im Jahre 1616 wurde sein Haupt mit dem Cardinaishut geschmückt. Mitten in dieser glänzenden Laufbahn tral ihn jedoch des Schicksals schwere Hand. Erzherzog Ferdinand, der Steiermärker , den Kaiser Mathias an Kindesstatt angenommen hatte, schöpfte nämlich in den Unruhen , welche die Protestanten in Böhmen erregten, den Verdacht, dass Cardinal Kiesel den Kaiser zu dem milden Betragen gegen sie bestimme , und liess ihn daher, weil dieses seinen Absichten entgegen Avar, am 20. Juli 1618 unerwartet, und ohne des Kaisers Wissen , im Palaste verhaften und des Purpurs entkleidet nach Ambras, einer tirolischen Festung, bringen. Hier sass er drei Jahre in stiengei a t, wurde dann, um sich zu rechtfertigen, nach Rom abgefulirt, wo ihn Papst Urban VIII. mit Ferdinanden , der damals schon Kaiser war, gänzlich aussohnte. Am 25. Jänner 1628 kam er wieder in Wien an, und wurde mit grossen Ehren von der gesammten Clerisei, der Universität, von dem Stadtrathe, dem hohen Adel und von vielen tausend.Einwohnern, unter dem Geläute der Glocken empfangen Zwei Jahre nach seiner Zuruckkun verschied er im sieben und siebzigsten Jahre seines Alters zu AeuStadt. Sein Leichnam wurde dann nachAVien geführt, und in der grossen Fragen- Capelle des St. Stephans-Domes feierlichst zur Erde bestattet. J. 3 o * t p I) f raf ttida* »un Iwlrn. ■dieser berühmte kaiserl. oberste Feldliauptmann und tapfere Vertheidiger Wiens gegen die Türken, wurde 1459 zu Nieder-Salm in den Ardennen geboren. Fast noch in Knabenjahren trat er schon in österreichische Kriegsdienste und schon 1476 focht er unter Habsburgs Fahne bei Murten, gegen Carl dem Kühnen, Herzog von Burgund. 1488 machte er unter Maximilian I. den Feldzug gegen die aufrührerischen Flamänder mit, und 1506 gal) er dessen Sohn Philipp das Geleite nach Castilien. Drei Jahre später eroberte er Istrien und half dann 1513, unter Freundsberg, den Sieg bei Creazza erkämpfen und Verona erst erstürmen, und dann muthvoll verthei- digen. Bald hierauf wurde er zum Statthalter von Ober- und Unterösterreich, und kurz nach Ferdinands I. Ankunft in Wien zum Feldhauptmann dieser Provinz ernannt. In der berühmten Schlacht bei Pavia am 25. Februar 1522 verwundete er im Kampfe Franz I. von Frankreich an der Hand, der dagegen ihm den Schenkel durchstiess. In demselben Jahre beendigte er auch mit kühner Raschheit den grossen Bauernaufstand in Oberösterreich. Im Kriege um Ungarns Krone gegen Johann Zapolya, zeichnete er sich durch die Eroberung Tokay’s und den Entsatz von Erlau, und 1528, wo er zum obersten Feldliauptmann befördert wurde, durch seinen Sieg bei Szinye über den Gegenkönig vorzüglich aus. Den höchsten Ruf von Berühmtheit erlangte Salm aber als Wiens Stadt-Commandant, während dessen Belagerung durch die Türken unter dem grossen Soliman 1529. Schauderhaft war damals die Lage dieser Stadt. Ihre Zerstörung schien Jedermann, bei dem äusserst schadhaften Stande ihrer Wehrmauern, unvermeidlich. Grausamer Tod oder ewige Gefangenschaft schwebte jedem ihrer Einwohner vor Augen. Nur ein Wunder von Tapferkeit und Eintracht konnte sie erretten, und es geschah. Die kleine, aber muthige Besatzung, von dem heldenmiithigen Grafen Niclas von Salm gefdhret und von einer Abtheilung Reichstruppen unter Pfalzgrafen Philipp’s Befehl unterstützt, schlug, mit den Bürgern vereinet, in dreissig Tagen zwanzig wüthende Stürme des Feindes zurück und Soliman liess beschämt zum Abzug blasen, ln dem letzten Hauptsturme am 14. October ward unserem Helden, in dem ruhmwürdigsten Augenblicke seines Lebens, durch einen abspringenden Stein der Schenkel zerschmettert, ein Unfall, der ihn zwang, den Oberbefehl seinem Freunde und bewährten Waffengenossen Roggendorf zu iiber- geben. Er selbst liess sich auf sein Gut Salmhof bei Marchegg bringen, 8 * wo er auch in Folge dieser Verwundung im Frühling des Jahres 1530 starb. Ferdinand 1. und Carl V. verherrlichten dessen Andenken durch ein prächtiges Monument in der Dorotheenkirche in Wien, das, seit Aufhebung dieser Kirche unter Joseph II., nun auf dem Salin’schen Familiengute zu Raiz in Mähren sich befindet. . t,V ' m 2ltttnreaö 3fM5?pi) JFmtjerr tum Stifft. Dieser, um den Staat sehr verdiente Mann, wurde zu Röscliitz in Nieder- Oesterreich am 29. November 1760 geboren. Schon 1784 erhielt er den Doctorgrad an der Wiener-Hochschule. Durch viele glückliche Kuren als ausübender Arzt, insbesondere aber durch einen umfassenden Vorschlag zui inneren Einrichtung der medicinisch - chirurgischen Josephs-Akademie in ehrenvollen Ruf gesetzt, ward er 1795 zum zweiten Stadtphysicus zu Wien, 1796 zum Hofmedicus, 1798 zum wirklichen Leibmedicus des Kaiseis Franz, 1802 zum k. k. wirklichen Hofrath und 1803, nach Storks lode, zum wirklichen ersten 'k. k. Leibarzte und Director der medicinischen Studien an der Universität zu Wien befördert. Gleichzeitig wurde er auch Bücher - Censor im medicinischen Fache, Protomedicus und Präses der medicinischen Facultät, dann 1808 Referent der Studien-Hofcommission, 1812 Referent im Staatsrathe Und 1813 wirklicher Staats- und Conferenz- ratli. Im letztgenannten und folgenden Jahre begleitete er den Kaiser Franz auf dem ganzen Feldzuge, nach dessen Beendigung er mit dem St. Stephans-Orden geschmückt und in den Freiherrnstand erhoben wurde. 1815 ertheilte ihm der Kaiser das silberne Civil - Ehrenkreuz und IS 16 nahmen ihn die Landstände von Tirol aus freiem Antriebe zu ihrem Mitghede auf. In den Jahren 1818 und 1819 erhielt er das Connnandeurkreuz des königl. portugiesischen Christus-, des königl. sächsischen Verdienst-, und des königl. sicilianischen St. Ferdinands-und Verdienst-Ordens, und von seinem Kaiser das Indigenatdes Königreichs Ungarn; 1822 aber das Commandeui- kreuz des königl. bayerischen Civil-Verdienst-Ordens. Durch sein höchst erfolgreiches Wirken zur Wiedergenesung des 1826 schwer erkrankten Kaisers Franz, erwarb er sich das Commandeurkreuz des königl. ungarischen St. Stephans-Ordens und die wirkliche geheime Rathswürde. Der Ritterstand der Provinz Nieder-Oesterreich nahm ihn aus eigenem Antriebe zum Mit- gliede auf; zudem erhielt er auch das Commandeurkreuz des kaiserl. brasil. Ordens vom südlichen Kreuze und den königl. preussischen lothen Adler- Orden 2. Classe; auch wurde seine Büste im Wiener-Universitäts-Saale feierlichst aufgestellt und eine Medaille ihm zu Ehren geprägt. Bei dem Ausbruche der Cholera in den österreichischen Staaten bewährten sich Stiffts grosse medicinisclie Kenntnisse auf das Glänzendste durch die auf seinen Rath erfolgte Auflösung der kostspieligen und höchst beängstigenden Cordone und Absperrungen, und durch die unbeschränkte Wiederherstellung aller geselligen Verhältnisse, welche weise Anordnungen alsobald sehr wohlthätig und beruhigend wirkten. 1834 feierte die medicinisclie Facultät in Wien dessen SOjähriges Doctorat durch die Prägung einer Medaille; und nachdem ihm Kaiser Ferdinand bei Höchstseiner Thronbesteigung, in Würdigung seiner vieljährigen treuen und wichtigen Dienste, im Besitze aller seiner Würden gelassen hatte , raffte ihn am 16. Juni 1836 zu Schönbrunn, hei Wien, der Tod hinweg. Strenge Rechtlichkeit, rastlose Thätigkeit, weit umfassendes Wissen, genaue Erfüllung seiner Berufspflichten, unerschütterliche Treue gegen seine Monarchen, Frömmigkeit und reger Wohlthätig- keitssinn waren die Eigenschaften, w elche diesem würdigen Mann so sehr die allgemeine Achtung sicherten. Die österreichische Monarchie verdankt ihm die Organisirung des Sanitätswesens und die zweckmässigsten Studien- Einrichtungen. Das polytechnische Institut und die Thierarzneischule in Wien verdanken ihr Entstehen seiner einflussreichen Mitwirkung. Als Schriftsteller machte sich Stifft durch seine praktische Heilmittellehre, 2 Bände, Wien 1790—92, riihmlichst bekannt. Auch besorgte er seit 1811 die Herausgabe der medicinischen Jahrbücher des k. k. österreichischen Staates. Viele gelehrte Gesellschaften, wie z. B. die medicinisch-chirurgische Josephs-Akademie, die mährisch-schlesische Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien, die königl. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften und das Vaterländische Museum in Böhmen, so wie die k. k. Landwirthschaftsgesellschaft in Wien etc. verehrten ihn als Mitglied. i Üjctmtö iBudjöbrtum. JaI ur wenig Bestimmtes hat sich aus dem Leben dieses vortrefflichen Baumeisters erhalten. Schon in seiner frühesten Jugend wurde er unter Peter von Bracliawitz Leitung bei dem Baue der berühmten St. Stephanskirche in Wien verwendet; 1415 lieferte er (damals bald Hennsei der Jung, bald Hennslein von Wurinitz genannt) für selbe vorzügliche Zierarbeiten. Nach dem Austritte des Niclas von Krems 1420, war er bei dieser Bauführung Polirer, und 1429, nach Meister Peter Brachawitz Tod, wurde er als Kirchenbaumeister angenommen, als welcher er am 4. Tage nach Michaelis 1433 den gewaltigen Bau des über 72 Klafter hohen Thurmes dieses Bornes glücklich vollendete. Buchsbaum förderte nun auch den vom Herzog Rudolph angefangenen Bau des oberen Kirchentheiles und begann den Bau des unvollendet gebliebenen Thurmes, wozu 1450 am St. Hippolytstage (18. August) Simon Propst von Klosterneuburg, im Beiseyn der Aebte Johann von Heiligenkreuz, Peter von Lilienfeld, Niclas von St. Dorothea, des Landmarschalls in Oesterreich, Grafen Bernhard von Schaumberg, des Bürgermeisters Conrad Höltzler und anderer edler Herren den Grundstein legte. Zwischen 1451 und 1452 erbaute er auch die herrliche Kreuzsäule am Wienerberg, Spinnerin am Kreuz genannt; und auch die Stadtpfarrkirche zu Steyer, mit ihrem mächtigen Quaderthurme, wird ihm, nicht mit Ungrund, zugeschrieben. Buchsbaum starb 1454 in Wien, und setzte in seinem Testamente die Domkirche, welche er durch seine Kunst so sehr verherrlichet hatte, zur Haupterbin seines Vermögens ein. Sein Bildniss zeigt sich zweimal in der St. Stephanskirche: einmal am Fusse der mit Recht hochbewunderten steinernen Kanzel, welche unter seiner Leitung durch die sehr geschickten Steinmetze Andrä Grabner, Conrad von Himberg, Peter von Nürnberg, Georg Achmüller, Johann Pehem und Hanns von Vartzheim 1430 vollendet wurde; das zweite Mal unter einem prächtigen altdeutschen Orgelfusse bei dem St. Peter- und Faul-Altare zunächst des Elinganges unter dem unausgebauten Thurme. . £ r ■ 3 0 0 £ p I) II., römischer Kaiser, König von Ungarn und Böhmen etc., ältester Sohn des röm. Kaisers Franz des I. und Maria Theresiens. Dieser, durch seinen hohen Verstand und seine wohlwollende Herzensgute ausgezeichnete Fürst, wurde zu Wien am 13. März 1741 geboren. Mit grosser Sorgfalt wurde seine Erziehung geleitet. 1760 vermählte er sich mit der Prinzessin Maria Isabella von Bourbon, Tochter des Herzogs Philipp von Parma, und da ihm diese geliebte Gemahlin schon am 27. Nov. 1763 durch den Tod entrissen wurde, schritt er 1765 mit Maria Joseplia von Bayern, Tochter Kaiser CarlsVII., zur neuen Ehe, die jedoch, gleichfalls kinderlos, am 28- Mai 1767 der Tod trennte. Seitdem blieb er unvermählt. 1765 starb sein Vater, und Joseph, der schon bei dessen Lebzeiten zum römischen Könige erwählt worden war, folgte ihm nun als deutsches Reichs - Oberhaupt, und Maria Theresia ernannte ihn gleichzeitig zu ihrem Mitregenten. 1766 machte Joseph eine Reise in das Temeswarer Banat, bis an die türkische Glänze; 1769 besuchte er mit dem Grossherzoge von Toscana in Rom das Concla- ve, das eben Clemens XIV. zum Papst wählte, dann Neapel, Florenz, Parma, Mailand und Turin; hierauf ging er nach Mähren, wo er auf.der Liechtenstein’schen Herrschaft Posorzitz, zum Beweise seiner hohen Achtung für den Ackerbau, mit eigener Hand den Pflug leitete. Am 25. August 1769 traf er, unter dem Namen eines Grafen von Falkenstein, mit König Friedrich II. von Preussen im Lager zuNeisse zusammen, w elcher den Besuch am 3. September 1770 im Lager von Mährisch-Neustadt erwiederte, durch welche Zusammenkünfte die Ruhe in Deutschland gesichert wurde. Da ihm Maria Theresia insbesondere die Verwaltung der Armee übertragen hatte, so war auch des Kaisers vorzüglichstes Augenmerk auf die Verbesserung des Kriegswesens gerichtet, und so erschienen zu diesem Zwecke die erfolgreichsten Anordnungen. Am 1. April 1777 reiste Joseph nach Paris, von wo er, nach einem Aufenthalte von sechs Wochen, über Marseille, Lyon, Genf, in seine Staaten zurückkehrte , und am 1. August in Wien eintraf. Kurz nach seiner Ankunft brach, nach dem Tode des Churfürsten Max Joseph der bekannte bayerische Erbfolgekrieg aus, welcher mit dem Frieden von Teschen (13. Mai 1779) sich endigte und Oesterreich mit dem Innvieitel vermehrte. Dasselbe Jahr noch sah Joseph die russische Kaiserin Katharina II. zu Mohilew, von wo er sie bis Smolensk geleitete, und schloss mit ihr einen dauernden Freundschaftsbund. Am 29. November 1780 starb die grosse Theresia. Sie hinterliess ihrem Sohne Joseph II. eine trefflich organisirte Monarchie, über welche bei seinem Regierungsantritte 9 ein neuer kräftiger Geist wehte. Die Erleichterung der Bücher-Censur, das am 11. April 1781 ergangene Verbot aller Verbindung der Klöster in der Monarchie mit Rom, das allgem. Toleranzedict, die Aufhebung der Leibeigenschaft in seinen Staaten vom 1. November 1781, die Verminderung des Hof- und Civil - Etats, und die Einführung einer zweckmässigen Finanz-Verwaltung, so wie jene einer neuen Gerichts - und Concursord- nung, waren die ersten Anordnungen dieses grossen Kaisers. 1782 schritt er zur Aufhebung vieler überflüssiger Mönchs - und Nonnenklöster, deren Einkünfte er für wohlthätige, kirchliche und Erziehungsanstalten widmete. 1782 kam der Papst nach Wien, um den Kaiser von den weiteren, der römischen Curie so nachtheiligen Schritten abzuhalten, ohne jedoch seinen Endzweck zu erreichen; und in demselben Jahre sah auch die Hauptstadt den russischen Thronerben Paul mit dem Herzoge Ferdinand und der Prinzessin Elisabeth von Würtemberg, als Braut des nachmaligen Kaisers Franz, in ihren Mauern. Nun richtete Joseph sein Augenmerk auf die Verbesserung des Seehandels am adriatischen Meere. 1783 wurde an allen höheren Unterrichts-Anstalten der Monarchie die deutsche Sprache ausschlies- send als die Vortragssprache eingeführt ; zugleich erfolgte eine zweckmässige Reform der Gerichtsstellen in Wien, indem er die Gerichtsbarkeiten des Hofmarschallamtes , der Universität etc. erlöschen liess und den Magistrat als allgemeine Gerichtsstelle für Unadelige und das Landrecht für Adelige bestimmte. Ebenso strebte der grosse Kaiser, die inländische Industrie durch ein streng gehandhabtes Prohibitivsystem empor zu heben, wesswegen 1784 das Verbot der Einfuhr aller ausländischen Fabrikate erging. 1785 gründete er das Taubstummen - Institut in Wien und die berühmte medicinisch - chirurgische Josephs - Akademie. 1786 besuchte Joseph neuerdings die russische Kaiserin zu Cherson. Die bedeutenden Unruhen in den Niederlanden, welche hierauf ausbrachen, so wie der misslungene Feldzug gegen die Türken 1788, dem der Kaiser persönlich beiwohnte, erschütterten mächtig dessen ohnediess schon sehr geschwächte Gesundheit. Am 13. Februar 1790 verlangte er das heilige Abendmahl und am 20. Morgens um halb 6 Uhr war er verschieden, nachdem er noch zuvor, am 18. Februar desselben Jahres, durch den unerwarteten Todfall der Erzherzogin Elisabeth (seit 1788 die Gemahlin seines geliebten Neffen Franz) auf das Empfindlichste angegriffen worden war. Joseph lebte einfach und anspruchslos. Allen äussern Prunk entfernte er, so viel es nur immer mit seiner hohen Stellung verträglich war. Kniebeugungen verbot er, als nur Gott gebührend. Ausser Musik und Theater, das unter ihm in Wien zum höchsten Flor gebracht wurde, gewährte ihm nur Reisen Erholung und Vergnügen ,,Nicht Casar war er, nicht Alexander, nicht Trajan und nicht Marc Aurel (sagt Joh. v. Müller), er war Oesterreichs Joseph, an dem die Natur zeigen wollte, dass, solche Männer hervorzubringen, sie jetzt nicht minder gewaltig ist, als je im hohen Alterthume.’ I Ignaz Graf zu 4)(U$*g0 t €>latj unt> im JHadjlantic, geboren am 30. Juli 1772, wurde im Mai 1789 zu dem, bei der Armee in Croa- lien befindlichen Chevauxlegers - Regimente Kinsky, als Lieutenant eingetheilt; 1790 zum Oberlieutenant bei dem, zum Observations-Corps in Böhmen gehörenden Husaren-Regiment Esterhazy befördert, mit welchem Regimente er 1792 nach Luxemburg marschirte, den Zug der vereinten österreichisch - preussischen Armee in die Champagne mitmachte, nach dem Gefechte von Valmy über Arlan nach den JNiederlanden rückte, und der Schlacht von Jemappes beiwohnte. Aon der Roer, wo diese Husaren im Winter 1792 — 1793 die Vorposten versahen, wurde Oberlieutenant Graf Hardegg zu der Person des Feldmarschalls Grafen Wurmser commandirt, an dessen Seite er den Földzug von 1793 in Eisass mitmachte, bis er in demselben Jahre zum Rittmeister hei dem Cuiras- sier-Regimente Hohenzollern (jetzt Ignaz Hardegg) ernannt wurde, in dessen Reihen er an den Feldzügen von 1794,1795, 1796, 1797, 1799, in Eisass und in Deutschland thätigst Theil nahm, und für die 1795 vorgefallene Affaire von Handschuhsheim das Ritterkreuz des Theresienordens durch das Ordens-Ca- pitel erhielt. Ende 1799 wurde er von dem obgenannten Cuirassier-Regimente zu dem Husaren - Regimente Erzherzog Ferdinand (früher Esterhazy) zurück versetzt, und machte mit diesem Regimente und zwar fortwährend als selbstständiger Avant-, Arriere-Garde-, oder Streif-Corps-Commandant die Feldzüge von 1800 — 1801; er wurde im erstem Feldzuge durch eine Klein - Gewehrkugel in der Brust leicht verwundet, dann zum supernumerairen Major befördert, und später zu dem 13tcn Dragoner-Regimente(jetztFitzgerald Chevauxlegers) in dieWirklichkeit eingebracht. Am Ende des Jahres 1801 wurde Major Graf Hardegg als Adjutant zu Seiner königlichen Hoheit dem Erzherzoge Ferdinand d’Este commandirt, von welcher Anstellung er 1803 zu seinem Regimente nach Böhmen einrückte. 9 * Im Anfänge von 1805 wurde er zuin Oberstlieutenant bei Ott Husaren ernannt, welche Stelle er mit dem Oberstlieutenant Grafen Neipperg, von Schwär, zenberg Uhlanen, vertauschte, und vor Anfang des Feldzuges des genannten Jah. res auch schon zum Obersten und Commandanten dieses Regimentes befördert wurde. Die angestrengtesten Dienstleistungen in den Feldzügen von 1800 und 1801 hatten nachtheilig auf die Gesundheit des Grafen Hardegg gewirkt, welcher siechende Zustand jedoch um diese Zeit mit einer bedeutenden Krankheit zur Cri- sis gedieh, die eine vollständige Genesung herbeiführte, und ihn zugleich der schmerzlichen Katastrophe von Ulm entgehen liess. Hingegen finden wir denselben in der Schlacht von Austerlitz bei der Person des damaligen Feldmarschall- Lieutenants Fürsten Carl von Schwarzenberg, und später bei der Zusammenkunft des höchstseligen Kaisers Franz mit dem Kaiser Napoleon zur Begleitung seines Monarchen bestimmt. In den Jahren 1806 und 1807 commandirte Graf Hardegg als Oberst von Schwarzenberg Uhlanen den JNeutralitäts-Cordon längs der böhmisch - schlesischen Gränze. In dem ewig denkwürdigen Feldzuge des Jahres 1809 war er mit seinem Uhlanen- Regimente bei demYortrabe des ersten Armee-Corps, und befehligte später auf dem Rückzuge durch Böhmen unter Feldmarschall-Lieutenant Grafen Klenau die Arriere-Garde der Armee qua Brigadier; — als solcher kämpfte er mit dem Vortrabe des genannten Feldmarschall-Lieutenants in der Schlacht von Aspern, nach welcher er zum Generalmajor befördert und ihm eine Brigade des zweiten Armee-Corps zugewiesen wurde, mit deren Truppen, nebst verschiedenen andern ihm zugetheilten Infanterie-und Landwehrbataillons, Graf Hardegg in der Schlacht von Wagram das Dorf Baumersdorf gegen die wiederholten Angriffe der französischen Armee-Corps des Vice-Königs Eugene, des Marschall Marmont und der Garde-Grenadier-Division des Marschalls Oudinot siegreich vertheidigte; für welche selbst die Aufmerksamkeit des französischen Feldherrn erregende Verteidigung, ihm das Ordens-Capiteldas Commandeur-Kreuz dcsmiiilärischenMariaThe- resienordens zuerkannte._Den Rückzug nach dieserunsern Waffen zwar ungünstigen, für ihren Ruhm jedoch höchst ehrenvollen Schlacht, deckte er auf der Strasse von Gr. Russbach, Ernstbrunn etc. etc. bis Znaim. Nach dem Frieden von 1809 wurde er als Brigadier in Mähren angestellt. Beim Ausbruche des Krieges vom Jahre 1813 erhielt Graf Hardegg die Bestimmung als Brigadier zur leichten Division des Feldmarschall-Lieutenants Fürsten Moriz Liechtenstein, mit welcher er den tätigsten Anteil an der Schlacht von Dresden nahm, und den Rückzug der Armee nach derselben auf der Strasse von Dippoldiswalde unter heissen Gefechten gegen den übermächtig andringenden Feind mit dem erwünschtesten Erfolge deckte.—Hierauf zum Feldmarschall »Lieu- tenant befördert, befehligte er eine Weile die von Oesterreichern, Preussen und Russen (Letztere unter demCommando der General - Lieutenants Paskewitsch und Kreutz) zusammengesetzte Avant-Garde der Armee des Generalen der Cavallerie v. Beningsen, bis er zum Commando der leichten Division des ersten Armee-Corps berufen wurde, mit welchem er in Eil - Märschen am 17. October 1813 Vormittags auf Leipzigs Ebenen in die Schlachtlinie einrückte und am 18. in der Früh zu kämpfen begann, bis er gegen 2 Uhr nach Mittag eine sehr gefährliche Schusswunde am Kopfe erhielt, zu deren Heilung Graf Hardegg nach Prag geführt werden musste; um diese Zeit wurde er zum zweiten Inhaber des 8ten Cuirassier-Re- giinenls Grossfürst Constantin ernaunt, welches Regiment 1831 nach dem Tode dieses Grossfürsten seinen Namen annahm. Kaum genesen, eilte er zur grossen Armee zurück, und traf Ende Jänner 1814 bei seinen Truppen ein, deren Commando er von seinem Bruder, dem damaligen Generalmajor Grafen Heinrich Hardegg, übernahm, und die Losung seiner Aufgabe_Deckung der linken Flanke der grossen verbündeten Armee— durch verschiedene schöne Gefechte, worunter jenes von Morette, die Besetzung von Fontainebleau etc. etc. erzielte. Nach dein Rückzuge der grossen Armee bis Troyes wurde das ersten Corps zu der, unter dem Commando des Generalen der Cavallerie, Erb-Prinzen von Hessen- Homburg, sich bildenden Süd-Armee entsendet. Bei Vorrückung dieser Armee gegen Lyon führte Feldmarschall-Lieutenant Graf Hardegg von Lons-le-saulnier über Bourgen Bresse, zwischen der Saone und der Rhone, die äusserste linke Colonne, und hielt die von Pont d Aine heranrückenden feindlichen Abtheilungen im Schach, — bewirkte seine Vorrückung längs des rechten Ufers der Rhone, welchen Fluss er durch Abtheilungen seiner Husaren, denen auch dann einige Kosaken folgten, trotz des Hochwassers durchschwimmen, und la Guillatiere, die Vorstadt Lyons, besetzen liess. —Lei der ferneren Vorrückung bis Voreppe nahm er noch den Pass des Pont de Leau-vai- sin, und hatte ein starkes Gefecht bei Voiron zu bestehen. Von Voreppe wurde Feldmarschall-Lieutenant Ignaz Graf Hardegg zurück berufen, um mit einem zusammengesetzten Truppen-Corps an die obere Loire zu marschiren, und die an diesem Flusse unter dem Befehle des vom Napoleon eigends dazu abgesendeten Generalen Montholon sich sammelnden feindlichen Truppen zu beobachten und so den Rücken der Süd-Armee zu decken. Bei Roanne übersetzte er die Loire, drang über St. Just en Chevalet und Thiers bis Clermont in der Auvergne vor, und besetzte einen Theil des Departements Puy-du-Domme; — hier ereilte ihn die Nachricht des Waffenstillstands, welcher die Ausführung seines Planes vereitelte, durch ferneres Vorrücken die in den tiefer südlichen Departements versammelten Gefangenen der Alliirten zu befreien, dieselben möglichst zu bewaffnen, und dann, wenn der allgemeine Gang der Ereignisse diess noch räthlich und nÖ- thig gemacht hätte, die Vereinigung mit der Anglo-Spanischen Armee zu versuchen. Während des Wiener Congresses wurde GrafHardegg der Person des höchst- seligen Kaisers Alexander von Russland heigegehen, hei Höchstweichem er auch während des Feldzuges von 1815 , dann während der Congresse von Troppau, Verona, Laibach, verwendet wurde. Seit dem letzten französischen Feldzüge hatte Graf Hardegg Anstellungen als Divisionair in Mähren, Ungarn und Oberösterrcich; er wurde im Jahre 1830 zum commandirenden Generalen in Siebenbürgen ernannt; —1831 als Solcher nach Galizien übersetzt, wo seine Thätigkeit. in der Leitung der Anstalten gegen die verheerende Cholera, und in der militärischen Sicherung gegen die Einwirkungen des wüthenden Revolutions-Kampfes im benachbarten Königreiche Polen, den wichtigsten Spielraum fand, und von wo er am Ende dieses Jahres mit der Beförderung zum Generalen der Cavallerie als Vice-Präsident zur Leitung des Hofkriegs- rathes berufen und im Jahre 1834 zum wirklichen Präsidenten Allergnädigst ernannt wurde. Wenzel Anton JTiir^t iüauttitj-tiütberjj. Dieser berühmte Staatsmann wurde am 2. Februar 1711 in Wien geboren. Er widmete sich theils in seiner Vaterstadt, theils zu Leipzig und Leyden den juridischen Studien, bereisete dann Frankreich, England und Italien, und kam so mit einem Schatz von Kenntnissen ausgestattet, nach Wien zurück, wo er in die Staatsdienste trat, und sich bald durch seine seltenen Geistesgaben die Gunst der Kaiserin Maria Theresia erwarb. Im Jahre 1711 wurde er von ihr mit geheimen Aufträgen nach Rom und Florenz gesandt, dann wurde er kaiserlicher Gesandter am Turinerhof, und begleitete sonach den König von Sardinien in dem Feldzuge gegen die Spanier und Franzosen; 1745 ward er bevollmächtigter Minister im österreichischen Niederlande, und 1748 berief ihn seine Monarchin als Gesandten auf den Friedens-Congress nach Aachen, w 7 o er den Grund zu seinem grossen Ruhme als Staatsmann legte. Nun ward er zum Conferenz- und Staatsminister ernannt, und ging dann als Gesandter an den französischen Hof. Hier wusste er bald durch sein staatskluges, einnehmendes Betragen die Spannung, welche zwischen Oesterreich und Frankreich herrschte, gänzlich zu beseitigen, und jenes merkwürdige Bündniss unter beiden Staaten anzuknüpfen, das zum Vortheile Oesterreichs das politische System von Europa gänzlich umänderte. Seit 1753 leitete Kaunitz, als Hof- und Staatskanzler, die auswärtigen Angelegenheiten des österreichischen Staates, und nahm zugleich in die innere Verwaltung den grössten Einfluss. Durch die Einführung eines bündigen, strengen Rechnungsfusses, und die Errichtung einer allgemeinen Rechnungskammer, der das Finanzwesen untergeordnet wurde, vertilgte Kaunitz sehr bald die in dem Staatshaushalte eingerissenen Unordnungen. Das Studien- und Schulwesen wurde durch ihn sehr verbessert. Mit besonderer Liebe nahm er Künste und Wissenschaften in Schutz, und nicht minder suchte er dem Gew erbsfleiss und Handel einen regeren Aufschwung zu geben. Auch die Armee wurde durch seine rastlose Bemühung auf einen bedeutenden Fuss gesetzt. Liebe und Achtung des Volkes, und das uneingeschränkteste Vertrauen seiner grossen Monarchin war dafür sein Lohn. Weniger einflussreich w r ar sein AVirken unter den Regierungen Joseph’s II. und Leopold’s II., und sein hohes Alter bewog ihn endlich, gleich beim Antritte der Regierung des Kaisers Franz, seine Würde als Hof- und Staatskanzler niederzulegen. Nicht lange genoss er der Ruhe, denn schon am 27. Juni 1794 endigte sich sein thatenreiches Leben. Patriotismus, Gerechtigkeitsliebe, Weltklugheit und Thätigkeit, vereint mit einer ganz eigenen Gleichmüthigkeit, bildeten die Hauptzüge seines Charakters. I Hicolaus Josepli «fr eil) er r uon Jacquin, Doctor der Arzneikunde, k. k. Bergrath, Ritter des ungarischen St. Stephan - Ordens, emeritirter Professor der Chemie und Botanik an der Wiener Universität, und fast aller europäischer gelehrter Gesellschaften Mitglied, wurde zu Leyden am 16. Februar 1727 geboren. Er studirte zu Antwerpen, Löwen und in seiner Vaterstadt. Theodor Gronovius erweckte in ihm zuerst die Liebe zur Forschung in der Pflanzenwelt, die später seinen Ruhm begründete, und nur mit seinem Leben erlosch. Mit der Botanik bald ganz vertraut, widmete sich nun Jacquin mit vielem Fleisse bei Muschenbroeck der Naturlehre, unter Gaubius der Chemie, unter den Brüdern Albinus der Anatomie. Dann besuchte er zu Paris Anton Jussieu’s Vorlesungen über Pflanzenkunde. Ein Freund seines Vaters, Freiherr Gerald van Swieten, lud ihn liieraufzu sich nach Wien, um an der neuen mediciniscli-praktischen Anstalt daselbst seine Studien zu vollenden, w 7 o er auch 1752 ankam. Hier hörte er de Haen’s und van Swieten’s Vorlesungen , und erwarb sich die Freundschaft des berühmten Freiherrn von Störck, des Lagusius, Schreibers und anderer Naturforscher. Durch ein Verzeichniss der Schönbrunner Pflanzen nach Linne’scher Geschlechtslehre, welches Jacquin verfasst hatte, bereits rühmliclist bekannt, trug ihm Kaiser Franz I., zur Bereicherung des k.k. Naturalien-Cabinettes und des botanischen Gartens in Schönbrunn, eine Reise nach Westindien auf, zu welchem Zwecke er sich am 1. Jänner 1755 mit dem Gärtner van der Schott und zw ei Gehiilfen zu Livorno einschiffte. Seine Reise ging über Martinique, St. Eustache, St. Martin, Quadeloupe, St. Christoph, Cura^ao, St. Domingo, Jamaica, bis nach Carthagena, wo er dann, nach vierjährigem Aufenthalt in Amerika, über Cuba nach Europa zurücksegelte. Jacquin’s naturhistorische Ausbeute, die seine unermiidete Thätigkeit im Entdecken , seine Einsicht in Auswahl und Aufbew ahrung dieser Schätze in das vortheilhafteste Licht setzte, wurde in 50 Kisten nach Europa geschafft, und gründete seinen dauernden Ruhm, der durch seine Historia stirpium americanarum, zu der bereits die Enumeratio systematica plantarum caraibicarum grosse Erwartung erregt hatte, den höchsten Glanzpunkt erlangte. Nach und nach bereicherte dieser grosse Naturforscher die Botanik mit 50 neuen Pflanzengattungen, der höchst zahlreichen Verbesserungen und Berichtigungen nicht zu gedenken, die er schon früher in den Beschreibungen vieler Pflanzengattimgen und Arten machte. Bald nach der Herausgabe seiner Observationes botanicae erhob er den Universitätsgarten am Rennweg in Wien zu einem der vorzüglichsten botanischen Gärten in Europa. Später erschienen sein Hortus Vindobonensis, seine Flora austriaca, die Enumeratio plantarum agri Vindobonensis, die Icones plantarum rariorum, die Miscellanea, und die Collectanea botanica, welche allenthalben die wohlverdien ^Anerkennung fanden; und alsdann auch der Garten von Schönbrunn seiner wissenschaftlichen Oberleitung anvertraut wurde, der durch ihn zu einer Vollkommenheit gelangte, w r elche noch jetzt an ihm bewundert wird, bereicherte er auch die Naturwissenschaft mit seinem berühmten Werke: Hortus Schoenbrunnensis. _ Aber auch im Fache der Chemie leistete er Vorzügliches, wie diess sein Examen chemicum doctrinae Meyerianae de acido pingui et Blackianae de aere fixo respectu calcis, und seine Anfangsgründe der medicinisch-praktischen Chemie darthun, welches letztere Werk er auf Befehl Kaiser Josephs II. 1783 in deutscher Sprache herausgab, und das mit so grossem Beifalle aufgenommen wurde, dass in Kurzem eine zweite Auflage veranstaltet werden musste. Jacquin war einige Jahre an der Bergschule zu Schemnitz Lehrer der Chemie, der Berg- und Hüttenkunde, dann zierte er die Universität zu Wien als Professor der Chemie und Botanik. Unter der Kaiserin Maria Theresia w r urde er geadelt, und Franz I. erhob ihn, in Anerkennung seiner grossen Verdienste, die er sich um die Naturwissenschaften erworben hatte, 1806 in den Freiherrnstand. Er starb 90 Jahre 8 Monate alt, am 26. Octoberl8l7. Eine genaue Ueber- sicht der sämmtlichen Werke dieses hochberühmten Gelehrten theilt die österreichische National -Enzyklopädie mit. I R u t> 0 1 p 1) I., rSmiscli ■ deutscher Kaiser. Dieser hocherhabene Stammherr des österreichisch-habsburgischen Hauses, ein Sohn des Grafen Albrecht IV. von Habsburg und Hedwigens, einer Tochter des Grafen Ulrich von Kyburg, wurde 1218 geboren. Schon 123b folgte er seinem Pathen, Kaiser Friedrich II., nach Italien, und erhielt dort den Ritterschlag. Nach dem Tode seines Vaters 1248 gerieth er mit seinem mütterlichen Oheim, dem Grafen von Kyburg, in Fehde, wegen der Erbschaft; er glich sich jedoch bald wieder mit ihm aus, und erlangte sonach 1264, als Hartmann dahin schied, die Grafschaft Kyburg. Da er zur Fahne der Gibellinen getreten, zog er sich den Bann der Kirche zu, wesswegen er zur Sühnung mit derselben dann eine Kreuzfahrt, an der Seite Ottokars, Königs von Böhmen, wider die Ungläubigen in Preussen unternahm. Rudolph’s WafFenruhm erscholl nun bald im ganzen deutschen Lande; aber auch seine Erfahrenheit in den Geschäften des Friedens wurde allgemein gerühmt. Man wählte ihn daher nicht selten zum Führer und Schirmvogt. Als Krieger und Mittler übte er an Allen gleiches Recht, und nicht selten wies er mit Kraft und Ernst den Uebermuth fehdelustiger Aebte und Bischöfe, in ihre heiligen Schranken zurück. Dabei aber beseelte ihn wahre Frömmigkeit. Er zeigte sich jederzeit freigebig , stiftete mehrere Klöster und stand den Unterdrückten redlich bei. Wem ist nicht das seltene Beispiel frommer De- muth bekannt, welches er an dem Priester gab, den er eines Tages auf der Jagd begegnete, als er den Leib des Herrn durch den hochange- schwollenen Wildbach zu einem Kranken trug? Solche rühmliche Eigenschaften, solche Tugenden bewogen die Fürsten, die zu Frankfurt beisam- nren sassen, ein Haupt zu wählen für das verwaiste Reich, sich für Rudolph auszusprechen. Rudolph von Habsburg belagerte eben Basel, als er von dem Erbmarschall Heinrich von Pappenheim Kunde bekam von seiner Wahl zum deutschen Oberhaupte. Ob dieser Botschaft staunte Rudolph mehr als Alle, die um ihn waren. Sogleich wurde alle Fehde aufgegeben; allgemeiner Landfriede ausgerufen und freudig eröffneten ihm die Baseler die Thore. Erschrocken rief ihr Bischof aus: „Lieber Gott, sitz’ fest auf Deinem Throne, sonst erklimmt ihn Rudolph auch 10 noch.” Schon am 28. October 1273 wurde Rudolph zu Aachen gekrönt. Die Feier des Krönungstages erhöhte er durch die Vermählung seiner Töchter, und befestigte dadurch die neue Herrschaft. Hedwig ward die Gemahlin Otto’s, Markgrafen von Brandenburg; Herzog Albrecht von Sachsen führte Agnesen heim; Mathilden erhielt Ludwig der Strenge von der Pfalz. Seinen Erstgebornen Albrecht vermählte er mit Elisabeth, der Tochter seines treuen Freundes, Grafen Meinhard von Tirol und Görz. Auch in seiner hohen Würde blieb sich Rudolph immer gleich ; ohne Stolz und Prunk, für Jedermann zugänglich und hülfreich mit Rath und That. Sein mit Freundlichkeit gepaarter Ernst flösste Allen Vertrauen ein. Seine Regierungsepoche gehört unter die glorreichste, die Deutschland je hatte. Der kleine Raum gestattet nicht, hier die zahlreichen Grossthaten dieses weisen und gerechten Fürsten einzeln aufzuführen. Es genüge demnach, zu erwähnen: wie er Friede stiftete im deutschen Lande und denselben fest bewahrte; indem er die Frevler an der allgemeinen Ruhe streng bestrafte ; jeden Hader mit den Städten der helvetischen Eidgenossenschaft aufgab und ihre Dankbarkeit sich erwarb; wie er sein und des Reiches übermüthige Feinde bezähmte; w r ie er, nach König Ottokars von Böhmen Fall, die treuen Dienste des Grafen Meinhard von Tirol durch dessen Erhebung zum Herzoge von Kärnthen belohnte; wie er der Stifter eines gewaltigen Hauses wurde, durch Erweiterung der Erbgüter in Helvetien und Verleihung Oesterreichs, der Steiermark , Windischen Mark und Krain an seine Söhne Albrecht und Rudolph 1282. Geliebt von seinem Volke und gefürchtet von seinen Feinden hatte Rudolph bereits 18 Jahre regiert, als er erkrankte und ihm seine Aerzte fünf Tage vorher, da er eben beim Bretspiele sass, den nahen Tod verkündeten. Heitern Muthes stand der fromme Fürst auf und sprach : „Nun denn nach Speyer in die Kaisergruft!” Auf dem Wege dahin, zu Germersheim, ein Städtchen, das er erbaut hatte, entschlief Rudolph am 15. Juli 1291, 73 Jahre alt, ins bessere Leben. 5S5 S j jg aSISSSSSSgSg äUJlD) (DIL BP IM T®3£J MAIBeSIBTUm® ia(D)MS(CiEriEm kaisietr Fr sinz Jrnljcrr tJrnt ftiaiit*, geboren im Jahre 1766, trat 1784 in Militärdienste als Cadet beym Husaren - Regimente Emerich Esterhazy , 1785 ward er Unterlieutenant, 1790 Oberlieutenant, 1793 Second-, und 1797 erster Rittmeister, 1803 wurde er zum Major bei dem Husaren - Regimente Kaiser, 1806 zum Oberstlieutenant bei Erzherzog Ferdinand Husaren und 1808 zum Obersten bei Lichtenstein Husaren befördert, 1813 ward er General- Major, und 1824 Feldmarschall - Lieutenant. 1828 erhielt er das Uhlanen-Regiment Fürst Schwarzenberg, 1831 wurde er zum commandirenden General in Slavonieri und Syrmien, und 1832 zum Banus und commandirenden General in Croatien ernannt, zugleich wurde er Inhaber der beiden Banal- Regimenter und Obergespan des Agramer Comitates; auch erhob ihn des Kaisers Gnade, in Würdigung seiner Verdienste, in den ungarischen Freiherrenstand. Im Jahre 1833 ward er als bevollmächtigter königlicher Com- missär nach Siebenbürgen gesandt. Während seiner geraumen M ilitär-Dienstleistung hat dieser höchst ausgezeichnete Krieger 1792 dem Feldzug in die Champagne und der Schlacht bei Gemappe, _ 1793 jenen bei Esch- weiler, Neerwinden, Löwen, Quievroin, Fomars, auf dem Camp de Ce- sar, und 1794 jenen bei Chatilion, Chateau Cambresis, Tournai, Templeuve, Fleurus und an der Rühr beigewohnt; 1795 hat er die Schlacht und Belagerung von Mannheim, 1796 die Treffen bei Rastadt, am Lech, bei Neresheim, Geisingen, Biberach , an der Kenzing, bei Schlingen, so wie die Belagerung des Brückenkopfes bei Hüningen mitgemacht. Im Jahre 1799 sehen wir ihn auf den Schlachtfeldern von Ostrach und Stockach, 1800 bei Engen, Möskirch, Neresheim, Biberach, Ulm, Hohenlinden und Salzburg; 1805 bei Neuhaus, Mariazell, Austerlitz, und 1809 bei Regensburg, Neumark, Aspern, Wagram und Znaim auf das Glänzendste seinen Ruhm befördern; 1812 machte er den Feldzug mit dem Auxiliär - Corps gegen Russland mit. 1813 führte er die Avantgarde des F. Z. M. Baron Hiller, vertheidigte mit selber Villach gegen den Vice- 10 * Köllig von Italien durch drei Tage; war beim Angriffe auf die Stellung bei Gogau, gewann das Treffen bei Calliano in Tirol, nahm Roveredo, schlug ein bedeutendes feindliches Corps bei Marco und bestand bei Struzina mit seiner schwachen Avantgarde durch zwei Tage den Angriff der italienischen Armee unter dem Vice - König. In der Schlacht am Mincio beobachtete er mit wenig Truppen die Festung Peschiera und schlug den unverhofft aus der Feste vorgebrochenen linken feindlichen Flügel mit Nachdruck zurück. Seiner hohen kriegerischen Verdienste wegen erhielt er schon 1813 den Maria - Theresienorden ausser Capitel und am 8. Juli 1836 das Grosskreuz des österr. kais. Leopold-Ordens. Jos ep li Jfmljm* twit Jammer - purgrtall, Ritter des österr. kais. Leopold - und russisch kais. St. Annen - Ordens zweiter Classe (in Brillanten), des königl. schwedischen Polarstern-Ordens und der königl. französischen Ehrenlegion, Commandeur des königl. dänischen Danebrog-, des königl. hannoveranischen Guelphen - und des constant. St. Georg - Ordens von Parma, Ritter des königl. sardinischen St. Mauriz- und Lazarus-, des persischen Ordens des Löwens und der Sonne zweiter Classe, und des ottomanischen Verdienstordens, k. k. Hofdolmetsch der orientalischen Sprachen, Hofrath und Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften, wurde am 9. Juni 1774 zu Grätz geboren. 1787 kam er nach Wien, wo er sich auf das Studium der morgenländischen Sprachen in der k. k. orientalischen Akademie verlegte. Ausgezeichnet w aren hierinnen seine Fortschritte, und vorzüglich hatte er sich, kurz nach Vollendung des siebenjährigen Studien - Curses die persische Sprache so eigen gemacht, dass ihm bald der damalige Referent der Section des Orients im Ministerium der auswärtigen Geschäfte, Freiherr von Jenisch, bei der Herausgabe des unter Meninsky’s Namen bekannten arabisch - türkischpersischen Lexicon zum Mitarbeiter erwählte. 1797 wurde er als Secre- tär bei dem, nach dem Frieden von Campo-Fonnio zum Hofcommissär ernannten Freiherrn von Jenisch angestellt, um diesen nach Dalmatien zu begleiten, und 1799 wurde er von dem Minister Freiherrn von Thugut als Sprachknabe zu dem damaligen Internuntius Freiherrn von Herbert nach Constantinopel geschickt, dessen Zufriedenheit sich Hammer bald im vollsten Masse erwarb. Nach der Convention zu El - Arisch zwischen dem Grossvezier und dem französischen Obergeneral Kleber wurde Hammer im Februar 1800 beauftragt, die Consulate in der Levante hinsichtlich der politischen Verhältnisse Aegyptens zu bereisen. Da aber das englische Ministerium die Bestätigung der Convention verweigerte, so blieb Hammer am Bord des Tigers bei dem Commandeur Sir Sidney Smith, bei welchem er, als auch in der Folge bei dem Commandanten der brit- tischen Expedition nach Aegypten, Dienste als Dolmetsch -Secretär leistete. Hammer war bei den Conferenzen des Gross - Vezirs zu Jaffa gegenwärtig; auch machte er 1801 den Feldzug in Aegypten mit. Nach Alexandriens Uebergabe hatte sich Hammer auf Herberts Weisung nach Eng- land begeben, wo man ihm mit vieler Auszeichnung begegnete; 1802 aber wurde er von hier wieder abberufen, um den Internuntius Freiherrn von Stürmer als Legations - Secretär nach Constantinopel zu begleiten. 1806 wurde er als kaiserlicher Agent in die Moldau nach Jassi gesendet und im nächstfolgenden Jahre ward er wieder nach Wien berufen. Hier beschäftigte er sich in seinen Musestunden mit literarischen Arbeiten und Forschungen. Um diese Zeit fällt auch seine Bekanntschaft mit A. W. v. Schlegel und der geistreichen Baronin von Stael. Während der französischen Invasion, 1809, gelang es seiner eifrigen Bemühung, dass 300 orientalische Handschriften der k. k. Hofbibliothek in Wien zurückblieben und von den nach Paris abgegangenen 200 nach der Hand die bessere Hälfte wieder zurück erstattet wurde. 1811 erlangte er die Würde eines wirkl. Staatskanzleirathes und Hofdolmetsches bei der geheimen Hof- und Staatskanzlei, und 1817 wurde er zum wirklichen Hofrath ernannt. Während der Anwesenheit des persischen Botschafters, Mirsa Abdul Hassan, den er im feierlichen Zuge zur Audienz nach Hofe begleitete, erhielt er den Leopoldorden und von dem Botschafter einen kostbaren Shawl und ein Pferd. Man bot ihm für letzteres 100 Ducaten, um welche Summe er von dem Bildhauer Kiesling sein eigenes Grabmal im orientalischen Style verfertigen liess, das einst in Hammers Lieblingsaufenthalt Weidling nächst Klosterneuburg gesetzt werden soll. 1821 lernte er die orientalischen Schätze der Bibliotheken von Dresden und Berlin näher kennen und 1825 unternahm er eine vom Fürsten von Metternich begünstigte wissenschaftliche Reise durch Italien. Baron Hammer ist unstreitig einer der gelehrtesten Orientalisten in Europa , und seine ausgezeichneten Verdienste, welche er sich als solcher erwarb, werden allgemein anerkannt und hochbeachtet. Zahlreich und vielseitig sind seine Schriften, welche bereits im Druck erschienen und in der österreichischen National-Encyklopädie vollzählig aufgeführt worden sind. Durchseine Staats- Verfassung und Staatsverwaltung des osmanischen Reiches 2 Bde., Wien 1815 ; so wie durch seine Geschichte des osmanischen Reiches 10 Bde., Pesth 1827 — 34; zweite Auflage 1834 — 35 ; und seine Geschichte der schönen Redekünste Persiens, Wien 1818, hat er sich insbesondere seinen unvergänglichen Nachruhm gesichert. Hammer gründete auch mit Unterstützung des Grafen Wenzel Rzewusky das treffliche Journal: die Fundgruben des Orients, welches als eine der wichtigsten Vereinigungspunkte für die Orientalisten des gesammten Europa angesehen w erden kann. Jf TOS.KWiHC M, IC 'jS Iß lEl ©f © 13f Üil AM MC 1Ä l£i föolfjcjajt# iltajart. jÄÜozart, dieses bis jetzt noch unübertroffene Musik-Genie, wurde am 27. Jänner 1756 zu Salzburg geboren. Schon in seinem sechsten Jahre war er in der Musik so fortgeschritten, dass sein Vater , selbst ein ausgezeichneter Musiker, sich bewogen fühlte, mit ihm und dessen Schwester, die ebenfalls ein musikalisches Wunder war, eine Kunstreise nach München und Wien zu unternehmen, wo seine beispiellose Fertigkeit auf dem Clavier, die für sein damaliges Alter von Jedermann angestaunt wurde, die ehrenvollste Anerkennung bei Hofe erhielt. Nach Salzburg zurückgekehrt, ertheilte ihm nun auch sein Vater Unterricht in der Violine, wo er ebenfalls im Kurzen so grosse Fortschritte machte, dass er schon im Juni 1763, wo die Familie ihre erste grosse Reise unternahm, in München ein sehr schwieriges Concert auf diesem Instrumente zur allgemeinen Bewunderung, vor dem Churfürsten spielen konnte. Nachdem er sich mit seiner Schwester in Augsburg, Mannheim, Frankfurt a. M., Mainz, Coblenz, Cöln, Aachen und Brüssel mit lautem Beifall hatte hören lassen, langte er im November in Paris an, wo er, so wie 1761: in London, vor der königlichen Familie und in öffentlichen Concerten spielte, und das grösste Lob, insbesondere über sein herrliches Orgelspiel einerntete. Schon in Paris erschienen seine beiden ersten Compositions- Werke ; während des Aufenthaltes in England componirte der achtjährige Knabe 6 Sonaten, die er in London stechen liess und der Königin widmete; auf der Rückreise aber, wo er in Haag eine schwere Krankheit iiberstand, ebenfalls 6 Sonaten, welche er der Prinzessin von Nassau- Weilburg dedicirte. 1768 spielte Mozart wieder in Wien vor Kaiser Joseph, wo er in dessen Auftrag die Opera buffa: Finta semplice, in Musik setzte, ein Werk, das Hasse und Metastasio sehr bewunderten. Hier componirte er auch zur Einweihungs - Feier der Waisenhauskirche das Amt, das Offertorium und ein Trompetenconcert, welche feierliche Musik der zwölfjährige Knabe dann in Gegenwart des kaiserlichen Hofes selbst dirigirte. 1769 wurde der junge Mozart Concertmeister beim salzburgischen Hoforchester und trat dann mit seinem Vater eine Reise nach Italien an. Sie ging über Mailand, wo er die Scrittura zur ersten Oper für den Carneval 1771 erhielt; Bologna, das ihn zum Maestro della Acca- demia Filannonica aufnahm; über Florenz, Rom und Neapel. In der Char- wöche, wo er zu Rom ankain, begab er sich sogleich in die Sixtini- sehe Capelle, lim das berühmte Miserere Allegris zu hören, das er dann, da es den päpstlichen Musikern bei Excommunication verboten war, dieses Musikstück abcopiren zu lassen, zu Hause aus dem Gedächtniss niederschrieb und dann in einer Akademie bei dem Clavier sang. Christo- forus mächtiges Erstaunen hierüber, der es in der Capelle gesungen hatte, machten Mozart’s Triumph vollkommen. Nun schrieb er für Mailand die Opern und Serenaden: Mitridate, Ascanio in Alba und Lucio Silla, 1775 in Salzburg sein Re Pastore, und 1780 in München seine herrliche Oper ldomeneo. Dann reiste er nach Wien, das er sich sonach seit seinem 24sten Jahre zum fast ununterbrochenen Aufenthalte wählte. Hier, wo er Joseph Haydens Freundschaft genoss, vermählte er sich mit Constanze Weber, Schwägerin des berühmten Schauspielers Lange, erhielt dann 1788 von Kaiser Joseph eine Anstellung als Kammer-Componist, und 1790 als Capellmeister in der St. Stephanskirche. Ein Jahr hierauf vollendete er seine ausgezeichnete, leider aber kurze Laufbahn. Kurz vor seinem Tode schrieb er noch zum grössten Theil sein unsterbliches Requiem, dessen Veranlassung wahrhaft ergreifend ist. Eines Tages nämlich kam ein ihm Unbekannter zu Mozart und trug ihm die Composition einer Seelenmesse auf, für welche Mozart den Preis selbst bestimmen sollte. Dieser fordert 200 Ducaten, welche ihm auch der Unbekannte, obgleich Mozart sich an keine bestimmte Zeit zur Vollendung derselben binden wollte, unverweigerlich auf der Stelle ausbezahlte. Bald darauf ging Mozart mit Feuer und dem lebhaftesten Interesse an die Composition, obgleich seine Gesundheit hart angegriffen war. In einer leidenden Stunde äusserte Mozart mit Thränen in den Augen, dass er das Requiem für sich selbst setze, und wirklich war die Arbeit bis auf ein Geringes vollendet, als er erkrankte und am 5. December 1791 starb. _ Kurz war sein Leben, aber ewig wird sein Ruhm dauern. Mozarts Werke bestehen in 3 Oratorien, 36 Messen, 20 Opern (hierunter Le Nozze di Figaro, Don Giovanni, die Zauberflöte, La Clemenza di Tito etc.), 4 Cantaten, 4 Chöre, für vier Singstimmen, 60 Arien, Duetts etc., 10 Canons, 16 Clavierlieder, 39 Orchester-Symphonien, 15 Opern - Ouvertüren, 41 Divertissements, 36 Quintetten und Quartetten, 10 Violin - Trios , 4 Ballete, 5 "Violin - Concerte, 6 Horn- Concerte , 1 Fagott - Concert, 29 Clavier - Concerte, und sehr viele sonstige Musikstücke für dieses sein Lieblingsinstrument. 1 Rainer. Joseph Johann Michael Franz Hieronymus Rainer, kaiserl. Prinz und Erzherzog von Oesterreich, königl. Prinz von Ungarn und Böhmen etc. , Ritter des goldenen Vliesses, Grosskreuz des königl. ungarischen St. Stephan- und des österr. kaiserl. Leopold - Ordens, Vice-König des lombardisch-venetianischen Königreiches, k. k. General-Feldzeugmeister und Inhaber des Infanterieregimentes Nr. 11, geboren zu Florenz am 30. September 1783, der zehnte Sohn des Kaisers Leopold II. mit Maria Ludo- vica, Tochter des Königs Carl III. von Spanien , erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung und wissenschaftliche Bildung. Schon frühzeitig erwachte in Ihm eine entschiedene Neigung für die Botanik, doch vernachlässigte der Prinz hierbei keineswegs die militärischen und staatswissenschaftlichen Studien. In überraschend kurzer Zeit war Höchstdessen herrliches Talent für höhere Regierungsgeschäfte auf das Vollkommenste ausgebildet. Sein erlauchter Bruder, Kaiser Franz I., ernannte Ihn demnach schon 1814, da das lombardisch - venetianische Königreich organisirt wurde, zum Vice- König desselben ; in w elcher hohen Würde der Erzherzog auch 1835 vom Kaiser Ferdinand, nach Höchstdessen Thronbesteigung, bestätiget wurde. Durch des erhabenen Prinzen weise, streng - gerechte und überaus zweckmässige Verwaltung hat dieses herrliche Königreich sich des blühendsten Zustandes zu erfreuen. Künste, Wissenschaften und Gewerbsfleiss stehen unter des Erzherzoges Rainer besonderer Fürsorge und Unterstützung; aber auch die leidende Menschheit (wie diess sich 1835, zur Zeit der Cholera in Italien, so schön bew ährte) findet an diesem erhabenen Herrn den gross- müthigsten Wohlthäter. Erzherzog Rainer vermählte sich 1820 mit Maria Elisabetha Franziska, gebornen Prinzessin von Savoyen- Carignan, Schwester des jetzigen Königs Carl Albert von Sardinien ; eine Ehe, die bereits mit sechs Prinzen und zw ei Prinzessinnen gesegnet wurde. Franz Xaver fJrtn? ?u Ijoijrn^Urrtt - 4}ed)in$m, Burggraf zu Nürnberg, Graf zu Sigmaringen und Währingen ; Herr zu Haigerloch, Wehrstein, Nitra-Apathy und Nitra- Visup ; Ritter des gol denen Vliesses, Grosskreuz des österr. kaiserl. Leopold- und Commandern- des militärischen Maria - Theresien - Ordens, Inhaber des goldenen Civil- Ehrenkreuzes, Ritter des königl. preussischen schwarzen und des rotlien Adler-Ordens erster Classe, Ritter des grossherzoglich badenschen Ordens der Treue, dann Grosskreuz des Zähringer Löwen- und des constantini- sclien St. Georg-Ordens von Parma; Llauptmann der k. k. ersten Arcieren- Leibgarde, k. k. wirkl. geheimer Rath und Kämmerer, Feldmarschall und Inhaber des Chevauxlegers-Regimentes Nr. 2 - — Dieser um Oesterreich sehr verdiente Prinz wurde am 21. Mai 1757 zu Hechingen geboren. Noch sehr jung trat er in österreichische Kriegsdienste. Während des niederländischen Krieges zeichnete er sich als Oberst eines Cürassier-Regimentes, und 1796_1797 als Generalmajor in Italien, besonders bei Legnano, aus, wo er an der Spitze der wackeren Wiener-Freiwilligen fast immer auf den am meisten bedrohten Punkten siegreich focht. 1798 wurde er zwar zu St. Georgio bei Mantua kriegsgefangen; aber noch auf dem Schlachtfelde erfolgte seine Auswechslung gegen den französischen Generalen Fiorille. 1805 wurde ihm der Befehl der Cavallerie von Wernecks Armee-Corps am vertraut, mit welchem er am 17. October nach der für Oesterreich unglücklichen Schlacht von Nereslieim den Rückzug deckte. In dem Kriegsjahre 1809, w o Hohenzollern zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt wurde, befehligte er das dritte Armee-Corps mit 24,000 Mann, mit welchem er in den blutigen Schlachten bei Abensberg, Regensburg und Aspern die erfolgreichsten Dienste leistete. Mit gleicher Auszeichnung focht er auch in den Jahren 1813 und 1814 unter Oesterreichs Fahnen gegen Frankreich- Seine vielen Verdienste um das Vaterland belohnte Kaiser Franz mit dem Orden des goldenen Vliesses und dem Indigenat in Ungarn. 1825 wurde er Präsident des Hofkriegsrathes, nachdem er schon früher die Würde eines commandirenden Generalen in Illyrien, Steyerjnark und Tyrol bekleidet hatte. 1826 feierte er sein Dienstjubiläum, und 1830 enthob ihn der Kaiser der für sein vorgerücktes Alter höchst beschwerlichen Obliegenheit eines Hofkriegsraths-Piäsidenten und ernannte ihn vorn Generalen der Cavallerie zum Feldmarschalb * 11 4« j! mmrnr;; ■ j? öS n-iM mn; :'^.m • a ■ .••;;••.-> — \ ,%:' ■:< ■ j ■ -ft-vf; - t .msb?;bl - ;■;- !?.•• -m. ? -; m m;:sm- ;: ■•:>-■• ■ v:, .-am -,- .mc - ,*.$?•: • a ': .. b'd ma d ' ■ iif V : -v ? ;•>' ; . 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Schon in früher Jugend kam er in die Theresianische Ritterakademie in Wien; dann studirte er die Rechte auf der Universität zu Prag und betrieb nebenbei sehr eifrig das Studium der Mathematik. Nach vollendeten Studien erhielt er bald eine Rathsstelle bei dem böhm. Appellationsgerichte zu Prag; aber schon mit Beginn des siebenjährigen Krieges verliess er den Civildienst und trat 1759 als Volontär in das Chevauxlegers-Regiment Nr. 7. 1760 wurde er zum Hauptmann, 1764 zum Major und 1768 zum Obersten bei dem In- fanterie-Regimente Nr. 42 befördert, bei welch letzterem er auf eigene Kosten eine Cadettenschule errichtete, die sich durch höchst zweckmässige Einrichtung auszeichnete. 1773 wurde Kinsky Generalmajor und 1777 reisete er nach Stuttgart, um die in der dortigen Militär-Akademie eingeführte Erziehungsmethode zu beobachten; dann begab er sich in gleicher Absicht in die Schweiz zu Pestalozzi, ln den Jahren 1778_1779 fand Kinsky bei den kriegerischen Ereignissen in Böhmen vielfältige Gelegenheit, sich riihmlichst auszuzeichnen. Nach hergestelltem Frieden wurde er zum Localdirector der Neustädter Akademie ernannt, auf welchem Posten Kinsky die thätigste Umsicht bewies. Sichtbar gedieh diese Anstalt unter seiner Aufsicht; und seine vorgenommenen Einrichtungen bewährten sich so zweckmässig, dass er 1785 zum Oberdirector derselben, und zum Feldmarschall - Lieutenant erhoben wurde. Als solcher brachte er die Akademie in den blühendsten Zustand, dessen sie sich noch heut zu Tage erfreuet. 1788 stand er dem damaligen Erzherzog Franz während aller Ereignisse des Feldzuges gegen die Türken zur Seite. Durch die wichtigen Dienste, welche er sowohl in diesem, als auch in dem französischen Revolutionskriege 1793 — 96 (insbesondere bei Landrecy) dem Staate leistete, erwarb er sich den Rang eines Feldzeugmeisters. 1801 erhoben ihn seine Verdienste zum wirkl. geheimen Rath. Nun lebte er wie- der einige Jahre zu Neustadt in Erfüllung seiner Lieblingspflichten. Im Frühling des Jahres 1805 , wo er den Kaiser nach Oberösterreich begleitete , überfiel ihn plötzlich eine heftige Entzündungs-Krankheit. Kaum nach Wien zurückgebracht, starb dieser verdienstvolle Mann, von Jedermann beklaget, am 9. Juni desselben Jahres. Graf Kinsky hat viele werthvolle militärische und Erziehungsschriften hinterlassen. Sie erschienen unter dem Titel: „Gesammelte Werke” 1785 — 87 zu Wiener-Neustadt, wo auch 1794 eine 2. Auflage in sechs Theilen veranstaltet wurde. 1 ^ 4 ^ v -<, '■ft, / 21 n b r * a # Ij o f e r, der bekannte Sandwirth und Oberanführer der insurgirten Tyroler 1809 , kam 1765 zu Passeyr in Tyrol, in dem Wirthshause zu St. Leonard, am Sand genannt, zur Welt. Er wurde Wirth daselbst, und trieb nebstbei Handel mit Wein, Getreide und Pferden nach Italien, wodurch er sich ein ziemlich bedeutendes Vermögen sammelte. Als 1796 der Krieg zwischen Oesterreich und Frankreich ausbrach, führte Hofer eine selbst gebildete Compagnie von Scharfschützen bis an den Gardasee gegen die Franzosen. Eben so thätig zeigte er sich auch nach dem Lüneviller Frieden bei Errichtung der tyrolischenLandmiliz. Im Kriege 1809, als sich Tyrol gegen die fremde Herrschaft in Aufstand setzte, finden wir den für das österr. Kaiserhaus mit treuester Anhänglichkeit beseelten Sandwirth an der Spitze desselben. Am 12. April zwang Hofer ein bayerisches Corps in Sterzings Nähe die Waffen zu strecken, dann vertrieb er aus Siidtyrol den feindlichen General Baraguay-d’Hilliers. Schon um Aprils Mitte war das Land von den Feinden befreit, und obgleich die Bayern nach den Schlachten von Eckmühl und Regensburg abermals in dasselbe eindrangen, mussten sie dennoch, nachdem sie durch die von patriotischem Eifer beseiten Insurgenten unter Hofers Anführung, zweimal im Angesichte Innsbrucks geschlagen wurden, Tyrol neuerdings verlassen. Nach der unglücklichen Schlacht bei Wagram wurde Tyrol gänzlich von den österr. Truppen geräumt, und Hofer sah sich genöthiget, in einer Höhle des Passeyer Thaies Zuflucht zu nehmen ; allein kaum war der nun aller Orten in Tyrol wieder eingedrungene Feind am 3. und 9. August durch das bewaffnete Volk unter Speckbacher, Haspinger und Peter Mayer geschlagen worden, so trat Hofer wieder kräftig auf, und erklärte sich zum obersten Anführer des für seinen alten Herrn in Waffen stehenden Volkes. Nach der Schlacht am Berge Isel (am 13. August), wurde Marschall Lefebvre gezwungen, Tyrol zu räumen, und Hofer zog siegreich in Innsbruck ein. Inzwischen ward der Friede in Wien abgeschlossen , der Tyrol wieder an Bayern überlieferte , und Hofer, der durch einen neuerlichen Aufruf zur Wiederergreifung der Waffen die bereits ausgesprochene Amnestie verwirkte, flüchtete sich mit seiner Gattin, seinem 14jahrigen Sohne und seinem Secretär auf das Joch, einer sehr hoch liegenden Berghütte, 4 Stunden nördlich von Passeyr gelegen. In dieser Region des ewigen Eises hielt er sich zwei Monate verborgen. End- lieh wurde sein Aufenthalt durch seinen ehemaligen Anhänger Donay ver- rathen. Als die französischen Grenadiere diese gefahrvolle , schauerliche Gebirgshöhe erstiegen hatten, und sich der Hütte nahten, eröffnete der Sandwirth persönlich dieselbe und sprach: ,,Ich bin Andreas Hofer, und befinde mich in Eurer Gewalt; tödtet mich, wenn Ihr [wollt, aber verschont meine Frau und Kinder; sie sind unschuldig, und können für mein Betragen nie verantwortlich seyn.” Hofer wurde nun gebunden, fortgeführt und hierauf nebst seinem Secretär nach Mantua transportirt; sein Sohn aber wurde bei der Mutter zurückgelassen. In Mantua wurde ihm schon am 19. Februar 1810, nach schnell gehaltenem Kriegsgerichte, das Todes- urtheil vorgelesen. Am 20. Februar fiel er, durchbohrt durch die Kugeln von zw ölf Grenadieren, als ein hohes Opfer für Fürst und Vaterland. Franz I. erhob die Familie des gefallenen Helden in den Adelstand; und 1823 wurden auf Flöchstdesselben Befehl die Gebeine des Andreas Edlen von Flofer aus Mantua nach Innsbruck gebracht, und in der Hofkirche zum heiligen Kreuz feierlich zur Erde bestattet. Seit 1833 deckt dieselben ein herrliches Munument mit des Helden überlebensgrosser Statue von dem höchst genialen Professor Schalter in Wien. II Sigmund Anton tum üjoljemtuurt Dieser erhabene Kirchenfiirst, aus einer altadeligen baierischen Familie entstammend, wurde am 2. Mai 1730 zu Gerlachstein geboren. Bis zum 16. Jahre seines Alters lebte er im väterlichen Hause und genoss eine höchst sorgfältige wissenschaftliche Erziehung. Eigene Wahl bestimmte ihn dann zum geistlichen Stande. Er trat zu Laibach in den Orden der Jesuiten, und kam von da im Jahre 1746 in das Noviziat derselben nach Wien. Hier stiftete er mit dem berühmten Denis einen bis zum Tode währenden Freundschaftsbund. 1749 gelangte Hohenwart in das Ordenshaus nach Grätz, wo er sich bis 1751 den philosophischen Studien widmete; dann lehrte er 1752_53 in den Grammaticalclassen zu Triest und 1754 zu Laibach in den HumanitätsclassenPoesie und Beredsamkeit. Nun studierte er 1755—58 mit grossem Erfolge Theologie im Ordenshause zu Grätz; worauf er dann 1759 die Priesterweihe erhielt. 1761 wurde er Präfect an der k. k. Theresianischen Akademie, wo er im vertrauten Umgänge mit Hell, Eckhel, Neumann , Liesganig u. A. eine besondere Neigung für Geschichte und Alterthumskunde gewann, und kurz hierauf, nachdem er das vierte Ordensgelübde abgelegt hatte, die Lehrkanzel der Universalgeschichte erlangte. Kurz noch vor der Auflösung des Jesuitenordens wurde er Regens des nordischen Stiftes zu Linz, und 1778 begab sich Hohenwart, nachdem ihn Maria Theresia zum Lehrer der Religion und Geschichte der vier älteren Prinzen des Grossherzoges Leopold von Toscana ernannt hatte , nach Florenz , um sein ehrenvolles Amt anzutreten. Er verwaltete es zur grössten Zufriedenheit seiner grossen Monarchin. Hier knüpfte er mit den Gelehrten Fontana, Fabroni, Lanzi und Zucchini die freundschaftlichsten Verhältnisse an, und unterhielt einen lebhaften Briefwechsel mit Deutschlands grössten Gelehrten, mit Herder, Becker, Fischer, Hirzel , Schäfer u. A. Als Grossherzog Leopold, nach Josephs II. Tode, die Kaiser- w r ürde erlangte, folgte er Demselben nach Wien, wo er sich vorzüglich dem Studium der Geschichte des Hauses Lothringen widmete und seine Stunden der Müsse in Gesellschaft seiner gelehrten Freunde Born, Denis, Jacquin und des Geschichtsforschers Schmidt zubrachte. 1792 wurde er Bischof zu Triest, 1794 Bischof zu St. Pölten und 1804 Erzbischof in 12 Wien, als welcher er volle 17 Jahre hindurch viele hohe kirchliche Functionen verrichtete. Er segnete die Ehen des Kaisers Franz und der Kaiserin Caroline Auguste, der Erzherzoginnen Maria Louise, Leopoldine und Maria Clementine ein, taufte mehrere Erzherzoge und Erzherzoginnen; so wie er auch den Erzherzog Rudolph zum Priester und zum Bischöfe weihte, und Höchstselben späterhin das erzbischöfliche Pallium überreichte. 1806 er- theilte ihm Kaiser Franz den Vorsitz bei der k. k. Hofcommission in deutschen Schulsachen und 1808 ernannte Er ihn zum Ordens-Prälaten und Grosskreuz des kaiserl. Leopold-Ordens. — Fürst-Erzbischof Hohenwart richtete sein vorzügliches Augenmerk auf eine verbesserte Einrichtung des erzbischöflichen Alumnates, dieser wichtigen Pflanzschule für künftige Seelsorger und Volkslehrer. Wie trefflich es ihm gelungen, zeigt der gegenwärtige blühende Bestand dieses Institutes. Zehn Jahre hindurch be- reisete er jeden Sommer seine ausgedehnte Diöcese, um sich von der Amtsverrichtung seiner Untergebenen zu überzeugen. Ueberall hielt er Predigten, ja an manchen Orten selbst die Christenlehre. Bewunderungswürdig war sein Eifer in der Verrichtung seiner frommen Amtspflichten, Er starb, neunzig Jahre alt, zu Wien am 30. Juni 1820. Sein Leichnam wurde feierlichst in der Metropolitankirche zu St. Stephan beigesetzt, Gerhard Jmljm* tmn Sudeten. Dieser’ ausgezeichnete Gelehrte, Commandeur des ungarischen St. Stephan- Ordens , k. k. geheimer Rath und erster Leibarzt, Präfect der k. k. Hofbibliothek in Wien und Präses der Studien- und Büchercensur-Hofcommis- sion, wurde am 7. Mai 1700 zu Leyden geboren. Er begann seine Studien auf der Universität zu Löwen; vollendete sie aber in seiner Vaterstadt unter der Leitung des berühmten Boerhave. Bald hierauf erlangte er daselbst eine Professorsstelle, welche er jedoch in Kurzem wieder aufgab, um sich ausschliessend der ärztlichen Praxis widmen zu können. Sein Ruf durch zahlreiche glückliche Curen, so wie durch seine schriftstellerische Thätig- keit allgemein verbreitet, veranlasste 1745 die Kaiserin Maria Theresia, ihn nach Wien zu berufen und ihm eine der medicinischen Lehrkanzeln an der Universität anzuvertrauen. Noch im nämlichen Jahre ernannte Sie ihn zu Ihrem ersten Leibarzt und zum Präfecten der Hofbibliothek, die unter Ihm, durch zw eckmässige Einrichtung, ein neues, erhöhtes Leben gewann. Seine unermiidete Thätigkeit, w elche er dem Studienwesen widmete, insbesondere aber seine ausgezeichneten Verdienste im Medicinalw esen für die gesammten Erbstaaten und das Heer (wovon die Einführung der Klinik allein schon seinen Namen auf die Nachw elt bringen w ürde) , erhoben ihn dann zum beständigen Präses der medicinischen Facultät in Wien, zum Director des gesammten Medicinahvesens im kaiserl. Staate und zum Präses der Studien- und Büchercensur-Hofcommission. Zudem erhob ihn die grosse Monarchin 1758 in den erbländischen Freiherrenstand; und 1763 liess Sie den medicinischen Hörsaal der Universität mit dessen Bildniss schmücken. Um 1766 reformirte van Sw r ieten auch die physikalischen und medicinischen Wissenschaften an der Prager Hochschule. 1770 wurde ihm noch das Glück zu Theil, seine erhabene Beschützerin, die Kaiserin Maria Theresia, aus der Kinderpocken-Krankheit, welche Ihr theueres Leben mit dem Tode bedrohte, zu retten; wofür er das Commandeurkreuz des St. Stephan- Ordens , 3000 Ducaten und das Bildniss der Monarchin, in Brillanten gefasst , erhielt; bald darauf verfiel er jedoch selbst in eine schwere Krank- 12 * lieit, während welcher ihn die Kaiserin öfters besuchte, und starb am 18. Juni 1772 im k. k. Schlosse Schönbrunn. In der Todten-Capelle der Augustiner-Hofkirche befindet sich sein Grabmal, geziert mit seiner Büste, aus Tyroler Marmor. Seine wichtigsten Schriften sind: Dissertatio inaug. de arteriae fabrica et efficaca in corpore humano. Leyden 1725. _ Com- mentaria in Hermanni Boerhave Aphorismos de cognoscendis et curandis morbis, 5 Bände, eb. 1741—72. — Kurze Beschreibung und Heilungsart der Krankheiten, welche am öftersten in den Feldlagern beobachtet werden. Wien 1758. — Constitutiones epidemicae et morbi potissimum Lugduni Batavorum observati. Wien und Leipzig 1782 u. a. Hugo Franz Altgraf Salm -Reiffevsrljeiö -üu*«u%im, Herr der Herrschaften Raitz und Jedownitz, dann auf dem Lehen Blansko in Mähren, Commandeur des österr. kais. Leopolds-Ordens, Ritter des Johanniter-Ordens, Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften, wurde zu Wien am 1. April 1776 geboren. Von der Natur mit den vortrefflichsten Anlagen ausgestattet, machte er schon in früher Jugend bedeutende Fortschritte in der Chemie sowohl, als in der Berg- und Hüttenkunde, in welchen Wissenschaften er später so viel Nützliches leistete. Salm war einer der Ersten, der sich zur Zeit der Feindesgefahr 1796, gleich seinen Freunden, den Grafen Wenzel Paar und dem bekannten Schriftsteller Friedrich Wilhelm Mayer, als Wiener-Freiwilliger stellte. Als solches zeichnete er sich in dem italienischen Feldzuge bei mehreren Gelegenheiten höchst vortheilhaft aus. Vor der Festung Mantua gerieth er in feindliche Gefangenschaft ; sein unerschrockenes Benehmen vor Bonaparte zu Castel- laro bewirkte jedoch bald seine und seiner mitgefangenen Cameraden Ranzionirung. Nach dem Frieden von Campo Formio widmete sich Salm nun ausschliessend den naturwissenschaftlichen Studien und der Technik. So machte er sehr viele gemeinnützige Versuche zum Zw r ecke vaterländischen Gew erbsfleisses. Auf seinen väterlichen Gütern in Mähren legte er eine der vollständigsten Sammlungen für Mineralogie an. Er führte die Kuhpockenimpfung in Mähren ein, und verfertigte gleichzeitig mit Dr. Zarda in Prag und Petke in Brünn den ersten Zucker aus Runkelrüben, ln des Letzteren Begleitung bereisete er 1801 England zu wissenschaftlichen Zwecken , wo ihn die Gelehrten auf das Ehrenvollste auszeichneten. Als Ehrenmitglied der Jennerian Vaccine Society aufgenominen, brachte er von dort als wissenschaftliche Ausbeute einige sehr wichtige Entdeckungen in sein Vaterland, wie z. B. das Geheimniss, Tuch und Leder wasserdicht zu machen; die Ausmittelung des Zusatzes bei Bereitung des Gussstahles etc. 1806 machte er, hinsichtlich seines Stammgutes Salm in den Ardennen, eine Reise nach Paris, und von da zurückgekehrt übernahm nun der Graf die Administration der Güter seines Vaters, der sie ihm dann 1811 gänzlich als Eigenthum abtrat. Kurz nach seiner Rückkunft von Paris errichtete Graf Salm die ersten Schafwollspinnmaschinen zu Brünn, nachdem Gr sich wahrend seines Aufenthaltes in London die genauesten Zeichnungen und Beschreibungen von derlei englischen Maschinen zu verschaffen gewusst hatte. Nun, als unabhängiger Herr beträchtlicher Güter, wendete eisern ganzes Augenmerk auf deren Verbesserung, auf den rationellen Be- tiieb der Landwirthschaft, des Hüttenwesens und jeden gemeinnützigen Zweck. Keinem patriotischen oder wohlthätigen Unternehmen versagte er s ^ ne Theilnahme, und überhaupt hat ihm sein Vaterland vieles Gute und Nützliche zu verdanken. Er war einer der thätigsten Gründer und Beförderer der mährisch-schlesischen Ackerbau-Gesellschaft; und 1815 stiftete er mit dem Grafen Joseph Auersperg das Franzensmuseum in Brünn. Altgraf Hugo Salm starb allgemein beklagt zu Wien am 27. März 1836, und hin- terliess nebst vielen, in verschiedenen Zeitschriften abgedruckten technisch- chemischen Abhandlungen, folgende werthvolle Schriften: „Was sind die Kuhpocken eigentlich, und wozu nützen sie?” Brünn 1801. (3. Auflage das. 1808.) — „Sur l’adininistration rurale en Boheme,” Lüttich 1804. .Ü „A gerraan, first Inventor of the Thermolampe, with a short accaunt of the great Thermolampe in Moravia.” London 1809. -r ttfcla# €n*af wn Brinpi, Banus von Croatien und Slavonien, wurde 1518 geboren. Er entstammte dem uralten Geschlechte der Grafen Beber. Noch in zarter Jugend hatte er sich schon bei Wien’s Belagerung durch die Türken (1529) und 1532, als das Kriegsheer den wiederkehrenden Feind der Christenheit zurückscheuchte, durch seine Tapferkeit so ausgezeichnet, dass Kaiser Carl V. ihn mit dem Ritterschwerte beschenkte. Bei Ofen nnd Pesth stieg noch mehr sein Ruhm. Späterhin bekleidete Zrinyi das Amt eines königl. Schatzmeisters und befehligte zugleich als Banus von Croatien, unter Ferdinand I. und Maximilian II. , die kaiserlichen Völker am rechten Donauufer, mit welchen er den Feind bei Somlio (1543), Gradisca und Verlika (1553) siegreich überwand. Unsterblichen Ruhm erwarb sich dieser Held bei der Vertheidigung von Szigeth (1566). Nachdem der Pascha von Bosnien, welcher dem mit Erlau’s Belagerung beschäftigten Sultan Soliman frische Truppen zuführen sollte , von Zrinyi bei Siklos eine gänzliche Niederlage erlitten hatte, und selbst auf dem Schlachtfelde blieb, legte sich der Sultan mit einer Macht von 100,000 Mann vor Szigeth. Zriny konnte ihm nur 2500 Mann entgegen stellen, allein diese grosse Ueberlegenheit des Feindes schreckte den kühnen Befehlshaber keineswegs. Er und alle seine mu- ihigen Gefährten leisteten sich gegenseitig den Schwur, dass sie bis auf den letzten Mann redlich ausharren und einander nicht verlassen wollten. Viele Stürme wurden nun abgeschlagen; endlich war er gezwungen , die Neustadt selbst anzuzünden, und als die Altstadt nach 17 Tagen von den Feinden, mit grossem Verluste seiner tapferen Mannschaft, genommen wurde , musste er sich anfänglich in das äussere und dann in das obere Schloss werfen. Bald hierauf stand Alles um ihn her in lichtloher Flamme, lind die wackere Besatzung war bereits auf ein sehr kleines Häuflein geschmolzen. Da Öffnete Zrinyi endlich das Thor , begriisste mit einem Kartätschenfeuer seinen Feind, der hierdurch über 600 Mann verlor, und stürzte dann an der Spitze seiner Tapferen durch die Dampfwolke, in der Rechten das Schwert, in der Linken die Fahne schwingend, über die Brücke dem Feinde kühn entgegen. Schon zweimal schwer verwundet, kämpfte er noch immer fort, bis ein dritter Schuss ihn todt zur Erde streckte Gleich rühmlicher Heldentod wurde auch fast allen seinen übrigen Gefährten zu Tlieil. Im Augenblicke der Besitznahme schleuderte noch das hn Schlosse aufgegangene Feuer, welches den Pulverthurm ergriffen hatte, über 3000 Türken in die Luft; die überhaupt bei Bestürmung dieses Platzes, ihre unbeschriebene Miliz nicht mitgerechnet, mehr denn 18,000 Spahis und 7000 Janitscharen, nebst drei ihrer vorzüglichsten Pa- scha’s verloren hatten. Das Haupt unseres Helden wurde in das kaiserl. Lager überschickt, und dann in seiner Familiengruft zu Csakaturn beigesetzt: den Rumpf aber hatte ein Türke, den er als Gefangenen gut behandelte, auf dem Schlachtfelde beerdiget. " v Ar MIC© IL AU S ^(S)SS S1£IE1 imu