Wiener 8t»l11-8id1iotdelL - «-, ^ ^ ^ ^ F n s t r u k l i o n f ü r d i e Professoren der K. K. chirurgischen Militärakademie. Aus Befehl Seiner K. K. apostolischen Majestät Joseph des Zwesten. Von I. A. Brambilla. Erster T h e i l d l e S ch U l b e t r e f f e n d. kaiserl- königl. Hvfbuchdruckern «nd Buchhändlern- 17 8 4 - ( o ) III. Kapitel. Ordnung, die der Professor der Pathologie bey seinen Vorlesungen zu beobachten hat. IV. Kapitel. Den Professor der chirnrMM Operationen betreffend. v. Kapitel. Ordnung für die medicinischen Vorlesungen. VI. Kapitel- Ordnung für den Professor der Chemie und Botanik: VII. Kapitel. Den Bibliothekar in Ansehung der Bücherverwahrung, und der beym Lesen nöthigen Ordnung betreffend. viii. Kapitel. Ordnung, die der Prosektor in seinen Pflichtleistungen zu befolgen hat. Erstes Inhalt -er Kapiteln vom zweyten Theile, der das Spital angeht. I. Kapitel. Von der Schuldigkeit, welche die Professoren und Stabschirurgen überhaupt gegen ihre Untergebene und gegen die ihrer Obsorge anvertrauten Kranke zu beobachten haben. II. Kapitel. Den Stabschirurgus betreffend, der zugleich das Spitalkommando hat. r) m. Ka v c o ) HF III. Kapitel. Von der Schuldigkeit, die den Bataillons - und Lberchirur- gen von der Inspektion obliegt. IVKaMeL^^ Ordnung und Pflichten, die den Praktikanten obliegen. v. Kapitel- Von der Aufnahme der neuzuwachsenden Kranken; von derselben Abtheilung, Rekonvaleszirung oder Jnvalidirung. vi. Kapitel. Von der Lrdinazion; und von Austherlung der Arzneyen. VII. Kapitel. Von der Speiseordming. vm. Ka- VLB c s ) KS VIII. Kapitel. Von der Ventilation, und vom Aufrechthalten der Reinlichkeit in den Krankensälen. IX. Kapktel. Von der Schuldigkeit, die den Unteroffizier»/ Krankenwärtern und Spitalknechten obliegt. Erstes Kapitel str die in der K. K chirurgischen Militärakademie in Wien angestellten Professoren überhaupt. _— _- - - v- U §. i. ' - lle Professoren haben von ^ unse« rem allergnädigsten MolMchM eine gleiche Bestimmung erhalten: diese nämlich, die angehenden Wundärzte bestmöglichstzu leiten, und auszubilden- In dieser Rücksicht will es nöthigseyn, daß sie sich nicht nur freundschaftlich, und in einem vollkommenen Einverständniß miteinander vertragen, sonder» auch mit wechselseitiger Achtung begegnen. Sie werden der ihnen anvertrauten Jugend , ohne einigen Hinterhalt, mit wahrer Zuneigung alle sowohl theoretische als praktische Kenntnisse beyzubringen trachten, damit diese jungen Wund-- A z ärzte 6 Erstes Kapitel ärzte in der Folgezeit für die Menfchheic überhaupt, sondcrheitlich aber für den allerhöchste» Dienst deö MNarcheN, dtk mit unbeschränkter Güte, in unermüdeter Sorge das Wohl seines Militär - und Livilstan. des am -Herzen trägt, nützliche Subjekten werde». — Da die Wundärzte, wenn sie ihrer Bestimmung wahrhaft entsprechen wollen, nebst den chirurgischen Kenntnissen, auch eine» guten moralischen Karakter, eine rühmliche Aufführung habett inüssei!^ , iL-merpm iuallcm, denselben mit einem guten Beyspiele Vorgehen, und bey jeder Gelegenheit einen wah. ren Diensteifer nebst Liebe für die ihrer Obsorge anvertrauten Kranken am Tage legen. ' §. n. OÜr die medicinifch - chirurgisch« Schul« sind N Professoren bestimmt, mn Men sind eigentlich nur IV zugleich im Spitale augestcllt. StM Ä. Ä. MWKtäe gerührten deswegen diese Anzahl von Lehrer» zu genehmigen, damit ein jeder de» ihm angewiesenen wissenschaftlichen Theil vollkommen, und gründlich abhandlen, und somit der Jugend desto grosse, rer Nutzen von daher Zuwachsen könne. §. m. Ordnung zufolge, wornach in dieser Schule die Lehren sollen,vorge- tragen werden, kömmt zuerst der Srabechirurgus und Professor der Anatomie, welcher zu den im Horario (L.) bestimmten Stunden die den Wund- ärzten » 7 für die Professoren überhaupt. ärztm so nothwendigen Anfanzsgründe der Geometrie, und Phisik, sodann aber die Anatomie, und plMolsgie, zufolge der im zrvepren Ra- pieel vorgeschrtebenen Ordnung zu erklären hat. §. IV. Der zwe-te ln der Ordnung ist der Srabschirurgus und Professor der pachologi«, welcher die Pathologie, so wie sie i» 6 Abschnitte, nämlich i» Nosologie, Symptomatologie, Semiotik, Eriologke, Hygiene, und Therapeurik getheilt wird, ebenfalls nach der im z"» Rapirel angegebe- «en Vorschrift zu erklären hat. §. V. Der dritte Srabschirurgus und Professor wird den Lehrkurs von de» Operartsneu nach der im 4 ->° Kapitel bestimmten Ordnung vornehmen, besonders wird er aber seinen Zuhörern die allgemeinen Begriffe in Rücksicht auf die Bandagen- und Instrumenrenlehre beybringen, sodann in gehört» ger Ordnung die Operationen an Leichen vornehmen, und endlich auch — in so weit es nöthig — die innerlichen Krankheiten nebst den Ursache» Vorträgen, durch welche die Wundärzte veranlasset werde» könnten, Hand an- zulegen: hiebey wird er ohnehin nicht vergessen, jede Behutsamkeit, so zu beobachten ist, anzuempfehlen. Er wird seinen LehrkurS mit der gerichtlichen Mundarzneykunde (LdirurZia legale) und mit den nothwendigsteu Vorlesungen über die Geburtshilfe enden. v-- 8 Erstes Kapitel §. VI. L-'er vierte ist der Professor der Medrcm: dieser wird zweymal in der Woche Montags und Samstags zu den im Horarro (H.) bestimmten Stunden nach der im Zten Rapirel vorgezeichneten Ordnung meoicmischkliniklchc Vorlesungen halten. Auch wird er beym Krankenbette selbst praktische Er§ klärungen der Krankheiten vornehmen. — §. VII. ^ie Boranik und Chemie wird von dem Srabschiruegus und Direktor sammtlicher Milikärapsrheken gelehret. Er wird die Rrämer- krmde nach dem Lmrre erklären, und sich zur Darzeigung rheils der offizi- nätten Pflanzen, theils des unter seiner Aufsicht gepflanzten Gartens bedie, nen. Von der Scheidekunst (Ekemia) wird er nur die einem Wundärzte nöthigen Anfangsgründe vortragen, und die erfoderlichen Experimenten auf Kösten des K. K- Aerariumö nach der im 6ten Kapitel erwähnten Ordnung vornehmen. §. VIII. §^er sechste ist der Protektor: er wird ebenfalls im grossen Hörsale Nach- mittags zu den im Horario(^) bestimmten vom Krankendienste freyen Stunden den Lehrlingen, und angehenden Praktikanten nach der Vorschrift des Ober- siabschirurges (protochrrurgns) und unter der Direktion des im Spital kvmmandirenden Srahschirurges, die elemenrarilchen Aettnrnisse sowohl in < für die Professoren überhaupt. - 9 in der Anaromie, als Lhirurgi« beybringen, und erklären. Die den pr»- sekrsr ins besondere angehende Instruktion kömmt im g!-» Rapirel vor. h. IX. §)ie Professoren , und der im Spiral kommandirende Gcabschirurgus sind dem Gbeisiabschirurgiis untergeordnet. Sie werden sowohl, was ihre öffentlichen Vorlesungen, als die Ausübung ihrer Kunst betrifft, seine Anweisungen, vorzüglich aber alles, was in gegenwärtiger Instruktion enthalten ist, aufs genaueste befolgen. §. X. Zufolge eines allerhöchsten Dekrets von Htm April chsti. sind sich die ersten fünf Professoren am Range gleich, und werden alles, was die Ordnung der medicinischchirurgischen Schule betrifft, auf gleiche Weise zu verantworten haben. h. XI. §)ie Grabechimrgi, wie der Medikus, werden theils wegen eigener Bequemlichkeit, theils wegen nicht vorzusehenden Fällen, wo ihre Gegenwart noth- wendig ist, in dem Schulgebäude neben dem Spitale ihre Wohnungen haben- — Falls sie diese Wohnung nicht haben sollten, so müssen sie sich eine in , der Nähe des Spitallö miethen. — Sie werden den untergeordneten Bataillonschirurgen auftragen,d.iß, im Falle sich bep einem und dem andern Kranken ein unerwarteter Zufall äußerte; oder wofern ein neuer Kranker von Wichtigkeit zuwüchse, sie ihnen sogleich Nachricht davon geben. B §. XII. IO Erstes Kapitel §. XII. ^a matt nicht verlangen kann / daß die Gcabschikurgi in ihren freyen Stunden alle zu Hause bleiben sollen, so werden selbe unter sich Übereins kommen, damit allezeit einer von ihnen wechselweis zu Hause anzutreffen ist: in Beziehung dessen werden die Bataillonschirurgi von der Inspektion , falls in einem dem abwesenden Scabschirurgus anvertrauten Krankenzimmer etwas unvermuthetesausstösse/.demjenigen von -venSravschrrurFen, der an einem solchen Lag die Lnspektion auf sich hat, die Nachricht davon überbringen. — Der Medikus ist von dieser Inspektion befreyet, weil er sich nicht im Stande be-- sindet, gleich den Scaabschrrurgrs in bepdenWeilen der Arzneykunst Hilfe zu schaffen. §. XIII. §)ie prof-fföreu der Chirurgie werden des Anstandes, und der Zuhörer wegen ihre öffentliche Vorlesungen, in der Militäruniform gekleidet, halten: dieses soll die ihrer Stelle angemessene Toga seyn. h. XIV. Ein jeder Professor wird an den ihm angewiesenen Tagen, und nach der chm vorgeschriebenen Ordnung zu der tm Horario (W bestimmten Stunde seine Vorlesung im grossen Hörsale halten. — Man enthält sich, ihnen gewisse Schulbücher, an denen sie sich in ihren Erklärungen halten sollen, zu bestimmen, weil sie gelehrt und weise genug sind, gleich den Bienen das Beste dort, wo sie es sin- für die Professoren überhaupt. n finden, herauSzunehmen: inzwischen sind sie verpflichtet, ihren Zuhörern diese- nigen Authoren, welche sie vorzüglich lesen sollen, anzuzeigen. tz- XV. Die Professoren werden in den zween letzten Tagen eines jeden Monates die zu dem LehrkurS beruffenenFeldwundärzte aus den während dieser Zeit vorge» tragenen Theilen der Wissenschaft prüfen, weil nicht nur dadurch der Eifer unter den Schülern vermehrt, sondern auch ihr Gedächtniß geübt, und geschärft wird: hicbey haben die Professoren Gelegenheit, um so besser einsehen zu lernen, welchen Fortgang in den Wissenschaften ihre Schüler nehmen. tz. XVI. Die Professoren der Lhrcmgle werden in jedem Monat einen Bataillons, chirurgus bestimmen, der beobachten muß , ob nicht einige von den zum Lehr- kurs beorderten Zuhörern im Kollegio abgängig, oder zu späte gekommen sind. Vorderist sollen die Professoren denjenigen, der zu späte kömmt, nach der Lek» tion zur Berantwoktung ziehen, und wofern er keine wichtige Ursache anzufüh. ren hat , ihm einen «erweis geben. Im Fall es aber öfter geschehen sollte, so muß es dem Oberstabschirnrgus gemeldet werden, damit dieser den Nachläßigen zu seiner Pflicht anhalte, oder mit dem Bericht seiner Nachlässigkeit zum Re» ziment zurück schicke. H. XVII. D er anatomüch-medicinisch-chirurgischeLehrkurS, dem die Feldwundärzte nach der allerhöchsten Verordnung vom April 1781. zwey Jahre lang bepwoh« B s nen 12 Erstes Kapitel ncn sollen, fangt den zweien Montag nach Ostern an: die Vorlesungen werden täglich—Sonn- und Festtage ausgenommen—zu den im Horaris (X r bestimmten Stunden gehalten. Es sollen keine Ferien statt haben, außer vom Vorabend des Lhristtags bis zum neuen Lahr, und vom Palmsonntag bis zum Sonntag in Albis — Da im Monat August die Hitze zu groß ist, auch zu dieser Zeit gemeiniglich die Armeen in Lägern sind, wobep sich die bep den hier garnisonirenden Regimentern angestKn Feldchirmgi awOwenvize» Weste einfinden müssen, und eben Liese sonsten — wenn sie nicht durch wichtige Regimentsdienst verhindert werden — verbunden sind, den Vorlesungen beyzuwohnen, so soll dieses Monat zur Vakanzzeit dienen, und von den Vorlesungen frcy bleiben. Die zum zweyjährigen Lehrkurs beruffenen Feldchirurgi aber müssen dennoch auch während der Bakanzzeit sowohl de» Ordinattvns - als Verbindstunden beywohnen, und die Lnspektion des Spitals der Ordnung nach, wie in den übrigen Monaten übernehmen. tz. XVIII Deym Anfänge jedwed-s Lehrkurses wird allezeit eine besondere Vorlesung, welche zur Einleitung dienet, von jenem Srabschicurgus , den der Ober- stabschirurgus dazu bestimmen wird, gehalten. Diese Antrittsrede soll: i) von dem Alter, der Nothwendigkeit und den Vorzügen der Wundarzneywissen- schuft handeln; s) die Hilfsmittel, und die vorläufige Kenntnisse, vermittelst welcher diese Wissenschaft, gehörig erlernet, und ansgeübt werden kann, «„zeigen; und z) von allem, was auf das äußere Betragen eines LhirurguS Beziehung hat, Mel- W für die Professoren überhaupt. *3 Meldung thun: dies letztere macht nicht nur eine» grossen Eindruck auf die Wem scheu überhaupt »sondern dienet nebstbey zur Empfehlung. §. XIX. Die Professoren werden ihre Vorlesungen unter keinem Vorwand, waS eS auch immer für einer seyn mag. unterlasse», und im Falle einer von ihnen erkranke» sollte, so kann er sein Manuskript indessen einem andern von seinen Kollegen, oder auch dem prosekror geben, damit im Lehrkurs keine Lücke gemacht wird; i» dieser Hinsicht ist es nothig, daß jeder Professor sein Manuskript vollständig hat, und es ordentlich votliest ; doch muß hievon allezeit dem Ob-rstabvchi- rurgus die Nachricht ertheilt werden. Eine ähnliche Vorsicht muß auch in Ansehung der einem abwesenden Professor anvertrautcn Kranken beobachtet werden. Sobald der krank gewordene Professor aber wieder genesen ist, so muß er alsogleich wieder zu seinen sonstigen Pflichtleistungen zurückkehren. §. XX. Man glaubt, nicht nöthig zu haben, den Professoren dieEincheilung ihrer Vorlesungen insbesondere anzugeben, sondern man begnügt sich, bloS ihnen die Ordnung davon übechaupc vorzuschreiben; und nur im Fall, wenn der Ober- siabschirurgus in der Lehrart des einen, oder des andern etwas zu verbessern fände, wird derselbe die »öthigen Abänderungen zum Vortheil der Zuhörer treffe». tz. XXI. Kein Professor darf einem zum Lehrkurs kommandirten Feldchirurgus er- lauben, sich unter was immer für einen Vorwand auch nur auf einen Tag»-» Erstes Kapitel der Stadt zu entfernen: dies muß allemal dem Dbekstabschiulregus gemeldet, und zur Veurtheilling und Entscheidung überlassen werden, ob die Ur- sach zur Entfernung triftig genug sey. Der MvIMth Mt in dieser Hinsicht den Professoren ihr Auskommen, und verdoppelt den zum Lehrkurs beorderten Feldchirurgis ihre Gage, damit sie sich ohue Auslesen verwenden sollen : durch eben diese Verwendung müsse« sich alle Feldwundärzte die aNkrböchstk Huld und Milde zu verdienen trachten. . XXII. ' ' - - Eöahrend den Vorlesungen ist Niemanden erlaubt/ durch das Aaiphicheater in die für die Präpararcn und Inssrumenrcn bestimmten Zimmer zu gehen, damit weder die Professoren, noch die Zuhörer im geringste» unterbrochen werden. Falls Personen vom hohen Range zu einer solchen Zeit die Zimmer zu sehen verlangen sollten, so wird der zu selbiger Stunde geschästenfreye Scabschtrurgus solche bey einer anderen Thür hineinführen. Um aber auch zu verhüten, daß die Professoren nicht zu oft deshalben angegangen werden, so setzt man fest, daß niemanden, außer der vom Vberssabschtrurgus einBiüethat, erlaubt sey» soll, erwähnte Zimmer zu sehen. tz. XXIII. aL)er Professor der Anatomie wird die Aufsicht über das Präparatenzimmer haken: der zur Verwahrung der Präparaten nöthige rektisicirte Weingeist muß vermittelst eines von ihm unterschriebenen ZeddelS aus der Apotheke des Spita- kes geholt werden- Ein solches hat er auch zu beobachten/ wenn er zu ana- tomi- für die Professoren überhaupt. r Z komischen Präparaten, oder auch z» Kadavereinspritzungen, Wachs, Therbin- thin, oder sonstige Ingredienzen bedarf. Uebrigens wird er ohnehin von dcr- ley Sachen nicht mehr, alS er nöthig hat, begehren; sollte was davon übrig bleiben, so muß cs anfbewahret werden. h. XXIV. §)er nämliche Professor wird auch sowohl die Bibliothek , als die zu Aufbewahrung der Instrumenten, Banvagen , und physikalischen Erperimen- ren bestimmten Zimmer unter seiner Au-fficht haben, und über alles ein Protokoll, welches mit jenem des Oberstabschirurgus gleichlautend ist, führen. Letzterer wird selbst zwehmal im Jahre, auch noch öfter Nachsehen, ob nichts verlustiger geworden ist, und ob nebstbei) auch alles im guten Stande ist erhalten worden- Im Fall in irgend einer Sache eine Reparation nöthig wäre, so müßte solches dem prsrochtrurgiis gemeldet werden, damit dieser das er- foderliche veranstalten könne. — Im 7--» Baptccl wird man dasjenige angezeigt finden, was die Bibliothek überhaupt, und die Erhaltung der Bücher insbesondere betrifft. H. XXV. Eben dieser prsfeffsr wird die Instrumenten alle Monate, oder noch öfters in Begleitung des hiezu bestellten Instrumentenmachers durchsehen/ und wenn er das eine oder andere rostig finden sollte, selbes alfoglelch putzen lasten: diese Untersuchung muß immer in Gegenwart eines Stabschirurgns oder wenigstens des Projektors geschehen; sollte fichs ereignen, daß sich außer dieser 'g., i ^ , bestimm- L6 Z 'W e y L e § Kapitel bestimmten Untersuchung an gewissen Instrumenten einiger Rost ansetzen sollte, so darf auf die gewöhnliche Untersuchung nicht damit gewartet werden, ' sondern der Instrumentenmacher muß sie alsodald putzen» H. XXVL. §>er Professor von der Pathologie hat alle z Monathe von allen zum Lehrkurs einberuffenen Feldchirurgis eine National- und Konduitliste nach dem Formular (L) an. den MberstadschirnrgrmMzuMchen. Wenn sich das Ende des Kurses herannahet, müssen die Professoren, wie auch in Betreff der Applikation im Spitale der kommandr'rende Srabschirurgus (jeder für sich) ein Monath zuvor, ehe die Kollegien aufhören, sein Votum petschirter an den Oberstabschirurgus einschicken. Hierinnen muß jeder Hey Ehr und guten Namen nebst der Benennung des Feldchirurgus, i) desselben persönliche Aufführung ; dann 2) seine Verwendung auf Wissenschaft und seine da- rintt gemachte Fortschritte; endlich z) auch die Applikation beym Rran- kenberce bemerken. Der Oberstabscbirurgus wird seinerseits nicht ermangeln, den monatlichen Prüfungen beyzuwohnen; auch wird er öfters zu den Kran- kenvisilen und zu dem Verbände kommen, damit er durch sich selbst urtheilen kann : in dieser Absicht wird er ein Protokoll führen, worinnen alles ausgezeichnet wird, um bey verkommenden Vorrückungen die gehörigen MaasregeM darnach nehmen zu können. §. XXVII. 17 für die Professoren überhaupt- h. XXVll. Der prssikcsr hat zu sorgen , daß tm Winter der Ofen des Hörsales lei« deutlich gehitzet wird, auch daß die Ventilatoren bey schöner Witterung geöf. net werden. Was die sonstigen Pflichten des prssekcsrs betrift, diese kommen im 8«» Rapirel vor. H. XXVIII. Alle zum Lehrkurs reruffene Feldchirurgen , die sich während den zween Jahren sowohl in der theoretischen und praktischen Arzney - und Wundarzney- kunde, als auch in ihrem persönlichen moralischen Betragen gut ausgezeichnet, und sich theils die Zufriedenheit des Obersiabschirntgus, theilö die der Professoren erworben haben , werden zum Zeugntß ihrer Verwendung ein vom ersteren unterfertigtes , und mit dem k. k- Pettschaft gesigeltes, in lateinischer Sprache abgefastes Attestat erhalten, worauf man sich nach Maas, gab der darinn enthaltenen Ausdrücke bey aufstoffender Promotion wird be- ruffen können. Hiezu ist aber auch einerseits eine Magistralprüfung nothwen« dig ; oder es können auch jene, die sich vorzüglich Hervorthun, den Gradus eines Doktors der Lhirnrgie bekommen: daß aber kein Feldchirurgus weder das eine, noch das andere unternehmen darf, bevor er nicht den zweyjährigen LehrkurS in der Militärakademie gehört hat, ist durch ein allerhöchstes Dekret vom ziten August i?8r. bereits befohlen worden- Indessen muß dem ungeachtet bey jeder Beförderung dieser Art die Genehmigung «»d das Gut« E heiss 13 Erstes Kapitel heissen des Oderstadschrrurgus dabey ftyn: von ihm sind alle höhere Promotionen der Feldchirurgen abhängig. tz. XXIX. Ä?an gestattet nicht , daß ein Anfänger den Vorlesungen der höheren Chirurgie beywohn-e, wofern er nicht vorher unter dem Projektor wenigstens einen Kurs von den Anfangsgründen der Anatomie und Chirurgie angehört hat. Jene Praktikanten aber, die schon bey dev Aufnahme einigermassen Unterricht genossen haben , und für dies erkennet werden, sind von diesem Gebo- the ausgenommen; indessen bleiben sie dennoch verbunden, auch den Vorlesungen über die Anfangsgründe beyzuwohnen, weil elementarische Kenntnisse zum Grunde liegen müssen, wenn man in der Folge mit grösseren Schritten in einer Wissenschaft fortschreiten will. tz. XXX. ,3war ist diese medicmischchirurgrsche Akademie eigentlich nur für die Feldchirurgen bestimmt: indessen können dennoch auch andere — jedoch nur mit Genehmigung des Oberstabechrrurgus —- den dortigen theoretischen und praktischen Lehren bepwohncn. — Sollte sich's aber ereignen, daß jemand Kollegien hören, oder die Ordination und den Verband begleiten wollte/ ohne daß er vom Oberstadschirurgus eme schriftliche Erlaubniß erhalten , oder wenn er sie auch bekommen/ solche aber den Gradschirurgeu nicht vorgezeiget hätte, so wird er sich es müssen gefallen lassen / wenn ihm von den Grads, chimrgm beydes untersagt wird. z. XXXI. für die Professoren überhaupt. 19 H. XXXL. 81 !an zweifelt gar nicht, daß sich die Professoren nicht alle mögliche Mühe geben, vollkommene Chirurgen aus den zum grossen Lehrkurs beruffenen Männer zu bilden, und so wird man auch mitZuversicht hoffen können, daß sich Chirurgen, die auf eine solche Art sind geleitet worden, in jedem Betracht vortrefflich aus- zeichnen werden; ganz mit allen nur möglichen Kräften werden sie sich für den allerhöchsten Dienst verwenden , ja es wird nicht nur blos Schuldigkeit und Pflicht die Triebfeder ihrer Handlungen seyn dürfen, sondern inniges schuldiges Dankgefühl gegen unseren erhabenen WMÜkchM / der mit unumfaßlicher Huld und Güte die größten Kösten auf Errichtung dieser neuen Akademie verwendet, und sogar einem grossen Theil von den Feldchirurgen die Gage vermehrt hat, wird schon an sich vermögend genug seyn, sie so anzueifern, daß sie sich immerhin ganz fürs Beste kranker Menschen opferen: und zwar umsomehr, als unser grosser Ut- nebstbey die gränzenloseste Dankbarkeit auch dadurch verdienet, daß er mehr nur- kraft eines Hofdekreres vom 21. Oktober 178z. allergnädigst befohlen hat, daß das chirurgische Studium ein eben so freyes Studium, wie das medieintsche sey, und daß jene Wundärzte, die sich mit besonderer Fähigkeit Hervorthun, und sowohl die theoretische als praktische Prüfung im ganzen Umfange mit Fertigkeit und allgemeinem Beyfalle auszuflehen im Stande sind, nicht nur das Diploma eines (ütürurAi'E erhalten, sondern daß sie ordentlich als OoKored WrurAi-e graduirt werden, und in der Fakultät in allen Consilien und öffentlichen Versammlungen mit den Medieis glei- L 2 chen 20 Erstes Kapitel für die Professoren überhaupt. chm Rang haben, somit das chirurgische Studium alseinfreyeS anzusehmseye; sondern auch daß er vermög eines hofkriegsräthlichen Dekretes vom itenMärz 1783. allen Srabschrrurgen, Regimeneschrrurgen re. die allergnädigste Freyhett hat zuflieffen lassen , beym Livilstande nicht nur äußerliche sondern auch gleich den Medikern,innerliche Krankheiten zur Heilung übernehmen zu dürfen: Se. Majestät stnd von der Wahrheit überzeugt, daß Liese Männer auch beym Mlitärstande, der wenigstens mit dem LiMstandeMchgroffe Rücksicht verdienet , mit ähnlichem Glück und Recht Medrker und Chirurgen Zugleich sind» h. XXXII. ^chlüßlich muß man noch bemerken, daß, sofern die Professoren von unserer Akademie wegen kränklicher Leibesbeschaffenheit zum Lehramte sollten un- vermögend werden/ man Mittel treffen wird, sie nach ihrem Karakter in den besten Garnisonen anzustetten, damit sie wenigstens an solchen Orten ihr Leben ruhiger zubringen können. Sollten sie hingegen wegen sehr langen Dienstjahren für den Lehrstuhl unfähig werden/ so haben sie vom MMÜTtAkU eine angemessene Pension zu erwarten. h. XXXIII. Nicht allein die Professoren, sondern auch alle Feldchirurgen von der Armee sind durch ein hofkriegsräthliches Rescript vom I8ten IM) 178z. verbunden, nichts in Druck zu geben, bevor sie es nicht dem prorochr'rmgus vorgelegt, und von ihm das Imprimatur erhalten haben. Zwey- Zweytes Kapitel. Ordnung , die der Professor der Physiologie und Anatomie bey seinen Vorlesungen zu beobachten hat» tz. i. Aer Professor der Anarsmie wird eben so, wie die übrigen, seine Vor» lesungen in der zweyten Woche nach Ostern anfangen. Die erste Vorlesung soll zur Einleitung dienen, «orinnen er den Nutzen, den die Geome- rrie und Physik zur besseren Erkenntlich der Physiologie und Anatomie leistet, erklären wird. tz. ll. Seinen Lchrkurs wird er nach folgender Ordnung fortsetzen. - Er wird mit der Geometrie den Anfang machen , und hievon all dasjenige erkla. ren, was auf die Physiologie eine Beziehung hat: zu diesem Ende wird er sich der für die Schule entworfenen Kupfertafeln bedienen, in welchen nur blos jene Figuren abgebildet sind, welche auf eine sehr begreifliche .22 Zweytes Kapitel Art die verschiedenen Gestalten der Theile des menschlichen Körpers, ihre besondere Namen, «nd die manchartige Anwendung, die in der Anaro- mle und Landageniehr- hievon gemacht wird, zu erkennen geben. §. III. 3t ach geendigtem kurzen Kurs der Geomerrie wird er die Erperimenral« Physik mit der Beschreibung der vier Elemente»» als Feuer, Wasser, Erde, Luft anfangen. Hier werden die Haupteigcn schaften der Luft erkläret, die kalte, feuchte, warme und trockene Luft bestimmet, und einige Experimenten über die reine, fixe, phlogtstische, und mephitische Luft re. angestellet. _ §. IV. L)te Oprik macht eigentlich einen Theil der PMologie aus. Die Physik aber beschäftiget ffch mit gewissen zum Sehen bestimmten Werkzeugen, wie auch mit den Wirkungen, welche von diesen Werkzeugen im Auge hervorgebracht werden. Der Professor wird sich also zu diesen optischen Experimente» der einfachen und zusammengesezten Vergrösserungsgläser, so wie der BergrösserungS - und Verkleinerungsspiegel u. s f. bedienen. Von dem Sehen insbesondere wird bep der Zergliederung des Auges gehandelt «erden. Si 2"' ^,e physischen Vorlesungen werden mit der- Elekrricirär und einigen darüber «»gestellten Erperimenten geendigt. — Die Physik ist eine weit. schich- 2Z für den Professor der Physiologie und Anatomie. schichtige Wissenschaft, wovon die ZergliederungSkunK selbst einen Theil ausmacht; allein wir dürfen uns nicht über unsere Gränzen auödehnen. tz- VI. §)ie Physiologie ist eigentlich nichts anderes, als die Theorie der Ana» tomie, welche die Zusammensetzung des Körpers, und die Wirkung eines jeden Theils im gesunden und lebenden Zustande lehrt. — Der menschliche Körper macht den Gegenstand der Physiologie aus, somit müssen die Vorlesungen über diese Wissenschaft auch größtentheils gleich mit der Anatomie Sey Zergliederungen der Leichname gehalten werden. ' h. VII. ist bekannt, daß in den meisten öffentlichen Schulen die Physiologie und Anatomie von zweyen verschiedenen Lehrern abgehandelt wird: da nun diese unmöglich ihre Vorlesungen so gleichförmig cinrichten können, daß sie allzeit zu einer und der nämlichen Zeit auch über die nämlichen Theile reden sollten, so muß dies natürlicher Wesse nur Unordnung machen, und der Nutzen für die Zuhörer von gar geringem Betracht seyn. Von der Wahrheit dessen überzeugt, hat man für nothwendig erachtet, die Physiologie mit der Anacsmie zu vereinigen, weil auch hauptsächlich dadurch den Wundärzten vieler Vortheil zuwächst. — Physiologie lehren zu wollen, ohne zur nämlichen Zeit die Theile anatomisch vor Augen zu legen: wäre eben so ungereimt, als wenn man Geometrie ohne geometrische Figuren, oder 24 Z W e y L e 6 K a p L r e l oder Experimentalphysik und Mechanik ohne Instrumenten und Maschinen erklären wollte. tz. VIII. Auch wird der Professor den grossen Nutzest der Anatomie und Physiologie, den alle jene, die sich der Wundarzneykunde widmen, daraus schöpfen müssen, darzuthun bestieffen seyn. Der Wundarzt muß die genaueste Kenntniß auch sogar von den kleinsten Thetlen des menschlichen Körpers besitzen; er muß die Lage derselben, ihre Richtung, ihren Nutzen vollkommen kennen, damit er Hey jeder chirurgischen Operation seine Hand und seine Werkzeuge dergestalten leitet, als wenn der Theil, an welchem er operirt, gleichsam durchsichtig wäre. Der Wundarzt muß diese Wissenschaft nicht nur allein wegen den Operationen , sondern auch wegen gewissen anderen Krankheiten innehaben, um den Sitz derselben zu erkennen , wie auch die Beschaffenheit und Tiefe der Wunden u. s. f. zu erforschen. h. IX. Aeym Anfänge der Physiologie wird er die Eigenschaften der Bewegungen überhaupt , und dann die verschiedenen Gattungen derselben erklären. Hieher gehören die einfachen; zusamniengesetzen; die willkühr- lichen Bewegungen; die unwittkührliche Bewegung, nämlich jene des Herzens, und des Blutes-, die Vermischte Bewegung, als jene der Lungen u. s. f. Die Bewegung des Blutes und der Gefässe aber wird hauptsächlich dennzumal Vorkommen, wenn in der Gefäßlehre (^nAioioZia) der für den Professor der Physiologie und Anatomie. - 25 der Kreislauf der Säfte weitläufiger abgehandelt wird- FernerS soll von der Ruh«, als dem Gegentheil der Beweguiz geredet werden- H- X. ^ene Reitze, die unter dem Namen Hunger und Durst bekannt find, müssen so vollständig, als es die Kenntnisse, die wir bisher davon haben, »erstatten, erkläret, und die natürliche wie die kränkliche Beschaffenheit auseinandergesezt werden. Vom Essen und Trinken, vom Speichel, Käuen, und Schlucken wird der Professor der Anweisung des 28 §- gemäß an seinem Orte handeln. tz. XI. §§i§ der Schlaf und das Wachen entstehe, muß auf die bestmöglichste Art dargethan werden. Die natürlichen, künstlichen , und kränklichen Ursachen müssen so, wie die Wirkung, welche das Schlafen und Wachen in Betreff der Stärkung oder Schwächung des Körpers hervorbringet, so genau als möglich bestimmet werden. Der Professor der Pathologie aber wird eine weitläuftigere Erklärung über die sogenannten sechs natürlichen, oder mehr natürlichen Dingt (8ex res naturales vel norl naturales ) vornthmen. tz. XII. wird alsdenn überhaupt zu den ersten Lestandrheileri des menschlichen Körpers übergehen. Dieser ist, wie bekannt, aus flüssigen und festen Thei- len zusammengesetzt: hiebey mag es uns freylich scheinen, als wenn dre festen Theile die flüssigen an Menge übertreffen; indessen lehrt dennoch die Ersah- D rung 26 Z W e y t e s Kap t t e l rung , daß es wett mehr flüssige giebt. Denn wenn man einen 220 Pfund schweren Körper künstlich auseinander setzt, sohleiben nur 15 oder 20 Pfund feste Theilchen zurück/ alles übrige war flüssig. Es ist also kein fester Lheil oh» ne einen flüssigen/ so wie man keinen flüssigen Meist/ der nicht feste Theilchen enthielte. h. XIll. ^er erste flüssige Bestandtheil ist der aus Wasser un^ Del Ma mmena esetzte chierische Leim ( Almen animale ), welchem noch von einigen der neuerm Schriftsteller die feste Luft Oer krxu§) Heygefügt wird. Den Beweis / daß diese Bestandtheilchen den thierischen Leim auömachen / nimmt man daher, weil aus inniger Vermischung des Wassers und Oeles ein Leim erhalten wird; indessen kann man nicht Massen, daß im menschlichen Körper eine elastische Luft vorhanden seye. tz. XIV. ^ie ersten festen Vestandtheile des Körpers sind die Fasern (kibrae); dies sind sehr dünne Faden / die aus erdichten Theilen, welche mittels des thierischen Leimes vereiniget/ und für sich nur metaphysisch sind, bestehen. Die Vorstellung einer geraden mathematischenLinie giebt uns den Begriff von einer einfachen Faser. tz. XV. ^ Nachdem der pr-fessor gesagt hat/ daß die einfacheste Linie nur metaphysisch sey/ Io wird er suchen weiter darzuthun, waS man eine Haargrosse (^ibrs ris ) für den Professor der Physiologie und Anatomie. 27 r--); was man eine;ufamme»gesesr« Faser (kibrs compolic-.) heisse; was man ferner unter einem Blärcchen ( unter dem fächerförmige» Gewebe (rexws cclluiolu§) ; wie auch unter dem ^err , und unter den Häure» verstehe: er wird von der Pichte, und übrigen Verschiedenheit der letzter» Meldung machen. Auch muß er sich alle Mühe gebe» / die Beschreibung dieser ersten Bestandtheile deS Körpers auf die klärest« und begreiflichste Art vorzutragen. §. XVI. Hat der Professor NM auf diese Weise seinen Zuhörern den achten Begriff von de» ersten Bestandtheilen des menschlichen Körpers beygebracht, so wird er ihnen erklären -, was das Blur sey; was man den rothen und weißen Theil desselben nenne: dieses und das Llurwass-r (Serum), die L?»,pH-, und die anderen im Blut enthaltenen , durch Hilfe der Lhemie zu scheidende Theilchen sollen der Gegenstand dieser Vorlesung seyn. Die Zirkulation deS Geblütes, die natürliche» Ausleerungen und Absönderungen (ex-er lecreüo- nea), welche in dem lebenden Körper geschehen, werden an einem anderen Orte abgehandelt «erden. h. XM. Rach diesen Vlos physiologischen Vorlesungen wird er die mit der Physiologie verbundene Zergliederungskunsi anfangen. Hier wird er zuerst jene Theile zeige», welche die Oberfläche des Körpers umgeben, Mer gehören: 28 Z W e y t e s K a p t t e l die allgemeinen Bedeckungen (imexumema coiumunia), das Oberhäutchen (epläermib), die Haut (auch), die Nägel (uuAuea), die Haare«. s. f. tz- XVIII. must fernere erkläret werden, auf welche Art die merkliche und un- merkliche Ausdünstung, wie auch der Schweis des Körpers hervorgebrachk wird. Hierauf folgt die Beschreitung des Ferres samt der Erläuterung, wie solches vom Blut geschieden wird. Lie übrigeu Ausleerungen und Absön. derungen kommen erst dazumal abzuhandeln vor, wem, di-RedUn den ver- schiedenen Adsonderungswerkzeugen insbesondere sepn wird. Co wird auch von dem Sinne des Gefühls am Ende deS Kurses gesprochen, wo der prsfesisr ohnehin die Lehre von allen Sinnen adzuhandeln hat. §. XIX. ^er prsfcffsr der Anatomie wird sofort seine Vorlesungen über die bis itzt gemeldete Gegenstände so einrichten, daß er mit Ende des Monats Juli damit fertig wird. Der Mvnath August wird sodann - wie im vorhergehenden Kapitel bereits gesagt worden — die Vakanzzeit auömachen. g «- M §- XX. -Mit Anfänge des Herbstmonacs wird er seinen anarsmischen Lehr- kurS fortsetzen, und zuerst überhaupt von jenen Theilen sprechen, welche von den allgemeinen Bedeckungen umhüllet, und cingeschloffen werden: dieser Lheile sind sieben , und folglich wird die Anatomie nach eben so viel besonderen Abtheiüingen gelehrt, man hat nämlich: r) Die für ben Professor der Physiologie und Anatomie. 29 L) Die Rriochenlehre (OüeoioM), welche von den feuchten und ttw ckenen Knochen handelt; 2) Die Bänderlehre (S^näesmoloAlL); Z) Die Muskellehre (k/h'oIo§iL); 4) Die Emgeweidslehre (L^Ianc^vIogiL); z) Die Gefäßlehre (^u§ioioTi3)) welche dte Lehre von den Schlag» Und Blutadern umfasset ; 6) Die rTkerverilehre (NevroloZM), welche die ZU 0 Empfindung UNd Bewegung bestimmten Nerven anzeigt - 7) Die Drüsenlehre (^äenoloAia). h. XXI. dllle diese Theile der Anatomie müssen öffentlich gezeigt, und mit den gelehrtesten und besten physiologischen Erklärungen begleitet und erläutert werden. Sollte man es nöthig finden, daß im Sommer anatomische Vorlesungen müssen gegeben werden, so kann man sich der Warpräparaten, die wir in unserer Sammlung des Instituts aus allen Lheilen der Anatomie in grosser Anzahl haben , bedienen , um der Leichname, die ohnehin bey grosser Hitze mehr zur Faulung neigen , entbehren zu können.—Man wird zwar in der materiällen Anatomie die von den meisten Zergliederern angenommene Ordnung nicht beobachtenkönnen, aber dennoch muß sich der Professor nach folgender Ordnung hatten. Überhaupt kömmt hier aber bevor anzumerken, daß er alle Theile in ihrer D z natür- Zo Z W e y k e s K a y i L e l natürlichen Lage zeigen muß , dann kann er sie nach Verhältniß der Umstands nach ins einzelne zergliederen. tz. XXII. der Knochenlehre (OKeolOAia) wird der Anfang gemacht werden - weil die Knochen bestimmt sind, alle übrigen Theile des Köchers zu unterst^ tzen, und aufrecht zu halten. Die Erzeugung der Rnochen (Oüeosenia), wie auch die Lehre von den trockenen und fenchren Beinern (OüeoloAiL ücca er kumiää) müssen ordentlich erkläret werden. Hier muß auch von dem Hervorbrechen der Zähne, nicht minder vom Wachschum der Knochen Erwähnung geschehen. §. XXIII. ^ie Benennung und Einteilung des Skelers, der manchfältige Unterschieb, den man vom neugebohrnen Rinde an bis zum erwachsenen Menschen be- merkt, muß eben auch gezeigt wird. Die Sammlung der in der Akademie befindlichen Präparaten und Skelete wird hiebey zum näheren Unterricht dienen. Der Professor wird den Unterschied zwischen dem Skelete eines Mannes , und dem Knochengerüste eines Weibes beschreiben. Er wird zuerst die gesunden, und alsdenn die kränklichen Beingerippe Vorzeigen , und über letztere einen ganz kurzen Unterricht geben, weil eine ausführliche Erklärung hievon dem Professor der Pathologie zuköwmt. Die Sammlung von kariösen, krummgewachseneu, mit unnatürlichen Bemmafem(c3lli praeternaturales) Verkleistertem nach Beinbrüchen übel eingerichteten Rnochm; von widernatür«- für dm Professor der Physiologie und Anatomie. Al ltchen , und nach Verletzung verunstalteten Himfchädeln ; von Gelenksteif- ßgketren (Anck^ioles ); von bucklichten Ruckgraten (Lorckofes) u. s. k- wird M Darzrigung recht dienlich seyn. Auf solche Art wird der Professor ganz leicht die gesunden Knochen mit den kränklichen vergleichen, und den Zuhörern den erwünscht nützlichen Unterricht ertheilen können. Er wird ihnen beh ebe« dieser Gelegenheit das Knochengerüst eines Affen vorzeigen, «nd den Unterschied dieses Skeletes vom Knochengerüste eines Menschen angeben. Auch wird er die verschiedenen Formen, wodurch die Htrnschädel eines Europäers, Afrikaners, und Amerikaners unterschieden werden, anzuzeben besiieffen seyn. tz. XXIV. Alsdem, müssen noch alle übrige z« den Knochen gehörig« sowohl festen als «üßigen Theile, z. B. die Knorpel, daS Beinhäutchen, das Mark u. s- f. beschrieben und gezeigt werden: hiebep darf sich aber der Professor nichr begnügen , nur die Oberfläche der Knochen seinen Zuhörern darzulege», sondern er muß die Knochen von Erwachsene« nach der Lange und Quere durchsägen, «m die inneren Theile, und die verschiedenen Substanzen von selben darzeigen zu können. Alsdann wird er fortfahren, die Furchen, Löcher und Höhlen, welche zum Durchgang der Tefässe und Nerven bestimmt sind, vorzuweisen e und auch andeuten, wie sich das Mark absondert, und aus was für eine Art bry Beinbrüchen der Maser (csllus) erzeugt wird. Z2 Zweytes Kapitel . §. XXV. Bänderlehr« (5)'n6cL,no>o»m) ist jener Th eil der Zergliederungskunst, welcher die Kenntlich, den Unterschied und Nasen der Bänder erklärt. — Die» ser Th eil der Anatomie wird mit der feuchten Knochenlehre abgehandelt werde». Ein frischer mit seinen Bändern und Knorpeln präparirter Skelet wird hiezu dienen« Die Gelcnksdcüsen und das Gliedwasser gehören ebenfalls hieher. _ tz. »L L)ie Muskellchre C!A^oloAi-l) handelt von den Muskeln des MM Kör« pers. Der Professor wird also zuerst die Muskeln des Unterleibes, alsden« jene der Brust, des Rückens, des Halses, der Luftröhre, des Magenschlun« des, des Kopfes , und der äusseren Gliedmassen darzeigen: er wird von der Wesenheit, vom Anfänge und Ende derselben, wie auch von ihren mechani» sehen Nutzen die gehörige Beschreibung machen. Was übrigens die Muskeln des Auges , des Ohres , der Luftröhre und des MäzenWundes angebet, so kömmt damals die ausführlichere Darzeigung derselben vor, wenn die Rede vom Sehen, Hören, und Schlucken seyn wird. §. XXVll. ^i-iNFew-idslchre (üpiancimoiogiL) wird jener Shell der ZergliederuugS- kunssgenennet, welcherdie Kenntnch der Eingeweide lehrt. Die Eingeweide des Unterleibes sollen also zuerst gezeigt werden: in dieser Hinsicht wird der prs- ftflsr den Magen, das Netz, die dünnen und dicken Gedärme samt ihren be- fsndem Abteilungen darlegen; fernerö wird er sich mit der Wesenheit und Ein» für den Professor der Physiologie und Anatomie. zz Eintheilung des Gekröses beschäftigen. Die Leber, die Gallenblase, das Milz, die grosse Magendrüse (parieren) sollen ganz genau beschrieben werden. Die Nieren, die Harnblase, und die angränzenden Theile wird er so/ wie alle übrigen Theile überhaupt, in ihrer Lage zeigen, Weiler hievon weitschichtiger zu reden hat, wenn er von den Geburtstheilen und von der Zeugung handelt. Von allen bisher genannten Eingeweyden muß der Nutzen phy- siologisch gelehrt werden. h. XXVIII. Älsdann wird er weiter fortschreiten zu erklären: wie das Käuen, Schlucken, die Verdauung der Speisen, die Zubereitung des Milchsaftes (cUMca- üo), die Absonderung der Galle, und des pankreatischen Saftes vor sich geht; und zu welcher Absicht die Natur diese beyden Safte bestimmet habe: hiebey wird er die dazu gehörigen anatomischen Präparaten vorzeigen, und dadurch seine Erklärungen erläutern. — Obgleich die Drüsen des Gekröses eknen Theil der Drüsenlehre ausmachen, so sollen sie dennoch sammt dem Mtlchbrust- gange (öEus tkoracicus) in den der Lhylift'kation gewiedmeten Vorlesungen beschrieben werden- h. XXIX. Nachdem der Professor, im genauesten Betracht gehörig, von der'Höhle des Unterleibes wird gehandelt haben, so wird er jene der Brust vornehmen, und alle zum Athemholen bestimmten Werkzeuge vorweisen. Hieher gehört: die Lunge, das Herz, der Herzbeutel (pericarckum), das Mittelfeü (.inecüaKMum) E das Z4 Z w e y L e s K a p i L e l. das Brustfell (kieura), die grosse Brustdrüse (OlLnöula ck^mus). Bey Ab- Handlung dieser Lheile werden zugleich ihre Verrichtungen nach physiologischen Sätzen erkläret. Wenn der Professor vom Herze redet, muß er sich auch über dessen Gefäffe ausdehnen, und dann zur Gefäslehre übergehen- §. XXX. ^ey der Sefaslehre (^n§iolo§i3) wird der Professor die Gestalt der Ges fasse erklären, und zeigen, wie die Schlagadern (aneriL) vom Herze ausgehen, m ihrem Verlauf immer enger werden , und sich in Mn Theilen des Körpers verbreitenwie hingegen die zurückführenden Adern (VcuX) an ihrem Anfam Ze enge sind,und nach Maasgab, als sie sich dem Herze näheren/ beständig geräumiger werden, grössere Stämme formiren, und endlich das von der Nahrung übrig gebliebene Blut dem Herze wiedergeben. tz. XXXI. scheint zwar, als gehöre das Herz, nach seiner Wesenheit betrachtet, zur rNuskellehre, indessen ist es dennoch viel angemesseneren der Sefäelehre davon zu reden, weil dies Eingeweid sowohl der Ursprung, als das Ende aller Gefäffe ist: und in dieser Hinsicht ist es auch nothwendig, den Kreislauf des Blutes nach den Gesetzen der Hydrostatik, und Hydraulik auf das genaueste auszulegrn. Bey dieser Gelegenheit muß gezeigt werden, daß einige die Ent- deckung der Zirkulation dem Harväus mit Unrecht zuschreiben, weil sie schon 70. Fahre vor ihm vom Lolumbus angezeiget.', und ewige Jahre darauf vom Cäsalpm bestattigtt worden. ^ ^ ^ ' tz. XXXII. IS für den Professor der Physiologie und Anatomie, h. XXXII. A uch muß der Professor sowohl die hmphacifchen Gefässe der Eingeweide, als die der oberen und unteren Gliedmassen erklären. Wenn es die Umstände nicht Massen, diese Gefäffe frisch init Quecksilber eingespritzt zu zeigen, so muß sich der Professor derjenigen Präparaten bedienen, die in dem Präparatenzim- wer aufbewahret werden. Die nämliche Ordnung soll auch mit den übrigen Schlag--und Blutadern beobachtet werden. In Ermanglung der Präparaten an Kadavern kann er auch die anatomische» Warpräparaten zu Hilfe nehmen- §. XXXIII. Nach geendigter Gefäslehre wird er zur Nervenlehre (nevroloZin) schreiten, weiche er mit Darzeigung des grossen und kleinen Gehirns, des verlängerten Markes, der harten und dünnen Hirnhaut— anfängt, und dann die Substanz so, wie den Nutzen aller dieser Theile gehörig erkläret. Alsdann wird er von der Wesenheit und den Verrichtungen der Nerven, welche uumit- mittelbar aus dem Gehirn, und aus dem verlängerten Marke in,eckuUa ob- lonZLtL) entspringen, Handel», und zugleich zeigen, wie die Nerven theils als Werkzeuge der Empfindung, theils als solche der Bewegung betrachtetwers den- Ferners wird er die Zertheilung der Nerven, und ihre.Knotm (g-wAiis) beschreiben, auch die Ursach angeben, warum die Natur diese letztere» her- rorgebracht habe. In der Folge wird er die Verrichtungen des Gehirns und der Nerven, die innerlichen Sinnen, die Einbildungskraft, und das Gedächtnis, die Empfindlichkeit (ienübiliiN) , und Reizbarkeit (irrl»bilirLs),aufdie Zweytes Kapitel 36 bestmöglichste Art erklären. Hier ist der Ort, wo er aller bis hieher bekann> ten Systemen über die Empfindlichkeit und Reizbarkeit der Nerven erwähnen kann. Einstweilen ist es gut, das Lehrgebäude von den Lebensgeistern oder dem Nervensafte (sswirus animales, üuickum nerveum) anzunehmen bis et« wa ein kiäreres System dürste entdeckt werden. tz. XXXIV. ^ie Deüsenlchre ( a6enolo»ia ) handelt von den Drüsen: einige derselben dienen zur Absonderung einer besonderen Feuchtigkeit; andere sind zur Veränderung oder Verbesserung der Feuchtigkeiten bestimmt. Die Drüsen wer« den überhaupt in vier Gattungen abgetheilt, als: in einfache tzi-mäuis L!- ilculolre vel limplices ) ; M knoriZre oder runde (Zlanäulrc coiiKlobaw ) : in zusammengesetzte (tzlomerar-e vel composir-e); und vielkörmchre (cc>8- Alomci-atL). Jede dieser Gattungen muß insbesondere beschrieben werden. Zu Ende der Deüsenlchre muß über die verschiedenen Absonderungen und Zu« bereitungen der Feuchtigkeiten gesprochen werden. tz. XXXV. Äun wird der Professor die männlichen und weiblichen Geburcscheile in eigenen Vorlesungen abzuhandeln fortfahren, und selbe zuerst in ihrer natürlichen Lage, sodann aber ausser dem Körper zu zeigen sich beschäftigen. Wenn er die weiblichen Geburtstheile erklärt, so wird er die äußerliche und innerliche Fläche der Mutterscheide mit ihren Drüsen, sodann auch die Gebährmut« ter in ihrem natürlichen Lager vorweisen, hernach aber alle jene Beränderun« gen, Z7 für den Professor der Physiologie und Anatomie. gm, die theils während der Schwangerschaft, theils nach der Geburt in die» sen Theile» Vorgehen, beschreiben. Die Eperstöcke (avaria), wie die Mutter- trompeten (lud« ksllopiarl«) wird er genau erklären. Auch muß er hierorts sagen, wie cs geschiehst, daß die Frucht zuweilen in diesen Thalen bleibt, und wächst, und welche Zufälle sich dabep ereignen. h. XXXVI. Ä8emr die Rede des prsfeflors. von den Gebmrscheilen des männlichen Geschlechrco ist, so wird er sich bestreben, die üusserltchen und innerlichen Theile des männlichen Gliedes, die Hoden mit dem Samenstrange, die Nebenhoden, Nerven, Schlag - und Blutadern, wie auchdie Häute dieser Theile genau und deutlich zu zergliedern. Ferners wird er lehren , wie sich der Samen vom Blute abscheidct; wie sich derselbe eine gewisse Zeit lang in den Tarn enbläöchen aufhält; zu was der Saft der Vorstehdrüse (sirnöMa prott-m) dient; und endlich wie die Ausleerung dieser zween Feuchtigkeiten geschieht §. XXXVII. Da die Nieren und Harnblase mit den Geburtötheilen beyderlep Geschlechts verbunden sind, so muß der Professor von da hinüber schreiten, und die er- steren erkläre», auch zugleich darthun, wie der Harn in den Nieren abgesondert wird; wie derselbe in die Blase kömmt; und wie er von da wieder aus- geleeret wird. C- . h. XXXVIII. Z8 Z w e y t e S K a p i t e l tz. XXXVIH.Z Nachdem sofort der Professor die gehörige Erklärung von allen diesen Thei- len vorausgeschickt hat, so wird er daS Zeugungsgcschäfr selbst abhandeln, und alle darüber entstandene Meinungen, nämlich von de« Samenthterchen, dem Samen u. s. m. anführen. Indessen wird hier das System der Eyerschwän« gerung allein beybehalten, weil die Theorie hievon als die wahrscheinlichste allgemein angenommen wird. tz. XXXIX. , , Nach den Vorlesungen über die Zeugung wird der professorzurZergliederung des Auges übergehen, hicbey alle Häute, Feuchtigkeiten, Nerven, und Drüsen desselben erklären, nnd endlich darthun, wie eigentlich das Sehen (vllus) entstehe. tz. XI.. 8luf diesen Sinn folgt der Geruch (ockorarus, olla-stus): Fey Erklärung dessen rrgiebt sich die Gelegenheit, dieNase,ihre Häute, Drüse» und Nerven vrdent» Zich vorzuzeigen. §- XU. Nach diesem wird der Professor den La« des äusseren und inneren enn zur Winterzeit eine hinreichende Anzahl von Leichen vorhanden ist/ so wird man auch gestatten/ daß die zum zweyjahrigen Lehrkurö beruffenen Feldchirurgen unter Leitung des Professors, oder des Projektors anatomi- sche Arbeiten vornehmen können/ damit sie dadurch Gelegenheit an der Hand haben/ sich auch in der praktischen Zergliederungskunsi zu üben. tz. H §)en prakrrkanren ist zwar erlaubt, bey diesen Zergliederungen zugegen zu seyn, auch Hilfe zu leisten, aber nie wird ihnen gestattet, daß sie mit dem Messer in der Hand arbeiten, damit man vielen üblen Folgen, die daraus entspringen können, vorbauet. Die zum Präpariren nöthigen Werkzeuge muß sich ein jeder selbst auf seine eigene Kösten anschaffen, und wenn sie abgenützt, auch wieder repariren lassen. HUI. Ä^an wird auf alle mögliche Weise zu verhüten trachten, daß die Soldaten weder die wirkliche Zerschneidung der Tobten, noch die anatomische Zubereitungen zu Gesicht bekommen, damit man ihnen keinen Abscheu für das Spital erregt. Auch soll man nie gestatten, daß die Chirurgen und Praktikanten, wahrend, der Zergliederung Gespräche führen / die schändlich, und dem ehrbar gesitteten Menschen unanständig sind, besonders wird man diese Vorsicht in Acht nehmen, und derley Reden zu verhüten trachten, wenn weibliche Körper anatomisch zubereitet werden- tz. 43 für den Professor der Physiologie und Anatomie, tz. H Wenn der prsfcktsr krank würde, so muß der Professor von der Anatomie einen der WM» Bataillons, oder Oberchirurgen vom Lchrkurse aus. wählen, der unterdessen die anatomischen Prävaratcn macht, den Praktikan» ten die gewöhnlichen Vorlesungen hält, und alle sonstige Pflichten des Protektors verrichtet. Sobald erster» seine Gesundheit wieder erhalten hat, so muß er seine vorige Geschäfte wieder übernehmen. Wkiui---—z» 44 Drittes Kapitel ^ Drittes Kapitel. Ordnung, die der Professor der Pathologie bcy seinen Vorlesungen zu beobachten hat. §. l. ^er Professor der parhologie wird seine Vorlesungen gleich den anderen Professoren.nach verflossenem Sonntag in Albis an den imHsraris (^) festgesetzten Tagen und Stunden anfangen: sein Lehrkurs wird zwey Jahre dau> ren. Die Phesislogie ist, wie man bereits schon gesagt hat, jene Wissenschaft , welche uns Kenntniß von den festen und flüssigen Theilen, aus den der menschliche Körper nämlich zugmme» gesetzet ist, bepbringt; die uns sofort lehret, wie diese Thcile im gesunden lebendigen Zustande wirken. Die Puch», lsgie hingegen lehret uns jene Veränderung kennen, welche in diesen Verrichtungen damals, wenn sie verletzt sind, entsteht; sie lehrt uns ferner, wie wir die Verschiedenheiten und mancherlep Ursachen der Krankheiten erkennen können, und läßt uns über die besondere Beschaffenheit, den Fortgang, Stillstand und das Ende der Krankheiten ein vernünftiges Urlheil fällen. Der Professor muß also seine pathologisch«, Lehren den vom Professor der Physiologie vorge. für den Professor der Pathologie. 45 vorgetragenen Grundsätzen gemäß einrichten, damit die Zuhörer das ganze Lehrgebäude mit größerer Leichtigkeit übersehen, und sich eigen machen können- H- ll. §)ie Pathologie wird i» sechs Theile abgethcilt, al-: in die N-Islogi«, Symptomatologie, Semiotik, Erislogie, Therapie, und Hygiene. Alle diese Theile der Pathologie werden zuerst überhaupt, und dann insbesondere vorgetragrn werden. §. M. Mit der allgemeinen Pathologie wird der Professor den Anfang machen, und alle chirurgische Krankheiten, die nur immer von einem Fehler der festen oder flüssigen Theile, oder beyder zugleich hervorgebracht werden, sogleich überhaupt beschreiben. Feste und flüssige Theile können vermittelst eines allgemeinen oder besonderen Fehlers leiden. — Die festen Theile leiden überhaupt entweder durch eine allzugroffe Steifheit, oder allzugroffe Schlaffheit, durch einen organischen Fehler , oder durch eine üble Bildung. — Die Krankheiten der flüssigen Theile hängen von einem allzustarken Ueberfluß oder Mangel ab , ferner von ihrer Dichte oder Dünnheit, von einem Fehler des OrteS, von einer allgemeinen oder örtlichen Unreinigkeit, von einem Fehler des Blutes oder des Blutwaffers. h. IV. §ufc; Speis und Gecränk; Ausleerung und Zurückhaltung; Bewegung und Ruhe; Schlafen und Aachen ; und Gemüchsheirerkeit sind die sogenann- , ' -' S Z kbii 46 D r i t L e § Kapitel ten sechs natürlichen Dinge, denn sie sind zum Leben und zur Erhaltung eines reden Thieres unumgänglich notwendig. Betrachtet man sie nun für das, so machen sie jenen Theil der Pathologie aus, den man die Gefundheirslehre ( ne) nennet. Arten sie aber in ihrer Eigenschaft, oder in der Menge aus, so andern sie den Namen, und heißen nicht natürliche Dinge; und ob man sie gleich als wesentliche Dinge für unser Daseyn betrachtet/ so können sie dennoch schädlich werden, und machen in diesem Fall jenen Theil der Pathologie aus, welchen man die Eriologie oder hlrsachenlehre nennet. In diesem pathologischen Theile werden sowohl die allgemeinen als besonderen Ursachen ange- zeigt, nicht minder alle jene unordentliche Veränderungen, welche von diesen Ursachen bald in den festen / bald in den flüssiges Theilen, oder in beyden zugleich hervorgebracht werden, erkläret. — Die sechs natürliche,r Dings gehören auch zur Therapie, denn sie haben einen wesentlichen Theil Einflusses auf Heilung der Krankheiten: deshalben wird auch der Professor, wenn er die Heillehre (tKerapemiLa) abhandelt, von der gehörigen Menge und Beschaffenheit der sechs natürlichen/ und nicht natürlichen Dings handeln, weil ohne dieselben ein jedes Arzneymittel unnütz, oder doch wenigstens nicht so wirksam seyn wird. §. V. Zufolge dessen, was eben gesagt worden, muß der Professor erstlich erklären, welche Krankheiten von einer kalten, feuchten, heiflen, trockenen Atmosphäre, verursacht werden; von welcher Natur diese Krankheiten seyn können, 47 für den Professor der Pathologie. nen, und hauptsächlich , was für schlimme Wirkungen von den zähen Veränderungen derselben hervvrgedracht werden. Inzwischen wird man dessen uner- achtet nicht nörhig haben, sich über die besonderen Eigenschaften der Lust allzu wcitschweiftig auszudehnen, weil dieser Gegenstand ohnehin in den physischen Vorlesungen weitläuftig genug abgehandelt, und in hinlänglichem Lichte dargestellt wird. tz. VI. 3tach der Lust sivd die Nahrungsmitteln — wie ohnehin bekannt — fürs Leben eines jeden belebten thicrischen Körpers die unumgänglich nothwendig- sten Stücke: nur können sie auch entweder vermittelst ihrer Eigenschaft, oder ihrer Menge dem belebten Körper schädlich werden, und so allerley Krankheiten anrichten. Alle diese Krankheiten müssen hier berührt werden. Was aber die Theorie des Käuen, Hinabschlucken, der Dauung u. d. gl. betrifft, dies liegt, wie schon gesagt, dem Professor der Physiologie ob, und wird ohnehin von diesem gelehrt. ^ tz- VII. Vpcis und Gerränk dienet also den Körper zu ernähren; aber jener Theil davon, der zur eigentlichen Nahrung bestimmt ist, ist sehr klein, ist der feinste, gleichartigste. Nachdem Speisen und Getränke durch eine gewisse bestimm- M te Zelt tn unserem Körper geblieben, und ihres animalischen zur Ernährung geschickten Saftes beraubt morden sind, so muß das zurückbleibende als überflüssig und schädlich durch die Ausführungswege aus dem Körper geschaft werden. 48 L r t t L e § K a p i L e l. den. Das, was hier mit den Nahrungsmitteln vorgehet, nennt man das Zu- tückhalcen ( Netentio ), und die Ausleert'NA ^Lxcretio) : eines wie das andere muß ordentlich von Statten gehen. h. VIII. Obgleich Bewegung und Ruhe minder nothwendig find, als Luft und Nahrungsmittel, so kann dessen ungeachtet dennoch, wenn der mäßige-, und der der Leibesbeschaffenheit angemessene Gebrauch derselben ausser Acht gelassen wird, sehr leicht die Gesundheit dadurch verletzt werden- tz. IX. Eben so verhältnißmaffig muß Schlafen und Wachen feyn, wenn das Gleichgewicht der thierischen Haushaltung soll aufrecht erhalten werden. Wird dies gleichgewichtige Verhaltniß gestöret: wird in dem einen oder andern zu sehr ausgeschweift, oder zu wenig gethan, so müssen nothwendiger Weise die Verrichtungen des Körpers darunter leiden, und er fallt krank dahin. H. X. Alle bisher angegebene Dinge find, wenn fie auch in Betracht der Eigenschaft oder Menge ordentlich gebraucht werden, doch noch unzureichend, unser physisches Wohlseyn zu erhalten, denn auch der Geist bedarf einer Nahrung, die in der Gemürhsheirerkerr bestehet. Wenn diese durch Physische oder moralische Ursachen gestört wird, so entstehen Lerdenjchafcen, welche, wenn fie heftig, oder mit andern Ursachen verknüpft find, nicht anderst, als schädlich, oder wohl gar tödtlich seyn können. Diese sechs so.genannten nicht natürliche für dm Professor der Pathologie. 49 che Ding« können also den Grund zu Krankheiten legen, so wie sie als na» tmliche Dinge betrachtet, wesentliche Hilfsmittel zur Heilung sind. §. XI.. b»r Erislogie oder tlrsächenlehre gehören also —wir schon bereits gesagt — die allgemeinen und besonderen Ursachen der Krankheiten. Man kann sie füg» sich in zwcen Klassen abtheilen, nämlich in die äussersichcn, in dietttnerliche». Aeusserliche sind gemeiniglich jene, die von aussen dem Körper bepgebracht, mit Gewalt auf selbigen wirken, indem sie zuerst die festen , und alSdann auch nothwcndiger Weise die flüssigen Theile, weil sie unmittelbar zusamme„hängen, «„greifen. Man kann die Wirkungen dieser Ursachen auch die offenbaren nen» nen. Innerliche Ursachen hingegen sind jene, die schon im Körper selbst zuge» gen sind, und anfangsauf die flüssigen, sodann aber erst auf die festenThei- lr wirken«. §- XII. ^ie innerlichen Ursachen werden in vc-cherg-hentze, oder encftrnce (c-u- iE LNtecslZenteL VSI remokX); und in die nächsten (9rvximX)abgetheilet. — Die nächsten Ursachen sind eigentlich jene, welche, für sich die Krankheit her^ verbringen, man kann sie auch die Krankheit selbst nennen. —Die vorher- gehenden , oder enrftrnren Ursachen, die manchmal auch aufferltch seyn können, sind hingegen weit weniger , als die nächsten geschickt, eine Krankheit hervorrubringeNä U §. 5o Drittes Kapitel H. XIII. Einige Ursachen pflegt man auch die entbehrlichen, und unentbehrlichen zu nennen: fle gehören indessen immer zur Klasse der äusserlichen. So werden z. B. jene entbehrlich genennet, die, indem fle den menschlichen Körper verlezen, eine Krankheit Hervorbringen: hierunter rechnet man die Werkzeuge, wodurch jemand verwundet oder gequetschet worden- der Stich und Biß einiger Thiere u. s. f. — Unentbehrliche Ursachen heißt man jene/ die man nicht vermeiden kann, und die auch nicht allemal Krankheiten veranlassen : solcher Art sind Z. B. plötzliche Lustabandernngen/Wemüthöbewegungen u. d. g. tz. XIV. Ändere Ursachen bekommen den Namen vorbereitende (prrrcklxonente8, vol prrexumenX) ; andere nennt man gelegenheirliche (occLÜonales vel^ro- estLr-ticX).— Vorbereitende Ursachen sind diejenigen / welche schon wirklich im Körper vorhanden / aber noch nicht heftig genug sind, darinnen eine Krankheit hervorzubringen: diese Ursachen müssen unter die innerlichen gezahlet werden. Zu Gelegenheireurfachen hingegen werden jene, welche/ wenn fle schon eine kränkliche Beschaffenheit im Körper antreffen / vermögend sind/ die Krankheit zum völligen Ausbruch zu verleiten, und diese gehören zu den äusserlichen Ursachen. Es giebt zwar einige Schriftsteller/ welche noch mehr Unterabteilungen dieser Ursachen machen; oder sie überhaupt untereinander vermengen: inzwischen wird man sich nur an die erstbeschriebenen halte»/ weil sie die klarsten sind. z. XV. 5L für den Professor der Pathologie^ h. XV. ^)ier ist nöthig anzumerken, daß die nämlichen Ursachen nicht allemal auch die nämlichen Wirkungen Hervorbringen. Denn in einem Körper verursachen sie diese, und in einem andern jene Krankheit. So befallen sie auch in diesem Subjekt z. B. den ganzen Körper/ in einem andern hingegen nur einen besonder« Theil davon. Zuweilen ist eine einzige Ursache genug / eine Krankheit zu veranlassen; ein anderesmal vereinigen sich mehrere: dies leztere gilt vorderist von gefährlichen und verwickelten Krankheiten, denn dabey eraugmt es sich auf diese Art. tz. XVI. Es giebt keine Krankheit, welche nicht eine oder die andere von den angegebenen Ursachen zum Grunde hatte. Wenn in Beziehung dessen diese Ursachen eine Krankheit Hervorbringen/ so müssen sie eine widernatürliche Veränderung im Mechanismus des menschlichen Körpers bewirken: diese widernatürlichen Veränderungen sind es/ die man Symptomen heißt: die Symptomen hingegen jenes, was den verschiedenen Krankheiten den bestimmten Namen giebt/ und die Natur derselben erklärt. Einige dreser Krankheiten bekommen ihren Namen vom Ursprünge (oriZLne): daher giebt es angeerbce (morbi Ke- reckrarü); angebohme (con§enki); erworbene (LLHuiüü ieu aävenrkk) — Andere erhalten ihre verschiedene Benennung vom Sitze der Krankheit (a ke6e morbi); vom Verlauf (äecuriu); von der Beschaffenheit (Inäole); vom Ausgange (evemu); von der Lebensart (vkre §enere); vom Temperamettk G 2 (lern- D r i L t e 6 K a p i L e l 52 (rempersmemo); V0M Geschlechte (texu); V0M Alima (cllmate); v0Ndkk Iahrszeic (tempore). h. XVII. ^ie Sympromaroldgre ist folglich jene Lehre, welche von solchen widrigen Wirkungen handelt, worinnm eigentlich die Krankheit bestehet/ weil eine oder die andere Verrichtung dadurch gestöret wird. — Die Röthe/ Hche/ der Schmerz/ die Geschwulst von aussen sind z. B. Zufälle, welche die Phlegmone bestellen ; der Blutfluß ist ein eigener Zufall von der Munde-; eine schwarzblaue Farbe und Geschwulst sind Gefährten einer Blutunterlaufung (eccky- molls) ; die schwarze Farbe ist ein Zufall vom Brande; Harte und Widerstand eines von Natur weichen Theiles sind karakteristifche Symptomen des Skirrhus (Lcirrkus); das Jucken und Beiffen ein Zufall bey der Kraze u.s.f. Solange dergleichen Zufalle noch anhalten/ ist die Krankheit noch nicht gehoben, und nach dem Verhältnisse., als sie Nachlassen/ so weicht auch die Krankheit. H. XVIII. §)ie Serm'sE handelt von den Zeichen der Krankheiten. — Die Zeichen (titzna) sind eigentlich jene Anzeigen , welche uns zur Erkenntniß desjenigen führen/ was Mir noch nicht wissen, oder das uns wenigstens noch dunkel ist. Man theilet die Zeichen ab: in heilsame (ü§n.3 lLlutarM), die die Gesundheit; und m üble (morbolL) , so die Krankheit verkündigen. Es giebt fer- ners sinnliche Zeichen (tenluaiia); und Schluszerchen (rLtionalia). Die Kennt- für dm Professor der Pathologie. Zs Kenntniß der ersten ist leicht, weil sie unseren Sinnen unterliegen; die zwey. ten hingegen kann man nur durch das Erzählen der Kranken , oder der Umstehenden einsehen. Einige Authorm vermengen die Zeichen mit den Zufal- len : deshalben glaubt man, daß es nothwendig s-ye, einen Unterschied dar- zwischen zu machen, weil erster- eine Krankheit verkündigen , oder begleiten können, ohne daß sie die Krankheit selbst bestellen. Z. B- das Verhalten, oder die zuhäufige Ausleerung der Exkrementen, ihr starker Geruchs die Trockene oder Feuchte der Oberstache des Körpers u. d. g. sind Zeichen, die, wenn man sie zusammenhält, mit den karakteristischcn Zufällen sehr viel betragen können, den wahren Stand, und die Veränderungen der Krankheit zu entdecke» , und eine gegründete Vorhersage machen zu lassen. h. XIX. Eben so nöthig will es seyn , zu erklären , welchcZeichcn man die eigenrliche («ANS pmlloZnomic-l) nennet; und welche man mit dem Namen Erkenne- „lLzcrchen (llANL öi-ixnoüic-,) belegt. Erstere sind von gewissen Krankheiten unzertrennlich; letztere deuten den Unterschied der Krankheit an. Ferner gehören hieher die Vschersägungszerchen (llZn-i pr<,»nolt>c->), mittelst welcher wir auf den Ausgang, und die Dauer der Krankheit Messen können. Nebst diesen sind noch einige Zeichen, die man Erinnerungszeichen (6sn- commemormiva) nennet, weil sie der Krankheit vorhergegangen sind. Noch andere Zeichen heißt man dieLrveydeurigens-rMvoc-r), denn sie sindungewiS, Drittes Kapitel 54 und nicht allemal mit der nämlichen Krankheit verbunden. Me diese Zeichen müssen, eines nach dem anderen, erkläret werden. h. XX. ^-bwohlen die Therapie erst nach den übrigen Theilen der Chirurgie pffeget gelehret zu werden, so werden doch vorzüglich durch Ke die Krankheiten gehen let: daher» will es auch nöthig seyn, ehe man zur Nosologie, und zur Er» klärung der Heilungsanzeigen schreitet, die nöthigen^ Hilfsmittel anzugeben. Wenn dann auf diese Art die allgemeine Pathologie abgehandelt worden, so wird die Lehre von der besonderen mit um so größeren Nutzen können gefasset werden. h. XXI. Alles, waö auf die Erhaltung des menschlichen Körpers, wie auch auf die Wiederherstellung jener Verrichtungen, die in demselben unterbrochen werden, einen Bezug nimmt , gehört zu der allgemeinen Therapie. Die Chirurgen Hellen ihre Therapie in 6 Theile ab, nämlich: in die bloße Handanlegung; Bandagen; Instrumenten; Maschinen; Hygiene; und indie Lehre von den Arzeneyen. H. XXII. Angeachtet die vier ersten dieser Theile eigentlich in das Fach der Operatio» nen gehören, so muß dennoch der Professor von der parhologie hier ein« kurze Erwähnung davon machen. Die Hygiene ist schon abgehandelt worden, um bep Beschreibung einer jeden Krankheit wird alsdann nochmal davon gespru- für den Professor der Pathologie. 55 gesprochen, wenn sie nämlich zur Erleichterung der Heilung wcrS beptragen kann. tz. XXIII. 8§ey Heilung einer Krankheit sind, besonders damals, wenn sie komplizirt ist, allemahl mehrere von den angeführten Hilfsmitteln nöthig: und dies tft meisienthetts von jenen Uebeln zu verstehen, die weder durch Handanlegung, noch durch Ruhe, oder Lebensordnung re. allein geheilet werden können; wiewohl mit diesen Heilmitteln, wo nicht immer, doch sehr oft auch Ruhe , Diät u. s. f. verbunden seyn muß. H. XXIV. ^Hn der Lehre von den Arzneyen wird von den innerlichen und äußerlichen gehandelt. Eine lange auf Vernunft gegründete Erfahrung hat unS gelehret, sie zu sammeln, und nach ihren Eigenschaften und Kräften in verschiedene Klaffen einzutheilen. tz. XXV. ^ie Arzneymittel — überhaupt betrachtet -- werden aus den drep Naturreichen gezogen .aus dem Thier-Pflanzen - und MmeralreLche. Die Medikamenten werden in einfache (limplicia); zubereitere (pr^xaraw); und zusam- ttierigestzre (compo/ira) abgetheüet. So gehören z. B. hieher die ausgepreßten Säfte süiLcL expreM) , die Salben, Pflaster, Umschläge re., die nach ihrer Eigenschaft, und ihrem Wesen hizig, kühlend, wäffericht, öhlicht, balsamisch, gewürzhaft/ saifenartig u. s. f. sind. tz. XXVI» Drittes K a p i t e l tz. XXVI. §)ie innerlichen Medikamenten, nach ihren Heilkräften betrachtet, können füglich in zwey Klaffen getheilt werden , nämlich in ausleerende (meäicamen- taevaLUMtiL), und in umänderende Arzneyen (LlreranüL). Zu den die Feuchtigkeiten ausleerenden gehören die Brechmittel (emetin); dis pur- giermirre! harntrerbenden ( öiurerica )-' fchweisrrerben* den (iuäorikera); Gpeichelfluserweckenden (8iLlL§o§2) re- Es giebt aber auch'noch andere, die zu dieser Klaffe gehören, nämlich solche, wodurch das Blut unmittelbar ausgeleeret wird, z. B das Aderlässen / die Blutige!, daS blutige Schröpfen. h. XXVII. ^ur Klaffe der umänderenden Arzneyen zählet man dis kräftenerwecken- den (remeäiL. 3^2lepricL) ;.die betäubenden (näiLOtica) ; die fchmerzlr'ndss renden (Lnoö^na) ; erweichenden (emollienria); hitzdämpfenden (remxe- ramia); reizenden (liimulLiiUL); stärkenden (corroboranlia); die derFäul- niß widerstehenden (L^ülepricL ) ; zujammenziehrnden (ErinAenua); zerrherlenden ( relolveuttL); Verdünnenden (Ltrenuauria) ; und verdicken* den Mittel (incrallanlia); endlich noch die den Giften enlgegenwirkenden (^.nüclorL); und die Fiebermittel (.^nutebrilia)» XXML. für den Professor der 'Pathologie , §7 h. XXVIII. 3?ach den innerlichen Arzneyen werden die zum äußerlichen Gebrauch bestimmten weitlauftiger vyrgetragen werden. Man theilt sie nach den Kräften und der Art/ vermittelst deren sie auf den menschlichen Körper wirken/ in verschie. dene Klaffen. Einige äusseren ihre Wirkung nur blos auf die festen; andere allein auf die flüssigen; und noch andere auf beyde Theile zugleich. Man nennet sie überhaupt umänderende Mittel (remeäia altei-amia): dergleichen sind die erweichenden, schmerzstillenden, betäubenden, zercheilmden, zurückrreibenden (rexellentia) , zusammenziehenden, stärkenden, eirerbe- förderenden (iuppurantia) , r-thmachenden (rubefacienria), blasenztehen» den (velicantia)/ die brennenden Mittel (cauKica), und endlich die wnm denarzneyen (vuInerLria). tz. XXIX. Ämch gehören einige von den ausleerenden Mitteln zum aufferltchen Gebrauch: von dieser Art sind die reinigenden (äigersmia) / die speichelziehenden (lra- lLAOAL) / die rrriesmittel (errdina) / und jene / so Blastn ziehen re. tz. XXX. hinter diesen zween erst angegebenen Klassen finden sich auch Arzneyen/ die wider gewisse eigene Krankheiten angezeigt sind: man nennt sie spezifische Mittel (ixecikca). So hat man Mittel wider die Lttstseuche (anrivenerea) / wider die Rräye (antiLcadiosa), wider den Rrebs (anricancrola) / wider den Beittsras (Lnticarioia) / wider die Würmer (antKelmimicL) u. a. m. H Z. XXXI. 58 D r i L L e s K a p i L e L § XXXI. Nachdem nun alle Arzneyen nach ihren Wirkungen bestimmet worden, so muß vorgetragen werden/ auf welche Art sie eigentlich ihre Wirkungen äusseren, damit die Zuhörer um so Leichter ihre Effekten begreifen, zumahl wenn m der Lehre von den besonderen Krankheiten die Heilungsanzeigen eines jedweden Nebels vorgetragen werden. h. XXXII. Äus der verschiedenen Anwendung erstbeschriebener Arzneyen entstehen auch verschiedene Methoden zu verbinden. Eine solche Methode ist nichts; anderS/ als eine Kombination gewisser auf Vernunft und Erfahrung gestützter Regeln, nach welchen der Lhirurgus die Heilung einer ausserlichen Krankheit unternimmt. Folglich hat jener/ der durch Erfahrung geleitet das gründlichste Urtheti diesfalls zu fallen weiß/ die beste Methode. Der Professor muß also/ wenn? er die Wirkungen der Arzneyen erkläret/ ihren guten Gebrauch eben so, wie die aus dem Mißbrauch entstehenden schlimmen Folgen anzeigen. H. XXXIII. Äuch wird es nothig seyn/ daß sich der Professor über die dreyerley HeilungS- arten/ welche man überhaupt annimmt/ herausläßt: er wird nämlich der gründlichen (cura rL6iLLii8) / der littderenden (paHmtiva)/ und der vor- bauenden Heilungsarr (propk^IEica Leu Pi-Tlervativa) erwähnen. XXXIV. 59 für ben Professor der Pathologie. L. xxxiv. chirurgische Araukhricslchre ^nosoloZia) ist , wo nicht in allen , den« noch m den meisten chirurgischen Schule» in die Lehre von Geschwülsten, Wunden, Geschwüren, Brüchen, Verrenkungen, und Beinbrüchen eingetheilt worden. Wir hingegen werden besser thun, nach den von dem be« rühmten LhtrurgusLallistu entworfenen allgemeinen Eintheilungen die Ns- solsgie zu lehre», weil diese Ordnung die einförmigste, und unter den Theo. rien die beste ist. Ucbrigens will es dennoch nothwendig seyn, einige in dem Werke des eben gelobten Schriftstellers zu dunkel, oder sonst nicht gut genug ausgearbeitete Materien besser zu erläutern- Diesem zufolge theilen wir die No« fologie in nachstehende fünf blassen, als so viel Ursachen chirurgischer Krankheiten, ab., tz. XXXV.! Ar ersten Klasse gehören jene Krankheiten, die von einem innerlichen oder äufferltchen Reize herrühren (morbi Lb Zur zweyten die Uebel, so vom verhinderren oder unrerdrückrei. Umlauf der Säfte entstehen (morbi ab impe-liro vel iuxxrellö Iiumorum, Lirculo ). §n der dritten ist die Rede von jenen Krankheiten/ welche von der Trennung des Ganzen entstehen (morbi a tolmione cominui nrm). In der vierten Klaffe werden die Krankheiten von Veränderung einer natürlichen Lage abgehandelt (a mmrmone ürus LeZirlmi). H L 3^ 6c> Drittes Kapitel In der fünften endlich wird von jenen Uebeln , welche von einer fehlerhaften oder unuatürlicheu Bildung entstehen, gesprochen (a conformL- tione ^XteruLturali). — Diese fünf Klaffen werden sodann in mehrere andere abgetheilt, wie flchs aus folgenden ergeben wird. tz. XXXVI. ^ie vermittelst eines äufferlichen oder innerlichen Reizes hervorgebrachten Krankheiten verrathen sich durch Jucken, Schmerz, Krampf, Entzündung, oder Fieber. Die Ursachen dieses Reizes sind zuweiten unbekannt und verbog geu, zuweilen aber offenbar. §» XXXVII. ^Le Rräye (scabies), die Flechten (Kerpe5), der r^esselaussthlag (ttrti- carla), die Frostbeulen ( xernione8 ) u. d. gl. sind Hautkrankheiten, die von einer Beängstigung, und einem mehr oder weniger überlastigen Jucken begleitet sind; sie entstehen entweder aus einer reizenden Materie, die sich in die Saftmaffe eingeschlichen, oder aus der verhinderten Ausdünstung, oder von einem an die Oberstache angebrachten Reize. In einigen Fallen ist das Jucken der Vorläufer des Schmerzens, ein andersmal endigt sich der Schmerz mit Jucken. §. XXXVIII. ^ie unangenehme Empirndung beym Jucken, oder bey einem Schmerze aus sert sich in den Nerven. Eine scharfe, im Magen erzeugte, oder von aussen dahingebrachte Materie ist fähig, durch ihren Reiz ein Erbrechen, ein Schluchzen 6r für den Professor der Pathologie. ze», Schwindel, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Ohnmächten u. s. f. zu erre- gen. Da sich nun diese Zufälle auch bey einer Wunde, oder einer andern chirurgischen Krankheit einfindcn können, so will es nöthig sepn, daß der Profess sor erkläre, wie Ke auch von anderen entfernteren Ursachen entstehen können. tz. XXXIX. §)ie karakteristische Wirkung einer Krankheit, die vom Reize verursacht worden, istder Schmerz: dieser Zufall wird von einigen als eine Ausdehnung dar Muskelfasern--die zu zerreiffe» drohen — beschrieben. Diese Beschreibung aber ist keineswegs die ächte, denn alle Empfindungen müssen blos allein den Nerven zugeschrieben werde». Der Schmer; ist also eigentlich eine Gattung von unangenehmer Empfindung, die von einem heftigen Reize hervorgebracht wird, der sofort auf jene Nervenäste, die zwischen den Theilen des Körpers verwebt sind, wirket: hiedurch wird der Einfluß des Nervcnsaftes unterbrochen, oder verschnellert; die kleinen Kanälchen ziehen sich zusammen, und bringen eine unnatürliche Bewegung hervor, wodurch sie ausgedehnet werden; und da, wie bekannt, alle Nerven aus dem Gehirne entspringen, so bringen sie auch alle die widrigen, und unnatürlichen Empfindungen, welche die Verrichtungen des Körpers zu stöhren vermögen, zu ihrem erste» Ursprünge wieder zurück. Eine Zusammenztehung der Muökelzasern mag zwar als ein Effekt des Schmerzes, aber nicht als eine Ursache desselben angesehen werden. 6Z Drittes Kapitel tz. XI.. ^ie ärrsserlicheu und mechamfchm Ursachen des Schmerzes sind vielfach, aberletcht zu entdecken; man kann hierüber den Beweis an den von einem Werkzeuge oder Thiere verursachten Verletzungen, an Wunden, Ausdehnungen, Verbrennungen, Beinbrüchen, Verrenkungen, Verstauchungen rc. ersehen. Sobald der Schmerz zum höchsten Grade gestiegen ist, daß er die Reizbarkeit der Muskelfasern vermehrt, und die Muskeln selbst zusammenzieht, so wird er der Rrampf (spaünus) genennet. Die Ursachen und die Empfindlichkeit sowohl, als die Reizbarkeit der Nerven verhalten sich auf verschiedene Weise- mithin sind auch die Eindrücke, und Grade des Schmerzes verschieden- tz. XU sowohl das unangenehme Jucken, als auch der Schmerz und der Krampf können selbstständig (iäioparkiLus)/ oder zufällig (i^mptomLÜcnL ) seyn. Diese UebeL werden auf viererley Art geheilet: r) wenn man die reizende Ur- sach wegschast; L) wenn man die unangenehme Empfindung mildert; z) wenn man eine Ableitung zuwege -ringt; 4 ) wenn man den Nerven seiner Empfindlichkeit beraubet, welches letztere aber fetten geschieht §. XU 28enn der Reiz, wodurch der Schmerz und Krampf verursacht wird, fort- währt, und die erste Ursache desselben nicht verbessert, oder gehoben wird , so können sich leicht Röche, Rothlauf, Entzündung, Fieber, Geschwulst/ Eyte* rung, Heister Brand, Schlaflosigkeit, Mangel an Eßlnst, Schwache, Ohn- mach- für den Professor der Pathologie- 6z machten u- d. gl. hinzugesellen. Nachdem der Professor die Definition, die Abtheilung, Unterabtheilung aller vom Reize entstandenen Krankheiten, ihre verschiedene Ursachen, Zufälle und Vorhersagüngen vorgetragen hat, so wird er auch die ihnen angemessene innerliche und Lufferltche Hcilungsmethode an» führen, und deswegen de« Anfang, das wachsen, den Stillstand , und das Abnehmen des Uebels erklären- §. XU b» den Krankheiten, dle von einem verhinderten, 1 »der unrerdräckeen Areislauf der Safte (ab lmpsäieo vel supprello kumorum circulo) ab-- Sanimen, gehören jene Geschwülste, welche durch eine Infiltration, oder durch eine AuSgieffung der Säfte enstehen, und Verstopfungen zuwegebringen. 8« Liese Klaffe der Krankheiten gehören alle jene Geschwülste, di« man gemeiniglich Geschwülste von kalrer Name nennet, weil sie vom weiffen Lheile des Blutes Herkommen ; und müsse» daher von jenen, die warmer N.,cur sind, unterschieden werden, weil diese vom rothen Theile des Blutes entspringen, obwohlen auch be-de Gattungen zuweilen miteinander vermengt seyn können. §. XI.IV. Aje Krankheiten von kalter Natur, welche von dem verhinderten oder un« rerdrückcen Rretslauf verursachet werden, werden in fünf Gattungen ab- getheilt: t) in Wassersüchten oder Wassergeschwülste (»Dropes); 2 ) in Drüsengeschwülste (kd^marahMz) in Gackgefthwülste (tl^liiüer); 4 ) in Auswachsungen ( LxcrelcenüL); z) in Dörrsuchren (^rroxKiD). X6V- 64 Drittes Kapitel tz. XU sobald der Professor dies vorhergehende erkläret hat? so wird er, was man unter einer Wassersucht verstehet, einen Begriff geben, und dann alle Kattun- gen derselben beschreiben, hieher gehören: die Vschaursenge (kkimoüs);der spanische Rragen (karapdimalis) ; die Wassergeschwulst (Oeäema) ; die allgemeine Ferrwasserstrchr (^nalärca) ; die Augenwassersuchr (Hyckropli- tliLlmia); der Wasserkopf ( Uyckrocepkslus ); die Hodensackwasserstichr (U^ärocele) ; die Brustwassersuchr (ttyckrorkorax) ; die Bauchwassersucht (-ilcires). Einige dieser Waffersnchten entstehen durch Infiltration ; andere Lurch eine Ergleffung. tz. XI.VI. 3ur zweyten Klaffe gehören die Drüsengeschwülste (kliymma), welche von einer dicken, kalten Materie Herkommen, eine begränzte und umschriebene Ft« zur haben, und mehroder weniger hart sind, hieher zählt man: die Srrophuln (8cropliulL); den Rropf (Struma); die Geschwulst der Samengesüsse (Sper- msroccle) ; die verhärrere Drüsengeschwulst (Scirrlius) re. tz. XI. VII. ^bon da'schreitet der Professor zur dritten Klaffe über, nämlich zu den Sack« geschwülsten (cyllläes). ES siebt ächre und falsche Sackgeschwülste. Zu den ächten gehören folgende: D die Wslfgeschwulst (Lupia); wohin vier Gattungen gehören, Nämlich a) die Höniggeschwulst (meliceris); b) die Speckgeschwulst (Stescoma); c) die Breygeschwulst (^ckeroma); ö) die Rns- für den Professor der Pathologie. 6S Rnochenspeckgefchwrrlst (OüeoNeatoma). Ferner gehören auch Hieber: 2) die lymphatische Sackgeschwulst (^§roma); z) das Ueberbem (Oan- xlion); 4) das Fröschlem (I^anula). Sodann kömmt die Reihe an die falschen Sackgeschwülste. Dazu zählt man i) die wahre Schlagadergeschwulst (-^nevriima verum) z 2) die Aropfschlagadergeschwulst (-^.uevrilma venv- lum); z) die Blucaderknoren (Varices); 4) die Aropfadergeschwulst des Hodens (Varicocele); 5) die Güldenaderknoren (^Xmorrkoiöes , Mari/car). Was die Operation der wahren und falschen Schlagadergeschwulfl, wie auch der anderen anbelangt/ so liegt dem Professor der Operation ob, selbe weit- Läuftiger abzuhandeln. ' §. XI.VIII. Aene Geschwülste/ welche sich über die Oberfläche der Haut erheben, und diese zuweilen veränderen, nennet man Auswüchse (LxcrefcermX), - dergleichen sind: die Thränenkarunkelauswüchse (Lucamkis); das Augenfell (kce- nAium); das Zahnsleischgewächs (Lpulis) ; die Fettgeschwulst (I^ipoma); die Schwiele ((Gallus); die Warze (Verruca); das Rückengewächs (Nat- ta) ; das Ropfgewächs oder der Zweykopf (Licep^alium) ; das Fleischgewächs (§arcoma) ; die Feigwarze; ((^ouclylotna); das Fleischgewächs am ^abel (8arcomp^a1o8) ; die Fleischgeschwulst des Hodens (Larcocele) z der Polyp (pol^pus); der Gebährmutkerpolyp (Orcoiis); das Muttermal (^lsevu8 materuus); der Gliedschwamm (^un§u3 artrculi); die schwattl- Wichten Fleijchauswüchje (l^periarcoLe8) ; die verschiedenen Auswüchse und 66 D r t t e S K a p i t e l. und Anschwellungen der Ruschen, die unter dem Namen: Lxottolis; Oumml; H^perollo/is ; OlleolLrcoüs / lereäo; ?X6arrbroeLce; bekannt sind; femers die englifcheRrankheir MaLLbicls); derHöcker oderBttckel (I^oräoüs). §. XI.IX. Äus der Dörrsttchr und dem Schwinden iviarcor) der Glieder entstehen keine Geschwülste, der Fehler liegt vielmehr in einem Mangel der Nahrung, wohey der Körper oder ein Lheil desselben mager wird: daher kömmt auch die Eintheilung in die allgemeine und rherlweise Dörr- sjkchk (Hsaraiinus univerürlis A ^Lrticularis ): ZU dieser Klasse kaNN MSN auch die Lähmung (kar^lis) rechnen, die ebenfalls von kalter Natur ist^ und vom verhinderten oder unterdrückten Durchgang veranlaßt wird. §. i-. liebst der Lähmung gehören hieher der Schlagflus (Apoplexia); wie auch jene Lähmung des Körpers, wobey alle unterhalb des Kopfes befindlichen Thei- le gelähmt sind (karapleAia)-- ferner der halbseitige Schlag (tiemipleAiL), wo nur eine Seite gelähmt ist; die Lähmung der Augenlieder (LLepb^ro- xleZiL); der schwarze Sraar (^inLurolis), wobey der Unterschied des vollkommenen vom unvollkommenen, des beständigen vom ausseyenden angegeben werden muß. Nach Abhandlung dieser Krankheiten geht matt in der Reihe fort/ und erklärt die Taubheit ((Dopboüs); den Mangel am Geruch (^-no5mi3); die Lähmung der Zunge (OlotlopIeAia); das männliche Unvermögen (Oulople^ia); das Unvermögen den Harn zu halten. von 67 für dm Professor der Pathologie. Von allen diesen Krankheiten müssen die Ursachen re. angeführt werden: über. Haupt werden diese bisher genannten Krankheiten, so wie auch der Schlagfluö, Erschlappungen oder Auflösungen (Uelolmioues) genennet. tz- H Au den erst benennten Krankheiten müssen auch jene gezahlet werden, die von einer Zurückhaltung (ideremlo) das iss! von einem verhinderten oder beschwer» liehen Ausgang der natürlichen Auswürfe verursachet werden. Hieher gehöret die gänzliche Harnverhaltung (llLlruria), die in den kAreren, Hm ergangen, in der Blase, in der Harnröhre ihren Sitz haben kann; daher kommen die Namen Nicrenischurre (ilcliuria reualis); Harnganglschurie (Vreterica); Blasenrschurie (VeücaUs) ; Harnröhremschuki« (Vrerrrlis); ferners beobachtet man auch ei» unschmerzhaftcs rröpfelndes Harnen (O^iuria); ein schmerzhaftes brennendes Harnen (8rr->nAuii-i) ; L-ibesverstopfung (0d- üigLkio). Zu allen diesen Uebcln könnte man auch die Entzündung rechne». h. H §)er heisse Brand (6anZrTii!i) entstehet durch eine Faulung oder Verderb- niß der Säfte, greift gemeiniglich nur die weichen Theile an; kann aber auch biS in die harten dringen, und dann heißt er auch der kalre Brand (8pk-ce- lus) , der wieder in den trockenen und ftuchren abgetheilet wird. Sobald ein ganzes Glied bis auf die Knochen so trocken, wie eine Mumie wird, so nennt man das Uebel iMcrotis). Entstehet diese Krankheit vom Genusi des Brandkorns, so heißt sie c^ecrolls uMaslnea). Der Professor hat vorderist hievon die gehört' ge Erklärung zu machen. Ä 2 !- 68 Drittes Kapitel . tz. H ^te Klaffe der Krankheiten, so von einem gehinderten oder unterdrückte« D urch» gang der Säfte entstehen, wird mit der Lehre von der Erstickung (8uffc>cLtic>) deschloffen: die Zeichen, wodurch ffch eine Erstickung vom Schlagffus unterscheidet, müffen wohl angegeben werde». Auch muß der Professor alle Arten, wie ein Mensch ersticken kann, erklären: die Erstickung kann nämlich unter dem Wasser, durch einen in die Speis - und Luftröhre eingedrungenen Körper, durch einen um den Hals geschlungenen Strick, durch eine mephttische Luft, durch eine heftige Ge- müthsbewegung als Zorn re. oder auch durch denBlip geschehen. Hier muß auch von dem Ersticken der Kinder im Mutterleibe geredet werden. Der Professor wird ffch Mühe geben wider alle erwähnte Erstickungen die nöthigen Hilfsmittel anzuzeigen. §. UV. -Ou der Klaffe der Krankheiten, die aus einer Trennung des Ganzen entstehen, (morki 3 Ldlurlone continui N3ti), gehören die Wunden (vulnera); die Absceffeir (abicellus) ; die Geschwüre (ulcer3); und die Beinbrüche (traAurT). Anfang« lich wird der Professor von jeder dieser Krankheiten überhaupt, und hernach insbesondere redrn. §. I.V. Alsdann wird er sich erklären/ was man unter einer Wunde verstehet, und sagen, daß sie in einfache, zusammengesetzte und vermengte abgetheilet werden. Auch wird er trachten, die Wunden, so an sich selbst; oder zufälliger Werse; oder unumgänglich todtlich sind (vulnera per le; per acci- äens; für den Professor der Pathologie. 69 äen8 ; absolute letbalia) gehörig zu erklären. Hleher gehören auch die gestochenen, geschossenen, gerissenen, gequetschten, und gebrannten Wunden. ' §. I.VI. Diesen wird er eine kurze Beschreibung von den oberflachrgen Wunden der allgemeinen Bedeckungen, wobey die kleineren Gefaste verletzet worden, bey- fügen, und auch gleichsam im Vorbeygehen der Schlag - und Llutaderöfft nungen, die, um Blut zu lassen, vorgenommen werden, erwähnen. Weit- lauftiger von allen diesen wird der Professor der Operationen handeln. §. I.VII. Älsdann muß er die Wunden der Muskeln, der Blue - und Pulsadern, der Wassergefälle, der Bänder, die Wunden der entweder ganz, oder zur Helfre entzwey geschnittenen oder gestochenen Nerven re. sammt allen Zufällen, Vorhersagungen und Heilarten beschreiben, und erklären. Wenn er von den Zufällen der Newenwunden redet, so muß er die Lehrgeschichte des Rrampfes (spas- MU8); des -Httttdskrampfes (spabnus c^nlcu8,6ve canina convulüo); des plötzlich vorübergehenden^rampfes (convuliio momentanea ÜL perLo6iL3),Uttd dann des allgemeinen Muekelkrampfes (lemnuZ) anführen 5 letzteren aber in opiKo- rboric-8, emproüotbono§, pleurorbotono8, teranos abtheilen, alle aber als Symptomen gehörig auseinander setzen. I.VIII, ^ur nämlichen Zeit, da er von Stichwunden handelt/wird er auch solcher erwähnen, die durch giftige Threre dem Menschen beygebracht werden, weil der «L* 7o D r t L t e s K a p i t e l Gebrauch/ sich vergifteter Waffen zu bedienen, bey uns ungewöhnlich ist. Hieher gehöret der Biß eines wüthenden ThiereS z. B. der Hunde , Vipern, Skorpionen re. tz. ^ie (^.uersthung (conruüo) kann füglich eine aus vielen kleinen Wunden bestehende Verletzung genannt werden: sie kann einfach, und ohne einer aus- serlichen Wunde seyn,- oder auch mit einer aufferlichen Wunde/ odereinem Beinbruch vergesellschaftet seyn. Die Schuswunden gehören zu dieser Klaffe, über welche sich der Professor mit allem Fleiß ausdehnen muß, weil die Lehre hievon einer der wichtigsten Gegenstände für die Feldchirurgen ist. Nachdem er ihnen die grosse Verschiedenheit derselben, und alle ihre Zufälle zu Genügen erkläret hat, so muß er die Heilungsmethode derselben angeben/ vorzüglich aber den vollständigsten Unterricht, was beym ersten Verbände einer Schuswunde zu beobachten/.und wie dabey zu verfahren seye, ertheilen. .. -) ^ - ^ . „ h. H - §)er Ordnung zufolge schreitet der Professor zur Lehre von den Wunden insbesondere über,, und fängt mit den Ropfwrmdett an. Hier muß er sowohl die in die Höhle des Kopfes eindringenden, als nrchr eindringenden Wunden beschreiben,.auch dieheilbaren, und die an sich (per 5e); oder zufälliger Weise (per -eciäens); oder unvermeidlich I^kioime) tödtlichen wohl von einander zu unterscheiden in seinem Vortrage beflieffen seyn. Auf die nämliche Art wird er auch die Wunden der Brust, des Bauches re erklären. Bey Abhandlung der Brustwunden wird erdas Emphysem alseinen Zufall, aber nicht als eine idiopatische Krankheit abhandeln. Z. 5?r für den Professor der Pathologie, tz. I. XI. sobald er die Lehre von den Wunden überhaupt, und insbesondere geendigt hat, so wird er zur Abhandlung der Abszessen übergehen, und was man eigentlich unter dem Wort Abs-eß (^bic-üus) verstehet, erklären; alsdannwird er sie in verschiedene Gattungen abtheilen : nämlich in die ohne einer vorhergr- gangenen Krankheit entstandene Abscessn (sblceilüs primitiv!), und in nach folgend« (iecunö-irii), welche entweder von einer Entzündung, oder Versetzung (merall-ilis), oder von einer andern kalten Materie sind hervvrgebracht worden. Ferner findet man auch feichr« und rief«; achte und unachr«; einfache und zusammengesetzte; verschwürt« Abseeffen; Blmbeulen, Lympfbeulen, Milchbeulcn, Harnbeulen, Brandbeulen ; Lxrebsbeulen , und Pestbeulen: alle diese wird er erklären. h. m. Wen» dann der Professor auf diese Art die Abseeffen überhaupt abgehan- delt hat, so wird er von denselben insbesondere sprechen, und zwar den Anfang Hey jenen machen, die in den verschiedenen Kopfgegeuden entstehen: er wird reden von der Eitergcschwulst des Thränensaekes c-mcd/lops);vomE's- rerauge (kvpopion); von dem Absceß der oberen Rinnbackcnhöhle; des Zahn- fl«isches, des Gaum«s, des Ohres, der grossen Speicheldrüsen, u. s. st und auf diese Art fortfahren, die Geschichte der Abseeffen bis zu den Gliedmassen abzuhandcln. Indessen darf man die Lehre von den innerlichen Eyterunge» Nicht vermissen; der Professor muß somit von de» Abseeffen des Gehirns, der 72 D k r t t e s K a p j t e l der Brust (cmpyema), der Leber u.d. gl. Erwähnung machen/ und so diese Lehrgeschichte enden. H. L.XM. L^ie Wunden, welche nicht durch Wiedervereinigung der Lippen können ge- heilet werden / arten so, wie die eröffneten Abseeffen, in Geschwüre aus : diesem zufolge schreitet der Professor von da zur Lehre von den Geschwüren. Er wird also von den Geschwüren überhaupt zuerst, sodann aber insbesondere handeln, und ihre verschiedene Arten und Eigenschaften anzeigen. Die Geschwüre (ulcera) werden überhaupt in einfache (lünpilcia) und vermengte abgerheiler. Sie entstehen entweder aus einer innerlichen, oder aufferli- chen Ursache, oder aus Heyden zugleich. tz. I.XIV. §)ie von einer innerlichen Scharfe hervorgebrachten Geschwüre sind: die rachitischen, skorbmlschen, die fkrophnlöfen, krebstgren, venerischen u. s. s. Alle jetzt genannte GeUwüre müssen als Folgen von innerlichen Krankheiten (ulcera conletzUlltiva) angesehen werden, weil diejenigen , die man ursprüngliche Geschwüre (ulcera primitive) nennet, meistentheils von äufferli- chen Ursachen herrühren. Die kleinen Geschwüre im Inneren des Mundes, welche aus den in den Körper gebrachten Queckfflberarzneyen entstehen, dürfen nicht mit jenen verwechselt werden, die von mnerlichen Ursachen entstanden sind. Zu den durch innerliche Ursachen erzeugten Geschwüren gehören die bräunartigen Halsgeschwüre (ulcera anglnola), die Schwämmchen apli- 73 für den Professor der Pathologie. (spkitk-r); der Grind (eines); die Milchkrusi« (cruüa IsÄes); die Liech» een (Nerpes); die Rrä;e (Lcabies); die rrockenen und ftuchren: die riefen schwi-lichren (csUoQ) , die um sich fressende» (pkagsäenror) U- d. g. können auch hieher gerechnet werden. H. I.XV. §)ie von äufferlichen Ursachen entstandenen Geschwüre sind eigentlich jene, welche auf eine Wunde, oder Verbrennung erfolgen; die gleich nach einem mr> reinen Bexschlaf entstehen; die ferner von aufgelegten oder eingenommenen Queckfllbermitteln; von zäher Luftveränderung u. s- f- hervorgebracht worden. Zu diesen ausserlichen Ursachen können sich auch innerliche gesellen, wodurch die Heilung sehr beschweret wird: in dieser Rücksicht wird der Professor, nachdem er die Geschwüre beschrieben hat, nicht nur allein angeben, wie in Heft lung derselben Lufferlich vorzugehen ist, sondern auch den Anzeigen zufolge die innerlichen Arzneycn bestimmen, wie sie den verschiedenen Umständen gemaö sollen verordnet werden. Hier erzieht sich auch die Gelegenheit, die Lehrge- schichte des Trippers (Zonorrkes) abzuhandeln. H. UVI. den verwickelten Geschwüren werden auch jene gezahle-, die ihren Ursprung von einer innerlichen Ursache nehmen: wie z. B- die vom st-ustsiucheglfe hcrvorgebrachten (ulcers venerea contsiguurivs) , sie mögen mit oder ohne Beinfras seyn. Hier ist auch der Ort, wo von allen Methoden die Lust- Huche zu heilen, von ihrer Radikalkur , und hauptsächlich von den Queckstft G bereiw» D r i t L e s K a p i t e l 74 bereinreibungen (friLones merem-iaies) muß gehandelt werden. Ferner muß auch die Geschichte und Heilung jener Geschwüre, welche von den Rropfa- derrr (varices), oder über denselben entstehen, wohl angegeben werden; so* fort kömmt die Abhandlung von den harträndigen (calioüe) und tiefen Fisteln überhaupt vor; alsdenn aber wird die Rede von den Fisteln insbesondere seyn ; man wird die Lehre von der Thränenfistel (Mula IaLkrim3li§) von der Fistel des Srenonianischen Speichelganges (iiLmla LallvaliL), der Froschdrüsen unter der Zunge, der Luftrohre, der Brust, des hlnrer* leibes, des Mirrelfleisches, (permLum), des Hodensackes vortragen: endlich muß auch die einfache Mastdarmfistel (Mula am), und jene, die mit Verlezung der Saamenblaschen (veüLul-e Leminaie.?), der Vorstehdrüse, oder der Harnblase verknüpft ist, abgehandelt werden. h. I.XVII. ^u den Krankheiten, die von einer Trennung des Ganzen entstehen, gehören auch die Beinbrüche (LraAm-X). Diese werden eingetheilet in unvollkommene (meompletX) , in vollkommene (compIetX),- in einfache (iim- püceH, vermehrte (compo/nse); in verknüpfte (complicata), und in zerschmetterte (commmucn). Nachdem die Beinbrüche überhaupt abgethei* let und beschrieben worden, so müssen sie insbesondere erklärt werden: man fängt mit jenen an der Hirnschale an, und geht bis zu den aussersten Gliedmassen fort. tz. UVIll. für den Professor der Pathologie. 75 h. I.XVIII. Der blos nach der Länge laufende sogenannte Gchlizbrnch kann nur in der Hirnschale; in den Knochen der Gliedmassen aber sehr schwerlich Statt haben. ab Aquapendenre beweist klar, daß Galen unter dem Länglichen Beinbruche nur den schiefen verstanden habe- I.XIX. Mach Beschreibung und Abtheilung der Bernbrüche wird der Professor kurz theoretisch die Heilung derselben erklären, und die Art selbige einzurichten , und zu verbinden angebener muß lehren, welche Beinbrüche einer Ansdeh- nrrng und Gegenausdehnnng bedürfen; welche hingegen weder das eine, noch das andere haben wollen,, sondern blos- nur eine angemessene Lage und einen guten Verband fodern. Er wird ferner solche Fälle anfuhren, wo sich zu gleicher Zeit ein Beinbruch und eine Verrenkung an einer und der nämlichen Artikulation / oder an dem nämlichen Gliede vorst'nden kann, und die nö- thigen Hilfsmittel dabey angeben. Was die praktische Kur der Beinbrüche betrift, wird solche der Professor der Operationen weitläufiger lehren. tz. L.XX. Die von Veränderung dtt natürlichen Lage (a mucauone leZi- nmi) herrührenden Krankheiten entstehen entweder in den festharten, oder m den festweichen Theilen. Sie werden in fünf Gattungen eingetheilet, näm lich: in die Brüche cherni^) ; Vorfälle (Prolaps); Abweichungen 76 Drittes Kapitel vimiones),' Verrenkungen (luxmiones) Ausch mauset,r«nderwe»chnnge» h. I.XXL. ^ie Brüche (Iiernia?) werden überhaupt in einfache und zusammengestzce in vollkommene und unvollkommene, in frische und veraltete, in bewegliche und unbewegliche, und erngefackre abgetheilet. Sie werden ent- weder von dem Gehirne, oder von dem Neze, von den Gedärmen, oderauch von der Harnblase u. s. f. hervorgebracht. tz. I.XXII, 'ie erhalten von den Gegenden, wo sse stch beffnden, verschiedene Namen. So hat man z. B. am Kopf den Hirnbruch (derma cepdalica); ferner den ZTlabelbruch (umbidLZds)- den Bauchbruch (vemrads); den Leistenbruch inAmnad^); den Hodensackbruch (lcrotaliL); den Hüftbruch (ilcdiatica) z den Miktelfleischbruch (perinreads). Nachdem die Abhandlung der Bruche überhaupt geendiget ist, so schreitet der Professor zur Erklärung derselben insbesondere. Von dem eingeklemmten Brüch (derma mcarcerata), wo eine chirurgische Operation nöthig wird, spricht er nicht mehr, als zum pathologischen Fache gehöret/ dennder Professor von den Operationen wird, wenn er den Bruchschnirr (dermmomla) zeigt, das mehrere sagen» z» ixxm. M- de» Professor der Pathologie. 77 h, UM- §)te Fleisch - ^rspfader. Wind-und Wassergeschwülste am Nabel ( 5 ->e- comvlulos, vsricomgliaIo8 , pnevmaromplialo8, liväiompliLlas) dürfen nicht unter die Brüche gezählet werde», so wie es ehedem einige Schriftsteller thaten, denn diese Geschwülste gehören zu keiner Gattung der Brüche. Eben so wenig darf die Fletsch --Ader - Wasser - Windgeschwulst der Hodens» co-vLi-ico-dycho-piiemEoceie) zu den Brüchen gerechnet werden. Die« sm Geschwülsten ist schon anderwärts ihr gehöriger Ort angewiesen worden. h. I.XXIV. ^S^MN Vruch (kernia) nennet man dieses: wenn ein weicher Lheil, der im natürlichen Stande in einer Höhle eingeschloffen ist, aus derselben hervorgehet, und sich in eine kleinere von de» allgemeine» Bedeckungen gemachte Höhle be- giebt, wodurch eine äufferliche unnatürliche Geschwulst entstehet.— Ein Vorfall (prolapius) hingegen ist eine Verlängerung eines weichen Theiles, der zwar in keine Höhle tritt, aber dennoch eine dem Aug sichtbare Geschwulst gestaltet. Von dieser Gattung sind: das hervorragende Aug (sx»xlirb--l- mos); der Zungenvsrfall (p-uaAloile vel gloilocele); der Zäpfleinvsr- fall (kypollagliile); der Mastdarmvorfall (ex-mia); der Gedahrmurrer» Vorfall (liz-irerogwlls) z der Murrerseheidenvorfall (el^rlieogkc) 68 ). K Z rxxx. 7 « Drittes Kapitel H. UV. L^ie von einer Abweichung (stsoimio) verursachten Ueüel sind jene/ welche »m einer unnatürlichen Veränderung der Lage eines weichen Theils entstehen, »hne daß äufferlich eine sichtbare Geschwulst erscheinet. Hieher gehören: die Verkehrung der Augenlieder (Llegdaropwtls) ; die veränderte Lage oder das Schicfskehen der Gebahrmurrer (K^üeroloxia); die Hodcnahweichung oder der Lcistenhsde (psrnrcliläium). Wenn von dieser letzten Krankheit gehandelt wird, ergiebt sich die Gelegenheit« von jenen üblen Folgen zu sprechen, welche entstehen können, wenn ein Unerfahrner den noch nicht in de» Hodensack gestiegenen Testiknl wie einen Leistenbruch behandelt. tz, L.XXVI. Ä uf die Krankheiten, die von Veränderung der natürlichen Lage weicher Theile Herrichten/ folgen jene, die bey den festen Vorkommen. Die verren- kungen (luxauones) kommen am meisten vor, und sind in der That Krank. Heiken von der größten Wichtigkeit. Sie werden mehrentheils von einer äufferlich angebrachten Gewalt verursachet, doch können sie auch, vbwohlen seltener, van einer innerlichen Ursache entstehen. H. I.XXVII. -Oie Verrenkungen werden in vollkommene und unvollkommene; in ein fache und vergesellschaftete abgetheilet. Es giebt frische und veraltete; zu den letzteren gehören jene, die von einer innerlichen Ursache ihren Ursprung haben, und auch langsame genennet werden. §. I.XXV1H. für den Professor der Pathologie. 79 H. I.XXVIII, Die Verrenkungen können sich auf viererlei- Weise zutragen: abwärts auf« rvärrsz — vorwärts; rückwärts. Die Verstauchungen und Verrückungen (ülbiuxationes öMorüones) müssen hier ebenfalls erkläret werden, weil auch durch sie die Gelenksbänder/ und die Endtheile der Knochen beschädiget werden. Hier kann der Professor anmerken/ daß sich das Oberarmbein nicht aufwärts auölenken wird, wofern nicht der Rabenschnabelfort- saz, oder daöAkrowium bricht: daß sich eben so wenig das Elenbogenbein nach einwärts verrenket, es sey denn, daß der Höckerfortsatz (oiecranum) x bricht. h. I.XXIX. Wenn nun der Professor alle diese Verrenkungen gut auseinander gesezet, und die hiebey erfoderliche Behutsamkeit erkläret hat/ so wird er ganz kurz alle Methoden, deren man sich bey ihren Einrichtungen bedienet, angeben. Er wird ferner anzeigen, was nach der Einrichtung zu Lhun ist, damit die gegenwärtigen Zufälle abgewcndet, die Knochen in der natürlichen Lage erhalten , und endlich die Lheite gestärket werden. Die verschiedenen Methoden der Einrichtung und des Verbandes wird der Professor der Operationen weit- läuftiger erklären/ und sie zum Augenschein vorzcigen. s. LXXX. 8o -D r i t t e S K a p i r e l» §. L.XXX. anderevon der Verrenkung unterschiedene Knochenabweichung ist daö ernanderwetchen der Berner (viLiraüs): dies geschiehet, wenn die KnochenaM« tze (LpipN^ies); oder die Gelenköbeinchen (oiH LeKamoiäeÄ) sich von den grösseren Beinern abtrennen. So können die Schädelknochen beym Wasserkopf auseinan» der treten; die Nasenknochen ausUrsache eines grossen Polyps voneinander abschreiten ; die Zahne aus ihren Fachern verrückt werden. — Die Ursachen einer Drasiafe können inerlich oder ausserlich seyn. Die innerlichen sind der Scharbock/ die Luftleu- chen. s. m. — Die äusserlichen eine angebrachte Gewalt, ein Schlag u. d. A tz. I-XXXI. ^ie Krankheiten, welche von einer wLderMrürlrchen Bildung enstehen, (MorbL a eonkorinruione prXternaturali) können füglich unter drry Gattungen gebracht werden; als unter die unnatürlichen Zusammenhänge ((üokLL- üones) ; unter diEeberzahl (^bunöamia); unter den Abgang eines Theiles (OekeKus). H. I.XXXII. §)ie körperlichen Theile können auf verschiedene Art durch einen unnatürki- chen Zusammenhang (a coliXiione xl-XterriLturali ) leiden. So können die Von Natur durchsichtige Feuchtigkeiten trübe werden, wie man das Beyspiel. am grauen Sraare ((^tara^a) sichet. Die flüssigen Theile können in feste Verwandelt werden: wie man bey den Srernen der Gallenblase, Nieren, Harnblase,der Gedärme, der Speichelgange, bey dem Weinstein der Zahne, inden Skirr- für den Professor der Pathologie» 8L Skirrhen, und Kropfadern beobachten kann. Die festen Theile können weich werden, wte's z. B. beym Winddom vemota) geschiehet. Die beweg» lichen Theile können unbeweglich werden, und zusammenwachsen: Beyspiele sind die Zusammenwachsung der Regenbogenhaut ; das Zusammenwachsen der Nase, der Ohren, des Mastdarms, der Mutterscheide, der Harnröhre re. In den harten Theilen beobachtet man dies Zusammenwachsen an der Steifheit der Gelenke (Ln^loüs), welche von einem Beinbruch, von einer Strammigkeit der Bänder, von einem verdickten Schleim u. d. gl. verursacht worden. §. I.XXXIII. ?/us einer unnatürlichen Ueberzahl entstehen Unbequemlichkeiten und Krankheiten: von dieser Art sind die Ueberzahl der Zähne, der Finger; die widernatürliche Länge der weiblichen Ruche (Oüoris), oder der Wasserlefzen eine doppelte Lippe / doppelte Zunge re. H. I.XXX1V. ^»nter einem widernatürlichen tNangel (VoLeAus pr-Xternmul-allZ) verstehet man einen Abgang, wodurch der menschliche Körper ungestaltet, und in seinen gewöhnlichen Verrichtungen gehindert wird. Hieher gehören ein verlorner Augapfel; oder eine verlorne Nase, (obwohlen diese durch die Kunst einigermas- sen können ersetzet werden); der Abgang der Zahne, dem man auch durch künstli- che abhelfen kann; der Mangel eines Armes oder Fuffes, welchen man eben so durch einen künstl.ch verfertigten ersetzen kann. L Z. LXXXV. 82 Drittes Kapitel x. i.xxxv. §)cr profrsssr der parhologte wird endlich seinen Lehrkurs mit dem Unter« eicht der Arzneiformeln endigen. Er wird also die Art lehren - wie die Rezepten «Men geschrieben werden, auch angcben, wie die innerlichen sowohl, als die Äußerlichen Arzneym zu vermischen sind. Dieser praktische Unterricht ist noth. wendig, um zu wissen, welche Medikamenten sich miteinander vereinigen lassen. Einige scharfe Arzncyen erhalten durch die verschiedene Mischung eine Milde Ei« zenschast, andere hingegen weiden schädlich, gefährlich, lind wohl gar tödtlich. Fünf- 8 Z ^ G ^ Viertes Kapitel. dm Professor der chirurgischen Operationen betreffend» §. i §^er Professor der chirurgischen Operationen wird seine Vorlesungen mit einer Einleitung m die Lehre der Operationen anfangen, worinnen er itens den Nutzen der angezeigten und für notwendig erkannten Operationen beweisen; 2m,s den Fortgang, welchen diese Lehre durch verschiedene Abänderungen gewonnen hat, anzeigen muß; zeens wird er auch von den körperlichen Eigenschaften, die einem ächten Wundarzte nöthig sind, reden, Io wie von den inRück- sicht auf die Kunst erfoderlichen Kenntnissen Erwähnung thun; 4"ns hat er von dem Zeitpunkt, worinnen man die Operationen vornehmen soll/ wie auch von den sich etwa dabey ereignenden Zufällen, wodurch eine Gegenanzeige entstehet, zu handeln; und Ztens endlich wird er von jener Vorsorge Erwähnung machen, welche man sowohl vor der Operation, als während und nach derselben treffen muß, um allen Übeln Folgen vorzubeugen, oder wenn welche vorhanden, denselben abzuhelfen, und so die Operation unter gewünschtem Erfolg zu voüführem § L §' H' 84 Viertes Kapitel - §. !I. a zu den Operationen verschiedene Gerätschaften z. V. Binden und In* strumenten erfoderlich sind, so muffen die angehenden Wundärzte zum voraus einige Kenntnisse davon haben. Diese Kenntniß von Binden wurde schon Zu den Zeiten des Hyppokrars, Galens ü-s. f. für notwendig angesehen, und unter dem Worte Oeii§3tio kannte man dieLehre davon. Auch wir haben uns überzeugt, daß die geringste chirurgische Handanlegung einen Verband fodert: so würde z. B. beym Verbluten, bey Beinbrüchen, Verrenkungen, Wunden, u. s. m. alle Mühe und Geschicklichkeit des Wundarztes, ohne den gehörigen Verband vergebens seyn, dahingegen erfahrne Wundärzte schon durch den Verband allein verschiedene Krankheiten heilen. Es ist daher unumgänglich notwendig, daß die angehenden Chirurgen alle sowohl einfache als zusammengesetzte Bandagen und Maschinen kennen, und mehrere davon, wenigstens die gemeinen und einfachen selbst zu verfertigen wissen. §. m. Nachdem der Professor die Notwendigkeit der Bandagen wird bewiesen haben, so muß er die Binden nach ihrer Figur, Länge und Breite in verschiedene Klassen einteilen, ihre Benennungen nach dem Gebrauch, ihrer Gestalt, oder nach demTheil, wo sie angelegt werden,mit dem daraus entspringenden Nutzen erklären. h. IV. 3?ach der allgemeinen Einteilung der Binden wird er auch insbesondere davon handeln, und mit den Kopfbandagen den Anfang machen. Auf diese müs- 85 für dm Professor der chirurgischen Operationen müssen die zur Brust, Zum Schmerbauch und zu den Gliedmassen gehörigen folgen. Altzdenn wird er sowohl die einfachen, als zusammengesetzten und graduirten Kompressen beschreiben- h- V. §§enn alle diese Erklärungen geendiget sind, so wird der Professor zur praktischen Anwendung der Bandagen schreiten. Man kann sich hiebey entweder der dazu bestimmten Statue, einetz Kadavers, oder einetz lebenden Menschen bedienen, wie man eö für bester findet. h. VI. Da die Kenntnis der chirurgischen Instrumenten nicht Minder nöthig ist, als jene von den Bandagen, so wird der Professor auch trachten , leinen Zuhörern äe re mKrumentaria deutliche Begrisse beyzubringen. h. VII. Norderist wird zu zeigen notwendig befunden, daß bey Behandlung der äusseren Körperteile die Instrumenten eben so gut und vollkommen sepn müssen, altz bey Heilung der innerlichen Krankheiten die Arzneimittel» h. VM. Die zu den Operationen bestimmten Instrumenten werden sodann in 4 Klassen, nämlich in schneidende — stechende — brennende — stumpft eingetheilt- Der Professor wird nach unserem chirurgischen InttrumemÄnum - sowohl die Instrumenten überhaupt, altz intzbesondere erklären. 36 Di e r t e s Kapitel. §. IX. Auch wird'derselbe bestimmen, was man eigentlich unter einer Operation verstehe, und solche wie gewöhnlich- eintheilen. — Schon die Griechen hatte» die Operationen in 4 Klaffen geteilt, nämlich in Limkeüs, Zusamm-nfü- gung, vi-rreLs, TrennunI — Lxereiis, Herausziehung — k>rnlke- 6-, LeyftyimF. Wenn von diesen Einteilungen überhaupt gehandelt worden, so wird alsdenn jede insbesondere erklärt werden. §. x. ' „ Am nichts z« unterlassen, was den guten Erfolg einer Operation befördern kann, so muß hier auch von der nötigen Vorbereitung des zur Operation bestimmten Körpers gehandelt werden, und neuerdings von den zum Apparat erfoderlichen Dingen, das ist: von dm Instrumenten, Bandagen, Maschl- «en u. s. s. Erwähnung gemacht werden. Auch muß nebst obigem von der Le» benSordnung, den Arznesmitteln, dem Aderlässen u. s. f. das nötige erklärt werden. §. XI. kommen die Operationen vor, die zur mindere» Chirurg»« gehören , und an der Oberfläche des Körpers vorgenommen werden z. B- das Setzen der trocknen , oder blutigen Schröpfköpfe, das Auflegen der blasenziehenden Pflastern, die Dampfbäder u. s. f.; wie; wo; und zu welchem Endzwecke §e müssen angewendek werden. ;. M für den Professor der chirurgischen Operationen. 87 h. XII. Nachdem die Operationen auf diese Weise insbesondere erklärt worden, so müssen die dazu erfoderlichen Instrumenten selbst, die-zu diesem Ende auS der Sammlung des Instituts genommen werden können, dargezeigt werden. Hiebeymuß er nothwendiger Weise von jenen Krankheiten sprechen, welche eine solche Hilfe fodern; jedoch darf er sich nicht zu sehr nuödehnen, weil dieses eigentlich das Geschäft des Professors von der Pathologie ist. Inzwischen will es nöthig ftyn, daß beyde sowohl in Rücksicht auf die Theorie der Krank* heit, als auf die Anzeige der Operation gleiche Meinungen hegen. tz. XIII. odann wird er von den Fonrikuln handeln, und die Oerter angeben, wo sie zu setzen sind; auch wird'er hier von der methodischen Anwendung der mo- xa, und anderer Vermögenden und wirklichen Brennmitteln, wie auch von den Haarschnüren reden, sofort ihre Schädlichkeit und Vortheile erklären. tz. XIV« Nachdem von der Phlebotomie oder dem Aderlässen überhaupt gehandelt worden/ so muß er sowohl die Adern, aus welchen man gewöhnlich Blut Läßt, angeben, als die nöthige Behutsamkeit Empfehlen, ohne welche man die Operation nicht ohne Gefahr vornehmen kann. Obschon zu unseren Zeiten die Eröffnung der Pulsadern (^nerivroinia) selten ausgeübet wird/ so muß man doch von solcher einige Erwähnung machen. Sodann werden die Gegenden des Körpers angezeigt, wo man die Blutigem mit Nutzen ansetzen kann, auch . 88 Lkertes Kapitel auch müssen die Vorteile, die man in gewissen Fällen durch daS Schröpfen erhält, so wie der davon in manchen anderen Fällen zu befürchtende Schaden angeführt werden. h. XV. 3?un wird der Professor zur Erklärung der bey einer ächten Pulsadergeschwulst, und jener bey verfälschen nöthigen Operation, so wie zur Ausrottung der Sackgeschrvülste schreiten. Bey der nämlichen Gelegenheit wird er auch von dem Herausziehen der in den allgemeinen Bedeckungen steckenden fremden 2xörper, von dem Ausrotten der Warzen — wobeydie Gefahr der Arzneymitteln anzuführen ist — von der Erweiterung der Hohlgänge und Fisteln, die sich nur an der Oberfläche des Körpers befinden können, handeln; nebstbey auch des Nutzen und Schaden, den die-verschiedenen Einspritzungen zu haben pflegen, erwähnen. tz. XV!. Er muß ferner sowohl die Vortheile, als Nachtheile, so durch die trockne, und auch durch die blutige Nach veranlaßt werden können, deutlich erklären. — Ue- berhaupt wird der Professor seine in eben beschriebener Ordnung zu haltende Vorlesungen so eincheüen, das er sie bis legren Juli endigen kann. h. XVII. §)en ersten September wird er alSdenn seinen unterbrochenen Lehrkurs fort-- setzen, und damit anfangen, daß er die verschiedenen Verrenkungen der Rno-- chen; die Art sie wieder einzurichten; und die nöthige Vorsorge, sie in ihren natür- 89 für den Professor der chirurgischen Operationen. natürlichen Gelenken zu erhalten, erklärt. Er kann hier im Vorbeygehen der grausamen Methoden erwähnen/ deren sich die Alten Hey dem Wiedereinrichten derKnochen bedient haben, wohin die Maschinen, Leitern, Thüren re. gehören. h. XVIII. Von diesen wird er zu den einfachen, zujammengcfegren und vergesellschafteten Leinbrüchen übergehen, und kehren, wie sie nach Verschiedenheit der Theile eingerichtet, «»d erhalten werden sollen, und welche Vorsicht dabey nöthig ist. Zugleich muß er auch von den mit einer Frakcur vergesellschaftete» Lurarisnen sprechen, und zeigen, welches Uebel von diesen beyden am ersten behandelt, und geheilet werden soll, damit der hergestellte Theil nicht un« gestalt bleibeV h. XIX. Rach diese» Operationen , die auf der Oberfläche des Körpers Vorkommen, folgen jene, die am Kopfe vorgenommen werden: hier wird er die Verlegungen durch Gegengewalr, die Eindrücke der Hirnschale (vepreM cranü), und die dagegen angezeigten Mittel erklären- Auch kömmt Hirt die Schädel, durchbshrung (Irepsnatio) vor, Er muß alle Fälle, wo sie nothwendig ist, angrben, und nicht vergessen, seine Zuhörer an die sowohl vor der Operation als wahrend und nach derselben nöthige Behutsamkeit zu erinnern. h. XX. Ayl geht man in der Reihe fort an die Operationen, die an den Ohren, Au« genliedern, und Augäpfeln Vorkommen. Hier müssen die verschiedenen Ar- M tt„, 90 D i e r t e s Kapitel teu, die Thränenststel, und den Scaar, sowohl durch das Niederdrucken/ als Herausziehen zu operiren erkläret werden. tz. XXI. ' 3 ?un kömmt die Behandlung der lTkasenpslypen vor, wobey ihre verschiedene Gattungen, ihr Sitz, und die Art / sie auSzurotten, sie mögen nun in den Nasenlöchern selbst, oder hinter dem Gaumen herabhangend sepn, gelehrt werden. tz. XXII. Man schreitet nun weiter zu den an den Lippen vorfallenden Operationen, besonders muß von der Hasenscharte, von Ausrottung krebshafcer Geschwülste, von solchen Operationen, die am Zahnfleisch, an den Zähnen, über oder unter der Zunge, am Gaumenzäpflern, und an den Mandeldrüsen gemeiniglich Vorkommen, Meldung gemacht werden. Die Art, wie man fremde Körper, die im bNagenschlunde, im Luftröhrenkopf, oder in den Luftröhren stecken, herausbringen kann, und die Falle, in welchen der Luftröh- renjchttirr (Lronedotomia) notwendig ist, müssen hier angezeigt werden. H. XXIII. die an der Brusthöle vorkommenden Operationen: jene, die bey der Eycerbrust (Lm^-ema) nothwendig ist, M mag an dem vorderen, hm- reren, oder einem der SerrenchejLe gemacht werden, kömmt vorzüglich hier zu betrachten vor. DaS Durchbohrendes Brustbeines, die Ausrottung krebs- Hafter und »erhärteter Geschwülste an den Weiberbrüsten, und die Verletzungen für den Professor der chirurgischen Operationen. 91 gen der zwischen den Rippen liegenden Schlagadern, muffen hier nebst den nö- thigeu Lauteten auch abgehandelt we^ tz. XXIV. Gleich nach diesen müssen die Operationen, welche man an dem Gchmsr- barrch und in den Leistengegenden anzustettew pflegt - vorgenommen werden: hieher gehört vorzüglich die Sauchnarh (AattroraprüL); daS Anzapfen (ps- iLcenckeiis)- der Bnrchfchttirr (kei-iüotomiL); der Rarserfchttirr (^üero- loniiL). ^ c ' ^ h. XXV. 3 ?un geht man weiter zu jenen Operationen, die an der Vorhaur und Eichel verkommen, wobey von der bey den Morgenländern üblichen Beschneie düng (circumciiio) und von gewiffen Fällen, die auch bey uns zuweilen ei- ne solche Operation nothwendig machen können, einiges anzuführen ist. Bey der nämlichen Gelegenheit muß auch vom Durchbohren der Harnröhrenmün. düng -ey den Männern, der Scheide bey den Melbern, und des Afters bey beyden gesprochen werden.. tz. XXVI. hierauf folgen die an der Harnröhre vorfallenden chirurgischen Berrichtun« s. ^ . gen, dergleichen sind das Herausnehmen der darinn feststeckenpen Sreinchen; die Tilgung schwammichter und kallöser Auswüchse; die L-stelgeschwüre am Mircelfleische. Der Professor muß auch hier von den Ursachen deS Ulrin- »erhalkens oder der Harnstrenge, so wie von den Mitteln dagegen Handelch M r so» 9- D i e r t e s KäP L t e - ^ sofort auch Me Fälle angeben, wo die Anwendung der festen' oder hohlen Kerz- chen angezeiget wird. Ferner wird er jene Zustände andeuten, in welchen sowohl bey den Frauen als Männern die Applikation des Katheters notwendig wird / wo auch zugleich von den Bortheilen und'Nachteilen, die sowohl aus Anwendung desselben/ Manch aus den Einsprizungen entspringen können, gehandelt werden muß. Endlich müssen auch die dringenden Fälle angegeben werden, wo die Blase wegen Verhaltung des UrinS entweder über den Schamknochen ; im Mirrelflersch ; oder durch den After muß durchstochen werden. tz. XXVll. 3Iach diesem wird er seinen Zuhörern von der Wassersucht des Hodensa- ckes (t^örocele), wie auch von den verschied/nen palliativen s und gründlichen Heilungen derselben deutliche Begriffe geben. Wenn die Rede yon der Radikalkur ist, so muß der Professor den länglichten Einschnitt, wobey die Haut von unten angefangen nach aufwärts fort zerspalten wird, allen übrigen Ope- rationsmethoden vorziehen, aber auch hiebey die Ursach anführen, warum der Schnitt nicht von oben nach abwärts geschehen soll: er muß also darthun, welchen Gefahren und schlechten Folgen man entgegen läuft, wenn man diese letztere Methode wählet, welche Vortheile man hingegen erhalt/ wenn man den Schnitt von unten nach aufwärts anstellet. Von Ausrottung der Hoden (cLittstio), die niemals unter dem Vorwand einen Bruch zu heilen, oder eine Radikalkur der Hydrocele zu erhalten, sondern nur bey krebshaften oder . " kor- für den Professor M chirurgischen Operationen. §z korrumpirten Hoden Statt finden soll, muß er ähnlich deutliche Erklärungen machen. > .. tz. XXVM. Mit der nämliche» Genauigkeit müssen alle Operationen, die sowohl an de» äusscrlichen GeburtStheilen der Frauen, als auch an der Mmrerscheideund Gebährmurrer selbst Vorkommen, erkläret werden. Hieher gehören auch die Vorfälle dieser Theilt (prvlaplus), deren Ursachen so, wie die verschiedenen Hetlartcn angegeben werden müffen,de»n bcym Anfänge werde» öfters einige durch Einsprizungen geheilt, andere hingegen fvdern u»umgänglich Kränzchen von verschiedenen Gattungen (peü-ria.) tz. XXIX. Ehen so vollständig muß von den Polypen und anderen schwanimigten Au«, wüchsen der Mnecericheid« und Gebühr,,!,irrer, von den Erschlappuvgey beyder, so wie von den Feigwarzen und Londilomaten, die sich um de» After herum zu zeigen pflegen, gehandelt werden. tz. XXX. , v ^ . ' Äi achdem der Professor die wahren Kennzeichen eines vorhandenen Steine« in der Blase sowohl bey Männern alS Frauen erklärt hat, so muß er von al» lem, waS zum Sreinschnirr (clyüoromia) gehört, wie auch von der Art, wie der Stein bey Frauen ohne Schnitt kann herausgenommen werden, han> dein. Was die Operation, eigentlich hetrift, so muß er die Geschichte aller üblichen Methode» ausführlicher »ngcben, und jene, so die vortheilhafteste ist, M z f"- Viertes Kapitel seinen Zuhörern Empfehlen. Und diese ist die sogenannte kleine Geieenge- rächfthaft. Auch kann hier der Nuzen. des schneidenden Gorgerers ange» führet werden. tz. XXXI. dlufdiea» der Harnblase vorkommenden Operationen folgen jene, die sich am After eräügnen, unter welchen der Listelfthnicr einen vorzüglichen Augenmerk verdienet. Nachdem der Professor die verschiedenen Gattungen der Mela durchgegangen hat, io muß er alle seit den Zeiten des Lelsus übliche Methoden zu vperiren beschreiben, und dann die iicherile und vortheilhafteste (die Fisteln nämlich völlig zu spalten) anrathen. §. XXXII. hierauf müssen alle Operationen, die nur immer am After bey Vorfällen des Mastdarms wie auch bey den Hämorrhoiden Vorkommen, so wie dir Art sowohl gemeine alS Tabackrauchklystire zu sezen, erkläret werde«. tz. XXXIII. 9lun wird er die Fälle, wo das Abftzzen kleinerer oder grosserer Gliedmassen z. B. der Arme, Schenkeln», s. m. unvermeidlich nothwendig ist, erklären, und nachdem er die sicherste Methode, eine solche immer wichtige Operation zu verrichten, gezeigt hat; werden zugleich auch , - h. XXXIV. Die nöthizen Begriffe von de» künstlichen Glieder», wodurch die natürlichen so gut als möglich ersezet werden, z. B. von den künstlichen Augen, ^ L - -' Hän- für den Professor der chirurgischen Operationen. 95 Händen, Füssen re. gegeben. Der Professor kann sich hiezu der künstlich verfertigten Maschinen aus unserer Sammlung bedienen. H. XXXV. Heber die wichtigeren bey der Geburtshilfe vorkommenden Operationen muß er ebenfalls einige Vorlesungen halten. Bey dieser Gelegenheit wird er die Schädlichkeit einiger Instrumenten zeigen, und den Gebrauch anderer in schweren und seltenen Fällen anempfehlen. Hier muß neuerdings von der Hrsteroromie, und von der Mit der Schambeinrrenmrrig verknüpften Ges fahr Erwähnung geschehen. tz. XXXVI. Es ist nicht zureichend, seinen Zuhörern zu lehren, welche. Methode MM wählen soll; wie man operirt; welches die ächte Zeit zum Operiren seye; und wie man den nachherigen Verband anlegen soll: man muß ihnen zugleich die Theile, an welchen die verschiedenen Operationen und Handanlegungm Vorkommen, anatomisch erklären , und dann pathologisch angeben , wie der Kranke methodisch nach der Operation muß behandelt, und durch Veyhilfe gehöriger Diät und Ruhe re. wohl geheilet werden. —Die pathologischen Vorlesungen müssen den anatomischen so nahe als möglich folgen/und die Professoren in diesen beyden Fächern müssen sich daher miteinander verstehen. Die Zuhörer müssen überzeugt werden, daß ein Operateur, ohne diese Kenntnisse, nur eiu blosser Mechaniker wäre. . 5. XXXVII. 96 D r e r t e s K a p i t e l - tz. XXXVII. §)a die Operationen einen vorzüglichen Gegenstand der Lhirürgie aus- machen, so will es nothwendig seyn, die Lehre davon im zweyten Jahre zu wiederholen, und damit nach Ostern, so wie im ersten Jahre anzufangen. AlSdenn werden aber die allgemeinen Lehren von Bandagen und Instrumenten, so wie die sich auf die Geburtshilfe beziehenden Operationen weg gelassen, und der Anfang wird sogleich Mit jenen Operationen gemacht, deren im XVII. §. dieses Kapitels Erwähnung geschehen ist. tz. xxxvrii. §öeil bey diesem zweyten Jahrgange die Lehre von Bandagen und Jnstru^ menten wegbleibt/ folglich auch der Kurs früher geendigt wird, so muß der Professor um die noch übrige Zeit auözufüllen, über die gerichtliche wund- arzney (cdirui-KiL leZaiis) Vorlesungen halten. Der Endzweck dieser Wissenschaft ist nicht die Heilung der Kranken, sondern sie lehret mancherley Krank- heilen und Fälle zu beurtheilen, die entweder zu gerichtlichen Prozessen, oder selbst zu Todesfällen Anlaß gegeben haben. Man sollte sie also vielmehr die gerichtliche Semiotik (lemioücs le^ks), als gerichtliche wundarzney (cKirurAiL Ie§3iis leu Lorenlis) nennen. Diese Wissenschaft verlangt nebst der genauesten Kenntniß der Kunst, auch eine guteBeürtheilungskraft und Klugheit/ damit die Schuld des angeklagten oder Verbrechers nicht erschwert wer* de; man muß sich daher allzeit das Uebel geringer vorstellen, als eS ist, ohne sich deswegen jemals von der Wahrheit zu entfernen. xxxix. 97 für den Professor der chirurgischen Operationen. h. XXXIX. ^iese Wissenschaft wird gemeiniglich in 4 Theile abgetheilt. Der erste enthält die zum peinlichen Gericht gehörige Falle; der zweyte begreift jene, die zum bürgerlichen; -er dritte die zum politischen Fache; der vierte endlich jene Falle, die zum geistlichen Rechte gehören. tz. XI.. 3?ach der so gemachten Einteilung wird der Professor die durch Hilfsmittel vorstzlich veranlage, und die unwiükührlichen unzeitigen Gebürten beschreiben, so wie auch den Rindermord , der entweder durch eine Verwundung, Erstickung, oder durch Kalte/ Vernachlässigung der Nabelschnurunterbindung re. ausgeübt werden kann. Er muß sowohl die zuverlässigen, als zweydeuti- gen Zeichen des Todes angeben, und Anleitung an die Hand legen, aufwel- che Art die Leichen der Ermordeten oder Vergifteten müssen beurteilet werden. tz. XI.I. !^as, was zum bürgerlichen Rechte gehört, muß gleichfalls ordentlich auseinander gesezt werden: hieher gehört alles, was sich auf die Entjungferung oder auf eine rTxothzüchriguttg bezieht/ wie auch todtgeborne, oder gleich nach der Geburt gestorbene Kinder/ zeitige, unzeitige Geburten u. s. ft H. XU Au dem politischen Fache gehört all jenes, was zur Erhaltung eines'ganzen Volkes gehört z. V. wie man ansteckenden Seuchen Vorbeugen kann, was zur Verminderung oder Vermehrung der Menschen etwas beyträgt,u.s.ft N 5- Xbiv. 98 Viertes Kapitel tz. XU-' dem geistlichem (Verrchre gehören endlich die Ursachen der Ehescheidung, die Unfruchtbarkeit der Frauen, dre durch eine organische oder andere Krankheit verursacht worden; ferner das Unvermögen der Männer, die Hermaphroditen, die manchfaltigen boshaften Verstellungen, welche man Verhexungen zu nennen pflegt, die Mirakeln u. s. f §. XI.IV. 28enn dieser Kurs nun geendiget ist, so wird der Professor diejenigen Ba- raillonschirurgen, die sich durch ihre Eigenschaften und Geschicklichkeit vor anderen auszeichnen, an Kadavern einige von den wichtigem Operationen, und bey Gelegenheit auch einige der minder wichtigeren an Kranken in seiner Gegenwart verrichten lassen, damit sie sich üben, und man abnehmen könne, in wie weit sie sich die theoretischen und praktischen Vorlesungen eigen gemacht haben. Der angehende Wundarzt soll vor jeder Operation, die er an einer Leiche vornimmt, den nöthigen Apparat vorbereiten, und ehe er noch Hand aniegt, in einer kurzen Rede von der Operation selbst einen Begriff geben. Sollte er in irgend einem Punkt einen Fehler begehen, so wird ihn der Professor zu rechtweisem h. X1.V. c^m Falle der Professor eine der wichtigeren. Operationen zu verrichten hat, und die Zeit es zulaßt , so muß er solches zuvor allzeit dem Oberstabschi- rurZrrs melden, und von Ihm die Gutheisuag erwarten, und da von einer so!- für den Professor der chirurgischen Operationen 99 solchen Operation oft Lebe» und Tod abhängt, so wird es wohl gethan seyn, wenn auch die anderen Srabechlrurgen deshalben zu Rath gezogen werden. h. XOVI. eine der beträchtlicheren Operationen zur nämlichen Zeit verfiel, wo er eben Vorlesungen darüber hält, so wird er kurz vor der Operation die nötbige Erläuterung darüber geben, um theils dadurch eine grössere Aufmerksamkeit bey den Zuhörern zu erwecken, theils auch einen nützlicheren Eindruck auf selbe zu machen. — Wenn der zu vxerirende Kranke zu einer solchen Zeit in eines anderen Professors Zimmer läge, so muß der proftssorvon den Operarlonci, sel- ben freundschaftlich ersuchen, diesen Kranken in sein Zimmer übertragen zu lassen- Inzwischen sollen die beträchtlicher» Operationen nie in den Krankensälen, sondern in den hiezu bestimmten Nebenzimmern vvrgenonimen werden, aus welchem der Patient nachher nicht ehe, als bis alle Gefahr vorüber ist, übertragen werden darf. Weil der Zulauf der Zuscher gros ist, und doch unmöglich alle die Operation bequem genug sehen können, so dürfen nur die zum Lehrkurs kommandirten Feldchirurgen bey den Operationen zugelaffen - werden damit sie solche bequemer mit ansehen, und mehr Nuzen daraus schöpfen können. H. X!.VII. kein Patient da/ an dem eine solche Operation kann gemacht werden/ so sott dieselbe an einer Leiche auf die nämliche Art, wie an einem N s Kran- IQO B l e r r e s Kapitel Kranken, und zwar wegen Bequemlichkeit der Zuhörer, indem Hörsaale verrichtet werden. §. XI.VIII. Rach einer jeden wichtige Operation, besonders wenn eine Hämorrhagie zu befürchten wäre, muß der die ^nspekrion habende Vataillonschirurgus wachen, und wenn an demoperlrten Theile ein Druck anzubringen wäre, so müssen hiezu Praktikanten beordret werden, damit sie wechselweise ihre Hände über obbenannten Theil halten. Man muß ihnen einbinden, mit den Händen öfters abzuwechseln, damit ihre Wärme die Wirkung des Druckes nicht verhindere. Bey einem solchen Patienten muß nicht nur bey Tage, sondern auch des Nachts Wache gehalten werden, und der Professor selbst ist verbunden nachzusehen, ob man seine Anordnungen genau befolgt. §. m 28ennderkommandrreude SeabschrrurZus von dem Srabsmedikris angegangen wird, in seinem Zimmer eine chirurgische Operation vorzunehmen z. B. wegen einem Epyema, oder einer Paracenthesis re., so wird er dahin gehen, und im Fall er die Operation für unumgänglich nöthig, auch keine Gegenanzeigen findet, dieselbe in Gegenwart der zum zwepjährigen Kurs kommandieren FeldchLrurgen vornehmen. Wäre es aber eine komplicirte Krankheit, und man fände in Rücksicht auf die Operation einige Schwierigkeiten, so muß es dem Proro- chrrurglis gemeldet werden, um selbst den Fall einzusehen; wenn dieser aber nicht abkommen könnte, so müssen, damit keine Vorsicht außer Acht gelassen wird, für dcn Professor der chirurgischen Operationen. ior wird, die anderen Grabschrrurgeu mit zu Rathe gezogen werden, und als- denn wird dasjenige befolgt, was zum Vortheil des Kranken beschlossen worden. Der Operateur wird alsdenn den Kranken täglich verbinden, oder wenn die Krankheit nicht beträchtlich ist/ von dem in dem mcdicinischen Krankenzimmer kommandirten Baraillsnschirurgus verbinden lassen- S. l.. Wenn aber nach der wegen einer kririschen oder merastari'schen Geschwulst gemachten Operation die Krankheit mehr chirurgisch alS medieintsch geworden, so wird der Kranke auch in einen chirurgischen Krankensaal übertragen. Der Medikus muß aber vorher den Kranken von einem Scabschtrurgus besichtigen lassen, ob er transferirt werden könne, oder nicht. Wenn nach der Hand nöthig war, dem Kranken innerliche Arznepen zu reichen, so werden ihm solche von dem Grabschirm'glis verordnet. 102 Fünftes Kapitel Fünftes Kapitel. Ordnung für die medicinischen Vorlesungen. §. I- ^ "er Professor der medicinischen Pathologie, und Praxis wird feine Vorlesungen nach dem Sonntag in Albis anfangen; sein Lehrkurs wahret zwey Jahre. Er wird nur zweymal die Woche, Montag und Samstag nämlich, vormittags zu den im Horario (^) bestimmten Stunden seine Lehre geben. Die Ferien und Vakanzzeit ist, wie schon gesagt, frey, und ausgenommen. In folgender Ordnung wird er seine Lehre geben. s. II. ^n den ersten Lektionen wird er von der allgemeinen Pathologie e^rLoio. Lm Leneralis) handeln, und selbe so kurz, als möglich, zusammenziehen :nur därsen dennoch die Hauptbegriffe Hey dieser Kürze nicht vermiffet werben- m- ^ für die medicinischen Vorlesungen. 10z S. m Er wird die Natur der Krankheiten/ ihre Verschiedenheiten/ Ursachen, Zufälle, Zeichen, Vorhersagungen und Heilungsmethoden anzeigen, auch die Arz- neyen, wie sie zu den verschiedenen Heilarten den Anzeigen gemäß erfodert werden, erklären. §. IV. § 8 ori da wird er zu der besonder« Pathologie (parKoioM cheoaris) über- gehen, und ihre Abtheilungen vornehmen: dies ist eigentlich der nützlichste und riothwendigste Theil der Arzneykunde. S- v. ^ie besonderen Krankheiten werden in zweyen Hauptabschnitten vorgetra- gen: der erste enthalt die Krankheiten von kurzer Dauer (morbi semi); der zweyee aber jene, welche man langwierig nennet (morbi cbromci). S. VI. Sinter die schnellablaufenden Krankheiten, die nämlich von kurzer Dauer sind, werden vorzüglich die anhaltende« Fieber gerechnet (5ebre8 comirmX) und so gehören hieher das eintägige Fieber (Lpbemera); das anhaltende Fieber ohne Fäulung (5ebrj§ Lonünua non putris); das Fättlnttgssteber (febris putriöa) ; das Etttzüttdungsfieber (Lebri.? inüammaroriL) — Unter die langwierigen oder langsamlaufenden Krankheiten kann man das Schleichfiebee (LebrL§ lenm) U' d. gl. rechnen. H. VII. 104 Fünftes Kapitel H. VII. Ä'er ergiebt sich die Gelegenheit, die wahren Begriffe von einer Bösartigkeit überhaupt festzusetzen, und dann die Lehrgeschichte des bösartigen Fiebers selbst (kebri.? maligna) abzuhandeln, WS auch vsn dem, was von der Pest, (febril pettilenriali^) am nöthigsten zu wissen ist, kann geredet werden. h. VIII. §?ach Abhandlung dieser Fieber schreitet der Professor zur Lehre der mit Ausschlag vergesellschafteten (Lebres exanrlrematicX). Hier kömmt vor: das . Scharlachfieber (febril scarlatina); das peretsihenfieber (febril petecliialiF); das Masirnfieber chebris morbillola); das Frieselfieber (tebris milliaris); das dAeffelfieber (kebris urrica1i§); das Pockenfieber (5ebri^ variolola ) re. tz- IX. ^l'e wechstlfieber (febreL iutermittente^) sind: das alltägliche (5ebrü?yuc>- tiäiaua); das dreyrägige (tertiana); das Viertägige (^uartana). Jedes dieser Fieber kann einfach (llmplex); doppelt (öuplex), oder auch dreyfach (tri- piex) seyn, je nachdem wahrend der gewöhnlichen fieberfreien Zwischenzeit ein zwey oder drey Anfälle bemerket werden. h. X. Alsdann wird zu', der Lehre von den Entzündungskrankheiten übergegangen, und mit jenen des Hauptes angefangen. Hier werden erkläret das Ropfwe* he (OpbalalAia); das Irrereden (Delirium); die Arten der Schlafsucht (6oma, (üaru§, I-etkarguz); die Schlaflosigkeit ( kervi§ilium ); die Hirn- WUth (?krenitis). Z. XI. für die medicimsche Vorlesungen. ioZ tz XI- Mach diesen folgen die Krankheiten des Halses: hieher gehört die Bräune (an- Aina); auch kann hier von der wasserscheue (k^äropkobia) geredet werden. §. XII. Sey den Krankheiten der Brust muß vordemnist die Engbrüstigkeit, der Dampf der Huken (luiNs); die ächre, «nachre, und faular- tige Lungenentzündung (?eripneumoniaver3,lpuria^putriä3); die Lun- gensirchr oder Schwindsucht (?Kck^ü8 xulmonalis); die Brustfellentzündung (kleurjtis); das Blmspeyen (i^Lmoptoe) abgehandelt werden. tz. XIII. ^nter die Krankheiten des Unterleibes 'gehören der Magenschmerz ((üar- 6i3l§ia); das Erbrechen f Vomitu8); die Magenentzündung (OEitt8); die L^olikschmerzen von Wind, Koth, Schleim, Würmern (Dolores coüci); wobey Entzündung zugegen, oder abwesend seyn kann; ferners die Bley-oder Mahlerkolik ((^olica piÄonum); das Darmgicht (?Eo NIiLcs); der Durchlauf (viarrkoea); die Ruhr (O^Lemeria); der Brechdurchfall ((übolera); die goldene Ader (H-em0rrKoi6e8). H. XIV. ^iernachst folgen die Krankheiten der Leber und Milz; die Entzündung derselben (HeMüi8, 8x1eniu8); die Gelbsucht von ihren verschiedenen Ur- sagen sl«^eru8 mulri^lex); die schwarze Sucht (Norbu5ni§er Hyppvcräti§). O 5- XV» Fünftes Kapitel iv6 Bey der letzteren muß er die Zeichen angeben, wie nämlich dieses Nebel von der Ruhr, und dem Bluten aus den goldnen Adern zu unterscheiden ist. h. xv. Äach diesen wird er die Krankheiten der Nieren und Harnblase abhandeln: und so kommen hier zu betrachten vor: die Harnverhaltung (licburia); die Harnstrenge (Dyluria); das schmerzhafte Harntröpfeltt (ScranAuria) ; das Llurharnen (Mölus cruenrus) ; das Unvermögen den Harn zu halten (In- cvnrilienria uriiiX) ; die Harnruhr (Diabetes leu Diarrboea urinola). Auch muß hier vom Nieren - und Blasensteitt (äe labulo uepbritico, calculo re- num 3L veücse) das nöthige gesagt werden. h. XVI. ^er Professor wird von da zu den noch übrigen chronischen Krankheiten übergehen: diese machen den schwersten Theil der Arzneykunde aus. Er wird mit jenen anfangen/ die ihren Sitz in den Nerven haben. Die Zuckungen, oder Fraisen ((üonvulllones) ; die fallende Sucht (L^ilepüs); der allgemeine Muskelkrampf (letanus) ; die Scarrjuchk ((Hamlexlis) ; die Lähmung des ^ganzen Körpers / oder eines besonderen Theiles (parotis uni- verlalis, 5eu xarticularis) ; der Schlagflus (Apoplexia) werden hier abge- handelt. h. XVII. (?r wird hernach die Melancholie; die Narrheit (-^mentia); und Tobsucht Mama) erklären. §. XVIII. für die medicinische Vorlesungen. - 107 h. XVIII. 28enn er mit Abhandlung dieser zween Krankheiten fertig ist, so fahrt er fort die verschiedenen Wassersüchten/ ihre Ursachen und Hetlungsarten zu beschreiben. tz. XIX. . 3^ach diesen kommen der Scharbock (8corbmu§); die Rraye ( LcaKies) ; das GUederreisien, oder die Gicht (^rckriris) und die Flüsse abzuhandeln vor. h. XX. Er wird seinen Lehrkurs mit den besonderen Weiber - und Rinderkrarrkhei- een endigen. h. XXI. 8)ornamlich aber wird er seine praktischen Lektionen am Krankenbette so eln- richten, daß er sie, so viel möglich, alsogleich nach dem Verbinden der Srabs- chirurgen, bevor die Vorlesungen im Amphitheater beginnen, halten kann. h. XXII. Er wird das Recht haben/ von den Bataillonschirurgen, die in seinen Krankenzimmern die Inspektion haben/ beyjeder Ordination zu verlangen/ daß sie ihm von allem , was wahrend seiner Abwesenheit von einer Visite zur andern bey den Kranken vorgegangen ist/ einen genauen Bericht geben. O L XXIII. r Ob Fünftes Kapitel füe die medizinische Vorlesungen. §. XXIII. 28enn es sich zutragen sollte, daß er sich wegen Bataillons - oder Oberchirurgen, oder auch wegen Praktikanten, die wahrend ihrer Inspektion die gehörige Schuldigkeit nicht leisten, zu beklagen hätte, so wird er die Güte haben, sich hierüber an den kommattdirenden Grabschrmrgus/dem sie unmittelbar subordinirt sind, zu wenden; dieser wird sodann diese Individuen zur Verantwortung nach Art ihres Vergehens zu ziehen wissen. RzF cke ^09 Sechstes Kapitel. Ordnung für den Professor der Chemie und Botanik. §. i. -^.^er prsfestör der Chemie und Bocanik wird in den Monaten tsttay, Junp, Julp in der Frühe zu den im Hsrarium (^) bestimmten Stunden seine botanischen Vorlesungen halten. Er ist verpflichtet nach demLinnelfthen System zu lehren, weil es als das beste und gebräuchlichste anerkannt wird; hauptsächlich suche er flch über jene Pflanzen auszudehnen, welche zur Ml» lirarnorma gehören. h. N. Die Eincheilung der Kräuter überhaupt wird er mit ihren eigenen, sowohl deutschen als lateinischen Benennungen machen, die 24. blassen in guter Ord« nung erklären, aber dann diese Klassen wieder in Grdmmgen, Gcjchl-ch. rer und A-rcn abtheilen: praktisch werden sie in unser» botanischen Garte« dargezeiget- US Sechstes Kapitel H. III. Es ist einem jeden Zuhörer »erstattet/ die verschiedene Beschaffenheit der Blatter/ Blumen, Früchte re. selbst zu beobachten. Ihre Wirkung wie der Gebrauch davon, auch die Kompositionen, zu denen sie kommen, müssen wohl angegeben werden,- auch sagt man genau, ob sie im feuchten oder trockenen Erdreiche wachsen; zu welcher Zeit sie blühen; wenn sie in ihren Saa- men übergehen. November, Deeember, und Jener lehrt der Professor Chemie. Er mrd mit einigen Vorlesungen über die z. Naturreiche, nämlich über das Pflanzen - Thier - und Mineralreich den Anfang machen, sich dabey aber nur in jenes einlassen, was auf medieinischchirurgischeKenntniffe einen vorzüglichen Einfluß haben kann: hiebcy kann er sich jener Materialien und Präparaten bedienen, welche in der Sammlung unseres Instituts aufbewahret sind. ^ tz. v- ^Hn der Folge wird er weiter schreiten, und die Anfangögründe der Chemie mit allen nöthigen theoretischen Erklärungen vortragen. Jene chemische Arbeiten und Experimenten, die den Feldchirurgen wiffensnöthig sind/ und besonders solche, die ex tempore gemacht werden können/ werden auf kaiserl. königl. Unkosten unternommen, die aus diesen chemischen Arbeiten erzeugte brauchbare Zubereitungen aber müssen in die Spitalapotheke zum anderweitigen Gebrauch abgegeben werden. Z. VI. für den Professor der Chemie und Botanik. m h. VI. Ileberhaupt theilt er den ganzen chemischen Kurs in die reine Chemie (cke- M1L pura)) und in die angewandte (applicara) ab. — Die reine Chemie wird wiederum in zehn Lehren abgetheilet: r) in die Chemie der Erden (§?- ui-AiL); L) der Salze (MlurAia); z) der phlogistischen Rörper (?Klo§m> 4) der Metallen (iVlewIlurAia); z) der Wässer (HyärurAia); 6) der Luscarten (^erur§ia); 7) der feurigen Rörper (?^rur§ia); 8) der Pflanzen (kkMrZia), 9) der Chiere (2oour§i3); 10) in die Lehre von den chemischen Operationen (ckemia operacoria). — Die angewandte Che* mie hingegen wird abgetheilet: 1) in die medicinische (cllemi-r meckca); 2) ökonomische («LonomiLL); z) in die Chemie der Aüttsie (ceLdniLL). tz. VII. §^ie medicinische Chemie soll 1) eigentlich die Aporheckerkunst und alle m der Chirurgie und Mediein gebräuchliche sowohl praparirte als zusammenge« sezte Medikamenten (meäicamema pr^parata äc conipoiira) erklären, dies macht die eigentliche Apochekerkunsi (pKarmaLia) aus; sodann wird von der physiologischen Chemie (ckemia pkylloloAica), welche sich mit Untersuchung der festen und flüssigen Theilen des menschlichen Körpers i m gesunden Zustande beschäftiget, gehandelt werden; endlich wird auch z) die parholo- gische Chemie (cUemiL patkoloAica), welche die kranken Theile des Korc pers untersuchet, Vorkommen. Untersuchungen dieser Art sind: der Harnstein (caiculus urilEiuL); der Blasenstein (calculuL bilarius); der Unterschied zwü Sechstes Kapitel 112 zwischen Eyter und gelben Schleim, wie z. B. in den Hmis MMcorum. Vorderist wird er die chemische Untersuchung der Gifte genau erklären, wel* che in der gerichtlichen Chirurgie (ckirursia le^Us) nöthig ist, h. Vlll. 2?on der ökonomischett und rechttischen Chemie gebe er einen kurzen aber deutlichen Begriff, weil ohnehin diese Theile den Oekonomen und Künstlern riöthiger sind, als den Aerzten und Wundärzten. h. IX. Auch der botanische Garrett ist der Aufsicht dieses Professors anvertraut: er wird also alle Sorge darauf verwenden, daß die angepflanzten Kräuter in gutem Stande erhalten, jene aber, die verderben, zu rechter Zeit wieder er» sezt werden. Bey herannahendem Winter muß er sorgen, daß die ausländi» schen Pflanzen in dem bestimmten Ott gebracht, und vor Kälte geschüzet werden. tz. X- ^rist verbunden, alle Jahre zu der gehörigen Zeit die alten Kräuter/ Blumen, Früchte, und Saamen aus den für die Marena medika bestimmten Behältnissen herauszunehmen, und frische dahin zu geben. Die alten können, wenn sie unverdorben sind, zur weiteren Verwendung in die Apotheke gegeben werden. §. XI. für den Professor der Lhemie und Botanik. riZ H. XI. der botanische Gatten einige Ausbesserungen, oder andere ausserordentliche Kosten erfodett, so wird der Professor dem Vberstabschirucgus die Meldung machen, damit dieser, wenn er die Nothwendigkeit ersehen hat, alsdann dem Hostkiegsrarh die Vorstellung mache, um die nöthige Erlaubnis zu ertheilen, das crfoderliche anzuschaffen. tz. XII. Nie nämliche Ordnung muß auch beobachtet werden, wenn in dem zu den chemischen Arbeiten bestimmten Laborarorio und Semmnrio oder in den Nebenzimmern etwas abgängig wäre; indessen man ohnehin bey dieser so weit- schichtigen und kostspieligen Materie daraufsehen wird, daß keine grossen Unkös sten gemacht, sondern nur die notwendigsten Dinge verlangt werden. §. XIII- ^a der profeffse von der Chemie und Botanik auch zugleich Direktor der Medikamentendepositorien und Feldapotheken ist, so wird er öfters des Jahres nicht nur allein die Feldspitalapotheke, und das grosse Feldlaboratorium zu Wien , sondern auch ein Jahr um das andere die Deposttorien in pesih - Prag, Brünn, Graz wechselweis visstiren, und hievon den schriftlichen Rapport an den Oberstabschirnrgus ablegen, worinnen er bemerken wird, oh die Materialien, und die einfachen sowohl, als die zusammengesezten Arzncy- m nach der bestimmten Vorschrift zubercitet, und im guten Stande sind. Denn dieser muß alsdann dem hochlöblichen Hofkriegsrats) Rapport erstatten- N S i e> Siebentes Kapitel. Den Bibliothekar m Bettes der Bücherverwah- rnng, und der beym Lesen nöthigen Ordnung angehend. h. i oft der Oberstabschirurgus anatomische, chirurgische, Medici- rusche, chimische, botanischen, d. gl. Bücher m die Bibliothek der Akademie Met, sie mögen auf Rechnung des k. k. Aerariums gekauft, oder von GuLthatern geschenkt worden seytt/ muß allemal jener Professor, der Bibliothekar zugleich ist/ den Namen des Buchs, die Auflage re. in den Bücherkatalog eintragen, vorzüglich aber bey jenen, die von Mohlthatern sind hergeschenkt worden, zum Zeichen der Dankbarkeit den Namen des Gebers, einschreiben. Auch muß an der innern Seite des Deckels der in Kupfer gestochene kaiserliche Adler feste gemacht werden, um das Buch damit zu bezeichnen, wem und wohin es gehöre ; alsdann werden sie in die gehörigen Facher eingespcrret. Die auf Kosten des WWÜktAktlö erkauften Bücher muffen erstlich m die Wohnung des Oberstabschirurgus gebracht werden, damit er sie in sein Protokoll einschreiben lasse. Sollte es sich für den Bibliothekar» HZ sich aber zutragen, daß dem Bibliothekar einige Bücher als ein Geschenk für die Bibliothek eingehandigtt werden/ so ist er verbunden, dem proco- chirurgtts den Mel des Buches/ und den Namen des Gebers allzuzeigen/ damit er auch dies in seinem Protokoll kann vormerken lassen. tz. n §)er Oberflabschirurgus wird bey dem Buchhändler / der die Bücher für die Bibliothek liefert, alle die neuen und nüzlichen Bücher bestellen, die der Bibliothek notwendig sind, damit sie immer mit guten Büchern versehen sey. Er wird auch immer dafür sorgen, daß die schon vorhandene Werke der gelehrten Gesellschaften und Akademien, wie auch die übrigen periodischen Schriften mit den von Zeit zu Zeit nachfolgenden Stücken vermehret werden. Soll- te aber der Bibliothekar ehender als der Obekstabschrrnrgus in Erfahrung bringen, daß neue gute Bücher erschienen sind, so hat er es demselben zu melden. Der Buchhändler muß sie alsdenn so, wie die schon gelieferten Bande, in gleichem Franzbande binden lassen/ sodann wird sie der Bibliothekar in die gehörigen Fächer ordnen und verschliessen. h. m. Es ist Niemanden erlaubt, unter was immer für einem Vorwand, Bücher aus der Bibliothek zu nehmen: den Fall ausgenommen, wo es erfoderlich wird, einige aufs neue embinden zu lassen, dann muß es aber vorher dem Oberstabschirurgus gemeldet werden. Eine solche Vorsicht ist unentbehrlich / damit die Bücher nicht vekwüstet, sondern im guten Stande erhalten V 2 wer» -''- ' ! LL6 . Siebentes Kapitel. werden, auch damit man andererseits der Gefahr sie zu verkehren, auswel- che- Nur allein die chrnrrZtfchen Professoren haben die Eriaubnrß, jedoch Mit Bewilligung und Vorwiffen des Bibllochekars, anatomische oder andere mit Kupfertafeln versehene Bücher aus der Bibliothek zu nehmen, und sie in Hen anstossenden Hörsale bringen zu lassen/ um sich derselben im nörhigen Falle Hey Vorlesungen zu bedienen; ist hingegen die Vorlesung geendigt, so haben sie solche alsogleich dem Bibliothekar wieder zu übergeben, der sie dann wieder in die gehörigen Stellen ordnen wird- Bey dieser Eraugniß müssen die Professoren aber die Bücher auf ihrem Tische behalten. Es wird nie gestattet , die anatomischen oder auch andere Kupfertafeln in die Praparirkammer zu nehmen/ auch darf man sie in dem Hörsale selbst nicht auf den Zergliede- rungstisch legen, weil sie auf diese Art leicht könnten besudelt werden. h. IV. Äie zum grossen LehrkurS öeruffenen Feldwundärzte dürfen sich nur Zu den im Horarmm (^) ftstgesezten Stunden der Bücher bedienen. Es wird aber als temal der Blbliorhekar, oder einer von den andern SraböchLrurgett bey den Lesestunden zu gegen seyn. Sollten sie allenfalls durch andere Geschäften daran verhindert werden, so muß der Prosekror ihre Stelle Vettretten. Man erinnert hier, daß die kostbaren und mit grossen Kupfertafeln untermischten Bücher nur jenen Chirurgen, die über das gemeine wegdenken, dürfen zugelaffen werden. Die jungem, oder nicht vollkommen genug Mlerrichteten sollen im Gegentheil solche Bücher lesen, welche die Anfangs- grün- für den Bibliothekar. n? gründe der Anatomie, Chirurgie undMedicin enthalten. Es wird sich, da- hcro keiner von den Lesenden die Kekheit nehmen, ein Buch ans seinem Fache hervorzuholen, jedweder hat es von dem Llblischekar zu verlangen, und zwav auf diese Art: es muß dem Bibliothekar ein Bittet, worauf der Name deS Lesenden stehet, übergeben werden, dieser giebt sodann dem Begehrenden da- unverlangte Buch, und legt das Billet an die Stelle des abgängigen Buches. Vorzüglich aber hat der Ltbllsrhekar das Recht, den Wundärzten jene Lesebücher zu geben, welche er ihrer Fähigkeit angemessen zu seyn glaubt. Wenn die Lesestund vorbep ist, so müssen die Chirurgen, bevor sie die Bibliothek verlassen, ihre Bücher dem Libllochekar, von dem sie selbe empfangen haben, wieder einhändigen, dieser giebt ihnen sodann ihre Billeter zurück, und stellt das Buch in sein gehöriges Fach. Er darf nie die Bibliothek ehender verlassen, bis nicht alle Bücher gehörig geordnetund verschlossen sind. — Den Professoren allein ist erlaubt, zu jeder Stunde, jedoch mit Vorwissen des B.bliochekaw , in die Bibliothek zu gehen, wenn sie darinnen studiren wolle». §. V. Da nur allein den zum Kurs bestimmten Feldchirurgen in die Bibliothek z» gehen und zu lesen gestattet ist, so muß jeder andere, der dahin zli gehen wünscht, vom Oberstabechirurgus eine schriftliche Crlaubniß haben, welche er alsdann dem über die Bibliothek gesezten SkabschirurZ-n vorzuzeigen hat, §. VL n8 S i e b e » t e S K a p i t c l. tz. VI. §)as zuviele Herumblättern, Einbüge an den Blättern zu machen, Stellen mit Dinte oder Bleyfeder ic. zu bezeichnen, ist aufs fchärfeste untersagt. Sollte ein Lhirurgus auch nur von ohngefähr ein Buch auf eine oder die an» dere Art verwüsten; sollte er eine Kupfertafel oder ein Blatt zerreiffen, so ist er anzuhalten, den doppelte» Werth des Buches zu ersezen: der Erlag dafür kömmt der Bibliothek zum Besten : wenn man aber überzeugt wäre, daß so ein Fehler aus Bosheit geschähe, so wird der Fehlende nicht nur allein damit bestrafet werden, daß er den doppelten Werth des Buches bezahlen muß, sondern er wird auch nach Verhältniß feines Vergehens mit einer anderen Strafe beleget werden. Der Bibliothekar wird für alles hasten, und man wirk keine Entschuldigung von. ihm annehmen. tz- VII. derjenige, welcher Glaser an den Bücherschränken bricht, oder Sessel, Tische u. d. gl- verwüstet, ist verpflichtet, entweder das gebrochene oder verwüstete wieder in den vorigen guten Stand sezen zu lassen, oder daö Geld dafür zu erlegen. H. VIII. Wer nur immer während den Lesestunden in der Bibliothek ist, muß das strengste Stillschweigen beobachten. Sollte ein Feldchirurgus dawider fehlen, so wird er das erstemal ermahnet» r»S zweytemal aus der Bibliothek verwiesen, für den Bibliothekar. r 19 sen, und zum drittenmale gar nicht mehr eingelassen: auch wird mau sodann den Fehlenden an den prvrschirrrrFrwmelden. h. IX. Schreibzeug, Dinten, Federn werden immer auf den Tischen der Bibliothek zu haben seyn, auch wird man immer so viel Papier da antreffen, als hin« länglich ist. kleine Auszüge aus Büchern zu machen, da cS ohnehin nieman- den ctnfallen wird, noch darf, ganze Bände abzuschreiben. Ein jeder wird in« dessen achtsam seyn, daß er nicht während dem Schreiben die zur Bibliothek gehörigen Mootlien beflecket: aus der Bibliothek derlep Sachen zu tragen, ist überhaupt verbothen. h. X. Wenn die Bibliothek in den Abendstunden — welches sonderlich im Win« ter geschehen wird — eröfnet ist, so wird auf Rechnung des Aerariums die grosse in der Mitte Hangende Laterne beleuchtet: wünschte aber jemand ein besonderes Licht, so muß er sichs schon auf eigene Küsten anschaffen. H. XI. 28enn fremde, oder andere ansehnliche Personen die chirurgische Militärakademie zu sehen verlangen, so kann ihnen der Eintritt in die Zimmer nur an den Sonn > oder Feyertagen oder zur Vakanzzeit gestattet werden. In de» Studirstundcn hingegen wird cs verbothen seyn, damit man verhütet, die Studirenden in ihrem Fleiße zu fiöhren: nur bey Personen vom ersten Range kann eine Ausnahme Statt flndem Wenn auch Fremde, in die Bibliothek gefüh« L2O Siebentes Kapitel geführet werden, so ist ihnen dennoch nicht erlaubt, ein Buchaus den Schranken zu nehmen, sondern derjenige Scabschrrurgus, der allemal zugegen seyn muß, hat nur den fremden die Bücher vorzuzeigen, und überhaupt auf alles ein obachtsames Aug zu haben, damit jeder Unfug abgehalten wird. tz. XII. I^m die erhabene Absicht des. NOstÜkchkll^llkommenzu erfüllen, wird der Oberst^bschirurgus zweymal des Lahrs oder auch noch öfters, wofern er es für nöthig erachtet, eine Revision über alle Bücher vornehmen. Er muß in dieser Hinsicht nicht nur einen eigenen Schlüssel zur Bibliothek/ sondern auch zu den Bücherschränken, und allen übrigen Kasten haben. tz. XIII. §)er Projektor hat im Winter zu sorgen, daß die Bibliothek eine Stunde vorher/ ehe die Lesestunde anfängt, zu einem massigen Grade von Warme ge- hizt wird, denn die Anzahl der Lesenden selbst wird die gar grosse Hize entbehrlich machen, und überhaupt kann auch der in der Bibliothek aufgehangte Thermometer bestimmen, ob man die Wärme vermehren, oder mindern solle. Vorzüglich trachte er zu verhüten, d'aß der Ofen nicht rauchet, denn dadurch könnten sowohl die Bücher sechsten, als auch die Kästen verunstaltet werden-. Ausser dieser Zeit darf die Bibliothek nie gehizet werden- §, M. für den Bibliothekar. 12L h. XIV. Die Tabelle (6) ist besonders gedruckt, und in einer Rahme eingefaffet in der Bibliothek aufgehängt. Der BMsrhekar muß sie einem jeden, der zum erstenmal in der Absicht zu studieren eintrirt, zu lesen geben. Der prssekrsr hingegen wird sie alle Monat einmal bey Erbfnung der Bibliothek allen Wundärzten laut vorlesen, um die gute Ordnung und das für die im Studiren begriffenen so nöthige Stillschweigen immer von Zeit zu Zeit einzuscharfen. r. 22 Acht e S K a p i t c l Achtes Kapitel Ordnung, die der Projektor in seinen Pflichilei- stungm zu befolgen hat. tz. i. Der Prsfckrsr wird allemal seine Wohnung im Spital haben; er ist den Seabschirurgen überhaupt, besonders aber dem Professor der Anatomie untergeordnet; indessen hat er dennoch, um die gute Ordnung aufrecht r« er, halten, den Rang vor allen Bataillonschirurgen. §- Er wird den Spitalpraktikanten die Anfangsgründe Ler Anacsmie ,und Lhi- rurgie nach der Vorschrift des Vbekstabschirurgus beybringen. Seine Vorlesungen hat er im grossen Hörsal zu den im ^orario (^) bestimmten Stun* den zu geben, und dieselbe» so zu ordnen/ daß ske ganz mit der Ordnung, die die Professoren der Anatomie und Pathologie beobachten, gleichförmig über« einstimmen, nur daß die seinlgen kürzer zusammengezogen sind. § M. Von«»und Festtäge, wie auch die im ersten Kapitel erwähnten Ferien blei- ben auch von seinen Vorlesungen frey; an allen übrigen Tagen hingegen muß er für den Prosektor/ die Pflichtleistung betreffend. 12z er seine Lektionen halten. Hiebey muffen alle Praktikanten von der Schule erscheinen, nur jene können davon ausgenommen seyn, die schon einen monatlichen Gehalt geniesten/ und deren an der Zahl zwölf sind. S- IV. Em Lehrkurs von den Anfangsgründen der Anatomie und Chirurgie darfnicht länger als 6 Monat währen- Hat der Projektor also einen Kurs geendiget, so hat er ununterbrochen den anderen anzufangen. Es muffen zwar einige von den Zöglingen durch L und z Jahre in dem Institut verbleiben, allein dies entledigt sie der Schuldigkeit, dem täglichen Unterricht des Projektors durch diese Zeit beyzuwohnen, keineswegs, denn auf gute Anfangsgründe stützt sich unsere Wissenschaft in allem Betracht. Sind hingegen diese Zöglinge einmal von der Zahl der 12 obbenannten, so sind sie hievon frey. S' v. §)iese Lektionen hat der Projektor unter der Direktion des kommandLrendett Grabschrrurgus zu halten: dieser wird auch allemal den Prüfungen, die der Projektor am izecn und letzten eines jeden Monats vorzunehmen hat, bey- wohnen; wird sogar selbst Fragen aufwerfen können, um jene Praktikanten, die die fleiffigsten und fähigsten sind , unterscheiden zu lernen. Dies ist darum nöthig, weil der kornmaridirende Srabschirurgus, wenn er am 2Zten eines jedweden Monats die National - und Konduitliste einreicht/ (wie aus dem nen Kapitel des zweiten Therls wird zu ersehen seyn) dem OberstabschrrurSus den genauesten Bericht wird zu erstatten haben. Ä ^ L- N- 124 Achtes Kapitel» §. VI. ?Euch den Professoren der Anatomie und Pathologie wird es erlaubt seyn, daß sie zuweilen Hey den öffentlichen Prüfungen der Praktikanten erscheinen, Hey dieser Gelegenheit können sie erfahren, ob die gegebenen Vorlesungen des Projektors mit ihren vorgetragenen Grundsätzen übereinstimmig sind. Im Fall sie finden sollten, daß ein wesentlicher Unterschied dazwischen wäre, haben sie das Recht, solches dem Oberstabschirurgus anzuzeigen. S. VII. ^§o oft der Projektor bemerken sollte, daß ein Praktikant ohne gültiger Ursache in dem Kolleg abgängig wäre, so oft melde er es an den das Spital kommandirendeii Scabschirurgus; dieser wird sodann den Fehlenden zurechte weisen / oder bestrafen. Sollte er hingegen einen Zweifel haben, ob alle Praktikanten im Kolleg versammelt sind, oder nicht, so kann er, um sich ihrer Gegenwart zu versichern, den Namen eines jedweden laut verlesen lasten. — Das/ was die anderweitige Ordnung und Pflicht der Praktikanten ange- Het, wird besonders im 4ten Kapitel des zweyren Lherlcs Vorkommen. §. VIII. Ä^enn Soldaten auf der chirurgischen oder medicinischen Seite an besonderen nicht gewöhnlichen Krankheiten sterben sollten, und der Professor, der den Kranken in der Kur hätte gehabt, verlangte den Leichnam eröffnet Zusehen, so hat der Projektor die Eröffnung vorzunehmen; doch muß er allemal allen vier Srabschlrurgen die Nachricht hievon geben, damit sie em- sehen l25 für den Prosektor, die Pflichtleistung betreffend- sehen können, ob man nicht aus dieser Erfahrung einigen Nutzen für der zum grossen Kurs bestimmten Feldchirurgen schöpfen könne- §- IX- Er lasse sich in allem, was die anatomische Zubereitungen betrifft, von dem pksfeffsr der Aiiaromic leiten, und verfertige seine Präparaten Tag für Tag nach der ihm vorgeschriebenen Ordnung. Alle Präparaten aber müssen in der Zergliederungökammer verfertiget, und zur Zeit der Vorlesstunde in den Hörsal gebracht werden. Gleich nach der Vorlesung hat er ju sorgen, daß das Kadaver, oder auch sonstige feuchte Präparaten wieder in die Zergliederungskammer zurückgetragen werden, damit, wie bereits schon erinnert geworden ist, das Amphitheater für die darauffolgenden Vorlesungen der andere» prof-ss-» ren geräumt ist. — Er erkühne sich nicht, unter was immer für einen Borwand ein anatomisches Präparat ausser dem Präxarierzimmer tragen zu lasten- tz. X. §§ey Verfertigung anatomischer Präparaten wird er sich.von einem oder von mehreren Bataillonschirurgen, oder von demjenigen , de» der Professor von der Anacsmie hiezu bestimmen wird, an die Hand gehen lassen; indessen aber nie gestatten, daß ein Fremder, der nicht zur Schule gehört, bey anatomischen Arbeiten zugegen sey. — Auch hüte er sich wohl, von einem Feldchirurgus oder Praktikanten Geschenke oder Bezahlung anzunehmen. Achtes rs6 Kapitel Er gestatte nie, daß Soldaten in die Zergliederungskammer komme»/ um zu verhüten, daß sie keinen Abscheu fassen; dieserwegen spreche er auch nie öf. fentlich von anatomischen Arbeiten. Aus der nämlichen Absicht trage er auch Sorge, daß die Leichen und Präparaten, indem man ste in oder aus dem Horsal tragt, wohl bedeckt sind; auch iss dies zu beobachten, wenn die Kada. r>ern begraben werden. Mr § m- ^venn er zur Aufbewahrung anatomischer Präparaten, verschiedener Embryonen oder Leibesfrüchten, oder auch anderer besonderer Stücke, Weingeist bedarf, so ist >hm nicht erlaubt, ohne Bewilligung des Professors der Anaes- mre selben aus der Apotheke zu begehren, sondern er muß ein von diesem unterfertigtes Zettelchen dahin bringen, worauf anzumerken kömmt, daß dieser w-mgelst für die Präparaten gehöre; und auf diese Art wird er das an- »erlangte erhalten. Die nämliche Ordnung bleibt zu beobachten, wen» man zu anatomischen Arbeiten und Einspritzungen - Wachs, Terpenthin, Lher- penthinohl, Quecksilber, Farben u-d. gl. nöthig hat. Mit allen solchen Dingen aber gehe man, wie bereits schon erinnert, so viel als möglich sparsam um; ausser dem hvchstnöthigen verlange man nichts, und das überb leibende bewah, re man sorgfältig für künftige Präparaten auf. M. für den Projektor die Pflichtleistung betreffend. 127 tz. XIII. (§0 oft an den bestimmten Stunden Lektür seyn wird, hat der Projektor hiebey dem dirigirenden Bibliothekar Hilfe zu leisten. Sollte sich dieser hingegen wegen dringender Ursache auf eine kurze Zeit entfernen müssen, so wird der Projektor unter der Obsicht eines andern Srabschirurglls indessen seine Stelle vertretten. Der Bibliothekar wird ihm sodann die gehörige Anweisung geben/ und er wird dann darauf sehen, daß die vorgeschriebene Ordnung und das strengste Stillschweigen gehandhabt werde. Er wird ferner nach geendigter Lesestund die gelesenen Bücher in Facher ordnen / und dann die Schranke sowohl, als auch bie Zimmer wohl verschließen, die Schlüsseln aber dem Bibliothekar über- bringen. h. XIV. ^amit diejenigen, welche in der Bibliothek zu lesen Erlaubniß haben , die Ordnung wissen und sich einpragen, so hat er ihnen an jedem Monat anfangs, wenn die Bibliothek eröffnet wird, die gedruckte hinten beygefügte Leseordnung (6) laut vorzulesen; auch muß sie einem jeden zum Lesen von ihm dargereicht werden, wenn wer zum erstenmal die Bibliothek betritt. tz. XV. sollte sichs treffen, daß der Projektor die Schlüssel unter sich hätte, so ist ihm dennoch nicht erlaubt, jemanden in die Zimmer zu führen : nur in dem Fall, (daß wer eine schriftliche Erlaubniß von dem pkorochrrurgus oder von demjenigen GcabschrrurZus, der die Aufsicht über die Bibliothek hat, und deswegen für alles, was sowohl im Amphitheater, als auch in den daranstos- 129 Acht e s K a p l t e l senden Gemächern aufbewahrt wird/ haften muß, an ihn überbrächte) wäre es ihm verstattet, die Zimmer zu zeigen. h. XVI. Glicht mindere Sorge hat der prosekcor darauf zu verwenden , daß der Hör» sal, wie auch die darnach folgenden Gemächer, nebst der Zergliederungskam» mer beständig m der grösten Reinlichkeit erhalten; daß nichts von den hineinge» hörenden Stücken herausgenommen / oder verwüstet werde. Wenn es die Noch» Wendigkeit erheischet, diese Zimmer zu reinigen, oder die Ventilatoren und Fenster zu öffnen, (welches besonders an heiteren und warmen Tägen geschehen muß), so hat er die Schlüssel von jenem Professor, der die Direktion hierüber hat, zu verlangen, selbe aber, sobald die Zimmer wieder gereinigt sind', dem nämlichen Professor wieder einzuhändigen. tz. XVII. d^uch ist des prosekrors Sache, zu sorgen, daß die in den mit gläsernen Ta» felu versehenen Rahmen eingefaßten / und im Hörsale aufgehangten Horarien k) und die Tabellen l.) immer im guten Stande erhalten, und jenes der Professoren alle z Monate, die Jnspektionstabelle aber alle Monate geändert werde. Hiezu kömt noch, daß er besorgt seyn muß, eine Viertelftund vor jener Stunde/ die zu einer Vorlesung bestimmt ist, die Glocke auf einige Minuten läuten zu lassen/ so zwar: daß alle Schüler es vernehmen können, und Zeit haben, sich m dem Hörsale zur rechten Stunde einzuimden. xvm. 129 für den Prosektor die Pflichtleistung betreffend. h. XVIII. Alle 2 Jahre einen Tag zuvor, ehe der grosse LehrkurS seinen Anfang nimmt, hat der prostkrsr in Gegenwart des kHirimandLrenderi Srabechrrurgus allen neu berufenen Feldchirurgen Vas 3 ", 4, 5, 6, 7 , 8, 9, Kapitel vom Lten Lheil der gedruckten Instruktion vorzulesen, damit jeder in der Wicht, die ihm während seinem Hierseyn zu befolgen obliegt/ vollkommen unterwiesen wird. Zu Anfang eines jeden Monats hingegen muß er den Praktikanten einen Theil vom 4 ten Kapitel des zweyten Thetles, und alles, was im Verlaufe des übrigen Beziehung auf ihre Schuldigkeit hat/ vorlesem tz. XIX. ^benn dr^prosekror seiNe Verrichtungen durch einige Jahre mit beyfalls- würdigem Fleis und Erfer wird erfüllt haben, so wird er von dem Mberstabs- chirurgus bep einem der besten Regimenter als ReZlmemschrrlrrgrrs ange- stellet werden. Wenn alsdcnn der Oberstabschrrurgus eine erledigte Professorsstelle wird zu ersetzen haben, so wird er dem MWÄkOE vorzüglich einen von jenen vorschlagen, die die Prosektorsstelle mit Beyfatt und Nutzen begleitet haben. Deeembrl, L ^Lnuario K. Chirurgischen Milittr-^eaäemie Professor MeäieiiiR. Professor n^llLtOMID^ Professor pältlolo^icL Professor Oxerationum Professor Lflemiss. Professor Oxeratiolium. psslioEsea profeÄor. pMiotssses Stund Stund »WWWWWP^WWMWM U Z 4 ...» 4 3 4 ?i'o1eÄor. Stund Stund kro ^ebru-u-io, Martio, L ^pM. Für die krofessores der K. K. Lhirurgischm Militär - ^enäemie. Tage. ?roieD)r MeäieinV. ^rofellor ^.NLtOMiüL ?roieÜor I^at^oloAiX. kroie/lor Oper^tlonum kroteüor O^eratjoOum. Lwliotlieea Lililiot^eea. Stund. Stund. Stund. Stund. Stund Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freytag ^atlonäls und Oonäuite Liste 8 Ueber das chirurgische Personale vom L e h r k u r s. Namen der Regimenter- Namen der Chirurgen. OiLr^e. Gebürtig. von aus Religion. Atter. Stand. Kinder. Wo studi- ret. Von wem eraminiret. Redet Sprachen. Dienet als Unter LkirurAU8. VätLillons (ÜkirurAus. in allen. Persönliche Aufführung. Fleiß/ und Fähigkeit in der Wissenschaft. cirirurgi von der Garnison. Wien den N. N. StaabschirurguS und Professor. rdnutlg/ die Lckmr m derk. k. Mtlitarchirurgtschm BMvthck, >> und die Erhaltung der darinn sich befindlichen Bücher betreffend. " L ird Niemanden als den zum Militärdienste bestimmten Zis, und zwar nur zu den im angewiesenen , hierinn zu lesen erlaubet. and wird Bucher aus den Kasten nehmen, ohne sie von tabschirurgus, welcher die Aufsicht hierüber haben wird, oder dem dazu beorderten Assistenten zu verlangen; und jedermann wird ermahnt,während der Lekturzeit nicht laut zu reden, und das , bevor er ausder Bibliothek gehet, wieder zurückzustellen. LH m» keinem Bedingniß wird jemand entweder ein Buch, sonsten zur Schule gehöriges aus dem Zimmer trägem einer Strafe auszuseßen. LV- Wenn jemand ein Buch verunreiniget, eine Kupfertafel, ein Blatt ausreiffet, der wird gezwungen seyn, den Werth Zucks, im Fall es aus Fahrläßigkeit geschehen, doppelt zum