Wien gedruckt und verlegt in der k. k. priv. von Baumeisterischen Buchdruckerey- 1791. Welt i« Bildern vorzüglich zum Vergnügen und Unterricht der Jugend. Herausgegeben von Joseph Edlem von Baumeister. Vierter Band. An den Leser. ^a ich durch Vierthalbjahre dieses Werk, unterstützt von dem gütigen Beyfalle eines nachsichtvollen Publikums, ununterbrochen fortgesetzt, und nun die Naturgeschichte nach ihren drey Reichen vollendet habe, so sey es mir erlaubt, ehe ich die zweyte Abtheilung des ganzen Werkes, die in zwey Bänden und >oo Kupferplatten von dem Menschen und seinen Beschäftigungen handeln wird, anfange, auf einige Zeit in der Absicht auszuruhen, um die auf 26 Kupferplatten sowohl zu dem Thier- und Mineralreiche, vorzüglich aber zu dem Pflanzcnreiche zu liefrenden Supplemente zu sammeln , um auf diese Ärt der ersten Abtheilung des ganzen Werkes die mir mögliche Vollkommenheit zu verschaffen. Diedritte und letzte Abtheilung der Welt in Bildern wird in zwey Bänden und 100 Kupferplatten die merkwürdigsten Handwerke, Künste, und Fabriken enthalten.' War War ich so glücklich zur Verbreitung nützlicher Kenntnisse bey meinen jungen Lesern etwas beyzutragen, und erhielt ich bis Hieber den Beyfall des schäzbarsten Publikums, so werde ich gewiß , wenn mir Gott Jahre und Gesundheit stiftet, auch in Zukunft denselben «ach meinen Kräften ru erhalten trachte». Wie» den >8. August 1790. Der Herausgeber. N-1. Die Erde terra, se, k. /a terra la terre Dek Kalk calx, calcis, k. /a cn/ce 1e cksux Der Thon »rxML, r. /'ar§r'//a, v 1'arßille Die -ränr örde von Verona , »er DoluS , und daü Seeinmark find nach Orizinalstücken von Joh. Sollerer eopirt worden. I. Llasse des Mineralreich s. Die Erden. Von dem Mineralreiche überhaupt. ie natürlichen Körper, welche man unter diese Abteilung der Naturgeschichte zu rechnen, und gemeiniglich mit dem allgemeinen Nahmen der Mineralien oder Fossilien zu bezeichnen pflegt, sind der Fähigkeit zu empfinden und zu leben gänzlich beraubt. Man findet bey ihnen keinen organischen Bau, keine Werkzeuge, wodurch sie Nahrung zu sich nehmen oder sich fortpflanzen könnten. Sie wachsen zwar, aber ihr Wachsthum besteht nicht, wie bey den Thieren und Pflanzen, in einer Bewegung der Säfte und Ansetzung der Thetle von Innen , sondern sie werden bloß durchs Ansetzen der Theile von außen vergrößert. Wie eigentlich diese Körper, die man meistentheils in und über der Erde antrifft, erzeugt werden, ist noch nicht völlig bekannt; doch ist so viel gewiß, daß die Wirkung des Feuers und Wassers das meiste zu ihrer Erzeugung beytragen müsse. Man kann alle Mineralien bequem unter fünf Classen bringen; denn diejenigen Körper, welche man mit diesem Nahmen belegt, sind entweder i. Erden, il. Steine *), m. Salze, iv. brennliche Mineralien, V. oder endlich Metalle. ») Vie neueren Naturforscher rechne-» wohl Erden und Steine zu einer und derselben Llasse der Mineralien , wegen der Einförmigkeit des Stoffes , und weil aus Erben Steine , und aus Steinen durch Verwitterung oder andere Zufälle wieder Erbe wird ; i,»gleichen weil es in manchen Fallen schwer ist zu bestimmen, ob dieser oder lener Rörper Stein oder Erde sey, wir wollen aber doch die Erden als eine besondere Llasse des Mineralreiches betrachten. lLe «rrtä ( öhrch ). t/»e t/me (leim). tLe ( Näh ). IV. A 2 l. Classe. Die Erde. Die Hauptmerkmahle, wodurch sich die Erde von andern festen Körpern unterscheidet , sind diese , daß sie sich, wegen des geringen Zusammenhanges ihrer Theiie, sehr leicht zerreiben, aber weder im Waffer noch in Oelen auflösen läßt. Es gibt übrigens RLeselerben, Thonerben , Ralkerben, und zusammengesetzte Erben, nämlich solche, die aus der Vermischung zweyer oder mehrerer der jetzt angeführten Erdarten entstanden sind. i. Ordnung. Die Kieselerde. Die Kieselerde, welche auch unter der Benennung Steinfand bekannt ist, und weniger fremde Thetle enthält als die übrigen Erdarten, besteht aus kleinen steinigen Körnern, wird von keiner Säure angegriffen, und leidet auch im Feuer, wenn man nicht andere Körper hinzu sehet, keine Veränderung. II. Ordnung. Die Kalkerde. Die Ralkerben erhärten -ebenfalls , wenn sie in mäßigem Feuer gebrannt und mit Wasser vermischt werden; in starkem Feuer lassen sie sich ohne Zusatz in Glas verwandeln. Man unterscheidet aber eigentliche Ralkerben und Gypserben. Die eigentlichen Kalkerden, welche aus zerfallenen Kalksteinen ihren Ursprung zu haben scheinen, lassen sich daran erkennen, daß sie mit den Säuren aufbrausen; welches man bey den Gypserben nicht bemerkt, weil sie durch die Vereinigung mit dem Vitriolsauren diese Eigenschaft verloren haben, welche sie aber wieder erlangen, wenn man sie in ein etwas starkes Feuer bringt, wodurch etwas von dem Vttriolsauren verloren geht. Unter die Ralkerben rechnet man die Rreibe und die Monbmilch, unter die Gypserben aber das so genannte Himmelsmehl. Die Rreibe, welche ihren Nahmen von der Insel Kreta haben soll, ist eine feste, weiffe, abfärbende Erde, welche das Wasser einsauget und es durchlaufen läßt, mit jedem Sauren brauset und dadurch aufgelöset wird. Die Monbmilch ist eine weiche , lockere, sehr leichte und schlammige Erde, welche man in Stcinklüften und Höhlen, bisweilen auch mitten in festen Steinen findet. Das Himmelsmehl, welches diesen Nahmen von dem unwissenden Pöbel, der es für ein vom Himmel gefallenes Mehl zu halten pflegt , bekommen hat, sonst aber auch Bergmehl und Guhr genannt wird, ist ebenfalls eine weisse, staubige Erde, die bisweilen an der Oberfläche der Necker und Wiesen heraus bricht, und sich von der Mondmilch nur dadurch unterscheidet, daß sie mit den Säuren nicht aufbrauset. Aus Noch ist diese Erde bisweilen von armen Leuten wie wirkliches Mehl, aber zum größten Nachthetl der Gesundheit, gebacken und gegessen worden. m. Ordnung. Die Thonerde. Die Thsnerde läßt sich, mit Wasser angefeuchtet, wegen ihrer Zähigkeit zu einem Teige machen und im Feuer hart brennen. Sie ist von sehr verschiedener Art, so aus einer geringeren oder mehreren Beymtschung anderer Erdarten entsteht. Letten, Tegel nennt man den allerfettesten Thon, der kein Wasser durchläßt, der, wenn er trocken ist, ziemlich hart, und zu Töpfergeschirren verarbeitet wird, weß- wegen er auch Töpferthon heißt. Hierauf folgt Der Bolus i. u. 2., der eine gefärbte, meistentheils röthliche, eisenhaltige Thonart ist, die sich fett anfühlen und in mäßigem Feuer hart und roch brennen läßt. Ehemals wurde diese Erde sehr häufig von den Aerzten gebraucht, und in Gestalt kleiner runder Kuchen, wozu man den feinsten geschlemmten Bolus zu nehmen pflegte, unter dem Nahmen der Siegelerde, terra iiZUIata, verkauft; welcher Nähme daher entstanden ist, weil man , um alle Verfälschung zu verhüten , ein besondrcs Siegel darauf drückte. Die neuern Aerzte aber haben den Gebrauch dieser Erdart, wegen ihrer Unwirksamkeit und Schädlichkeit, fast ganz abgeschafft. Doch kann sie bey verschiedenen mechanischen Künsten mit Nutzen gebraucht werden. Der pfeissenthon, der zart und wetßlicht ist, und die weißlichte Farbe auch nach dem Brennen behält. Der Walkerthon, dessen man sich bedienet um die Fette aus den Tüchern heraus zu bringen. Die Porzellanerde ist der feinste weisse, lichtgraue Thon, der im Feuer halb verglaset, das ist, etwas durchsichtig wird. Der lemnische Thon löset sich im Wasser mit einem Getöse auf. Die Talkerde hat glänzende weisse Flecken in sich. V Der Trippel, welcher gelblich ist, läßt sich scharf anfühlen und taugt zum Policen. Das Steinmark z. , ist eine fette, feste Erde von verschkednen Farben, welche außer der Thonerde auch etwas Kalk und etwas metallisches enthält. Sie läßt sich mit dem Messer schaben, aber mit Wasser zu keinem Teige machen. Sie wird meistentheils zwischen den Ritzen der Steine gefunden, welches zu ihrer Benennung Anlaß gegeben hat. Der Lehm ist Thon mit Sand gemischt, daraus werden Ziegel gebrennet. 4 IV. Ordnung. Gemischte Erden. Keine Erde ist mehr gemischt , und verdienet diesen Nahmen vor allen übrigen so sehr, als die auf der Oberfläche des Erdkörpers überall verbreitete, die man Ackererde, Zruchterde, Garten-- oder Dammerde nennet. Sie hat nicht allein von mancherlei) Erdarten, sondern über dieß einen großen Theil von aufgelösten Pflanzen und thierischen Körpern beygemischet. Aus dieser Mischung entsteht das öligte, salzigte, und schleimigte Wesen, welches die Nahrung der Pflanzen ausmacht. Der Mergel ist eine fette, nicht allzu zähe , aus Kalk und Thon, womit bisweilen auch andere Erdarten verbunden sind, zusammen gesetzte Erde, welche im Wasser zwar nach und nach zu einer weichen Masse wird, aber im Feuer sich nicht, so wie der Thon, hart brennen läßt. Er brauset roh mit den Säuren, aber nicht, nachdem er gebrannt worden, und schmelzt leicht zu Glase. Man unterscheidet gemeintglich Kalkmergel, Thonmergel, Gypsmergel, und Sandmergel; bey welchem Unterschiede man vorzüglich auf diejenige Erdart sieht , welche den größten Theil des Mergels ausmacht. Durch Kalkmergel versteht man nämlich solchen, welcher weit mehr Kalk als Thon enthält. In dem Thonmergel , der eigentlich zu den vermischten Thonerden gehört, ist vielmehr Thon als Kalk befindlich. Der Gypsmergel enthält außer dem Kalk und Tho- ne noch etwas Gyps, und der Sandmergel noch etwas Sand, wie man leicht aus der Benennung schon schließen kann. Diejenige Erdart also, welche beynahe aus gleichen Thetlen Thon und Kalkerde besteht, verdient in eigentlichem Verstände und ohne Zusatz den Nahmen Mergel. Man gebraucht übrigens diese Erhärten in der Oekonomie mit vielem Vorthetl, indem sie eine vortreffliche Düngung der Aecker abgeben. Die Vraunrothe, die auch bisweilen Indianisch - Roth genannt wird, ist eine feine, ziemlich feste und dichte, braungefärbte Kretdeerde, welche sich sanft anfühlen läßt, und außer den Kalktheilen auch etwas von Eisenvitriol und andern Materien enthält. Die Schuster und andre Handwerker pflegen sich dieser Erde zum Färben des Leders zu bedienen. Die yrüne Erde von Verona, NF. 4., welche ihre Farbe ebenfalls von metallischen Theilen erhält, kann wie die eigentliche Kreide, zum Malen und Schreiben gebraucht werden *). ») Lberts Naturlehre ztcr. Ban- 2SF. «rief. Anleitung zur richtigen Erkenntnis Ser natürlichen Vingc rc. Wien/ 1780. N"" 2. 5 Der Kalkstein laxis calcareus Der Siebenbürgische und Italienische Marmor/ der Kalkspats, aus Huttcnberg kn Kärnten, und der Kalktropfstein auS Eisenerz in Sreyermark sind nach Originalstücken von Joh. Sollcrer eopirt worden. II. L lasse des Mineralreichs. Die Steine. Von den Steinen überhaupt. Steine unterscheide» sich von den übrigen Mineralien dadurch, daß ihre Theile einen starken Zusammenhang haben, und sich weder durch Wasser von einander trennen, noch auch durch den Hammer in eine andre Lage bringen lassen. Sie entstehen durch die Verbindung verschtedner Erdarten ; doch läßt sich die Art und Weise, wie sich die erdigen Theilchen durch ihre Vereinigung die mancherlei) Arten von Steinen bilden können, noch nicht völlig erklären. Wenn man die Steine eine Zeit lang in einem starken Feuer liegen läßt, so bemerkt man unter denselben folgende merkwürdige Unterschiede. Einige werden im Feuer zu Kalk, andere zu Glas, und noch andere bleiben darin unveränderlich. Es gibt aber auch Steine, die aus einer Vermischung verschtedner Arten von Steinen, Erden und andrer mineralischen Körper bestehen. Bisweilen trifft man auch Steine an, welche die Gestalt eines Körpers aus dem Thier - oder Pflanzenreiche zeigen. Man kann daher die ganze Classe von Steinen, nach dem Bcyspiele einiger Schriftsteller, bequem in fünf Ordnungen eintheilen, nähmlich: 1. Ralkartiye. 2. Gbasartiye. z. Feuerfeste. 4. Felsartige, ober vermischte. 5. Gebildete. IV. V 6 l. Ordnung Die Kalkartigen. Durch kalkartige Steine, wenn man diese Benennung in der weitläufiger» Bedeutung nimmt, versteht man alle Gattungen von Steinen, welche die Eigenschaft besitzen , daß sie im Feuer locker werden und hernach in einen Staub zerfallen, mit Master vermischt aber wieder erhärten. Man bemerkt bey dergleichen Steinen folgenden Hauptunterschied. Einige brausen mit Scheidewasser, und zerfallen, wenn sie vorher gebrannt worden sind, im Wasser mit einer starken Erhitzung. Bey andern hingegen trifft man diese Eigenschaft nicht an. Die erstem nennt man kalkartige im engern Verstände, und die andern yipsartlge Steine. Von den kalkartisen Steinen im engen Verstände. Zu den talkartigen Steinen gehöret nicht nur der gemeine Kalkstein, sondern auch der Marmor, der Kalkspath, und der Kalksinter oder Tropfstein. Der gemeine Kalkstein. Der gemeine Kalkstein, aus welchem der zum Bauen nöthige Kalk gebrannt wird, ist der Gestalt und Farbe nach sehr verschieden. Es gibt graue, schwärzliche, braune, grünliche und röthliche, theils dichte, thetls körnichte, theils streifichte Kalksteine. Man nützt aber die mürbe gebrannten Kalksteine oder den Kalk, welcher ungelöscht heißt, so lange er noch nicht mit Wasser übergossen worden oder an der Luft zerfallen ist, nicht nur beym Bauen zur Verbindung der Steine und Uebertünchung der Mauern, sondern auch noch sonst auf verschiedue andre Art. Denn erstlich ist er ein vortreffliches Mittel zu Verbesserung der kalten und thonichten Felder. Hernach wird er auch von den Aerz- ten und Wundärzten wegen seiner trocknenden und beizenden Kraft wider mancherlei) Zufälle, und in der Chymie zur Auflösung verschiedner schleimiger, öliger und harziger Körper gebraucht* Die Seifensieder bereiten daraus eine scharfe, zur Verfertigung der Seife sehr nützliche Lauge. Die Färber, Lohgärber, Weißgärber, Pergamentmacher und andre Handwerker wissen sich desselben ebenfalls mit vielem Vorthetle zu bedienen- Der Marmor. Der Marmor, welcher in den chymifchen Versuchen eben die Bestandtheile zeigt, wie der gemeine Kalkstein , unterscheidet sich von diesem vorzüglich durch ein dichteres und festeres Gewebe. Er nimmt eine schöne Politur an, deren die gemeinen Kalksteine 7 vicht fähig sind, und wird von allerhand Farben gefunden. Einige Marmorarten zeigen allerhand Streifen, Flecken und Figuren, aus denen eine geübte Einbildungskraft Schlösser, Städte, Bäume und Landschaften zu machen pflegt. Der gewöhnliche Gebrauch, den man von dem Marmor macht, ist ohnehin hinlänglich bekannt. Wo es dergleichen Steine in Menge gibt, bedient mau sich derselben auch bisweilen zum Kalkbrennen *). *) §i§. i. ist der Sie-enburgische Marmor ober so zenamrle Großwardeinsr, Fix. 2, ein Italienischer Marmor abgebildet. Der Kalkspath. Der Kalkspath , wovon es ebenfalls verschiedene Arten gibt, ist ein blättriger Stein, der sich auch zu Kalk brennen läßt. Man unterscheidet meistentheils den gemeinen Spath , den Würfelfpath, den Schieferspath und den durchsichtigen Späth. Der gemeine Kalkspath ist undurchsichtig, und besteht aus so unordentlich unter einander vermischten Theilen, daß sich ihre Würfel nicht unterscheiden lassen. Der Würfelfpath ist ebenfalls undurchsichtig, aber etwas fester als der gemeine Kalkspath, und rhomboida- lisch oder spttzwürfllch« Unter dem durchsichtigen Spathe ist vorzüglich diejenige Art Merkwürdig, welche isländischer Kristall oder Doppelstein genannt wird, weil man die dadurch betrachteten Gegenstände doppelt sieht *). List. 3, ist ein Ralkspath aus sültenberg in Rarnten ahgebilbet. Der Kalksinter oder kalkartige Tropfstein. Der Kalksinter oder kalkartige Tropfstein entsteht durch die Verhärtung des in der Erde herab tröpfelnden mit Kalkerde vermischten Wassers» Die meisten Steine dieser Art gleichen den Eiszapfen, und bilden durch ihre Zusammenfügung bisweilen allerhand wunderbare Gestalten; wovon man in der bekannten Vaumanns Höhle sehr merkwürdige Beysplele antrifft *). *) SiF. a. ist ein RorallfSrmiger Ralktropfstein, oder so genannte Lisenblüthe von Vi- senez in Stcpermark abgebilbet. kberts ttatnrlehre zter. Land »r-. Brief. '- 4 - L- 9 N"' z. Daö FrauenglaS, Nro. i., der Flußspath, Neo. 2. , und die Mergelschiefer, Nrv. z. und 4. sind von Joh. Solkerer noch Originalstücken copkrr worden. II. Llasse des Mineralreich s. Die Steine. i. Ordnung. Ralkartige Sterne, (Fortsetzung). Der Gipsstein. gipsartigen Steine brausen mit keinem Säuern auf, und lassen sich durch ein mäßiges Feuer in ein mehlartiges Pulver verwandeln, welches aber, mit Wasser vermischt, ohne Erhitzung wieder verhärtet. Die meisten Gipssieine sind auch so locker, daß man sie schon mit den bloßen Fingern zerreiben oder mit dem Messer schneiden kann; daher sie entweder gar keine, oder eine sehr geringe Politur annehmen. Die merkwürdigsten Arten sind: der gemeine Gipsstein, der Alabaster, und das Frauenglas. Der gemeine Gipsftein. Der Gipsstetn kömmt fast nur allein in Flötzgebirgen vor, und macht eine eigne Art derselben aus. Dergleichen Gips - Flötzgebkrge finden sich bey Dürrenberg und Naumburg, bey Wimmelburg, Sangerhausen, Artern, dem rothen Berge und den Teufelslöchern oberhalb Jena, und in andern Gegenden Thüringens mehr; ferner in Schlesien bey Neuland unweit Löwenberg, und übrigens ziemlich in allen Ländern, von welchen vorzüglich die berühmten Gipsbrüche bey Montmartre in Frankreich, und in der Grafschaft Oerdz? in England anzumerken sind. Er wird hauptsächlich gebrannt genutzet. In Thüringen, auch an andern Orten, mauert man mit Gipskalk, unv nennt ihn Sparkalk; weil größtentheils mit Leim gemauert, und dieser nur, zu mehrerer Bindung, sparsam mit gebraucht wird. Den el- IV. C gentltchen Kalk aber nennt man dort, zum Unterschied von erstem, Lederkalk, well er daselbst hauptsächlich zum Leder gerben genommen wird. Mit Gips gießt man im Thüringischen die Stuben -- Fußböden und die Scheun - Tennen aus. Er wird ferner zu Bereitung der sogenannten Gipsdecken und der Stuckatur-Arbeit, desgleichen zu Bereitung der Gipsfiguren, allerhand Formen und Abgüsse, und des künstlichen Marmors gebraucht. Auch ist der Gips in der Landwtrthschaft als ein Düngmtttel, das auf Wiesen den Kleewuchs befördert, von großem Nutzen. Der Alabaster. Der Alabaster ist ein dichter Gipsstctn, welcher entweder eine ganz weisse, oder schwarze, oder bunte Farbe hat, und eine matte Politur anntmmt, aber niemals einen solchen Glanz, wie der Marmor, erhält. Er wird vorzüglich zu Statuen und allerhand Figuren gebraucht. Es läßt sich auch daraus sehr guten Gips brennen. Das Zrauenglas (i). Das Frauenglas, welches auch Marienglas heißt, ist ein ganz durchsichtiger blätteriger Stein, welcher sich mit einem Messer in die dünnsten Scheiben theilen läßt. Diese Scheiben oder Blättchen des Marienglases zerbrechen allezeit in eine rhomboida- lische Figur, und verlieren im Feuer ihre Durchsichtigkeit. Es enthält das Fraueneis die reinste Gipserde, und außer dieser noch einen großen Theil Kristallisationswasser. Gebrannt verliert es seine Durchsichtigkeit und wird beynahe silberweiß. Es macht eine Flötzart aus, und wird häufig bey Naumburg an der Saale, ferner bey Wimmelburg, Sangerhausen, und Jllmenau gefunden. Bey Wehrau brechen auf dem untern Ziegelberge, auf einem Thonflötze Fraueneiskristalle, die sternförmig beysammen liegen. Höchst selten kömmt es in einfachen Gebirgen als Gangart vor. Der Schwerspath. Der blättrige Schwerspath wird am gewöhnlichsten von welsser , und zwar von hell - bläulich -- röthlich - und gelblichweksser, sehr oft auch von fletschrother Farbe, die sich bis ins bräunlichrothe verläuft, hingegen nur selten von graulichschwarzer Farbe gefunden. In Kristallen aber kömmt er öfters auch von rauchgrauer und weingelber, selten von olivengrüner und noch weit seltner von himmelblauer Fwbe, die sich hier und da ins grüne verlauft, vor. Man findet ihn derb, etngesprengt, und sehr mannigfaltig kristalltsirt. Die Oberfläche der Kristallen ist insgemein glatt, nur bey einigen ist sie drüsig oder auch rauh. Die ersten sind daher äußerlich stark glänzend, die andern nur zuweilen starkglänzend, insgemein glänzend, und die letzter» entweder schimmernd, oder auch matt. Inwendig ist er gewöhnlich glänzend, bisweilen auch starkglänzend, überhaupt aber von gemeinem Glanz. Er ist blättrig, und zwar meist gerade, seltener krumblättrig. Insgemein, wo nicht allezeit, kömmt er von theils dünn-thetls dickschaligen abgesonderten Stücken, die meist gerade, und nur selten krumm, übrigens an dem einen Ende gemeiniglich etwas schwächer sind, so, daß mehrere an einander liegende wie nach einem Puncte zusammen laufen, vor. Und diese machen wiederum eine Art von mehr oder weniger großkörnigen abgesonderten Stücken aus, welche dem Steine im letztem Falle fast ein mehr körniges als schaltges Ansehn geben. Die schaltgen abgesonderten Stücke sind bey diesem Fojstl nicht sehr mit einander verwachsen, sondern durch merkliche obschon sehr schwache Klüftchcn von einander unterschieden. Er springt in rautenförmige Bruchstücke, die jedoch nicht so auszeichnend , wie im Kalkspathe sind. Gewöhnlich ist er durchscheinend, selten nur an den Kanten durchscheinend, eben so selten aber auch halbdurchsichtig, und nur in Kristallen durchsichtig. Er ist weich, fühlt sich etwas kalt an, und ist schwer. Dieses ist die gewöhnlichste Art. Er wird sehr häufig im Sächsischen Erzgebirge, und zwar hauptsächlich in der Marienberger und Freyberger Bcrgamts Refier, auf sehr vielen Gruben gefunden. In der letztem bricht er vorzüglich in der Halsbrük- ner und Hohebirker Refier, in der Bränder hingegen zur Zeit nur allein auf dem Himmelsfürsten , in der auswärtigen Refier erste Abtheilung aber, ins besondere auf den Gruben Seegen Gottes zu Gersdorf und Churprinz Friedrich August zu Grosschirme. Auf der letztem Grube kömmt er in außerordentlich großer Menge, aber von weiffer Farbe, vor; und dieser ist es, woraus in Freyberg die Teste zum Silberbrennen bereitet werden. Bey Saalfeld und Glüksbmn bricht er häufig, und ist die gewöhnliche Gangart der dasigen Kupfer - und Kobelterze. Auch kömmt er auf einigen Harzer Gruben und noch in vielen andern deutschen und auswärtigen Gebirgen vor. Der Flußspath (2). Der Flußspath gleicht dem Quarze und den Edelsteinen, schlägt aber nicht Feuer, fließt allein nicht, aber mit andern Körpern sehr leicht ; auf Kohlen leuchtet er, weil er die phosphortsche Säure in sich hat. Er kömmt meistens spathartig oder in Kristallen vor. Der Mergelschiefer. Die Mergelsteme, oder Mergelschiefer *) bestehen aus Kalk und Thon; und wenn diese Arten höhere Farben haben, wenn es auch bisweilen nur dunkelbraun ist, 12 so erhalten sie alsbald den Nahmen Marmor, und man wählt zu Arbeiten, die polirt werden sollen, die mächtigsten und dichtesten Langer aus, die so tief unten liegen, daß sie von der Verwitterung keinen Schaden gelitten haben **). *) §ig. z. und 4. sind dergleichen Mergelschiefer adgebildet, der regiere ist unter dem Nahmen Florentiner Marmor bekannt. *«) T b e r t s Naturlehre zter. Band 269. Brief. Rronstedts, Apel von, versuch einer Mineralogie, aus dem schwedischen übersegt, und mit Anmerkungen vermehrt von Abr. «ottl. Werner. Leipzig, 1730. N- 4 . *3 Der Kieselstein ülex, Icls, IN. L k. -/ /e/ce, r7 c/6tto/o le crIUon ,üe F-'ne ( flinnt >. Oer Quarz , der Flintenstel» , der Chalzedon / und der Karni'ol find von Joh. Vollerer nach Originalstücken copirt worden. il. Llasse des M in e r a l r e i ch s. Die Steine. il. Ordnung. Die glasartigen Sterne. glasartigen Steine haben diesen Nahmen deswegen erhalten, weil die meisten durchsichtig sind, und mit fixen alcalifchen Salzen im Feuer geschwinder als andre zu Glase werden. Ich sage mit Fleiß: geschwinder als andre; denn es können alle Steine theils mit, theils ohne Zusatz dahin gebracht werden, daß sie sich in GlaS verwandeln. Man rechnet aber unter die glasartigen Steine: Die Rieselarten. 2. Die Edelsteine. z. Die Hornfteine. 4. Der Sandstein. 5. Der Schiefer. Die Kieselartigen. Die kieselartigen Steine sind so hart, daß sie gegen den Stahl Feuer schlagen. Sie brausen mit keinem Sauer» , und schmelzen im Feuer ohne Zusatz nicht , sondern werden darin nur mürber; wenn man aber ein feuerbeständiges alcaltsches Salz hinzu setzt, so kommen sie in Fluß und geben ein gutes Glas. Sie sind metstentheils beym Zerschlagen auf dem Bruche uneben, und nicht so durchsichtig wie die Edelsteine. Man IV. D 4l rechnet darunter, außer dem gemeinen Kiesel, den Quarz, ben Flintenstein, den Chal- zedon, den Karneol, den Onyx, den Opal, den Sardonyx und den Achat. Der gemeine Riesel. Der gemeine Kiesel wird bisweilen ganz weiß, sonst aber auch von andrer Farbe , und zwar bald durchsichtig, bald undurchsichtig gefunden. Man gebraucht diese Steine nicht nur zum Bauen und Pflastern der Straßen, sondern auch zu vielen andern Arbeiten. Die feiner» Kieselsteine werden geschliffen und zu Steinschnallen und Frauenzimmerschmuck häufig verarbeitet. Um Glas daraus zu machen, muß man sie stark glühen, damit sie sich desto leichter zerreiben lassen, und hernach mit Potasche oder mit einem andern alcaltschen Salze vermischt in das Feuer bringen. Gemeiniglich bedient man sich dabey auch der Mennige und andrer metallischer Kalke, weil dadurch die Glasmasse nicht nur flüßiger und dauerhafter gemacht, sondern auch zugleich mit ver- schtednen Farben versehen werden kann. Der §. 4- »st em Bergflachs aus Oobschai» »ir Ungarir abgebllöek. Bey den Asbestarten gibt es noch mehr Verschiedenheiten. Der reife Asbest hat parallele, lichtgraue, etwas zähe Fasern, welche sich trennen lassen. Der unreife Asbest 36 besteht aus harten, nicht zu trennenden Fasern. Das sogenannte Federwetß hat weisse, kaum zu scheidende und ganz spröde Fasern , welche zwischen den Fingern in kleine Stückchen zerbrechen und auf der Haut wie Nadelspitzen stechen. Bey dem Sternasbeste laufen die Fasern aus einem Mittelpuncte, und bey dem Strausasbeste aus verschiedenen Puncten. Der Aehrenstein ist ebenfalls eine Asbestart, welche diesen Nahmen deswegen erhalten hat , weil die Fasern eine solche Lage unter einander haben, daß sie einigermaßen Aehrenftitzen vorstellen. Die Menge, in der diese Arten gefunden werden, und ihr Nutzen in der Haushaltung, stehen in einem richtigen Verhältnis mit einander; denn beyde sind sehr gering. Man hat im Publicum eine Sage , daß sich die Alten aus dem saftigen Asbest Kleider bereitet hätten, welches durch das Wort angezeigt werden soll. Dieses ist aber nicht glaublich, da weder ein schönes Ansehn, Nutzen noch Bequemlichkeit mit dieser Tracht verbunden gewesen seyn könnte, welches man aus den kleinen Sachen, als Beuteln, Bändern und dergleichen , die heut zu Tage davon gefertiget werden, schließen kann. Daß die Scythen ein dergleichen Gewebe um ihre Tobten, die verbrannt werden sollten, gehüllt haben , hat vielen Grund, und Häher kann man vielleicht Anleitung zu vorerwähnter Sage genommen haben. Man bereitet auch Papier davon, bloß um seine Feuerbeständigkeit zu zeigen, und dieser so besondern Steinart einigen Werth zu verschaffen. Vor einigen Jahren berichtete man, daß in Frankreich Asbest gesucht würde, um ihn in den Theer, zur Anstreichung der Häuser und Schiffe, etnzumengen. Es ist aber die Frage, ob er in diesem Fall einen andern Nutzen, als zerstoßener Glimmer und feiner Kohlstaub, leisten kann *). ») L-erts Naturlehre gier, »and 271. Brief. R rsustedts Mineralogie, vermehrt Von Abr. Gott!. Werner. Leipzig, 178°. 37 N'°' io. Oer Granit, d«r Porphyr, ver Wurfistein, das versteinerte SlmmonS-orn, und versteinerte Hol» find nach Originalstülken von Joh. Vollerer copirr worden. II. Llasse des Mineralreichs. Die Steine. IV. Ordnung. Die Felssteine. vierte Ordnung der Steine begreift die F-lsst-ine unter sich, denen man diese» Nahmen deßwegen gegeben hat, weil daraus gemeiniglich die Felsen und Gebirge bestehen. Im gemeinen Leben werden sie auch Wacken und Bruchsteine genannt. Sie sind aus allerlei) Gattungen von Erden, Steinen und metallischen Thetlen zusammen gesetzt; daher auch die Farbe, Härte und Festigkeit derselben sehr verschieden ist. Die meisten bestehen aus Quarz, Kiesel, Spath, Glimmer, Thon, Mergel und Eisentheilchen. Zu diesen Felssteinen gehört auch der Granit *), der die ältesten Gebirgsketten ausmacht, und der Porphyr **), der nebst den vorigen zu Verzierungen brauchbar ist. Fig. i-, ist ein Granit von dem Fußgestelle Peters des Großen zu Petersburg ab- gebildet. »*) Fig. 2., ist ein antiker Porphyr abgebildet. Von diesen Felssteinen kommen die meisten auf den Aeckern liegenden Steine her, die man gemeiniglich Feldsteine und Pflastersteine zu nennen pflegt. Sie haben meisten- theils eine graue, schwärzliche oder röthliche Farbe, und sind nichts anders als losge- riffene Stücke von großen Felssteinen, die durch Wasserflächen oder andre Zufälle herumgestreut worden sind. Sie haben eine unbestimmte Figur, und sind fast überall auf der Oberfläche glatt; welche Glätte ohne Zweifel eine Wirkung des Herumwälzens ist. Die großen Feldsteine können sehr vortheilhaft beym Bauen zum Grundlegen der IV. K 38 Häuser, und die kleinen statt der Ziegelsteine und zum Pflastern der Straßen gebraucht werden. v. Ordnung- Die Naturspiele» Abdrücke, Versteinerungen Zu der fünften und letzten Ordnung werden alle gebildete Steine/ das ist, diejenigen Gattungen gerechnet, welche theils durch ihre ganze äußerliche Bildung, theils durch die darauf befindlichen Figuren die Gestalt eines Körpers aus einem andern Reiche der Natur vorstellen. Es gehören also unter diese Ordnung die so genannten Na- rurspiele, die Abdrücke und die Versteinerungen. Die Naturspiele. Durch Naturspiele oder Steinspiele werden alle diejenigen Steine verstanden, welche durch einen ungefähren Zufall eine große Aehnlichkeit mit der Bildung eines solchen Körpers, der nicht in das Mineralreich gehört, erhalten haben. Sie unterscheiden sich von den bereits beschriebenen Arten mcistentheils bloß durch die äußere Gestalt, die sie allein merkwürdig macht. So findet man z. B. bisweilen Kiesel - und Feldsteine, welche die Figur eines Käses oder Eyes haben, und daher auch von diesen Körpern einen Nahmen bekommen. Der so genannte Wurststein z.) ist nichts anders als eine Vermischung von rothem Jaspis und weißem Quarz; daher er, wenn man ihn schleift, wie ein Stück Blutwurst aussieht. Die Klappersteine haben eine runde oder eyförmige Gestalt und inwendig eine Höhle, worin sich ein andrer kleiner Stein befindet ; daher sie klappern, wenn man sie schüttelt. Man findet sie hin und wieder in Sachsen an der Elbe und in vielen andern Gegenden. Ehemals hegte man die falsche Meinung, daß sie nur in den Nestern der Adler gefunden würben, und nannte sie deß- wegen Adlersieine. Die Abdrucke. Die Abdrücke sind Steine, welche Abbildungen von Thieren oder Pflanzen enthalten. Sie entstehen, wenn der Schlamm oder die Erde, worin ein dergleichen Thier oder Pflanze vergraben liegt, zu einem festen Steine verhärtet, und der darin enthaltene fremde Körper hernach davon getrennt wird. Doch gibt es auch Abdrücke, die einen andern Ursprung zu haben scheinen. So rühren z. B. die Abbildungen von kleinen Bäumchen und Kräutern, die man auf den so genannten Dentriten antrifft, wahrscheinlicher Weift von einer metallischen Feuchtigkeit her , welche in die Steine eindringt, und darin allerhand Figuren erzeuget / bey denen sich die Einbildungskraft, wenn nur einige Aehnlichkeit vorhanden ist, sehr leicht Bäumchen und Kräuter vorstellen kann. Denn es lassen sich durch die Kunst, vermittelst aufgelöster Metalle, dergleichen Dendriten ohne Schwierigkeit nachmachen. Die Versteinerungen. Die Versteinerungen sind eigentlich Körper aus dem Thier - oder Pflanzenreiche, welche aber durch die im Wasser enthaltene Steinmaterte durchdrungen, und, nachdem das Wasser abgedunstet, mit der Zeit in einen Stein verwandelt worden sind. Die Verschiedenheit, welche man unter den versteinerten Körpern antrifft, rührt nicht nur von der Verschiedenheit dieser Körper selbst, sondern auch von der Verschiedenheit der Steinmaterte her, welche die Körper versteinert hat. Diese Verwandlung der thieri- schen oder vegetabilischen Körper geschieht vorzüglich unter der Erde, bisweilen aber auch im Wasser; denn die meisten zu versteinernden Körper erfordern eine solche Lage, daß sie weder zu trocken liegen, weil die Steinmaterte bloß vermittelst des Wassers in die Körper dringet, noch auch durch zu viel Feuchtigkeit aufgelöst werden können. Es sind überhaupt auch nur diejenigen Thicre und Pflanzen hierzu recht geschickt, welche eine gewisse Härte besitzen, um der Fäulniß so lange zu widerstehen, bis die Versteinerung geschehen ist. Man trifft daher am meisten das Holz (krF. 4.), und die Meer- Lhiere *) versteinert an. Das merkwürdigste hierbey ist der Umstand, daß man oft auf sehr hohen Bergen dergleichen versteinerte Mcerthiere in großer Menge ausgräbt; woraus sich schließen läßt, daß diese Berge entweder ehemals den Boden des Meeres ausgemacht haben, oder durch eine sehr große Ueberschwemmung, dergleichen die Sündfluth gewesen ist, ganz mit Wasser bedeckt worden sind. *) §>F. 5- »st das rkmmoirshoril versteinert abgebildet. Zu den Versteinerungen zählen auch viele Schriftsteller diejenigen Körper, die nicht eigentlich von der Steinmatcrie ganz durchdrungen und in Stein verwandelt worden sind, sondern nur einen steinigen Ueberzug, der aus Topfstcin besteht, erhalten haben, und daher gemeiniglich Lnkrustirte Rörper genannt werden. Diese inkrustirende Eigenschaft besitzen, jedoch in sehr verschiedenem Grade, viele Quellwasser, und vornehmlich die warmen Bäder, worin oft die hinein geworfenen Sachen in kurzer Zeit eine ganz steinige Rinde erhalten. Man bringt dergleichen inkrustirte Körper sehr häufig aus Karlsbad *). *) Lberts Naturlehre zter. Band 272. Brief. 4r N'°' il. Der Dltrlok, da» Kochsalz, der Salpeter, BoraxS und Alaun find nach Origlnalstücken don Joh. Gellerer coplr» worden. III. Llasse -es Mineralreichs. Die Salze. <^/le Salze unterscheiden sich von den übrigen mineralischen Körpern vorzüglich dadurch, daß sie sich nicht nur tm Wasser auflösen lassen, sondern auch auf der Zunge einen Geschmack von sich geben. Zum Theil schmelzen sie im Feuer, zum Thell bleiben sie unverändert. Einige sind auch im Feuer flüchtig, andere aber beständig. Werden sie im Wasser aufgelöfet, und wird hernach das zu ihrer Auflösung erforderliche Wasser durch die Ausdünstung vermindert , so bilden sie sich, wenigstens in der Vermischung mit einander, in feste Körper von eckiger und vielseitiger Figur. Hierin besteht die Kri- stallisirung der Salze. Man pflegt gemeiniglich die Salze in drey Ordnungen abzuthei- len, nähmllch: i. Saure Salze. 2. Lauyensalze, z. MLttelfalze. i. Ordnung. Die sauren Salze. Same Salze sind diejenigen, welche einen sauren Geschmack erregen, ben Vio- lensaft und die meisten blauen Säfte aus dem Pflanzenreiche roth färben, mit Laugensalzen ein zischendes, bisweilen mit großer Hitze verbundenes Brausen verursachen und durch die Verbindung mit denselben zu Mtttelsalzen werden. Ein reines saures Salz wird als ein fester Körper gar nicht gefunden, sondern bloß durch die Kunst aus den Mittelsalzen geschieden. Ueberhaupt sind die Thetle der sauren Salze so flüchtig und fein, daß sie, außer in Vermischung mit fremden Materien, unfern Augen nicht sichtbar werden können. II. Ordnung. Die raugensalze. Die Laugensalze, die man auch kalische Salze zu nennen pflegt , haben einen scharfen Geschmack, färben den Violensirft und andere blaue vegetabilische Säfte grün, brausen mit sauren Salzen, vereinigen sich mit ihnen und schlagen die darin aufgelösten Körper zu Boden. Mit Fett verbunden machen sie eine Seife aus. Es gibt übrigens zweyerley Laugensalze im Mineralreiche, nähmlich ein fixes oder feuerbeständiges ^ und ein flüchtiges Laugensalz. Das fixe fließt im Feuer, wird aber durch dasselbe nicht IV» L 42 Ln die Höhe getrieben, und schlägt das im Wasser aufgelöste suölkmirke Quecksilber braungelb nieder. Das flüchtige Laugensalz verfliegt im Feuer, und schlägt das sublk- mirte Quecksilber aus dem Wasser weiß nieder. Das erstere läßt sich in trockner Gestalt, das letztere aber nicht völlig rein darstellen. m. Ordnung. Die Mittelsalze. Die Mittelsalze , denen man diesen Nahmen deßwegen beygelegt hat , weil sie aus der Vermischung eines sauren und kalischen Salzes entstehen, haben einen salzigen Geschmack, pflegen aber weder mit sauren noch mit Laugensalzen aufzubrausen, auch die Farbe des Violensafts, wenn sie recht gesättiget sind, unverändert zu lassen. Hierunter gehören: das Kochsalz, der Salpeter, der Salmiak, das Bittersalz, der. Borax, der Vitriol, und der Alaun. Das Rochfalz. Das Kochsalz, welches unter allen Arten nicht nur das bekannteste, sondern auch bas nützlichste ist, schießt in kubischen oder wirklichen Kristallen an; knistert, wenn es ins Feuer geworfen wird ; bey starkem Feuer fließt es und bleibt feuerbeständig. Es kommt theiis unter der Erde in fester Gestalt vor, und wird alsdann Bergsalz oder Steinsalz genannt; theils wird es auch in vielen Gegenden aus besondern Quellen und aus dem Meerwaffer erhalten. Jenes pflegt man daher Brunnensalz , und dieses Meersalz zu nennen. Die Act und Weise, wie man aus dem Wasser der Salzquellen, welches Sole genannt wird, das Kochsalz zubereitet, ist kürzlich folgende. Man siedet die Sole in kupfernen Pfannen so lange, bis sich das Salz in der Oberfläche zu kristal- lisireu anfängt. Die Kristallen, die auf den Boden fallen, werden mit kleinen hölzernen Werkzeugen heraus genommen und getrocknet. Ist die Sole nicht reich genug an Salz, so wird dieselbe durch Röhren in besonders hierzu erbaute Häuser geleitet, welche mit Rinnen , Kasten und vielem Reisholz versehen sind. Durch das Reisholz muß die Sole herunter laufen; und weil man dabey allemahl die Einrichtung trifft, daß die Luft frey durchstreichen kann , so erhält man dadurch den Vorthctl, daß die Luft die Waffertheilchen sehr häufig mit fortführet, die Salzthetlchen aber wegen ihrer größer» Schwere mit dem übrigen Wasser herunter fallen. Man pflegt diese Operation, wodurch man eine mehr concentrirte Sole erhält, das Gradiren und daher die zu dieser Absicht erbauten Häuser Gradirhäuser zu nennen *). *) §«§. r. ist ein würfliches Aochsalz von wielis« in GüUizien abgebildet Das Meersalz, welchem man gemeiniglich, ehe es raffinirt wird, den Nahmen Boisalz gibt, wird vermittelst der Sonnenhitze aus dem salzigen Meerwasser erhalten. Man leitet dasselbe in besonders hierzu gegrabene Teiche, wo die wäßrigen Theilchen im Sommer gar bald verdampfen und das Salz in fester Gestalt zurück lassen. Man gebraucht zwar das Meersalz, zumahl wenn man es gereinigt hat, ebenfalls zur Würzung der Speisen; es ist aber allemahl viel schlechter, als das Brunnen - und Steinsalz, Dev Salpeter. Der Salpeter macht lange sechseckige Kristallen , kühlet stark, wenn man ihn auf die Zunge legt, und verbrennt, wenn man ihn an glühende Kohlen bringt, mit Zischen und einer Hellen weißblauen Flamme. Der gute Salpeter ist rein, weist und durchsichtig; allein in dieser Gestalt wird er nicht unmittelbar gefunden, sondern durch Hülfe der Kunst erhalten. Er setzt sich gern an leimige und an steinerne Wände, auch bisweilen an die Gartenerde an, und zwar vorzüglich in solchen Gegenden, wo es viel Harn, Koth und faule Dünste gibt, und wohin wenig Sonne kommt. Man zieht ihn aus der Erde, mit welcher er vereiniget ist, vermittelst einer Lauge, die gemeiniglich aus Holzasche und Kalch bereitet wird. Der Nutzen, den uns der Salpeter verschafft, ist sehr beträchtlich. Er wird nicht nur von vielen Künstlern und Handwerkern, sondern auch von den Aerzten zu verschiedenen kühlenden Arzeneyen gebraucht. Bey dem Schießpulver macht er den vornehmsten Theil aus; denn die Kohlen und der Schwefel, welche noch dazu genommen werden, dienen bloß dazu, das geschwinde Entzünden der - Salpetertheilchen zu befördern. Aus Salpeter und Vitriol wird das Scheidewasser gemacht *). *) Fi§. 2, ist ein osscineller SLangensalpetev abgebilöek. Der Salmiak. Der Salmiak schießt in fedrigen Kristallen an, schmeckt nach Kochsalz und Urin, schmelzt in mäßigem Feuer und wird flüchtig. Man findet ihn zwar in einigen Gegenden, z. B. in Persien , bisweilen an den Felsen als ein natürlich gewachsenes Salz; aber meistenkheils wird er durch die Kunst zubereitct und häufig aus Aegypten gebracht. Man verbrennt nähmlich, nach der Erzählung einiger Schriftsteller, den getrockneten Mist der Kameele oder andrer Thiere, sammelt den Ruß davon und sublimirt ihn. Verschiedene Reisebeschreibcr behaupten auch, daß er in Lybken und Arabien von dem Harn der Kameele in dem heißen Sande durch die Vereinigung mit Meersalz erzeugt werde. Der Salmiak wird übrigens nicht nur von den Aerzten und Apothekern, sondern auch von den Goldschmieden, Färbern und andern Künstlern auf mancherley Art gebraucht. Das Bittersalz. Das Bittersalz, welches seinen Nahmen von dem bittern Geschmacke bekomme» hat, macht länglich viereckige Kristallen und zerfließt sehr leicht Im Feuer. Es befindet sich in verschiedenen Sauerbrunnen und Bädern, daher man es auch Gcsundbrunnensalz zu nennen pflegt. Dergleichen sind: das sogenannte Englische, das Sedlitzcr oder Seid- schützer, das Karlsbader und das Egrtsche Salz, welche sehr gute Laxirmittel abgeben. Der Borax. Der Borax, welchen man auch unter die Laugensalze rechnen kann, weil er viel Acali enthält und den Veilchensaft grün färbet, kristallistrt sich in unbestimmten Figuren; doch macht er gemeiniglich sechseckige oder achteckige Kristallen. Anfangs hat er einen süßlichen, hintennach aber einen herben Geschmack, sieht fast wie Alaun aus, schmelzt 44 sehr schwer im Wasser, bläht sich im Feuer auf, und wird darin zu einem durchsichtigen Glase, welches sich aber wieder im Wasser auflösen und zu Borax kristallisiren läßt. Dieses Salz wird aus Ostindien und China unter dem Nahmen Tinkal oder Tinkar nach Europa gebracht. Seine Entstehungsart aber ist noch nicht hinlänglich bekannt. Mit feinem Sand geschmolzen gibt es ein schönes welsses Glas, und, wenn man etliche metallische Kalche zusetzet, allerhand gefärbte Glasarten oder Flüsse. Daher pflegen sich diejenigen Künstler, welche sich mit Emailmalen und Glasmachen beschäftigen, sehr häufig des Borax zu bedienen. Er wird auch von den Goldarbeitern und Kupferschmieden zum Löthen gebraucht. Die Aerzte schreiben ihm eine auflösende und reizende Kraft zu *). *) Fig. Z. ist ein Borax aus Thibet abgebildet. Der Vitriol. Der Vitriol, welcher ein mit metallischen Erden vermischtes Salz ist, hat einen eckeln zusammen ziehenden Geschmack, schtesset in allerley Kristallen an und fließet im Feuer. Es gibt von diesem Salze drey Hauptarten, die unter dem Nahmen Eisenvitriol , Kupfervitriol und Zinkvitriol bekannt sind. Der Eisenvitriol, welcher diesen Nahmen wegen der darin enthaltenen Etsenerde führet, ist meistentheils grün, bisweilen auch weißlich, und gibt in Vermischung mit Galläpfeln schwarze Dinte. Der Kupfervitriol, welcher Kupfererde enthält, hat eine blaue Farbe und wird sehr häufig von den Aerzten und Wundärzten gebraucht. Der Zinkvitriol, welcher aufgelösten Zink enthält, und auch Galitzenstcin genannt wird, ist meistentheils weiß, bisweilen aber auch röthlich. Er wird zu Firnissen und verschiedenen Arzeneyen gebraucht *). -») Zig. 4. Ist ein blauer Rupfervitriol L,r RristaNcit aus Frankreich Zig. 5. ein grüner geträufter Eisenvitriol aus Schemmg i» Ungarn abgebildet. Der Alaun. Der Alaun, welcher aus dem Vitriolsaurcn und aus einer Kieselerde besteht, könmt in achteckigen Kristallen zum Vorschein, hat anfangs einen süßlichen, hintennach aber zusammenziehenden Geschmack und schwillt im Feuer auf. Er wird nicht nur durch die Kunst aus der sogenannten Alaunerde, und aus gewissen Schiefern und andern Steinen gezogen, sondern auch gediegen in fester Gestalt und kristallisirt, oder wie Wolle gewachsen, auch bisweilen wir ein weisses Mehl, welches aus gewissen Steinen wittert , gefunden. Die AerzteWundärzte und verschiedne Künstler bedienen sich des Alauns mit großem Vortheile. Vorzüglich wird er sehr häufig In der Färberei) gebraucht , weil er nicht nur zur Festsetzung, sondern auch zur Erhöhung der Farbe» dienet *). -) §ig. ist ein Alaun von Göttwekh abgebildct., Lberts Naturlehre gier. Land 2S7. Brief. k?°' 12. 45 «er Kopal, »»r Bernstein, »er Torf, der Schwefel, die Steinkohle und »er Markaste fin» nach Originalstücken von 2<>h> «ollerer copirt worden. IV. L lasse des Mineralreichs. Die brennlichen Mineralien. »rOic Mimralien, welche die vierte Claffe allsmachen, unterscheiden sich von den übri- gen durch die Eigenschaft, daß sie brennen und zum Theil ganz verbrennen können; daher man sie auch brennliche Mineralien zu nennen pflegt. Hierunter gehören drey Ordnungen, nähmlich: i. Die Erdharze. 2. Der Schwefel, z. Die mit Erdharzen durchdrungenen Pflanzen. 1. Ordnung. Die Erdharze. Die Erdharze sind mineralische Säfte, die das Wasser von sich stoßen, von Oclen aber sich auflösen lassen, mtt einer Flamme brennen und einen starken Geruch von sich geben. Einige Arten werden in der Erde als flüssige, oder aber als feste Körper gefunden. Zu den flüssigen gehören: die Naphtha, das Bergöl und der Bergtheer; zu den festen Erdharzen aber: das Bergpech oder Iudenpech, der Gagat, die Steinkohlen, der Bernstein, der Ropal und der Ambra. Die Naphtha. Die Naphtha, welche auch Bergbalsam genannt wird , ist eine zarte, leichte, durchsichtige, ölige Materie, die an Klarheit und Farbe fast dem Wasser gleicht, einen sehr starken, nicht unangenehmen Geruch von sich gibt, und schon in einer Entfernung von Feuer zu brennen anfängt. Sie wird vorzüglich in Persien gefunden, wo sie auf dem Wasser gewisser Brunnen schwimmen soll. Man kann sie aber auch durch die Kunst, vermittelst des Vitriolöls und Weingeistes, einigermaßen nachmachen. Das Berg-ober Steindl. Das Bergöl oder Stcinöl , welches nicht nur in Persien und andern morgen- ländischen Gegenden, sondern auch in vielen Europäischen Ländern, z. B. in Italien, Frankreich , Elsaß und Baiern gefunden wird , ist ein dickeres Oel als die Naphtha, von rörhlicher oder gelblicher Farbe. Es schwimmt nicht nur, wie der Bergbalsam, auf dem Wasser verschiedner Brunnen, sondern es quillt auch bisweilen aus den Felsen; welches zu dem Nahmen Stcinöl Gelegenheit gegeben hat. Wegen des schädlichen Dampfes, den es von sich gibt, kann es nicht, wie das Oel aus dem Pflanzenreiche, zum Brennen in der Haushaltung gebraucht werden. Die Feuerwerker und Wundärzte aber bedienen sich desselben bey vielen Gelegenheiten. IV. M Der Berytheer. Der Bergtheer oder bas pecharttge Bergöl ist ein schwarzes, dickflüssiges Bergharz , welches dem äußerlichen Ansehen nach mtt dem gemeinen Theer eine große Aehn- lichkeit hat, und, wenn es brennt, einen starken, unangenehmen Geruch von sich gibt. Man findet es vorzüglich im gelobten Lande auf dem tobten Meere und in einigen Gegenden von England, wo es von vielen, wie der gemeine Theer, zum Anstretchen der Schiffe, Häuser und andrer Dinge gebraucht wird. Das Bergpech. Das Bergpech, welches auch Iudcnpech und Asphalt genannt wird, ist ein schwarzes, oder dunkel purpurfarbiges, ziemlich hartes Erdharz, welches zwar äußerlich mit dem Peche einige Aehnltchkeit hat, wenn es aber angezündet wird, ganz und gar keinen Geruch wie Pech, sondern wie brennendes Stclnöl von sich gibt. Man findet es nicht nur auf dem tobten Meere, sondern auch hin und wieder tn Gruben, an Steinen und Bergen. Bisweilen trifft man es ganz rein, sehr oft aber unrein an. Das reine läßt, wenn es verbrannt wird, keine Schlacken nach sich; das unreine Bergpech aber enthält viel erdige Thetlchen , welche nach der Destillation oder nach dem Berbrennen auf Kühlen, als eine Schlacke zuruck bleiben. Einige Schriftsteller sind der Meinung, daß sich die alten Aegyptier des Judcnpechs zum Einbalsamiren ihrer Leichen, die wir setzt Mumien zu nennen pflegen, bedient hätten. Die Kupferstecher gebrauchen es zu ihrem Aezgrunde, und die Aerzte verordnen es bisweilen als ein Rän- cherwerk in Nervenkrankheiten. Der Gagat, welcher in Frankreich, England und auch in einigen Gegenden von Deutschland gefunden wird, kommt mit dem Iudenpech sowohl in Ansehung der Farbe, als auch in Ansehung der meisten übrigen Eigenschaften größtentheils überein, ist aber viel härter und nimmt eine gute Politur an; daher man Knöpfe, Dosen und andre dergleichen Dinge daraus zu machen pflegt. Die Steinkohle. D«e Steinkohlen, welche nicht nur sehr häufig in England, sondern auch in Sachsen, Böhmen und in vielen andern Ländern ausgegraben werden, sind nichts anders , als ein mit Erdharzen durchdrungenes, meistentheils schiefriges Gestein von schwarzer Farbe. Sie geben im Brennen eine Helle Flamme , wie Holzkohlen, einen schwarzen Rauch, und einen harzigen zum Theil auch etwas schwefligen Geruch von sich. Ihre Glut vermehrt sich , wenn man sie mit Wasser besprengt. Sie werden nicht nur zum Schmiden, zur Schmelzung der Erze, zum Glasmachen und Salzsieden, sondern auch in den Gegenden, wo das Holz selten ist, zur Erwärmung der Stuben gebraucht *). *) r. ist eine Steinkohle aus Mahren abgebilSet Der Bernstein. Der -LiernstetN oder Agtstein ist ein fester, glatter, doch etwas spröder und zerbrechlicher , bald mehr bald weniger durchsichtiger Körper von gelber oder weißlicher Farbe, welcher im Feuer brennt und fließt, und alsdann einen sehr angenehmen Ge- 47 ^ euch von sich gibt, welchen man auch schon bemerkt, wenn man ihn stark reibet. Man findet ihn am häufigsten und schönsten in Preußen an den Ufern der Ostsee; doch wird er auch in andern Gegenden, und zwar oft an solchen Oertern, die weit von der See entfernt sind , aus der Erde gegraben. Wahrschetnltcherwelse ist er anfangs eine flüssige Materie; welches sich aus den in dem Bernstein oft befindlichen Würmern, In- secten und andern Körpern schlossen läßt. Man macht aus dem Bernsteine Knöpfe, Korallen und allerlei) andere künstliche Arbeiten. Das Oel und Salz, welches man durch die Destillation daraus erhält, wird von den Aerzten als ein nervenstärkendes und krampfstillendes Mittel gerühmt. In Terpentinöl aufgelöst gibt der Bernstein einen sehr guten Lackfirniß, und pulverisirt ein sehr gesundes und angenehmes Räucherpulvcr *). *) Lig. 2, ist ein Bernstein mit einem eingeschlosseneir Jnseet aus der Ostsee abgcbilbet. Der Ropal. Der Kopal, welcher aber nicht von allen Schriftstellern zum Mineralreiche gerechnet, sondern von einigen für das Harz eines amerikanischen Baums gehalten wird, hat in Ansehung der Farbe, des Geruchs und der meisten übrigen Eigenschaften eine große Ähnlichkeit mit dem Bernsteine, ist aber etwas blaßer und weicher. Er wird vorzüglich zu Firnissen und zu Räucherpulvcr gebraucht *). *) §ig. z. ist ein Ropal aus Guinea in Africa abgebildet. Der Ambra. Der Ambra, den einige Schriftsteller ins Thierretch setzen , weil man ihn bisweilen in den Wallfischen findet, die ihn aber ohne Zweifel erst verschluckt haben, ist ein schwärzliches oder graues Erdharz, fast so zähe wie Wachs, aber doch zerbrechlich. Er fließt bey sehr schwachem Feuer, und gibt, wenn er brennt, einen angenehmen Geruch von sich. Bey starkem offenem Feuer wird er ganz flüchtig. Man findet bisweilen im Ambra Fischgräten, Federn, Vogelschnäbel und andre kleine Körper; woraus man ersieht, daß er eben so , wie der Bernstein, anfangs eine flüssige Materie seyn muß. Man bringt ihn vorzüglich aus Ostindien, wo er an den Ufern des Meers gefunden werden soll, und bezahlt ihn sehr theuer, vornehmlich den grauen, welcher für den besten gehalten wird. Man nimmt ihn nicht nur untcr die Räucherpulver , sondern auch zu verschiednen Essenzen und andern Arzeneyen, weil man ihm eine Haupt - und nervenstärkende Kraft zuschreibt; doch wird er von den neuern Aerzten weit weniger, als von den ältern gebraucht. II. Ordnung. Der Schwefel. Der Schwefel fliesset in offenem Feuer, und verbrennt mit einer blauen Flamme und erstickendem Dampfe. Man findet ihn theils gediegen oder ganz rein , thetls mit andern mineralischen Körpern vermischt. Der gediegene oder gewachsene Schwefel, dergleichen man in Ungarn , Rußland und in einigen Gegenden von Deutschland antrifft, hat eine zitrongelbe oder rothe Farbe. Im letztem Falle ist er schon mit etwas Arsenik vermischt. Der gemachte Schwefel wird aus verschiednen Erzen, vornehmlich 48 aber aus ben so genannten Schwefelkiesen erhalten. Diese Erze , welche außer dem Schwefel etwas Eisen oder Etsenerde, bisweilen auch noch etwas Arsenik enthalten, haben meistenteils eine bleichgelbe glänzende Farbe, und werden von mancherley Gestalt, auch oftmahls kristalltsirt gefunden. Die letztere Art von Schwefelkiesen, welche bisweilen würflich, bisweilen acht, zehn und mehr eckig erscheinet, ist unter dem Nahmen Markasit oder Rieskristallen bekannt, und enthält außer dem Schwefel und Eisen bisweilen auch etwas Kupfer *). *) §'§. 4. ist ein yediegeirer Schwefel in weissem schimmernden Ralkstein aus Lasan in Russisch Asien; Zig. 5. ein Markasit oder würflicher Schwefelkies aus dem Vannat in Ungarn adgebildet. Man nützt den Schwefel auf mehr als einerlei) Art. Denn erstlich wird er von den Aerzten sowohl äußerlich, als auch innerlich wegen seiner balsamischen , trocknenden und eröffnenden Kraft in vielerlei) Krankheiten gebraucht. Hernach bedient man sich auch desselben zum Schießpulver und zu andern Compostttonen der Feuerwerkerey. Die Färber wissen der Seide und Wolle vermittelst desselben eine weisse Farbe zu geben. Die Goldschmiede, Steinschneider und andre Künstler uud Handwerker machen daraus allerley Abgüsse und Patronen. Aus Schwefel und Quecksilber wird der künstliche Zinnober bereitet; und durch den Dampf des brennenden Schwefels kann man mit leichter Mühe viele der schädlichsten Jnsecten vertreiben. III. Ordnung. Die mit Erdharzen durchdrungenen Pflanzen. Die mit Erdharz durchdrungenen Körper aus dem Pflanzenreiche, aus denen die dritte Ordnung der brennbaren Mineralien besteht , sind unter dem Nahmen Erdkohlen und Torf bekannt. Die Erbkohlen oder die unterirdischen Holzkohlen, welche eine braune oder schwärzliche Farbe haben, sind nichts anders als Stämme oder Aeste von Bäumen, die theils ganz, theils stückweise durch einen Zufall unter die Erde gekommen und daselbst mit flüssigen Erdharzen angefüllt worben sind. Sie sind viel leichter als die Steinkohlen, und brennen geschwind weg. Die großen Stücke von dergleichen Holz, das bisweilen eine außerordentliche Härte hat, können oft sehr gut bey Wassergebäu- den genützt werden. Der Torf , wovon man den besten in Holland und den anliegenden Gegenden findet, hat eine braunschwarze, bisweilen auch andre Farbe, und besteht aus Wurzeln von verschieden Gewächsen, die fest in einander verwickelt, mit etwas Gartenerde vermischt und mit Erdharz durchdrunden sind. Man bedient sich deS Torfs In den Gegenden, wo es nicht viel Holz gibt, mit großem Vortheil. Er unterhält das Feuer sehr lange und gibt gute Kohlen, die noch geschwinder glühend werden als die gemeinen Holzkohlen, und daher zu chymischcn und andern ähnlichen Arbeiten sehr bequem sind- Die Torfasche kann zur Verbesserung der Felder gebraucht werden *). *) Zig. s. ist ein Torf aus Lolland abgekilbet. Lberts Naturlehre Ster. Band 2S8. »rief. N"" IZ. 49 D-s Gold Lvrvm,!. 2. t'oro 1'or e)-e ( ghohld ). Die aus der Platte Nro. iz. abgerekchnett» Gvldstusen And nach Originalstücken von Jo-. Vollerer eoplrt worden. V.Llasse des Mineralreichs. Die Metalle. Von -en Metallen überhaupt. 88>r kommen nunmehr zur fünften und letzten Ordnung des Mineralreichs, nühmllch zu den Metallen , welche alle übrige Körper an Schwere übertreffen , einen besondern Glanz haben, Im Feuer fließen und sich durch den Hammer treiben lassen. In Ansehung der letzter» Eigenschaft aber trifft man einen sehr merklichen Unterschied unter den Körpern an, die zu den Metallen gerechnet werden. Denn einige besitzen dieselbe in sehr vollkommnem Grade, bey andern hingegen ist sie kaum merklich. Man pflegt daher die Metalle in vollkommne und unvollkommne einzutheilen. Vollkommne Metalle nähmltch sind solche, welche aus sehr biegsamen Thetlen bestehen, und sich durch den Hammer vollkommen treiben und ausdehnen lassen. Die unvollkommnen oder Halbmetalle fließen zwar ebenfalls im Feuer, haben auch ein glänzendes Ansehen und eine beträchtliche Schwere, sind aber so spröde, daß sie sich nur zum Theil, bisweilen auch fast gar nicht durch den Hammer ausdehnen lassen. Die Metalle werden übrigens entweder gediegen oder vererzet aus der Erde gegraben. Gediegen heißt ein Metall, wenn es ganz rein, und nicht mit andern Materien genau vereinigt ist. IV. N §c> Ein vererztes Metall oder ein Erz Ist eine solche Vermischung metallischer Thel- le mit andern mineralischen Körpern, wodurch das Metall größtentheils seines Glanzes, Klanges und seiner Geschmeidigkeit beraubt worden ist. Die vornehmsten vererzenden Materien sind der Schwefel, der Arsenik, einige Erdarten und andre Metalle. Diejenigen mineralischen Körper, worin sich die Metalle erzeugen und zu ihrer Vollkommenheit gelangen, werden Metallmutter genannt, worunter die Klüfte und Gänge, tngleichen allerhand Steine und Erden gehören. Wenn man auf das Verhalten der vollkommnen Metalle im Feuer Achtung gibt, so bemerkt man hierbei) folgenden Unterschied. Einige bleiben in dem' gewöhnlichen Schnelzfeuer, wenn sie auch noch so lange fließend erhalten werden, unveränderlich, und heissen deßwegen edle Metalle; andre hingegen, und zwar die meisten, werden vom Feuer gar bald zerstöret, und verwandeln sich darin theils in Rauch , theils in Kalch und Asche, theils in Schlacken oder glasartige Massen. Aus dieser Ursache pflegt man sie unedle Metalle zu nennen. Doch wird bey dieser Eintheilung der Metalle in edle und unedle bloß auf ihr Verhalten im gemeinen Schmelzfeuer gesehen. Denn bringt man die Metalle in das durch die großen Brennspiegel concentrirte Sonnenfeuer, so fällt dieser Unterschied zwischen edlen und unedlen Metallen ganz weg. Die erstern werden durch die Heftigkeit des Sonnenfeuers eben so gut, als die letzter» zerstöret. Die edlen Metalle. Das Gold. Das Gold übertrifft an Geschmeidigkeit und Schwere alle übrigen Metalle; denn in seiner Reinigkett ist es über 19z mahl schwerer, als das Regenwasser, und aus einem Dukaten lassen sich über drey hundert solcher Blättchen schlagen, deren man sich zum Vergolden zu bedienen pflegt. Es hat einen sehr geringen Grad von Härte, und keine merkliche Elasttcität; daher es auch keinen Klang von sich gibt. Vom Königswasser , welches aus einer mit der Salpetersäure vereinigten Kochsalzsäure besteht, wird es aufgelöst, aber nicht von der Kochsalzsäure oder Salpetersäure allein. Gemeiniglich sitzt es in dünnen Blättchen oder feinen Puncten auf Quarz und allerhand andern Steinen und Erzen *). Es wird auch hin und wieder im Flußsande augetroffen; denn sehr viele große, auch verschiedne kleine Flüsse führen Gold mit sich. *) Atg. I. ist ein gediegenes blättriches Gold aus vöröspataök iu Siebenbürgen; Ai g. 2, ein gediegenes feinkörniges Gold auf grauem Lluarze von RirniL in Siebenbürgen; Aig. s- ist ein fein faseriches , fast körniges gediegenes Gold in grauem zerfres» sxnem >er ( sillv'r > Die aus der Platte Nro. 14. enthaltenen Gilberstusen sind von Joh. Sollercr nach Original- stücken coplrt worden. v.Llasse des Mineralreichs. Die Metalle. Die edlen Metalle, (Fort se tzuny). Das Silber. Silber hat eine glänzend weisse Farbe, und ist nach dem Golde das dehnbarste Metall und ziemlich elastisch. Seine spectfische Schwere verhält sich zu der Schwere des RegenwasserS ungefähr wie n zu i, und zu der Schwere des Goldes wie n zu iy. Von der Salpetersäure, dergleichen das gemeine Scheidewasscr ist, wird es sehr leicht, von der Kochsalzsäure aber gar nicht aufgelöst. Zum Schmelzen braucht es kein so starkes Feuer, als das Gold. Es wird nicht nur vererzct, sondern auch häufig gediegen, und zwar in kristallinischer, haariger, körniger, blätteriger, baumförmiger und andrer Gestalt gefunden *). Si§. 1, ist rin schneeweisses gediegenes Laarsilber auf kristallisirten Glaesilbererz aus Joachimsthar in Böhmen; §ig. 2, ist ein gediegenes kristallist'rteo Silber in dentri- lischen Tacken in Schwerspath aus dem §ürstenbergischen abgebildct. Die vornehmsten Silbererze sind: Hornerz, Elaserz, Rothgüldcnerz, Weißgüldenerz, Fahlerz, Federerz und Lebererz. Das Hornerz, welches unter die seltensten und reichhaltigsten Silbererze gehört, ist meistentheils halbdurchsichtig und hat eine bräunliche oder gelbliche Farbe; daher cS mit dem Horne verglichen wird. Es besteht aus Silber , Schwefel und Arsenik. Das Glaserz, welches in den Sächsischen Bergwerken sehr häufig gefunden wird, sieht wir Bley aus, und ist meistentheils so geschmeidig, daß es sich schneiden und hämmern läßt. Die schwarze Bleyfarbe kömmt von dem Schwefel her, womit das Silber vereinigt ist. Man findet es theils derb, thetls auf verschiednen Steinen und andern Erzen in mancherlei- Gestalt eingesprengct. Es ist das reichhaltigste Silbererz; denn aus einem Zentner erhält man vierzig bis achtzig, ja bisweilen, wenn er recht rein ist, über neunzig Pfund fein Silber *). ») §ig. z. ist ei«» zackiges Glassilbererz auf Duarzkrlstallen mit etwas Rupfergrürr anr geflogen von Schemnig in Ungarn abgebildet. IV. M 54 Das RothgäL-enerz, hat seinen Nahmen von der Farbe erhalten, welche vom Dunkelgrauen bis zum RubtnroLhen steiget. 'Man findet es oft halb durchsichtig und kristallifiret. Es enthält, außer dem Silber, Schwefel, Eisen und Arsenik. Es ist ziemlich spröde, prasselt im Feuer, und wenn das Prasseln aufhöret, schmelzet es leicht. Ein Zentner Rothgüldenerz gibt bisweilen über sechzig Pfund Silber *). *) §i§. 4. ist eilt Rothgüldenerz auf Ralchspath von Foachimsthal in Böhmen abgebildet. Das weißgulbenerz, welches aus Silber, Kupfer, Eisen, Arsenik und Schwefel besteht, ist ein wetßgraues, glänzendes, feinkörniges Erz, wovon der Zentner bisweilen fünfzehn Pfund Silber gibt. Das Zahlerz, welches seinen Nahmen von der Farbe bekommen hat, enthält eben die Bestandtheile wie das Wetßgüldenerz, nur in einem andern Verhältntß; denn in dem Fahlerze find mehr Kupfer - und Eisentheilchen, als in dem Weißgüldenerze; daher auch die Farbe ins Dunkelgraue oder Schwärzliche fällt. Das Federerz, welches aber nicht häufig vorkömmt, hat eine fchwarzblaue oder weißgraue Farbe , und ist haarig oder faserig gewachsen, welches seinen Nahmen veranlaßt hat. Es besteht aus Silber, Arsenik, Schwefel und Spießglas; doch ist der Silbergehalt sehr geringe. Denn ein Zentner Federerz enthält selten über acht Loth Silber. Das Lebererz hat eine bräunliche Farbe und kömmt übrigens in Ansehung der Gestalt und der Bestandtheile mit dem Federerze überein. Außer den jetzt angeführten Arten gibt es noch verschtedne andre Erze, wovon einige bey den übrigen Metallen Vorkommen werden , Ingleichen mancherley Erden und Steine, welche etwas Silber in sich enthalten. Der Gebrauch, den man von dem Silber zu machen pflegt, ist ohnehin bekannt. Nur dieses kömmt zu erinnern, daß man die Feinheit des Silbers, welches gemeiniglich bey Verarbeitung desselben mit Kupfer vermischt wird, auf eine etwas andre Art, als die Feinheit des Goldes bestimmt; man drückt nähmltch die Menge des feinen Silbers, welche in einer Mark enthalten ist, durch Lothe aus, wovon i6 eine ganze Mark oder ein halbes Pfund betragen. Also heißt sechzehnlöthiges so viel als ganz feineS Silber; funfzehnlöthtges hingegen ist solches, wovon eine Mark fünfzehn Loth Silber und ein Loth Kupfer enthält; im vierzehnlöthigen befinden sich vierzehn Lhetle fein Silber und zwey Theile Kupfer u. s. f. *). Lbert» »aturlehre zter. Band. 273. Brief. 55 N'°' 15. D.«§M,r t»-°°x?».i»/-(kopp-r,brLß). ses c^xrium D°« g-»!-s-n- »N« »---'--- K»°f-- M »°» 2-h- »-» ->r>gln»«-,n w°r»-n. V. L lasse des Mineralreich s. Die Metalle. Die unedlen Metalle. Das Kupfer. Kupfer, welches unter den unedlen Metallen (Nro. iz. S. 50) den ersten Platz behauptet, wett es einen höhern Werth hat, als Eisen, Zinn und Bley, ist ein roth- gelbes, hellklingendes, sehr geschmeidiges Metall, welches im Wasser und an der Luft grün beschlägt , und über 8L mahl schwerer als das Regenwasser ist. Zum Schmelzen erfordert es eine starke, jedoch noch etwas geringere Hitze, als das Eisen; und in einem heftigen anhaltenden Feuer wird es zum Theil in Rauch, zum Theil in eine röth- lichbraune oder blaugrüne Schlacke verwandelt. Es wird von allen sauren Feuchtigkeiten , und von allen feuerbeständigen und flüchtigen Laugensalzen aufgelöst. Die letztem Auflösungen bekommen eine blaue , die meisten übrigen aber eine grüne oder blaugrune Farbe. Durch das Schmelzen läßt es sich fast mit allen vollkommnen und unvollkomm- nen Metallen, am liebsten aber mit Gold und Silber vereinigen; nur mit Quecksilber findet in metallischer Gestalt keine Vereinigung Statt. Man findet dieses Metall theils gediegen, theils vererzet. Zu dem gediegenen Kupfer, welches in verschiedner Gestalt vorkömmt *), gehört auch das so genannte Zä- mentkupfer , welches man aus gewissen vitrioltschen Quellen erhält , die man Zäment- wasser zu nennen pflegt. Wenn man in solch Wasser, dergleichen man z. B. bey Neu- soh! in Ungarn antrifft, ein Stück Eisen wirft, und es darin eine Zeit lang liegen läßt, so wird dasselbe mit kleinen zusammen Hangenden Kupferkörnern dergestalt überzogen , daß es scheint, als wenn das Eisen ganz in Kupfer verwandelt worden wäre. *) §ig. l. ist ein gediegene» Rupfer mit Rothkupferglas, »upfcrblau und Rupfergrün «uo Sibirien abgebildet. Die merkwürdigsten Erze, welche Kupfer enthalten, sind folgende: das Kttpfer- glaserz, das Schwarzerz, das Fahlkupfererz, das Lederer;, das Wctßerz, der Kupfer- nikel und die Kupferkiese. N 56 Das Rirpferglaserz hat eine rothe oder braune, bisweilen auch dunkelblau- liche Farbe, ist auf dem Bruche glänzend, und fließt sehr leicht *). Es gehört unter die reichhaltigsten Kupfererze ; denn ein Zentner davon gibt fünfzig bis achtzig Pfund Kupfer. Außer diesem Metalle enthält es auch Schwefel, etwas Arsenik und Eisen. -) Six. 2, ist ein -raue» »upfergla» mit Rupferkte« «u» Saska i» Unzarn «-gebildet. Das Schwarzer; hat eine dunkle stahlblaue Farbe, und enthält eben die Be- fiandtheile, nur etwas mehr Eisen, als das Kupferglaserz. Ein Zentner Schwarzer; gibt fünfzig bis siebenzig Pfund reines Kupfer. Das Fahlkupfererz, wovon der Zentner dreyßig bis vierzig Pfund Kupfer enthält, hat eine schwarz - oder lichtgraue Farbe, und besteht aus den Theilen der vorigen Erze, womit noch etwas Silber vermischt ist. Das Lebererz, welches auch Leberschlag und braunes Kupfererz wegen seiner Farbe genannt wird , enthält außer dem Kupfer viel Schwefel und Eisen. Der Kup- sergehalt beträgt zwanzig bis dreyßig Pfund im Zentner. Das Weißerz, welches unter die seltensten Kupfererze gehört, hat eine weiß- gelbliche oder weißgraue Farbe, und ist mit vielem Arsenik, auch mit etwas Eisen und Silber vermischt. Ein Zentner Weißer; soll über dreyßig bis vierzig Pfund Kupfer geben. Der Rupfernikel hat eine vermischte graue und rothgelbe Farbe, und enthält, außer dem Kupfer, Arsenik, Eisen und Farbenkobolt. Die Rupferkiese sind gelbe Kupfererze, welche mit den Schwefelkiesen eine große Aehnltchkelt haben, aber weniger Schwefel enthalten, und sich auch darin von den Schwefelkiesen unterscheiden, daß sie nicht am Stahl Feuer schlagen. Der Zentner von dergleichen Erzen gibt oft fünfzehn und mehr Pfund Kupfer *). 8 , ist ein Rupfcrkies mit Schwarzkupfer aus Schmöllnig in Ungarn «-gebildet. Außer diesen Erzen aber gibt es noch verschleime schiefrige und andre Steine, ingleichen einige Erden, welche Kupfer enthalten. Dieses Metall erscheint auch bisweilen in Gestalt eines Kalchs, welcher eine blaue oder grüne Farbe hat *). *) Li§. 4. ist ein Malachit oder erhärtetes grünes Rupfer au» Schrvag in L»rol «-gebildet. Aus Kupfer und Gallmey oder Zink wird Messing und Tombak, aus Kupfer und Zinn Glockenspeise, und aus Kupfer und Arsenik Prinzmetall gemacht, welches man auch weiß Kupfer zu nennen pflegt *). *) E b e r t s Natirrlehre zter. Band. 27a. Rrief. Nro. 16 . 57 N- i6. Düs EiscN kerrum , i , N. ^ /e^ro 1e 5er tke rron ( eiern ). Die aus der Platte Nro. i§. enthaltenen eisenstusen sind nach der Natur von Joh. Vollerer coplrt worden. V. Llasse des Mineralreichs. Die Metalle. Die unedlen Metalle. Das Eisen. Eisen, welches unter allen Metallen uns den meisten Nutzen schafft, well es an Härte und Elasticttät alle übrigen Metalle übertrifft, und auch nach dem Golde das zäheste ist, hat eine schwärzllchgraue Farbe, die in das Bläuliche fällt , und wird vom Magnet angezogen, kann auch selbst magnetisch gemacht werden. Es ist über 7^ mahl schwerer als das Regenwasser, und erfordert, wenn es schmelzen soll, einen noch stärkern Grad von Feuer, als das Kupfer und die übrigen Metalle. In der Luft und im Wasser löset es sich in einen bräunlichen oder dunkelrothen Rost auf. Es wird auch von allen andern Feuchtigkeiten aufgelöset. Man findet es meistenthetls nur vererzet, doch hat man auch, obgleich selten, Beispiele von gediegenem Eisen. Zu den merkwürdigsten Eisenerzen gehören: der Blutstekn und Glaskopf, der gemeine Eisenstein, das Bohnenerz, der Eisenglimmer oder Eisenglanz, der Eisenspath, das retraktorische Eisenerz, der Magnet, und noch verschiedene andere Steine und Erdarten. Der Blutstein, welcher diesen Nahmen wegen seiner dunkelrothen Farbe, die aber bisweilen ins Gelbliche oder Schwärzliche fällt, erhalten hat, ist ein schweres reichhaltiges Eisenerz, wovon der Zentner siebenzig bis achtzig Pfund Eisen gibt. Man findet es entweder sirahligt, und zwar dergestalt, daß die Strahlen von dem Mittelpunkte nach der Oberfläche zu laufen, oder in kuglicher Gestalt. Im ersten Falle wird IV. O 58 es insbesondere Blutstein *), Im andern Falle aber Glaskopf **) genannt. Der sogenannte Etsensplegel ist nichts anders als Blutstein, mit einer glatten gleichsam poltrten Fläche. *) §ig. I. ist eilt Blutstein von Platten in Böhmen abgebilbet. **) §»g. 2, ist ein eilindrisch gekrauster Glaskopf von Rhonig in Ungarn «-gebildet. Der gemeine Eisenstein, oder der erhärtete ELfenoEer, welcher theils derb, theils körnig, würflich, schuppig und strahlig gefunden wird, hat eine glänzend dunkelbraune oder graue Farbe, und ist ebenfalls ein sehr reichhaltiges Eisenerz; denn aus einem Zentner wird oft über siebenzig Pfund Eisen geschmolzen. Das Bohnerz *) hat eine schwärzlich glänzende Farbe, und ist fast wie Linsen oder Bohnen gestaltet, welches zu seiner Benennung Anlaß gegeben hat. Es kömmt an Gehalt den vorigen Eisenerzen völlig gleich. *) Lig. z. ist ein «ohneneisen mit gelbem Eisenocker aus Breisgau abgebilbet. Der Eisenglimmer, oder Eisenglanz ist ein schiefriges, schuppiges, theilS fchwarzgraues, theils röthlich glänzendes Erz, weiches ebenfalls unter die reichhaltigen Eisenerze gehört. Der Eisenspath, oder das fpathige Eisenerz *), wovon der Zentner oft gegen vierzig Pfund Eisen gibt, ist blätterig, etwas durchsichtig und von Farbe wetßgrau oder gelblich **). *) 5 ig. a. ist ein Eisenglimmer mit Stahlstein ober Eisenspath son Schneeberg b,p Maria Fell in Steuermark abgebilbet. **) Ebert- Naturlehre zker» Band. 274. Brief. 17. Der Magnet MLxnes, etls-, m. /a ca/amita 1'aimLnt täe masnet, /oa^/?one s'maanet. lokdilün^ Der Stahl cda^bs, ^di5. m. /'acc/^o 1'^ler t/-e ^?eet ( stihl ). ^MKZNkt, royvrron) Das Zrnn ÜLIMUIN , j , N. /o^?a§no, r/ 1'etLin t^e trn s pflrh'tp , tinn ). ^e/tro v. Classe des Mineral r eich s. Die Metalle. Die unedlen Metalle. Das Eisen. (Zortsetzung). rerraktorifche Eisen ist Immer eisenfärbig, wie Metall glänzend, selten pfauen- schweifig angeflogen, und wird roh vom Magnete gezogen *). ») Sitt. r. »st ein retraktorisches Eisen in doppelten vierseitigen Pyramiden in Serpentin von Bernstein in Ungarn a-gebildet. Der Magnet ist ein schwärzlicher, grauer oder brauner, bisweilen auch bläulicher eisenhaltiger Stein, der aber sehr wenig und schlechtes Eisen gibt, welches sich auch nicht leicht ausschmelzen läßt. Er schafft uns aber auf andere Art einen sehr wichtigen Nutzen, nähmlich durch die merkwürdigen Eigenschaften, vermöge deren er das Eisen an sich ziehet, und, wenn er frey hängt, mit der einen Seite Norden und mit der andern Süden zeiget, auch diese Kraft dem damit bestrichenen Eisen mittheilt *). *) Sig. 2, ist ei» Magnet aus Schweben abgedilbet. Die meisten von den jetzt angeführten Eisenerzen werden sehr häufig in unferm Vaterlande gefunden. Das meiste und beste Eisen aber kömmt aus Schweden und Steyer- mark. Man nützt dieses Metall übrigens nicht nur zur Verfertigung einer unzähligen Menge unentbehrlicher Werkzeuge, sondern man bereitet auch daraus verschiedene Salze und Tincturen, welche in sehr vielen wichtigen Krankheiten gebraucht werden können. 6a Der Stahl wird aus Eisen durch wiederholtes Ausglühen und Ablöschen gemacht, wodurch dieses Metall eine größere Härte und Elasticttät erlangt. Das Zinn. , Das Zinn ist ein weisses, sehr weiches Metall, welches unter allen Metallen am leichtesten sich schmelzen läßt, die geringste Schwere hat und am wenigsten dehnbar und feuerbeständig ist. Es knarret, wenn man es zerbrechen oder biegen will, und aus diesem starkern oder geringern Knarren läßt sich die Retnigteit dieses Metalls einigermaßen beurtheilen. Es ist etwas über siebenmahl schwerer als das Wasser; denn seine specifische Schwere verhält sich zu der Schwere des Regenwaffers wie 73 zu io. Vom Königswasser und Salzgetste, wie auch vom reinen Vttriolöle, wird es ganz aufgelöset, im Scheidewaffer aber nur zu einem weissen Pulver zerfressen. Durch das Feuer läßt es sich in eine weisse Asche verwandeln, welche den vierten Thetl mehr wiegt, als das Zinn, woraus die Asche entstanden ist. Man trifft es außer England und Sachsen nirgends in einiger Menge an. Das beste Zinn kömmt aus England. Man findet es auch memahls anders als vererzet; wenigstens sind bis jetzt noch keine glaubwürdigen Bey- spiele von wirklich gediegenem Zinne bekannt worden. Die merkwürdigsten Zinnerze führen folgende Nahmen: Zinngraupen, Zinnzwitter und Zinnspath. Außer dem aber gibt es auch noch verschiedene Steine, Erden und Sandarten, aus denen sich Zinn schmelzen läßt. Die Zinngraupen bestehen aus kleinern und größer», undurchsichtigen, glänzenden Kristallen, meistentheils von vieleckiger unordentlicher Figur, und von gelblich oder schwarzbrauner Farbe. Der Zentner von diesem Erze gibt sechzig bis achtzig Pfund Zinn *). *) §ig. z. ist eine Zinngraupe aus Schlagzenwalde in Böhmen abgeblldek« Der Zinnzwitter ist ein quarziges, bisweilen auch sandiges oder kalkiges Gestein , von gelblicher, röthlicher oder schwärzlicher Farbe, und meistentheils mit Zinn- gräupchen von verschiedener Größe vermischt *> *) §ig. a. ist ein Tinnrwittev aus Schlaggenwalde in Böhmen «-gebildet. Lberts tlaturlehre zker Band 274. Brief. - N'°' 18 . Las Bley Plumbum , !, N. r/ xromLo le plomk r^e leacl (lebd ). Die auf der Platte Nro. N. enthaltenen Dleystufen find vvn Joh. SoUerev nach der Natur copirt worden. V. Llasse -es MlNeralreichs. Die Metalle. Die unedlen Metalle. Das Bley. Bley, welches im frischen Bruche blaulichweiß aussiehk, in der Luft aber schwarz wird, ist nach dem Golde das weichste und schwerste Metall; denn seine eigentümliche Schwere beträgt über ni mahl mehr, als die Schwere des Regenwassers. Es kömmt im Feuer, ohne zu glühen, sehr bald in Fluß, und läßt sich, wenn es im Feuer erhalten wird, leicht in einen Kalk verwandeln, welcher anfänglich grau ist, bey wirrem länger anhaltenden Feuer aber gelb, und endlich, wenn man die Flamme über denBley- kalk wegstreichen läßt, roth wird. Der graue Bleykalk heißt auch Bleyafthe, der gelbe, Bleyyelb, MaMot, und der rothe, Mennige. Der Bleykalk wiegt mehr als das Bley, ehe es in Asche verwandelt wird. Denn etlf Pfund Bley geben gemeiniglich zwölf Pfund Mennige. Dieser Bleykalk schmelzet unter allen metallischen Kalken am leichtesten zu einem gelben halbdurchsichtigen Glase, welches die unedlen Metalle, in- gleichen Sand, Thon und viele andre Körper leicht mit sich in Fluß bringt. Das Bley läßt sich durch das Salpetersaure, durch Essig und durch andere vegetabilische mineralische Säuren auflösen. Es gibt allen Auflösungen einen süßlichen Geschmack. Wenn man Bley durch Esstgdämpfe zerfressen läßt, so erhält man einen weissen schweren Rost oder Kalk, welcher das bekannte Bleyweiss ist. Man findet das Bley eben so wenig, als das Zinn, gediegen; doch erscheint es bisweilen als ein mit sehr wenig fremden Theilen vermischter Kalk. Die vornehmsten Bleyerze sind: der Bleyschwetf, der Bleyglanz, der Bleyspath, die Vleyerde. Der Bleyschweif ist ein feinkörniges, sirahliges Bleyerz, welches so aussieht, als wenn es gediegen Bley wäre, und bisweilen schwarze Flecken hat. Es gehört unter die reichhaltigsten Bleyerze, und besteht aus Bley, Arsenik und Schwefel *). *) §il. r. ist ein Sle-schweif aus Sala in Rraiu a-gebil-ek. IV. 2 62 Der Bleyglanz, wovon es vielerlei) Arten gibt, besteht aus bläulichgrauen, würfltch blätterigen, schimmernden Thetlchen, und enthält Bley, Schwefel und meisten- theils auch etwas Silber. Aus einem Zentner Bleyglanz wird bisweilen über siebenzig Pfund Bley geschmolzen *). *) §>§. 2, ist ein Bleyglanz theils Verb, theils »»» Würfel»« VS» Schemni« in Utts«r»t abgebildet. Der Bleyspach hat verschiedene Farben nach seinen verschiedenen Mischungen. Die bekanntesten sind der weiffe, grüne, und gelbe. Der weisse Bl-eyspath, der auch wegen seiner Farbe den Nahmen weisses Bleyer; führet, obgleich dasselbe bisweilen ins Graue fällt, ist gewöhnlich kristallisirt, sehr glänzend, meist strahltch oder säulenförmig, schmeckt süßlich, und besteht aus Bley - und Luftsäure *). *) Fig. z. ist ein strahlicher säulenförmiger weiffev Vleyspath zum Theil mit Rupfer- grün überzogen von Zellerfeld am Harz abgebildet. Der grüne Blepspath enthält viel Bley und Phosphorsäure *). *) Zig. 4. ist ein grüner sechsseitig säulenförmiger Lleyspath mit Lise,»scher von Przibram in Böhmen abgebildet. Der gelbe Lleyspath hat die Farbe eines gelben Wachses und enthält ver- muthltch Arseniksäure oder Tungstetnsäure *). ») Fig. 5. Lst ein gelber Bleyspath in viereckigen Tafeln von Bleybeeg in Rärnthe» abgebildet. Die Lleyeröe ist ein derber Bleykalk ohne spathartige Figur, oft mit Mergel, Gallmey und Etsenocher gemischt. Man nützet das Bley nicht nur in seiner metallischen Gestalt, sondern auch, wenn es in Asche verwandelt worden ist, auf mancherley Art. Denn als Metall gebraucht man es nicht nur, um daraus allerhand Kugeln, Gewichte, Platten und andere dergleichen Dinge zu verfertigen, sondern man bedient sich auch desselben mit großem Vortheile in den Schmelzhütten zum Probiren und andern Arbeiten. Das Zinn wird mit Bley auf eben die Art, wie das Silber mit Kupfer, vermischt. Der Gebrauch, den die Glaser von diesem Metalle machen, ist ohnehin hinlänglich bekannt. Als Asche wird das Bley nicht nur von den Malern und Glasarbeitern, sondern auch von den Wundärzten auf mancherley Art gebraucht. Das Bleygelb und Bleyweiß gibt nicht nur eine gute Farbe ab, sondern wird auch, als ein austrocknendes Mittel, zu verschiedenen Pflastern und Salben genommen. Eben diesen Gebrauch macht man auch von der Mennige, welche über dieses den Glasmachern und andern Arbeitern, die sich mit Schmelzen beschäftigen, überaus nützlich ist. Die Glätte, deren sich die Töpfer zu bediene» pflegen, ist nichts anders als ein verschlacktes oder halbverglastes silberhaltiges Bley. Man erhält sie, wenn dergleichen Metall in den Tretbofen kömmt, und abgetrieben, oder durch das Schmelzen gereiniget wird *). *) Lberts kkakurlehre. z. Band. 274. Brief. ^ 5 . ^ 5 . ' n° ly. «z Der Wkßmuih, Aschbley Der Zink, Spi- auter. vIsmÄtum , dis- inutuin, msrcLlliln oMcinLlls rincum , LrL- mutte ;e/ami»a Die aus der Platte Nro. 19. enthaltenen Mßmuth - und nach der Natur copirt worden. mLreaKite, ^ta!n 6s /Ke Lkmulk. xlace, blsinutli, dlanc äs perle r»!n, rink ^ Ixvier e^e cackmr's. Zinkstufen find »on Joh. Soilerer V. Llasse des Mineralreichs. Die Metalle. Die Halbmeralle. Halbmetalle unterscheiden sich von den vollkommnen Metallen vorzüglich dadurch, daß sie sich nicht so wie diese durch den Hammer ausdehnen lassen, und bey starkem Feuer in Rauch aufgehen. Man rechnet hierunter gemeiniglich den Mißmuth, den Zink, das Spießglas, den Kobolt, den Nickel, den Arsenik, den Braunstein, den Tungstein, wahrscheinlich auch das Wasserbley, und das Quecksilber, welches man aber auch unter die vollkommnen Metalle rechnen könnte, weil es sich in feiner festen Gestalt, die es durch eine sehr heftige Kälte erhält, eben so gut wie Bley und andere vollkommne Metalle hämmern läßt. Der Wißmuth. Der Wißmuth ist ein weißblaulicheS oder blaßgelbes, blätteriges und würfli- ches, sehr brüchiges Halbmetall, welches im Feuer leicht fließt und nach und nach verfliegt. Seine eigenthümliche Schwere verhält sich zu der Schwere des Regenwassers wie Y? zu io. Er wird metstentheils gediegen, bisweilen auch in Gestalt eines Kalks und mineralisirt gefunden. Der mineraltsirte Wißmuth, welcher etwas Schwefel oder geschwefeltes Eisen enthält, hat die Farbe und das äußerliche Ansehen von dem grob- würflichen Bleyglanze, besteht aber aus ganz dünnen vierseitigen Scheiben; daher er, wenn er in die Queere gebrochen wird, stralig aussieht, und Federwißmuth heißt *). Zuweilen Ist der Wißmuth vtelfärbig, und da heißt er Taubenhälsigcr Wißmuth **). *) Zig. r. ist ein gediegener Aederwißmnth aus Schneeberg in Sachsen abgebildet. **) §ig. 2, ist «in Tiubenhälskger wißmuth aus Ioa-Himsthal in Böhmen «-gebildet. IV. R 64 Der Wtßmuth wird übrigens zwar nicht so häufig, wie andere Halbmetalle gebraucht, doch verschafft er den Zlnngießern und andern Handwerkern durch die Farbe und Härte, welche er dem Zinn und Bley gibt, verschleime Vortheile. Aus dem aufgelösten Wtßmuth läßt sich ein weiffes Pulver Niederschlagen, wöraus eine sehr schädliche Schminke für die Frauenzimmer gemacht wird. Der Zink. Der Zink hat eine bläuliche Farbe, welche der Farbe des Bleyes sehr nahe kömmt, und ist im Bruche gleichsam faserig oder blätterig. Er läßt sich von allen Säuren auflöseu, und schmelzet, ehe er glühend wird. Wenn er zu schmelzen anfängt, brennt er mit einer blaugelben Flamme. Seine eigenthümliche Schwere beträgt siebenmahl mehr als die Schwere des Regenwassers. Er vermischt sich mit allen Metallen, nur nicht mit dem Wißmuth. Die damit vermischten vollkommnen Metalle aber werden davon etwas spröde. Das Kupfer erhält dadurch eine gelbe Farbe, und wird zu Messing. In der verschleimen Art und Proportion, die man bey der Vermischung dieses Halbmetalls mit dem Kupfer beobachtet, besteht der Unterschied zwischen Messing, Tombak, Prinzmetall, Ptnschbeck und andern ähnlichen metallischen Zusammensetzungen. Die Glockengießer und andre Künstler, welche sich mit Metallen beschäftigen, bedienen sich auch deßwegen gern des Zinks, weil er den Metallen einen bessern Klang gibt. Mau findet dieses Halbmetall theils in Gestalt eines reinen oder gemischten Kalks, thetls auch vererzet. Die vornehmsten Zinkerze sind die Blende, und der Galmey. Die Blende. Die Blende ist ein durch Schwefel und Eisen mineralisirter Zink, und sieht dem Bleyglanze ziemlich ähnlich, hat aber keine so Helle blaulichgrüne Farbe, und im Bruche keine würflichen Thetle, verliert auch gleich den Glanz, wenn sie mit Wasser angefeuchtet wird. Man findet schwarze *), braune **), rothe, gelbe, grüne Blenden. *) Zig. z. ist eine schwarze Blende von Schemnig in Sungarn abgebildet. **) Zig. 4. ist eine braune Blende von Rapniek in Siebenbürgen abgebildet. Der Galmey. Der Galmey, laxis calemmarls, wird theils weißlich, thetls grsugelb gefunden *)e Er heißt Zinkspath, wenn er spathartig aussieht **). *) Lr wird auch durch das Scheiben des VlepeS von dem Zink als dev Nauch, welcher sich anhangt, von ben Meffingbrennern gemacht und verbraucht. **) Zig. ;. ist ein Zinkspath mit Galmep aus Blepberg in Uävnthen abgebildet. Lberts Naturlehre, z. Band. 275. Brief. N'°- 20. 6z Das Spleßglas autEvnlum, t'antr/nomo 1'Lntimoins t^6 antl»M7r> (ä'ntiniKni). Antimonrum ülbium. Der Kobolt codLltuin it coöa/to 1e cobslte, . eobolt Die SpießglaS - und Koboltstufen find von Joh. Sollerer noch der Natur copi'rt worden. V. L l L s s e des Minerale eich s. Die Metalle. Die Halbmetalle, (Fortsetzung). Das Spießglas. ^)as Spießglaß oder Antimonium hat eine weißliche/ etwas ins Graue fallende Silberfarbe, und zeiget im Bruche glänzende, längliche Flächen. Es ist ungefähr 7Z mahl schwerer als das Wasser, und zerfällt bey einer mäßigen Hitze in einen hellgrauen Kalk, welcher sich zu einem röthlichbraunen Glase schmelzen läßt. Man findet es theils gediegen, theils auch vererzet. Das gewöhnliche Spteßglaserz ist meistentheils im Bruche strahlig, und aus langen keilförmigen Blättern oder Nadeln zusammen gesetzt. Es fühlet sich scharf an, und ist entweder bleyfgrbig oder roth. Das bleyfarbige besteht aus Spleßglas und Schwefel; das rothe aber enthält außer diesen Vestandtheilen auch noch etwas Arsenik *). Gemeiniglich werden unter dem Namen Spießglas dte aus den Spleßglaserzen durch das Feuer gesatgerten unmetallischen Theile verstanden, das Metall selbst aber durch den Nahmen Spiessylaskönig f) angedeutet. *) Aig. i. ist ein pfauenschweiflges Spießglaserz von Felsobanpa in Kungarn. §ig. 2 , ein rothes Spießglas auf Ouarz von Lraunodorf in Sachsen abgebildet. Vas Wort Röntg hat in der Mineralogie diese Bedeutung, daß es die aus den Erzen geschiedene und von andern unmetaUischen Theilen bcfrexte, schwere, glänzende Masse anzeigt. Das Spleßglas gehört unter die allernützlichsten Halbmetalle. Denn erstlich wird es von den Aerzten und Wundärzten in sehr vielen Fällen mit dem größten Vorthetle gebraucht. Ferner bedient man sich desselben, um das Gold von andern Metallen zu scheiden, weil es dieselben zerstöret, das Gold aber unverändert läßt. Spleßglas mit Bley vermischt gibt diejenige Masse, woraus die Schriften für die Buchdrucker gegossen IV. S 66 werden. Auch wissen die Feuerwerker, Zinngießer und andre mechanische Künstler verschiedenen Gebrauch davon zu machen. Der Kobolt. Der Kobolt ist ein hartes, sehr sprödes, im Bruche feinkörniges Halbmetall, welches an Farbe fast dem feinen gehärteten Stahle gleicht. Seine etgenthümltche Schwere beträgt sechsmahl mehr als die Schwere des Regenwaffers. Die vorzüglichste Eigenschaft, wodurch der Kobolt sich von andern Halbmetallen unterscheidet, und wodurch er auch den meisten Nutzen schafft, ist diese, daß er mit Sand und Potasche geschmolzen ein blaues Glas gibt. Aus diesem Glase, welches man zu Pulver reibet, wird in Schneeberg und in einigen andern Gegenden die schöne blaue Farbe bereitet, die auch unter dem Nahmen der blauen Starke und Schmälte bekannt ist. Die vornehmsten Kobolterze sind- der Glanzkobolt, der graue Kobolt, der Koboltmulm, der Schlackenkobolt und die Koboltblüthe. Der Glanzkobolt, oder der stahlderbe speisige Kobolt, ist ein ziemlich schweres und festes Erz, welches ein metallisches Ansehen hat, und der Farbe nach bald dem Wcißgüldenerze, bald auch dem Mißpickel und Fahlerze gleicht. Es enthält meisten- theils, außer dem Kobolt, Schwefel, Arsenik und Eisen. Der graue Robolt enthält Arsenik und Eisen. Er läuft an der Luft grau an. Eine Art dessen hat wegen seiner Crtstalltsation den Nahmen Strtegelkobolt, oder gestrickter Kobolt erhalten *). *) 3 . ist ei,r gestrickter Robolk Voit 2 oachimsthat itt Löhmen abgebilvet. Der Roboltmulm ist ein schwarzes, leichtes und lockeres Erz, welches sich größtenteils mit bloßen Fingern zerreiben läßt. Der Schlackenkobolt hat ebenfalls eine schwarze Farbe, ist aber viel härter als der Koboltmulm, und sieht einer löcherichten Schlacke ähnlich; welches zu seiner Benennung Anlaß gegeben hat. Er ist sowohl auf der Oberfläche als auch auf dem Bruche glänzend und glasartig. Die Roboltblüths oder der Koboltbeschlag ist ein koboltischer Quarz oder Spat, worin der Kobolt eine Verwitterung erlitten hat. Gemeiniglich hat dieses Erz äußerlich eine rothe, bisweilen auch allerley bunte Farben. Die mit bunten Farben gezierte Koboltblüthe wird auch taubenhälsiger Kobolt, und diejenige, welche eine rosenrothe Farbe hat, und strahlich ist, Koboltblüthe genannt *). *) Sig. 4. ist eine Roboltblüths von Schneeberg in Sachsen abgebilbet. Lberts Hlakurlehre gter. Band 27;. Brief. ^°' 21 . «7 Kee Ni-kel nicevlu» . .. '- -. Drv Arsenik LrtenIcuN» . .- .... Die Nickel r und Arstnlkstusen find von Joh. Vollerer nach der Natur eopirt worden. V. L lasse des Mineralreichs. Die Metalle. Die Halbmetalle, (Fortsetzirns). Der Nickel. Nickel ist erst seit 1751. von einigen Mineralogen als ein besondres Halbmctakk betrachtet worden. In dem jetzt angeführten Jahre wurde er zuerst von dem berühmten schwedischen Mineralogen, Herrn Kronstedt genau beschrieben» Er hat eine weisse und etwas^ rMINY^MrbeV^ist^Myr^ nE schwerer als das Wasser, auf dem Bruche dicht und glänzend, und im Feuer ziemlich beständig. Durch die Calctnation wird er zu einem grünen Kalke, woraus man ein röthlichbrauncs durchsichtiges Glas erhält. Er vereiniget sich am leichtesten mit dem Kobolt, sonst aber auch mit den meisten übrigen Metallen und Halbmetallen, nur nicht mit dem Silber und Quecksilber. Er läßt sich mit allen mineralischen Säuern auflösen, und färbt sie dunkelgrün. Man findet ihn entweder in Gestalt eines grünen Kalks, wo er mit Etsenocher vermischt ist^ oder vererzet in dem sogenannten Kupferntkel, wovon schon unter den Kupfererzen eine kurze Beschreibung gegeben worden *). *) Siss. I. ist ein Rupfernickel mit Nickelocher von Joachimsthal in Böhmen argeöilbet. Der Arsenik. Der Arsenik ist ein-Metall von dunkelaschgrauer Farbe, das auf glühenden Kohlen wie Knoblauch riecht, wie ein brennbarer Körper brennt und flüchtig wird, in gewissen Umständen einen süßlichen Geschmack hat, und dann wie ein Salz im Wasser aufgelöst und durch Abdünsten crystalltsirt werden kann» Man findet den Arsenik in verschiedener Gestalt, und oft mit vielen andern Mineralien vermischt. Bisweilen erscheint er als ein grauer schwarzer Stein, der auf dem IV. T 68 Bruche wie neu geschnitten Bley glänzet, und entweder ganz hart und dicht, oder mürbe und porös ist. Im ersten Falle wird er von einigen Scherbenkobolt *), und im andern Falle Sliegenstein genannt. In den Oeffnungen des Scherbenkobolts kömmt er auch, wie wohl sehr selten, in meisten halbdurchsichtigen Kristallen zum Vorschein. ») §ig. 2, ist ein Scherbenkobolt von Ioachimsthal in Böhmen abgebildet. Oft findet man ihn in Gestalt eines Kalkes, und entweder rein und weich, wie ein weiffes Mehl, oder erhärtet und mit Schwefel vermischt. Der mit Schwefel vermischte wird, wenn er eine rothe Farbe hat, Sandarac oder Rauschgelb, und hat er eine grüngelbe Farbe mit schimmernden Flecken, Auripigment oder Operment *) genannt. *) StA. 4. ist ein rother und gelber Arsenik von Moldava in Sungärn abgebildet. Außer dem trifft man ihn noch im Mtspickel, in der wörtlichen Blende, und in andern mineralischen Körpern an. Der Mispickel, welcher auch Giftkies und weisser Kies genannt wird, ist ein Erz von weisser Farbe, in wörtlicher oder blätteriger Gestalt, welches außer dem Arsenik noch Eisen und etwas von einer unmetallischen Erde enthält, und am Stahle mit Knoblauchgeruche Feuer gibt *). *) §ig. 8, ist ein Mispiö-el in vierseitigen abgestumpften Säulen von Srepberg L» Sachsen abgebildek. Die würfliche Blende, sonst auch Bergwürfel genannt , hat eine schwarzgraue Farbe, und besteht aus Arsenik, Schwefel und etwas Eisen. Man pflegt die arsentkaltschen Erze in besonders hierzu gebauten und mit sehr langen, krummen Rauchfängen versehenen Gifthütten zu rösten, wo der Arsenik als ein Rauch in die Höhe steigt und sich in den Rauchfängen als ein wetßgraues Mehl anlegt; daher man ihm auch den Nahmen Hüttenrauch beygelegt hat. Aus diesem Arse- ntkmehle wird der wetsse kristallinische Arsenik, vermittelst eines Zusatzes von Potasche, durch die Sublimation erhalten. Zehn Thelle von dem weiffen Arsenik, mit einem Thei- le Schwefel vermischt und sublimtrt, geben den gelben, und fünf Theile von dem weiften Arsenik, mit einem Theile Schwefel sublimert, den rothen kristallinischen Arsenik. Dieses corrosivische Metall ist zwar das stärkste mineralische Gift, wovon schon ein sehr kleiner Theil nicht nur den Thieren, sondern auch den Menschen tödtltch ist- es verschafft uns aber doch auch verschtedne wichtige Vortheile. Denn ohne des Gebrauchs zu gedenken, den man von dem weiffen, mehligen Arsenik zur Vertilgung der Mäuse und Ratten zu machen pflegt, so befördert der Arsenik das Schmelzen der Metalle; er macht das Kupfer , tngleichen das Porzellan weiß, das Glas hell, und wird auch sonst bisweilen von den Färbern, Malern und andern Handwerkern gebraucht *). *) Lberts Naturlehrs zter Land 27;. und 2S7. Brief. Ly 22 . Die Beiunfieln - Tungstein - und Wofferbleyst'-isen sind von 2oh. SoNcrer nach der Na-tur copi'rt worden. V. L lasse des Mineralreich s Die Metalle. Die Zolbmetalle, (Zo re setz un g). Der Braunstein. D ^er Braunstein, als König betrachtet, ist, wenn er öfters gereinigt wird, glänzend grau, färbt schwarz ab, schmilzt schwerer als das Eisen, löset sich in Säuren roth auf und verwittert schnell an der Luft. Seine eigentümliche Schwere verhält sich zur Schwere des RegenwEers^E^6F5v-^^r7^>^Mfftn^Erze, die längst in den Glashütten bekannt waren, sind zuvor bald unter die Eisenerze, bald mit Kronstedt ( Mineralogie) und Wallerius ( in seinem MueraioZicum ) unter die Steine gerechnet worden. Linnee muthmaßte ein eigenes Metall darin, und Herr Gähn in Schweden brachte die Muthmaßung zur Gewißheit, indem er einen König daraus erhielt. Man hat den Braunstein wegen seines Hanges zur Verwitterung nie gediegen gefunden, wohl aber vererzt und als Metallkalk. Fast nie ist Kalk und Erz ohne Eisen. Die Braun- steinerze und Ochern schmelzen ziemlich leicht. Jene sind oft sirahlich, oder auch kristak- lisirt wie Spießglas , oft sammetartig und schwarz auf der Oberfläche. Nur sind die Säulen und Strahlen viel schwärzer, färben schwarz ab und sind kürzer und dicker als beym Spteßglase. Unter den Braunsteinkalken, die noch stärker abfärben, werden die schwärzesten leichtesten am stärksten gesucht. In Hungarn und Siebenbürgen gibt es- rosenrothen Spath und an verschiedenen Orten röthlichen Quarz, die vom Braunsteine gefärbt sind. Er wird in den Glashütten das Glas zu reinigen und weiß zu machen angewendet, indem er alle Farbetheile, die selbes verunreinigen, gierig an sich zieht, und damit zu Boden fällt. Auch zum Ematlliren ist er gut, und in großer Menge dem Glase beygemischt macht er violette und rothe Gläser. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Töpfer dieses unschädliche Metall haüfiger zur Glasur der Geschirre nehmen möchten als das schädliche Bley. Braunstein wird zu Hüttenberg in Kärnthen, zu Platten IV. U 7o in Böhmen, In Perkgard in Frankreich , in Piemont und fast in allen Etsengruben gegraben *). S) §ig. r. ist ein kristalliflrter Braunstein au« Thüringen. §ig. 2, ein sammetartigee Lraunstein nebst kristaNflrten aus Süttenberg in Lärnthen abgebildet. Der Tungstein. Der Tungstein ist gleichfalls ein erst vor ein Paar Jahren durch die Herren d'Elhuyar entdeckes Halbmetall, das sich in allen Mtneralsäuren gelb auflöset, eine eigene von H. Scheele in Schweden erfundene neue Säure enthält, und ziemlich hämmerbar ist; die etgenthümltche Schwere des Königs ist noch Nicht ganz bestimmt. Auch wird das Metall noch nicht gebraucht oder im Großen erzeugt. Wir haben davon ein Erz, den Wolfram, und einen Kalk, den bisher fälschlich so genannten weißen Zinn- spath, setzt Tungstein. Der Wolfram ist schwer, schwarz und glänzend wie Zinnerz, gibt aber ein rothes Pulverist im Bruche blättrich und wird wenigstens geröstet vom Magnete gezogen. Er wird häufig unter den Zinnerzen in Böhmen und Sachsen gefunden, und, da er das Ztnnerzeugen hindert - sorgfältig ausmagnetisiret. Der Tung- stetnkalk ist kreideweiß, schwer, im Bruche glänzend und unförmlich, wie fetter Quarz« derb oder In doppelten vierseitigen Pyramiden, häufiger in Spanien, selten zu Schönfeld in Böhmen zu finden *). *) Zig. 3- ist ein kristallistrtev vierseitig pvramivaler Tungstein VS» SchSnseld i» vShmenr Lig. 4 . ist ein Wolfram mle Speckstein Lh.-,»srtr«>enstvrf »N Sachsen. Das Wasserbley. Das wasserbley, dessen metallische Säure durch H. Scheele ist erfunden worden, hat, ungeachtet dieß Linnee schon voraus sah, erst vor einigen Monathen durch tn Schem- nitz gemachte Versuche den Rang eines Halbmetalles erhalten. Noch ist die eigenthüm- liche Farbe und Schwere 'desselben unbekannt. Auch wird es nur bläulich silberweiß, blättrich und weißglänzend, abfärbend in weißem Quarze am öftesten in den Zinngrubey bey Zinnerzen angetroffen. Es hat. noch keinen Gebrauch. Man muß dieses Halbme- tall nicht mit dem Reißbley verwechseln, welches ein mit der Kohlensäure gesättigter Eisenkalk ist, und welcher ins elsengraue spielt. Oft ist dieses Reißbley mit Thoy gemischt, und dann macht man Schmelztiegel und schwarzes Geschirr daraus. Das reine taugt zu Bleysttften und findet fich am besten in England, das unreine wird zu Hafnerzell in Paffau, bey Schadwien und bey Schönpichel in Niederöstretch rc. gefunden *). *) §ig. 5. ist ei» wasserblep i» wtlffem h. Sollerer nnH der Natur coplrt worden. v. L l a s s e des Mineralreich s. Die Metalle. Die tzalbmetalle, (Fortsetzung). Das Quecksilber. as Quecksilber Ist ein flüssiger metallischer Körper von einer meisten glänzenden Farbe, die etwas dunkler ist als die Farbe des Silbers. Nach dem Golde hat es die größte Schmrr^vrir» es- r^u^Mm^vvr l k vuum wrr-srrtutgrnt Vierzehnmahl schwerer als das Regenwasser. Es vereinigt sich mit den meisten Metallen und Halbmetallen, vornehmlich mit dem Golde, Silber, Bley, Zinn, Zink und Wißmuth, schwerer aber mit Kupfer, Eisen und Spteßglase. Mit dem Kobolte und Quecksilber ist gar keine Vereinigung möglich. Die weiche Masse, die aus einer solchen Vermischung des Quecksilbers mit einem andern Metalle entsteht, wird ein Amalgama genannt. Im Feuer wird das Quecksilber ganz flüchtig, und dieser Eigenschaft wegen kann man es noch unter die un- vollkommnen Metalle setzen, da man cs sonst unter die vollkommnen rechnen müßtet seitdem man aus den Versuchen der neuern Naturforscher gelernt hat, daß es sich, wenn es gefroren ist, gleich den vollkommnen Metallen hämmern läßt, wie ich bereits schon gemeldet habe. Dieser Versuche wurden zuerst im Jahre 1760. zu Petersburg von einigen Mitgliedern der russisch, kaiserl. Akademie der Wissenschaften angestellt. Nähmlich an einem sehr kalten Tage, als das reaumürtsche Thermometer zz-Z- Grad unter dem natürlichen Etspuncte stand, vermehrte man die Kälte durch die Kunst bis auf 186 Grad, wo alsdann das Quecksilber in einen festen, sehr geschmeidigen Körper verwandelt wurde. Man findet das Quecksilber theils gediegen, theils auch vererzet. Das gediegene Quecksilber steckt entweder in allerhand Erden und Steinen, woraus man es tro- IV. X me.rcun'o , Is inercure , läe xu/ckF/ve, ( merk-ri, j'Ll-Fenlo n'po vlv Arxent kwicksilver). 72 pfenwelse durch bloßes Klopfen und gelinde Erwärmung heraus bringt, oder es kömmt in den Bergwerken als eine flüssige Materie in solcher Menge zum Vorschein, daß man es mit Gefäßen schöpfen kann. Man pflegt es alsdann gemeiniglich Jungfernquecksilber zu nennen. Das meiste Quecksilber aber wird aus dem rothen, unter dem Nahmen Berg- ztnnober bekannten Erze, worin dasselbe mit Schwefel mineralisirt ist, durch die Destillation erhalten *). *) §ig. r. ist ein gediegenes «Quecksilber in flüssiger Gestatt auf mit Zinober eiuge- sprengten Ralkstein von Adria in Rrain abgebildet. §ig. 2, ist ein mit Silber amalgamirtes Nueckstlber auf Steinmark von Stalberg im Zwepbrückischen abgebildet. §ig. z. ist ein reiner staubiger Zinnober mit Liseuocher von wolfstekn im §ürsten- thum Lautern in der Pfalz abgebildet. §ig. q. ist ein keistallisirter durchsichtiger Zinnober von Adria in Lrakn abgebildet. Man nützt dieses Halbmetall auf sehr vielerlei) Art. Die Chemisten bereiten daraus verschiedene Arzneymtttel, wodurch oft die schlimmsten Krankheiten, die sonst sich nicht leicht ausrotten ließen, in kurzer Zeit geheilt werden können. Die Goldschmiede und andre Künstler bedienen sich des Quecksilbers, wenn sie metallische Körper im Feuer vergolden oder versilbern wollen. In der metallurgischen Chemie braucht man es um das Gold und Silber aus den Erzen, besonders aus den Kupfererzen auszuztehen, welche Arbeit anquicken oder amalgamiren heißt, und die man der Erfindung des Herrn Hofraths von Born zu verdanken hat. Es wird auch sonst noch zum Spiegelmachen, zu den Barometern , Thermometern und vielen andern Werkzeugen mit Vorthetl gebraucht *), *) Lberts Nakurlehre. 8. Van-. 275. Brief. N"' 24. 73 Dle P l« t kn« ist von Joh. Vollerer noch der Natur eopkrt worden. Die Platirra. Es sind erff etltch und vierzig Jahre, daß dieses nun unter dem Nahmen Platins, oder Platins del Pinto vorkommende Metall in England bekannt geworden ist. Nach dem Vorgeben der Engländer soll sich dasselbe bey den Goldminen im Spanischen Amerika finden *). Andern Nachrichten zufolge wird es als Sand an den Flüssen der Provinz Quito, und vorzüglich am Flusse Pinto in großer Menge angetroffen. Man kann also mit keiner Gewißheit sagen, ob es ein wirkliches Erz, oder ob es ein Geschiebe sey, welches die Wässer von einem ganzen Gange abgerissen, und mit sich fortgeführt haben **). IrLNILttron. v 01. **) Am Luve dieses Blattes ist die Platins in einem kleinen Behältnisse avgebildet. Man kann es einigermaßen als eine Mittelgattung zwischen den vollkommenen Metallen ansehen; denn es hat in einigen Stücken, vorzüglich in Ansehung seiner Sprödigkeit, eine große Aehnltchkeit mit den Halbmetallen, in den meisten übrigen Eigenschaften aber kömmt es mehr mit den vollkommnen Metallen, und sonderlich mit dem Golde überein; daher es auch bisweilen weisses Gold genannt wird. Es besteht aus einzelnen, theils weißlichen, theils bleyfarbenen Körnern von unbestimmter Gestalt, wovon sich einige hämmern lassen , andere aber unter dem Hammer zerspringen. Es ist beynahe so schwer, wie das Gold , > ja nach einigen Schriftstellern soll es in seiner Reinigung noch schwerer seyn. IV. V 74 MH Es ist so schwerflüssig, daß man es bisher ohne Zusatz noch nicht hat schmelzen können. Mit andern Metallen aber, und vorzüglich mit Arsenik, kann es leicht in Fluß gebracht werden. Es wird, wie das Gold, von keinem andern Säuern als von dem Königswasser aufgelöset. Bisher hat man es nur gediegen, und zwar metsten- thetls, wie gesagt, in dem Spanischen Amerika, nicht wett von dem Flusse Ptnto gefunden *). Mau sehe Marsgrafs Lhpmische Schriften. Lerlin i?S8. rten Theil S. l. , und LN e L O? L I) IL KILl'ROVItzllL ^rts L Aistiers klscaaigues. Lo- ms.V. karls 1788- ^rtlc. Llrtinq. t. Inhal Das Mineralreich. r. I. Llasse. Die Erde. Erste Ordnung. Die Rieseleröe. Zweyte Ordnung. Die Ralkeröe. Dritte Ordnung. Die Thonerde. Vierte Ordnung. Gemischte Erden. N. 7. Der Amethyst, der Granat, der Hkazinth, der Derill. N. 8 « Der gemeine Hornstein, der IaSpiS, der Lasurstein, der Chrysopras, die Sandsteine, die Schiefer. n. 9. DritteOrdnung. Die feuerfesten Steine. Feuerfeste in derden Stücken. Der Terpen« tknstein, der Nierenstein, der Speckstein. Feuerfeste blätterige. DaS Wasser - oder Reißr bley, daS Katzengold und Katzenfllber, daS Russische Marlenglas. Feuerfeste aus dünne» Fäden bestehende. Der Amiant, und Asbest. N. 10. V t e r t e O r d N u N g. n. 2. II. Llaffe. Die Steine. r^te O'rvnung^ Die Ralkartigen. Der gemeine Kalkstein, der Marmor, der Kalkspath, der Kalkstnter oder talkartiger Tropfstein. N. Z. Der GkpSsteln, der Schwerspath, der Mergel- schiefer. n. 4. Zweyte Ordnung. Die glasartigen Steine. Der g e m e in e Ki e s e l. Der Quarz, der Feuerstein, der Chalzedon, der Karniol. Die Zelssteine. Die Naturspiele , AbörüEe , Versteinerungen. n. n. III. Llafse. Die Salze. Erste Ordnung. Die sauren Salze. Zweyte Ordnung. Die Laugensalze. N. Z. Der Onyx, der Sardonyx, der Opal, der Achat. R. 6 . Die Edelsteine. Der Diamant, der Rubin, der Sapphkr, der Topas, der Turmalin, der Schmaragd, der Chrysolith. Dritte Ordnung. Die Mittelsalze. DaS Kochsalz, der Salpeter, der Salmiak, daS Bittersalz, der Vitriol/ der Alaun. N. 12. r-4- Das Silber. rr. VI. Classe. Die brennlichen Mineralien. Erste Ordnung. Die Erdharze. Die Naphtha, daS Berg - oder SteinSl, der Dergtheer, daS Dergpech, die Steinkohle, der Bernstein, der Kopal, der Ambra. Zwe y t e Ordnung. Der Schwefel. Dritte Ordnung. Die mit Erdharzen durchdrungenen Pflanzen. N -Z' v. Llasse. Die Metalle. Die edlen Metalle. DaS Gold. N. 15- Die unedlen Metalle. Da-Kupfer. N. 16 . DaS Sisen. N- 17. (Fortsetzung). Daü Zinn. N- 18- DaS Dley. N. 19- Die H a l b m e e a l le. Oer Wißmuth, der Zink, die Blende, der Galmey. N- 20. DaS SpießglaS, der Kobolt. N- 21. Der Nickel, der Arsenik. N- 22. Der Braunstein, der Tungstein, da- Wasser- hley. 2Z. DaS Quecksilber. N- 24' Die Platin«. WWW