Mönvi- Zlsöt-Libliolkek. Die Verlassene OIOO In einem L5ulica1ischen Trauer - Wpiel Auf Befehl Sr. Excel!. Hrn. oZann Wdam Grafen von Wuestenberg / Ihrer Röm. Kaiserl. und Kö- nigl. Kathol. Majestät würkl. geheimen Rahts/ und Cammerem. Vorgestellet: Auf Seiner Excellentz 1Kea.(ro, in Deroselben Schloß zu Iaromeritz in Mähren / von seinen eigenen klulicis. Die?os6« ist von dem Hrn. Peter KletLÜsüo» Ihrer Rom- Kai< serl. und König!. Catboi. Majestät Hof- ?oLcen. Die Leutsche Übersetzung von dem Hrn. Johann Leopold v. Ghele«-/ beeder Rechten Doctorn / des Kaiserl. Wienerischen Stadt - und Land - Gerichts Beysitzem. Die xlukc von dem Hrn. Leonhard Vinci. Wien / gedrukt bey Johann Peter v. Ghelen / der Röm. Kaiser,', und König!. Catholif. Majestät HoftBuchbrackern. » 7 -^ IM Achdeme Dido Elisa verwittibet / und ihr Gemahl Sicheeus von ih> rem Bruder Pigmalion einem König in Tyro crtödtet wurde/flüchtete sich selbe mit ungemeinen Reichtümern nachec Africa/ alwo sie nach erkauften genügsamen Erd. reich die Stadt Carthago erbaute. Es meldeten sich auch alsobald verschiedene / absonderlich Jarba der König deren Mohren bey ihr an / ihre Liebe/und Vermählung zu erhalten / welche sie aber alle mit dem« abwiese / da sie Vorgabe/ daß sie ihrem Gemahl auch in der Todes» Asche getreu verbleiben wolte; unterdessen fügte es sich / daß der TrojanWe Aeneas / nachdeme die Griechen dessen Vatterlande verheeret / auf seiner Reise nach Italic» durch ein Ungewitter an die Küsten von A - Afti- -Rs ( 4 ) MZ- Africa geworfen wurde/woselbst ihn dann Dido nicht allein sreundlichst/und geneigt ausnahme / sondern auch nach gereichter Erquickung sich selbst in ihn aufdas heftig, ste verliebte. Aeneas hatte zwar grosse Er, Nützlichkeit an dieser ihrer Neigung / als er aber eine zeit lang sothanem Wolgefallcn zufolge in Carthago sich ausgehaltcn hatte / wurde ihm von denen Göttern befohlen / diesen Boden zu verlassen / und in der Versicherung/ daß in Italien ein neues Troja erstehen wurde / sich dahin auf dem Wege zu begeben. Er machte sich demnach von dannen / worüber Dido dessen Entfernung erfahrend / in eine solche Verzweiflung geriethe/ daß sie sich selbst entseelete. Alles dieses ist aus Virgilio entnommen / welcher die Zeit der Erbauung von Carthago mit denen Jrr-rei- sen des Aeneas verknüpfet. Aus Ovick. üb. r. kstt. erhellet / daß Jarba nach der Dido Tode sich von Carthago bemächtiget / und Anna der Dido Schwester ( welche wir alhier Selene nennen ^ gleichfals heimlich mit Liebe gegen den Aeneas ent- -AZ ( 5 ) ZtzZ- zündet gewesen. Zu diesem wird täglicherer Vorstellung wegen gedichtet / daß Jarba unter dem Name des Arbace aus Begierde die Dido zn sehen / als ein Bottschaster von sich selbst/ an dem yofe der Dido er- schienen/ und hieraus dann entstehen sehr anmutige Verwirrungen / welche in dem Verlauf des Werkes selbsten am besten zu ersehen. NL. wo in dem wercke zwep // vor de. nen Zeilen geseyet seynd / bedeutet es / daß sothane Stellen nicht gesungen werden / sondern nur damit man sie gleichwolen lesen möge/ nicht ausgelassen worden ftynd. Der Schau- Platz ist in Karthago. VMO Lll8ä. Königin von Karthago / verliebt in Lneas. , König deren Mohren / UNter dem Name ^rbace. ^K^8kL8 , rin Vertrauter des , verliebt in 8e1enc. 8LL.ML, Schwester der Oiäo. heimlich verliebt in Lncss. O8X1IV-V, Vertrauter der Oiäo. Veränderungen des ikeatri. In der ersten Abhandlung. Ein herrlicher Audientz - Ort mit einem Thron zu einer Seite. Von weitem stehet man die Stadt Carthago. Ein Vor-Hof der Burg. Ein prächtiger Tempel tteptuni, mit best fen Bild - Gaule in der Mitte. In der änderten Abhandlung. König!. Zimmer. Ein Cabinet mit Sesseln. In der dritten Abhandlung. Ein Meer-Hasen mit Schiffen. Eine Hie« von Bäumen / wordurch mau nach dem Hafen gehet. Der König!. Pallast / wobey man auch die Stadt Carthago stehet/ welche hernach in Flammen gerahtet. A 4 Tän. W ( 8 ) A Däritze. Zu Ende der ersten Abhandlung. Von Carthaginensischen Damen / welche von Trojanischen Cavalieren verachtet werden. Zu Anfang der dritten Abhandlung. Von Trojanischen Boots > Leuten / und Carthaginensischen Fischerinnen / wel> che von jenen verlassen werden. Zu Ende der dritten Abhandlung. Von Mohren / und Mohrinnen mit Fa« ckeln / womit sie die Inwohner von Carthago in das Feuer zu springen zwingen. Diese Länge / wie auch das Gefecht zwischen denen Trojanern / und Mohren/ so in dem änderten Eintritt der dritten Abhandlung zu sehen ist / seynd eine Erfindung des yrn. Johann Baptist v-nneü- jn Sr. Exeellentz Diensten- Er- ( 9 ) "^»^^^UUUUUUUUUUUUU^U^ Ein herrlicher Audicntz - Ort mit einem Thron zu einer Seite. Von weitem stehet man die Stadt OrtK^o. -rster Wntritt. Dido mit einem Gefolge/ Zleneas/Selene/ und Oömida. DLd. WVFTneas du Glantz von Men / der L Venus angenehme Sorge / und auch meine / siedest du/ wie das erwachtende / und durch deine Aufenthalt alle Augenblick hochmütigere Carthago die Stirne erhöhet ? eine Frucht meiner Bemühung seynd jene Bögen/ jene Tempeln / und jene Mauren; aber die Zierde derselben bist du/ grosser Aeneas. Du schauest mich nicht an / und schweigest? empfanget mich Aeveas auf solche Weise? und mit so kaltsinvigen Schweigen? hat etwann die Liebe avbereitS mein.Bildnüß aus deinem Hertze vertilget? A 5 Aen. 10 Erste Aen. Dido ist allezeit gegenwärtig meinen Dedani ken/ dieses schwöre ich allen Göttern/ und weder Zeit / noch Entfernung solle meine Liebe (dieses schwöre ich gleichfals denen Gottheiten) mit Vergessenheit besprengen. Did. Was für Entschuldigungen? Ich verlange keine Schwüre von dir/ auf daß ich dir glauben solle/ ein Anblick/ ein Seuftzer ist mir genug. Aen. Verlangest du deine Ruhe/ so gedencke auf deine Hoheit / mich aber eutschlage aus deinen Ginnen. Did. Ich solle deiner nicht gedenken ? ich / die ich alleinig durch dich lebe / und meine Tage nicht mit Glücke gemessen kau / so du mich einen Augenblick verladest. Aen. O Götter! was sagest du? und was für eine Zeit hast du hierzu erwchlet ? ach allzu- großmütig bist du gegen einen Undankbaren! Did. Aeneas undankbar? . . . warum ? solle dir meine Brunst etwann verdrüßiich fallen? .. Aen. Nein / niemalen vielmehr Hab ich dich zärtlicher qeliebet. Aber. . . Did. Was? . . . Aen. Das Vatterland ... der Himmel. . . Drd. Rede. Aen. Ich solle . . . aber nein/ Ich spühr In mir Die Zunge stumm zu seyn/ O Göt- Abhandlung. n O Götter! . . Liebe . . . Treue! . . . Du sage / was es scye. (ZuGsmida) (Geheab.) Anderter Eintritt. Dido / Selene / und Osmida. Did. EEHet er also von hinnen ? also verlasset ^ mich Aeneas? was bedeutet dieses Schweigen ? worinne» bin ich sträflich ? Sek. Er gedenket dich zu verkästen/ und es streikten Giory / und Liebe in seinem Hertze / ich weis auch nicht / was überwinden wird. Did. Ist es etrvanv eine Glory / mich zu verkästen ? Osm. (Man hintergehe sie.) Königin Selene hat daS Hertze des Aeneas nicht genugsam durchsetzen/ wahr ist es ja/daß er gesagt / seine Wicht nöhtige ihn / dieses Ufer zu perkaffen / allem mit dieser Pflicht bemäntelt er die Eifersucht. Did. Wie? Osm. Zm kurtzen wird Arbace der Bottschasttt des Königs deren Mohren alhier seyu. Did. Und was alsdann ? ... Osm- Der hochmütige König wird deine Vermählung verlangen/ und Aeneaö förchtet) daß Du der Gewalt weichen / und dich ihme übergeben werdest / dahero entfliehet er durch diese seine Entfernung dem Schmertze/ dich zu betrachten. Dld«' 12 Erste Did. Ich verstehe es. Aeneas betrüget stch / > dieser Betrag aber gefallet meiner Seeke/ dann ich weis / daß die Eifersucht allezeiteine Geburt derLiebe in unseren Hertzeo stye. Sei. Auch mir ist es bekannt. Did. Aber nicht durch wörtliche Prüffung. Osm. (Also nutzet mir ein Mit-Buhler wider dev andern.) Did. Gehe/ geliebte Schwester / benihme dem Hertze des Aeneas dich» Verdacht / und sage ihm, daß mich utchteS als der Tod von thme entreiflen solle. Sel. (Und auch so gar zu diesem verurtheilestdu mich/ o Verhängnüß?) Daß du getreu bist / werd' ich sagen / Hierauf verlasse dich/ Für dich werd' ich Erbarmnüß tragen / * (Und Grausamkeit für mich.) Dein von der Liebe heisses brennen Soll' er durch meinen Mund erkennen / (Wie aber werd' ich meine Pein Zu bergen fähig feyn?) Daß du rc. Dritter Eintritt. Dido / und Osmida. Did.ES komme Arbace/ wie «immerwill/ bitteod/oder drohend/so kommet«r ver« gebevs / und bevornoch die Sonne mitergehel / olle «sehen / wie ich io seiner Segeuwa't dem ' Aene» Abhandlung. rz AeneaS die Hände reichen werde; dann jenes Hertze allein gefallet mir / und dieieö wisse Jarba. Osm. Siehe/ hier kommet ArbaceS. Vierter Eintritt. Jarba unter dem Name desArbaceS/ und Araspes mir einem Gefolge von Mohren/ welche Tyger/ Löwen/ und andere Geschanknüffen für die Königin bringen/ und die vorige. (Während / daß Dido von Osmids auf dem Thron gehoben Wird/ reden Jarba und Araspes von ihr uogehörr mit einander/ und saget:) Ara. Stehe mein König ... Iar. Schweige/ nenne mich ArbaceS/ so lange die Verstellung daurek / und gedenke nunmehro nicht des Thrones ^ Ich bin anjetzo nicht Jarba/ und bin nicht König (zu Araspe; wendet sich alsdann gegen Dido / und sager:) Dido r der König deren Mohren/ sendet mich als einen getreuen Erklärer seines Willens zu dir anhero/ ich erbiete dir selben / wie du wilst / entweder als deinen Schutz / und Unterstützung / oder aber als deinen Untergang. Er üderschicket zugleich diese Menschen/ Thiere/Schätze und Kostbarkeiten / so du stheft/ nrelche das ihme unkerwürffrge Africa hervor bringet / zu einem 14 Erste Geschänkniß/ und Unterpfand seiner Hoheit;. Aus der Gabe wirst du demnach den Geber des mehrern erkennen lernen. Did. Durch die Annehmung dieser Geschanki uiffen empfanget dem König eine genügsame Belohnung/ so ferne er aber nicht mehr der Vers nunft besitzet / so kan aar bald das jenige / was anjetzo ein Geschenke ist/zu einem Huldigungs- Tribut werden. (Wie hochmütig ist nicht dieser!) setze dich/und rede. Ara. (Wre scheinet sie dir/ o Herr? (zuIar.) Iar. (Hochmütig/ und schön / (Zu Arasp.) Erinnere dich/ Dido/ in was Gestalt du von Tyro gekommen / und daß dich ein verzweifelter Entschluß nach diesem Ufer gezogen. Wider die Barbarische Begierden / und geitzige Regungen deines treu-losen Bruders wäre ^ Afrika allein deine Zuflucht / und Schirm / ja dieses weite Erd reich selbst / worauf das stoltze Carthago sich erhebet/ ist ein Geschankniß meines Herrn/ und ist . . . Did. Vermische das Geschenkte nicht mit dem er, kauften... ^ Iar. Laste mich vorbero reden/ alsdann antworte. ; Did. (WasVermessenheit!) ! Osm. (Erdulde.) Iar. Jarda mein König begchrete gantz höflich deine Vermählung / du schlugest sie aus / er erlitte solche Schmach / weilen du damals geschworen/ daß du der Asche des Stchwus die ^ Treue ^ Abhandlung. *5 Treue erhalten wollest. Nun aber weiß gavtz Africa / daß Aeneas aus dem verheerten Asten alhier angekommen / daß du ihn ausgenommen/ und daß du ihn liebest / dahero es dann auch nicht erdülden wird / daß ein elendes Überbleibsel von Troja dem König deren Mohren in seiner Liebe verblnderijch seyn solte. DLd. Es solle sowol seine Liebe/ als sein Zorne auf gleiche Weise frucht - koß seyn. Jar. Laste mich vorhero reden / alsdann antworte. Mein König bezeuget sich uichteS des ftowentger großmütig/er bietet dir/so du wikst/ Friede an statt des Kriegesan / und verlanget zu einer Verbesserung deines Fehlers oichres anders / als deine Neigung / dein Ehe-Beht/ und das Haupt des Aeneas- Die. Hast du geredet? Iar. Za. DLd. Ich käme von Lyro?an diese Küsten, Freybett / und keine Ketten suchend. Carthago ist ein Preis meiner Schätzen / und kein Geschank- niß deines Königs. Als ich mein Hertze/ und meine Hand dem Jarba versaget habe/ so gedachte ich meinem Gemahl getreu zu seyn / an» jetzo aber bin ich nicht mehr diejenige.... Jar. Wann du nicht mehr die jenige bist . . . DLd. Laste mich vorhero antworten / alsdann rede. Anjetzo aber bin kch nicht mehr dre jenige. Die Klugen veränderen chre Gedancken nach denen Zufällen. Aeneas gefallet meinem Hertze/ i6 Erste nutzet meinem Thron , und ist zu meinem Bräu, tigam bestimmet.... Iar. Aber sein Haupt .... Did. Ist kein so leichter Triumph; und dieses Überbleibsel von Troja dörftrannoch dem König deren Mohreu vteleÄugß/ und Bemühung kosten. Iar. Soferne du meinen König reitzest/ so wer, dev alle Getulter / Numidier/ und Garaman- ten, so in Africa seyad/ dich zu bekriegen kommen. Did. Wan« nur Aeneas mit mir ist / so werbe ich mich nicht entsetzen / es kommen hernach al, le diese Numidier / und Garamanten, ja es komme Africa / und gantze Welt mich zu be, kriegen. Iar. Also solle ich sagen .... Did. Du sollest sagen / daß ich seiner Thorheiten über die maßen lache. Iat- Und antwortet ein wehrloses / Vertriebes // ves / flüchtiges / und verlassenes WetbSs // Bild also dem jenigen/ welcher mit einem // Augen s Wink das mächtige / und von de» // neu Herkulischen Gräntz - Säulen bis an // das rote Meer sich erstreckende Reiche be, // herrschet? Did. // Ja / verwegener. Also antwortet dem // unglükjeeligen Besitzer deren abscheuliches // Uuthieren/ und unfruchtbaren Sand - Wür ften die grosse Frau von Tyro/ und Wie, tlb Abhandlung. ,7 /, tib des Sichceus / welche behertzt so viele // Meere / und Länder durchwandert hat. ,/ Also antwortet eine Königin/ und vielleicht „ die Gemahlin des AeneaS. Iar. Bedrucke dich besser deines elenden Stan, des/O Dido. Did. Ich habe mich bedacht. ( Stehet auf / und steiget herab von dem Thron.) Da ich eine Königin / Auch anbey verliebet bin/ Und besitze Hertz/ und Neich/ Will ich über beyde gleich/ Und gantz allein Regentin seyn. Kehr zu deinem König dann/ Du Verwegener/zmücke/ Sage dem Barbaren an/ Wie ich ihm die Antwort schrcke / Daß ich ihn / wie vor zu hassen/ Niemals werde unterlassen. Da ich rc. (Gehetab.) Fünfter Eintritt. Iarba/ Osmida/ und Araspes. Iar. ^DRaspLs/auf zur Rache ! (Will fort gehen.) Ar. Ich folge deinen Schritten. Osin. Warte Arbaces. Iar. (Was wird er von mir verlangen?) Osm. Darf ich mit Freybett reden? Iar. Rede. B Osm. rr Erste Osm. Ich erbiete mich / io du wilst, zu einem . Anführer/ und Geleits Mann deines Zornes/ Dido setzet ihr Vertrauen in mich/ Aeneas haltet mich für seinen Freunde/ die Waffen Ham gen nach meinen Winke / und also könte ich deinen Absichten den Weege ziemlich erleichteren. I gesandten des Jarba? Sel. Die Königin solle diesen thorrechten Hochmut erfahren. Inr. Sie erfahre es. Uvterdesten aber sehe sie mich »u ihrer Schmach jenes Haupt von seinen Schultern lösen / und dieses samt des AeneaS seinem/zu denen Füssen meines beleidigten Kös niges überbringen. Aen. Dieses wird schwerer sey n/ als du glaubest. Jar. Wirst du ihn wol verteidigen können/ jenen Aeneaö/ welcher seine so vielfältige Verlusten für so viele Stege erzehlet ? Aen. So man deine Glory erwöget/ so müssen dek ^. ne Siege zimmlich seinen Verlusten weichen. Iar. Aber wer bist du/ der du mir so viel wegen feiner widersprichst? Aen. Ich bin einer/ der dich nicht förchtet/ und dieses seye dir genug. Wann dn wirst wissen / wer ich sey/ So wirft du bald nicht mehr so frey Mit deinen Worten dich erheben/ Noch auch der Wut so sehr ergeben. Es trachtet zwar der Wanders - Mann Durch feine Reiß r begrerd erhitzt Das Ufer zu verlaßen/ Doch kommt ihm bald die Reue an/ Wann jenes Schis/ worauf er fitzt/ Die Wellen wütend f-ssen ; -- Dn Abhandlung. 25 Da er vielleicht des Schifmanns Willen Beym Abschied nicht gewölt erfüllen/ Und so sich selbst von dem Gestatt Zu dessen Trotz entfernet hat. Wann du rc. (Gehet ab.) gehender Eintritt. Iarba / Selene / und Araspe. Iar. ER wird nicht von hinnen gehev/so er nicht vorhero.. (U)i!l dem Aen. folgen/ wird aber von Selene aufgehalten.) Sel. Was verlangest du von ihme? Iar. Seinen Name. Sel. Seinen Name kaust du ohne so vieler Tobsucht von mir erfahren. Iar. Mit diesem Beding verbleibe ich alhier. Sel. Eben dieser ist Aeneas/ den du suchest. Iar. Ach du hast mir den streich verhindert/ welchen der günstige Himmel selbst mir angetragen. Sel. Aber worzu so vieler Zorn? womit hat er dich beleidiget? Iar. Es ist dir bekannt / daß er die Liebe der Dido meinem Herren strittig mächet / und du fragest mich noch/ womit er mich beleidiget habe ? Sel. Arbace/ wie ich sehe/ so bist du annoch unerfahren mder Schulder Liebe. B 5 Ver- r6 Erste Verliebte glauben frey/ Daß aller deren Wunden/ So sie durch Lieb empfunden / Die Schönheit Ursach sey/ Doch isi's die Schönheit nicht/ Es ist ein schönes sehnen / Woran wir uns gewöhnen/ Da man stch's nicht verspricht; Man fühlt / daß ein ergetzen Süß durch dre Seele fliest/ Weiß aber nicht zu schätzen/ Wo dessen Ursprung ist. Verliebte re. Eilster Eintritt. Iarba/ Araspe/ hernach Osmida. Iar. MS ist nicht mehr Zeit/ Araspe/ mich also ^ verborgen zu halten ; dann es kostet mich bereits allzu vieles leiden. Ara. Und was wirst du thun? Iar. Meine Soldaten, welche ich bey meiner Ans kunft in dem Waide unweit von hier verborgen/ will ich nach diesen Oof beruffen, Carthago vers Heeren, und dem boßhaften Mit-Buhler das Hertze aus dem Leibe reisten. . .. Osm. Herr, die Königin begibt sich eben nach dem Tempel des Neptunt, um dem hochmütigen Trojaner vor deinen Augen, io du es nicht verhinderest , dieHand zu reichen. Jar. So viele Kühnheit! Osm. Es »ft kein Zette zu unnutzen klagen. Iar. Was Naht? Osm. Abhandlung. »7 Osm. Der geschwindeste ist der BM. Ich gehe voraus. Fasse Mut / bey aller Unternehmung werde ich deine Stütze/ und Benützung ftyn. (Gehet ah.) Zwölfter Eintritt. Jarba / und Araspe. Ara. Wo lauffest du hin / o Herr? Zar. Den Mit,Buhler zu erlösten. Ara. Wie hoffest du dieses/ da deine KriegeS-Leute deinen Willen annoch nicht wissen ? Zar. Wo die Macht nicht hm kan/ da wird der Betrug durchdringen. Ara. Und wilst du deine Rache mit der Mackel eines VerrähterS erkauften? Zar. AraspeS/ meine Gunst hat dich allzu kühn gemacht/ eilfertiger zu denen Werken/ und nicht so geschwind zu denen Emradkungen möchte ich dich sehen. Erinnere dich/ wer ich bin/ und wer du seyest. Bin gleich demStrohm/ da dessen Wellen Durch das geschmoltzne Etß sich schwellen/ Von dessen Fluht so Hirt / als Heerden / Sotvol die Hüten/als der Wald Ohtt'aufenthalt Mit sich dahin gerissen werden/ Der aller Schleussen ungeacht/ Die ihm zum Wiedersiand gemacht/ Nach willkuhr Strände trennt/ und schlosset/ Und fo voÜ Hochmut.weiter fliestet. Bin gleich rc. ( Gebet ab.) Drey« 28 Erste Dreyzehender Eintritt. Araspes. ^ UACH weiß es/ jenes grimmige Hertz drohet auch W meiner Treue selbst mit Niederlagen / allein man beobachte die Billigkeit/und gehe aködan« zum sterben. Seine Strenge kan zwar machen / Daß ich unglückseelig sey / Aber/daß ich ungetreu / Und verräht'risch solle seyn / Bringet mir sein Zorn nicht ein; Meine Treu/und meine Ehre Wird durch das Vergessungs- Meere Selbst bis in Llilien j Mit mir gehn. Seine rc. (Gehetab.) ^ Vierzchender Eintritt. Aeneas/ Jarba/Araspes/und Oswida. MJehe hier den Mit-Buhler ohne jes mandeu von seinem Gefvlg. (Im ^ heraus gehen geheim zu Araspe.) Ar. Ach gevencke/ daß du . . . Iar. Folge mir/und schweige. Also wird meine Beschimpfung . . . (will den Aeneas anfallen / wird aber von Araspes abgehal- ren.) Ar. Halte innen! Abhandlung. Ly Iar. Unwürdiger! (Es entfallet ihm der Dolch / welchen Araspes aufhebet.) Stehest du dem Feinde bey? Aen. WaS versuchest du/ boshafte Seele? (Zu Araspes/ in dessen Hände er den Dolch erstehet. ) Osm. (Alles ist verlohren.) Fürifzehendcr Eintritt. Dido mit Wachten / und die vorige. Osm. WSIr styod hintergangen / D Königin/ der tapfere AeneaS wäre durch einen unmenschlichen Streiche gefallen / foArba- ce seine Hülfe verweilet hatte. DLd. Wer / und wo ist derVerrähter? Ar. Betrachte ihn / er hat den Stahl noch in der Hände. DLd. Wer hat diele Barbarische Begierde in deiner Brust erwecket? (2u Araspes.) Ar. Die Glory meines Herren/ und meine Pflicht. Osm. Wie ? da es Arbace selbst mißbilliget? Ar. Ich weiß es, daß er mich vermthetlet / beförch, te auch seinen Zorn / aber meine That wäre kein Verbrechen / dahero sie mich auch nicht reuet. Did. Nehmet ihn tu Verwahrung. (Zudenen Wachten.) Aen. Entschuldigest du dich nicht einmal? Ar. Nein / ich erwarte meine Strafft / dann so bald zc» Erste bald ich mich entschuldige / so bin ich nicht mehr unschuldig. Did. Und hast tu auch weder eine Schande eines so ruchlosen Verbrechens? Ar. Ich wolle dieses tausendmal wiederholen. (Gehet ad zwischen denen wachten.) Aen. Großmütiger Fern de/ ich hätte nicht so viele Tugend in dir geglaubet; lasse zu / daß ich an diese Brust... (Will ihn umarmen.) Aar. Entferne dich Aeneas; wisse daß dem Leven ein Geschanknüß deS Araspes seye; ich/ichverlange dein Blur/ der ichJarba bin. Did. DuJarba? Aen. Der König deren Mohren ? Did. Ein König hat keine so niederträchtige Ge- vancken; du bist ein Lügner. Man eutwasne ihn. ( ?u denen wachten.) Jar. Niemand erkühne sich zu nahen / oder ich entseele deaselben. (Entblössec das Schwert.) Did. Hola! was verweilet man? er ergebe sich/ oder falle ertödtet zu meinen Füssen- Osm. (Erhalte dich zur Rache.) (In geheim zu Jarba.) Jar. Siehe hier das Schwert. (wirft das Schwert auf die Erde/und gehet ab.) Did. Deine Gorge seye es / die hochmütige Seele zubezäumen. (zuOsmida.) Osm. Verläße dich auf meine Treue. ( Geher mir denen wachten ab.) Sech- Abharivlung. 9* Sechzehender Eintritt. Dido/ und Acneas. DLd. AeneaS / vunmehro bist du errettet von so grausamer Verwundung / und für mich erhalten die Götter ein so schönes Leben. Aen. H Götter! Königin. Did. Zweifelst du etrvann annoch an melnerTreue? Aen Nein. Mein Unglück ist voch weitdetrübter. Das Verhängnüß will .. . DLd. Rede klärer. Aen. Es will (ach! ich empfinde Todes? schmer- tzen !) daß ich dich verlassen solle. Did. Du mich verlaßen? und warum? Aen. Der Befehl des Jupiters/ der Schatten des ^ Erzeugers / Vas Vatterkavd / der Himmel/ das ^ Versprechen/ die Pflicht / die Ehre/ der Ruhm/ j ruffer mich nach dem Gestatt von Italien / und meine so lange Aufenthalt alhier bat alwereitS den Zorn deren Göttern nur allzusehr gereitztt. DLd. // Und alst> hast du mir deine Abfichr bis- // hero verborgen gehalten/ treuloser? Aen. ,/ Es wäre ein Mitletoen . .. DLd. // Was Mitkeideu ? deine verlogene Lippen // haben mir die Tceue geschworen/ und oaS // Hertze dachte unterdegev/ wie es den Fuß // von mir entfernen folte. Ach mich elende! // wem werde ich mehr trauen? Ich nehme den // von denen Wellen selbst verstoßenen Nieder- ^ // trächrigeu an das Ufer / ich erquicke ihn von des 32 Erste //uen ausgestandenen Unbilden des Meers/ich . „ stelle ihm die bereits zerstreute Schiffe/ und // Waffen zurücke/ ertyeile ihm Platz in meis // vem Hertze/ und in meinem Reiche / und die« // ses ist nicht genug / ich ziehe durch die wegen sei- // ner versagte Liebe den Zorn von hundert Kör // nigen über mich; Und dieses ist alSdann die // Belohnung. Ach mich Elende! wem werde // ich mehr trauen ? Aen. // So lang ich leben werde / O Dido wirst // du meiven Sinnen ein süsses Angedenken // seyv / ich wurde auch rmmalen von hinnen // gehen / wann eS nicht die Götter wole // ten / daß ich all meine Leidenschaft dem La- // teinifchev Reiche aufopferen solle. Did. // Fürwahr/ als hatten die Götter keine am // vere Sorge/ als dein Geschicke. Aen. // Ich werde verbleiben / wann du wilst/ , // daß ein Unglückseliger meineidig werde. Did. // Nein/ da wäre ich deinen Nachkömmlin- // gen die Beherrschung der Welt schuldig. Ge< , // he nur/ folge deinem Schicksal/ suche das //Reich von Italien / vertraue dem Wind/ und // denen Wellen deine Hofnung / aber höre/ // eben jene Wellen wird der Himmel zu mci- // ner Rache wider dich gebrauchen; und zu // spatt wirst du eS alsdann bereuen / daß du // einem unsinnigen Element gealaubtt hast/ // auch deine Dido vergebens rvffen. Did. Abhandlung. ^ Zz Aen. Wann du mein Hertz sähest... (Sie anhaltend. ) Did. Laste mich Verrähter. Lien. Wenigstens gebe mir mit freundlicherem Gesicht das letzte Lebe - wol zurücke. Did. Lasse mich Undankbarer. Aen. Du hast doch nichtUrsachzu sogrofferWuht mich zu verurtheilen. Did. Unwürdiger Undankbarer / soll dem Hertze/ Das sich muß verlassen sehen / Dieses nicht mit Recht zustehen/ Dem man Schwirr der Treu gethan? Sag't es/ ihr verliebte Serien/ Welchen keine Proben fehlen/ Sag't es an statt meiner an: Du / treuloser / weist es schon / Daß kein Lohn Verrähtereyen Für mich seyen; Der Verdienste stimmet nicht ein. Sagt Verliebte / wann dann meine Also keine/ Wo wird eine Marter seyn? Undankbarer / rr. (Gehet ah.) Siebcnzehender Eintritt. Aeneas. WNd wirst du erdulden können / daß ein so bars W bartscher Lohn der Preis deiner Treue stye / meine Seele ? So viele Liebe/ so vteke Geschank- C nüfi Z4 Erste Abhandlung. nüffen . ... Ach ehe ich dich verkäste / gehe Italien / ja selbst die Welt zu Grunde, mein Ruhm verbleibe in einer treffen Vergessenheit vergraben / und Troja gerahte noch emma! m die Asche. Aber ach ! was habe ich gesagt? Verzeihe großer Erzeuger meinen verliebten Lhorheiten / ich schäme mich»- es wäre nicht Aeveas/ welcher geredet / die Liebe ist es gew.ß sen. Man gehe von hinnen. Aber wie ? Sove der boßhafte Mohr meinen Schatz umarmen? Nein .Und wird der Sohn seinem eigenen Erzeuger meineidig werben? Vatttr.' Liebe ! Eifersucht! Götter! was Raht? Bleib' ich an dem Ufer stehen/ Lasse ich die Segel wähen / Nenn't man mich doch einerley/ Sagend/ daß ich grausam sey/ Und ungetreu. Unterdessen seynd die Sinnen Traurig/ und verwirrt in mir/ Ich begib' mich nicht von hinnen / Und verbleibe nicht alhier/ Dannoch fühle ich das Leiden/ Und empfinde jene Pein/ Die ich haben wurd' im Scheiden/ Und noch langer hier zu seyn. Bleib' ichrc. Ende der ersten Abhandlung. Folget ein Tantz von Carthaginensischen Damen/ welche von Trojanischen Cavalle« re» verachtet werven- An- Sei. ( ?5 ) Wnderte Abhandlung. Urfter Gmtritt. Königliche Zimmer. Iarba/ Selene/ und Araspes. ^Er hat dich deren Banden befrevet? Was für eine thorrechte Kühnheit führet dich nacher Hofe ?ond förchtest du nicht den entbrannten Zorn der Königin ? Jar. Ich habe bishero m'chtes anders/ als mich sörchten zu machen erlernet. Sel. Dich förchten zu machen? Dein boshaftes Hertze erwecket Haß / und keine Forcht in meiner Brust. Iar. Keine Schwachheit machet dich sicher. Sieh't derLöwe in dem Wald Angeborner Aufenthalt Etwann im vorüber gehen Gantz bestürtzt von Angst/und Schmtttz Irgendswo ein Schäflein stehen / Wird sein Großmut - volles Hertz Eich zu keiner Wut bewegen; Komm't mit grimmen Schritt sodann Ihm ein Tyger, Thier entgegen / Fallt er es gleich drohend an / Dann das schätzet er allein Seines Zornes wert zu ftyn. Sieh't der Löwe re. Cr (Gehrt ab.) An- -6 Änderte , Anderter Eintritt. Selene / und Maspes. ^ Gel. AUEr hak diesem Unmenschen die Ketten W abgelöset? Ar. Dieses fraqest du von mir vergebens/ schönste Selene: Ich sehe mich gefangen / schuldig / srey/ und unschuldig in einem Augenblick/erfahre meinen Herrn gefesselt zu ftyv / begibe mich seinetwilleo nacher Hofe / und finde ihn daselbst. Gel. Ach! es ist ein Betrug wider dev Aeneas angesponven. Beschütze sein Leben. Ar. Er ist mein Feinde / wann du aber doch wikft ^ daAAraspe ihn von denen Nachstellungen bei schütze / so verspreche ich es dir / bis dahiv wie derstreittet nichtes meiner Ehre. Aber bist du also zu frieden ? Sel. Also bin ich vergnüget, (will weg gehen.) Ar. Ach entziehe meinen Augen nicht so geschwini de das Wolgefallen deiner Betrachtung. Sel. Warum? l Ar. Ich solle zwar schweigen / daß ich verliebet ! bin / allem dein Antlitz hat die Schulde meines Verbrechens. Gel. AraspeS / deine Tapferkeit / dein Angesicht / ! und deines Tugend gefallet mir, allein meiq Hertze brennet schon von einer anderen PE Abhandlung. 37 Ar. Wie uvglükseelig bin ich olcht! Sel- Und noch unglükseeliger ist Selene / da dich mein Angesicht entzündet. Du entdeckest wes mgstsns dem Leiden/ und ich höre es an. Ich aber kan die verborgene Brunst nicht verschweiß gen / und darf sie doch nicht entdecken. Ar. Erdulde wenigstens meine Treue. Sei. Ja / aber erwarte dafür von mir keine Bes lohnung; wann mich deine Tugend mit diesem Beding lieben kan / si» erlaube ich dir es / jeß doch verlange nicht mehr. Ar. Mehr begehre ich nicht. Gel- Brenne nur für mich mit Treue / Und erhalte mittlerwelle Jenen Pfeile / Welcher drr das Hertz durchsticht / Doch sage nicht/ Daß ich grausam für dich seye. Gleiches Unglück hat getroffen Dein / und mein beständig seyn/ Dann du findest nichts zu hoffen / Ich kein Beyleid meiner Pem. Brenne rc. Dritter Eintritt. Araspes. SM sagest / daß ich nicht hoffen solle/aber s» gest es nicht genugsam. Die Hofnung ist das allerletzte, so man verliehren kan. e; War- -§ Änderte Warum läst dasVögekein Seine zwitzerende Lieder Auch so gar im Keffig hören 7 Weil es hofft/ zurück zu kehren/ Und bald wieder/ Wie vor diesem frey zu seyn. Warum seuftzet der Soldat / Da er Müh' / und Sorge hat / Nicht nach Ruh' bev Blut-vergiesien / Bey Gefahren-voller Schlacht? Weil ihn gleichsam Ruh' gemessen Schon im Kampf die Hofnung macht. Warum rc. ( Geher ab.) Vierter Eintritt. Didone mit einem Blat Papier / und Osmida. DLd. K?CH weiß es schon / daß sich der Mohr Wi ren r König unter dem Name Arbace verborgen befindet, allein er seye / wer er immer wolle, er hat mich beleidiget, und also will ich/ er seye gleich einUmerthan/ oder Regent, daß er ohneAufchub sterbe. Osm. „ Du wirst allezeit in mir einen getreuen Vollzieher deiner Wnken finden. Did. „ Deine Treue wird belohnet werdev. Osm. // Und was wird meine Belohnung seyn / /, L) Königin, ich habe Treue, und Tapftr- // kert vergebens für dich / Aeneas allein ber // sitzet dein gantzeS Hertze. DLd. Abhandlung. ZI Did. // Schweige / erinnere mich nicht dieses // verhaften Namens. Gr ist ein Treuloser/ // er ist ein undankbarer/ er ist eine Seele ohne // Gesatz / und ohne Treue. Ich bin wider // mich selbst erzürnet/daß ich ihn btsheroge- // liebet. Osm. // Wann du ihn wieder stehest / wirst du /, dich wol besänftigen. Did. // Ihn wieder sehen? so lange ich lebe / /, wird mich dieje boshafte Seel nicht mehr // ansichtig werden. Fünfter Eintritt. Selene / und die vorige. Sei. M)Eneas verlanget mit dir zu reden/ ML? wann du es chm erlaubest. Did. AeneaS ? Wo ist er? Gel. Alhier nahe seufftzet er nach der Lust dich zu sehen. Did. Vermessener! er komme. Osmida gehe von hinnen. (Selene gehet ab.) Osm. Hab ich eS dir nicht gesagt/ daß AeneaS die Freyheil deines Hertzens entrasbet? Did. Peinige mich nicht länger / und lasse mich allein. ( Osmida gehet ab. ) Sech» §4 4S ^ Änderte Sechster Eintritt. Dido/ und Aeneas. Did. SMIe? bist du anvoch nicht von hinueu? »W zieret der grosse Aeneas an noch diese barbarischeKüßen ? und ich habe schon geglaubt/ daß er nach durchgchegelten Meer allberettS bekriegte Völker/ und überwundene Könige iu Italien zum Triumph einsühren werde. Aen. Diese bittere RedenssArt stehet deinem Hers tze übel an / schönste Königin. Ich komme aus Sorgfalt wegen deiner / und meiner Ehre. Ich weiß / daß du den grausamen Hochmut des Mohren mit dem Tode bestraf« wüst. Did. Und dieses ist das Blatt seines Uckheils. Aen. // Die Giory williget nicht ein/ daß ich ans // solche Art meine Unbilde« rachen solle/ da du ,/ ihn wegen meiner verurtheilest. Did. // wegen deiner verurtheilen? wie sehr der // trügest du dich! jene Zeit ist vorbey/ o Aes // neas/ daß Dido an dich gedacht. Dre Far // ckel ist erlöschet/ die Kette aufgelöst/ also/ daß // ich kaum deines Namens mich mehr erinnere. Aen. /, Wisse/ daß der verstellte Bottschaster der // König der Mohren ist. Did. // Ich weiß nicht / wer er seye/ ich halte ihn // für Arbace. Aen. // O Götter ! miti seinem Tod reihest du // gavtz Mica wider dich. DLd. Abhandlung. 4* DLd. // Ich verlange keinen Raht / du sorge für // dein Reich/ ich werde an das meintgs geden- // ken. Glükseeltg wäre ich / wann du Undanks // barer niemalen das Ufer betreuen hättest. Ae». /, Wann du deine Gefahr verachtest / so // schenke ihn mir/ ich begehre Gnade für ihm.', Did. // Ja fürwahr / ich bin mein Reich / und // mich selbst deinen grossen Verdiensten schuldig; // einem so getreuen Liebhaber / einem so mild- // hertzigen Helden / und denen gerechten Bits // ten eines so grossen Fürsprechers werde nich- // tes abgeschlagen. Unmensch/Tyrann: istetß // wann dieses der letzte Lag / daß du mich sehen // must? du kommest mir vor die Augen/ redest // nur alleine von Arbace / und achtest meiner // nicht; hätte ich wenigstens dein Aug nurMt // einer eintzigen Thrane benetzet geschen/so aber // finde ich weder einen Anblick/noch einen Seust /, zer / ja nicht das geringste Zeichen einer Er- // barmnüß in dir; und hernach verlangest du // Gnaden von mir? ich solle dich wegen so vies /f ler Schwache annoch belohnen? eben west du //ihn frey haben wirst/ so will ich/ daß er sterbe. ( Geher zu dem Tisch / und unterschreibet das Urtheil. ) Aen. MemAbgott / dann dieser bist du mm Trotz meines Verhängnüffes: was solle ich sagen? was hilft es durch Seuftzer deinen Schnrertzeri zu erneueren? ach! wann du jemalen die geringste Neigung in deirrem Hertze für mich gcheget / so C5 be/ Hs Änderte besänftige deinen Zorn / und erheitere deine Bl« > cke; jener Aeneas begehret es von dir/ welchen du dein Hertz/ dein Leben ehedessen geueonet; jener/ den du bis auf diese Zell mehr als dein Leben/ ' mehr als deinen Thron geliebet/ jener... Did. Genug/ du Haft überwunden/ siehe hier das > Blatt / erwege / wie ich dich auch als einen Uns , dankbaren anbette; mit einem eintzigen Blick bes nihmest du mir alle Gegenwehr/ und entwasneft l mich / und du hast das Hertze mich zu hinterges Heu ? und kauft mich verlassen ? Das treue TurtelrTäubelein Find't sich Hey seinem Schatz stäts ein/ Sonst setz't die Schwalbe nirgends sich / Als wo sie ruft ihr Triebe / Der Löwe liebt beständiglich/ Das Tyger ist von Lieb entflammt / Die Blumen / Kräuter insgesammt Empfinden alle Liebe / Und da w«kst diesfals gantz allein Go unempfindlich seyn? Verlassest du so leichtlich mich / Die du einst so geliebet/ So hast du also damals dich In Falscheit nur geübet/ Wo mcht dein Hertz belieben tragt/ Wann mich die Marter plagt. Das treue rc. (Gehet ab.) Sie- Abhandlung. 45 Siebender Eintritt. Aeneas/ hernach Iarba. Aen. MCH verspühre/ daß ob so grosser Liebe M gegen mich meine Beständigkeit wanke/ und da ich andere befreye/ veriiehre ich mich selbst. Iar. Was macht der unüberwindliche Aeneas? Ich sehe annoch die Zeichen der ausgestandenen Forcht an seinem Angesicht. Aen. Jst Jarba von denen Ketten entlediget? wer hat dir die Freyheit gegeben? Iar- Osmida erlaubet / daß ich in dem König!. Pallast herum gehe , will aber/daß ich mein Schwert/um damit du sicher seyest/nicht trai gen solle. Aen. Hintergehet OSmida auf solche Art den König!. Befehl? Iar. Sage mir/ was förchtest du? daß ich der Straffe/oder aber diesen Mauren entfliehen werde? Ach nein / zu deinem Unglück werde ich nur gar zu lang alda verbleiben. Aen. Dein gegenwärtiges Schicksal ist deS Mit- leidens würdig/ und nicht der Forcht- Jar. Erspare deinem grossen Hertze dieses uvnnütze Mitletden; Ich weiß/daß du den tollen Zorne der Königin zu meinen Schade aneifereft. Können die Trojanische Helden auf keine andere/a!6 diese Art ihre Beschimpfungen rächen ? Aen. Lese: In diesem Blat hat die Königin deinen Tos 44 Änderte Lodt mlt eigener Hände aufgezelchnet. Wann > Aeneas einAfricaner wäre/ so wäre Jarba des Todes. Nihme es hin/ unbescheidener Barbar/ und lerne/ wie Aeneas seine Beleidigung rächet. ( Zerreibe das Blae.) Da ich dir verzeihe / sehe/ Was für Großmut in mir stehe/ Dieser kommt dein Hertz nicht bey; Du Verrähter ohne Treu: Sehe es / und alsdann melde/ Ob ein Afrikaner Helde Auch von solcher Tugend fey. Da ich rc. Achter Eintritt. Jarba / hernach Osmida. Zar. ZWO seltsame Zufälle kan ich Vicht »erste» Mr hen. Oom- Herr / wohin gehest du ich habe dich ja KU deiner /und meiner Ruhe io meinen Zimmern verstecket hinterlasten. Jar. Aber ich habe jenen Aufenthalt bis zu deiner Zuruckkunst nicht erdulden können. Osm. Du bist in Gefahr/ dann so dich Dido also ftey herum gehen flehet / so wird sie au meiner Treue zweifle«. Jar. Eben darumen gehe ich ohne Gewehr / bis meine Völker zu meiner Rache auhero eilen. Osm. Abhandlung. 45 Osm. Gehe nar/ aber erinnere dich / baß ich allein wegen deiner . . - Iar. Du bist der Dido ungetreu gewesen. Osm. Und dak da mir zum Lohn .. . Jar. Ich weiß schon, was deiner Treue für eine Belohnung gebühre. (Gehet ab.) Neunter Eintritt. Osmida. W>Ann das Glücke meinen Wünschen nac in eft waSbeystehet/so btnich glükseelig. Lugend / und Ehren - Freud / Namen der Dienstbarkeit/ Seynd eitle Götzen/ Welche der Pöbel sich Als Götter lächerlich Pfleget zu setzen; Doch dieser Pöbel wird Von sich selbst angeführt In dem Urtheilen/ Da eine Macht ihn drückt/ Und er andurch berückt Jenes zu weilen / Was er sich selbst verweist/ An andern preist. ^ Lugend/ rc. ( Gehet ab.) Zehe« 46 Ändert« Zehender Eintritt. Aeneas/ hnnach Araspes. Aen. ZFAs Hertze wallet noch zweißelhastiH d zivischen Mbr / und Gchuldigkett m dieser Brust. Nur a llzrtzchrhar Mine Tapferkeit d« Beherrschung emeö schönen Angesichts gedienet. Es besiege demnach der Held- einmal dev Liebhaber» Ar- Ich habe drch bis anhero bey Hof überall gesuchet. Aen. Freund/ komme in diese Arme. Ar. Begib dich Mücke / Aek-aö/ ich bin Dein Feind. (Zieherdas Schwert.) EntbkHst/ entbköffe MeS Elsen / Lch begehre mit dir zu kämpfen/ und nicht Deirre Freundschaft. Aen. Du entziehest wich vor kurtzen dem Hochmut des Zarba, nnd wtlst sodann mit mtr kämpfeu / nnd begehrch meine Freundschaft nicht. Ar- Du betrügest dich / ich höbe damals die Glory meines Königs / und nicht Dein Leben beschützet; mit einer «Vieren Wunde gebühret mir jene gerechte Rache / weiche ich ihme entzogen/ wieder zu geben. Aen. Wie? sott AelleaS wider seilten Beschützer Vas Schwert streiften - . - Ar. Hölä! was verweilest du? Aien. Mein Leben ist dein Geschankuüß / nthme es nur hin / so du wilft / ich bin zu frieden / daß Abhandlung. 47 baß ich aber meine Hand die zu schaden brß wafaen solle; GroßmütMr Kämpfer, daS er, wartest du vergebens. Ar. Wann du das Schwert nicht ziehest/^werde ich dich mit Recht einen Zaghaften / und Niederträchtigen benamsten. Aen. Diele einem männlichen Hertze schimpfliche Bedrohungen kan Aenras nicht erdulden. Siehe hier / ich entblöße dm Stahl um dich zu begnügen / aber es vernehmen zur /, vor alle Menschen / und ake Götter meine /, Worte. Ich bin ein Freund des Araspes / // ich bin mem Leben femer Tapferkeit schule // dig / gehe den Streit mit ihare zu wider // meinem Hertze ein / weilen ich ansonsten mit // Zaghaftigkeit beflecket wurde / und um nicht // niederträchtig zu feyn / bin ich undankbar. (Da sie zu sechren anfangn / kommet darzu.) Eilster Eintritt. Selena / und die vorige. Sel. IMS virle Kühnheit bey Hofe? hola haltet ^ innen / bist du auffolche Welse mirger treu? und beschützest dn/ verrährerifcher Ar« spes/ also daSLebm des Aeneas? Aen Nein Printzeffin/ das Hertze des Araspes ist keiner Bmähterey fähig. Sei- 48 Ändert« Sel. Wer aus dem Gefolge des Jarba ist / der kav nicht getreu seyn. Ara. Schönste Selene/ du allein darffest dich wagen/ mich also zu beschimpfen- Sel. Schweige/ und gehe von hinnen. Ara. Ich werde schweigen/ da du es verlangest. (Gehet ab.) Zwölfter Eintritt. Aeneas / und Selene. Aen. WM AraspeS mich heraus zu fordern ka- ^ me / hat er das Recht seines Henu wider mich verthetdiget; wann du also seine Tugend zu verurthetleu suchest/ so beleidigest du mit gar zu vieler Ungerechtigkeit jenes Hertze. Sel. Ach großmütiger Aeneas : traue nicht also einem jedwederen. Du glaubest auch der Freundschaft des OSmida/ und doch betrüget dich derselbe. Aen. Ich weiß es, aber AraspeS besitzet keine so treulose Seele in seiner Brust / gleichwie OSmida. Sel. Es seye AraspeS wie er will: nun ist eS nicht Zeit von ihme zu reden. Dido begehret mit dir zu sprechen. Aen. Ich habe erst vor kurtzen meinen Fuß von ihrer König!. Aufenthaltzurückegezogen/ wann sie auf das neue von mir verlangt / daß ich an diesem Ufer verbleiben solle / so wird andurch Avjtte Pein nur umsonst vergröfferer. Sel. Abhandlung. 4) S-l. O Götter! warm du fie nicht anhörest/ s- bist du gar zu unmenschlich. Aen. Ich werde sie anhören / doch dieses anhöreu ist vergebens. Ihre herbe Qual / und Peine Wird andurch sowol / als meine Sich vermehren/ Sterben werd ich aus mit-leiden Und aus Liebe gegen ihr/ 7 Meine Pflicht ist dannoch mir Von dem wehrten Schatz zu scheiden/ Nicht zu wehren; Besser ist's mit einem, Streich Gantz zugleich Diese Marter Zu vollenden/ Als die Seele so gemach Nach und nach Reissend aus der Brust zu wenden. Ihre herbe/ re. (Gehet ab.) Dreyzehender Eintritt. Selene. AUEr hat jemalen eine seltsamere Liebe / em boßhaftereS Geschicke/ als das weinige ist/ gesehen ? Ich verschweige meine Brunst/ und da ich bey meinem Leben bin / weiß ich demseks den zwar fremde Qualen / nicht aber meine eigene zu entdecken. D Das Zo Änderte Das Ufer Hab' ich ihm Gesicht/ Und seufze nach dem Port/ Bey allem dcme kan ich nicht Aus denen Wellen fort; Da ich nun alfo für / uud für Verberge meine Pein/ Wie wird / barmbertz'jge Liebe / mir Dereinst zu heissen feyn? Das Ufer re. (Geheeab.) Vierzehmdcr Eintritt. Zimmer mit Sesseln. Dido/hernach Aeneas. Vid. Kk LH will nicht mehr in der Ungewißheit W? meines Verhängnüffes leben. Es ist nunmehroZeit/ baß Aeneas das letztem«! ver, suche werde / wann die Klage meiner Pein / und das Mitleiden nicht HW/ so mache die Eifersucht die letzte Prüffung. Aen. Ich komme o Königin/ aufdaS neue deinen Verweiß anzuhören/ ich weiß/ daß du mich einen Undankbaren / Treulosen / Lügenhaften/ Meineidigen / und Unwürdigen nennen wirst/ also kühle nur deinen Zorn / und benamse mich / wie du wilst. DLd. Nein / ich bin nicht erzürnet / ich werde dich auch keinen Ungetreuen/Lügenhaften / noch Undankbaren nennen / unsere Liebe allein werde ich ' Abhandlung. 5l ich dir zu Gemüt führen; ich verlange Rahr von vir/und nicht Liebe. Setze dich. Aen. C Wa6 wird sie sagen?) (Sie fegen sich.) Did. Du siedest rvol/ o AeoeaS/ daß mein angehendes Reiche mit Feinden umgeben ist; ich habe btshero die Bedrohung , und Wut verachtet / wahr ist es / allein der beleidigte Jarba wird mir, da ich deiner Unterstützung beraubet bin / aus Rache sowol das Lebe« / als das Reich benehmen; bey so zweifelhaften Geschicke ist alles Mittel vergebens. Ich muß dem Tod entgegen gehen / oder aber dem hochmütigen Afrikaner die Hände reichen / eines/ und das andere misfallet mir, ich bin gantz verwirrt, und verliehre endlichen als ein schwaches, verlästertes / u«d von ihrem Vatterland entferneteS Weibs-bild die Hertzhastigkeit, und es ist kein Wunder, wann ich vichteS zu entfchliegeu weiß. Du also rahte mir. Aen. So ist dann außer dem Tod / oder der traurigen Vermählung keine bessere Ausflucht zu finden? Did. Nur allzu viele Ausflucht wäre vorhanden. Aen. Und was für eine ? Did. Wann AeneaS meine Vermählung nicht verschmähet hatte / wurde ich Africa von Arabien bis au das grosse Welt-Meer in Carthai §o seine Beherrscherin aubettev gesehen haben; und Tyro, und Troja wurde man erneuert... Aber was rede ich? Ich stelle mir das ungewisse Da vor, HS Änderte vor/oder bin deren Sinnen beraubet. Sagemir/ was soll ich thun? Mit einer starkmütigen See, le / wie du wilst / werde ich den Jarba / oder den Toderwedlen. Aen. Den Jarba/oder den Tod? Und ich solle dir rechten ? Ich jene / die ich also anbette / ln denen Armen des Mit, Buhlers sehen ? Jene.. Did. Wann du eine solche Hual in meiner Vermählung findest/ so widersage ich dieser; aber um mich denen Anfällen zu entziehe» / ist der Tod nohtrvendiq. Ergreiffe jenes Schwert/ und entfiele deine Getreue. Die Grausamkeit argen die Dido ist ein Milleiden für selbe. Aen. Daß ich dich entfielen solle ? Ach es falle vielmehr der Zorne des Himmels über mich; und die Götter verminderen viel ehe meine Tage/ um die deivige zu vermehren. Did. So ergibe ich mich also dem Jarba. Hos la! (Es kommet ein pagge.) Aen. Ach halte innen / du bist gar zu sorgfältig um meine Pein. O Götter! Did. Also entfiele mich. Aen. Nein / man ergebe sich dem Verhängnüß. Jarba erhalte deine König!. Hand / und die Seele des Aeneas werde ihrer Ruhe beraubet/ wann nur du lebest. Did. Weilen du mich doch anderen wünschest/ so werde ich dick zu befriedigen wißen. Man rüste den Jarba. ( Der pagge gehet ab/ und ein Abhandlung. 5Z änderet bringet einen Sessel für Iarba.) Grehe/ wie gehorsam lch dir bin. Aen. Königin lede wol. (Stehetauf/Dido desgleichen.) Did. Wohm? wohin? verbleibe- Ich will/daß du der glükseligen Ehe < Verbindung zusrhest. ( Er wird nicht widerstehen können. > Aen. ( Standhaftigkeit OHertzel) Fünfzehender Eintritt. Jarba ohne Degen / und die vorige. Iar. MIso/worzu verlangest du mich?ou bist thorrecht/wann du mich von deinem Zorn / und deiner Bedrohung unterdrücket zu ftyn glaubest. Mein Hertze verändert sich nicht/ eb ist allezeit daffelbige. Aen. (WaS Wermut!) j Did. Herr/ besänftig deinen Zorn: mit deme/ ! daß du deine Würde / und deinen Name verr schwiegen / hast du deine Ehre großer Gefahr i ausgesetzet/ und ich . .. Aber setze dich achter nieder / und höre mit holden Angesicht meine Worte. Zar. Rede/ ich höre dich. (Jarba und Did» fegen sich.) gehen.) Aen. Erlaube mir/da-tchnunmehro.. (will wetz Did. Verbleibe/ und setze dich. Du wirst nicht gar zu laug ausaetzalten werden. (Er wird i nicht widerstehen können.) i Aen. Standhaftigkett L) Hertze!) D 3 Zar. 54 Änderte Iar. Ey ergehe. DaJarbabeydirist/rrmßflch dieser entfernen. Aen. ( Und ich erdulde eS?) Did. An ihme findest du an statt des Mit BuhlerS einen Freunde. Er hat allezeit dir zum besten mit mir gesprochen. Mittelst seiner Emrahtung liebe ich dich/ und wann du meine Lippen lügenhaft gealaubest/ so sage eS selbst. (Tu Aen.) Aen. Es ist wahr. Iar. Sd ist dann in dem König deren Mohren kein anderer Verdienst/ als seine Emrahtung ? Did. Nein Jarba / es gefallet mir/ in dir jene König!. Kühnheit/ so ich an deinem Antlitz sehe/ ich liebe jenes den Tod / und die Gefahren so verachtende Herhe/ und wann mich der Himmel zu deiner Gespännin/ und Gemahlin bestimmet... Aen. Lebe wol Königin (Steher abermal auf ) , Es ist genug/ wann dir AeneaS bis hlcher ge, horchet hat. Did. Es ist noch nicht genug / setze dich nur noch erneu Augenblicke. ( Er fanget schon an zu wanken.) Aen. (Dieses ist eine Marter!) Seyet sich wie. der nieder.) Iar. Allzuspat / O Dido/ erkennest du deine Schuldigkeit; jedoch will ich alle meine Beschimpfungen deiner Schönheit schenckev. Aen. ( Was Pein O Götter.') Iar. Grd mir also die Hand zu einem Pfände deiner Treue. Did. Abhandlung. ^5 Drd. Ich binW frieden. Dke mitleidige Liebe hätte mich mit keinem angenehmeren Bande fesseln können. Aen. ( Mehr ist nicht möglich zu erdulden.) ( Stehet garrtz zornig auf.) DLd. WaS für ein Zorne ? AeneaS. Aen. Aber was wilst du ? Ist dir dasjenige nicht genug, was meine Beständigkeit bt-hew ge, litten? DLd. Schweige. Aen. WaS schweigen? Ich habe zur Genüge ge, schwiegen. Du wilst dich meinem Mit i Buhler übergeben / und verlangest/ daß ich dir solches rahte / zu allen diesen schweige ich / waS begeh, rest du mehr ? Daß ich dich etwano auch in sei, nen Armen sehen solle? Sage mir/ daß du mich tobt wilst/ und nicht daß ich schweigen solle. (Im weg gehen.) DLd. Höre du erzörnest dich mit Unrecht. ( Stehet auf.) Weist du/ daß ich dir zu gehorchen . .. Aen. Ich verstehe / ich verstehe es / ich bin der Verrähter / ich bin der Undanckbare / da bist jene Getreue/ weiche für mich Thron/und Leben verlieren wolle / aber so viele Treue verlange ich nicht zu sehen. ( Gehet ad.) D4 Sech« Ändert« Sechzehender Eintritt. Nido/ und Jarba VLd. ^^öre . . . (Nach Aeneas.) Iar. Lasse chn von hinnen gehen. (Stehet auf.) Did. E6 ist mir nützlich seinen Zorn zu besänsti- gen. Iar. Was beförchtest du? Gibe mir die Hand/ und deine Rache seye alsdann meine Sorge. Did. Es ist nun keine Zeit zu Vermählungen. Iar. Warum? Did. Frage nicht mehr. Iar. Ich verlange es zu wissen. Did. Weil du es wilst / so werde ich es dir sagen. Weil ich dich nicht liebe, weilen du meinen Augen niemalen gefallen / wetten ich dich Haffe / und weil mir der betrügerische Aeneas mehr gefallet/ als der getreue Jarba. Iar. Treulose / also bin ich ein Vorwurf des Gelächters für deine Augen? Aber weist du / wer Jarba ist.- weist du / mit weme du dich wagest? Did. Ich weiß/ daß du ein Barbar bist/ und mich nicht erschreckest. Iar. Du magst mich immer so benennen / Vielleicht werd' ich annoch Dich bald in Reue sehe« können / Und daß duBeyleid wirst begehren/ Wo ich dich alsdann doch Nicht Verde hören. Der Abhandlung. 57 Der von dir immer ein Barbar Benamset war/ Den Wird alsdann kein Schmeichle» stillen/ Auch wird sein Willen Dem falsch seyn / und betrügen Nicht also unterligen. Du magst rc. ( Gehst ab. ) Siebenzchender Eintritt. Dido. IAO findet doch mein Hertze mitten IM Zorn MA -tue Ruhe. Ich förchte den Jarba nicht. ES gefallet mir der erzörneteAeneas/ vnv ich liebe seinen Zorn eben so / als die Würkunq seiner Neigungen. WerweiseS? Barmhertzü ge Gottheiten / erinnert euch wenigstens/ daß ihr dereinst wie ich verliebt gewesen / und euer Hertze habe Mirieidev gegen den memigen. DieLiebe schmeichlet süß/ und sagt Dem Hertz / das leichten Geyfall tragt: Du wirst glückseelig seyn; Doch dies trist schwerlich ein. Ich fühle kurtzen Lrost/ sodann Kommt gleich der Schmertz zurücke/ Und fallet mich noch schwerer au/ Der einem Augenblicke Von meiner Seele zwar Nur erst entfernet war. Die Liebe rc. Ende der änderten Abhandlung / und folget zu Anfang der dritten ein Tantz von Trojanischen Schis r Leuten / uvd Carthagi- Hessischen Fischerinnen / welche von des ven Schis-Leuten verlassen werden. D 5 Drits Erster Eintritt. Aeneas mit einem Gefolg von Trojanern. WNüberwindliche Gefährten / die ihr denen Feindseligkeiten des Himmels / und des Meers trotz zu bieten gewöhnet seyd / erwecket emeHertzhafttgkeit/esist nun Zeit/ die Seegel wieder durch die ungetreueWelleo auszubreittcn. /, Ihr seyd selbst diejenige / welche uverschro- // cken das Stcilianische Meer durchseegelt/ und // der erzörnete Neptuous hat seine Wut in // in denen brüllenden Abgründen der Charyb- s // dis / und Scilla vergebens wider euch ver- // sammlet. Der Himmel führet uns durch // so seltsamen Wechsel zn dem Lateinischen // Reiche; wir wollen also gehen/ihr Freunde: // es rasen immerhin die Winde / und die // Stürmederen Wellen um die Trojanische // Fahrzeuge/ so wird doch die Gefahr zn un- // sererLZlory / und wir werden uns dermal« // eins derselben mit süssen Vergnügen erinner // ren können. (Es erfolget unter dem Schall verfehle, dener Instrumenten die Einschiffung / und eben als Aeneas zu Schiffe gehet / kommet) Am Abhandlung. 59 Ändertet Eintritt. Jarba mit einem Gefolg der Mohren/ und der vorige. Iar. MKOHin / wohin wendet dieser flüchtige Held seine Schiffe / und Waffen ? will er den Kriege anderwättig führen / oder suchet er also mir zu entfliehen Aen. Sehet einen neuen Anstoß. Jar. Verlassest du auf solche Weife die getreue Graut/ und den Thron von Earthago ? Aen. Meiner Glory/ und nicht dir, Barbar/überi lasse ich die Braut/und das Reiche. Wilst ou dessen voükommentlich geniesten / so reitze meine Geduld nicht. Iar. Es scheinet mir aber deine Jnnenhaltung eine Niederträchtigkeit/und keine Geduld. Das Schlf kan wo! einen Augenblick an dem Gestatt verbleiben. Komme / wann du Hertz hast, ich fordere dich zum Streit. Aen. Ich komme/ verbleibet ihr Freunde: dann ich verlange niemanden mit mir / meine eigene Tapferkeit wird diesen verwegenen Hochmut schon erniedrigen. Hier bin ich. Was gedenkest du ? ( Steiget aus dem Schis.) Iar. Ich gedenke / daß dem Tod für meinem Zorn eine allzugeringe Rache seyn werde. Aen. Anjetzo thuft du genug/wann du darauf gedenkest/ wie du mir widerstehen sollest. Zum Waffen! Iso. Zum Waffen! wah- bo Dritte (während daß Iaeba / und Aeneas kämpfen / und sodann Iarba welcher/ kommen ihm feine Mohren zu Hülfe/ und fallen insgefammt den Aeneas an; darüber aber springen die Gee führten des Aeneas aus denen Schiffen / und fallen die Mohren an: Aeneas / und Iarba gehen fechtend ab. Hierauf entstehet ein Gefecht zwischen denen Tvojanern/ und Mohren / die Mohren nehmen die Flucht, und werden von denen andern verfolget; Iarba / und Aneas kommen wieder fechtend heraus.) Aen. Du brst gefallen/ und nunmehro übcrwunr den. Ergibe dich / oder ich durchbohre drr baS Oertze. Iar. Dieses begehrest du vergebens. Aen. Wann du bey dem erzürnten Überwinder mchrumBarmhertzigkeitavlangest/so . . . Iar. Folge deinem Geschicke. Aen. Ja sterbe. Aber nein. Was thu ich? Lebe: ich will mit deinem treulosen Blut diesen Stahl nicht beflecken: Iar. Grausam s Schicksal! Aen. Lebe / Stoltzer / und regiere / Dieses sey zur Glory mir/ Und Schande dir; Und zu deiner Straffe führe Zu Gemüt dir / und gedenke/ Daß dein Throne mein Geschenke/ Und Abhandlung. Hl Und der Sieger dir das Leben Aus Barmhertzigkeit gegeben. Lebe Stoltzer rc. (Gehetab.) Dritter Eintritt. Jarba allein. Md ich bin überwunden/ und ich ertrage ein ß Leben / das ein zweimaliges Geschanknüß ei, nes niederträchtigen Fremdlings ist ? nein Rache! Rache! und so ich in dem Blur eines Mit- duhlers meinen völligen Zorn nicht erlöschen kan / so wird mein Fall ein gavtzes Reiche unterdrücken. In die Asche wird zur Erden Alsoqleick Ein wachsen«' Reich Gestürtzet werden/ Niemand / der da reist vorbey Wisse/ wo Carthago sey; Und/ so es bey spatten Zeiten Dannoch nicht verborgen blib/ Soll' es nur allein andeuten Meine Rache grimmer Trieb. In die Asche:c. (Gehet ah.) Vierd- 62 Dritte Vierdter Eintritt. Eine reihe von Baumen zwischen der Stadt/und dem Hafen. Araspes/ und Osmida. Osm. -ZUJe Mohrische Truppen seynd brreitS ^ zur Beschützung des Iarba vor diesen Mauren augekommen. Ar. Es ist mir bekannt. Osm. Meine Tapferkeit solle zu allen Unternehmungen mit der eurigen vereiniget scyn. Ara. Eine allzu grosse Torheit wäre e6/ daS Ver, trauen in dich zu setzen. Osm. Aus was Ursach? Ara. Ein Hertze weiches,schon einmal das Ab- scheuen vor der Verrahterey verlohreu/ kan keine Treue halten. Osm. Ich bin mit Rechten der Dido ungetreu/ dann also bestraffe ich ihre Ungerechtigkeit/da fie meine Treue noch niemalen belohnet bar. Ara. Die Belohnung stehet in der Willkuhr deren Herrschenden/ und so sie auch hundert / und hundert Unternehmungen gebühret?/ so ist doch kein Ulchild / welches eine Verrahterey entschuldigen konnte. Osm- Wer seine Sinnen mit so strenger Tugend ernähret / der darf sein Geschicke niemals ver- gMrek hvffm- Abhandlung. 6z Ar. Wann es eine Gewissens-Nagung gebährt / so ist auch das Reich ein Unglück. Dirsolte die Glory eines getreuen UnterthanS weit angenehmer/ als das Leben feyn. Osm. Behalte diese scharfe Lehr-Sätze für dich/ O AraspeS. Es ist nicht erlaubt / sich so sehr um fremde Thatten zu bekümmeren- Der thut genug/der aus sich selbst gedencket. Fünfter Eintritt. Selene / und die vorige. SeL. ZkSt Aeneas schon von unserem Mr ab« M gewichen? WaS thm er? Wo ist er? Osm. Ich weiß es nicht. Ar. Ich habe ihn nicht gesehen. Sei. O Götter: was ist uns mehr übrig / da ihn das Schicksal so weit von uns entferne!? Ar. Araspes ist bey dir. Msm. Und Osmida beschützet dich. Gel. Da noch alle Hofnuug nicht verloren / will ich ihn zu suchen gehen. Osm. Verbleibe Selene/wann du ihn nickt aufs haltest / so wird die Stadt / und bas Reiche mehr Ruhe geniesten. Sei. Ich verstehe deine Worte / und weiß/warum du ihn entfernet haben wiist. Ar. Mit allzuqroffer Bekümmernüß suchest du ihu aufzuhalten ; verzeihe meiner Kühnheit / ich besorge sast/daß du ihn liebest. Sel. 64 Dritte t Sel. Wann dir der Schmertze meiner Schwester r bekannt wäre/ wurdest du dasMitleiden keine i Liebe nennen. ' Oom. Was nutzet dir so vieles Mitleiden ? Allr E zu mttleidrgzuseynjstzuweiken eine Nrederträchr ^ tigkeit sür ein großmütiges Hertze. z (Gehetab.) Z Sechster Eintritt. j Selene/und Araspe. Sel. IKJeses seynd Gedancken einer grausar men Seele! (Will weg gehen.) l Ar. Wo lauffest du hin Prmtzestm ? l Gel. Ich habe einem rmimgen Feinde von meh ^ nen Schritten keine Rechenschaft zu geben. j Ar. 9 Götter! Ist Araspes dein Feind ? Ach wie übel kommet dieser Name eines Feindes » dem jenigen zu / der dich anbettet. j Gel. Nein / der liebet die Selene nicht / welcher den Aeneas zum Kampf beruffet / und seinen ^ Tod begehret. '' Ar. Allzusthr erzörnest du dich / O Schöne / und " mit Unrecht nennest du mich wegen seiner meir l neidig, und verrahterisch. Verzeihe meiner j Kühnheit/ ick besorge säst/ daß du ihn liebest. . Sel. Ja - es ist wahr / ich liebe ihn / ich verbir, s ge dieses nicht. Ist es vielleicht ein Verbres chen ihn zu lieben ? oder will man stch anmast sen / unseren Neigungen Gesetze vorzuschreiben? i Ar. Abhandlung. 65 Ar. Nein geliebte: Liebe ihn nur / ich beklage mich weder über dich/weder über den Aeneas; Er ist deiner Neigungen viel würdiger / als ich / allein gestatte / weil du doch die Liebe mir versagest/ daß ich wenigstens über mem Ver, hävanüß mich beklagen möge. Gel- Ich verliere mit dir die Zeit unnntzlich. (Will wie vorhin weg gehen.) Ar. Höre / wo gehest du hin? Vielleicht . . . Gel. Dem Aeneas zu folgen. Ar. Verbleibe D Gelrebte / durch dein- Entfernung setzest du dein Leben in große Gefahr. Sel. In was für eine Gefahr ? Ar. Iarba ist novmehroviel stärker/ mdeme sei, ne Mohren ihme zu Hülffe an diesem Ufer angekommeo. Sel. L> Götter! Was wird er nun verüben? Ar. Ich weis es nicht. Von einem mächtigen / und mit Recht erzörvtten Hömg hat man alles zu belörchtea. Sel. Ach so du mich liebest/so beschütze vor dem treulosen Africaner mich / den Aeneas / dleDii do/ unbCarthago. Ar. Du weist / daß meine Emrahtungkn über jenes ergrimmte Hertz sehr wenig Naht besitzen; doch verspreche ich alles / was ich immer werde thun können / ich werde keine Bttten sparen/ um es dahin zu bringen/ daß Iarba fti- ne Beschimpfungen vergesse / und wann mein Blut genug ist/ so werde ich auch dieses aus E ruer, 6L Dritte meiven Adern für Carthago/ Aerre-S/ Dido/ ^ und Selene vergteffen. Sel. Darfe ich alles dieses von deinem schönen Hertze verhelfen? Ara. Aber was wird sodann mit mir geschehen? Sel. Du sollest von meinem Schicksal gketchfakS ohne Hofnung zu lkbev lernen. Ara. Ich weiß/ daß ich eine Liebe / die ohne Hofnung ist/ verlaßen solle / alleine so einmal eine reine Flamme in einem edlen Hertze entstanden/ so erlöschet sie viemalen. Möchte meine Bande können Zwar zerstücken/ und zertrennen/ Doch will meiner Seele nicht/ O wehrtes Leben; Dein liebreiches Angesicht Die Freyhert geben. Und obwolen diesem Hertze Alles Heil / und Glück gebricht/ Pfleget es doch sonder Schmertze Fremde Strenge;u umfassen Mit Gedult/ und kan auch nicht Den geliebten Kerker lassen. Möchte re. ( Geher ah.) Siebender Eintritt. Selene / hernach Aeneas. Sel. WNd wirst du uns / o grausamer Aeneas (W in so grosser Gefahr lassen können? Ach unmöglich ist eö / daß er ein Sohne der Liebes-Göttin seye/ daun die Götter haben . nicht Abhandlung. 67 nicht so viele Grausamkeit/ und wer sie mittet, leidig genennet/ hat/da er dieses gesagt/entweder die Unwahrheit spachen wollen/ oder aber den Aeneas nicht gekermet. (Im abgehen begegnet ihr Aeneas.) Aen. Wohin 0 Selene? Se!. Zu dir komme ich. Höre: Aen. Wann du mich auf das neue der Liebe zu erinneren suchest/ so bemühest du dich vergei bens. Gel. Aber was wird Dido thun? Aen. Durch meine Abreise höret alle ihre Gefahr auf; meine Gegenwart reihet nur ihre Feinde zum Zorn / Iarba ladet fie zu dem Throne ein/ diesem also reiche sie die Hände / und tröste sich solcher gestalten. Sel.. Höre, wann du uns deiner Gegenwart be§ raubest/ so ertödtest du nicht allein die Dido/ sondern auch die Selene. Aen. Wie? Sel. Seit dem Tage/ daß ich dein Angesicht er, blicket / Hab ich als eine elende Verliebte meine Liebe / und meine Treue verschwiegen / da ich aber nahe an dem sterben btn / so begehre ich eine Belohnung. Aen. Und du wirst zu einer treulosen Mit, Buhlerin wider die Neigungen deiner Schwester? und da du bey ihr vorgtbest/ von ihren Flarn* men mit mir zu sprechen/ redest du von denen demigen? Er ich LS Dritte Sel. Und warum solle ich sträflich seyn/ wann . rch in dir eben dasjenige änderte/ was Dido verehret? Entweder ist das weinige kein verß brechen / oder / so es doch eines wäre/ so ist sie sowoi/ als ich sträflich zu nennen. Aen. // Dido ist dir ln Eordeckunq ihrer Neigung // aen vorgekommen / und Aeneas hat ihr ,/ Liebe für Liebe gegeben. Sel. // So solle also die Ehrerbietigkeit/welche // in allen anderen eine Tugend ist/ in mir ein // Fehler seyn? wann ich mit Verschweigung // meiner Hualen nicht vorzukommev gewust... Aen. // Selene/lebe wol. Sel. // Ach entkerne dich nicht / ich werde dich // mit minderer Pein durch ein süfle Verbins // düng au Dido vereiniget schauen/und veri // lange keine andere Belohnung / als daß du . // dich in ihren Armen zu weilen erinnerest/ daß // ich dich schweigend Liebe; wirst du diese so // geringe Vergeltung meiner Liebe versa- // gen? ... Aen. // Selene/ lebe wol. Gel. Und wikst du ... . Aen. Schwerge von deiner / und anderer Liebeich bin nicht mehr der Liebhaber/ der ich gewe- seu/ sondern bin nunmehr» ein Krieger/ und kehre zu meiner alten Gewohnheit zurücke; wer demnach meine Glorp aufhaltet/ der ist mein Feinde. 69 Abhandlung. Ich vernihm' Kerne Stimm / Als die Wut / und Kriegs rbegierb In sich führt; Ich empfinde keine Sinnen/ Als wo Grausamkeit darinnen'; Und der weichen Liebes - Sprach Denke ich niemalen nach ; Dann es ruft/ und locket mich! Der verlohrne Ruhm zu sich / Und um Ehre zu erreichen Muß all' and're Sehnsucht weichen. Ich vernihm rc. (Gehet ab.) Achter Eintritt. Selene. lWEine Flamme zu verachten/ meiner Treue als ^ le Hofnung zu benehmen / kunte ein Ruhm deiner Beständigkeit seyn/aber/ da du alsdann nicht einmal erduldest/ daß ein verliebtes Hertz seine Dualen Hk entdecke/ so bist du barbarisch gegen mir / und nicht beständig. Die bestürtzte Seele findet Keine Hülf in ihrer Pein / Keine Ursach / wo gegründet Ihre Hoffnung könnte seyn Nichtes fehlet Jener Marter / die mich quälet/ Um dahin noch zu erkiecken/ Daß sie möge Beyleids-Schmertzerr In mit Wuht gefüllten Hertzen Der Tyrannen selbst erwecken. Oie bestürtzte rc. E z Neun. 7a Dritte Neunter Eintritt. Ein König!. Pallast nebst einem Theil der Stadt Carthago/ welche hernach in Flammen gerahtek- Dido / hernach Vsmida. DLd, vermehret sich die Pein / Undder Schmertz / den ich in mir/ Ohne zu verstehn / verspühr; Sagt gerechte ihr r Was wird es feyn? Osm. Barmhertzigkeit / o Königin . .. DLd. Was bringest du / Freunde? Osm. Ach nein/ ein Verrohter des Aeneas/ deiner/ und deiner Liebe verdienet keinen so schönen Name. DLd. Wie? Osm. In der Hofnung mich groß zu machen / habe ich bishero die sträflichen Absichten deines Feindes unterstützet / endlichen aber hat mich die Gewissens,Angst bezwungen / daß ich selb, sten meinen Fehler zu entdecken anhero komme. Did. Und Haft du die Kühnheit noch vor mir zu erscheinen / da du eines so grossen Verdrehens schuldig bist? Osm. Ja meine Königin. ( Rniet nieder.) Du siehest alhier einen Unglüksektgen / welcher keine Verzeihung hoffet/ wederbegehret/ sondern 4 Abhandlung. 71 dem zur Barmhertzigkeit alleinig seine Straffe verlanget. Did. Stehe auf. Wie viel Unglücke! Ach mich Elende! unter was für einem Gestirne bin ich geboren ? so ermangelt bey memen getreue, sten . . . . Zehender Eintritt. Selene / und die vorige. Sei. ZU Götter! Schwester / endlichen ist Aerreas.... Did. Von hinnen? Sei. Nein/ wo! aber bereitet in kurtzen von uns serem Ufer abzuseegeln. Ich habe ihn eben ans jetzo sechsten gesehen / sein Gefolg aantz sorgsäis tig nach denen ffuchtigen Schiffen führen. DLd. Was Untreue! was Undauck! o Götter! ein unglükkeliger Verttrebener... ein erarms ter Fremdling ... saget mir ihr beyde/ habt ihr jemalen ein so barbarisches Hertze gesehen? Und du grausame Selene stehest ihn von htnveu gehen/ undweistchn nicht aufzuhalken. Sel. Alle meine Sorfalt Ware vergebens. Did. Gehe Osmida / und berede chn / daß er verbleibe / mich einen Augenblick anhöre / und sodann von hinnen gehe. Osm. Ich eile dir zu gehorchen. (Gehet ab.) Eilst 7S Dritte Eilfter Eintritt. Araspes / Dido / und Selene. DLd. ^Raspes an diesem Orte? Ar. Ich komme zu dir aus Mitleiden gegen deiner Gefahr. (Man sicher von weiten das Feuer durch die Häuser ausbrechen.) Der erzörnete König verbrennet/und verwüstet dis Gebäude von Carthago. Siehe, siehe / O Königin / wie der Winde von weiten die Flammen beweget; verweilest du noch einen eintztgerr Augenblick seinen Zorne zu besänftigen/ soentr raubet du ein stutziger tage das Leben / und das Reiche. Did. Seynd nun noch mehr Unglücke übrig/um mich zu überfallen ? Sei. Unglükseiiger Lage! Zwölfter Eintritt. Osmida / und die vorige. Did. ö^LSmida. Dsm. Es brennet aller Orten . . . Did. Ich weis es. Von Aenea verlange ich zu hören; was hast du von ihm erhalten? 4>sm. Der Undavckbare ist von hinnen / und all- bereits so weit von dem Hafen entfernet / daß ich bey meiner Ankunft daselbst kaum die flüch tige Mast'Bäume mehr sehen köLrien. Ar- Abhandlung- 7Z Ar. Vedenckeao deine Gefahr/ ODido. Sei. Und sorge dem Schaden zu stemm- Vid. Ich thn genug / wann ich bey so grosser BeNürtzung lebe- Gehe du geliebte Selene/ m -iche Vorsehung / befehle / und leiste Hüls anstatt meiner. Verlasse mich nicht / so du mich liebest. Sei. Ach ich bin selbst weit trostloser / als du! (Geher ab.) Dreyzehender Eintritt. Dido / und Araspes. Ar. WNd du verbleibest noch alhier/ und schrö- M cket dich die heravnahende Feuers- Brunst nicht? Did. Ich habe alleHofnung verloren/und kenne keine Forcht. In denen menschlichen Hers tzen werden Forcht / und Hofoung zugleich geboren / und zugleich ertödtet. Ar. Ich verlange deine Rettung/und es mißfallet mir / dich solcher Gefahr auSgesetzet zu sehen. Did. Araspes : habe Mitleids» mit mir /und lasse mich zufrieden. Da sich schon die Stürme heben/ Wind/ und Fluht dir widerstreben/ Ruff' ich dich zum Ufer her/ Und du bleibest in dem Meers E 5 Aber 74 Dritte Aber wann es fich wird fügen / Daß die Wellen dich besiegen/ Darff'st du auch sodann nicht klagen/ Daß die Sterne deine Feind / Weder sagen/ Daß die Götter Ursach feynd. Da sich schon rc. (Gehet ab.) Vierzehender Eintritt. Dido / Osmida / hernach Selene. Did. KWEirie uvglückseelige Zufälle werden dm 22^ einstens seltsame Geschichten seyn / und meine Peinen vielleicht zu elenden /undschmertz- hasten Trauer - Spielen Anlaß neben. Sel. Enrstrehe Königin : deine Wachten seynd überwunden / und keine Beschützung ist mehr für uns übrig. Die Flammen der brennenden Stadt haben bereits deinen Pallast gleichfalls ergr ffen / und der Himmel ist voll mit Rauch / und Funcke». Did. Wir wollen gehen / und anderwartig für uns einigen Beystand suchen. Dsm. Und wie? Gel. Und wohin? Did. Kommet ihr zaghafte Seelen : und lernet von mir/so es euch an Hertzhaftigkeit fehlet/ wie man sterbe. ( will abgehen.) Abhandlung. 75 Fünfzehender Eintritt. Iarba mit Wachten / und die vorige. Jar. ^Erbleibe. Did. O Götter! Iar- Wohin so betrübt ? lauffest du vLellejcht zu dem getreuem Trojaner / um ihm die Hände zu reichen ? Gehe nur / und beschleunige deine Schritte. ES brennen schon die Fackeln vor dem König!. Braut rBehte. Did. Ich weis es / daß dieses der Augenblick aller deiner Rache ist. Kühle nun deinen Zorn / da mir der Himmel alle anderweitige Hülffe entziehet. Iar. Es beschützet dich ja Aeneaö/ und so bist du sicher. Did. Endlichen wirst du doch vergnüget seyn. Du hast mich unglückseelig gewolt: stehe mich hier nunmehro alleine / verrahten / verlassen / ohne dem Aeneas / ohne Freunde / ohne Ren che. Du begehrtest meine Schwachheit: siehe hier die vorhin so hoch - prangende / und stoltze Dido vor Jarba bis zu dem weinen erniedriget. Verlangest du noch mehr? Wolan Grausamer durchstoße mir das Hertze; ein Mittel ist der Tod für meinem Schmertze. Iar. (ES entweichet meine Wut.) Sel. (Barmhertzigkeit gerechte Gottheiten!) Osm. (Beyftaud H ihr Götter!) Iax. ^ - 76 ^ Dritte Iae. Und bannoch bin ich nicht so barbarisch/ als du mich zu seyn glaubest / ODido. Ich habe Mitleideo mit deinen Thranen ; komme mit mir, ich verzeihe dir, und führe dich als metoeBraut in das EherBeht/ und aufden Thron. Did.Ich eine Braut eines Tyrannen ? Eines Boße haften ? Eines Grausamen ? eines Verrähters? Der nicht weis/ was Treue ist, der keine Pflicht erkennet / der keine Liebe in Erwegung ziehet? Wann ich also niederträchtig wäre/ fo wäre mein weinen billig. Aber nein / mein Unglück erstrecket sich dannoch nicht so weit. Iar. Pochest du noch ln so elendem Stande? Ho» la ! meine getreue gehet / und vermehret die Flammen: Carthago werde augenblicklich zers liöhret / und es verbleibe auch weder die ge< ringste Spuhr eines Einwohners / der es des trttte. (Zwey von denen wachten gehen ab.) Sechzehender Eintritt. Dido/ Selene / und Osmida. Osm. demJarba/ O Dido. Sel. Erhalte unser Leben mit dem deinigen. Did. Bloß um an dem verrahterischen Aeneas/ welcher die erste Ursach meines Übels ist / mich zu rächen/ möchte ich noch ferners leben- Ach es Abhandlung. 77 es rache mich wenigstens derWmde/es rachen mich die Götter. Blitze / und Donner - Keulen / Stürme/ und Ungewitter machen die Lüften für ihme unglückselig / er wandere irrend / und alleine/ und sein Geschicke werde so grausam/ das es dem weinigen zu letzt nicht nach, gebe. Sel. Ach mäffige deinen Zorn / auch ich bette ihn an / und leide meine Hualen. DLd. Du liebest den Aeneaö? Sel. Ja / aber aus Ursach deiner.... Dir>. Ach Ungetreue! du eine Mit-- buhlerin weiß ^ ner Liebe? Sel. Wann ich deine Mit, buhlerin gewesen/so Haft du keine Ursach . . . Did. Entziehe dich meinen Augen/ und vermchs re nicht die Meinen eines verzmiffelLen Hers tzens. Sel. (Elendes Weckes r Bild! wohin führet ste das Verhängnütz! ) ( gehet ab.) Osm. Die Flammen wachsen immer / und du sur chsst nicht zu entfliehen ? DLd. Fehlen mir noch mehr Feinde? AeneaS verlasset mich / Selene finde ich ungetreu / Jarba trotzet mich / und Osmida verrahtet mich ! Aber was habe ich gethav / boshafte Götter ? Ich habe mit keinem entheiligten Schlacht - L)pfer eure Altäre beflecket / auch niemalen dieselbe mit unreinen Flammen zu eurem Schimpf rauchend gemacht / warum ist K Dritte ist also der gantze Himmel/ und die gesamm, te Höie wider mich verschworen? Osm. Ach gedenke an dich/ und reitze die Götter nicht. Did. Mas Götter? dieses sepnd eitie Namen/ geträumte Fantaseyev / oder sie styvd ungerecht. Osm. (Jch erschricke ob solcher Ruchlosigkeit/ und verlasse sie. (Geher ab.) Letzter Eintritt. Dido. MCb was habeich ungiückseeligegeredet ! Ach was für eine Ubermaaß hat meine Wut gereget? o Götter! die Scheue vermehret sich/ wohin ich immer sehe. Es kommet der Todt aufmich/uvd ich erschricke ob dessen Antlitz ; der Königliche Pallast zittert / und drohet den Fall. Selene! Osmida! ach alle/ alle seyd ihr mei, nem treulosen Schicksal ausgewichen / und niemand ist vorhanden / der mir beyspringe/ oder aber mich ettödte. O Götter! ... wohin gedenke ich zu gehen ? ... Ich bleibe.. alsdann .. was wird von mir geschehen ? Soll' ich etwann sterben müssen/ Ohne Beyleyd zu gemessen? Und ist soviel- Niederträchtigkeit in meiner Brust? Nein/ nein. Man sterbe: und der ungetreue Ae, Abhandlung. 79 AerreaS habe au meinem Schicksal eine traurige " Vorbedeutung auf seinen Weegen. Es brenne nur die Burg / Carthago falle ein: Doch solle auch mein Grab in dessen Asche seyn. ( Stüktzet sich Ln die Flammen.) Folget ein Tanh von Mohren / und Mohrmneu aus des Iarba Gefolge/ welche die Einwohner von Carthago mit -rennenden Fackeln verfolgen/ und in das Feuer sprenge«. ENDE. N6. Folgende äria ist neu beygefüget worden/ und gehöret zu Ende dessen Eintritts/ in der dritten Abhandlung / woselbst sie von Oämiäa gesungen wird. In deines Königs Gunst allein Find' ich mein gantzes Glück' zu feyn / Und dieses Hertze voll der Treue/ Das völlig nur für ihme lebt / Hat keines Wechsels Forcht/ noch Scheue/ Dorinn das böse Schicksal schwebt ' Weil das / so mein Verhängnüß fügt/ An niemand / als an ihme ligt. In deinsssrc. M. Fügende neu - beygefügte H.r!a wird l die Viäo in der dritten Abhandlung im vier- s Zehenden Eintrit nach denen Worten: lernet i von mir/ so es euch an Hertzhastigkeit fehler/ wie ! man sterbe, singen. ! Obschon Aeneas undankbar Für meine Liebe war/ So / daß er mich verlassen / So bin ich doch für ihm bereit Mit Treue / und Beständigkeit ! ' Den Tode zu umfassen; ! Durch Neid-und Mißgunst-volle Tücke i Hat mir das widrige Geschicke ! Ihn nicht zum Ehe-Gemahl erlaubt/ j ^ Und von dem Ufer hin entraubt. I. Obschon Aeneas rc. - " -^ 7 . K-- 2 z, ^*Q ^ X. > ^ 7 ^ ^E?7^ S-^> KMs^ L , 7 '^L / LLL-e-H^L^ ^ ^LU ^ -'^7 --^ .'^7 "D '7yF -^^7 ^ ^ XÄ 7 ^ <- -^s- tz 7 > . ^E.Trch 7? 7v^ ?n^ «LMMEk 7 '^-T'Er >r 5 . UM, - *QWöS262007