iOTar esrerrac II usfrierfes phisches bioq r exikon WIEN-PRAG-BUDAPEST Verlag von Palrur £C° f Leipzig Wiener Stadt Bibliothek. 42519 A Die Militär * Kapellmeister Oesterreich - Ungarns. Illustriertes biographisches Lexikon (Schematismus). Herausgegeben von Josef Damariski, Militär-Kapellmeister a. D. und Musikschriftsteller, Ritter pp. etc. Mit 106 Abbildungen (84 Porträts und 22 Gruppenbilder). <> Nachdruck verboten. Wien. — Prag. — Budapest. Verlag von Paltur C9, Leipzig. 1904. R \l tA9> ,,Nur derjenige scheint mir ein wirklicher Musiker zu sein, der nicht nur eine gewisse praktische Kenntnis und Übung dieser Kunst besitzt, der nicht nur schaffender Künstler ist, sondern dieselbe auch in ihrer geschichtlichen Entwickelung und ihrer ästhetischen Analyse erfaßt und studiert hat.“ (r Druck von August Hoffmann, Leipzig-Reudnitz. Vorwort. Die Arbeit, die ich hiermit der Öffentlichkeit übergebe, hatte ich zunächst im Interesse der Lage der Österr. Militär-Kapellmeister in Angriff genommen. Es ist ein auth. Handbuch für den Kapellmeister wie für den Musiker, für die Musikinstrum. - Fabrikanten wie für Konservatorien der Musik, für Musikzeitungen, für die Herren Offiziere, Regimentsverwaltungen, Konzertbureaux, aber auch für jedermann, welcher sich eingehend für die Verhältnisse der österr. - Ungar. Militärmusik und ihrer Leiter interessiert, mit diesem Lande bereits in Verbindung steht oder zu kommen wünscht. — Das Werk- chen beruht auf einer langen und mühevollen Arbeit, und — wenn sich auch hier und da in ihm einzelne Mängel zeigen werden — so darf ich doch hoffen, daß es als ein erheblicher Fortschritt begrüßt werden wird. Berichtigungen und Ergänzungen werde ich jederzeit auf das dankbarste entgegennehmen, um sie für eine neue Auflage berücksichtigen zu können, Möge das Werkchen überall freundliche Aufnahme finden. Leipzig-Oetzsch, im November 1904. Josef Damanski. Inhalts-Verzeichnis sowie alphabet. Namens-Übersicht siehe am Schluß der II. Abteilung. \r Josef Damanski. Aus dem Werke: „Das literarische Leipzig“ (Verlag von Walter Fiedler in Leipzig). ~ Der Verfasser des vorliegenden Werkchens ist am 22. November 1858 in Lemberg geboren, amtierte längere Zeit als Militär- Kapellmeister, kam dann nach Leipzig und lebt, nachdem er vorübergehend Redakteur an der „Reform“ gewesen, als Komponist und Musikschriftsteller daselbst. Damanski ist Ritter des fürstlich bulgarischen Zivil - Verdienstordens, Offizier des fürstlich mon- tenegr. Danilo - Ordens und besitzt viele andere ehrende Anerkennungen und Auszeichnungen, u. A. auch vom Papst Leo XIII. Neben ungefähr 300 Musikkompositionen, (welche unter seinem Pseudon. „Diamand“ erschienen sind), — darunter viele populäre Lieder und Märsche wie: „Nach Kamerun“, ,,Königswalzer“, ,,Sträußchen an Franz Abt“, „Carnot-Marsch“ usw. — hat Damanski eine Reihe von Artikeln und Korrespondenzen in in- und ausländischen Musikfachzeitungen und in der Tagespresse veröffentlicht. IV I. Abteilung. Von der österreichischen Militärmusik. Seit dem 30 jährigen Kriege, da die Sitte allgemein wurde, mit klingendem Spiele in die Schlacht zu ziehen, und da Pappenheims Reiter unter den Klängen ihres Marsches gegen den Feind sprengten, hat sich die österreichische Militärmusik zu einer ganz eigenartigen Spezialität entwickelt, die sich immer deutlicher von ihren Schwestern, von der französischen und preußischen Feldmusik, unterscheidet. Deutsches, slavisches, ungarisches Tonempfinden floß da in einen gemeinsamen Strom zusammen und erzeugte jene individuelle Rhythmik und Melodik, die wir auf den ersten Horch sogleich als „österreichisch“ empfinden. So hat der zentralistische Grundzug unseres Heerwesens auf dem Boden Wiens eine völlige Verschmelzung der nationalen Musikelemente herbeigeführt und eine einheitliche Armee- Tonsprache geschaffen, die bisher noch von keiner Seite bestritten und stets als ein besonderer Vorzug betrachtet worden ist, eben weil alle Völker der Monarchie ihr individuelles Fühlen darin ausgesprochen finden. Im Urboden des Volkstums wurzelnd, scheint die österreichische Militärmusik zunächst eine aus eigener Kraft wild wuchernde Pflanze gewesen zu sein. Die Entwickelung, welche der preußische Armeemarsch unter der fördernden Obhut Friedrichs des Großen erfuhr, dürfte dann auch anregend auf die kunstmäßige Pflege der Musik bei den österreichischen Regimentern gewirkt haben. Der Berliner Nicolai, der 1781 Wien besuchte, lobt die dortige, „so merkwürdige“ Militärmusik, welche allabendlich vor der Hauptwache am Hof gemacht wird und tadelt den Engländer Burney, weil er in seiner Reisebeschreibung vom Jahre 1732 kein Wort davon erwähnt habe. Eine Wiener „Banda“ bestand dazumal aus 2 Schalmeien, 2 Klarinetten, 2 Waldhörnern, 2 Fagotten, 1 Trompete und 1 großen Trommel. Im ersten Satze von Haydns „Militärsymphonie“ (1791) hat unsere Feldmusik die erste künstlerische Verherrlichung gefunden. Zu Anfang der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts begannen die Militär'Kapellen größerer Garnisonen sich auch mit Streichinstrumenten zu versehen. Die Märsche, welche Beethoven und Schubert sowie die beiden Johann Strauß, Vater und Sohn, für Militärmusik komponierten, sind ursprünglich alle für einen Streicherchor mitge- dacht, wie auch der berühmteste unter ihnen: der Radetzkymarsch. Hier vernehmen wir den österreichischen Marsch in seinem reinsten Typus. Während die preußischen Märsche die patriotische Begeisterung, das straffe Pflichtgefühl, die Kraft des gleichmäßigen Drills betonen, rollt in den Melodien der Österreicher das leichte, lüftige, südliche Blut. Etwas Frohbeschwingtes, Tanzartiges, Geschmeidiges, Keckes ist ihren Melodien, besonders in der „hebenden“ Wiener Spielweise eigen, wofür wir einen besonderen technisch kennzeichnenden Ausdruck haben: „fesch“. Feschsein ist das Ideal des österreichischen Soldaten, so wie die „Strammheit“ das erstrebte Ideal des Preußen. Beide Ausdrücke benennen zwei Nüancen des nämlichen Begriffes. Gleichwohl ist es unserer Militärmusik nicht leicht geworden, sich den Weltruf zu erringen, den sie heut besitzt. Die gebräuchlichsten Lexika der Tonkunst widmeten ihr kein Sterbenswörtchen, obschon sie über die Militärmusik in Preußen sehr eingehende Mitteilungen bringen. Auch die bewundernden Worte, die Rossini in Baden-Baden der Kapelle des Regimentes Benedek (Nr. 28) spendete, verhallten und erst im Jahre 1867, bei der Preiskonkurrenz mit den Militärkapellen von Preußen, Frankreich, Spanien, Belgien, Holland, Bayern, Baden brachte die österreichische Militärmusik sich zur allgemeinen Geltung. Ihre Geschichte, bis herab auf Ziehrer und Lehar — ist noch nicht geschrieben worden. Ihre ältesten Denkmäler sind noch nicht, wie im gelehrsamkeitsfrohen Deutschland, in monumentalen Ausgaben gesammelt und offiziell zur Pflege anbefohlen worden. Dafür hat man — sehr charakteristisch für unser, nach sinnfälliger Verlebendigung strebendes Wesen — aus den schönsten unserer alten Soldatenmusiken ein — Ballet zusammengestellt, das sich unter dem Titel „Österreichische Märsche“ einer großen Beliebtheit erfreute und noch erfreut. Zuletzt sei nicht vergessen, daß die Regimentskapellen keineswegs nur „angewandte“ Musik pflegen. Sie haben nicht nur bei Garten- und Platzmusiken durch Favorisierung des Potpourris sehr viel zur Volkstümlichkeit von Opern- und Operettenmelodien beigetragen, VI sondern auch in vielen Orten, zumal in den Landstädten, eine künst lerische Mission im Dienste klassischer und neuerer Meister erfüllt. Seit der Prager Regimentskapellmeister Schubert in den vierziger Jahren mit seiner „Banda“, Berlioz symphonische Werke aufführte, hat so mancher Dirigent im Waffenrock vor Ehrgeiz und Begeisterung gebrannt, die ihm untergebenen Kräfte in den Dienst vollwertiger Kunst zu stellen und die Provinzialen mit dem Segen von Symphoniekonzerten bekannt zu machen. In diesem Drang nach oben, in diesem Streben nach dem Edleren bekundet sich das ideale Naturell des österreichischen Musikers, das viele unserer Kapellen schon zu sehr beachtenswerten Leistungen geführt hat. Mögen sie in ihrer bevorzugten Stellung sich immer mehr ihrer idealen Aufgabe bewußt werden und — ohne die alte Feschheit einzubüßen — an den Fortschritten der Zeit durch Beseitigung aller Schundmusik und durch Aufstellung sinnvoller Programme teilnehmen, um ihren vorbildlichen und erzieherischen Einfluß zu steigern. Dr. Richard Batka in Prag. Ein Militärkapellmeister des klassischen Altertums. Man sagt, daß der Schulmeister oft mehr Schlachten gewonnen habe, als mancher General und meint damit, daß der Bildungsgrad einer Truppe zur Durchführung kriegerischer Ideen oft wichtiger ist, als die beste theoretische Taktik. Je nun, die Redensart ist einmal buchstäblich wahr gewesen. Als die Spartaner im zweiten messe- nischen Kriege (685 v. Chr.) eine Niederlage nach der andern erlitten, schickten ihnen die Athener (nach einer anderen Version die Milesier) den lahmen Schulmeister Tyrtäus. Der lehrte die Spartaner, die vordem zu den Schalmeienklängen ihres heiligen Kriegsliedes, des Kastoreion, ins Feld gezogen waren, seine feurigen Marschweisen (Embateria), die er selbst dirigierte und einstudierte, so daß sie den gesunkenen Mut neu belebten und Sparta zum Siege führten. Und wie heute die Regimentskapellen ihre Märsche nicht nur für militärische Zwecke, sondern auch in Konzerten spielen, so bildeten die Melodien des Tyrtäus auch in Friedenszeiten einen sehr beliebten Zweig der spartanischen Volksmusik. Ben Akiba behält Recht. Es ist eben schon alles da gewesen! Dr. B. -— VII Regeln für Militär-Kapellmeister. 1. Lerne etwas Tüchtiges, auf daß du dich nicht zu scheuen hast, über solche zu herrschen, die mehr verstehen als du. 2. Lasse dein geistiges Übergewicht durch deine Leistungen, nicht aber durch schroffes Benehmen oder gar durch vornehme Geringschätzung die Dienstuntergebenen fühlen; denn niemand, der selbst etwas gelernt hat, läßt sich gern demütigen. 3. Laß dich weder durch Liebe noch durch Freundschaft, am wenigsten durch Eitelkeit oder gar durch Eigennutz bestechen, anders als nach Recht und Billigkeit und nach bestem Wissen zu verfahren. 4. Halte Takt im Leben wie in der Kunst. 5. Suche dir die möglichste Geistesgegenwart zu erwerben: denn wenn das Haupt in kritischen Fällen keine Entschließung fassen kann, was soll dann der Körper tun? 6. Beherrsche jederzeit dein Temperament, um mit gehöriger Gelassenheit immer nur nach den Eingebungen der Vernunft, nie in blinder Leidenschaft zu handeln. 7. Arbeite an der Vervollkommnung des dir untergebenen Personals und deiner selbst. 8. Zeige dich als Komponist, wenn du ein solcher bist; es ist nötig, seine gegen andere überwiegende Fähigkeiten geltend zu machen, wenn man an der Spitze eines Künstlerchors steht; bringe aber deine Arbeiten ja nicht zu oft, um nicht den Schein des Eigendünkels zu bekommen oder ungerecht gegen die Verdienste anderer zu werden. 9. Verbessere und belehre zwar mit Ernst und Würde, aber mit Sanftmut und ungesuchter Bescheidenheit. — Der Getadelte fühlt sich ohnedies leicht beschämt und wird durch barsche Zurechtweisung erbittert, besonders wenn er — wenngleich sonst tüchtig — nur aus Versehen gefehlt. 10. Zeige, daß du Kenntnisse und den guten Willen höher achtest, als Unfähigkeit und Lauheit; ermuntere erstere, tadle letztere und suche zu bessern; kein Lob aber darf auf Kosten anderer erfolgen, keines Mitgliedes Ehrgefühl verletzt, dein Zartgefühl und deine Rechtlichkeit nie in Gefahr sein, bezweifelt zu werden. VIII Titel und Rang der Kapellmeister in den wichtigsten fremdländischen Armeen* Belgien: Adjutant, Unter-Offizier (Feldwebel), Musikchef. Bulgarien: (Subaltern-Offizier), Kapellmeister. Deutschland: (Feldwebel), Stabshoboist oder Stabstrompeter. England : „Bandmaster“. Frankreich: Chef de musique; (Unterleutnant). Holland: Kapellmeister, (Feldwebel I. Klasse). Italien: (mareschal und Maestro), gußland: Kapellmeister (ohne Rang). Schweden : Kapellmeister oder Stabstrompeter (Feldwebel). Schweiz: Trompeter-Korporal (Dirigent). Serbien: Offiziersrang in 3 Rangklassen (Kapellmeister). Spanien: (Offiziers-Rang in 3 Rangklassen) Dirigent. Nord-Amerika: (Feldwebel), Chef musician und Bandmaster. Nieder - Indien : Sergeant oder Stabshornist. Japan: Musik-Chef (Unterleutnant). Militärmusik auf Trommeln aus Menschenschädeln. Bei den religiösen Zeremonien verwendet man in Tibet Trommeln, die aus Menschenschädeln gefertigt sind. — Mit Vorliebe werden zu diesen Trommeln kleine Kinderschädel gebraucht, von denen zwei zusammengetan und mit der getrockneten Haut einer Schlange auf der konkaven Seite bezogen werden. Die Scheitelpunkte der beiden Schädel werden dann auf beiden Seiten einer mit Tuch bezogenen Holzscheibe befestigt, so daß die mit Schlangenhaut bedeckte Seite der Schädel nach außen kommt; und schließlich werden diese schaurig aussehenden Musikinstrumente noch mit den schrecklichsten Fabelwesen in grellen Farben bemalt. L. N. N. 1 1 Hugo Wolf t« Ein Gedenkblatt. Wieder ist einer der Großen im Reiche der Kunst von uns geschieden. Hugo Wolf, der größte musikalische Lyriker der Neuzeit, starb am 21. Februar 1903 nach langjährigem Leiden in der niederösterreichischen Landes-Irrenanstalt zu Wien. Es war im Herbst des Jahres 1897, als die Kunde in die Welt drang, daß Hugo Wolf, der neue Reformator des deutschen Liedes, der zuerst den Wagnerschen Stil für das deutsche Lied gewann, dem Wahnsinn verfallen sei. Und diese Kunde, daß ihn das gleiche Schicksal, wie unseren großen Philosophen Friedrich Nietzsche mitten aus seinem Schaffen herausriß, War es, die zuerst das Interesse weiterer Kreise auf ihn lenkte. Kurze Zeit, bevor die geistige Katastrophe bei ihm eintrat, war es ihm vergönnt, die ersten Lorbeeren zu ernten. Es hatte sich ein kleiner Kreis von Auserwählten in der Reichshaupt- stadt zu einem Hugo Wolf-Vereine zusammengeschlossen, um seine Werke mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. Auch in Wien und in Süddeutschland waren seine Lieder bereits von einigen mutigen Vorkämpfern der neuen Kunst auf ihre Programme gesetzt. Im Juni 1896 wurde sein erstes Bühnenwerk „Der Corregidor“ mit großem Erfolge im Mannheimer Hoftheater zur Uraufführung gebracht. Ein Künstlerschicksal! Solange er schaffte und uns seine besten Gaben schenkte, wurde er verkannt und jetzt, als er kaum die ersten Sprossen auf der Leiter des wohlverdienten Ruhmes erklommen, breitete sich die Nacht über seinen Geist. — Hugo Wolf wurde am 13. März 1860 zu Windischgrätz im sangesfrohen Steiermark geboren. Von seinem Vater, einem Lederfabrikanten, erhielt er vom fünften Lebensjahre an den ersten Unterricht im Klavier- und Violinspiel. Nach dem leider frühzeitig erfolgten Tode des Vaters kam der junge Hugo in das Konvikt des Benediktinerstiftes St. Paul in Kärnten. Während dieser Schuljahre beschäftigte er sich eifrig mit der Erlernung des Orgelspiels, wozu sich ihm im Stifte reichlich Gelegenheit bot. Gleichzeitig mit Gustav 2 Mahler, dem großen Komponisten und jetzigen Direktor der kaiserlichen Hofoper in Wien, besuchte er anfangs der achtziger Jahre das Konservatorium in Wien. Doch bereits nach einem Jahre verließ er dasselbe wieder. Seine Anschauungen eilten seiner Zeit voraus und war es erklärlich, daß dieselben da oftmals denen seiner akademischen Lehrer, deren mancher noch von den Errungenschaften längst vergangener Zeiten zehrte, diametral gegenüberstanden. Hugo Wolf wandelte nun im Studium der Musik seine eigenen Wege und war nebenher vier Jahre lang als Kritiker für das „Wiener Salonblatt“ tätig. Die rücksichtslose Schärfe und Offenheit seines Urteils zog ihm bald viel Feinde zu und besonders war es seine absprechende Meinung, die er über Brahms, den damals dort einzig vergötterten Künstler, kund gab, die ihm im Wiener Kliquentum zahlreiche Gegner erstehen ließ. Dies alles besserte natürlich seine pekuniäre Notlage nicht. Mit dem Jahre 1887 trat er zuerst mit seinem eigenen Schaffen in die Öffentlichkeit. Ein entzückendes Werk der Wolf sehen Muse, das — trotzdem die göttliche Lyrik Wolfs wohl jetzt überall Anerkennung findet und der Name Wolfs wohl kaum auf einem guten Liederabend-Programm fehlen dürfte — bisher immer noch arg stiefmütterlich behandelt wurde, ist die komische Oper „Der Corregidor“. Die außerordentlichen Schwierigkeiten, welche die Partitur enthält, sind keine unüberwindlichen, wie die erfolgreichen Aufführungen des Werkes in Mannheim, Prag und Straßburg bezeugen. Besonders im deutschen Landestheater zu Prag kehrt das Werk in jeder Saison mit einer Reihe von Aufführungen im Spielplan wieder und hat sich dort längst ein Kreis von Feinschmeckern gebildet, die sich stets an diesem köstlichen Humor und an dieser prächtigen Musik erfreuen. Warum schlafen da unsere großen Bühnen, wie Berlin, Leipzig, Dresden, München? Warum greifen sie nicht frisch zu nach diesem bedeutenden Werke echt deutscher Kunst? Ausländische, mittelmäßige Ware setzt man immer wieder dem Publikum vor, aber die Werke unserer großen, neuzeitlichen deutchen Komponisten läßt man verschimmeln. Hoffen wir, daß nun nach dem Tode, wo doch beim deutschen Volke gewöhnlich erst die Erkennung seiner großen Geisteshelden beginnt, die Theaterdirektoren sich auf dieses herrliche Werk besinnen und dasselbe in ihr Repertoire aufnehmen. Der Text des Werkes ist von Frau Mayreder - Obermeyer nach der Novelle „Der Dreispitz“ des Spaniers 3 l* dSt. Alarcon verfaßt und diese feinsinnige, diskrete Behandlung des humorvollen Stoffes verdient volles Lob. Auch das zweite Bühnenwerk Hugo Wolfs, die Oper „Mannei Venegas“, ist nach einem Werke des Spaniers Alarcon bearbeitet. Im Jahre 1897 nahm Hugo Wolf dieses neue Werk in Angriff. Wie sehr er sich mit diesem Werke beschäftigte, erhellt wohl daraus, daß er innerhalb vierzehn Tagen fast den ganzen ersten Akt vollendete und ist diese übermächtige geistige Anstrengung wohl der Anstoß zum Eintritt seiner Katastrophe geworden. Jedoch dieses verheißungsvolle Werk, er sollte es nicht vollenden. Im Herbst 1897 wurde er in die Anstalt des Dr. Svetlin überführt. Hach längerem Verweilen in dieser Anstalt trat eine Wendung zum Besseren ein. Er erholte sich ersichtlich so, daß er wieder zu arbeiten begann. Außer mit seinen Opernprojekten, deren mehrere in seinem Hirne kreuzten, beschäftigte er sich mit der Instrumentierung einiger seiner Lieder. Sein Leiden besserte sich inzwischen derart, daß er im Februar 1898 aus der Anstalt entlassen werden konnte. Er schien geheilt. Doch bald befiel ihn eine Unruhe, die ihn von Ort zu Ort trieb, bis er zuletzt nach vielen Reisen in Italien, der Schweiz und Steiermark wieder nach Wien zurückkehrte. Von Wien wandte er sich nach Gmunden und hier machte er einige Tage nach seiner Ankunft einen Selbstmordversuch. Er stürzte sich in den See, wurde aber gerettet und auf seinen eigenen Wunsch hin in die niederösterreichische Landes - Irrenanstalt in Wien gebracht. Hier ist sein Geist nun eingeschlafen und auch sein Leib hat sich jetzt zur Ruhe begeben. Sein Harne aber lebt fort in seinen Werken und wenn wir die Großen unserer Kunst aufzählen, so werden wir seiner als eines der herrlichsten unter ihnen gedenken. — In Wien fand am 20. Oktober auf dem Zentralfriedhofe die feierliche Enthüllung des von Meister Hellmer geschaffenen Grabdenkmals für Hugo Wolf in Anwesenheit des Bürgermeisters und der hervorragendsten Vertreter der Wiener Kunstwelt statt. Wolfsche Chöre leiteten die Feier ein und beschlossen sie. Die Feier war eine würdige und eindrucksvolle. Wolfs treuester Freund, der Obmann des Hugo Wolf-Vereins, Dr. Haberlandt, hielt die Gedächtnisrede, ein stilistischliterarisches Meisterstück. Alsdann widmete Bürgermeister Lueger den Manen Hugo Wolfs ehrende Worte und übernahm das Denkmal in ä- Die Abschaffung der Militärmusik in Frankreich. Zu den vielerlei Reformen in der Armee, mit denen sich der französische Kriegsminister Andre beschäftigte, gehört die Abschaffung der Militärmusik. Es sind in erster Linie finanzielle Erwägungen, die ihn dabei leiteten. Andres Vorschlag hatte bei manchem „Patrioten“ heftigen Widerspruch gefunden. Einer seiner gemäßigteren Gegner, der Deputierte Mersimy, gibt zu, daß die unerschwinglichen Militärlasten Ersparnisse notwendig machen, aber er will nur eine Verminderung der Militärkapellen. Nicht mehr jedes Infanterie-Regiment, sondern nur jede Division soll künftig eine Kapelle haben, und die Zahl der Musiker soll von 60 auf 30 herabgesetzt werden. Jetzt gibt es 200 Musikkapellen in der Armee, die zusammen 12 000 Musiker und Musikeleven zählen. Diese 12000 aktiven Soldaten verbringen ihre Zeit mit Dingen, die mit dem militärischen Beruf nichts zu schaffen haben. Mersimy berechnet, daß zehn Jahre nach dem Ins- lebentreten der zweijährigen Dienstzeit im stehenden Heere und in der Reserve nicht weniger als 100000 Musiker und ehemalige Musiker vorhanden sein werden. Nach Mersimys Projekt würden in der aktiven Armee statt 12000 nur 1700 Personen — die Zahl der Divisionen beträgt 57 — als Musiker verwendet werden. Heute kosten die Militärkapellen jährlich ungefähr drei Millionen Franken. In der „Aurore“ verficht indes der aus dem Dreyfus-Prozeß bekannte Oberstleutnant Picquart die vollständige Aufhebung der Militärmusik. Er sagt u. a.: Die Musik hatte ihren Sinn im Felde in einer Zeit, als man noch in kompakten Massen und dichten Bataillonen kämpfte. Eins der Mittel, die Soldaten zum Vorwärtsmarschieren anzufeuern, war damals, ihre Leidenschaft durch den Klang der Instrumente anzuspornen. Heute erlauben die Ausdehnung des Schlachtfeldes, die notwendige Zerstreuung der Kämpfenden, der betäubende Lärm des Schießens nicht mehr, auch nur die geringste Wirkung von der Musik im Kampfe zu erhoffen. (Und die Wirkung auf dem Marsche?) Zu den von Picquart angegebenen Momenten kommt aber noch ein anderes in Betracht: das sozialpolitische. Die Zivilmusiker klagen mit 5 Recht über die schwere Konkurrenz, die die auch von ihren Steuer groschen erhaltenen Miltärmusiker ihnen bereiten. Die Militärkapellen beeinträchtigen nicht nur die wirtschaftliche Existenz der Zivilkapellen und in weiterer Folge ihre Qualität — da der Musikerberuf in vielen Fällen nur noch als Nebenberuf ausgeübt werden kann —, sondern sie schaffen auch ein überschüssiges Musikerproletariat, das die Lage der Berufsmusiker noch mehr verschlechtert. Die Idee der Abschaffung der Militärmusik ist in Frankreich übrigens schon öfters aufgetaucht und bei den Kavallerieregimentern bereits verwirklicht worden. Hier kam es vor allem darauf an, die 30 Pferde für den aktiven Dienst zu gewinnen. Sowohl Napoleon Bonaparte (1803), als auch Napolen III. (Anfang der 60 er Jahre) schafften die reitenden Orchester in der Armee ab, und doch kamen sie immer wieder in Aufnahme, einfach weil — das Publikum sie verlangte. Staaten, deren Ordenszeichen beim Ableben der Dekorierten nicht zurückgeliefert zu werden brauchen. Baden: Verdienst- u. Rettungs-Med. Bayern: Bulgarien: Alle Orden pp. China. ,, ,, ,, Frankreich: „ „ „ Italien: Ausgenommen der Annun- ziaten-Orden. Japan: Alle Orden pp. Montenegro: „ „ Oesterreich: Mit Ausnahme des Gold. Vließes,des Maria Theresien- Ordens und des Sternkreuzordens. Persien: Alle Orden pp. Preußen: Der Kronenorden III. u. IV. Klasse u. das allgem. Ehrenzeichen. Rumänien: Alle Orden pp. Rußland: „ „ „ Sachsen: Das sächs. Erinnerungsz. v. 1870/71. Serbien : Alle Orden pp. Spanien: „ „ „ Türkei: Die hier nicht genannten Staaten verlangen Rückgabe der sämtlichen von ihnen verliehenen Orden und zwar sind dieselben an die Ordenskanzlei des eigenen Vaterlandes des Verstorbenen zur Weiterbeförderung zurückzusenden. Behördlich beaufsichtigte und subventionierte Konservatorien. Berlin. Königliche Akademie der Künste. Protektor: Se. Maj. der Kaiser; Kurator: Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten Dr. Studt; Präsident: Geh. Reg.-Rat Prof. H. Ende; Stellvertr.: Prof. Dr. ). Joachim. — 1. ständ. Sekr.: Prof. Dr. v. Oettinger. 2. ständ. Sekr.: Prof. Dr. Krebs. A. Akademische Meisterschulen für musik. Komposition. Vorst.: Die Professoren Dr. Bruch, Humperdinck, Gernsheim. B. Akademische Hochschule für Musik (Fasanenstr. 1—9). Direktorium: Vorsitzender: Direktor Prof. Dr. Joachim: Professoren Dr. Bruch, Rudorff, Schulze. C. Königl. akademisches Institut für Kirchenmusik (Fasanenstr. 1—9). Dir.: Radecke, Prof. Das Institut hat den Zweck, Organisten, Kantoren, Chordirektoren, Musiklehrer für höhere Lehranstalten, besonders für Schullehrer-Seminare auszubilden. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt; der Kursus ist einjährig. Bamberg. Städtische Musikschule, gegr. 1878. Die Musikschule wird von der Stadt unterhalten. Verwaltungsrat: Magistratsrat Sauer. Dir.: Carl Hagel. Budapest. Königl. Konservatorium der Musik. Dresden. Königl. Konservatorium für Musik (und Theater), gegr. 1856. Grund-, Mittel- und Hochschule. Vollschüler (Hauptfach mit Hülfsfächern), Einzelfachschüler, Hörer. Abteilungen für 1) Theorie, Komposition und Dirigentenbildung, 2) für Musiklehrerbildung, 3) für Tasteninstrumente und Harfe, 4) für Streich-, 5) für Blasinstrumente, 6) für Gesang und Oper, 7) für Schauspiel und Redekunst. 47 Lehrfächer. 108 Lehrkräfte. — Eintritt jederzeit. hildesheim. Konserv. f. Musik (v. d. städt. Behörden unterstützte u. mit beaufsichtigte Anstalt). Gegr. Oktober 1898 von C. Schotte. — Leiter der Anstalt: C. Schotte. Musikausschuß d. städt. Behörden: Senat. Ohrmann, Bürg Vorsi. H. Peine. 7 (H£= Karlsruhe. Großh. Kons. f. Mus. Prot.: I. K- H. die Großh Luise von Baden. Kurat.: Exc. Staatsmin. Dr. Nokk, Exc. Freih. v. Edelsheim, Stadtr. Boeckh., Oberhofprediger D. Helbing u. Kommerzienrat und Stadtr. Kölle. Direkt.: Prof. H. Ordenstein. Karlsruhe. Allg. Musikbildungsanst. (Privatanst. m. großh. u. städt. Unterstütz.), gegr. 1837. Ehrenpräs.: Geh.-R. Freih. v. Un- gern-Sternberg. Präs.: Geh. Hofrat 0.-Schur. Dr. v. Sallwürk (außerd. noch 6 Vorstandsmitgl.). Dir. Prof. Hofpian. C. Rübner. Köln. Konservatorium der Musik, gegr. 1850. Dir.: Dr. F. Wüllner, Prof. Steilvertr.: Prof. Seiß. Schriftf.: Prof. Dr. Klauwell. Die Verwaltung wird von einem aus 8 Personen bestehenden Vorstande unter Vorsitz des Oberbürgerm. Becker als Ehrenpräs. u. des Freih. A. v. Oppenheim geführt. Leipzig. Kgl- Konservat. der Musik. Direktorium: Justizr. Dr. P. Röntsch, Vors.: Oberbürgerm. Dr. B. Tröndlin, Dr. Ferd. Händel; A. Grüner. München. Kgl- Akademie d. Tonkunst i. kgl. Odeon, gegr. Oktober 1846 als „Konservatorium für Musik“ unter staatl. Leitung bis Aug. 1865. Oktob. 1867 als ,,Musikschule“ reorganisiert unter Leitung der Hofmusikintendanz bis Aug. 1884. Im Okt. 1874 wieder vom Staat übernommen und dem Kultusministerium unterstellt. 1892 zur Kgl- Akademie der Tonkunst erhoben. Dir.: Prof. B. Stavenhagen. Nürnberg. Städtische Musikschule, gegr. 1883. Dir.: MD. Beyerlein. Prag. Kons. d. Mus., gegr. 1810. Dir.: Prof. K- Knittl. Das Kons, ist v. böhm. Adel ins Leben gerufen und untersteht dem Landesausschuß. Sondershausen. Fürstl. Kons. m. Orch.- u. Opernschule, gegr. 1883. Art. Dir.: Hofkapm. Prof. Schroeder. Hon.: Ges. Sch. 264 M., Instr. Sch. 168 M. jährl. (125 Schüler z. Z.). Straßburg i. E. Städt. Kons. f. Mus., gegr. 1855. Dir.: Prof. Frz. Stockhausen. Stuttgart. Kgl- Konserv. f. Mus., zugleich Theater Sch. (Opern- u. Schauspiel-Sch.), gegr. 1857. Prot.: Se. Maj. der König von Württemberg. Dir. Prof. S. de Lange. Weimar. Großh. Mus.- u. Theatersch., gegr. 1872. Be- W steht aus einer Orchestersch. z. Ausbild, von Orchestermus. mit 3 jähr. f . 8 r* " "■ 8 Y/ Kurs. Derselben schließt sich eine Ausbild.-Sch. f. Solisten, Dirig., Lehrer u. Kompon. mit 2 Jähr. Kursus an. Wien. Konservat. f. Musik u. darstellende Kunst der Gesellsch. der Musikfreunde, gegr. 1817. Oberste Leitung: Die Gesellschaftsdirektion. Schuldir. Rieh. v. Perger, Gen.-Sekretär Ludw. Koch, Kais. Rat. Das Schulhonorar beträgt 200—400 K- Lehrerbildungs-Kurse (3 lialbj.-Sem.) für Clavier, Violine u. Gesang. Würzburg. Kgl- Musikschule. Gegr. 1804 als Universitätsinst. von Prof. Dr. Fröhlich, seit 1820 Staatsanwalt, reorg. 1875. D. Hofrat Dr. Kliebert. Musik-Schulen. Agram: Landes-Musik-Institut. — Berlin: Akadem. Hochsch. f. Musik. Buchholz’sche Kapellmeister-Aspiranten-Schule. — Brünn: Musik- und Gesangschule (Dir. Niemetz). — Budapest: Landes-Akademie f. Musik. — Dresden: Kgl. Konservatorium für Musik (und Theater). Dresdner Musikschule. — Frankfurt a. M.: Musikschulen. Konservatorien von Hoch u. Raff. — Graz: Musikschule des Steierm. Musikvereins. — Innsbruck: Stadt. Musikschule. — Lemberg: Landes-Musik-Institut. — Prag: Musik» Konservatorium, Lehranstalt für Kirchenmusik. — Salzburg: Intern. Stiftung „Mozarteum“ — Musikschule. — Wien: Konservatorium für Musik und darstellende Kunst. 9 Musik* Referenten: „Wiener Zeitungen“. „Wiener Ztg.“ u. „Wiener Abendpost“: Dr. Rob. Hirschfeld. „Neue Freie Presse“: R. Heuberger. „Fremden-Bl.“: A. Rauders u. Dr. Twardowski. „Wiener Tagblatt“: H. Reinhardt. „Neues Wiener Tagblatt“: M. Halbeck; Ludwig Hzrpath. „Österr. Volksztg.“: B. Bricht. „Wiener Allg. Ztg.“: G. Schönaich. „Neues Wien. Journ.“: Dr. M. Graf. „Sonn.- u. Montags-Ztg. “: /. G. Wörz. „Montags - Revue“ : Hedwig v. Abel-Friedländer. „Deutsche Ztg.“: Dr. Th. Helm. „Extrablatt“: Richard Robert. „Vaterland“: Dr. v. Rralik. „Deutsches Volksblatt“: C. Horn. „Neuigkeits-Weltbl.“: A. Roncourt. „Ostdtsch. Rundsch.“: A. R. Scharff. „Reichspost“: Gaigg v. Bergheim. „Neue Musik. Presse“: O. Heller. „Die Zeit“: Dr. Wullaschek. „Musik. Rundschau“: Dr. M. Dietz. „Lyra“ : Ant. Aug. Naaff. Referenten für auswärtige Blätter: Budapest, „Pester Lloyd“: Dr. Helm. Graz, „Tagespost“: C. Petrich. Lemberg, „Gazeta lwowska“: S. Berson. Prag, „Prager Tagblatt“: Dr. v. Belsky. „ „Bohemia“: Dr. Richard Batka. „ „Politik“: Chvala. Preßburg, „Preßb. Zeitung“: Joh. Batka. Salzburg, „Salzburger Zeitung“: C. Demel. 10 Lebensalter berühmter Komponisten. Es wurden alt: Hugo Brückl er, Norbert Burgmüller und Maria Fel. Malibran 26 Jahr. Karl Tausig 29. Franz Schubert 31. Vinzenz Bellini 33. Hermann Götz 35. W. A. Nozart 36. Felix Mendelssohn-Bartholdy und Otto Nicolai 38. Bernhard Klein 39. Frederic Chopin, Fanny Hensel und Karl Maria v. Weber 40. Ludwig Ferd. Herold 41. Adolf Jensen, Franz Lanner und Joh. Rudolf Zumsteeg 42. Robert Schumann 46. Albert Lortzing 47. Gaetano Donizetti und Viktor E. Neßler 49. Sigismund Thalberg 50. Adolf Adam, Franz Friedrich v. Holstein, Michael v. Glinka und Benedetto Marcello 52. Jean Baptist Lu 1 ly und Dr. Franz Witt 54. Nicolo Paganini und Vinzenz Righini 56. Ludwig van Beethoven 57. Adrien Frangois Boieldieu, Karl Heinrich Graun und Johann Nepomuk Hummel 58. Joachim Raff 60. Jakob Offenbach und Henry Vieuxtemps 61. William Michael Balfe und Jacq. Fromental Halevy 62. Ferd. David und Frdr. Kiel 63. H. v. Bülow und A. Rubinstein 64. Frz. Abt, J. S. Bach, Hektor Berlioz, Reinhard Keiser, Louis Köhler und Heinr. Marsch- ner 65. Karl Czerny und Felicien David 66. Konradin und Rudolf Kreutzer und Friedrich Schneider 67. Charles de Beriot, Michael Haydn, Georg Onslow, Fürst Anton Radziwill und Rob. Volkmann 68. Angelica Catalani und Richard Wagner 69. Friedrich v. Flotow und Peter v. Winter 70. Friedr. Silcher und Wilh. Tschirch 71. Andre Ernest Modeste Gr et ry, Karl Löwe, Giacomo Meyerbeer und Julius Otto 72. Niels Gade, Willibald v. Gluck, Stephen Heller, Ferdinand v. Hiller, Henry Litolff und Karl Friedrich Zelter 73. Philipp Emanuel und Wilh. Friedemann Bach, Georg Friedrich Händel, Orlando di Lasso, Franz Liszt, Antonio Lotti und J. Herrn. Verhulst 74. Moritz Hauptmann, Adolf v. Henselt, Joh. Adam Hiller, Ignaz Moscheies, Giov. Paisiello, Johannes Schenk und Ludwig Spohr 75. Gioachimo Rossini und Gasparo v. Spontini 76. Robert Franz, Josef Haydn und Giuseppe Tar- tini 77. Simon Sechter 78. Nuzio Clementi und P. Palest- rina80. Vinz. Lachner 81. Luigi Cherubini, Henry Herz, Johann Nattheson und Xaver Schnyder von Wartensee 82. Franz Hünten, Joh. Christian Lobe und Albert Methfessel 84. Franz Lachner 85. D. Fr. E. Auber, Jean Bapt. Cramer, Heinrich Dorn, Heinr. Schütz Wilh. Speyer 87. Friedr. Wieck 88. Ludwig Maurer 89 Jahr! 11 =^= Verzeichnis der historischen Märsche und sonstigen Kompositionen für das k. u. k. Heer*). 1. Historische Märsche. Titel des Marsches Stammt aus dem Jahre Rom' | positeur 1 Zugewiesen dem Anmerkung Trautenaucr GefechtS'Marsch 1866 J. Preis 1 *£ £ 1 Zur Erinnerung an den Sturm auf den Kapellenberg beiTrautenau 1866, bei welchem dieser Marsch gespielt wurde Alexandcr^Marscli 1814 v. Persuis C o «2.1 c *5) ctr 22 Zur Erinnerung an FM. Franz Grafen Lacy, Inhaber von 1758 bis 1802 Szlankamen' Marsch L. Schlögel <35 C 23 Zur Erinnerung an Ludwig Wilhelm I. Markgrafen von Baden- Baden, General-Leutnant und Feldmarschall, Sieger von Szlankamen. *) Aus dem „Schematismus für das kaiserliche und königliche Heer“ entnommen ! 12 Titel des Marsches Stammt aus dem Jahre l^ompositeur • Zugewiesen dem Anmerkung Strauch«Marsch 1808 unbekannt; instrumentiert von Emil Kaiser 24 Znr Erinnerung an FZM. Freih. v. Strauch, Inhaber von 1808 bis 1836. Als „Strauch-Infanterie“ nahm das Regiment an den Befreiungskriegen teil Gablenz«Marsch 1864 C. F. Stenzl 27 Zur Erinnerung an die Taten des Regiments im Feldzuge 1864 unter FML. Freih. v. Gab lenz Loudon«Marsch 1888 aus dem milit. Fest- J. N. Fuchs £ C 29 Zur Erinnerung an FM. Gideon Freih. v. Loudon, Inhaber von 1760 bis 1790 Maria Theresia« Marsch spiele „Im Feldlager“ E 'S 32 Zur Erinnerung an die Kaiserin und Königin Maria Theresia Philippovic«Marsch Fr. Schmidt c 03 35 Zur Erinnerung an FZM. Joseph Freih. Philippovic v. Philippsberg, Inhaber von 1867 bis 1889 Wagram«M arsch (früher „42 er Regiments-Marsch“) 1885 J. Wiedemann I 42 Zur Erinnerung an den Schlachttag von Wagram, 6. Juli 1809 Jovanovie«Marsch 1878 K. Sebor 43 Zur Erinerung an FML. Stephan Freih. v. Jovanovic, Inhaber von 1883 bis 1885 44 Erzherzog Albrecht«Marsch 1888 K. Komzak Dragon.- z 9 Zur Erinnerung an Feldmarschall Erzherzog Alb recht Crps. Art.- bii o oc 5 Sommacampagna« Marsch 1848 A. Tischler 47 Zur Erinnerung an die Schlacht bei Custoza 25. Juli 1848 und an die ruhmvolle Teilnahme des Regiments an den Feldzügen 1848149 in Italien OHosi«Marsch 1866 Fr. Lehar sen. Z 50 Zur Erinnerung an die Schlacht bei Custoza 1866 SpIenyi«Marsch (früher „Defilier-Marsch“) etwa 1822 unbekannt "£ E °r o o 51 Zur Erinnerung an FML. Gabriel Freih. Splenyi de Mihäldy, Inhaber von 1788 bis 1822. Als „Splenyi-Infanterie“ machte das Regiment die großen Kriege dieser Epoche mit Trenk Panduren« Marsch 1741 angeblich Franz von der Trenk <3 53 Zur Erinnerung an die Abstammung des Regiments von den Trenkschen Panduren Ali«Starhemberg« Marsch 1888 Motiv aus 1682 J. N Fuchs 54 Zur Erinnerung an FM. Rüdiger Grafen v. Starhemberg, Verteidiger von Wien 1683 13 Titel | des Marsches Stammt- aus eem Jahre Rompositeur Zugewiesen dem j Anmerkung Daun»Marsch Motiv aus 1760 Mit Benützung eines zeitgenöss. Liedes von J. N. Fuchs 56 Zur Erinnerung am FM. Leopold Grafen Daun Fürst von Thiano, Sieger von Kolin. Josias Coburg» Marsch 1792 oder 1793 ■ mutmaßlich Michael Haydn 0) E 57 Zur Erinnerung an FM. Friedrich Jo- sias Prinzen zu Sachsen-Coburg- Saal f e 1 d Wallonen» Marsch Motive aus 1763 zusammenge- stellt 1863 W. Asböth bj} o 58 Znr Erinnerung an die Abstammung des Regiments, bearbeitet zum 100jährigen Errichtungs-Jubiläum Lymf jord»Marsch (früher Dormus-Marsch) 1864 Fr. Scharoch cs 72 Zur Erinnerung an den Übergang des Regiments über den Lymfjord 1864 Jellaeic-Marsch 1949 unbekannt 79 Zur Erinnerung an FZM. Joseph Grafen Jellacic de Buzim Pappenheim» Marsch um 1790 mutmaßlich Michael Haydn £ th 8 Dem ältesten Reiter-Regimente des Heeres und Zeitgenossen des FM. Heinrich Grafen zu Pappenheim im 30jährigen Kriege Prinz Eugen» Marsch Motive aus 1717 unbekannt °r o o txß 13 Zur Erinnerung an General-Leutnant und Feldmarschall Eugen Prinzen von Savoyen Windlsch»Graetz» Marsch 1867 G. Mahr sen. c3 Q 14 Zur Erinnerung an FM. Alfred Fürsten zu Windisch-Graetz Radetzky »Marsch 1849 Joh. Strauß sen. Husaren- Reg. Nr. 5 Zur Erinnerung an FM. Joseph Grafen Radetzky de Radetz Schwarzenberg» Marsch 1814 Th. Kaschte Ulanen- Reg. Nr. 2 Zur Erinnerung an FM. Carl Philipp Fürsten zu Schwarzenberg ArlilIerie»Marsch 1840 unbekannt der Artillerie Defilier-Marsch des ehemaligen 2. Artillerie-Regiments 1340 Tegetthoff »Marsch A. Rosenkranz der Kriegs- Marine Zur Erinnerung an Vize-Admiral Wilhelm von Tegetthoff J ung»Osterreich- Marsch 1862 Armee-Kapellmeister A. Leonhardt den Mil.-Er- ziehungs- u. Bildungs- Anstalten ! Festmarsch zur Enthüllung des Monumentes der Kaiserin und Königin M ari a T h e re s I a in der Theresia- nischen Militär-Akademie 2 Sonstige Kompositionen. Titel des Marsches Stammt aus dem Jahre Rompositeur Anmerkung Pariser Einzugs»Marsch 1814 Walch Zur Erinnerung an den Einzug in Paris 1814 Retraite und Zapfenstreich Armee-Kapellmeister A. Leonhardt Zuerst aufgeführt im Lager zu Olmütz 1854 Elisabeth'Marsch 1854 Komponiert aus Anlaß der Vermählung Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph 1. mit der Herzogin Elisabeth in Bayern 14 Titel des Marsches Stammt aus dem Jahre Kompositeur Anmerkung Erzherzog Carl* Monument-Marsch 1860 Armee-Kapellmeister A. Leonhardt Trautenauer Marsch 1866 H. Pavlis sen. Zur Erinnerung an das Treffen bei Trautenau 1866 Alter Zapfenstreich der k. u. k. Armee Anfang des 18. Jahrhunderts unbekannt Von historischer Originalität Marlborough* Marsch A. Tischler Hoch Habsburg! 1879 J. N. Kral Komponiert aus Anlaß der silbernen Hochzeit Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. mit Kaiserin Elisabeth O du mein Österreich! 1852 E. Preiss mit Lied von Franz v. Suppe Nach dem gleichnamigen patriotischen Volksliede Turovo-Marsch 1882 L. Schlögel Zur Erinnerung an das Gefecht bei Turovo am 9. Februar 1882 Kaiser-Marsch (1848—1898) i3q3 K- Komzäk Zur Erinnerung an das 50jährige Jubiläum Sr. Maj. des Kaisers und Königs Franz Joseph I. als Monarch und Oberster Kriegsherr Für Österreichs ! Ehr' J. Lassletzberger Beliebte und empfehlenswerte Kompositionen von Josef Diamand.*) Für Pianoforte, Orchester und Militärmusik. (Zu beziehen durch alle Musikalien- und Buchhandlungen des ln- und Auslandes.) Op. ff ff 1 . 2 . 6 . ff ff ff 7. 14. 3. 8 . Gruß an Lemberg, Quadrille, Frau J. Redinger gewidmet. Liebestraum, Polka frang. Sehr beliebt. Sträußchen an Franz Abt, Polka-Mazurka, für das Abt-Denkmal, mit Portrait Franz Abts. Gasteiner Faiserentrevuen, Polka frang. Boulanger-Galopp, höchst humoristisch. Brautwalzer, in Prachtausstattung. Fönigswalzer, zum 25jähr. Regier-Jubil. Kaiser Wilhelms I. *) Pseudon. von }osef Damariski. 15 D’ Schützenlislkommt, Festmarsch zum IX. Deutsch. Bundesschießen Frankfurt a. N. Victoria Gavotte. Liebeszauber-Gavotte, mit Bildnis des Komponisten. Auch ein Lied, Lied für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung. Angra-Pequena-Galopp, Herrn F. A. Lüderitz in Bremen gewidmet. Fantasie über ein polnisches Volkslied (Hamburger Signale). Gruß aus Salzbrunn, Harsch-Polka, mit Ansichten des Kurortes. Dem Hause Wettin, Festmarsch zum 800jähr. Reg.-Jubiläum des Hauses Wettin. Valse brillante, zum Konzert-Vortrag empfohlen. Hoch Gottingal-Marsch, d. A. G-V. Gottinga in Göttingen gewidmet. T(uhe sanft! Trauermarsch auf den Tod Sr. Haj. Kaiser Friedrichs III. Trauermarsch auf den Tod Sr. Kais- u. Königl. Hoheit des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich. Auf beiden Beinen, Polka-Nazurka. Bayer. Centennar-Klänge- Walzer. S’ war nur ein Kuß, ein süßer Kuß, Walzer in humor. Ausstattung. Warum küßt man? Polka franf. mit humor. Text. Jubelmarsch zum 25jähr. Reg.-Jubil. Sr. Haj. König Karl I. von Württemberg. Transscription über griech., dänische und russische Volkshymnen f zum 25jähr. Reg.-Jub. Sr. Haj. des Königs der Hellenen. Schützengruß, Festpolonaise f. d. III. österr. Bundesschießen in Graz. Pocalunek, Polka fran?. Carnot-Marsch. Leipziger Ausstellungsmarsch. Hochzeitsklänge-Walzer. Fantasie über ein polnisches Volkslied. Orientalischer Marsch. Bulgarischer Marsch. Abdul Hamid-Marsch. Macedonischer Marsch. Charles Gounod-Marsch. Ständchen aus Südafrika (vom Präsident Krüger ausgezeichnet.) Anhaitischer Trauermarsch (dem Herzoge Friedrich von Anhalt gewidmet). Potpourri über bulgar. Volkslieder. Zwei bulgar. Tänze. Z zywa krwia, Mazur. Lwowianka, Krakowiak. Auf der Alm, Tyrolienne. Serb. Krönungsmarsch. Psalm Davids (dem Papste Leo XIII. gewidmet. 21 . 43. 5. 4. 42. - 8 . 44. 20 . 35. 25. 46. 11 . 10 . 47. 50. 52. 53. 54. 59. 170. 297. 142. 47. 14S. 160. 112 . 127. 195. 327. 253. 260. 261. 315 . 316 . 328. 256. 257. 16 Kritiken über ,,Braut-Walzer“ von Josef Diamand.*) Leipziger Bürger-Zeitung: Von Herrn Joseph Diamand geht uns dessen Op. 3, „Brautwalzer“ betitelt (Leipzig, Oelsners Musikverlag), zu. Da jetzt die Zeit beginnt, in der Terpsichore von allen Musen am meisten gefeiert wird, so nehmen wir Veranlassung, auf dieses ansprechende Werk des jungen Komponisten hinzuweisen. Der Tanz hat eine leicht eingehende, gefällige und, soweit unsere Kenntnis reicht, sogar originale Melodie, was bei Tänzen bekanntlich heute etwas sagen will, und ist einfach und leicht gesetzt. Wir können ihn somit alten und jungen Musikern empfehlen. Leipziger Machrichten: Bei M. Oelsner hier hat Jos. Diamand als op. 3 einen Brautwalzer für Pianoforte erscheinen lassen, der ganz hübsch klingt und daher tanzlustigen Spielern sehr willkommen sein wird; trotz des prachtvollen Titelblattes ist sein Preis nur 50 Pf. Leipziger Tageblatt: Auch die leicht geschürzte Muse beansprucht vor dem Weihnachtsfest ihr Recht. In ihr Gebiet gehört der im Verlage von W. Oelsner erschienene Braut-Walzer von Joseph Diamand, dessen hübsche Melodik, glatte Form, anmutende Klangwirkung und ungemein leichte Spielbarkeit als Vorzüge hervorzuheben sind. Die Ausführung ist höchst elegant. Tages-Anzeiger : Ein allerliebster Walzer — „Brautwalzer“ von Josef Diamand —ist in dem Verlage von M. Oelsner, Leipzig, erschienen. Das — übrigens mit prachtvollem Titel ausgestattete — Tonstück ist melodisch, leicht zu spielen und wird schnell seinen Weg in alle Häuser finden, in denen man der edlen Musika huldigt. Wir machen namentlich unsere Leserinnen auf die hübsche Komposition aufmerksam, die für den billigen Preis von 50 Pf. sowohl in der Verlagshandlung, wie in allen Musikalienhandlungen erhältlich ist. Meues Leipziger Intelligenz-Blatt: — „Brautwalzer“ betitelt sich das neueste, musikalische Opus des Komponisten Joseph Diamand (Leipzig, Oelsners Musikverlag), das sich durch leichten, gefälligen Walzerrhythmus auszeichnet und überaus melodiös ist. Das originelle Tanzstück, das jetzt, wo der Göttin Terpsichore wieder fleißig Opfer gebracht werden, gerade zur rechten Zeit erscheint, verdient die volle Anerkennung der Kritik. *) Pseudon. von Josef Damanski. f :Tl 17 2 r = 5 §^?> Auswahl von Programm-Beispielen. Die nachstehenden Programme sind aus der Praxis, d. h. aus wirklich stattgehabten Aufführungen entlehnt, um den Dirigenten einigen Anhalt für ihre eigenen Aufstellungen zu gewähren. Grosses philharmonisches Konzert ausgeführt vom gesamten Doblenz- Orchester (50 Musiker) Leitung: Herr Kapellmeister Diamand. Unter Mitwirkung der Opernsängerin Fräulein Leontine K . . . vom Leipziger Stadt-Theater. Programm: I. Teil. 1. Le carneval romaine v. Belioz. 2. Serenade No. 3 D moll für Streichinstrumente v. Volkmann. Les Preludes, Symphonische Dichtung (nach Lamartine) v. Fz. Liszt. 4. Rezitativ und Arie (Sopran) a. d. Op. „Margarethe“ v. Gounod, gesungen von Fräulein L. K. — 11. Teil. 5. Ouvertüre 1812 v. Tschaikowsky. 6. Edur-Polonaise v. Fz. Liszt. 7. Kaiser- Marsch v. R. Wagner. Gr« hi stör. Konzert von der gesamten Kapelle der 197 er. Direktion: Herr Königl. Musikdirektor N. N. PROGRAMM: I. Teil: 1. Ambrosianischer Lobgesang. Anno 333 n. Chr. 2. a) Fanfare d. Feldtrompeter u. Heerpauker a. d. Mittelalter, b) Marsch d. Landsknechte u. Querpfeifer. Anno 1465. 3. Dankgebet a. d. 30jähr. Kriege v. Valerius. 1630. 4. Marsch d. finnländ. Reiterei a. d. 30 jährig. Kriege. 1632. 5. Air f. Streichinstrumente v. S. Bach. 1635. 6. Fanfare d. Pappenheimer Reiter u. Pappenh. Marsch. 1640- 7. Largo v. Händel. 1685. 8. Drei Schlachtenmärsche: a) Der alte Dessauer. 1730. b) Der Hohenfriedberger. 1745. c) Der Coburger. Josias- 1761. II. Teil: 9. Ouvertüre: „Leonore“ No. 111 v. L. v. Beethoven. 1770. 10. Von Gluck bis Wagner v. Schreiner. 11. Entwickelung des Walzers seit 100 Jahren. 12. Der Torgauer. 18 $* 8 7/ Heute: Grosses internationales Fest-Konzert von der gesamten Kapelle der 197 er. Direktion: Herr König]. Musikdirektor N. N. Programm. I. Teil: 1. Italien. Ouvertüre „Wilhelm Teil“ v. Rossini. 2. Deutschland. Fantasie „Der fliegende Holländer“ v. Wagner. 3. Frankreich-Polen. Faust-Fant, für Violine v. Gounod-Winiawsky. 4. Oesterreich. ln lauschiger Nacht. Walzer a. d. Op.: „Der Landstreicher“ v. Ziehrer. — II. Teil: 5. Finnland. Finnland. Reitermarsch aus dem 30jährigen Kriege. 6. Ungarn-Deutschland. Serenade f. Violoncello, D-moll v. Volkmann. 7. England-Irland. Forget me not. Intermezzo v. Macbeth. 8) Portugal. Flirtation v. Steck, b) Türkei. Türkische Scharwache v. Michaelis. — III. Teil: 9. Eine Reise durch Europa. Potp. v. Conradi. 10. Schweden. Spinn, Spinn! Schwed. Lied. Für Orchester bearb. v. Walther. 11. Rußland- Spanien. Andalusierin u. Stierkämpfer v. Rubinstein. 12. a) Stierkämpfer- Marsch v. Valverde, b) Dänemark. Die dänische Wachtparade v. Lumby. c) Bulgarien. Bulgarischer Marsch von Diamand. Grosses Militär-Konzert von der gesamten Kapelle der Direktion: Herr Kapellmeister N. N. Programm: I. Teil: 1. Die Glocken von Chicago, Marsch v. Sousa. 2. Vorspiel zur Oper „Lohengrin“ v. R. Wagner. 3. Zwei Motive aus „Ben- venuto Cellini“ v. Berlioz. 4. Wiener Blut, Walzer v. Strauß. — II. Teil: 5. Ouvertüre „Die Geschöpfe des Prometheus“ v. Beethoven. 6. Adagio a. d. Violin-Konzert Gmoll (Hr. Büldge) v. Bruch. 7. Ungar. Tänze Nr. 5 u. 6 v. Brahms. 8. Gr. Fantasie a. d. Oper „Aida“ v. Verdi. — III. Teil (Blasmusik): 9. Ouv. „Der Königsleutnant“ v. Tüttl. — 10. Frühlingslied v. Gounod. 11. Toreador et Andalouse aus „Bai costume“ v. Rubinstein. 12. 250 Jahre deutschen Lebens, Potpourri v. Schreiner. Nach dem Konzert Großer Ball. Garten-Konzert der Militär-Musik des 20. Inf. -Regts. Kapellmeister N. N. Programm: 1. Teil. 1. Für Kaiser und Reich, Marsch v. Mejo. 2. Ouver- tnre zur Oper: „Das goldene Kreuz“ v. Brüll. 3. Fantasie a. d. Op.: „Der Troubadour“ v. Verdi. 4. An der schönen blauen Donau, Walzer v. Strauß. II. Teil. 5. Ouvertüre zur Oper: „Fra Diavolo“ v. Auber. 6. Wer hat das erste Lied erdacht? Lied v. Matthey. 7. Down South (Dort unten im Süden), Amerikanische Fantasie v. Myddleton. 8. Potpourri aus der kom. Oper: „The Geisha“ v. Jones. 9. Der Wettschwimmer, Galopp v. Einödshofer. Eine Auswahl musikalischer Zeitschriften. (j. = jährlich, — hj. = halbjährl., — vj. = vierteljährl.) g9^ 1 M. - - 1 Kr. 17 hell. ''Pöl Anzeiger für Gesangvereine. 6 Nrn. (Im Winterhlbj.) (gratis). Gebr. Hug $ C?., Leipzig. Anzeiger für die Orchester' und Militärmusik. Zwanglos (gratis). Hug § C9., Leipzig. Anzeiger, Musikalischer, (monatl.) gratis. Bellmann Thümer, Dresden- Potschappel. Blätter, Bayreuther. Monatsschrift. Organ des Allg. Rieh. Wagner-V. 12 Nrn. Mk. 8.— jährlich. Hans von Wolzogen, Bayreuth. Blätter, Fliegende, d. ev. Kirchenmusik-V. i. Schlesien. Mk. 1.50 jährl. A. Ludwig, Oels. Blätter für Haus- und Kirchenmusik. 12 Nrn. Mk. 3.— halbjährl. Herrn. Beyer 8j Söhne, Langensalza. Cäcilia. Monatsblätter f. kath. Kirchenmusik. 12 Nrn. Mk. 2.40 jährlich. Le Roux § C ie ., Strassburg i. E. Cäcilia. Zeitschr. f. kath. Kirchenmusik. 12 Nrn. Mk. 1.— jährl. Franz Görlich, Breslau. Cäcilienvereins-Organ, Fortsetzung von „Fliegende Blätter“ für kath Kirchen-Musik. 12 Nrn. Mk. 3.— jährl. Fr. Pustet, Regensburg. Dalibor. Musik-Wochenschrift. 52 Nrn. Mk. 2.50 vj. Mojmir Urbänek, Prag. Echo vom Gebirge. Fachblatt für Zitherspiel. 12 Nrn. Ausg. A u. B: Mk. 1.20, Ausg. C: Mk. 1.70 vj., Ausgabe für Österreich-Ungarn, 24 Nrn., Mk. 1.90 vj. Carl Grüninger, Stuttgart. Gesangskunst, Deutsche. Fachzeitschrift f. Sänger, Gesanglehrer u. Gesangbeflissene. 24 Nrn. Mk. 2 vj. Carl Merseburger, Leipzig. Gregorius-Blatt. Organ f. kath. Kirchenmusik. 12 Nrn. Mk. 2.— jährl. L. Schwann, Düsseldorf. Gregoriusbote f. kath. Kirchensänger. 12 Nrn. 60 Pf. jährl. L. Schwann, Düsseldorf. Guitarre-Freund, Der. Pro Nr. 30 Pf. Guitarristen-Verband, München. Handweiser, Litterarischer, f. Freunde kath. Kirchenmusik. Za. 4 Nrn. 20 Pf. j. A. Coppenrath, Regensburg. Harmonie. Eine Wochenschrift für die musikalische Welt, insonderheit für die Interessen der ausübenden Musiker. Louis Oertel, Hannover. Harmonium, Das. Ztschr. f. Harmonium-Spiel, -Bau und -Literatur. 12 Nrn. Mk. 2.50 halbjährl. Breitkopf § Härtel, Leipzig. Instrumentenbau'Zeitung, Deutsche. 36 Nrn., Mk. 5 j. Dr. Ernst Euting, Berlin W., Mannsteinstr. 8. Journal der ungar. Musiker. 26 Nrn., Mk. 3.- vj., E. Markus, Budapest Vll, Dohänyg. 28. I 20 (%) Kammermusik, Die. Zentralorgan für Förderung gediegener Musik-Pflege. (( 12 Nrn. gratis. C. F. Schmidt, Heilbronn. Kapellmeister, Der. Musik-Fachschrift für die Herren Orchesterdirigenten. 10 Nrn. jährl. (gratis.) E. A. Grosse, Komotau. Klavierlehrer, Der. Musikpädag. Zeitschrift. 24 Nrn. Mk. 1.50 viertelj. M. Wolff, Berlin W. 50, Ansbacherstr. 37. Korrespondenzblatt d. evangel. Kirchengesangvereins f. Deutschland. 12 Nrn. Mk. 2.— j. Breitkopf 8j Härtel, Leipzig. Kunst' und Musikzeitung. 24 Nrn. Mk- 2.50 vj. Otto Keller, Wien VH, Burgg. 20. Kunstwart, Der. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik u. bildende Künste. Mit Noten und Bildern. 24 Nrn., vj. Mk. 3.— Georg D. W. Callwey, München. Lyra, Die. Wiener allgemeine Zeitschrift für die literar. und musik. Welt. 24 Nrn. Mk. 3.— vj. Wien XVIII/2, Herbeckstr. 52. Militär-Musik-Zeitung, Neue. 52 Nrn. Mk. 1.50 vj. Lehne § C9., Hannover. Militär-Musiker-Zeitung, Deutsche. Fachblatt für die Musiker der Armee und Marine. 52 Nrn. Mk. 1.50 vj. Arth. Parrhysius, Berlin SW. 46, Kleinbeerenstr. 27. Monatsbericht, Musikalisch - literarischer. 12 Nrn. Ausgabe für das Publikum Mk. 1.— j. Fr. Hofmeister, Leipzig. Monatshefte für Musikgeschichte, herausg. v. d. Gesellsch. f. Musikforschung. 12 Nrn. Mk. 9.— j. Breitkopf 8} Härtel, Leipzig. Musica sacra. Monatsschrift für Hebung und Förderung kath. Kirchenmusik. 12 Nrn. Mk. 3.— j. Friedr. Pustet, Regensburg. Musik, Die. lllustr. Halbmonatsschrift. 24 Hefte Mk. 3 vj. Schuster Sj Loeffler, Berlin SW., Luckenwalderstr. 1. Musikblätter. 24 Nrn. Mk. 6. — hj. Alex Singer, Wien I, Wollzeile 6 u. 8. Musikdirektoren'Zeitung. Amtl. Organ des M.-D.-Verbandes. Leipzig, Frankfurterstr. 27. Musikdirigenten-Zeitung, Deutsche. 52 Nrn. Mk. 1.50 vj. Lehne $ C9., Hannover. Musikerheim, Das. Teuchert 8j Heyde, Magdeburg. Musiker-Zeitung, Deutsche. 52 Nrn. Mk. 1.75 vj. Berlin SW., Besselstr. 20. Musiker-Zeitung, Osterr.' ungar. 52 Nrm Mk. 2. — vj. Franz Frank, Wien Vl/2, Garberg. 7. Musikhandel und Musikpflege. 52 Nrn. Mk. 4.— j. (für Mitglieder gratis). Verlag des Vereins der deutschen Musikalienhändler, Leipzig. Musik'Instrumenten'Zeitung. Fach- und Anzeigeblatt f. Fabrikation, Handel u. Export v. Musik-Instrumenten aller Art. 52 Nrn. Mk. 1.50 vj. Moritz Warschauer, Berlin W. 57, Potsdamerstr. 80 a. Musik- u. Theaterwelt, Die. Populäre Musik- u. Theaterztg. 52 Nrn. Mk. 2.50 vj. Johs. Saalfeld, Berlin W. 35, Lützowstr. 106. Musik- u. Theater-Zeitung, Österreichische. 24 Nrn. Mk. 10.— j. Anna Cador, Wien IV/1, Grosse Neugasse 7. 21 Musik-Woche, Die. Moderne illustr. Ztschrft. (Erscheint auch in 3 Teil- Ausgaben (Klaviermusik — Streichmusik — Gesang) in wöchentl. Heften z. Pr. von je 25 Pf.) 48 Nrn. Mk. 4.80 vj. Leipzig, Verlag der M.-W. Musik-Zeitung, Allgemeine. Wochenschr. f. d. Ref. d. Musiklebens der Gegenwart. 52 Nrn. Mk. 2.50 vj. Paul Lehsten, Charlottenburg. Musik-Zeitung, Neue. 24 Nrn. Mk. 1.— vj. Carl Grüninger, Stuttgart. Musik-Zeitung, (zenelap) Ungarische, mit deutscher Beilage. 10 tägig. Mk. 8.— j. Administr. in Budapest VIII, Baroßg. 81. Novitäten-Anzeiger f. Klavier- u. Zither-Musik. Woldemar Liebert, Dresden. Organist, Der. Organ d. Allgem. Org.-V. (Köln). Za. 4 Nrn. (für Mitgl. gratis), für Nichtmitgl. ä 30 Pf. Greven § Bechtold, Köln. Presse, Neue musikalische. 24Nrn.Mk. 8. j. Bosworth^C?., WienI,Wollzeilel4. Rundschau, Allgemeine Musikalische. 52 Nrn. Mk. 4.— vj. Emil Hunger, Berlin W. 8, Friedrichstr. 58. Rundschau, Gregorianische. 12 Nrn. Mk. 2.50 j. Verlagsbh. Styria, Graz. Sachers musikalische Mitteilungen. Musikpädagog. Fachzeitschrift. 4 Nrn. 50 Pf. vj. Wien XVI/2, Grundsteing. 41. Sängerhalle, Die. Allgem. deutsche G.-V.-Zeitung. Org. f. d. Veröffentlichungen d. deutschen Sängerbundes. 52 Nrn. Mk. 1.50 vj. C. F. W. Siegels Musikh., Leipzig. Signale f. d. musik. Welt. ca. 70 Nrn. Mk. 8.— j. Barth. Senff, Leipzig. Signale, Wiener. 52 Nrn. Mk. 12.— j. Wien VII, Lindeng. 11. Tonkunst, Die. (Deutsche Sänger-Zeitung). 26 Nrn. Mk. 1.— vj. Ernst Janetzke, Berlin S., Brandenburgstr. 75. Tonkünstler-Zeitung, Deutsche. 30 Nrn. Mk. 5.— j. C. Neubauers Verlag, Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 91. Troubadour, Der. Monatsschrift für Haus- u. Familien-Musik, insbes. für Freunde des Zitherspiels. 12 Nrn, Mk. 2.— vj. Wien I, Kohlmarkt 11. Urania. Musikzeitschr. f. Orgelbau. 12 Nrn. Mk. 2.50 j. Otto Conrad, Erfurt. Vierteljahrsschrift, Kirchenmusikalische. 4 Hefte Mk. 2.— j. Anton Pustet, Salzburg. Wochenblatt, Musikalisches. Org. f. Musiker u. Musikfreunde. 52 Nrn. Mk. 2.— vj. C. F. W. Siegel, Leipzig. Zeitschrift, Neue, für Musik. 52 Nrn. Mk. 5.— hj. C, Zeitschrift der internation. Musikgesellschaft* (Für Mitgl. gratis.) Breitkopf 8* Härtel, Leipzig. Zeitschrift für Instrumentenbau. 36 Nrn. Mk. 2.50 vj., wohlf. Ausg. Mk. 1.50 vj. Paul de Wit, Leipzig. Zeneviläg. Ungar. Musik-Wochenbl. f. Musiker u. Musikfreunde. 52 Nrn. Mk. 4 hj. N. Hade, Budapest VIII, Racoczyg. 4. Zentralblatt deutscher Zither-Vereine. Organ d. Verbands Deutscher Zither-V. u. d. Zither-Ref.-V. zu Wien. 12 Nrn. Mk. 3.— j. Hans Schmidt, München, Oettingenstr. 32. Zither, Die. 12 Nrn. Mk. 6.— j. Wien I, Wollzeile 6 u. 8. Zither-Zeitung, Wiener. 24 Nrn. Mk. 2.40 vj., Mk. 4.40 hj., Mk. 8. M. Breitenstein, Wien IX/3, Währ. Str. 5. F. Kahnt Nachf., Leipzig. 12 Hefte. Mk. 10.— j. 22 Andenken an einen großen Geiger. Die Andenken an Paganini, die dem Stadtrat von Genua von den Erben des berühmten Geigers für 170000 Lire angeboten waren, von diesem aber zurückgewiesen wurden, enthalten in neun Abteilungen mancherlei merkwürdige Dinge, die von der Berühmtheit des Künstlers Zeugnis ablegen. ln der ersten Abteilung werden sehr wertvolle Geschenke aufgezählt, die dem großen Geiger von Kaisern und Königen, von Stadtbehörden und enthusiastischen Bewunderern gemacht worden sind, darunter Ringe von Georg IV., König von England, vom König der Belgier, von Mikolaus I. von Rußland, usw.; etwa zehn große goldene Medaillen, zahlreiche goldene Tabaksdosen, wie sie damals in Gebrauch waren, und andere Geschenke von geringerem materiellem Wert, aber doch von historischem Interesse, z. B. ein Medaillon, das ihm von Marie Luise geschenkt war und vier Haare von ihr, von Mapoleon I. und vom Herzog von Reichstadt enthielt. In der zweiten Abteilung befindet sich u. a. ein Gegenstand, der sehr viel Platz wegnimmt, der Reisewagen, der in London gekauft war und in dem Paganini ganz Europa durchreiste. Die dritte Abteilung enthält die Musikautographen, fast alle Kompositionen von Paganini — von denen einzelne Stücke noch nicht veröffentlicht sind, für die das Haus Lucca den Erben kürzlich 10 000 Lire angeboten hat, — und Autographen von Mozart, von Rossini und von Paer. Dann kommen Dokumente, die sich auf die zahllosen Ernennungen und Ehrenbezeugungen, die Paganini erhielt, beziehen. Eine weitere Abteilung enthält die Briefe, die von hervorragenden Schriftstellern, Künstlern und Politikern an ihn gerichtet wurden; wieder eine andere die zahllosen Adressen von bewundernden Versammlungen oder Vereinen, die Gedichte, die ihm zu Ehren geschrieben wurden, usw. Die siebente Abteilung enthält mehr als fünfzig Autographen, Briefe und persönliche Erinnerungen von dem berühmten Virtuosen. In der achten Abteilung befindet sich der Bogen, den Paganini in allen seinen Konzerten führte, ein Violoncell von Amati, eine kleine alte Geige, auf der er spielte, eine Mandoline, mit der er seine ersten Konzerte in Genua gab, und eine kleine Guitarre. Die letzte Abteilung endlich enthält ein prächtiges Ölporträt des Meisters, ein Werk des berühmten Patten, drei Marmorbüsten und ein Bild von Paganini als Kind. 23 *1 Beim allerhöchsten Hoflager. Episode. In den letzten Apriltagen des Jahres 1882 wurde mein Regiment, nachdem es die Kämpfe während der Occupation Bosniens ruhmvoll verlegt. bestanden, in eine Stadt Nord-Ungarns, nach M Kaum daß wir dort ein wenig warm geworden, kam vom Kriegsministerium der Befehl, die Regimentsmusik habe sich für ihre Zuteilung zum allerhöchsten Hoflager während der bei M. abzuhaltenden Kaiser- Manöver vorzubereiten. Unter anderem wurde mir anbefohlen, die russische Volkshymne so einzustudieren, daß dieselbe ohne Noten, fehlerfrei exekutiert werden könne. Die russische Volkshymne in einer kernungarischen Stadt! — ln einer Stadt, wo die Leute dem Fremden unter Verwünschungen die Stellen zeigten, wo im Iahre 1849 die russischen Kanonen gestanden haben! Auf Schritt und Tritt wurde ich von Bekannten und Unbekannten mit der Frage angehalten, was es denn mit der verd. russischen Volkshymne gäbe? Ich wußte ihnen nichts weiter zu erwidern, als: Befehl ist — Befehl! und wiederholte tagtäglich am Schlüsse einer jeden Probe, zur Verzweiflung der Bevölkerung, die Hymne. Endlich kamen die für M. so bedeutungsvollen Tage heran. Se. Majestät, begleitet von einer zahlreichen Suite in- und ausländischer Offiziere aller Grade, hielt seinen Einzug und wurde von den Bewohnern der Stadt, sowie von der zu Tausenden herbeigeströmten Landbevölkerung mit Jubel begrüßt. Die erste Frage des damaligen Generaladjutanten Baron M., als ich mich bei ihm meldete, war: „Kann die Musik die russische Volkshymne?“ „Ja, Exzellenz.“ „Ohne Noten?“ „Ja, Exzellenz!“ Ich hatte schon einige „Tafelmusiken“ abgespielt, ohne daß jemand nach der russischen Volkshymne gefragt hätte. Da — es mochte bei der vierten Tafel gewesen sein — wurde ich zum damaligen Oberst- Küchenmeister Grafen K.beordert. Beim ersten Treppenabsätze stieß ich bereits auf ihn und konnte meine Überraschung, ihn in Gala zu sehen, kaum verbergen. Auch die zur Tafel versammelten Offiziere hatten diesmal ihre Paradeuniformen angelegt. 24 „Wie lange dauert die russische Volkshymne?“ lautete seine, in der ihm eigenen liebenswürdigen Weise, an mich gerichtete Frage. Als ich erwiderte, daß ich das so genau nicht angeben könne, nahm er seine Taschenuhr in die Hand und sagte: „Pfeifen Sie leise die Hymne in demselben Tempo, in welchem sie gespielt zu werden pflegt und bei der Stelle, bei welcher ich Ihnen winken werde, lassen Sie dann die Musik aufhören.“ Ich tat, wie seine Exzellenz wünschte, während Offiziere aller Herren Länder in ihren funkelnden Uniformen die Treppe auf- und abstiegen. Und wie ich im besten Pfeifen war, trat der preußische Oberst v. R. (damals Kommandant der Ziethen-Husaren, ein wegen seiner Leutseligkeit allgemein beliebter Offizier, derselbe spielte — damals schon General — bei dem Distanz- ritt Wien—Berlin eine leitende Rolle), an uns heran und rief lachend: „Aber Exzellenz! Was ist denn das für ein sonderbares Konzert?!“ Ich konnte nun das Lachen nicht mehr unterdrücken und mußte noch einmal anfangen. Nun fing mir an alles klar zu werden! Man feierte heute den Geburtstag Kaiser Alexanders III. von Rußland. Se. Majestät sprach den üblichen Toast und, weil die darauf folgende Hymne, welche stehend angehört wird, den hohen Herrschaften zu lange dauerte, hatte man sie ein wenig gekürzt. Ich setzte auf das vereinbarte Zeichen präzise ein und ließ die Musik bei der mir bezeichneten Stelle aufhören. Nach der Tafel sagte mir Se. Exzellenz: „Es ist ganz famos gegangen, Se. Majestät war sehr zufrieden.“ A. F. II. Abteilung. Die k. und k. Militär-Kapellmeister besitzen einen Pensionsfonds zur Versorgung ihrer dienstuntauglichen Mitglieder, deren Witwen und Waisen. Protektor dieses Pensions-Vereines ist: Seine Excel lenz der Herr k. u. k. General der Kavallerie Alexander Graf Üxkü/1-Gyllenband, Großkreuz des Leopold-Ordens und Ritter des österr. eisernen Kronen- Ordens 1. Klasse etc. etc. etc., k. und k. wirklicher Geheimer Rat, k. und k. Kämmerer, Inhaber des k. und k. Husaren-Regiments Nr. 16, Kommandant des 2. Korps und Kommandierender General in Wien. Die Stärke der Militärkapellen ist nach Vorschrift für sämtliche Regimenter ganz gleich und beträgt 43 Mann. — Musiker, welche über diese Zahl vorhanden, sind als Zugeteilte angewiesen und die Anzahl solcher ist sehr verschieden. ^— Ebenso ist der jeweilige Stellvertreter nicht immer stabil und dessen Marne nicht sicher anzuführen. — Der Kapellmeister nimmt keine etatsmäßige Stellung ein und hat keinen militärischen Rang. Er kann aus den aktiven Musikern oder aus dem Zivilstande gewählt werden und sein Dienst ist nur durch privaten Vertrag mit dem Kommandeur des Regiments geregelt, ohne Einflußnahme des Kriegsministeriums. Die Besetzung der vakanten Stellen erfolgt nach eigenem Ermessen der Truppen-Kommandos und nach vorheriger Konkurs-Ausschreibung. — Der Dienst ist rein musikalisch und ist das Tragen von Zivilkleidern nicht gestattet. Erklärung der Zeichen: U bedeutet: Uniform (Egalisierung): Farbe der Aufschläge und Kragen, K „ Knöpfe: Farbe derselben (gelb oder weiß). A hinter dem Namen bedeutet, daß trotz mehrfacher Aufforderungen die erbetenen Personal-Notizen nicht zu erlangen gewesen sind. 26 K. und k. Linien-Infanterie-Regimenter. No. 1. Schlesisches Inf.-Regt: Raiser Franz Joseph I. in Troppau. Uniform: Aufschläge und Kragen dunkelrot, K.: gelb. Kapellmeister: Eduard Hötzel. Eduard Hötzel — seit 1. Januar 1891 — * 22. November 1866 in Persenburg, N.-Oe., absolvierte 1885 das Prager Konservatorium und trat darauf freiwillig als Soloflötist in die Kapelle des Infanterie-Regiments No. 61 ein. Am 1. Januar 1889 erfolgte seine Ernennung zum Kapellmeister des 24. Infanterie-Regiments. Musikalisch-ungünstiger Verhältnisse halber vertauschte er aber diese Stellung mit der jetzigen in Troppau; hier wirkt er auch als Leiter der „Singakademie“ und hat sich als solcher durch vorzügliche Aufführungen großer Chorwerke (z. B. Liszts „Heilige Elisabeth“, Bruckners „150. Psalm“ etc. etc.) einen glänzenden Namen gemacht. Seine ausgezeichneten Leistungen als Dirigent und sein unermüdlicher Fleiß in der Ausbildung seines Orchesters trugen ihm mehrfache Anerkennungen ein: Kronprinzessin-Witwe Stephanie zeichnete ihn huldvollst durch persönliches Lob aus, ferner erhielt er von anderer Seite als Präsent einen silbernen Taktstock. Hötzel ist im Besitze der Jubiläums-Medaille. Sein Stellvertreter ist Alois Biskup aus Drin b. Kladno i. Böhmen. No. 2. Ungarisches Inf.-Regt.: Alexander I., Raiser von Rußland in Hermannstadt. Uniform: Kaisergelb, K.: gelb. Kapellmeister: Stanislaus Zinvny. A 27 No. 3. Mährisches Inf.-Regt.: Erzherzog Rar! in Brünn. Uniform: Himmelblau, K.: weiß. Kapellmeister: Eduard Kandier. A No. 4. Nieder-Oesterreichisches Inf.-Regt.: Hoch- und Deutschmeister in Wien. Uniform: Himmelblau, K.: gelb. Kapellmeister: Wilhelm Wacek. Wilhelm Waeek — seit 1894. — * im Jahre 1864 in Sobieslau (Böhmen). Studierte am Prager Konservatorium, diente beim 73. Infanterie-Regiment und war Stadtmusikkapellmeister in Brixen (Tirol). Komponierte Märsche, darunter — aus Anlaß des 200 jährigen Jubiläums seines Regimentes — ein Deutschmeister- Jubiläumslied „Dös waß nur der g’wiß, der a Deutschmeister war oder a Deutschmeister is!“ W. ist Inhaber des königlich spanischen OffiJS&'Y-w .!.>■ ziers-Verdienstordens und der Jubiläums-Erinnerungsmedaille. No. 5. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Braumüller von Tannbrück in Erlau. IllUniform: Rosenrot, K.: gelb. Kapellmeister: Franz Hoff mann. FranzJHoffmann — seit 1899. — * 6. Januar 1873 in Stiahlau (Böhmen). Bekam den ersten Violinunterricht schon im achten Lebensjahre. Nachdem er drei Realgymnasial- 28 klassen absolviert hatte, trat er als Musikeleve beim 34. Infanterie- Regiment ein, wo er im Laufe der Zeit bis zum Regimentstambour befördert wurde. Im Jahre 1895 besuchte er das Wiener Konservatorium und diente gleichzeitig beim 68. Infanterie-Regiment und dem 3. Tiroler Kaiserjäger-Regiment, bis er im Jahre 1899 zum Kapellmeister bei den 5ern ernannt wurde. — Komponierte ca. 80 Tänze und Märsche. Ist im Besitze der Jubiläums-Medaille wie auch des Dienstzeichens. Stellvertreter: Regimentstamboure Franz Vanizek und Franz Kozelka. No. 6. Ungarisches Inf.-Regt.: Carol I., Rönig von Rumänien in Wien. Uniform: Rosenrot, K.: weiß. Kapellmeister: Franz Sommer. Franz- Sommer — seit 1901. — * 1852 in Angezd in Mähren, erhielt den ersten, grundlegenden Musikunterricht im städtischen Musikinstitut zu Mährisch-Neustadt, studierte darnach 3 Jahre bei Professor Blazek Harmonielehre und 1 Jahr bei Professor Pavlis Instrumentation. Als Privatschüler des Prager Konservatoriums genoß er Unterricht in Violine, Flöte und Flügelhorn. Auf letzterem betätigte er sich als Kapellmeister in seinen Konzerten solistisch. Von Kompositionen sind zu nennen: zehn Walzer, sechzig Märsche (Fackeltanz, Trauermarsch etc. etc.). Gehört zu den ältesten Kapellmeistern und besitzt: das goldene Verdienstkreuz, die Kriegsmedaille, Jubiläums-Medaille, Dienstzeichen II. Klasse, Kronen- Orden IV. Klasse, St. Stanislaus-Orden III. Klasse, den spanischen Isabella-Orden, serbischen Takowa-Orden V. Klasse und die persische goldene Medaille zum Sonnen- und Löwen-Orden. — Sommer ist Verwaltungsrat des Militär-Kapellmeister-Pensionsfonds und gehört der Komponisten- und Autoren-Gesellschaft in Paris und Wien als Mitglied an. — Wenn die Regimentskapelle nicht unter seiner eigenen Leitung konzertiert, der Regimentstambour Herr Rudolf Grodetzky sein Stellvertreter. 29 No. 7. Rärntnerisches Inf.-Regt.: FM. Graf Rhevenhüller vonAichelburg in Graz. Uniform: Dunkelbraun, K.: weiß. Kapellmeister: Anton Fridrich. A No. 8. Mährisches Inf.-Regt.: Erzherzog Rarl Stephan in Brünn. Uniform: moosgrün, K.: gelb. Kapellmeister: Morte Zienert. Moriz Zienert — seit 1904. — * am 11. Februar 1878 in Wien, absolvierte das Wiener Konservatorium der Musik, studierte Violine als Hauptfach [bei Hellmesberger], Klavier [bei Ferdinand Löwe] und Komposition [bei Fuchs]. Wurde gleich nach Absolvierung dieser Studien zum Hofopern- und philharmonischen Orchester in Wien als Mitglied aufgenommen, woselbst er vier Jahre verblieb. Trat dann in das Orchester des ,,Konzert- Vereins“ ein, um in den Symphoniekonzerten mitzuwirken; gleichzeitig ist Herr Zienert 2 Jahre beim Kammermusikquartette Duesberg gewesen. — Orchesteraufführungen hat er sowohl in Wien, als auch in dessen Umgebung öfter dirigiert. Er ist, bei der nach Kapellmeister Wetaschek ausgeschriebenen Konkurrenz, unter 56 Bewerbern gewählt worden und wird sich in Brünn zweifelsohne mit Ehren behaupten. No. 9. Galizisches Inf.-Regt.: FM. Graf Clerfayt de Croix in Przemysl. Uniform: Apfelgrün, K.Tgelb. Kapellmeister: Johann Svozil. A Besitzt die Jub.-Erinn.-Medaille, das Mannschaftsdienstzeichen 1. Kl. und das goldene Verdienstkreuz. - . ■ . 30 Kapellmeister: Franz Sommer. msmm &SÜS f . •V'' * V--:- ■'■^EStesrr^ No. 10. Galizisch es Inf.-Regt.: Friedrich Oskar II., Rönig von Schweden und von Norwegen in Jaroslau. Uniform: Papageigrün, K.: weiß. Kapellmeister: V. F. Cervenka. V. F. Cervenka — seit 1900. — * 1864 in Branik bei Prag. Genoß den ersten Schul- und Musikunterricht in seiner Vaterstadt. Im Jahre 1876 trat er in das Prager Konservatorium ein, wo er unter Professor Smita sich speziell auf der Posaune künstlerisch ausbildete. Nachdem er als Posaunist am böhmischen Nationaltheater eine zeitlang tätig war, trat er als Kapellmeister zum 19. fürstlich bulgarischen Infanterie-Re- gimente in Szumla (Bulgarien) über. Obwohl er 10 Jahre lang fern von der Heimat verbracht hat, ist er nicht nur ein tüchtiger Musiker geblieben, sondern benutzte die Zeit in Bulgarien, um bulgarische Nationallieder zu sammeln, wofür er sich besondere Verdienste erworben hat. — Es ist hoch anzuerkennen, daß Cervenka das galizische Publikum mit den Werken unseren Musikheroen vertraut zu machen suchte. — Bei seinem Abschied aus Bulgarien veranstalteten Offiziere und Mannschaft des Korps ein begeistertes Lebewohl durch ein Abschiedsdiner und begleiteten ihn in corpore, unter lauten Hochrufen bis zum Tore. — C. komponierte Quartette, Messen, Märsche u. s. w. Besitzt den fürstlich bulgarischen Alexander-Orden. Als Regimentstambour und Stellvertreter wirkt Joseph Schnitzer. No. 11. Böhmisches Inf.-Regt.: Johann Georg, Prinz von Sachsen in Prag. Uniform: Aschgrau, K.: gelb. Kapellmeister: Joseph Pitschmann. Joseph Pitschmann — seit 1880. — * 1847 in Wodniau, besuchte die Realschule in Pisek und das Konservatorium in Prag. War von 1867 bis 1868 als erster Oboist am landschaftlichen Theater in Linz tätig. Seit dem Jahre 1868 bis zum heutigen Tage dient er beim 11. Infanterie-Regiment. — Komponierte über hundert Werke, meist Märsche, Tanzstücke und Potpourris. — Besitzt das goldene Verdienstkreuz, die Kriegsmedaille, Jubiläumsmedaille, das Mannschaftsdienstzeichen, sächsische Albrechtskreuz und das sächsische Ehrenzeichen. — Der Regimentstambour Jo seph Zajic ist sein Stellvertreter. No. 12. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Moriz Schmidt in Trebinje. Uniform: Dunkelbraun, K.: gelb. Kapellmeister-Stellvertreter: Regimentstambour Rudolf Obruea. Regimentstambour Rudolf Obruea, * 1875 in Slyzan in Mähren. — Nach Absolvierung der Volks- und Bürgerschule erhielt er von seinem Vater, der Musiklehrer ist, gründlichen Unterricht in Streich- und Blasinstrumenten. Im Jahre 1892 trat er seine Dienstzeit als Musiker beim 12. Infanterie-Regiment an, woselbst er es bis zum Musikfeldwebel brachte. Nachdem die Kapellmeister Sochor und Lorenz ihre Stellungen aufgaben, erhielt Obruea die Leitung der Musik der 12er, die er noch bis heute inne hat. — Versuchte sich in der Komposition mit mehreren Märschen und Tänzen. — Besitzt die Jubiläums- Medaille. 34 1 ^ 2 fr? SV/öä S>S'i ;’ • *w£ Gruppenbild der Kapelle des 10. (Galizischen) Infanterie-Regiments „Friedrich Oskar II., König von Schweden und von Norwegen“ (Jaroslau). Kapellmeister: V. F. Cervenka. ■:>7tva V i'^SISSSbS&f t* No. 13. Galizisches Inf.-Regt.: FM. Graf von Starhemberg in Krakau. Uniform: Rosenrot, K.: gelb. Kapellmeister: Johann Nep. Hock. 0 Johann Nep. Hock — seit 1870. — * 1850 in Budapest. Den musikalischen Unterricht erteilten ihm Czeke, Karl Huber, Smetana, Weber Dessow und Dont. — Konzertierte als Violinist und bewährte sich als Operndirigent. Von Kompositionen sind Klavierstücke, Lieder, auch diverse Bühnenwerke zu nennen. Während seiner langjährigen Dienstzeit bildete er eine glänzende Reihe Militär- musiker aus und erntete als Dirigent reiche Ehren. Besitzt das goldene Verdienstkreuz, die Kriegsmedaille, Erinnerungsmedaille, das Dienstkreuz, Ritterkreuz des päpstlichen Ordens vom goldenen Sporn, das Ritterkreuz des spanischen Isabella-Ordens und die Königlich serbische, Medaille m. d. Kr. Seine Stellvertreter sind: der Regimentstambour R. Goltsch und Feldwebel F. Stricker. No. 14. Ober-Oesterr. Inf.-Regt.: Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein in Bregenz. Uniform: Schwarz, K.: gelb. Kapellmeister: Franz Rezek. Franz Rezek — seit 1878. — Feierte bereits sein 30 jähriges Dienstjubiläum und ist seit 1865 ein echter treuer Soldat, der sich durch seine hervorragenden Eigenschaften allerorten eine seltene Beliebtheit zu erwerben wußte. Er ist mit großer Ordnungsliebe — 37 ”1 just am 1. Januar 1847 — zur Welt gekommen, ging in jungen w- Jahren nach Prag und genoß hier beim Orgelschuldirektor V. Winar einen ebenso strengen, als vortrefflichen Unterricht im Violinspiele. Schon mit 16 Jahren trat er in das Musikkorps des Jägerbataillons ein, war dann, als dasselbe aufgelassen wurde, kurze Zeit als Violinist in Bielitz tätig,. kehrte hierauf aber wieder zum Militär zurück, dem er von nun an treu blieb. Von Krakau kam er 1874 nach Wien und wurde sehr bald die rechte Hand seines Vorgesetzten, des Kapellmeisters Zimmermann, an dessen Stelle er auch im Jahre 1882 vorrückte. Hoch im selben Jahre wurde er nach Linz berufen, wo er sich in kürzester Zeit äußerst populär machte; hier wurde ihm auch die Ehre zuteil, den Erzherzog Johann (Johann Orth) durch nahezu drei Jahre in der Kompositionslehre und im Flügelhornblasen zu unterrichten, worin es sein hoher Schüler auch zu großer Vollendung brachte. Mit dem gleichen Erfolge wie in Linz, führte Rezek seine Kapelle in Innsbruck ein. In Bozen und Bregenz, wo er nunmehr seinen Taktstock schwingt, gibt es nur eine Stimme des Lobes über ihn. Er hat die Leistungen seiner Kapelle in ernstem Streben auf eine hohe Stufe künstlerischer Vollendung gebracht, und es ward ihm hierfür schon von mancher berufener Seite die geziemende Anerkennung und Auszeichnung zuteil. Ist Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, der Kriegsmedaille, Jub.-Erinn.-Medaille, des Dienstkreuz I. Klasse, des hessischen Philipp-Ordens und der herzogl. sächs. Ernst-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Komponierte ca. 20 Märsche und Tänze. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Gottlieb Stolz. 38 No. 15. Galiz/sches Inf.-Regt: Adolf, Großherzog von Luxemburg, Herzog zu Nassau in Lemberg. Uniform: Krapprot], K.: gelb. Kapellmeister: Franz Konopasek. Franz Konopasek — seit 1901. * 1861 in Rakonitz. War seit dem Jahre 1881 als Militärmusiker tätig, wurde später Regiments- tambour und zuletzt Kapellmeister. Komponierte ca. 20 Tänze und Märsche. Besitzt die Jubiläums-Medaille und das Mannschaftszeichen. Sein Stellvertreter ist der Regiments- tambour Wenzel Fiala. m ■■ No. 16. Ungar, (kroatisch.) Inf.-Regt.: FZM. Freiherr von Giesl in Agram. Uniform: Schwefelgelb, K-: gelb. Kapellmeister: Eduard Pichl. Eduard Pichl — seit 1870 — * am 3. Januar 1852 im stillen Städtchen Bechin (Böhmen), hat er Gesangs- und Violinunterricht beim dortigen Organisten Karl Pantl genossen und diese Studien in Tabor beim Musiklehrer Engelbert fortgesetzt. Unter den Kapellmeistern Sommer und Nejedly hat er sich eifrig dem Studium der Theorie hingegeben. — Bei seinem jetzigen Regiment hat er es vom Musik- Infanteristen bis zum Kapellmeister gebracht, eine Laufbahn, die nicht jedem Musiker be- schieden ist. Im Jahre 1895 hat er sein 25 jähriges Militär-Dienstjubiläum gefeiert. In der Zeit seiner Zugehörigkeit zum Regiment hat er es verstanden, sich die Anerkennung seiner Vorgesetzten zu erwerben und hat ihm T • {*> 4 * I ■■ 39 das Offizierkorps des Regiment einen silbernen Taktstock, die Mannschaft dagegen einen kostbaren Ring überreicht. Eduard Pichl hat sich durch eine Anzahl vorzüglicher Tänze und Märsche bekannt gemacht. Er ist im Besitze des silbernen Verdienstkreuzes, der Kriegs- medaille und des Dienstkreuzes. Seine Stellvertreter sind: die Feldwebel Ferdinand Dworak und Johann Zuschal. No. 17. Rrainerisches Inf.-Regt.: FZM. Ritter Hugo von Milde in Klagenfurt. Uniform: Rotbraun, K.: weiß. Kapellmeister: Anton Forka. Anton Forka, * 1858 zu Baden bei Wien, war schon mit seinem 14. Jahre Mitglied der Kur- und Theaterkapelle seiner Vaterstadt. — Er hat seine theoretischen Studien bei Professor Franz Krenn und Philipp Fahrbach sen. in Wien gemacht und ist staatlich geprüfter Lehrer für Musiktheorie und Violinspiel. Wurde in seinem 20. Jahre zum 49. Infanterie-Regiment assentiert und machte mit diesem Regiment den Feldzug in Bosnien im Jahre 1878 mit. — Am 1. Januar 1883 trat er beim 95. Infanterie-Regiment in Lemberg als Kapellmeister ein, woselbst er besonders Streichquartette pflegte, die in gediegenster Ausführung zu Gehör gebracht wurden. — Forka hat mehrere Tänze und Märsche geschrieben, die sich durch frische und kräftige Melodien auszeichnen. — Besitzt die Kriegs- und Jubiläums-Medaille. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Joseph Kucera. No. 18. Böhmisches Inf.-Regt.: Erzherzog Leopold Salvator in Olmütz. Uniform: Dunkelrot, K: weiß. Kapellmeister: Hans Baudis. A 40 No. 19. Ungarisches Inf.-Regt.: Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich - Este in Preßburg. Uniform: Himmelblau, K.: weiß. Kapellmeister: Karl Römeth A- No. 20. Galizisches Inf.-Regt.: Heinrich, Prinz von Preußen in Krakau. Uniform: Krebsrot, K.: weiß. t' r ' Kapellmeister: Emil Kaiser. , Emil Kaiser — seit 1. januar 1902. — * zu Coburg 7. Februar 1853, studierte am Co- burger und Leipziger Konservatorium, war später Opernkapellmeister in verschiedenen größeren Städten. Ist einer der tüchtigsten und intelligentesten Militärkapellmeister. Korn- ponierte eine Oper, Lieder, darunter das „HexenliedA gab auch eine Sammlung von historischen Märschen der K. u. K. Armee und Solokompositionen heraus. Über 200 seiner Kompositionen sind im Druck erschienen und haben seinen Namen in allen Weltteilen bekannt gemacht. Ist Inhaber der K. K- Jubiläums-Medaille, des königlich preußischen Kronen- und herzoglich braunschweigischen Heinrich-Ordens. Stellvertreter ist Regimentstambour Anton Kieß. No. 21. Böhmisches Inf.-Regt.: FM. Graf von Abensperg und Traun in Kuttenberg. Uniform: Meergrün, K: gelb. Kapellmeister: Johann Sitter. A 41 No. 22. Dalmatinisches Inf.-Reg.; FM. Graf von Lacy in Zara. Uniform: Kaisergelb, K.: weiß. Kapellmeister: Anton Chero. Anton Chero — seit 1893 — * am 11. Januar 1853 in Triest. Schon als lOjäh- riger munterer Junge schwärmte er für Musik und war der Konzertmeister Caroninni sein erster Geigenlehrer. Nach drei Jahren erhielt er eine Violinisten-Stelle am damaligen Kommunal-Theater in Triest, wo er bis zu seinem im Jahre 1870 erfolgten Eintritt in das K- K- Heer verblieb. — Als Militärmusiker diente er beinahe 30 Jahre lang bei den Infanterie-Regimentern Nr. 46, 30 und 79. Vier Jahre lang brachte er unter der Leitung des bekannten ehemaligen bulgarischen, vortrefflichen Kapellmeister Gabriel Sebek zu, bei dem er glühenden Lerneifer und ungewöhnliche Begabung für Komposition und Instrumentation zeigte. Die Kapellmeister-Befähigung wurde ihm von Joseph Helmesberger zuerkannt. Er komponierte Märsche, Lieder und Tänze und besitzt die Jubiläums-Medaille und das Dienstkreuz I. Klasse. — Seine Stellvertreter sind: die Herren Regimentstambour Joh. Hronn, Feldwebel Andr. Jedlowsky und Wenzel Kalina. No. 23. Ungarisches Inf.-Regt.: LudwigWilhelm I., Markgraf von Baden-Baden in Budapest. Uniform: Kirschrot, K.: weiß. Kapellmeister: Heinrich Moravec. Heinrich Moravec — seit 1902. — * 1873 in Prag. Besuchte das dortige Konservatorium als Schüler von Dvorak, Stecker, Förster u. A. Darauf diente er drei Jahre als Musiker unter Czibulkas Leitung und zwei Jahre bei den Hoch- und Deutschmeistern. 1897 JD 42 'Ofi S- cer W j; )£ JfV' ■ f :ki ■ ^ ' ■vV- N . - a fc J v Utf-*- '.--U •*>» • *1».. V MB» ■3^ t-: W. • ’t&trif- ■*w- r ** *-■ •■>• 9 .»o°2£o. 2 V»V*i **T ».■} “ >,' - L w • K\* » 1 ZW- Ä»»‘; i*«U •w:> &* ', '««■Uh. , No. 39. Ungarisches Inf.-Regt.: Alexis Großfürst von Rußland in Debreczin. Uniform: Scharlachrot, K: weiß. Kapellmeister: Anton Krause. Anton Krause — seit 1895. — ^ am 19. September 1858 in Hinter-Zinnwald bei Teplitz-Schönau (Böhmen), ist Schüler des Professors Hegenbart (Cello), wirkte ehemals auch im Orchester als Euphonist unter Dr. Hans Richter, Ziehrer und Czibulkas Leitung mit und zeigt seine musikalische Begabung in der präzisen Leitung der 39er. Seine Versuche in der Komposition von Tanz- und Marschstücken lassen einen dauernden Erfolg erhoffen. — Besitzt die Kriegs-Medaille, Jubiläums-Nedaille, das Dienstkreuz II. Klasse, ebenso ein Ehrenmitglieds-Diplom des Musikervereins in Haida Für ihn dirigiert zeitweilig der Tambour Anton Kutschera No. 40. Galizisches Inf.-Regt.: Wilhelm, Prinz zu Schaumburg-Lippe in Jaroslau. Uniform: Lichtblau, K.: gelb. Kapellmeister: Eduard Schwaiger. Eduard Schwaiger — seit 1902. — * am 22. Dezember 1872 in Ober-Sieberbrunn N.-Ö. Bildete sich am Wiener Konservatorium als Violinspieler aus und war als solcher an mehreren Opern- und Operetten-Theatern wie auch bei philharmonischen Konzertorchestern tätig. — Vom Jahre 1889 an leistete er Dienste als (Solist) Militär- musiker, bis ihm auf Empfehlung der Herren Kapellmeister Hellmes- berger jun. und Lehar jun. seine jetzige Stelle übertragen wurde. — Komponierte auch mehrere moderne Stücke, die sich durch effektvolle Instrumentation auszeichnen. =^= 57 • No. 41. Bukowina'sches Inf.-Regt.: Erzherzog Eugen in Czernowitz. Uniform: Schwefelgelb, K.: weiß. Kapellmeister: Victor Kostelecky. Victor Kostelecky — seit 1887. — * 1851 in Böhmen als Sohn eines Musikpädagogen, von dem er auch den ersten Unterricht erhielt. — Er trat 1867 als Primgeiger in das 41. Infanterie-Regiment ein, wo er es bis zum Regimentstambour brachte. Seine musikalische Ausbildung genoß er bei seinem Vorgänger, dem Kapellmeister Otto Wanisek und in dem Musik-Verein in Czernowitz. Leistet als Tanzmusik-Kompositeur geradezu Hervorragendes, insbesondere erfreuen sich seine Blechmusik-Arrangements des besten Erfolges. Bisher erreicht die Zahl seiner Werke 86. — Besitzt das goldene Verdienstkreuz, die Kriegsmedaille, Jubiläums-Erinnerungsmedaille und das Dienstzeichen. Außerdem sind ihm Anerkennungen und Ehrengaben zu teil geworden (z. B. silberne und goldene Taktstöcke), ein Beweis, welch ganz besondere Hochachtung und Zuneigung sich unser Landsmann bei den Czernowitzern zu erwerben wußte. No. 42. Böhmisches Inf.-Regt: Ernst August, Herzog von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg in Königgrätz. Uniform: Orangegelb, K.: weiß. Kapellmeister: Wilhelm I^iepl. Wilhelm Riepl —seit 1896. — * 1872 in Klein-Schwadowitz bei Trautenau im Riesengebirge. Studierte sechs Jahre am Prager Konservatorium und die Kompositionslehre 58 t^es^r (/> öl E Ä Q-" C — . ■•■*) ?&m: unter Dr. Dvoraks Leitung. Vom 1. Oktober 1891—94 diente er als Violinspieler beim 52. Infanterie-Regiment, bis er zum Kapellmeister des 33. Infanterie-Regiments berufen wurde, wo er auch gleichzeitig die philharmonischen Konzerte leitete. — In Königgrätz brachte er größere Chorwerke bei den Vereinen „Cyrill“ und „Eliska“ mit Erfolg zur Aufführung. — Von seinen Kompositionen nennen wir: „Valse brillante“ für Flügelhorn mit Orchesterbegleitung, Walzer und Tanzstücke. — Er ist Inhaber der Jubiläums-Erinnerungs-Medaille, des Ritterkreuzes des königlich württembergischen Friedrichs - Ordens, der herzoglich Sachsen-Altenburgischen Verdienst-Medaille und des fürstlich Schaumburg-Lippeschen Verdienstkreuzes. In seiner Abwesenheit wird die Regimentsmusik vom Regimentstambour Vinzenz Bilek oder von dem Konzertmeister Feldwebel Reznicek geleitet. No. 43. Ungarisches Inf.-Regt.: Rupprecht, Prinz von Bayern in Wien. Uniform: Kirschrot, K: gelb. Kapellmeister: Alois BureS. Alois BureS — seit 1902. — * am 14. November 1879 in Kladno (Böhmen), bildete er sich als Flötist am Prager Konservatorium unter Prof. E. Jentsch aus.,, im Jahre 1897 rückte er als Musiker-Infanterist beim 43. Regiment ein, in welchem er bis zum Kapellmeister befördert wurde. Ist Inhaber der Jubiläums-Medaille und des russischen Stanislaus-Ordens. No. 44. Ungarisches Inf.-Regt.: Erzherzog Alb recht in Budapest. Uniform: Krapprot, K: gelb. Kapellmeister: Wenzel Janda. A 61 Galizisches Inf.-Regt. No. 45. Rronprinz Friedrich August, Herzog zu Sachsen in Przemysl. Uniform: Scharlachrot und gelb. Kapellmeister: Michael Weiß. Michael Weiß — seit 1902. — * im Jahre 1878 in Wien als Sohn des geachteten Musiklehrers Weiß. Talent und Lust zur Musik zeigte sich bei ihm schon in den Kinderjahren und so erhielt er seine musikalische Ausbildung am Wiener Konservatorium, das er mit dem 17. Lebensjahre verließ. Er spielte Violine und Klavier mit solcher Fertigkeit, daß er seinem Vater als Stütze dienen konnte. — Im 20. Lebensjahre wurde er zum 23. Infan- terie-Regimente als Musiker ausgehoben. Da er sich der Achtung und Anerkennung seiner Vorgesetzten stets erfreute, wurde ihm die Kapellmeister-Stelle verliehen. Seine Kompositionen „Variete-Marsch“, „Hausen- blas-Marsch“, „Stanger-Marsch“ und ein Walzer finden bei seinen Vorträgen stets Beifall. — Es ist zu wünschen, daß Weiß zur Förderung guter Musik noch lange segensreich wirken und ihm der Ruhmeslorbeer stets grünen möge. — Sein Stellvertreter ist Regimentstambour Karl Schoeller. k ■ B • fUfSIP No. 46. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Freiherr von Fejerväry de Romlös-Reresztes in Szegedin. Uniform: Papageigrün und gelb. Kapellmeister: P. Ottokar Woher. P. Ottokar Wöber — seit 1898. — * 23. Januar 1861 in Wien. Besuchte das Realgymnasium zu Maria-Hilf und das Kon- 62 jS3& lifv x v ■« - ( hm . -1 ■; *.V : .MtL 1 i servatorium der Musik in den Jahren 1869 —1877. Als herumziehen- der Konzertant trat er mit Beifall in Deutschland, England und Brasilien auf. Absolvierte seine Dienstzeit bei den Hoch- und Deutschmeistern und lebte abwechselnd in Hannover und Hamburg, bis ihm eine Anstellung als Kapellmeister seines jetzigen Regiments übertragen wurde. Machte sich bekannt durch Lieder, Chöre und hat zahlreiche Opern geschrieben, u. a.: „Der vierjährige Posten“, ,,Die Straßensängerin“, „Das Strandgut“, „Die Schwestern“, das Ballet Guttenberg. Sehr angenehm überraschen seine, von echtem Volksgeist umwehten Kompositionen: „Matrosenchor“ und „Vor der Schlacht“. Seine Werke erfuhren überall große Anerkennung, ebenso hat er sich in der Stadt Szegedin als Organisator des dortigen Musiklebens einen hervorragenden Hamen gemacht. Besitzt die österreichische Jubiläums-Medaille. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Joseph Raumer. No. 47. Steierisches Inf.-Regt.: FZM. Freiherr von Beck in Görz. Uniform: Stahlgrün, K.: weiß. Kapellmeister: Rudolf Benczur, Edler von Blumenfeld. A No. 48. Ungarisches Inf.-Regt.: Erzherzog Ferdinand in Oedenburg. Uniform: Stahlgrün, K.: gelb. Kapellmeister: Ludwig Grossauer. Ludwig Grossauer — seit 1889. — * am 21. Mai 1861 zu Losenstein bei Steyr (Ober-Österreich). Mit dem 6. Jahre bekam er von seinem Vater, dem Bürgerkorps- und Musik- vereins-Kapellmeister, den ersten Musikunterricht, der später bei Joseph Withe fortgesetzt 65 5 wurde. Im Jahre 1880 trat er freiwillig als Musiker bei den 48ern ein und — nachdem das Regiment damals von Graz nach Wien in Gar- nison kam — besuchte er daselbst das Konservatorium unter Professor Bruckner und Krenn. Die Musik des 48. Infanterie-Regiments ist öfter von Pressburg, Komorn und Oedenburg nach Wien berufen worden. Die Kapelle verdankt ihren Ruf und ihr Ansehen nur dem feinen musikalischen Verständnisse und dem eisernen Fleiße ihres Kapellmeisters, der in der Ausbildung seines Orchesters Ausgezeichnetes geleistet hat. Grossauer ist Inhaber der Jubiläums-Erinnerungs-Medaille und des fürstlich Schaumburg-Lippeschen silbernen Verdienstkreuzes. No. 49. Nieder-Österreichisches Inf.-Regt.: FM. Freiherr von Heß in Brünn. Uniform: Hechtgrau, K.: weiß. Kapellmeister: Lad. Kuhn. Ladislaus Kuhn — seit 1899 — am 11.Februar 1871 in Neu-Paka (Böhmen). — L. Kuhn hat seine musikalischen Studien am Prager Konservatorium mit sehr gutem Erfolge absolviert. Er wirkte sodann als Solo-Spieler bei der weltberühmten Karlsbader Kurkapelle unter August Labitzky, sowie als Konzertmeister bei der Kurkapelle in Meran, wo er anläßlich eines dort abgehaltenen Kammermusik-Konzertes die Gunst des musikliebenden Publikums im Sturme eroberte und eine begeisterte Anhängerschaft fand. Das edle, technisch vollendete, den musikalischen Kern erfassende Spiel wurde allgemein bewundert. In den letzten vier Jahren wirkte Herr Ladislaus Kuhn als Kapellmeister beim k. u. k. Inf.-Regt. Nr. 40 und hatte in dieser Eigenschaft wiederholt die Ehre, vor den höchsten Herrschaften sich zu produzieren, bei welchem Anlasse ihm insbesonders Ihre kaiserliche Hoheit die Frau Erzherzogin Kronprinzessin-Witwe Stephanie und Se. kaiserliche Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand d’Este persönlich ihre Zufriedenheit ausgesprochen haben. — K. besitzt die Jubiläums-Erinnerungs-Medaille. 66 IM O K> No. 59. Salzburg-Ober-Österreichisches Inf.-Reg.: Erzherzog Rainer in Salzburg. Uniform: Orangegelb, K.: gelb. Kapellmeister: Gustav Schmidt. A No. 60. Ungarisches Infanterie-Regiment: Freiherr von Appel in Wien. Uniform: stahlgrün, K.: weiß. Kapellmeister: Karl Wetaschek. Karl Wetaschek beging bereits im Dezember 1901 — unter überaus reger Anteilnahme und allseitiger Ehrung — das Jubiläum der zwanzigjährigen Tätigkeit als Militär-Kapellmeister. DieMusikkapelle der »Achter« erfreut sich großer Beliebtheit und dankt dies zumeist der besonderen Liebenswürdigkeit ihres vortrefflichen Leiters. Kapellmeister Wetaschek wurde am 15. Dezemder 1859 in Wien geboren, er ist ein »Schottenfelder Sonntagskind.« Als kaum 12 jähriger Knabe trat er in das Wiener Konservatorium ein, um daselbst durch acht Jahre emsigen Studien zu obliegen. Er zählte zu den ausgesprochenen Lieblingsschülern des Direktors Josef Hellmesberger sen. und der Professoren Karl Heissler, Wilhelm Rauch, Robert Fuchs, Prosnitz und Krenn. Mach seinem glänzenden Abiturium bereitete er sich unter Josef >• Fahrbach speziell für das Fach des Militär-Kapellmeisters vor, welchem er seit dem Jahre 1881 angehört. Anläßlich seines Jubiläums haben sich nicht weniger als sechzig Wiener Bürger aus den besten Kreisen zusammengetan, um dem Mann bei seinem im Etablissement Wimberger stattfindenden Jubiläums-Fest- konzerte ihre Anhänglichkeit beweisen zu können. Manchen unserer Leser sehen wir jetzt kopfnickend im Selbstgespräch: So, so, das ist also der Karl Wetaschek, der die schönen Märsche geschrieben hat! Von seinen vielen, beliebten Kompositionen sind mehrere Ausgaben und Auflagen erschienen. W. ist Besitzer der k. u. k. österr. Jubiläums-Medaille, des königl. preuß. Kronenordens, des königl. belg. Militär-Verdienstkreuzes, des königl. sächs. Albrechtskreuzes, der königl. serb. gold. Verdienst-Medaille m. d. Krone, der silb. Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande, des Massau-Adolf-Ordens, der königl. rum. Jubiläums-Medaille. Wetaschek bleibt den Wienern erhalten, da er seine Stellung beim 8. Inf.-Reg. mit einer solchen im 60. Inf.-Reg. unlängst vertauscl 78 ctr >' n o c o c 13 ä .5 o ^ ■ * «.ff» • ff '<**. »i A ! *Lür f 4MOf£.k ?» g.g> mm Sm*s ■■‘SSt, St. T '¥-JT. 1 '* * jflMSE rr n • .t? No. 65. Ungarisches Inf-Regt.: Erzherzog Ludwig Victor in Miskolcz. Uniform: Blassrot, K.: gelb. Kapellmeister: Thomas Obhlidal. Thomas Obhlidal — seit 1860 — * 1843 in Wischau (Mähren), woselbst er beim Regens- chori die musikalische Ausbildung genoß; später setzte er die Studien am National - Konservatorium in Budapest fort, wo er sich in der Komposition und als Soloviolinist und Euphonist ausbildete. Als Komponist hat er sich besonders in Streichquartetten und Potpourris hervorgetan. Besitzt die Kriegsmedaille (1866), das goldene Verdienstkreuz, Mannschaftsdienstzeichen, die Jubiläums-Medaille und Medaille für 40 jährige treue Dienste. Sein Stellvertreter ist der Solo-Flötist und Regimentstambour Heinrich Bures. No. 66. Ungaiisches Inf.-Regt.: Ferdinand IV., Großherzog von Toscana in Ungvär. Uniform: Blassrot, K.: weiss. Kapellmeister: Adolf Feix. Adolf Feix — seit 1896. — * 1871 in Wiesenthal in Böhmen, studierte er privatim die Harmonie- und Kompositionslehre, trat sodann als Militärmusiker ein und dient seit 1889. Versuchte sich in der Komposition und ist vom Offizierkorps der ungarischen Hon- veds mit einem Taktstock ausgezeichnet worden. Er besitzt die Jubi- läums-Medaille, die herzoglich Toscanische Verdienst-Medaille und das Dienstzeichen II. Klasse. Sein Stellvertreter in der Leitung der Kapelle ist der Regimentstambour Gustav jeschek. 85 No. 67. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Freiherr Rray de Rrajova et Topolya in Eperies. Uniform: Krebsrot, K.: weiss. Kapellmeister: Leopold Kohout. Leopold Kohout, — seit 1881 — * am 24. Juli 1857 in Joseph- stadt (Böhmen) als Sohn eines Militärkapellmeisters, erhielt er den ersten Unterricht in der Musik von seinem Vater. Im Jahre 1869 kam er an das Prager Konservatorium, wo er Orgel und Theorie studierte. — 1872 trat er freiwillig in das 67. Inf.-Regiment „Freiherr Kray“ mit der Anwartschaft auf eine Regiments-Kapellmeisterstelle ein. 1880—1881 wirkte er als Primgeiger bei der Königl. Ungar. Oper in Budapest mit, bis seine Ernennung zum Kapellmeister erfolgte. Er ist in Ober-Ungarn der einzige Militär-Kapellmeister, der jährlich vier philharmonische Konzerte veranstaltet, bei welchen Werke von Bach, Haydn, Mozart, Wagner usw. zum Vortrag gelangen; hat Tanzkompositionen, Märsche und eine Oper „Santa Chiara“ geschrieben und besitzt die Kriegs- und Jubiläums-Erinnerung-Medaille. No. 68. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Freih. v. Reicher in Budapest. Uniform: Rothbraun, K.: gelb. Kapellmeister: Josef Neuner. A 86 <0 g O « s£ W»* ; K*fc ;■ f- r , •_ vj-V; ^«*, ¥l f * # # rfA' : JP - : *S| : ; r » * «• *V*» • . »L <>=^= No. 69. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Ritter von Pitreich in Budapest. Uniform: Hechtgrau, K.: weiss. Kapellmeister: Josef Kral. Josef Kral — seit 1887 — * zu Pilsen 1860. Machte seine Studien in Prag unter Direktor Fr. Skuhersky, Prof. Blazek und Prucha, ferner Violinstudien unter Franz Ondriceks Leitung. Seine Spezialinstrumente sind Klavier und Violine. Komponierte Militärmärsche und Tanzstücke. Kral ist ein alter Soldat, denn seine Dienstzeit in der k. u. k. Armee erstreckt sich seit dem Jahre 1877. Besitzt die Jubiläums-Erinnerungs-Medaille, das Dienst- Zeichen II. Klasse und das Königl. sächsische Albrechtskreuz. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Josef Kvapil. No. 70. Ungarisches (slavon.) Inf.-Regt.: FZM. Freih. Philippovic von Philippsberg in Peterwardein. Uniform: Meergrün, K.: gelb. Kapellmeister: Josef Cermäk. Josef Cermäk — seit 1899. — * 1871 in Prag, woselbst er das Konservatorium durch 6 Jahre unter Direktor Bennewitz absolviert hat. In der Kompositionslehre erhielt er Unterricht beim Kapellmeister Sebor, — war als Primgeiger durch 2 Jahre am Königl. deutschen Landes-Theater in Prag und 1894 bis 1899 als Orchester-Direktor am Landes-Theater in Agram beschäftigt. Komponierte eine Konzert- Ouvertüre, Märsche und Tänze und besitzt die Königl. Serbische Goldene Medaille mit der Krone. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Josef Katzenberger. No. 71. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Anton Galgötzy in Trentschin. Uniform: Krebsrot, K.: gelb. Kapellmeister: Franz Anton Hüttisch. Franz Anton Hüttisch — seit 1902. — * am 20. Februar 1874 zu Joachimsthal im sangesfrohen Böhmen. Den ersten Musikunterricht erhielt er am Wiener Konservatorium, dann bei Hofkapellmeister Fuchs und bei Alois Kraus. Während dieser Musikschul-jähre beschäftigte er sich eifrig mit der Erlernung des Waldhorns, für welches Instrument er später an das k.- k. Burgtheater bez. an die Wiener Hofoper berufen wurde., woselbst er sich die Pensionsberechtigung erwarbi Seine Stellvertreter sind: Regimentstambour Wenzel Kollar und Musikfeldwebel Wenzel Machac. No. 72. Ungarisches Inf.-Regt: FZM. David Freiherr von Rhonfeld in Wien. Uniform: Lichtblau, K.: gelb. Kapellmeister: Vincenz Prax. Vincenz Prax — seit 1898. — Besitzt die Jubiläum-Erinnerungs-Medaille, die Russische goldene Medaille mit dem Bande des Annen- ordens, das Ritterkreuz I. Klasse des königl. spanischen Militär-Verdienst-Ordens, die Königl. Niederländische goldene Medaille des Ordens von Oranien-Nassau und die Kaiserl. Persische goldene Medaille des Sonnen- und Löwen - Ordens. 90 m c = ^ aj >' >:—< ‘^l -3 * * * WzM r.4'i> b>;- No. 73. Böhmisches Inf.-Regt.: A/brecht, Herzog von Württemberg in Prag. Uniform: Kirschrot, K-: gelb. Kapellmeister: Franz Schmid. A No. 74. Böhmisches Infanterie-Regiment. .... in Reichenberg. Uniform: Krapprot, K.: weiß. Kapellmeister: Wilhelm Pochmann. Wilhelm Pochmann, — seit 1894. — * 1869 in Morgenstern bei Gablonz a. M., erhielt seine musikalische Ausbildung in der Orgelschule des Prager Konservatoriums. Anfangs sich ausschließlich als Musiklehrer und Dirigent von Gesangvereinen betätigend, trat er im Jahre 1889 freiwillig als Geiger, Waldhornist und Flötist zur Kapelle des 102. Infanterie-Regiments in Prag über; lebt jetzt als Kapellmeister in Reichenberg, wo er sich durch seine vorzüglichen Qualifikationen Verehrung und Beliebtheit zu erwerben wußte. Er veröffentlichte „102er Marsch“, „Müller-Marsch“, einen Walzer und Klavierkompositionen. — ln Reichenberg ist er mit seiner Kapelle als fleißiger und beliebter Begleiter bei Virtuosenkonzerten — wie Hubermann u. s. w. — bekannt. Besitzt die Jubiläums- Erinnerungs-Medaille. — Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Franz Mühlfait. 93 No. 75. Böhmisches Inf.-Regt.: Christian IX., Rönig von Dänemark in Neuhaus. Uniform: Lichtblau, K.: weiß. Kapellmeister: Johann Zemann. Johann Zemann — seit 1897. — * am 25. Mai 1865 in Prag, zeigte schon in seinen Kinderjahren große Neigung zur Musik, welche ihn bestimmte, das Konservatorium daselbst zu besuchen. Er widmete sich insbesondere dem Studium der Baßgeige, auf welcher er als Solist große Erfolge aufzuweisen hat. Sodann folgte er einem Rufe an das Deutsche Theater in Budapest und trat später als Musiker bei dem 88. Regimente unter Karl Komzak ein, wo er es zum Feldwebel brachte, von hier kam er zu den Hoch- und Deutschmeistern. — Er schrieb herrliche Kompositionen, die ihm einen silbernen Taktstock von Ihrer Exzellenz der Gräfin Czernin eintrugen. Ist Besitzer der Jubiläums-Medaille und des Dienstzeichens II. Klasse. — Pietätvoll sei hier seines Stellvertreters, des Soloflügelhornisten und absolv. Konservatoristen Rudolf Haala gedacht, der am 11. März 1903 durch Herzschlag in der Vollkraft des Lebens vom Tode dahingerafft worden ist. Möge ihm die Erde leicht sein. No. 76. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Daniel, Freiherr von Salis-Soglio in Gran. Uniform: Hechtgrau, K.: gelb. Kapellmeister: Ferdinand Schubert. Ferdinand Schubert, — seit 1898., — * 1872 in Wien; studierte zuerst an der Realschule und später am Konservatorium der Musik in Wien. Seine Spezialfächer sind Violine und Theorie. — Diente als Musiker 94 Um. +. «*>■ ** . . ifgGa&m&mm '. - 'fr mm ? v \ ■■ Ö5& • p* ,' k % ” -Kai ■W'-^ L -: *** (Geiger) vom Jahre 1891—1894 beim 19. Infanterie-Regimente unter Czibulkas Leitung, und war von 1894—1898 als Lehrer für Violine und Theorie an der beh. autoris. Musikschule des Ludwig Grande in Troppau tätig. — Besitzt die Jubiläums-Erinnerungs-Medaille. No. 77. Galizisches Inf-Regt: Philipp, Herzog von Württemberg in PrzemysI. Uniform: Kirschrot, K.: weiß. Kapellmeister: Karl Mäsa. Karl Mäsa, — seit 1870, — * im Jahre 1850 in Prag. Er hatte das Glück, guten Unterricht im Violinspiel am Prager Konservatorium unter Professor Mildner zu genießen. — Dient bereits 34 Jahre und siedelte mit dem Regimente von Prag nach Königgrätz, Sarajevo, Banjaloka., Sambor und PrzemysI über. — Seine militärische und künstlerische Tätigkeit fand an hoher Stelle Anerkennung. Er besitzt seit 1901 das goldene Verdienstkreuz und die Jubiläums-Medaille. Komponierte 62 Märsche und Lieder für Flügelhorn. — Sein bescheidener und doch vornehmer Charakter verschaffte ihm Achtung bei Vorgesetzten und Untergebenen. — Stellvertreter ist z. Zeit Regimentstambour Anton Merhaut. No. 78. Ungarisches (slavon.) Inf.-Regt.: Wilhelm, Ritter von Gradl in Esseg. Uniform: Rotbraun, K.: weiß. Kapellmeister: Johann Zizka. A 97 No. 79. Ungarisches (croatisches) Inf.-Regt.: FZM. Graf Jellacic Buzim in Fiume. Uniform: Apfelgrün, K.: weiß. Kapellmeister: Franz Kuss. * ■W' Franz Kuss, — seit 1897. — * 1867 in Mährisch-Schönberg. Besuchte daselbst die Musikschule Seidler, nahm sodann Unterricht bei dem Militärkapellmeister a. D. Heyda und trat im jahre 1882 als Musikeleve zur Regimentsmusik Nr. 102 ein; hier diente er sieben und beim 98. und 79. Infanterie-Regimente ebenfalls mehrere Jahre. — Komponierte Märsche und Potpourris. Besitzt die Jubiläums-Medaille und das Dienstzeichen. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Weiss. No. 80. Galizisches Inf.-Regt.: Arnulf, Prinz von Bayern in Lemberg. Uniform: Scharlachrot, K.: weiß. Kapellmeister: Franz Frydrich, — seit 1888. — A No. 81. Mährisches Inf-Regt: FZM. Freiherr von Waldstätten in Iglau. Uniform: Carmoisinrot, K.: weiß. Kapellmeister: Franz Czernoch. Franz Czernoch — seit 1901. — * 1874 in Wien. Er absolvierte einige Gymnasialklassen und sodann das Wiener Konservatorium. War weder Musikfeldwebel, noch gehörte er dem ■4 98 ikSM Q c E $ N <0 cc £ o S .;W-:,, AÄ qff Mannschaftsstande an. — Nachdem er als Musiklehrer mehrere Stellen — u. a. am Convict Karlsburg — bekleidete, bewarb er sich um die jetzige Stellung, die ihm auch verliehen wurde. — Komponierte eine Symphonie, Streichquartette u. s. w., die nicht ohne Erfolg blieben. — Ist Inhaber der Jubiläums - Erinnerungs - Medaille. Sein Stellvertreter ist Franz Cenkl. No. 82. Ungarisches Inf-.Regt.: FZM. Ritter Schwitzer von Bayersheim in ßistritz. Uniform: Carmoisinrot, K.: weiß. Kapellmeister: Anton Blaton. Anton Blaton — seit 1896. — * 9. Januar 1862 in Petrowitz (Schlesien). 1876—1878 machte er Studien am Konservatorium in Prag und 1885 — 1888 an der Musikakademie in Budapest. Vom Jahre 1879—1880 war er am Theater in Troppau und Dresden beschäftigt. 1881 beim Inf.-Regt. Nr. 57 als Solo-Flügel- hornist und Violinspieler und als solcher vom Jahre 1881—1896 bei den k. und k. Infanterie- Regimentern Nr. 86, 44 und 23 tätig. Komponierte mehrere Tänze, viele Märsche und Potpourris. Er ist Besitzer der Jubil.-Erinnerungs- Medaille, des Militär-Dienstzeichens und des päpstlichen Kreuzes „Pro ecclesia et pontifice“. Wird in seiner Abwesenheit vom Regimentstambour Josef Kubat in der Leitung vertreten. No. 83. Ungarisches Inf.-Regt: Graf von Degenfeld-Schonburg in Komorn. Uniform: Dunkelbraun, K.: weiß. Kapellmeister: Franz Dobes. A 101 No. 84. Nieder-Österreichisches Inf.-Regt.: FZM. Arthur Bolfras von Ahnenburg. in Krems. Uniform: Carmoisinrot, K.: gelb. Kapellmeister: Engelbert Sitter. Engelbert Sitter — seit 1899. — * im Jahre 1868 zu Mailberg (Mieder - Oesterreich), genoß den ersten musikalischen Unterricht bei seinem Vater, dem bekannten Musiker. Später nahm er Privatunterricht in Harmonielehre, Kontrapunkt, Orchestration u. s. w. Am 1. Mai 1887 rückte er beim 2. lnfanterie-Re- gimente ein, trat am 15. September 1890 als Zugführer zum 49. Infanterie-Regiment über, wo er es zum Musikfeldwebel brachte. Von hier kam er als Regimentstambour zum 84. Infanterie-Regiment, woselbst ihm auch die Kapellmeisterstelle übertragen wurde. Komponierte Tänze und Märsche und besitzt die Kaiserjubiläums-Medaille und das Mannschaftsdienstzeichen II. Klasse. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Wenzel Jonas. No. 85. Ungarisches Inf.-Regt.: FZM. Georg, Ritter von Rees in Leutschau. Uniform: Apfel grün, K.: gelb. Kapellmeister: Adalbert Pretl. A 102 •~r*.T to v giSSS n JZ i - 1 ■ *«i t?l ^ •#: tAfr U;: •HtrTVIvrgym'ä*«^ :y> h .-■ !gw^«nl»J.» jM* . 1 !^. * " , ' f , r ry * T * r *a»»n * ■ •>} S\* QT 8, i‘- ,! «/. / No. 86. Ungarisches Inf.-Regt. :JuI. Forinyäk, GdC. in Budapest. Uniform: Amarantrot, K.: gelb. Kapellmeister: Julius Fucik. Julius Fucik — seit 1897. — * am 18. Juli 1872 zu Prag, besuchte als fleißiger und eifriger Schüler das Prager Konservatorium unter Dr. Dvoraks Leitung. Seine Erfolge waren vorzügliche, denn schon mit 17 Jahren instrumentierte er den Volkmanns - Cyklus „Vysegrad“, welcher bei einer Konservat.-Auff. erfolgreich zur Aufführung gelangte. — Später war er Fagottist am Theater zu Agram und vom Jahre 1895—1897 Stadtkapellmeister in Sissek (Cro- atien) und gleichzeitig Chormeister dortiger Gesangvereine. Unter seinen 240 Werken hat er sich mit den Märschen „Rudolf von Habsburg“, besonders aber durch „Einzug der Gladiatoren“ als Komponist auf das vortrefflichste bekannt gemacht. No. 87. Steierisches Inf.-Regt.: FZM. Eduard, RitterSuccovaty von Vezza in Pola. Uniform: Meergrün, K.: weiß. Kapellmeister: Karl Franz. Karl Franz, :— seit 1898. — * am 7. Februar 1870 in Modlau bei Teplitz in Böhmen; absolvierte das Prager Konservatorium. Seit 1895—1898 bekleidete er die Stelle eines Chordirektors in Franzensbad. Komponierte eine Messe, Chöre und Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung. — Besitzt die Jubiläums-Erinnerungs-Medaille. Seine Stellvertreter sind: der Regimentstambour Lorenz und der Feldwebel Profeld. 105 No. 88. Böhmisches Inf.-Regt.: FZM. Freih. von Teuchert-Rauffmann Edl. von Traun stein bürg in Prag. Uniform: Bordeauxrot, K-: weiß. Kapellmeister: Johann Kalensky. Johann Kalensky — seit 1892. — * am 26. Oktober 1855 in Tur bei Jicin (Böhmen). Nach Absolvierung der Volks- und Bürgerschule, fand er im Jahre 1869 als Musikeleve in das Infanterie-Regiment Nr. 47 Aufnahme und rückte im Jahre 1887 zum Infanterie-Regiment Nr. 88 nach Prag als Regimentstambour ein, wo er später vom Offizierkorps des genannten Regiments zum Kapellmeister befördert wurde. — Die höheren musikalischen Studien machte er bei dem verstorbenen Komponisten Zdenko Fibich. Sein Kompositionstalent betätigte er in Tanzstücken und Potpourris. — Ist Inhaber des goldenen Verdienstkreuzes, der Jubiläums- Medaille, des Dienstzeichens II. Klasse. Für 18 jährige musterhafte Leitung der Ballmusik des P. T. hohen Prager Adels ist ihm als Ehrenpreis ein kostbarer Pokal verehrt worden. — Seine Regimentskapelle ist allgemein beliebt und wird speziell für Elite-Bälle von dem kunstverständigen Publikum Prags und Umgegend herangezogen. No. 89. Galizisches Inf.-Regt.: FZM. Freiherr Eugen von Albori in Jaroslau. Uniform: Bordeauxrot, K.: gelb. Kapellmeister: A. Kocourek. A 106 i? *= MS ■ ’ m '■'Sw^' ■• U V ,‘- >mmmm *pS>T$ No. 90. Galizisches Inf.-Regt.: Prinz zu Windisch- Grätz in Rzeszöw. Uniform: Amarantrot, K.: gelb. Kapellmeister: Christoph Fuchs. Christoph Fuchs, — seit 15. Oktober 1902.— * zu Grün bei Asch (Böhmen) am 26. Januar 1872. Sein erster Musiklehrer war Arno Hilf; studierte sodann auf der Musikschule Kruschwitz in Lengenfeld und war Mitglied der Kurkapelle in Gmunden. Auf Anraten ‘ von Carl Goldmark wurde er Schüler des Konservatorium-Professors Rob. Fuchs. 1890 genügte er der Militärpflicht bei den Hoch- und Deutschmeistern in Wien. Von 1893 an war er während 9 Jahren als Musiklehrer an der Bildungsanstalt in Mährisch-Ostrau erfolgreich tätig. Fuchs ist ein schneidiger Kapellmeister von feinfühlendem Wesen. — Besitzt die Jubiläums-Medaille. Seine Stellvertreter sind: die Herren Culik und Schulz. No. 91. Böhmisches Infanterie-Regiment in Prag. Uniform: Papageigrün, K.: gelb. Kapellmeister: Felix Dorfner. Felix Dorfner — seit 1885. _ * am 8. Dezember 1851 zu Graz; genoß den ersten Musikunterricht an den steiermärkischen Musikschulen. Später kam er an das Wiener Stadttheater und erhielt gleichzeitig bei den Professoren Desoff, Krenn, Fahrbach und Titl höhere musikalische Ausbildung. — Im Jahre 1875 übernahm D. die Kapellmeister-Stelle beim 27. Infanterie-Regiment, ging dann zum 22. Infanterie-Regiment über, bis es ihm gelang, in der 109 *&B££2£:¥& jetzigen Stellung festen Fuß zu fassen. — Seine Kompositionen bestehen in Tänzen und Märschen, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen, ebenso finden die Leistungen seiner Kapelle allgemeine Anerkennung. D. ist Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, der Kriegs-Medaille, der Jubiläums- Medaille, des Dienstzeichens, der goldenen Medaille (von der Gewerbeausstellung in Budweis) und mehrerer Ehrendiplome. No. 92. Böhmisches Inf.-Regt.: FZM. Freiherr von Röntg in Theresienstadt. Uniform: Weiß, K.: weiß. Kapellmeister: Jg. Svec. A No. 93. Mährisches Inf.-Regt.: FML. Alfred Freiherr von Joelson in Olmütz. Uniform: Dunkelbraun, K.: gelb. Kapellmeister: Jos. Piro. Jos. Piro — seit 1902. — * im Jahre 1865 in Olmütz, wo er zuerst die Volksschule und darauf einige Realschulklassen absolvierte. Da er Neigung zur Musik zeigte, bezog er das Wiener Konservatorium, wo er dem Studium des Kontrabasses und der Harmonielehre oblag. Unter Kapellmeister Czibulka’s Leitung diente er beim 31. Infanterie-Regimente 7 Jahre in Wien und 3 Jahre unter Krall in Budapest, bis ihm die Regimentstambour-Stelle beim 93. Infanterie-Regimente übertragen wurde. Hier hat er sich während einer sechsjährigen Praxis als erster Geiger und Dirigent ausgebildet und wurde zuletzt vom Offizierkorps zum Kapellmeister ernannt. 110 b£ 00 "So > y \,\> V • fft»: -r-' «•« &v*\; -K'^r $ y Si *< 9*r&^ $r lÄS'äfc: '«W&S- * 4 # i mm, No. 94. Böhmisches Inf.-Regt.: FZM. Hugo, Edler von RIobus in Theresienstadt. Uniform: Weiß, K.: gelb. Kapellmeister: Joseph Matys. Joseph Matys — seit 1882 — * im Jahre 1851 in Böhmen, hat schon in frühester Jugend mit seiner musikalischen Ausbildung begonnen. Er hatte kaum das fünfte Lebensjahr vollendet und begonnen die Schule zu besuchen, als er bereits den ersten Unterricht in Gesang und Violinspiel erhielt, welchem sich bald das Kla- vierspiel anschloß. Nachdem Joseph Matys schon als Kind eine besondere Vorliebe für Musik zeigte, wandte er sich der Instrumentenmacherei zu, welche er auch vollständig erlernte und bis zu seiner im Jahre 1871 erfolgten Assentierung zum k. und k. Infanterie-Regiment auch betrieb. Bei diesem k. und k. Infanterie -Regimente diente Joseph Matys seine dreijährige Präsenzdienstzeit ab und trat nachher in Prag als Hörer der Orgelschule ein, welche er unter den bewährten und bekannten Lehrern dieser Anstalt, Skuhersky und Blazek, absolvierte. Im Jahre 1877 trat Joseph Matys als Feldwebel in das Musik- korps des k. und k. Infanterie-Regiments Nr. 55 in Lemberg ein, wo er drei Jahre verblieb. Nach seinem Ausscheiden aus der k. und k. Armee, ging Joseph Matys zu dem polnischen Theater in Lemberg als Orchestermitglied, wo er nur kurze Zeit verweilte, denn bald darauf erhielt er eine Kapellmeisterstelle bei der 17. Artillerie-Brigade der kaiserlich russischen Armee. Stationiert war diese Brigade in Biala. Als Joseph Matys den Dienst antrat, hatte er nicht ein Individuum, welches ein Instrument zu handhaben, viel weniger zu spielen im Stande gewesen wäre. Er mußte daher von den ersten Anfängen beginnen und seine Musiker von 45 nichtmusikalischen Soldaten erziehen. Drei volle Jahre verblieb Joseph Matys in russischen Diensten. 113 Matys hat sowohl als Kapellmeister wie auch als Komponist eil guten Namen. Am bekanntesten und beliebtesten ist sein ,,94er Regimentsmarsch“, welcher nicht nur in ganz Österreich, sondern auch in Deutschland gespielt und immer gern gehört wird. Außer dem 94er Marsch hat Matys noch zwei Märsche komponiert, den ,,König Alfons-Marsch“, gewidmet dem König Alfons von Spanien, und den ,,Prinz Croy-Marsch“, gewidmet Sr. Durchlaucht dem GdC. Prinz Leopold Croy, welche dem erstgenannten Marsch würdig zur Seite stehen. No. 95. Galizisches Inf.- Regt.: Josef, Ritter von Rodakowski in Lemberg. Uniform: Amarantrot, K.: weiß. Kapellmeister: Joseph Zester. Joseph Zester — seit 1899. — * im Jahre 1872 in Bruck a. d. Mur (Steiermark), absolvierte er einen dreijährigen Musikkursus bei Dr. Wilhelm Meyer (W. A. Remy) in Graz, diente sodann 10 Jahre lang als Harfenist und Primgeiger bei verschiedenen Regimentern. Mit dem Erfolge einiger von ihm komponierten Lieder, einer Konzertpolka, eines Walzers u. s. w. dürfte er zufrieden sein. Besitzt die Jubiläums-Medaille. No. 96. Ungarisches (kroatisches) Inf.-Regt.: FZM. Maximilian Freiherr von Catinelli in Fiume. Uniform: Carmoisinrot, K.: gelb. Kapellmeister: Hugo Stern. A ffffff =^= ! 114 «ÜNgM -**« ln»; tU N S £ U- > tar >- . ; #n Q£ co w. Ä •.•r&jfr*'' ■'• -g ki&aai HB F *A' «1IIM& «-«i ’ v , - Oi, m • * jv •, ? yr- 1 /T?f|i ■vv-,. ap * X v TYo. 97. Rüsten län disch-Rrainerisch es Inf.-Regt.-. FZM. Georg Freiherr von Waldsiätten in Triest. U.: Rosenrot, K.: weiß. Kapellmeister: Peter Teply. Peter Teply — seit 1902. — * am 19. Februar 1871 in Prag. Absolvierte im Jahre 1888 das Prager Konservatorium, diente sodann 3 Jahre als Militärmusiker beim 93. Infanterie-Regimente in Olmütz und bekleidete als Violinspieler in verschiedenen Orchestern — wie in Karlsbad, Wismar, Riga, Dubbeln und zuletzt beim Orchester des Prager Landestheater — seine Stelle zur Zufriedenheit der Chefs. — Seine Ernennung zum Kapellmeister des 40. Infanterie-Regiments erfolgte im Jahre 1899, welchen Posten er — nach kurzer Dienstzeit — im April 1902 mit dem jetzigen vertauschte. — Besitzt die Jubiläums- Erinnerungsmedaille. No. 98. Böhmisches Infanterie-Regiment. . in Josefstadt. U.: Lichtdrap, K.: weiß. Kapellmeister: Rudolf Lorenz. Rudolf Lorenz — seit 1901. — * in St. Joachimsthal bei Karlsbad (Böhmen) am 2. Dezember 1876. — Als Sohn eines Militärkapellmeisters, wurde ihm bereits in frühester Jugend Musikunterricht zuteil. — Nach Absolvierung der Realschule trat er in das Prager Konservatorium ein, welches er 1896 mit Auszeichnung verließ. — Ab 1. Oktober 1896 bis 1. Dezember 1898 diente er als Sologeiger und Kapellmeister-Stellvertreter im k. und k. Infanterie-Regiment Nr. 60 in Erlau (Ungarn); von diesem Zeitpunkte ab bis 1. Oktober war 117 mfeM er als Kapellmeister beim Infanterie-Regiment Nr. 12 in Komorn (Ungarn) tätig. Märsche und Tanzkompositionen sind seine Spezialität. Besitzt die Jubiläums-Erinnerungsmedaille. Sein Stellvertreter ist der Regimentstambour Herr Anton Rockenbauer. No. 99. Mährisches Inf.-Regt.: Georg I., Rönig der Hellenen in Znaim-Klosterbruck. Uniform: Schwefelgelb, K.: gelb. Kapellmeister: Eduard Zink. A No. 100. Schlesisch-mährisches Inf.-Regt.: Freih. Edm. von Rrieghammer in Krakau. Uniform: Lichtdrap, K: gelb. Kapellmeister: Josef Laßletzberger. Josef Laßletzberger — seit 1895. — * im Jahre 1862 zu Melk in N.-Ö. Den ersten Musikunterricht erteilte ihm sein Vater, der Regens chori war, auf der Geige, Klavier und Holz- und Blechblasinstrumenten. Die Harmonie- und Instrumentationslehre erlernte er beim Militär-Kapellmeister Karl Komzäk und war sodann bei der Kammermusik im Kloster zu Melk tätig. — Komponierte zahlreiche Märsche und Tarizpiecen. — Mittels Dekretes des Reichskriegsministeriums wurde er „in Würdigung besonders ersprießlicher Dienstleistung“ belobt. — Seine Stellvertreter sind: Feldwebel Damberger und Petri. 118 ÄUg' Ä' fs® b/J Tv k.1 er ^ x fzZ-Sß^i '->*«***£ v> rr fe'k&sS^js ''iWn'Sk, «auWE ivi' fcj%±>äB. ^•1P^p r Cg- hÖJ:' • v£' iPW ^s5ä^ •Ea^rsw - easy «*►• :• „ul pesa >* : « *p*? -* 1 ' ■ it**Ä4' :iiw^Siaj r /Yo. 101. i&m .*. Ungarisches Inf.-Regt.: Sergius Alexandrowitsch, Großfürst von Rußland in Ung. - Weißkirchen. Uniform: Schwefelgelb, K.: weiß. Kapellmeister: Prokop Oberthor. ^ JSMfF Prokop Oberthor — seit 1894 — * 1872 •* zu Prag. Studierte auf dem Prager Konsep vatorium Musiktheorie und war während zwei Jahren hindurch als Kapellmeister bei der organisierten Bürgerkorpskapelle in Graz tätig. Hat mehrere Lieder, Tänze, Märsche uud Phantasien komponiert. Erhielt die Jubiläums-Medaille und die herzoglich sächsische Verdienstmedaille. No. 102. Böhmisches Inf.-Regt.: FZM. Ludwig Fabini in Trient. Uniform: Meergrasgrün, K.: gelb. Kapellmeister: Karl Bobek. A 121 > \iy- ■**»**' .‘fviwv&T *&w>:**w««s l^ssü^s =^ 5 > Tiroler Kaiser-Jäger-Regimenter. (Adjustierung der Kapellmeister: wie bei der Infanterie: E. grasgrün, gelbe Knöpfe. No. 1. Stab in Innsbruck. Kapellmeister: Karl Mühlberger. Karl Mühlberger — seit 1898 — * am 23. August 1857 in Spitz a. d. Donau (Mieder- Oesterreich), zeigte er schon frühzeitig musikalisches Talent. Professor Ferd. Schubert und Jos. Hellmesberger erteilten ihm Musikunterricht. Unter dem Drucke großer Dürftigkeit verlebte er seine Jugend als Musiker bei Theater- und Zivil-Orchestern, bis er im Jahre 1878 Militärmusiker wurde, in welcher Stellung er es bis zum Regimentstambour und Dirigenten brachte. Komponierte 38 Tänze und Märsche und besitzt die Kriegsmedaille, Jubiläumsmedaille, das goldene Verdienstkreuz und das Mannschaftsdienstkreuz, wie auch — als Ehrengeschenk — einen goldenen Taktstock. No. 2. Stab in Trient. Kapellmeister: Ignaz Wacek. Ignaz Wacek — seit 1899. — Ist seit 1876 Militärmusiker und hat bei dem 75. In- fanterie-Regimente unter der Leitung Anton Mahrs und beim 6. Infanterie-Regimente gedient, bis er 1895 zum Musikdirektor des Männergesangvereins in Brixen (Süd-Tirol) ernannt wurde. Als Kapellmeister seines jetzigen 122 Regiments, hat er in seiner Tätigkeit, die sich auf Bozen, Meran, Roveredo, Arco und Riva erstreckt, sich große Verdienste erworben. Besitzt die Kriegsmedaille von 1881—82, jubiläumsmedaille und das Mannschaftsdienstzeichen. No. 3. Stab in Wien. Kapellmeister: Rudolf Achleitner. imejfßp Rudolf Achleitner — seit 1895. * 1. März 1864 in Salzburg-. Von seinen Kompositionen sei u. a. das populäre Lied „Mein Herz dem Land Tirol“ erwähnt. — Besitzt die Jubiläums-Erinnerungsmedaille und den persischen Sonnen- und Löwenorden. No. 4. Stab in Salzburg. Kapellmeister: Gabriel Schebek, Komponist^der bekannten bulgarischen Volkshymne „Szumi marica“. Gabriel Schebek — seit 1894. — * 25. März 1853 in Prag. Besuchte daselbst die Musikbildungsschule des Joh. Proksch. Wegen seiner schönen Altstimme verwendete ihn der bekannte Kirchenkomponist W. Horäk als Chorsängerknaben und gab ihm noch Meben- unterricht. — Im Jahre 1866 starben seine Eltern und er kam zu einem Anverwandten nach Venedig, wo ihn derselbe kurze Zeit nachher zu dem damals in Mantua stationierten 43. Regiment als Eleven assentieren ließ. Den darauf ausgebrochenen Krieg machte er bei der Proviantkolonne mit. Der damalige Kapellmeister Strobl wurde auf den Jungen aufmerksam gemacht und förderte eifrig sein musikalisches Wissen, sodaß er hier schon Tanzstücke schrieb. Im Jahre 1873 aus dem Regimente geschieden, kam er als Musiker zum Deutschen Theater in Budapest und kurze Zeit darauf wurde er zur ungarischen Oper engagiert, welche damals Hans Richter leitete. Da das K 123 in Budapest seiner Gesundheit nicht zuträglich war, verließ er im Jahre 1875 diese Stellung und kam nach Frankreich zu dem Privat- Sinfonie-Orchester des russischen Barons von Dervies, einem Krösus, der eine Jahresrente von 14 Millionen Franken hatte und sich den raffinierten Luxus leisten konnte, ein Orchester von über 60 auserlesenen Virtuosen und ein erstklassiges Opernpersonal zu halten. An der Spitze des Orchesters stand der Instrumentalist Müller-Berghaus und bei der Oper der Opernkomponist Karl Bende. — Schebek nahm bei ersterem Unterricht in der Instrumentation, der ihn als seinen begabtesten Schüler bezeichnete, während Bende ihn in Kontrapunkt und Opernkomposition unterrichtete. — Schebek unternahm 1880 Kunstreisen durch Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Im Jahre 1881 kam er auf Empfehlung des Fürsten Metschersky als Kapellmeister nach Bulgarien. Sein Wirken in diesem, damals erst vom türkischen Joch befreiten Lande war entschieden von Bedeutung. Er sammelte die nationalen Gesänge und veröffentlichte sie. Der zu dieser Zeit regierende Fürst Alexander von Battenberg verlieh ihm den Orden des heiligen Alexander. Nach der Abdankung des Fürsten verließ auch er Bulgarien und unternahm kurz darauf mit einer Schar von 40 Mann vortrefflich geschulter Musiker eine Konzertreise durch Polen, Rumänien und Südrußland, in deren Verlauf er sämtliche Städte am Schwarzen Meere bereiste und bis nach Tiflis im Kaukasus kam. Der durch die großen Erfolge dieser Reise aufmerksam gemachte Impresario Fenny wollte im Jahre 1887 mit ihm eine Reise nach Amerika veranstalten, doch zog Schebek die ruhige Stellung eines Kapellmeisters vor und trat eine solche beim 22. Regimente in Cattaro an. — 1894 kam er nach Linz zum 4. Kaiser-Jäger-Regiment, wo er das Musikkorps neu gründete. — Als Dirigent und Instrumentalist gehört Schebek zu den hervorragendsten Kapellmeistern der österreichischen Armee. — Seine Kompositionen sind größtenteils Tänze, Märsche, Gavotten etc. (ein Requiem für den verstorbenen Kronprinzen Rudolf) und die bekannte orientalische Szene: „Chor der Derwische“. Außerdem schrieb er folgende Opern: „Die Taufpaten“, „Der Dorfprophet“ und die eben vollendete Oper „Die Zigeunerin“. 124 Bosnisch-hercegovinische Infanterie-Regimenter. (Adjustierung der Kapellmeister: wie bei der Infanterie, mit alizarin- roter Egalisierung und gelben, mit der Regiments-No. versehenen Knöpfen). No. 1. Stab in Wien. Kapellmeister: Franz Bern. Franz Bern — seit 1895. — Zu den jüngsten und tüchtigen Vertretern am Dirigenten: pulte gehört Franz Bern. * in Wien 1872, woselbst er das Konservatorium unter der Leitung der Pädagogen Bachrich, Hellmes- berger jun., Krenn, Fuchs und Dr. Anton Bruckner mit Auszeichnung absolvierte. Hierauf wirkte er im Hofopernorchester als Violinist, in welcher Eigenschaft er mehrere Jahre hindurch bei den Philharmonischen und Gesellschaftskonzerten mitgewirkt hat. — Als Kapellmeister der Bosniaken pflegt er mit Vorliebe klassische Musik. Seine Tanzkompositionen entzückten oft das Publikum und erfreuen sich einer großen Beliebtheit, besonders in Wien. — Die Kapelle hat er selbst im Jahre 1895 zusammengestellt und in eifrigster Tätigkeit auf ihre gegenwärtig hohe Stufe der Ausbildung gebracht. No. 2. Stab in Graz. Kapellmeister: Eduard Wagnes. Eduard Wagnes — seit 1895. — * zu Graz am 18. März 1863 als Sohn eines ausgezeichneten Musikers und Blechinstrumentenmachers, studierte daselbst an der Musikschule des Steierm.-Musikvereins Waldhorn und Klavier (Lehrer Flor. Schantl). 1877 fand er sein erstes Engagement als Waldhornist im Opern- und Operettenorchester zu Graz. 1883 kam % •' 125 er zur Konzertkapelle des k. k. Hofballmusikdirektors Ed. Strauß und bereiste mit derselben Deutschland, Holland und England. Von 1885 bis 1888 diente er beim 27. Infanterie-Regiment und wurde 1890 Kapellmeister des k. k. priv. uniform. Bürgerkorps in Graz und endlich Kapellmeister des 2. bosn.-herc. Regiments. Als Komponist ist er mit seinen bekannten flotten Märschen (wie „Die Bosniaken kommen“, „Ritterlich“, „Felsenfest fürs Vaterland“, welch letzterer anläßlich des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers Franz josef I. bei der Preiskonkurrenz als der fünftbeste Marsch hervorging) vorteilhaft bekannt. Wagnes hat auch ein mit großem Erfolge aufgeführtes Singspiel „Der Drachentöter“ und eine dreiaktige Operette „Die Rosenkönigin“, sowie Chor- und Tanzstücke geschrieben. No. 3. Stab in Budapest. Kapellmeister: Joseph Gedenk — seit 1896. — A No. 4. Stab in Wien. Kapellmeister: Hans Pavlis. Hans Pavlis — seit 1895 — * in Prag am 21. August im Jahre 1858, absolvierte die Musikschule Proksch, das Konservatorium und die Orgelschule in Prag. Diente vom Jahre 1876—79 als Sologeiger beim 24. Infanterie- Regimente und hat im Jahre 1878 die Okkupation Bosniens mitgemacht. — Von 1880 bis 1895 war er Direktor der schon von seinem Vater geleiteten k. u. k. Militär-Musik-Eleven- schule in Prag, außerdem aber auch als Lehrer an der k. u. k. Infanterie-Kadettenschule in Prag tätig. — Komponierte Tänze und Märsche. — Besitzt die Kriegs- und die Jubiläums-Medaille und eine Allerhöchste Belobigung seitens des Kriegsministeriums. — Sein Vertreter ist der Regimentstambour Joseph Kultscher. 126 =^= K. und k. Kriegs-Marine. Corps-Stab: Pola. Uniform: Dunkelblau, K.: gelb. Kapellmeister in S. M. Kriegs-Marine zu Land und zur See: Franz Jaksch. Die Musik ist 94 Mann stark. — Abgerechnet die von Zeit zu Zeit eingeschifften, bleiben in Pola jederzeit 50—70 Mann. — Orchester ist 42 Mann stark. — Die Schiffsharmonien sind immer Blasmusik. Der Kapellmeister dirigiert nur volles Orchester oder Blasmusik, kleinere Abteilungen dirigieren seine Stellvertreter. — Die österreichische Kriegsmarine besitzt Linienschiffe von ungefähr 7000 t. und eine Anzahl von Küstenpanzerschiffen für den Dienst in den flachen adriatischen Gewässern. 127 Königl. ungarische Landwehr (Honveds). I. Landwehr-Distriktskommando in Budapest. Kapellmeister: Stefan Bachö von Dezser. Stephan von Bacho — seit 1882. — * 1858 zu Pozsony (Ungarn), absolvierte das Wiener Konservatorium mit dem ersten Preis, nachdem er vorher das National - Konserva- torium 1872 — 74 zu Budapest besuchte. — Von 1882—90 war er als Kapellmeister des 55. Infanterie-Regiments tätig und es machte die Musikkapelle unter seiner genialen Leitung bedeutende Fortschritte. Meister Bacho hat sich auch die Wiener, als das Regiment dahin disloziert war, im Sturme erobert. Seit dem Jahre 1896 steht Bacho an der Spitze der Honved-Musik Nr. 1. — Seine elegante Erscheinung und sein Schwingen des Taktstockes vereint das Ensemble harmonisch zusammen. — Es ist daher kein Wunder, wenn er für Kenner einen Hochgenuß bietet, indem er die ,,Klassiker“: Haydn, Mozart, Beethoven, wie auch die ,,Modernen“ Graf Zichy, Hubay, Bloch, Saint-Saens, Liszt etc. etc. zu Worte kommen läßt. — Neben seinem Hauptinstrumente, der Flöte, vernachlässigte er auch theoretische und klavieristische Studien nicht. — Seine Kompositionen, bestehend aus Tänzen, Märschen, ungarischen Phantasien usw. sind im modernen Style geschrieben und zeigen viel Talent und Geschick. — Unter dem Elitekranz von ungarischen Kapellmeistern zählt Bacho zu den gediegensten Musikern. — In Anerkennung seiner Wirksamkeit und Verdienste ist er durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes, der Kriegsmedaille, der Jubiläums - Erinnerungs- Medaille, des Verdienstkreuzes 2. Klasse, des Kaiserl. pers. Sonnen- und Löwen-Ordens und des Ottom. Medschidje-Ordens ausgezeichnet worden. 128 &jSjf&SL *6 oo ssea? r , EHE? **&*? r-j* ^ A e^-Vi ' J «W»- * .^l® fr ir .’ f- N '! wmw. Eitert r«äs ==5j-- S-Ä II. Landwehr-Distriktskommando in Szegedin. Kapellmeister: Eugene Kerner. Eugene Kerner — seit 1900. — * 18. Februar 1877 in Oedenburg als Sohn des bekannten Musikdirektors der Musikschule in Kaschau, von dem er den ersten Musikunterricht erhielt. Danach bezog er das National-Konservatorium in Budapest und von hier aus wählte er Wien, um seine Musik- kenntnisse zu erweitern. Bald wurde er Kapellmeister am Nationaltheater zu Kaschau. — In seinen Militärkonzerten bietet er dem Publikum je nach Bedarf klassische Meisterwerke und Volksmusik, um jeder Geschmacksrichtung Rechnung zu tragen. Von s. Kompositionen sind zu nennen: eine ungarische Rhapsodie, Danse nuptiale, Valse rapsodique und das Melodrama „Das ungarische Lied“. /1/Ll III. Landwehr-Distriktskommando in Kaschau. Kapellmeister: Josef Nyäry. Josef Nyäry — seit 1896. — * 1860 in Papa (Ungarn), t zeigte er Talent und Lust zur Musik schon im 9. Lebensjahre. Sein älterer Bruder, der in seinem Heimatsorte Stadtkapellmeister war, erteilte ihm den ersten Violinunter- richt. 1 874 kam er als Musikeleve zum 58. Regiment, wo er unter Kapellmeister Asboth Cla- rinette, Oboe und Violine gründlich erlernte. Bei Professor Farkas und Farbach sen. hat er Harmonie- und Kompositionslehre studiert. Als er im Jahre 1892 nach Lemberg kam, wurde er Musiklehrer an der St. Anna-Schule und begründete eine Studenten- und Gewerbemusik, die noch heute 131 9 * besteht. — Hat eine größere Anzahl Lieder, Märsche, Potpourris u komponiert. Besitzt die Kriegsmedaille, die Jubiläums-Medaille und das Dienstkreuz. Sein Stellvertreter ist Karl Vitek. IV. Landwehr-Distriktskommando in Pressburg. Kapellmeister: Jos. Striczl. Jos. Striczl — seit 1898. — Der noch junge Kapellmeister ist 1873 in Wiener-Neustadt geboren. Erhielt schon als Knabe Privatunterricht in der Musik, welcher später am Wiener Konservatorium unter J. N. Fuchs, Herrn. Grä- dener und Ferd. Löwe fortgesetzt wurde. Dieser fesche und strebsame Kapellmeister läßt für die Zukunft das Beste erhoffen. Von seinen Kompositionen mögen einige Charakterstücke, Tänze und Märsche Erwähnung finden, welche sich stürmischen Beifalls erfreuen. — Besitzt die Jubiläums-Erinnerungsmedaille. V. Landwehr-Distriktskommando in Stuhlweißenburg. Kapellmeister: Richard Frycaj. Richard Frycaj — seit 1897. — * 1867 zu Kremsier, absolvierte die Kaiser Franz Joseph-Musikschule und studierte beim Komponisten Joseph Nesvera in Olmütz Theorie der ■U Musik. — Diente sodann als Sologeiger beim p k. u. k. Infanterie-Regiment Nr. 100 und wurde 1888 Musiklehrer in Kremsier und Kapell- -J meister der Thonetschen Musikkapelle in Jo- setin (Mähren). Anläßlich der Herbst-Kaisermanöver in Bistritz a. H. wurde ihm die hohe Ehre zuteil, vor Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef zweimal mit seiner Kapelle zu spielen, wofür er von Sr. Majestät mit einer prächtigen Brillantnadel ausgezeichnet wurde. Hat ca. 70 Kompositionen ungarischen Stils, wie auch Märsche und Tänze geschrieben. Besitzt die Jubiläumsmedaille und ist Mitglied der Komponisten- und Autoren-Gesellschaft in Wien und Paris. Seine Stellvertreter sind: die Herren Regimentstambour Wenzel Kodes und Violinspieler Franz Lehrmann. VI. Landwehr-Distriktskommando in Klausenburg. Kapellmeister: Samu Borsay. Samu Borsay — seit 1896. — * 1860 zu Uzon (Siebenbürgen), studierte am Lehrer- ' W seminar und an der Orgelschule in Szekely- Kereszter und bildete sich ferner in Budapest aus. — Von 1883—87 diente er freiwillig bei dem 13. Infanterie-Regimente und war später Lehrer am Lehrer-Seminar in Nagy-Enyed. Als Leiter von Gesangvereinen brachte er größere Oratorien zur Aufführung und gab ein ev.- ref. Choralbuch heraus, auch komponierte er Märsche, eine ungarische Operette und mehrere Lieder. Besitzt die Jubiläums-Medaille. Sein Stellvertreter ist Joseph Capek. ' VII. Landwehr-Distriktskommando in Agram. ft Kapellmeister: Iwan Mi^Fwic. Iwan Mulwic — seit 1901. — * im Jahre 1876 zu Fiume, widmete sich schon früh dem Studium der Musik und trat zuerst in die Königl. Bildungsanstalt und später in das Königl. Landesmusikinstitut zu Agram ein, wo er Waldhorn, Klavier und Theorie studierte. Bekleidete vorübergehend die Stelle eines Chormeisters bei den Gesangvereinen Petar Swecic, Zrinski, Jadranska vila, Kolo und A. und ward Hilfslehrer an der Lehrer-Bildungsanstalt. — Seine Stellvertreter sind: Regimentstambour Schmis, die Feldwebel Padeba, Gruber und Bäcik. 133 Verdiente alte Militärkapellmeister a. D. C. M. Ziehrer.*) Welches Wiener Herz schlägt nicht höher bei der Nennung dieses Namens? Ganz Wien, Jung und Alt, nennt ihn seinen erklärten Liebling, und sie haben recht, die guten Leute, denn Ziehrer ist ein Mann, der aus dem Herzen heraus seine lieben Weisen komponiert und alle Herzen damit fesselt. „So süaß und so liab, daß ma vor Freuden sein’ Todfeind weinend um den Hals fall’n könnt’“, hört man sie sagen, unsere lieben Wiener! Ist die Introduktion seiner Walzer ein Rabinetstück der Charakteristik und Tonmalerei, so sind schon die ersten Takte des beginnenden Walzers bis zum letzten Bogenstrich eine Reihe der herrlichsten Tonperlen von vollendeter Schönheit. Es lacht und weint, jauchzt und schluchzt darin, ja eine ganze Geschichte aus dem Wiener Volksleben in Tönen ist so ein Ziehrer’scher Walzer, dabei wird Einem man weiß nicht wie, bald schwermütig, dann wieder jubelnd, unter Tränen lachend; wie wenn die Sonne durch die Regenwolken blinkt, so wirken seine Walzer-Rhythmen auf das Gehör fascinierend und auf die Füße elektrisierend; wir wagen zu behaupten, in C. M. Ziehrer ist Josef Lanner wieder erstanden! Wer Gelegenheit hatte, unsern Meister im persönlichen Verkehr kennen zu lernen, der kann von der gewinnenden Liebenswürdigkeit und der Herzensgüte dieses braven Urwieners, von der Nachsicht gegen Andere und der Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst nur des Lobes für ihn voll sein. Ist es daher ein Wunder, wenn Wien seinen *) Der bestrenommierten Wiener Musikzeitung „Der Troubadour“, (Verlag von F. Rörich, Wien I., Rohlmarkt 11), entnommen. 13t Ziehrer, diesen Mann mit dem weichen Kinderherzen, und Künstler der Wiener Volksmusik in des Wortes hervorragendster Bedeutnng, innig und vom ganzen Herzen liebt? — Es ist die Eigenart der Wiener, was sie lieben, mit einem Kosenamen zu verherrlichen; so zum Beispiel der gute Kaiser Franz war ihr „lieber Franzi“, unser Walzerkönig Johann Strauß ist heute noch der „Schanerl“, und so haben sie auch unsern Ziehrer den „Micherl“ getauft, und er ist stolz darauf, daß ein so herrliches Volk wie das Wiener Publikum ihn dieser Auszeichnung wert hält und ihn so nennt, wie eine Mutter ihr Nesthockerl. C. M. Ziehrer wurde zu Wien am Neubau (auch Lanner wurde daselbst geboren) im Jahre 1843 als Sohn eines Wiener Bürgers geboren ; seit dem Jahre 1885 ist derselbe Kapellmeister des Wiener Haus - Regimentes Hoch- und Deutschmeister, als solcher feierte er förmliche Triumphe, welche vor ihm noch keinem Militär-Kapellmeister in Wien zu Teil wurden; seine Konzerte, welche unter seiner Leitung den künstlerischen Höhepunkt erreichen, zeichnen sich durch ein echt volkstümliches wienerisches Gepräge aus. — Früher war Ziehrer teils als Militär-Kapellmeister bei den Regimentern Nr. 55 und 76, teils als Dirigent einer eigenen Zivilkapelle, mit welcher er Kunstreisen im ln- und Auslande unternahm, künstlerisch tätig. Im Jahre 1863 trat er zum ersten Male mit seiner Kapelle im Diana-Saale öffentlich auf. Von Ziehrer sind bis jetzt mehr als 400 Tonstücke, vornehmlich wienerischen Genres, darunter die populär gewordenen Tanzpiecen: „Liebesbrief“, „Lisette“, „Weaner Madeln“, „Faschings-Kinder“ u. v. a., im Drucke erschienen, sowie die Operetten: „König Jerome“, „Wiener Kinder“ und ein „Deutschmeister“ zur Aufführung gelangt. Seine Potpourris, „Lachkabinet“, und das großartige militärische Tongemälde: „Der Traum des Reservisten“ sind voll originellem und echt künstlerischem Empfinden. — Ziehrer führt den Titel eines königlich - rumänischen Hof-Kapellmeisters und besitzt nachfolgende Auszeichnungen: die österreichische große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, den königl. bayerischen Michael - Orden, den hannoveranischen Ernst August-Orden, den persischen Sonnen- und Löwen-Orden, den kgl. rum. Orden „bene merente“, die kgl. dänische Militär-Verdienstmedaille und die Coburg-Gothaische Medaille für Kunst und Wissenschaft, außerdem eine große Anzahl von sehr wertvollen Geschenken von den j) 135 ft - <' ^UUW il. höchsten Kreisen. Viele wissenschaftliche, humanitäre und andere Vereine zählen Ziehrer zu ihrem Ehrenmitglieds, außerdem gründeten sich ein Musik-Klub und ein Verein, welche den Namen C. M. Ziehrer auf ihrem Schilde führen. — Vor nicht langer Zeit mußte Ziehrer auf Verlangen des britischen Thronfolgers seine sämtlichen Musik- Kompositionen für die englische Armee nach London senden. Vergangenen Winter wurde Ziehrer mit einem Honorar von 500 fl. Oe. W. für das Dirigieren eines Konzertes im Wintergarten gewonnen; ein derartiges Honorar hat bis jetzt noch kein Musik-Dirigent erhalten, damit mag eben bewiesen werden, welcher großen Sympathien sich unser wackerer Landsmann auch im Auslande erfreut; ähnliche Anerbieten, welche derselbe in Folge seiner Stellung nicht annehmen kann, werden ihm oft gestellt. Ziehrer ist auch ein großer Freund der Zither und hat auch einige Original-Kompositionen für dieses Instrument geschrieben. Lange hat es gedauert, daß Ziehrer nach den Idealen eines Künstlers ohne großen Erfolg ringen mußte; kein Schmerz blieb ihm in der Kette des Menschenschicksals erspart; man wollte ihn einfach nicht aufkommen lassen; mutig hat er gekämpft, fast sein ganzes Vermögen opferte er den Idealen der Kunst. Ein Anderer wäre vielleicht verzagt; er aber blieb fest, und so steht er heute vor uns: beliebt, geehrt und anerkannt; ihm ist es gegönnt, bei Lebenszeit die Früchte seines Schaffens zu genießen, ja noch mehr: der Liebe eines ganzen, von edler Begeisterung für alles Gute und Schöne erfüllten herrlichen Volkes würdig zu sein. J. F. Wagner.*) Wir bringen hier das Bild eines Wiener Kindes, und zwar des allbekannten, populären und beliebten Militärkapellmeisters Joseph Franz Wagner, dessen lebensfrische und originelle Kompositionen sich in kürzester Zeit eine erstaunliche Popularität errungen haben. Wagner ist den Amerikanern gerade ein solcher Liebling geworden, wie er es den Wienern ist. Von seinen letzten Kompositionen hat wohl der „Gigerl“-Marsch die Reise um die Welt gemacht. Als Novitäten sind *) Der „Oesterr. Musik- und Theaterzeitung“ entnommen. 136 zu erwähnen: „Universitätsball - Tänze“ — Walzer, die frohe Polka frangaise „Gass’lfahr’n“, sein schönes steirisches Lied „Einen schönen Gruß aus Graz“, das originelle Wienerlied ,,Brüderlein und Schwesterlein“. J. F. Wagner ist als Sohn des in Wien verstorbenen berühmten Arztes Med. Dr. Joseph Wagner am 20. März 1856 in Wien geboren. Im folgenden bieten wir einige biographische Mitteilungen über den immer noch jungen Kapellmeister und Komponisten. Schon als Knabe zeigte er große Liebe zur Musik; er hatte eine schöne Stimme und sein Vater ließ ihn bei dem bekannten Regenschori Kumen- ecker unterrichten. Der Knabe wurde bald ein ausgezeichneter Sopranist, als solcher sang er in der Altlerchenfelderkirche die Soli. Später kam er an das Gymnasium nach Seitenstetten. Nach absolvierten Gymnasialstudien kehrte er wieder nach Wien zurück und lernte bei dem anerkannt vorzüglichen Meister Prof. Johann Emerich Hasel (derzeit Musiklehrer an dem k. u. k. Militärinstitut in Kaschau) Harmonie-, Kompositions- und Instrumentationslehre. Prof. Hasel erkannte gleich, daß in seinem neuen Zögling großes Musiktalent stecke und gab sich mit ihm große Mühe; diese war auch nicht umsonst, denn sein Schüler begriff alles spielend leicht, studierte Tag und Nacht und das Resultat war, daß er alle Fächer mit bestem und vorzüg- züglichstem Erfolg absolvierte. J. F. Wagner schrieb ca. 800 Kompositionen, wovon bis jetzt 250 im Druck erschienen sind. Seine allerneueste Schöpfung ist ein fescher, origineller Marsch „Weana Buam“, der bei seiner Erstaufführung in Graz einen frenetischen Jubel hervorrief und unter stürmischem Beifall 7 mal wiederholt werden mußte. Seit 14 Jahren gehört J. F. Wagner dem k. u. k. 47. Infanterie- Regimente „Freiherr von Beck“ als Kapellmeister an. Er war mit demselben in Trient, Wien und Marburg. Seit 3 Jahren liegt das Regiment in Graz und zählt sein Orchester zu den besten der k. u. k. österr. Armee. Wagner ist ein vorzüglicher Instrumentalist und ein vortrefflicher kunstsinniger Dirigent, der mit Vorliebe klassische Musik pflegt. Die Grazer liebten 137 und vergötterten daher ihren Liebling und bei jeder Gelegenheit brachten sie ihm Ovationen dar. Wagner wurde von Sr. Majestät dem Kaiser Franz Joseph I. für seinen mächtig ergreifenden „Erzherzog Franz Carl-Trauermarsch“ durch Verleihung der goldenen Medaille mit dem allerhöchsten Wahlspruche und von Sr. Majestät dem König Milan von Serbien mit der goldenen Verdienstmedaille mit der Krone 1. Klasse ausgezeichnet. J. F. Wagner ist der Nachfolger des vortrefflichen Kapellmeisters Ludwig Schlögel beim k. u. k. 49. Infanterie-Regiment „Freiherr von Heß“ geworden und freuen wir uns, den ausgezeichneten Dirigenten nun ferner recht oft in seinen Wiener Konzerten hier in seiner Vaterstadt begrüßen zu können. Sein erstes Debüt fand seiner Zeit im Dezember im großen Saale des Kur-Salon (Wien) statt und konstatieren wir, daß sich besonders die reizenden Kompositionen J. F. Wagners: „Universitätsball- Tänze“ (Walzer), „Fortsetzung folgt“ (Potpourri) und „Unter dem Doppeladler“ (ein schwungvoller Marsch) stürmischen Beifalls erfreuten. Die Wiener Militärkonzerte haben in J. F. Wagner eine bedeutende Direktionskraft verloren, denn dieser ausgezeichnete Künstler ist eitrigst bemüht gewesen, in seinen Programmen — neben klassischen Meisterwerken — stets auch die wertvollsten Novitäten vorzuführen, so daß wir uns bewogen fühlten, seine Konzerte hiermit bestens zu empfehlen, und ihm selbst ein herzliches „Willkommen“ in Wien zuzurufen. Gegenwärtig hat Wagner ein eigenes Zivilorchester organisiert, mit welchem er, nachdem er seine Militärstellung aufgegeben hat, in Wien mit großem Erfolge konzertiert. Anton Faulwetter, k. u. k. Kapellmeister d. R. des 68. Inf-Regiments. (Selbstbiographie.) Im Jahre 1840 zu Prag als der einzige Sohn eines wohlhabenden Geschäftsmannes geboren, war mir mein Lebensweg von selbst vorgezeichnet. Prag, damals noch deutsch, war eine Musikstadt allerersten Ranges. Die Prager Oper war die erste in Österreich, welche die Meisterwerke „Tannhäuser“, „Lohengrin“, „Rienzi“, „Der fliegende Holländer“ 138 '■»-I i iJü üi *• ■ •*#., von dem zu jener Zeit noch in der Verbannung lebenden Richard Wagner zur Aufführung brachte. Das Konservatorium, ein Musterinstitut, eines der ersten im alten deutschen Reiche, lieferte jährlich eine bedeutende Anzahl junger Musiker, um welche man sich, noch ehe sie absolviert hatten, allerorts bewarb. Einem Prager Konservatoristen stand die Welt offen und Insbesondere war es Rußland, wo dieselben die besten und einträglichsten Anstellungen fanden. Ein Prager und nicht musikalisch, war damals einfach undenkbar! Und so hat es auch mein Vater nicht unterlassen, mich musikalisch ausbilden zu lassen, umsomehr, als meine Lehrer behaupteten, ich hätte Talent. So lernte ich außer Klavier auch Violine und hatte, namentlich auf ersterem Instrument, sehr gute Erfolge zu verzeichnen. Mein Klavierlehrer gehörte dem zu jener Zeit berühmtesten Institut — Jos. Proksch an. An den Konservatorien wurden bis an das Ende der 60er Jahre nur Orchester-Instrumente gelehrt. Der im Jahre 1853 erfolgte Tod meiner Mutter brachte eine gänzliche Umwälzung in unseren Familienverhältnissen mit sich und als ich mich überzeugte, daß in meinem Vaterhause für mich nichts mehr zu hoffen sei, widmete ich mich gänzlich meiner geliebten Musik. Mein Vater führte mich auf mein Bitten zum damaligen Direktor des Konservatoriums, Herrn Johann Friedrich Kittel, welcher mich nach eingehender Prüfung unter seine Privatschüler aufnahm. Bei ihm genoß ich durch mehrere Jahre einen gründlichen Unterricht in der Musiktheorie. Später studierte ich beim Direktor des Militärmusik-Vereines, Herrn Johann Pavlis, die Instrumentierung für Militärkapellen und die praktische Behandlung der Blasinstrumente. Mach drei Jahren fleißigen Studiums und nachdem ich schon zahlreiche Werke entweder für Militärmusik transskribiert oder für andere Musikkörper eingerichtet hatte, konnte ich daran denken, mich um eine Stelle als Leiter einer Kapelle zu bewerben. Die mir von Dir. Kittel warm empfohlene Kapellmeister-Stelle beim Garde-Ulanen-Regi- 139 ment in St. Petersburg lehnte ich, den Vorstellungen meiner Stiefmutter folgend, ab. Ich habe diese Übereilung später bereut. Im Jahre 1859 starb plötzlich mein Vater. Unter den obwaltenden Umständen ein schwerer Schlag für mich. Ich wurde — damals assentpflichtig — aus Familienrücksichten vom Militär befreit, doch hatte ich vollauf zu tun, das vom Vater übernommene Geschäft auf der Höhe zu erhalten, und mit der Musik war es für eine lange Zeit vorbei. Ende 1860 fragte mich Dir. Pavlis, als ich ihn bei einem Konzert traf, ob ich nicht Lust hätte, die Kapellmeisterstelle bei einem Kavallerie-Regiment in Galizien anzunehmen. Da ließ es mir keine Ruhe mehr, und als es mir gelungen war, einen tüchtigen Geschäftsmann zu finden, schlug ich fröhlich ein. Noch im Dezember desselben Jahres saß ich, in der schmucken Husaren-Uniform, auf einem stattlichen Schimmel. Im Jahre 1863 vertauschte ich, des Lebens in Galizien überdrüssig, meine Stelle mit der bei einem Artillerie-Regiment in einer Festung in Böhmen. 3 Jahre darauf geriet ich in Hymens Rosenbande und — mitten in den Flitterwochen kam der Krieg. Die Musik wurde aufgelöst, die Trompeter rückten zu ihren Batterien ein und ich wurde, als „unobligat“ dienend, auf dem Papier der in der Festung zurückgebliebenen Ausfallsbatterie zugeteilt. Nach der Schlacht bei Königgrätz nahm ich einen Urlaub nach dem nicht weit von der Festung entfernten Aufenthaltsort meiner Frau. Hier, ganz in der Nähe des Städtchens, hatten die ersten Kämpfe stattgefunden und mit Entsetzen sah ich den Jammer, welchen ein Krieg im Gefolge hat. Der Ort hatte kaum 2000 Einwohner und erhielt 750 meist Schwerverwundete in Pflege. Ende August sah ich den Heimmarsch des 5. preußischen Armeekorps — Steinmetz — und kurz darauf erhielt ich den Befehl, unverzüglich nach Graz einzurücken, um die Musik neu zu organisieren, damit das Regiment mit klingendem Spiel in seine neue Garnison — Wien — einrücken kann. Mit dem 1. März 1868 wurden sämtliche reitende Musikkapellen der österreichischen Armee sowie auch die der Jäger und aller Extra- Chöre aufgelöst. Ich kam zu einem Infanterie-Regiment nach Graz. Im Oktober 140 1869 wurde dasselbe plötzlich mobilisiert und nach Cattaro dirigiert, wo es an den Kämpfen gegen die aufständischen Krivoscianer ruhmvollen Anteil nahm. Nach einem Aufenthalt von 6 Monaten in Klagenfurt, kamen wir wieder nach Graz zurück. Im Frühjahr 1871 erhielten wir Marschbefehl nach Innsbruck. Dies veranlaßte mich, bei dem 68. Infanterie-Regimente, dessen Offizierkorps mir von früher- her bekannt war, einzutreten. Nachdem ich mit demselben die Garnisonen Karlsburg, Herrmannstadt und Peterwardein kennen gelernt hatte, wurde das Regiment nach Budapest verlegt. Im August 1878 wurden wir binnen 36 Stunden gehoben und mittelst Schiffen nach Peterwardein befördert, wo uns der Mobilisierungsbefehl traf. Das Regiment kämpfte mit Auszeichnung bei Gorica, Breka und auf der Majevica Planina. Hier erhielten wir die Nachricht, Donja Tuzla, der Herd der Insurrektion in Ost-Bosnien, habe kapituliert. Wir rückten nun dort, nachdem das Regiment noch einige Zeit vor der Stadt biwakiert hatte, am 3. Oktober ein. Seit dem 12. September hatten wir kein Dach über unseren Köpfen gesehen. Nach fast 3 jähriger Verbannung verlegte man uns nach Erlau, nach Miskolcz und, nachdem wir genügend für den Paradedienst ausgebildet waren, wieder nach Budapest. Die Bestrebungen der österreichischen Militär-Kapellmeister, eine Altersversorgung durch den Staat zu erlangen, waren von Mißerfolg begleitet und dies bestimmte mich, den Militärdienst für immer zu verlassen. Nachdem ich fast 30 Jahre ununterbrochen gedient, schied ich Ende 1889 von dem Regimente, welches mir durch 19 Jahre eine zweite Heimat gewesen war. E. A. Große, Kapellmeister der 3. Bataillonsmusik des 9. Landwehr-Infanterie-Regi- ments — wurde am 12. Juni 1860 zu Komotau in Böhmen geboren, woselbst er auch den Elementarunterricht im Violin - und Klavierspiel genoß. — Frühzeitig in eine Militärkapelle eingetreten, dankt er seine Ausbildung dem Kapellmeister und Komponisten Alphons Czibulka. Im Jahre 1883 wandte er sich seiner Vaterstadt zu, wo er 141 I ti längere Zeit die Stelle eines Violinlehrers im gräflich Czerninschen Hause bekleidete. — 1885 erhielt er eine Stelle als Stadt-Kapellmeister in Komotau, als welcher er heute noch wirkt und nebenbei einem — 1888 errichteten — öffentlichen, staatlich konzessionierten Musikinstitute als Lehrer und Direktor vorsteht. Gleichzeitig bekleidet Große die Instruktor-Stelle der Bataillonsmusik der dortigen Landwehr. — Die von ihm komponierten Piecen finden überall großen Beifall. Mit Allerhöchster Entschließung vom 22. Januar 1895 geruhte auch Se. Majestät Kaiser Franz Joseph I., Herrn Große durch die Annahme seines patriotischen Festmarsches ,,Hoch Österreich“ für die] k. und k. Familien-Fideicommiß-Bibliothek allergnädigst auszuzeichnen. Heben diversen Ehrenämtern, die G. bekleidet, ist er Herausgeber und Schriftleiter der österreichischen Musikfachschrift „Der Kapellmeister“ in Komotau. Das vorgeschriebene Tempo für den Parademarsch der österreichisch-ungarischen Militärmusik beträgt 115—118 Schritt in der Minute. — Das Chargen-Verhältnis der Musik ist: 2 Feldwebel, 4 Korporäle, 5 Gefreite und 32 Gemeine (auch Titular-Chargen). Der musikalische Hebenverdienst der k. u. k. Kapellmeister gelangt zur Verteilung: zwischen dem Kapellmeister, der Musikmannschaft und der Musikkasse. Jedes Regiment besitzt einen eigenen Musik- fond. In demselben Verlage und in derselben vornehmen Ausstattung erscheint demnächst: „Die Militär-Musik-Dirigenten Deutschlands.“ Biographisches illustriertes Lexikon. J 142 Alphabetisches NamenS' Verzeichnis der Herren Kapellmeister. hinter dem Hamen besagt, daß auch ein Gruppenbild der Kapelle vorhanden ist. Lfde. Nr. Seite 1. Achleitner, Rudolf . 123 B 2. Bacho von Dezser, Stefan * .... 128 3. Baudis, Hans ... 40 4. Bern, Franz . . . 125 5. Benczur, Edler von Blumenfeld, Rudolf 65 6. Blaton, Anton * . . 101 7. Bobek, Rarl . . . 121 8. Borsay, Samu . . 133 9. Bures, Alois * . . 61 C 10. Cästek, Heinrich . 46 11. Cermäk, Josef . . 89 12. Cervenka, V. F. * . 33 13. Chero, Anton ... 42 14. Christoph, Theodor Adrian * ... . 46 15. Czernoch, Franz . 98 D 16. Dobes, Franz . . . 101 17. Domansky, Ferd. * 77 18. Dorfner, Felix . . 109 19. Dostal, Hermann . 46 ' 20. Faulwetter, Anton 21. Feix, Adolf. . 22. Fiala, Johann . 23. Forka, Anton . 24. Franz, Rarl * . 25. Fridrich, Anton 26. Frycaj, Richard 27. Frydrich, Franz 28. Fuchs, Christoph 29. Fucik, Julius . 138 85 54 40 105 30 132 98 109 105 30. Gedenk, Jos. . . . 126 31. Gottwald, Johann * 82 32. Grossauer, Ludwig . 65 33. Große, E. A. . . . 141 H 34. Hackensöllner, Rarl 73 35. Heller Wenzel Jos. 49 36. Heyda, Flax ... 53 37. Hock, Johann Fiep. . 37 38. Hoffmann, Franz . 28 Lfde. Fir. Seite 39. Honsa, Rar! ... 70 40. Hötzel, Eduard . . 27 4 1. Hüttisch, Franz Ant. 90 J 42. Jaksch, Franz . . . 127 43. Janda, Wenzel . . 61 K 44. Raiser, Emi! . . : 41 45. Ralensky, Johann . 106 46. Randler, Eduard . . 28 47. Rees, Rarl .... 81 48. Rerner, Eugene . . 131 49. Rocourek, A. . . . 106 50. Röhler, Anton . . . 52 51. Rohout, Leopold . . 86 52. Ronopasek, Franz . 39 53. Rostelecky, Victor . 58 54. Rräl, Josef * . . . 89 55. Rrause, Anton * . . 57 56. Rrones, Edgar . . 69 57. Rucera, Anton . . 69 58. Ruhn, Lad. .... 66 59. Russ, Franz 98 L 60. Laßletzberger, Jos. * 118 61. Lorenz, Rudolf . . 117 n 62. Flarek, Josef *.. 73 63. Fläsa, Rarl .... 97 64. Flatys, Joseph . . 113 65. Flazak, Joh. ... 73 66. Floravec, Heinrich * 42 67. Flühlberger, Rar! . 122 68. Fluiwic, fwan . . . 133 IN 69. Fieidhart, Alois . . 52 70. Fieuner, Josef ... 86 71. Fiyäry, Josef . . . 131 O 72. Oberthor, Prokop . 121 73. Obhlidal, Thomas . 85 74. Obruca, Rudolf . . 34 P 75. Pavlis, Hans . . . 126 76. Pazeller, Jakob . . 51 77. Perina, Georg . . . 50 78. Pichl, Eduard ... 39 79. Pinl, Hilderich . . 81 Lfde. Fir. Seite 80. Piro, Jos . 110 8 1. Pitschmann, Joseph 34 82. Pochmann, Wiih. * 93 83. Prax, Vincenz . . 90 84. Pretl, Adalbert . . 102 85. Pribik, Ottokar . . 51 R 86. Rezek, Franz ... 37 87. Riepl, Wilhelm * . 58 88. Roll, Rarl .... 49 89. Römeth, Rarl ... 41 90. Roob, Gustav . . 82 S 91. Sandner, Rarl * . 82 92. Scharf, Rarl * . . 70 93. Schebek, Gabriel . 123 94. Schimczik, Joseph . 46 95. Schmid, Franz . . 93 96. Schmidt, Gustav . 77 97. Schubert, Ferd. * . 94 98. Schwaiger, Eduard 57 99. Sitter, Engelbert . 102 100. Sitter, Johann * . 41 101. Sommer, Franz * . 29 102. Soutschek, Franz . 45 103. Stern, Hugo . . . 114 104. Striczl, Jos. . . . 132 105. Svec, Jg . 110 106. Svozil, Johann . . 30 T 107. Teply, Peter . . . 117 W 108. Wacek, Ignaz . . 122 109 Wacek, Wilhelm . 28 110. Wagner, J. F. . . 136 111. Wagnes, Eduard . 125 112. Weiß, Flichael . . 62 113. Wetaschek, Rar! . 78 114. Wöber, P. Ottokar 62 Z 115. Zellner, Alexander . 54 116. Zemann, Johann . 94 117. Zerownicky, EmanF 74 118. Zester, Joseph . . 114 119. Ziehrer, C. Fl. . . 134 120. Zienert, Floriz . . 30 121. Zink, Eduard. . . 118 122. iinvny, Stanislaus 27 123. Zizka, Johann . . 97 143 Inhalts-Verzeichnis. I. Abteilung. Seite 1. Vorwort des Verfassers.. III 2. Von der österreichischen Militärmusik. Einige kurze Einführungsworte zu dem Werkchen. Von Dr. Richard Batka in Prag . , . . V 3. Ein Militär-Kapellmeister des klassischen Altertums.VII 4. Regeln für Militär-Kapellmeister.VIII 5. Titel und Rang der Militär-Kapellmeister in den wichtigsten fremdländischen Armeen. 1 6. Militärmusik auf Trommeln aus Menschenschädeln. 1 7. Hugo Wolf f. Ein Gedenkblatt. 2 8. Die Abschaffung der Militärmusik in Frankreich. 5 9. Staaten, deren Ordenszeichen beim Ableben der Dekorierten nicht zurückgeliefert zu werden brauchen. 6 10. Behördlich beaufsichtigte und subventionierte Konservatorien . . 7 11. Musikschulen. 9 12. Musik-Referenten für Wiener Zeitungen und für auswärtige Blätter 10 13. Lebensalter berühmter Komponisten. 11 14. Verzeichnis der historischen Märsche und sonstigen Kompositionen für das k. und k. Heer .. 12 15. Auswahl von Programm - Beispielen. 18 16. Verzeichnis musikalischer Zeitschriften.20 17. Andenken an einen großen Geiger.23 18. Beim allerhöchsten Hoflager, Episode.24 II. Abteilung. Vorbemerkung und Erklärung der Zeichen.26 I. Kapellmeister der k. und k. Linien-Infanterie-Regimenter .... 27 II. Kapellmeister der Tiroler Kaiser-Jäger-Regimenter.122 III. Kapellmeister der bosnisch-hercegovinischen Infanterie-Regimenter 125 IV. Kapellmeister der k. und k. Kriegs-Marine.127 V. Kapellmeister der königl. ungarischen Honveds-Distrikte (Landwehr) 128 VI. Verdiente alte Kapellmeister a. D.134 Das Tempo für den Parademarsch der österr.-ungar. Militärmusik . . 142 Notiz, betr. den musikalischen Nebenverdienst der k. u. k. Kapellmeister 142 Alphabetisches Namens-Verzeichnis der Herren Kapellmeister . . . 143 III. Abteilung. Uff' Inserate (Seite 145 uff.) freundlicher Beachtung besonders empfohlen. ‘Tpü 144 Anzeigen, die wir freundlicher Beachtung besonders empfohlen halten! Die Verlagshandlung. CO o CD C/5 O tu m ** 11 * Für die Herren Avis! Kapellmeister, Musikdirektoren und Musikdirigenten. Arpa Novität für kleine Orchester: Sammlung ausgewählter und beliebter Kompositionen für 6 —17 stim. — — Streich-Orchester. Besetzung: Violine I., II., Viola, Cello, Bass, Flöte, Clarinette I., II., Oboe, Fagott Corno 1., II-, Tromba I., II., Posaune, Tambour petit und Cassa. Novität für Harmonie-(Blas-)Musik: ■ mm mm Sammlung ausgewählter und beliebter Kompositionen Jf ■ fü r 9 — 28 stim. _ — — Harmonie-(Blas-)Musik. Besetzung: Flauto Des, Piccolo Des, Clarinetto Es, Clarinetto I., II., III., B., Flügelhorn I., II., B., Flügelhorn basso B., Eufonion, Tromba I., II., III., IV., Es, Tromba B, Corno I., II., III., IV., Es, Tenorhorn I., II., B., Trombon I., II., III., Basso I., II., Tambour piccolo, Tambour grand. Die Sammlungen „Arpa“ und „Lyra“ enthalten ausschließlich Werke von nur bewährten Komponisten und zeichnen sich durch zweckmäßig, praktisch berechnete, an pikanten Effekten reiche Instrumentation, einzig dastehender Harmoniefülle, sowie ganz besonderen Melodienreichtum aus. — Das Arrangement ist derartig, daß sämtliche Werke auch schon in kleinster Besetzung leicht ausführbar und wirksam sind, ohne die vorzügliche Brauchbarkeit und Klangschönheit derselben zu beeinträchtigen. — Die Ausstattung auf handlichem, bequemen Format, in schönstem deutlichen Druck entspricht den Anforderungen der Neuzeit. — Ansichtsstimmen sind nur auf dünnem Prospekt-Papier gedruckt, die Stimmen der Originalausgaben dagegen auf festem, dauerhaftem Papiere. — Sämtliche erschienene Werke genannter Sammlungen sind tantiemefrei und wird das Aufführungsrecht nur durch Ankauf des gedruckten Noten- materials erworben. — Behufs besseren Einblickes liegt jedem Werke eine sorgfältig bearbeitete Direktionsstimme bei. — Um den beiden Sammlungen „Arpa“ und „Lyra“ die weiteste Verbreitung zu sichern, ist der Preis derselben so niedrig notiert, daß, was Eleganz, Billigkeit und Verwendbarkeit anbelangt, dieselben tatsächlich alle ähnlichen Erscheinungen anderer Verlagsunternehmungen übertreffen. Infolge dieser außerordentlich billigen Preise kann der Versandt nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder unter Nachnahme geschehen. Im ersteren Falle erfolgt die Zusendung portofrei, im letzteren Falle jedoch unter Berechnung der Porto- und Nachnahmegebühren. — Bei kleineren Aufträgen empfiehlt es sich den Betrag in Briefmarken oder per Postanweisung gleich mitzusenden, um unnötige Nachnahmekosten zu sparen. — Besteller, mit denen wir schon längere Zeit in Verbindung stehen und welche deshalb offenes Conto bei uns haben, erhalten Sendungen auch in Rechnung, bei vierteljährlicher Begleichung. Auswahlsendungen stehen gern zu Diensten und erbitte V 3 Anzahlung, für welchen Betrag Musikalien denselben entnommen werden müssen. Nichtkonvenieren- des ist innerhalb 14 Tagen franko zurückzusenden nebst Betrag für Behaltenes. In jedem Falle verbleiben die Auswahlsendungen bis zur völligen Begleichung durch Zahlung (oder Rücksendung) unser Eigentum. Nichtkonvenierende Werke tauschen wir um, wenn die Rücksendung innerhalb 8 Tagen per Packet franko nebst Porto zum Umtausch erfolgt. Per Kreuzband gesandte, sowie beschmutzte, aufgeschnittene oder zerrissene Musikalien werden unter keiner Bedingung zurückgenommen. Musik-Verlag E. A. Grosse, Komotau (Böhmen). Spezial-Verzeichnisse, sowie Probetakte auf Verlangen gratis und franko. - Musikinstrumente und Saiten mit kaiserlichem und königlichem Privilegium. Hermann Trapp - Wildstein bei Eger (Böhmen). Preisrichter bei der Ausstellung in Teplitz 1895. Vorzügliche Bezugsquelle für feinste Instrumente und Saiten aller Art unter Garantie für reine Stimmung. Direkt und billig, da in hiesiger Gegend nahe an 10000 Arbeiter der Musik- Warenbranche alle bestehenden Musikinstrumente und deren Bestandteile erzeugen. "■Flu Preiskurant gratis und franko. Lieferant für Kirchen, Theater, 1 x - 1 Musikkapellen. Vielfach prämiiert mit ersten Preisen. Export nach allen Ländern der Welt. WM Allgemeine deutsche Gewerbe-Ausstellung Aussig 1903: Goldene Medaille. Dessen Patent-Konzertzither „Sirene“ ist die vorzüglichste und vollkommenste Konzertzither der Neuzeit. Jedermann verlange Prospekt über dieselbe r - Deutsche.. -Fabrik Oscar Adler § C9, Markneukirchen in Sachsen, No. 203 empfehlen ihre weltbekannten Clarinetten, Flöten, Piccolos, Oboen, Eigene Fabrikation von Clarinetten- u. Saxophone-Blättern, per Dtzd. v. M. 1.— an. Musterblätter umsonst. Engl. Hörner, Bass- Clarinetten, Fagotts, Contrafagotts, S a x o - p hon es aller Sorten und Systeme. Preisliste frei. Beste Musik- Instrumente für Orchester, Vereine, Schulen und Hausmusik bietet in garantiert tadelloser Beschaffenheit Wilhelm Herwig,. i. 8. .. — — Illustrierte Preisliste :— erhält jeder umsonst und portofrei; doch wolle man stets angeben, welches Instrument gekauft werden soll, damit gleich die richtige Preisliste gesandt werden kann. — Reparaturen an allen Instrumenten, auch an anderswo gekauften, tadellos und billig. — Markneukirchen ist seit über 300 Jahren der Hauptort der deutschen Musikinstrumenten-Fabrikation. Alle Handlungen beziehen der Hauptsache nach von hier. . *»*• Brüder Flacht, Schönbach No. 379. Gegründet 1830. bei Eger (Böhmen) Gegründet 1830. offerieren zu billigsten Preisen in großer Auswahl: Violinen, Viola, Cello, Contrabässe, Zithern, Guitarren, Mandolinen, Klarinetten, Flöten, Pikolo, Oboe, Flügelhörner, Trompeten, Baßflügelhörner, Euphoniums, Born« bardone, Helikons, Waldhörner, große und kleine Trommeln, Cinellen, Triangel, Ziehharmonika etc. Preislisten auf Verlangen gratis u. franko zu Diensten. Reparaturen gut und billig. Sämtliche Saiten in großer Auswahl. Josef Siebenhüner, sen., Schimbach No. 372 bei Eger (Böhmen.) Streng solide und billigste Bezugsquelle von allen Gattungen Musikinstrumenten, Bestandteilen und Saiten. Reparatur-Werkstatt e. Spezialitäten: Konzert« und Solo-Violinen mit feinstem Ollack und großem, edlen Ton. Original-Copien nach den berühmtesten Meisterinstrumenten. Reinste Darmsaiten von unübertrefflicher Haltbarkeit. Patent Baß«Colophon in vorzüglicher Qualität für warme und kalte Temperatur. Patent «Triumph «Zither mit doppeltem Resonanzkörper. Unerreicht an Tonfülle und Wohlklang. Versandt unter weitgehendster Garantie. Einkauf oder Tausch alter Violinen und Cellos. Wiederverkäuferund Kapellmeister entsprechenden Rabatt. — Reichillustrierte Preisliste gratis. — Johann Basta 1 Musik«Instrumenten« und Saiten«Export in Schimbach bei Eger, Böhmen, direkte Bezugs- bez. Erzeugungsquelle, empfiehlt seine unübertroffenen Konzert-Streich- Blech- und Holz-Blasinstrumente, deren tonreiche Stimmung und äußerst leichte Ansprache seitens der P. T. Militär-Kapellmeister der k. und k. österreichischen, rußischen, türkischen, königl. rumänischen, serbischen, fürstl. bulgarischen Armeen, sowie Privat-Kapellen aller Nationalitäten in hervorragend hohem Grade anerkannt wurde. Großes Lager an garantiert haltbaren Darm- und über- sponnenen Saiten. Reparatur sämtlicher Musik-Instrumente sofort, meisterhaft und billigst. Preis-Kourante gratis und franko. i KARL MAYER früher Mitglied der k. k. Hofoper und des Philharmonischen Orchesters in Wien, derzeit in-Pension. Spezialist für Klarinetten-, Bass-, Alt- n. SaxophonMätter, Rohrm n nil stiicke für Holz-Blas-Instrumente zu Oboe, Englischhorn, Fagott u. Kontrafagott empfiehlt die beste Qualität obgenannter Artikel. Auf den größten Weltausstellungen und anderen Ausstellungen mit ersten Preisen prämiiert: Wien 1873. Philadelphia 1876. Paris 1878. Wien 1880. Triest 1882. Antwerpen 1885. Wien 1838. Wien 1892. Chicago 1893. San Francisco 1894. Wien 1898 u. s. w., so auch Paris 1900. WIEN, V., Schönbrunnerstraße 47. Offizieller Weltausstellungs-Bericht vom Jahre 1873 in Wien Gruppe 15, Seite 89 von Eduard Schelle: ln der österreichischen Abteilung verdienten vor Allem eine rühmliche Erwähnung Karl Mayer, wegen der von ihm ausgestellten Blätter und Rohre für das Fagott. Dieselben sind sehr fein gearbeitet und gewähren dem Fagottisten ein leichtes, sicheres Spiel. Weltausstellung Chicago 1893 Gruppe 158, Klasse 936: Prämiiert für die feinste Qualität von Rohren, die in der Fabrikation von Holzblasinstrumenten verwendet werden, wegen der Vortrefflichkeit der Arbeit, Ausführung und Elastizität. Weltausstellungs-Bericht Paris 1878 Gruppe II, Klasse 13 von Eduard Kremser: (Oesterreich): Karl Mayer, Tonkünstler aus Wien, brachte Rohre und Blätter für Holzblasinstrumente zur Ausstellung. Dieselben fanden wegen der vorzüglichen Qualität von Seite der Sachverständigen die vollste Anerkennung. Weltausstellung Paris 1900 Klasse 17 (Musikinstrumente): Ein Unikum ist Karl Mayer in Wien mit seinen Rohrmundstücken und Blättern für sämtliche Holzblasinstrumente, die in Musikerkreisen auf der ganzen Welt bekannt sind. Friedrich Ehrbar, k. u. k. Hof- und Kammer-Klavierfabrikant, Vize-Präsident und Juror der Klasse 17. Aus dem amtlichen Bericht des k. k. General-Kommissariats für die Weltausstellung in Paris 1900; Die Erzeugung von Rohrmundstücken, Klarinettenblättern u. dgl. in künstlerisch vollendeter Form betrachteten die Franzosen seit jeher als ihr Monopol und waren sie sichtlich verstimmt, in einem Wiener (Karl Mayer) einen bedeutenden Konkurrenten auf der Ausstellung zu finden. Geehrter Herr! Ich beglückwünsche Sie zu Ihren schönen und guten Mundstücken und haben Sie die Güte, mir von dieser Gattung zu senden. 12. August 1901. Eugene Bourdeau Professor für Fagott am Konservatorium in Paris. Geehrter Herr! Gestern abends erhielt ich Ihr schönes Etui und vier Mundstücke; das beste Modell für das französische Fagott ist jenes, wo 3 Drehungen beim ersten Ring sind. Das Etui ist sehr praktisch. Ich werde dasselbe allen meinen Schülern empfehlen. Ich danke Ihnen und seien Sie versichert, daß ich Allen Ihre Etuis und Ihre Mundstücke empfehlen werde. 16. September 1901. Bourdeau, Professor am Pariser Konservatorium. Ich habe in Paris Ihre Ausstellung gesehen und mache Ihnen mein Kompliment. Wunderschön! 16. November 1900. Wilhelm Heckei, kön. Hof-Instrumentenmacher, Biebrich am Rhein. Gegründet 1853. Daniel Fuchs, S. u. I. Hoflieferant. Wien X., Grimgasse 29 empfiehlt sich zur Ausführung aller Gattungen Musik-, Blasund Schlag - Instrumente allseitig anerkannt erstklassige, vorzügliche Qualitäten. Internationale Weltausstellung Paris 1900 Goldene Medaille. ln Vorbereitung befindet sich das Adreßbuch der Musikinstrumenten-Industrie von • • = Österreich-Ungarn. - - Interessenten und Inserenten wollen ausführlichen Prospekt verlangen . von der Verlagsbuchhandlung Leipzig. Paltur C=. Johannisgasse 3i-, Tr. D. ' J — Versand gratis und franko direkt an sämtliche Militär* und Zivil- Kapellmeister, Stadtmusik "Direktoren und Konzert-Vereine Oesterreich-Ungarns. = Auflage 2000 Exemplare. — Sicherer Insertions^Erfolg!- Der £apellmei$ter. Musik'Fachschrift für die Herren Orchesterdirigenten. Verlag von E. A. Grosse, Komotau (Böhmen). Neueste Erfindung! Tenor- Baß- Posaune mit Schopper’s Quart-F-Ventil ohne Drücker, nur eine Stahlfeder am oberen Teile des Ventils eingesetzt und mit Schnur zum Ziehen. Prämiert mit höchsten Auszeichnungen von Goldenen und Silbernen Medaillen. Robert Schopper Instrumenten - Bauanstalt Leipzig, Trompete in B mit Quart-Ventil, neuste Konstruktion, System Schopper. Mühlgasse 3. Lieferant für Militär- u. Zivilkapellen des In- u. Auslands, für Kgl. Theater und Konservatorien, für die Kaiserliche Postbehörde und Kgl. Bekleidungsämter. Spezialität: Original - Zug - Posaunen! - Trompeten! Waldhörner! Kaiserbässe! = Pauken! Trommeln! Chinesische Becken etc. Posaunen-Etui 15—20—35 Mk. Posaunen-Lederbeutel 3 Mk. Po- saunen-Zugreiniger 1 Mk. Befettungsmittel für Posaunenzüge 60 Pf., Ventil-Oel 60 Pf., in Briefmarken franko, ff. Mundstücke nach Rand- und Kesselformen. = Illustr. Katalog franko. = Josef Winter 8{ Schöner Gegründet 1827. vormals Ign. Lorenz Linz a. d. Donau. Gegründet 1827. Musik - Instrumenten - Fabrik ausgezeichnet mit höchsten und allerhöchsten Anerkennungen, sowie 29 Ehrenpreisen und Medaillen erster Klasse in Gold und Silber empfehlen ihre nach eigenem bewährten Systeme gebauten, überall als Muster anerkannte Spezialität, Metall-Blas- und Schlag-Instrumente in solider, dauerhafter Ausführuug zu mäßigen Preisen. Nicht der Billigkeit, sondern der erprobten Vorzüglichkeit wegen, bezogen wiederholt zur vollsten Zufriedenheit der österreichische k. und k. Allerhöchste Hof, sowie die ersten und größten Konzert- und Theaterkapellen, Konservatorien, Musikvereine, Musikschulen, sowie 110 Militär-Musikkapellen des In- und Auslandes etc. etc. als auch die englisch - ostindische Armee Instrumente und Trommeln aus Messing, Argentan- und echt Silber aus obiger Fabrik. Ober 3000 lobenswerte Atteste der renommiertesten Künstler anerkennen die vorzüglichen Eigenschaften der Fabrikate obiger Firma. —- Preiskonrante franko und gratis. — — -— Direkteste, reelste und beste Bezugsquelle. J. B. Eigas Musik^Instrumenten-Fabrik mit Elektrizitäts-Kraftbetrieb Graslitz (Böhmen) liefert alle erdenklichen Musikinstrumente: Trompeten v- K 24. 28 bis 40. Flügelhorn v- K 29, 32 bis 40. Baßflügelhorn v- K 40, 46 bis 58. Euphonium v- K 44, 50 bis 62. Waldhorn v- K 52, 58 bis 66- Bombardon v- K 56, 60, 72, 80, 90, 100 bis 120. Helikon v- K 82, 88, 102, 120, 140, 160 bis 200- Clarinetten A, B, C v- Grenadilh- mit 5 Klappen K 15, 60, mit 8 Klappen K 26, mit 10 Klappen K 33, mit 15 Klappen K 52. Zither v. Ahorn mit Schlüssel, Ring und Papp-Etui K- 12, 14, 16 bis 20- Zither, Halb-Palisander, mit Schlüssel, Ring und Papp-Etui K 28, 32, 34, 38, 40, 50 bis 100. Violinen zum Lernen v- K 6, 8, 10, Konzert-Violinen v- K 16, 20, 24, 28, 40 bis 60. Violinbogen v- K 1-20, 1-40, 1.80, 2.20, 3.40, 4, 6 bis 20. Harmonika von K 6, 10, 15, 20 bis 60. Reparaturen liefert prompt und billig. Liefert sämtliche Instrumente unter Garantie. Illustrierte Preisliste gratis und franko. Für üie Herrn Kapellmeister und Musiklehrer entsprechender Rabatt. 12 bis Paris 1900. i*r Goldene Medaille St. Louis 1904, Gegründet 1840. Gegründet 1840. V. Kohlert’s Söhne, Graslitz i. Böhmen k. k. priv. Musikinstrumenten-Fabrik mit Dampfbetrieb; empfehlen ihre bestausgestimmten Musikinstrumente aller Art und deren Bestandteile. Spezialitäten: Feinste Solo-Instrumente für Militär- und Orchestermusik, wie Flöten, Clarinetten, Piccolos, Oboen, Englischhörner, Bassclarinetten, Fagotte, Contra* fagotte und Saxophones etc. aller — = Systeme. — Vorzügliche Blechblas*, Schlag* und Streich*Instrumente etc. Illustrierte Kataloge gratis und frank U (i. rgf**t*r* r £ i« >.J*£ V- ’tv ft iJ*! *U "V- P=sr mmm ■vfc°r. ‘* 3 **?%* ISt. :