Wiener Stadt-Bibliothek 12 6 277 A &sk fieweaKt 3 ** ws& sg^fJliSl ■^adtsi*. S®&r ■^PftfcsÖJSfc 4»- 'kV ;ä;V. ^V^; & -;- ; v-.--.aa » jjf-S" Wl x-s - « 3 ^' ,*££ä. fcäSES'isfcÄStoäi Ü&^lS Der Zionismus Herausgegeben von der Wiener Zionistischen Vereinigung. Wien 1913. Verlag der Wiener Zionistischen Vereinigung. Buchdruckerei Helios, Wien, IX. Vorwort. ie vorliegende Abhandlung, die uns das Mitglied des Zionistischen Distriktskomitees für Innerösterreich, Herr Julius Lö wy, in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellte, erfüllt die Aufgabe, die Grundgedanken, die Ziele und die Entwicklung der zionistischen Bewegung kurz und leicht verständlich darzustellen. Diese Eigenschaft macht sie zu einer geeigneten Broschüre für die jüdische Jugend, unter der sie unserer Idee neue Anhänger gewinnen möge. Wien, im Mai 1913. Wiener Zionistische Vereinigung. 1 jit 1 fi tyy, Die tragende Idee im Volksleben. Vieles ist schon gesagt und geschrieben worden über das Lebensalter der Völker, und durch die mechanische Uebertragung der Erfahrungen, die man beim einzelnen Individuum macht, auf das Leben der Gesamtheit ist man vielfach zu Schlüssen gekommen, die auf den ersten Moment bestechen, doch bei näherem Zusehen sich als vollkommen irrig erweisen. So hat man geglaubt, daß, wie das einzelne Individuum, so auch ganze Völker und sogar Rassen, wenn sie einen gewissen Zeitabschnitt hinter sich haben, zum Sterben bestimmt seien, daß nichts ihr Dasein zu verlängern vermöge, und hat gemeint, daß ebenso wie der einzelne Mensch seinen Lebenslauf in wenigen Jahren durchmißt, dann wieder der andere in die höchsten erreichbaren Jahre gelangt, daß ebenso dem einen Volk ein kurzes, dem anderen ein langes Leben beschieden sei, Fügungen des Schicksals, in die man sich einfach einordnen müsse. Wenn man aber sieht, daß auf der einen Seite gewissen germanischen Völkerschaften, wie etwa den Goten, nur eine Lebensdauer von wenigen Jahrhunderten beschieden war, während wir das ägyptische Volk durch sechs Jahrtausende seiner Existenz begleiten können, schiene es nicht, als ob wir es einmal mit einem Jüngling zu tun hätten, der trotz äußerer Kraft und Schönheit von Anfang an den Keim des Todes in sich trug, und das anderemal mit einem Individuum, das von vorneherein zu einem Methusalem bestimmt war? Es wäre irrig, sich solchen Anschauungen hinzugeben und aus ihnen für die Existenz der heute bestehenden Völker, speziell für die Existenz des jüdischen Volkes irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen. Denn das Leben der Völker ist nicht wie das des einzelnen Menschen abhängig von der mehr oder minder vollkommenen Konstitution seiner einzelnen Organe, nicht bloß abhängig von der Schwere des zu führenden Daseinskampfes, und ist am allerwenigsten von vernichtenden physischen Krankheiten bedroht, sondern die Existenz eines Volkes ist einzig und allein bedingt davon, wie ein Volk es vermag, sich den bestehenden tatsächlichen Lebensverhältnissen anzupassen und ob es imstande ist, seinen Geist derart zu dirigieren, daß es sich die für seine Daseinsmöglichkeit notwendigen Bedingungen zu schaffen vermag. Das römische Volk, das etwa 1 * 4 im achten vorchristlichen Jahrhundert in die Geschichte eintritt, das eine Höhe erreicht, die nur wenigen Völkern zu erreichen beschieden war, geht zugrunde, nicht etwa an einer körperlichen Erschöpfung oder durch epidemische Krankheiten, sondern es verschwindet, weil es, zur Weltherrschaft gelangt, nicht versteht, sich diesen Verhältnissen anzupassen, weil es sich infizieren läßt von dem Gift, das Wohlleben und Reichtum aus einem absterbenden Orient gebracht haben, und weil es die hergebrachten Tugenden der Tapferkeit, Vaterlandsliebe und Abhärtung nicht so weit zu modifizieren vermag, um den Daseinskampf des Riesenstaates weiterführen zu können. Man kann dies vielleicht dahin zusammenfassen und schärfer aussprechen: daß das römische Volk die tragende Idee für sein Dasein verlor. Ueberall, wo wir das Sterben eines Volkes beobachten können, sehen wir den Verlust der tragenden Idee als Ursache und das fällt in letzter Linie wieder zusammen mit dem Verlust des Volksideals. Es wäre leicht, an Beispielen, angefangen von den Assyrern und Medern bis hinauf zu den Goten und Byzantinern, die Richtigkeit dieser Behauptung zu erweisen, und wenn wir sehen, daß die sogenannten wilden Völker, ganz besonders jene der Südsee, unter der Berührung der europäischen Zivilisation dahinschwinden wie Schnee in der Sonne, so lassen hier die Forschungen der modernen Ethnographie keinen Zweifel darüber, daß auch hier der Verlust der tragenden Idee, wenn auch in übertragener Bedeutung, diesen Effekt hervorbringt, Unter der Einwirkung der Zivilisation verlieren diese Völker die Lebensfreude, das ist dort die tragende Idee, und sie sterben am einfachen Mangel an Lebenswillen. Wir haben damit ein entscheidendes Moment in der Mechanik des Völkerlebens berührt, den Lebenswillen, der in verschiedene Formen vermummt uns immerfort in der Geschichte begegnet. A Das jüdische Volkstum. Nach jeder Richtung hin ist das jüdische Volk eine Ausnahme unter allen übrigen Völkern dieser Erde. Schon seine Lebensdauer ist ein Unikum. Mehr als drei Jahrtausende liegen hinter uns, drei Jahrtausende, die die mächtigsten Reiche, die größten Nationen so verschwinden sahen, daß heute nur mehr moosbewachsene Steine mit halbverwiscbten, rätselhaften Inschriften uns Kenntnis geben von ihrer Existenz. Doch nicht nur darin bedeutet das jüdische Volk eine Ausnahme. Noch viel mehr ist dies der Fall, wenn wir sehen, daß es in dieser langen Periode wiederholt in einen Dornröschenschlaf versunken war, der dem unkundigen Auge als Vorbote des Todes erscheinen mochte, der aber doch nur sich später als ein Präludium erwies für ein neues Erstehen. Bevor jedoch die Gründe untersucht werden sollen, welche diese unsere rätselhafte Historie erklären können, muß wohl die Frage aufgeworfen und erörtert werden, ob wir Juden eigentlich ein Volk sind oder nicht etwa eine bloße Religionsgenossenschaft, zerstreut unter den übrigen, von ihnen nur geschieden durch ein Glaubensbekenntnis, und ob es nicht eine groteske Marotte ist, mehr als 1800 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems von einer jüdischen Nation sprechen zu wollen. Halten wir uns die Definition des Begriffes »Volk« vor Augen. Ein Volk ist eine Gemeinschaft von Menschen, die gleichen Ursprung annimmt und geeinigt ist durch eine gleiche Geschichte, eine gleiche Tradition, gleiche Interessen und dem überall in gleicher Weise sich aussprechenden Willen zum Volkstum. Es wird wohl niemandem einfallen können, die hier positiv gegebenen Kennzeichen leugnen zu wollen ♦ aber manch einer wird vielleicht behaupten: das genüge nicht, um ein Volk zu konstruieren. Zum Volksbegriff gehöre noch die Einheit der Sprache, gehöre ein Landbesitz. Die Einheit der Sprache: Es wäre höchst einfach zu erweisen, daß wir im Hebräischen eine Sprache haben, die wohl schon durch das, was sie der Menschheit gegeben, allen Anspruch darauf hätte, nicht weiter in Diskussion gestellt zu werden. Wenn man aber einwenden wollte, die Sprache sei doch im wesentlichen eine tote, nur eine geringe Anzahl von uns empfinde sie als lebendig, so ist dagegen zu antworten: wenn dem wirklich so wäre, wenn das Hebräische eine vollkommen tote Sprache wäre, was sie ja nicht ist, so würden wir trotzdem nicht aufhören, ein Volk zu sein. Es ist wohl noch niemand eingefallen, die Iren als Volk leugnen zu wollen, obzwar ihre Sprache wirklich tot ist und erst in letzterer Zeit die Versuche, sie lebendig zu machen, begonnen haben, und die Iren fast ausnahmslos nur englisch sprechen. Niemand kann behaupten, die Iren seien Engländer, schon aus dem Grunde nicht, weil diese letzteren sich als Germanen fühlen, während die Iren sich das Bewußtsein ihres keltischen Ursprungs durchaus rein erhalten haben. Man denke übrigens an das belgische Volk, von dem schon Cäsar erzählt, daß es ein solches gegeben habe und das heute zum Teil französisch, zum Teil vlämisch spricht. Viel wichtiger erscheint vielen der Mangel eines eigenen Landes und der Mangel einer geschlossenen Siedelung. Hier zeigt eine einfache Ueberlegung die Unrichtigkeit und Unlogik des Gedankenganges. Nehmen wir als Beispiel ein beliebiges Volk, das als solches unbedingt anerkannt 6 wird, etwa die Albaner, und denken wir uns, daß ihr Land zwischen Serbien, Montenegro und Griechenland aufgeteilt wird und daß nun die Albaner, also die autochthone Bevölkerung samt und sonders aus Albanien vertrieben wird. Wird jemand deswegen behaupten wollen, daß das albanische Volk zu existieren aufgehört hat? Genau so geht es mit uns Juden. Daß wir bis zur Zerstörung Jerusalems und bis zur Vertreibung durch die Römer ein Volk waren, hat noch niemand geleugnet; daß wir es durch Jahrhunderte und mehrere Jahrtausende im Bewußtsein der übrigen Völker * geblieben sind, beweisen unter anderem die Edikte, die noch unter Kaiser Franz erlassen wurden und die stets nicht etwa von einer jüdischen Glaubensgenossenschaft, sondern ausdrücklich von einer jüdischen Nation sprechen. ^ Hier sei gleich bemerkt: Dieses unser Bekenntnis zum jüdischen Volkstum kann uns nirgends und in keinem Staate in Konflikt zu unserer Bürgerpflicht führen. Der moderne Staat hat zunächst nicht allein Anspruch auf die bloße Erfüllung der bürgerlichen Pflichten, sondern vor allem auf die innere Wahrhaftigkeit und Charakterfestigkeit seiner Glieder. Wenn wir Juden die Forderung nach Entfaltung unserer kulturellen Kräfte auf einem eigenen Territorium stellen, so geben wir auch nicht im geringsten den Anspruch auf unsere volle und uneingeschränkte Gleichberechtigung überall dort auf, wo wir leben. Wir erfüllen unsere Staatsbürgerpflichten gern und aufrichtig. Wir sind überall staatsbildend und staatserhaltend, Und nur böswilliges Denunziantentum kann unser nationales Bekenntnis (den Zionismus) zur Forderung nach Ausnahmsgesetzen für Juden benützen. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß wir innerhalb des Judentums keine staatlichen Grenzen anerkennen, sondern das Judentum auf der ganzen Welt als ein einziges unteil- * bares Ganzes betrachten, dem dieselben Rechte zustehen wie jeder anderen Nation. Aus den verschiedenen in Sprache und Gewöhnung entstandenen »Judentümern« schaffen wir ein einziges großes jüdisches Volk, das niemals an das * Recht vergessen kann, das mit ihm geboren ist. * . * * An der oben eingewendeten Negation des Volkes bei dem Mangel eines eigenen Landes und einer geschlossenen Siedelung ist freilich ein Körnchen Wahrheit vorhanden, insofern, als die meisten wohl empfinden, daß ein Volk, dem es nicht vergönnt ist, auf eigener Scholle zu leben, schließlich im Kampfe um seine nationale Existenz zugrunde gehen muß. Doch wird auch hier der Einwurf erhoben, wenn dies auch immer richtig sein mag und bei allen Völkern zutreflen sollte, für uns Juden könnte das nicht gelten. Haben wir doch seit den Tagen des Titus und Hadrian ohne eigene Scholle, ohne väterliches Land uns erhalten, haben wir Jahr- 7 hunderte der Verfolgung überstehen können. Warum sollte es jetzt, gerade jetzt notwendig sein, dem jüdischen Volke ein eigen Heim zu erwerben, warum sollte es auch nicht weiterhin unter den anderen Völkern, in der Diaspora bestehen bleiben ? Als nach heldenmütiger Verteidigung, nach einem Kampfe, wie einen zweiten seinesgleichen die Geschichte kaum kennt, Jerusalem gefallen war, da war es ein Mann mit bewundernswert klarem Blick, der erkannte, welche Gefahr , seinem Volke aus dem Verlust des eigenen Bodens erwachse, und der voll Größe der Konzeption seinen Brüdern ein Mittel gab, diesen Verlust zu verschmerzen und zu überdauern. Es war dies Jochanan ben Sakkai, der den im Volke lebenden theokratischen Zug, sein starres Festhalten an dem Glauben der Väter so mächtig auszugestalten wußte, daß die Religion der gemeinsame Boden wurde, auf dem sich alle trafen. Und tatsächlich können wir sehen, wie durch die ganze lange Dauer des Mittelalters bis hinein in die Zeit der Aufklärung das Judentum auf der von Jochanan ben Sakkai gegebenen Basis sich erhielt, wenn es auch naturgemäß nicht zu einer freien Entfaltung gelangen konnte. In demselben Maße, als die Gedanken, die die französischen Philosophen und in ihrer weiteren Folge die Revolution in die Köpfe der Menschheit pflanzten, an Boden gewannen, in demselben Maße mußte der Boden weniger tragfähig werden, auf dem das Judentum fußte. Von den Zeiten etwa des Moses Mendelssohn bis in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhundertes bröckelt das Judentum immer mehr ab und droht in den anderen Völkern einzusickern. Moses Mendelssohn selbst mußte es erleben, daß seine ganze Familie abfiel, und wer heute die alten Register $ der Berliner jüdischen Gemeinde durchblättert, wird staunend bemerken, daß von den damals in Berlin wohnhaften jüdischen Familien kaum eine mehr als solche existiert. So schien das Schicksal des Judentums besiegelt. Auf der einen Seite m die Aufklärung, die die Religion als solche immer mehr entwurzelte, auf der anderen Seite ein kosmopolitischer Zug, der sich insbesondere nach der Revolution des Jahres 1848 immer mehr breit machte. Die Zeit schien nicht mehr ferne, da der letzte Jude als Kuriosum, als ein Ueberbleibsel einer vergangenen Welt über die Erde wandern sollte. Doch es kam anders. Gerade als der Taumel der Verbrüderung am höchsten schien, als wir Juden uns einbildeten, nur Menschen und sonst nichts sein zu dürfen, wurden wir durch die antisemitische Bewegung, die mit ungeheurer Kraft aufflammte, daran gemahnt, daß mit dem »nur Menschen sein« schließlich doch nicht auszukommen sei. Schon durch Napoleon I. war die nationale Bewegung zu ungeheurer Stärke emporgewachsen. Als dann durch Bismarck und Moltke die Einigung des Deutschen Reiches sich vollzog, die Bezeichnung 8 »Deutscher« zu einem stolzen Beiwort wurde und die Machtmittel des Reiches jedem einzelnen das Bewußtsein gaben, einem Volke anzugehören, das mit Blut und Eisen sich sein eigen Heim gebaut hatte, in dieser Stunde war der psychologische Moment gegeben, wo der Jude erkennen mußte, daß er als einziger Mensch ohne Nation nicht existieren könne. Sein Versuch, bei fremden Nationen Eingang zu finden, stieß auf selbstverständlichen heftigen Widerstand. Das Resultat war das erneute Auftreten des Antisemitismus, den die nüchterne, rechnerische Logik der Enzyklopädisten und der Deklarateure der Menschenrechte nicht hatte überwinden können. Der Zionismus. Es wäre aber vollkommen verfehlt, den Antisemitismus als Ursache der modernen jüdischen Renaissancebewegung bezeichnen zu wollen. Es kommt ihm höchstens die Wirkung zu, das, was geschehen mußte, zu beschleunigen und seine Notwendigkeit dort zu demonstrieren, wo man vielleicht aus Verbohrtheit und Indolenz nicht daran glauben wollte. Denn so lange es Juden gab, deren höchstes Ideal es nicht war, das Judentum verschwinden zu sehen, die stolz waren auf diese Zugehörigkeit zu dem adeligsten Volk der Erde und auf die Erbschaft einer Tradition, die der Menschheit die Grundlage ihrer Ethik gegeben hatte, solange es solche Juden gab und sobald der nationale Gedanke von Europa Besitz ergriffen hatte, sobald mußte auch die jüdische Renaissance erwachen. Wie alle großen Ideen entsprang sie nicht Athenen gleich fertig aus dem Haupt des Vaters Zeus; sie hatte wie alles Gewordene ihre Entwicklungsstadien, und gerade darin, daß sie organisch geworden ist, liegt die Gewähr für ihre Dauer. Moses Heß und Leo Pinsker gehört die Ehre, in ihren beiden grundlegenden Werken »Rom und Jerusalem« und »Auto-Emanzipation« die ersten Fundamente gelegt zu haben, auf denen das Gebäude des national gerichteten, zionistisch denkenden Judentums erstehen sollte. Es waren sozusagen große gewaltige Blöcke, die sie herbeibrachten, und zu gleicher Zeit sah man in Rußland die urtiefe Liebe zum Lande Palästina selbstlose Männer antreiben, in mühsamer, zäher Willensarbeit Fuß um Fuß des heiligen Landes ihrem Volke zu gewinnen. Die Kattowitzer Konferenz im Jahre 1882 stellte den ersten Versuch dar, aus den Teilen ein Ganzes zu schaffen. Doch es war erst dem Genius Theodor H e r z 1 s Vorbehalten, die Blöcke, die herbeigeschafft waren, zusammenzufügen, aus ihnen den Bau zu formen, der solange, bis das jüdische Volk sein eigen Heim haben wird, 9 uns Juden in der Diaspora als Wohnung und Feste dienen soll. Herzl war es, der die Idee der Wohltätigkeit als Volksrettung aus dem modernen Gedankengang eliminierte und den politischen Zionismus begründete — als Logik des Judentums. Der Gedanke, den Herzl zur Wirklichkeit umschuf, besteht darin: Ein Volk kann nur durch den eigenen Volkswillen erhalten und gerettet werden. Ein Volk muß den Glauben an sich selbst haben, an sich und seine Zukunft, wenn es erhalten bleiben will. So schuf er uns das, was uns die Lebensmöglichkeit gab, die tragende Idee des Volkstums, von der bereits im Eingang gesagt worden ist, daß ihr Verlust oder Mangel ein Volk zum Tode verurteilt. Die letzten Ziele des Zionismus sind ausgesprochen im Baseler Programm, wie es von dem ersten Baseler Kongreß (August 1897) formuliert wurde: DerZionismus erstrebt für das jü dische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Die Organisation. Der Verwirklichung dieses Programmes dient die Organisation. Wie zur biblischen Zeit eine Zählung des Volkes nur in der Weise vorgenommen werden durfte, daß jeder einzelne eine gewisse Geldmünze, den halben Schekel, ablieferte und diese Schekel dann gezählt wurden, so ist auch die Organisation des Zionismus auf den Schekel aufgebaut. Jeder, der sich zum Zionismus bekennt, das heißt der auf dem Boden des Baseler Programmes steht, erklärt seine Zugehörigkeit zur Organisation er-st dadurch, daß er einen Schekel erwirbt. Damit ist er Zionist und hat sich einem der bestehenden zionistischen Vereine anzuschließen. Die Vereine eines Kronlandes bei uns in Oesterreich bilden zusammen den Distrikt, doch können naturgemäß, wenn äußere Umstände dies verlangen, mehrere Kronländer zu einem Distrikt vereinigt werden. Die Leitung des Distriktes steht dem Distriktskomitee zu, das auf Grund der organisatorischen Bestimmungen von den Vertretern der Vereine, dem Distriktstag (Legislative) als Exekutive gewählt wird. Sämtliche Distrikte Westösterreichs bilden die westösterreichische Landesorganisation, welche sich ebenfalls auf Grund besonderer Bestimmungen auf dem Zionistentag das Zentralkomitee wählt. Natürlich gibt es auch entsprechende andere Organisationsformen; so sind, um mögliche Konflikte der Bekenner extremer Weltanschauungen zu vermeiden, Bestimmungen getroffen, wonach sich die rechtsstehenden, orthodoxen Bekenner des Zionismus 10 (Misrachi) und die linksstehenden, sozialdemokratischen (Poale Zion) in eigene Organisationsgruppen, den sogenannten Föderationen, vereinigen können. Die Gesamtheit der verschiedenen Landesorganisationen findet sich auf dem Kongreß zusammen, der sich alle zwei Jahre versammelt. Dieser Kongreß repräsentiert die höchste Vertretung des Zionismus. Jeder organisierte Zionist hat durch die Zahlung des Schekels zugleich das Recht, zum Kongreß zu wählen, um dadurch an der politischen Gestaltung des Gesamtjudentums mitzuwirken. Im allgemeinen wählen je 200 Schekelzahler auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes einen Delegierten zum Kongreß. Eine Unterscheidung nach Geschlechtern findet nicht statt. Der Kongreß hat die prinzipiellen Fragen zu entscheiden, die den Zionismus und damit die Lebensinteressen des Judentums betreffen, und wählt schließlich, analog den unterstehenden Tagungen der Distrikte und Landesorganisationen als vornehmste Legislative die oberste Leitung der zionistischen Organisation, das (derzeit 23gliedrige) Aktionskomitee, welches wieder fünf seiner Mitglieder, das Engere Aktionskomitee, als ständige oberste Leitung der Gesamtorganisation entsendet. Finanzielle Institutionen. So sehen wir in diesem Aufbau die logische Verbindung der Exekutive und Legislative, um mit den in der modernen Staatskunst gebräuchlichen Ausdrücken zu sprechen, aufgebaut auf der Basis einer breitesten Demokratie, wie sie in dieser Vollkommenheit noch nirgends zur Durchführung gekommen ist. Der Kongreß repräsentiert auf diese Art den obersten Ausdruck des Gesamtwillens des jüdischen Volkes und das Engere Aktionskomitee in Gemeinschaft mit dem Aktionskomitee das oberste Exekutivorgan dieses Willens. Soll aber der Wille zur Tat werden, dann bedarf es einer Anzahl von den speziellen Zwecken angepaßten Instrumenten und diese werden repräsentiert durch die verschiedenen Institutionen, die im Laufe einer eifrigen, nun sechzehnjährigen Tätigkeit das jüdische Volk sich selbst gegeben hat. Da steht in erster Reihe der Jüdische Nationalfonds. Er ist dazu bestimmt, Land in Palästina zu erwerben, das nicht Privateigentum eines einzelnen, sondern Allgemeinbesitz des ganzen Volkes werden und bleiben soll. Der Nationalfonds hat heute die Höhe von 4 Millionen Kronen bereits überschritten; eigentlich sehr wenig, wenn man bedenkt, welche Kapitalien die jüdischen Finanzmächte sonst in Bewegung zu setzen vermögen, aber doch unendlich viel, wenn man sich vor Augen hält, daß diese Summe Heller um Heller, Kopeke um Kopeke zusammengetragen wurde von den 11 Aermsten unseres Volkes, und daß gerade jene, die am ärmsten an Besitz, doch am reichsten erscheinen an Liebe zum Volk und zu den idealen Zielen, die der Zionismus verfolgt. In dieser pfennigweisen Zusammentragung ist der Nationalfonds, ins Praktische umgesetzt, der Wille des über die ganze Erde zerstreuten Volkes, sich zusammenzufinden auf dem Boden, den unsere Brüder sich oder ihren Nachkommen erwerben wollen. Ergänzende Institutionen zum Nationalfonds sind die Oelbaumspende, aus deren •f» Mitteln die Aufforstung des heute zum großen Teile verkarsteten Landes durchgeführt werden soll, aus der Oelbaum- wälder angelegt werden sollen, die so dazu beitragen, das Land jener Blüte zuzuführen, die es einst zur Zeit unserer Väter besaß. Die Landspende soll es jedem ermöglichen, durch einen Beitrag von K 50 im Wege des Nationalfonds das alte heilige Gebot zu erfüllen, wonach jeder Jude ein Stück palästinensischen Bodens sein Eigen nennen soll. Repräsentieren die angeführten Schöpfungen im wesentlichen Einrichtungen, die aus dem Gefühle des jüdischen Volkes für das alte, angestammte Land ihre Daseinsmöglichkeit ziehen, so soll die Jüdische Kolonialbank (I. C. T.) die den modernen kommerziellen Einrichtungen angepaßte Institution darstellen, die den Zwecken des Zionismus dient. Auch dieses Institut ist dem demokratischen Geist des Zionismus angepaßt und die Anteile sind in Abschnitte zum Betrag von 1 Pfd. Sterl. — K 24 eingeteilt, um es jedem Juden zu ermöglichen, Mitteilhaber dieses Instituts zu werden und diesem auf solche Weise mit Recht den Namen einer jüdischen Nationalbank zu geben. Die Zentrale befindet sich in London, doch den Bestrebungen der Bewegung gemäß sind Unterinstitute geschaffen worden, töchterliche *• Bankinstitute, die Anglo-Palestine Company (Einge- getragenes Kapital 100.000 Pfd. Sterl.) und die Anglo Levantine Banking Company (Eingetragenes Kapital ' 100.0C0 Pfd. Sterl.), die in Palästina oder seiner Nachbarschaft selbst in ausgiebiger und freierer Weise für die Befruchtung des Landes durch Kapitalien wirken sollen, als dies bei einer von einer entfernteren Zentrale geleiteten Anstalt möglich wäre. Die Palestine Land D e v e 1 o p e m e n t Comp any, die Palästina-Landentwicklungsgesellschaft hält sozusagen die Mitte zwischen Nationalfonds und Bankinstituten, indem sie die praktische Durchführung der Urbarmachung und Parzellierung des vom jüdischen Privatgeld erworbenen Landes in die Wege leiten soll. Eine Zentralstelle für die verschiedenen in allen diesen Einrichtungen konzentrierten Bestrebungen bildet das im Jahre 1908 errichtete Palästinaamt in Jaffa, das praktisch durch die Erteilung von Ratschlägen und Beschaffung von Informationen, durch Ebnung der Wege und juristischen Beirat die Tendenzen des 12 Zionismus fördert und auf der anderen Seite auch die wissenschaftlichen Ziele nicht aus dem Auge läßt und durch entsprechende Vorkehrungen die Erforschung des Landes, seine kulturelle und materielle Aufschließung vorbereitet. Kulturarbeit des Zionismus. Die letzten Ziele unserer Bewegung liegen aber nicht allein in der neuerlichen Ansiedlung der Juden in Palästina und in der privatrechtlichen Erwerbung des Landes. All dies wäre zwecklos, wenn es nicht eine Vorbereitung darstellen würde für das Wiedererwachen des jüdischen Geistesund den Neuaufbau der jüdischen Kultur. Denn ein kulturloses Judentum ist ebensowenig denkbar, wie es wertlos wäre. Kulturloses Judentum ist ein innerer Widerspruch, und obzwar die Er- reichuug des Endzieles gewiß noch nicht nahe bevorstehend ist, obzwar jeder einzelne unendlich Mühe und Arbeit zu leisten hat, um unseren Idealen nahezukommen, regt sich doch mächtig das Bedürfnis, das Letzte, den Aufbau der jüdischen Kultur, die nur auf dem Boden unseres heiligen Landes erwachsen kann, schon jetzt in Angriff zu nehmen. Diesem Zwecke dient in glücklichster Weise das hebräische Gymnasium in Jaffa, das zur Zentrale der hebräischen Renaissance in Palästina geworden ist. In der kurzen Zeit seines Bestehens war es ihm vergönnt, getragen von der Liebe und Begeisterung seiner Lehrer, Schüler und Freunde, Ansätze zu zeigen, die wir wohl bald als herrliche Blüten werden feiern können. Hier ist in Wahrheit der Neubeginn des jüdischen Lebens und das Aufblühen der hebräischen Sprache; ihre organische und notwendige Entwicklung erfolgt von hier aus, und in dieser Anstalt, die den Namen Herzls trägt, werden die Prämissen für all das geschaffen, was künftigen Generationen als etwas Selbstverständliches erscheinen wird: für den Eintritt des jüdischen Volkes als selbständiges Ganzes in den Wettbewerb der Geister. So fügt sich Stein um Stein zu dem Zukunftsbau, den wir aufzuführen bereit sind. Wohl sind es erst die Fundamente, die wir legen, aber eben darum muß hier die Arbeit um so solider sein, um das Gebäude, das erstehen soll, tragen zu können. Das Land war durch fast zwei Jahrtausende der Kultur entzogen, ein Tummelplatz wilder Kämpfe zwischen Abendland und Orient, den Segnungen des Geistes entrückt. Was im Laufe dieser Zeiten der Fortschritt geschaffen hat, muß nun mühselig hinübergetragen und der Art des Landes entsprechend umgeprägt werden. So hatte Palästina eigentlich bis zur Zeit, da wir unsere Arbeit begannen, kaum eine moderne Stadt, nicht einmal eine moderne Straße, und nun 13 ist in Tel-Awiw, dem jüdischen Stadtviertel von Jaffa, eine Schöpfung entstanden, das vorbildlich für ganz Palästina, ja den ganzen Orient ist. All den neuen Errungenschaften der Hygiene, des Fortschrittes im Wohnungsbau, allen Bedürfnissen nach Luft und Licht ist hier unter der befruchtenden Einwirkung zionistischer Denkung reichlich Sorge getragen. Ebenso wie die jüdischen Siedelungen Musterdörfer sind, wie man solche wohl nicht leicht in der Alten Welt findet. Das Arbeiterproblem. Unserer Kolonisationsarbeit stellte sich bisher ein fast unüberwindliches Hindernis entgegen; der Jude, durch Jahrtausende dauernde Gewöhnung an aufgezwungene Verhältnisse in erster Linie zur geistigen Arbeit herangezogen, schien in jenen Landen, die das Hauptkontingent der jüdischen Auswanderung stellen, wenig befähigt, die nötige Zahl von landwirtschaftlichen Arbeitern aufbringen zu können, die die ungeheure Summe von Vorarbeiten zu leisten hatten. Tatsächlich. war der jüdische Bauer darauf angewiesen, den eingebornen Araber als Landarbeiter zu verwenden, um den empfindlichen Menschenmangel zu bekämpfen. Tn diesem Umstande lag eine ernste Gefahr; vor allem die, daß der rückständige Fellache, durch die moderne jüdische Arbeitsmethode ausgebildet, im Lande selbst ansässig, zu einem gefährlichen Mitkonkurrenten werden konnte. Dieses wirtschaftliche Gefahrsmöment erhält eine tiefe nationale Färbung dadurch, daß der Boden nicht nationalisiert werden könnte. Denn nach einem unbestreitbaren ökonomisch - sozialen Gesetz wird der Boden nur der Besitz dessen, der ihn bebaut. Der Mangel an jüdischen Arbeitern fiel umsomehr ins Gewicht, als der Zionismus, der ja eine moderne soziale Bewegung ist, sich mit dem Gedanken vertraut machen mußte, daß Palästina erst dann jüdisch sein werde, wenn neben einem Bauernstände auch ein national fühlender und freiheitlich denkender Arbeiterstand geschaffen sein wird, der aus eigenem, wohlverstandenem, wirtschaftlichem Interesse am Lande hängt. Der jüdische Arbeiter leidet in den Ländern des Galuth noch weit mehr als der andere Jude an dem jüdischen Elend. Er krankt, wie Heine sagt, an Judentum und Armut. Die Wiedergeburt des Judentums wird auch diesem Kinde unseres Volkes die Möglichkeit geben, seine Forderungen nach freier Arbeit im Rahmen des sich entwickelnden jüdischen Volkslebens erfüllt zu sehen. In dem Augenblick, als die politisch-zionistische Organisation die frühere philanthropische Kolonisation ablöste, mußte sie darauf bedacht sein, einen jüdischen Arbeiter- 14 stand in Palästina zu schaffen. Dies wird auf zweierlei Art durchgeführt. Einerseits ergab sich eine teilweise Lösung durch die Wanderung der Yemeniten. Im südarabischen Yemen sind seit urvordenklichen Zeiten Juden ansässig, deren Verhältnisse speziell in der letzten Zeit durch den immerwährend anwachsenden mohammedanischen Fanatismus, durch die Hegemoniekämpfe zwischen Arabern und Osmanen unerträglich geworden waren. Es kam infolgedessen unter ihnen zu einer Auswanderungsbewegung, die sich nach Norden, nach Palästina erstreckte, wo bereits eine ansehnliche Zahl ihrer Stammesbrüder in den jüdischen Kolonien*) Eingang und Arbeit gefunden hatte. Gewöhnt an ein südliches Klima und gestählt durch generationenlange Arbeit auf einem steinigen, unergiebigen Boden, waren sie förmlich das providentielle Element für unsere Pionierarbeit in Palästina. Mit konzentrierter Kraft ist die zionistische Organisation darangegangen, diese yemenitischen Juden nach dem Lande ihrer Sehnsucht, nach Palästina, zu verpflanzen. Es wurde eine große Aktion eingeleitet, um Wohnstätten für die expatriierten Einwanderer zu bauen, und man darf hoffen, daß es im Laufe der nächsten Jahre gelingen wird, diese dreißigtausend unserer Brüder, die ohne die Vorarbeit des Zionismus unserem Volke vielleicht verloren gegangen wären, zu einem der wertvollsten Faktoren für den Wiedergewinn des heiligen Bodens zu machen. Andererseits werden die Bemühungen, osteuropäische Proletarier zu Landarbeitern zu machen, eitrig und mit Erfolg betrieben. Um sie in den Kolonien seßhaft zu machen, baut der Jüdische Nationalfonds in diesen Orten große Arbeiterheimstätten. Ferner versucht er die Lösung des Problems, jüdische Arbeiter zu selbständigen Bebauern des Bodens zu machen, und zwar auf genossenschaftlichem Wege. Solche Arbeitergenossenschaften haben sich in Palästina vielfach bewährt. Einen neuen großzügigeren Versuch stellt die nach den Plänen des Berliner Sozialökonomen Franz Oppenheimer errichtete Siedelungsgenossenschaft in Merchawja (Ebene Jesreel) dar. Der Zionismus als tragende Idee im jüdischen Volksleben. Das Wesen einer jeden Erkenntnis und eines jeden Fortschrittes auf geistigem oder materiellem Gebiet besteht in der richtigen Fragestellung. Ist diese erfolgt, so ist in den meisten Fällen die Antwort bereits gegeben. Die Schwerkraft war in dem Moment entdeckt, als Newton bei dem fallenden Apfel sich fragte, warum die Frucht nicht nach *) Siehe die Tabelle der landwirtschaftlichen Kolonien auf Seite 16. aufwärts fliege. Viel ist schon über das jüdische Problem gesonnen worden. Wie oft schon im Laufe der Jahrhunderte sah man sich vor eine Aufgabe gestellt, für die es keine Parallele gab und deren Lösung unmöglich schien, bis das jüdische Volk die Frage selbst stellte und positiv entschied. Der Zionismus ist die in die Erscheinung umgesetzte Frage, die das jüdische Volk an sich selbst stellte: Soll das Judentum weiterleben oder soll es sich einem langsamen, schmerzlichen Tod weihen? Was der Zionismus in den sechzehn Jahren seines Bestehens geleistet hat, wie er nicht nur die Kräfte unserer Nation zusammenfaßte, das jüdische Selbstbewußtsein hob, sondern auch neue, früher kaum geahnte Quellen der Begeisterung und Liebe zu unserer Geschichte, zu unserer Zukunft erschloß, das ist die laute, unzweideutige Antwort auf die Frage. Der Zionismus ist zur tragenden Idee im jüdischen Volksleben geworden. »Das Judentum,« hat Max Nor dau gesagt, »wird zionistisch sein, oder es wird nicht sein.« Das Zwölfmillionen- Volk der Juden ist sich seiner Kraft und seines Wertes bewußt geworden. Seine Zukunft zu sichern, es zu neuer, hoher Blüte zu führen, ist die Aufgabe, die sich der Zionismus gestellt hat, die wir im vollen Bewußtsein unserer Verantwortung vor der Geschichte der Menschheit zu lösen haben. Jüdische landwirtschaftliche Kolonien in Palästina. Status von 1911/12. (Aus dem »Zionistischen Merkbuch« von Hugo Schachtel.*) Gründungs- Areal Seelen- jahr in ha zahl I. Judäa: Ain Ganim . . . . . 1908 65 100 Artuf . . . . . 1896 460 50 Ben Schämen. . . . . 1906 210 100 Bir Jakob. . . . . 1907 200 70 Ekron. . . . 1884 1275 300 Hulda. . . . . 1909 182 40 Jehudie. . . . . 1883 12 15 Kastinieh. . . . . 1888 550 150 Katrah. . . . . 1882 500 150 Mikweh-Israel. . . . . 1870 225 150 Mozah (bei Jerusalem). . . . . 1890 59 28 Pethach-Tikwah. . . . . 1878 2275 1500 Rechoboth. . . . . 1890 1300 600 Rischon-le-Zion. . . . . 1882 1180 1000 Wad-el-Chanin u Ness-Zionah . . . . . . . 1882 285 200 11. Samaria: Atlit.. . . . . 1897 460 50 Chedera . . . . . 1891 2750 200 Chefzibah. . . . . 1905 200 8 Um-el-Dschemal. . . . . 1889 — 80 K’far-Saba . . . . . 1894 635 30 Schweja. . . . . 1891 — 50 Sichron-Jaakob (Sammarin) .... . . . . 1882 1850 1000 Tantura. 40 16 III. Galiläa: Ain Seitun. . . . . 1891 509 20 Dagania. . . . . 1909 320 30 Kinnereth. . . . . 1908 550 80 Jamma und Betdschen. . . . . 1902 2750 400 Machanajim. . . . . 1899 100 100 Merchawja. . . . . 1911 900 100 Mes’cha. . . . . 1902 900 200 Metula. . . . . 1896 1350 310 Migdal (Medschdel). . • . . 1910 450 100 Milhamie.. . . . . 1902 1350 100 Mischmar-Hajarden. . . . . 1890 230 100 Mizpah. . . . - 1908 360 40 Poria. . . . . 1911 350 30 Rosch-Pina. . . . . 1882 3800 800 Sedschera ....... . . . . . 1899 1850 200 Yessod-Hamalah. . . . . 1883 910 300 IV. Transjordanien: B’ne Tehuda . . . . . 1888 315 83 Außerdem unbesiedelte Landstücke ca. 13.500 ha. *) Zu beziehen vom »Jüdischen Verlag«, Wien, II. Karmeliterplatz 1. Preis 30 Heller. ?s ' £ V* ' - - ?\* ^' ;-v 'A 89SS5 Sjjp£j£5S1g Sa»»3^i-' •^-5© -*,&*%£* >Ä r ^ /V * r "'V^ -* •/ _ >■& ^flr ^ ;iv7?*v r ^-W^2 ^g s gpsg g -^asa sällili ,T*t&ajg»- * ^«ti JL ,*ig>- ‘Ä-^'ST >, ^2?^3ls' f5?^H ;i- e -,J--fÄfe'' ~f *.\ -f^■Z'^'yi* 1 '' . -*:A. i* ?!J -> */■ 'r>tv»’ S^T^- S 3 £>$€ kt'-. ->3 *53: 5 fe 5 S£fr 5 ssS '^■*> ‘Säg? r ~'C"~< 4 ‘'^- ^»9R£1 lüaöfc äSSfcfö 1 BSäiS«®»-' mm Mm wmi Ti' 'SrV»', ;_f> - !?' * 3 r}& iÄfe l* 1 #i >-lm {*&* A V>T. ; .* *•:, -■“fcr i '?'>.' * t* ymi*. ■ rik : • -. £* -> W t ■ t ■-•'•• • ■ yp Q&tfJ ‘~M '.' * , ■■, je*-" . .»V< i \ 73 V ^’Sgi ; 5 >-V ^ rj -«**■ • ■3 vV* ß»£ ' fe.’ÄSsft •^?fT '; .-ji.' % ' • , .^Y^S ££S3 ij'jt. ■> •‘äa&ü SSt; .WSäj* V® ■ '- >0 Pf&Ä ..'S W-: .'*■* 3 » ..V.jgT' t*.s k' ’*L ■' !«fZ .-■mW : r,^-' Mri;