OINLVK^. ki u 81 e H.- lisch - ItaliänischeS Zwischen - Epiel/ Vorgestellet auf dem Won Uhro Uöm. Waiserl. und König!. §athol. Majestät privüeZirten In Wien. Die Büchlein hievon stpnd zu haben Ln dem L^aiftr!. privilsAirten Ikeacro key dem Cärntner- Thor. Wien/ qedrukt bey Johann Peter v. Ghelen/ der Röm. Kaiser!- und König!. Cathol. Majestät Hof» Buchdrucker»/ 1752. «>-,» »X, »v>>, T^, »X» »x, ^x» ,x, ^xi I «V,kV»«V»-VL<-V»»V. »VLkH«V»«VVL »v^ »v »v, I 'nterredende Uersonen. OklL^SIO, König aus Schott-1 land/ Vatter derj x, QMLVK^, verliebt in O^MO^, Vertraute der 6L- nevrg, verliebt in kOl.ML880, Bruder der Königli' c s) Königliches Lsbinst. siitzend / und v§/. ^HöIefes dein ausserordentliches Seufzen/ AUA und daß du nremals Ruhe findest/ und? MW^D dann jener Schmertzen/ den man dir aw deinem zarten Angesicht liset / dieses alles saget mir/ Linevra empfindet Liebe / Liaevra ist verliebet. s,'». O Götter! Seufzest du? L?r«. Ja. O--/. Dieses Seufzen bestättigek meinen Argwohn» «r». Ich liebe / ja / und laugne dir es nicht. Ds/. Eine Königliche Seele erniedriget sich nicht durch die Liebe/ wann dessen Vorwurf Liebens-würB dig ist. 6 r». In Schottlands Reiche ist kein Grösserer / als er. 224/. Ich verstehe es. Ach Eifersucht! der Printz von ^lbLnien . . . e,>. Wer? koüneüo? Du betrügest dich/ meine valinäa, Qi'nevra liebt den Helden s Mut / und- nicht das Glück. Ich habe ein Abscheuen vor ko- Unello. D^r/. (Und ich bette ihn an.) So wird es wol dev ärioäsnre sepn. A » 6/s. -Zsz c 4) WZ- Si». Lese solches aus der Schamröte meines Angesichts. Und brennet er mit gleicher Flamm zu dir? e,«. Ja/ er hat gesagt/ er liebe mich/ und ich bette ihn an- O-/. Und billiget solches dein Königlicher Vakter? 6/». Ja / er beförderet es so gar. L>§/. Wolan / fahre fort zu lieben / eS besitzet das Reich der Liebe kein glüklicheres und vergnügteres Paar. s Gehet ah. ) (ES'vrs, ?o//-re//o, hernach ?o/. Weit von deinen schönen Augen kan mein Hertz nicht leben; daheroverzeihe es/ wann ich dir mein eintziges Vergnügen zu sagen komme/daß ich dich liebe .. . Hola! bist du meinen Augen jemalen eckelhafs vorgekommen/ so bist du es jetzoi- da du dich als ein Liebhaber erklärest/' noch mehr. Die Liebe hat das Hertz in dir Von Feuer / und von Eiß mir Gemacht/ zu unserer Luft; Such dir anjetzo andere Lieb / Dann es ist nicht für deine Trieb Das Hertz in meiner Brust. Die Liebe re. 5o/r'-r-Fo , und Hochmütige Schönheit! D^/. Printz/umsonst suchest du von ihr Gegen-Gunst/ und Treue/ lasse ab sie zu lieben. 5o/. Und wann/ H Himmel ! had ich sie dann ge- liebet? -zss c 5) ZtzZ- Ws/. Was 7 Liebest du nicht die Qinevrs? ,o/. Sie ist die Erbin von Schottland/ und nicht die Liebe sondern das Verlangen des Reiches hat dem Hertzen dieses Unternehmen zugemuket. D'l! Wann auch das Ungewitker raset/ Wann gleich der Winde noch so blaset/ Und trüb die Wellen macht / So wird es nicht geacht Vom Schiffer/ der schon weiß/ wie ee Dem Streit vom ungestümen Meer Hertzhastig widersteh. Und wann sodann der Wirbel-Wind Sich seinem Schiffe naht / Da braucht er seine Kunst geschwind; Weiß sich gleich Hüls / und Raht/ Daß es nicht untergeh. Wann auch rc. § e« I! t Lin 6i r ) Königlicher Garten. , hernach I Bach / Graß/ und Bäume reden hier Ln ihrer Sprach von Lieb zu meinem verliebten Hertze. Lie- , de: sagt mir der Dach zwischen jenen Ufern/ liebe: 1 § antworten in ihrer Sprache der Wälder / die Bin- j . men/ die Kräuter/ und die Gewächse; liebe: spre- i chen sie alle zu meinem Sinne; liebe die Schöne ... ! ' e»». Liebe: sag auch ich zu dir. L ebe: sagt Linevra r Wolan/ ich werde lieben/ doch weist du wyk/daß die Hofnunq alleine dieEruähs rerin der Liebe ist; und was darf ich hoffen ? Du Mt Gehtemin/ ich ein Unletthan . ». S,s. -UZ c 7) Z-H- L,'». ^r!oä-nts. der blinden Gottheit seye es gedankt/ diese verliebte Seele ist keine Herrscherin mehr / und jener / der da über mein Hertz zu geblkten hat/ ist auch kein Unterthan. . ^F»o. O Götter! «Ä». Seufzest du noch? ^ro. Die Gutthat/ so mir die Liebe barbietet/ ist so überschwenklich an ihrer Grösse/ daß dieses allzu enge Hertz darüber sich erweiteret/ seufzet/ und es noch nicht glaubet. s/n. So feye dann meine Hand dir dessen/ was die Liebe dir antragt/ ein Unterpfand. ^rr's. 6r". Ich nimm Nimm bin ^ von dieser Hand B-xd«. Von mein« Treu H K»°.' das Pfand. ^ Z Du bist mein Abgott gantz allein; Das Schiksal wird me fähig seyn . . . Ich nimm rc. (Der B^önig kommt darzu.) und die vorige. «>-. Und warum lasset ihr euch stöhren? Natter . . . x-'ro. Mein König . . . c^. Schweiget/ und wollt ihr meinem Hertz Zufriedenheit verschaffen/ so verderbet euch selbsten mcht die Freude/welche euch die Liebe mittheilet; alleine gebt mir gleichfalls einen Antheil eures Vergnügens / dann du bist meines Lebens/ und meiuer Sinnet; ein Theil/ und du der andere, A4 F/r'a» -Z-rZ c 8 ) Ztz4- Fno. Zu deinen Königlichen Füssen . . . 0»°. Stehe auf Hrioüanre: bey diesem Alter ligt mir ob/ auf dleTochter/ und auf das Reiche zu gedenken; es^eiget fich auch meinen Sinnen kein würdigerer Gemahl/und kein würdigerer König / als du. Bey so grosser Freude/ O Götter! Bey so grossem Glück . . . Wann mein Hertz es kan ertragen. 6r». Wann mein Hertze nicht erbleichet. ^ Ist es eine Wunder-That der Liebe. 0--. Morgen will ich euch mit dem geheiligten Band verbinden. Gehe Tochter/ und schmücke mit noch mehrerer Anmut dein Angesicht / und mit noch häufigerem Edel - Gesterne deine Haare. Ich spübr die angenehme Flamm Der Lieb/ in meinem Hertze/ Das gleich/ als eine Kelche Durch selbe brennt zusamm. Wann es sich einst wird fügen/ Daß ich kan voll Vergnügen DeS Liebsten 2t ug in süffen Und wehrten Feuer gemessen. Ich spöhr rc. , hernach L-rrKr-r. Fno. Vatter / und Herr. 0? Und du eben so sehr/ als 6inevrs geliebter ÜAnre. halte genehm das Geschanknuß so du aus denen Händen deines Königs empfangest / mehr kan ich dir nicht ertherlen/ wann ich dir mich selbst/ Hjr Tochter/ und den Thron überreiche. WaS (9)Rch- WaS Glück/ und Himmel mir gegeben/ Empfang / und nimm von mir Als deinem Kömg hier Zu einem Gschanknuß hin. Erkenne nun hieraus / und sage / Hb ich nicht Liebe zu dir trage/ Hb ich nicht Vatter bin. Was Glück rc. Und Betäubt feynd meine Sinnen aus übermäßigem Vergnügen. Printz/ Freunde/ nehme wenigsten- du einen Antheil meiner Freuden / dann eine Brust allein ist nicht fähig/sie alle in sich zu fassen. 6inevr». mein.Abgott ist nun / der Liebe srye es gedankt .. ?o/. Was wird es seyn? ^,o. Schon würkiich meine Braut / mein Hertz hat seines glichen nicht an seiner Giükseligkeit. ?o/. Du fchertzest entweder ärioüsnte» oder du bist von Sinnen. ^,o. Von Sinnen / ja / aus Freude. ^o/. Du träumest / Freund. Ich träume nicht polinello ; es ist nicht lange noch/ daß sie mir ihre Hand zum Pfand gegeben. r>o/. Sie betrüget deine Hofnung/ und mit mir lachet sie über deine Einfalt. Hola! Printz / was sagest du? n>/. Ich sage / daß du umsonst mit mir in der Liebe streitest Warum? ko/. Weilen Qinevr» mein ist/ dies feye dir geaug. ^5,-. Livsvr» dein? -BZ c ?s/. Ja? mein; und hat sie dir die Hand / so hat sie sich mir gantz ergeben. ^,o. Bößwicht / du rühmest dich mit Ungrund / und mein Stahl wird dir beweisen/ daß du lügest. Unschuldig Betrogener! ^/o. Nein/ der schwarhe Dunst einer falschen unreinen Zungen ist nicht fähig / den Glantz meiner schönen Sonne zu verdunkeln. iko/. Ergrimme nicht so sehr. Es rede der Degen. r>o/. Ach! bezävme so grossen Zorn/ ärioüante, und ivilst du deinen eigenen Augen glauben/ so ver, pflichte ich mich / dir den Betrug sehen zu laßen. Wie? r>o/. Schwöre mir bey deinem Adel / daß du verschweigen wilst / alles dasjenige / so du sehen werdest. ^ro. Dir schwör ich es / als ein Ritter. Die herannahende Nacht wird dir den Betrug entdecken. >r?,o. Und eben diese Nacht/ seye/ nachdem du lugen- oder wahrhaft bist/ die letzte deines/ oder meines Lebens. Du Mrest armes Hertz? Gedancken du verwirrest dich? Gerechte Götter / helft/ dann ich Empfind den Todes- Schmertz. Hast du dich können unterstehn/ Mit Lügen anzuheben / So denk es muß zu Grunde gehn Heut eins aus beyden Leben. Du Mrest rc. n hl! hern-rch isb 'o/. Weilen das bishero blinde Hertz des polmella nicht erkennet / wer es hasset/ und wer es liebet- Os/. ( Was höre ich? O mich Gtükselige l ) 6,/. Doch kan ich für mich allein/ und ohne deiner Hülfe ein schönes Verlangen nicht aus seiner Wirr- tze reisten- vs/. Was soll ich thun? ko/. Höre geliebte vsllnäs, doch meine Ehr begehrt Verschwigenheit von dir. Dem gantzen Reich ist es bekannt/ daß ich als ein Liebhaber der Qinevr» nach ihrer Vermählung getrachtet; ihre Widerspenstigkeit ist ein Schimpf für meine hohe Geburt. Ich wolle/ allein / ich getraue mir es nicht zu sagen. ... vs/. Rede Herr / was besuchtest du? alles werd tch für dich thun. ?o/. Nein/ meine v^linä», ich will mich deiner Güte nicht mißbrauchen. Genug also, vs/. Ich bitte dich darum; Ib/. O Götter! ich wolle/ daß man glauben thatke/ Qinsvrs habe mir keine abfchlagigeAntwort gegeben/ sondern ftye von dem Erzeuger erzwungen worden/ in die Vermählung mit ^riväante einzustimmen. Vs/. Und wie kan ich dieses machen? ik»/. Du allein kanst es / wann du mich wilst trösten, vs/. Was verlangest du also von mir? r>o/. Daß du dich in dieser Nacht eben damals / wann 6inevrs auf denen Pflaumen sich befindet / mit al* len ihren Kleidern zierest/ und sie in allen nachah- vres -Ns ( i2 ) R-4- men sollest. Richte auch du deine Haare/wie sie die ihrige pflegt zu richten/ und sodann führe mich durch die geheime Thüre dieses Gartens in deine Zimmer/ O Geliebte! Aber/ was für einen Nutzen hoffest du aus bin fem Betrug zu ziehen 7 kb/. Der gantze Nutzen ist zwar eine pure Eitelkeit/ doch wird es dir der einstens / wann du meine Gemahlin seyn wirst/ zuideiner Glory gereichen. Es geschiehst derentwillen/ daß der jenige/ so bey mir feyn wird / glaube / ich rede mit Qinevrn, und sie verlasse mich durch Gewaltthatigkeit mit Schmertzen/ und in Thränen. Siehe / dieses ist alles / so ich von dir zum Preis meiner Vermählung / welche ich dir auf der Hand der bonnerenden Gottheit schwöre/ anverlange. Da/, polinello . . . 5K/. Was befürchtest du/ Vslinäa? Vs/. Ach! meine Ehre. Lo/. Was redest du von der Ehre 7 Ich weiß gar zu wo!/ was für Ehrerbietigkeit gegen einem adelichen Fraulein zu gebrauchen seye. D§/. Dir seynd die Gesätze von Schottland / und die Straffen bekannt. ?o/. valinä», du beleidigest mich/ ich komme in Gestalt deines Eh-Gemahls/ und nicht eines Liebha, bers. Seufzest du? v-/. Ach! meine Ehre . . . r»o/. Und redest du mir noch tzsn der Ehre / und entt schliessst du ntchtes? D-/. O Ehre! den man anbettet/ dem kan man nich, Les abschkagen. r>o/. (Sie fallet schon.) Mein Schatz / anjetzo sehe ich deine Liede und auf dich setze ich mein Vertrauen/ Hann du bist das eintzige Leben dieses Hertzens. (Gehet ah. > -sss c r; ) AZ» Oa//rr^a allein. Sagt an: wie es doch immer/ Verliebte Frauenzimmer / In unsrer Macht bestehen kan / Daß wir dem/ so wir betten an/ Und den das Hertz verehrt/ Nicht thun/ was er begehrt? Ich merk/ euch fallt zur Antwort ein: Zu groß rvär diese Pein. Ich hör / daß ihr mir in der Still Auch dieses saget schon/ Die Seele/ und das Hertze will/ Daß man die Lieb belohn. Sagt an ck Nacht. Ein Ort von alten eingefallenen Gebäuden/ unweit dessen die geheime Thüre/wordurch man in di« Zimmer der Linevrs eingehen kan. Von der arrd^ «n Seite stehet man das Haus des ärioäsnte , aus welchem karsma heraus kommet. allein. Sag unglüksel'ger Traum: rvorzu Zerstöhrest du mir meine Ruh / Daß ich so irrend voller Schrecken / Gleich einem Hirschlein/das sich will Vor seinem Jäger in der Still Weil es denselben förcht/ verstecken; Bey -Ns c 14) M- Bev scheuer Nachtes r Finsternuß Herum in Sorgen wandeln muß? Es wird ja doch die Lieb nicht jeyn: Dann eine Seel / die nicht betrübet Durch selbe wird/ und die der Schein Von ihr nicht freut / ist nicht verliebet; Warum? sie achter solche nicht. Ich weiß nicht wer ein TrarmGeficht/ Wo Phantasey mitForcht gesellet/ So lebhaft mir vor Augen stellet. Sag rc. H Götter! waS für Verwirrung ? Kaum leg ich meine Seite hin auf die sanfte Pflaumen / und kaum ergib ich mich an einem süssen Schlaf / waS Sterben / was Niederlag ? . . . O Hmmel! ich höre Leute . . . was thu ich nun ? Ich bin verloren. Wohin verbirg ich mich? Ach L als zu unbesonnen bin ich gewesen! . . . l Sie verstecket sich zwischen dem Singe- k l füllenen Gemäuer. ^ ?o//-rs//o, und r-/. Folge mir nach / und schweige. ^r<>. Kein so traurige Nacht entweder für mich/ oder dich mein Freund / wird niemals wieder seyn. D«r>-. Mein Bruder / mit demPrintzen kolinefla» ?«/. Alhier verstecke dich. Das Hertze bebt in meiner Brust. 1 koiinesso klopfet M verschiedenen malen t z an der Thür» f 5 ix ) ^,'o. Was für ein kaltes Gift dmchlauffet meine Adern? N,/. Linevra. »>-/. Mein Schatz? I vsiinäs kommet dvrch die Thür in der ^ Rlerdung der Qinevrs. f O Götter! die Prinzessin? Elender ich ! es ist doch dieQinevra, ach! ftty, lich ist sie eS. Unverschämte . . » l>o/ Komme in diese Arme. Was Betrug? Schliesset euch nunmehro auf allezeit ihr meineAu- gen mehr habt ihr auf dieser Ehrslosen Schwelle nicht zu sehen/ man zeige hernach ihren Augen / wann der Unwürdige zurucke kommt / und Abschied nihmt, das Sieges Zeichen ihr Unehrbarkejt / und mein Leichnam auf der Erde liegend . . . < Witt sich mit ei»em Dolchen ertödten/? X wird aber von KarLna, die ihme solchen >- ( aus derHande reisset/davon abgehalten ) Zu so unwürdiger Niederträchtigkeit verleitet dich eine blinde Liebe / wegen eines ungetreuen Weckes-Bild? erhalte dein Leben zu grösseren Nutzen/ verklage die unkeufche bey ihrem Erzeuger, und ergreiffe das Schwert die Anklage zu unterstützen. ^kno. Und lebe ich noch/ O Götter! ist dann mein Schmertze nicht so stark/ daß er die Kräften hätte mich in den Tod zu führen? Armseliger ärioä^oter in so fchmertzhaften Grande kaust du nicht leben, und das Sterben ist dir yerbokten- -NZ (-6 ) ZA- Gottkoses Weibes r Bild: du hast Den treuen Liebsten hintergangen/ Der nun aus deiner Schulden, Last DenTod verzwesflend wirb umfangen.' Doch wird mein Geist / und Trauer- Schatten DieSchand-Verbindnuß nicht gestatten/ Er wird gar bald Mücke kehren/ Und sie zu deiner Straf zerstöhren. Gottloses rc. ?o//»e§o, UNd W»/. Noch einen Augenblick vergönne mir deine Gegenwart/ O Geliebte! Vs/ Ich förchke/ mein Schatz . . . ks/. Der Streiche hat den Mittel-Punct getroffen. Er ist verzweiflend weg - gegangen / gellebte vL« linäa! V Behte Zu verlassen. L»o/. Gehe also meine Geliebte / und erinnere dich/baff du d»e Gebietterin bist von diesem Hertzen/ und alle Götter ruffe ich in dessen Zeugnuß an. Va/. Dich / mein Schatz, verlasse ich / Wd ich spühr / mein Hertze sich In der Brust von deinetwegen Zitttend regen. Wan» -NZc r? ) M- Wann die Seele voller Freude» ' Wird nach abgewichnem Leiden Sich das Liebes > Netz sodann In der Ruhe leqen an. Dich/ mein Schatz/§c. ?y/,'»eS> allein. GMseligerD trug! so weit gelangt vielleichtauf §r- den ntemaien e»ne Tugend. Erne erntzige Nacht schlagt alles das ienige zu Boden, was schon durch viele Iah zum Nutzen meines Mitbuhlers die Liehe / und das Glück erbauet. Von Erbarmnuß muß man schweigen/ Dann die Seele / so in mir / Denket nichtes als zu steiqen Auf dem Thron , daß sie regier» Dann so werd ich durch Betrügen Meiner Ehre dienlich feyn / Und für meine Liebes-Pein Mit der Rache mich vergnügen. Von Erbarmnußrc. j Ein beleuchteter Saal mit einem Thron zur feyerllchen Eh - Verbindnuß. 0/6s/w, O'uevrn, On/r'»ris und ko//«eFo Mit Gefolge. H?. Wann eure Treu- / ihr Unterthanen / meiner Liebe -lezch rst / so muß ich auch an euer Bestes nun -Ss c '8) stzz. gedenken. Linevrs, welche ich zur Braut dem^ns» Ä-me Hab gewidmet / feye euch eine Probe einer König!. Neigung. Dorhero aber / ehe diese glorrei, che Vermählung vor sich gehet / will ich zu meiner/ und zu euerer Ruhe wissen / ob euch die Wahl ge, fällig ist. A>/. Unter allen deinen Unterthanen hätte man keinen würdigeren/ als eben den ^riväsure finden können/ ich rüvme die Wahl/ und stelle dir dar mit dieser Huldigung die eusierste Freude deines getreuen Vol, kes/ und die algemeine Zufriedenheit. Es werde also diese feyrliche Vermählung ohne Aufschub gehalten . . . Wo ist ärioäsnre r ist er noch nicht zu sehen* ko/. Die innerliche Freude/ so meine Seele empfindet ob deinem Wolgrfallen / ist also groß / daß ich sie gar nicht sattsam kan erklären. er». Ich nehme die Erklärung deiner untergebenenNei* guug/ alS wahrhaft an ; deine Tugend wird Mir jederzeit besonders angenehm seyn . . . O Götter k ist ärjoäsnre annoch nicht zugegen - ko/, s Es fanget meine Rache schon würklich an zu sie, gen / zrroäLNte wird verlangt / und umsonst erwartet.) Vf. ES komme Lrroäsme sich mit dem geheiligten Band einer prächtigen Vermählung zu meiner Freu, de/ und der algemeinen Ruhe zu verbinden. V»/. ärioä«nre, Herr/ ist hier bey Hofe nicht erschienen. Vf. Aus was Ursach eilet der Printz nicht besser zu fei, ner so sehr gewünschten Hochzeit? Allein was auf, serordentkiche Dinge sagt mir der Sinne vor? V»/. Deiner Kömgl. Hand verlangt ein fremder Hirt persönlich einen Brief zu überreichen. Vf. Man laste ihn herein kommen. Ach ! Erzeuger/ ich empfinde / «nd weist nicht was L L« L. r-, i d» , L, iS« m !tit n/ -t» IN tS/ st! ck §/. Aber wie ? Was überfallet mich für eine ausser- ordentliche Forcht? L/. Ich erwarte nnt Ungeduld von diesem Herrn Köl nig mein TriukrGeld. vr. O Götter r dieses verwirrte Schreiben kan ich noch nicht recht verstehen, sLeset laut.) Nach aufgr, ftanoener Morgen Röte dieses fö verhaften Tages hat rrioösnte sich entschlossen/ in seinem Unglück siich von oem Hofe rs entfernen ; das übrige von -einem Trauer- vollen Zufall / und von seinem U«B ftern wirft du von diesem Schösser hören Vin. Es lauft ein kalter Frost durch alle meine Glie, der / O Himmel! ich kan mich nicht mehr regen/ vslinöa. V-/. Fasse Mut / Prinzessin / und ruffe deine Hertzhaf- tigkrit zu dir zurücke. *-/. (Hab doch auch ich den Hohn von ihrer Widerspenstigkeit erlitten.) v?. Höre Knechtsage mir/ was ist dieses für ein Trauer, voller Zufall? L/. Ich wert» es euerer Herrlichkeit erzehlen r ein ge, wisser Jüngling langer Statur/ und wol gestaltet/ ftmtztkrte gar nicht wert von meiner Hütten in vol- B» 1er -SW c -->) R-s- ler Raferey / and gantz bestürtzet / alleine an dem Ufer des Meers ; ich sähe ihn / und fragte: was betrübt euch / Herr? Er antwortete mit ei, nem treffen Seufzer / und gäbe mir diese Zeilen / so er knry vorhin auf einem Stein geschriben. Nach diesem spräche er/ ich will / daß du sie dem König überreichest / und alles/ was du gleich wirst sehen/ demselben treulich hinterbringest; darbey erjehle ihm/ daß die eintzige Ursach meines Todes daher rühre/ daß ich als zu viel gesehen ; ja/ daß ich jetzo glüklich feyn wurde/ wann ich ohne Augen geboren wäre; kaum hat er dieses geredet / so fprunge er gleich einem Fisch in die gesaltzene Wellen. o,. Neidige Sterne! regiert dann ein gar so starker Zorn in dem Himmel/ daß ein eintziger Tag mit dem Tod eines eintzigen ein gantzes Reich zu Grunde richtet ? kr». Elende ich / ach mir! in dem unweit entferntem Meer ist mein Gemahl/ mein ^rioösrne gestorben? »o/.Euch entreißet dieser Streich den Schwieger, Sohn/ und den Bräutigam / mir aber den Freund. Trö/ sie dein grosses Hertz / und stelle ein deine Quat !en. . . O/». Ach ! ich habe jenen Schatz den Lohn meiner Neis gung in dem geliebten Bräutigam verloren / wann der geliebte ärioäsnre für mich nicht mehr lebet / so kan ich/ O Götter! dem Schmertzen nicht mehr wi, verstehen. Ich folge ihm in den Tod. (wird ohnmächtig.) r>4/. Prinzeßin? o»-. Tochter/ Oinevrs, O Himmel! r-/. Russe zurück in deine Brust die verlorne Geister- und erhöhte dich. 6, r/ h r>«, o, i K. k/s. « e: ki» ss ch >ie ltt ch kur kr , tK > ihr v» -BZ ( 21 ) ZtzA- ok Herr wer vergwtsset uns des Fehlers der 6!ne- vr» ? Es kan auch ein Betrug dahinter stecken. Or. Ach! wäre sie nur unschuldig. Höre mich unterdessen/ dir trage ich die Sorge auf/ ?olinel!o, sich der Qinevr» , und aller ihrer Vertrauten zu versicheren. Die Gerechtigkeit/ und die Ehre verlanr get dies von mir/ und auf deine Treu verlasset sich der König» - e o, § p 6. Vi «i r L k V V I 6 ,«. -BZ (2z) z wäre jener? Und wer bin ich? « Ach mir! sie ist hon Ginnen. ,f« s,». Hinaus aus dem Königliches Pallast. Sag/ tK saget ihr Furien: was verweilet ihr? Geschwind >ik hinaus. Skstrtzet alfoglejch in die tieffe Höhle al- za teS / was sich immer von Liebe auf der Welt bee ß» findet. D^/. Meine Frau7 Saumselige ^lexer», was machest du 7 Gehe/ M estraube der Sonyen ihre Giraten / und es komme der Abend. ,r- D^/. (Ach unglükfeliges Kind eines grausamen Vats ters ! dort findet sie den Schifbruch / wo sie den k- Hafen hat »erhoffet.) so. Ach! ja / es entlauste immerhin die Sonne / was irr, ligl mir daran / wann meine schöne Sonne nun ge- ,a< siorben. (weinet.) ^ v»/. Meine Prinzestin / kehre / kehre in dich zurrk eke. . . . Bi ( »4 ) S,'» Wo ist die Prinzessin7 Wer weiß es7 Der sag es mir. Bin rnchk ich die Unkrufche ? Hat es der Datter nicht gesagt7 Und warum hat er es go- lagt ? ^ Do/. An deiner Sicherheit ist noch vielmehr gelegen. Vs/. Man entdecke den Betrug / und errette also der Prinzessin das Leben und die Ehre. Lo/. Mein Schatz / vor jetzo ist es annoch nicht erlaubet/ gehe / bereite dich zur Reise / ich werde also- gleich meinen Dienern die benöhtigte Befehle er« theilen. Da ich in deiner Willkür hin / kan meine Seele auch dir nichtes mehr versagen. 5o/. Em so wichtiges Geheimnuß wird der weibliche» Forcht übel anvertrauet. Will ich / daß es ver- fchwigen bleib / so werde sie ertödtet. Lh,r«o, und die Vorige. r/. Was Getöß? Was Verwirrung? Was Getümmel? Die gantze Hof-Statt rst zerrüttet. Alles gehet über und über; in Summa / alles ist in Unordnung solchergestalten / daß . . . Hirt/ bist du noch alhier? Sage mir/ ist eS dann würklich wahr/ daß der jentge gestorben / der dir das Blat gegeben / erzehle mir/ was sprach er vor dem Tod? 2/. Was Fürwitz ist bey Hofe nicht? Wann ich bis morgen noch alhier verbleiben solle/ ich wolte schwören / daß ich diesen Tod noch ein paar hundert mal erzehlen müste. ^>/. So ist er also wirklichen gestorben? L/> Ja/ sag ich euch / und sqg noch einmal ja. S» ist der Fürwitzlge endlich abgefertiget. Viel ist eö/ daß es so geschwinde hergegangen. Ich hätte woL unterdessen auf das Feld jurücke gehen/ und daselbst mit meinen Freunden kilen, und 1'kirk8 spielen können: jetzt erkenne ich / daß meine Mutter recht ge- B 5 habt? c 26) ZW* ß-bt/ da sie gesagt / daß der jeni-eHöfling ych übe« alle pflegt zu schwingen / der zu gleicher Zeit fich verstellen / und Treue / und Gestalt verlaugnen kan» ' Bey Hof werden viele Sachen Ost in eine so Verkehrt / Daß sie den erstaunend machen/ Der sich meistens schätzt gelehrt; Und der glaubt / sie zu verstehn/ Muß sich letzt betrogen sehn. Jenen meint man alls zu gelten/ Dieser scheinet uvbeglükt/ Doch errahtet man es selten / Wer des Königs Hertz bestrikk. Bey Hof r-o- Lust - Gemach in denen Zimmern der Ottrevrs. hernach A)/r'-r-A. Geliebter Bräutigam / du warst die Seele weis nes Hertzens/ und das Hertze meiner Seele bist du/ O Ehre! das Hertze meiner Seele Hab ich verloren/ und meinen Schmertzen unendlich zu machen / ver, stosset mich so gar als eine Unkepfche der Erzeuger. (kolinello k-mmt darxu. > Do/ Qinevr», mit was Qual ich zu dir komme / das sage dir meine Liebe/ und wie sehr mir deine Mars 1er zu Hertzen gehe. .. -ZchZ ( -7 ) Gr». Rede frey / doch schweige von der Liebe, Lo/. Q Götter! Gr«. Seufze nicht/ rede/ was bringest du? 5 o/. Ich taffe diese greuliche / erschröMche und Traue« volle Zerchen deines Glückes reden. (Entdeckst ein Becke / worauf eins Rette leget«) 6/». Mir Ketten ^ Und wer schicket sie ? fo/. (Ich will es sagen) derVatter/ und zwgr zn eir nem Unterpfand des Todes, so ist auch sein ernstlicher Wille/ daß ich dir diese Band an deine Hände legen solle / weilen er aber mtt dieser Gewalt nicht auch Zugleich sein Hertze mir gegeben / so werf ich sse o/. Die Schwester/O Götter ? des verstorbenen är!«- ' ÜLlne. Gr». KarllvÄ? Wie? und wo? und wann? Und da erduldest solches geheiligte Ehrbarkeit ? Du «eist schon/ ob ich deine Gesätze beleidiget. ?olineLo kehre zurück zu meinem Vatter/ und sage ihm/ daß er wenigstens einer dem Tode albereitS sehr nahe sich befindenden Tochter diese letzte Labsal/ meines Richters / und Königs Angesicht noch einmal anM sehen / nicht Abschläge. svL -UZ ( -8 ) M4- ko/. Was verlangest du von ihm ? Lasse mir die Sor- ge/ bey dem König deine Unschuld zu beschützen. ek,-r. Ich begehre nichts anders von dir. Mein gan- tzes Verlangen ist jener Hand den letzten Kusse ein- zudrucken/ alsdann zu sterben. Wann ihn meine Unschulds- Thräneu Nicht zufriede stellen können / Wer wird immer fähig seyn / Seine Wut zu halten ein? Wie tyrannisch seynd die Blicke/ Nicht von dir / verhastes Glücke! Wann mein Weinen ihn nicht lenken Wird zur Sanftmut/ muß ich denken/ Daß ihr Götter grausam seyd / Oder/ daß kein Gott im Himmel/ Oder/ daß das Welt-Getümmel Auster eurer Wachsamkeit. Wann rc. ko/. Die Königliche Prinzessin werde an dem bestimmten Ort verwachtet. ( Zu denen Soldaten.) Bald / bald wird mein Betrug die grosse Unternehmung vollführen; valind» ist bereits durch meine Vertraute ermordet worden/ sie werde ich für schuldig angeben / dann besser hätte man den Betrug nicht bemäntelen können- Dem Glücke / so mir die Hand bietet / will ich folgen / und auf deren anderen Untergang will ich den Thron mir bauen/ und meine Haare sodann mit einer Crone zieren. Wald. -AZ 09 ) ZtzZ- ° Wald. auf der Flucht vor zweycn / so ihr j,, ogcheilen / begriffen / und m einer andere» Rleidung / die rwey / so ihr nachstetteo / vertreibend» ' vs/. Treulose / ich bin verrahten ; O Götter ! wer stehet mir bev? Hülfe/ Hülfet . . . ^,s. Iurücke ihr Derrähter. ( Verfolget sie.) vs/. O Himmel l stehe meinem Erretter bey. O uns dankbarer Printzl ^-o. Durch die Flucht seynd sie entkommen; aber waren diese nicht Diener des ?o1ineüo k Vs/. O Himmel! ^rioclsnte» ^/o. Ist dieses nicht Vslinü» ? Ja / sie ist dieselbe, vs/. Er ist es. Printz/ träume / oder irre ich ? Lebest du ? Oder schicket dich nur der Himmel zu meiner Errettung? ain'o. Ich lebe/ vsli'nöa, für die undankbare SInevr,. vs/. Ach! was vor eine traurige Nachricht deine- Todes hat heute den Hof in so grosse Verwirrung gefetzet ? Der König bestürtzet / und traurig/ Qine- ' vrs halb erblichen/ und von Einneu/ Lsrün» die W Klägerin.... ») Es sehe die Ungetreue wenigstens / auch da ich ich hintergangen bin / was vor ein Liebhaber ich ge- B wesen : die Schuldige zu beschützen/ und meinen B Geist vor ihren Augen aufzugeben/ hat mich die roz Lieb dem Tod entrissen/ und diese leitet mich anjetzo. rit Vs/. Und kanst du / ärioäants, dann die Lmevrs der D beleidigten Ehre schuldig halten? ggd Wie soll ich meinen Augen nicht glauben? vs/. Du bist betrogen von dem lasterhaften/ und um würdigen kolinesso, welcher mir nach dem Leben/ und dir nach dem Teiche trachtet. -M c zo) M. ^0. Wie? ist also Me . . . Vs/. Dre in vergangener Nacht . . ^e»o. Ich gesehen . . » . ( Deiner Liebe und ihrer eigenen Ehre zuwider.) ^kno. So har nicht Qinevrs den l^olinello zu fich ein- geführet? » v-/. Du bist betrogen worden / Heer / und ich war selbe. Elender L L>a/. Höre mich nun/ich liebte ihn/wie MeineSeele..» Folge mir z das übrige will ich auf den Weg vernehmen. (Gehet ab ) -§/. Undankbarer kolinesto, und worinn habe ich einen Fehler begangen/ daß ou mit dem Tod die LreZ he belohnest ? Ach ja/ drefts »st der Fehler r ich Hab -ich als r» sehr gelirbet. Straffet, ihr gerechte Götter/ Einen solchen Bösewtcht/ Daß kein andrer so verbricht. Gießet über den Verrähter Euren Zorn / und Rache airS; Werft aus dem gestirnten HauS Auf desselben Haupt in Elle Eure Blitz / und Domren Keule. Straffet/ re» Line annehmliche Gegend in dem König!» Garten/ mit einem Zimmer. Orr'K^o, und ko/r'»s§o. koiiaeikr. nicht «ehr...» *«/. Höre mich. de. -BLc zr ) A-z. O Götter r es rvachfet nur mit deinen Tröstungm mein Schmertze. Es/. Daß Lioevr» unschuldig/ gibt schon die Flucht VEk O»Unäs, als einet ihklgen Vertrauten/ einiges Anzeigen. v?. Ja vielmehr/ wetten sie eine ihrige Vertraute / und Mitschuldige ist / entziehet sie sich also dee Bestraffung. Es/. Ihre Gestalt / und Angesicht machet Glauben/ daß sie unschuldig/ dann eine Seele/ so da mit eis arm Verbrechen behaftet/verwirret sich vielmehr. v,. Wegen des äußerlichen Ansehens wird die Gerecht tigkeit weder jemanden verurtheilen/ weder loss sprechen . . Die Klage ist gewiß / die Entschuld»» gung aber ungewiß. Gewiß ist es / daß ärioäan- te jenes Blat geschrieben/ gewiß ist das jenigt/ was der Hirt von seinem Tod erzehlet/ und mehp daun gewiß ist daS/ so Larün» gesehen; und bis nicht der Fehler gantz gewiß gewesen / hat meine Lochs ter mir niemalen an meiner Hintergangenen Ehra schuldig geschienen. Eo/. Qinevra hat nicht gefehlet. Als zuschön ist ihre Lugend. Schlage ihr doch dieses Mitleidea nicht aö/ daß sie den liebreichen Vatter in ihrem König noch einmal erblicke. v»-. Es sehe mich die Tochter/ doch verhoffe sie nicht/ in mir eine Mildhertzigkeit wider die Gefätze anzus treffen. Sie muß sterben. . . . Es/. Mehr als du glaubest / O Herr / wird dir diese- widrige Urtheil kosten. (Gehet ab ) Ori5^/?cr rrlltltt / hernckch Lar/Mtk. s?. Mein Hertz / das du dannoch ein Hertze ekneL Vntters W/nnd zwar eines BatterS/ S Götter r »on -AZ ( ;r ) Ach- von einer elntzigen Tochter. Du hast genug vek- stellten Eifer/ und Strengigkeit eines Richters und Königs von dir verspühren lassen . . . L^»-. Mern Herr. o?. (kÄrünÄ?) Ach mir / man verberge den Vatter/ und es kehre der König wiederum Mücke.) Herr / rch weiß / daß ich ungcstümm zu deinen Füssen ... v,. kLrlina. und was wilst du mehr? kommest du um die Strasse deroiaevr» zu beschleunigen so er- spahre deine Wünsche/ dann ich habe das Urtheil bereits eigenhändig unterschrieben. Vs?. So ist also meines Bruders . . v?. Gehe nun einmal / und lasse mich völlig in denen A men meines Scbmertzens. (Das Vättertiche Mttleiden redet jetzt zu feinem Hertzen.) Mich deucht dich ungerochnen Geist Des Bruders stäts zu sehen. Ach ja / ich hör auch, daß du schreyst: Es soll zu Grunde gehen/ Die deinem Hertze undankbar/ Und ungetreue war. Läst sich Erbarmnuß bey dir spühren/ (Fu Or.) Dringt Veyleid dir ins Hertze ein / So must du Gemüte führen/ Daß/wann du nicht wilst gottloß seyn/ Sich dem Gesatz die Tochter eben Des Herrschers müsse untergeben. Mich deucht / rc. (Geher §d.) MI ( ?; ) AH- vr Seynd wir allein/ und beobachtet uns niemand? Wolan/ wahrhaftes Ansehen eines bestürtzten Dat- ters : laste frey meine Vätterliche Liebe. Was entsteht in mir vor Streit Zwischen Vatterkicher Liebe; Und dem angedornen Triebe Der Geiätzen Strenqigkeit? Ja bey gar so herben Schmertz Wird durchbohrt mein armes Hertz. Was entsteht/rc. ?o//»eFo, und Machten. <^k». Vatter/ verbiete mir nicht einen so süssen Nas men ausmsprechen. vT- (Ach Ansehen! O Himmel/erkheile mir die Kraft/ daß ich widerstehen kan ) <-/». Zu deinen Füssen werf ich mich / aber nicht um Verzeihung zu bitten/ dann ich habe nichts verbrochen^ nicht um Gnade zu erlangen/ dann bey solchen Umständen ist mir der Todt ehender eine Belohnung/ als Straffe. o. (Ach mir! ) Tochter / was/ was verlangest du? «-/».Ich verlange zu sterben/ aber ohne deinem Haß/ und obschon du mich als eine Schuldige verurthei» lest/ so halte mich doch in dem Gericht deinesVät, terlichen Hertzen vor unschuldig / wie ich auch bin; reiche mir also zur letzten Geschanknuß jene geliebte Hände/ die meinen Tode ausgezeichnet/ damit ich selbe küssen möge ; sodann bin ich vergnügt. (Rniet niever.) o,. Nihme fie hin ( O Tochter r O Götter ) -BZ c Z4) m- 6r«. Dich zwar strenge / doch mir flsse Hand ich kusie / Wann du gleich ,o grausam bist; Und mich brmgst in solche!^ Stande/ Denk ich mir / daß es dte Hände Des geliebten VarterS ist. Dich zwar / rc. Allein / was sehe ich ? Herr/ du weinest? O wehrte Thranen/ tue ihr mir die Aengsten meines Tode- n»n versüsset/ ihr wvlt mir anzeigen / daß Mich der König verurtheilet/ nicht aber der Natter. Aus diesem Wernen ersehe/ meine Tochter/ wie weit meine Bäuerliche Liebe sich erstrecke/ das grau« fame Verfahren deines Schiksals machet mir die Au« gen übergehen. Ich schlösse dich daunenhero/ um die Bitterkeit deiner Schmutzen in etwas tu lin« der« / in diese Arme. Gehe anjetzo / und sterbe. A,/. Herr/ verweile / siehe den Eifer/ und die Treue eines deinrgen Unterthanes; ich werde den/ so die Verleumdung der ausser Acht geschlagenen Ehre am gesponnen / zum Lügner machen. Wilst du alS em König das Gesatz erfüllen / so da alle Unkeufche zum Tod verurtheilet / so must du auch ein andere- Gesatz unterstützen / und dieses ist das jenige so da lautet daß man die Verurcheilte zumTod nicht anderst kan bey dem Leben erhalten / als so man sie zur Ehe begehrt; dem zufolge bin ich bereitet / um die Linevr» zu erretten / und dem Thron einen Er« ben zu geben ihr als Gemahl die Hand zu reichen» V?. Und verlangest du dich einer solchen zu vermählen/ die öffentlich mit augenscheinlicher Klage als eine Unkeusche erkläret worden? k-i. Ve. -RS.( ?5 ) kBit. jkle tzrS d«! Nt Lir< iistz lütt' dir^ am! ti» chk! -es da N5 fit lM Lrs m. en/ jus »s/. Mein Schwert wird ihre Unschuld vertheidigen. Nein/ nein/ fie ist nicht unkeusch ( das weiß ich gar zu wol.) v?. Mein getreuer ?oUneM, , sie seye dir zur anders langten Braut gegeben / und wie angenehm deinem König dein Eifer/ und deine Treue seye/ daS beweise dir mein Hertz durch diese Umarmung. <-/». (Jetzt hat mein Unglück den höchsten Grad ee reichet.) o. Sehe/ der gütige Himmel errettet dich in dem äufi fersten deines Lebens von dem Tod / und gibt dir einen Bräutigam wieder. S,». Vatter; als eine Schuldige (wiewolen ich unk schuldig bin ) zu sterben / das wird mir weniger Pein verursachen / als in denen Umarmungen eines verhasten Eh - Gemahls zu leben ; dahero erwehle ich auch ehender den Tod/als ich zu sothaner Vermählung schreitte. v,. Tochter/ misbrauche nicht meine Güte / da deine Unschuld ohnedem im Zweifel/ so verbinde dich nur das ehliche Band/ welches gegen den Tod eine weit mindere Straf, Ich will haben / daß du lebest, Und empfange nun von mir Reich/ Gemahl / und Leben hier. kol. Dem Vatter/ und dem Reich zu leben/ Such / dich in Ruhe nun zu geben. s,». Dieser Throne/ und Gemahl Dienen mir bey solchem Fall Viel zu gröfferemScheu/undSchrecken/ Als der Tod mir kan erwecken. Ach will rc. C 2 ö,--. -4M ( ;6 ) , und die Votigs. Mo schützet der König von Schottland feine Ger sätze? Also straffet er die Schuldige ? Ach! höre auf König zu seyn/ wann du ein Vatter bist. 0 ^. L^i-lina. was Kühnheit . . . Ich sage / daß jene/ so die Ehrbarkeit beflecket/ so die Treue dem L.rioäLnre nicht gehalten / und so die Ehre hintergangen / sterben solle, ko/. Schweige barsm», und rede nicht also, k-r»-. Ich soll nicht also reden '/ Dü bist eben so schult big / wann du dich ihrer annirnmest. ko/. Umsonst beleidigest du Qinevra, sie ist mein? Gemahlin. , und die Vorige. ^/o. Wer ist der Verwegene / der sich unterstehet/ über anderer Unglück sich auf den Thron zu schwingen ? Betrachte mich / wer ich bin / und zittere Verrohter vor meinen gerechten Zorn/ und meiner Wut. ko/. O Himmel! vk- Wo bin tch? L,r>-. O Götter! was sehe ich? Traume / oder wache ich ? Was thu ich ? Leö ich / oder bin ich von Sinnen? 0?. Du lebest? k^»-. Du athmest noch? Mein ^ricrcirnte? ^»o. Ich lebe für dich mein keben / und bas gantze Meer hat nicht Wasser genug gehabt / meine Flamme ZU erlöschen. «,». Mein Geliebter / mein Schatz / niemalen werd ich glauben / daß der Schmertz ertödten kan / wann ich heute bey so vieler Pein nicht sterbe. O ihr meine verlorne Hofyungen r -BZ c ;7 ) Ztzt- v*. So hat der Hirte dann die Unwahrheit erzehlet? Er hat die Wahrheit dir gesagt / dann da ich würklichen in denen Wellen läge/ hat mir die Liebe/ welche wett stärker als der Tode war/ den Abscheu vor einem so niderträchtigen Tode beygebracht; ich begäbe mich dannenhero auf das Schwimmen/ und gelangte würklich an dem weichen Sande / veränderte hierauf meme Kleidung / und verfügte mich voll Verlangens nach dem Tod in einem Walde/ daselbst aber traffe ich unverhoft die v-rlinäa an/ und errettete sie von der Gefahr ihres Lebens; diese erzehlte mir sodann die Unschuld der Linevra, und die gantze Verähterey must ich von ihr vernehmen. ZK»-, oinevra, ein boshafter Betrug ist dieUrfachge- wesen / daß ich deine Unschuld gelästert habe. und die Vorige. 04 /. Mein König. Dich ruffe ich in meinem unschuldr'- gen Verbrechen / da ich mich an des gottlosen koU- neilo Betrügereyen/ wiewolen ohne Schuld / thtis- haftig gemacht/um deine Milde an. fRniet nieder.) 0»-. Stehe auf / vslinä« , mein Vergnügen ist heute so groß / daß ich dein Verbrechen in Vergessenheit setze/ und dir verzeihe. L4»-. OslrHa schuldig? Und wessen? O/r/. Alles sollst du erfahren . . . Verschiebe die Entdeckung des Betrugs; eS ist nunmehroZeit / daß ich die unschuldigeTochter umarme; reiche deinem wieder erstandenem und schon so sehr beweinten Bräutigam die Hände. Jenem aber/ als der Ursach aller dieser Thränen und Be, trübnuffen steht ein grausamer und ungewöhnlicher Tod zur gebührenden Straf bevor. C ) -?ÄZczs) Man überlasse ihn seiner eigenen innerlichen«« genden Marter / und seine Schunde feye die Straffe feines Verbrechens. Deines Fehlers Straf soll seyn/ Daß du sichst/ wie dir zur Pein Ich mein liebstes Leben küsse/ Und in meine Armen schließe. (?u ko/.) Doppelt sey dir jener Schmertz / So in deinem Hertze ligt/ Dv empfange Hand, und Hertz, (Zu 6/».) Süsser Schah. Ich bin vergnügt. Deines/ rc. «?. Man entferne den Derrähter aus meinen Augen, »o/. Widriges Geschick / du hast zwar überwunden / aber nicht das Hertz des polineüc». ( Gehet gh.) S,«. Für die ausgestandene Peinen . . . ^xro. Sey die Freude nun der Lohn. Und der Jubel .... »a/ Und das Vergnügen .... Werde dem Reiche als ein öffentliches und allgemeines Zeichen der Lust / und der Zufriedenheit ge* Wiesen. ^ Chor. Arr'o.? Das beharrliche Vergnügen 6-». 5 Pflegt sich stäts auf Leid zu fügen. A' V Und die Freud pflegt von der Pein D-/./ MeistemheilS ein Kind zu seyn. Alle.! beharrliche Veranügen Pflegt sich stäts auf Leid zu fügen. ENDE.