Wiener Stadtbibliothek DIOVIIE^TE K. K. MÜNZ- UND ANTIKEN-CABINETTES ffIBN. Beschrieben JOSEPH AHNET H. (Veröffentlicht auf Kosten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ff WXEMfy 1850. Gedruckt bei Leop. Sommer. JT-. Vorwort tos ist meine Absicht, die Monumente des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes in folgenden neun Haupt-Abteilungen bekannt zu machen: I. Geschnittene Steine: a) Antike, erhoben gearbeitete, — Cameen; b) Antike, in die Tiefe gearbeitete, — Intaglio’s; c) Cinquecento- und moderne Cameen und Intaglio^s. II. Gefässe und Geschmeide in Gold: a) Antike; b) Arbeiten des Benvenuto Cellini und seiner Zeitgenossen in Edelstein, Gold und Silber. III. Antike Gefässe und Geschmeide in Silber. IV. Antike Statuen, kleine Figuren, Thiere, Gefässe, Geräthe in Erz, — Bronzen. V. Griechische, römische Gefässe in Thon, — Vasen. VI. Antike Arbeiten in gebrannter Erde—Terra-cottals; — ferner Arbeiten in Elfenbein, Glas, Pasten u. d. gl. VII. Antike Sarkophage, Statuen, Büsten u. s. w. Marmorwerke. VIII. Antike Inschriften. IX. Aegyptische Sammlung. Ich nehme hier nur neun von den fünfzehn in meiner Beschreibung des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes. Wien 1845. S. VI. aufgeführten Hauptabtheilungen, weil (mit Ausschluss der Bibliothek) die übrigen fünf der wichtigsten desselben die Münzen betreffen, nämlich: X. Münzen der griechischen Fürsten, Städte und Völker. XI. Münzen des römischen Königthums, der römischen Republik und der römischen Kaiser. XII. Die Münzen der Kaiser, Fürsten und Machthaber weltlichen und geistlichen Standes im Mittelalter. IV XIII. Die Münzen und Medaillen der Kaiser, Päpste, Fürsten, Städte und Privaten der neuern Zeit. XIV. Die Münzen der orientalischen Fürsten etc. etc. Alle diese fünf Bestandteile des grossen Münzcabinettes erfordern ihre specielle Bearbeitung, und haben sie schon grösstentheils erhalten, z. B. die griechischen, über die vom Verfasser dieses ein sehr ausführlicher Katalog in fünf Bänden zum Drucke schon seit Jahren bereit liegt; so auch die römischen in dem über dieselben bis zu Commodus geführten Kataloge. Geht vielleicht die Ausführung eines, wie ich sagen zu dürfen glaube, so grossartigen Unternehmens über die Kräfte eines Einzelnen, so bin ich doch der Ueberzeugung, dass so interessante Gegenstände, die ein vielfach belehrendes Licht auf eine so grosse Anzahl von Jahrhunderten werfen, nicht länger bloss den Besuchern dieser Anstalt vorgezeigt, sondern weiteren Kreisen der an Wissenschaft und Kunst teilnehmenden, in der ganzen Welt verbreiteten Geschlechter mitgetheilt werden sollen. Die antiken GOLD- HD SILBER K. K. Mf \Z- 1 \\) (ABIMTTES i i) Wien. Beschrieben von k. k. Regierungsrathe, Director des k. k. Münz- und Antiken- Cabinettes, wie auch der k. k. Ambraser Sammlung. Professor der Münz- und Alterthumskunde an der k. k. Universität zu Wien, Ritter des Danebrog-Ordens, wirklichem Mitgliede der kais. Akademie der Wissenschaften zu Wien, Ehrenmitgliede der k. k. Akademie der vereinigten bildenden Künste in Wien, der historischen Vereine für Steiermark, Kärnthen und Krain zu Gratz, für Kärnthen zu Klagen- furt, dann von und für Oberbayern zu München, ordentlichem Mitgliede des Museum Francisco - Carolinum in Linz, cor- respondirendem Mitgliede der mähr, schles. Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur-und Landeskunde, des k. k. Institutes der Wissenschaften, Literatur und Künste in Venedig, des Institutes der archäolog. Correspondenz und der päpstlichen Akademie für Archäologie in Rom, der numismatischen und der archäologischen Gesellschaft in London, der k. Akademie der Wissenschaften, Literatur und Künste in Modena, der k. Gesellschaft für nordische Alterthümer in Kopenhagen , der königl. Gesellschaft der schönen Künste zu Athen, und der Gesellschaft für Archäologie und Numismatik zu St. Petersburg, etc. etc. etc. Mit XLI Tafeln. WIEN, 18.5©. Bei Wilhelm Brauiniiller, Buchhändler des k. k. Hofes und der kais. Akademie der Wissenschaften. ΦΑΙ. Εϊπέ μοι , ώ 2ώκρατες , οι3λ ενθένδε μέντοι ποθεν από του Ίλισσού Λέγεται 6 Βορέας την Ώρεϊθυΐαν άρχάσαί', 2Ώ. Λέγεται γάρ. ΦΑΙ. Άρ’ ονν ενθένδε ; χαρίεντα γονν Mai καθαρά καί διαφανή τά ύδάτια φαίνεται , και επιτι/δεια κόραις παίΞειν παρ αυτά. 2Ω. Ovr , , άλλα κάτωθεν, δσον δύ’ η τρία ςτάδια , η πρός τό της Άγραίας διαβαίνομεν , Λαί «του ris isri βωμός αυτόθι Βορέον. ΦΑΙ. Ου πάνυ νενόηκα. άλλ’ είπε προς Ζΐιός , ω 2ώκρατες' και σύ τούτο τό μυθολόγημα πείθη αληθές είναι ; -2Ί2. /4λλ’ £ΐ άπιστοίην , ώσπερ οί σοφοί , ούκ αν άτοπος εϊην. είτα σοφιΞόμενος φαίην αυτήν πνεύμα Βορέου κατά των πλησίον πετρών συν Φαρμακεία παίΕουσαν ωσαι * Λαί ot)rca> δή τελευτή- σασ αν, λεχθηναι υπό του Βορέου άνάρπαστον γεγονέναι, η έδ Άρείου πάγου, λέγεται γάρ αύ και οϋτος ο λόγος , ώί εκειθεν άλλ * οι)λ ενθένδε ήρπάσθη. έγώ δε, ώ Φαιδρέ, αλλωί μέν τά τοιαϋτα χαρίεντα ηγούμαι · λίαν δέ δεινού και έπιπόνον και ου πάνυ ευτυχούς άνδρός , Λατ’ άλλο /ιέν ούδεν, δπ δ’ώυτω ανάγκη μετά τούτο, τδ των 'Ιπποκενταύρων είδος επανορθοϋσθαι, και αΰθις τό της Χίμαιρας, και επιρρει δε οχλος τοιοντων Γοργόνων·) κΛι Πηγάσων, Λαι άλλων αμήχανων πληθει τε και άτοπία τερατολόγων τίνών φύσεων ' Plato. Phaedrus 299. II. GEFÄSSE UND GESCHMEIDE IN GOLD. A) Antike (nebst den grössten römischen Goldmedaillons des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes und Beilagen aus anderen Museen). III. ANTIKE GEFÄSSE UND GESCHMEIDE IN SILBER. (Nebst dem Votivschilde des Agrippa und Beilagen aus anderen Museen). Einleitung. - - Oie Erzählung vom goldenen Vliesse, welches Jason im dreizehnten Jahrhunderte vor Christi Gehurt aus Kolchis nach Griechenland brachte, ist wohl eine der ersten Spuren, dass Asiens Reiclithümer nach Europa strömten. Die Fahrt der Argonauten steht daher an der Spitze der Unternehmungen, wodurch sich Europäer Reiclithümer in Asien sammeln. Das zweite grosse Wagniss der Art war der trojanische Krieg, durchaus aber mehr im Geiste des Ritterthumes und des Krieges als im Handelsinteresse unternommen. — Das hohe Ilion fiel in die Gewalt der Griechen um das Jahr 1184 vor Christi Geburt. In Asien hatten ausser Kolchis und Troja noch die Könige der Hebräer, David und Salomon, dann die phönikischen Städte, Tyrus und Sidon, grosse Reiclithümer zusammengebracht, insbesondere aber Kyros, der den Krösus und dessen Schätze in seine Gewalt bekam, dann auch Babylon einnahm. Nach ihm bereicherte sich Kambyses durch die Schätze Ägyptens und Persiens. Wie reich Asien war, zeigt sich schon dadurch, dass, als Xerxes den Griechen den Krieg ankündigte, ihm ein geborner Lydier in Phrygien mit Namen Pythias 1 ) nicht ganz 45 Millionen Ducaten zum Geschenke an bot, Xerxes diese nicht annahm, sondern noch eine Summe anwies, um den Resitz von 45 Millionen bei Pythias voll zu machen. Das dritte grosse Ereigniss, wodurch Asiens Schätze nach Europa kamen, war der Kampf Alexanders des Grossen um die Herrschaft von ganz Asien. Unglaublich ist, was Arrian 0, Diodor von Sicilien 3 ), Curtius 4 ), Plutarchus 5 ), Justinus 6 ) in seltener Übereinstimmung von den Reichthümern in edlen Metallen erzählen, welche die Könige von Persien gesammelt, und welche nach den drei Schlachten am Granicus, bei Issus und Arb ela und nach der Einnahme von Persepolis im Jahre 339 v. Chr. in die Hände des Siegers fielen. Sie werden ungefähr auf dreihundert zwölf Millionen Ducaten angeschlagen. Par- menio schrieb an Alexander, dass hlos das Gewicht der den Persern abgenommenen goldenen Recher über 73 babylonische Talente und 52 Pfund, die mit Edelsteinen gezierten aber 56 babylonische Talente und 34 Pfund betragen habe 7 ). ') Herodot VII. 27 . Rin Daricus wiegt 2 '/, Ducaten, wie ein Stater Alexanders des Grossen. 2 ) L. III. 18. 3 ) L. XVII. 70. *) L. V. 6. 5 ) 33 — 37. 6 ) L. XI. 14. 7) Athenäus L. XV. c. 17. 1 So erstaunliche Reichtliümer machen begreiflich, wie Feste mit solcher Verschwendung gegeben werden konnten, wie deren Ptolemäus Philadelphus um das Jahr 250 v. dir. zu Alexandrien in Ägypten, und Antiochus Epiphanes um das Jahr 170 v. dir. zu Daphne in Syrien feierten. Beide Feste beschreibt Athenäus * 2 * 4 ) mit lehrreicher Genauigkeit. Nach diesem 2 ) war das Gewicht der goldenen, beim Feste des Ptolemäus verwendeten, vorzüglich gearbeiteten und grösstentheils mit Edelsteinen besetzten Becher von einem Werthe von 20 Millionen unseres Geldes. Es würde unglaublich scheinen, zu erzählen, wie viele goldene Dreifüsse, Kronen, Wägen, Statuen (z. B. die Alexanders des Grossen ganz von Gold 3 ) bei diesem Feste verwendet wurden, wären solche nicht so umständlich beschrieben und zeugte nicht eines oder das andere, vielleicht daher Stammende, von der Wahrheit des Berichtes. Wenigstens ist der Stein im k. k. Münz- und Antikencabinette mit den Porträten des Ptolemäus und der Arsinoe 4 ) so vorzüglich, dass kaum etwas Vollendeteres dieser Art gesehen werden kann; aus einer Vergleichung dieser Porträte mit denen der mächtigsten Fürsten der Gegenwart erhellt die ungleich grössere Kunst, das reichere Materiale bei jenen, und es wird der höhere Luxus auch an anderen Gegenständen wahrscheinlich. Der Geldaufwand bei diesem Feste betrug 4,478,000 Gulden, welche genau verrechnet wurden 5 ). Nicht minder als ihre Vorfahren zeigte die Pracht der ägyptischen Könige die Letzte ihres Stammes, Cleopatra. Sie gab am Schlüsse ihrer schwelgerischen Feste den Gästen goldene und silberne Gefässe; sie selbst löste einst eine Perle von mehr als einer halben Million im Werthe in Essig auf und verschluckte sie. — Als Antiochus Epiphanes von den Spielen gehört hatte, welche Paul x4emil in Makedonien gab, wollte er dieselben übertreffen, und gab welche zu Daphne, die so prächtig waren, dass sie ihm den Namen Epima- nes 6 ) statt Epiphanes zuzogen. — Bei diesem Feste, sagt Athenaeus 7 ), wurden die Bildsäulen aller Götter, überirdischer Wesen und Heroen, welche bei den Menschen genannt oder verehrt werden, ganz oder theilweise vergoldet im Zuge mitgeführt; mit ihnen waren in grösster Pracht noch die Symbole verbunden, welche ihnen der Dichtung nach zukommen. Auf diese folgten die Bilder der Nacht, des Tages, der Erde, des Himmels, der Morgenröthe und des Mittags. Wie viel an Gold- und Silbergeräthe vorhanden war, ist kaum zu sagen. Die tausend Knaben des Geheimschreibers Dionysius trugen silberne Gefässe, von denen jedes tausend Drachmen im Werthe, die sechshundert königlichen Bedienten aber trugen goldene Gefässe. Dann folgten dreihundert Frauen, welche aus goldenen Urnen Wohlgerüche ausstreuten u. s. w. Diese Liebe zur Pracht dauerte im syrischen Königshause fort, denn als der letzte Antiochus im Jahre 69 v. Chr. von Rom nach Syracus reisete, wo damals Verres Praetor war, wurde er von diesem zu Tische geladen und auf vielen und schönen Silbergeschirren ') L. V. 25—35 und 22—24. 2 ) 1. c. 26. ) 1. e. 34. 4 ) Deren grosse Goldmedaillen wiegen 8 Ducaten; so wie auch die der beiden Arsinoe und Ptolemäus VIII., da die Alexanders des Grossen nur 5 Ducaten wiegen. Der geschnittene Stein mit den Porträten des Ptolemäus und der Arsinoe gestochen: Eckhel Choix des pierres gravees. pl. X. Arneth. Die antiken Cameen des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes. V. 18. 5 ) Athen. 1. c. 35. ö ) Der Rasende. 7 ) 1. c. 23. 3 bewirthet, da Verres damals noch kein goldenes hatte. Der König lud dann den Praetor zu sich und stellte seine Reichthümer aus, viel Silber, nicht wenig Becher aus Gold, welche, wie es die Sitte der Könige und besonders in Syrien war, mit den ausgesuchtesten Edelsteinen geschmückt waren. Es war dabei auch ein Weingefäss aus Einem sehr grossen Edelsteine zum Schöpfer ausgehöhlt mil goldener Handhabe. Die Könige von Syrien wollten in der Cella des Tempels, welcher auf dem Capi- tole dem Jupiter zu Ehren gebaut werden sollte, einen Candelaber, aus den auserlesensten Edelsteinen mit wunderbarer Kunst verfertiget, darbringen. Dieser Candelaber war von solcher Pracht, da er aus sehr vielen und kostbaren Edelsteinen bestand und so mannigfacher Kunstarbeit, dass die Schönheit mit der Menge wetteiferte, und von solcher Grösse, dass man leicht daraus abnehmen konnte, er sei nicht zum Gebrauche der Menschen, sondern zum Schmucke des herrlichsten Tempels bestimmt Auch Dido begehrte eine von Steinen und Gold schwere Schale, um sie mit Wein zu füllen * 2 ). Den Reichthum an Bechern und die Freude an selben schildert Athenaeus 3 ), nach welchem Pythias aus Phigalia in Arkadien 4 5 6 ), die Perser, Oedipus, Agathokles von Syracus, Lysimachus von Babylon, Achilles, Priamus einen hohen Werth auf den Besitz kostbarer Becher gesetzt haben. — Dem Stesichorus zufolge fährt die Sonne in einem Becher über das Meer, so auch Hercules. Die Alten liebten auch Becher mit darauf eingearbeiteten Vorstellungen, wie die Eroberung von Ilium etc. Die vorzüglichsten Künstler dieser Art waren: Athenokles, Kal- likrates von Lakedaemon, Myrmekides von Milet, Kimon , Krates, Mys, Stratonicus. — Diess nur ein kleiner Überblick des grossen Metallreichthums der alten Welt, von den Schätzen der Könige von Bithynien, Kappadokien, Galatien, Pontus und Armenien gar nicht Zureden. Das vierte Ereigniss, das asiatische Reichthümer nach Europa brachte, waren die Eroberungen der Römer. Als der grösste Theil der Länder Alexanders des Grossen im Osten und der schönste Theil derer im Westen in den Besitz der Römer gekommen war, und hiemit auch alle Schätze, wurde das früher so einfache, kriegerische Rom auch der Mittelpunkt alles Luxus, der auf die Beherrscher der Römer selbst noch verderblicher als auf die unteren Classen wirkte. Griechenland, Asien und Africa hatten den Römern die Mittel zu einer unendlichen Üppigkeit geliefertBei reichen Römern war das Tafelgeschirr aus Gold, das der Küche aus Silber. Die silbernen Geschirre galten nur dann noch, wenn sie von berühmten alten Meistern gearbeitet waren. — Die goldenen Becher waren häufig mit Edelsteinen besetzt. Die Kostbarkeit der Murchinischen Gefässe war ausserordentlich. Die Verschwendung an den Speisegeräthen ging auch auf die anderen Gegenstände, als: Mobilien aller Art über. Die grossen Massen edler Metalle wurden in Rom und in den Rom nacheifernden Provin- ') Cicero in Verrem. IV. 27. 28. 32. 2 ) Virgil. Aen. I. 728. 729. 3 ) L. XI. c. 14—19. 4 ) Wo der schöne Tempel des Apollo mit den noch erhaltenen, nun in London —Tayl. Combe. British. Museum. P. IV. 1820. 4° — aufbewahrten Marmorarbeiten. 5 ) Ein Gefäss mit einer gleichen Vorstellung ist noch aufbehalten. Gerhard: Lichtgottheiten auf Kunstdenkmälern. Berlin 1840. PI. I. Nr. 4. S. 9. 6 ) Meursius. Opera. T. V. De luxu Romanorum. 1 * I i 4 zialstädten auf Wände, Böden, Zimmerdecken, selbst Dächer verwendet. Die Bettstellen waren häufig von Silber und Gold, mit Füssen von Onyx '}• Die Schätze des Crassus 2 ), des Lucullus, des Cornelius Baibus und zur Zeit der Imperatoren des Cneius Centulus, des Apicius 3 ), selbst der Freigelassenen, des Pallas, N^r* cissus, Callistus sind sprichwörtlich uns überliefert. Die Namen der römischen Imperatoren Caligula 4 ), Claudius O, Nero 6 ), Vitellius werden in den Geschichtsbüchern mit dem Unglaublichsten genannt, was Verschwendung nur ersinnen kann. Der Geist aber, die edlen Metalle zu edlen Werken zu verarbeiten, erlosch schnell selbst unter den ersten Imperatoren; so sehr verfiel alles Höhere, sobald die Achtung für den Geist, für menschliche Grösse in den Handlungen, für die Sitten, für die Religiosität, für die Vaterlandsliebe nicht mehr lebten; mit dem Erlöschen des heiligen Feuers der Vesta war auch alles Wirken für das Höhere dahin, die Aussendinge blieben, das Innere ging zis Grunde, Massen Goldes vertraten die Stelle edler Kunsterzeugnisse. Das Gold-und Silber wurde häufig auf Münzen verwendet, so dass deren eine grosse Anzahl in den verschiedenen Sammlungen sich befindet; z. B. im k. k. Cabinette werden Münzen in Gold auf bewahrt: von Julius Cäsar 18, von Augustus 105, von Tiberius 18, von Claudius 35, von Nero 43, von Galba 16, von Otho 8, von Vitellius 24, von Vespasian 92, von Titus 58, von Domitian 54, von Nerva 12, von Trajan 115, von Hadrian 114, von Antomnus Pius 80, von Marc - Aurel 52, von Commodus 7, von Helv. Pertinax 7, von Sept. Severus 26, von Caracalla 22, Elagabalus 11, von Severus Alexander 26, von Gordianus III. 21, von Gallienus 5, von Aurelian 15, von Probus 25, von Diocletian 32, Maximian 44, Constantin dem Grossen 44, Valentinian 46, Valens 44, Theodosius dem Grossen 32 u. s. w. 7 }. Schon in den Zeiten der Bürgerkriege verbargen die Menschen aus Furcht ihre Schätze, wie diess Appian 8 ) von den Einwohnern von Rhodos erzählt. — Cassius befallt, dem Appian zufolge, den Rhodisern, nachdem er ihre Stadt erobert, ihm ihr Gold und Silber auszuliefern, und als sie sahen, dass einige, die es nicht tliaten, verrathen und gestraft wurden, brachten sie es aus der Erde, aus Brunnen und Gräbern hervor. Als mit Commodus die Zeiten unruhig und der Besilz unsicher wurde, gaben nicht wenig Menschen, um nicht verrathen zu werden, und damit das, was ihr Segen, nicht zum Unglücke werde, ihre Meiallschätze den Eingeweiden der Erde, woher sie dieselben genommen, wieder zurück. — Nach Commodus verschlechterte sich das Geld. Sev. Alexander verbesserte es wieder, doch von Gallienus bis Diocletian erreichte die Verschlechterung den höchsten Grad. ') Plin. XXXIII. 11. 2 ) Der in Ländereien 16 Millionen besass. ) Der sich selbst, aus Furcht darben zu müssen, das Leben nahm, weil nach Verschwendung seines väterlichen Vermögens ihm bloss ungefähr 600,000 fl. C. M. übrig blieben. Juvenal. IV. 25. Plin. IX. 17. Seneca Consol. ad Helviam. *) Sueton. c. 46. Caligula brauchte für seine Tafel über eine halbe Million Gulden. Seneca. Consol. ad Helviam. IX. A ) Tacit. Annal. lib. 12. Plin. XXXVI. 13. 6 ) Zu dessen Zeit der Luxus so gross war, dass Seneca, der ausser Landgütern u. dgl. noch hei 16 Millionen besitzend kaum für reich gehalten wurde. Dio. LXI. Tacit. A. XIII. 42. ') Arneth. Synopsis num. rom. Ä ) De bellis civilibus. L. IV. 73, 5 Je mehr die römischen Kaiser nach der Theilung des Reiches sich der dacischen und thracischen *) Länder bemächtigten und selbe behaupteten, desto grösserer Überfluss in Gold auf ihren Münzen, was auch hie und da schon in den früheren Zeiten der römischen Geschichte der Fall war, wie diess die oben verzeichneten Münzen beweisen. Aus dem orientalischen Kaiserreiche sind wenige Herrscher, deren goldene Münzen im numerischen Verhältnisse zu denen der übrigen Metalle nicht überwiegend wären. — Das k. k. Cabinett bewahrt von Arcadius 32 Gold-, 15 Silber-, 114 Kupfermünzen, von Tlieodosius 32 Gold-, 2 Silber-, 9 Kupfermünzen; von Leo I. 22 Gold-, 15 Kupfermünzen, von Zeno 32 Gold-, 5 Silber-, 7 Kupfermünzen; indess von den früheren Kaisern die Zahl der silbernen und kupfernen über die goldenen bei weitem höher war: z. B. bei Augustus 105 Gold-, 404 Silber-, 265 Kupfermünzen; bei Trajanus 115 Gold-, 285 Silber-, 443 Kupfermünzen; bei Hadrian 114 Gold-, 468 Silber-, 745 Kupfermünzen u. s. f. * 2 ) Nach dem Sturze des west- und oströmischen Reiches erscheinen sehr wenig Goldmünzen. Die Gothenkönige in Italien haben keine (obschon Alarich 1163 Jahre nach Roms Gründung, 410 n. Chr. Geb. die Hauptstadt der Welt geplündert und unermessliche Metall- reichthümer weggeschleppt hatte), wohl aber die Langobarden und die Gothenkönige in Spanien. Carl der Grosse hat keine oder höchst seltene Goldmünzen; nicht so selten sein Sohn Ludwig der Fromme; dann haben weder die übrigen Carolinger, noch die sächsischen und hohenstaufischen Kaiser, die schönen Augustalen Friedrich des Zweiten ausgenommen, Goldmünzen, bis dann Venedig und Florenz 3 ) ihre Goldmünzen prägten, welche die zahlreichsten blieben, bis durch die Entdeckung von America ein neuer Goldstrom nach Europa floss. Nach dem Sturze des weströmischen Reiches fielen die Schätze desselben in die Hände der Barbaren. Attila, obwohl selbst in Allem einfach, liess doch seine Gäste aus goldenen und silbernen Gefässen 4 ) bewirthen. Auch ist die Erzählung merkwürdig, dass Constantius, von Aetius zu Attila gesandt, als dieser Syrmium belagerte, von dem Bischöfe von Sirmium Goldgefässe empfing, um diesen, wenn er in Gefangenschaft geriethe, auszulösen. — Die Beschreibung von ähnlichen Goldschätzen kömmt bei der Vermälung Adolf’s, Königs der Visigothen, mit Placidia, Tochter Theodosius des Grossen, vor. Als die Franken den Palast der Gothenkönige zu Narbonne plünderten, fanden sie ungeheure Schätze, von denen die kirchlichen der Sohn des Clovis an die verschiedenen Kirchen seiner Staaten vertheilte 5 )* Häufig empfingen die Barharen von römischen Kaisern Geschenke, wie diess besonders bei Bajan, dem Anführer der Avaren, der Fall war, der Justinian II., Tiberius Absi- marus und Mauritius, Beherrscher von Constantinopel, demütliigte; dessen Übermuth Menander 6 ) schildert, indem er erzählt, wie der Chagan von den römischen Gesandten sowohl ') In Thracien liess schon Philipp II. von Makedonien zwischen den von ihm gegründeten Städten Philippi und Philippopolis auf Gold bauen, und er war so glücklich, so viel zu erhalten, dass von dem Fürsten, der beim Anfänge seiner Regierung eine goldene Schale unter sein Kopfkissen zu verbergen pflegte, noch heute Goldmünzen nicht selten sind. 3 ) Arneth Synopsis numorum romanorum, qui in Museo Caes. Vindob. adservantur. Vindob. 1843. 3 ) Arneth. Katalog der k. k. Medaillen-Stämpel-Sammlung. Wien 1839. S. 8. 9. ) Priscus. Excerpt. de Legationib. S. S. Historiae Byzant. I. pag. 39. 45. Edit. Venet. 5 ) Gibbon. V. C. XXXI. 384. Bouquet. Script. Rer. Gail. II. Greg. Tur. L. III. c. 10 p. 191. ti ) Gibbon VIII. C. XLVI. 346. Menander. Excerpt. Legat. 79. 88. Edit. Venet. Theophylact. L. 1. c. 3. L. VII. c. 15. Gibbon. VII. C. XL. 11. S. 370 u. s. f. 2 _ 6 Elephanten als goldene Betten gefordert hatte, und als der Kaiser solche gesendet, nicht mit denselben zufrieden, sie wieder zurückgeschickt habe. Als er Sirmium forderte, empfing er die römischen Gesandten auf goldener Kanzel, übei die ein mit Gold und Edelsteinen gewirkter Teppich gebreitet war. Noch auffallender ist das Gepränge, mit dem Disahul den ihm Antwort bringenden Gesandten des Kaisers Justinian, Zemarchus, empfing. Der Chagan hielt in einem Thale des Goldberges Ektag 0 (Altai) Hof. Beim Male sass der Chagan auf einem ganz goldenen Bette; im Zelte waren Urnen, Wassergefässe und Fässer von Gold, und ein Lager, wel- ches vier goldene Pfauen trugen. Vom dritten bis zum sechzehnten Jahrhundert war in numismatischer Beziehung, Byzanz abgerechnet, die gold- und silberärmste Zeit der Weltgeschichte ; desto mehr wurde es zum Schmuck aller Art verwendet; wie diess die Funde in Norwegen, Schweden, Dänemark, Irland, England u. a. m. beweisen, und insbesondere ein auffallendes Beispiel bei Kaiser Heinrich II. zeigt, von dem keine goldene Münze bekannt ist; der aber für die Altäre der Dome zu Basel, Bamberg und Merseburg * 2 ) Antipendien aus Gold und Edelsteinen machen liess, von denen jenes zu Basel auf siebentausend Gulden inneren Werthes geschätzt wurde.— Die Einnahme Constantinopels 3 ) durch die Kreuzfahrer brachte von dieser zweiten Metropole des ehemaligen römischen Weltreiches ähnliche Schätze in Edelsteinen und Gold nach Europa, wie Borns Eroberung durch die Barbaren solche unter diese wilden Völker verbreitet; von den aus Constantinopel mitgebrachten Schätzen ward überhaupt viel zum Schmucke der Kirchen und Altäre verwendet, ln Europa wurde damals wenig Bergbau getrieben, der Verkehr mit Asien nahm eben so viel wo nicht mehr Gold weg, als er einführte, und erst in der neueren Zeit wurde America das, was Asien in der alten gewesen. Es birgt jedoch noch heut zu Tage die Erde viele Schätze, welche ihr die alte Zeit anvertraut hatte Funde. Eine kurze Übersicht der merkwürdigsten auf Münzen und edle Metallgegenstände sich beziehenden Funde dürfte nicht ohne Werth seyn. Zu den merkwürdigsten Funden gehört jener des Vaters des Herodes Atticus, welcher zu Athen einen unermesslichen Schatz fand. Er schrieb an den Kaiser Nerva, was er damit thun solle? Nerva antwortete: Benütze, was du gefunden. Atticus schrieb wieder, dass der Schatz ausserordentlich wäre, worauf Nerva antwortete: «Benütze ihn auf ausserordentliche Weise, denn was Du gefunden hast, ist Dein 4 )*” ) Den Reichthum an Gold im Altai-Gebirge bestätigen die heutigen Nachrichten vom vielen Golde daselbst auffallend S Wiener Zeitung* 1845. 208. S. 1618. 2 ) Arneth. Das Niello-Antipendium zu Kloster Neuburg. Wien 1844. S. 62, 64, 71. ) Caylus. Recueil d’Antiquites. V. 140, 141. Bibliotheca vetus Floriacensis. P. 11. p. 234. 4 ) Philostratus. De vitis Sophistarum. L. II. c. 2. 7 W ie viel zur Zeit der römischen Kaiser gefunden wurde, zeigen die vielen Verordnungen derselben (( de Thesauro” * 3 4 ) und insbesondere die 51. Novelle des Kaisers Leo «De invento Thesauro cujus esse debeat.” Die merkwürdigeren Funde, die bekannt geworden, sind: Im Jahre 1555 wurden zur Zeit des Papstes Paul IV. von einem Weinbauer bei St. Vital eine ausserordentliche Menge Goldmünzen und Edelsteine gefunden. Der Finder flüchtete damit nach Venedig, und erhielt dort lebenslängliche Pension und das Bürgerrecht 2 )* Nach Lazius 3 ) wurden in Siebenbürgen 40,000 Goldmünzen, die meisten von Lysi- maclius, gefunden. Als diess kund wurde, liess Georg Martinuzzi Nachforschungen halten, und in der That fand man 1000 derselben beim Cardinal Martinuzzi nach dessen Tode 4 ). — Bei Tournay wurde am 27 . Mai 1653 ein Schatz gefunden, dem Erzherzoge Leopold Wilhelm übergeben und von Chifletius beschrieben 5 )* Nach dem Tode des Erzherzogs erhielt diesen Fund vom Kaiser Leopold I. Philipp von Sehoenborn, welcher ihn dem Könige von Frankreich, dem er grosse Verbindlichkeiten schuldig war, im Jahre 1665 schenkte. Er kam dann in das Medaillencabinett im Louvre und von da in die königl. Bibliothek 6 )? woraus er beim grossen Diebstahle im Jahre 1831 mit so vielen Sachen verschwunden ist 7 )* Im Jahre 1714 wurde in der Nähe von Modena eine grosse Menge von Goldmünzen gefunden; der Finder brachte sie nach Venedig, verkaufte dort die meisten (unter andern an Dominic Tiepolo, so dass durch den Kauf dieser Sammlung wahrscheinlich die schönen Goldmünzen der Familie Cornuficia und Domitia im k. k. Cabinette stammen). Man glaubt, der ganze Fund habe 80,000 römische Goldmünzen betragen, von denen die ältesten 707 V. C. = 47. A. Ch. und die jüngsten 717 V. C. =37 A. Ch. geprägt waren, es waren nur 32 Verschiedenheiten darunter 8 ). Peilerin 9 ) sagt, dass bei Lataky in Syrien ein bedeutender Schatz griechischer Münzen gefunden wurde (worunter vielleicht auch die schönen Münzen von Smyrna, die nirgends so viel und so vorzüglich als in Paris). Im Jahre 1715 wurden zu Velperg bei Arnheim interessante Münzen gefunden, welche Cuper Gisbert 10 ) beschrieb. Ferner erzählt Peilerin 11 ), dass im Jahre 1760 bei Brest in der Bretagne bei 30,000 Münzen gefunden wurden. Bei Foix wurden 60,000 Münzen gefunden, unter weichen Tran- quillina, Cornelia Supera, zwei Pacatiani 12 ), keine war jünger als Gallienus. ') Digest. L. XLI. Tit. I. 31. vel Codex L. X. T. XV. Codex Theod. X. Tit. XVIII. 3 ) Montfaucon. L’Antiquite expliquee. VIII. 136. 3 ) Lazius (Reipublieae Rom. Comment. 1. XII. Edit. Frankf. p. 927) erzählt, dass walachische Schiffer um das Jahr 1540 aus der Ma- rosch in den Strig fahrend, in die Nähe eines Baumes ihre Schiffe gebracht, viele Münzen gesehen und die grosse Entdeckung gemacht haben. 4 ) Hammer. Geschichte des osmanischen Reiches III. 725. zweifelt daran, aber mit Unrecht; denn sie sind nicht nur nicht selten, sondern sehr gemein. — Bucholtz Geschichte Ferdinands I. B. IX. führt eben die 1000 Stück an; sie sind auch in dem Verzeichnisse der Schätze Martinuzzi’s aufgezählt, welches das k. k. geh. Haus-, Hof- und Staatsarchiv bewahrt. 5 ) Opuscula varia. T. II. Anastasis Childerici I. Francorum regis. Antwerp. 1655. p. 1 — 330. 6 ) Mabillon. Memoires des Inscr. et B. L. T. II. p. 638. 7 ) Temps. Lundi 26. Oct. 18.35 Dumersan Notice des monuments. p. 37. Paris 182i. Dumersan Histoire du Cabinet des medailles. Paris 1838. 8 ) Montfaucon. L’antiquite expliquee VIII. 136—141. Cavedoni. Marmi Modenesi p. 44. Famiglie Romane p. 5. 9) Mel. 1. p. 104. ,0 ) Lettres de critique. Amsterd. 1742. 4° p. 179 etc. “) Recueil III. p. XLIX. ,2 ) Eckhel. Doctr. I. p. LXXXII. 2 # 8 Nach Cavedoni 0 wurden zu San Cesario im Jahre 1812, zu Collechio 1815, zu Frascarolo 1828, zu Fiesoie, zu Sta. Anna 1831 bedeutende Münzfunde gemacht, welche Herrn Cavedoni Gelegenheit zu seinen gelehrten Abhandlungen gaben. Zu Kis-Jenö im Arader Komitate, auf einer Herrschaft des Erzherzogs Palatin, wurden schöne Münzen von Philipp 11., von Alexander dem Grossen, von Lysimachus und Seleucus 1., so wie dem Philipp nachgeahmte barbarische Münzen gefunden, von denen die meisten in das k. k. Münzcabinelt kamen. Im Luxenburgischen sind 1842 im April 30,000 römische Kaisermünzen gefunden worden. Fast alle haben die Buchstaben der Münzstätte Trier P. T. A. (Tercussus Treviro- rum Augustae); die meisten sind von Constantius und Constantinus, die übrigen von Maxi minus, Licinius, Maxentius, Severus, Maximian und Diocletian 2 > Einer der bedeutendsten Funde ist jener der Goldgefässe, welche zu Gross-St. Miklos im Banate ausgegraben wurden. Ein Bauer, Nera Vuin, grub die Gefässe im Hofe seines Hauses aus, als er beschäftigt war, eine Mauer zu errichten. Die Gefässe Jagen nur einen Schuh tief und in keinem Behältnisse, sondern frei unter der Erde und zwar so, dass die kleinsten unten, die grösseren oben, das grösste aber zu oberst war. Der Bauer verkaufte sie an zwei griechische Handelsleute, welche sie auf den Pesther Markt zum weiteren Verkaufe mitnahmen. Diese machten dem Stadtrichter davon Anzeige, welcher hierher berichtete, und Kaiser Franz befahl im September 1799 den gesammten Fund nach Wien zu bringen. Aus dem Funde scheint hervorzugehen, dass sämmtliche Gefässe zum häuslichen Gebrauche gedient haben. Das Gold derselben ist wie das Gold, aus dem die grossen Medaillons des Kaisers Valens gemacht sind; die Bandverzierung des grossen Gefässes ist der des Oehres bei den Medaillen des Valens sehr ähnlich, so dass die Zeit ihrer Verfertigung entweder gleich oder doch nicht sehr entfernt ist. Die menschlichen und thierisehen Gestalten sind sehr mittelmässig gearbeitet, besser die Verzierungen und Nebensachen. An manchen waren in den vertieften Zwischenräumen dunkelblaue Pasten eingelassen. — Weder Vorstellungen noch Schriftzüge haben ihres Gleichen. Es sind Elemente persisch - griechischer Mythologie und Ideen von barbarischen Völkern gemengt. Es ist weder das Volk, das die Gefässe machte, noch ob der Ort, an dem sie gefunden wurde, sie auch hervorbrachte, mit einiger Sicherheit auszumitteln 3 ). Der andere wichtige Fund ist jener der goldenen Kette und der grossen Medaillons zu Szilägy-Somlyö im Kraszner Comitate den 3. August 1797 4 > Zwei walachische Knaben, Peter Botscho und Simon Bohor, weideten 1797 zu Szilägy-Somlyö Ziegen auf jenem Abhange des Berges Magura, welcher gegen die Stadt gerichtet ist, und an dessen nördlicher Seite die walachische Kirche steht. Der Jüngere ') Saggio di osservazioni sulle Medaglie di Famiglie Romane. Modena 1829. Appendice al Saggio. Modena 1831. ) Seebode etc. Jahrbücher der Philologie 1842. 36. B. 1. Heft. S. 114. ) Hammer. Geschichte des osmanischen Reiches III. 726 erwähnt ihrer mit dem Wunsche der Bekanntmachung. 0 Szilägy-Somlyö liegt in dem Striche Landes, welcher Hungarice: Szilägysäg, latine: Sylvania genannt wird, in Comitatu Kraszna. Dieses Comitat gehörte vor Alters sammt noch zwei anderen Comitaten — Zaränd und Szolnok — zu Ungarn. Dieselben werden noch jetzt das Partium genannt. Partes scilicet Hungaricae Transylvaniae applicatae. Die Absonderung dieser Theile von Ungarn geschah unter den einheimischen siebenbürgischen Fürsten. Der Ort Sz. Somlyö ist ein Marktflecken, zwei Stunden von der ungarischen Grenze entlegen. — Diess schrieb Graf Dominik Teleky an Neumann. 9 erblickte etwas Glänzendes, betrachtete den glänzenden Körper näher, getraute sich aber nicht, ihn anzurühren, sondern rief auch seine Cameraden hin. Sie traten beide hinzu, und als der eine das glänzende Ding berührt hatte, rollte ein mit rothen Steinen besetzter, runder und etwas erhobener Körper CG. XI. 127.) hervor. Als sie diesen erblickten, fingen sie auch mit den Händen an zu wühlen, und fanden mehrere goldene Stücke nebst einigen Scherben eines ungebrannten irdenen Gefässes, in welchem vielleicht die Schätze verborgen waren. — Die Knaben, unbekannt mit dem Wertlie der gefundenen Gegenstände, legten sie wieder zurück, wie sie solche gefunden hatten, und behielten davon bloss die Kette CG. I.). — Mit dieser Kette ging der grössere Knabe in den Marktflecken, um seine Verwandten davon zu benachrichtigen, während der kleinere bei dem Orte zurückblieb. Zwei Anverwandte kamen dahin, bargen sich in ein Gebüsch und liessen von den Knaben die Sachen wieder hervorholen. Sie nahmen dann die Schätze zu sich, trugen sie herum, zeigten sie Anderen und verkauften davon. Endlich brachten die Finder Stücke zu den Salzbeamten Paul Peterszky und Franz Lippert, welche sie, weil sie die betreffenden Gesetze kannten und wussten, dem Kaiser dürften diese Gegenstände angenehm sein, in Empfang nahmen und nach Ofen sandten, und so kam dieser Fund nach Wien. Die beiden Beamten konnten drei Stücke nicht erlangen, welche der Vicegespan an sich brachte; eines davon erhielt der Gouverneur von Siebenbürgen, Graf Bänffi, einen Valens von 60 Ducaten, und die zwei anderen Stücke, von ungefähr dem inneren Wertlie wie der Valens, sind ebenfalls nicht hieher gekommen *)• Auch in Unter-Österreich wurden zu Atzgersdorf V. U. W. W. Gräber mit menschlichen Gebeinen und Schmuck in Gold und Silber 1845 entdeckt. Leider geben die Acten keine Details über die interessanten Funde sowohl zu Optzropataka im Saroscher Comitate, wo die schöne Silberschale (S. III.) und die goldene Torques und die übrigen Gegenstände (CiL IX. S.) ausgegraben wurden * 2 ), als zu Petrianecz im Warasdiner Comitate, wo die goldenen Armbänder (G. XI.) mit den Medaillen der römischen Imperatoren und die in Verzierungen gefassten Medaillen (G. XVII.) gefunden wurden. Merkwürdig sind die Fundorte der Gold-Torques— (G. S. VIII. 277, 279) — in Österreich V. U. M. B. und Czernowitz in Galizien. Grosses Aufsehen erregte der, im Jahre 1771 zu Podmokl auf der, dem Fürsten Fürstenberg gehörigen, Herrschaft Pürglitz gemachte Fund. Diese Herrschaft liegt in Böhmen im Rakonizer Kreise, nahe an der Beraun, wo sich der Rakonizer, Berauner und Pilsener Kreis berühren. Der Fund bestand in vielen keltischen Goldmünzen, mitunter auch Regenbogen-Schüsselchen (scutellae iridis) genannt. Mit denselben wurde eine, 4 { f t Loth schwere goldene Torques gefunden 3 ). Das Bronze-Gefäss, worin die Münzen waren, scheint römischen Ursprungs; die Schwanenhälse 4 ), in die der Tragring endet, ist ein häufiger ) Meine Bemühungen, diese Münzen zur Ansicht oder zu Kopien derselben zur Veröffentlichung zu erlangen, waren bisher vergeblich. 2 ) Der Director Abbe Eckhel schrieb 14. April 1791 nur Folgendes: »Im Monate April 1790 wurde zu Optzropataka ein wichtiges Depot von antiken Utensilien gefunden. Der reine Werth des Goldes betrug 2150 Gulden, den Ducaten zu 4 Gulden gerechnet; des Silbers 800 Gulden 45 Kreuzer; des Erzes 11 Gulden 36 Kreuzer. Es wurde gefunden auf dem Grunde des Herrn Anton Pechy. Die Acten sammt dem Schatze wurden von der ungarischen Kanzlei dem Herrn Obrist - Kämmerer eingeschickt, bezeichnet theils mit 3157, theils mit 4213, 1791. 3 ) Adauct Voigt. Schreiben an einen Freund. Prag 1771. Beschreibung der böhmischen Münzen. I. 47—86. 235—240. 4 ) Nicht Schlangen, wie Voigt 1. c. 7, 236 glaubte. 3 10 Zierat griechischer und römischer Metallgefässe. Diese Münzen waren in so grosser Menge, dass ihrer überall verbreitet und die Fürstenbergischen Ducaten daraus geschlagen wurden. Audi schon 1760 wurden bei Nischburg in der nämlichen goldreichen Gegend Böhmens viele goldene ähnliche Münzen gefunden 1 * ). Zu welch untergeordneten Geräthen häufig Gold verwendet wurde, zeigen die Funde zu Tisza Szöllös 1845 aus spiralförmigen Drähten CG. VII.) einer durchlöcherten Platte, zu 131 Ducaten, bestehend, im k. k. Cabinette; zu Czofalva CHäromszeker Stuhl) 1840, wo 4 goldene Csakans, Kinnkette eines Pferdes u. dgl. zu 965 Ducaten ausgegiaben w'urden ). Die Goldgegenstände der k. k. Sammlung sind wohl unbedenklich zu den grössten Merkwürdigkeiten dieser Art zu zählen. Sammlungen von Monumenten in Gold. In den etruskischen Gräbern sind viele Goldzierden gefunden worden, die sich zu Rom im Museum des Papstes Gregorius XVI. befinden, deren Veröffentlichung unlängst gemacht wurde 3 )* — Besonders ist das Grab von Caere höchst merkwürdig, in dem Gold und Silber mit verschwenderischer Pracht angewendet wurde. Der Held scheint ganz mit einem Goldkleide bedeckt gewesen zu sein, auf der Brust einen ähnlichen Schmuck tragend, wie die aegyptischen Priester, wie Moses. Unglaublich ist die Menge Goldschmuck, die in den Gräbern der etruskischen Städte gefunden wird: an Frauen, an Kriegern; Halsbänder, Schlüssen, Commandostäbe, Abzeichen der Priester, Bürger, Gymnastische, Triumph - Kronen, Pferde-Geschirre u s. f. 4 ). ln Neapel wird manches interessante Goldgeschmeide auf bewahrt 5 )* Im Museum zu Bologna war eine 1758 gefundene Armilla in Gold 6 ). In Paris ist eine Schale von Gold, welche zu Rennes 7 ) in der Bretagne 1774 gefunden, 1831 aus dem Münzcabinette zu Paris hei dem grossen Diebstahle entfremdet und wieder aufgefunden wurde. Im Inneren dieser Schale ist der Wettstreit zwischen Bacchus und Hercules, welcher den Andern im Trinken überwinde. — Ausser diesen zwei Gestalten sind noch sieben vom Gefolge des Bacchus und rings herum läuft ein bacchischer Triumphzug, Bacchus auf einem Wagen von zwei Panthern gezogen; Silen auf Faune gestützt, u. s. f. Aussen läuft eine Reihe von Medaillen herum, deren jede einzeln eingefasst ist. Die älteste derselben stellt den Kopf des Hadrian, die jüngste den des Geta vor. Vermuthlich wurde die ganze Schale zur Zeit des Sept. Severus gearbeitet. *) Ad. Voigt. 1. c. 73. ) J. G. Seidl. Chronik der archäolog. Funde. 1840—45 in Schmidl’s: »Österr. Blätter für Literatur und Kunst. 4 ' 3 ) Allgemeine Zeitung. 1841. Nr. 154. Museo Etruseo-Gregoriano. 4 ) Raoul-Rochette. Les Fouilles de Pompei et les Musees de Naples et de Rome. Revue de Paris. 1841. T. X. p. 54. 55. Luigi Grifi Monumenti di Cere antica. Roma 1841. Fol. ) E. Gerhard und Th. Panofka. Neapels antike Bildwerke. S. 436—438. Museo Borbonieo II. T. XIV. VII. T. XLVI. XII. T. XLIV. ) Schiassi. Sopra un armilla d oro. Bologna 1815. Cavedoni. Osservazioni critiche sopra i monumenti antiehi inedili del Cav. Gius. Micali Modena 1844. p. 16. ) Millin. Monuments antiques medits. Paris T. I. p. 225—228. — Cointreau. Dissertation sur le vase d’or trouve ä Rennes avec 2 pl Paris 1802. 4. 11 Die Hals- und Armbänder, die im Jahre 1832 bei Quentin in der Bretagne gefunden wurden, sind, da ihr innerer Werth an 2200 Ducaten betrug (eines war über 418 Duca- ten), ungeachtet sie der Goldarbeiter, zu dem sie der Finder brachte, nur um ein Geringes über den inneren Werth anbot, leider dem Schmelztiegel übergeben worden; sie sind gestochen und beschrieben in den Werken der Gesellschaft der Alterthumsforscher von London 1 )* Der den archäologischen Studien zu früh entrissene Herzog von Blacas zeigte mir selbst ein ungemein schönes, goldenes etruskisches Halsgeschmeide, den Samen, die Pflanze und die ganze Entwicklung der Lotosblume vorstellend, so vortrefflich gearbeitet, dass ihr wohl nichts ähnliches vorgezogen werden dürfte. Aus dem Besitze des ehemaligen französischen Gesandten in Constantinopel, Latour du Pin, kam ein ähnlicher vorzüglicher Halsschmuck in Gold in den des Herzogs von Blacas. Auch in Irland werden ähnliche Hals- und Armbänder von Gold gefunden 2 ). ln England fand man mehrmals Gold- und Silbergeschmeide, so Goldmünzen der merovingischen Könige mit goldenen Fibeln, Ketten u. s. w. in der Grafschaft Keilt 3 ). Die Goldarbeiter standen bei den Anglo-Sächsischen Königen in hohem Ansehen 4 ). In München ist die ungemein merkwürdige Krone aus dem Besitze der Gräfin Li- pona dahin gekommen 5 ); ferner schöne ägyptische Armbänder von D. Ferlini dahin gebracht, dann der konische Hut? Gefäss? u. s. w. In den Kreis dieser Monumente gehören auch die unweit Tondern im Herzogthume Schleswig am 20. Juli 1639 und im April 1734 gefundenen goldenen Hörner, zusammen 13 Pf. 24 L. im Gewichte, die eine Inschrift haben, welche der auf unseren Gefässen ziemlich ähnlich ist. Sie kamen ins königl. Museum nach Kopenhagen, woraus sie entwendet und eingeschmolzen wurden 6 ). Die Vorstellungen darauf sind jedoch viel verschiedener als auf unseren Gefässen und weichen von diesen mehr ab als die Schriftzüge. Sie verrathen eine viel rohere und spätere Zeit. Überhaupt besitzt das Museum für nordische Alterthümer in Kopenhagen von heidnischen Goldsachen bei 400 Stücke, wovon mehrere nicht allein als Antiquitäten höchst interessant, sondern auch von einem bedeutenden Metallwerthe sind. Besonders merkwürdig sind die Schalen aus getriebenem Golde, deren das k. Museum jetzt acht Stücke besitzt, und die wahrscheinlich als Opferschalen gebraucht wurden. Die zwei grössten, die bei Boeslunde in der Nähe von Skjelskjör auf Seeland aufgepflügt wurden, haben einen Durchmesser von 7 Zoll an der Mündung und eine Höhe von 4 Zoll. Auch ist ein grosses Leibband aus massivem mit Silber gemischtem Golde vor einigen Jahren auf Seeland gefunden worden, das auf der Mitte der Vorderseite zusammengenietet, und desshalb gewiss ein Schmuck für ein Götzenbild gewesen ist 7 )* Die meisten Goldsachen sind Schmucksachen, so wie Torques, ') Archaeologia or miscell. tracts relating to Antiquity. Vol. XXVII. PI. I. II. p. 1 —14. 3 ) Proceedings of the Royal Irish Academy. 1840 p. 424 und Archaeologia Vol. XXVIII. Lond. 1840. p. 437. 3 ) J. G. Akermann. Numismatic Chronicle VI. Ch. R. Smith. Collectanea antiqua Nr. VII. 4 ) Ch. R. Smith. Collect, ant. Nr. VII. p. 103, 104. 5 ) Gestochen. Gerhard: Antike Bildwerke. Centurie 3. LX. Erläutert von Avellino. Memoria della R. Accademia Ercolanese. Vol. I. p. 207— 277. Hier, (G. XIII,) im Stiche mitgetheilt und beschrieben. Hefner. Vereinigte Sammlungen. Münch. 1845. 6 ) P. E. Müller. Antiquarische Untersuchung der unweit Tondern gefundenen Hörner. Kopenhagen 1806. Worsaae. Dänemarks Vorzeit. S. 48. 7 ) S. Worsaae. Dänemarks Vorzeit. 49. 3 * 1* Armbänder, Fingerringe, Fibulae und die dem Norden eigenthümlieben Goldbracteaten, deren viele mit bis jetzt unleserlichen Runen versehen, und die wahrscheinlich nur Schmucksachen oder auch Amulete gewesen sind. — Bisweilen wurden Goldsachen von grossem Me- tallwerthe beisammen gefunden, so wie bei Broholm in Föhnen, wo 1833 goldene Geschmeide ausgegraben wurden, deren Gewicht über 8 Pfund betrug und die sonach einen Werth von etwa 1300 Ducaten hatten 1 ), und bei Slotsbjergby bei Slagelse auf Seeland, wo im Jahre 1817 drei goldene Ringe, die sogenannten Eidsringe, in einer Kieselbank gefunden wurden, die zusammen 2% Pfund wogen und sonach einen Werth von beiläufig 350 Ducaten hatten. Von Silbersachen, die alle der letzten heidnischen Zeit angehören, ist im Museum nicht eine so grosse Menge vorhanden, wie von Goldsachen; dennoch findet sich eine ziemliche Anzahl von silbernen Torques, Armringen, zum Theil von geflochtenem Silberdrahte, Fibulae etc. Der bedeutendste Fund von Silbersachen geschah im Jahre 1835 bei Vaalse auf Falster 2 ). Die schwedischen Gold- Alterthümer befinden sich im sogenannten Antiquitäten - Archive in Stockholm 3 ). Die Hauptgegenstände, vorzüglich in Silber, sind in Gothland, einem Stationsplatz der Wikingen zur Versammlung, um nach Constantinopel zu ziehen, gefunden. Unter den Goldsachen sind Torques, Armbänder, Fibulae und Goldbracteaten. Ausgezeichnet ist der Fund im Motala-Flusse. Auf Gothland werden häufig Münzen zwischen 750—1050 von Deutschland, England, den Chalifen, auch ungarische gefunden; unter den Byzantinern mit Goldsachen Leo, Arcadius u. s. w. ln Norwegen wurden am 12. und 16. August 1834 auf dem Gute Hoen, Pfarre Eger in der Diöcese Aggershusen Gold- und Silbergegenstände gefunden, bestehend aus gewundenen und glatten Torques und Fibeln im Gewichte von 88 1 / lfJ Unzen oder ungefähr 880 Ducaten, 19 Gold- und Silbermünzen, worunter acht goldene und eine silberne kufische der Abassiden aus dem 8. und 9. Jahrhunderte, 4 goldene Byzantiner, 3 goldene von Ludwig dem Frommen, eine silberne und vergoldete von dessen Sohne Pipin und eine silberne und vergoldete von Kaiser Lothar. Alle diese Münzen sind mit Oeliren zum Anhängen versehen, mit denen sie vielleicht an der Torques befestiget waren, so wie mehrere kleine zierliche Blättchen in Gold und Silber, Glas- und Thonkugeln, welche zugleich mit ausgegraben wurden. Der ganze Fund wurde mit ungefähr 4000 Gulden C. M. dem Finder und Grundeigentümer vom Staate ersetzt, die Sachen selbst der Universität zu Christiania zur Aufbewahrung übergeben. Herr Holmboe, der Herausgeber dieser Merkwürdigkeiten, hat mehrere Stellen angeführt, aus denen hervorgeht, wie die heidnischen Götzenbilder mit Torques und ähnlichem Geschmeide geziert waren 4 )« Petersburg bewahrt viele in der Krimm aufgefundene Goldgeschmeide, Halsketten, ) mstoriscü- antiquarische Mittheilungen. Kopenhagen 1833. S. 92 u. s. w. Tab. 5. S) f eS< ', hr ?‘ bUn f en dieser verschiedenen neueren Funde linden sich in: I. Antiquariske Annaler. (1.—4. Bd.) II. Nordisk Tidskrift for 01c yn lg es. (I. 3 Bd.) III. Annaler for nordisk Oldkyndighes. (1.-4. Bd.) (Gütige Mittheilung des Herrn Etatsrathes Thomsen. Worsaae. Dänemarks Vorzeit durch Alterthümer und Grabhügel. Kopenhagen 1844. 8. 46 u. ff. ) Vitterhets-Historie och Antiquitets Akademien’s Handlingar. } verdanÜri^r 61 ^ 1 ! 0 ^ De8 °" pt10 ornamentorum maximam partem aureorum et numorum saeculi VIII. et IX. etc. Christianiae 1835 verdanke ich der Gute des gelehrten Herrn Verfassers. 13 Armringe, Ohrgehänge, Stirnbinden, Kronen u. s. f. Nach Köhler haben sie einen ausserordentlichen Werth *). Es gibt in der That nicht leicht graziösere Schinuckgegenstände, als die Goldplatte mit viermal sich wiederholender Cybele, welche mit der rechten Hand einen Zweig fasst, und in der linken Hand eine Rose hält; die äussersten zwei Ränder sind mit je vier Löwenköpfen verziert. Ferner der Medaillon mit dem Kopfe der Pallas und die Torques mit Sphinxen; vorzüglich auf der grossen Torques, deren schöne Schlüsse zwei skythische Reiter bilden; so auch der Schild mit übereinander gestellten Medusen und Venus-Masken; das äusserst merkwürdige Gefäss aus Electrum, worauf sieben Skythen vorgestellt sind, von welchen zwei verwundet. Diese Gegenstände wurden in der Kriinm, nahe bei Kertsch, im Tumulus zu Kouloba gefunden 0* Die bedeutendste Entdeckung von Goldgefässen ausser denen zu St. Miklos in der Torontaler Gespanschaft ist jene zwischen Buzeu und Brailow auf der Strasse nach Bille- cocq in der Wallachei 1838. Dem Fürsten Michael Ghika verdanke ich seit März 1846 die Mittheilung der Lithographien der vorzüglichsten dieser Gegenstände, welche sich im inneren Werthe auf 40 ,5 /6 4 Leipziger Pfunde belaufen. Das Merkwürdigste darunter ist eine tiefe Schale, in deren Mitte Libera? als Statue in einem Kreise sitzt; innerhalb desselben liegt ein Mensch, die rechte Hand unter dem Kopfe auf einem Kissen, zwischen 6 Thieren, worunter zwei ruhig schreitende, ein Löwe und eine Löwin. Den äusseren Rand dieses Kreises bildet eine, wie eine Torques gewundene Verzierung 3 )* — Die zweite Umgebung bildet einen Kreis von 16 Göttern, deren hellenische oder römische Abkunft nicht zu verkennen, die aber mit barbarischen Elementen versetzt sind. — Unter den Göttern dürfte Apoll durch Leier und Greif am leichtesten zu erkennen sein; undeutlicher sind Neptun (durch einen unten angebrachten Fisch), Ceres und Proserpina durch eine Fackel, Bacchus? von Ariadne? gekrönt, die Dioscuren? durch Geissein? charakterisirt; den äusseren Rand bildet eine Verzierung von Weinlaub und Trauben; einer Lepaste ähnlich, jedoch ohne Henkel. Diese Schale wiegt 4 5 / 32 Leipziger Pfund oder 600 Ducaten. Das zweite Gefäss hat die Gestalt eines sehr tiefen achteckigen Korbes, dessen eine Handhabe einen Panther vorstellt; die andere ist abgebrochen. Sonst sind auf derselben sehr viele rothe Glaspasten angebracht. 5 5 / 32 Pfund im Gewicht. Eine Stirnbinde von 15 / 32 Leipziger Pfunden im Gewichte'ist der dritte merkwürdige Gegenstand dieses Fundes. Der vierte ist eine Torques mit einer Schrift von fünfzehn Buchstaben versehen, welche der Schrift auf den Wiener Gefässen ähnlich ist. Diese Torques wiegt l'/ie Pfund. Die zweite Torques 25 64 Leipz. Pfund 4 ). ’) Köhler (K. H. E.) schrieb am 2. Oet. 1835 an K. Morgenstern (Karl Morgenstern. Heinrich Karl Ernst Köhler. Zur Erinnerung an den Verstorbenen. S. 119 n. 98): »Unter Anderm werde ich für die hiesige Akademie eine Abhandlung über die goldenen und silbernen »Gefässe, Schmuck u. s. w. bei den Alten vollenden, weil die hiesige kaiserliche Sammlung von allen ähnlichen jetzt die schönste und »wichtigste ist.« Bekanntlich ist dieser Schatz jetzt in einem der Durchgangszimmer der kaiserl. Eremitage nach der Newaseite zu, in Glasschränken aufgestellt, von wo auch Ref. ihn mehrmals zu betrachten Gelegenheit hatte. 2 ) Fred. Dubois de Montpereux. Voyage autour du Caucase. Vol. V. p. 208 etc. Atlas. Serie d’Archeologie fol. XX. XXI. XXII. XXIV. ) Der Sitz der Libera ist mit Weinlaub auf eine Art verziert, wie der Krystallbecher, der in Siebenbürgen gefunden wurde. Arneth. Cameen. XXXIII. 6. 4 ) Gestochen nach einer Mittheilung von mir in: Micali Gius. Monumenti inediti. Firenze 1844. Tav. LIII. 3 — jedoch mit der irrigen Angabe p. 337: »Esistente nell’ I. e R. Museo delle Antichitä di Vienna,« wo es nicht ist und nie war. — Daraus floss auch die irrige 4 14 Ausser diesen wurden noch gefunden eine runde ziemlich seichte Schale von 15 5 /i 9 Leipz. Pfunden, eine zwölfeckige von 3 1 /* Pf.; eine Lampe mit einem Falkenkopfe von Pfund; eine andere mit einem Ibiskopfe von 1 % Pfund; dergleichen von r/ 8 Pfund; eine kleinere ohne Figur von 7 /t« Pfund; eine Urne mit Handhaben von 3 43 / 64 Pfund und Bruchstücke von V'ju Pfund; das Ganze also von 40 15 / 64 Leipz. Pfunden im Gewichte, also ein ungefährer Betrag von mehr als 5000 Ducaten. Der Frau Bar. Josika verdanke ich einen Brief des Herrn A. Kurz in Kronstadt, vom 25. Dezember 1847, welcher in vielem mit den Mittheilungen des Fürsten Ghika übereinstimmt, nur benennt er den Ort Pietraossa genauer, und gibt den Goldwerth auf 8000 Ducaten an. Nach Herrn Kurz trägt eine Torques die Aufschrift : XAIPE RAI I1I1SE. Die Eu- ganeische Schrift ist ähnlich aber nicht genau wie die auf der Lithographie. Ferner gibt Herr A. Kurz die Zeichnung des sehr hohen Gefässes; eines andern mit einem Adlerkopfe verzierten, einer Lampe wie die gewöhnlichen Thonlampen. In der Nähe des Fundortes ist ein sehr erkennbarer Wall von viereckiger Gestalt, dessen jede Seile 715 Fuss Länge hält. Auf der Spitze des höchsten Berges über dem Dorfe ist ein Ringwall, 20 Fuss im Durchmesser, welchen die Wallachen die goldene Scheune heissen. Bei dem Graben im Inneren fand man Steinpflaster, und in der Umgebung mehrere in Reihen gemachte Gruben, Grundmauern von Gebäuden, Scherben von Gläsern, Ziegeln und dünnen Marmorplatten. Eine benachbarte Quelle wird jetzt noch die Quelle des Adlers genannt. Die Funde der Goldmonumente in Neapel, auf den griechischen Inseln, in der Krimm, bezeichnen die Ausdehnung der griechischen Bildung, so wie jene Monumente, welche von Irlands und Englands Küsten und von jenen Frankreichs bis in die Binnenländer, Deutschland und Ungarn die Wege durch die Länder bezeichnen, in denen die Kelten gleichzeitig wie die Etrusker in Italien geherrscht, wie uns die Erde in wenig getrennten Tagen Zeugen der Reichthümer dieser Völker wiedergibt, Reichthümer, die uns glauben machen könnten, dass in Europa eine ähnlich grosse Goldmenge in frühesten Zeiten gewesen, wie in America bei Entdeckung dieses Welttheiles, denn jetzt füllen die Goldschätze der Etrusker die Museen Roms und die diesseits der Alpen die Überbleibsel keltischer Macht. Auf gleiche Weise sieht man die Spuren der Römerherrschaft über der Erde verbreitet; dann die der Völker, die sich auf ihrem Erbe entweder nur vorübergehend oder auf lange Dauer niedergelassen haben. Angabe in Micali s Recension vonE. Braun in: Annali dell’ Instituto d. C. A. XV. 365, der die in Steiermark gefundenen Helme und diese Torques als in Wien beisammen glaubt, indess nur die ersteren hier sind; ein gleicher Irrthum auch in der Gott. g. A. 1847 S. 12, 13, wo Hr. Wieseler sagt: »Die 168 Ducaten schweren goldenen Torques mit euganeischer (von dem Herrn Verfasser gar nicht erwähnter) Inschrift,« und citirt ausser den eben angeführten Werken auch Secchi Bullett. 1843. p. q. 3., wo aber der gelehrte Secchi, dem ich selbst die Durchpausung der Inschrift schickte, sie mit dem Beisatze bekannt macht: *il lucido d’una collana d’oro trovata in Valla- chia, di cui leggesi una chiara ed indubitata iscrizione euganea.« Ich konnte daher die Inschrift nicht anführen, da sie sich leider nicht auf unserer Torques, sondern auf der in der Wallachei gefundenen und in Bukarest aufbewahrten vorfindet. 15 Sammlungen der Monumente in Silber. In manchen Gegenden wurden mehr Silber- als Goldmonumente gefunden; in der Hegel sind auf jenen die Arbeiten schöner. — Zu den vorzüglichsten Silbermonumenten rechne ich das Relief im k. k. Münz.- und Antiken-Cabinette CS. V.) mit dem Opfer, welches der Ceres dargebracht wird und das in Aquileia gefunden wurde. — Ferner daselbst die in Ungarn gefundene Schale mit den Bacchus-Vorstellungen. (S. H1-) Wenn schon nicht durch Kunst besonders ausgezeichnet, so doch sehr merkwürdig sind die in der Bukowina vom Woloker Unterthane Michalasz Sadow ey auf der Beligions - Fondsherrschaft Kuczurmare 8 Zoll unter der Erde beim Ackern im August 1814 gefundenen Gefässe, deren Silber fünf- zehnlöthig ä 1 fl. 20 kr. C. M. und von 184 3 / 4 Loth im Gewichte. CS* VIII.) Das Feld auf einer Anhöhe, an deren Fusse der Bach Beretka, heisst Dumbrawa (^Eichenwald?), ist etwa % Stunde von jenen Schanzen (Horodiszere) entfernt, die Sobiesky auf seinem Rückzüge gegen die Türken aufw erfen liess. Der Sage nach sollen in dieser Gegend schon mehrmals Schätze gefunden worden und noch zu finden sein. Vortreffliche Arbeiten in Silber werden in Neapel auf bewahrt, unter andern die Apotheose Homer’s, aus der Zeit der römischen Kaiser, welche Millingen 1 ) stechen liess und beschrieb; dann die Silberschale, auf deren einer Seite ein Mann, auf der anderen Minerva auf einem Zweigespann daherstürmt. So sind daselbst Becher und Schale ohne Figuren; zwei andere Becher, von denen einer mit Figuren, der andere mit Verzierungen 2 ). In Rom sind mehrere Silberwerke, z. B. in der Vaticanischen Bibliothek eine Schale, in deren innerem Raume eine Eberjagd. — Abbildungen von Silbergefässen liessen siechen die Gelehrten Winckelmann 3 ) das berühmte, worauf das Urtheil des Areopag’s über Orestes vorgestellt ist, zu dessen Gunsten Pallas ein weisses Loos in die Urne wirft; Oderici 4 5 ) eine Schale, worauf Hercules, der den Nemäischen Löwen niederreisst; Alexander Visconti 0 ) eine Schale mit Eidechsen, Schlangen, Arabesken u. s. w r . Ausserordentlich ist der Reichthum an Silbergegenständen im neu errichteten Museo Gregoriano aus den Funden in den etruskischen Städten, besonders von Caere eine grosse Schale ohne Henkel, worauf ein Held wilde Thiere bekämpft. Diese Schale ist abermals ein Beweis der Verbindung zwischen Italien und Ägypten 6 ). Unweit Bologna wurde 1832 eine Silberschale mit einem Bacchanale gefunden, welche Bianconi 7 ) stechen liess und erklärte. ') Ancient unedited Monuments. London 1822. P. II. p. 25, 26 Tab. XIII. 2 ) Viele antike Silberarbeiten Neapels sind gestochen in: Real Museo Borbonico Napoli 1831. Vol. VII. Tav.XLVIIl. Vol. VIII. Tav. XIV. Vol. X. Tav. XIV. XLVI. Vol. XI. Tav. XLV. und die schönen Gefässe mit den Kentauren und Kentaurinnen. Vol. XIII. T. XLIX. Ed. Gerhard und Th. Panofka. Neapels antike Bildwerke 1 — 438 — 441. Im Hause des Adonis zu Pompei wurden Mischgefässe, Becher, Schalen, Spiegel, dann 14 mit Kentauren und Kentaurinnen geschmückte Gefässe gefunden. Di quattordici Vasi d’argento dissotterrati in Pompei. Discorso del Caval. Quaranta. Napol. 1837. Raoul - Rochette. Les Fouilles de Pompei'. Lettres ä Mr. de Salvandy. Revue de Paris. Annee 1841. T. IX. Sept. p. 22 , 23. ) Monumenti antichi inediti. Roma 1767. Fol. T. 151. p. 203—207. 4 ) De argenteo Orcitirigis numo. Roma 1767. 4° p. 64. 5 ) Atti dell’ Accademia Romana d’Archeologia. Roma 1823. T. I. P. II. p. 304-315. (Museo Chiaramonti. Ediz. Milan. LT. a. III. 8.p. 326). b ) R. Rochette. Les Fouilles de Pompei et les Musees de Naples et de Rome. Revue de Paris. 1841. T. X. p. 56. 7 ) Annali dell’ Instituto. Vol. IV. 1832. p. 304—311. pl. XLV. B. C. D. 4 * 16 Im Turiner Universitäts-Museum befinden sich vier Schalen, die hier (S. VIII.) im Sliche mitgetheill werden; im Po wurde eine Silberschale gefunden, auf welcher ein Basrelief mit dem Kampfe der Amazonen gegen Hercules vorgestellt ist; dasselbe hat Tarin *) erklärt. in Como wurde 1843 silbernes und vergoldetes Geräthe gefunden 0* Viele Silberarbeiten befinden sich in Frankreich, zumal in Paris. In der Normandie wurden unweit Bernay am 21 . März 1830 viele Silbergefässe gefunden, und von den Herren Lenormant 3 ), Raoul-Rochette 4 ), Le Prevost 5 ) beschrieben. — Nach den von Lenor- mantund Raoul-Rochette 7 ) mitgetlieilten Zeichnungen zu urtheilen, enthält dieser Fund nicht nur keine griechischen, sondern auch nicht aus der ersten Zeit der römischen Kaiser berstammende Arbeiten. Unweit Avignon wurde 1656 der sogenannte Schild des Scipio in der Rhone gefunden ; er ist nun im Antiken-Cabinette in Paris 8 ). ln der Dauphine wurde 1714 eine Silberschale gefunden und in den Werken der französischen Akademie mitgetheilt 9 ). Einer der bedeutendsten Gegenstände der Art ist das Kästchen im Besitze des Herzogs von Blacas. Dasselbe ist beschrieben und gestochen 10 ). Es ist aus dem vierten und fünften Jahrhunderte unserer Zeitrechnung, und enthält Inschriften wie auf der Goldfibula im k. k. Cabinette (G. IX.) worauf VTERE FELIX; dort heisst es: PELEGRINA VTERE FELIX; ferner: SEC VN DE ET PROIECTA VI VATIS IN CHRISTO. — Besonders sind die Personificationen der vier Hauptstädte des damaligen römischen Reiches: Rom, Constantinopel, Antiocliia und Alexandria merkwürdig. Unter diesen Silbergerätlien ist auch ein dem unseren fS. I.) ähnlicher Pferdeschmuck. In England sind sehr merkwürdige Silbergefässe und Bruchstücke von solchen. Payne Knight hat sehr interessante Handhaben zu Silherschalen stechen lassen H )* Auf der ersten derselben die Thaten des Hercules (vielleicht war auf der beschädigten Stelle ein Camee mit der Büste des Hercules, denn unten sieht man noch die übrig gebliebenen Theiie der Löwenhaut), dann der Nemeische Löwe, der Hirsch, der Eber, die Schlange, die Hydra; auf einem einzelnen Stücke Hercules den Antaeus erwürgend; oben zu beiden Seiten der Büste des wahrscheinlichen Hercules: Calathus und Clava. — Auf XXXI. oben Büste der Abundantia? zwischen einem Hirschen mit Lämmern und Wandersmann; Mercur sitzend, ') ) ) 4 ) 5 ) (i ) : ) s ) !) ) , 0 ) “) Memoires de l’Academie de Turin. 1803. 1804. p. 6—10. Bellani Conghietture sopra un antico singolare arnese. Giornale dell’ I. R. Istituto Lombardo. 1848. p. 409. Bullettino dell' Tnstituto di Correspondenza Archeologiea. Maggio 1830. p. 97—111. Annali dell’ Instituto. 1834. p. 249—264. Journal des Savants. Juillet et Aoüt 1830. Memoires sur une collection de vases antiques. Caen 1832. Annali dell’ Instit. 1. e. Monuments inedits de 1 Antiquite flguree. Paris 1833. Fol. pl. 52, 53. Nouvelles annales archeol. Paris 1838. PI. XVIII. 1. 2. 3.4., welche an die Reliefs der Säulen des Trajan und M. Aurels erinnern, wenn sie nicht noch später sind, da mir ihr Styl kein hohes Alter anzudeuten scheint. Spon. Melanges d’Antiquites. Millin. Monumens inedits. 1.69. Waagen. Kunstwerke in Paris. 188. Nach Letronne: Achilles, Briseis, Phoenix, Ulysses. Revue archeol. 1847. 514. Letronne erklärt a. a. 0. mehrere Vasen vom Funde zu Bernay für griechische Arbeit. Histoire de l’Academie des Inscriptions et belles lettres. Paris 1736. T. IX. p. 152. E. Q. Visconti. Lettera intorno ad una antica suppellettile d’argento scoperta in Roma nell’ anno 1793. Roma 1827, wovon es insofern zwei Auflagen gibt, dass die 24. tabula zweimal verschieden gestochen ist. Archaeologia Vol. XV. Pl. XXX. XXXI. XXXII. 17 Bacchus und Ariadne, rechts eine jugendliche Gestalt, links ein Flussgott. — Auf XXXII. eine Maske, eine Fides mit Feldzeichen; sämmtlich im Jahre 1747 in Northumberland gefunden. Für das Museum zu London ist eine Schale bestimmt, welche ll r . Lord *) in Indien zu Budukslian fand, worauf Bacchus auf einem von zwei Bacchantinnen gezogenen Wagen vorgestellt ist. In der rechten Hand hält Bacchus eine Schale, die linke stützt er auf eine in demselben Wagen sitzende Bacchantin. Im Museum der Eremitage zu St. Petersburg sind zwei höchst merkwürdige Silbergefässe, welche um das Jahr 1837 in der Moldau gefunden wurden, aufbewahrt. Beide sind wahrscheinlich zu den Zeiten des Sept. Severus gemacht worden. Eines, ein eimerförmiges Gefäss, stellt im Relief die Liebe des Zeus zur Leda, jene des Apollo zur Daphne und den Rauh des schönen Hyllas durch die Nymphen vor. Das zweite, amphoraartige, Gefäss von eigenthümlicher Form enthält 4 kämpfende Griechen und vier kämpfende Amazonen. Dessgleichen sind in der Krimm im Tumulus zu Kouloba mehrere äusserst geschmackvolle Silbergefässe gefunden worden, worauf Jagdseenen zwischen Löwen, Ebern, Hirschen, Greifen, Ziegen, theilweise vergoldet, abgebildet sind. So wurde auch das Beschläge eines Bogens gefunden, worauf Hirsche, Löwen, Greife, Seepferde und Vögel Vorkommen; kleinere Theile eines Bescliläges mit skythischen Reitern, die jagen. Auf einem grösseren Beschläge Amphitrite? Skylla * 2 )? H. C. E, Köhler 3 ) und Beck 4 ) haben aus der Strogonoff’schen Sammlung die Silberschale, worauf der Wettstreit um die Waffen Achill’s abgebildet ist, beschrieben; so auch der Präsident der französischen Akademie, de Brosses 5 6 7 ) ein Silbergefäss in den Werken derselben. Es ist diess Letztere meines Erachtens orientalisch; dasselbe wurde in Sibirien am Flusse Petzora gefunden. E. Gerhard erwähnte beim Winckelmannsfeste (i ) 1842 einer Silberschale mit Reliefs und unbekannten Schriftzügen, ausgegraben in der Umgegend von Kertsch, im Besitze des Grafen Sergei Strogonoff zu St. Petersburg, mitgetheilt durch Herrn Schott, und liefert sie abgebildet. Ihr Styl erinnert sehr an die in der Walachei gefundenen Goldgeräthe 0* Auf jenem runden Silbergefässe sind 8 menschliche Figuren. In der Mitte der Schale ist ein Löwenkopf; rund herum über diesem ist auf einem Schilde ein orientalisch sitzendes Brautpaar; der Bräutigam wird durch einen auf ihn zufliegenden Adler, der, um ihn zu krönen, einen Kranz im Schnabel hält, als Held bezeichnet. Diesem gegenüber, fast ganz nackt, sitzt Jupiter? Zwischen diesem und dem Bräutigam sind drei Männer; gegenüber zwei Männer, unbekannte Schriftzüge und zwei Affen. In Mecklenburg wurden bei Gr. Kelle unfern Böbel an der Müritz 8 ) eine Schale und eine Schöpfkelle gefunden, mit ähnlich verzierter Handhabe, auf welcher der Genius einer ') Journal of the Asiatic Society of Bengal. Juli 1838. ’) S. die sehr gelehrte Abhandlung. B. v. Köhne. Die beiden grossen Silbergefässe des kaiserlichen Museums der Eremitage zu St. Petersburg. S. Petersburg 1847. XX. Fred. Dubois de Montpereux. Voyage autour du Caucase. pl. XXI—XXIV. 3 ) Göttinger Gelehrte Anzeigen. 1803. St. 5. S. 41—48. St. 9. S. 81—88. 4 ) Commentat. Societ. Phil. Lips. Vol. III. P. II. p. 353—355. 5 ) Memoires de l’Academie des Inscript, etc. B. L. XXX. 777—801. 6 ) Phrixos der Herold. Zweites Programm zum Berliner Winckelmannsfeste. Berlin 1842. 4°. 7 ) Archäologische Zeitung. 1843. Nr. 10. T. X. 8 ) Bartsch. Jahresbericht des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. 3. u. 5. Jahrgang. Schwerin 1838—1840. 5 18 Stadt, welcher in der rechten Hand einen Caduceus hält, in der linken ein Feldzeichen, an dem zwei Füllhörner; unten rechts zwei Schafe, links steht das Feldzeichen auf einem Todlenkopfe. (In der Zeichnung sicher ein Todtenkopf.) Die Enden der Handhabe sind zwei Schwäne wie auf unserer Schale (S. IIIO In München sind schöne Silbergefässe aus der Sammlung Lipona mit Kentauren- und Lapithenkämpfen, die hier im Anhänge mitgetheilt werden. (S. VIII.) In das dortige königl. Antiquarium ist auch die Silberschale, welche in Manscliing, im Landgericht Neuburg an der Donau, gefunden wurde, gekommen. Das noch erhaltene Relief, von dem ich eine skizzirte Zeichnung der Düte des Herrn Sedlmayer in Augsburg verdanke, stellt eine Scene vor, in deren Mitte ein jugendlicher sitzender Held einem Soldaten befiehlt, einem gefangenen Barbaren den Kopf abzuschlagen. Zehn gefangene Weiber, zwei ganz kleine Kinder sind vor dem sitzenden jugendlichen Helden, neben dem eine Frau steht, deren Haupt mit einem Helme bedeckt ist. An der linken Seite des Helden sitzt auf dem Boden mit auf den Rücken gebundenen Händen eine weibliche Gestalt, rückwärts bringen drei Krieger zw ei Barbaren; das Ende bildet ein Tropaeum, an dessen Fusse ein Weib mit einem Kinde sitzt, vor ihr steht ein Barbar, ein Schwert in der rechten Hand haltend. Das Ganze stellt vielleicht den Germanicus vor, der in Gegenwart der Agrippina gefangene Germanen hinrichten lässt. Tliiersch 1 ) erklärt die Vorstellung: Pyrrhus nach der Eroberung Troja’s, umgeben von den Myrmidonen, lässt die gefangenen Trojaner der Pallas opfern; er hält von den Frauen eine für Andromache, die andere für Polyxena, das Kind für Astyanax; das Ganze für ein Product der besten griechischen Arbeit. Mich erinnert Styl, Gewandung, Tropaeum sehr an Monumente römischer Zeit, z. B. an die Columna Trajana und Antoniniana. Nachdem auf die Weise vielleicht das Wichtigste, was an Gold- und Silbermonumenten in Europa’s Museen (denn kein anderer Welttheil hat so sehr die Begierde, kennen zu lernen, was in den anderen entweder besteht oder bestanden hat) vorfindig und der Öffentlichkeit übergeben worden ist, aufgeführt wurde, glaube ich zur Beschreibung der Monumente ähnlicher Art im k. k. Münz- und Antiken-Cabinette übergehen zu können, wodurch vielleicht das Wissen hie und da vermehrt, jedenfalls aber eine getreue Mittheilung des Vorhandenen erzielt wird. — Sind gleich die meisten und wichtigsten Monumente der Art, dass die Acten über ihre Bedeutung nicht nur keineswegs geschlossen sind, sondern durch ihre Mittheilung vor dem grossen wissenschaftlichen Publicum erst beginnen, so glaubte ich doch, die Zeichnung und den Stich derselben beendigen lassen zu sollen, und sie nicht länger, da daran schon seit ihrer Auffindung mehr oder minder unterbrochen gearbeitet wurde, der Wissenschaft und Kunst vorenthalten zu dürfen. Was die Arbeit der Goldgefässe betrifft, so muss von denselben gesagt werden, dass sie alle aus einem Stücke durch den Hammer, dessen Schläge man überall gewahrt, getrieben wurden, und daher eine diessfällige seltene Technik voraussetzen, indess die Lothung bei den Henkeln sehr roh ist. Die Formen sind immer, wenn nicht schön, doch gefällig. Sehr angenehm müssen die blauen, glänzenden Pasten, die in vielen Gefässen eingelassen waren, von denen nur wenige Spuren übrig blieben, dieselben geschmückt haben, welche einen grossen Theil dieser Gefässe zum Rang der Niello’s erheben. ') I. Klasse der königl. Akademie der Wissenschaften. V. Bd. II. Abth. Monumente in Gold. Tafel G.) I.—XVIII. und S. 1 * ) IV. und G. S. VIII. -©*#§§t8§i3il§Se«-- Beschreibung. Nr. 1. Eine grosse dreifache Kette mit an 30 Ringen hängenden Werkzeugen, In- strumenten und Verzierungen, 50 an der Zahl, welche sich auf die verschiedenen Beschäftigungen des menschlichen Lehens, als Feld-, Acker- und Weinbau, Schmiedhandwerke, Fischerei, Jagd, Rechtspflege und den Soldatenstand beziehen, deren einzelne Bestandteile folgende sind: a) ein Joch, b) ein Anker oder Ambos? c) eine Sichel? d) Kluppe oder Feuerzange? e) Lochscheibe, f) Säge, g) Raspel, h) Weinlaub, i) Polirinstrument? k) Bleeh- scheere. I) Hakenzange? m) Messer, ri) Pflugschare? o) Messer, p) Weinlaub, q) Pfeilspitze. r) Pfeilspitze, s) Streitkolben. t) Polstah? Flacheisen? Stemmeisen? w)?? Hohleisen? vj Schmiede - Schiirfeisen. w) Weinlaub, x) Schwert, y) Hand. Schleuder? ad) Schild? ab) Mann im Kahn, acj Kugel, ad) Dreizack? ae) Hammer, af) Ambos? Aderlasseisen für Kurschmiede? ag) Weinlaub, ah) Hacke, ai) Schlegel? ak) Schürfeisen, al) Haue, am) Zirkel. an) Löffelbohrer, ao) Weinlauh. ap) Gezähnte Sichel? oder Säge 3 )* a( l) Baummesser? ar) Feile, as) Zange, at) Hammer, au) Aderlasseisen? av) Schafscheere. aw) Maulgitter? ax) Krummeisen, ay) Schneidewerkzeug? a%) Schlüssel? aaa) Schlüssel? aab) Joch. Am Ende (ab) hängt ein Nachen, worin ein nackter Mann mit unverhältnissmässig grossem Kopfe von schlechter Arbeit sitzt und in beiden Händen ein Ruder hält; am Schlüsse ist eine Kugel fac) von dunklem Krystall 4 ), auf dessen goldener zweifacher Reiffassung oben ein Gefäss ist, das zwei Panther oder Tiger mit den Rachen und Vorderfüssen fassen. Sammt dem Rauchtopas im Gewichte von 203 12 /ie Ducaten in Gold, 5' 6" in ganzer Länge. G. I. Diese Kette ist mit 28 Antiken (Nr. 238—265) und 14 goldenen Medaillons XVI. XVII. XVIII. römischer Kaiser von zwei wa- lachischen Ziegenhirtenknaben zu Szilägy-Somlyö in Siebenbürgen am Maguraberge im Kraszner Comitate 1797 gefunden worden. Nr. 2. Gefäss auf drei Greifen ?-Füssen stehend, am Rande verziert, mit einem Ochsenkopfe, dessen Nacken mit Lilien?, Stirne und Rachen phantastisch geschmückt sind. Die Hörner sind sehr merkwürdig. Ganz verschieden von denen der Ochsen des heutigen Ungarns gleichen sie mehr den Hörnern der indischen und ägyptischen Ochsen. 81 Ducaten in Gold, 4%“ lang, 2%" hoch. G. III. 2 . l ) Gold: immer wo G vor der römischen Zahl steht. G. S. vor der römischen Zahl bedeutet, dass auf der so bezeichneten Tafel mehr Gold- als Silbermonumente gestochen sind, diese sind dann durch das der arabischen Zahl beigesetzte G. oder S. unterschieden. 3 ) Silber: immer, wo S. vor der römischen Zahl steht. S. G. vor der römischen Zahl bedeutet, dass auf der so bezeichneten Tafel mehr Silber- als Goldmonumente gestochen sind; S. vor der arabischen Ziffer bedeutet ebenfalls Silber. 3 ) Eine solche hat Trebati (Paul Ponce) dem Ackerbau in die Hand gegeben. Clarac. Musee. I. pl. 24. 4 ) Cf. Chifletius. Anastasis Childerici Regis p. 243. 5 * 20 Nr. 3. Schale mit Handhabe, in der Mitte innerhalb einer runden Einfassung ein erhoben gearbeitetes monströses greifenähnliches Thier. 29 l / 2 Ducaten in Gold, 3%" Durchmesser, 4 / 8 " hoch, *%" lang die Handhabe. G. IV. 3. 8. Auf den Goldgefassen kömmt kein Thier so oft vor als der Greif; er ist der Wächter des Goldes. Gryphi, saevum et pertinax ferarum genus, qui aurum terra penitus egestum mire amant, mireque custodiunt, et sunt infesti attingentibus, sagt Mela 1 )* Der Greif erscheint auf Münzen des Chersonesus Taurica, in Thrakien zu Abdera, in Jonien zu Assus, Phokaea, Teos. Der Greif ist der vorzüglichste Begleiter der Nemesis, des Apollo, der sowohl auf Münzen, wie auf Gefässen reitend auf einem Greife vorkömmt; öfters erscheint der Greif auch auf dem Helme der Pallas. Das Vorkommen des Greifes auf den Goldgefassen weiset meines Erachtens auf jene den Griechen unbekannten Gegenden um den Altai hin. Nr. 4. Schreitender Pan, in der rechten Hand eine gesenkte Fackel, in der linken den Lagobolus erhoben; über der linken Schulter hängt ein Ziegenfell, auf welchem Weintrauben und Früchte angebracht sind. G. I. 4. 4. 26 2 / 16 Ducaten in Gold. 3" hoch. Erinnert an den Pan, mit welchem Echo tanzt, auf einer Vase 2 ). Auch an den Pan im Louvre 3 )? und auf der Silberplatte, welche zu Portici gefunden wurde 4 )* Nr. 5. 6. Zwei gewundene Ringe; an jedem hängt eine sechzehneckige Rhomboide mit 8 Dreiecken und 8 runden rothen Pasten besetzt, wie solche an einer Medaille in Gold des Maximianus. 6 Ducaten in Gold. G. I. 5—6. Zu Alt-Ofen gefunden. Nr. 7. Eine schreitende Kuh mit tyronisclien ? Noten bedeckt; auf der Fläche könnte man Köcher? Säule? Bogen uud Schwert? übereinander gelegt bemerken. G. I. 7. 21 6 /i 6 Ducaten in Gold. iy 2 Schuh lang. Nr. 8. Eine Nr. 3. ganz ähnliche Schale, nur in der Nähe der Handhabe etwas beschädigt. 29 Ducaten in Gold. 1 i / i ii lang. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 9. Ein Nr. 2 ganz ähnliches Gefäss; die Mitte des Thierkopfes ist etwas weniger verziert. G. III. 81 Ducaten in Gold, 4 3 / 4 " lang, 2'/*“ hoch. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 10. 17. Eine becherähnliche Schale. G. VIII. 10. 17. 21 Ducaten in Gold. 1 3 /A J 4 ' Durchmesser, l 7 j 8 u hoch. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 11. 16. Ein vielfach verziertes Gefäss, worauf eine Menge vertiefter Kreuze eingegraben, und auf der Kante des Bodens vier Buchstaben eingeritzt sind. G. VIII. 11. 16. 175 Ducaten in Gold. S 1 !^ hoch. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. *) L. n. c. 1 . 2 ) Musee Blacas pl. XXIII. Panofka p. 69. S. G. 1. 4. 0 Cte. Clarac. Musee de Sculpture. pl. 325. 1775. 4 ) Antichitä d’Ercolano. V. 269). n Nr. 12. Eine Fibula. 16 9 / lß Ducaten in Gold, l 3 /^ lang, 2 U breit. Nr. 13. Ein rundes Gefäss, auf welchem innerhalb runder Einfassungen sechs erhobene monströse, greifenartige Thiere herausgetrieben sind. Das ganze Gefäss ist mit einer netzartigen Verzierung überzogen, in deren Vertiefungen Pasten eingesetzt waren, von denen noch zwei weissgrüne, und Bruchstücke von blauen erhalten sind. G. II. 62 * 2 * 4 /i ß Ducaten in Gold. 2 1 / 2 " Durchmesser, 2%" hoch. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 14. Gold aus geschmolzenen Antiken entstanden. 12 12 /i 6 Ducaten in Gold. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 15. Theil eines musikalischen Instrumentes mit neun eingeschlagenen Schriftzeichen: uu J>Kt,\A In den vier vertieften Zierden waren wahrscheinlich Pasten eingefasst. G. II. 33 8 9 iß Ducaten in Gold, 10 3 / 8 " in ganzer Länge. Die Schriftzüge stimmen meines Erachtens am meisten mit denen überein, welche Strahlenberg 1 ) bekannt gemacht hat. Diese sind auf einer Metallplatte, welche bei der Stadt Abakan in Sibirien gefunden worden ist, mit einem eisernen Griffel gekritzelt oder geschnitten. Auf dieser Platte ist auch eine Lilie, ein Zierrat, welchen die meisten Gefässe an sich haben. Gleiche, von Strahlenberg skythisch genannte Charaktere sind auch auf einer viereckig zugespitzten Gedächtnisssäule, welche Dr. Messerschmidt am Uibath - Strome, der in den Abakan fällt, gefunden hat 2 )* Dieser Umstand deutet abermals auf den Altai. Da Strahlenberg 3 ) von den von ihm bekannt gegebenen Charakteren sagt: «Gewiss ist, dass sie alle keine Runen sind,” da dieselben nur wenig den Runen gleichen, wie sie Liljegren 4 ) und die Mitarbeiter der Antiquariske Annaler 5 ) herausgaben, da sie auch an die Schriftzüge, die Bel 6 ) und an die Inschrift in der Kirche zu St. Miklos in Siebenbürgen, die Deseritius 7 ) veröffentlicht hat, erinnern, da sie den am Boden eingeritzten Zeichen auf etrusko-griechischen Gefässen, die Lepsius 8 ) herausgegeben hat, ähnlich sind, und auch die Ähnlichkeit mit der Inschrift von Perugia 9 ) mehr scheinbar als wirklich ist 10 ), da endlich auch die Inschriften auf dem Berge Sinai, die Pococke 11 ), Niebuhr 12 ), Laborde 13 ) herausgegeben haben, ähnliche Züge aufweisen; insoferne gibt die Vergleichung dieser verschiedenen Inschriften doch ') Der nördliche und östliche Theil von Europa und Asia. Stockholm 1730. T. V. D. S. 400. Pallas neueste nordische Beiträge. I—237. 2 ) Strahlenberg 1. c. T. V. A. S. 410, 411. ) 1. c. S. 411. ) Run-Laera. Stockholm 1832. s ) 1—4 Thl. Kiobenhavn. 6 ) Matthiae Belii de Vetere Littera Hunno-Scythica. Lipsiae 1718. 7 ) De initiis ac majoribus Hungarorum. L. III. Tom. II. Budae 1753. p. 154. 8 ) Inscriptiones Umbricae et Oscae. tab. XXVI. 27, 33, 34. Lipsiae 1841. Fol. u. 8° 9 ) Vermiglioli. Antiche Iscrizioni Perugine. Perugia 1833. 4 U ,0 ) Silvestre. Paleographie. Paris 1841. P. II. Cippe de Perouse. ") A. Description of the East. London 1745. Fol. 11 Voll. I. 148. ,a ) Beschreibung von Arabien. Kopenhagen 1772. Reiseheschreibung nach Arabien. Kopenhagen 1774. ') Voyage en Arabie, I. Tab. XLIX. 6 22 nur den Beweis, dass ursprünglich Ein einfaches Alphabet bestanden habe, von dem sich auf so weit entfernter Läuderstrecke die Überbleibsel finden; nur vielfache Zusamminen- stellung des Gleichartigen kann die Lösung des RätliseJliaften geben. Nr. 18. Eine Schale, von innen mit einer durchbrochenen, wahrscheinlich mit Pasta ausgefüllt gewesenen, Verzierung, um welche die Schrift: BOTHAA. ZOAI1AN. TE2H. JTl'ETO IFH. BOT1AOTA. ZA AU AN. TATPOTH. HTZIFH. TAI2H. (B erscheint beide Mal mono- o'rammarti“' aus B und _LJ mit dem Griffel eingegraben ist. Die Schale hat eine Schnalle zum Anhängen; rückwärts zerreisst ein Greif einen niedergestürzten Hirsch. En relief durch Guss gearbeitet. 60% Ducaten in Gold, 4%" Durchmesser, 1" hoch. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Unwillkürlich denkt man bei Lesung dieser Schrift (die ich für später eingeschnitten halte, als die Schale verfertigt wurde) an Bela den Zupaii an der Theiss und Butaul den Zupaii der Jazygeu ). Diesen ähnliche Schalen werden noch heute nach der Äusserung des Herrn Mac- Neil, englischen Gesandten in Persien, häufig zum Wasserschöpfen gebraucht. — Nicht leicht reitet ein Perser oder eine Perserin aus, ohne eine solche Schale mit gleichen Schnallen am Sattel des Pferdes hängen zu haben. G. IV. Nr. 19. Eine Schale mit einer Schnalle zum Anhängen und der eingeschlagenen Inschrift: YJAT02 ANAÜAT20N? avrovs eis tötzov dprjvrjs (Jesus Christus durchs Wasser führe uns in den Ort des Friedens); oder UAAIAOTEA YAAT02 ANA1IAT20N AMEI2 EON02* CJesus Christus wasserschöpfend widerrufe uns Heidenvolk.) Rückwärts neun Schriftzeichen: f auf Nr. 15. 82 V 2 Ducaten in Gold. 5y 2 " Durchmesser. ViA hoch. I ß k i wie Die Schriftzüge YJATO2 u. s. f. scheinen mir die ältesten, vielleicht der Anfang einer Hymne der griechischen Liturgie. G. V. 19. 21. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 20. Fünf kleine Knöpfe und ein Kopf der Pallas, auf dessen Helm rückwärts der Kopf des Pan? auf ähnliche Art angebracht ist, wie auf den Münzen der Städte Gross-Griechenlands, als. Heiaklea u. s. f. die Skylla; nur ist der Pan’skopf sowohl auf dem Schmuck— gegenstände wie auf den Münzen von Panticapaeum die bildliche Namensbezeichnung — das redende Wappen dieser Stadt. Eingetauscht vom Gr. Pralormo, dem dieses Stück von Kertsch 0 zukam. % Ducaten in Gold. G. 1. 20. Zu Kertsch CPanticapaeum} gefunden mit einer zahllosen Menge, welche zur Verzierung einer Rüstung dienten. Geschenk der Gräfin Langeron. } IIuAuA, Di °' CaSSiUS LXXl iS ' und ller uzrrE - desselben 1. c. 13. - Einige glauben norrj. ßoyta Cnterzupan, der im 10. Jahrhunderte zum Christen getauft wurde. Die Arbeit würde ich aus dem fünften Jahrhunderte halten. Die Schrift könnte etwa aus dem 10. Jahrhunderte sein. ’) cf. Raoul-Rochette. Notice sur quelques objets en or, trouves dans un tombeau de Kertsch. Journal des Sayants. 1832. p. 45 54. 23 lm Juni 1839 sah ich ähnliche beim Dr. Bertini, der sie ebenfalls aus Kertsch brachte. Mit diesen hatte Dr. Bertini noch einige andere sehr merkwürdige Goldgeschmeide aus dieser Gegend, als: zwei bewaffnete Skythen, Maske der Medusa und mehrere andere Zeugen der griechischen Niederlassungen an diesen in noch älteren Tagen für so unwirthlich gehaltenen Gestaden Nr. 21. Eine Nr. 19 ähnliche Schale (an der Schnalle fehlt der Dorn), bloss die Schriften gestochen, die etwas von Nr. 19 abweichen. 87% Ducaten in Gold. 5" 5'" Durchmesser, 1%" hoch. G. V. 19, 21. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 22. Schale, in der Mitte ein Greif en relief innerhalb einer Verzierung. G. XIV. 5 IV 4 Ducaten in Gold, T/a" Durchmesser, 7" hoch. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 23. Armilla, in der Mitte durch zwei entgegen gesetzte Windungen zu öffnen und zu schliessen, ein Dorn ist erhalten. Sie besteht aus sieben glatten und sechs geflochtenen Reifen. 26% Ducaten in Gold, 2 1 4 " in der langen Achse, 2" in der kurzen, 1" breit. Plinius, XXXIII. 10. Armilias civibus dedere, quas non habent externi. Zu Beczkö im Trentschiner Comitate sammt einer barbarischen, zwei Ducaten wiegenden, Goldmünze, 1817 gefunden. Nr. 24. Fibula ohne Dorn. 13% Ducaten in Gold, 2%" lang, 1 3 / 4 " breit. Nr. 25. Eine Art Steigbügel? oder Handhabe? türkisch? 66 8 /i ß Ducaten in Gold. Zu Pipe im Küküllöer Comitate in Siebenbürgen im Jahre 1830 gefunden. Nr. 26. Fibula mit der Schrift: IVEIANE VIVAS. G. S. XII. 26. 17% Ducaten in Gold, 2%" lang, 2" breit. Virgil. Aen. IV. 189. Aurea purpuream subnectit fibula vestem. S. Eine lehrreiche Zusammenstellung der Fibeln in Bronze und emaillirt bei Grivaud de la Vincelle 1 ). Nr. 27. Eine Art Armilla? oder Handhabe? auf welches die Stellen hinter den Pferdeköpfen zu deuten scheinen — in zwei Pferdeköpfe endend, mit drei Perlenreihen. 93 Ducaten in Gold. Gefunden in der Militärgrenze des 1. walachischen Regimentes bei dem Dorfe Väd im Fogarascher Districte 1817. Nr. 28. Gefäss mit vier Feldern: Im ersten Felde ein mit einem Ringpanzer und Stiefeln gerüsteter, gekrönter Mann auf einem greifenartigen Thiere mit menschlichem Kopfe reitend, und einen Pfeil auf einen aufspringenden Panther abdrückend. Im zweiten Felde 6 * ') Arts et Metiers etc. XL.—XLVIII. 24 veisst ein Greif einen Damhirsch nieder; im dritten hält ein mit Ringpanzer gerüsteter Reiter mit der rechten Hand eine Fahne; mit der Unken Hand trägt er bei den Haaren einen ganz gepanzerten Mann 1 ), hinter welchem ein abgeschlagener Kopf; im vierten Felde trägt ein Adler eine weibliche ganz nackte Gestalt in die Höhe, welche in beiden Händen Lilien hält; sonst sind auf dem Gefässe lilienartige Verzierungen zerstreut. G. VI. 174'/ 2 Ducaten in Gold. S. G. V. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Der königliche Held, der auf einem mit menschlichem, bärtigem Kopfe begabten, geflügelten vierfüssigen, mit Klauen versehenen Thiere reitet, und sich nach Weise der Skythen umwendend, also fliehend, gegen einen aufspringenden Panther den Pfeil vom Bo- o’en abdrückt erinnert einigermassen an die Gestalten der persischen Könige, obschon diese immer den Feind mit vorgewendetem und nicht, wie die Barbaren, mit halb abgewendetem Körper bekämpfen. Das Thier, worauf der Streitende reitet, gleicht sehr dem Martichoras der Perser, wie ihn Ktesias 2 ) schildert. Wie Martichoras hier abgebildet ist, zeugt er für Herder’s 3 ) Auslegung des persepolitanischen Thieres mit dem Menschenkopfe als mächtige Weisheit; obschon das auf dem Goldgefässe einigermassen, aber nicht ganz, mit den Abbildungen übereinstimmt, die C. Niebuhr 4 ), und Ker-Porter 5 ) geben, welche Heeren 6 ) wohl mit Unrecht Martichoras nennt. Nr. 29. Eine ovale grosse Schale mit einem länglich um dieselbe gebogenen Handgriffe, in dessen Mitte eine Lilie (welche durch eine zum Anhängen dienende Öffnung unterbrochen ist) auf beiden Seiten pantherähnliehe Thiere, unter welchen ein Greif, in einer Vordertatze eine Lilie emporhaltend: rückwärts ist der Handgriff mit Blumengewinden verziert, aus deren Mitte eine Lilie emporsteigt. Auf dem Körper der Schale folgende Schrift: + 0 Hr* Cdie möglicherweise auch rückwärts zu lesen) mit Lilienzierraten umgeben. 96 Ducaten in Gold. G. V. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 30. Das giösste Goldgefäss, welches bisher bekannt gew r orden ist; die Grundform der angebrachten Verzierungen bildet Lilien. 13 %' hoch, 7 %" im Durchmessser. 614 Ducaten in Gold. G. VIII. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. ) Auf eine ähnliche Art, wie auf den Münzen der Familie Licinia, Licinius Nerva, der durch seinen Quaestor den fälschen Perseu besiegte, diesen, auf schnellem Rosse reitend, nach sich schleppt. Heut zu Tage haben die Tscherkessen noch ähnliche Ringpan zei. In Betreff dieser Vorstellung schrieb Baron Bruckenthal im Jahre 1800 an Neumann, er hätte einen eine Klafter hohen Stein auf welchem in derselben Rüstung ein Reiter gearbeitet ist, der einen Gefangenen neben sich und einen Kopf am Sattel führt auf der einen Seite dieses 3 Schuh breiten, 6 Zoll dicken Steines stehen 2 Männer, ebenso in Panzerhemden gekleidet, mit krum men Messern, wie Sicheln, in fechtender Stellung. Wenn diese Vergleichung richtig (die mir mit vieler Gefälligkeit sowohl von der Giafen Joh. v. Keglevich als vom Freiherrn v. Geringer mifgetheilten Zeichnungen sind mit dieser Schilderung nicht ähnlich und weisei auf späte römische Zeit): so würde die Verfertigung dieser Gefässe für die Gegenden ihres Auffindens sprechen. 2 ) Aelian de natura animalium. IV. 21. 3 ) Vorwelt. S. 58. ') Reisebeschreibung II. B. T. XX. S. 125, 126. 5 ) Travels in Georgia, Persia etc. PI. 31, 32 , 33. ") Ideen über die Politik, den Verkehr und den Handel u. s. w. 1. 296, 962. 25 Nr. 31. Einem Nautilus ähnliches Gefäss. 137V 2 Ducaten in Gold. G. III. / Im Banate in der Torontaier Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 32. Ein flachgedrücktes flaschenähnliches Gefäss; auf einer der breiten Flächen ist ein Adler mit greifartigem Kopfe abgebildet, der ein nacktes Weib emporträgt, welches ihm mit der rechten Hand eine Schale zum Trinken reicht, und mit der linken einen Zweig ? erhebt. Auf der entgegengesetzten Seite ist die ähnliche Vorstellung in verschiedener Richtung. — In beiden Zwischenfeldern, da wo die Handhabe war, ein gepanzerter Mann, mit beiden Händen einen Baumzweig über den Kopf haltend, auf einem greifenartigen Thiere mit menschlichem Kopfe, über welchem ein Lilienzierrat, reitend; unten eine ähnliche Figur auf einem, menschliche Arme emporstreckenden Kentaur, reitend; auf der entgegengesetzten Seite gleiche Vorstellung in verschiedener Richtung; der Hals des Gefässes ist mit zwei schreitenden Störchen verziert, welche Frösche im Schnabel halten; zwischen diesen zwei ruhigstehende Störche; der Fuss ist mit Lilien verziert. G. VII. 32. 198 Ducaten in Gold. Sowohl auf diesem Gefässe, als auch auf dem Nr. 28, ist der Raub einer weiblichen Gestalt durch einen Adler, der ein greifenartiges Aussehen hat, sehr merkwürdig. Aus der griechischen Mythologie ist nur der Raub der Ägina, wie er auf griechischen Gefässen erscheint, mit dieser Vorstellung zu vergleichen. So zeigt diesen Raub ein schönes Gefäss zu Berlin, ein anderes in der Hamilton'schen Sammlung, und ein drittes in Triest, ehemals bei Fontana, jetzt bei Sartorius *). Auf diesen Monumenten ist Ägina immer ganz bekleidet, da hingegen die weibliche Gestalt auf den Goldgefässen völlig nackt ist. — Demungeachtet scheint mir, kann bei der Deutung dieser Vorstellung aus den bekannten Mythologien eher an den Raub der Ägina durch Jupiter als Adler, als an jenen des Sal durch Simurgh gedacht werden; denn Sal wurde als Knabe einige Tage nach seiner Geburt von Simurgh in das Felsennest getragen und genährt 2 ). Auf den Goldgefässen scheint die Gestalt als weibliche, nicht in der ersten Kindheit, nicht bezweifelt werden zu können. Wollte man durchaus persische Mythe darin erkennen, so könnte zur Erklärung die Mythe dienen, laut welcher Simurgh, als zu gleicher Zeit im Osten ein Prinz, im Westen eine Prinzessin geboren wurden, welche durch das Schicksal für einander zur Ehe bestimmt waren, die Prinzessin in sein Nest auf dem Berge Kaf raubte, um das Schicksal zu verhindern 3 )* Mir scheint auf den Goldgefässen eine Mischuug der griechischen Mythen des Ganymed und der Ägina abgebildet zu sein, auf ähnliche Art, wie auf den barbarischen Münzen häufig Vorstellungen von verschiedenen griechischen und römischen Münzen nachgebildet wurden. Dieses Thier hat etwas ausserordentlich grossartiges auf beiden Gefässen, auf denen es sehr ähnlich, aber doch nicht gleichartig vorgestellt ist. — Auf dem Gefässe Nr. 28 ist der Kopf mit einer Krone, auf der zu oberst der halbe Mond, und auf den zweimaligen Bildern des Gefässes Nr. 32 ist der Kopf mit einer Lilie geziert. Beide Vorstellungen haben mit der erwähnten Beschreibung, die Ktesias von Martichoras gibt, gewiss viele Ähn- ') Panofka. Zeus und Aegina. Berlin 1836. 3 ) Fundgruben des Orients. III. 57. Görres. Heldenbuch von Iran. I. 71. u. s. w. Atkinson. The Shäh Nämeh. p. 72. London 1832, ’) Rosenöhl. Sagen des Morgenlandes, v. Hammer. Stuttg. 1813. S. 244, 249. 7 26 lichkeit, denn sie haben die Füsse und Krallen vom Löwen; auch der Schweif scheint Stacheln zu haben, wie sie Ktesias beschreibt, nur der Flügel erwähnt derselbe nicht, und das ist überhaupt ein Umstand, der dieses Thier in eine höhere Region versetzen dürfte; da es wohl dem auf den Trümmern von Ninive 1 ) und Persepolis vorgestellten, offenbar aus Mensch, Adler und Stier zusammengesetzten Wesen ähnlich, aber nicht gleich ist, so kann auch nicht mit diesem gleiche Benennung darauf angewendet werden, ohne bei ohnehin so verschieden zu deutenden Dingen die grösste Willkür eintreten zu lassen. Der Name Abudad- Kaiomorts (Stiermensch 2 ) — Beilage € am Ende Nr. 1. — ist vielleicht auf die Thiere von Persepolis anwendbar, er ist es auf die Vorstellung der goldenen Gefässe aber nicht, auf welchen dieses Wesen aus Mensch, Adler und Löwe zusammengesetzt ist. Dieses fabelhafte Thier, sowohl an Abudad-Kaiomorts der Perser, an die Sphinx der Ägypter, als auch an den Cherub der Ägypter 3 ) — Beilage C am Ende Nr. 2 . — und Juden 4 ) erinnernd, kann einem persischen Monumente entlehnt sein, worauf ein König 5 )? Ormuzd? auf einem Thiere, das zusammengesetzt ist aus Intelligenz (Mensch), Kraft (Löwe) und Schnelligkeit (Adler) gegen den Panther, eines der Thiere des Ahriman (Princip des Bösen), also ein Kharfe- ster (im Gegensatz mit den Helfern Ormuzd’s (Princip des Guten) mit den Izeds, vom Bogen die Pfeile sendet. Zur Vergleichung und Versinnlichung orientalischer Flügelgestalten theile ich hier einen mit Flügeln versehenen Priester? des Ormuzd? nach Botta 6 ) mit. — Beilage C am Ende Nr. 3. Fast im Verhältnisse der Grösse der Welttheile zu einander stehen auch die Entwürfe der Kunsterzeugnisse; im umgekehrten Verhältnisse steht aber die innere Ausbildung der menschlichen Form, die im Occidente die höchste Stufe der Vollkommenheit erreichte. So mächtig die Flügelgestalten im Orient gebildet sind, so sind es solche im Occidente nicht, nur wenige Gestalten sind in den occidentalischen Werken mit Flügeln versehen. Homer 7 ) z. B. besingt nur Iris mit goldenen Flügeln. Bei etruskischen Werken erscheinen manche Figuren mit Flügeln versehen. In eigentlich griechischer Kunstbildung sind göttliche und menschliche Wesen selten beflügelt; mehr in der römischen 8 ). Wunderschön sind die Engel der altdeutschen und italienischen Kunstschule befiedert 9 ). *) Botta. Monumens de Ninive. Paris 1846. Bis jetzt 89 livraisons. Layard. The Monuments of Niniveh. 1849. Layard! Niniveh and its Re- mains. 1849. Journal Asiatique. 1844. IV. Serie. T. 3. p. 431. pl. XXXVI. XXXVII. Gerhard. Archaeol. Z. 1847. XI. Aus diesen Entdeckungen erhellt, dass selbst der grossartige persische Styl sich zum assyrischen verhalte, wie die Bauten des 16. und 17. Jahrhunderts zu den antiken der Ägypter und Römer. 2 ) Zend-Avesta von Kleuker. III. Thl. p. 62. u. a. Dasselbe vermuthet auch Hammer-Purgstall in einem mir gefälligst mitgetheilten Manu- scripte. Sur les animaux sacres de 1 ancienne Perse. — Da Kaiomorts das erste der Geschöpfe, so ist dessen Bild an der Pforte, wo die Weisheit und Gerechtigkeit der persischen Könige durch die Aussprüche der Gerechtigkeit und die Erziehung der Prinzen sich kund gibt. osn 6 ^ 6 ’ V ° * P 11 ’ 12 * 13 zu Philae * 55 » 56 zu Edfou. Apollinopol. magna. Vol. III. 32. Theben. Creuzer. Symb I f ’ *®7, I),irehlWcke von " n S emein schön gefiederten Engeln? auf einem ägyptischen Sarge in der Nähe von Theben gefun- den, schickte der für Archäologie unermüdete General-Consul Laurin. ) füllig (Fr. Jul.). Der Cherubim-Wagen. *) Die Kopfzierde ist einigermassen der auf Bonomi’s Cylinder ähnlich in: Proceedings of the Numismatic Society of London. 1838. °) Monumens de Ninive, livr. 9. Fagade 19. ) Ilias. VIII. 398. XI. 183. s ) Winckelmann. Monum. ined. I. 2. Voss. Mytholog. Briefe. I. 22. Gerhard. Flügelgestalten. 9 ) Die Gemälde des Israel v. Meckenen, Hemskerk, Mabuse, Quintin Messis, Hemling rncrinn Monto»»» n:_° rugino, Mantegna, Fiesoie, Raphael u. s. f. Johann Van-Eyck, Schoreel u. s. f., des Pe- 27 Dichter und Künstler greifen häufig in einander und entlehnen einer vom andern, jedoch sind ihre Schöpfungen oft entgegengesetzt und die Grenzen jedes Gebietes scharf gezogen % Bemerkenswerth ist der Contrast zwischen dem Thiere, das dem Martichoras auf den Gefässen Nr. 28 und 32 so sehr ähnlich ist und dem anderen auf Nr. 32 einem Kentauren gleichenden Thiere; in der That eine Vorstellung, die an die Erzählung der Kentauren- Fabel erinnert. Wie der Kentaur die viel wiederholte Vorstellung des Reitens ist, so ist hier die Bezähmung des Kentauren seihst ausgedrückt, so dass die Kämpfe zwischen den Lapithen und Kentauren, und die Besiegung der letzten im Bilde dargestellt erscheinen dürften, denn die Kentauren selbst sind mit Händen wie auf dem zu Jäsz-Bereny, dem bedeutendsten Marktflecken in Jazygien, aufbewahrten 2 } Cornu Leelis 3 ) abgebildet, auf welchem auch ähnliche Adler und Greife Vorkommen, folglich sehen wir auf diesen merkwürdigen Gefässen die mannigfaltigsten Darstellungen orientalischer und occidentalischer Kunstbildungen. — In der Domkirche zu Freiburg in Breisgau sind auf dem Grabmonumente Bertholdus V. des letzten Zaehringers, 1249, auf einer der Seitenwände zwei Kämpfer, aus Löwenleib, Adlerflügel, menschlichem Oberleibe zusammengesetzt. Auf einem Schilde ist ein Schmetterling abgebildet. Ihnen zur Seite kämpft ein Soldat gegen einen Greif, wie solche auf den Goldgefässen. Auf der anderen Seitenwand des Grabmales sind Bezähmungen wilder Thiere vorgestellt 4 ). Es ist bei diesem fabelhaften, nach der Schilderung des Ktesias dem Martichoras so ähnlichen Thiere auf keine andere Weise an den Borrak der Mohamedaner zu denken, als bei diesem ein neuer Beweis vorliegt, dass in der Phantasie der Orientalen ähnliche Thiere heimisch sind. — Den Borrak schildert Mohammed dem Abu Horaira 5 ) so: Dieses Thier gleicht keinem unserer bekannten Thiere. Es ist grösser als ein Esel und kleiner als ein Maulesel, ganz weiss, es hat das Angesicht eines Menschen und die Kinnbacken eines Pferdes. Seine Mähne besteht aus Perlenschnüren, in welchen Hyacinthen blitzen; seine Ohren sind Smaragde und seine Augen ein paar grosse Rubine; von seinen Schläfen ist der rechte mit gefassten Perlen besäet und der linke mit goldenen Blechen bedeckt 6 > — Der Borrak kömmt ahgebildet vor 7 ) mit Menschengesicht, Elephantenohren, Kamelhals, Pferdeleib, Schweif eines Maulesels und Hufen eines Stieres, seine Brust leuchtete wie Rubin, die Füsse wie Perlen; er ist mit den seidenen Schabraken des Paradieses geziert. Auf einem Manuscripte der k. k. Hofbibliothek 8 3 ist Borrak vorgestellt als Kentaurin mit weiblichem Kopfe, auf welchem Mohammed reitet, dessen Kopf mit Flammen um- ') Lessing. Laokoon. 3 ) Pesther Zeitung Nr. 29. 1845. 3 ) Molnär. Notitia Cornu Leelis. Vindob. 1789. 4 ) Denkmale deutscher Baukunst des Mittelalters am Ober-Rhein, 2. Heft. Das Münster zu Freiburg. 12. 5 ) Gagnier. Vie de Mohamet etc. L. II. Auch von Herder (Vorwelt S. 59. Persepolis) angeführt. 6 ) Auffallend ist, wenn man die Thiere von Persepolis betrachtet, wie Abydenus erzählt, dass Nebucadnezar auf der Zinne seines Palastes gestanden und ausgerufen, es drohe den Babyioniern ein Unglück, ein persisches Maulthier werde kommen, durch welches sie untergehen sollen. — Unter dem Maulthiere verstand er den Kyros, welchen auch das pythische Orakel so nannte (wie man glaubt, weil des Kyros Vater ein Perser, seine Mutter eine Medierin war). Euseb. praep. Ev. IX. 41. 7 ) Hammer-Purgstall. Gemäldesaal. I. 82. 8 ) Chamsei Nisami, d. i. der Fünfer des berühmten persischen Dichters Nisami. Hammer, Codices arab. pers. turc. Bibi. C. R. Pal. Vindob. Viennae 1820. Fol. 205. Die Handschrift ist ohne Datum, wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhunderte. 7 * 98 geben ist. Rings umschweben ihn fünf Engel Cwalirscheinlich eine Anspielung auf die Fünfzahl der Gedichte) oder es schwebt ihm nur ein Engel voraus Auf anderen Miniaturzeichnungen ist Mohammed’s Gestalt gar nicht sichtbar, sondern an seiner Stelle eine Flamme 2 ). Vielleicht könnte man bei Auslegung des Gedankens, der in den vier Bildern des Goldgefässes verborgen liegt, nicht fehlen, wenn man vermuthet, ihnen liege ein eklektischer Sinn zu Grunde, der die Dinge ausdrücken wolle, worauf die verschiedenen Völker den meisten Werth legen; da erschiene das Urbild der Perser oder Skythen im Kampfe gegen das Princip des Bösen; der kämpfende Europäer, seiner erschlagenen Feinde Köpfe am Sattelknopfe hängend; Jupiter als Adler, Aegina oder Ganymed zum Olympe emportra- oend, und der Greif, der Wächter der Schätze, in der Verborgenheit den Hirsch verzehrend; wie oft auf Münzen ein Thier das andere aufzehrt; so auf Münzen von Velia ein Löwe einen Hirsch; auf Münzen von Akanthus ein Löwe einen Ochsen; auf der schönen Silberschale S. III. ein Greif einen Hirsch. Auf dem^Gefässe Nr. 39 ist bacchantisches Treiben sichtbarer als auf dem ersten; selbst der Perser, der auf Martichoras reitet, vergisst des hohen Ernstes, den er auf dem Gefässe Nr. 98 zeigt; der Kentaur jagt im Fluge daher; Jupiter nippt an der Schale, die ihm der emporgehobene Ganymed? reicht. — Oben werden Frösche von Störchen verzehrt. Nr. 33. Eine Kette von 17 Ringen. 90 13 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 34. Zwei unförmliche Goldplättchen. 1 13 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 35. Ring mit Granat. e /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 36. Ohrgehäng mit zwei Granaten. 8 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 37. 38. Zwei Ohrgehänge mit zwei Smaragden. 1 7 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 39. Ohrgehäng mit zwei Sapphiren. 8 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 40. 41. Zwei Ohrgehänge mit zwei Sapphiren. l 11 /^ Ducaten in Gold. Nr. 49. Ein Blättchen mit Carneol. 8 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 43. Ohrgehäng mit zwei Perlen und Sapphir. 7 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 44. Ohrgehäng mit Sapphir. 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 45. Ohrgehäng mit einer Perle. 5 / 1fi Ducaten in Gold. Nr. 46. Krystall. Nr. 47. Ohrgehäng; Biene mit zwei Smaragden, natürliche Krystallisation und einer Perle. 6 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 48. Krystall. Nr. 49. Weinlaub, Granat, zwei Perlen, ein Sapphir? 11 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 50. Ohrgehäng, eine Perle, Schlösschen. % Ducaten in Gold. Nr. 51. Krystall. Nr. 59. Blättchen, eine Kornähre vorstellend. S. IV. G. 5 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 53. Krystallkugel. Nr. 54. Ohrgehäng mit Granat. % Ducaten in Gold. Nr. 55. Ohrgehäng mit Fässchen. % Ducaten in Gold. ’) Silvestre, Paleographie. XV. Siede. P. I. Paris 1841. Fol. a ) V S K a,lch: Museo Cufico Naniano. nach S. 83 über Mohammed’s Himmelfahrt. 29 Nr. 56. Sapphir. Nr. 57. Ohrgehäng mit Perle, Granat, Sapphir. 8 / i6 Ducaten in Gold. Nr. 57, 59 und 78 wurden im Jahre 1830 in Salona gefunden. Nr. 58. Zwei Sapphire. Nr. 59. Ohrgehäng mit Perle, Granat, Sapphir. 9 j i6 Ducaten in Gold. Nr. 60. Fässchen. 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 61. Halber Mond. S. IV. G. 10 16 Ducaten in Gold. Nr. 62. Verzierung. 8 16 Ducaten in Gold. Nr. 63. Ohrgehäng mit Perle. 4 /ig Ducaten in Gold. Nr. 64. Ohrgehäng mit Gefäss. 4 y iB Ducaten in Gold. Nr. 65. Ohrgehäng mit Granat, Kettchen, Weinlaub. 9 j i6 Ducaten in Gold. Nr. 66. Ohrgehäng. 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 67. Ohrgehäng mit Schlösschen. 5 j i6 Ducaten in Gold. Nr. 68. Ohrgehäng. 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 69. Ohrgehäng mit Gefäss. 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 70. Ohrgehäng mit Smaragd und Sapphir. 7 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 71. Ohrgehäng mit spitzem Granat. 5 /ie Ducaten in Gold. Nr. 72. Sapphir (natürliche Krystallisation), 3 Perlen, Ohrgehäng. 10 / i6 Ducaten in Gold. Nr. 73. Ohrgehäng mit Sapphir und Amor mit Bogen. 5 / i6 Ducaten in Gold. Nr. 74. Ohrgehäng mit Smaragd, 3 Perlen, 2 Sapphiren. 9 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 75. Kettchen. 6 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 76. Kettchen mit 6 Intaglio-Pasten. 3 9 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 77. a) Kettchen mit 9 Smaragden (natürliche Krystallisation); 8 / i6 Ducaten in Gold; b) Kettchen mit 15 Smaragden. Iy i6 Ducaten in Gold. Nr. 78. Kettchen mit Perlen. l 3 /, 6 Ducaten in Gold. Nr. 79. Ohrgehäng mit einem Krystall-Säulchen. 5 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 80. 81. Zwei Knöpfe; einer mit 7, der andere mit 6 Granaten. y i6 Ducaten in Gold. Nr. 82. Goldplättchen mit durchgestochenen Buchstahen: TERO FVGIA AMOR. G. XI. Nr. 83 — 86. Vier unbedeutende durchbohrte Steine (1 Coralle, 1 Carneol, 1 Chal- cedon, 1 Glas). Nr. 87. Ohrgehäng mit Perle. 3 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 88. Halbmond. Nr. 89. Amor auf einem Felsen, einem Schiffe nachsehend. Bernstein. Nr. 90. Katze aus Plasma. Nr. 91. Ohrgehäng mit einer Taube. S. IV. G. 10 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 92. Amor mit dem Bogen-Riemen. S. IV. G. 11 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 93. Geflügelter Amor, in der rechten Hand ein Tropaeum, in der linken einen Bogen haltend. S. IV. G. 4 7 /ie Ducaten in Gold. Nr. 94. Amor, in der rechten Hand eine Schlange? (Schale?) in der linken Hand einen Schild? haltend. S. IV. G. 13 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 95. Ein Blättchen. 2 /i 6 Ducaten in Gold. 8 30 Nr. 96. Auge, von acht Thieren umgeben, worunter Löwe, Elephant, Hund etc. S. IV. G. ®/i6 Ducaten in Gold. Nr. 97. Olirgeliäng. Amor, in der rechten Hand eine Schale, in der linken eine Leier hallend. S. IV. G. Ducaten in Gold. Nr. 98. Knöpfchen. */,„ Ducaten in Gold. Fundort Salona. Nr. 99. Ein Knöpfchen mit Granat. Der zweite ist ausgefallen. 8 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 100. Blättchen mit einem männlichen und weiblichen Kopfe. S. IV. G. 3 / lß Ducaten in Gold. Nr. 101. Blättchen mit einer Medusa. S. IV. G. Vi« Ducaten in Gold. Nr. 102. Amor, ein Ohrgehäng bildend. 6 j iß Ducaten in Gold. Nr. 103. Maske von Marmor. Nr. 104. Bacchus? zwischen zwei Bäumen, den Panther zu seinen Füssen. S. IV. G. 3 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 105. Stift, r/ie Ducaten in Gold. Nr. 106. Haarnadel mit Eöwenkopf (beschädigt). 7 j i6 Ducaten in Gold. Nr. 107. a. h. c. Drei unbedeutende Blättchen. */ 16 Ducaten in Gold. Nr. 108. Ohrgehäng mit grünem Glase. 9 / l6 Ducaten in Gold. Nr. 109. Ohrgehäng. V 16 Ducaten in Gold. Nr. 110. Ohrgehäng mit Perle. e / 16 Ducaten in Gold. Nr. 111. Kette von neun Ringen. 5 15 /i6 Ducaten in Gold. Nr. 112. Ziemlich hoher, glatter, enger Becher. G. IX. S. 7& l j 2 Ducaten in Gold. Mit 6 goldenen, 2 silbernen Antiken und einem ehernen gebrochenen Dreifusse zu Opztropataka im Saroscher Komitate im Jahre 1790 gefunden. Nr. 113. Grosses, rundes, mit Ringen verziertes Halsband? Torques mit einem eisernen Dorn geschlossen. G. IX. 168 Ducaten in Gold. Im Scharoscher Komitate zu Opztropataka 1790 gefunden. Cf. Blaramberg. Notices sur quelques objets d’Antiquites etc. Paris 1822. Die Torques waren häufig Schmuck und Belohnung der Soldaten; so L. Siccius Den- tatus donatus hastis puris XVIII, phaleris XXV, torquibus LXXX11I, armillis CLX, coro- nis XXVI, civicis XIV, aureis VIII, muralibus III, obsidionali una 1 ). So sagt Silius Ital. 2 ): Tum merita aequantur donis, ac praemia virtus, Sanguine parta capit phaleris hic pectora fulget, Hic torque aurato circumdat bellica colla. Vielleicht wurden die Torques zuerst bei den Kelten getragen, daher Livius 3 ) sagt: P. Cor- ') Plin. VII., 28, 29. — Gell. II. 11. V. 6. ’) XV. 254 , 256. ) XXXVI. 40. 31 nelius triumphavit de Boiis. In eo triumpho Gallicis carpentis arma signaque et spolia oinnis generis transvexit, et vasa aurea gallica: aureos torques transtulit mille quadringenti Septuaginta septem. Cicero *): T. Manlius Galli torque detracto cognomen invenit. Die Münze der Familie Manlia hat eine schöne Torques * 2 ). So ist auch auf dem Prachtwerke des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes, «Der pannonische Triumph des Augustus 3 ),” der Hals des gefangenen Pannoniers, der die Kniee des Römers umfasst, mit einer Torques umgeben. Ähnliche Ringe in Bronze wurden im Jahre 1836 im Szaszwarer Stuhle in Siebenbürgen, dann 1839 zu Czernowitz im Banate gefunden, und werden nun ini k. k. Münz- und Antiken-Cabinetle aufbewahrt. Eine ähnliche Torques in Gold, jedoch auf einer Seite diademähnlich breiter, wurde auch in England, Cornwall bei Penzance, 1783 gefunden 4 ). Eine goldene gewundene Torques wurde gefunden auf dem Gute Hoen, Pfarre Eger in Norwegen 5 ); ferner 1835 zu Boyton in Suffolk 6 ), und eine ähnliche befindet sich im k. Münzca- binette der Bibliothek zu Paris , gefunden im Mai 1843 zu St. Leu d’Esserens, Canton de Creil; eine nicht gewundene, wie auf unserer Münze des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes , wurde 1844 zu St. Geran bei Moulins gefunden 7 ). t Auch Walther 8 ) erwähnt einer bei Nimptsch 123 gefundenen, 200 Ducaten wiegenden Torques. Diesen sind anzuschliessen: die in Wulzeshofen, Herrschaft Stronsdorf CV. U. M. B.) 1846 gefundenen 55 Ducaten schweren goldenen Torques; dessgleichen eine ähnliche, welche 1845 bei Czernowitz in Galizien gefunden wurde. G. S. VIII. 277, 279. Die römischen Kaiser erhielten Torques als Geschenke; desshalb heisst es bei Quin- ctilian 9 ): Cum Augusto Galli torquem aureum centum pondo dedissent. Über Torques und Armillae wären noch viele Werke zu berathschlagen 10 ). Nr. 114. Fibula. Der Dorn fehlt. 13% Ducaten in Gold. Zu Opztropataka im Scharoscher Komitate 1790 gefunden. Nr. 115. Fibula, verziert und breit, ohne Dorn. 9% Ducaten in Gold. Zu Opztropataka im Scharoscher Komitate 1790 gefunden. Nr. 116. Armband mit Ringen verziert. G. IX. 116. 54% Ducaten in Gold. Zu Opztropataka im Scharoscher Komitate 1790 gefunden. ') Off. 21. Maffei. Insc. ’) Cf. Muratori. Inscript. 799. 6. —Orelli 3488. — Grivaud de la Vincelle. Arts et Metiers, pl. LXXVI. Fischer. Grabhügel bei Basel. Mittheilung der antiquarischen Gesellschaft zu Zürich. 1844. S. 12. Tab. 11, 17. 3 ) Arneth. Cameen I. 4 ) Lysons. Magna Britannia. III. p. CCXXI. Lersch. Central-Museum rheinländischer Inschriften. II. S. I. in Bronze gewunden. Somer- settshire 1794 gefunden. Archaeologia XIV. 94. 5 ) Holmboe. Descriptio ornamentorum etc. Christianae 1835. °) Archaeolog. XXVI. 471. 7) Gailhabaud. Revue arch. 1844. p. 123, 124. 8 ) Grossherzogi. Museum zu Darmstadt. 1844. S. 50. 9 ) Instit. orat. VI. 3. p. 555. ,0 ) Joan. Scheffer de torquibus im Graev. Thes. Ant. R. T. XII. Montfaucon T. IX. p. 8. Caylus T. 1. pl. CII. p. 270. T. V. pl. XCIII. 3—7. — Th. Bartholin. De Armillis. — Mus. Borbon. II. t. 14. VII. t. 46. Auch auf griechischen Gefässen. Polyb. L. II. c. 31. Ammianus. L. XX. Procop. Bell. Pers. L. I. c. 24. §. 5. Plinius H. N. L. XXXIII. c. 2. 8 * I I- > 32 :i I Nr. 117. Prächtiger Onyx von drei Lagen in der antiken goldenen Fassung, woran vier Kettchen hängen (eines ist abgebrochen). G. IX. *3“/« Ducaten in Gold. Zu Opztropataka im Scharoscher Komitate 1790 gefunden. Nr. 118. Schöne durchbrochene Fibula mit der Inschrift VTERE FELIX. — Der Dorn fehlt *)• G. IX. S. 20'j 2 Ducaten in Gold. Nr. 119. Ohrgeliäng wie eine Pelta. 18^ Gran in Gold. Nr. 120. Kette, an der 23 Granaten angefasst sind, der mittlere ist der grösste; sie werden gegen das Ende immer kleiner. F, 3^8 Ducaten in Gold. Nr. 121. Äusserst feines Kettchen in Gold, zwischen dessen Gliedern immer eine blaue Glasperle, welche mit einem oxydirten Blättchen überzogen ist, das leicht wegspringt. Das abgebrochene Ende ist vorhanden; an beiden Enden SchliesscJien. Nicht ganz zwei Ellen lang. 4', 8% Ducaten in Gold. Nr. 122. Schwarzes Pechharz, an beiden Enden mit Löwenköpfen verziert, an einem Kettchen hängend. Nr. 123. Halskette aus 12 glatten und 13 verzierten Kugeln. G. XI. 27i6 Ducaten in Gold. Nr. 124. Armband von getriebenem Golde, inwendig mit Harz ausgefüllt. 8 2 / 16 Ducaten in Gold. Bei Verona zu St. Pietro Incariano 1828 gefunden. Nr. 125. Rundes Blättchen, in dessen Mitte der Kopf der Medusa; innerhalb Zierraten. G. XI. l 11 /^ Ducaten in Gold. Nr. 126. Anubis, tief geschnittener Jaspis in Gold gefasst. u / i6 Ducaten in Gold. Nr. 127. Armilla aus schwarzem Pechharz mit Goldenden. In zwei Theile gebrochen. Nr. 128. Armilla, in zwei Theile gebrochen. Nr. 129. Armilla in zwei verschiedenen Theilen. Nr. 130. Zwei Ohrgehänge. 3 / 4 Ducaten in Gold. Nr. 131. Fibula, schön gearbeitet. G. XI. 3 2 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 132. Löwenkopf als Zierde. G. XI. 1 7 16 Ducaten in Gold. Nr. 133. Löwenkopf, an dem ein Schlangenknoten hängt. (Sehr schön gearbeitetes Ohrgeliäng). G. XI. 3 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 134. Löwenkopf als Zierde. G. XI. 134. l 7 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 135. Fibula, schön gearbeitet. G. XI. 3 4 / 16 Ducaten in Gold. ') Gleiche Inschrift auf einer bronzenen Fibula. Caylus I. 94. n. 8. und auf einem Gefässe mit: PELEGRINA. VTERE. FELIX. In E. Q. Visconti. Lettere intorno ad una suppellettile d’argento. Tav. XV. p. 12. — Ferrario, Costume ancien et moderne des peuples. Vol. III. P. I. p. 303. pl. 48, 4, 21 hat sich geirrt, denn die Inschrift ist nicht auf der Schale mit der Venus, sondern auf einem Gefässe. Wahrscheinlich wurde Ferrario irre geführt durch Agincourt. Histoire de Part. Sculpture pl. IX. n. 21, wo doch die Schrift auf dem Gefässe n. 12 angedeutet ist. Unsere Fibula dürfte wegen der Schönheit ihrer Arbeit eines der ältesten Produkte mit der Inschrift: VTERE FELIX sein, die häufig auf Monumenten aus der christlichen Zeit vorkömmt. Gailhabaud. Revue archeol. 1844. p. 125. Troyon. Bracelets et Agrafes ant. Mittheilung einer antiquarischen Gesellschaft zu Zürich. Zürich 1844. 11. Bd. S. 29. Tab. III NASVALDVS NANSA VIVAT VTERE FELEX DANINIL. 33 Nr. 136. Ohrgehäng. V/^ Ducaten in Gold. Nr. 136. a) Kopf eines Moliren aus Bernstein in Gold gefasst. Etruskische Arbeit. Dieser Gegenstand gibt einen deutlichen Beweis, dass Etrurien sowohl mit Africa als mit den Küsten der Ostsee, von wo der Bernsteinhandel nach Italien bekannt ist, in uralter Verbindung stand. i / 2 Ducaten in Gold. S. IV. G. Bei Volterra 1847 gefunden. Nr. 137. Schlangenring mit dreifachem Gewinde und zwei Köpfen, aus welchen die Steine herausgefallen sind. 8 15 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 138. Ring mit gebranntem Carneol, worauf auf einer Seite ein Scarabäus, auf der anderen eine sitzende Figur, Omphale? mit der Keule in der rechten Hand, in der linken einen Apfel? 2 15 /i 6 Ducaten in Gold. G. XI. Nr. 139. Nadel, woraus der Stein fehlt. 4 / i6 Ducaten in Gold. Nr. 140. Schöner Ring mit der halb bekleideten Venus tutulata. Diese stützt sich mit dem rechten Arm auf eine Säule, mit der linken hält sie eine Taube, die der unten stehende Amor zu haschen bemüht ist. G. XI. 2 15 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 141. Nadel. 3 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 142. Ring, aus dessen Einfassung der Stein ausgefallen ist. 7 Ducaten in Gold. Nr. 143. Ohrgehäng mit einem Plasma. Ducaten in Gold. Nr. 144. Ring mit zweifachem Schlangengewinde. G. S. XII. 2 6 /i6 Ducaten in Gold. Nr. 145. Ring mit Granat, worin vertieft: Kopf? des Deus Lunus, lVis Ducaten in Gold. Nr. 146. Schlangenring. 5 j i6 Ducaten in Gold. Nr. 147. Ring, worauf ein schreitender Löwe und die Schrift: IVSTINVS. G. S. XII. l 2 /ie Ducaten in Gold. Nr. 148. Breiter Ring mit 9 Sapphiren und 18 Granaten. Nr. 149. Ring, worauf Amor mit der Fackel und einem Schmetterling, dann die Schrift: FELIX. IVSTIN. in zwei Zeilen (Schrift und Vorstellung sind auf besonders eingesetzten Blättchen gestochen). G. S. XII. l 3 /i fi Ducaten in Gold. Nr. 150. Achteckiger Ring, UVi« Ducaten in Gold. Nr. 151. Ring mit einem Blättchen. 2 Vir Ducaten in Gold. Nr. 152. Dreifacher Ring mit 3 Granaten. 3 8 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 153. Ring mit zwei Brustbildern. Constantius Jun.? u. Gemalin mit der modernen Schrift: IN DEO SELEUCE ET CYRIACE VIVAS. Nach der Tradition verlieh dieser Ring den Mitgliedern der kaiserlichen Familie die Unsichtbarkeit? und stamme von der heil. Helena her. G. S. XII. 2 12 / lß Ducaten in Gold. Nr. Nr. der linken Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. 154. Ring, aus welchem der Stein ausgefallen. 5 /16 Ducaten in Gold. 155. Ring mit einer Bacchantin, welche in der rechten Hand ein Tympanum, den Thyrsus hält. G. S. XII. l fi / 16 Ducaten in Gold. 156. Ring mit Krystall. I 1 1fi Ducaten in Gold. 157. Ring mit der Schrift: MAXIM. LE VITA. 7 /ie Ducaten in Gold. 158. Ring mit Chalcedon. 3 / 16 Ducaten in Gold. 159. Ring mit schön gearbeitetem Helme. G. S. XII. P/ 16 Ducaten in Gold. 160. Ring mit Adler. 4 /ie Ducaten in Gold. in 9 34 Nr. 161. Ring mit der Schrift LBNETIS. Ducaten in Gold. Nr. 162. Elfenbeinerne Nadel mit einem schön gearbeiteten Greifenkopfe, dessen Augen Granaten. G. S. XII. Nr. 163. Eine in zwei Stücke gebrochene, vergoldete, elfenbeinerne Nadel wie ein Thyrsus. G. S. XII. Nr. 164. Ring mit Smaragd. 6 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 165. Ring mit Glas. 1( Vi 6 Ducaten in Gold. Nr. 166. Ring mit Verzierung. 7 J i6 Ducaten in Gold. Nr. 167. Dreifacher Ring mit der Schrift: AMO TE VITA. T 0 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 168. Grosser Ring mit der Schrift: MATER. 7 8 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 169. Ring, worauf eine Figur, welche in der rechten Hand eine Schlange hält. 13 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 170. Ring mit einem Granate. 5 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 171. Ring mit einem Granate. 14 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 172. Ring mit einem Zweige. Ducaten in Gold. Nr. 173 bis 177. Sechs dünne Fibulae. S. IV. G. 6 4 i 6 Ducaten in Gold. Nr. 177. a. ein hohl gearbeiteter Ring, aus dem der Stein ausgefallen. V/ i6 Ducaten in Gold. Nr. 177. b. Ein Ring mit einem Onyx von zwei Lagen. 10 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 177. c. Ein Blättchen, worauf eine Fortuna; in der rechten Hand das Steuerruder, in der linken das Füllhorn haltend. G. S. XII. 4/ 16 Ducaten in Gold. Nr. 177. d. Ein Blättchen. 4 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 177. e. Zwei Goldblättchen, wie eine Plombe zusammengepresst. (Alle 5 wiegen 2 1 /* Ducaten in Gold.) 177 a. b. c. d. e. wurden zu Salonichi in Macedonien in einem Grabe am 1. Oktober 1838 gefunden. Nr. 178. Eine gebrochene Fibula, Bruchstücke eines Drahtes, zwei Bruchstücke einer Fibula. 3 Ducaten in Gold. Zu Klamin in Böhmen gefunden. Nr. 179. Kleiner verzierter Bing. % Ducaten in Gold. Dieses und die folgenden acht Stücke wurden zu Deutsch-Altenburg im Jahre 1783 gefunden; ein zehntes Stück liegt unter den antiken Bingsteinen. Geschenk des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen. Nr. 180. Ring mit einem Onyx, auf welchem ein Skorpion geschnitten ist. 15 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 181. Ohrgehäng mit blauer Pasta, worauf Kreise und Sterne erscheinen. 7 /iß Ducaten in Gold. Nr. 182 und 183. Zwei ganz gleiche Ohrgehänge mit einem Amethyste und 5 Perlen. 7 « Ducaten in Gold. Nr. 184. Kettchen. 5 / 16 Ducaten in Gold. 35 Nr. 185. Ring von durchbrochener Arbeit, worin ein viereckiger Carneol. lü / 16 Duca- ten in Gold. Nr. 186. Schlange mit einer Perle im Rachen. 1 12 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 187. Geöhrter Ring mit beweglichem Prisma von Jaspis. 15 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 188. Eine nur wenig beschädigte Frauenhalskette. G. XII. 16 2 /i 6 Ducaten in Gold. Diese und die folgenden eilf Antiquitäten wurden auf der Herrschaft Namiest zwischen Lithau und Aschmeritz inJVlähren 1818 gefunden. Nr. 189. Ohrgeliäng mit sechs Pasten; die siebente ausgebrochen. Nr. 190. Durchbrochene runde Verzierung. 10 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 191. Runde Verzierung. G. XII. 9 / i6 Ducaten in Gold. Nr. 192. bis 197. Sechs gleiche halbrunde Verzierungen mit Öhren. G. XII. 9 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 198. Ein runder Schmuckgegenstand, aus dessen Vertiefung der Stein ausgefallen, mit zwei Haften. 3 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 199. Schale, auf einem Fusse stehend, welchem neun Ruchstaben eingeschlagen sind, ähnlich der Schale Nr. 231. G. VIII. 60 14 / 16 Ducaten in Gold. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 200. Ein am Halse lilienartig verziertes Gefäss mit einer aus 22 Gliedern bestehenden, wahrscheinlich dazu gehörigen Handhabe (liegt dabei). 179 10 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 201. Armilla aus Draht gewunden. G. XI. 23y s Ducaten in Gold. Dieses und die folgenden acht Stücke, bis incl. 209, wurden im Jahre 1805 in Ungarn bei Petrianecz im Warasdiner Ko- mitate auf der der gräflichen Familie Drascovich gehörigen Herrschaft Zelendoor (Grünnhof) gefunden mit sieben in runde, durchbrochene Verzierungen eingefassten Münzen G. XVIII.: 1 Hadrian, 1 Antoninus Pius, 2 Marc Aurel, 3 Caracalla, 1 Medaillon des Carus und Carinus und 90 anderen Goldmünzen, darunter drei von Magnia Urbica. Nr. 202. Armilla aus einfachem und verziertem Drahte, wovon ein Stück abgebrochen ist. 12 5 /g Ducaten in Gold. Nr. 203. Armilla, aus Draht gewunden. 23 2 4 Ducaten in Gold. Nr. 204. Armilla (durchbrochene Arbeit) mit vier antiken Goldmünzen: Antoninus Pius, L. Verus, Julia Domna, Gordianus III. 29 Ducaten in Gold. Nr. 205. Armilla, innen hohl, mit Rosen, Rosenblättern und anderen Rlumen von getriebener Arbeit verziert; hat die Form wahrscheinlich im Ausgraben verloren. 15 Ducaten in Gold. Nr. 206. Armilla; durchbrochene Arbeit mit vier antiken Goldmünzen: Marc Aurel, Caracalla, Gordianus III., Claudius Gothicus. G. XI. 28 5 / 8 Ducaten in Gold. Nr. 207. Fibula, perlenartig verziert. 15 5 / 8 Ducaten in Gold. Nr. 208. Ein verziertes Bruchstück. G. XI. Vj iH Ducaten in Gold. Nr. 209. Fibula; der Dorn fehlt. 11 ,5 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 210. Glattes Blättchen. Ducaten in Gold. Diese mit den folgenden 12 Antiquitäten und einer silbernen wurden im Jahre 1821 auf der Herrschaft Prestovacz im Pose- ganer Komitate gefunden. 9 * 36 Nr. 211. Eine Schnalle. 7 ü /, 8 Ducaten in Gold. Nr. 212. Ring mit drei perlenartigen Verzierungen. l 7 J ie Ducaten in Gold. Nr. 213. Ring mit perlenartig herzförmiger Verzierung. % Ducaten in Gold. Nr. 214. M auf einem Ringe. 3% Ducaten in Gold. Nr. 215. Ring mit Öhr. l 5 /, 6 Ducaten in Gold. Nr. 216. Eine unten zugerundele Verzierung. l l % Ducaten in Gold. Nr. 217. Ohrgehäng wie eine Kugel. 1“/« Ducaten in Gold. Nr. 218. Bruchstück einer Fibula. 3 14 /i6 Ducaten in Gold. Nr. 219. Ohrgehäng wie eine Kugel mit perlenartiger Verzierung. 1J lt , Ducaten in Gold. Nr. 220. Eine unten zugernndete Verzierung. l'“ f6 Ducaten in Gold. Nr. 221. Eine Verzierung mit Eicheln. 2 7 /ie Ducaten in Gold. Nr. 222. Eine Verzierung mit Eicheln. 2 7 /i6 Ducaten in Gold. Nr. 223. Ring mit einem gordischen Knoten. 1 Ducaten in Gold. Gefunden am 6. Juni 1835 in Altsohl in Ungarn, um einen Erdäpfelstamm gewunden. Nr. 224. Ein glatter Ring. 11 12 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 225. Ein geflochtener Ring. 7 2 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 226. Drei kleinere Ringe. 2 13 /, 6 Ducaten in Gold. Diese fünf Ringe wurden zu Fejercse in Ungarn im Beregher Komitate im Jahre 1830 gefunden. Nr. 227 bis 230. Vier herzförmige Verzierungen von unbedeutender Verschiedenheit. 14 14 / 16 Ducaten in Gold. Zu Walnoi im Kraszner Stuhle Siebenbürgens 1831 gefunden. Nr. 231. Schale auf einem Fusse, welchem die Nr. 200 beschriebenen neun Charaktere eingeschlagen und neun ähnliche eingerilzt sind. 60\ 2 Ducaten in Gold. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Obschon solche Charaktere, namentlich die eingeritzten, im Norden Vorkommen *), und ein durch vielfaches Wissen bekannter Gelehrter, Anton von Gevay, Archivar im k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchive, glaubte, die Inschriften seien Runen, so kann ich doch diese Meinung nicht theilen. Den Eifer für Kunst und Wissenschaft an Christian VIII., König von Dänemark, durch Erfahrung kennend, da S. M. mir die Ehre erwiesen, eigenhändig zu sein eiben. «Lassen Sie die wissenschaftliche Verbindung zwischen uns bestehen,” fand ich mich aufgemuntert, sämmtliche Abbildungen mit Schriftzügen, welche den Runen ähnlich sahen, an S. M. mit der Bitte zu schicken, untersuchen zu lassen, ob diese Schrift- zöge genau so auf dänischen Monumenten Vorkommen. ) Memoires de la Societd Royale des Antiquaires du Nord. Copenhague. 1840. T. VII. n. 10. b. p. 163, 164. 87 Hierüber erhielt ich folgendes Schreiben von einem höchst achtbaren Gelehrten, der freilich aus übergrosser Bescheidenheit damit nicht zufrieden, es für ungenügend hielt, das mir aber so merkwürdig vorkömmt, dass ich glaube, es wäre ein Verlust für die Wissenschaft, wenn es unbekannt bliebe. Es lautet: «Die von Ihnen an S. M. übersandten schönen Abbildungen von den berühmten Gold- gefässen in Ihrer herrlichen Sammlung habe ich lange und oft besehen.” «So weit ich und einige meiner Freunde bemerken können, ist beinahe alles, was mit den Verzierungen und zugleich mit diesen gearbeiteten Inschriften in Verbindung steht, ausser Verwandtschaft mit Runen, und ist von der Art, die mit verdorbener byzantinischer und anderer doch nicht sehr alter Schrift in Beziehung steht; dagegen ist alles, was nur mit einer spitzen Nadel nachher eingeritzt ist, mit Runen verwandte Schrift.” «Ich brauche nicht zu sagen, dass diese eingeritzte Schrift wahrscheinlich nicht von den Urhebern, sondern von spätem Besitzern herstammt, und dass wir ähnliche mit einer spitzen Nadel eingegrabene Inschriften auf mehreren im Norden gefundenen Stücken bemerkt haben. Sie belieben nur die Annalen für nordische Alterthumskunde für 1836 — 37, pag. 7, Nr. 10/b und für 1842 — 1843 Tafel 8 Nr. 1 zu vergleichen, so werden Sie finden, dass die dortigen Inschriften eine Ähnlichkeit mit denen auf Ihren Gefässen haben, ohne dass es ganz die nämliche Schrift wäre.” «Der Sinn der nordischen auf kostbaren Schmucksachen eingekratzten Inschriften ist gewöhnlich in so weit, als man sie lesen kann, nur ein Name mit dem Zusatz —ä— welcher sagen will, dass dieser es hat, oder der Besitzer davon ist, eben so, wie man in späteren Zeiten und noch auf Sachen dieses, freilich auf eine andere Art, angibt. Es ist sehr viel in den letzteren Jahren hier, in Schweden und in England über Runen geschrieben und geforscht worden; einige der wichtigsten Schriften kennen Sie schon.” «Ich sehe z. B., dass Sie im Besitze von'Liljegren’s Runenlehre sind. Dieses ziemlich unkritische Werk gibt einige Winke, die man aber nicht zu hoch an schlagen muss.” «Durch die Bemühungen von mehreren tiefgelehrten Männern ist man so weit gekommen, dass man gesehen hat, dass es alte Inschriften mit Runen gibt, die nicht wie die spätem von linker nach rechter Hand, sondern von rechter nach linker Hand gehen; ebenso ist man in neuerer Zeit durch diese aufmerksam gemacht, dass sich vermuthlich aus den sogenannten Zweig-Runen eine Art entwickelte, die theils als Zeichen, theils da gebraucht wurden, wo man auf einen geringen Platz mehrere Wörter hinstellen wollte, welche man Binde-Runen nennt; das heisst, wo man durch ein oder mehrere kleine Zusätze mehrere Buchstaben mit einem Charakter ausdrückte. Es ist keinem Zweifel unterworfen, dass diese für Namen und dergleichen lange fortbestand, und gewissermassen darin das war, was Monogramme in anderen Ländern waren.” «In einer früheren Zeit kommen diese Binde-Runen in Inschriften vor, aber sowohl darin als in Namen ist es jetzt nicht immer leicht zu errathen, welcher Charakter als der erste angesehen werden muss. Die Erklärung wird dadurch, wie Sie einsehen werden, leicht willkürlich.” «Meiner Überzeugung nach sind die auf Ihren goldenen Gefässen eingekratzten Charaktere nicht nordische Runen, sondern eine mit selbigen verwandte Schrift; vielleicht der ältere Bruder von unsern und den sogenannten anglo - sächsischen Runen. Es ist merkwürdig zu sehen, wie zwischen allen älteren occidentalischen Schriftarten eine gewisse Verwandtschaft 10 38 bestellt. Das älteste Griechische, das Etruskische und Keltiberisclie haben alle eine gewisse Ähnlichkeit mit Runen, und scheinen alle Einen, wenn auch entfernten Ursprung zu haben. Es ist klar, dass, nachdem die anderen Schriftarten sich ausbildeten und vermehrten, die Runen lange noch in der Kindheit und mehr mit dem Ursprünglichen verwandt blieben; aber wir müssen nicht vergessen, dass die Runen zum Theil von ungebildeten Nationen gebraucht wurden, die an dem Überlieferten feslhielten, die wenig Verbindung mit anderen Nationen halten, und auch das Material, worauf man schrieb, oder richtiger gesagt, ein- schnitt, wirkte im Norden auf Beibehaltung der alten Form. Das Gewöhnliche war, dass die Runen in hölzerne Stäbe oder Platten eingeschnitten wurden. Es ist klar, dass man leichter gerade als gebogene Züge einschnitt, und letzteren desswegen gerne entging, was charakteristisch bei den älteren nordischen Inschriften ist und vielleicht auch auf andere Schriftarten eingewirkt hat. So bequem dieses für das Eingraben, Einschneiden und Einhauen ist, so unbequem ist es wieder für eine zusammenhängende, mit Feder oder Pinsel zu machende Schrift.” «Es ist eine alte Erfahrung, dass seihst in unserem Lande und in den benachbarten mehrere Arten Runen Vorkommen. Die gewöhnlichen nordischen lassen sich, wenn man Rücksicht auf die veränderte Sprache nimmt, gewöhnlich mit der grössten Sicherheit lesen und deuten, aber es gibt andere, die man selbst auf steinernen Monumenten hier findet, die Schwierigkeiten darbieten, die noch bei Weitem nicht überwunden sind. Sobald ich einige Charaktere sehe, die nicht in unserm gewöhnlichen nordischen Alphabete sich befinden, weiss ich schon aus vieler Erfahrung, dass wir nicht mehr sicher gehen. Beinahe auf allen in England gefundenen Inschriften mit Runen finden sich diese Charactere; dess- halb ist die Meinung aufgekommen, dass diese Inschriften anglo - sächsische Runen wären.” «Da sich in England eine durch die Römer völlig ausgebildete Monumental- und Ge- schäftsschrift vorfand, so kann ich keine andere Ursache finden, warum man zu dem Unvollkommenen und Unbequemen der Runen zurückging, als desslialb, weil diese Schriftart von den Anglo-Sachsen aus ihrer Heimath mitgebracht war.” «Durch Verschmelzung der Runen und der römischen Schrift bildete sich allmälig das Anglo - Sächsische aus; aber es gehörten Jahrhunderte dazu. Wenn wir die englischen Münzen betrachten, finden wir bisweilen beide Schriftarten neben einander.” «Ich kann die mehrmals geäusserte Meinung, dass Runen eine verdorbene römische Schrift wären, nicht theilen; dass die obengenannte, in England geschehene Vereinigung von beiden Schriftarten dieser Meinung Anhaltspuncte gibt, ist natürlich; aber sehen wir auf den Charakter dieser, auf Einfachheit der ältesten nordischen Schrift, die nur sechzehn Charaktere hat, so wird man leicht überzeugt, dass der Ursprung dieser Schrift älter ist als der Verfall der römischen. Um so interessanter ist es zu sehen, dass eine Art oder wenigstens eine verwandte Schrift sich in Gegenden vorfindet, die benachbart waren zu Gegenden, woher wir die Einwanderungen nach Norden herleiten. — Obgleich diese Schrift in mehreren Hinsichten mit nordischen Runen Ähnlichkeit hat, so ist doch Verschiedenheit dabei, und es befinden sich Charaktere darin, die nicht bei uns Vorkommen.” «Ich wage keine Deutung; aber was wissen wir über Schriften, die von Nationen gebraucht wurden, die Länder bewohnten, welche gegen Norden an das byzantinische Reich grenzten und nach einander vom vierten bis eilften Jahrhundert nach Christus diese besassen. Wenn wir Ulphilas gothisehe Schrift ausnehmen, kenne ich sehr wenig, und freue 89 mich, diese hier als Winke anzusehen. Es ist uns um so wichtiger, da die gewöhnliche Fahrt von Norden nach Constantinopel während Jahrhunderten durch diese Länder ging, und ich überzeugt hin, dass wir Sachen haben, die ihren Ursprung aus derselben Gegend wie die goldenen Gefässe haben.” «Die Zierraten scheinen mir tlieils an das Orientalische, theils an unsere ältesten Sachen vom Mittelalter zu erinnern. Die auf Figur G. 4 vorkommende Vorstellung scheint mir mit persischen Sachen verwandt zu sein. Doch dieses werden Sie schon selbst besser und sicherer aufgefunden haben.” «Ich werde die Zeichnungen an einen in Runen sehr erfahrenen Mann abgeben, und Sie werden von ihm vielleicht später gelehrte Erklärungen erhalten 0.” Nr. 232. Ein Draht, l li / l6 Ducaten in Gold. 1839 bei Altsohl in Ungarn gefunden, und vom Oberstuhlrichter Gustav v. Schurman an die k. k. Hofkammer überschickt und vom Fürsten Lobkowicz amtlich dem Cabinette übergeben. Diese Drähte werden häufig um Tokay und Altsohl gefunden, in welchen Gegenden vergeblich nach Spuren von Berg- oder Waschgold gesucht wurde. Ein ähnlicher Golddraht, 4 Ducaten im Gewichte, wurde vom Grenzmädchen Slavia Motja aus Mehadia in der Gegend von Ullics im Banate am 24. Juni 1844 gefunden. Auch das k. k. Mineralien-Cabinett hatte ähnlichen Draht, wofür es Mineralien eintauschte. Nr. 233. Ein von oben bis unten verziertes Gefäss. Lilien bilden den Hauptgrund der Verzierungen; auf dem Boden des Gefässes sind den Nr. 15 und 19 beschriebenen ähnliche in zwei Zeilen, in einer sieben, in der zweiten vier, am Rande drei Buchstaben eingeritzt. G. X. 221 12 /i6 Ducaten in Gold. Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden. Nr. 234 bis 237. Vier nur gering verzierte, wenig verschiedene Schalen. 142 Ducaten in Gold. Im Biharer Komitate 1822 gefunden. Nr. 238. Eine Scheibe (Bulla), in deren Mittelpunct in perlenartiger, vierfach herzförmiger Verzierung ein Granat? (wahrscheinlich Glas) von 14 andern Granaten (Glas) umgeben; 2 sind ausgebrochen. Rings ein Perlenkreis mit 4 herzförmigen perlenartigen Verzierungen; dieser ist wieder von einem Kreise mit Pasten umgeben, und dann folgt grössere metallene. G. XI. 32 3 / 4 Ducaten in Gold. Diese und die folgenden Antiquitäten mit den 14 grossen goldenen Medaillons und der grossen Kette Nr. 1 zu Szilägy- Somlyo am Magura-Berge 1797 gefunden. Diese Art Schild beweiset die Echtheit der antiken Perlenverzierung der Medaillons Vergl. die Bullen im Museo Etrusco Gregoriano 2 ), und auch die in England gefundenen Fibulae 3 ). ') Die aber nicht angelangt sind. 2 ) LXXVIII. 2, 3, 4. 3 ) Akerman. Numism. Chronicle VI. 182. und Ch. R. Smith. Collect, ant. N. VII. 104. 10 * 40 Nr. 239. Ein von innen hohles Viereck, auf beiden Seiten siebt ein Mann innerhalb einer viereckigen Einfassung. Rohe Arbeit. G. XI. 5 3 / 4 Ducaten in Gold. Nr. 240. Rest eines Armbandes? Armilla mit einem Schlangenkopfe, in dessen Augen Granaten. l 3 /, 6 Ducaten in Gold. Nr. 241. Ring mit zwei Schlangenköpfen. Rohe Arbeit. 2% Ducaten in Gold. Nr. 242 bis 252. Eilf von innen hohle und kugelförmig verzierte Ringe. G. XI. 18 5 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 253 bis 265. Dreizehn von innen hohle, von aussen flache Ringe. 21 7 /i 6 Ducaten in Gold. Nr. 266. Ein Armband mit eingravirten Verzierungen. G. VII. 58 4 / 16 Ducaten in Gold. Gefunden auf der Herrschaft Sr. kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Carl, Bellye in Ungarn, 1840; mit 200 fl. C. M. ersetzt. Nr. 266 a). Golddraht sammt Schleife. 3 6 / 1G Ducaten in Gold. Gefunden zu Dossu-Schurovalaj nächst Armoenisch im wal. banat. Grenzregimente. 1843. Nr. 267 bis 276. Zehn verschiedene Schmuckgegenstände aus spiralförmigen Drähten, Goldkörnern und einer runden durchlöcherten Platte bestehend. 13 P/i 6 Ducaten in Gold. Gefunden zu Tisza-Szöllös im Heveser Komitate 1840. Mit 480 fl. C. M. ersetzt. Nr. 277. Torques, deren grösserer Theil platt, der kleinere aber mit Golddraht umwunden ist. 53 Ducaten in Gold. In Wulzeshofen (Herrschaft Stronsdorf, V. U. M. B.) 1846, gefunden von Joh. Glazl im Garten des Joh. Mechtler beim Graben einer Grube $ mit 280 fl. C. M. ersetzt. Nr. 278. Armband. 11 4/ 16 Ducaten in Gold. Nr. 279. Torques. 51 u j iß Ducaten in Gold. Nr. 278 und 279 zu Czernowitz in Galizien von Nikola Malek in einem Steinbruche am Ulakuerka-Bache 1845 gefunden und nebst einigen Stücken Silberdraht mit 325 fl. C. M. ersetzt. Diese erinnern an die Torques, welche 1833 in Fühnen nebst mehreren Goldgegenständen gefunden wurden. — Historisch-antiquarische Mittheilungen. Kopenhagen 1833. T. V. N. 7. Nr. 280. Stück eines gegossenen Goldreifes. 5Ducaten in Gold. Gefunden zu Nettolitz im Prachiner Kreise Böhmens. 1846. Nr. 281. Ring aus drei Reifen und Kettchen aus vier Gliedern. 4% Ducaten in Gold. Gefunden in Ungarn im Borsoder Komitate zu O-Hutta. 1846. Nr. 282 bis 283. Zwei Bruchstücke von Haarnadeln. 3 14 / 16 Ducaten in Gold. Nr. 284. Rruchstücke einer Nadel. 1 % Ducaten in Gold. Nr. 282 bis 284 gefunden in Österreich im V. U. W. W. zu Atzgersdorf 1845. ---<^#§§§g(i)3tig3£«'- 41 Beschreibung eines Kranzes ans feinem C*ol«ll>Ie«iie: im Besitze des Königs von Baiern. Platte XIII. Obschoii dieser Kranz nicht dem k. k. Münz- und Antiken - Cabinette angehört, so glaube ich dessen Beschreibung doch als Anhang zu jener der Goldmonumente dieser Sammlung geben zu können, da derselbe von der Meisterhand des genialen Fendi im Jahre 1823 zu Froschdorf bei Wien, dem damaligen Aufenthaltsorte der früheren Besitzerin, der Gräfin Lipona, in der Grösse des Originals in Farben copirt worden, und von ihm in etwas verringertem Massstabe in Kupfer gestochen ist. Avellino hat mit seiner an ihm gewohnten ausserordentlichen Gelehrsamkeit eine Erklärung dieses Kranzes gegeben 0? ohne jedoch einen Stich beizufügen. Gerhard * 2 ) hat einen Kupferstich geliefert, ohne eine Erklärung beizugeben. Deshalb dürfte die abermalige Mittheilung eines so interessanten Monumentes nicht nur erlaubt, sondern vielleicht nicht unwillkommen sein. Er befindet sich jetzt in den vereinigten Sammlungen zu München 3 ). Der Kranz, welcher auf Platte XIII. gestochen ist, wurde laut Avellino 4 ) im Jahre 1813 zu Armento, einem kleinen Dorfe der Basilicata, mit vielen anderen ausgewählten AI- terthümern gefunden. Mit dieser Aeusserung Aveliino’s stimmt auch Gargiullo überein, der den Fundort ebenfalls Armento nennt, wo der Intendant der Basilicata schon Ausgrabungen bestimmt hatte. Gefunden wurde nach Gargiullo der Kranz vom Obersten Sponza von Avigliano in Basilicata, und zugleich zwei Vasen, eine in Glockenform (Krater), die andere eine Hydria mit einem Candelaber und einem ehernen Faun, welcher mit einem Fusse niederkniet. Der Kranz und der Faun sind in München, die Vasen und der Candelaber im Museo Borbonico in Neapel. Hiermit stimmen die Worte Gerhards 5 ) nicht überein, der sagt: «Berühmter goldener Kranz, in einem griechischen Grabe mit den Vasen von Canosa gefunden.” — Allerdings wurden die Vasen auch im Jahre 1813 am 16. September gefunden, aber von dem Kranz ist keine Spur bei Millin 6 ), dem Beschreiber des ausserordentlich interessanten Grabes von Canosa. Letzteres ist das Canusium der Alten, in der Nähe des berühmten Schlachtfeldes von Cannae in Apulien; Armento ist vermuthlich das Grumentum der Alten in Lucanien. Der Kranz dürfte, aus der Form der Buchstaben zu schliessen, um das Jahr 400 vor Chr. Geb. (399 f Sokrates) gearbeitet worden seyn. Die Buchstaben zeigen den Mann an, ') Memorie della reale Aecademia Ercolanese di Archeologia. Vol. I. 1822. p. 207.—277. 2 ) Antike Bildwerke. 1. H. 3. Cent. I. X. ) Jos. v. Hefner. Catalog der vereinigten Sammlungen. München 1845. S. 65. 4 ) L. c. p. 207. 5 ) L. c. auf dem Umschläge. 6 ) Description du tombeau de Canosa etc. Paris 1816. 11 42 der sie gewidmet liat, denn es heisst: KPEI&I2NI02 HSHKH TON? 2TH&AN0N; Krithonios weihte diesen Kranz. Wer Krithonios war, ist bis jetzt nicht bekannt 1 )« Der Kranz besteht aus einem Zweige von Eichen, der die Grundlage bildet, worauf alles übrige ruht, und auf welchem alle anderen Früchte, Blumen und Figuren aufgearbeitet sind. Ausser dem Eichenzweige sind die Blumen und Gewinde der Astern, deren neun mit blauer Schmelz ausgefüllt, und in äusserer Umgebung aufblühend der Convolvulus, wovon sechs Blumen mit blauer Schmelz verziert sind. — Ausserdem winden sich noch Nar- cissen, Eplieu, Rosen, Myrthen sinnig untereinander. Alle diese Blumen halten zu oberst eine geflügelte Göttin, über deren mit Blumen wie mit Gräsern verziertem Haupte auf zartem Stängel eine Rose emporragt. — Die Göttin steht auf einer Basis, worauf die Inschrift angebracht ist. Auf diese Hauptfigur weisen vier beflügelte nackte Genien und zwei bekleidete Victorien hin. Diese Figur ist die nämliche, deren Kopf so oft auf Vasen vorkömmt, worauf ein Heroon oder eine Grabesstelle gemahlt; sie ist Kora, Proserpina, Libera, das Symbol der Unterwelt. Avellino hat viele Stellen der Klassiker gesammelt, um zu beweisen, dass Kränze in die Gräber mitgegeben wurden; ausser diesen so wohl gewählten Stellen beweist diesen Gebrauch die Auffindung des Kranzes selbst und die oftmalige Anbringung der Kränze auf Vasen, deren die meisten dazu bestimmt waren, die Gräber zu schmücken. Alexander 2 ) der Grosse krönte das Grabmahl des Achilles und Hephästion, auch jenes des Patroklos. Von den Griechen vererbte sich die Gewohnheit, den Todten Kränze zu opfern und aufzusetzen, in ganz ähnlicher Weise auf die Römer. Die Kränze, die den Todten in die Begräbnisse mitgegeben oder ihnen selbst aufgesetzt wurden, richteten sich je nach dem Reichthume der Gefeierten und der Widmer. So hat Augustus 3 ) das Grab Alexanders des Grossen mit Kronen und Blumen verherrlicht. Unter den Gewächsen und Blumen, mit denen man die Todten ehrte, waren vorzüglich der Öhlbaum, die Pappel, der Lorbeer, und wie unser Kranz beweiset, die Eiche. Die hohe Eiche zeiget die Früchte, auf der mittleren schwingen sich die Bienen 4 ). Schon die heidnischen Dichter schildern den künftigen Aufenthalt der frommen Seelen mit den schönsten Farben reizender Gegenden, so wie die christlichen Architekten in den deutschen Domen die Bilder der ganzen Natur zusammenhäuften, um den Fussschemmel Gottes daraus zu machen. Auf ein heiteres Jenseits beziehen sich alle Gegenstände dieses merkwürdigen Kranzes, der, so gut er gearbeitet ist, nicht erstaunen macht, wenn man die Schönheit der Arbeit auf den Münzen Lucaniens betrachtet, die etwa zu gleicher Zeit mit demselben gemacht worden sein dürften, wie die guten von Grumentum, dem wahrscheinlich alten Orte des heutigen Armento, besonders aber von Heraklea, Metapontum, Paestum, Sybaris, Thurium, Velia, oder die dort gefundenen schönen Vasen beweisen. ) Wie häufig Kranze m die Gräber mitgegeben wurden, beweisen die Funde in der Krimm, bei Kertsch, und unter anderen Inschriften auch folgende zu Parikia auf Paros, die Leake (Travels in Northern Greece III. PI. XXV. 121) mittheilt• // botaii kai O JHMOJS ETIMH2AN EHINIKON EKINIKOT XPTZm 2TE*ANGI KAI EIKONI MAPMAFIN11I. 0 Aelian. V. H. 1. XII. c. 7. Arrian de exp. Alex. 1. I. c. 12. Curtius 1. II. c. 4. 3 ) Suetonius. Aug. c. 18. 4 ) Hesiod. Op. 232. 43 Beschreibung der auf den Platten XIV. 1 ), XV., XVI., XVII. gestochenen Medaillen in chronologischer Ordnung. Nicht bloss das Metall, woraus die auf obigen Platten gestochenen Medaillen verfertigt wurden, sondern auch deren Fundort, ihre sonstige Beschaffenheit, welche die meisten über die bekannten römischen Medaillen erhebt; nicht nur ihre Seltenheit, sondern ihr Alleinsein, welches um so mehr der Fall, da einige ähnliche, jedoch an Grösse nicht nahe kommende durch den Diebstahl, der in der grossen französischen Münzsammlung im Jahre 1831 zum unersetzlichen Verluste für Wissenschaft und Kunst vorfiel, abhanden gekommen sind 2 ), machen diese Medaillen nicht nur zu würdigen Begleitern der goldenen Gefässe, von denen oben eine Beschreibung gegeben wurde; sondern stellen sie als historische Monumente noch über dieselben; die Medaillen werfen auch, wenn gleich kein mathematisch sicheres, doch ein geschichtlich wahrscheinliches Licht auf die Zeit der Verfertigung jener Monumente, mit denen sie zusammen gefunden, nämlich mit der Kette T. I und verschiedenen Geschmeiden; der Goldgehalt und die Verzierungsart stimmen auch mit den Gefässen vielfach überein. Es waren diese vielleicht Geschenke an Verwandte oder auch an Anführer der Barbaren; von beiden gibt es schriftliche Zeugnisse; so erzählen 3 ) Suetonius und Herodian, dass sich die Römer an den Saturnalien und am Neujahrstage Münzen zuzuschicken pflegten; Gregor von Tours 4 ) sah selbst beim Könige Chilperich, dem sie von Tiberius II. von Constantinopel zugeschickt wurden, Medaillen mit der Aufschrift: TYBERIl CONSTANTINI PERPETVI AVGVSTI und auf der Rückseite: GLORIA ROMANORVM; der Kaiser auf einem Viergespann. — Sind nun gleich von Tiberius, wie Eckhel 5 ) mit Recht sagt, noch keine zum Vorschein gekommen, so erinnert diese Beschreibung doch ausserordentlich an unsere Medaillons, und der Gebrauch scheint durch mehr als zweihundert Jahre geblieben zu sein, da Tiberius im Jahre 582 nach Chr. Geb. starb. Die Medaillons sind in geschichtlicher Beziehung für Constantin den Grossen und seine Familie ungefähr das, was die grossen Cameen für Augustus und seine Familie. Zu den Cameen und Medaillons gehören noch die Diptychen und Votiv-Schilde, die merkwürdige mythische wie historische Momente überliefern. ■) Um die mögliche Entzifferung der Inschriften auf den Goldgefässen zu erleichtern, habe ich die ähnlichen Buchstaben unter einander gestellt, die Nummern der Gefässe, worauf sie sich befinden, beigesetzt, und sie stechen lassen. 2 ) S. Lenormant. Tresor de Numismatique et de Glyplique. Iconographie Romaine pl. I. XII. p. 128 — 132. — Finder und Friedländer. Die Münzen Justinian’s. Berlin 1843. S. 19. 3 ) Suet. Aug. I. XXV. Vespas. XIX. ) Historia Francorum. VI. 2. Bandur. 658. 5 ) D. N. VIII. 219. 11 * 44 Nordische Alterthumsforscher könnten aus dem Fundorte, auf der Strasse zu Land, zwischen dem Norden und Byzanz, da so viele Wikinge in der Leibwache byzantinischer Kaiser dienten, aus der Ähnlichkeit einiger Öhre mit denen an Geschmeiden und Gold- hracteaten in Dänemark und Schweden gefunden, schliessen, dass diese Medaillen Wikingen angehört hätten, die vielleicht auf dem Zuge in die Heimat im heutigen Siebenbürgen verunglückten *). 1. MAXIMIAN VS AVGVSTVS Kopf des Maximian mit dem Lorbeer. (RevJ CONSVL III PPPROCOS Maximian sitzend, in der rechten Hand eine ihn krönende, auf der Weltkugel stehende Siegesgöttin haltend, die linke Hand auf das Para- zoniurn gestützt. l 29 / 32 Ducaten im Gewichte. XV. Ein gewöhnlicher Aureus des Maximianus, nur wegen des Öhrs zum Anhängen schwerer. Maximians drittes Consulat fällt in das Jahr 290 nach Chr. Geb. Es war dieses Jahr durch die Zusammenkunft Diocletians und Maximians zu Mailand, weil dieser dem Carausius Britannien überlassen und ihn als Augustus anerkennen musste, bezeichnet. — Die Münzen mit Öhren zum Anhängen zeigen gleiche Gewohnheit wie bei uns, und es scheint, dass sie amuletartig oder auch bloss zur Zierde getragen wurden. Dieser Maximianus dürfte die älteste bisher bekannte Münze seyn, die auf die Art verwendet wurde; etwa vom Jahre 330, dem der Einweihung Constantinopels, ist der mit einem Öhr versehene Aureus Constantin’s des Grossen zu St. Florian; die im Norden, offenbar zu einem Halsgeschmeide verwendet * 2 ) gewesenen Münzen sind etwa um 100 Jahre jünger als letzterer, da die älteste derselben von Placid. Valentinianus herstammt; noch 100 Jahre jünger sind die in Cividale ausgegrabenen und dort aufbewahrten des Justinus und Justinianus. Öhr gleichzeitig. 2. MAXIMIANVS PFAVG Kopf des Maximianus mit dem Lorbeer. CRev.J PACATORES GENT1VM Der Imperator auf einem mit vier Pferden be- spannten Triumphwagen, das äusserste Pferd fuhrt ein Soldat mit der rechten Hand, in der linken hält er ein Parazonium; unten TB? (TReviris?). XV. Ein bisher unbekannter Aureus des Maximianus, zum Anhängen gemacht. Obschon auf dieser Münze kein Jahr angedeutet ist, so dürfte sie doch wahrscheinlich im Jahre 303 nach Chr. Geb. geschlagen worden seyn, in welchem Diocletian zu Nicomedien das Edict über die Christenverfolgung bekannt machte, dann nach Rom ging und mit Maximian über die seit dem Beginne seiner Regierung besiegten Völker einen gemeinschaftlichen Triumph hielt. Öhr gleichzeitig. 3. AVR VAL MAXIMIAN VS PF AVG Kopf Maximians. Die Vorderseite mit einer Einfassung von 21 granatartigen Glaspasten, wovon fünf ausgefallen, umgeben. ') Worsaae. Dänemarks Vorzeit. S. 52 u. s. w. 2 ) Historisch - antiquarische Mittheilungen. Kopenhagen 1835. S. 98. 45 (llevj HERCVL1 CONSERVATORl AVGG Brustbild des mit der Löwenhaut bedeckten, belorbeerten Hercules; in der rechten Hand über der rechten Schulter die Keule haltend. 15 1 /* Ducaten im Gewichte. XV. Es ist bekannt, dass Diocletian sich den Jovischen und Maximian den Herculischen nannte, dass Jupiter und Hercules die göttlichen Wesen waren, welche beide Imperatoren als die Urheber ihres Stammes verehrten und auf ihre Münzen setzten. Die Münzen dieser Periode sind auch noch, ziemlich gut gearbeitet, weil beide Imperatoren eine gewisse Ordnung ins Reich einzuführen wussten, obschon sie die Grundideen römischer Herrschaft erschütterten. — Merkwürdig ist auch die Einfassung der Vorseite mit den Glaspasten; obschon ähnliche Einfassungen sehr alt sind, so haben doch einige zu auffallende Gleichartigkeit in der Weise der Fassung und in der Farbe der Pasta, als dass man dieselbe nicht in nahe Zeiten setzen sollte. Ich meine den mit der Medaille gefundenen Schmuck (S. G. XI. 238); ferner aber auch die in Alt-Ofen 1836 gefundenen Ohrgehänge G. I. und die im Salzburgischen ausgegrabenen ■fpä hier abgebildeten Schnallen, die ich desshalb nicht den Kelten, sondern den Römern zuschreiben möchte. Da die Römer im Jahre 14 vor Chr. von unseren Gegenden Besitz nahmen, die Medaille des Maximian aber zwischen die Jahre 286 — 304 nach Chr. Geb. fällt, und die Fassung wohl gleichzeitig seyn dürfte, sich aber ein Geschmack an Schmucksachen kaum durch 300 Jahre auf ähnlicher Stufe erhält, so schiene mir die Epoche der so gestalteten Schmuckgegenstände ungefähr bestimmt. Öhr mit der Medaille gleichzeitig. 4. CONSTANTINVS MAX AVG Brustbild Constantins des Grossen mit dem Palu- damentum, um die Stirne das Diadem, das Constantin zuerst unter den römischen Kaisern annahm. (RevJ CONSTANTIN! AVG Auf einem mit einem Kranze umgebenen Schilde geschrieben, den zwei Siegesgöttinen halten: VOT XXX Unten: T?reviris? 7% Duc. XV. Constantin der Grosse wurde zum Caesar im Jahre 306 nach Chr. Geb. ernannt, er brachte also die Gelübde zum dreissigstenmale im Jahre 335, als er sein Weltreich in fünf Theile theilte. Er gab seinem ältesten Sohne Constantin alles Land jenseits der Alpen: Gallien, Britannien, Hispanien; dem Constans: Illyricum, Italien, Africa; den Söhnen seines Bruders, dem Delmalius: Tliracien, Macedonien, Achaia; dem Hanniballianus: Klein-Armenien, Kappadocien und den Pontus mit dem Titel eines Königs; folglich rührt dieser Medaillon von einem der merkwürdigsten Jahre der Weltgeschichte her. Öhr gleichzeitig. 5. FL IVL CONSTANTIVS NOB CAES Das Brustbild des Constantius mit dem Lorbeer umgeben, die Brust mit dem Paludamentum, in der linken Hand einen Schild lial- 12 46 tend, worauf Constantius selbst im schnellsten Ritte die Lanze gegen kniende und bittende Feinde wirft. Mehrere liegen auf dem Boden. Dem Constantius fliegt eine Siegesgöttin voraus, in der rechten Hand einen Kranz, in der linken einen Palmzweig ballend. Rückwärts folgen mehrere bewaffnete Soldaten. Die Vorseite dieses ausgezeichneten Medaillons ist mit einer wenig verzierten Einfassung umgeben. CRev.J GAVD1VM ROMANORVM Eine Hand ans den Wolken ist im Begriffe das Haupt der mittleren grösseren Gestalt mit dem Diadem zu umgeben; die zweite wird von einer Siegesgöttin und die dritte kleinere von der Roma oder Virtus mit einem Lorbeer gekrönt. Unten: M CONS (Honda Coustantinopolitana). 73% Ducaten im Gewichte. XV. Öhr gleichzeitig. Die Vorstellung der Krönung dieser drei Gestalten erinnert sehr an die Krönungen des Diocletian und Maximian durch die Victoria, dem Galeriu« und Constantius stehen zwei Personificationen zur Seite 1 ). Auf dem oben bei Nr. 5. beschriebenen Medaillon ist die mittlere grössere Figur, welcher die Hand, die aus den Wolken ragt, selbst das Diadem aufsetzt, wahrscheinlich Con- stantin der Grosse, auf der auch seine zwei Söhne, Constantius und Constans folgen, jener von der Victoria, dieser von der Virtus mit Lorbeer gekrönt. Es stellt also dieser Medaillon ein ähnliches Bild der Familie Constantins des Grossen vor, wie der Medaillon des Constans zu Gotha 2 ). Vielleicht auch, dass diese beiden Medaillons wie obiger (Nr. 4.) im Jahre 335 nach Chr. Geb. bei der Theilung des Reichs gemacht wurden; denn in diesem Jahre war Constantius achtzehn Jahre alt, welches Alter die Züge zum wenigsten anzeigen. Da Conslan- tius heim Tode seines Vaters den Titel Augustus annahm, war er erst zwanzig Jahre alt, so, dass es wahrscheinlich, dieser Medaillon *sei vom Jahre 335. Auf dem Medaillon zu Gotha, dessen Vorseite das Brustbild des jüngsten der Söhne Constantins des Grossen, Constans vorstellt, kann dieser kaum jünger gedacht werden als fünfzehnjährig. Die Rückseite des Medaillon zu Gotha führt die Umschrift: SECVR1TAS PERPETVA, unter dieser stehen vier Figuren, von denen die mittlere grössere in der rechten Hand dasLabarum, in der linken Hand einen Köcher mit drei Pfeilen? — Symbole seiner drei Söhne? hält; diese mit Lorbeer geschmückte Gestalt stellt Constantin den Grossen vor; ihm zunächst steht die kleinste unbewaffnete Gestalt, Constans; links Constantin der jüngere; rechts entfernter Constantius bewaffnet, ihre rechten Hände auf Lanzen, ihre linken auf Schilde gestützt. Die Umschrift zeiget wahrscheinlich entweder das Jahr der Theilung 335 oder jenes der Ernennung des Constans zum Caesar im Jahre 333 an, da die Brüder diese Würde schon bekleideten. Dieser Medaillon stammt daher entweder vom Jahre 333 oder 335 3 ). Der Medaillon des Constantius ist auch desshalb sehr merkwürdig, w^eii Conslantinus der Grosse als von Gott selbst gekrönt darauf vorgestellt wird, welches die aus den Wol- ‘) Cassas. Voyage pittoresque de l’Istrie et de la Dalmatie. pl. 38. p. 142 . 0 Liebe. Gotha numaria. 360. Unten: CONS. Constantinopolis. 47 keil ragende, das Diadem aufsetzende Hand ausdrückt; eine interessante Version jenes Bekannten: In hoc signo Victor eris$ oder auch des Monogramm’s Christi auf dem Labarum? das statt dieses Spruchs auf den Münzen vorkömmt. Es ist also auf dem Medaillon des Constantius Constantin der Grosse als der erste von Gott gekrönte Kaiser — Kalaap SzoanTtros vorgestellt. Auf seinen Münzen kommen Zeichen des Christenthums selten vor, nur auf dreien das Labarum mit dem Monogramme Hr unter den 1084 Münzen Constantins im k. k. Münz- und Antiken - Cabinette, und auf zweien als signum additum *)• Später erscheint die Vorstellung der aus den Wolken ragenden, entweder beschirmenden, segnenden oder krönenden Hand sowohl auf Münzen des Orients als des Oceidents. Des Orients: auf den Münzen der Kaiser: Constantinus Copronymus und Leo Chaza- rus 751—775; Bomanus des Jüngern 959—963; Johannes Zimisces 969—975; Alexius Co- mnenus I. 1081—1118; Johannes Comnenus II18—1143; Manuel Comnenus 1143—1180 2 ); Johannes Ducas Vatatzes 1222—1255. Auf den interessanten Münzen des Bomanus Diogenes IV., 1068 —1071, und seiner Gemahlin Eudocia, welche beide eine Weltkugel halten, legt Christus selbst dem bärtigen Kaiser und seiner Gemahlin die Hände auf. — Auf der Bückseite der Münze stehen ihre drei Söhne: Michael, Constantin und Andronicus; — so legt gleichfalls Christus auf einem elfenbeinernen Diptychon Bomanus IV. und der Eudocia die Hände auf 3 ). Des Oceidents: dort, wo, als im Jahre 800 Leo III. Karl den Grossen zu Born krönte und alles Volk rief: Carolo Augusto a Deo coronato magno et pacifico Imperatori vita et Victoria , Karl der Grosse als Patricius von Born ähnlich vorgestellt 4 ) ist, — erscheint die Hand Gottes aus den Wolken auf den Münzen des Papstes Benedict und des Kaisers Ludwig 5 ); ferner auf denen des Boleslaus 6 ) von Böhmen, Ethelred 7 ) und Eduard 8 ) von England, Otto von Brandenburg; einer Äbtissin von Goslar, Bernhards von Sachsen 9 ) 973 —1066 bis zu denen des 16 ten , 17 ten und 18 ten Jahrhunderts. (Dass die Hand auf den Münzen des Oceidents jenen des Orients nachgeahmt sei, kann nicht befremden.) Die Hand aus den Wolken war in Bildhauerarbeit zu sehen auf dem Portal der leider zwischen den Jahren 1820—1823 zerstörten Kirche von Corbeil in Frankreich; sie ruht über Christus, der an das Kreuz angelehnt sitzt, in der linken Hand das Evangelium haltend 10 ). *) Arneth. Synopsis numorum romanorura. 195. 197. 2 ) Säramtlich im k. k. Münz- und Antiken-Cabinette, aber auch bei Saulcy. Monnaies ßyzantines. PI. XIV. p. 151. XXI. p. 236. XXII. n. 247. XXVI. p. 321. XXVII. p. 329. XXVIII. p. 337. XXXI. p. 396. * I 3 ) Du Cange. Dissertatio de Impp. Constantinop. p. 52. T. 5., wo aber in der Zeichnung Romanus unbärtig ist, der Zeichner hat wahrscheinlich den Charakter nicht gut aufgefasst, so auch nicht: Gori. Diptych. III. 1. 4 ) Mabillon. Suppl. de re diplom. p. 40. Chifletius. Anastasis Childerici. I. 130. 5 ) Le Blanc. Monnoyes de France, p. 113. Nr. 11., und dessen Dissertation sur quelques monnoyes de Charlemagne etc. frappees ä Rome. p. 41. Nr. 10. ö ) Voigt. Böhmische Münzen. I. 141—146. Auf einem unserer Niello’s ist ebenfalls & vor dem 7) Spelman. Vita Alfredi. T. V. Nr. 13. Seeländer. Die segnende und schwörende Hand. Groschen - Kab. V. Fach. tab. XX. 22. S. 38. 2. 8 ) Ruding. VI. PI. 16. Nr. 25—27. 9) Böhme. Groschen - Kabinet. XII. Fach. T. I. 1. Bode. Münzwesen Niedersachsens. II. 2. ,0 ) Revue Archdol. 1845. S. 168. 12 * 48 Da die Hand aus den Wolken als symbolische Bezeichnung der Allmacht Gottes schon im alten Testamente hei Isaias ‘J, Jeremias 0, Ezechiel geschildert wird, so ist es begreiflich, dass sich die künstlerische Auffassung dieser Idee mit der Verbreitung des Christenthums und mit der Herrschaft desselben auch überall hin verbreitete; desshalb zeigt sie schon ein Codex der Genesis aus dem fünften oder sechsten Jahrhunderte in der k. k. Hof-Bibliothek. Die Hand Gottes aus den Wolken ist noch auf vielen Kunstwerken angebracht, so auf mehreren Glasfenstcrn; auf einer Miniatur aus dem neunten Jahrhunderte in der französischen Bibliothek zu Paris, im Liber precum, wo die Steinigung des heiligen Stephan vorgestellt ist, der den Himmel offen, und die Hand Gottes, mit dem Nimbus umgeben, hervorragend sieht * 2 3 4 )« Ähnlich eine Mosaik aus gleicher Zeit, zu Rom in der Kirche Sta. Maria Nova 5 ). Sie ist auch über Karl dem Kahlen sichtbar auf den Dedicationsbildern der herrlichen Codices der heiligen Schrift; von denen einen die Canonici zu Tours Karl dem Kahlen im Jahre 850 überreichten. Dieser Codex wurde 1675 dem Minister Colbert verehrt 6 )« Den zweiten Codex des nämlichen Kaisers mit ähnlicher Vorstellung vom Jahre 870, der jetzt in der Bibliothek zu München sich befindet, hat Sanftl 7 ) vortrefflich beschrieben. Gleichfalls ist zu Cividale ein Codex, worauf Kaiser Otto von Christus gesegnet wird 8 ). Dass die aus den Wolken ragende Hand GottVater vorstelle, zeigt eine Sculptur auf Kupfer bei der Taufe des Philosophen Graton 9 ) durch Johannes den Täufer, weil bei derselben DEXTRA DEI steht, so auch das Diptychon auf dem Einbande des Psalteriums 10 ) zu Cividale, auf welchem Christus am Kreuze, über ihm der heilige Geist als Taube, und zu oberst die Hand aus den Wolken; so ist auch gleiche Vorstellung zu Cividale auf dem marmornen AKarlische aus dem achten Jahrhunderte in der Kirche des heiligen Martinus. Ähnliches zeigt ein Sarg, auf dessen beiden Seiten Christus 11 ) den Aposteln erscheint, und auf den flachen Seilen die Hand aus den Wolken; ein anderer Sarg in der Kirche zu Aqui- leia, auf welchem der heilige Hermagoras, die vier heiligen Jungfrauen der Kirche zu Aquileia 12 ): Euphemia, Thekla, Erasma und Dorothea segnet; so ist die Hand auf dem elfenbeinernen Triptychon in der Bibliothek in Brescia 13 ); auf dem Antipemlium zu Klosterneuburg über Melchisedech 14 * ); so sieht man auf Särgen Moses die Gesetzlafeln von der Hand Gottes empfangend 10 ); oder dieselbe hält Abraham auf, seinen Sohn zu opfern 16 ). ) LXVI. 2. 2 ) XVIII. 6. 3 ) II. 9. 4 ) Didron. Iconographie chretienne. p. 214. Annales Areheol. 1844. p. 16. 5 ) The Journal of the Brit. Arch. Association. 128. 6 ) Murr * ( Chr ; G * Beschrei[) ung’ der kaiserlichen Krünnngszierden, Nürnberg 1801. III. 17. Waagen. Kunstwerke zu Paris. S. 252. 0 Dissertatio m aureum ac pervetust. SS. EE. Codicein Monast. St. Emmerami. (Schmeller) K. 11. u. Staats-Bibliothek S 22 Nr 33 8 ) Gori. Diptych. III. 15. 9 ) Didron. Annales Arch. V. 30. 10 ) Symbolae literariae. Florent. 1792. IX. 223. '■) Ferrario. Basilica di St. Ambrogio. t. 15. ,2 ) Bertoli. 363. l3 ) Giornale Euganeo. Padova. 1847. p. 189. (1.) ’ 4 ) Arneth. Antipendium. 1844. S. 40. ,5 ) Arringhi. Roma suhterranea. L. II. C. X. T. I. p. 291. 305. 309. 316. ,6 ) Buonarroti Mus. Carp. Ciampini. Explicatio duorum Sarcophagorum. 49 Wie sehr oft christliche Kunst ihre Gebilde der heidnischen entlehnt, beweiset das schöne Gemälde in einem griechischen Manuscript-Codex zu Paris, auf welchem die von der göttlichen Hand ausgehenden Strahlen das Haupt des Isaias berühren, der zwischen Nacht und Morgenröthe stehend , Blick und Hände gegen Oben erhebt 1 )* Obschon sich die Reihe der Monumente, an deren Spitze der Medaillon des Constan- tius steht, noch in’s Unendliche vergrössern liesse, so glaube ich diese Vergleichung doch beendigen zu können, und bemerke nur noch, dass in den erhaltenen Kirchen - Bauten des Mittelalters die Hand Gottes aus den Wolken häufig auf dem als Schlussstein des den Himmel darstellenden Kirchengewölbes mehr oder minder meisterhaft ausgeführt, so sinnreich abgebildet ist, und den wahren Schlussstein des Himmels und der Erde bedeutet. Die segnende Hand aus den Wolken reichend, als Symbol Gott des Vaters, der schriftgemäss (2. Mos. 33, 20; Joh. 1, 18; 6, 46. — 1. Timoth. 6, 16.) nicht dargestellt wurde, besonders erst nach der constantinischen Zeit, denn vor Constantin erscheint Gott Vater in menschlicher Gestalt, als alter Mann (Weltschöpfer, antiquus dierum Dan. 7, 9, 13, 22.) auf einigen Sarkophagen 2 ). Erst seit dem Ende des vierzehnten Jahrhunderts bildete sich für Gott Vater der eigene Typus, — als Greis, — aus. In Schlusssteinen von Gewölben erscheint die segnende Hand: In dem aus dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts stammenden Chore des Domes zu Wiener-Neustadt. Im Chore der aus dem Anfänge des sechzehnten Jahrhunderts herrührenden Kirche zu Ybbsitz (V. O. W. W.). Im Chore der Kirche zu Maria-Laach am Jauerling (V. O. M. B.), die aus dem fünfzehnten Jahrhunderte ist. Höchst merkwürdig ist die Darstellung Gott des Vaters in einer erst vor drei Jahren weggeschlagenen Wandmalerei des zwölften Jahrhunderts am Dome zu Hildesheim, nämlich als das mystische Auge Gottes, d. h. als ein Dreieck, in dem sich sieben Augen befinden 3 ). 6. FL IVL CONSTANT1VS PERP AVG Das Brustbild des Constantius mit einem mit Perlen geschmückten Diademe. — Die Einfassung ist wenig verziert. CRevJ GLORIA ROMANORVM Die sitzende Personification von Constantinopel, ihre Füsse auf den Vordertheil eines Schiffes gestützt, hält mit der rechten Hand die Weltkugel, worauf eine Siegesgöttin mit Lorbeer und Palmzweig steht; unten MANTIÖCH (Moneta Antiochiae). 12 Ducaten im Gewichte. XV. Die Gestalt auf der Rückseite des Medaillons ist wahrscheinlich die Stadt Constantinopel personificirt dargestellt, und ist sehr ähnlich der Rückseite auf den Münzen Theodo- sius des Jüngeren, auf welchen Constantinopel sitzend abgebildet ist. Dieser Medaillon gleicht ganz jenem zu Gotha 4 ), nur sind die zu Gotha mit keinem Öhr zum Tragen versehen. Öhr gleichzeitig. ') Montfaucon. Paleographie grecque. p. 13. Millin. Galerie Mythol. 353. a ) Kugler, Geschichte der Malerei 1. p. 28. 3 ) Freundliche Mittheilung des Herrn Eduard Freiherrn von Sacken. 4 ) Liebe. 1. c. 362. 13 50 7. VALENT INI AN VS P F AVG Der Kopf des Valentiiiiaims mit dem Diadem und Paludamentum. CU* 1 '© 8 seltenen Vorkommens wegen gestochen). (Rev.J TRIVMFATOR GENT RARB Der Kaiser stehend, hält in der rechten Hand das Laharum, in der linken die Weltkugel, neben ihm kniet ein gefesselter Barbar. Unten: TR. OB. XVI. Valentinianus, in Ungarn geboren, zu Nicaea im Jahre 364 als Augustus ausgerufen, nahm sogleich seinen Bruder Valens zum Mitregenten an. Die Mitregentschaft drückt die Rückseite der Münze Nr. 8. deutlich aus, so wie Nr. 7. den Besieger barbarischer Völker, was er oft war. Er starb zu Birgitio im Lande der Aravisker 1 ) (in Ungarn), weil er gegen die Abgesandten der Quaden sich zu sehr erzürnt hatte. 8. VALENTINIANVS PF AVG Brustbild Valentinians mit Diadem; in der rechten Hand hält er die Weltkugel, in der linken das Scepter. (Diese, obschon nicht seltene Münze und keine Medaille, ist hier gestochen, wegen der Aehnlichkeit der Rückseite mit der des Valens XIV. Unten Nr. 12. (Rev.) VOTA PVBLICA Beide Kaiser, Valentinianus und Valens, sitzend, mit den rechten Händen Rollen erhebend, mit den linken Scepter haltend. Auf beiden Seiten des Thrones einen Gefangenen, unten: CONS. (Constantinopel). XVI. Das Ausserordentlichste, was es in Bezug auf die grossen römischen Medaillen gibt, besitzt das k. k. Münzcabinet. Diese Medaillen stammen fast alle von Valens 2 * * * * * ) her. Die nach Julian’s des Apostaten Tode ernannten Imperatoren Jovianus, Valentinianus I., Valens, Gratianus, Valentinianus II., waren in Pannonien geboren. 9. D N VALENS MAX AVGVSTVS Die Büste des Valens mit dem Diadem umgeben, hält in der linken Hand die auf der Weltkugel stehende Victoria, welche in der rechten Hand dem Valens, um ihn zu krönen einen Kranz empor hält, in der linken gesenkten einen Palmzweig, die rechte Hand etwas erhoben. (Mit zwei wenig verzierten Einfassungen umgeben.) CRevJ D N VALENS VICTOR SEMPER AVG Der Kaiser Valens mit dem Nimbus umgeben, auf einem von sechs Pferden gezogenen Triumphwagen, die rechte Hand aus- ') Ueber Aravisker etc. v. Arneth. Zwölf römische Militärdiplome. S. 72. 73. 2 ) Obschon daher das k. k. Münzcabinet zuverlässig das reichste ist, so hat es Mionnet irrthümlich noch reicher gemacht als es ist, denn er hat in: »De la rarete et du prix des Medailles romaines etc.« 2. edit. Paris 1827. II. 314. die erste da beschriebene Medaille als im k. k. Münz- und Antiken - Cabinette befindlich, aus Eckhel VIII. 151. 152 citirt, der sie aber als Besitz des Apostolo Zeno anführt. Die Sammlung Apostolo Zeno’s wurde vom Pröpsten J. G. Wiesmayer von St. Florian, 1747 gekauft. (Arneth, über die Sammlung antiker Münzen in St. Florian. Jahrbücher der Literatur. LXXXIII. Band. Wien 1838. A. Bl.) Apostolo Zeno, geboren 11. December 1668, gestorben 9. November 1750, erhielt in Wien, wo er Kaiser Karl’s VI. Hofpoet war, vom Grafen Lippa einen ganz ähnlichen Medaillon von 10 Ducaten im Gewichte (Lettere 2. ed. III. p. 226. Negri. Vita di Apostolo Zeno, p. 358. 428.), den er jedoch an Cardinal Albani mit drei andern Medaillons um 170 Ducaten verkaufte, und der daher nicht nach St. Florian kam. Tanini (Banduri Numism. Suppl.) gab einen ähnlichen aus demVatican heraus. Bei dem des Wiener Museums ist nur die Einfassung und das Öhr verschieden, weher auch die ausserordentliche Schwere kömmt. - Die von Mionnet Seite 314 und 315 beschriebenen Medaillen, von denen er die erste auf 2000, die zweite auf 4000 Francs schätzte, sind eine und die nämliche. Mionnet hat ferner I. c. 316 mit Liberator Reipublicae eine Medaille dem Valens zugeschrieben, welche dem Magnentius gehört, und von Valens kaum mit gleicher Rückseite existirt. Der Medaillon des Magnentius ist aber bei dem grossen Unglücke, welches sich in dem königlichen Münzcabinette zu Paris im Jahre 1831 ereignete, zu Grunde gegangen. Lenormant, Tresor de Numismatique et de Gl. Iconographie R. PI. LXII. 15. p. 132. 51 gestreckt wie um die Rede zu begleiten, in der linken Hand die Weltkugel haltend. Auf beiden Seiten des Valens eine Victoria, welche die rechte Hand dem Valens, ihn zu krönen, entgegenstreckt, und in der linken einen Palmzweig hält. Unten: RM? N? QRoma , vel Roma nova) Rlätter, Torques? oder Geld? und ein Canistellum? Das SEMPER AVGVSTVS , was vielleicht zuerst zu den Zeiten des Claudius Gothicus auf dem Triumphbogen zu Fermo angenommen wurde 0, erscheint hier bestimmt auf der echten Münze. Diesen Titel nahmen dann die occidentalisehen Kaiser an, zuerst 2 ) Heinrich VI. 1190, und er blieb dann bis zum Jahre 1804 auf den Kaisermünzen — von welchem Jahre es deren vom Kaiser Franz II. mit gleichem Titel und ohne denselben, aber mit IMP. HAER. AVST. giebt 3 >. 61 1 /, Ducaten im Gewichte. XVII. Wahrscheinlich wurden diese Medaillen wegen der Resiegung des Procopius geprägl. Dieser gründete auf die Verwandtschaft mit Julian dem Apostaten Ansprüche auf die Herrschaft, und war bemüht, sich gegen Valens zu behaupten. — Rei Nacolea in Phrygien besiegt, wurde er an einen niedergebogenen Raum gebunden, welcher, in die Höhe gelassen, ihn zerriss. Mit Recht vermutliet Tanini, dass die unten befindlichen kleinen Gegenstände Zeichen der Geschenke an das Volk bedeuten, vermuthlich Lorbeerblätter, Geld, welches ausgeworfen wurde; Körbchen, welche als Geschenke mit Diptychen 4 ) gegeben wurden. Öhr und Verzierung, welche der des oberen Randes des grossen Goldgefässes sehr ähnlich ist, gleichzeitig. 10. D NVALENS PF AVG Das Rrustbild des Valens mit Diadem und Paludamentum. CRevJ GLORIA ROMANORVM Der Kaiser zu Pferde mit dem Nimbus umgeben; ihm eilt der Genius des Orients mit erhobener Fackel entgegen; unten liegt der Genius von Antiochien. AN. 118 Ducaten im Gewichte. XVI. Dieser Medaillon gehört durch seine Grösse, in der ihm keiner gleichkömmt, zu den wahren Monumenten dieser Periode. Das Costume des Kaisers ist nicht minder bemerkens- werth. — Der Gedanke, der durch die Rückseite ausgedrückt werden sollte, ist meines Erachtens folgender: Valentinianus theilte mit seinem Bruder Valens das Reich: Valens erhielt den Orient. Die Reise des Valens in den Orient, und sein Einzug in seine Residenz Antiochia 5 ) ist durch diesen Medaillon ausgedrückt. Das Bild davon hat Valens wahrscheinlich an Verwandte in diesen Medaillons nach Pannonien geschickt, wo sie gefunden wurden; denn Valentinian und Valens waren zu Cibalae, unweit Sirmium geboren. Niemand wird den Genius des Orients mit der gehobenen Fackel verkennen. Die Stadt Antiochia in die der Kaiser im Friedenskleide einzieht, ist durch das Füllhorn und die Buchstaben AN angezeigt. Auf der aus Tanini 6 ) nachgestochenen Medaille des Magnentius LIBERATORI REIPVBLICAE ist der Genius des Reiches — REIPVBLICAE — gleichfalls mit einer ') Reinesius. p. 318. 42. cf. Orelli. 1003. 1025. Eckh. VIII. 359. Morcelli p. 310. 2 ) Auf Münzen im k. k. Münz- und Ant. Cab. 3 ) Cf. Titulat. u. Wappen u. s. w. vom Jahre 1804 und 1806. ) Symmachus II. ep. 80. 81. V. 54. IX. 109. Codex Theod. 15. 9. 1. 5 ) Ammianus Marcellin. XXXI. sub initio. 6 ) (Hier XVI. 11*.) Band. Numism. Supl. T. V. p. 309. 13 * 52 Mauerkrone und dem Füllhorn angedeutet. Dass die liegende Gestalt , bei der AN steht, Antiochia bedeute, wird bis zur Evidenz durch den berühmten Sapphir des Constantius bewiesen, den Tanini 1 ) aus dem Besitze Rinucci’s in Florenz abzeichnen liess, auf welchem bei einer ähnlichen Gestalt steht: KECAPIA KATITIAAOKIA. 11. Gleiche Umschrift. Die Büste des Kaisers mit erhobener, wie zum Segnen ausgebreiteter Rechte; (auf eine ähnliche Art, wie die Fürsten von Philippus von Makedonien bis zu Diocletian in die Städte einziehend, vorgestellt zu werden pflegten) — in der linken Hand die Weltkugel. CRevJ Die Rückseite ist der früheren ganz ähnlich. Die ganze Medaille ist kleiner und wiegt 63 Ducaten. XVI. Die Öhre sind den Medaillen 10 und 11 gleichzeitig und der Verzierung jener im oberen Rande des grossen Goldge- fässes sehr ähnlich. 12. D N VALENS PF AVG Der Kopf des Valens mit Diadem und Paludamentum. CRevJ GLORIA ROMANORVM. Die zwei Kaiser Valentinian und Valens auf gleichem Throne sitzend, die rechte Hand wie zum Segnen oder Schwören erhebend, in der linken Weltkugeln haltend. Unten RN CR° ma NovafJ , Lorbeerblätter und zwei Canistella. 51 1 /* Du*- caten. XIV. Ein ausserordentlich merkwürdiger, von Kaiser Franz I., dem Gemahle der Kaiserin Maria Theresia, im Jahre 1763 gekaufter, von Fischern in Ungarn aus der Donau gezogener Medaillon. Der Anblick zeigt klar, dass Khell 2 ) in der Interpretation des Medaillons recht gesehen, ihn zur Zeit der Theilung der Herrschaft zwischen Valentinianus und Valens im Jahre 364 3 ) geprägt zu halten. Von den &EOI2 2TN&RONOIS der Griechen zum prächtigen Steine, den pannonischen Triumph darstellend, bis zu Valens wurde die Theilung der Herrschaft oder der Verehrung auf ähnliche Art ausgedrückt. (Man sieht noch deutlich die Spuren, dass auch dieser Medaillon wie die Übriffen e ein Öhr zum Tragen hatte, was aber weggefeilt worden zu seyn scheint.) 13. D N VALENS MAX AVGVSTVS Kopf mit Diadem und Paludamentum. In wenig verzierter Einfassung. CRevJ GLORIA ROMANORVM Roma (Constantinopel) silzend, mit der rechten Hand eine Victoria, mit der linken Hand einen Scepter haltend, den linken Fuss auf dem Vordertheiie eines Schiffes. Unten: ROMA. 14 Ducaten. XV. Gewöhnlich wird Constantinopel, die Füsse auf den Vordertheil eines Schilfes stützend, vorgestellt; da aber hier ROMA so bestimmt beigeschrieben, so muss wohl auch Rom so vorgestellt worden seyn. Das Ohr ist später, dessen Verzierung und Absatz den Öhren der nordischen Münzen ähnlich, haltig, sondern mit Zusatz. das Gold nicht so fein- ') Bandurii Numism. Supl. Tab. XII. p. 304. ’) Supplem. ad VaMantium. 866. 270. Joachim. IV. 1. Tanini Bandurii Numismata. Suppi. Tab. VII. p. 329. 3 ) Valentem Augustum pronuntiavit: (Valentinianus) decoreque imperatorii cultus ornatuin et teinpora diademate hiculo secum reduxit. Ammianus Marcellinus XXVI. 4. redimitum in eodem ve 53 14. Ähnlich, nur kleiner, und mit verschieden verziertem Öhre. Nur die Yorseite ist gestochen. (RevJ Ähnlich, 8^ Ducaten. XV. Das Öhr wie bei Nr. 13. 15. D N VALENS PF AVG Das Brustbild des Kaisers Valens, mit dem Diadem und Paludamentum geschmückt, die rechte Hand zum Segnen erhebend, in der linken die Weltkugel haltend. CRev.) PIETAS DDD NNN AVGVSTORVM Valens grösser, mit dem Nimbus umgeben; ihm rechts Gratianus, und links Valentinianus II. Unten: TESOB (Thessalonicae ob- signatum). 19 7 / 8 Ducaten. XVII. Die drei stehenden Personen sind gewiss Valens, Gratianus und Valentinianus II. In der Synopsis num. rom. 205 irrte ich bei Nennung dieser Personen. Es muss die mittlere Person Valens sein, weil er allein den Nimbus hat, folglich die ausgezeichnetere Person ist. 16. Ähnlich, aber ohne Einfassung. 15 Ducaten schwer. Die Öhre wie bei Nr. 13. 17. DN GRATIANVS PF AVG Büste de^ Gratianus mit Diadem und Paludamentum. Eine fünfzehn Köpfe enthaltende Einfassung umgibt den Medaillon, wahrscheinlich gehörten diese Köpfe erschlagenen Alemannen, die er bei Argentaria (Harburg), im Lande der Rauraker, besiegte. Es sind durchaus männliche, bärtige Gesichter. Auffallend sind die pyramidenartigen eingeschlagenen Verzierungen um den Kopf des Gratianus herum; sie sind ganz wie die auf dem silbernen Armring in Copenhagen *)• CRev.) GLORIA ROMANORVM Roma behelmt, sitzend, hält in der rechten Hand die Weltkugel, in der linken den Scepter: TROBS (Treviris obsignatum) XVII. Gratianus wurde schon in seinem achten Jahre von seinem Vater 367 zum Augustus ernannt. Als dieser ini Jahre 375 gestorben, wurde sogleich dessen, obschon erst fünf Jahre alter Bruder, Valentinian II., von den Legionen zum Augustus ausgerufen. Es gab daher drei Auguste: Valens, Gratianus und Valentinianus II. Gratianus theilte das Reich und behielt sich Spanien, Gallien, Britannien; Valentinian erhielt Italien, Illyricum, Africa; Valens den Orient. Als dieser 378 gegen die Gothen gefallen, rief Gratianus den verbannten Theodosius zurück, und ernannte 379 den grossen Mann zum Augustus. Gratian, gegen den in Britannien sich des Purpurs bemächtigenden Magnus Maximus ziehend, wurde von den Seinigen verlassen und zu Lyon getödtet, 383 im 24 . Jahre seines Lebens. Einfassung und Öhr gleichzeitig; die Medaille durch Löthung eingesetzt. ') Worsaee. Dänemarks Vorzeit. S. 47. 14 54 18. DN VALENTINIANVS PF AVG Brustbild Valentinianus II. mit einem Helme bedeckt, worauf das Diadem befestigt ist, in der linken Hand einen Schild haltend, worauf Valentinian, zu Pferde ansprengend, eine Lanze werfend, unten ein Gefangener, in der rechten Hand eine Lanze. CRevJ VICTORIA I)N AVGVSTI Victoria, sitzend, hält mit einem Genius einen mit Lorbeern verzierten Schild, worauf sie VOT V MVLT X schreibt, unten: TESOB (Tes- salonicae obsignalum). XVII. Wegen des besonders jugendlichen Aussehens des Kopfes und wegen der Inschrift der Rückseite, die einen einzigen Augustus nennt, scheint dieser Medaillon dem zweiten, und nicht dem ersten Valentinian anzugehören. Öhr wie bei Nr. 13. Wie sehr die unterriclitetsten Männer über den Gebraucii ähnlicher Medaillon’s von einander abweichen, zeigen Savot 1 )? Le Beau 2 )? Caylus 3 ), Bartlielemy 4 ), Pelierin 5 ), Borghesi 6 ), welche alle glauben, die grossen Medaillon’s wären an Feldzeichen getragen worden, von diesen ist Eckhel 7 ) verschieden, welcher diese Bestimmung in Abrede stellt. Was mich betrifft, bin ich der Meinung, es sei solchen Dingen kein zu ausschliesslicher Gebrauch zuzuschreiben, da das Menschengeschlecht sich immer sehr ähnlich bleibt. So gut das k. k. Dragoner-Regiment Latour 8 ), —jetzt Windisch-Grätz Chevau-legers — an seiner Standarte die grosse goldene Tapferkeits - Medaille befestiget trägt, konnten auch die Römer ähnliche grosse Medaillon’s an ihre Feldzeichen hängen. ’) Numi antiqui. VIII. 2 ) Memoires des Inscript, et Beiles Lettres XXXV. 298. 3 ) Recueil d’Antiquites. IV. 197. 4 ) Bei Nr. 2. 5 ) Melanges. I. 169. 6 ) Osservazioni numism. XVII. 70. 0 D. N. VIII. 496—499. Vindob. 1798. 8 ) Seit 1791 besitzt das Regiment Nr. 4. — Böhmische Chevau-legers, errichtet 1725 als Dragoner - Regiment — eine grosse goldene Ehren-Medaille mit Öhr und Band an der Estandarte der Oberst - Division, mit dem Brustbilde weiland Sr. Maj. des Kaisen Leopold II., und mit der Aufschrift: ä la fidelite et valeur Signale du Regiment de Latour Dragons reconnue par l’Empereur et Roy. (Die Aufschrift ist französisch, weil damals das Regiment aus Wallonen bestand.) Militär-Schematismus des österreichischen Kaiser- thumes 1848. S. 318. '1 i 55 Beschreibung der auf der Platte YVIIJL gestochenen v mit einer Einfassung umgebenen römisclien Münzen und einer Medaille, in clironologisclier Ordnung. Wie die Römer nicht bloss Medaillen, sondern auch Münzen zum Schmucke verwendeten, zeigen die Armbänder, welche auf G. XI. gestochen sind; so dienten auch die mit diesen Armbändern zu Petrianecz im Warasdiner Comitate 1805 gefundenen Münzen, in mehr oder minder schönen Verzierungen eingefasst, entweder am Öhre getragen oder auf Stoffen von Kleidern befestigt zu werden, wozu sie rückwärts drei Öhre haben; solcher zum Schmucke bestimmter Münzen sind ausser den, Seite 44, aufgeführten noch vier von Postumus mit Kette, in Rennes gefunden *), zu Paris; deren Fassungen jedoch jünger zu seyn scheinen. Die Einfassungen auf den folgenden Münzen sind denselben nicht gleichzeitig, etwa Nr. 5 und 7. abgerechnet. 1 . HADRIAN VS AVGVSTVS PP Kopf des Hadrian. (Rev.J ROMVLO CONDITORI Hadrianus als Romulus die Spolia Opima tragend. 6 19/ 32 Ducaten im Gewichte. Wie sehr der grosse Baumeister, der Kaiser Hadrianus, den Erbauer Roms ehrte, zeigt schon seine Münze, die er zum Andenken des Geburtstages der Stadt Rom: ANN DCCCLXXIIII NAT VRB P CIR. CON = 121 nach Ohr. Geb. prägen liess, auf obiger Münze liess er sich als Romulus vorstellen, der dem Jupiter Feretrius die dem Könige Acro abgenommenen Waffen zum Opfer bringt. Einfassung aus späterer Zeit. 2. ANTONINVS AVG P1VS PP TR P XII Kopf des Antoninus Pius mit dem Lorbeer. CRevJ COS IIII Die Moneta oder Aequitas stehend. 4 30 / 3 2 Ducaten. Diese Münze des Antoninus Pius ist vom Jahre 149 nach dir. Geb., in welchem Jahre der fromme Antoninus sich besonders prachtliebend zeigte; er gab die grossen Spiele, in denen Elephanten, africanische wilde Thiere, Crocutae (Antilopen)', Strepsicerotae, Crocodile, Hippopotame mit Tiegern Kämpfe darstellten; es erschienen auch dabei hundert Löwen auf einmal. ■) Millin. Mon. ant. ined. I. pl. XXVII. p. 252 . 14* i 56 3. M ANTONIN VS AVG ARM PARTH MAX Kopf des M. Aurelius mit dem Lorbeer umgeben. CRevJ TR PXXI1 IMP V COS III Die Monela oder Aequitas sitzend. 6% 2 Ducaten. Diese Münze stammt vom Jahre 168 nach Christi Geb., in welchem Jahre die Marcomannen um Frieden baten. 4. M AVREL ANTONINVS AVG Der Kopf des M. Aurelius mit Lorbeer und Paludamentum. CRevJ TR P XXXUl IMP X COS III PP Kaiser M. Aurelius opfert über einem Dreifuss und hält in der linken Hand das Scepter. Diese Münze wurde im Jahre 178 nach Chr. Geb. geschlagen, in welchem M. Aurelius sich zum zweiten Marcomannenkriege rüstete, für dessen glücklichen Ausgang er hier den Göttern Opfer bringt. 5. ANTONINVS P1VS AVG BRIT Kopf des Caraealla mit dem Lorbeer. In der sehr zierlichen, wahrscheinlich gleichzeitigen, Einfassung sind vier Sapphire und drei Türkise? Einer ist ausgefallen. Diese und die vielleicht auch gleichzeitige Einfassung von Nr. 7 sind mit Öhren zum Tragen, und nicht wie die Übrigen zum Anheften bestimmt. CRevJ PROVIDENTIAE DEORVM Urania mit einem Stäbchen auf die Weltkugel weisend, in der linken Hand das Scepter. 5 20 / 32 Ducaten. Diese Münze wurde im Jahre 210 nach Chr. Geb. geschlagen, in welchem Caraealla den Namen BRITannicus annahin. Sept. Severus führte die grosse Mauer in Britannien von einer Küste des Oceans zur andern, um die Barbaren zu verhindern, weiter vorzudringen. Es war jedoch dieses nichts weiter, meint J. G. Ackermann 1 ), als die Herstellung der grossen Mauer des Hadrian, welcher sie von der Tyne in Northumberlaud bis zur Eden in Cumberland 2 ) gezogen hatte. 6. ANTONINVS PIVS FEL AVG Kopf des Caraealla mit Lorbeer und Paludamentum. CRevJ VICTORIA GERMANICA Victoria schreitend, in der rechten Hand einen Lorbeerkranz, in der linken ein Siegeszeichen tragend. 5 3 / 32 Ducaten. Im Jahre 213 geprägt. Um diese Zeit bildeten sich die vier Bünde deutscher Völker, welche Rom nach und nach stürzten. Es waren diese der Bund der Franken, der Sachsen, der Markomannen und der Gothen 3 ). 7. ANTONINVS PIVS AVG. GERM Der Kopf des Caraealla mit Lorbeer und Paludamentum. ') Coins of the Romans relating tq Britain. p. 46. a ) Ackermann I. c. p. 22 . ) Dr. B. Köhne. Die auf die Geschichte der Deutschen und Sarmaten bezüglichen römischen Münzen, Berlin 1844. S. 54_60. Auf die Kriege gegen diese Völker bezieht sich die Münze Caracalla’s. 57 Cllevj PM TR PXVIII, COS 1111 PP Ein schreitender Löwe, dessen Mähnen mit Strahlen umgeben, trägt im Rachen einen Blitz. 3 23 / 32 Ducaten. Diese im Jahre 216 nach Chr. Geb. geschlagene Münze zeigt eine Charakteristik ihres Urhebers, der sich in dieser Zeit wie ein wildes Thier benahm. Er hatte Alexandrien mit unerhörter Grausamkeit verwüstet, zog von da nach Antiochien, fiel in Medien ein, eroberte Arbela und beraubte den Abgarus, den er durch Verstellung zu sich lockte, seines Reiches und warf ihn in den Kerker. IMP P CARVS ET CARIN VS AVGG Die Büste des Carus mit Lorbeer und Pa- ludamentum, jene des Carinus mit Lorbeer und Paludamentum, welches mit der Aegis geschmückt ist. (RevJ VICTORIAE AVGVSTT Zwei Victorien halten einen mit Lorbeer verzierten Schild, worauf geschrieben VOTIS X unten SIScia, Sissek. 7 7 I 8 Ducaten im Gewichte. Dieser Medaillon ist wahrscheinlich im Jahre 282 nach Chr. Geb. geprägt worden, weil Carus, kaum zur Regierung gekommen, seinen jungem Sohn Numerianus mit sich nach dem Oriente nahm, um gegen die Perser zu kämpfen und dem Carinus den Occident anvertraute, wesslialb vermuthlich dieser Medaillon gearbeitet wurde. Die Conjecturen Eckhel’s, dass Carinus die Magnia Urbiea zur Gemalin hatte, sind durch Auffindung einer Inschrift in Spanien bestätigt, auf welcher es heisst 2 ): MAGNIAE VR bICAE AVG. MA tRI CASTRORVM cONIVGI DN CARINI INVIC TI AVG. CoL. 1VL aCCIS DEVoTA. NV MINI EI VS Zur Feststellung der Gewichlsverhältnisse können folgende Angaben dienen: Ein gewöhnlicher Aureus des Valens wiegt iy 4 k. k. österreichische Ducaten, die grossen Medaillons stammen meistens von Valens, von denen freilich alle bis auf den, Tab. XIV. gestochenen, S. 52, Nr. 12 beschriebenen, mit Öhren versehen sind. An diesem sind Spuren eines gewesenen, aber weggenommenen Ölir’s; da dieser Medaillon ohne andere Zuthat ist, und 51 1 /, Ducaten im Gewichte hat, so ist derselbe etwa vierzigmal so schwer als ein gewöhnlicher Aureus. Der eben genannte Medaillon hat mit dem, Tab. XV. Nr. 11 gestochenen, S. 52 beschriebenen, gleichen Unfang und Dicke; dieser wiegt aber 63 Ducaten, so ist wohl der Unterschied zwischen 5l7 4 und 63 Ducaten als das Gewicht des Öhr’s anzunehmen; der ■) D. N. VII. 519. 2 ) Kunstblatt zum Morgenblatte 1829. S. 247. Orelli. Inscript. 5057. 15 58 Medaillon XV. Nr. 10. S. 51 beschrieben, wiegt 118 Ducaten, und ist vermuthlicli das Doppelte des Medaillon von 51 y 4 Ducaten, so dass jener ungefähr der achtzigfache Aureus ist; bei demselben kämen daher 15y 2 Ducaten auf das Öhr zu rechnen. Sämmtliclie Medaillons halte ich für Producte gleicher Kunst wie die Münzen, nämlich des Schlages. — Alle in diesem Werke sowohl, wie in dem früheren 1 }, veröffentlichten Monumente sind, wenn nicht das Mass ausdrücklich angegeben ist, in der Grösse des Originals gestochen 2 ). Die Medaillons mit Öhren tragen gleiclimässig auf der Vor- und Rückseite Spuren des Gebrauches; nur der des Carinus, ohne Öhr, ist ganz unversehrt — ä fleur de coin. ') Die antiken Cameen des k. k. Münz- und Antiken - Cabinettes. Wien 1849. a ) Cf. Mongez. Mdmoire sur les medaillons romains d’un volume extraordinaire. Histoire et Memoires de l’Institut royal de France. IX. 266. 59 in Silber. Tafel S. ) I. — Vitt und G. K. —XII. ----- Beschreibung. Nr. 1. Römischer Pferdeschmuck (Phalerae l J, aus 23 Gliedern, von welchen 12 mit eingebogenen Schilden, 6 mit Löweuköpfeu en face und 5 mit Adlern verziert sind; an den Adlern hängen fünf Halbmonde, an den Löwenköpfen sechs Tropfen. Das Ganze ist von getriebener Arbeit und vieles daran vergoldet. Der Löwenkopf fwelcher vereinzelt gestochen) ist in der Grösse des Originals. S. I. 4 Mark, 13^ Loth Silber. 4', 9y 2 " lang. Aus der Khevenhüller’schen Sammlung. Manche sind versucht zu glauben, dass dieser Pferdeschmuck ein türkischer sei, weil der halbe Mond darauf vorkömmt. Der halbe Mond galt in den ältesten Zeiten als Symbol des Orients. Die Autonom-Münzen von Byzanz sind schon damit bezeichnet, so auch die der römischen Imperatoren, welche zu Byzanz geprägt wurden. Die Türken entlehnten nur denselben von den vielen Monumenten dieser Stadt. Auf türkischen Schmuckgegenständen sieht man aber weder den Adler noch den Löwen, wie hier. Dieser Pferdeschmuck dürfte aus den besseren Zeiten der römischen Herrschaft seyn, denn bei den Spielen des Circus sind Vier- und Zweigespanne mit solchen monilibus lunatis, und die Pferde auf dem Triumphbogen des Titus zu Rom geschmückt 3 ). Nr. %. Schale mit zwei Reihen Bildwerken en relief. Pan’s Maske mit einem Horne, dann Pedum mit Bändern 4 ); Hirschkuh und Füllhorn; weibliche Maske mit einer Stirnbinde, vorn der Thyrsus, unten Tympanum, oben Fackel(?); Antilope; abermals weibliche Maske, Thyrsus; zurücksehender Panther; weibliche Maske mit Epheu in den Haaren, vorne Thyrsus, oben Tympanum; liegender Bock, unten Syrinx, oben Tannzapfen. Im untern Felde ein Greif, ein Stier, ein Pferd und ein Panther, sämmtlich in Fische endend; oben und ‘) Silber. 2 ) Virg. Aen. V. 310. Primus equum phaleris insignem Victor habeto. — Liv. 32. 62 . Argenti plurimüm in phaleris equorum erat. — Cicero. In Verr. 12. A Philarcho Centuripino, homine locuplete ac nobili, phaleras puleherrime factas, quae regis Hieroms fuisse dicuntur, utrum tandem abstulisti an emisti? — Claudian. IV. Cons. Honor. 549. 550. Turbantiu* phalerae, spumosis morsibus aurum. — Fumat, anhelantes exundant sanguine gemmae. 3 ) S. Bellori. Veteres Arcus Augustorum. Romae 1690. f. tab. 4. S. einen ganz ähnlichen, nur mit verschiedener Wendung der Adlerköpfe. E. Q. Visconti. Lettera intorno una antica suppellettile d’argento. Roma 1827. 4. p. 17. tav. XXIV. 2. edit., welche Tafel bei einigen Exemplaren dieser Ausgabe mit einer andern abwechselt, daher eigentlich zwei Exemplare nöthig sind, wie ich auch das zweite durch die Güte des Herzogs von Blacas, des jetzigen Besitzers des ganzen Silberfundes, erhielt. — S. auch Winkelmann. Monum. antichi ined. n. 203., dessen Sendschreiben von den herkul. Entdeckungen. S. 40. An den Brustriemen der Pferde pflegte auf antiken Monumenten ein halber Mond zu hängen. Bei Piranesi III. Mon. Sepolc. Tav. XXVIII. haben die zwei Pferde eine Brustzierde mit Glöckchen und Monden. S. Buonarotti p. XIX. Cavedoni. Annali. XIIX. 119. 4 ) Gronovius. Thesaurus antiq. graecarum. Pighius. Mythologia in anni partes. Vol. IX. 1190. 15 # 60 unten hervortaucheiide Delphine. — Bei Degenständen, die sich auf den Dionysos beziehen, kommen Masken häufig vor. So hei Passeri *) zwei Masken, zwischen denselben ein Thyrsus. — Auf dieser Schale ist eine Vereinigung von Dingen, welche Land und See bieten. S. II. 15 Loth Silber. 3 3 / 4 " Durchmesser. 2 3 / 4 " hoch. Nr. 3. Löffel mit dem serbischen Monogramme MRIE (Marie) (wie Nr. 5.) 2 % 6 Lolli Silber. 6V 2 " lang. Nr. 4. Tiefe runde Schale, worauf ein Greif einen Hirsch niederreisst. Auf beiden Seiten der streitenden Thiere sind zwei Masken: eine männliche, bärtige, mit Eichenlaub Cquercus Hex) gekrönte des Bacchus (Silvan? 2 ), vor welcher ein Gartenmesser? die weibliche, Ariadne? mit einem Diadem. Hinter beiden Masken ein Altar, auf welchem ein Pinienapfel zwischen einer Feige und einem Apfel zu erkennen; auf der entgegengesetzten Seite ähnliche Masken und Altäre, zwischen welchen ein Panther ein Pferd bei einem Eichbaum anfällt. Auf jeder der beiden Handhaben eine bärtige Bacchusmaske mit Epheu, unter derselben zwei Panther und umgestürzte Fruchtgefässe, aus welchen Weintrauben herausfallen. Auf beiden Endseiten die auf Bacchus Dienst deutenden Schwanenköpfe. Die Haare, der Bart, die Vorderseite der Masken, die Flügel des Greifes, die Geweihe des Hirsches, die Stirnbinden auf den Handhaben, die Altäre und Früchte haben noch Spuren der Vergoldung. Die männliche Maske der Rückseite ist mit sonderbarem Haarputze geschmückt ; vor ihr eine zweimal eingekerbte Fackel. So wie hier reissen auch Greife einen Hirsch und einen Ochsen nieder auf einem der schönsten Candelaber im Museo Borbonico 3 ), und zwei Greife einen Hirsch auf einem ausserordentlich schönen geschnittenen Steine 4 )* Bei den Altären und dem Eichbaum denkt man an Theokrit’s XXVI. Idylle, in welcher die Bacchantinnen von der buschigen Eiche Zweige nahmen und neue Altäre dem Dionysos, drei der Semele errichteten. 3 Mark, 9 3 / 4 Loth Silber. 5 3 / 4 " im Durchmesser, 3" hoch. Die Handhaben l 3 / 4 " vorstehend. S. III. S. III. a. Gefunden mit den Goldgegenständen Nr. 112—118 zu Opztropataka im Saroser Comitate 1790 sammt der Nr. 88 angeführten Tasse. Eine der schönsten Arbeiten der Art aus der besten griechischen Zeit, an welcher der Adel der menschlichen Köpfe, die ruhige Haltung derselben, die Ausführung und Anordnung der Thiere nicht genug bewundert werden können. Diese Schale gehört zu dem Vorzüglichsten, was die Kunst zu hämmern fau repoussee) in Metall je hervorbringen kann. Ein wahres Vorbild für Künstler! Eine merkwürdige Aehnlichkeit haben die Handhaben des silbernen Gefässes mit jenen auf einer marmornen Graburne im britischen Museum 5 ), welche in einem Grabe bei Neapel gefunden und von Hamilton nach England geschickt wurde. Nr. 5. Löffel mit der modernen Schrift: CVN CECIDER1T lNIMlCVS TVVS NE GAVDEAS auf vergoldeter Leiste, an deren Ende eine Pinie. 2 Loth Silber. 77 2 " lang. Im Sabacser Walde in Ungarn gefunden. ') Gemmae Astrif. III. 281. 3 ) Vergleiche Sylvan mit Gartenmesser. Millin Gail. M. 289. Clarac Musee de Sculpt. pl. 164. 224. 345. Des Kopfputzes und der schönen Composition und Ausführung willen ist ein Relief im Brit. Mus. sehr merkwürdig, welches in Athen in den Ruinen des Bacchustempels gefunden wurde, und worauf Bacchus eine Amphora hält, in die Methe mit einer Oinoehoe einschenkt, auf der Erde ein grosser Krater, woraus Methe den Wein genommen. Brit. Mus. Anc. Marbles. P. IX. pl. XXVIII. p. 121. 3 ) III. T. LXI. 4 ) Impronte gemmarie C. III. 91. °) Description of the collection of ancient marbles in the british Museum. Part. v. London 1826. Pl. III. n. 2. 3. 4. p. 16. 61 Nr. 6. Schale wie Nr. 2. 1 Mark, 1* 5 / 16 Loth Silber. 6*4" lang. Nr. 7. Ein oben gering verzierter Becher. 7 10 / 16 Loth Silber. 4" hoch, 3*4" im Durchmesser. 1813 in Ungarn gefunden. Geschenk Sr. kön. Hoheit des Herzogs Albrecht von Sachsen - Teschen. Nr. 8. Tiefe Schale. 5 5 j i6 Loth Silber. 5*4" im Durchmesser, 2*4" hoch. Nr. 9. Hoher Becher mit in- und auswendig vergoldetem Rande, unten ein vergoldeter und mit Gravirung verzierter Streif, in der Höhe ebenfalls ein vergoldeter Streif, in welchem serbische Schrift Charaktere mit einem Monogramme gravirt sind. — Die Schrift heisst: Diesen Becher liess verfertigen die Fürstin Theodora im Jahre 7.098 = 1590, den 27. Jänner. Das Monogramm lautet: Theodora. (Vergl. tlkronHct. 1841.) 13 15 yi 6 Loth Silber. 6" hoch, 4" im Durchmesser. Im Sabacser Walde in Ungarn gefunden. Nr. 10. Tiefe Schale. 7 Loth Silber. 2" hoch, 5*4" im Durchmesser. Nr. 11. Becher wie Nr. 7. 6*4 Loth Silber. 3 5 / 8 " hoch, 3*4" im Durchmesser. Nr. 12. Degengriff, worauf in der Mitte Hercules den Antaeus, welchen die Erde bei den Füssen hält, erwürgend, aus Silber; auf dem Knopfe: Hercules im Kampfe gegen die Kentauren; wo die Klinge befestigt ist: Hercules den Stier bändigend; Hercules den Antaeus erdrosselnd; auf dem Bogen die drei Grazien; dieser Bogen endigt sich oben in Schlangen, unten in Delpliinenköpfe; auf den Ausbügen Maske zwischen zwei Genien; auf der Klinge 1414. 6*4" hoch. Prächtige Arbeit, welche des Benvenuto Cellini würdig wäre. Nr. 13. Tiefe Schale. 6 13 i 6 Loth Silber. 4 e / 8 " im Durchmesser, 2" hoch. Nr. 14. Eine Schale mit breitem Rande, auf welchem die Maske des Apollo mit der Leyer; der Diana mit dem Köcher; des belorbeerten Hercules mit der Keule; der Cybele mit dem Schleier und Tympanum; zwischen zwei Masken immer zwei Thiere bei einem Baume, von denen das männliche stellt, das weibliche liegt; Stier und Kuh, Bock und Ziege, Yollpferd und Stute, Widder und Lamm*). 1 Mark 1!*4 Loth Silber. 6 7 /s" im Durchmesser und äussersten Band, 2*4" hoch. S. 1Y. G. Nr. 15. Weibliche geflügelte Büste, in eine emaillirte Schlange endend. 2*4" hoch. Nr. 16. Prächtiges Weihgeschenk: Ein Römer, als Triptolemus mit unbedecktem Haupte * 2 )? halbnackt, ein Theil des Kleides ruht auf der linken Schulter, der Ceres opfernd, steht auf einem mit geflügelten Schlangen bespannten Wagen; er hält mit der Linken den Un- tertheil des Kleides, mit der rechten legt er kleine Kuchen? auf den Altar; sein Blick ist zur Ceres gewendet, welche in einem vergoldeten Schleiergewände mit der rechten Hand, wie die Ceres auf dem schönen Gemälde zu Pompei 3 ), eine dreifach gekerbte Fackel haltend, auf ■) Vergleiche Montfaucon. L’Antiquite expliquee. Suppl. II. pl. XVII. und Passeri. Gemmae astrif. III. p. 841. S. IV. 2 ) K. 0. Müller, dessen Verdienste um das Studium der Archäologie zu anerkannt sind, um irgend einer Anpreisung zu bedürfen, irrt, obigen Römer laurea cinctus zu nennen. Annali delU Instituto Vol. XI. p. 79. (1). — Es ist kein Lorbeer sichtbar. 3 ) Museo Borbonico VI. Tab. LIV. 16 62 einem gepolsterten Stuhle sitzt, über ihrem Haupte streckt ein Feigenbaum? Öhlbaum? einen Ast aus. Über dem Römer ist Jupiters Brustbild, in der rechten Hand die basta pura, in der Linken den Blitz haltend. Dann sitzt, die Füsse auf Felsen gestützt, Kora (Proserpina) mit dreifachen Kornähren um das Haupt, in der rechten Hand drei Kornähren haltend; an sie gelehnt eine bekleidete Begleiterin? (Die Höre des Frühlings? oder des Herbstes? oder Hekate?). Die Binde fällt aus den Haaren auf die Brust. Unter diesen stehen drei Kinder des Römers? Die zwei Brüder, von denen der eine im Profil, der andere en face, halten die Tassen mit den Kuchen. Die Schwester hält einen mit Früchten gefüllten Cala- thus auf dem Kopfe; hinter ihr steht auf der Erde ein Korb mit Früchten, aus welchen ein Tannenzapfen hervorragt. Auf dem Altäre, auf welchem Früchte und Tannenzapfen, ist Pluto im Viergespann abgebildet, die Proserpina raubend. Unten sitzt die Erde, Julia? neben ihr eine liegende Kuh; die geflügelten Schlangen w erden von Hekate? mit einer Gras?-Krone (keiner von Kornähren) in den Haaren, und einer Priesterin gepflegt und liebkoset. Die Priesterin kniet, Hekate steht bei einem Baume, den Kopf einer Schlange streichelnd. Das vortrefflichste, hervorragendste Relief ist in der Mitte der Römer (die Haare, wie die des Hercules behandelt.) Mit Ernst und Hoheit hat der Künstler alle Gestalten umgeben, besonders die Ceres, die gegenübersitzende Proserpina und Höre, die kniende Priesterin, Jupiter. Die Gewänder, die Fackel, der Blitz, der Calathus, die Blumenbinde, der Raub der Proserpina auf dem Altäre, die vier Flügel der Schlangen, die Räder sind vergoldet. 2 Mark, 7 12 16 Lotli Silber. IVj 4 " im Durchmesser. S. V. Sv a . Eine der schönsten und merkwürdigsten Arbeiten, die nicht genug zu bewundern; vielleicht das vortrefflichste Product von getriebener Arbeit in Silber, das existirt; sehr dünn getrieben und auf eine stärkere Unterlage aufgelöthet; von der Unterlage ist kaum y 3 vorhanden. In Aquileia in einem Klostergebäude gefunden, und dem Kaiser Franz vom Grafen Ignaz Franz de Cassis überreicht. Von Sr. Majestät dem Cabinette gegeben 1825. Es kann meines Erachtens keinen Augenblick in Zweifel gezogen werden, dass manche dieser Gestalten Portraite darstellen; daher die Frage entsteht, welche derselben sind Portraite? — Nach meinem Dafürhalten die mittlere opfernde Person mit den Kindern und die untere liegende. Die Arbeit gehört, denke ich, in die Zeit des Augustus. Ich glaube, der opfernde Römer dürfte nur unter den Grössten des Reiches zu suchen seyn, und war desshalb anfänglich der Meinung, das Monument stelle den Germanicus vor, der als neuer Triptolemus der Welt die Gaben der Ceres mittbeiit. Mit Vergnügen sah ich diese Meinung von einem der berühmtesten Archäologen, K. O. Müller, angenommen 1 )* Ist es Germanicus, so wäre dies Kunstwerk eine sinnreiche Anspielung auf die Reisen dieses interessanten Helden der römischen Geschichte, welchen Tacilus 2 ) so vorlreff- licli schildert. ) Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau 1835. S. 222 , und Annali dell’Istituto di corrispondenza archeologica. Vol. XI. p. 78.79. (3). 2 ) Ann ‘ IL 5:1 Eum ho no r em (consulatus) Germanicus iniit apud urbem Achaiae Nicopolim, quo venerat per Illyrieam oram, viso fratre Druso in Dalmatia agente, Hadriatici ac mox Jonii maris adversam navigationem perpessus .... hine ventum Athenas, foederique 63 Dieser vergleichet ferner (Ann. 11. 73.) den Germanicus mit Alexander dem Grossen. So anziehend es wäre, den Bilderkreis von beiden zu vermehren, so scheint es mir doch der Wahrheit gemässer, diesen Kreis mehr zu beschränken, als auszudehnen. Glücklicherweise kann hier für einen ausgezeichneten Mann ein anderer nicht minder ausgezeichneter gestellt werden. Die Ansicht des Weihgeschenkes macht es zum Product der römischen Kunst, und zwar zu einer jener sinnreichen Schmeicheleien, welche den Göttern der Erde so oft die Zeichen jener des Himmels verlieh. Von der Meinung, es sei im Triptolemus Germanicus vorgestellt, glaubte ich mich später durch gewichtige Gründe bewogen, abgehen zu sollen. Germanicus dürfte es nämlich nicht seyn, denn auf ihn, dem zur Zeit seiner Reise das neunte seiner Kinder geboren wurde, von denen sechs am Leben, ist schon desshalb die Deutung nicht zulässig; mehr vielleicht aber ist diese Auslegung desshalb unstatthaft, weil die drei ältesten Kinder des Germanicus Söhne waren; nämlich Nero, geboren U. C. 760, also nach Chr. Geb. 7., Drusus U. C. 761, also n. dir. Geb. 8., Caligula U. C. 765, nach Chr. Geb. 12., Agrippina die jüngere, später Gema- lin des Claudius, geboren U. C. 769, nach Chr. Geb. 16., da aber Germanicus starb U. C. 772, nach Chr. Geb. 19., war Agrippina drei Jahre alt; folglich scheinen diese Umstände zusammen nicht dafür zu sprechen, dass der Römer, welcher hier als Triptolemus vorgestellt ist, Germanicus sei. Die historische Kritik scheint mir zu fordern, dem Andenken des Germanicus mehrere Monumente entziehen zu müssen, die ihm auf eine so auszeichnende Weise zukommen würden, wenn sie mit ihm übereinstimmender wären; so wird ihm kaum mit gutem Grunde eine Apotheose zugeschrieben 0, und auch ein anderer vorzüglicher Stein, worauf nach Lenormant 2 ) Claudius und eine seiner Gemalinen vorgestellt sind, der früher 3 ) ebenfalls dem Germanicus und der Agrippina zugetheilt wurde. Vielleicht ist es von der Wahrheit nicht entfernt anzunehmen, es sei auf dem oben beschriebenen Weihgeschenke Agrippa vorgestellt worden, welcher der Ceres opfert, dann wäre das ältere der Kinder ein Mädchen, die Vipsania, Tochter des Agrippa und dessen erster Gemalin Pomponia, Enkelin des Atticus, nachher Gemalin des Tiberius; die zwei Knaben Cajus und Lucius, Söhne des Agrippa und der als Erde vorgestellten Julia, Tochter des Augustus, Agrippa’s dritter Gemalin. — Agrippa war vierzig Jahre alt, als er die Tochter des Augustus U. C. 733, n. Chr. Geb. 19. heirathete, 734 war Cajus, 737 Lucius, Vipsania ungewiss wann geboren; folglich dürfte dieses Weihgeschenk um das Jahr 740 U. C. oder im 12. Jahre vor Chr. Geb. gearbeitet worden seyn. sociae ac vetustae urbis datum, ut uno lictore uteretur. Excepere Graeei quaesitissimis honoribus, vetera suorum facta dictaque praeferentes, quo plus dignationis adulatio haberet. Petita inde Euboea, transmisit Lesbum, ubi Agrippina novissimo partu Juliam edidit; tum extrema Asiae, Perinthumque ac Byzantium, Thracias urbes, mox Propontidis angustias et os Ponticum intrat. atque illum in regressu sacra Samothracum visere nitentem, obvii aquilones depulere. Igitur .... relegit Asiam, appellitque Colo- pliona .... Germanicus in urbe Artaxata insigne regium capiti ejus (Zenonis) imposuit ceteri venerantes regem, Artaxiam con- sultavere.Germanicus Nilo subvehebatur orsus a Canopo.mox visit veterum Thebarum magna vestigia .... Exin ventum Elephantinen ac Syenen, claustra olim Romani imperii, quod nunc rubrum ad mare patescit . . . Germanicus Aegypto re- means .... paulisper (Antiochiae) ad spem erectus, adsistentes amicos in hunc modum alloquitur (1. c. 71): Si fato concederem justus mihi dolor etiam adversus deos esset, quod me parentibus liberis patriae intra juventam praematuro exitu raperent. Ostendite populo Romano divi Augusti neptem eandemque conjugem meam: numerate sex liberos. ') Memoires de l’Academie des belles Lettres et des Inscriptions. Vol. I. p. 276. ) Tresor de Numismatique et de Glyptique Iconographie. Romaine, pl. XIII. 12. p. 26. 3 ) Memoires de l’Acad. etc. Vol. I. p. 278. Montfaucon. Suppletn. III. pl. VII. Mongez. Iconograpl». Rom. pl. 24 * n. 3. t. II. p. 136. 16 * 64 Die im Segmente liegende, die Erde vorstellende Gestalt erinnert viel an die Statue, welche Visconti für das Bild der Julia hielt 1 ). Wie oben die Stellen zusammengereiht wurden, welche mich und K. O. Müller anfänglich bewogen, den opfernden Römer Germanieus zu nennen, so sei es gestattet, auch die Ursachen noch näher zu begründen, welche ausser den schon erwähnten Veranlassungen mich noch auf den Namen Agrippa statt Germanieus geführt haben. Vor Allem bezeichnet meines Erachtens auf dem Silber-Monumente die Hauptperson jene «torvitas’’, von der Plinius 2 ) spricht , und die sich auf seiner berühmten Statue 3 ), auf geschnittenen Steinen 4 ) und auf Münzen 5 ) ausgedrückt findet. Agrippa war Aedil im J. R. 721=33 vor Chr. Geb.; aus den vier plebeischen Aedi- len machte J. Caesar 6 ) zwei cerealische, die der Ceres Gaben besorgten — denn die Annona wird als Ceres abgebildet, oder sie sieht als Abundantia neben der sitzenden Ceres 7 ); — so ist es nicht unwahrscheinlich, dass schon in dieser Beziehung Agrippa als Cereal-Aedil auf dem Monumente erscheint, welches Amt er als Plebejer um so sicherer verwaltete, obschon es keine Stelle ausdrücklich sagt; denn die Functionen desselben entsprechen dem Charakter des Agrippa im hohen Grade: Tempelbau und Tempelschutz, ständige Satzung, gesicherte Nahrung, Erhaltung und Bescliützung der bürgerlichen Gemeinde, und Rache fStrafe) jeder Verletzung ihrer Vorsteher und Vertreter, aber auch Unterwürfigkeit der Gemeindeglieder unter ihre Verordnung, Aufsicht über die Landeigenthümer im Namen der Ceres 8 ). Ceres - Dienst 9 ) ist nothwendig mit der Erde verbunden, dessen Basis diese ist. In der Periode, in welche bestimmt das fragliche Monument gehört, hat kaum Jemand um die Ausbreitung der römischen Herrschaft über die Erde sich so viele Verdienste erworben, als Agrippa, welcher in einer Säulenhalle den Römern das Bild der Erde in der von ihnen eroberten Welt zeigen wollte 10 ), indem er in allen bekannten Ländern Vermessungen derselben bewerkstelligen liess, die Plinius so häufig benützte, sei es, dass Agrippa wirklich ein Werk darüber herausgab, oder dass Plinius die zum Staatsgebrauche niedergelegten archivalischen Arbeiten des Agrippa benützte. Da Agrippa häufig dem Caesar nacheiferte Om** in Einem nicht: Caesar wollte Niemand über sich, Agrippa jedoch stets den Augustus), so ist’s sehr wahrscheinlich, dass er wie jener in gleichem Geiste geschrieben, wie er geföchten. Agrippa bat vermuthlich ausser seinen Werken über das römische Reich auch eine Selbstbiographie, ein Werk über Wasserleitungen, und mehrere andere verfasst, von denen jedoch ausser manchen von Frandsen “) mit Fleiss, Geschmack und deutscher Bescheiden- ') Mongez. Iconograph. Rom. pl. 20. n. 3. t. II. p. 72. ') H. N. XXXV. 4. 9. 3 ) Visconti. Iconogr. Rom. pl. 8. 0 Arneth. Cameen. XV. 1. 26. 5 ) Arneth. Synopsis numor. rom. 44. °) Dio Cass. XL. III. 51. 7 ) Arneth. Synopsis numor. rom. 238. 8 ) Creuzer. Rom. Antiquitäten 147. ü ) Preller: Demeter und Persephone. Hamb. 1837. Heffter in Zimmermann’s Zeitschrift für Alterthums-Wissenschaft 1838. Nr 70 71 ,0 ) Plinius. H. N. III. 2. ") M. V. Agrippa. Altona 1836. 65 heit gesammelten Stellen hei Plinius u. A. wie nichts mehr übrig haben, als zwei Briefe: einen an die Epheser, und den andern an die Kyrenaeer, die ihn als freundlichen, staatsklugen. Mann zeigen 1 ). In den verlorenen Schriften des Agrippa sind uns Werke von einem Manne entrissen worden, den Seneca so trefflich schildert, indem er sagt 2 )* »Agrippa, ein Mann von den grössten Geistesgaben ( vir ■ ingentis unimij war unter allen, welche durch Bürgerkriege berühmt und mächtig geworden sind, der Einzige, der es zum Wohle des Staates ward.” — Denn in der Thal war Agrippa’s thatenvolles Leben den grössten Geschäften gewidmet: als Staatsmann im Rathe des Augustus, den er nach Rom zu gehen bewogen, dessen Rathgeher, Milregent und selbst verinuthlicher Nachfolger er in der Krankheit des Augustus wurde, ferner als Praetor, Aedil, Censor, dreimal Consul, Befehlshaber der Flotte, Praefect von Rom, Volkstribun und Quindecenivir; — als Feldherr befahl er im Perusinischen und Gallischen Kriege, dann in jenem gegen Pompejus, im Illyrischen Kriege, in dem gegen Antonius; dessen Besiegung bei Actiuni war vorzüglich Agrippa’s Werk; im Cantabrischen, Pan- nonischen Kriege. Als Kunstfreund zeigen den Agrippa der Julische Hafen, die hundert von ihm erbauten Brunnen, die drei bis vierhundert Statuen, welche diese schmückten, die vielen Wasserleitungen, die Gärten, die Strassen in Gallien, und vor Allem das Pantheon. Gewiss hatte nie ein Mann einem andern so beigestanden seine Herrschaft zu gründen, wie Agrippa dem Augustus, gewiss genoss nie Einer solcher Ehren, als mit welchen Agrippa vom Augustus ausgezeichnet war. Münzen gehören zu den vorzüglichsten Monumenten der öffentlichen Gewalt, sie sind ein Ausfluss der Regierung. Selbst auf in Rom geprägten Münzen erscheint auf einer Seite der Kopf des Augustus, auf der andern der des Agrippa; oder der Kopf des Augustus, auf der andern die Statuen des Augustus und Agrippa; oder der Kopf des Augustus, auf der Rückseite der Kopf der Julia, der Gemahlin Agrippa’s, zwischen den Köpfen ihrer Söhne 3 ); in Nemausus 4 ) CNismesJ die Köpfe des Augustus und des Agrippa auf einer und derselben Seite. So viele monumentale Beweise und die der Schriftsteller, als: Plinius 5 )? Suetonius 6 ), Tacitus 7 ), Horatius 8 ), Ovidius 9 ), Virgilius 10 ), Seneca 11 ), Veltejus Paterculus 12 ), und insbesondere des Dio Cassius 13 ), seine Reisen und Einrichtungen sprechen für die Möglichkeit, dass Agrippa den Clypeus votivus an die Ceres habe machen lassen — als ein Symbol seiner Ergebenheit für dieselbe^ welche die Menschen Gesetze und Ackerbau gelehrt. x ) Jos. Flav. de Antiquit. Jud. XVI. 6. ’) Epist. 94. 3 ) Arneth. Synopsis iiumor. rom. 41. 4 ) Arneth. Synopsis numor. graee. 4. 5 ) H. N. HI. 1. 2. 3. 4. 8. 10. 26. IV. 11. 12. 13. 14. 16. 17. 22. V. 1. 6. 11. 27. VI. 1. 13. 17. 27. 29. 33. 6 ) Augustus. 16. 25. 29. 35. 42. 94. :) Hist. 1. 15. IV. 40. Ann. I. 3. 41. III. 56. XII. 27. XIV. 53. XV. 37. 8 ) Carru. I. c. 6. y ) De arte am. III. 392. l0 ) Aen. VI. 84. ") De Beneficiis III. 32. ■’) II. 79. ') Edit. Hamburg 1752. pp. 540. 71. 546. 21. 564. 40. 565. 68. 570. 52. etc. etc. usque ad 759. 74. 17 66 Auf jeden Fall gehört der silberne clypeus zu den Monumenten, die auf eine höchst anziehende Weise ein Familiengemälde der Augusteischen Zeit darstellen, und zu den schönsten Werken, die uns im Bilde den Dienst der Ceres auf bewahrt haben, und ist darunter meines Wissens das einzige in Silber. Den Dienst der Demeter und seine Geheimnisse, die zu Eleusis begangen wurden, kundzugeben, war verboten; dessenungeachtet spielt eine nicht unbedeutende Reihe von Monumenten in zeichnender und malender Kunst darauf an. Wie Bacchus vorzüglich den Orient, so durchzog Demeter und Triptolemus insbesondere den Occident, ersterer den Wein-, diese den Getreidebau und die Baumzucht lehrend. Der Feigenbaum, welcher rückwärts der Ceres angebracht ist, scheint mir vortrefflich durch die Inschrift bei Pausanias * 2 3 4 ) auf dem Grabe des Pliytalus erklärt: ''Ev$a b’ ava&. ypaos ( PvraX6s x otb bi&aro öbjxvijv dpprjTpav , otb xpcbrov oxcopas napxov iqtjvev , *Hv Ispäv Gvnrjv Svtjtqüv yivos i&ovop,a2,ei. E& oi) br) Tip,as vt6l\ov yivos böjcbv ayijpaos. Die Hymnen des Homer, des Kallimachus auf Demeter sind berühmt — nicht minder die griechischen Gefässe, worauf Demeter oder Triptolemus vorgestellt sind, davon ausser Dempster 2 ), Hancarville 3 ), Tischbein 4 ), auch Visconti 5 )? Millin 6 ), Laborde 7 ), Millingen 8 ), Gerhard 9 )? Panofka 10 * ), die merkwürdigsten bekannt gemacht haben. Auf eine ähnliche Art ist der Mythus der Ceres auch auf Reliefs in Marmor abgebildet, von denen Z oega 41 ) ein sehr merkwürdiges mit den Jahreszeiten herausgegeben hat. Der Schlangen wagen, den Medea auf einem Basrelief zu Mantua 12 ) besteigt, ist ganz wie der auf dem Silber - Monumente behandelt. Auf einem der vorzüglichsten geschnittenen Steine, dem Mantuanischen Gefässe, jetzt im Besitze des Herzogs Carl von Braunschweig, ist der Cerealisehe Mythus gearbeitet. Dieser Stein ist abgebildet bei Gronovius 13 ), und trägt die unzweifelhafte Vorstellung der Ceres und des Triptolemus, denen die vier Jahrszeiten ihre Opfer bringen. Dass diess im Frülilinge geschieht, hat der Künstler vielleicht dadurch angedeutet, dass die Personification des Frühlings an einem Baume sitzt. Ein Genius schwebt herab, Samen haltend. Im Hintergründe scheint Hekate mit beiden Fackeln zu kommen, eine Graskrone in den Haaren 14 ). Die genaue Ansicht des berühmten Steines könnte vielleicht die Nennung der Por- traite möglich machen, welche hier unter den handelnden Gestalten zu erkennen seyn dürften. ) I. 37. 2 ) Etruria regal. T. I. tal). XXXXV1I. 3 ) Hancarville etc. 4 ) Tischbein. T. I. pl. 8. 9. T. IV. pl. 2. 10. 5 ) Le pitture d’un antico vaso fittile. Roma 1794. fol. (, D Vas. peint. t. II. pl. XXXI. Galerie mythol. I. pl. LII. n. 219. 7 ) Collection de vases du Comte Lamberg (jetzt im k. k. Münz - und Antiken - Cabinette). I. pl. XL., auch pl. XXXII. et LXIII 8 ) Peintures de vases grecs pl. XXIII. p. 43, und Andens unedit. monuments pl. XX—XXIV. 9 ) Monumenti inediti. Vol. 1. pl. IV. Annali dell’ Istituto di corrispondenza arcbeol. Vol. I. p. 262_264. ,0 ) Vasi di premio. T. I. Antiques du Cabinet du comte Pourtales. — Gorgier XVI. XVIII. ") Li Bassirelievi. XCIV. ,3 ) Museo di Mantova. IX. Gronovius, Thesaurus Antiquitatuin graecarum. Vol. VII. |). 62. Eggeling. Mysteria Cereris el Bacchi in vasculo ex uno onyche. '•') Vergl. auch einen Sarg mit den vier Jahrszeiten im Vatiean und Horatius Epodon. Od. VI. 67 Auf den griechischen Münzen erscheint die Demeter in Aegypten, Attica, Bithynien, Carien, Cilicien, Jonien, Lydien, Mysien, Sicilien, Thracien; — Triptolemus in Aegypten, Attica, Bithynien, Cilicien, Jonien, Lydien, Pamphylien, Thracien. Auf den römischen Münzen erscheint Ceres bei der Livia, hei Tiberius, Claudius, Sabina, Pescennius Niger, Sept. Severus. Das Werk, welches das Opfer des Agrippa an die Ceres vorstellt, gehört in den interessanten Monumenten - Kreis der Votive — clypei votivi genannt, von denen nur noch sechs bekannt sind. Zwei Werke dieser Art werden in Paris auf bewahrt, von welchen das merkwürdigere bei Avignon 1656 in der Rhone gefunden, den Achilles vorstellt, welcher von Nestor, Idomeneus, Ulysses, Meriones, und dem, dem Agamemnon zugewendeten, Herold Talthy- bius umgehen ist; zu Achilles führt Antilochus die Briseis *). Der andere, in der Dauphine 1714 gefunden, stellt im Mittelpuncte nur eine Palme vor, unter der ein Löwe schreitet * 2 )* Wahrscheinlich der dritte am Aller ist der oben beschriebene des Agrippa. Der vierte ist der des Valentinian, zwischen den Jahren 364—375 gemachte Schild. Valenlinian wurde 364 Auguslus, und starb 375. Das Kunstwerk, das den Valentinian mit dem Nimbus, in der rechten Hand die Weltkugel mit der Victoria, in der linken Hand das Labarum, zwischen sechs römischen Soldaten vorstellt, wurde bei Genf im Jahre 1721 in der Arve gefunden. Die Inschrift, welche die Vostellung ausser Zweifel setzt, ist folgende sonst sehr gute aber seltene: LARG1TAS DN VALENT1NIANI AVGVSTI 3 4 ). Das Wort LARG1TAS kömmt auf Münzen nicht vor. Der fünfte ist ein sehr merkwürdiger, im Jahre 1847 in Spanien gefundener Schild, dessen Inschrift, übereinstimmend mit jener auf der hier beigedruckten Münze Augusts auffallend mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Zeit, die Bestimmung ähnlicher Werke aus drückt: D N THEODOSIVS PERPET AVG OB DIEM FEL1CISS1MVM X (Dominus noster Theodosius perpetuus Auguslus ob dicm felicissimum quindecennaleni) fdicat, dedicat). In den wenigen Zeilen der Inschrift auf der Münze des Augustus und dem Weihemonumente des Theodosius ist der Unterschied des Zeitalters des Augustus und des Theodosius auf scharfe Art hervorgehoben. Die Vorstellung dieses Schildes ist: Theodosius, zwischen seinen zwei Söhnen innerhalb eines von vier Säulen getragenen Porticus sitzend, übergibt einem Chef einer Pro- ') Millin. Monum. inedits I. 69. — Letronne. Revue archeol. 1847. 514. 2 ) Academie des Inscript, et Beiles Lettres IX. 152. 3 ) Montfaucon. A. E. Suppl. IV. PI. XXVIII. 4 ) Delgado. Memoria historico - critica sobre el grau diseo de Theodosio etc. Madrid 1848. Wornach eine nähere Beschreibung. — Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften. Nov. 1849. 17 * 68 vinz — Spanien? — das Befelils'buch (Liber mandalorum). Auf beiden Seiten sieben zwei Gothen von der Leibwache. Unten liegt die Persönifiealion der Erde, von der drei Genien gegen den Theodosius aufwärts, und zwei ähnliche von oben abwärts zufliegen. Diese fünf Genien sind wahrscheinlich die Vorstellungen der fünf Jahre des Luslrum’s. Der sechste, wahrscheinlich jüngste Schild dieser Art, wurde in Perugia gefunden. Die Vorstellung auf demselben ist die so oft wiederholte: Ein Imperator verfolgt einen fliehenden Feind, mit gehobener Lanze auf ihn einstürmend. Die Inschrift, welche vielleicht später als das Werk selbst seyn könnte, ist folgende: DE DONIS DE1 ET DOMNI PETRI VTEIIE FELIX CVM GAVDIO. Dieser Schild ist von Fontanini beschrieben und mit vieler Gelehrsamkeit erläutert 1 ). Ein siebenter Schild ist vermuthlich in Ober-Österreich in der Donau gefunden, nach Gratz gebracht, und dort eingeschmolzen worden 2 ). Ich glaube, dass auf Werke dieser Art nur die Benennung clypeus votivus anzuwen- den sey, wofür in meinen Augen folgende Gründe sprechen: Der Volivsehild des Agrippa ist von. so schöner Erhaltung, dass unmöglich je ein Gebrauch anderer Art davon gemacht worden seyn konnte, als ihn in einem Ehrfurcht gebietenden Orte, also einem Tempel, aufgehängt zu haben. Das Relief der Arbeit ist so hoch, ja dasselbe ist öfter unterarbeilet, dass schon hieraus erhellt, es konnte diess Werk nicht mit der Absicht gemacht worden seyn, um einem gewöhnlichen Gebrauche zu dienen. Die Vorstellung des Weihgeschenkes ist daher vermuthlich folgende: Jupiter als Herr des Weltalls mit verschleiertem Haupte, als weniger sichtbare, jedoch oberste Gewalt, unter ihm Ceres am Ölbaume sitzend, ihr gegenüber Proserpina, sehnsuchtsvoll auf die Mutter hinblickend, auf sie Hekate? Höre des Herbstes? gelehnt; unten Aprippa als Triptoje- mus, seine Kinder — von denen die Tochter wie jene des Painophon zu Megalopolis im Tempel der Ceres abgebildet ist 3 ) — halten die Opfergaben; die Töchter des Keleus — von Homer Kallidike, Kleisidike, Demo, Kallithoe oder Diogeneia, Pammerope, Saesara bei Pausanias 4 ), der den Pamphus und Homer als Gewähr anführt — oder Hekate, so schön im Homerischen Hymnus als Xijzaporipiföejivosj und eine Priesterin der Ceres, die Höre des Frühlings und Sommers, so leicht gekleidet, dass ihre Körperform mehr bloss unterbrochen als bedeckt wird, wie Visconti sich ausdrückt, — (die beiden Horen auf der Vase des Visconti und dem Silbermonumente sind sich ähnlich) —pflegen die Schlangen, die Sinnbilder des Erdgebornen, diese die Haut abwerfenden, aus dem Boden schlüpfenden und wieder sich bergenden klugen Thiere. Unten die Julia als Erde, welche hinreichend durch den vor ihr liegenden Stier und durch den oben stehenden Korb mit Ähren und den auf dem Altar abgebil- ') Diseus argenteus volivus etc. Roinae 1727. 2 ) So wenigstens entwarf mir Kurz mehrmals eine Beschreibung von einem Werke, das diess Schicksal erlitt. — Franz Kurz, geboren am 2, Juli 1771 in Oberösterreich zu Käfermarkt im Mühlviertel, starb als Pfarrer in St. Florian am 12.. April 1843; er war ein Mann eben so in den Classikern Griechenlands und Roms, wie in den Chroniken des Mittelalters erfahren, welcher um die österreichische Geschichte die grössten Verdienste hatte, der aber auch mit Eifer den Gesang, den Generalbass betrieb, und sich die Seelsorge wie die Unterrichtsbeförderung mit Wärme und Aufopferung angelegen seyn liess. — Die damaligen Gesetze über Funde waren der Einlieferung derselben keineswegs günstig, noch weniger aber die gegenwärtigen. ) Paus. VIII. 31. 1. 0 Homer äs /Jtjjx^rpav 109. Paus. I. 38. 5 ) Visconti M. P. C. V. 5. 69 deten llaub der Proserpina bezeichnet ist; denn die Erde selbst war Veranlassung, dass Proserpina von Pluto geraubt werden konnte, da sie ihr schöne Blumen bot, bei deren Einsammlung sich Proserpina aufhielt. Eine grosse Ähnlichkeit mit der Darstellung der Erde auf dem Silbermonumente hat die auf dem Sarkophage zu Rom *). Die Vorstellung selbst ist ganz geeignet bloss zu einem heiligen Gebrauche zu dienen. Wenn die vorhin angeführten merkwürdigen Stellen der Alten über die Clypei vo- tivi mit den vorhin angeführten Werken, wenn die Abbildungen von diesen mit den Münzen des Augustus verglichen werden, so scheint mir von selbst hervorzugehen, dass auf obige Werke nur die Benennung clypei votivi anzuwenden sei. Der Ursprung, den Göttern Vorstellungen wichtiger Ereignisse zu opfern, ist uralt. Beweise hiefür liefern eine Menge Schriftsteller. Homer lässt Hektor geloben, die Waffen seiner Feinde, wenn er sie besiegt, im Tempel des Apollo aufzuhängen * 2 ). In Rom liess Appius Claudius als Consul 259 nach Erb. R. = 475 vor Chr. Geb. mehrere Schilde, worauf Heldentliaten seiner Vorfahren vorgestelll waren, im Tempel der Bellona aufrichten. Marcus Aemilius Lepidus und Quintus Lutatius Catulus, Consule im Jahre 676 nach Erb. R. = 78 vor Chr. Geb., ahmten dieses nach 3 ). Plinius führt den Gebrauch der Schilde mit Bildern ebenfalls auf Troja zurück 4 ). Auch die Punier hatten Schilde aus Gold und Silber. Nach Plinius 5 ) wurde der goldene Hasdrubal’s auf dem Capitol aufgehangen, womit auch Livius, der ihn aber silbern nennt, übereinstimmt 6 ). Scipio Africanus — Besieger Hannibal’s am 19. October 552 nach Erb. R. = 202 vor Chr. Geb. — hatte sein Bildniss auf dem Capitol, und so oft ein Eeichenbegängniss des Cor- nelischen Geschlechts gehalten wurde, ward es von da geholt, so, dass dem Africanus das Capitol wie ein Atrium war, so Cato dem Censor die Curia 7 )« Aemilius Lepidus und Aemilius Paulus hingen 562 nach Erb. R., 192 v. Chr. Geb. silberne und vergoldete Schilde am Giebel des Jupiter-Tempels auf 8 ). Dem Augustus wurden nach einem der freudigsten Ereignisse, der Besiegung der Parther, vom römischen Senate und Volke Schilde geweiliet und Münzen mit diesen Vorstellungen geschlagen, auf welchen eine Victoria einen Schild hält, wie um ihn an eine Säule zu befestigen, oder wie die obige Münze: OB CIVES SERVATOS SPQR CL V. — Münzen sind mit Schilden bezeichnet, auf denen die Bildnisse des Augustus 9 ), der Cle- mentia, der Moderatio 10 ) vorgestellt sind. ') Visconti M. P. C. V. 5. 2 ) Ilias VII. 82. 3 ) Plinius XXXV. 3. 4. 4 ) L. c. 5 ) L. c. Poeni ex auro factitavere et clypeos et imagines. . . . Certe captis eis talem Asdrubalis invenit Marcius; isque clypeus super fores Capitolinae aedis usque ad incendium primum fuit. o) 5 XXV. 39. Praedara ingentem partam, in ea fuisse clypeum argenteum pondere centum triginta octo, cum imagine Barcini Hasdru- balis .... monumentumque victoriae ejus de Poenis usque ad incensum Capitolium fuisse in templo, clypeum Marcium appellatum cum imagine Hasdrubalis. ) Valerius Maximus VIII. 15. 8 ) Liv. XXXV. 10. 9) Eckhel VI. 103. Riccio, wie unten. ,0 ) Eckhel VI. 190. Arneth. S. N. R. 45. Im Jahre 18i6 sah ich zu Aquileia beim Grafen Cassis römische marmorne Büsten in Schildform. 18 70 Tiberius liess unter den Ehrenbezeugungen, welche er dem todten Germanicus erwies, auch einen goldenen grossen Schild errichten 1 ). Selbst dem Caligula wurde ein goldener Schild beschlossen 2 ). Der Senat liess nach dem Tode des Domitian, dessen Schilde und Statuen herab- reissen 3 ). Die Schilde waren jedoch nicht immer mit Bildnissen oder historischen Vorstellungen geschmückt, sondern enthielten auch hloss Inschriften 4 )« Aber nicht Metall allein, sondern auch Gemälde stellten ex voto-Gegenstände vor. Cicero 5 ) beweist dieses mit folgenden Worten: Nonne animadvertis ex tot tabulis piclis, quam mulli votis vim tempestatis effugerint? Im Einklänge mit den Schriftstellern in Prosa und den Monumenten sind auch die Dichter, welche uns die schönsten Schilderungen von dem urallen Gebrauche der ex voto machen; so Horatius 6 ): .Me tabula sacer Votiva paries indicat uvida Suspendisse potenti Vestimenta maris Deo. Virgil 7 ): Hic steterat, naulis olim venerabile lignum: Servati ex undis ubi figere dona solebant, Laurenti divo et votas suspendere vestes. Juvenal 8 ): Et quam votiva testantur fana tabella Plurima, pictores quis nescit ab Iside pasci? Tibullus 9 ): .nam posse mederi Pieta docet templis multa tabella tuis. Neben diesen offenbaren Beweisstellen für das Ex voto-Wesen bei den Römern liefern die Münzen die gleich starken; schon im Jahre 82 vor Chr. Geb. machte der Triumvir Monelalis der römischen Republik, Sextus Nonius Sufenas, von dem Vorrechte Gebrauch, berühmte Thalen seiner Familie auf die Münzen zu setzen, wesshalb er auf seihe schlagen liess: SVFENAS. S. C. Kopf des Saturnus; rückwärts: Sichel, Hut; alle zwei Beizeichen Anspielungen auf den Saturn, in dessen Tempel das Aerarium war. Rückseite: SEX. NONI. PR. L. V. P. F (Sextus Nonius Praetor Ludos volivos pnmum — vel: publicos—fecit 10 ). So oft die römische Republik in Gefahr war, brachte sie den Göttern Gelübde. ') Tacit. Ann. II. 83. 2 ) Suet. Calig. 16. 3 ) Suet. Domit. 23. 4 ) Philo, der Jude de Legat, ad Cajum. 589. und mehrere Münzen. s ) De Natura Deorum III. 37. 89. I. 5. 13—16. 0 Aen. XII. 767—769. 8 ) XII. 27. ") T. 3. 28. ,0 ) Eckhel. V. 261. Arneth. S. N. R. 20. 71 Als Angustus Symbol des römischen Staates wurde, brachte man für ihn, für seine Familie Gelübde. So im Jahre 16 vor Chr. Geb. VOT. P. SVSC. PRO. SAL. ET. RED. AVG. — Vota publica suscepta pro salute et reditu Augusti. — I. O. 1>1. S. P. Q. R. V. S. PR. S. IMP. CAE. QVOD. per. EV. R. P. IN. A. M. P. AT. Q. T R. AN. S. E. (sic.) — Jovi Optimo Maximo. Senatus populusque Romanus voto suscepto pro salute Imperatoris Caesaris quod per eum respublica in ampliore atque tranquillo statu est. — Innerhalb eines Lorbeerkranzes *). Eine andere mit dem Bildnisse des Augustus auf einem Schilde trägt die Umschrift: IMP. CAESAR. AVGVSTVS. CONS. S. C. OB. R. P. CONS- 2 ) — Imperator Caesar Augustus conservator fdiess scheint die Umschrift des Clypeus votivus gewesen zu seyn) Senatus Consulto ob rempublieam conservatam. — Dem Augustus zu Ehren wurden mehrmals Gelübde unternommen; so dem Hadrianus und Severus Alexander wünschte der römische Senat auf den Münzen: AN. N. F. F. OPTIMO PRINCIPI PIO 3 ) (Annum novum faustum felicem). Am 1. Januar jeden Jahres wurden immer öffentliche Gelübde für das Reich, und am 3. Januar für den Regenten gemacht, diese sind jedoch zu unterscheiden von jenen, welche die Römischen Kaiser nach einer bestimmten Zeitperiode unternahmen; an deren Spitze abermals Augustus steht, der im Jahre 27 vor Chr. die Republik wieder herzustellen sich das Ansehen gab 9 und auf Ansuchen des Senates und Volkes die Regierung auf zehn Jahre übernahm; als diese zehn Jahre vorüber, auf neue fünf Jahre, und als auch diese verflossen, abermals auf fünf Jahre, so dass er nach fortgesetzten Zeiträumen von zehn Jahren sein ganzes Leben an der Spitze des Staates blieb 4 ), so dass die nachfolgenden Caesaren alle zehn Jahre Feste feierten. Diess geschah his Postumus, der anfing sie alle fünf Jahre zu feiern, so dass die Voten von Augustus bis Anastasius, oder vom sechzehnten Jahre vor Chr. Geb. bis zum 518. Jahre nach Chr. Geb. mehr oder minder häufig auf den Münzen Vorkommen 5 )« Bei den christlichen Völkern des Occidents breitete sich die Votiv-Darstellung int hohen Grade aus; denn ausser dem der bessern menschlichen Natur eingebornen Triebe, sich in Verbindung mit hohem Wesen zu glauben, von ihnen abzuhängen, an ihren Einfluss auf unser Schicksal die Gedanken zu richten, ist es auch um so natürlicher, als dieselben im alten Testamente so häufig Vorkommen. Das älteste Gelübde, das die Geschichte kennt und das dort nicht als etwas Neues erscheint, ist das Jacob’s, indem er sich vornimmt Jehova als seinen Gott zu verehren 6 ). So hatte Moses die Gelübde, da sie ein Mittel die Nation enger mit Gott zu verbinden, aus dem alten Herkommen beibelialten. Zeugen der Gelübde im Mittelalter finden sich ausser zahllosen anderen Monumenten auch in den Ante- pendien, welche vom siebenten bis zum sechzehnten Jahrhundert von Russland bis Sicilien, ‘) Eckhel. VI. 105. Arneth. S. N. R. p. 41. n. 113. 2 ) Riccio. Le Monete delle antiche Famiglie di Roma. 2. ed. XXXII. 3. Suppl. LXI. 1 0 Eckhel. VI. 508. ) Dio LIII. 13. ä ) Eine vortreffliche Abhandlung Eckhel’s de numis votorum VIII. 473-488 Voten Vorkommen: Arneth. S. N. R. Index p. 293. 294. ü ) Moses. I. 28. 22. und meine Zusammenstellung der Münzen, worauf die 18 * 72 und von da bis Irland, in allen Stoffen gearbeitet, häufig angetroffen wurden 1 ). Übrigens ist bekannt, dass Rudolph I. in der Marchfeldschlacht eine Kirche zu Tuln zu bauen gelobte, wenn er sie siegreich bestehen würde. Rudolph hielt Wort; leider sind in einer späteren Zeit die Statuen des ersten Kaisers von Deutschland aus dem Habsburgischen Hause sammt der seiner Gemalin aus Vernachlässigung zerstört worden. Es genüge bloss anzuführen, dass die schönsten Kunstwerke des sechzehnten bis zum neunzehnten Jahrhunderte dem Votiv-Geiste ihren Ursprung zu verdanken haben. Einige der vorzüglicheren Werke, in denen sich der Votiv-Sinn bei den alten Völkern ausgesprochen hat, und wie dieser sich ähnlich geblieben ist, glaube ich in den Beilagen geben zu sollen, weil aus denselben lehrreiche Schlüsse von selbst folgen. Beilage I. Griechisches Gefüss. Einer der gelehrtesten Archäologen, E. Q. Visconti hat ein griechisches Gefäss, etwa aus dem sechsten Jahrhunderte vor Chr. Geb. bekannt gemacht, welches die Reihe jener berühmten Monumente beginnt, die, ungeachtet so viele Jahrhunderte dazwischen liegen, vom ersten bis zum letzten, ungefähr tausend fünf hundert Jahre, ihrem Sinne und Geiste nach eine grössere Ähnlichkeit zeigen, als selbst der Ausdruck dieser Ideen in der künstlerischen Darstellung, so in die Augen springend diese auch durch die Vergleichung der Kupferstiche in den Beilagen 1. 2. 3. 4. wie von selbst hervorgeht. Auf dem griechischen Gefässe feiner Amphora mit Medusen-Masken) sitzt Zeus auf dem Olymp, mit dem Zweige eines Olbaumes das Haupt umgeben, in der mit einem Armbande, worin eine Gemme, geschmückten linken Hand den Adlertragenden Scepter, die rechte Hand erhebt er, wie um Staunen auszudrücken über das, was ihm die sich nähernde Göttin erzählt. Diese Göttin, mit einem, Gemmen enthaltenden Diadem das Haupt, wie eine Neuvermählte, geziert, ist keine andere, als Proserpina, die in Begleitung der Höre des Frühlings vor Zeus erscheint -- zu Zeus steigt Hermes mit dem Caduceus empor. Unter dem Olymp steht Triptolemos — der Dreifurcher — auf dem mit Schlangen bespannten Wagen, von der sich ihm nähernden Demeter Ähren zu empfangen im Begriffe, diese verschleiert, wie sie Homer 2 * ) schildert und die Monumente oft sie zeigen, auf der linken Schulter ein Instrument, die Erde aufzuschürfen, ihr folgt Hekate mit der Fackel, in der Schlangen aus einer Schale genährt, welche Rhea oder Kybele hält, oder vielleicht ist sie bloss die Höre einer Jahrszeit, da für Kybele der Platz zu untergeordnet wäre. Oben über Proserpina und Hermes sind Sterne, unten die Blume Narcisse 4 ). ‘) Arneth. Das Niello - Antependium zu Klosterneuburg. Wien 1844. *) Hymnus in Cererem. 183. ) L. c. 40. 41. 52 . 4 ) Hymn. in Cerer. 6. 73 Beilage II. Silber■ Monument des k. k. Münz- und Antiken - Cabiite ttes. CClypeus votivus des AyrippaJ Obschon diess oben beschriebene Monument vielleicht sechs Jahrhunderte später gemacht ist, so glaube ich, zeigt die Betrachtung neben dem eben besprochenen griechischen Gefässe doch die Ähnlichkeit der Kunst und des Gedankens, der sie beide schuf. Beilage III. Silber - Monument in Madrid. CClypeus votivus des TheodosiusJ In Beilage III. theile ich den Stich des in Spanien gefundenen und oben beschriebenen Silber-Monumentes mit, weil dieses mir den Kreis der Votiv-Schilde auf merkwürdige Art zu erweitern scheint. Beilage IV. Auf eine höchst merkwürdige Art bildet der Schild des Theodosius den Mittelpunkt zwischen dem Schilde des Agrippa und den Dedicationsbildern in den Evangeliarien Karls des Kahlen, in den Codices in Paris 0 und München * 2 ), worin ein vortreffliches Miniatur- hild, welches Karl den Kahlen vorstellt, enthalten ist. Dasselbe ist folgendes: HIC RESIDET KAROLVS DIVINO MVNERE FVLTVS ORNAT QVEM PIETAS ET BONITATIS AMOR HLVDOVVIC IVSTUS ERAT QVO REX NON IVSTIOR ALTER QVI GENVIT PROLEM HANC TRIBVENTE DEO. Karl der Kahle mit der Krone auf dem Haupte innerhalb eines von vier Säulen getragenen gewölbten Porticus sitzend, die rechte Hand auf ähnliche Weise zum Segnen erhebend, wie auf dem spanischen Monumente Honorius, mit der linken im Schoose geborgenen Hand einen Scepter haltend. Über ihm die Hand Gottes aus den Wolken 3 ). Auf beiden Seiten schweben über dieser Engel. Rechts nähert sich Karl dem Kahlen ein Waffenträger mit dem Schwerte, über welchem steht: ARMA TIBI FAVEANT CHRIsti STABILITA PER AEVVM ') Waagen. Kunstwerke und Künstler in Paris. S. 253. 2 ) Sanftl. Dissertatio in aureum ac pervetustum St. Evangeliorum Codicem M. S. Monasterii St. Emmeram Ratisbonae 1786. 3 ) Cf. oben S. 48, und Sanftl. 1. e. 43. (n.) 19 74 links ein anderer mit Lanze und Schild, über diesen sieht: MVN1AT ET CLYPEVS SEMPER AB HOSTE SWS Am äussern Ende rechts stellt Frankreich über Lilien mit der Mauerkrone und einem Füllhorne: FRANCIA GRATA TIBI REX INCLITE MVNERA DEFERT. Am anderen Ende links nähert sich auf ähnliche Weise Gotia *)• GOTTA TE PAR1TER CVM REGNIS INCHOAT ALTIS. Statt der auf den Votiv-Schilden des Agrippa und Theodosius im Segmente angebrachten Gestalt der Erde ist hier fast eine Umschreibung dieser Vorstellung in vier Distichen: ALMA VIRO PEPERIT 1VD1TH DE SANQVINE CLARO: CVM GEMTOR REGNIS 1VRA DABAT PROPRIIS. II IC NOMEN MAGNI KAROLI DE NOMINE SVMPS1T NOMEN ET INDICIVM SCEPTRA TENENDO SVA HIC DAVID VARIO FVLGESCIT STEMMATE RE GIS ATOVE SALOMONICA 1VRA DOCENTIS HABET IST!VS IMPERIO HIC CODEX RESPLENDET ET AVRO OVI BONA CONSTRVXIT MVLTA FAVENTE DEO. Obschon Karl der Kahle auf dem angeführten Monumente noch viel Fränkisches hat, so gibt es doch andere, die ihn noch mehr als völlig griechisirend darstellen, was auch die Annales Franco rum Fuldenses 2 ) von ihm erzählen: «Carolus de Italia in Galliam rediens novos et insolitos habitus assumpsisse perhibetur. Nam talari dalmatica indutus et balteo de- super accinctus pendente usque ad pedes, nec non capite involuto serico velamine, ac diade- mate desuper imposito, dominicis ac festis diebus ad Ecelesiam procedere solebat. Omnem enim consuetudinem Regum Francorum contemnens, graecas glorias optimas arhitrahatur.” Durch die Codices Karl’s des Kahlen zu Paris und München von den Jahren 850 und 870, durch das Grabmonument 3 ) zu Rheims wird die Wahrheit des Briefes vom Mönche Herikus 4 ) vom Jahre 876, so wie der Akten von Pa via 5 ) bestätiget, dass Karl der Kahle ein Beförderer der Wissenschaften und Künste war, dass er die Hofsitten von Byzanz nachahmle, deren Theil von Gfrörer 6 ) sehr ermässiget wird. — Es scheint mir also durch das in Beilage milgetheilte griechische Gefäss, durch die Votiv-Schilde des Agrippa und Theodosius, wie durch die Dedicationsbilder Karl’s des Kahlen, also durch einen Monumenteu-Kreis von ungefähr fünfzehn Jahrhunderten eine und die nämliche Grundidee ausgedrückt: Das Menschengeschlecht ') Gotia, zur Zeit der Karolinger Languedoc. 2 ) Du Chesne II. 569. 3 ) Martene et Durand. Vovage iitteraire. II. 81. 4 ) Bouquet. VII. 5 ) Perz. Leg. I. 529. Mitte. °) Geschichte der ost- und westfränkischen CaroUnger. !l. 127. 151. 166 75 beobachte Gesetze und Ordnung’ — diese bestanden in der Befolgung der Lehren der Eleusi- nischen Mysterien bei den Griechen (diynjnip Seöpoqopos') — wie bei den Römern (Anna Perenna, Panda, Friedensgöttin) — und des Evangeliums bei den Christen, die alle ihre symbolische Vorstellung im über die weite Erde verbreiteten Acker- und Weinbaue finden. Es erhellt auch aus diesen Monumenten, dass die Palme der künstlichen Behandlung den Griechen, und der liefern Empfindung den Christen gehöre. Nr. 17. Eine tiefe Schale. fiVie Lolli Silber. 5" im Durchmesser, 2" hoch. Nr. 18. Widderkopf. G. S. XII. 4 6 /16 Loth Silber, 1%" lang. Nr. 19. Der Vorderleib eines Kentaur’s das Haupt mit vergoldetem Schilfe gekrönt; die rechte ausgestreckte, etwas abgeschliffene Hand hält ein vergoldetes Instrument; an der linken drei Finger gebrochen, der rechte Fuss fehlt. — Eines der wenigen Überbleibsel des grossen Fundes von SiJbergegenständen, ganz nahe den Ruinen von Falerii, welcher grosse Fund meist zerstört wurde, um das Silber daraus zu erhalten. — Mündliche Mittheilung des Herrn Vescovali, der sich beschäftigt eine Monographie über Falerii zu schreiben. S. VI. 7y 4 ". Eines der besten Überbleibsel griechischer Kunst in gegossener, mit dem Grabstichel nachgeholfener Arbeit. — Vielleicht Chiron, mit Weinlaub bekränzt, in der linken die Lyra? in der rechten das Plectrum? haltend, als Verzierung verwendet, um daraus Wein abzulassen. Bei Rom ausgegraben; vom Grafen Fries gekauft und vom Cabinette in der Licitation im Jahre 1825 um 538 fl. 35 kr. erstanden. Nr. 19. a. Ein Hippocampus, CSeepferd), das Riemwerk ist mit Medusen?-Häuptern geschmückt, auf einem muschelartigen Postamente. Hippocampe hat Neptun und Thetis entweder an ihren Wagen gespannt, wenn sie durch die Wogen fahren; oder Thetis sitzt auf einem solchen, wie auf der schönen Goldmünze der Bruttier 2 ); oder sie bringt dem Achilles seine Waffen, wie auf griechischen Gefässen 3 ) und geschnittenen Steinen 4 ). S. VI. a. Nr. 19. b. Ein Sieb, dessen Rand und Handhabe äusserst geschmackvoll verziert sind. Nr. 19. c . d . Zwei Fibulae. S. VI. a . Nr. 19. e. f\ Zwei längiichte Gefässe. L/a" und o'/s^ hoch. S. VI. a „ Nr. 20. Tiefe Schale. 5% Loth Silber. 4 3 / 4 " im Durchmesser, T4" hoch. Nr. 21. Gürtelsehliesse mit vier Granaten. 5 2 /i 6 Loth Silber. 3" lang. Nr. 22. Gürtelsehliesse mit fünf Granaten. 5 3 / lfi Loth Silber. 3" lang. Nr. 23. Gürtelsehliesse mit zwei Granaten. 4 8 / ifi Loth Silber. 3" lang. Nr. 24. Schale, in der Mitte ein Tetradraclimon Alexanders des Grossen; ringsherum zehn Familienmünzen; auf der Handhabe Charitas: rückwärts 1. 5. 7. 1. T. S. M 1 /« Loth Silber. 4%" im Durchmesser. Nr. 25. Durchbrochener arabischer Becher. 2 3 /ifi Loth Silber. Vf“ hoch, im Durchmesser. Nr. 26. Durchbrochener arabischer Einsatz -Becher. 2 Loth Silber. 1 3 / 4 " hoch, 2V 4 " im Durchmesser. ) Auf Münzen von Korinth. 3 ) Magnan. Brutii. Arneth. Beschreibung der im k. k. Münz- und Antiken-Cabinette zur Schau ausgelegten Münzen. S. 12. Nr. 171. 172. 3) Millin peintures de Vases. I. 14., und zu Wien. Arneth. Beschreibung des k. k. Münz- und Antiken - Cabinettes. S. 7. Nr. 57. *') Buonarroti. Medaglioni antichi. 113. Wo auf einem Aquamarine Thetis geschnitten, welche den mit dem Medusenhaupte geschmückten Schild dem Achilles bringt. 19 * 76 Nr. 27. Inwendig hohles arabisches Bracelet mit der Schrift: Im Namen des erbarmenden und barmherzigen Gottes sei Friede dem Muhatned. 2 6 / 16 Loth Silber. 2y 8 " im Durchmesser inwendig, 6 / 8 " dick. Nr. 28. Bing wie Diadem von Elfenbein mit 12 Türkisen und zwölf Amethysten besetzt. — Türkisch. Nr. 29 . Ring, inwendig hohl. 12 / 16 Loth Silber. Nr. 30. Ring von Bernstein, worauf eine Katze (war gebrochen). Nr. 31. Ring, inwendig hohl. 12 / i6 Loth Silber. Nr. 32. Ring, worauf zwei Hände, ein Christuskopf en face; Andreaskreuz; zwei Büsten *)• — Byzantinisch. Nr. 33. Fragmentirter Löffel. 9 j l6 Loth Silber. Nr. 34. Bracelet. I 6 /ie Loth Silber. Nr. 35. Ring, worauf eine Gestalt wie auf einer ägyptischen Bahre liegend, en relief gearbeitet, dann zwei Fragmente. Bernstein. Zu Salona 1830 gefunden. Nr. 36. Bracelet, an den Enden mit fünf vergoldeten Reifen verziert, gleich dem Nr. 34. l 5 /i6 Loth Silber. Nr. 37. Löffel. 1 8 i 6 Loth Silber. Nr. 38. Haarnadel, worauf ein geflügelter Genius (Amor), der einem aufspringenden Thiere, das er bei den Vorderfüssen hält, mit der linken Hand eine Weintraube zeigt. S. I. 7 / 16 Loth Silber. Nr. 39. Blättchen, worauf innerhalb des Kreises Caracalla? zu Pferde mit einer Lanze nach einem laufenden Löwen stösst. S. I. 4 /i 6 Loth Silber. Nr. 40. Fibula, der Dorn fehlt; auf einer Seite VIVAS, auf der andern VTERE FELIX. 2 3 / 16 Loth Silber. S. VI. a. Bei Seitenstetten gefunden. Nr. 41. Widderkopf. % Loth Silber. Nr. 42. Stylus, oben umgebogen. (Eine Schreibnadel?). 6 / 16 Loth Silber. Nr. 43. Eine Hand, welche in einen dünnen abgebrochenen Stiel ausläuft und mit dem Daumen und dem Zeigefinger eine Kugel hält; eine Haarnadel, wie eine ähnliche silberne, woran die Hand und Kugel vergoldet, im Museum zu Linz * 2 ). 8 / 16 Loth Silber. Nr. 44. Mantelfigur. Ring. S. I. % 6 Loth Silber. Nr. 45. MYTI. Weiblicher Kopf. Sapplio? auf einer Leier. Pasta (griechische Arbeit). Nr. 46. AVD. Ring, S. I. 2 /i 6 Loth Silber. Nr. 47. Mit Strahlen umgebenes Brustbild des Serapis, in der Rechten ein Füllhorn; über demselben das Brustbild der Isis, rückwärts eine Art Zierat (ein Helmkamm?), der die Vermuthung an die Hand gibt, dass das Ganze eine Helmzierde gewesen sei. S. I. 2% Loth Silber. 7 Zwei Hände (Treue). Christuskopf (Glaube). Zwei liebeneinandersitzeude Figuren (Liebe). Zwei ins Kreuz gelegte Todtenbeine (bis in den Tod). 2 ) Gaisberger. Lauriacum. Tab. V. n. 21. 77 Nr. 48. Ein Figürchen des Harpokrates. 3 /i 6 Loth Silber. Nr. 49. IIAPIA. Ring. S. I. % Loth Silber. Nr. 50. CINC. Ring. Auf einem Schilde geschrieben, der auf der Brust eines Adlers ruht. 12 / 16 Loth Silber. Geschenk Sr. kais. Hoheit des Herrn Erzherzogs Carl, aus Neapel 1839 mitgebracht. Nr. 51. Ein Figürchen des Harpokrates. 2 / i6 Loth Silber. Nr. 52. Jupiter, in der Rechten eine Schale, zu seinen Füssen der Adler. S. I. 13 /i 6 Loth Silber. Nr. 53. Brustbild auf einer Herme. Einiges, als: Augen von Gold. S. I. l 7 / 16 Lotb Silber. Nr. 54. Mercur mit dem Petasus, den Marsupium in der Rechten, in der Linken den Caduceus haltend; zu seinen Füssen der Widder. S. I. lV 16 Loth Silber. Nr. 55. Aesculap, in der Rechten eine Schale. Von der linken Schulter windet sich eine Schlange herab. S. I. 1 4 / I6 Loth Silber. Nr. 56. Ein Figürchen des Harpokrates? 1 )* S. I. Nr. 57. Taube als Fibula. Der Dorn fehlt. 3 / 16 Loth Silber. Nr. 58. Kniestück des Mars, beide Arme und beide Füsse sind abgebrochen. S. IV. 2 13 / i6 Loth Silber. Nr. 59. Figürchen des Harpokrates mit phrygischer Mütze. S. I. 5 /i 6 Loth Silber. Nr. 60. Biene als Fibula. 4 /i 6 Loth Silber. Nr. 61. Aesculap mit dem Schlangenstabe. S. I. V/s Loth Silber. Nr. 62. Abundantia, in der linken Hand das Füllhorn, in der rechten war wahrscheinlich das Steuerruder. S. u /i 6 Loth Silber. Nr. 63. Vertumnus stehend, mit beiden Händen ein Tuch voll Früchte haltend, woraus ein Tannenzapfen? hervorragt, Weintrauben hinabhängen. l 3 / i6 Loth Silber. Nr. 64. Belorbeerter Kopf des Nero. 2 / i6 Loth Silber. Nr. 65. Plättchen an beiden Enden durchbohrt mit &FAABAL S. I. y i6 Loth Silber. Nr. 66. Plättchen, worauf en relief die Abundantia und ein Genius, zwischen ihnen ein Altar. S. IV. y 16 Loth Silber. Nr. 67. €. I. VENVSTVS auf einem länglichen Plättchen. S. I. % Loth Silber. Nr. 68. Aufrechtstehender Löwe und Eber, AAS auf einem Plättchen (wahrscheinlich aus einem Fingerring). S. IV. 4 / 16 Loth Silber. Nr. 69. Amor zu Pferde. S. I. 3 /ie Loth Silber. Nr. 70. Ein oblonges Plättchen, worauf die Buchstaben ZISfAIOfZi. S. I. ^ Loth Silber. Nr. 71. Ein Blatt. 4 / 16 Loth Silber. Nr. 72. Ein Löffelchen gedreht. % Loth Silber. In Salona 1830 gefunden. Nr. 73. Löffel mit dem Monogramme auOösen lässt. G. S. XII. (AL. SEV.), was sich in Alexander Severus? ') Cf. Caylus. Recueil II. pl. 79. 1. 2. p. 281. Gerhard. Etruskische Spiegel. XIII. 7, 9. S. 40. 41. Sichel. Revue arch. II. annee — 1845. 1846. p. 633. 676. III. annee. 221 et pl. 51. 20 78 Das Monogramm ist nielloartig mit Pasta ausgefüllt. Petronius 0 bezeichnet solche Inschriften, indem er sagt: Tegebant asellum duae lances, in quarum marginibus nomen Tri- malcliionis inscriptum et argenti pondus; so sagt auch der Sklave Sceparnio bei Plautus: * 2 } Nam haec (urna) literata est: ab se cantat, cuja sit; und Athenaeus 3 ) von den Griechen, sie hätten ypajijiaTwa xoTYjpia gehabt. Nr. 74. Inwendig hohles arabisches Bracelet, wie Nr. 27 . 2 7 /i 6 Loth Silber. Nr. 75. Schliesse. % Loth Silber. 1 3 / 4 " lang. Nr. 76. Ein Ohrgehänge. 1 Loth Silber. 3" lang. In der Szolnoker Gespannschaft 1817 gefunden. Nr. 77. Ein Ohrgehänge. I Loth Silber. 3" lang. In der Szolnoker Gespannschaft 1817 gefunden. Nr. 78. Bracelet mit der arabischen Schrift: «Nur die Hand bewahrt und ziert.” 2% Loth Silber. 2 3 / 8 " im Durchmesser, l 1 ^" hoch. Nr. 79. Schale, in der Mitte eine Münze von Thasus, ringsherum zwanzig Familien- Münzen, und auf der Handhabe zwei; alle antik, aber vergoldet. Die Schale selbst aus dem I6 ten Jahrhunderte 4 ). 14V 8 Loth Silber. 47 2 " im Durchmesser. Vf 8 U hoch. Nr. 80. Gürtelschliesse mit einem Granat aus dem 15 ten ? 16 ten ? Jahrhunderte. l 3 /i 6 Loth Silber. I 3 / 4 " lang. Nr. 81. 11 Stücke, grösstentlieils Knöpfe aus dem 15 ten , 16 ten Jahrhunderte. 14 /i 6 Loth Silber. Nr. 82. Haarnadel mit Perlen verziert aus dem 15 ten , 16 ten Jahrhunderte. j3 /i 6 Loth Silber. 4 3 / 4 " lang. Nr. 83. Haarnadel, wie mit kleinen Schlössern verziert, mit einem Granat aus dem 15 ten , 16 ten Jahrhunderte. 15 / 16 Loth Silber. 4 3 / 4 " lang. Nr. 84. Haarnadel aus dem 15 ten , 16 tea Jahrhunderte. 6 / 16 Loth Silber. 3y 2 " lang. Nr. 85. Haarnadel aus dem 15 ten , 16 ten Jahrhunderte. 7 / i6 Loth Silber. 4*4" lang. Nr. 86. Haarnadel aus dem 15 tcn , 16 tcn Jahrhunderte. 13 /i 6 Loth Silber. 4 1 / 2 " lang. Nr. 87. Antike Lampe, die mit zwei vergoldeten Flügeln versehen ist. 2 Mark, 5 8 /i 6 Loth Silber. 5 1 / 2 " lang. Nr. 88. Eine grosse, zur tiefen Nr. 4 beschriebenen Schale gehörige Tasse, am Bande mit vier aufstehenden Zackenreihen versehen, von denen jedoch zwei weggebrochen sind. I 11 der Mitte eine runde, vergoldete, vertiefte Verzierung, mehrere Bruchstücke. S. III. 2 Mark Silber. 10 4 / i6 " im Durchmesser. Nr. 89. Eine tiefe Schale, ö 1 /^ Loth Silber. 5 l j 2 u im Durchmesser, 2 U hoch. Nr. 90. Gefäss mit sechs en relief getrieben gearbeiteten Gottheiten: Mars in der rechten Hand eine Lanze, in der linken den Schild haltend; die ganz bekleidete Venus, in ’) Satyricon c. 31. Edit. Burmann. p. 169. 2 ) Rudens. II. V. 21. 3 ) XI. 30. 4 ) Vergleiche Nr. 24. 79 der rechten den Apfel haltend; Hercules auf die Keule gestützt, zu seinen Füssen drei Hesperiden-Aepfel (beschädigt); die Pallas? auf einen Altar gestützt, in der linken eine Streitaxt 1 2 ) (sehr beschädigt); Diana, nur das Brustbild erhalten; unten der grösste Theil des Hundes; Apollo mit der rechten einen Zweig auf den Dreifuss legend; mit der linken auf einen Altar, an dessen Fusse der Schwan, gestützt; oben und unten Verzierungen. — Diese Vorstellungen sind ohne Zweifel um Jahrhunderte älter als die fünf auf der äusseren Bodenseite des Gefässes eingeschlagenen Stämpel. Einer derselben mit ANAPEAC umschrieben, hat einen Kopf, der sehr an den des byzantinischen Kaisers Heraclius 610 — 641, des Constantin Pogonatus 641—668 erinnert. Jeder Numismate weiss, wie häufig in dieser Zeit die älteren römischen Münzen bloss mit Gegenstämpelu umgeprägt wurden; so liess besonders Heraclius auf Münzen des Justinian mit einem Stämpel sein Bildniss aufprägen, so auch Heraclius und Heraclius Constantinus auf Münzen des Justinus, des Tiberius Con- stantinus, Mauritius, Phocas. Vielleicht liess sich auch das dem ANAPEAC gegenüber liegende Monogramm mit HPAKAEIOC auflösen. S. VII. 7 Mark, 5 Loth Silber. 10" hoch, 10" im Durchmesser oben, 6 3 / 4 " im Durchmesser unten. Dieses Gefäss ist mit der grossen beschädigten Nr. 96, und mit den sieben gleichen (Nr. 7, 10, 13, 17, 20, 89, 93) Schalen im Jahre 1814 in der Bukowina auf der Herrschaft Kuczurmare gefunden worden. Nr. 91. Torques. S. I. 5y i6 Loth Silber. 5y 2 " weit. Nr. 9&. Schale, die Schrift: MERC. vergoldet auf der Handhabe. S. I. 1 Mark 3 Lotli Silber. 4" im Durchmesser, $y 2 " hoch, 3 3 / 8 " lang die Handhabe. Nr. 93. Eine tiefe Schale. 6y i6 Loth Silber. 5" im Durchmesser, 2 l j 2 " hoch. Nr. 94. Ein Löffel. G. IX. 3 Loth Silber. Im Kasten IV. bei den im Saroser - Comitate gefundenen Gegenständen. Nr. 95. Relief auf viereckiger Platte, zwei Figuren vorstellend (war vergoldet), G. S. XII. 1. silberne Kette, Fragment eines Hornes, zwei Fibulae, zwei gewundene Armillae, fragmentirte Fibeln, Armillen, Stifte etc., im Ganzen 64 Stücke. 2 Mark 12 5 /i 6 Loth Silber. Gefunden zu Czora in Siebenbürgen 1821. Nr. 96. Sehr tiefe kesselartige Schale. 1 Mark, 3 3 /„ Loth Silber. 6'/," im Durchmes- ser, 5" hoch. Nr. 97. Fibula. G. IX. 6 13 / 16 Loth Silber. Wie Nr. 94. Nr. 98. Ein aus 53 Stücken bestehendes Geschmeide unbedeutender Art, meistens gewundener Drath. 9V 4 Loth Silber. Zu Mediasch in Siebenbürgen gefunden. ■) Eine sehr ähnliche Streitaxt wurde in Siebenbürgen gefunden, und vom Grafen Bethlen dem k. k. Münz- und Antiken - Cabinette geschenkt. 2 ) Saulcy. Monn. Byz. PI. VI. 8., eine ganz ähnliche auch im k. k. Cabinette, nur scheint auf dem Kopfe: ITA Italicus? zu stehen; auf der Gegenseite: SCLs. Siculus? 20 * 80 Nr. 99. Ein Silberblatt mit drei Löchern durchbohrt. Entzwei gebrochen. Auf der Herrschaft Prestovacz im Poseganer Comitate gefunden 1821. Nr. 100. Antikes byzantinisches Silbergeräthe und Geschmeide, bestellend aus drei Torquen von 7 1 //' im Durchmesser; zwei andere (eine gebrochen), 3" im Durchmesser; sechs orgehängeartige Geschmeide, ein Armband, ein Ring, ein Kreuz (S. I.), ein Krystall, zwei Blättchen mit einer Verzierung. Im Ganzen siebzehn Gegenstände im Gewichte 2 Mark, 10 Loth Silber. Gefunden 1839 zu Czernowitz in der Bukowina. Eine sehr ähnliche Torques wurde in Halton Moor in der Nähe von Lancaster mit einer silbernen Schale, deren Thiere einigermassen an die Greife auf den Goldgefässen erinnern, mit Münzen von Kanut gefunden; Combe hält sowohl Schale wie Torques für angelsächsisch 0* — So sind auch ähnliche gefunden in Norwegen am 12 . August 1834 in der Dioe- cese Aggershusen 2 )« Nr. 101. Torques, deren Enden beim Zusammenfügen merkwürdig gearbeitet; denn manche Verzierungen in einer Art Nische bestehen aus pyramidenförmig zusammengesetzten Perlen, wie auf dem Gold-Medaillons des Kaisers Valens 3 )« S. VIII. G. Sämmtliche Silbergegenstände, 10 Mark, 8 Loth, 1 Q. 2 Gr. schwer, ersetzt mit 170 fl. C. M. — wurden 1838 zu Zalesie (im Czortkower Kreise Galiziens) auf der Herrn F. Domanski gehörigen Herrschaft Probuzna beim Kartoffelgraben von Iwan Naconeszniecki und Jlko Latocki gefunden. Nr. 102 . Torques mit Zieraten, ähnlich denen 1833 auf Fühnen gefundenen Gold- Torques 4 ). 8. VIII. G. Nr. 103—104. Ohrringe. S. VIII. G. Nr. 105. Bruchstücke eines Geschmeides. Das herzförmige Schlussplättchen, worauf eine Verzierung, welche mit der oben angeführten, an dem Henkel auf dem Goldmedaillons so ähnlich ist, war durch Kettchen mit sechs Scheiben verbunden. Diese Scheiben bestehen aus drei- oder vierarmigen Kreuzen, zwischen deren Armen, wie im Mittelpunkte tropfenförmige mit dunkler Paste ausgefüllte Erhöhungen angebracht sind. Zwischen den Scheiben hängen an Blättchen Halbmonde. S. IX. 106—112. Sieben verschiedene Buckeln, Knöpfe und Henkel; die Verzierung am Henkel gleicht sehr jener am Henkel des oben angeführten Gold-Medaillons von Valens. Nr. 113—114. Zwei hohle Handbänder. S. IX. ') Archaeologia. Vol. XVIII. London 1817. 4. Tab. XVÜ. XV11I. p. 201. 2 ) Holmboe. Descriptio ornamentorum maximam partem aureorum et numorum saeculi VIII. et IX. etc. Cliristianiae 1835. T. I. Geflochtene Ringe, Halsbänder, Perlen, u. dgl. von Silber, werden im Norden am häufigsten gefunden in Schweden, auf der Insel Oland und Gotland, besonders auf der Letzteren, und gewöhnlich in Verbindung mit kufisehen Münzen aus dem achten bis eilften Jahrhunderte. In Dänemark auf der Insel Bornholm und auf mehreren anderen Stellen, seltener in Norwegen. Sie kommen auch vor: in Finnland, Russland und auf der Südküste der Ostsee. Ueberhaupt je weiter man gegen Westen kömmt, desto seltener werden diese Funde (Mittheilung des Herrn J. J. A. Worsaae aus Kopenhagen). 3 ) Valens XVII. l5 / lü u. andern. ) Historisch - antiquarische Mittheilungen. Kopenhagen 1833. T. V. 8. 9. 81 Nr. 115. Eine Schüssel von getriebener Arbeit. Im Mittelpunkte ist ein Vogel — Adler? innerhalb einer Perleneinfassung auf einem lilienförmigen Kreuze, zwischen dessen Armen nach Innen vier, nordischen ßractealen ähnliche, und nach Aussen schildförmige Verzierungen angebracht sind. S. X. Nr. 116. Ein Kelchartiger Becher. S. X. Nr. 117. Armband. 2 l / 2 Loth Silber. Gefunden zu Atzgersdorf in Unter - Oesterreich im V. U. W. W. 1845 . S. XI. 1. Ist ein schönes Silhergefäss, welches mit der Sammlung griechischer Ge- fässe und der Pl. G. XIII. mitgetheilten Goldkrone von der Gräfin Lipona nach München gekommen ist; es wurde im Jahre 1823 zu Frohsdorf gezeichnet. Dieses Gefäss hat um den Hals Weinranken, und rückwärts unter der Handhabe wie die meisten Bronze-Gefässe eine Maske; auf ihm sind zwei kämpfende Lapithen und Kentauren, in deren Mitte die Statue des Ares als Kampfgottes abgebildet. Der Kampf neigt sich auf dieser Vorstellung wie auf den meisten zu Gunsten der Griechen. — Der Grieche wählte auf dem Parthenon, im Theseion, auf dem Tempel des Apollo zu Phigalia die Kämpfe zwischen Griechen und Kentauren zu Bildern des Streites der Gesittung mit der Barbarei, — der Sieg, wenn gleich nicht immer eine völlige Niederlage anzeigend, wendet sich immer zu Gunsten der Gesittung. Mars wird bald jugendlich als Mars pendens, ultor, öfter auch bärtig dargestellt. Um die Gegend anzudeuten, ist ein Baum und ein Fels abgebildet. Die äusserste Eleganz zeichnet die Handhaben von den vier folgenden Schalen aus; die im Universitäts-Museum zu Turin im Jahre 1819 von Herrn Benedetti gezeichnet wurden. Die erste stellt den Jupiter als Jupiter Imperator vor; in der rechten Hand die Hasta, in der linken den Blitz haltend, über demselben der Blitz, zwei Altäre, ein Adler. — Auf der zweiten ist die Büste Mercur’s zwischen zwei Köpfen von Lämmern, unten: der bärtige Kopf des Mars mit Lanze und Schild; ein Altar mit Früchten, ein Adler, eine Kanne; zwei Ziegen, zwei Hähne \), die aus umgestürzten Körben Weintrauben picken; auf der dritten Mercur, dem Kinde Bacchus eine Weintraube reichend, unten: Maske einer Bacchantin mit einem Thyrsus, eine andere mit einem Lagobolus um den die Nebris gewunden, wie Nr. 2, nur noch ein Baum. Auf der vierten Mercur stehend, unten ein Tempel zwischen zwei Bäumen, ein Ziegenbock, im Begriffe in eine Thüre zu gehen, zwei Tauben, Symbole der Fruchtbarkeit; zwei Körbe mit Früchten beenden, zwei Köpfe von Schwänen beginnen die Handhaben. Auf allen diesen Schalen ist Mercur vorgestellt als Gott der Früchte 2 ), als Erzieher des jungen Bacchus 3 ), als Kampfvorsteher 4 ), worauf der Palmhaum und die Hähne an- *) Ein Hahn steht auch beim Mercur auf dem Monumente zu Neuwied. Dorow: Römische Alterthümer zu Neuwied. T. XIV. 2 ) Die Säulen des Hermes, als des chthonischen Gottes, standen auf Strassen, Aeekern und Gärten. 3 ) Bei Apollodorus III. IV. 3. überbringt Hermes den jungen Dionysos nach Nysa in Asien und übergibt ihn den Nymphen zur Erziehung. — In Nysa haben wahrscheinlich die Nachfolger Alexanders des Grossen eine Dynastie gegründet. '•) Horatius Od. I. X. 3. et decorae more palaestrae, von welchem in sitzender Gestalt eine der schönsten Bronzen im k. k. Cabinette. 21 82 spielen, insbesondere aber tritt er als Beschützer der Heerden hervor, in welcher Bedeutung er öfter vorkömmt 1 ). So auf der merkwürdigen Schale des Sosias 2 )? auf welcher Mer- cur mit beiden Händen einen Widder vor sich haltend abgebildet ist; auf der kleinen Statue in der Pembrokischen Sammlung 3 ), wo er den Widder auf den Schultern und um den Hals gewunden trägt; vielleicht auf jenen, welche am Amphitos in Messenien, zu Tanagra in Boeotien, zu Korinth u. s. f. standen; auf zwei Bronzemünzen Aegina’s von Septimius Severus und von der Plautilla im k. k. Cabinette. Auf einer ausgezeichneten, bei Verona 4 ) gefundenen Bronze, stehen neben dem Mercur einerseits ein Bock, auf der andern Seite ein Widder, vorne eine Schildkröte. Dieses schöne Kunstwerk ist im k. k. Cabinette. ') Homer. Hymnus in Hermen: KvAfajvr/s jubiovTa rud /Ipnabirfs Tto\vfxrf\ov. Pausan. II. 3. 4. 2 ) Gerhard. Trinkschalen. VI. VII. 3 ) IC. 0. Müller und Oesterley: Denkmäler der alten Kunst. 11. 2. II. T. XXIV. 324. Cte. Clarac. Musee de Seulpture. pl. (158. 1545 B. c. f. einen ähnlichen in Marmor: Cte. Clarac. Musee de Seulpture. pl. 655. 1508. 4 ) Orti Manara. Antica statuetfa di bronzo. Verona 1836. 83 Anhang, Da mir sowohl Zeichnungen als Beschreibungen der Goldmonumente, welche im J. 1838 in der Walachei gefunden wurden, durch die Gefälligkeit des Herrn Fürsten Ghika, wie der Frau Baronin Josika zukamen und mir nicht bekannt ist, dass sie je veröffentlicht wurden, so glaube ich nachträglich mit Bezugnahme auf das S. 13 und 14 Gesagte, sowohl Beschreibungen wie sie folgen, als Zeichnungen auf Platten: Beilage V. und VI. mittlieilen zu sollen, weil hiedurch ein bedeutend erweiterter Gold-Monumenten-Kreis vor das aus solchen Dingen Belehrung schöpfende Publicum tritt. ; ; I Viiliqiiilfs en Or, trouveea en Valarliie Tannee 1838. Plateau rond, an peu concave, ä bords droits, au milieu en dessous un petit bourrelet, qui lui sert de base; il est massif en son epaisseur, et tout - ä - fait plain, exceptes deux filets en boutons bosseles, et un petit dessin grave sur les bords, et au centre de la partie concave. Ses dimensions sont: En Diametre 565 Millimetres =057,4 Lignes de Vienne. En epaisseur 1 Millim. = 0,4 Eignes de Vienne. Son Poids 15 5 / i6 Livres de Leipsic = 0050,87 Ducats. VI. 6. Vase octogone, en forme de corbeille, un peu ovale, avec deux anses representant des leopards, dont une seule a pu etre restauree. Ee corps du vase esttravaille äjour, d’un dessin tres varie, dont les vides se trouvent remplis avec des pieces taillees en cristal de röche, et en päte vitreuse coloree, et enchässees ä rainure dans For. Ses dimensions sont: äl’ouverture: dans son grand diametre 185 Millimetres = 84,3 Eignes de Vienne, dans son petit diametre 165 Millim. = 75,0 Lignes de Vienne, ä sa base: grand diametre 90 Millim. =41,0 Eignes de Vienne, petit diametre 75 Millim. =34,0 Lignes de Vienne. Sa profondeur 105 Millim. = 77,8 Eignes de Vienne. Son epaisseur 1,5 Millim. =0,7 Eignes de Vienne. Son Poids 5 5 / 32 Livres de Leipsic = 690,94 Ducats. Vase dodecagone regulier, ä peu pres de meine forme et travail, com me le vase decrit ci- dessus: diametre 175 Millimetres= 79,7 Eignes de Vienne, profondeur 100 Millim. = 54,7 Eignes de Vienne, epaisseur 1,5 Millim. = 0,7 Lignes de Vienne. Poids 3V 4 Livres de Leipsic = 435,50 Ducats. VI. 1. 21 * i 84 Patere, eil forme d’assiette ä double fond, dont la partie concave est couverte de figures d’homme bosselees, representant unchorus d’aiiciennes Divinites; au centre se trouve placee une petite statue creuse representant une bacchante assise, le verre dans la main. Dimension* de la Patere: diametre 257 Millimetres = 117,1 Lignes de Vienne, epaisseur 2 Millim. = 0,9 Lignes de Vienne. Poids 4 5 /32 Livres de Leipsic = 556,94 Ducats; dimensions de la petite statue: hau- teur 75 Millim. = 34,2 Lignes de Vienne, diametre du corps 2 Millim. = 9,1 Lignes de Vienne, epaisseur de l’or 1 Millim. = 0,5 Lignes de Vienne. Poids 15 / 64 Livres de Leipsic =31,40 Ducats. V. 1. 1. 2. 2. Collier double, dontla partie superieure est travaillee ä jour, les vides sont remplis avec de pieces taillees en cristal de röche et en päte vitreuse coloree: diametre sup^rieur 150 Millimetres = 68,3 Lignes de Vienne, diametre inferieur 200 Millim. = 91,1 Lignes de Vienne, epaisseur 0,5Millim. = 0,2 Lignes de Vienne. Poids 15 / 32 Livres de Leipsic.= 62,8 Ducats. VI. 5. Anneau massif ä inscription: diametre 153 Millim. = 69,7 Lignes de Vienne, epaisseur 12 Millim. = 5,5 Lignes de Vienne. Poids 1 7 / 16 Livres de Leipsic = 192,62 Ducats. VI. 2. Anneau massif sans inscription: diametre 170 Millim. 74,4 Lignes de Vienne, epaisseur 5 Millim. = 2,3 Lignes de Vienne. Poids 25 / 6i Livres de Leipsic = 52,34 Ducats. Lampe figuree de faucon, dont la tete est travaillee äjour, et garnie de pieces taillees en cristal de röche et en päte vitreuse coloree, le dessous de cette lampe est aussi orne de pierreries de la meme nature, qui ne sont ici qu’incrustees: longueur 270 Millimetres ?= 123 Lignes de Vienne, largeur 105 Millim. = 48 Lignes de Vienne. Poids l 3 / 4 Livres de Leipsic = 234,5 Ducats. 2 e Lampe figuree d’Ibis presque couverte de pierreries incrustees, de la nature de eelies indiquees ci-dessus: longueur 250 Millimetres= 114 Lignes de Vienne, largeur 80 Millim. = 36,4 Lignes de Vienne, epaisseur 1,5 Millim. = 0,7 Lignes de Vienne. Poids l 5 / 32 Livres de Leipsic = 154,94 Ducats. 3 e Lampe, de la meme forme: longueur 235 Millimetres=107 Lignes de Vienne, largeur 65 Millim. = 29,6 Lignes de Vienne, epaisseur 1,5 Millim. == 0,7 Lignes de Vienne. Poids lV 8 Livres de Leipsic = 150,75 Ducats. 4 e Lampe, plus petite de la meme construction, qui ne represente aucune figure: longueur 175 Millimetres = 79,7 Lignes de Vienne, largeur 55 Millim. = 25 Lignes de Vienne, epaisseur 2 Millim. = 0,9 Lignes de Vienne. Poids 7 /ie Livres de Leipsic = 58,62 Ducats. Urne ä anses: liauteur 350 Millimetres = 159,4 Lignes de Vienne, diametre 100 Millim. = 45,5 Lignes de Vienne, epaisseur 1 Millim. = 0,4 Lignes de Vienne. Poids 3 43 / 64 Livree de Leipsic, 492,03 Ducats. Pieces menues detachees l 11 /^ Livres de Leipsic = 226,12 Ducats. 8omme totale 40 15 / 64 Livres de Leipsic = 5391,4 Ducats. ■III I1T~ . 85 Der antike Goldschatz im Bukarester National - Museum. Im Jahre 1838 wurden in dem walachisclien Dorfe Pietraossa im Distrikte Buzeu unter dem Gebirge gleichen Namens, welches jedoch von den Anwohnern auch Istritza genannt wird, die unten verzeichneten, nebst andern verloren gegangenen Gegenstände aus feinstem Golde gefunden. Der Bauer, welcher diesen glücklichen Fund gemacht hatte, hielt das Metall für Kupfer, und wollte seinen Kessel damit ausflicken lassen. Desslialb zerhackte er eine von den Schüsseln und gab ein Stück davon einem Zigeuner, welcher den Kessel damit hersteilen sollte. Die Arbeit wollte aber nicht gelingen, und der trostlose Künstler warf dem Bauer sein schlechtes Kupfer vor die Füsse. Anfänglich durch einen Serben, nachträglich aber durch einen Juden wurde der hohe Werth erkannt, die Sache der Regierung verrathen, und durch Nachforschungen wenigstens so viel vor Vernichtung und Verschleppung gefettet, als jetzt noch im Museum zu Bukarest aufbewahrt ist. Der Goldwerth beträgt 8000 Ducaten, der antiquarische ist vor der Hand noch unschätzbar. Diese höchst interessanten, und in ihren Verzierungen jenen im k. k. Antiken - Cabinette gleichenden Goldgeschirre sind auf den mitfolgenden Tafeln nach dem angesetzten Massstabe ziemlich treu abgezeichnet. Eine über 1/ im Durchmesser haltende Schale, zwei Pfuud schwer, vom reinsten Golde und meist getriebener Arbeit. In der Mitte dieser Schale, als Omphalos befindet sich eine sitzende weibliche Figur, welche eine Tasse in der Hand hält, und herausgenommen werden kann, von ihr ist die Seiten- und Vorderansicht gezeichnet. Diese sitzende Figur umgibt ein Kreis mit fünf Thiergestalten und einem liegenden Menschen in halberhobener Arbeit; darauf folgen mehrere Kreise von Blättern und Perlen von sehr sauberer Ausführung. Den folgenden Kreis, den grössten Theil des Innern dieser Schale einnehmend, füllen dreizehn stehende und zwei sitzende männliche und weibliche Figuren aus. Es scheint Apoll, Mars und Neptun an den Attributen kenntlich; doch sind mehrere der ganz unbekleideten Gestalten mit anderen Attributen versehen, als sie in der griechischen und römischen Mythologie gewöhnlich Vorkommen. Darauf folgen wieder sehr zierlich mit Laubwerk und Perlen verzierte Ränder. Beilage V. 1. 1. Ein 5" im Durchmesser haltender, beinahe 6'" dicker Goldreif in Schlangenform und elastisch, für einen Armring beinahe zu umfangreich. Darauf befindet sich folgende griechische Inschrift: xaipe kai mm. (Freue dich und trinke.) Beilage VI. 3. 22 I 86 n w Ein Goldring von gleicher Grösse und Dicke, mit nachstehender, schon etwas schwer zu unterscheidender Schrift: welche den pelasgischen oder auch den euganeischen Charakteren gleichen, die jedoch Herr Thalson aus Karlshurg für hunnisch erklärt, und nach seiner Weise, sinnreich zwar, aber fern von aller kritischen Ueberzeugung gelesen hat. Beilage VI. 2. Eine, gegen 2 ' im Durchmesser haltende, goldene Schüssel, im Innern mit einem verzierten Rande versehen, wie früher erwähnt, in Stücken zerhauen, wovon hier nur der vierte Theil gezeichnet. Beilage VI. 6. Ein goldenes Diadem, dessen Hintertheil viel niedriger und mit Charnieren versehen ist. Vorne ist dieser Hauptschmuck mit Glaspasten strahlenförmig besetzt , jedoch sehr beschädigt. Das Ganze enthält 9" im Durchmesser. Beilage VI. 5. Ein achteckiges, 9" im Durchmesser haltendes Gefäss, oder Körbchen von schöner, durchbrochener Arbeit, mit rothen, glatten Steinen und Pasten besetzt, woraus auch die Flecken der Leoparden, als Handhabe, bestehen, wovon aber nur noch einer vorhanden, der andere abgebrochen und verschleppt wurde. Beilage VI. 1. Ein, F/a' hoher, sehr schlanker, goldener Henkelkrug, mit einem Vogel und einigen antiken Verzierungen. Beilage V. 3. Ein goldenes, über V hohes Gefäss, oder irgend ein Ornament (Fibula?) mit rothen Glaspasten besetzt, in der Form eines Adlerkopfes. Beilage V. 7. Eine goldene Lampe, wie die gewöhnlichen von Terra Cotta, 5" lang. Beilage V. 6. Eine einfache goldene Schüssel, fast 1' im Durchmesser haltend. Beilage V. 4. Abhanden gekommen sind ein ganz gleiches achteckiges Körbchen, wie Beilage VI. 1.;— ein goldenes Geschirr in Ibis-Form, wie Beilage V. 3.;—eine goldene Lampe, wie Beilage V. 6.; — vier schlangenförmig verflochtene Armringe, zwei mit grossen Steinen und eine Gluckhenne mit neun Küchlein, mit schönen Glaspasten verziert. Es muss noch bemerkt werden, dass sich in der Nähe des Fundortes ein sehr gut erkennbarer Wall von viereckiger Gestalt befindet, dessen jede Seite 715' Länge hält. Auf der Spitze des höchsten Berges über dem Dorfe ist ein Ringwall, 20' im Durchmesser haltend, erkennbar, welchen die Walachen die goldene Scheuer nennen. Bei dem Graben im Innern fand man Steinpflaster, und in der Umgebung mehrere in Reihen gelegene Gruben, Grundmauern von Gebäuden, Scherben von Gläsern, Ziegeln und dünnen Marmorplatlen. Eine benachbarte Quelle wird jetzt noch die Quelle des Adlers genannt. Die in Siebenbürgen im vorigen Jahrhunderte gefundenen und im k. k. Antiken-Cabinette in Wien auf bewahrten Goldgeschirre, darunter ein einziges von 614 Ducaten Schwere, haben viel Aehn- liclikeit in Form und Verzierungen mit jenen bei Pietraossa in der Walachei gefundenen. Der wesentlichste Unterschied zwischen den Mittheilungen des Fürsten Michael Gliika vom März 1840, und des Herrn Kurz aus Kronstadt vom 25. December 1847 besteht darin: Herr Kurz schildert deu Fundort etwas genauer, gibt in der schriftlichen Erklärung des Fundes eine Inschrift, von welcher der Fürst nicht Erwähnung macht, und die äusserst wichtig ist, es ist nämlich die griechische Inschrift auf der Torques, Beilage VI. 3. :! I li 87 XAIPE KAI 77/ME, von welcher, wie von der (euganeischen)’, welche sich auf Torques, Beilage VI. 2 . vorfindet, eine Durchpausung sehr erwünscht wäre. Neu war auch das hohe Gefäss, Beilage V. 3., so wie 7. Der Fürst gab den Goldwerth des 1838 gemachten Fundes auf 40 15/ 64 Leipziger Pfunde =5....Duc. Herr Kurz auf 8.000 Ducaten an. Auf Beilage V. 4. ist noch ein anderes Goldgefäss gestochen, welches dem k. k. Ca- binette im Jahre 1848 zum Kaufe angeboten, wofür aber im Verhältnisse zur Arbeit zu viel verlangt wurde. Dasselbe hat die Gestalt einer Schöpfkanne, wiegt 334 Ducaten, ist angeblich in der Arader-Gespannschaft gefunden, vom reinsten Golde, dessen Gehalt den Gelassen des k. k. Cabinettes ähnlich. Es ist aus einem einzigen Stücke sehr kunstvoll getrieben, hat keine Spur von Löthung 1 )* Die Buckeln erinnern einigermassen an die Verzierung, die auf militärischen, musikalischen, sehr geschmackvoll gearbeiteten Hörnern angebracht sind. Solche Hörner wurden auf der Insel Seeland bei Friedericlisburg im Jahre 1801 gefunden; sie sind ein nicht zu übersehender Beitrag zu den Bemerkungen über die Aehnlichkeit in den Verzierungen zwischen den in Ungarn und im Norden gefundenen, oben mehrfach besprochenen Monumenten 2 ). *) Arneth. Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften. II. H. 1848. S. 108. J. G. Seidl. Chronik der arch. Funde. Archiv der k. Akademie der Wissenschaften. II. Bd. 2 ) Nordisk Tidsskrift for Oldkyndighed. Kiobenhavn. Annee 1833 und Musee des Armes rares anciennes et orientales de S. M. l’Em- pereur de toutes les Russies. PI. CLXII. 22 # 1 > /*' t. 4 . 3 t - £ f? t&H&r , t .<£& /#$ v sk 3 s^.$ ’/T. W'-^f 4». V / **‘ jr' » , £ $* ^ /jf i fxii i' r sssst Skt#« 5 «hw _ W“ .*%**; v^s? ■-* A * <** Erläuterun g. Vielleicht bedarf es der Rechtfertigung, dass der Votiv-Schild des Agrippa hier viermahl abgebildet erscheint; desshalb erlaube ich mir die Veranlassung dazu umständlich anzugeben. Zuerst wurde das interessante Werk von Herrn Fendi, allen als genialer Zeichner und Erfinder so vieler, mitunter höchst gelungener, Bilder bekannt, im verkleinerten Massstabe gezeichnet und gestochen. So sehr ich von jeher das Talent, den Geist dieses ausgezeichneten Künstlers, mit dem ich in vielfacher Freundschaft- und Dienstes-Berührung stand, achtete, so schien mir doch die von selbem ausgeführte Abbildung des Monumentes nicht strenge genug, sondern enthielt mir zu viel von jener minder ernsten aber gefälligeren Weise, nach welcher der Künstler später strebte, als er durch mannigfache Veranlassung vom historisch Getreuen sich mehr zumZierlichen wandte. Weil aber diese Arbeit Fendi’s vielfaches Verdienst und viel Ansprechendes hat, so wollte ich sie nicht bloss als Kupferplatte im Cabinette liegen lassen, sondern deren Abdrücke mittheilen; da ich jedoch nicht ganz befriedigt mit Herrn Fendi’s Stich war, soliessich durch dessen Nachfolger, Herrn Schindler, das nämliche Monument in der Grösse des Originals zeichnen und stechen. Dieses Kunstproduct entspricht gewiss allen Forderungen, die man billigerweise stellen kann, und dürfte Jedermann hinlänglich befriedigen. Jedoch haben die vorzüglichen Werke des Al terthums so viele anziehende Seiten, dass es auch dem umsichtigsten, fleis- sigsten, treuesten Nachbildner nicht immer möglich ist, allem zu entsprechen. Als die Umrisse des in Spanien gefundenen Votiv-Schildes des Theodosius mit einer vortrefflichen Erklärung von Herrn Delgado an die kaiserliche Akademie der Wissenschaften geschickt und mir zur Bericht-Erstattung zugetheilt w urden, konnte mir die Aehnlichkeit zwischen dem in Aquileia und dem bei Badajoz gefundenen Kunstwerke nicht entgehen, ein Umstand, der mich bestimmte, auch den in Aquileia gefundenen Schild bloss in Umrissen an die Seite der früher erwähnten zu geben; damit aber der geneigte Betrachter der hier mitgetheilten Monumente durch die Aehnlichkeit der Abbildung um so leichter zur Annahme der S. 74 . 75. ausgesprochenen Ansichten bewogen werden möchte, glaubte ich’s nicht unnöthig, auch diese dritte Abzeichnung mitzugeben. Weil jedoch das Monument so etwas eigentümlich Ansprechendes hat, ich möchte sagen, wie der Charakter des grossen Mannes, dem ich’s zuschreiben zu sollen glaube, so gestehe ich wohl offen, dass auch die vorhandenen drei Abbildungen mich noch immer nicht ganz befriedigten, und ich desshalb durch Vorlegung der vierten in Farben dem ausgezeichneten Originale näher gekommen zu seyn eifrig wünsche; denn bloss die möglichst treue Wiedergabe des Originals dient der Wissenschaft wie der Kunst. Mit dem Kranze des Kreithonios hat es eine ähnliche Bewandtniss. 23 Z 11 s ä t z e. S. 7. 4) Der freundlichen Mittheilung des Custos des k. k. Mineraliencabi nettes Herrn Paul Partscli verdanke ich folgende Notiz: «Bei Neu-Gredistye, südlich von Szaszvaros in Siebenbürgen, wurden zwischen den Jahren 1800 und 1806 mehrere tausend Stück Lysima- cher Münzen in Gold gefunden. Es sind in der Nähe von Neu-Gredistye sehr merkwürdige und wenig bekannte Ruinen in einer abgelegenen und waldigen Gebirgsgegend. Auch im benachbarten Thale Anynesch und nach des Arztes von Zalathna Erzählung auch daselbst werden häufig Goldmünzen aufgefunden. S. 7. 12) Im Malis in Frankreich wurden 1848 den 13. Juli 13,936 Silbermünzen, alle Denare, aus den Zeiten der römischen Republik bis zum Kaiser Tiberius gefunden. Ca- talogue raisonne des Monnaies Romaines trouvees dans le jardin du College du Maus; par E. H. Au Maus, 1849. S. 34. Nr. 179. G. I. — Nr. 180. G. I. — Nr. 182,183. G. I. S. 35. Nr. 186. G. I. S. 40. Nr. 277. S. VIII. G, — Nr. 278. S. VIII. G. — Nr. 279. S. VIII. G. S. 50. 2) Zu den merkwürdigen Medailloii’s in Gold mit schöner Einfassung und Oelir gehört einer von Honorius, welcher zu Löwen sich im Besitze des Herrn Meynaerts befindet. Revue de la Numismatique Beige. III. 209—212. pl. VIII. — Honorius und Galla Placidia. Dissert. Etrusc. di Corton. IV. 235. Tav. I. S. 74. 7) Dissert. Etrusc. di Corton. IV. 235. Tav. II. S. 59. 3) Longperier. Dissertation sur les Phaleres. Revue numismatique XIII. 1848. pl. VI. p. 85—105. S. 64. 3) Boldü CCte.). Deila Staiua di Marco Agrippa. Venezia 1829. Fol. (Ediz. di 100 Esemplari.) Inhalt. Seite Einleitung... .... .. l Funde...'.... 6 Sammlungen von Monumenten in Gold.. 10 Sammlungen von Monumenten in Silber. 15 Monumente in Gold. Tafel G. I — XVIII und S. IV. und GS VIII............ ...19 Beschreibung ...... 19 Beschreibung eines Kranzes aus feinem Goldbleche; im Besitze des Königs von Bayern. Platte XIII. 41 Beschreibung der auf den Platten XIV., XV., XVI., XVII gestochenen Medaillen in chronologischer Ordnung..... 43 Beschreibung der auf der Platte XVIII. gestochenen, mit einer Einfassung umgebenen römischen Münzen und einer Medaille, in chronologischer Ordnung.55 Seite Monumente in Silber. TafelS.I—VIIIundG.IX.—XII. 59 Beschreibung. 59 Beilage I. Griechisches Gefäss. 72 Beilage II. Silber-Monument des k. k. Münz- und Antiken-Cabinettes (Clypeus votivus des Agrippa}.. 73 Beilage III. Silber-Monument in Madrid. (Clypeus votivus des Theodosius.).. 73 Anhang...‘... 83 Beilage V. und VI. Goldschatz zu Bukarest. 83,87 Erläuterungen. 88 Zusätze.......’ 89 Verzeichn iss der Tafeln. Taf. G. I. 1. Grosse Kette mit daran hängenden Werkzeugen, Instrumenten etc.. 19 4. Schreitender Pan. 80 5,6. Ringe mit Pasten verziert.. 80 7. Schreitende Kuh mit tironischen? Noten bedeckt..... 80 80. Kopf der Pallas, auf dessen Helm rückwärts der Kopf des Pan ?. 82 179. Ring. .. 34 180. Ring mit Skorpion.. 34 182,183. Ohrgehäng... 34 186. Schlangenring... 35 » G. II. 13. Rundes Gefäss mit monströsen Thieren verziert. 21 15. Theil eines musikalischen Instrumentes mit Schriftzeichen ..... 21 » G. III. 9,2. Gefässe mit einem Ochsenkopfe.19,20 31. Nautilusähnliches Gefäss. 25 » G. IV. 3,8. Schale mit Handhabe ; innen in der Mitte ein monströses Thier en relief. 20 18,19. Schale mit griechischer Schrift; rückwärts ein Gfeif, der einen Hirsch zerreisst. ....... .Nr. 18 22 » G.V. 21. Schale mit eingeschlagener Schrift Nr. 19 22 29. Ovale Schäle mit Schrift ü. Verzierungen 24 » G. VI. 28. Flaschenartiges Gefäss mit Reliefs in 4 Feldern... • ^ » G. VII. 32. Fläschenartiges, flachgedrücktes Gefäss mit Reliefs. 25 266. Armband mit eingravirten Verzierungen. 40 267. Spiralförmig gewundener Golddraht. 40 Taf. G. VIII. 11. Flaschenförmiges verziertes Gefäss -..... 20 17,10. Becherähnliche Schale. . 20 30. Das grösste Goldgefäss. 24 199. Schale auf einem Fusse mit Schriftzeichen . 35 231. Charaktere, auf dem Fusse einer Schale eingeritzt ....•.. 36 » G.IX. S. 112. Glatter, enger Becher .... 30 113. Grosses, mit Ringen verziertes Halsband 30 114. Fibula. 31 115. Fibula.... 31 116. Armband mit Ringen verziert. 31 - 117. Onyx, mit 4 daran hängenden Kettchen. 32 118. Durchbrochene. Fibula mit Schrift....... 32 » G. X. 200. Lilienartig verziertes Gefäss mit gegliederter Handhabe und Schriftzeichen .. . . :...Nr. 233 39 233. Am Halse lilienartig verziertes Gefäss mit gegliederter Handhabe.Nr. 200 25 » G. XI. 82. Goldplättchen mit durchstochener Schrift 29 123. Halskette aus glatten und verzierten Kugeln. 32 125. Rundes Blättchen mit dem Kopf der Medusa.... 32 127. Scheibe (Tmlla) mit Verzierungen und Glaspasten... .. Nr. 238 39 131. Verzierte Fibula. ’.... 32 23 # ■ ii- ihn i' Vit.. üä 1 ■if 1 Or : !■ i h i ' c. >- * “»5®. N t ^£p> ^ VT r 1 -'" v>--j . )' S .V. gp?** c: * f pr. *%w ^ >«v, * ^4 r Ifkmdfcr • i *1^ ^ &■. *us5' ^r> J aW*feÄ3 *$bA £ V^'. . •;;*:$/? \* it v^'-i l-'ö ;f^ .. i* 1 " w; ” j Ä354® jMrfj- vfpitiä.* r-^&wS*'. siBÄf MSME f&Sä&Ete ■ä***-*. & f o--».y- . ~“ !» .. .V--**: */* -'Ku wm. 't+rfj *j'*i : jrS r .>s>\ Verzoidiiiiss der Fuiidi \ s^■ n*‘nr : : .< 4 . I f*«iei‘«*H‘rreich f>. 34. Nr. 179—184. Pantieapaen;« i ^ ■■ - ;v? PetriatM'CZ ho Wa ■\ rhnrovaiaj. Pre,stovae? Oe P 4">t< böte* »i? ■%* sJ ' •- \amtest. p. 36. X, 2? ierf ; .. f. rrrirb, p, 40, Nr, 28S- f» 81, Probuzna, ^ /«O XertseJi. , t S, Nr m. Basiu« :U« p, II. Be<*7k*t .-k,< f >'iiMitT-KomitaU* *« Ungarn . f it, Sr .r* f f ry-' I ■■>■■* jif-’: w, 4fk JfPi • 2ö6, *-*r. * '<$*>’« - p. 39. Nt fäi ftf Ki.aüv**- »« *U?r *4 .• p, 13. Bukowina. *. K.wnr. Bu?.eu in der Waiiarb**» 5 - ; O.^movntz in Galizier?. $ ^ M- SlfbfnbnrgpMt . ji. y~ V • . ( ' .'f* -*-W5»'-y . •• % lf.> - •*-' . äs^f . <- - • • •*•••■-* .Hier Koiuitatr *e » r ' ) in der km»«* , ^ ■- - .*>- •- . 3», Nr. 178. 1 Nf". I» - 30, jf. .•■’% X»\ Lithau in Mähren. V-n. Mediasch in SiehmtHiv ’ ? Vamiest Uufrau »md ;• ■ i3i>. t$M ^'eu«*»»,* s~; kreist- in Böhmen, p. *0 % ^ .«fl i f (fi A *51* »■ t »S‘. )f 2*">- * r 8 f 4M- f ;n I f?g.*si». jt. 2*.. Nr. 5 -6. tt-Hn.U;! im B.-v-snkr k‘»m*ate io Ungarn p * ; Mp'urnpataka im Schare*H*»*«- fcomH*tt' ;n I i>* 31* Nr, 114-116 i?- .##. Nr, II?- * - Nr. 88. p. 19. S. Nr. 94, - »» 61. t N N •- m P 7» s. Nr . 9^ rn. Nr. 98, fl. 76, > Komi täte in SUvunO-tt, i> 35. Nr. 2Hk mt. %*, m, N. Nr, 99. Komi in finiten. p ?,* \ *.* Sabacser Wald in i t? ^ % S f - •.• .> *■• Sainna i» Dalmatien, p sf9. N; :>V ,v. , S. Nr. 35, f», 77, 8. Nr. 72. Snioniehi in Macedonie«, f». 34, Nr II? «. ^ r ^ Sritensietfen itt rtiterüs*H*rreifk . «. N. %j. >9, Spanien, ;i, fi? ? p. 73. Sy.ilagy-Somlyo im KrasÄner komitate in Siebenbürgen, p. 19, Nr. 1. p. 39, Nr. 238, p. 40, Nr. 239 -265, p. 43 ff. Komitat in Ungarn, p. 78, S. Nr. 76, 77. " r AÄgypten, p, 26. v »tn Heveser Kotnitatc in Ungarn, p. 40, Nr. p. ffk Nr, 8 11. ff», If. «3. £$r-' 'S-452WK r *<*.. N •. 227—230. r^. 2?? ^ rSK.mer-krei^ {lh:rrM-;<*n fVnouzna) in Galizien x Nr, H)i—114. p. ^f. S, Nr. 115. 116, Peirianeez. m m "5. a- rrb ign / /( r fch./.nd/sr ^>il H * * $:b\' K sy &y y? *>* r lüfi§ f ^:.% ;w.> jff&väF- Sr afccswv*®* #ts&/t&r-< •j:- 7W: £5*,* astM EasösMäliiÄ “'*■ l ep ' T imr. r^f r L Tj'%. '*§M imz &w '£££**•*£& ^s\ 4 p? 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