Wiener Stadt-Bibliothek, Dl Uebers nd ihre KBWt.nay x m m -, . V t.»-'»;' '*71 * <- -r-i ;^vL. -Z&Efr: .ra /• *■ "T^V-^v AfV 1 ’^.' **&&'*' l'.'-./V- ► i-rj 1 ,.! . . _j''“'7[3"r w >> \' f y 4 .-iv wf*. Äi, ?fcjP^Ni S 5&&8B t^r*i - VaSj ^**-1 DIE r / y X A ÜBERSCHWEMMUNG UND IHRE URSACHEN SUBJECTIYE ANSCHAUUNGEN ÜBER DIE DONAU-REGULIRUNG BEI WIEN 1876. Vortrag, gehalten, am 18. No-yemher 1876 im ÖSTERR. INGENIEUR- & A R C HIT E KT EN — VEREIN von J. DEUTSCH INGENIEUR. MIT DREI TAFELN, Nebst einem Anhänge: ABDRUCK AUS DER „REUEN FREIEN PRESSE 1 '. WIEN 1877. LEHMANN & WENTZEL BUCHHANDLUNG FÜR TECHNIK UNI) KUNST OfERSHING 17. *s i I I i i Vorwort. w ir halten es für die Pflicht eines Jeden im Staate, sich über die Vorgänge im öffentlichen Leben zu informi- ren, aus dieser Information sich eine Meinung zu bilden und diese frei und unumwunden auszusprechen. Die gewissenhafte Erfüllung dieser Pflicht, zusammen mit der Befähigung, welche der tägliche Beruf des Fachmannes mit sich bringt, reichen aus, den schwierigsten Gegenstand oder selbst die verworrensten Verhältnisse klar zu stellen, um sie dann ohne weitere Umschweife der Beurtheilung des Fernstehenden anheimgeben zu können, wir geben daher in Folgendem die entgegengesetzten Anschauungen, wie sie seiner Zeit sowohl in der „Neuen Freien Presse“ als auch in den Debatten im „Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereine“ Ausdruck fanden, getreulich wieder, und überlassen es dem Leser, sich aus denselben ein unbefangenes Urtheil zu bilden, nur müssen wir, um jeder Missdeutung unserer Absicht vorzubeugen, betonen, dass, indem wir, gestützt auf Principien rein wissenschaftlicher Natur, sowie auf eine in Erfahrung gegründete Ueber- zeugung hin, unserer Meinung hiermit Ausdruck gegeben und auf jene Mängel hingewiesen haben, welche wir für den guten Erfolg der Donau-Kegulirung für nachtheilig l* halten, dass wir unter keinen Umständen den Gedanken aufkommen lassen möchten, als läge die Absicht unseres Vorgehens darin, irgend Jemandem durch unsere absprechende Kritik nahetreten zu wollen; nichts liegt ferner von uns; im Gegentheil, wir sind uns vollständig der Schwierigkeiten bewusst, unter welchen der Ingenieur in der Hydrotechnik seinen Erfolg erringen muss, und möchten beileibe nicht ihm die Aufgabe noch schwieriger machen oder gar seinen Erfolg zu schmälern suchen. Nein, von alldem darf in unserer Kritik nichts gesucht noch gefunden werden; ihre Aufgabe darf nur die gewesen sein: zur Wahrheit zu gelangen, und wenn wir durch unsere Auseinandersetzungen in dem Fachmanne die Ueberzeugung geweckt haben, dass unsere Anschauungen fachwissenschaftlich begründet sind, dann sind wir logischer Weise an unserem Ziele angelangt, indem wir rücksichtslos blos der Wahrheit die Ehre gegeben haben, welche allein unserem Stande jene maassgebende Stellung erobern kann, die unseres Erachtens für seine Prosperität ein nothwendiges Bedürfniss ist. Diese Wahrheit vorerst zu erkennen, ist das Vorrecht des Ingenieurs, sie rückhaltslos auszusprechen aber, halten wir für seine unerlässliche Pflicht, wenn er nicht zum geistigen Handlanger sich herabwürdigen lassen will; in diesem Sinne und in keinem anderen wollen wir verstanden sein. J. Deutsch. Ueleitet von dem Bestreben, alles das kennen zu lernen, was in dem Bereiche meiner Fachwissenschaft liegt und was in technischer Weise davon in die Praxis übertragen wird, habe ich zur Zeit der letzten Ueberschwem- mung in Wien am 18 . Februar und während des darauffolgenden Hochwassers Gelegenheit genommen, die Wirkungen zu beobachten, welche die kurz vorher beendete Donau-Regulirung auf die Bewegung der Eis- und Wassermassen ausgeübt hat, um daraus schliessen zu können, ob den an die Regulirung gestellten Anforderungen in dem Maasse entsprochen wurde, wie allseitig mit grosser Bestimmtheit erwartet wurde. Ich habe ohne vorgefasste Meinung dem Kampfe der Ingenieur-Kunst mit dem Elemente zugesehen und mir aus den hierbei zu Tage getretenen Erscheinungen ein Bild von dem geschaffen, was die Technik hier vollbracht hat. Wer je einen Eisstoss in Bewegung sah, weiss, wie oft, ich möchte fast sagen in unnatürlicher Weise ein Wechsel in der ganzen Scenerie eintritt, und wie schwer es ist, jene unsichtbaren Ursachen zu ergründen, deren Wirkung eben diese Veränderung selbst ist; es wird dieses um so schwieriger, weil man, unwillkürlich von dem Schauspiele hingerissen, auf alles Andere um sich herum vergisst, um einzig und allein den Eindruck, welchen eine gewaltsam erregte Natur auf jeden Menschen ausübt, zu gemessen; nichtsdestoweniger habe ich, je länger das Grossartige in den Vorgängen auf mich einwirkte, desto ernster meinen Beobachtungen obgelegen, um die Gegenseitigkeit von Ursache und Wirkung besser beurtheilen und die Motive ergründen zu können, warum die immer- 6 !&i- während wechselnden Erscheinungen in der einen und nicht in einer anderen Weise sich einstellen mussten, bis zuletzt ich ein volles klares Bild von allen Vorgängen bekam und Bescheid mir über Alles zu geben wusste, was bei diesem Schauspiele eine maassgebende Rolle spielte. Die hierbei zu Tage getretenen Erscheinungen, sowie die vom fachmännischen Standpuncte aus denselben zu ziehenden Schlussfolgerungen in Bezug auf die Wirksamkeit der durchgeführten Donau-Regulirung, habe ich seinerzeit in einer Reihe von Artikel in der öffentlichen Presse *) besprochen. Ich that dies in der objectivsten Weise; und damit jeder Schein einer anderen Absicht als der, dem öffentlichen Interesse nützen zu wollen, von meiner Person abgelenkt werde, habe ich unter dem Schutze des Redactions- Geheimnisses geschrieben und meine Anonymität trotz manch schmeichelhafter Verlockung und trotz dem Drängen guter Freunde bis zuletzt aufrecht erhalten. Ich wollte der Sache allein dienen und jede persönliche Reclame von mir ferne halten, wenn auch dadurch mir der gewiss nicht gering zu schätzende Vortheil entging, mich in die Debatten des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, diesen Gegenstand betreffend, mischen zu können. Die Ursache, warum ich heute unter eigener Verantwortung mit meiner Meinung vor die Collegen hintrete, liegt in dem sonst ungewöhnlichen Gebrauche einer Correspondenz, welche ihrer Natur nach blos als eine private zu betrachten gewesen wäre; hierdurch wurde meine bisherige Anonymität beseitiget und meine ursprüngliche Absicht vereitelt. Die nächste und unmittelbare Folge eines solchen Vorgehens ist die, dass ich mich aller selbst auferlegten Fessel entlediget halte, und heute unumwunden die technischen Motive für meine damals ausgesprochenen Ansichten klarstellen kann; ich will jedoch von vornherein betonen, dass diver- *) Die Ueberschwemmung und ihre Ursachen. „Neue Freie Presse“ vom 25. und 29. Februar und 8. und 16. März 1876. l! * 7 girende Ansichten über wissenschaftliche Probleme und deren praktische Durchführung meiner Ansicht nach überhaupt nie zu antagonistischen Aeusserungen verletzender. Art führen können, wenn, wie ich hier voraussetzen muss, es allen Theilen ernst um die Sache ist; in einem solchen Falle gibt die Wissenschaft und die Erfahrung allein den Ausschlag, und nur Derjenige wird siegreich aus dem Wettstreite hervortreten, welcher es besser verstanden hat, die Lehren, welche die einschlägigen Naturgesetze uns geben, auf die Lösung des gegebenen Problems anzuwenden; in solch einem Kampfe werden beide Theile durch den Austausch der in der Discussion geklärten Ansichten nur gewinnen, und das Resultat selbst kann möglicherweise, wenn der Kampf in jener unpersönlichen Art, wie ich es gethan habe, eingeleitet wird, als ein Fortschritt der Wissenschaft bezeichnet werden. Dieses ist die Anschauung, welche ich mit zur Debatte brachte und heute noch bringe; jede andere Hesse selbstverständlich keine objective Discussion zu und wäre unwürdig, in unserem Vereine zur Geltung zu gelangen. Indem ich nun zur Besprechung des Gegenstandes selbst übergehe, sei mir vor Allem gestattet, den Fachgenossen im Dienste der n. ö. Statthalterei meinen Dank für die Bereitwilligkeit auszusprechen, mit welcher sie mein Bestreben, officielle Daten meinen Argumenten zu Grunde zu legen, unterstützten. Ich hatte viel zu fragen und bin oft lästig geworden; aber die Grenze ihrer Urbanität habe ich nicht gefunden. Die betreffenden Aemter sind jedoch so ärmlich mit materiellen Mitteln dotirt, dass es beim besten Willen der Beamten oft unmöglich war, jene Genauigkeit zu erlangen, die ich im Interesse der Sache gewünscht hätte; nichtsdestoweniger sind die hier beigegebenen Pläne und Tabellen hinlänglich genau, um den in Frage stehenden Gegenstand richtig beurtheilen zu können. Der Situationsplan (Tafel I) ist der gleiche, welcher allen Berichten der Donau-Regulirungs-Commission beigegeben ist \ 8 und auch bei allen Expertisen als Grundlage diente. Er ist nicht in allen Theilen correct, besonders nicht an jener Stelle, wo die Stadlauer Brücke eingezeichnet erscheint; auch ist die Trace des Durchstiches mit der wirklich ausgeführten nicht in Uebereinstimmung, ebenso sind die eingeschriebenen Wassertiefen nicht in Einklang mit jenen des Längenprofiles, welch letztere einer späteren Sondirung angehören; gleichfalls sind die angegebenen mit G bezeichnten örtlichen Geschwindigkeiten nicht durch Messungen gefunden worden und haben daher auch keinen Werth. Ich habe indess nichts an dem Plane geändert und gebe ihn blos als Uebersichtskarte, in welcher ich nur die'Fix- puncte (Haimsteine) eingetragen und den alten Stromstrich durch den zuletzt bestandenen ersetzt und darauf die Distanzen der Fixpuncte ziffermässig correct angegeben habe. Ein Längenprofil der Donau, in welchem die Veränderungen des Flussbettes in Evidenz gehalten sind, ist mir nicht vorgekommen; ich war daher gezwungen, in folgender Weise dem Zwecke zu genügen: Das eingezeichnete Nullwasser vom 4. Mai 1874 (Tafel II), welches mit augenscheinlicher Genauigkeit aufgenommen wurde, diente als Basis für die Eintragung der Wassertiefen im Stromstriche, welche durch die Sondirungen in 1871, der letzten, welche vorgenommen worden sind, gefunden wurden; das Hochwasser von 1862 erscheint ebenfalls nach einem gegebenen officiellen Profile eingetragen, während jenes von 1876, sowie der gestaute Wasserspiegel vom 18. Februar 1876 genau nach officiellen Angaben aufgetragen wurde. Es ist begreiflich, dass ein derartiges Profil in hydrographischer Beziehung Vieles zu wünschen übrig lässt, aber da keine besseren Behelfe mir zu Gebote standen, so musste ich mich mit jenen begnügen, die ich eben herbeischaffen konnte; so mangelhaft aber sie übrigens auch erscheinen mögen, werden sie nichtsdestoweniger den angeführten Argumenten keinen Eintrag thun. Die im Laufe der folgenden Abhandlung erwähnten Wassermessungen von Kudriafsky und Nicolaus habe ich nach 9 den diesbezüglichen Behauptungen des Herrn y. Wex unbestritten als richtig angenommen, sowie ich überhaupt Alles, was ich nicht controliren konnte, als correct angegeben annehmen musste. Auf Grund der von uns gemachten Beobachtungen haben wir in den genannten Zeitungsartikeln unsere Meinung dahin abgegeben, dass, wenn die Motive für die Donau- Regulirung darin bestanden , einerseits durch die Näher- legung des Stromes zur Stadt volkswirtschaftliche Vorteile zu erzielen, und andererseits durch die Gradlegung des Stromlaufes, indem die ausgesprochene Serpentine desselben mittelst eines Durchstiches ersetzt wird, die früher so häufig eingetretene Ueberschwemmungsgefahr gänzlich zu beseitigen, wenn diese Motive für die Regulirung maassgebend waren, dann hat die Art der Anlage des Durchstiches und dessen Durchführung den vorgehabten Zweck vereitelt. Dem ersteren Motive haben wir nicht die geringste Berechtigung im volkswirtschaftlichen Sinne zugestanden , ohne weiters für die Richtigkeit unserer Anschauung einen Nachweis zu liefern, weil wir es nicht für notwendig hielten, auf den bedauerlichen Umstand zurückzukommen, dass Andere mehr maassgebende seinerzeit in gleichem Sinne ihr Urteil erfolglos darüber abgegeben hatten *); für die Behauptung jedoch: dass der Durchstich gegenüber dem früheren Stromlaufe nicht wirksamer war, die Ueberschwemmung hintanzuhalten, haben wir die Gründe angegeben, dass man 1. nachdem die Richtung der neuen Trace bestimmt war, nicht die notwendige technische Fürsorge dafür getroffen hatte, um die Wassermengen auch in derselben ungestört abfliessen zu machen, und dass man in Folge dessen sich der Gefahr aussetzte, die Lösung der gestellten *) Siehe: „Bericht und Anträge der Donau-Regulirungs-Commission.“ Wien, Staatsdruckerei, 1868. Seite 145. — Minoritäts-Votum der Comite- Mitglieder Herren Hofrath Ritter v. Eichler and Ritter v. Meissn e r. 10 Aufgabe viel schwieriger und kostspieliger zu machen, als sie der Natur der Sache nach und den bekannten technischen Grundsätzen gemäss hätte sein sollen, man hat ferner 2. es verabsäumt, die nothwendigsten Vorarbeiten, welche für eine derartige Strom-Regulirung unerlässlich sind, zu machen, und dass man besonders durch den Mangel an ausgedehnten Geschwindigkeits-Messungen nicht in die Lage kam, das richtige Ausmaass des Querprofiles des neuen Stromes genau zu bestimmen, wodurch man selbstverständlich auch über das richtige Verhältniss seiner Breite zur Tiefe, eine der wichtigsten Grundbedingungen einer wirksamen Regulirung, im Dunklen blieb und in Folge dessen der Durchstich gleichsam wie eine Sandbank seine hemmende und ablenkende Wirkung auf die Bewegung des Wassers ausübte. Diese Behauptungen unsererseits sind aus den von uns dargelegten Beobachtungen hervorgegangen, die wir in der genannten Zeitschrift so ausführlich, als es in der öffentlichen Presse eben thunlich ist, schilderten, und um den Standpunct, den wir bei der Besprechung des Gegenstandes einnahmen, genau zu präcisiren, schlossen wir die damals entstandene Polemik, indem wir erklärten: - „Wir betonen, indem wir unsere Mittheilungen * schliessen, dass wir dem Labyrinthe der verschiedenen hier in’s Spiel kommenden Interessen ferne stehen und auch ferne bleiben wollen, und dass wir unsere Meinung einzig und allein nur darum öffentlich aussprechen, weil wir darauf aufmerksam machen wollen, dass man nur durch vollständig durchdachte Projecte und systematisch durchgeführte Arbeiten die misslichen hydrotechnischen Verhältnisse bemeistern und dass man nur auf diese Weise den alljährlich in Oesterreich wiederkehrenden Wasserverheerungen einen wirksamen Damm entgegensetzen kann. Was wir sagten, hat seine Geltung nicht allein für die Donau, sondern auch für alle unsere Flüsse, t * t £ * 11 welchen in ganz unmotivirter Weise ein Zwang auferlegt wird, den sie, den Naturgesetzen folgend, nie und nimmer ertragen können.“ Dieser gewiss ganz offenen und freiwillig gegebenen Erklärung gegenüber ergeht sich Herr v. W e x am Schlüsse seines Vortrages *) in allerlei ungerechtfertigten persönlichen Anschuldigungen gegen uns, über deren Berechtigung wir es dem Leser allein überlassen wollen, sich ein Urtheil zu fällen und gehen sogleich auf jene Argumente über, die er für seine Anschauung in’s Feld führt. Herr Ministerialrath v. W e x gibt gleich am Anfänge seines Vortrages eine Tabelle der Pegelstände der Donau in Linz, Stein und Wien, welche vom Jahre 1829 angefangen bis 1876 die höchsten Wasserstände während dieser Zeitperiode enthalten, und schliesst aus dem Vergleiche derselben: 1. Dass, wenn man die Umstände berücksichtigt, welche die in der Tabelle verzeichneten Hochwässer begleiteten, so müssen jene, unter -welchen der Eisgang vom 18. Februar 1876 stattfand, unter die ungünstigsten gezählt werden, welche je vorher ihren Einfluss bei gleichen Gelegenheiten ausübten; lässt man aber die Eisstauungen dieses Tages ganz ausser Betracht und vergleicht blos den Wasserstand des eisfreien Flusses (am 20. Februar) mit dem aus früheren Jahren her bekannten , so muss dieses Hochwasser zu den höchsten gezählt werden, welches seit 1830 bei Wien eingetreten ist, und sollte füglich als ein ausserordentlichesElementar-Ereigniss angesehen werden, gegenüber welchem die Ingenieurkunst nicht ausreicht und daher der Techniker für die Folgen desselben nicht verantwortlich gemacht werden kann. 2. Wenn man berücksichtigt, dass Wien unter viel günstigeren Wasserständen überschwemmt wurde, so muss es den ausgeführten Donau-Regulirungsarbeiten allein zugeschrieben werden, wenn trotz dem ausserordentlichen *) „Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereines“, Seite 86, 1876. 12 Elementar-Ereignisse nicht ein Gleiches auch in diesem Jahre eingetreten ist, obwohl zugestanden werden muss, dass der Prater und die Vorstadt Erdberg nicht verschont geblieben sind; und endlich behauptet Herr v. W e x 3. dass überhaupt in der regulirten Donau bei Wien der Eisstoss sich nicht aus localen Einwirkungen stellte, sondern blos durch Aufbau von unten herauf sich bildete, und dass darum alle Schlussfolgerungen , welche wir aus den beobachteten Vorgängen zogen, falsch seien und theils auf Unkenntniss der ausgeführten Arbeiten und theils auf absichtlichen Entstellungen beruhen, welche es uns ermöglichten, ein österreichisches Werk in unpatriotischer Weise zu verunglimpfen und in den Augen der Welt herabzusetzen. Diesen Schlussfolgerungen, sowie den von Herrn v. W e x aufgestellten Behauptungen gegenüber halten wir indess unser damals abgegebenes Urtheil über die Donau- Regulirung aufrecht, müssen jedoch, bevor wir den Wahrheitsbeweis antreten, hervorheben, dass eine wissenschaftlich motivirte Kritik, wie wir sie übten, einem technischen Werke wohl nützlich, nie aber schädlich sein kann, gleichviel ob unsere Anschauungen über die Pflichten, welche wir dem Vaterlande schuldig sind, von denen Anderer abweichen sollten. Auf das Sachliche des Gegenstandes eingehend, sehen wir uns durch die logische Consequenz des Grundprincipes, welches wir für die Debatte aufstellten, gezwungen, vorerst, wenn auch gegen unsere Neigung, auf die Pegelstands- Tabelle des Herrn v. Wex zurückzukommen, obzwar wir bei einer früheren Gelegenheit als Berichterstatter des hydrotechnischen Comite’s *) Alles gesagt zu haben glaubten, was sich überhaupt über eine solche primitive und ganz unverlässliche Messung sagen lässt; da aber Herr v. Wex nichtsdestoweniger heute noch so viel Werth auf dieselbe legt, dass er sogar seine ganze Beweisführung durch sie *) „Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereines“, Seite 159, 1875. 13 7 * t ■ 4 * 4 - genügend begründet hält, so dürfen wir eine Wiederholung nicht scheuen. Wir dürfen wohl der Zustimmung aller Fachgenossen gewärtig sein, wenn wir den Werth von Pegelstands- Beobachtungen dahin präcisiren: dass er hauptsächlich darin besteht, die Propagation der Fluthwelle anschaulich zu machen, wie sie sich an einer bestimmten Stelle oder in einer bestimmten Strecke des Flusses durch Heben und Senken des Wasserspiegels darstellt. Ein Vergleich von zwei Reihen von Pegelständen ist demnach nichts Anderes, als ein Vergleich zweier Curven verschiedener Fluthwellen, deren Gleichartigkeit nur dann richtig beurtheilt werden kann, wenn sie auf einer gemeinschaftlichen Basis developirt erscheinen; hat jedoch diese Basis zwischen den Zeitperioden, in welchen die Curven sich developirten, eine ungleichförmige Veränderung erlitten, so hört jeder Vergleich auf richtig und für irgend einen Zweck anwendbar zu sein; es wird demgemäss , da die Fluthwelle blos im Flussbette sich darstellen kann, der Vergleich, den Herr v. Wex anstellt, nur dann richtig sein, wenn das Flussbett der Donau während der verflossenen Zeitperiode seines Vergleiches unverändert geblieben ist. Wie nun Herr v. Wex selbst über diese UnVeränderlichkeit denkt, entnehmen wir seinem Aufsatze: „Ueber die Wasserabnahme in den Quellen, Flüssen und Strömen“ *); er bemerkt, dass im Herbste 1854 die Nullpuncte aller Pegel ober- und unterhalb Wiens genau nach dem Nullwasserstande am Pegel an der Taborbrücke gerichtet wurden, dass jedoch die weiteren Wasserstands-Beobachtungen von 1855 bis 1871 mit jedem Jahre eine Aenderung in der Angabe eines und desselben Wasserstandes an den verschiedenen Pegeln zeigten, d. h. der Nullwasserstand in Wien war nicht mehr jener der anderen Pegel, welche in 1854 genau auf diesen eingerichtet wurden, dass aber, *) „Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereines“, Seite 68, 1873. 14 „da das Strombett bei Molk und Stein theilweise einen felsigen Untergrund hat, an letzterem Orte durch die daselbst bestehende Brücke auch auf seine Normalbreite beschränkt ist, dann weil in diesen zwei Stromstrecken auch keine besonderen Schotterablagerungen wahrzunehmen sind, so kann das Strombett an diesen zwei Puncten als seit dem Jahre 1854 unverändert angenommen werden . . , *)“ Wenn also nach seinen eigenen Angaben während einer Periode von 16 Jahren eine solche Veränderlichkeit des Flussbettes wahrgenommen wurde, dann ist es gestattet, seine Pegelstands-Tabelle für die noch längere Zeitperiode von 47 Jahren, aus gleichem Grunde, als total werthlos für retrospective Vergleiche zu halten und kann, man im besten Falle blos jene Hochwässer miteinander vergleichen, welche erst nach 1854 eingetreten sind und sich am Pegel von Stein, welcher von ihm als der einzige unveränderliche hingestellt wird, markirten; an diesem Pegel aber erscheint das Hochwasser von 1862 um l-069 m höher markirt, als jenes vom 23. Februar 1876 woraus der Vergleichungsgrad beider Hochwässer umsomehr festgestellt werden kann, als auch am Wiener Pegel eine Differenz von 0 • 556 m in gleicher Richtung sich ergibt; nichtsdestoweniger wird der Vergleich zweier Fluthwellen auf Grund der von ihm angegebenen Pegellesungen, z. B. jener von 1862 mit der von 1876 zu einer Selbsttäuschung führen, weil derselbe nur dann richtig angestellt werden könnte, wenn vorerst der Wiener Pegel von 1876 auf jenen von 1862 reducirt werden würde; in diesem Falle geht aber der Charakter und die Form der s Fluthwelle von 1876 verloren und das Resultat entspräche *) Es sei hier darauf aufmerksam gemacht, dass diese Behauptung des Herrn v. Wex von allen Staats-Hydrotekten, welche eine genaue Kenntniss des Donau-Stromes besitzen, mit vollem Rechte in Abrede gestellt wird, und wenn wir sie trotzdem in unser Argument aufnehmen, so geschieht es um nichtsdestoweniger die TJnhaltbarkeit seiner Folgerungen nachzuweisen. 15 nicht den wirklich stattgehabten Thatsachen. Man ersieht demnach, dass Vergleiche, wie sie Herr v. Wex mit den Pegelständen verschiedener Zeitperioden anstellt, ohne auf die Veränderung des Flussbettes, also auch auf den veränderten Werth der Pegellesung Rücksicht zu nehmen, keinerlei wissenschaftliche Begründung zulassen; wir müssen daher jede Schlussfolgerung, die er aus ihnen zieht, als nicht stichhältig bezeichnen, selbst dann nicht, wenn seine Pegellesungen an und für sich auch ziffermässig richtig wären. Andererseits kann man aber, obwohl der Vergleich der Fluthwellen zweier weit auseinander liegenden Zeitperioden unter allen Umständen bei einem veränderlichen Flussbette ungenau ist, nichtsdestoweniger, wenn man die Zeitlänge ihrer Fortpflanzung mit in Betracht zieht, ziemlich genäii auf den mehr oder weniger verbesserten Zustand der in Frage stehenden Stromstrecke schliessen, sowie in der That dieses der einzige Fall bei Geschiebe führenden Flüssen ist, in welchem die Pegelstände von Werth sind. Die Fluthwellen unterscheiden sich nämlich nicht allein durch die Verschiedenheit ihrer Curven oder der Höhenlage derselben, sondern auch dadurch, dass die Zeitlängen ihres ganzen Verlaufes verschieden sind, so zwar, dass diese naturgemäss um so kürzer sein werden, je geregelter der Flusslauf ist; es kann daher aus der Länge der Zeit, welche eine Fluthwelle zu ihrer Fortpflanzung nothwendig hat, auf den Zustand des Flussbettes mit ziemlicher Sicherheit geschlossen werden, was immerhin für den Hydrotekten von eminent praktischem Werth dadurch wird, weil er daraus die mangelhaften Stellen des Flusses erkennen lernt und in den Stand gesetzt wird, in rationeller Weise sein Regulirungs-Project zu entwerfen. Wir halten es für überflüssig eines Näheren darauf einzugehen, wie derartige Untersuchungen durchgeführt und deren Resultate ausgenützt werden müssen, da sie ohnedies jedem Hydrotekten bekannt sind; wir haben indessen uns bemüht, die Fluthwellen der Hochwässer von 1862 und 1876 in diesem Sinne zu verfolgen und linden sich dieselben in der beigefügten Tabelle dargestellt *); auffallend ist uns hierbei das Factum erschienen, dass, wie wir bereits bemerkten, alle von Herrn v. Wex in Vergleich gezogene Wiener Pegel ihren Vergleichswerth gegenüber demselben Pegel von 1862 eingebüsst haben; so ist jener bei Nussdorf von jeher im Stauwasser des Nussdorfer Sporns gestanden, welcher in 1876 nicht mehr existirte, es musste daher vorerst die Stauhöhe von 1862 gefunden und von den damals verzeichneten Wasserständen in Abzug gebracht werden; ferner mussten die Pegellesungen von 1862 am Pegel der Taborbrücke, welcher in 1876 durch die Absperrung des alten Strombettes ausser Function gesetzt wurde, auf den ungestauten Nussdorfer Pegel bezogen werden, weil sonst jeder Vergleich unmöglich wird **); was endlich den Pegel an der Ferdinands-Brücke betrifft, so muss derselbe, in Anbetracht der Störungen, welche die Senkung des Sperrschiffes am 19. Februar 1876 auf seine Wasserstände machte, ganz unberücksichtiget gelassen werden. In dieser correcten Weise vorgehend, kann man aus der beigefügten, in der besprochenen Weise verificirten Tabelle der Hochwasser-Pegelstände bei Stein und Wien (Seite 43, 44 und 45) die Propagation der Fluthwellen der Hochwässer von 1862 und 1876 verfolgen und miteinander, jedoch nur unter den Voraussetzungen vergleichen, dass: 1. keine Veränderungen, selbst während der Dauer der genannten Hochwässer im Flussbette eingetreten sind, eine Voraussetzung, deren Zulässigkeit zur Noth zugestanden werden kann, *) Taf. III. Leider verhinderte der Darambruch am ‘20. Februar 1876 den Vergleich bis zum höchsten Wasserstande vom 23. Februar fortzusetzen, die Resultate des Vergleiches bis zum 21. sind indcss ausreichend, das Gesagte vor Augen zu führen. **) Den Vorgang, den Herr v. Wex hierbei beliebte, indem er die Pegellesung an der neuen Franz Josef-Brücke auf jene des früheren Tabor-Pegels bezog, halten wir aus dem Grunde für unrichtig, weil, wenn auch die Nullpuncte dieser Pegel, wie er behauptet, um O'Blö“ differiren, diese Differenz bei höheren Wasserständen nicht dieselbe bleiben kann- 17 2. dass die Culminationspuncte der Wasserspiegel- Curven, wie sie durch die höchsten Wasserstände beider Pegel gekennzeichnet sind, als correspondirend angenommen werden, eine Voraussetzung, welche wohl ihre Begründung hat, und endlich 3. wenn die höchsten Wasserstände als correspondirend angesehen werden, auch alle anderen proportional diesen angenommen werden können. Vergleicht man unter diesen Voraussetzungen die Verhältnisse beider Fluthwellen, wie sie sich in den Pegelständen darstellen, so kommt man vor Allem zu der, für unsere Zwecke wichtigsten Erkenntniss, dass die Fluthwelle von 1876 bei kleineren Wasserständen schneller sich bewegte als jene von 1862 bei höherem Wasser stände, was mit Sicherheit darauf schliessen lässt, dass der Zustand des Flusses oberhalb Nussdorf bis Stein im Allgemeinen in 1876 ein günstigerer war, als in 1862 und dass aus eben diesem Grunde die Gewässer in 1876 schneller nach Wien kamen und in Folge dessen hier ein unverhältniss- mässig höherer Wasser stand eintreten musste, so lange unterhalb Wien die Abflussverhältnisse dieselben blieben wie früher, ein Umstand, der nicht eingetreten wäre, wenn bei der ProjectsVerfassung für die Donau-Regulirung auf die Zeitlänge der Fortpflanzung der Fluthwellen volle Rücksicht genommen worden wäre, was unserer Ansicht nach um so nothwendiger erscheint, weil daraus die Abflussverhältnisse unterhalb Wien für jene oberhalb der Stadt als von maassgebender Bedeutung erkannt worden wären *). *) Will man bei dem Beharrungszustande beider in Vergleich stehenden Wasserstände ein gerades Verhältnis gelten lassen, so könnte durch folgende Proportion der Pegelstände diese Ueberhöhung des Wasserspiegels ziffermässig gefunden werden; 1862 1876_ Stein Wien Stein Wien 5-899' : 4-106 = 4-56 : x woraus x = 3’174 m , also um 0-376 m (14 Zoll) niedriger als der wirklich in 1876 abgelesene von 3-55“, oder mit anderen Worten: der 18 Wir constati ren demnach aus dem Vergleiche der Fluthwellen den höchst bedenklichen Umstand einer solchen Ueberhöhung des Wasserspiegels in 1876, welche jede Hoffnung auf eine Senkung desselben ausschliessen muss, bis Vorkehrungen für die besseren Abflussverhältnisse unterhalb Wien getroffen sein werden; um diese jedoch vorher bestimmen zu können, wäre es sehr wünschenswerth gewesen, den Vergleich dieser Fluthwellen in seiner ganzen Consequenz durchzuführen, um daraus auf den Charakter und die Ausdehnung dieser Vorkehrungen schliessen zu können, allein wie bekannt, ist der Bruch des Dammes, welcher das alte Bett gegen das neue absperrte, am 20. Nachts eingetreten, hierdurch wurde eine Theilung der Durchflussmengen bei Wien herbeigeführt, so dass man in Folge dessen den Culminationspunct der Fluthwelle, welcher erst bei dem höchsten Wasserstande des 23. in Stein eintrat, bei Wien für die gleiche Zeitperiode nicht bestimmen konnte, demnach nicht in der Lage ist, einen vollkommenen Vergleich der Hochwassercurven von 1862 und 1876 anzustellen, um daraus auf den Charakter und Ausdehnung der unterhalb Wien noch nothgedrungener Weise vorzunehmenden Arbeiten schliessen zu können, welche indess nichtsdestoweniger durchgeführt werden müssen, wenn durch die Regulirung Wasserstand von 1876 war um 0-376 m höher, als er bei einem systematischen Vorgehen in der Regulirung des Stromes hätte sein sollen. In gleicher Weise berechnet, hätte der Steiner Pegelstand von 1862, wenn er im Jahre 1876 eingetreten wäre, in Wien einen Wasserstaud von 4'593 m (14y 2 ') ergehen, also einen Wasserstand, welcher sowohl die Donau-Uferbahn, so wie auch alle am Ufer gelegenen Lagerhäuser 2%' unter Wasser gesetzt hätte, das Hochwasser von 1862 würde demnach in 1876 in Folge der Donau-Regulirung einen absolut schlimmeren Zustand als den damaligen herbeigeführt haben, selbst wenn man jene ganz unbedeutende Erhöhung des Wasserspiegels in Abzug bringt, welche durch die Senkung des Sperrschiffes hervorgerufen wurde. der vorgehabte Zweck: eine Befreiung von der Ueber- schwemmungsgefahr wenigstens bei eisfreiem Hochwasser erreicht werden soll; man ersieht demnach, dass die Pegelstände des Hochwassers von 1876 selbst den bescheidenen Anfragen, die wir an sie stellen, nicht antworten, um wie viel weniger können sie als Basis der ganzen Beweisführung dienen, die Herr v. Wex auf sie gründet. Seine Schlussfolgerungen aus Pegelständen allein, sind derart, dass es unmöglich ist, auf wissenschaftlichem Wege zu den von ihm aufgestellten Schlussfolgerungen zu gelangen. Gleich unrichtig, wie seine Schlussfolgerungen aus den Pegelständen es sind, ist seine Behauptung: dass, weil der Eisgang von 1876 bei einem hohen Wasserstande abging, derselbe auch als ein ausserordentliches E 1 e- mentar-Ereigniss hingestellt werden muss, denn selbst zugestanden, dass ein Eisgang ein Elementar - Ereigniss ist, so ist es immerhin ein Ereigniss, auf dessen Eintreten wir in unseren Breitegraden gefasst sein müssen, daher unsere Stromarbeiten darnach angeordnet sein sollten, damit bei dessen Vorkommen keine Störung ein treten kann, wenn aber gerade die getroffenen Anordnungen das grösste Hinderniss für die -Fortbewegung des Eises bildeten, dann ist die in Folge eingetretene Eisstockung mit ihren verheerenden Consequenzen nicht mehr ein Elementar-Ereigniss, sondern ein solches, dessen Herbeiführung wir selbst verschuldet haben; ein Verschulden, das Herr v. Wex in seinem Vortrage selbst bestätiget. Dort heisst es: „Oberhalb der Stadlauer Eisenbahnbrücke, woselbst der Durchstich in das alte Strombett wieder einmündet, hat sich ein Theil des Eisstosses festgesetzt, und zwar an jener Stelle, wo weder das neue linke Stromufer noch der linksseitige Inundationsdamm quer über das alte Strombett bisher hergestellt werden konnte, daher der den Eisstoss tragende höhere Wasserstand, welcher vom Kahlenbergerdörfel an, zwischen Dämmen eingeschlossen war, sich daselbst in das alte Strombett und 20 in die linksseitige Rinnsale ungehindert ergiessen konnte und sonach den Eisstoss im Strome sitzen liess. Diese Eisversetzung hat oberhalb der Stadlauerbrücke in der Nacht vom 18. zum 19. Februar im Durchstiche eine Wasserstauung verursacht, welche bei der Militär-Badeanstalt eine Höhe von 5*87™ bei der Reichsbrücke von.5’37 m bei der Stadlauerbrücke von.4*43 m und bei der Kaiser Franz-Josefs-Brücke von 3*95™ erreicht hatte *). Dieser Eisstoss ist jedoch schon in der Nacht vom 19. zum 20. Februar gegen Fischamend gänzlich abgegangen. Am unteren 2845 m langen Weidenhaufen- Durchstich, welcher ober dem Nullwasser auf 170*7“ Breite ausgegraben, unter Null aber bisher nur auf 114™ Breite und auf 2’53™ Tiefe ausgebaggert war und dessen fernere Erweiterung, Vertiefung und Ausbildung vorläufig dem successive eintretenden Hochwasser überlassen worden ist, hat sich eine zweite Eisstossversetzung gebildet, welche den von der Stadlauerbrücke abgegangenen Eisstoss zwang, durch das noch nicht abgeschlossene alte Strombett bei Albern und Kaiser-Ebersdorf gegen Fischamend abzuströmen.“ Aus dieser Darstellung geht klar hervor, dass das angebliche Elementar - Ereigniss durch den unfertigen Zustand der unteren Strecke, also durch den Umstand herbeigeführt wurde, welchen ein rationelles Vorgehen bei Regulirungs-Arbeiten ausschliesst, indem bei solchen gerade die unteren Strecken zuerst der Vollendung nahe gebracht werden müssen; es geht aber auch daraus hervor, dass die Ausbildung des unteren Durchstiches der Wasserkraft allein überlassen wurde, eine Anordnung, die wohl *) Wir haben Ursache, die Coten dieses Stauwassers, wie sie unser Längenprofil angibt, für genauer zu halten. nie in der Nähe einer volkreichen Stadt zur Anwendung kommen darf; wenn demnach ein solches untechnisches Vorgehen unsere gerechte Kritik her vorrufen muss, was sollen wir erst von der gleichen Eisversetzung am oberen Ende derselben Strecke denken, und wo sollen wir für sie eine Entstehungs-Ursache suchen, da doch hier alle Abschlussdämme ausgeführt und der Durchstich in seiner vollen vom Herrn Ministerialrath beantragten Breite und Tiefe ausgebaggert war; Herr v. Wex berichtet nämlich über den Vorgang bei dieser Eisversetzung: „Als am 16. und 17. Februar in Folge plötzlich ein- getretenen Thau- und Regenwetters der Eisstoss von Tuln herab und oberhalb Nussdorf am 18. Februar Früh in Bewegung kam, ist nur eine Partie der zwischen der neuen Scheerspitze und der Nordwestbahn-Brücke im Strombette stark zusammengeschobenen Eismassen bis zum 18. Nachmittags 4 Uhr unverrückt stehen geblieben*), während welcher Zeit der von oben nachrückende Eisstoss zum kleineren Theile unter dem Sperrschiffe durch den Canal und zum grösseren Theile über das linksseitige Inundationsge biet (richtiger Hochwasserprofil) abgeflossen ist. Die letzteren Eismassen traten gleich unterhalb der Nordwestbahn- Brücke wieder aus dem Hochwasserprofile in den Durchstich und flössen in diesem rasch ab **).“ Wir constatiren demnach aus dem Berichte des Herrn v. Wex, dass innerhalb der regulir- ten Donau-Strecke, entgegen seiner früheren Behauptung, zwei gleichartige Eisschoppungen eingetreten sind, und zwar die eine oberhalb der Nord- *) Jener Theil nämlich, welcher das Querprofil der Flussbettes vollständig anschoppte. **) Um, wie Herr v. W e x früher auseinandersetzte, oberhalb der Stadlauerbrücke in einer Distanz von circa 6000 ra stromabwärts von der Nordwestbahn-Brücke sich neuerdings festzuschoppen und einen Stau von 5’87 m zu verursachen. westbahn-Brücke,also unmittelbar oberhalb des oberen 6263 m langen Durchstiches, welche genügende Consistenz besass, um die nachfolgenden Eismassen während eines ganzen Tages trotz eines Wasserstandes von 3'95 m ober Null von ihrer natürlichen Richtung durch den Durchstich abzulenken und sie gegen das linke Ufer, also in der Richtung des alten Flussbettes, zu dirigiren; die zweite dieser Eisschoppungen fand oberhalb der Stadlauerbrücke statt, ebenfalls unmittelbar oberhalb des unteren 2845 m langen Durchstiches, dessen Eisversetzung stark genug war, um den bei einer Wasserhöhe von 4*43 m ober Null abgehenden Eismassen den Weg zu verlegen und sie nach dem rechtsseitigen Ufer, also ebenfalls in der Richtung des Stromstriches des alten Flussbettes hinüber zu drängen, so dass sie dort im alten Bette ihren Abfluss finden konnten. Diese von Herrn v. Wex selbst zugestandenen That- sachen zusammen mit dem schon früher erwähnten Umstande, dass die Regulirung der Donau eine übermässige Anschwellung des Wasserspiegels bei Wien herbeigeführt hat, lassen es nicht zu, diese Regulirung in einen günstigen Vergleich mit den Verhältnissen des alten Stromes zu stellen; wir können daher der diesbezüglichen Ansicht des Herrn v. Wex, nämlich, dass es den Regulirungs-Arbeiten zugeschrieben werden muss, wenn keine Ueberschwemmung eingetreten sei, keine Berechtigung im hydrotechnischen Sinne zuerkennen, und dieses umsoweniger, weil das alte Bett, mit seiner fast doppelt so grossen Tiefe als die des neuen Bettes, im gleichen Falle keine so eclatante Eisschoppungen, deren Entstehen heute als entschuldigendes Ele- mentar-Ereigniss hingestellt wird, zulassen dürfte, wenn die hölzernen Jochbrücken durch solche ersetzt worden wären, wie sie in der That über das neue Bett seitdem gespannt worden sind, und hätte die Beseitigung dieser Jochbrücken nicht genügt, dann konnte durch eine mässige Erhöhung und Vervollständigung der bereits bestehenden Inundations- 23 dämme jede Ueberschwemmungsgefahr durch etwa entstandenes Stauwasser leicht und ökonomisch, besonders dann beseitigt werden, wenn, wie es geschehen ist, der Nuss- dorfer Sporn gleichfalls beseitigt worden wäre. Demnach sehen wir in hydrotechnischer Beziehung keine besonderen Vortheile, welche durch die Donau - Regulirungs - Arbeiten vorgeblich entstanden sein sollen, obwohl eine rationell fachmännische Durchführung derselben diese Vortheile im Gefolge gehabt hätte. Allein wir stehen in der heutigen Besprechung nicht auf dem Standpuncte zu beurtheilen, ob die Regulirung in der einen oder anderen Weise grössere Vortheile geboten hätte, sondern auf dem, nachzuweisen, ob unsere Behauptungen betreffs der durchgeführten Arbeiten auf solchen anerkannten Thatsachen beruhen, woraus man schliessen kann, dass die projectirten Arbeiten nicht so durchgeführt wurden, wie sie rationell durchgeführt werden mussten, um den vorgeschriebenen Zweck zu erfüllen, und zur Beantwortung dieser Frage geben uns die oben constatirten Erscheinungen einen genügenden Anhaltspunct. Die Similarität dieser Erscheinungen, ihr Entstehungscfrt in fast gleicher Distanz oberhalb der respectiven Durchstiche, ihre gleiche Widerstandsfähigkeit gegen, und ihre gleichartige Wirkung auf die nachfolgenden Eismassen, alle diese Aehnlichkeiten lassen auf gleichartige Ursachen schliessen. Finden diese Ursachen ihre Entstehung in der Conception des Projectes oder in der Art der Ausführung desselben, dann waren wir zu jener Kritik eines öffentlichen Bauwerkes berechtigt, welche wir ihm in der „Neuen Freien Presse“ seinerzeit angedeihen Hessen; können diese constatirten Erscheinungen aber auf blos äusserliche Zufälligkeiten zurückgeführt werden, dann werden wir im Gefühle des Unrechtes unseren Fehler eingestehen und das Urtheil unserer Col- legen über uns ergehen lassen. Wir haben uns bisher bemüht, der Gedankenrichtung des Herrn v. Wex zu folgen und die Irrthümer, denen er 24 sich hingibt, klarzustellen und zu widerlegen; wir können daher jetzt auf die Begründung unserer eigenen Anschauung über die Donau-Regulirung mit umsomehr Beruhigung ein- gehen, weil wir im weiteren Verlaufe unsere eigenen Beobachtungen, welche bisher von keiner Seite einen Widerspruch erfahren haben, als Richtschnur für unsere Folgerungen nehmen werden. Unter den vielen Vortheilen, welche eine Wasserstrasse, den festen Verkehrswegen gegenüber, dem Handel bietet, ist der am meisten hervorzuheben, dass jeder Zoll ihrer Länge als eine Manipulations-Station für den Güter - und Personenverkehr benützt werden kann; handelt es sich nun darum, eine derartige Wasserstrasse, wie die Donau bei Wien, umzulegen und der Stadt näher zu führen, so kann dieses Vorhaben als gleichbedeutend mit dem angesehen werden, als wollte man z. B. einen Bahnhof in gleicher Weise und für gleichen Zweck verlegen wollen. Der letztere Fall tritt häufig dort ein und ist nur dann gerechtfertigt, wenn der überhandnehmende Verkehr nicht mehr in dem ursprünglich dafür angelegten Raume bewältigt werden kann, oder wo die Frachtgüter aus ökonomischen Gründen direct zu ihrem Verbrauchsort gebracht werden sollen; in beiden Fällen wird selbstverständlich die Ersparung an Zeit und Frachtlohn für die Amortisation und Verzinsung des hiefür verwendeten Capitales aufkommen müssen, was aber nur dann geschehen kann, wenn einerseits die früher längere Distanz bedeutend verkürzt, und wenn andererseits eine entsprechend grosse Frachtmenge den Vortheil der kürzeren Distanz ausnützen kann. Von diesem Gesichts - puncte aus betrachtet muss von vornherein, abgesehen davon, dass der Verkehr auf der Donau noch für lange Zeit im alten Flussbette genügenden Manipulations-Raum gefunden hätte, daran gezweifelt werden, dass die Kosten der Näherlegung der Donau auf blos circa 1500 m je durch ersparten Frachtlohn wieder hereingebracht werden ; / 25 ist aber eine solche Näherlegung vom volkswirtschaftlichen Standpuncte aus dennoch als notwendig erschienen, dann musste es von demselben Standpuncte aus von grösserem Vorteil erscheinen, die doppelten Kosten darauf zu verwenden und den durch die Stadt selbst fliessenden Donaucanal für die vorgehabten Zwecke herzurichten, weil in diesem Falle der Fluss mitten durch die Stadt geführt worden wäre und man in Folge dessen beide Ufer zweckmässig verwenden konnte, was bei der jetzigen Anlage zu keiner Zeit möglich werden wird, und weil dann die aufgewendeten Kosten sich viel eher aus dem erhöhten Werth der innerhalb der Stadt gelegenen Ufergründe amortisiren konnten, ein Umstand, der in der neuen Donaustadt noch lange auf sich warten lassen dürfte. War aber seinerzeit die dringende Nothwendigkeit nichtsdestoweniger dafür vorhanden, das thatsächlich durchgeführte Project als das günstigste zu empfehlen, dann musste eben mit Rücksicht auf die angeführten Bedingungen dessen Durchführung, wenn von volkswirtschaftlichen Anschauungen überhaupt die Rede sein soll, in der einfachsten, anspruchslosesten und nicht in jener verschwenderischen Weise bewerkstelligt werden, wie sie heute sich dem Auge präsentirt. Diesbezüglich konnten die Strombauten anderer Länder als nachahmungswürdige Beispiele umsomehr gelten, als diese es von jeher verstanden haben, ihre Verkehrswege durch zweckmässige Construction und ökonomische Durchführung ihrem Handel und der Industrie anzupassen und erst dann zur Vervollständigung derselben zu schreiten, als durch einen auf blühenden lebhaften Verkehr eine entsprechende Rentabilität in Aussicht stand. Wir sind indess weit davon entfernt, irgend Jemandem speciell für ein entgegengesetztes Vorgehen verantwortlich machen zu wollen, denn mit wenigen rühmlichen Ausnahmen folgten hierin alle Betheiligten jenem, tadelnswerthen, wenn auch nicht unnatürlichen Triebe, der uns Allen innewohnt und der uns antreibt, mit Einem Schlage dasjenige voll- bringen zu wollen, zu dessen Herstellung andere mehr erfahrene und besser bewanderte Nationen Jahrhunderte der Mühe und des Fleisses nothwendig hatten. Unserem Ermessen nach kann die volkswirthschaft- liche Seite der Donau-Regulirung nur dann richtig beur- theilt werden, wenn man sich zuerst darüber klar geworden ist, ob Wien für jene Massengüter, welche Donau- aufwärts zu uns kömmen — und um diese allein handelt es sich hier — als Stapelplatz oder blos als Kreuzungs- punct der verschiedenen Verkehrsrichtungen dieser Massengüter betrachtet werden kann; aber wie auch immer er sich herausbilden mag, so liegt es doch für Jedermann klar, dass die Finanzkraft, die commercielle Thätigkeit und die Creditfähigkeit Wiens stets in der Lage gewesen wäre, auch ohne Rücksicht auf die Näherlegung der Donau ihren legitimen Vortheil aus diesem Handel zu ziehen, denn wenn auch bei Massengütern dieser Art die Frachtsätze und Umschlagkosten die maassgebendsten Factoren für die Concur- renzfähigkeit eines Landes sind, so üben in diesem speciellen Falle Umstände commercieller Natur ihre Wirkung aus, gegenüber welchen eine um 1500 m grössere Weglänge in keinen Betracht gezogen werden kann. In diesem Sinne sowohl wie gemäss der Anschauung, zu welcher wir uns bekennen: dass der wirthschaftliche Aufschwung Oesterreichs nur durch die rationelle Nutzbarmachung seiner Wasserstrassen herbeigeführt werden kann, können wir dem Näherlegen des Stromes eine volkswirthsch aft- lich vortheilhafte Seite nicht abgewinnen. Obgleich nun im Allgemeinen die volkswirthschaft- liche Seite bei jeder technischen Aufgabe die maassgebendste sein muss, so müssen wir, um gerecht zu sein, zugestehen, dass bei der Donau-Regulirung das technische Motiv ausnahmsweise das prädominante sein musste; es musste ohne Rücksicht auf sonstige Bedingungen hauptsächlich darauf hingewirkt werden, dass die jährlich wiederkehrende Ueber- schwemmungsgefahr beseitigt werde; in Folge dessen war «qpir 27 die gestellte Aufgabe dahin aufzufassen, dass dem Strome eine solche Richtung und ein solcher (Querschnitt gegeben werde, dass er in Zukunft seine Bestimmung ohne Beschädigung der ihn einschliessenden Ufer erfüllen kann. Wir haben es daher hier vorwiegend mit einer rein technischen Frage zu thun, deren Lösung ganz gewiss in der Competenz jener Wissenschaft liegt, deren Geschichte nichts klarer beweist, als dass in der Lösung solcher Fragen nur derjenige Ingenieur einen guten Erfolg zu erwarten hat, welcher die Natur bei ihrer Arbeit belauscht, ihre Methode sich aneignet und sie für seine Zwecke auszunützen versteht. Fachgenossen haben es gewiss oft schon in Erfahrung gebracht, wie leicht und erfolgreich sich arbeiten lässt, wenn man in voller Kenntniss ihrer Gesetze die Natur selbst zur Hilfeleistung heranzieht; sie haben es auch erfahren, dass beim Festhalten an wissenschaftlichen Grundsätzen der Erfolg von selbst sich einstellt und wissen, dass in solchen Fällen selbst gewaltsame Zufälle kaum einen zerstörenden Einfluss auf das geschaffene Werk ausüben können; sie wissen aber auch, dass jede Abweichung von diesen Principien, dass jede Verletzung der Naturgesetze Folgen der unberechenbarsten Art nach sich ziehen, gegen die es keine Gewähr mehr gibt, und dass in solchem Falle selbst die Anwendung massenhafter Schutzmittel, abgesehen davon, dass sie an und für sich schon gegen jedes technische Princip verstossen, nur Nothbehelfe sind, welche, in Zeiten der Gefahr wie Spreu vor dem Winde, widerstandslos dem Zufalle anheimfallen. Es ist daher begreiflich, warum der erfahrene und mit dem Gegenstand vertraute Ingenieur, dem die Aufgabe gestellt ist, einen Strom in ein neues, den Umständen besser angepasstes Bett zu leiten, vorerst die in der Natur vorhandenen Ursachen aufsucht, welche dem Strome seine frühere Richtung gaben und diese entweder beseitigt oder sie für seinen vorgeschriebenen Zweck derart verändert, dass der Strom im 28 neuen Bette ungehindert und folglich auch unschädlich für die zu schaffenden baulichen Anlagen seinen Weg fortsetzen kann. Der vorliegende Fall ist in der That vorwiegend ein solcher, in welchem der Ingenieur diesen Weg einschlagen musste, wenn er nicht anders seine Aufgabe erschweren und die angewendeten Schutzmittel ganz ausser Verhältnis zu ihren Leistungen anordnen wollte. Das fliessende Wasser überströmt bekanntlich jedes sich darbietende Hinderniss normal auf seine Kreuzungsrichtung ; es bedingt demnach jede im Laufe der Zeit durch die Wirkung des Wassers hervorgerufene Veränderung in dieser Richtung, einen veränderten Stromlauf, welcher, je nachdem die Auswaschungen gleichmässig oder ungleich- * mässig vor sich gehen, zu gleicher Zeit in verschiedenen Richtungen abgelenkt werden, und den einen oder anderen Arm mehr oder weniger alimentiren oder ausbilden kann, je nachdem eine mehr oder weniger ausgesprochene Veränderung in der Krone des Hindernisses, im verticalen Sinne, eingetreten ist. In dieser Weise sind alle oft unnatürlich erscheinenden Richtungs-Veränderungen im Laufe der Flüsse erklärlich und es ist, unserer Meinung nach, kein Zweifel vorhanden, dass alle jene Ramificationen der Donau bei Wien, wie wir sie auf alten Stromkarten verzeichnet finden, auf eine ähnliche Ursache zurückgeführt werden können. Ist nun, wie es bei der Donau-Regulirung verlangt wird, dem Ingenieur die Aufgabe gestellt, trotz solchen von der Natur bedingten Serpentinen, dem Strome eine bestimmte Trace unterhalb eines solchen Hindernisses zu geben, so ist es nach dem Gesagten zu gleicher Zeit ein Gebot der Vorsicht und der Oekonomie, das besprochene Hinderniss entweder ganz zu beseitigen oder wenigstens insoweit zu verändern, dass die zukünftige Strömung in jener Richtung, wie sie dem Ingenieur vorgeschrieben worden ist, leicht und ungestört erfolge. Ohne ein solches Vorgehen bleibt selbstverständlich das Bestreben, zu ser- pentiniren immer vorhanden, und der Druck auf die aus- t, 29 geführten Uferschutzbauten wirkt unaufhörlich auf ihre Zerstörung hin. Dieser Ansicht stillschweigend beipflichtend, glaubte man durch die Beseitigung des Sporns gegenüber von Nussdorf Alles gethan zu haben, was diesbezüglich gethan werden sollte, ohne zu bedenken, dass die hier bezeichneten Serpentinirungen lange vor Erbauung des Spornes-existirten, also von ihm nicht herbeigeführt werden konnten; und dass, abgesehen davon, dieses Leitwerk, indem es die Wassermassen nach Süden hin in den Donaucanal drängte, Vieles, wenn auch nicht Alles dazu beigetragen hat, die Richtungs- Veränderungen des Stromes nach Norden hin zu mässigen; es konnte daher seine Entfernung, ohne gleichzeitiger Beseitigung der von uns bezeichneten und oberhalb des Sporns zu suchenden Ursachen der Serpentinirungen, nur die Folge haben, jene Zustände herbeizuführen, welche ursprünglich und vor Erbauung desselben vorhanden waren, oder mit anderen Worten: das Bestreben, zu serpentiniren, ist heute ebenso intensiv wie es überhaupt je früher gewesen sein konnte, und dieses um so gewisser, als gerade der von diesem Leitwerke erzeugte Stau jede regelmässige Ausbildung des Stromes hintanhalten musste. In der That waren auch sogleich die Folgen hievon daran erkennbar, indem das Wasser, nach Beseitigung des Rollerdammes, anstatt dem kürzeren Laufe des neuen Stromes zu folgen, wie es naturgemäss hätte thun sollen, beharrlich im alten Strombette blieb, und sobald dieses abgesperrt wurde, äusserte sich die hier in Rede stehende Wirkung darin, dass, wie wir oben constatirten, der Eisstoss sowohl oberhalb der Nordwestbahn-Brücke, als auch unterhalb der Stadlauerbrücke in der Richtung des alten Bettes, also in der Serpentine, seinen Weg nahm. Eclatanter aber als dieser Fall, sprechen für unsere Anschauung die Vorgänge am 19. und 20. Februar. An jenen Tagen war der Strom frei von Eisschoppungen oder gewachsenem Eise, die Wassermassen konnten daher ungehindert abfliessen und doch zeigte der linksseitige Inundationsdamm quer durch das alte Bett am 19. schon Gebrechen der gefährlichsten Art, am 20. traten dieselben Erscheinungen bei jenem Theile desselben Inundationsdammes auf, welcher quer durch das alte Bett des Kaiserwassers gebaut wurde, und noch in derselben Nacht, zur Zeit nämlich, als die grösste Wirkung der Senkung des Schwimmthores durch einige Zeit im Hauptstrome fühlbar war, konnte der erstgenannte Damm dem Drucke des Wassers nicht länger widerstehen und musste weichen, trotzdem er durch den solid aus Stein hergestellten und davorliegenden Absperrungsdamm, welcher allen Einwirkungen des Eisganges und des Hochwassers genügenden Widerstand leistete, geschützt war. Wir sehen also hier zwei Theile desselben Uferdammes in gleicher Weise und zur selben Zeit vom fr ei strömenden Wasser angegriffen und gerade derjenige Theil, welcher am besten geschützt war, musste trotzdem der Gewalt des Wassers weichen, was gewiss als ein Beweis dafür angenommen werden kann, dass an dieser Stelle ein grösserer Druck als längs dem ganzen gleichseitigen Ufer ausgeübt wurde, ein Druck, welcher nur von dem Bestreben des Flusses herrühren konnte, in diese Richtung hin, also in die Richtung des alten Bettes zu serpentiniren. Es haben freilich Jene, die sich der Mühe des Denkens mit Leichtigkeit entschlagen, die Schuld dieses Dammbruches auf die beschleunigte oder auch auf die schleuderische Art der Ausführung des Dammes selbst zurückführen wollen, aber beide Voraussetzungen sind nicht stichhältig und widersprechen den bekannten Thatsachen; der ausführende Ingenieur dieses Dammes, dessen Energie und Pflichttreue Allen bekannt ist, war sich von vorneherein der Wichtigkeit bewusst, welche seine Arbeit für den Erfolg der Donau- Regulirung hatte, er wusste, dass seine Thätigkeit dafür in Anspruch genommen wurde, gleichsam den Schlusstein eines Gewölbes einzufügen, von dessen Festigkeit auch die der ganzen Construction abhängt, und da seine Erfahrungen bei der Wegräumung des Rollerdammes noch kaum seinem Gedächtnisse entschwunden sein konnten, so darf unter solchen Umständen eine schleuderische Durchführung nicht angenommen werden, welche andererseits auch den positiven Angaben des Herrn v. W e x, welcher die Ausführung dieses Dammes als eine ausserordentlich vorsichtige be- zeichnete, widerspricht. Ueberdies musste es Jedem klar geworden sein, dass, wenn dieser Theil des Dammes den auf ihn wirkenden Druck ausgehalten hätte, jedenfalls jener quer durch das Kaiserwasser geführte durchbrochen worden wäre, ein Damm also, dessen Erbauer ein gleichbefähigter Ingenieur ist der seine Aufgabe zu lösen verstand und über deren Durchführung nie der geringste Tadel laut wurde. Es kann daher die Ursache der eingetretenen Zerstörungen nicht auf schlechte Durchführung der Arbeit, sondern muss auf den wahrscheinlichsten Grund, nämlich auf den übermässigen Druck zurückgeführt werden, welchen die be- zeichneten Theile des gleichen Dammes durch das Bestreben des Stromes, in diese Richtung hin zu drängen, auszuhalten hatten. Obzwar wir nun das Bestreben des Wassers, im neuen Bette zu serpentiniren, als eine Ursache für den verstärkten Angriff desselben an diesen beiden Stellen des Dammes bezeichneten, müssen wir auch auf einen zweiten, auf das gleiche Unheil hinwirkenden Uebelstand aufmerksam machen, und zwar auf denjenigen, welcher sowohl oberhalb der Nordwestbahn-Brücke als auch oberhalb der Stadlauerbrücke jene Eisschoppungen verursachte, von welchen bereits oben Erwähnung gethan wurde. An beiden Stellen geht nämlich das Profil des alten Stromes mit seiner fast doppelten Tiefe in dasjenige des neuen 'Bettes mit kleinerer Tiefe, wenn auch grösserer Breite, ganz unvermittelt über, ein Umstand, welcher eine gewaltsame, nachtheilige Veränderung in der Bewegung des Wassers hervorbringen muss, eine Veränderung die jedenfalls einen Stau, somit auch einen vergrösserten Druck hervorbringen musste, der 32 in beiden Fällen das Wasser in der Richtung des alten abgeschlossenen Stromlaufes und nicht in den kürzeren des neuen Bettes hinüber drängte, ein Uebelstand also, dessen Folgen gewiss nicht zum Gedeihen und vollständig regelmässiger Ausbildung des Flussbettes beitragen werden. Waren wir nun berechtigt, auf die Beseitigung der im Flussbette vorhandenen natürlichen Hindernisse so grosses Gewicht zu legen, um wie viel mehr müssen wir gegen diese künstlich geschaffenen peroriren; denn beide Uebel- stände, sowohl die in der Natur vorhandenen Ursachen für das Serpentiniren des Flusses als auch jener des künstlich geschaffenen Staues, haben den gleich schädlichen Effect und verhindern die Gewähr für die Sicherheit der Uferbauten und geben die sichere Aussicht, dass früher oder später eine ähnliche Katastrophe, wie die am 20. Februar eingetretene, an derselben oder an einer angrenzenden Stelle in Zukunft herbeigeführt werden wird, wodurch eben, wie wir uns ausdrückten, die Lösung der gestellten Aufgabe erschwert und ihre ökonomische Durchführung in Frage gestellt wird. Die hier bezeichneten Uebelstände haben im Verlaufe des letzten Eisganges und Hochwassers ihre Wirkungen dem Beobachter ganz drastisch vor Augen geführt; der eine verursachte die Zerstörung des Inundationsdammes, der andere führte Eisschoppungen herbei, wie sie früher im alten Bette, nach den verursachten Stauungen zu urtheilen, nie eingetreten sind; wir haben beide auf ihre Ursachen zurückzuführen gesucht und hegen die feste Ueberzeugung, dass sie beide nicht eingetreten wären, wenn man jene bei allen Stromregulirungen nothwendigen Vorarbeiten durchgeführt und systematisch ausgenützt hätte. Wir behaupteten nämlich, dass für die Bestimmung des Querprofiles des neuen Bettes nicht jene Wassermessungen vorgenommen wurden, wie sie die Wichtigkeit der gestellten Aufgabe verlangte, und dass man eben aus diesem Mangel weder das genaue Flächenmaass des Querprofiles noch das richtige i !U- 33 Verhältniss zwischen der Breite und Tiefe desselben finden konnte. Damals hatten wir aus äusseren Erscheinungen auf verborgene Ursachen geschlossen und konnten möglicherweise irre gehen, heute aber, nachdem Herr v. Wex das Vorgehen bei seiner Profilsbestimmung ziffermässig dargelegt hat, existirt für uns kein Zweifel mehr, dass die Diagnose, die wir damals, gestützt auf unsere eigenen Beobachtungen, stellten, als vollständig in den Vorgängen begründet ist. Es ist nämlich jedem Hydrotekten bekannt, dass bei Stromregulirungen nicht allein die Quantität des Wassers, sondern auch die Art und Weise maassgebend wird, in welcher dasselbe seinen Weg durch das Flussbett nimmt; es handelt sich demnach um die Bestimmung des Regimes des Stromes und um die durch die Regulirung herbeizuführende Veränderung desselben; da aber das Regime eines Flusses nichts Anderes ist, als das Resultat der entgegengesetzten Einwirkungen des Gefälles und der im Flussbette vorhandenen Widerstände auf das Ableitungsvermögen desselben, und diese Einwirkungen bekannter- maassen an jeder Stelle des Flusses sich ändern, so müssen diese beiden Factoren, Gefälle und Widerstände, vorerst ermittelt werden, um darnach das Flächenmaass des für eine bestimmte Stromstelle gesuchten Querprofiles, den vorhandenen Wassermengen entsprechend, bestimmen zu können. Wenn daher, wie im vorliegenden Falle, das Gefälle gegeben ist, so handelt es sich nur noch darum, die Widerstände durch wirklich durchgeführte Messungen zu bestimmen, diese können aber, wie Herr v. Wex zu glauben vorgibt, durch Eine Messung allein nicht gefunden werden. Wenn wir daher von Mangel an Wassermessungen sprachen, so konnten nur jene darunter verstanden werden, welche es möglich machen, die Curve des sogenannten Widerstands-Coefficienten zu bestimmen, woraus sich dann durch Substituirung der gefundenen Grössen für jede beliebige Wassermenge das Querprofil bestimmen lässt. Messungen, wie solche von Kudriafsky und 3 34 Nico laus, die Herr v. Wex für sich in’s Feld führt, welche bei Wasserständen von kaum 3 Fuss Höhen-Differenz durchgeführt wurden, genügen für diesen Fall nicht, sondern müssen oft und bei verschiedenen Wasserständen gemacht werden *). Wie dem übrigens aber auch sein mag, ob man jene Genauigkeit, wie wir sie in Anbetracht der grossen Wichtigkeit, welche diese Regulirung in jeder Beziehung hat, für nothwendig erachten, oder ob man sich mit einer Schärfe geringeren Grades zufrieden gibt, ob man das Eine oder das Andere ausreichend zur Sicherung eines guten Erfolges hält, so ist es nichtsdestoweniger absolut unzulässig, der Art und Weise, wie Herr v. Wex bei der Bestimmung des Profils vorging, irgend einen Anspruch auf Genauigkeit, noch auch auf eine wissenschaftliche Begründung zuzugestehen. Er steht, ohne nur den geringsten Versuch einer, wenn auch nur annähernden Verificirung gemacht zu haben, vor der Wahl zweier Wassermessungen, nämlich zwischen jener von Kudriafsky (1830), welche für den Nullwasserstand eine Durchflussmenge von 1990 km (63000°') ergibt, und jener von Nicolaus (1850), welche bei demselben Wasserstande eine Durchflussmenge von blos 1582 km (50067°'), also eine um 20% kleinere Wassermenge ergibt, und versucht seine getroffene Wahl, welche sich für die Messung von Nico laus entscheidet, durch theoretische Deductionen und durch Substitutionen in mathematischen Formeln zu rechtfertigen, welche weder in der Theorie noch im factischen Thatbestand begründet erscheinen; ferner werden Behauptungen von ihm aufgestellt, die nur dann als zutreffend betrachtet werden dürfen, wenn *) Bei dieser Gelegenheit sei auf das Irrige der Behauptung aufmerksam gemacht, dass hei einem Wasserstande von 3’79 m (12 Fuss) über Null keine Messungen mehr an der Donau gemacht worden können; wir müssen dem widersprechen, weil eine Strömung, wie sie etwa hei einem solchen Wasserstandc vorkommt, nie ein Hinderniss gegen eine Messung bilden kann. 35 die diesbezüglichen Angaben der Donau-Regulirungs-Com- mission*) als falsch angesehen werden müssen; ausserdem ist das relative Gefälle der zu regulirenden Stromstrecke, welches thatsächlich den maassgebendsten Factor bei der Bestimmung des Querprofils bildet, unrichtig in Rechnung gestellt. Es würde uns heute zu weit führen, wenn wir eines Näheren auf eine solche ganz sonderbare Methode der Beweisführung eingehen wollten, aber nur in Kurzem sei erwähnt, dass Herr v. Wex in die Formel von Ganquill et und Kutter **) ungerechtfertigte Substitutionen vornimmt, indem er einen Werth für denRauhheits-Coefficienten einführt, welcher weder der hydraulischen Tiefe noch dem Gefälle des Donau-Durchstiches entspricht; ein Vorgehen, dem man unter keinem Umstande beistimmen darf, ohne sich dem gerechten Vorwurfe auszusetzen, einem in der Wissenschaft unzulässigen Verfahren das Wort geredet zu haben. Bei einer derartigen Rechnungsmethode kann von einer wissenschaftlichen Beweisführung nicht die Rede sein; aber auch, wenn alle Substitutionen fachgemäss vorgenommen worden wären, und die Rechnungs-Resultate auch vollkommen zugetroffen hätten^ was trotz alldem nicht der Fall war, selbst dann könnten wir eine solche Beweisführung nicht als genügenden Ersatz für eine wirkliche Messung betrachten, weil ihr noch immer *') Siclio: „Bericht und Anträge der Donau-Regulirungs-Com- mission.“ Wion, Staatsdruckerci, 1868. Seite 148. **) Siehe: „Zeitschrift dos österr. Ingenieur- und Architekten-Vereines“, Wion 1869, und „Allgemeine Bauzeitung“, Wien 1871, worin die Autoren mit voller Klarheit die Entwicklung ihrer Formel dar- stellcn und die Rechnungs-Resultate derselben mit anderweitig aus wirklichen Messungen hervorgegangenen Resultaten vergleichen. Aus dieser Darstellung erkennt man auf den ersten Blick das unterscheidende Merkmal dieser Formel (den Rauhhoits-Coefficienten n) und dessen Abhängigkeit von dem Gefälle und der hydraulischen Tiefe des Stromes, lieber die Vorzüge dieser Formel haben wir bereits in der „Zeitschrift des österr. Ingenieur- und Architekten-Vereines“, 1875, Seite 319, unsere Meinung abgegeben, was uns bestimmt, hior nicht nochmals auf denselben Gegenstand einzugehen. 3 36 die Ungenauigkeit einer hydraulischen Formel, und sei sie auch die beste, anhängt und eine solche Durchschnitts- Rechnung im vorliegenden Falle, wo man es mit grossen Wassermassen zu thun hat, also selbst ein kleines Versehen die unliebsamsten Consequenzen nach sich ziehen kann, keine Gewähr dafür bietet, dass die Wirklichkeit der Wahrscheinlichkeit Rechnung tragen und mit ihr Zusammentreffen wird; dieses Zusammentreffen würde im besten Falle nur ein zufälliges sein, und ein Bau dieser Art, zu dessen Herstellung die Mittel mit offenen Händen geboten wurden, darf keinen Zufälligkeiten ausgesetzt werden, und dieses umsoweniger, weil die Abhilfe einerseits eine sehr leichte war und es andererseits dem Ingenieur bekannt sein musste, dass in der Hydrotechnik, trotz der grössten Umsicht und Vorsicht, mit welchen die Vorarbeiten durchgeführt werden müssen, die Fehlergrenzen immer noch viel weiter auseinander liegen, als in anderen technischen Fächern, welche besser als die Hydraulik an der Hand exacter wissenschaftlicher Principien ihren Fortschritt bewerkstelligen konnten. Wir wissen zwar, dass im Allgemeinen das Beste der Feind des Guten ist, und würden uns darum gerne mit dem letzteren begnügen; aber in der Hydraulik, worin selbst das Beste nur gut genannt werden kann, darf man sich mit nicht weniger als dem Besten zufrieden geben, wenn man sein Werk nicht vollkommen dem bösen Zufalle preisgeben, und unvorhergesehenen Erscheinungen gegenüber nicht machtlos dastehen will. Mit der Bestimmung des genauen Flächenmaasses des Querprofiles sind indess noch nicht alle Bedingungen einer guten und zweckmässigen Regulirung erschöpft, denn ebenso wie das relative Gefälle des zu regulirenden Stromtheiles nicht abnorm dem Gefälle der anstossenden, aber unregulir- ten Stromstrecken gewählt werden darf, ebenso vollkommen muss das neue Querprofil harmonisch in die Configuration des Stromes hineinpassen, wenn nicht störende Bewegungen im Wasser eintreten sollen; demzufolge muss in dem ge- 37 suchten Querprofile das Verhältniss der Breite zur Tiefe dem Charakter der angrenzenden Stromstrecken entsprechen und sich diesen vermittelnd anschliessen; eine Bedingung, welche in keiner Weise und unter keinem Umstande durch eine theoretische Formel klargestellt werden kann, hierbei muss die Empirie im ausgedehnten Maasse mithelfen, wenn nicht durch falsche Voraussetzungen oder gar durch widersinnige Anwendung von Rechnungs-Resultaten ein Zustand in der regulirten Strecke geschaffen werden soll, welcher in hydrotechnischer Beziehung schlimmer als derjenige ist, welchen man zu beseitigen bestrebt war. Denn, streng genommen, ergibt die theoretische Berechnung blos die Ver- hältnisszahl der Querschnitts fläche und des benetzten Umfanges des Profiles (die sogenannte hydraulische Tiefe) und obwohl durch ein wiederholtes Tatonment sich diese Grössen bestimmen lassen*) so erhält man zuletzt doch blos die Fläche, nicht aber die beiden Factoren derselben, deren richtige Bestimmung schon darum wichtig ist, weil es bei einem in einer Flussstrecke eingeschalteten Profile nicht gleiehgiltig sein kann, ob man seine Breite zur Tiefe und die Tiefe zur Breite macht, obgleich diese sowohl wie alle anderen Variationen, welche zwischen den Extremen liegen, der Theorie vollkommen entsprechen würden, wenn nur gleichzeitig der benetzte Umfang proportional bleibt. Es wird somit begreiflich erscheinen: dass die richtige Bestimmung dieses Verhältnisses mit eine der schwierigsten Aufgaben der Hydrotechnik ist und darum die ganze Aufmerksamkeit des Ingenieurs in hohem Grade in Anspruch nehmen muss; dass aber solche Erwägungen bei dem Entwürfe des Projectes für die Donau-Regulirung keinen Platz fanden, geht aus Allem hervor, was Herr von W e x über den Gegenstand als Entgegnung auf unsere gemachten Bemerkungen zu sagen für nothwendig fand und wird zum Ueberflusse noch *) Siehe unsere Mittlieilungen über die Kegulirung der Moldau, „Zeitschriftdes österr. Ingenieur- u. Architekten-Vereines“, Seite 321, 1875. “’v; >"'• ■ : ■ . SA* ■ 38 dadurch bestätigt, dass während der Ausführung des Durchstiches das zuerst fest bestimmte Verhältniss des Profites einzig und allein auf Grund der philosophischen Spe- culationen des Herrn v. Wex: „Ueber die Abnahme der Wassermengen in der Donau“, eine Theorie, über welche der österr. Ingenieur- und Architekten-Verein sein nicht zustimmendes Urtheil abgegeben hat *), verändert wurde **). Bei der Bestimmung des Querprofiles und seines rationellen Verhältnisses konnte indess der Ingenieur, sei es auf theoretischem, sei es auf empirischem Wege, sich Rath erholen, aber in der zunächst auftauchenden Frage, welche, unserer Ansicht nach, als die wichtigste bei der Durchführung der l eiden Durchstiche bezeichnet werden muss, hört jeder Wegweiser auf seine Dienste zu leisten, und die Lösung derselben hängt ganz allein von der Intelligenz des Ingenieurs selbst und von der Klarheit ab, mit welcher er den vorgehabten Zweck zu verfolgen versteht, wir meinen nämlich die Frage: in welcher Höhenlage muss das mit so vieler Sorgfalt zu bestimmende Querprofil in den neuen Strom hineingelegt werden, damit den an dasselbe gestellten Anforderungen entsprochen werden kann? Diese Frage erhält dadurch ihre grosse Bedeutung, weil es sich bei der Donau-Regulirung einerseits darum handelt,, die Ueberschwemmungsgefahr von einer volkreichen Stadt fern zu halten, und andererseits dem Schiffsverkehr in keiner Weise Plindernisse in den Weg zu legen. Die Donau-Regulirungs-Commission bat diese Bedin- *) Siehe: „Zeitschriftdes österr.Ingenieur- u. Architekten-Vereines“, Seite 157, 1875. **) Den einzigen aber schwachen Versuch, welcher gemacht wurde, das neue mit dem alten Profil in Einklang zu bringen, erkennen wir in dem Umstande, dass die Sohle des oberen Durchstiches, wie aus unserem Längenprofil ersichtlich ist, an der Ausmündung etwas tiefer als an der Einmündung liegt, eine Vorkehrung, dessen Erfolg jedoch hei dem letzten Hochwasser von keinem sichtbaren Belang war - , und die Eisschoppungen gerade an jener Stelle nicht hinderte. 39 gungen, als die Hauptmotive für die Regulirung hingestellt, und hat sich, obgleich auf allen Seiten behauptet wurde, dass dieselben im alten Strombette gleichfalls erfüllt werden könnten, dennoch und trotz der damit verbundenen sehr bedeutenden Mehrkosten für den Durchstich entschieden, weil gleichzeitig die Behauptung ausgesprochen wurde, dass der Erfüllung dieser Bedingungen im Durchstiche mit grösserer Sicherheit entgegen gesehen werden kann. Diese letztere Behauptung begründeten die Fachmänner mit der Ansicht, dass durch die Geradlegung des Stromlaufes eine Eisschoppung unwahrscheinlicher wird; weil hierdurch eine Verkürzung des Laufes entsteht und in Folge dessen eine grössere örtliche Geschwindigkeit des Wassers eintritt, welche naturgemäss eine Senkung des Wasserspiegels mit sich bringt und somit die Beseitigung jeder Ueberschwemmungsgefahr als gesichert erscheint; im Principe waren auch Alle darüber einig, dass diese erwünschten Folgen im Durchstiche eintreten werden, nur über den Grad der letzteren, d. h. über das Maass der Senkung des Wasserspiegels war man nicht einig und variirten die Angaben zwischen 0 - 526 m bis 0 ’948 m (20 bis 36"); bei welchem Wasserstande aber die eine oder andere Senkung eintreten dürfte, ist nirgends genau angegeben worden, obwohl es wichtig erscheinen musste, dass, wenn überhaupt eine Senkung eintritt, dieselbe nur bei Hochwasser eintreten darf, weil in diesem Falle allein hierdurch eine Ueberschwemmung möglicherweise hintan gehalten werden kann; tritt sie aber nur bei kleineren Wasserständen ein, dann bietet sie nicht allein keinen Schutz gegen die Ueberschwemmungsgefahr, sondern wird im Gegentheil ein Hinderniss für den Schiffsverkehr, welches zeitweilig grossen Nachtheil schaffen würde. Man ersieht daraus, mit welcher Vorsicht die diesbezüglichen Anordnungen getroffen werden müssen, um nicht eine sonst erwünschte Erscheinung im Unrechten Momente eintreten zu lassen und hierdurch den vorgehabten Zweck zu vereiteln. Es entspricht den Lehren der Hydraulik vollkommen, 40 wenn die Sachverständigen aus der Verkürzung des Stromlaufes eine Senkung des Wasserspiegels erhoffen, aber wenn sie eintreten soll, müssen die Vorbedingungen für dieselbe zuerst erfüllt werden, und eine der wichtigsten dieser ist eben die richtige Bestimmung der Höhenlage der Sohle des neuen Strombettes. Der diesbezügliche Vorgang bei der Durchführung des oberen Durchstiches, welcher in den Aus* maassen seines Profiles als vollständig durchgeführt angegeben wird, war folgender: Man -hat nämlich den Null- punct des 3768 m oberhalb dem Nussdorfer Pegel gelegenen Kuchelauer Pegels mit dem örtlichen Nullpunct an der Stadlauerbrücke durch eine Linie sich verbunden gedacht und diese als die zukünftige Nullwasserlinie im Durchstiche angenommen *), von welcher vertical abwärts die Tiefe des berechneten Querprofiles aufgetragen wurde, wodurch die zukünftige Sohle als fixirt erscheint. Ist nun das von Herrn v. Wex berechnete Querprofil, wie er behauptet, ein den Stromverhältnissen entsprechendes, und ist es an dieser imaginären Nullwasserlinie, als Leitlinie genommen, durchgeführt worden, so kann in diesem Durchstiche keine weitere Vertiefung durch die natürliche Wirkung des Wassers, also auch keine weitere Senkung des Wasserspiegels entstehen; da aber der Nullpunct der Stadlauerbrücke unverändert derselbe geblieben ist wie früher, so hat man bei diesem Vorgehen auf den hauptsächlichsten Vortheil, welchen der Durchstich bieten sollte, nämlich den einer Senkung des Wasserspiegels herbeizuführen, von vorne- herein Verzicht geleistet, wenn auch hierdurch am Nussdorfer Pegel eine örtliche Senkung von 0’284 m (10*7") entstanden sein mag. Ist nun bei dem Nullwasser eine Senkung des Wasserspiegels ausgeschlossen, so ist es sehr fraglich, ob eine übermässige Verbreiterung des sogenannten Hoch- *) Das relative Gefälle dieser imaginären Linie beträgt nach der Länge des alten Stromes J = 0*0003944 und nach der des neuen Bettes J = 0*00043360. 41 wasserprofiles eine solche herbeizuführen im Stande ist, wie wir auch in der That schon oben bei dem Vergleiche der Fluthwelle von 1876 mit der von 1862 im Gegentheil eine Ueberhöhung des Wasserspiegels der ersteren gegen die letztere um 0*376 m (14") nachgewiesen haben, und wenn auch diese Ueberhöhung keine bedeutende gewesen ist, und auch theilweise durch die Absperrung des Donau- canales herbeigeführt sein mochte, so ist diese Erscheinung doch immer ein positiver Beweis dafür, dass eine factische Senkung des Wasserspiegels nicht eingetreten ist. Noch ungünstiger aber werden sich diesbezüglich die Verhältnisse gestalten, wenn, wie wir nach den oben dargelegten Anschauungen Ursache zu glauben haben, das Profil selbst unrichtig, sowohl in seinem Flächenmaasse als auch in seinen Verhältnissen gewählt worden ist, dann werden Auswaschungen und in Folge dessen Anschotterungen entstehen; in diesem Falle ist man auf eine günstige Wirkung des fliessenden Wassers allein angewiesen, dessen Eintritt in einem Geschiebe führenden Strome wie die Donau und unter den gegebenen Verhältnissen iü sehr weite Ferne gerückt ist. Der Vorgang bei dieser Arbeit der . Wasserkraft ist ein allbekannter; das ausgewaschene Materiale wird sich dort ablagern, wo die Gefällsverhältnisse des Stromes entweder aus natürlichen Ursachen oder aus künstlich geschaffenen Widerständen ungünstiger als in der oberen Strecke sind; von diesen Stellen aus wird naturgemäss die Rückwirkung des hierdurch entstandenen Staues vorderhand jede weitere Ausbildung des oberhalb gelegenen Durchstiches und somit die Tieferlegung des Null wassers hintan- gehalten werden. Wie viel Zeit indess verstreichen wird, bis das Wasser durch seine eigene bewegende Kraft alle diese Wechselwirkungen zwischen Auswaschung und Anschotterung gänzlich aufheben wird, wenn es überhaupt als in dem Bereiche seiner Kraft gelegen angenommen werden kann, oder welche Störungen in den örtlichen Abflussverhältnissen durch diese Wechselwirkung hervorgerufen werden 42 lässt sich selbst dann nicht im Voraus bestimmen, wenn man bei der Ausführung des Durchstiches die günstigsten Verhältnisse für diese Arbeit der Natur geschaffen hätte, was aber, wie wir dargethan haben, auf allen Seiten verabsäumt wurde. Anders hingegen verhielte es sich jedoch, wenn man vom Anfang an auf jenes oben so oft erwähnte Hinderniss zurückgegriffen und dort den Ausgangspunct der Regulirung genommen hätte; wenn dort das zweck- mässigste Profil in der Richtung des Durchstiches und in der entsprechenden Höhenlage eingeschnitten worden wäre; dann hätte man beruhigt über die Dauer und Wirkung der ausgeführten Arbeiten auf den guten Erfolg, dessen baldiger Eintritt nicht lange gezögert hätte, sorglos warten können. Bei einem solchen Vorgehen würden die Serpen- tinirungs-Bestrebungen des Flusses gänzlich beseitigt worden sein und in Folge dessen die Uferschutzbauten auf ein Minimum reducirt werden; bei richtiger Bestimmung des Querprofiles und dessen Höhenlage hätte man auf ein bestimmtes Maass der Senkung des Wasserspiegels mit Sicherheit rechnen können, die störenden Einwirkungen der jetzigen ungleichförmigen und so abrupt gestalteten Sohle des Flusses, wie unser Längenprofil sie darstellt, wäre im hohen Grade gemässigt worden, Eisschoppungen oder ein Stau des Wassers wären nicht eingetreten, und consequenter Weise hätten auch die jetzt für nothwendig erachteten überaus hohen Schutzdämme in ihrer Höhe er- mässigt werden können. Alle diese in ökonomischer so wie in hydrotechnischer Beziehung höchst wichtigen Vortheile hätten mit vollkommener Sicherheit erreicht und die Regulirung hätte mit massigeren Kosten, als es geschehen ist, durchgeführt werden können, während bei der heutigen Sachlage, trotz des enormen Kostenaufwandes, welcher bereits gemacht wurde, und dessen Vergrösserung in nächster Aussicht steht, kein guter und viel weniger noch ein baldiger Erfolg des ausgeführten Werkes erwartet werden kann. 43 Hochwasser-Pegelstände der Donau bei Stein und. Wien im Monate Februar. (Copie der officiellen Notirung im Archive der n. ö. Statthalterei.) 1862 1876 Stein Wien Stein | Wien a 'S. i cs a Nuss- *c8 Stunde Brücke Tabor- | S 2 Stunde Brücke dorf Reichs 0 Brücke _g fl Haupt- Brücke ström 3. 5 5-689 18. 5 6Mg. 3-003 6Mg. 1-30 7 7 2-84 8 8 1-50 3-47 1-60 9 9 3-74 10 (5-7765) 10 2-32 11 5-794 3-187 11 2-10 3-00 12 Mt. 12 Mt. 3-87 4-00 1 1 3-71 2 2 3 3-240 3 2-70 4-45 4-65 4 5-847 4 4-10 5-40 5 3-266 6 3-00 3-00 3-75 6Ab. 5-847 6Ab. 2-89 7 7 3-05 8 5-873 3-319 8 3-00 9 9 10 10 3-50 3-08 11 3-319 11 3-08 12 Nt. 12 Nt. 3-32 ! 4. 1 19. 1 3 - 34 2 2 3-21 3 3-530 3 3-16 4 4 3 0 5 2 • 9 5 5 3-583 5 3-90 2-92 GMg. 5-899 6Mg. 2-84 2-90 7 3-583 7 4-00 2-84 4-50 8 8 2-89 9 5-899 3-617 9 2-92 10 5-873 3-617 10 2-95 11 11 4-20 2*97 3.00 12 Mt. 3 - 643 12 Mt. (3-015) 4-25 1 3 • 643 1 3-03 2 3-643 2 3-05 3 3 " 643 3 4-25 3-08 4 5-821 4 . 5 5-794 5 (3-105) 3-72 6Ab. 5-794 (3-673) 6 Ab. 4-30 3-13 7 (3-683) | 7 44 Hochwasser-Pegelstände der Donau bei Stein und Wien im Monate Februar. (Copie der officiellen Notirung im Archive der n. ö. Statthalterei.) 1862 1876 Datum Stunde Stein Wien S "c? Stunde Stein Wien Brücke Tabor- Brücke Nussdorf Ilaupt- strom. lleducirl auf d. ungeslau- len Wasserstand Brücke Nussdorf Hauptstrom Reichs- Brücke 8 (3-7834) 8 3-21 9 9 10 3-714 4-106 10 4-43 (3-282) 11 11 3-32 12 Nt. 5-768 12 Nt. 5. 1 20. 1 2 3-714 4-106 2 3-32 3 (5-6889) 3 4 4 5 5 4-52 6Mg. 5-610 6Mg. 3-34 7 5-584 3-714 4-106 7 4-56 (3-38) 3-74 8 3-714 4-106 8 3-42 9 9 10 . 3-714 4-106 10 11 5-531 11 4-56 3-42 12 Mt. 12 Mt. 1 1 2 5-471 2 3-50 3 3 4-56 4 5-452 3-714 4-106 4 (3 • 525) 3-90 5 5-426 3-714 4-106 5 4*53 3 ■ 55 6Ab. 5-373 6 Ab. 7 7 8 8 3-55 9 9 (3-18) 10 10 (3-dl) 11 5-531 11 3-34 12 Nt. 3-748 12 Nt. 6. 1 21. 1 2 3-714 4.106 2 3 3 3-26 4 4 5 5 3-32 6Mg. 6Mg. 7 5-136 3-643 7 4-40 3-02 8 8 3-40 Hochwasser-Pegelstände der Donau bei Stein und Wien im Monate Februar. (Copie der officiellen Notirung im Archive der n. ö. Statthalterei.) 1862 1876 s » Stunde Stein Wien Datum 1 Stunde Stein Wien Brücke Tabor- Brücke Kussdorf Haupt- strom. Iteducirl aufd. nngeslau- ten Wassersland Brücke Nussdorf' Hauptstrom Reichs- Brücke 6. 9 3-583 21. 9 10 5-057 10 11 5-030 3-583 11 4-37 3-42 12 Mt. 12 Mt. (3-«) 2-92 1 1 2 3-530 2 3-45 3 3-530 3 4-37 4 4-898 4 5 3 • 530 5 2-92 6 Ab. 6Ab. 3-47 7 7 4-37 8 8 9 4-819 9 10 10 Bemerkungen. Alle in Klammern eingeschriebenen Pegelstände sind unter Voraussetzung einer gleichmässigen Steigung oder Fallen der dazwischen liegenden Pegellesungen interpolirt worden. Die Pegellesungen am Nussdorfer Hauptstrom-Pegel sind in 1862 blos einmal des Tages, 7 Uhr Früh, notirt vorgefunden worden und sind folgende: 3. Februar 4’241 — 4. Februar 4’873 — 5. Februar 5'004 — 6. Februar 4’873 — 7. Februar 4 • 504 einschliesslich des Staues, durch welchen dieser Pegel influencirt wurde, welcher jedoch nicht bekannt geworden ist. 46 Hochwasser-Pegelstände der regulirten Donau bei Wien 1870 nach dem Dammbrncli des Absclilussdammes des alten Flussbettes. O © i5 DO +3 2 ©H fc * W * © £ ^ § m W PQ Bemerkungen 20 . 4 5 6Ab. 7 8 9 10 11 12 Nt. 3 • 55 4-11 3-90 4-53 3-55 3-55 ( 3 - 18 ) (:w,i) 3-34 ( 3 - 321 ) 4-21 I Eintritt dos Damm- [bruckes 21 , 1 2 3 4 5 6Mg. 7 8 9 10 11 12 Mt. 1 2 3 4 6 6 Ab. 7 8 9 10 11 12 Nt. 4-40 4-37 4-37 4-37 3-70 4-24 ( 3 - 308 ) 3-26 3-32 3-40 3-42 ( 3 - 13 ) 3-45 3-47 3-05 3-02 2-92 2-92 Eintritt der' grössten und constantbleibonden “Wirkung d. Senkung d. Spcrrsehiffos. Sio betrug 0-0!)5 m {VU Zoll). 22 . 4-53 3-40 2-80 Hochwasser-Pegelstände der regulirten Donau bei Wien 1876 nach dem Dammbrach des Abschlussdammes des alten Flussbettes. a te Q Stunde ö ’1 i--gV#ST' .o^VTT'w» 1 * ScJ A_a.v^V -S^.j- ■‘ : -'vv Sf-fv SV: • •A^ v ^r*'J»9 >?•. rry-’ f v.v-r ,v‘ ;vs. ,v r '' imsi fr ■ feafo aMMiwg; ■' ■- j 5 vätiMfl DONAU-REGULIRUNG BEI WIEN 1876. Situations-Plan \ ihn u msUaggü s r (*•«■«ffiSJilFSchsteUen / V- / UL JedlerscLopf 71=lo GnEmzersaorf (StadtEimepsdjOvf.) Homos Jsfuwruv&i Asjumu)^ «JSS* JSiLSsd^f^'S. '^R vK /n* ^ & aufeii/ Bfaduiu \ f V----i —LJ „ ^i? 7 *■£ ^X-3_ ’ -.. V ’ : <*>;•-' ^ x /A-WT e/u, s c n/U/tth \.W Ärjrj*se&m ?sv>'N G v u n Rohrwörthj TTrvt'&r&APrfiJi&TWi/e/S '-'-^«53!»'0J'r-"‘-)r___„— frEl Irr 0 A.X Bruno osten / SchafstaXL 5 BWUEB $ IHfflfö ^sgg 1 - Maßstab 1 : 28800. wem w.xm.. \> OHEIM $ v w m Cb v xrrr^Pffl r ''' ~ Maimsuturtm^ R.r. Waldkeim. art.AnsiWieti. iEN 1876 lf] KIATT 1DLTJTT TD 1 i M 17 i I. ) 1V/ \AJ 1 vIj u U ul J-V J-'l ^ 1I<^in/^^j^inf_Jii^eesdim/ig iSO'l JJöchster U 'asseistiwd_ ni_ Eisversclzunq IS. Fehr. IS 7 b. Hochwasser ohrie Msoersefmng 10 / l'ebr_JS 7 ti Nidlwasser am -V ‘ Mai IS 7 f t. Muthmassliches A’ullrvasscr im Utsol 4 Durchstiche J 0000’t33ü0 Fliissz-Solile j>ondirt_im Mmol Ortober A November iS 71. 9- 1153 07 -6- Y. Miene MO Meier ob. Meer. filier Slnnn Uuimslrin. N-’ Neues Strombett Dis tarnen <'/IS 77 Maßstab für die Längen t.ZSSOO dlo dto Höhen 1 . 106 R. i: Wahlkehn art.Ausi. Wien. :%>-n •,'*■'.* ^i. 1#-^ .**VV* =5ö?B» :vK ’•<’>. ft-s-i-.v- r . ji;. ^; 7 f- •rt' >% t. r ,’ 3 «^- <&§.,? Mms& rrv - . 4 *-■<>; mm ?&• j.g P^fc £vii’: :>^T^ ■-V .^ä4 &*;<$pÄ ISr**. : hü*> ♦'W.jyftsv* '»« V.r, ; >W‘\^v .•'iwe^ «y&i'i. * »/ 5 t! .■^vhCj.. .S.^Üi\jE 1 VV^; ^ S ?), V> »V ’ > iTYji «*•»*!>>*. '3$s*; ■\»V£,*•* ^ *• " -*£4^**. W&V ;-tjöj**»-.a*£> 0 /?. ^ ■iS. ■^i,IU#l!UllL,^l» 11» gy -:y rv." ■* v. i*.vv3*e», ,-^f Tafel III. PROPAGATION DER FLUTHWELLE zwischen Stein n.Wien im Monat Februar. 1876 Wien Stein Wien Stein Pegel bei Nussdorf im Haupt Strome. Pegel an der Bracke. Pegel an der Brücke. Pegel a. d, Tabor-Brücke. 5 689 5899 'f5'7854) Ini ernioliTi Reduzirl auf den- un„ < qestauten Nussdorfer \4'/0ff Pegel (5 '6889) Int erjiol. 3 588 K o. Waldheünart. Aast, Wien . * >s* «&e22k... * h i WIENBIBLIOTHEK 1013701 +QWB