D dienen 8tsljt-öibliotkel<. 113439 ^ Neue co^Wvik. Welche Mit vielen Arien und Maschinen gezieret ist; Beritek: Die von Minerva Beschützte Unschuld, Oder Die Vereinigung derer Liebesgötter: N8. Die wird sich abermahlen in der Personage der Göttin Venus, sowohl im Agiren, als Singen distinguiren, Und die Lustbarkeiten des Hannswurfts und Bernardons fcynd mit der Comödie vollkommen verknüpfet» Alles compomrt Von Joseph Kur;. M Agirende Personen. Ormechus, Fürst von Thessalien, Vater des Prinz Arcos. . , Dimone, Fürst von Creta, Vater der prinzeßin Ernelinde. Alloro, Vater der Ardelia, verliebt in Emirs. Romar, Vertrauter des Ormechus. ^ Langar, Vertrauter des Dimone. Minerva. Venus. Amor. Cupido. "" ^ ' Mercurius. ' Hünnswurft. Bernardon. ^ Mus"/, ) bwey Götzendiener. Amoretten, Zigeuner und Soldaten- Erster Aufzug. Erster Auftritt. Das Theater stellet einen angenehmen Mald vor, auf einer Seiten stehet man den Amor mit vielen Blumen umgeben, auf einem Rosenbette schlaffen. -Minerva kommet auf einer Wolkenmaschire, welche sich nieder lasset. ( Minerva tritt auf das The«, ter- ) Minerva. ,Ald werde ich die Erde mit mekrer Vergnügung, als bishero betretten; ES soll unter denen Sterblichen eine Veränderung geschehen, oder ich will nicht Minerva seyn. Fort mit der unerlaubten Reibung! svrt mit der lasterhaften Liebe! künftig soll irr denen Herzen derer Verliebten e>n ganz anderes Feuer brennen. Ach Jupiter! ach Vater! hättest du Minen gerechten Bitten llnz/ 4l» stens fiens Gehör ertheilet; wie lange wäre diese- Unherl mcht schon getilger, und ausgerotter, jetzo aber, da ich freye Macht habe, will ich diesen reissenden Strom in mitten seiner Gewalt aufhalten, und ganz andre Granzen setzen. Amor soll wie vor eine tugendhafte Liebe erwecken; Amor soll wieder denen Verliebten eine zärtliche und getreue Liebe einflössen; ja dieser Amor, welcher dort schläft, und welcher aus Verdruß wegen den lasterhaften Cupido den Himmel und die Welt verlassen, und nunmehro seine Zeit in der Ernsamfeit zubnm get, dreser Amor soll auf das neue in der Liebe die Welt beherschen. Wre sanfte schlaft er doch, so ruhet ein tugendhafter Geist, welcher von allen Sorgen, und von allen Lastern befreyet ist, mir ist levd daß ich ihn erwecken muß. (Minerva wecket ihn auf.) Amor erwache, und siehe wer zugegen ist. Amor. (indeme er aufwachet.) Wer ist so vermessen'mich in meiner Ruhe zu stöhren ? Götter! bist du es Minerva? Minerva. Pfuy! Fauler schäme dich, soll denn dein schöner Geist nicht wachend jenes Unheil beseufzen, welches durch deinen sorgenlosen Schlaf, und durch deine Nachlaßigkeit zum Verderben der Welt, und zum Nachtheil .derer Götter bis auf diele Stunde m geschehen pfleget. Kanst du als eine tugendhafte Gottheit gedulden, daß ein lasterhafter Cupido, aus der Welt eine Mördergrube, und aus dem Himmel einen Drt des Zankes und der Uneinigkeit mache? sollen seine vergiften Pfeile Pfeile noch mehr Unheil in der Ober- und Unterwelt anstellen? Entweder bat sich mit deiner Entfernung auch die Tugend von die entfernet, oder du b:st nicht mehr jene Gottheit die du vor diesem märest: Jetzo entschuldige dich! oder überzeige nnch. Amor. Grosse Mmeroa.' jener der gesündis -et sott sich entschuldigen, mein Geist ist von allen Fehlern rein; dich diesen zu überzeigen, wird deine Allwissenheit der beste Bürge für rmch seyn können. Nur dieses sage ich, lehre kein lasterhafter Cupido in der Welt, so wäre ein tugendhafter Amor niemals in derselben verstorben. Mmerva. Ja mein ehrlicher Amor! deine Unschuld ist mir vollkommen bekannt, ich habe nur deine Empfindlichkeit erforschen wollen. Lebe in das künftige so, wie du blshero todt in der Welt wärest, so wird dein Ruhm ein neues Leben bekommen. Amor. Allein wer wird mich vor denen Nachstellungen des Cupido schützen? Mmerva. Jupiter, und ich! Ernelmde jene Unschuld, so hier verborgen lebet, hat daS empfindlichste Mitleiden in mir erreget, auch der tbessallsche Prinz wird deine und meine Hülfe erfahren, beyden bin ich in dem Schlaf erschienen, Prinz Arcos wird sich bald auf meinen Befehl hier einfinden, beyde will ich deinen Schutz und deiner Hülfe anvertrauen. Amor. Wie? ist dieses etwann jene Crnekiw de, welche hierunter denen Gebüschen in eir A z uee »er unschuldigen Gefangenschaft schmachtet* muß? Ach! wezen dieser Priuzeßin habe ich wich schon lange Zeit hier aufgchalren. Mmerva. So bist du dennoch ohne Wissen derer Götter denen Unschuldigen beygl standen? Amor. Ja, so lange sie in ihrer Unschuld waren. So bald sie aber Cupido in seine ZUauen bekommen, Hab ich sie verlassen, und mit Schmerzen angesehen, daß man zum La- ster weit geneigter, als zur Tugend wäre. Minerva. Genug, an der unschuldigen Erne- linde soll Cupido keinen Theil haben. Der Anfang meiner Unternehmung zeiget sich, dort kommet Prinz Arcos, der Arme rst verfolget, sein Leben stehet in Gefahr. Folge mir Amor! unsere Gegenwart wird ihn ganz leichte schützen können. (Minerva und Amor gehen an die Seiten.) Zwevter Auftritt. Prinz Arcos in Aengsten. Lrco». Himmel ich bin verfolget! wer Hilst! was Raht: ehe ich in die Hände meines Vaters wieder gerahte, will ich mein Leben mit dem Bhtte meiner Verfolger theuer erkauffen. s Siehet sich in der Gegend herum.) Ja, das ist der Wald, das ist die Gegend, welche wir in dem Schlaf durch eine mitleidige Göts tin ist angezeiget worden, hier soll ich meine zukünftige Glückseligkeit erhalten. Götter! «arm eure Prophezeihungen und Erscheinum Ken wahr seyn sollen, so stehet mir Trostlosen bey, und lasset nicht zu, daß ich an der Wahrheit eurer Macht zweifle« darf. Romar. Ach Prinz! was hast du angefangen ? warum quäkest du deinen alten Vater mit einer so geschwinden Entfernung? ich und noch viele andere haben Befehl bekommen, dich auf deiner Flucht zu verfolgen, und dich entweder todt oder lebendig in seine Hände zu kiefern. Komme also mein Prinz und erfreue mit deiner Gegenwart deinen fast für Angst sterbenden Vater. Lrcos. Romar! O unglückseliger Roman warum hast du mich finden müssen? doch ich verlasse mich auf deine Freundschaft, kehre also zurücke, sage meinem Vater, daß du mich nicht gefunden, diese Gefälligkeit verlange ich von dir, sonst wirst du von mir nichtes erhalten, dann zu meinen Vater kehre ich nicht mehr zurücke. Romar. Und was wirst du dann in diesen Wäldern anfangen? bekannt find, darf ich nichtes verholen: wisse also daß mir verwichene Nacht Minerva im Schlaf erschienen, fie zeigte mir im Tramn eine Schönheit welche billig denen Göttern zu vergleichen wäre, fie spräche ganz vernehmlich Dritter Auftritt Romar. Arcos. Dir! den alle meine A 4 zu zu mir, dieses ist deine Braut, welche dir die Götter bestimmet haben, in diesen Wäldern, und an diesem Ort (welchen sie mir ganz deutlich anzeiqte) wirst du dieselbe durch meine Hülfe finden ; scheue keine Gefahr, mein Schutz wird deine Seiten begleiten, kaum waren diese Worte vollendet, so wäre Minerva mit ihrem bey sich habenden Engel meinen träumenden Augen verschwunden. Romar. ( Ganz erschrocken. ) Eben an die- sem Ott, und unter jenen Büschen ist Erne- linde schon sechzehen Jahr ver boraen. Ach Er- nekinde! ich habe dich ohne deinen Wissen wachend gesehen, o unglückseeliger Traum! armer Romar.' Arcos. Was bedenkest du , und was haltest du dich zurücke deinen Prinzen, der dich bittet, und der alles auf deine Freundschaft setzet , diese Gefälligkeit zu erzeigen?. Romar. (Die Eyfersucht bringet mich auf verzweifelte Gedanken ) Sage mir Prinz Arcos , wie sähe dann jene Schönheit aus, welche dir Mknerva in Traum gezeiqet hat? Arcos. Liebster Freund! unmöglich kann ich dir dieselbe beschreiben, ihre Schönheit und ihrrganzes Weesen zeigte mir die Unschuld ih- re^Seele, und die Hoheit ihres Standes an. Romar. Nein, ich betrüge mich nicht, dieses ist gewiß Ernelinde. Arcos. Wie! du bist ja ganz verwirret! was fehlet dir? was bedenkest du? wilst du mich noch nicht verlassen? Romar. Nein, ungehorsamer Sohn eines höchstbedrangten Vaters! lebendig solst du hier nicht verbleiben, entweder ckehre mit mir zurücke, oder ich will dich mit meinem Säbel dazu zwingen. (Ziehet den Sabel.) Arcos. Boßkaster! zu mir redest du also? Romar. Nicht viel Morte! entweder folge mir, oder du must sterben. Arcos. Bist du rasend? suchest du deinen Todt? Undankbarer! was du mir drohest, das soll dir geschehen. (8ö. Arcos und Romar fangen an zu fechten.) L rempo sogleich Minerva hervor mit einer Lanzen. Minerva. Flühe du Bösewicht! Minerva schuhet die Unschuld, und bestraffet die Lar sterhaften! Romar. Verdammte Hülfe.' ich bin verrohren. (Lauftab.) Arcos. Wie! Minerva schützet mich vor der Todesgefahr. Minerva. Ja ich bin Minerva, welche dir verwichene Nacht im Traum erschienen. Du bist auf meinen Befehl an diesen Ort gekommen , und dein Gehorsam vergnüget mich, ich werde deinen Traum erfüllen, komme Amor! deiner Obsicht fey dieser Prinz anbefohken. Arcos. Ich bin ganz ausser Mw; die unverhofft Hülfe! dein Anblick! grosse Minerva! mit was habe ich deine Gnade verdienet, (kniet.) A 5 Mi- Minerva. Stehe aufArcos (Sie hebt ihn auf.) und bereite dich zu einen Anblick, der deine Sinnen und dein ganzes Weesen noch mehr bezaubern wird. Fort ihr Gebüsche, fort ihr Bäume, die ihr bishero die Unschuld verborgen. dB. Minerva giebt ein Zeichen, im Prospect verschwinden die Baume, und man sehet den Aufenthalt der Prinjeßin Crnelinde. Minerva. Siebe ArcoS, das ist der grau- samme Arrest, in welchen ein tyrannischer Vater wegen einer falschen Prophezeiung seine unschuldige Tochter, von ihrer Wiegen an bis auf diese Stunde hat versverren lassen, du solst sie mit deinen eignen Händen befreyen. Gehe, zerbreche diese Mauren, zerreisse jene eiserne Giter und Thore, damit du den Ruhm ihrer Befreyung haben kaust. 2l. cc.s- Grosse Göttin! werden meine Kräfte nicht zu schwach seyn? Minerva. Verbanne allen Zwenfel, zeige deinen Mut, und vor das übrrge lasse mich sorgen, es wird dich sogar viel Mühe nicht kosten. Lrco/. Wem die Götter beystehen, der darf auch die Unmöglichkeit nickt scheuen. 86. An cos eilet zu dem Gebäude, sogleich giebt Minerva ein Zeichen, es zerspringet und zerfällt dasselbe und man stehet Vier- Vierter Auftritt. Ernelinde. Minerva. Hier hast du deine Braut,/ey tuiendhaft und getreu, so wird dein Glücke reine Gränzen haben: solle sich aber eine wi- derspansttge Gottheit finden, euch in eurer Ruhe zu siöhren, so ruffet meine Hülffe. (MLs nerva ab.) Arcos welcher über den )lnb!ick der Ernelinde ganz erstaunet ist, bleibet mit Amor, a.i der Seiten stehen. ' Ernelinde. ( Melche sich indessen an allen Orten herum gesehen, endlich aus dem Gebäude gehet.) Ich weiß nicht wo ich bin,- alles dieses was ich sehe, werden wohl jene Dmge sevn, von welchen mir das Weib, die mich bis auf diese Stunde erzogen, und ernähret, so viele Wunder erzehlet bat, das grosse Dach ober mir wird wohl der Himmel sevn, und jenes runde hellglänzende Feuer, das wird die Sonne seyn, und dieses worauf sch stehe, das wird die Erde seyn; was für ein grosser und weiter Raum! ja, ja, ich merke es schon, jetzo bin ich in der grossen Welt, jene Beänostigung die ich bishero in meinem engen Aufenthalt, habe erdulden müssen, ist nunmehro auf einmahl verschwunden, ich empfinde eine andere Luft, ich schöpfe einen leichtern Athen, ich spühre ein neues Leben, bin ich villeicht schon gar in jenen Himmels von welchem mir das Weis so viele Gkücklee, ligkeiten prophezeiet hat? ich weiß nickt soll ich in diesen Paradier verbleiben, oder soll ich wieder in meinen Aufenthalt zurückkehren. (Amor gebet hervor.) Amor. Nein, schöne Ernelinde du solst be^ ständig in diesem Paradiß verbleiben. Ernelmve. Himmel! Was für eine schöne Gestalt ist doch diese. Amor. Betrachte meinen Cammeraden,und sage, wie dir dieser gefällt. (Zeiger aufArcos.s Ernelinde. (Erschrickt. ) Ach da ist er! Ja der ist es! O dich kenn ich schon! Arcos. (Stehet an der Seite) Wie, schöne Prinzeßin , du kennest mich? Lrneknde. Ja, ich kenne dich, du bist ArcoS der Lhessrlische Prinz, Minerva ist mir mit dir im Scklaf erschienen, sie hat mich von dir in allen unterrichtet, und meine Träume waren beständig mit drr beschaftiaet. Amor. Saqe mir! gefällt dir dieser Prinz? Ernelinde. Ach ja! er gefällt mir, aber drr gefällst mir noch besser. Amor. Das macht, weil ich eine Gottheit bin. Ernelinde. So ist dieser keine Gottheit? Amor. Nein , er ist NM ein Mensch. Ernelinde. Und was bin dann ich? Amor. Du bist auch ein Mensch. Arco». Aber zugleich meine Gottheit. Ernelmde.- Machet aus mir, was euch be» liebet, nur lasset mich in eurer lieben Gesellschaft verbleiben. Arcos. Ja, schöne Erneli'nde! Nicktes als der Tod wird fähig seyn , mich von dir, O meine Seele zu trennen- A.nor. Kommet ihr zärtlich verliebten Herzen , verlasset diesen Ort, und auch zugleich das abscheuliche Angedenken emer sechzehens jährigen Gefangenschaft. Ärcos. Wiist du uns begleiten schöne Erne- ^ linde. ( Reichet ihr die Hand.) Lrnclmde. O ja , und dieses mit tausend Freuden (Im Abgehen.) so lang ich auf der Welt bin, habe ich noch keinen so guten Lag z gehabt. (Alle drey gehen ab.) Fünfter Auftritt. Alloro mit einem Brief Ln der Hand , und Romar. Remar. Freund! Was ich dir gesagt habe, lst die vollkommene Wahrheit, Prinz Ar- cos hat seinen Vater verlassen, in der Absicht seme lm Traum gesehene Ernelinde zu befreyen. Die Liebe zu. dieser Prinzeßin, sie bey dieser Gelegenheit durch deine. Hüls noch einmal zu sehen , und der Befehl des Fürstens hat mich zu seinen Verfolger gemacht; hier auf diesen Platz hatte ich ihn gefunden , aber Minerva diese grausame Göttin hat ihn meinen Händen entzogen. Llloro. Was für Zufälle in einem Augenblick : Eben erhalte ich diesen Brief, in welchem man mir die schleunige Ankunft des Für? Aentz HenS meldet, Dimone will aus gewissen Pchten ferne noch nremahls gesehene Tochter ^ sehen. Jetzo will ich sie aus ihrem Gefäng- nüß holen ; bey dieser Gelegenheit können deine verliebte Äugen sie das leßtemahl betrachten , alsdann verlasse michund diese Gegend, damit dich ja niemand von des Für- stens Hokstsat zu sehen bekomme ; du weist, in was für Freundschaft dein, und mein Fürst lebet. Romar. Alloro ist allein , meine Pferde stehen in Bereitschaft, ich will den alten ermorden , und Ernelinde entführen. Alloro. Komme Romar! (Nihmt einen grossen Schlüssel aus dem Sack) ich will . das Gebäude eröfnen. Romar. Ja, ja mein Freund ich folge dir, (gleich soll Ernetinde in meiner Gewalt seyn.) l beyde gehen zurück.) Alloro. (Ganz erschrocken.) Ach ich bin de- - Todes. ^ Romar. (Auch erschrocken.)Was ist dieses? Alloro. Ich bin verloren, es ist um mich geschehen, En?elinde Behältnuß ist erbrochen, sie ist fort, und mein Verderben ist mehr a!S zu gewiß. Romar. Verdammter Zufall, ArcoS hat die Prinzeßin entführet, hier habe ich nichtes mehr zu suchen, Rache und Verzweiflung sollen meine Schritte begleiten. (zornig ab.) ' Alloro. Mas Rabt ich meiner Nobt? an > wer Alloro! nun mache dich gefast, alle Man ? ler, ja den grausamsten Tod ausjustehen, du i hast i hast Meinem Wüttrich, mit einem Tyrannen zu thun, ach ich fühle schon die Klauen des unmenschlichen Dimone in meinem Ingewei- de, ein verzweifeltes Mittel, ein geschwinder Tod soll meine Hual und langwahrende Marter auf einmahl beschlieffen. (Unter dieser Rede hat Alloro die Binde von Leibe genommen, und will sich mit selber an einen, an der Seiten stehenden Baum hangen, so, gleich verwandlet sich der Baum Sechster Auftritt. In eine Sternenwolke, in welcher Venus, und Cupido sitzen, die Wolke last sich auf die Erde. Venus. Halt verzweifelter; Venus ist zu deiner Hülfe gekommen. Alloro. (Falt auf seine Rnie. ) Ach grosse Venus! ohne deinen Beystand bm ich em Schlachtopfer der Tyrannen. Venus. Nachdeme tch sechsten durch die Entführung der Ernelinde auf das heftigste beleidiget brn, so darfst du für dein Leben keine Sorge mehr tragen, stehe auf, und bringe mir den Augenblick Ardelia deine Tochter. Alloro. Gleich soll sie vor deinen Füssen erscheinen; Himmel was wird noch geschehen. (ab.) . Venus. Du aber unachtsames! und nach- läßiges Kind, verrichtet man also meine Befehle, hättest du guf Ernelinde nicht besser Ach- Achtung geben sollen, was halt mich zurück, daß ich nicht den Augenb.ick deine Nachlaßes keit mit meinen Händen bestraffe, f Venus nihmt ein Band und drohet den Cupido, damit zu schlagen.) Lupivo. (Lnier.) Ach Mutter erbarme dich, dein Zorn hat noch gefehlet mein Unglück vollkommen zu machen, du beschwerest dich über meine Nachläßigkett, da ich doch der ganzen tugendhaften Welt, ja denen meisten Göttern und Göttinen, durch meine Bemühung ein Greul in ihren Augen bin, man saget meine Pfeile reitzeten dle Menschen zu einer ärgerlichen und lasterhaften Liebe, ja ich stelle in der Welt nichtes anders als Ausschweiffungen, Unheyl, und Unglück an, die ehrbare Welt will fast meinen Namen nicht mehr hören, und die Götter gehen schon zu Rahte, mich aus dem Himmel zu verjagen, die meisten davon sind altväterliche Philosophen, bev denen ich in ihrer Jugend ein Engel,nun- mehro aber enr abscheuliches Gelpenste scheine, mit einem Wort! meine Kräften verschwinden, meine Macht gehet zu Grund, und wann meine eigene Mutter über mich zörnet, und mir nicht helfen will, wo wird dann in das künftige der arme Cupido Trost finden, wo werde ich armes Kind bleiben können. venus. Stehe auf mein Sohn, f sie hilf* ihm auf.") du hast recht, man will mich und dich vertilgen; jene Tempel und Altäre, welche man mir zu Ehreil errichtet, und aufqe- bauet, werden nunmehro zerstöhret und verheeret. heeret, man bringet mir gar kein Opfer mehr, mit einem Mort: ich bin nicht mehr Venus» ick bm nicht mehr die Göttin der Liebe. O undankbare Welt! o ihr unerkänntliche Götter ! meine Flammen haben euch bishero die Kräfte und das Leben ertheilet, doch Gedult, ich will gewiß zeigen, daß ich noch in meiner Macht die vorige Venus bin. (dazu.) Siebender Auftritt. All-ro, Ardelia. Alloro. Grosse Venus! hier ist meine Ar- belia. Ardelia. Mächtige Göttin! der ich allezeit zinsbar wäre, wie kan ich mein Glücke genugsam preisen, dich bey uns zu sehen, (will knien.) Venus. (Lasst es nicht zu.) Komme in meine Arme meine liebe Tochter! du hast mich beständig verehret, du wärest mir allezeit ergeben, und dadurch hast du dich meiner Gnade würdig gemacht, folge mir auch jetzo,dann dein Vater befindet sich in der ^rösten Gefahr sein Leben zu verlieren. Ardelia. Himmel! was wird dieses ferm? venu«. Höre mich, ich will es dir erklären: Die deinem Vater von dem Fürsten Dimone anvertraute Ernelinde ist von einem Räuber entfübret worden, und diese Ernelmde sollst du so lange vorstellen, bis ich die rechte werde gefunden haben. Dimone hat seine Doch- B ter Ler noch niemahls gesehen, also wird es ganz leicht scyn, diesen Mcnschenfeund zu betrügen. Ardelia. Ich Ztttcre über drestö Unternehmen. Alloro. Und ich fühle schon die Angst des Todes. venu«. Verzagte, was kan euch lieber fern, als euer Leben ^Heimlich zu Alloro.) Allo- ro! vollziehe meinen Befehl, dem Betrug ist mir bekannt, du hast dem Romar die Erne- linde wrdcr den Verbot des Dimone sehen lassen, (heimlich zu Ardelia.) und du Arde- lia widersetze dich gar nicht, sonst wird Erich ro dein Buhler nimmermehr dein Mann werden. Fort ibr forchtsame, wer glücklich wünscht zu seyn, muß keine Gefahr scheuen. Du Alloro bediene dich deiner alten Schein- herligkeil,und du Ardelia zeige, daß du ein Frauenzimmer bist, welche stch zu verstellen weiß, zu eurer Vergeltung soll ein jedes von mrr nach seinen Verdienst belohnet werden. Haltet euch nicht auf, dann der Fürst ist schon würklich in dem Schloß angeianget. Alloro. Ach ich will na gerne in allen gehorchen, komme meine Tochter, und folge mir. Lrdelia. Grosse Görtm! lch verlasse mich auf dein Versprechen (Alloro und Ardelia gehen ad.) venu«. Der Anfang meiner Rache ist gemacht, alle Verwirrungen, alles Unglück, ja Mord und Tod anzustellen; ich werde dir getreulich beystehen, Crcta und Lhessa ien soll der Schauplatz sepn, wo man die Schuldigen mit mit denen Unschuldigen verderben, und ster, ben sehen wird. Lupid». Mutter ich gehe. (Russe ihr die Hand ) Mein Zorn ist gar zu groß. Erörteret vor mir ihr Sterblichen, ich schwöre, daß kein Mensch vor meinen Pfeilen sicher seyn solle. (Und ab ) Venus. So recht mein Sohn,wer wird dein- und meiner Macht widerstehen können, bald wird Venus in einer andern Gestalt erscheinen, bald soll mich die Welt keine Liebesgöttin, sondern eine Tyranmn nennen. Dort kommt auch einer, der zu seinen Unglück eitet. Achter Auftritt. Emirs. Lmiro. SchöneArdelia! dich zu suchen,bin ich anhero gekommen. (Er erschrickt über Venus.) Himmel! wer ist dieses? Venus. Ich seye wer ich seye, so bin ich ru deinem Glück allhier. Armer Emiro/ willst du deine Braut nicht verlieren, so eile in daS Schloß, Fürst Dimone ist unverhost allda angelanget, und eben zu des Alloro allergrösten Unglück ist die Prinzeßin Ernelinde entführet worden. Jetzo will er Ardelia seine Tochter für dieselbe ansgeben, der Betrug wird vf- fenbabrer werden, folglich wird Ardelia eines grausamen Todes sterben wüsten. Emiro. Welch'ein Zufall? Dich Unglück fertiger! was soll ich anfangen? Br v§- venu«,. Versäume keine Zeit, daun ein jede» Augenblick kan deine Ardelra zu einer Lerche, dich aber ewig unglücklich machen. Emirs. Mlt faulend Freuden will ich für da 5 Leben der Ardelia das meinige hergeben. (Geher eiligst ab.) Venus. Drr -um Trotz, grausame Minerva! die du dre Stifterin meines Verderbens seyn willst, soll alles das geschehen, was die gröste Verzwerfiung Hervorbringen kan. Es bren, net in meiner Brust ein Höllenfeuer, welches dre grausamste Rache kochet, aber m kurzer Zeit soll das Feuer, welches mich brennet, me» ve Freude vollkommen verzehren. Da mille sKerri e mille 8enro sAirarrm 11 dor» II miv üover, l'smore, I^o säe^rro, e AeloliL Renäono l'slma mir VlcinL s 6e1irsr. (Venus nach der Aria ad.) Neunter Auftritt- Das Theater stellet ein Fürstliches Amme» vor mrt einem grasten Sestel in der Miere Fürst Dimone, Tangar, Rolim und Leih- , wache. Dimone. Schweme Zangar, und rede mir in diesen Sachen ja nichts ein. Ich will noch tanger leben,und damit ick leben kan,so mußEr- nekmve meine Tochter sterben. Sangar. Ist es Ntöalich, den Tod einer Unschuldigen ohne Entsetzen anzuhören? Dimone. Zangar! dein Glücke ist es, daß ich dich Hochschatze, sonst wollte ich dir nm meinem >S7ädel das Geheimnuß offenbaren, l Setzet sich. )Wtsse also,ehe uochErnelinde dasTa- gesticht erblickte, wurde mir von einem Wahrsager prophezeihet, daß dieselbe eine Gemalp lin meines aüerarösten Feindes werden sollte, der Tag ihrer Vermählung würde auck der Lag meines Todes seyn, wegen dieser un- glücksecligen Prophezeiung hatte ich meine Tochter nach ihrer Geburt mit einer alten Frauen an diesen Ort geschicket, und sie der Obsicht meines getreuen Alloro anvcrtrauet, dieses alles wäre auf das heimlichste geschehen, und bis aufdiefe stunde ist sie, ohne von einem Menschen gesehen, in einer von Stem uild Eisen erbauten Wohnung auf das ge- naueste verwahret blieben. Rolim, nun entdecke du ihm die Folge meines Unalücks. RsUm. Ach! wann ich daran gedenke, so zittern mir noch alle Glieder an meinem Leibe; Zangar, höre! und erstaune, vor dreyen Tä- gen entstünde ein grausames Donnern, und Kracken in unserem Tempel, und da gemet- mqlick dergleichen förchterliche Zeichen etwa- Groffes zu bedeuten haben , so versäumte ich keinen Augenblick, den Ausspruch unserer mächtigen Gottheit zu vernehmen , kaum wäre ich W dem Tempel erschienen, sprach sie -u mir B z fob folgende Worte; Erneljnde tritt in das 76. Jahr ihres Alters , dle Ungerechtigkeit hält sie verschlossen! vre Boßherr will ne verfuhren, und dre Unschuld wird sie festeren, Di- mone! dem Tod ist gewrß, und dre erste Pro- phezkthung soll erfüllet werden. DEne. Rede jetzo mükendiger Zangar! ha- He ich noch nrcht Ursache mich zu förchten? Soll ich noch langer jene Schlange in meinem Busen ernähren ? die mir meinen Untergang und meinen Tod drohet. Zangar. Herrich erstumme, deine Erhaltung foll meme emsige Sorge seyn, es iss besser hundert Kinder erwürgen, alseinen so gütigen Fürsten verlieren. Dimone. Stille , dort kommt Alloro , und such zugleich mein Verderben. Zehender Auftritt. Alloro, und Ardelm. Alloro. ( kniet.) Mein Fürst ! bin ich endlich so glücklich , dir nach einer so langen Zeit deine Hände zu küssen, hier überbrinqe ich dir dasjenige Kleinod, welches mir ist anvertrauet worden. Simone. Alloro stehe auf, du aber Ernelin, de tritt näher. Ardelia Vergönnet mir endlich mein widriges Verhängnüß einmal denjenigen zu sehen, dem ich das Leben zu danken habe. ( kniet. ) Dunone. iStche auf Unglückselige! Wie gut wär- wäre eS für dich , und mich, wann du die Welt niemals gesehen härtest, (Abseits, indem ec aufstchet ) was für eine abscheuliche Gesihtsbi düng , meine ganze Natur entsetzet sich über diesen Anblick, genug, es ist beschlossen , es soll auch geschehen. ArDclia. (heimlich zu Alloco.) Vater! Iva- sind dieses für Gebärden ? Ach Himmel! mir gebet ein grosses Unglück vor. Alloro. (heimlich zu AcdelLa-) Ich bitte dich meine Tochter! verstelle dich, damit daS Übel nicht grösser werde. Dimone. Eruelmde! so viel Mitleiden hast du von deinem Vater zu hoffen, dasi er deinen Tod, ja deinen mir so höchst nohtwendiqen Tod beklaget, wisst du deinen Vater auf gleiche Art bemitleiden, fo stirb, damit dein Vater nicht sterben muß. Komme Rolim! hier mbm von meinen Händen dieses Schlacht- ovfer hin, versöhne dadurch die Götter, damit durch ihren Tod, ihr unalückfeeliger Vater am Leben blerben kann. Rolim führe sie fort. Rolnn. Komme Ernelinde und stirb groß- mübtig- Ardelia. (Voller Anast fällt ihrem Vater zu Hüffen.) Ach Vater! was ist dieses? (LVeinr.) Alloro. Tochter! unalückseelige Tochter! ich bich dein Verderben, (kniet auch vor ihr und wemet.) Aangar. Was sind das für Reden Vater; Tochter! was will dieses sagen? Simone. Nachdem e er sie erzogen, so bat B 4 sie sie ihn für ihren Vater gehalten, und er sie wie seine Tochter geliebet. ä cempv. Eilfter Auftritt. Emir- eilends. Emirs. Nein Herr! deine Meinung ist falsch, diese ist Ardelia des Alloro Tochter. Ardelia. L) glückselige Errettung. (Stehet auf ) ÄUoro. Nun ist alles aus. Dimone. Holla! was lst dieses? Alloro. (Steht auf und fallt dem Fürsten ZU Kissen.) Ach mein Fürst! es ist nicht anders , dieses rst Ardelia meine Tochter. Dimone. Mord! Verrätherey. (Zieht den Sabel.) Rede alter Hund, oder ich haue dich in tausend Stücken. AUoro. Ach Gnade mein Fürst! für mich, und meine arme Tochter, das gehabte Un, glück hat mich an dir zu einem Verräther gemacht. Dimone. Mein Herze prophezeihet mir, daß mein Untergang ganz nahe ist. Attoro. Ernekinde deine Tochter ist mir durch eine übernatürliche Gewalt, von dem Primen Arcos dem Sohn deines Bruders geraubet worden. Dimone. Das Blut erstarret in meinen Adern, sage Schelm! warum hast du deine Tochter für meine Tochter ausgegeben? Alls- AUoro. So bald ich das zersprenqteGebaude, und dleEntführungdeinerLochter wahr genommen, so wolte ich mir mit emer Binde an einem Baum das Lebm nehmen; allein dieGöttin Venus harte mrch davon abgehalten,und da sie mir versprach, mich m allen zu schützen, wann ich meine Tochter fürdiePrinzeßmErnelmdeausi geben würde, so habe ich auch ihren Befehl vollzogen. Nun mein Fürst, weist du alles, ( Stehet auf.) und jetzo erwarte ich von deiner Gnade entweder das Urtherl meines Lebens, oder meines Todes. (Alle bleiben wegen diesen Zufall im Gedanken stehen.) ^ lernpo. Zwölfter Auftritt. Hanrrswurst. -Hannsrvursr. ( Im Herausgehen.) Nu ich muß doch auch die Prinzessin sehen, der man 15. Jahr rm Vogelhäusel das Flaschenet hat pfeif- fen gelernet, (unterthaniger Dienerallersttts.) (Reines stehet ihn a» , und zeigen sich betrübt. ) -Hannswnrft. Was zum tausend sickerment ist dann das? Das sind ja lauter Fastenqe- srchter; die dort wird wohl die Prinzessin seyn, sie versteckt ihr Gesicht mit dem Schnupftuch, ich kan Nichtwissen , ob ihr Gesicht einem Paper! , oder einem Hungarischen Canarivoqel gleich stehet s Fraget einem nach den andern 1 du Rolim, du Zangar, du Lmiro, du Al- B 5 loro, low, ist das die Prinzeßin 7 ( Ein jeder bae durch Seufzen, oder durch eine betrübte Mine geantwortet rc.) -Hannswurst. Das ist eine betrübte Taqfa- tzung, mir kommt vor, fle haben alle den Proceß verloren. ( Gehet zu Ardelia.) Um Verzechung, bist du nicht unsers Fürsten seine Tochter? Ardelia. Nein ! ( weint. ) Ich bin nicht diese Unglückselige. -Hannswurst. (Spottet ihr nach) Und ich bin ste auch nicht, (gehet zu Dimone.) Du! wo ist dann deine Tochter? Dimone. ( Mit gelassener Stimme. ) In der Hölle. -Hannswurst. Und wer ist dann diese? Dimone. Der Teufel, (wie zuvor ) -Hannswurst. Hinein mit dem Teufel in die Hölle, was hat er da zu thun. Dimone. (hornig.) Ja ihr Hunde , ihr folt ille in die Hölle., -Hannswurst. > Für Schrocken retiriet sich hinter die andern.) Dimone. Du alter Betrüger, die Göttin Venus hat drr gerahten, deine Tochter für die weinige auszngeben ? Attorv. Ja mein Fürst, und ich hoffe, daß ihr Schutz mich nicht verlassen wird. Dimone. Mas Schutz! was Venus! was Hölle! und alle Furien. Rolrm, nihm meine Wache , und lasse den Vater und die Tochr ter, in das abscheulichste Gefängnuß werfen. -Ham,srvvrfk. Poß kau send je^t sängt deA Schlesische Rübezal, recht zu donnem an. Rokm. Folget mrr! tue Fürsten zu betnl- -en suchen, verdienen auf gleiche Att belohnet zu werden. Alloro. Tochter! mir hast du dein Unglück zu danken. Ardeka. (Heimlich Emiro! gedenke zu Zeiten an deine unfchuldrge Ardeiia. Lmiro. (Hermli.!) Da ich dein Leben erhalten, will ich auch für deine Freyheit sorgen. AL. Alloro und Ardelia werden von Roltm und Wache abseführet. .Hannswurst. Noch kan ich die ganze Kinde- rey nicht verstehen. D.mone. Du Zanqar wirst Befehl in ganz Creta ertheilen, daß derjenige, welcher mir meme Tochter Ernelinde, oder meines Bruders Sohn den Prinzen ArcoS, lebendig oder todr brmgenwird, der soll mein halbes Fürstentum mit mir zu theilen haben, ich gebe euch allen hiemit mein Fürstliches Wort. (und ab.) Zangnr. Ich beklage diesen unglückieeliqes Fürsten; komme Emiro! und lasse uns alle Kräften anwenden, seinen Willen zu erfüllen. Emiro. Du stehest mich vollkommen bereitet. (Abstits.) Meine gröste Gorge wirb fenn, Ardelia aus ihrer Gefangenschaft zy befreyen. (Beyde wollen ab^eben. > HgrmMvrst. ^ "fempv. ( Hält sie zurück.) Spw Aprops ihr Herrn! explicirt mir auch ein wenig die Sache, wie ist die Hrstorre von den halben Fürstentum? Sangar. Dummer Mensch! hast du es dann mchr gehöret, derjenige, welcher dem Fürsten feme Dochter Ernelinde bringet, oder den jungen Fürsten Arcos, der sie entführet har, der wird von Limone das halbe Fürstentum bekommen. Hannsrvrrrst. Und diese Leute sind noch in der Welt zu erfragen? Emirs. Gewiß, wann sie anderst nicht todt sind. Höre mich Hannswurst: du bist ein Dummer , aber auch ein arglistiger Kerl, ich will dir rahten, wir sind hier nahe an denen Gränzen des Fürsten Ormechus, ohne Zweifel wird fein Sohn Prinz Arcos, die Prmzeßin zu seinen Vätern gebracht haben, gehe dahin, vielleicht glückt eS dir, dieselbe ausziikund, schäften, oder vielleicht gar unserem Fürsten zu bringen. Harmswurst. Der Deuchsel das wär gut, ist eS weit zu den Fürsten Ormechus? Emirs. Er ist hier auf seinem Jagdschloß, in einer halben Stunde kaust du ganz leichte zu Fuß dorten seyn. -Hrnnrrwarlr. Herr Zangar, erlaubt ihr mir, baß ich mir darfvon unserem Fürsten ein Pferd fimlen lassen. rangar. Meinthalben auch einen Esel. Hannsrvurft. Ja wer weis ob die Herren zeit haben mitzugehen. r»ng«r. Aarr! schaue, wie du hmkomknff, was kümmere ich mich um dlch. (und ab.) Lmiro. Hannswurst folge meinem Raht, vu kaust ein glücklicher Mensch werden. (auchab.) -Hannswrrrst. Potz Stern Latern! ein halbes Fürstentum? das rvär ja besser als einTerno von 2 v. Dugaten, das Glück muß ich nicht auslassen. (laust ab.^) Dreyzchender Auftritt. Zimmer des Ormechus. Fürst Ormechus allein. Ormeckus. Meine Freude ist fort, der Trost meines Alters ist entwichen. Ach Sohn! ach ungerechter Sohn, mit waS hat dich deinzärtr licher Vater beleidiget? meine einzige Sorge wäre, dich beständig zu vergnügen, in dir habe ich die Stütze meines Alters, und meines Thrones gesüchet, Himmel! durch was für eine Schuld habe ich beydes verlieren müssen? undankbarer Sohn! armer Vater. Vierzehender Auftritt. Roman. Ramar. Mein Herr! ich finde dich noch 5er trübt, und meine Zurückkunft, wird dir wenig Trost bringen. «rmech«, H Gott! mein Sohn ist todt! Xomar. New mein Fürst! er lebet, allein er hat eine That begangen, die dein väterliches Herze rühren wird. Ormecbus. Rede Romar: ich werde alle Standhaftigkeit zu Hülfe nehmen. Romar. Lew Sohn ArcoS hat dich verlassen, damit er Ernelmde die Tochter deine- Bruders hat entführen können. Ormechus. Was? dke Tochter dieses Tyrannen? dieses Mörders? Romar. Ja, ich sechsten habe den erbrochenen Aufenthalt der Prinzeßin gesehen, und man har mir berichtet, daß die Göttin Miner, »a, seinen Raub, und seine Entführung solle befördert haben. Ormecbas. Nun ist mein Sohn gewiß todt; dann fallt er in die Hände memes grausaiw men Bruders, so darf ich an seinem Untergang nicht mehr zweiflen, dieser Zufall kostet mich mein Fürstentum, und auch mein Leben. Fort Romar: gieb Befehl zu einem General, aufbot in allen meinen Landern, ich will mei, ven Sohn mit Feuer und Schwerdt aus de, rren Klauen des Dimone reisten. Romar. Herr! dieses Unternehmen entsprin, get von der ersten Hitze deines Zorns: meine Meinung wäre, sich in dieser Sache der List zu bedienen, man muß trachten, heimlich aus, zu^mdschaften, wohin Arcos mit Ernelmde gestoben ist , alsdann kann man auf Mittel gedenken, denselben entweder mit Lrft oder Mel malt zu erhalten. Ick selbsten will alle H'rrnst, griffe gebrauchen, dich mein Sürst auf daneue neue mit deinem Sohne zu erfreuen, zu diesen Ende wirst du erlauben, daß ich mir erliche herzhafte Soldaten zu meinem Vorhaben aufsuchen darf. Ormechus. Ja mein Freund! nihm alle meine Soldaten, gebrauche dich meines ganzen Schatzes, es soll zu deinem Vorhaben mein ganzes Reich gewiedmet seyn. Funfzehender Auftritt. ^ Bernardou. Lernarron. (Im heraus lausten ) Bravo! Victoria weil nur der Prinz wieder da ist. Ormechus. O unverhofte Freude! L) dir alückseeliger Mensch! gebe in meine Schatzkammer, nihm dir alda so viel Gold und Ju- belen, davon du, und deine Nachkömmlinge ewig glücklich leben können. Bcrnarvon. Ich bedanke mich zu tausend mahlen, ich will alles auf Jhro Durchleucht Gesundheit verzehren. Ormecbus. Sage mir mein lieber Bernar- bon, was haltest du von meinem Sohne? und wie stehet er aus ? Bernardon. Ich halte dafür daß es ihm wird gereuet haben, seinen lieben Papa zu verlassen, und daß ihn d,e Angst bleich, und mager im Gesicht gemacht hat. Ormechus. So kommt dir vor, daß er bleich und mager in 6>w-m Gesichte aussiebet? Ep schau ihn der Fürst nur setz ber der recht an, dann wird man sehen, baß ich die Wadrhen geredet habe. Ormecbus. Ach! ich glaube herzlich gerne, daß ihn Scham,- und Reue völlig verstellet hat- Gehe Bernardon! sprich ihm einen Muth bey, sage: daß ich ihm seinen Fehler verzeihe, und daß ich auf das Vorbeygeqangene nicht mehr gedenken werde. Gehe, und bringe ihn -u mir. Bernardon. Jagleich! (Mill fortlauffelr.) Aber in was für einem Zimmer ist der Prinz? Grmechlts. Du wirft ja wissen, wo du den Prinzen verlassen hast. Bernardon. Ich? ich Hab den Prinzen noch nicht gesehen. Ormechus. Hast du den Prinzen nicht mit dir gebracht? Bernarvo,,. Ey ja wohl nicht, ich habe geglaubt der Romar hat den Prinzen wieder gebracht. Ovmechus. (Zornig.) Mich reuet die Zert, die ich mit diesem Narren verschwendet habe. Romar! auf deine Hülfe setze ich mein Glück und Unglück. (Und ab) Lernacvor,. So hast du den Prinzen nicht Mitgebracht? -Romar. Du dummer Kerl: wer hat dir das weiß gemacht? Bernardon. Die Leute haben gesagt, der Ro- mar ist zurücke kommen, so habe ich geglaubt, du hast den Prinzen auch mitaebracht. Romar. Bernardon: sen vernünftig, in dieser Sache ist nicht zu scherzen, du hast dir durch diese Narrheit des Fürstens Ungnade -ugezogen, es ereignet sich anjetzo die schönste Gelegenheit, dein Glücke vollkommen zu machen.' Gehe in das nahe von hier gelegene Schloß, wo du öfters mit mm wärest, dort haltet sich jetzo Fürst Dimone auf, forsche nach, ob du von dem Prinzen etwas erfahren kanst, ich werde indem bekannten Wald mit meinen Soldaten auf dich warten, für das übrige lasse mich sorgen. Bernacdsn. Ja, aber ich habe gehöret, der Fürst Dimone soll ein verfluchter Kerl seyn. Romar. Der nichtes wagt, gewinnt nichteS. Bevnardon. Und der Nichts stihlt, der kommt auch nicht am Galgen; aber ich bin ein Kerl, der Rosumisch hat- Parole, ich gehe hin, du halte dein Wort, daß ich dich im Wald wieder finden kan. Bekomme ich den Prinzen, so solle mich einer einpacken sehen, wann mich der Fürst in seine Schatzkammer laßt. (Laufrad ) Romar. Jetzo zeiget sich mir das Glück mit offenen Armen. Diese Gelegenheit, welche eine Prinzeßin zur Braut, und ein Fürstentum zum Brautschatz giebet, muß kein Romar versäumen. Bald soll mich die Welt groß und vergnügt sehen. (Und ab.) Sechzchender Austritt. Cupido in schlechten Meldern lauft über das Theater, Hannswurst ihm nach. Crrpido. Lauf der Herr nur, jetzt sind wir -stich da. (Laust Ln d,e Srena) Hannswnrft. Der Teuchselsbub laust, ich kan chm mchr Nachkommen. L. Tie laust fen noch einmahl über das Theater.) Cupido. ^Schreit.) Nur mir nach, rc. -Hchnnsworft. Du! hör auf. Jetzt kan ich mchr mehr lausten, rc. Cupido. Jetzt sind wir da. Mein Herr? soll lch dich bey den Fürsten anmelden? Hannswurst. Das wör recht; ich will dir was schenken, nacher kanst du demer Weege gehen. (Sucht in Sack) Lt^ido. Nein, nein. Laß der Herr nur stecken, kein Geld brauch ich von dem Herrn nicht, md keinen Verstand kan mir der Herr nicht geben. Ich befehle mich qar schön. (Laufrad.) Hannswurst. Du Spitzbübel! Das war ein cvrieuser Bub, er ist von freyen Stücken zu nur gekommen, und hat mich gefragt, ob er mir den Weeg zeigen soll, als wenn er schon aewust hatte, daß ich hieher will. Jetzt bin ich da; Fickermcnt ich Hab eine grosse AffaL- re auszusühren. Erwischt mich der Fürst, so kan ich um einen Kopf kürzer werden. Aber ein halber Fürst zu werden, da kan man schon was wagen. Es kommt wer: das ist eine wunderbare Fiam. Ich wjll einwenig zuhö- r ( Dimone gehet ab.) Bernardon. Eine solche Angst habe ich noch mem lebtag nicht ausgestanden, und das habe rch alles dem kleinen verdammten Svihbübel zu danken, rvann mir mein Natursehler daSmahk nrcht heraus geholffen hätte, st wurde es mit -em Monsieur Vernarben übe! ausqeseben bar den. Ja, was soll ich ietzo rhun ^ Ich denke hakt, ich will wieder meiner Weeqe nach Hause warschiren f Stille) da kommt ein WeibSbtld, die rst nicht nach der hiesigen Landcsart gekleidet, mit der will ick ein wenig reden, hernach will ich reisen. (Dazu.) Zwanzigster Auftritt. Venus als ein Italiänifthes Mädl gekleidet. VL. Dieser Auftritt wird ven Bernardon und Venus halb Deutsch, und halb Iraliäntsch »l Zutto er tempore -emacht. Bcrnarvon. (Redet sie gleich an-) Ihr ganz gehorsamer Diener, mein schermantes Arauen- zimmer. venu«. (welLsch.) Zhro gehorsame Dienerin mein Herr, ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen. Bernardon. A ha! das ist eine Welsche, die wird sich wundern, wann sie hören wrrd, daß ich auch Weisch kan. (N6. rvelsch.) Um Vergebung, nicht wahr? Sie sind eine Jtcv kiänerin? Venus. Ja, zu dienen, und ich hoffein Jh, nen einen Landsmann zu finden. Bernarvon. Nein, ich bin ein Deutscher, aber ich bin lan >e Zeit in Welschland gewesen. Venus. Sie reden so gut Weksch , als wann Sie ein geborner Italiener waren» Sie müsi ftn sehr lang iri Welschland gewesen seyn? Ke» -ernardo«. Ja, ich bin 20. Jahr in Jt» Uen,^o. Jahr in Frankreich , und 15. Jahr in England gewesen. venus. Um Vergebung, wie alt sind Sie jetzo? Lernardon. Jetzt bin ich 40. Jahr paßirt. Venus. (Abseits.) (O du Narr.) Reden. Sie alle Sprachen so gut, wie die Jtalränischer Bernardon. Eine Sprach, wie die andere. Venus. Sie reden ihre Sprachen, wie ein Dracul. Bernardon. Wie ist das zu verstehen? Venus. Weil man gemeiniglich den Ausspruch des Oraculs niemahlS recht verstanden hat. Bernardon. Wie? so glauben Sie, daß ich nicht gut Italienisch rede. venu«. Daß sag ich nicht, aber ich glaube, die Sprache kommt Ihnen ein wenig hart an. (Lassen wir das paßiren) Sagen sie mir, was haben sie für Stadtein Italien gesehen? Bernardon. Ich bin gewesen in Rom, in Genua, in Venedig, in Parma, undinMer> land ; Ach Meyland! Ach Menland! venu«. Was ist Ihnen dann in Meyland geschehen ? Bernardon. Ich hatte mich da fn ein Madl verliebt, aber die hat mir eine üble Historie gemacht. venus. Ich bittvSie, enehlen Sie mir,wa- Ihnen in Meyland gesehen ist. Bernardon. Dieses Madl hat sich mit mir in Eegerrwart vieler Zeugen versprochen, und gleich gleich dararif hat sie mich ohne Ursach, und ohne zu wissen, warum? verlassen. Venus. Waö? das hat eine Meylanderin gechau? L) das abscheuliche Weibsbild, einen so schönen, einen so galanten Menschen zu verlassen, und daß soll eme Meylanderin gethan haben? Ich zitiere, ich bin ausser nur. Herr! ich bin sechsten eine Meylanderin, und die Beleidigung, die dem Herxn geschehen ist,' die nehme ich si>, als wann sie mir sechsten geschehen wäre, und diese abckeuliche Landsmännin soü nicht mehr in der Welt bleiben. -L L I -r. (^tii c'a oKelo clri r's rraäico, 1^3 vo§lio morca non ce cbe 6ir, L czuanäo I'snima 1e liarä stcenäo, Quanäo 1i storrn tä^enäo, OreppL äiremo mori L 08 !. Bcrnardon. (Abseits. Das Madel hat ein unvergleichliches Gemüte.) Ich sage ihnen tausend Dank, daß sie sich meiner so aunehmen wollen. Sagen sie mrr doch zur Gnade, was ist ihre Verrichtung hier? Venus. Ich bin in Diensten als Kammer, jungfer, aber bey wem ich diene, daß darf tch nicht sagen. .. Ber»urrvon. L) mir dürfen sie alles sagen, ich weiß zu schweigen. Venus. Wer kan einem so lieben Menschen etwas verschweigen. Sie sollen also wissen, daß daß ich bey der Prinzeßin Ernettndetn Diew» sten bin. Bernarvon. (AdseLts L) das ist aut.^ Aber ' wie kan das seyn? sie ist ja mrt dem Prinzen Arcos durchgegangen. Venus. das hat nichts zu bedeuten, ich diene ihr gleichwohl, und bin fast alle Augö« blick bey ihr. Lernardon. (Abseits D das ist gut.) Wo ist dann die Pr nzeßin jetzt? Venus. Wo die Prinzeßin ist, das weiß ich wohl, aber wo ich bin, das weiß ich nicht. Was kan dir verglichen, werden. Bcrnardon. Ja die unumschränkte Macht, Der Planeten und der Winde, Sollen mich geliebtes Kinde: Wann auch gleich das Unglück kracht, Nicht zu trennen fähig seyn. Prinz! - - - - s s -Hannswurst. - - r Prinzeßin! - - B-?r>e. , - - - - Du bist mein, < Sne umarmen sich sogleich.) ^ temvü dazu. Drik Dritter Auftritt. Romar mit Soldaten von der rechten und Zangar mit Soldaten von der linken Seiten. Romar. Holla! ihr Soldaten ergreiffet dir Prinzeßin. Sangar. Ihr ober indessen bemächtiget euch des Prmzenö Romar: übergiebst du mir die Prinzeßin, so gebe ich dir den Prinzen, folglich kann em jeder seinem Fürsten auch sein Kind überliefern. Romar. WaS frag ich nach dem Prinzen, diese Beute lst für mich mehr dann tausend Prinzen wert. Sa.lgar. L) unglückseliger! du siebest nicht das Unglück ein, welches aus dieser Verwechslung erfolgen wird. Romar. Em jeder sorge für sich, ihr Soldaten führet die Prinzeßin fort. B-rnarvon. ^ So in Aengsten Lst, sagt:) Romar! es ist nicht recht, mhm den Prinzen, ich bin der Bern r - - Romar. (Hält ihm ein ) Nei« schöne Prin- zeßin, ihr müst mit mir kommen. Lcrnardon. (U)L!l noch reden,wird aber von Romar, und denen Soldaten abciefuhret ) Fangar. Unglückseliger Prinz(Zu Hannsr rvurst.) Deine eigene Unterthanen liefern dich in die Hände deines grösten Feindes. Hannswurst. ( So bikchero (tanz erstaunet wäre.) Aber ihr Ochsen! ihr machet ja eü D z neu rien verdammten Stretch, was wolt ihr mit mir machen, warum habt ihr nicht die Prim zeßin genommen? Tanger. Mein Prinz! mir ist herzlich lcyd, Romar wird deswegen die Verantwortung Haben. Hannsrrurst. Zangar' kennest du mich dann nicht? rch bin ja der Hannswurst. Zangar. Jetzo hülst keine Verstellung, kom, met Prinz! und folget mir, ihr aber Soldaten verrichtet eure Schuldigkeit. Hgnnswursk. (t^)i!i noch reden, ?angav aber last ihn zu keiner Rede kommen, und al.'e ad ) Vierter Auftritt. .Minerva, Amor, Arcos, und ErnelLnde. Das Theater stellet einen kleinen Mald vor. Minerva. Redet nun aufrichtig meine Kinder! empfindet ihr dann würklich in eurer Gesellschaft so viele Freude, als ihr durch euer fröhliches Bezeigen an den Tag leget, findet ihr aber ein heimliches Verlangen zu einer Sache die noch zu eurer Vergnügung manglet, so vertrauet mir dasselbe, nichteS soll euch versaget werden. Avcos. Ist auch ein Glücke dem meinigen zu vergleichen, die Freuden vermehren sich ja stündlich , und die Stunden verschwinden in dieser Lust wie Augenblicke. Luncknve. Wcr solle sich bey dieser Vergnügung kein ewiges Lebe wünschen.nur eines fehlet noch voch, dann würde meine Zufriedenheit vokk. kommen seyn Arcos. O Himmel! schöne Ernelinde! m was für einen Schröcken setzest du mich, rede! was mißfall dir an mir, so deine Zufrieden- heit stöhren kan. Lrnelmve. Da du mein Prinz die Vollkommenheit sechsten bist, was kann mir an dir mißfallen? Minerva. Rede meine Tochter! und verlasse dich auf mein gegebenes Wort. Ernelinde. Das Verlangen ist gar zu groß, nur einmahl das Angesicht meines Vaters zu sehen. Minerva. .Ernelinde was verlangest du? du wilst den Tyrannen sehen, welcher drch so viele Jahre verschlossen gehalten, ja noch mehr den Mörder, welcher mchtes anders als deinen Tod verlanget. Ernelinde. Es ist mir unmöglich zu glauben, daß ein Vater so grausam mit seinem Kinde verfahren könnte. Minerva. Wann du deines Lebens üben drüßig bist, so kanst du die Probe meiner Warnung bald erfahren. Arcos. Nein dieses gebe ich nimmermehr ZU' Ernelinde! wilst du noch grausammer als dein Vater seyn? bedenkest du dann nicht daß dem Tod den meinigen nach sich ziehet. Ernelinde. Prinz Arcos bleibe ohne Sorgen, die Götter lassen die Unschuld nicht zu Grunde gehen, dich aber grosse Göttin flehe ich O 4 noch noch einmahl um deinen Schutz, und um de!« gegebenes Versprechen an. Mmerva. Halt! ich will es auch erfüllen, ja du solst deinen Vater leben. Du Amor wirst Ernelinde m das Schloß führen, für das übrige lasset mich sorgen. Lrcos. ist es möglich, daß auch Götter grausam seyn können, kannst du als eme mitleidige Gottheit meinen und der Ernelinde Untergang zugeben? Minerva. Schweige: ich bin Minerva, ich weiß was ich zu thuen habe; du aber Ernelinde! folge dem Amor. Ernelinde. Mein Prinz sfy ohne Sorgen, in kurzer Zeit werde ich dich ganz vergnüge umarmen- Arcos. Ich sterbe! Amor. Folge mir Prinzeßin, du solst gleich key deinem Vater sevn. Ernelinde. Das Blut wallet für Freuden in meinen Adern, o Himmel! ick soll meinen Vätern sehen! (Ernelinde und Amor gehen ab.) Fünfter Austritt. Cupido an dev Seiten. Arcos. Nun habe ich sie das letzte mahl gesehen. (Meint.) Minerva. Wie nun Attos? hast du dasjenige Vertrauen, so du denen Göttern schuldig bist, auf einmahl vergessen? Cupido. (Cepee langsam per vor, und berühret mit feinem Pfeil die Minerva.) 2tr, 2trco«r. Unbarmherzige Göttin.' durch dich Wird meine Ernelmde auf dir Schlachtbank geliefert. Minerva. Pfuy schäme dich Arcos; kanst du wohl glauben, daß Götter fähig sind Une' gerechtigkeiten zu begeben? Lupioo. (Wie vorher.) Arcos. Waren sie allezeit gerecht, so hast du beute den Ar fang zur Ungerechtigkeit gemachet. M:nerva. Wärest du mir nicht so angenehm, so köniest du ganz lerch( durch deine Reden meinen Zorn gegen dich erregen. Cupido. ' Wie vorher.) Arcos. Dein Zorn kan mich nicht unqlücklie cher machen, als du mich schon qemachet hast. Minerva. (Har, so oft als sie Cuvido mit dem Pfeil berühret, ein Zeichen der Empfindung gezeiger. ) Ich weiß nicht wie mirwrrd, Tröste drch mein schöner Arcos.' ich schwöre, so wahr ich Minerva bin, deiner Erneiinde soll nichtes geschehen. Cupido, twie vorher.) Arcos. Ach Minerva/ diese Worte geben mir ein neues Leben. kW. Arcos hat bis auf diese Rede der Minerva de» Rücken zugewendct. Minerva. (Mit was für Augen habe ich bishero diesen Sterblichen betrachtet? ist ein neuer Narctflus erstanden? welch englische Gestalt? > was für ein Feuer empßnde ich in meiner Brust? wie Minerva.' was ist dir? was ist mit dir geschehen? was für eine Litt D 5 be -e will sich meinen Herzen bemächtigen. ("Iw deme sie sich so ängstig bezeiget, will sie Lupwo. noch einmah! anrühren. Minerva. (Aber erblickt denselben, und fängt ihn bex dem Arm ) Ey du verdamter Bube, sogar an Minerva wilst du deine Boßbeit aus- lassen? warte, ich will dich dafür bezahlen. < Sie nihmt ein Band heraus ,um ihn zu schlagen.) Cupido. Ich bitte dich, thue mir nichtes, ich habe nur einen Spaß mit dir haben wollen. Minerva. (Sie schlägt ihn.) Und ich will auch meinen Spaß mit dir haben, da kleiner Wechselbalck, das nihm indessen von mir, als dann soll mir erst Jupiter das Recht verschaffen, ich will dir deine Gottlosigkeiten ein stellen; jetzt gehe Pankert und lasse dich in Ewigkeit nicht mehr vor meinen Augen sehen. (Sie last ihn aus.) Cupido. (Hat unter der Feit, da ihn Minerva geschlagen , geschrien:) Ich bitte um Gnade, ich wils nicht mehr thuen, ach nur das mahl Pardon rc. (Alsdann wann er loß ist, sagt er zornig ) warte nur Frau Minerva.' jekt will lch es meiner Mutter sagen geben Minerva. Gehe du Bastart, und sage es deiner säubern Mutter, du und deine Mutter waren niemals würdig unter der Zahl derer Götter zu seyn Cupido. Au we.' stbet es doch, meine Mutter ist so gut eine Göttin, als wie du. Minerva. Matte ich will dir dein Mäulerl gleich stopfen. ( Sre will ihn. wieder schirre gen.) Cupido. (Im 5ortlauffen.) Watte! ich will dich schon bekommen. (Und lauft ab.) Minerva. Nein das geht zu weit: du Ar- cos gebe in deine Höhle, dort kan dir nichtes Übels wiederfahren, jetzo will ich mit dem Jupiter reden, alsdann für das Leben deiner Ernelinde Sorge tragen. Lrcos. Ach Minerva! nur schütze meine Er. nelinde. (Undab.) Mmerva. Sey ohne Sorgen, ich werde sie dir sechsten wieder bringen. (Minerva auch -b) Sechster Auftritt. Zimmer des Dimone mit einem Lähnsesiel. Dimone und Zangar. Dimone. Mein Zangar! mein getreuer Zan. gar.' wie sehr hast du doch durch den Gefangenen Prinzen, das Herze deines FürstenS erfreuet, hast du denselben in daS Vorzimmer bringen lassen? Zanaar. Ja, er ist auf deinen Befehl schon vorhanden. Dimone. Lasse diesen Unglückseeligen kommen. (dlü. Setzt sich.) Zangar. (Ruft in die Scena.) Ihr Soldaten bringet den Prinzen ArcoS. (Dazu.) Siebender Auftritt. Lannswurst noch als Prinz in Letten mis Soldaten. Drmonc. Sage Verwegener / was hat dir Zu dieser Frevelthar Anlaß gegeben ? Hannswurtr. Das halbe Fürstenthum das du mrr selbsten versprochen hast. D-.none. D Boßhafter/ mein ganzes Für- stenrum wäre dir zu wenig gewesen, mein Tod ist dein, und deines Vaters Verlangen. Hannswurtr. Ey kern Gedanken, hätte ich nur die Prmzeßin völlig bekommen, ich wäre mit dem halben Fürstentum schon zufrieden gewesen Dtmone. So hast du meine Tochter noch nicht geheyraret? ^Hannsrvurii. s Hragt den ) Was Hai der Fürst getagt? FM'gar. Mein Prinz! der Fürst will missen, ob du mit der Prmzeßm Ernelmde schon vermählet bist? Hannswnrfr. So schau der Fürst nur, es ist nicht genug daß ich m das Unglück gekommen bm, er haltet mich über alles noch für einen Narren, und Heist mich alle Augenblick einen Prinzen- Dünone. Ja, du bist ein Prinz, aber ein unglückseliger und njchtswürdrger Prinz, dein Bubenstück welches du an meiner Tochter begangen hast, wird dir auch dein Leben kosten. Hannswurst. Was der Teuchsel? ist dann der Henker loß? styd ihr alle besessen? seht ihr ihr dann nicht, daß ich der HannSwurst bin? ich mache ja nur den Prmzen wegen der Prim Zcßin. Simone. Und eben wegen dieser Prinzeßin solst du sterben. Hannswnrsk. Ich will nicht einmahl krank wegen ihr werden, vielweniger sterben, jetzt Höret einmahl auf, und last mich mit dem Prinzen ungeschoren, oder ihr werdet mich bey meiner Treu recht böse machen. Zanger. Prinz! bedenket daß ihr in der Ge^ walk des Fürstens Dimone seyd. -Hannswurft. Du magst mir selber ein Prinz seyn Simone. Q entsetzliche Boßheit! so wilst du laugnen daß du der Prinz Arcos bist? -Hannswurst. Ich möchte verzweifeln, höret ihr mit dem Prinzen heute nicht mehr auf? Dunone. Ja, in kurzer Zeit wirst du aufhö. ren, ein Prinz zu seyn- Fort Zangar! bringe Rolim diesen halsstarrigen Prinzen, er soll sogleich Anstalt zu seinen Tode machen. Zangrrr. Soldaten nehmet'ihn, und übergebet ihn dem Rolim. (Die Soldaten greiffen den Hannswurst an.) -Hannswurfi. (Zornig.) Reit euch der Henker? die Herren Brüder werden nnch ja alle kennen, daß ich der Hannswurst bin. (Er wird aber ungeachtet seines Schreiens von der A)ache abgesühret.) Simone. Aus djelem niederträchtiaen Berel* -en kan man auch dre Laster dieses Prmzen- erkertz erkennen. Sage Zangar! was für eine Art de- Todes soll er sterben. Aangar. Du bist Herr, du wirst es am besten wissen- Dünone. Komme mit mir, ich werde Rolim deswegen befragen (DLmone und Zangar ab.) Achter Auftritt. Gefängnüß mit einer Sitzfelstn, worauf Bernardon noch als prinzeßin in Letten sitzet, Romar kniet vor ihr. Romar. Ach Prmzeßitt! gebet mir NM die allergeringste Hofnunq, so will ich mich ja gerne zufrieden stellen. Bernardon. Romar! ich habe dir es schon gesagt, du solst mich mit deinen Kindereyen zufrieden lassen. Romar. Dieses ist mir unmöglich, meine Liebe ist gar zu groß, habet doch Mitleiden mit meiner Liebe und mit meinen Schmerzen. Bernardon. Du! wenn du nicht gehest, so speye ich dir noch in das Gesicht. Romar. So erlaube mir nur wenigstens deine englische Hand zu küssen. Bernardon. (Giebt ihm die Hand.) da! meint halben küß so lang du wilst. Romar. O Freude! ( Lust Bernardon die Hand.) O Vergnügung! ewig will ich für diese Gnade dankbahr senn. Bernardon. (Ja der Kerl ist ein ganzer Narr) Aber sage mir nur, warum hast du nicht unk fern Prinzen genommen? ** Rem«r. Weilen ich dich o mein Leben Lei* nem andern, als mir vergönne. Bernardon. Zlber was wilst du mit mir machen? Romar. Du solst meine Fürstin, und meine Gemahlin werden. Bernardon. (Springt von seinem Sitz auf ) Ey du »erdamter Kerl, OTlihmr ihn beym Aopf) hast du mich nur deswegen ins Unglück gebracht, daß du mich wilst für einen Narren halten. (Sogleich 3 rempo dazu.) Neunter Auftritt. Ormechus. Ormeckus. ( Last sich inwendig hören.) Ihr Soldaten! bleibet zurücke, ich will mit der Prinzeßin allein reden. Beriiarvon. Warte, jetzt kommet der Fürst, jetzt will ich ihm sagen, was du für ein Kerl bist, ich will dir die Prinzeßin aus dem Kopf bringen. Romar Um des Himmels Willen englische Prinzeßin verrahtet mich nicht, ich will dir ja gerne aus der Gefangenschaft, und auS aller Gefahr helfen. Ormechlr». (Im Herausgehen.) Romar! hast du deine Sinnen verlohren ? beleget man eine unschuldige Prinzeßin mit Ketten? und mit was hat sie diesen abscheulichen Arrest verdienet? Romar. Herr! die Sorgfalt, und die Sicherheit ist allezeit höchst nodtwendig, durch Ke must du deinen Sohn bekommen. Mrmecku». Die Sorgfalt ist rühmlich warm sie in gefährlichen Sachen gebrauchet wird, sogleich nehme der Prinzeßin, diele Ketten wieder ab, die du wider meinen Wissen ihr hast anlegcn lassen. Romar. .Herr! ich habe es nicht übe! gemeiner. (Er mhmt dem Berns rdon die Lebten sb.) Bernardon. (Warte nur, jetzt will ich alles sagen.) Romar. (Ach Prmzeßin /) ihr würdet mich dadurch um das Leben bringen. Grmeckus. Komme Emelinde, und lasse dich von dem Bruder deines unmitleidiqen Va- ters umarmen, dein Schicksal hat schon lam ge Zeit bey mir das empfindlichste Mitleiden erreget. Bernardon. (Was der tausend! der Fürst halt mich auch für die Prinzeßin.) Ach ich bin wohl die- unglückseeligste Perfon der Welt. Ormccbn-. (Hst den Bernsrdon sufmerk- ssm herrschtet.) Ich finde sie so schön, man kann sie billig einem Engel vergleichen. Bernardon. Ach mein Fürst ! wann du nicht willst böse werden, ich wolte dir wohl etwas sagen. lvrmcchus. Rede meine Tochter/ du wirst mich in keiner Sache beleidigen. Bcrnardon. ( Lniet. ) ^kch bin ja nicht die Pnnzeßin, ich bin dein Bedienter der Bett nardon. «prmechvs. Was ist dieses? (Zu Romsr.) Romar. Herr, ich habe ihre Verwirrung schon lange wahr genommen, deßwegen habe ich sie auch so sorgfältig verwahren lassen. Dernardon. Wann ich verwirret bin, so ist der Kerl gar ein Narr, er hatte den Prinzen statt meiner ganz leicht bekommen können, und jetzo hat mich der Stockfisch gar heyrahten wollen. Ro.nar. Nun glaube ich mein Fürst, du wirst an ihrer Verwirrung nicht mehr zweifle«. Ocmechus. Stehe auf du arme Unschuld, ( hebt ihn auf.) dein allzugrosse Jugend, und dein gehabtes Unglück bringet dir dergleichen Phantasmen bey, nicht wahr, der Verlust meines Sohnes verwirret dich? doch Gedult, du sollst ihn haben. Ja , ja , du sollst ihn haben. Bcrnardon. Aber was soll ich mit deinem Sohn machen? Or.nechug. Höre mich Romar, die Unschuld dieser Prinzekin, und die Liebe zu meinen Sohn bringet mich zu einen Entschluß, der deine Verwunderung erregen wird, ich will mit thr zu meme-n Bruder gehen, ich will mich mit ihm versöhnen, ich hosse dadurch die Hey- raht Mt meinem Sohn und der Prinzeßin zu bewerkstelligen , oder wenigstens sie stat meines Sohns ausznwe chslen. Folge mir Lrne. ltnde, ich will dich zu deinen Vater bringen. Bcrn-rdon. Zu was für einen Vater? Ormechus. Zu meinen Bruder den Fürsten Dimone. ^ E Bei.', Lernarvon. Zu dm geh ich gar nickt, er hat gesagt, wann er mich bekommt, so last er mich jnö Narrensptta! sperren. Ormechus. Meine Tochter, seye deswegen ohne Sorgen, es soll dir nichts Leides geschehen. Bernardon. Mi!l durchaus nicht mit, wird aber von Ormechus undRomar mit Gewalt abgezogen. (und alle drey ab.) Zehender Auftritt. Das Theater stellet einen kleinen V?ald vor. Alloro, Ardelia, und Etttiro. Arveliü. Großmächtlger Emiro! dir haben wir unsere Freyheit, und auch das Leben zu danken, mit was wird wohl der Vater und dle Tochter fähig seyn, vir alles dieses zu vergelten. Emirs. Mit dem Besitz der unschätzbaren Ar- delia. Alloro mein Freund, und auch mein Water, schenke mir zu einer Belohnung deine schöne Tochter, so habe ich dasjenige bekommen , was mir auf der Welt das Liebste ist. Alloro. Jetzo ist keine Zelt von Llebe und Vergeltung zu reden ; es ist wahr, du hast mir und meiner Tochter mit Gefahr deines Lebens aus dem Gefänqnuß geholfen, aber Durch dieses hast du meine Tochter noch nicht vollkommen verdienet. Erstlich: Helfemir den tyrannischen Dimone ermorden, dann soll l Ardelia der Preis deiner Belohnung seyn. Emirs. Götter! Was für ein entsetzliches Vorhaben ist doch dieses. Ardeka. Mem Vater, betrachte die Gefahr, und bedenke dre Unmöglichkeit. ^l- Ätloro. Schweige unwürdige Kochter! hast du den Schimpf schon vergessen? welcher d»r Und deinem Väter geschehen ist; entweder helfet mir Dimone ermorden , oder ich erkenne dich nicht mehr für mein Kind, und du sollst in Ewigkeit meine Tochter nicht bekommen. (Zornig ad.) Emirs. Nun fangt ein neues Unglück an. Arven«. Getrost Emiro! Ich komme auf eint Entschliessung, welche gar mcht neu in meinem Herzen ist, die abscheuliche Gemütsnergung Weines Vaters kan ich schon lange nicht ertragen , ich bin also entschlossen, meinen Vater zu verlassen, du aber führe mich hin, wo es dir gefällig ist. Emiro. Kan man wohl ein zärtlicheres Herze in der Welt finden- Ardelia. Mein Vorsatz bleibet fest; Emiro! erwarte meiner in dieser Gegend , ich will in die Wohnung meines Vaters gehen, meine Kostbarkeiten alda zu holen, bald will ich wieder bev dir seyn. Emirs. Ich aber will indessen an einen Aufenthalt gedenken, wo wir unsere Lebenstäge in stätter Ruhe zubringen können. ( Emiro, und Ardelia gehen ab.) Eilftck Auftritt. Das Theäter stellet einenSaatvor mit einem Canapee , Dimvne sitzt auf einem Thron, Hannswurst noch a/s Prinz in Retten. Hangar , )(olim und Soldaten. idmrone; Prinz Arcos! der letzte AugeubliK E 2 ' dßtz deines Lebens ist vorhanden, bereite dich also -u demen Tod. -Hannüwurst. (Lpeint.) Aber ist dann das auch erlaubt, einen unschuldigen Menschen um das Leben zu bringen, seyd ihr dann alle blrnd, sehet ihr dann noch nicht, daß ich der Hannswurst bm. Rokm. Nu , nu mein Sohn ! fasse dich in dein Schicksal, und bedenke, daß wir alle sterblich sind, und daß wir alle sterben müssen. -Hannswrrrft. Ja du lebendiger Barnhautter! stirb du für mich , ich sag es noch einmahl, wann ihr einen Narren haben wolt, so kauftet euch einen, ich stirb nicht, und soll die Welt zu Grund gehen. Drmone. Zu was dienen viele Worte? fort Rolim! verrichte dein Amt. (Rolim und die Wache ecgreiffen den Hannswurst) wtlcher schreit und lamentirt wegen seiner Unschuld rc. Indem sie ihn fortführen wollen, kommt « rcmxo. (dazu.) Zwölfter Auftritt. Drmechus mit Bernardon noch als Prinzessin, Romar, Musty, und Soldaten. Ormecbus. Haltet; siehe eine unverhofteAn- kunst. Drmone! dem ven dir so sehr beleidigter Bruder kommet, und bietet dir auf daS »cue seine Freundschaft und brüderliche Liebs an, an, alle Felndseeliakekten sollen aufhören, und vergessen seyn. Ja ich entschließe mich zu einen ewigen Bund; nihm also dreHandmeü nes Sohnes, füge sie in die Hand deiner Tochter, und verknüpfe damit das Band einer unauflöslichen Freundschaft. Dm.o„e. Du kommest eben zu einer gewünscht tcn Zeit, und diesen Augenblick wirft du ses hen, wie sich dein Sohn mit dem Tod vermählen wird. Ormecbus. Hast du dann alle Menschlichkeit vergessen ? warum soll mein Sohn, mein unschuldiger Sohn sterben? Dunone. Darum, damit ich nicht sterben muss, besser er, als ich. Rolim! vollziehe memen Befehl, Orrnechu-,. Ach armer Sohn! warum hast du deinen Vater verlassen? Hannswurst. Ach Herr Vater! hilf der Here Vater seinem unglückseeligenHannswurstischen Prrnzen. Ormeckus. Stirbt mein Sohn, so muß deine Tochter auch sterben. Dimone. L) dieser ihr Tod ist bev denen Göttern geschworen. Rolim! führe den Prinzen zum sterben. Ormechus. Holla Mufty, gleich flösse der Prinzefiin den Dolch in ihre Brust. rnufty. Ich vollziehe deinen Befehl. ( Er irikmt den Bernardon be)> dev Hand , und ziehet den Dolch.) Bernardon. Ach Pappa / will er seiner um Mckteerigen Prinzeßin Tvchter nicht beyster hen? Ez Di. Dimsne. Drmechus.' halte noch einen Am genbltck zurücke. Gcmecvus. Der Himmel seye gepriesen, das Mitleiden erwachet in seiner Brust. Dinrone. Ich will meine Ernelinde, die ich noch mentalen gesehen habe^ daß erstemal be- trachten. Bermrcdon, (Jetzt wird er mich kennen« daß jch der Krapfenbacherin ihr Sohn bin.) DLmone. (Gelxt zu Bernardon.) Meine Tächter! wie schade ist es doch um deine Im gend, und um deine schöne Gestalt, ich erblicke in deinerAnnehmlichkeit das vollkommeneEbew bild deiner Mutter, ich umarme dich das erste- rind auch das letztema!, stirb! und errette durch dem Sterben, das Leben deines Vaters, BLr,nrso». Ach Pappa! deine Tochter har M keinen Appetit zum Sterben, Or«ecbu». (Geher zu Hannswurst.) Mein Sohn! mein Gcbmerzenssohn, das Unglück, daß mich schon so viele Jahr durch diesen Tyr rannen verfolget, bringet dich auch um dein kostbares Leben -Hannswursr. Was scheret mich euer Unglück, bringet ihr eure Kinder um, und last mich armen Teufel lausten. Ornrechlrs. Die Forcht des Todes hat meinen Sohn seiner Sinnen beraubet; kan wob! ein unglückseligerer Vater in der Welt fenn? Zaygar. Drmechus! an deinem Unglück hat Ro nar den gröffen Antherl, er hat die Prim zeßin mit Gewalt genommen, ich wolte ihm für dirstlbe den Punzen geben, ich stellete ihm da- bw bei) bas Unglück vor, welches daraus entspringen würde; allein alle diese Vorstellum gen waren bey ihm fruchtloß, und vergebens. HannLwurf?. (Schreit.) Ja, daß ist wahr, der verfluchte Kerl har mich ins Unglück gebracht, daß ich jetzt so rv Morast sitze. Ormeskus. Wie? Vcrrahter! das hast du gethan? Romar. Herr ich vermeinte, wann wir die Prinzessin hatten, so würde uns der Prinz um soviel gewisser ftp«. Bernardo,,. Der verdammte Kerl ist in mich verliebt, er hat mir im Arrest das Heyraten angetragen. Ormechun. O entsetzliche Voßheit! holla Soldaten ' nehmet diesen Bößwicht und werfet ihn ohne ein Wort zu reden, in das abscheulichste Gefangnuß. Romar. Verdammtes Schicksal! jetzt bin ich verloren (Romar wird von 4. Soldaten abgesi'chret,) Dimone. Fort Rolimerwürge den Prinzen auf diesem Platz, sein Vater soll ihn sterben sehen. Ormecims. Fort Mufty! ermorde die Prinzessin vor denen Augen ihres bkutbegierigen Vaters, er soll das unschuldige Blut, um Rache schreyen hören. Mufty, Rolim und die Soldaten nehmen dcnHanns- «urft und Bernardon, und führen sie andre bestimnrs te Plätze, sie müssen niederknien. -Hannswurst. (Weint.) Herr Vater ich bitte um mein Leben. Bernardon. (desgleichen) Pappa! ich bitte um Pardon. Mufty entblösset die Brust des Bernardons, und Ro- lim leget dem Hannswurst den Strick um den Hals. Bcyde Götzenpfaffen sprechen ihnen zn, standhaft zu seyn, indem der eine mit dem Dolch stoffen, und der andere den Strick zuziehcn will, kommt » temxo. (Dazu.) Dreyzchender Auftritt. Amor. Amor. Haltet ein! diese Unglückseligen sollen mcht sterben, ist es gleich narrisches Blut, so ist es doch unschuldig. Ihr Blmde.' eröfnet eure Augen,l fort mit diesen Zauber- schleyern. r§L. Es kommen auS der Luft zwey Raubvögl, und nehmen den Schleyer von Hannswurfts und Bernardons Achsel, und fliegen mit selbigen wieder fort. Amor. Sehet nun, wie ihr verblendet wäret, eure rechte Kinder werden von denen Göttern beschützet, und diese haben eure Tyranney nicht -»besorgen (Amor ab.) Ormechus. Himel: das ist ja der Bernardon ? Dimone. Hölleund das ist der Hannswurst 7 Hannswnrsi. Habe ich es euch nicht oft genug gesagt, daß ich der Hannswurst bin, warum habt ihr Narren es mir nicht glauben wollen? Dimone. Hund! lasse dich Ln deinem Leben nicht mehr vor meinen Augen sehen. Jetzt gehe gehe, (er lieht den Gäbe!.) oder ich Hane dich in tausend Stücke. Hann^wursi. Von Herzen gerne, das mahl einen Prinzen gemacht, und die Zeit meines Lebens nicht mehr. (Lauft ab.) Drmone. (Den Nernardon ansthend.)wie? das ist ja der Krapfenbacherin ihr Sohn? Ich halte mein Wort, Zangar! nehme ihn, und lasst ihn ins Narrenspital sperren. Be, nardon. Ich will lieber der Krapfenbacher rin thr Sohn, als deine Tochter seyn. Befehle mich gar fchön. (Lauft ab.) Zangar. Du fovst mir nicht entkommen, (ab.) Ein verdammtes Milleyden ? Hort ( Srofieesie mit dem Zuss, und springt auf. Ernelinde ftebet von der Erden auch auf.) Du höllische Natterzucht, die ich so lange Zeit ernähret habe. O wre gut wäre es für mich gewesen , wann ick dich schon in der Wiegen erwürget hätte ; du kleine Teuflin, die halbe Provhezeihuirg ist schon erfüllet, du Haff mit dem Sohne meines Feindes die Flucht aus deinem Aufenthalt genommen , aber meinen Klauen wirst du nicht mehr entkommen» Lrne« Ernelrnde. O Schmerz; sind dies die gtt wünschte Umarmungen? ist dieses die geholte val.erbche Qebe? ach! dre Wehmut ersticket das Herze, ach Vater! ich sterbe ^Sie fallt auf ein Tanapee in ein Lrhnmacht.) Dtmone. dtkttt, du sollst nicht durch dich, sondern durch meine Hand sterben, ( Dreher ernen Dolch ) Dieser Stoß soll dir den Tod, und mir das Leben geben, cewpo dazu.) Sechjchender Auftritt. Minerva. Minerva. ( Zangt DimonedenArm.) Hakt Kindermörder; fort Ernelmde von diesem Tyrann. ( Sogleich verwandelt sich das Lanapee in eine Zlugmaschme, auf welcher Ernelmde durch die Lust flieget, und sage) LrneUnde. Grausamer Vater! mich wirst du nicht mehr zu sehen bekommrn. (Und ab.) Mmerva. Du Henker kaust statt der Unschuld dich selbst ermorden. (Und ab. ) Dunone. (voll Schrocken.) L) ihr Klüfte! verschlinget mich, und ihr Berge zerschmettert meinen unglückseligen Leib. ( Rasend ab ) SiebenZehender Auftritt. Das Theater stellet den vorigen kleinen Mald vor. Venus als ZigeLnerin, und Mercurius. Mercurius. Wie ich dir faae , Mmerva und Amor haben sich auf das heftigste «brr dich, und und deinen Sohn bey dem Jupiter beklaget; sein Zorn war unaussprechlich, und so viel ich gehöret habe, so wird man einen grossen Proceß mit dir anfangm. Du weist Venus, daß ich allezeit ein guter Freund von dir wäre, ich habe dich also für Schaden , und Unglück warnen wollen. Venus. (Abseits.) Diesen will ich auch betrügen. Ich bleibe dir für deine gute Meinung verbunden, allein die Gefahr ist nicht fi> groß, als du dir dieselbe einbildest , die Sache ist schon wieder beygeleget, Minerva,und Amor Hab?« mich, und meinen Sohn falsch bey dem Jupiter angeklaget, allein sie werden ihre Strafe schon bekommen. Mercurius. So wärest du also schon bey dem Jupiter? Venus. Ich komme eben von ihm her, er hat-mir auch befohlen, dir zu sagen , daß du die Minerva gleich zu ihn bringen solst. Mercurius. Das hat dir Jupiter gesagt? Venus. Es ist ganz gewiß, aber du sollst der Minerva ja nicht sagen, daß ich es dir befohlen habe» sondern du sollst sagen, daß Jupiter dir befohlen hatte, die Minerva zu ihn zu bringen. Mercurius. Du must dich wieder unvergleichlich aus der Sache qewickket haben, dein Aust rüg ist verdächtig, der hat etwas Neues zu bedeuten. venu«. Du weist ja, wie ich mit dem Jupiter stehe< Gehe, und hole Minerva, du wirst wirst schon hören, wie sie Jupiter wegen meiner ausmachen wtrd. McrcurE. Ich gehe, und bin vergnügt, daß es dir besser gehet, als ich mir eingebildet habe, lebe wohl! (Lauft ab ) Venus. Gehe nur du Leichtgläubiger, was schere ich mich um deinen Jupi^r, und um alle Götter. Durch diese List wird Minerva von Ernelinde gebracht, und ich habe Gelegenheit sie wieder in die Hände ihres Vaters zu bringen. Achtzehender Auftritt. Cupido. Lnpido. f Betrübt.) Ja Mutter! wann du leiden kanst, daß man dein Kind so grausam mit Schlagen tractire, so weiß ich nicht, ob du den Namen einer rechten Mutter verdienest? (Meint.) vcnus. Wie mein Sohn! du hast Schlage bekommen? Luplvo. Ey , und rechtschaffen darzu. Venus. Was wäre das für eine vermessene Hand? Cupido. Die hoffärtige Minerva ist es gewesen. Venus. Da schlage Blitz und Donner darein, diese Stolhe hat mich auf den höchsten Gipfel der Rache gebracht, was hat sie andere Kinder zu schlagen , da sie selbst nicht so glücklich ist , eines zu haben , aus was für einer Ursache hat sie dich geschlagen? Lupi- Cupido. Ich habe sie bey dem Prinzen Ar. cos gefunden, und nähme nur vor, einen kleinen Spaß mit ihr zu haben , ich sieng sie an bey dem Herzen herum ein wenig mit meinem Pfeil zu kitzeln , sie aber hat mich erwlscht, und hat mir das Kitzeln eingekrenkt. Venus. Lasse es gut seyn mein Sohn , ich werde dich revangiren , gehe zu denen Amoretten , sie werden dir fagen, was du zu thun hast , es wird einen Spaß abfetzen. Lupiro. O, dazu bin ich gleich fertig. (Lauft ad. - Venus. Gedult Minerva , die Reihe kommt an mich , da kommt der Rechte, auf den ich noch warte. (Gehet an hie Seite.) Neunzehcnder Austritt. . Bernardon Ln ftinen Lindern. Bernardon. Das ist gewiß , der Zangar ist ein ehrlicher Kerl, er hätte mich ganz leicht fangen können , aber er hat selber getagt, ich soll geschwind fort lausten, und mich mem Lebtag nicht mehr vor dem Dimone sehen lassen , hier im Wald habe ich meine Kinder auf dem Plätze! wieder gefunden , wo ich sie habe liqen lassen, alleine meine liebe Wellische, die kann ich nirgends antreffen. . venu«. (Hervor. ) Komm her mein lieber Bruder, ich will dir gut Glück wahrsagen. Bc,.rardon. O ich halte auf die Kindereyea riichtes. Vena». Du hast recht, es giebt unter denen Zigeunern grausame Betrüger, aber ich will dir zeigen, daß ich mein Handwerk recht ge- lernet habe, ich brauche keine Hand zu jeden, ich will dir aus deiner Stirne dein Giück und Unglück prophezeien. Bernardon A ha! so wirst du schon aufmek ne Stirne etwas gemacht haben, daß du ganz leicht wirst prophezeien können. venu«. Du bist ein närrischer Mensch, ich habe dich ja noch nicht anaerühret, jetzt gieb acht und höre zu: nicht wahr du Heist Bernardon, du bist erst unlängst eine Prinzeßin gewesen, es ist dir dabey übel ergangen, du hättest bald dein Leben verlohren, du hast eine welsche Liebste, diese hat dich herzlich lieb, sie hat auch wegen deiner viel Angst ausgestanden. Bernardon. ( Welcher auf alle diese Fragen unterschiedliche Antworten gegeben, sagt endlich. ) Wann du eine rechte Zigeunerin bist, so sage mir, wo ist jetzo mein welsches Mädel ? Venus. Da ist sie mein lieber Bernardon, (Umarmet denselben.) Bernardon. (Betrachtet sie aufmerksam.) Ja sie ist es, (Welsch.) ach meine liebe Welsche, weil ich dich nur wieder gefunden habe. Venus. Du hast nickt nöbtiq, mit mir welsch m reden, ich bin ketneItaliänerin r, ich habe mrch nur für eine Egeqeben, :ck bin »me gebohrne Zrgeuriemi, und wann du nuch z hey- heyrahten wilst, so verspreche ich, dich mit meiner Wahrjagerey glücklich zu machen. Lcrnttrdon. Du magst mermhalben eine Cal- muckin, oder eme Hotcntottin jeyn, so bin ich dein Mann. venus. Aber cs hat einen Hacken, ich bin keine ledige Person mehr. Bernardon. Ja, und was bist du dann? Venus. Ich bln em Weib. Bernardon. O potz tausend! also hast du einen Mann? Venus, ^jrein er ist gestorben, und jetzo bin ich eine Wrttwe. Bernardon. Nu, so lst es ja gut. Venus. Aber es hat ermn Hacken, mein Mann hat mir ein Angedenken hinterlassen. Bernardon. D potz taustl d! Vem^. (.Ruft.) Jurko komm her. Zwanzigster Austritt. Kommt Cupido als Zigeuner, und Amoretten auf gleiche Art, einer nach dem andern, so wie sie Venus ruft. Lupiso. A ha Mutter da bin ich schon. Venus Schau Jurko! das wird dein Vater werden. Lnprvo. Ja Mutter! der ist mir schon recht, der wird sich gut m unsre Familie schicken. Bernardon. Der Bub gefalt mir,den laß ich paßiren. vemr.. Aber eS hat noch einen Hackerr. Der- Bernardon. O P0h tausend! Venus. (Rufe) Hanso! komm her. 86. Es k»mmt der erste Lmoret. Wann dre Mutter was zu fressen hat, so dm ich schon da. ' Venus. Hanso! sHau das ist dein neuer Vater. Erster Amoret. Mit dem will ich fressen, bis mir der Bauch zerspringt- Bernardon. Der Bub ist ein Liebhaber von Fressen, und ich fteß auch gern, den laß ich auch paßiren. Venus. Aber es hat noch einen Hacken. Bernardon. O potz tausend! Venus. Casimir/ komm her. 86. Es kommt der Zweyre Amoret. Mutter mich durst, geh gieb mir zu sausten. Venus. Schau Casimir! dein neuer Vater wird dir in das künftige zu sausten geben. Zweiter Amoret. Mit dem Vätern will ich sausten, bis ich über die Bank hinunter falle. Bernardon. Nein den Buben laß ich nicht aus, rer hat des Stiefvaters sein Naturel, der soll zwcymahl paßiren- Venus. Aber es hat noch einen Hacken. B-rnardoy. L) potz tausend! Venus. Juralcheck! komm her. M. Cs kommt der dritte Amoret. Mutter! wirst fressen, fausten, odet spielen? ' PL Denvs. Schau, der wird dein Vater seyti, und der wird alles mit brr machen. Witter Amoret. Geh her, Bruder! Vater! friß mit mir, sauf mit mir, und spiel mit mir, du wirst einen guten Eammeraden an mir haben. Bernardon. A! den Buben laß ich gar nicht aus, der hat alle Qualitäten. Aber mein Schatz! jetzt hoffe ich, daß kein Hacken mehr komme. Denas. Nein, mein lieber Bernardon! jetzt ist die Familie beysammen, nun will ich dir auch Zigeunerkleider geben, wir wollen den Prinzen ArcoS holen, du wirst ihn seinem Vater bringen, die Schatzkammer wird dir alsdann offen stehen, und wir alle werden hernach reichlich leben können. Bernardon. Ö meine liebe Zigeunerin! wann das wahr ist, so kannst du meinethalben noch zwanzig Hacken haben. Venus. Komme nur mit mir, du wirst die Wahrheit bald sehen »lustig ihrKmder! wir gehen auf die Ziqeunerey. f Alle Rinder springen, und schreyen.) Zur Zigeunerey. rc. Bernardon folgt nach, und alle ab.) Einundzwanzigster Austritt. Das Thearer stellet einen grossen Wald mit Steinklippen vor Minerva, Ernelinde, Arcos. Minerva. Prinz Arcos'! hier hast du aufdas neue deine Ernelinde, ihr Vorwitz hätte ihr gewiß gewiß das Leben gekostet, wann ich für ste nicht so gesorget hätte. Ernclürde. Ach Minerva! dir und meinem Herzen ist allein die Angst bewust, die ich in dieser Todesgefahr ausgestanden habe. Arcos. Meine Seele! was rch unter deiner Abwesenheit erlitten, ist kein Sterblicher zu ergründen fähig. Minerva. Ihr habt alle beyde gefehlet, hakt tet ihr euch auf die Götter, und auf mich verlassen, so würde euch kein Angst, undkeine Sorge gequälet haben, (dazu ) Zweyundzwanzigster Austritt- Mercurius. Mercürms. Minerva.' auf Befehl des Jus piters folst du soglerch bey demselben erscheinen. Minerva. Ich gehorche. Ernelinde! Arcos! lebet wohl, bleibet ohne Sorgen, bald werde ich wieder bey euch seyn. (Minerva mie Mers curius(ab) Arcos. Wer wird uns künftig Schaden können? nun lebe ich ohne Sorgen, trotz aller Verfolgung. Lrnelin-e. Prinz!' verzeihe, daß ich dich, aus allzuqrosser liebe zu meinen Vater, verlassen habe, ich schwöre, daß es in meinem Leben nicht mehr geschehen solle. . (dazu ) dM. Sogleich fangt eine Musique an. F z Drey- Oreyimdzwanzigster Auftritt. Venus, Bernardon, Cupido, und die drey Amoretten, alle als Zigeuner gekleidet, ranzen heraus, und singen folgende Ju! ju! ju! Tanzt nur zu, Last das Rädel lausten, So lang Geld In der Welt käst sich noch was sausten. Es wird wieder getanzer, und hernach wieder -4 K I ^4. Iltttr. Hey fa sa Valladra käst uns lustig leben, Hab'n mir nix Wird uns fix, Jemand schon was geben. Er wird wieder getanzer, alsdann singet Bernardon seine -4 « I - 4 . msnja §oik» Ourleli^L mucl^a 201^2 ?l2> pari Zrau Wsu>vsu Ararlovsr5ck^^ rsurerlsn. Es wird adermaken getanzt, hernach singet Venus ihre . / k I >4, und nimmt Ernelinde bey der Hand. * Komm und lasse dir wahrsagen, Gieb wrr deine wcisse Vand: Du kan st mich um alles fragen, Mir ist jede Sach bekannt. Was lch drr will prophezeihen, Das soll dtch gewiß erfreuen. Venus betrachtet verwunderend die Hand der Ernelinde, und singet wieder folgende Du bist ein Deserteur > Die Lieb hat dlch verfuhrt, Glaub mir, dir geht es sthwehr Wann man dich attrapirt; Allein du weist es schon Man tbut jo leicht nicht henken, Du hoffest auf Pardon, Man wird die Straf dir schenken. NS. Nach der Ana gehet Venus, mit Ernelinde zurück, sie setzen sich mit denen vier Amoretten auf einen Felsen, Vernarben nihmt den Arcos bey der Hand, und singet folgende Jetzt komme d» zu mir, Ich bin der Vater drr Zigeimer, F 4 Dan« Dann über nrkck da war noch keiner. Ich hin ein rechtes VZunderthier. Beenardoir betrachtet mit Erstaunen die Hand des Areos. Unter dieser Zeit gehen die Steine, welche sich in Wolken verwandten, mit Venus, Crnelinde, und denen vier Wroretten in die Höhe, Bernarden singt wieder nachstehende -s«i -r. Hudry kudryZimetrinden» Raudy maudy hon Caffee, D dt( Sach thut sich schon finden» Dal da! stehts Deremtete. Du wirst heut noch trimm trarum Kommen stingx pums glaube mir^ Ich versteh den Zimm Zarum, Pitz patz putz weck Rosomy. (Sogleich kommet A rempa dazu.) Vierundzwanzigster Austritt. Minerva. Minerva. Hakt Vermessene! was ist dieses? Venus. L) verdammte Verhinderung, fort! errtfiiehett Alte Amoretten. ( Schreien.) Marschiere» wir rc. Die Wolken verwandten sich in fünf Drachen, auf einem flieget Benus zuruck, und wird von eb »ec Wolke bedeckt, und die vier Amoretten flieg«, «s «vs denen Ändern Drachen auf vier Seiten forU Ernelinde kommt wieder auf die Erden, zu gleicher Zelt kommen vier Saiyren, welche de» Bern aardon abprüglen. Minervs. Boßhafte Venus; so weit gehet deine Raserey; geoulr, dein Verlangen soll er- füllet werden, ich will dir zeigen, daß Mi- nerva dre Unschuld auch unter denen Tyrannen beschützen kann, fort Arcos.' du solst zu deinen Feind Dimone, und du Ernelinde solst zu den Ormechus gehen. Arcos. Betrachte aber die Gefahr des Todes! r - - Lrneknye. Erwege, daß es unser Leben kosten kann. Minerva. L) ihr Forchtsamme, ich will, ihr sollt gehorsamen, gehet nur, ihr werdet denen Fürsten sehr nützlich seyn. Arcos und Ernelinde sehen einander betrübt an, und gehen beyde ab. Minerva. Wartet! für euer geringes Vertrauen, so ihr auf mich setzet, will ich euch auch viele Aenqsten ausstehen lassen, (Minerva gehet ihnen nach, und ab.) Ende des zweyten Aufzugs. 8 5 Orit» Dritter Aufzug. Erster Austritt. Zimmer des Dimone., Dimone. ( Sitzt auf einem Sessel linker H>and) O ihr meine centnerschwehre Sorgen: wann werdet ihr mich emmahl verlassen? die Furcht des Todes vergönnet mir auch wückllch im Schlaf nicht einmadl die Ruhe, jeder Schatten, dev ich erblicke stellet mir memen Mörder, und meinen Henker vor, o ihr unqerechten Götter: in was für einen Jammerft.md habt ihr mrch gesetzet? (Bleibe in Gedanken ) Ztvcytcr Auftritt. Alloro rechter, und Arcos linkerhand. Alloro. (Heimlich') Endlich Zeiget sich die Gelegenheit meine R"che zu vergnügen, und den Tyrannen zu stürzen. (Lauft mit entblößten Dolch auf Dimone zu ) Stirb du Wütterich! s rempo. Arcos. (Fangt )ll!oro den Arm.) Halt Verrohterwillk du den Fürsten ermorden? Attoro. Hat sich daun alles Unglück wider mich verschworen? Dimone. O verdammter Verrähter! holla Soldaten: ( Sogleich dazu ) Drit- Dritter Austritt. Hangar, Holim, und Soldaten. Dimone. Rolim! nihm diesen verdammten Hund, und lasse ihn lebendig verbrennen, der Kerkermeister aber solle weaen seiner Unachtsamkeit sogleich stranguliert werden. Rolun. (Uechmt den Alloro.) Fort Mei, chelmörder: Alloro. Ich wollte mit Freuden sterben, wann ich nur den Tyrannen hatte ermorden können. r§L. Wird von Rolim und denen Soldaten abge* führet. Dlm«ne. Wer bist dann du tapferer Jüngling, dem ich mem Leben zu danken habe? Arcos. Ich bin Prinz Arcos, der Sohn Vernes Bruders, die Götter haben mich zu der, «er Hülfe geschrcket. Dimone. ( Erschrocken.) Wie? Prinz Ar, eos? Sangar. Herr! welch eine wunderliche Schickung! der Sohn deines vermemten Feindes muß dir deki Leben erhalten. Dimone. (heimlich vor stch.) Ich schäume innerlich für Zorn, mir fält eine List ein, komme Arcos! uyd lasse dich umarmen, man würde mich für ungerecht halten, wann ich für die Erhaltung meines Lebens nicht dank, bahr wäre, durch diese That follen alle Feind, feeligkeiten von nun an aufgehoben feyn, saae mir mein Sohn! wo hast du Ernelinde mei, «e Tochter gelassen? Arco«. Sie befindet sich jetzo bey meinem Vater. Dimone. Eure Liebe ist mir bekannt, und diese soll auch durch mich vergnüget werden. Zangar! gehe sogleich zu meinen Bruder, bitte ihn in meinem Nahmen, er möchte alle Beleidigungen vergessen, die ihme bishero durch mich geschehen find, und sage ihme auch zugleich, daß das Bindnüß mit seinem Sohne, und meiner Tochter unter uns eine ewige Freunostbaft stiften solle, du aber mache, daß mein Bruder sobald als möglich nur Ernelim de alhier erscheine. Arcos. tarnet.) Großmnhtiger Fürst! (Rüst ihm die Hand.) Was kann wohl deiner Gnade verglichen werden ? . Dünone. Stehe auf mein Sohn! du hast mein Herz in deinen Händen. (Hebe Arcos auf, zu Zangar.) Gehe mein Freund! und beschleunige deine Zurückkunft. Zqngar. Mein Fürst! dein abgelegter Zorn, und das neue Freundschaftsband, so dich und deinen Bruder vereinet, presset mir Freuden- thranen aus meinen Augen. Götter! gebet mir Flügel, damit ich dieses Wunder in der ganzen Welt ausbreiten kann. (Und Zangar ab.) Dimone. Jetzo mein Arcos! will ich Anstalt zu deiner Vermahlung machen. Holla! Ro, lim! (Dazu.) Vier» Vierter Austritt. Rolim. Xolim. Fürst.' der Mörder Mors lieget schon in denen Flammen. Dimone. Hinweck mit diesen abscheulichen Erinnerungen, und lasse unsaufmchtes, als Freude und Vergnügung gedenken, siehe meinen Arcos! siebe meinen Schwiegersohn! auf dessen ferne Zufriedenheit, auf dessen Vergnü, gung muß allein gedacht werden. Rolim. (Heimlich.) Herr! ich erinnere dich der Prophezeiung. Dimone. ( Heimlich.) Der Schluß ist schon gemacht, nihm den Prinzen , und ohne den geringsten Larmen zu machen, führe ihn in den Tempels erwürge ihn alda, alsdann brin- mir sein abgerissenes Haupt. RoUm. Fürst ! du weist, wie ich dir getreu bin , dein Befehl soll geschehen. Zr>,m»ne. Arcos, ich habe mit Rolim beschlossen, daß sogleich bey der Ankunft meiner Tochter euere Vermahlung geschehen solle; gehe also mem Sohn indessen mit Rolim in den Tempel, er wird dir die folgende Vergnügung vollkommen erklären. Arcos. Dein Wille ist mein Gesatze, ich empfinde schon die Freude, welche mein armer Vater durch diese Verbindung erhalten wird, t Rüst dem DLmone die H-rnd , und -ehr mit Rolim ab.) Drmone. Und ich fühle schon die Vergnügung, wann ich dem erblaßtes Haupt vor memerr Füssen werde ltgeir seyen. (Ab.) Fünfter Austritt. Das Tkearer stellet den kleinen H)ald von. Bernardon noch als Zigeuner. Bernardon. Ich bln schon über zwanzig mahl den verdammten Wald ausgeloffen , tch kan kein Weib, kein Kind , und keinen Menschen finden, Wann ich an die Historie gedenke, die mir, und meiner Zigeunerischen Familie geschehen ist, so stehen mir alle Haar gegen L?erg, entweder ist meine Welsche eine Hexe, oder sie ist gar der Teufel; jetzt stehe ich » t^v2üo, keinen Herrn, kein Brod, kein Geld, kein Weib, das ist zum verzweisten. Sechster Auftritt- Cupido noch als Zigem^r. Lripwo. ( Cupido kommt geloffen.) Nu der Vater ist mir ein rarer Vater, die Mutter , und wir arme Kinder lausten herum, und keines kan den Vätern finden, wir haben ge- glaubt, der Vater ist uns gar durchqegangen. Bernardon. Ihr verdammte Zigennerfamille! der Teuchlel mag euch in der Luft nachkausten, du, gelt deine Mutter ist eine Here? Cupido. Ein wemg kan fie ja für das Haus^ was, Klemi-kcileri, Pa^eHtta. Bernardon. O potz tausend ; also wird sie auch im Grand seyn , bey einer jeden Gelegenheit den Herr» Gemahl krum und lahm zu hexen? Lupiso. O das ist nichts , erlaube mir der Vater seinen Hut : (Bernardon gibt ihme solchen ) will der Vater glauben, daß die Mutter im Stand ist, aus dem Hut einen Eleganten zu machen ? Bernarvon. Das wäre der Teuchsel. ( Eiwido b,ae auf des Bernardons Hut einen Jauberschleyer gemacht.) Cnpioo. Stille, da hat der Vater seinen Hut wieder, da kommt dre Ardelra, diese ist wes gen ihrem Amanten närrisch geworden, sie hat ein ganzes Küste! voller Jubellen , bleib der Vater da, vielleicht schenkt sie dem Vareru die Jubellen (Cupido lauft ab.) Bernardon. s Setzet den Hut auf )Jch weist nicht, ist der Bub ein Narr, oder halt er mich für einen Narren. (So gleich dazu ) Siebender Austritt- Ardelia mit einem Schmuckkästel rechter Hand. Ardelia. Hier bin ich mein Geliebter.' NM habe ich meine Kostbarkeiten , nnd nun kan mich mein Emiro hmfnl ren, wohin es ihme gefällig ist. ( Sre gibt Bernardon da» käste'.) .. Bernardon. Die ist recht fertig. Ardelia. Verwundert euch nicht mein kebeo, daß baß ich so lange nicht gekommen bin, meine Zimmer waren versperret , und kein Mensch hat mir sagen können, wo mein Vater hing^ kommen rst. ' Bernarvon. Nein! Nein! ich verwundere mich nicht, weil ich nur das Kaste! habe, ( So gleich » Tempo dazu.) Achter Auftritt. Emir- linker Hand. Lmiro. (Zu Bernard-n.) Allerliebste A» delia 5 umarmet ihn.) Ach! mir hat euer langes Aussenbleiben den allergröstev Kummer verursachet. Lernardon. Der ist noch ein grösserer Narr- Lmiro. Nachdeme ihr eure Zubellen habet' so kommet! wir wollen unsere Reise anrretten. Bernarvon. Nein, ich gehe nicht mit, ich will allein rufen. Arvetta. Kommet mein Emiro ! wir wollen auf unsere Flucht gedenken. Bernarvon. Ich werde schwerlich mitfliegen, es sind mir die Federn ausgefallen. Lmiro. Himmel! was sehe ich? zweyArdelien? Arvelia. Götter! was erblicke ich? zwey Emiro? Bernarvon. Eine Ardelia , und em Emrro wird reisen, ich befehle mich gar schön (Und Bernard-n lauft mit dem Mastel ab.) Arvelia. Ich folge euch mein Emiro. (Eil 1e-dem Bernard-n nach.) gehet ab. Lmiro. Ich komme mein Ardelia. (Und eben dem Bernardon nach.) Ab. Neunter Auftritt. Das Theater stellet das Zimmer des Dr» nrechus vor. Ormechus, und Romar. Grmeckus. (Im Herausgehen.) In Allste hung deiner vorigen treuen Dienste, und daß die Sache mir dem verzauberten Hannswun sten , und Bernardon das ganze Unglück verr öndett hat, so soll dir für dieses mahl verzier hen seyn , doch nehme dich in Acht, dergleir chen nicht mehr zu begehen, sonst wird die gröste Straffe deine Belohnung seyn. Romar. Herr! ich nehme mein Leben als ein Geschenke von deiner Gnade an, dieser Fehr ler soll mit ewiger Treue ersetzet werden Grmecvas. Ach ich denke an meinen Sohn. Romar. Und ich gedenke an deinen Tod. Zehender Auftritt- Ernelinde an der Seiten. Grmecbas. Jetzo bin ich völlig versaffen. Romar. Ja zu meinem Glücke, damit ich dick ermordm kan. Grmecbus. B

Ut auf, Und sttzt ihn wieder auf seinen Ropf) Ich habe schon gesagt, daß ich alles sagen will, s - - Lrdelia. ^Zäkt ein ) Da sind ja schon wieder )wey Emiro. Emrro. L) verdammter Hexenmeister! du bist schon wieder Ardelia. Lcrnardon. (Fleht den Hut ab.) Nein, ich bedanke mich, ich will kein Emiro, und keine Ardekia mekr senn. Da habt ihr euer Käste! wieder. (Stelle es wieder auf die Erden ) Ich will nicht mehr euer Narr seyn. (Uud Bernardon laufe ab.) Lmlro. (Hebe das Rästel auf.) Komme Ardelia! lasse uns von diesem Ort fliehen; in meiner Geburtsstadt werden wir sicherer leben können. Ardelia. Mein Emiro! ich folge euch bis m Tod. (Beyde ab.). Drryzchender Auftritt. Das Theater stellet einen Saal vor mit zwey grossen Tischen. Dimone Rolim, und Soldaten, von welchen einer eine zugedeckte Schissei traget. Dimone. Also mein lieber Rolim! hast da mein Verlangen erfüllet? Ro- Rokm. Ja mein Herr! und in dieser Schisse! ligetdasabgeschlageneHaupt (dlN.rTUHmt die Schisse! von d-mSoldaren.) Dimone. Setze es auf diesen Lisch. (Zeigt linker Hand ) Ron,,,. Dimone! wäre Ernelmde auch schon todt, dann wollte ich Bürge für dein Leben seyn. (Setzt die Schisse! auf den Tssch ) Dunone. Soldaten gehet von hier: (d?ö. Diese gehen ab.) Rokrm! das, was mit dem Prmzen geschehen, soll Ernelmde auch erfahren, ein Stein ist gehoben, und den andern solst du auch von mein em Herzen welzen. L) Glücke ! Zangar und meine Tochter kommen schon. (Dazu.) Vierzchender Austritt- Zangar führet Ernelinde. Aangar. Nihm o Fürst! von meinen Händen diefes kostbare Kleinod, jenen Schatz, welchen dein Vaterherz fo lange hat entbahrcn müssen. Lxnclmde. Allerliebster Eneiqer! i^njee.) mein ausgestandenes Unglück ist vollkommen vergessen, da die unglückselige Ernelmde den Dimone nicht mehr als einen Verfolger, sondern als einen gütigen Vater betrachten kan. Diincme. Ernelmde stehe auf! mit dieser Umarmung verspreche ich dm, daß du das erzörm te Angesicht deines Vaters nimmermehr se- ' hen sollst. Mache dich gefaßt zu deiner Vermahlung, dein Brautiaam wartet schon lange G4 am IN jenem Drt, an welchem eure verliebten Seer ken unzertrennlich leben werden. Lrnelinde. Mein Herze har mir schon längstens pwphezeihet, daß das erzörnte Vaters herze nicht ewig wird für mich verfchloffcL bleiben. Dimcme. Siehe Ernekinde die Freyqebigketd deines Bräutigams; er hat dir alles gegeben^ was er dir nur immer hat geben können. Ror lim! eröfne der Ernelinde ihren Brautschatz. Rolün. (Nil) Mt den Deckel Von der- Schiß fil) Komme Prinzeßin, und betrachte dein Gefchänke, alsdann wollen wir auch zur Ver- mäl-lung eilen. (dlk. Man sichet das Haupt des Arcos.) Ernelmve. O Gott! das iff mein Arcos L) du unfch'-ldig erblaßtes Haupt! ich frage nicht um deinen Mörder, ich frage nicht um deinen Henker, ich kenne ihn schon, hier stehet dieser gottlose Unmensch. Du den Namen eines Vaters unwürdiger^ Barbae! was hat die mein armer Arcos qethan ? Kan dem Blutdurst sich nicht genug an dem Blut deines eigenen Blutes erstttigen? muß noch fremdes Blut die Brunft deines höllischen Feuers ab- kiehlen? Mein Arcos ist todt? Ja, ja. Deine erblaßten Lippen ruffen zu mir: Erne- linde! komme in meine Glückseeligkcit, ich Habe alles Unglück überstanden. Gedukt mein ArcoS! ich komme, ja gleich will ich bey dir fenn- (Zu DLmsne und Rohm.) Und ihr! ihr Henkersknechte! ihr verweilet noch? wo ist die Schlachtbank? wo ist die Mördergru« ve? o ich werbe sie finden. (Ernelinde laup ferrafind ab.) Drmone. Geschwind Rolim, lauf ihr nach, schlag ihr den Kopf ab, und bringe mir gleich denselben. Rolürr. Sie soll meinem Opfermesser nicht entkommen. (Auch ab.) Zangar. (So bit-hero ganz erstaunend zm gesehen.) Wie? bin ich dann auf emmahl in einen Stein verwandelt worden ? habe ich dies ses alles ohne Sterben ansehen können I Dnnone. Zanaar.« dein Erstaunen machet mir wunderliche Gedanken, ich will ja nicht hoffen, daß meine Unternehmungen dir mißfallen sollten. Zangar. O noch weit mehr , ich verdamme sie, und sage, daß noch kein solcher Tyrann in der Welt geherrscht hat, von diesem Augenblick an lege ich alle meine Ehrenstelleu nieder, ich verlasse dich auf ewig, ich will auf meinen Gütern die Tage meines Lebens bereuen, die ich bey einem solchen Wütterich zugebracht habe. (Geher zornig ab.) Drmone. Gehe nur Verdrüßlicher/ ich bin froh, daß ich deiner koß werde; hier kommt mein Bruder, habe ich diesen noch Überständer! , so ist mein Herze vollkommen frey. Funfzehender Auftritt- «vrmechus mit Soldat««. Gcmeck»-. Komme mein Bruder in dlesh Arme, welch« schon so viel« Jahre nicht k> G 5 Mr glücklich waren, denjenigen zu umfangen, den ich nicht allein als einen Freund, sondern als emen zärtlichen Bruder, auch nutten in unserer Feindschaft, beständig geltebet habe. Dnnone. (AL. Sie umarmen einander.) Die von mir angetraqene Freundschaft, soll bis m mein Grab beobachtet werden; es kommet bloß auf dich an, ob du dieselbe auch beständig wirst erhalten wollen. Grmecbus. Das Band der Blutsfreundschaft, die Verbindung meines Sohnes, mit deiner Tochter, sind solche Bande, welche fast unmöglich können zertrennet werden. Dimone. Es wird sich zeigen. Ormechus! ich habe eine That begangen, die mein Schicksaal von mir gefordert hat; ja wann sie nicht geschehen wäre! so muste sie noch geschehen ! Holla! (Dazu.) Sechzchendcr Austritt- Rolim mit einer andern großen verdeckten Schifte! mir Soldaten. Rokm. (Seyet die Schifte! aufden andern Tisch ) Herr! es ist geschehen. Drmsne. Nun Ormechus: bleibe standhaft in deiner Vorgesetzten Freundschaft, meine Ruhe, und die Sicherheit meines Lebens haben dieses Opfer von mir verlanget; hier in diesen zweyen Schrffeln lieget das Siegel unserer unauflöslichen Freundschaft, Rolim eröfiie dieselben. Ro- R.ok'm. (kTlihmt die Decke! von denen Schiff sein, und man siehet die Häupter des ^)r,n- -en )l»cos, und der prinzeßin Ernetrnde ) Der Tod dieser zweyen Kindern hat die Her- Ken zwener Brüder vereinigen müssen: Dimos ne sey getröst, du hast durch diese That der Weissagung, und denen Göttern Trotz geboten , und ich prophezeihe dir ein langes und glückseliges Leben (Gehtab.) Ormccbur,. O entsetzlicher Anblick! ist es möglich, daß ein Mensch dergleichen Gottlos sigkeuen begehen kan? ach meine Kinder/ meine unglückseligen Kinder! warum Hab ich Nicht für euch sterben können? siehe mein Ar- cos: den Lohn deiner Großmuht, nachdeme du diesem Mörder das Leben erhalten, so hat er dir aus Dankbarkeit dafür das deine nel)5 men lassen, ich will dein erblaßtes Haupt nicht länger mehr betrachten, weilen ich hoffe, bald deine schöne Seele zu sehen. Klk. Er decke die Schiffe! zu.) Jetzt komme ick) zu dir meine Ernlindedu Erretterin meines Lebens, begnüge dich :n dessen statt einer Vergeltung, mit diesen meinen armen Thränen, nachdeme mein widriaes Schicksaal mir nicht vergönnet bat, euere vereinigten Herzen lebend zu bes ftolocken, so will ich in den Tod ein treuer Gefährde von euch seyn, ich verberge dein erblaßtes Angesicht vor deinen Mörder, welcher nicht mehr würdig ist dasselbe anzusehen. Kl6. Er decket dieff Schiffe! auch zu ) Sage mir Dimone, mit was für einem Recht wirst du wohl dieses Bubenstück verantworten können? DL- Dimone. Ein Fürst hak nicht nöhtiq Rechenschaft von seinen Unternehmungen zu geben. Ormecbas. DnBlUkhUNd! hast du dann völlig vergessen, daß du nach deinen Tod, sowohl als der ärmste Sckave bey denen Göttern, für deine böse Tbaten schwehre Rechenschaft wirst geben müssen? Dimone. Sorge du für dich selbsten, mein Raht wäre, mich zu verlassen, und meinen Zorn zu vermeiden. Grmecbus. Ha! Henkersknecht? du hast den Stammen zerbrochen, so rotte auch die Wurzel aus; komme höllisches Ungeheuer, zerrerf- se dieses unglückselige Vaterherze, gerechte Götter! euch ist bekannt, daß ich kein unschuldiges Blut auf meinem Herzen habe, stehet mir den, stärket meinen Arm. (Er ziehet einen Dolch.) Helfet mir diesen Menfchenwür- ger, diese Natterzucht aus der Welt zubrin- gen, beschrifte dreh Ruchloser/ Drmone. Rasender! gehe, sonst solst dn deinem Sohne Nachfolgen, Ziehrden Säbel) Grmecbrrs. (Lauft auf Dimone zu.) Stirö Gottloser/ (dlk. Dnnone hauet nach Drme- chus, diesen aber fangt mit deuHand den Säbel, und verwundet den Dimone.) Dimone. Hölle! Teufel! ich bm tödtlich verwundet. (Er fält in die Arme seiner Soldaten. ) Sogleich Siebrnzchender Austritt. Minerva führet den Amor an der rechten, und den Cupido an der linken Hand. ^ remxo bey ihren Austritt verwandlet sich das Theater in einen andern beleichteten Gaal, und man sichet Ernclmde, und Arcos auf einem hohen Thron sitzen. Minerva. Mörder! das Maaß deiner Laster ist voll, und ich habe die Prophezeiung erfüllet, siehe die Stunde ihrer Vermahlung, und auch zugleich den Augenblick demes Todes. Dimone. Verdammter Anblick! vermaledeys te Prophezeiung. ( Er stirbt Ln denen Armen seiner Soldaten, welche ihn abtragen.) Mrnerva. Ormechus! genieste nunmehro mit deinen Kindern jene Vergnügung , welche dir von mir, und denen Göttern ist zu bereitet worden, und erkenne hieraus, daß was die Götter schützen, niemabls kan zu Grunde gehen. Ormeckus. Grosse Göttereure Huld geben mir auf das neue mein Leben, meine Kinder, und mein Reich. Mmerva. (Zu Cupido ^ Siebest du schlimmer Sohn einer lasterhaften Mmrer, was durch euch für Unheyl wäre gestiftet worden, dein Fall wäre von allen Görterst beschlossen, allein Jupiter hat stch deiner noch erbarmet, doch mit diesem ausdrücklichen Befehl, du sollst dich mit deinem Bruder vereinigen, Amor soll dich lehren denenMenschen eine tugendhas' Liebe einzuflössen, du aber sollst den Amor auf- wumern , daß er in Erwartung einer tugendr haften Liebe nicht so schläfrig seye , qeschie- het solches , so wird man künftig in der Welt von rnchtes anders, als von einer zärtlichen, tugendhaften, und getreuen Liebe reden hören. Achtzchender Auftritt- Venus in ihrer Kleidung. venu-. Was? Dimone ist todt! und ich soll zuqeben , daß Arcos mrt Ernelinde vergnügt lebe? Minerva. Ja, boßhafte, und ungerechte Göttin! dir zur Schande ist durch mich das Laster bestraffet, und die Tugend belohnet worden. Venus. Wie? so redet man mit mir? Minerva. Ich will mich mit dir in keine Weitläufigkeiten einlassen, gehe! du sollst alsoqlcich Zu den Jupiter kommen. VeE. Was habe ich ben ibm zu tbun? L) Madame! was mir und meinem Sobn geschehen , das sott nicht aeschenket bleiben. Minerva Fort! ich befehle es im Namen des Jupiters. Venus. Eine andere kan seine Befehle förch, ten, ick frace mchts nach Jupiter, und nach allen seinen Göttern. Minerva. Holla! Neun- NeunZehender Austritt- Mereurius mit 4. Satyren, welche Letten haben. Mercurms. Venus, du sollst diesen Augenblick mit mir zu den Jupiter kommen, ,sonst muß ich Gewalt brauchen. ve,ms. Wie? das hat dir Jupiter befohlen? Mereurius. Ja gewisser, als er dir befohlen hat, ich soll die Minerva zu rhn bringen. Fort! man lege ihr die Ketten an. KL. Mer- curius und die Satpren fesseln sie. Venns. (Hat sich geweigert ) So gehet man mit der Venus um, mit mir als der mächtigsten Göttin, O Jupiter! undankbarer Jupiter! abscheulicher Bubler! wie oft Hab ich dich vor mir seufzend un' weinend auf deinen Knien gesehen? O Sch ?pf! D nie erhörte Schande! arme und ver.Mne Venus! du - geschlossen ? du in Ketten das muß dir geschehen ? Ach! warum kan h nicht zerbörsten? Warum bin ich nicht sterblt damit ich mir den Augenblick mein verzwer >Ks und verächtliches Leben nehmen kan. A h Jupiter! ach Jupiter! was thust du, und was hast du ge- than. (Venus singet ihre non 5on io, cke xarlo , H il barbaro öolore cke mi äiviäe il Oore eke äelirsr mi 5a. Und nach der Aria wird Venus von Mett curi- und denen Saeyren abgeführet. ENDE. MAL ^'rÄÄ' WM