TAG: Information,, ühwt den Fall Johann K a n d o 1 f in Kernberg, Kärnten. (Artikel "Dar protzenbauer" in Rar Arbeit erzeitung vom 6. Dezember 1927). Johann K an# o 1 f in ^ernberg, Bez. Villach, Kärnten, dar schon seit Rem Jahre 1919 nach seinem im Kriege ge- fsulenan Sohne Georg Kandolf in Bezug# Rer Klternrehte steht, hat späterhin Ron Anspruch auf i erhöhte $lternrente wegen Verlustes mehrerer Sohne im Kriege geltend gemacht. Ueber diesen Inspruch varh ndelte die Schiedskommission der I.3.K. in Kp agenfurt sm 16. April 1926. Bei dieser Verh&ndlung wurde der Andpruchsverber durch den Funktionär des Landes Verbandes Kärnten des Zgntraiverbandas der Landes Organisationen der Kriegs invalid an und Kyiegerhinterbliebaren Oesterreichs, Fran^. A # c h g a n vertragen. L ut Protokoll über die mhndiiche Verhandlung stellte der Vertreter des A nspruc hsverb erS; Franz Aschgan , im Hinblicke suf die Berichte dos G andrer ie- Postens in Füderlach, die befürchten liessen, dass der Anspruchs varber als Alkoholiker die Rente sofort nach deren Ampfsnga in Alkohol Umsätzen ?erde, selbst den Antrag,, die Rente für Johann K^niolf .%n die Go Ande anzuveisan, d ie den Anspruchs? erber die Rente nach dessen jeweiligen Bedürfnissen ausfolgen solle . Diesem Antrag hat die Bchiadskemmi^sion laut Pyoteko 1 über die mündliche Verhsndlung stattgagahan. In Durchführu g Aas Beschlusses dar Bchieäskommission hut soä .un das Büro Aar I.3.K. die 3'lternronte für Johann K^ndolf ab 1. Dezember 1925 an Aas GgmeindaaRt in Warnbarg an ge? iesan. jsina Antmünäigung Aas Anspruchsvarbars rep an Alkoholmissbrauches ist nach dar Aktaalage bisher nicht erfolgt. Näch Ansicht des B.M.f.s.V, vars tBss t die Qabar^aisung der Rente an eine andere Person als einen Anspruchsberechtigten gegen die Vorschriften des § S8,I.3.G. mit reichem zum Schütze des ungeschmälerten Rentanbazugas Axakutionsbaschränkungan.festge- lagt^ vorden sind, als auch gegen die Vorschriften der Ver- nrguuna- vom 24. Dezember 1924, B.G.Bl.Nr. 449 (I.Durchführungsverordnung zum 1.3.G. ,) betreffend Die Auszahlungen für Rech— .nung der I.3.Konuni b^s B.R/f.s.?.*" Wird .daher die I.3.K. in , ."i. '* 1 ^ ^ * - .. '1 *1 ' 't .J Kfagsiffu'rtb.^'ät^ar Hinr-e is* auf** di ese' Vorschriften* beauftragen, Aie^B'enta - für Johann X'andblf Alesecf^unmitt a 1bar" anzuueisen, fi* Y* - . und allenfalls, r;enn noch weiterhin Bedenken* nach der Richtung hin ^as.tahan-.r sollten,^ Auas Aar^Empfänger'wegen^#kohol- missbrauchas 4ie -R.nt e nicht rb ostitmungsgemäHS ,vervenden^v-irA, .die 3ntmünd igung...d.es.. Anspruchswerbers beim zuständigen.Ge- . richte zu beantragen.-^. ; . .-?. i ^ \'j. a ',r-a -.t-j ' .. j 1b ..Jänner-1928. .s's."Y-. ',.t * . =. c t a *-* t : e"^.'- * e ^. 1 ' Dr.Hock e.h, A R B E t T E R K A M M E R FtiR W!EM OOKUMENIATtON Mr.: IA6: Infprmation über die Anspruchssache des Johann Stefan (Hans) W o 1 f m Ü 1 - ler. 3. Staatsbürgerschaft. Bei d r ersten Anmeldung der Ansprüche am 4.August 1939 hat Wolfmüller angegeben, nach Hardegg, Bez. Oberhollabeunn in N.Ö. zuständig zu sein. Als Heimatgdokument hat er jedoch einen am 38. März 19^5 ausgestellten Heimatschein der Gemeinde Znaim, die nach dem Staatsvertrage von St. Germain en Laye zum Staatsgebiete der tschechoslowakischen Republik gehbrt# vorgewiesen. Um diesen Widerspruch aufzuklären hat die Invalidenent - schädigungs&ommission in Wien nachträglich über Auftrag des Bundesministeriums für soziale Verwaltung eine Entscheidung der n.o. Landesregierung in der Frage der Zuständigkeit des Johann Stefan Wolfmüller eingeholt. Die n.o. Landesregierung hat der Invalidenentschädigungskommission in Wien mitgeteilt, dass Johann Stefan Wolfmüller laut Bescheid des Landeshauptmannes von N.L. vom 16. Dezember 1927# Z.L.A.1/8- 6503 / 2 , im Grunde des Artikels 77 des Staatsvertrages von St. Germain en Laye mit Rechtswirksamkeit vom 16. Juli 1920, d.i.dem Tage des Inkrafttretens des Staatsvertrages als österr. Bundesbürger zu gelten hat. 2 . Kausalität. Wolfmüller hat als Kriegsäehädigragen eine Schussfraktur des linken Unterschenkels und ein lungenleiden angemeldet. Bei der Anmeldung des Anspruches am 4 . August 1919 gab er an, diese Schädigungen infolge Qewehrdurchscbusses am 9 . November 1997 am Ochridasee in Albanien erlitten zu haben. Später änderte er diese Angaben dahin ab, dass er den serbischen Kriegsschauplatz (Kragujewak) als Ort der Schädigung und den November 1935 als Zeitpunkt der Schädigung bezeichnete. Zur Aufklärung dieses Widerspruches führte die Invalidenentschädigungskommission nachträglich über h.o. Auftrag umfangreiche Erhebungen durch. Es wurden unter anderem die Originalkrankengeschichten jener Kriegsspitäler eingeholt, in denen Wolfmüller nach seinen eigenen Angaben während des Krieges mit seiner Kriegsschädigung i$ Behandlung gestanden war. Nach dam Inhalte dieser Krankengeschichten, hat Hans Wolfmüller, geb.im Jahra ^^ändig aach Hardegg ra A R B E i T E R K A M M E R F 0 f* E N 0 0 K U M E N T A T t 0 M N.C V am sei - blschen Ki'iegssuhüdpläL^ ' " im Jahre 1915 eine Gewehr- sehnssverletzung am linken Unterschenkel erlitten. Bemerkt wird noch^r.dass zufolge einüA&:Auskunft des Bundeskanzleramtes y Abteilung 7^ (Militärmatrikenabte&lung), zu gleicher Zeit; da Johann Stefan (Hans) Wolfmüller im ehern, Kriegsspital 4 in Behandlung gestanden ist; nach eine Militärperson mit dem gleichen Namen (Hans Wolfmüller) jedoch mit anderen Geburts- und Zuständigkeitsdaten (gJb. 1895; zu- ständig nach Brünn); im gleichen Spitale in Pflege stand. Es ist allerdings die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen^ dass die beiden in der Mitteilung der Militärmatrikenabteilung des Bundeskanzleramtes getrennt angeführten Militärpersonen mit dem gleichen Namen Hans Wolfmüller ident sind und dass die Divergenz hinsichtlich der Geburts- und der Zuständigkeitsdaten nur auf Sohrcibfehler zurückzuführen ist. Zu der letzten Annahme berechtigen vor allem die eingeholten Krankengeschichten^ die keinen Zweifel darüber übrig lassen; dass Hans Wolfmüller; geb. im Jahre 1896; zuständig nach Hardegg; mit einer Gewehrschussverletzung am linken Unterschenkel Ende 19^5 und im Jahre 1916 in Spitalsbehandlung gestanden ist. Schliesslich sei noch angeführt; dass nach Behebung der Entscheidung der Schiedskommission der Invalidenentschädigungskommission vom 5° Juli 1926; mit welcher dem Hans Wolfmüller die Inva- lidenvollrerite dauernd zugesprochen und gleichzeitig die Umwandlung dieser Rente in eine Abfertigung bewilligt worden ist; die Schiedskommission eine neue Entscheidung über den Anspruch des Hans Wolf— müller zu fällen hat ^ Gegenstand der neuen Entscheidung wird weniger die Frage der Kausalität; als vielmehr der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit sein. Die neuerliche Verhandlung vor der Schiedskommission wurde für den 4. Feber 1928 ausgeschrieben^ 10. Jänner 1928. Dr. Hock e.h. Aoscnrnu. Amt der niederösterreichischen Landesregierung. Z. L.A. 1/8-6503/2 Wien, am 16.Dezember 1^27* Rolfmüller Johann Stefan, Staatsangehörigkeit. Gleichbescheid. Der Landeshauptmann in Niederösterreich erlässt in der Frage der Staatsangehörigkeit des am 2ß. Dezember 1896 geborenen Johann Stefan W o 1 f m ü 1 1 e r im Grunde des § 16 des Gesetzes vom 30. Juli 1925 ? B.G.Bl.Nr, 285 den nachstehenden Bescheids Johann Stefan I? 0 1 f m ü 1 1 e r und mit ihm dessen Ehegattin Anna, geb. S c h ü 1 e r , sind im Grunde der Art.- 77 des Staatsvertrages von St. Germain en Laye und zwar mit Rechtswirksamkeit vom 16. Juli 1920, d.i. dem Tage des Inkrafttretens dieses Sßaatsvertrages österreichische Bundesbürger. Gründe: Johann Stefan R 0 1 f m ü 1 1 e r ist am 25. Dezember 1896 in Hardegg, Bez. Oberhollabrunn geboren, in welcher Gemeinde er ehemals auch durch Abstammung heimatsberechtigt war. Laut Beschlusses des Gemeinderates der Stadt Znaim vom 18.Oktober 1915 erwarb der Genannte mit seinem Vater das Heimatsrecht in der Stadt Znaim. A R 8 E t T E R K A W M E R FÜR W) E M QOKUMENTATtOR Mr. TAG: Da Johann Stefan W o 1 f m ü 1 1 e r sonach das Heimats- recht in einer Gemeinde des tschechoslowakischen Staates erst nach dem Jänner 1pl0 erworben hat, konnte er die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit im Grunde des Art. 76 des Staatsvertrages von St.' Gemein en Laye nur unter der Bedingung erwerben, dass er hiezu die Genehmigung seitehs der kompetenten Behörden des tschechoslowakischen Staates erhält. Da der Genannte jedoch bis Ende des Jahres 1 7 7 k 7>»««e ü ssii« »> c» k k ! L >i 3 l> 0 8 7 «//_ US: ^ Piu^e uuü Prosa. Seu mehr als l^abresfrlst wrrS vom-Landesverband der Kriegsinvaliden m der Lerchen- he eine l' l'a re P - a and i unter den ab,e» btpten kriegSbeschädigten Bundesangestellten getrieben. Man versprach diesen Aermsten schöne Stellen bei -er Gemeinde Wien, wenn sie dem sozialdemokratischen Verband beitreten. Viele ließen sich tatsächlich überreden, ja es wurde sogar ein LlktionskomÜee zur besseren Wahrung ihrer Interessen gMMet. WA^end aber auf der einen Seite die Werbetrommel fleiM gerührt und Versprechung auf Versprechung/gehäuft MV>e, geschah sür diese Leuts gar ni ch't/s. Erst / As die genarrten Leute drängten, entschloß sich der Lsndesverband, dem Personalreferenten der GemeinA WM, Stadtrat Speiser eine Bewerberliste zu überreichem auf die nun der Landes- verband nachstehende bezeichnende Antwort erhielt: „In Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens vom 10. d. mutz ich leider Mitteilen, datz die Einstellung von kriegSbeschädigten Bundesangestellten, die dort mit Abfertigung abgebaut wurden, bei der Gemeinde Wien auf die allergrößten Schwierigkeiten stoßen wird. Die Gemeinde Men hat verhältnismäßig wenig , Posten zu vergeben. Es sind viele Zehntaufende von k° Bewerbern in Vormerkung. Die Direktionen verlangen geeignete Angestellte. Wir selbst schonen kriegS- Üeschädigte Angestellte, soweit dies möglich ist, und geben Nur in den seltensten und sehr begründeten Fällen einen von ihnen weg. Ich werde die eingesandte Liste zur Vormerkung bringen, kann aber leider keine besonderen Hoffnungen machen." Hochachtungsvoll gez. Paul Speiser m. p. Die Bauernfängerei ist damit hinlänglich gekennzeichnet. Der sozialdemokratische Invalidenverband hat dabei allerdings aus der Not der verführten Opfer fein Geschäft gemacht, indem er ihnen doch einige MitgliedsbeitrLge abknöpfte. ----- ö 6 8 ^ I IL k k z«tt L n LUK ^ IL» Ei MLI W6 U6: /AWMMdMMWMM l^>Gwe Berfammlung der KrüppelarLeits- ^ gemeinschaft. Die Krüppslarbettsgemeinschaft, die seit Monaten viele und eifrige Arbeit zur Bekämpfung des Krüppelelends geleistet und bereits im Oktober 1927 eine Krüppelwsrkstätte eröffnet hat, veranstaltete gestern abend im Saale der Scholle eine allgemeine Versammlung der Körperbehinderten, bei der, zum erstenmal in einer österreichischen Krüppelversammlung, außer den Referenten über das Krüppelwesen auch Vertreter der beiden großen Parteien zu den Problemen der Krüppelbewegung sprachen. Zuerst berichtete der Führer des deutschen Selbsthilfebundes der Körperbehinderten, Friedrich Mali ko Ws kt (Berlin), über dest Staird der reichsdeutschsn KrüppKbewegung uüd überbrachte dis herzlichsten/Grüße Her deutschen Körperbehinderten, die Hch mit ihren österreichischen Gefährten eng sverbünden fühlen. In Deutschland, das bereits nach einem Jahre Arbeit des Selbsthilfebundes ein Krüppel- fürforgegesetz erlassen hat, sind die Krüppelbewegung und die Arbeit der Krüppelorgani- sation außerordentlich rege. In 78 Krüppelheimen und 84 Beratungsstellen wird dort wesentlich zur Linderung des Krüppelelends bei- getragen, vor allem dank der festgefügten Organisation des Selbsthilfebundes, der die meisten deutschen Körperbehinderten angehören. Auch dort wird der Standpunkt vertreten, daß dis Krüppelbewegung vor allem den Zusammenschluß aller Körperbehinderten verlangt und daß die Linderung des Krüppelelends nur durch Arbeit und eine soziale Gesetzgebung erreicht werden kann. Im Gegensatz zu den Berichten aus Deutschland mußte der Obmann der österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft, Siegfried Braun, berichten, daß eS in Oesterreich kaum! eine Krüppelfürsorge gibt. Es gibt keine Krüppelstatistik, kein Krüppelgeseh, keine Krüppelarbeit — dafür unzulängliche Armenrenten von fünfzehn Schilling im Monat, die den Krüppel zur Bettelei förmlich zwingen. Die 60.909 Krüppel in Oesterreich — so hoch wird die Anzahl der österreichischen Krüppelbehinderten geschätzt — wollen aber kein Almosen, sondern die Möglichkeit zu arbeiten, um sich selbst zu helfen. Nachdem der christlichsoziale Abgeordnete Dr. Jerzabek versprochen hatte, in seiner Partei alles daranzusetzen, daß vor allem ein Krüppelgesetz geschaffen werde, teilte der Vertreter der Sozialdemokraten, Abgeordneter Hohenberg, der Versammlung mit, daß die Bestrebungen zur Linderung deZ Krüppelelends keine Parteihilfe, sondern vielmehr eine allgemeine Hilfe aller menschlich Fühlenden sein sollen und auch sein müssen. Die Körperbeschädigten selber aber mögen in einer geschlossenen Organisation der Allgemeinheit ihren Willen und ihre Wünsche Mitteilen. Schließlich nahm die Versammlung nach weiteren Berichten Dr. Hans Pamperls, des Leiters des BerufsberatungsamteS der Stadt Wien, Felix FrankkS vom Verein Allgemeine Nährpflicht und Wilhelm BörnerS, des Leiters der Ethischen Gemeinde, mit Stimmeneinheit eine Resolution an, die im wesentlichen die Durchführung einer amtlichen Krüppelzählung, ein Krüppelfürsorgegesetz und die Errichtung von .Krüppelberatungsstellen und von kommunal, Krüppelwerkstätten verlangte. Die Versammln! die einen ernsten und eindrucksvollen Verla nahm, ist im wesentlichen ein Auftakt zu, Krüppelfürsorgekonferenz, dis heute in der GschSnbdchgasse stattfindet. __ - .V. - «sciicnkznxci! 5»» xic« ii k i L >l 3 ? 0 3 I M M Besitzer der goldene» ^ ravserleitrmeSaille. Für die Vereinigung der Besitz« der goldenen Tapfer» keitsmedaille erschienen heute dieMerrenMerichtsobsr- aktuar Georg Herndl und mUßartechnischer Oberrevident Maximilian K ä r nß n e r 'Mr^Begleitung der Abgeordneten Dr. Drexe l, Grtl, Klimann, Doktor Kneußl und Volker Hsswie des Bundesrates H 0 cheneder beim BunyWkanzlsx. Sie überreichten ihm vier Denkschriften, betreffeiK sin Astsuchen um Auszahlung von Tapferkeitsmedaillenzjulggeiß tAnstellung von Inhabern der goldenen TapfsrkeitsMsDaille im öffentlichen Dienste, Bevorzugung von IiDabern der goldenen Tapferkeitsmedaille bei Verleihung Wn Tabaktrafiken und Fristerstreckung zur Anmeldung der Kriegsbeschädigung für dis Inhaber der goldenen Tapferkeitsmedaille. Nachdem Abg. Dr. Drexel und Oberrevident Kärntner die Veranlassung zur Bildung der Vereinigung erklärt und die vorgebrachten Wünsche begründet hatten, erwiderte Bundeskanzler Dr. Seipel, indem er zunächst darauf hinwies, daß die heute erschienenen Mitglieder des Nationalrates und des Bundesrates ebenso wie der durch anderweitige Inanspruchnahme verhinderte Minister a. D. Dr. Gürtler bei ihm bereits wiederholt die Am Schlüsse einex Angelegenheiten der Besitzer der goldenen Tapferkeitsmedaille zur Sprache gebracht hätten. Auch die zuständigen Behörden wären mit den heute wieder vorgedrachten Forderungen befaßt worden. Ihrer restlosen Erfüllung stünden allerdings sehrbedeutendeHindernisss entgegen, die zum Teil in der internationalen Rechtslage, zum Teil in österreichischen Gesetzen, die derzeit in Kraft sind, begründet seien. längeren Wechselrede hob Bundes- tei Wünsche besonders hervor, dis s,da ihnen die vorgenannten Hinderten, nämlich: die Schaffung eines ds, der zum Teil aus Bundes» s dem Erträgnis gewisser Veröden könnte: eine Anweisung der Bundesregierung an die Behörden und Amtsstellen, bei Bewerbung um öffentliche Anstellungen unter gleichen Vorbedingungen die Besitzer der Tapferkeitsmedaillen vorzuziehen: bei einer künftigen ohnehin unvermeidlichen Uebetprüfung der Ansprüche auf Invalidenrenten den Stichtag für die Anmeldung solcher Ansprüche entweder überhaupt fallen zu lassen, oder auf einen beträchtlich späteren Zeitpunkt zu verlegen. Bundeskanzler Dr. Seipel sagte die neuerliche Ueberprüfung der vorgelegten Denkschriften und ihr« wohlwollende Würdigung zu. rat H 0 l erfüllt w^ nisfe nickst' Tapferkeit Mitteln, anstalümx neder en könnte^ im Wege/ medaillenfo m Teil m gespeist z k 8 c 11 c n x z«u k n ssUn »i > k »i v o x u«^ 7 /s 71 o x M^IIMIl.^ (6i-ar) »Ir-.: 15 Eine massenhaft besuchte GenerM§rfMW!ung^^gze?ZttMzjppen. Meister Muchitsch für die Förderung Der verschiedenen Fürsorgeaktionen, insbesondere der! Kmderaktionen, den besten Dank aus, In der hierauf geführten Debatte wurden von einigen Kriegsbeschädigten Wünsche und Beschwerden vorgebracht. Sodann erstattete das Wahlkomitee die Vorschläge für den Vorstand. Gen. Rotz mann (St. Peter) wandte sich dagegen, daß Gen. Langhart, der durch neun Jahre feine ganze Arbeitskraft der Ortsgruppe zur Verfügung stellte, nicht mehr kandidiert werde, ohne datz über den Grund ein Wort gesprochen werde und daß eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden wäre. Bei einem Teil der Versammelten werden bei dieser Gelegenheit Protestrufe laut. Als sich Gen. Roßmann dagegen wandte, datz die Ortsgruppe St. Peter bei der Ausstellung der Kandidatenliste nicht berücksichtigt wurde, erhob sich bei einem Teil der Versammlung Widerspruch, der, als Gen. Roßmann erklärte, der Gruppe Sankt Peter werde nichts anderes übrig bleiben, als sich van der Grazer Ortsgruppe zu trennen, so lebhaft wurde, daß die Ausführungen Roßmanns zum Teil nicht verständlich waren. Ihm entgegnste dann der Vorsitzende, Gen. von „Saifcheg g. der erklärte, datz es sich nur um .nach Gramms Krankenhaus kam- II ein Mißverständnis hinsichtlich der Kandidatur ' ' ' .. der Gruppe St, Peter handeln könne. Nachdem er noch zum Berichte des Wahlkomitees gesprochen hatte, wurde dem Wunsche der Orts- Kt Neter Rechnung getragen, worauf ^ In den Juliensälen hielten gestern die Grazer Ortsgruppen des Landesverbandes der Kriegsbeschädigten ihre Generalversammlung ab, die, als' die Unstimmigkeiten zwischen dem Landesverband und der Grazer Ortsgruppe zur Erörterung gelangten, mitunter einen erregten Verlaus nahm. Um halb 10 Uhr eröfsnete der Obmann Gen. Saischegg die Versammlung, bei der diesmal die ganze bürgerliche Presse samt der schäbigsten Hakenkreuzlerzeitung durch Berichter^aiter vertreten war, und gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, unter den Erschienenen Gästen insbesondere das erste und einzige Ehrenmitglied der Organisation der Kriegsbeschädigten, Bürgermeister Gen. Muchitsch, und den Nationalrat Gen. Ebner begrüßen zu können. Er sprach den Wunsch aus, daß die Versammlung von kameradschaftlichem Geist getragen werde und verwies unter anderem darauf, daß die Versammlung unter dem Zeichen der Forderungen sieht, die an den Nationalrat gestellt werden; vor allem der Novellierung der zehnten Invalidenentschädigungsnovelle. In dem von ihm erstatteten Tätigkeitsbericht betont er, daß der Mitgliederstand der Ortsgruppe einen Zuwachs erhalten Habs, was darin seinen Grund habe, daß viele Kriegsbeschädigte men und dann in der Stadt in Arbeit treten. Groß sei dasMWdund die Not unter den Kriegsbeschädigten, was auck aus der Inanspruchnahme der FürsorgemaßnShmen der Ortsgruppe hervor- gehe. Dem Frontkämpfer-Invalidenverband macht er zum Vorwürfe, daß er durch sein Treiben die Kriegsbeschädigten auf das schwerste geschädigt habe. Er warnt ihn dayor, die Einigkeit in den Reihen der Kriegsopfer zu stören. In seinen weiteren Ausführungen wendet er sich gegen dis Mängel in der neunten Novelle, deren Beseitigung die dringendste Forderung der Kriegsinvaliden sei. Bei Besprechung der durch die Ortsgruppe ausgewendeten Mittel für die Fürsorge- aktionsn sprach er allen Gönnern, insbesondere der Stadtgemeinde Graz und dem Bürgermeister Muchitsch den besten Dank aus. Zum Schluß ermahnte er zur Einigkeit und Geschlossenheit, damit die Organisation in der Lage sei, ihre Forderungen durchzusetzen und wegen Not und Elend unter den Kriegsbeschädigten wirksam zu kämpfen. Dann erstattete der Kassier, Gen. Koß, den Kassenbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß den Einnahmen von 87.101 8 Ausgaben im Betrage von 90.018 8 gegsnüberstehen. über Antrag des Obmannes der Kontrolle wurde dem Kassier Dank und Anerkennung ausgesprochen und die Entlastung erteilt. Für den Unterstützungsausschuß berichtete dessen Obmann Gen. Josef Held lGösting) Daraus ist zu entnehmen, daß nicht weniger als er noch zum Berichte gesprochen ha^ getragen. . gruppe St Peter preamui a u ^ emer «die vorgeschlagenen Karw^n »kleinen Abänderung gewählt wuroen. Zu Obmännern wurden die Genossen Saischegg, Jabornik und Held gewählt. Den Bericht über die 10. Invalidenentschädigungsnovelle erstattete Jabornik, der mit Bedauern seststellte, daß der soziale Geist» der bei der Schaffung des Invalidenentschädigungsgesetzes geherrscht habe, heute leider geschwunden sei. Aus dem Invaliden ent schädigungs- gesetz ist ein Invaliden b e schäftigungsgesetz geworden. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte er sich eingehend mit den Mängeln der 9. Novelle und skizzierte kurz die Forderun- i gen zur 10. Novelle. Dann kam der Redner auf die Unstimmigkeiten in der Invalidenorgan- tion zu sprechen und wandte sich in erregter Weise, unterstützt von Zurufen eines große.. Teiles der Versammlung, gegen Longhart, Rückl und Dr. Mayer. Unter großem Lärm wandte er sich gegen den Vorstand des Landesverbandes. Gegen Saifcheg sei ein Feldzug unternommen worden. Durch neun Monate habe man ihn beiseite gestellt und von den Arbeiten für die Ortsgruppe abgehalten. Bei den jetzigen Bezirksgruppenversammlungen habe man zu« _. ... 0 » —u erst im 4. Bezirk gegen Saischegg eingesetzt, ob- 1713 Gesuche um Unterstützungsbeteilungen wohl bereits von der Staatsanwaltschaft gegen eingelaufen sind, von denen nur 56 abgewiessn Smschegg dre strafgerichtlrche Untersuchung einwerden mußten. Die Weihnachtsaktion erfor- > gestellt worden seu Der Redner wandte sich derte allein einen Betrag von 30.984 8. Aus der Unterstützungskaffe fei em Betrag von 13.263 6 bezahlt worden. Gen. Held sprach dem Bürger- damals gegen die Gen. Rückl und Langhart, die von dem Ergebnis der Untersuchung angeblich nicht befriedigt waren und gegen Saischegg abermals Stellung genommen hatten. Er sagte sann, wir müssen uns vornehmen, mit diesen Untersuchungen zu brechen, denn wir können nicht Zusehen, daß der eine oder der andere durch Untersuchungen schadet leidet. Dyn» appelliert Redner zur Einigkeit. Schließlich bittet er den Ausschuß, der nun neu gewählt worden sei, bei seiner schweren Arbeit zu unterstützen, denn nur dann werde die In« oalidenorganisation gegen Not und Elend mit Erfolg sich wenden können. Nationalrat Gen. Ebner (lebhaft begrüßt)/ erinnert daran, daß die Minderheitsanträge der Sozialdemokraten zur 9. Novelle von der bürgerlichen Mehrheit niedergestimmt wurden. Sogar Anträge, die nichts kosteten, wurden niedergestimmt. Bezeichnend sei, daß sogar der Berichterstatter. Prälat Dr. Drexel, in seinem Bericht die Redewendung gebrauchte, es werde sich mit der Regierung noch reden lassen, daß sie einige Erleichterungen eintreten lasse. Aber da kam der andere Prälat, Dr. Seipel (Pfuirufe), und Kienböck, also zwei Vertreter des Christentums, und machten Dr. Drexel Vorwürfe, wie er solche Zugeständnisse an die Kriegsbeschädigten machen könne. (Neuerliche Pfuirufe.) Nun komme neuerlich die Novelle, die zehnte, im Nationalrat zu Behandlung. Daß die Sozialdemokraten ihren Mann stellen und alle ihre Kräfte einsetzen werden (lebhafte Bravorufe), brauche er nicht erst zu betonen. Stürmische Zustimmung fanden die Ausführungen des Redners, als er daraus verwies, daß die bürgerliche Regierung für dis Kriegsopfer nichts übrig hatte, wogegen sie beim Zentralbank- und beim Postsparkassenskandal sowie für Abfertigung der Bankdirektoren viele Hunderte von Millionen Schilling übrig hatte. Wenn die Sozialdemokraten sich so wre bisher für die berechtigten Forderungen der Kriegsbeschädigten im Nationalrat einsetzen, so sei es auch notwendig, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten durch die Entschlossenheit und Einigkeit der Kriegsbeschädigten unterstützt werden. (Lebhafter Mi- fall.) Nachdem Rischner (Oberes Murtal), den Wunsch aussprach, daß es ehestens zu einer Einigkeit im Landesverband komme, meldete sich der Kriegsbeschädigte Berlitsch zum Wort, der einen Antrag der Grazer Ortsgruppe einbrachte, in dem gegen die Verschiebung der Delegiertenversammlung Protest erhoben und Langhart, Dr. Maier undn Rückl das Mißtrauen ausgesprochen wurde. Seine temperamentvollen Ausführungen wurden von erregten Zurufen begleitet. MrgeMeWer Gen. MMLsH, mit nicht enden wollendem Beifall begrüßt, erklärt von vornherein, daß er sich, obwohl er mit den Kriegsbeschädigten sicher auf das engste befreundet sei, nicht in die Angelegenheiten der Ortsgruppe und des Landesverbandes mische. Er halte es aber für das größte Malheur, geradezu für ein Unglück für die steirischen Kriegsopfer, wenn die Einigkeit und die Einheit unter den steirischen Kriegsopfern gefährdet werde. „Ich habe bei jeder Geegenheit den Kriegsbeschädigten gesagt," führte er an. „seien Sie einig und geschlossen im Kampfe, den Sie führen, denn nur wenn Sie unter allen Umständen daran festhalten, werden Sie Erfolge haben. Tun Sie das nicht, fördern Sie nicht die Interessen der Kriegs-! opfer. Die Zerspitterung und die Uneinigkeit geht auf Kosten der Kriegsopfer." Er verwies > auf den harten Kampf, den die Kriegsinvaliden jetzt schon wegen der Tramwaykarten führen, und bespricht die Veränderungen im Verwaltungsrat der Tramwaygesellschaft. Wenn er als Vertreter der Stadt Graz im Verwaltungsrat der Tramwaygesellschaft gegenüber den Kriegsbeschädigten seine Pflicht erfülle, so müsse beachtet werden, daß er dort als einer gegen dreizehn stehe. Die Unstimmigkeiten zwischen der Ortsgruppe St. Peter und dem Landesverband dürfen nicht zu Weiterungen führen, die zum Schaden der Kriegsopfer gereichen würden. Unter Spannung lauschten die Versammelten den Ausführungen des Bürgermeisters, der erklärte: „Ich bin auch als Vertreter der Sozialdemokratischen Partei zu ihrer Versammlung erschienen, um Sie als Sozialdemokraten zu begrüßen, denn wenn auch nicht alle, so gehört doch der überaus größte Teil der Kriegsbeschädigten der Sozialdemokratischen Partei an. Ich spreche als Ihr einziges und erstes Ehrenmitglied, als ihr warmer Freund und als Bürgermeister. Ich kann Ihnen nur versprechen, daß wir uns dieser Angelegenheit, die wir kennen, annehemen werden und daß wir unsere Hand dazu bieten werben, um bis Differenzen auszugieiche». Im Interesse der steirischen Kriegsopfer wünsche ich, daß Einigkeit und Geschlossenheit in ihre Reihen wiederkehre, dann ist mir um Ihr Erfolge nicht bange." (Stürmische Zustimmung). Aus eine weitere Gefahr für die steirischen Kriegsopfer machte Gen. Muchitsch noch aufmerksam, indem er darauf verwies, daß die Kinobesitzer bereits bei allen bürgerlichen Parteien waren, um sie für ein Kinogesetz im Landtag zu gewinnen. Die Kinobesitzer wollen die sozialen Abgaben für die Kriegsopfer wegbrin- gen; sie erklärten, daß sie auch zu uns kommen wollen. Wir werden den Herren schon die richtige Antwort geben. (Beifall.) Der Zweck des Kinogesetzes der Kinöbefitzer ist Zu durchsichtig. Die Kriegsbeschädigten sollen nämlich um die ihnen aus dem Kinobesuche zufallendsn Abgaben für ihre Fürsorgemaßnahmen gebracht werden! Wen da keine geschlossene Organisation der Kriegsbeschädigten sich zur Wehr setzen kann, so werden dadurch viele der armen Kriegsopfer, denen in Not und Elend geholfen werden Kann, in bitterster Not im Stiche gelassen, denn die ganze Fürsorgeaktion für Kinder und Witwen wäre mit einem Schlage unmöglich ge- macht.,Er empfahl den Versammelten eindring- lichst, zuerst die Angelegenheit nMLern M YMe» und erst dann dis Entscheidung Zu fällen. In einer großen Versammlung könne man nicht Differenzen austragen, das müsse mit Ruhe z n 8 c 11 c n x z tt u e n fün ^! e »t lip. 116 : uns Überlegung geschehen. Es dürfe weder dem einem noch dem anderen Unrecht zugefügt werden. Das müsse verhindert werdet». Die Anschuldigungen, die gegenseitig gemacht werden, sollen überprüft weä»sn. Er mache den Kriegsbeschädigten den gut gemeinten Vorschlag, keine voreiligen Beschlüsse Zu fasse« und erst durch eiu Schiedsgericht die Angelegenheit zu überprüfen. Dann erst könne man in einer allgemeinen Versammlung! die notwendigen Beschlüsse fassen. Bei den Kriegsbeschädigten sind, wie ich bereits gesagt! habe, dis Lbec.große Mehrheit Sozialdemo-! braten und deshalb will die Sozialdemokratische Partei auch mithelfen, die Angelegenheit zu Untersuchen und den Streit zu schlichten. Die Geschlossenheit der Kriegsbeschädigten ist so notwendig wie dis 10. Novelle. Als aufrichtiger Freund und Genosse ersuche er die Versammlung, seinen Vorschlag anzunehmen. Wenn Sie ihn aber nicht annehmen, würden Sie sich gegen Ihre eigenen Interessen stellen. (Lebhafter Beifall.) Es sprach dann wieder Verkitsch, der sich in heftigen Worten gegen Rückl wandte und sich dabei aus die in der deutschnationalen und christlichsozialen Presse veröffentlichten Darstellungen berief und seine Anträge gegen Rückl, Maier und Langhart wiederholte. Es sprachen noch mehrere Kriegsbeschädigte, darunter einige, die in ihren Ausführungen die Mahnung zur Einigkeit und Geschlossenheit des Genossen Muchitsch unterstrichen. Gen. Muchitsch warnte nochmals vor der Annahme des Antrages Verkitsch. Auch vor dem Antrag Verkitsch, wenigstens „bis zur Austragung der Angele genheit" den drei Genossen das Mißtrauen auszusprechen, warnte Gen. Muchitsch, indem er darauf verwies, daß aus solche Art keine Einigung herbeigeführt werden könne. Schließlich lernte der Antragsteller an der Stimmung der Versammlungsmehrheit und zog seinen Antrag zurück. Der zweite Obmann Fabornik hielt dann als Vorsitzender eine Schlußrede, die wieder voll von Angriffen gegen Langhart, Rückl und Doktor Maier war. Da Iabornik die Versammlung darauf geschlossen hatte, konnte ihm niemand erwidern. Um halb 2 Uhr nachmittags war,die sehr bewegte Versammlung nach vierstündiger Dauer beendet. Wir kornmen gerne dem Wunsche unseres Ehrenmitgliedes, des Nationalrates Albert Seher, nach, diesen offenen Brief zmn Abdruck zu bringen. Sehr geschätzter Herr Kollege I Sie haben im Organ des Reichsüundcs der Kriegsopfer Oesterreichs, „Oesterreichs Kriegsopfer", einen offenen Brief an mich gerichtet, in welchem Sie meine Ausführungen im Budgetausschuß des Nationalrates bei Behandlung des Kapitels Soziale Verivaltung betreffend die Kriegsopfer- fragen einer Kritik unterziehen, obwohl es Ihnen unbenommen geblieben wäre, im offenen Haus auf dieselben zu antworten. Ich kann Ihrer Ansicht, daß es richtiger gewesen tvürs, für die Aussprache den Ausschuß für soziale Vertoaltung zu ivählen, nicht beitreten, da ich der Meinung bin, daß die Praxis bei Behandlung der Budgeipost Kriegsopferffürsorge des Budgets im Finanzausschüsse derlei Dinge zur Sprache zu bringen seit dem Jechre 1919 besteht und ' die Kritik von allen Parteien geübt wird. Sie, ! Herr Kollege, wissen, daß ich nicht Mitglied des Ausschusses für soziale Verwaltung bin, Sie wissen aber auch, daß ich jedes Jahr bei der Budgetbehandlung im Finanzausschüsse Mer die Leiden der Kriegsopfer spreche. Sie hingegen haben, trotzdem Sie Mitglied des sozialpolitischen Ausschusses sind, erst bei der zweiten Lesung der IX. Novelle zum Jnvalidenentschädigungsgesetz das Wort ergriffen und, geschützt durch Ihre. Immunität, Beamte des Brmdesministe- riums für soziale Verwaltung und Richter, die VorsitzeiÄe der Schiedskommission sind, sowie Kriegsbeschädigte, die nicht, wie Sie, dem Hause angehören, angegriffen. Wenn Sie sich stolz dazu bekennen. Laß Sie twzu bei- ^ getragen haben, daß Funktionäre des Reichsbundes Trafiken bekommen haben, so ist der Zweck meiner Ausführungen zum ! Teil erreicht. Sie bekennendamit offen ein, i Ihr politisches Mandat zugunsten einzel- i ner gebraucht zu haben. Nur einer Unrichtigkeit muß ich entgegentreten. Ihre Schützlinge, die Kriegsbeschädigten, um die es sich handelt, sind nicht, wie Sie schreiben „wirkliche Hundertprozentige, die für Familie zu sorgen haben, die schon lange arbeitslos sind", sondern, wie ich im Finanzausschüsse behauptet habe, mitt e l- oder l e ich t p r o ze n t ig e Invalide, die in der Regel fürkeineFamiliezu sorgen haben. Der Kriegsbeschädigte Tauer hat bloß 36/18 Prozent, der Kriegsbeschädigte N o g o l 65/75 Prozent, Artner 65/75 Prozent, Schott 65/75 Prozent, Oberleutnant J ell in ek 65/75 Prozent, Fischer 65/75 Prozent usw. Hiezu kommt, daß Tauer und Fischer nicht ohne Einkommen sind, weil sie die Pension eines Oberstleutnants beziehen, Ausflug und Nogol beamtete Funktionäre des Reichsbundes sind und Schott zur Zeit der Besetzung noch fim Berufe stand, ein Teil der Genannten ist überdies noch ledig. Wenn Sie der Meinung sind, daß „der Beamte, und Wenn er noch so sehr im Rechte ist, sich in Oesterreich politischen Angriffen gegenüber leider nicht so verteidigen darf, wie etwa in Deutschland", so beklage ich das um so mehr, als sich die Beamten und Richter, die Sie in der Plenarsitzung, die Wer die IX.. Novelle zu entscheiden hatte, angegriffen haben, tatsächlich nicht wehren Linnen. Ich hingegen mache nicht Beamte für diese Verleihungen verantwortlich, sondern den Herrn Bund esmin ist er für Finanzen, und, soweit ichIhre Mithilfe oder die anderer Abge ordneten FhrerPart ei — meinen Kollegen ist es durch Klubbeschluß, dem sich jeder gerne unterwirft, untersagt, in Trafikangelegenheiten zu intervenieren — erkennen kann, diese haftbar. Ich weiß nur zu gut, daß die Referenten und der Chef des Departements, dem die Verleihung von Tabakverschleißgeschäften obliegt, oft anders handeln würden, Wenn sie nicht einem Auftrag ihres Ministers Nachkommen oder Einflüsterungen Ihrer Partei befolgen müßten. Ihre Kritik an der Tätigkeit des früher bestandenen Besetzungsausschusses, sehr geschätzter Herr Kollege, kann nicht genug scharf zurückge wiesen werden. Ich folge gerne Ihrer EinlWung und möchte erfahren, „wieviel Geld geopfert wurde, um Trafiken zu bekommen". Ich bin bereit, Ihnen und Ihrem Verband vollste Genugtuung zu verschaffen, wenn Sie mir in Wien einen derartigen Fall Nachweisen, abgesehen von dem einen. Fahre zurückliegenden Fall, der durch ein Schiedsgericht, das unter meinem Vorsitz stattfand, und das den Schuldigen aller Aemter und Funktionen enthob, geahndet tvurde. Ich fordere Sie auf, mir öffentlich bekannt zu go'bem welche Trafiken in Wien „regelmäßig ihren Tribut zahlen muffen". Ich erwarte von Ihnen, daß Sie nicht versteckte Angriffe» in die Sie Ihre Umgehung hineinhetzt, vertreten, sondern offen und schonungslos alle Fehler aufzeigen. Eingehend befassen Sie sich wieder mit dem «Fall Wolfmüller", wie Sie überhaupt diesen Kriegsbeschädigten zu Ihrem Steckenpferd gemacht haben. Es ist sehr billig, ein Erkenntnis des Verwaltungs- gerichtshofes zu zitieren und nicht näher darauf einzugehen, daß nach dieser nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungs- gerichtshoses, unter deni Vorsitze eines Berufsrichters, neuerlich eine Verhandlung vor einem Schiedssenat stattgefunden hat, der nach Untersuchung von nicht weniger als sieben Amtsärzten und Durchführung eines neuen Verfahrens Wolsmüller neuerlich die Vollrente Anerkannt hat. Wenn Sie der Meinung find, daß der Fall Wolf müller nicht mehr in Wien hätte verhandelt werden sollen, so bedaure ich, feststellen zu müssen, daß Sie, sehr geschätzter Herr Kollege, obwohl Sie Obmann des Neichsbundes der Kriegsotzfex^ind uW einen Kommentar zum JnvalidenentschädiguiEfffttz MMreben haben, über welchen ich mir kein MEwrteLxckMmtze, übersehen haben, daß das eine derartige Delegation nichtsvoMHt. Mrist bekannt, daß Vertreter des Landesv>rb auMs Wien in anderen Fällen die Anregung g-j>MenMVen, andere Schiedskommissionen als die zuständige MEle^ieren, ihrem Ersuchen jedoch aus obigen GrÄMen^Em Bundesministerimn für soziale Verwaltung nicht üMzegeben werden korbte. Und wenn Sie sagen: „Die AngeNagten dürfen nicht Uschter fein", so tun Sie das, lvas ich bewußt vermeide, wtz-öer Berufsrichter, Beamte der Jnva- lidenentschadigungskNnmission und der bundesstaatlichen Finanzverwaltung der U n objekt iMtü t zechen. Und nnn,O dem Fallelder „DOpErafik" WolfmüllerZ. Ans diese Mage hat de^AandeWM-kd Wien im „Invaliden" v«k 31. Mai 1N2K ersHvpM« geantwortet. Obwohl ich annehmen kann, daß.'Sie und Ue Organe Ihres Verbandes diesen Artikel genau kennen, möchte ich ihr: dennoch wiederholen, um Ihnen zu beweisen, daß Sie wieder einmal —- ich bin gerne bereit. Ihnen den guten Glauben zuzubilligen — von Ihren Anskunftspersvncn h i me ingelegt wurden. Die Notiz im „Invaliden" lautet: „Eine Antwort. Wir erhalten den Brief eines Mitgliedes, welches an fragt, ob es richtig ist, Laß die TrasMnhabsrm Anitta Wolfmüller die geschiedene Frau des Kameraden Wolsmüller ist, und jveiters wissen will, jvarmn diese Verleihung seinerzeit erfolgte. Da anznnehmen ist, daß diese Fragen auch andere interessieren, so sei hier der wesentliche Inhalt der Antwort, die an den Fragesteller abgegangen ist, wisdergcgeben. Es ist richtig, daß Frau Anitta Wolsmüller schon vor einigen. Fahren eine Trafik erhielt. Vollständig falsch lväre es aber, anzunehm-en, daß Kamerad Wolf- müller daraus jemals auch nur einen Heller Anteil hatte. Fm Gegenteil. Er wurde im Ehescheid u ng s P r o z e tz zu einer monatlich im vorhinein zu zahlenden Alimentation von 360.000 Kronen bei sonstiger Exekution verurteilt. Seit dem Jahre 1020 lebt er mit seiner ehemaligen Frau in keinerlei Gütergemeinschaft und wohnt natürlich auch getrennt. Beide Personen sind materiell vollständig von «inander unabhängig und beide sind schwer krisgsbeschädigt. Das Unglück des Kameraden Wolsmüller war vielleicht, daß er eine kricgs- üeschädigte Pflegerin geheiratet hat, die sich natürlich in der Verfolgung ihrer Rechtsansprüche durch keine Rücksichten abhalten ließ. Schon in Scheidung, hatte sie um eine Trafik eingereicht. In der Erkenntnis der Redereien, die entstehen könnten, hat die Verbandsl-citung, und, dies- mutz ausdrücklich fest-gestellt werden, auch Kam. Wolfmüller alles versucht, um diese Absicht zu verhindern. Frau Wolsmüller aber mobilisierte ihre Freunde aus Aegypten und erhielt eine Trafik. So peinlich auch die Sache war, Kam. Wolf in ü Ile r, dies Linnen die übrigen neun Mitglieder der Besrtznngs- 'iPMmrffion bezeugen, sprach sich gegen die Verleihung Als, stimmte dagegen und erzielte eine M ehrh e i t .für die Ablehnung. Tie Muanzlandesdirektion legte ' aus eigenem die Wweisung der Berufungsinstanz des Finanzministeriums vor, und diese, die schon eurem Oberst Waldstätten, ja sogar Nichtinväliden g,e g e n den Willen der Organisation Trafiken verliehen hat, bewilligte die Verleihung. Bewilligte trotz scharfem Protest des Landesverbandes, trotzdem Abgeordneter S-ever ans Ersuchen der Organisation damals im Parlament in öffentlicher Sitzung dagegen protestierte, was auch seinerzeit in den Tageszeitungen mit Nennung des Namens registriert loar. Der Kriegsblinde, Kam. Karl Weinberg er, wird sich noch erinnern, daß ihm Kam. Wolsmüller aufforderie, um z n ö c I 7 L n X z««e k ssllN ^! e kt ll 0 X u kt 5 kt 7 /s 7 I 0 kt kt^.: 716: , I dieselbe Konzession wie Frau WoHmüller einzureichen i und ihn dabei in jeder Beziehung unterstützte. Auf seinen Protest erhielt der Landesverband vom dainaligen Finanzminister Dr. K^FlkV'8 ck eigeivhändig unterzeichiret folgende Airtwort, Äom 9. April 1924 datiert, die zur Einsicht sürHeiMmann aufliegt: „Während die Meisten Kriegsopfer wohl s ihren Famrlienerhaltec und Gmährer verloren, aber ihre Gesundheit und EviverbsfäMMit beWMn haben, hat Anitta Wolfmüllerz nMt bAtz s ihre, vor d«n Kriege im Airslande gewonHenH SteGuM verHren, sM ^ dein als Äraniken-fiegerm «r KrieA Msmidheit eiirgebüßt (Lungentüberkulose/ ZMm^ksäiMnverlrüm-, mung, Iiarvenleäden, hysterischer .K^WchmerM, so daß ihr eure üöprozLiriige bis öoprozentrge Erwerbsöimbnße zugebilligt wurde. Sie ist demnach als eine der bedauernswertesten weiblichen Kriegsopfer anzusehen. Seit zwei Fahren in Scheidung von ihrem Gatten, dem Sekretär des Landes- verbandesWien der Kriegsinvalidsn und Kriegers- hmteMisbenen, Hans Wolfmülle r, mit ihrem Kinde auf eine ganz geringe Rente angewiesen, befindet sie sich in der furchtbarste n Lage. Da sich die Inhaberin des Trafiklokales zur Ueberlassung des-. selberr an Anitta WolsmWer bereit erklärt hatte, trug die FinMVbeÄvMiMtz kein Bedenken, die Entscheidung über das Gesuch der Genannten, um freihändige Verleihrmg dieser Trafik, dem Besetzungsaussihusse zu überlassen. Der Be s etzun g S auss ch u tz hat die freihändige Verleihung a b g e l e h n t. Da jedoch an dieser Sitzung des Besetzungsausschusses der in Scheidung begriffene Gatte der Wolfmüller teilgenommen und g>s ge >r die Verleihung gestimmt hatte, erachtete das Bundes mmisteri um für Finanzen es für angezergt, auch noch den B e- rusung sausschuß mit dem Zlnsuchen der Frau WolsmWer zu bssassen. Der Werufungsausschrch hat sich mit überwiegender Mehrheit für die freihändige Verleihung der Trafik an Anitta WolsmWer ausgesprochen. Der' MrndeSMntster Dr.'Wie n b ö ck ms p." Soweit der Artikel des „Invaliden". Der Vollständigkeit halber stelle ich noch fest, daß ich Vor der erfolgten Antwort des Bundesministers für Finanzen Dr. Kienböck an den Landesverband Wien der Kriegsinvaliden den Fall der Frau Anitta Wolfmüller, neben anderen Beispielen, im Budgetausschuß gelegentlich der Verhandlungen über den Staatshaushalt des Jahres 1924 zur Sprache gebracht habe, und daß mir Ihre Kollegen Dr. Kienböck und Schmitz eine ähnliche Antwort gaben, als sie der Landesverband Wien vom Minister Kienböck erhielt. Auch Sie, sehr geschätzter Herr Kollege, haben damals dem Nationalrat angehört und wenn Ihnen die Tatsache meiner Anfrage und deren Beantwortung entfallen ist, so gibt dies Ihnen noch nicht die Legitimation, gestützt auf den Einfluß Ihres Marldates, derartige Behauptungen auszustellen. Die Beantwortung einiger Fragen, die Sie im Falle Wolf müller aufwerfen, hat Ihr Kollege, Herr BundeAminister Dr. Kienböck, bereits in seinem Schreiben vom Jahre 1924 besorgt. Ihrer Einladung, den Kriegsopfern zu helfen, komme ich gerne nach, werte jedoch sHre Aufforderung als Erklärung, daß Sie ein gleiches zu tun bereit sind. Ich freue mich daher, armehmLN zu dürfen, daß Sic nicht mehr, wie Sie es bei der IX. Novelle getan haben, gegen die Berbeff ernngsanträgc stimmen werden, und lade Sie jetzt schon ein, dem Initiativantrag der sozialdemokratischen Partei, nach den Vorschlägen des Z e n- tralverbandes der Kriegsinvaliden, eine X. Novelle zum Frivalidenentschädigungsgesetz zu beschließen, Ihre wertvolle Kraft und den überragenden Einfluß, den Sie in Ihrer Partei besitzen, der guten Sache zur Verfügung zu stellen. Ihr Albert Sever, Nationalvat. t z n k l > i L n x z l st 5üst >M^.M (^-l6n) uo- ^11 IM tzsWf FKgMLLyr Emll Selg f. ^. ^ Der Leiter der Gutsverwaltung Mattighofen des K r i e g s g e s ch ä d i g t e n f o n d s, Hofrät Ing. Emil Sela, ist am 1. März 192Z verschieden. Mit Hofrat Seka verliert incht nur der Kriegsgeschädigtenfonds einen herdorragerrden Beamten, sondern erleiden die gesamten Kriegsopfer Oesterreichs einen schweren Verlust. Mit großer Liebe oblag er seinem Berufe und hat durch seine hingebungsvolle Tätigkeit, enorme Sachkenntnis, Freuds an der Arbeit, das größte Wirtschaftsgebiet des Kriegsgeschädigten- fönds mustergültig,vertöaltet und dem Fonds, und sohin den Invaliden, Wittoen und Waisen namhafte Mittel erarbeitet. "" ' Me Kriegsopfer Oesterreichs werden Hofrat Seka ein bleibeirdes dankbares Andenken betvahren.. - n 8 L I 7 L n X z»u L n flin ^«e lt 8 8 X u ^ 7 /i 7 I ll WMK 18 MNLH ( 6 k-sr) 4 1. 4. 1328 Mmmmfte» ArgliMlnke der LksamsMiinrrrrttSmmller >^Eine ZusammensleIlung der gegen die Leitung des Invalidenverbandes in organisatorischer Hinsicht erhobenen Vorwürfe und Beschuldigungen und deren Widerlegung. 1. Man sagt: Der Verband habe im abgelaufenen Ir'/ie ^ der demonstrativen Charakter zu wenig betont. ^ D i e Wahrheit ist: Die Taktik im . "npfe um die 10. Novelle kann nicht von Steiermark aus sondern n.r durch den Zentralverband in Wien bestim nt werden. Die Ereignisse de? 15. Juli haben die Möglichkeit, in radikaler W"'s: gegen die Regierung durch Demonstrationen vorzugehen, für die W'sner Kriegsopfer sehr erschwert, weil d e verantwortlichen Funktionäre fürchten, daß es dabei Zu blutigen Ereignissen kommen könn e. Im Landesverbandsausschuß wurde von keiner Seite bisher ein Antrag -ms sine Demonstration eingebracht: es ist auch nicht bekannt, daß m der Ortsgruppe Graz ein solcher Antrag gest llt wurde. 2. Man sagt: Die Verbandsleitung sei zu wenig radikal gegen die Regierung und gegen die Invalidenentschädigung Immission in Graz vargegangen. Aus diesem Grunde seien der Mißerfolg der 10. Novelle und die Schikanen der Jnvalidenentschädigung^ommission gegen die Krugsopfer zu erklären. s Die Wahrheit ist: Es wurde bei den b'. he- geäußerten Vorwürfen wegen der zu wenig radikalen Haltung me mals konkret ausgesprochen, welche Maßnahmen durchzuführen wären. Mit e ncr allgemeinen Phrase kann man sich schwer auseinandersetzen. Alls Anträge, die in der V?r- bandsleitung wegrn des Vorgehens gegen 'ne Regierung und gegen die Invalidenentschädi- gungskomm ' osstellt wurden, sind dmck- geführt worden. Schikanen der Jnvalidenent- schädigungskommission ergeben sich im wesent- lr^on aus den Verschlechte-mgen, die dis 9. Novelle zum Invalidenentschädigungsgesstz gebracht hat, vor allem aus der Verkürzung des Mit- bestimmungsrechtes, insbesondere bei der Aufstellung der Sachverständigenliste. Zu den Verhältnissen haben auch weiter ber- getragen die seinerzeit in großer Zahl erfolgten Erhöhungen der perzentuellen Einschätzung der Erwerbsunfähigkeit in Graz. Kam. Rückl hat auf diese Tatsache schon seinerzeit mit allem Nach- druche aufmerksam gemacht und die Befürchtung ausgesprochen, daß solche Mengen von 100-Pro- zent-Einschätzungen eine Reaktion befürchten kaffen. Im Ministerium wurde dem Kam. Rückl bei einer Intervention wegen Abstellung des schikanösen Vorgehens bei der Invalidenent- schädigungskommiffion in Graz mitgeteilt, daß viele Anzeigen gegen einzelne lOOprozentige und Hilflose von Kriegsbeschädigten selbst erstattet werden, weil sie diese Einschätzungen als unrichtig gegen andere empfinden. 3. Man sagt: Staatsange stellte, die der Verbands- leitung angehörsn, schwächen die Tatkraft, weil sie Hemmungen haben und gegen ihren Brotgeber und gegen ihre Vorgesetzten nicht entsprechend austreten können. . Richtig ist: Staatsangestellte als Verbandsfunktionäre als weniger geeignet zu bezeichnen, ist wohl vollkommen unbegründet. Dieser Vorwurf ist auch bisher niemals erhoben worden, im Gegenteil, es wurde sowohl im Landesverbandsausschuß als auch im Ortsgruppenausschuß als sehr zweckmäßig und wünschenswert erachtet, einige Staatsangestellte der Invalidenentschädigungskommis- sion als Funktionäre zu besitzen, damit eine gewisse Verbindung zwischen der Organisation und der Behörde als für beide Teile günstig und vorteilhaft bestehe und man dadurch in gewissen Fragen viel klarer sehe und leichter Hilfe für Kriegsopfer leiste. Im übrigen sei sestgestellt, daß Saischek seinerzeit selbst StaatsangchtellNr war und derzeit pensionierter Staatsangestellter ist. Auch Parmaer und Waidmann von der Saischekgruppe sind aktive Staatsangestellte. 4. Man sagt: Die ehemaligen Offiziere, die der Vrr- bandsleitung angehören, gehören beseitigt, weil die Mannschaftspersonen, die die über- radikolen wiegende Mehrheit des Verbandes darstellen, gegen die Offiziere Mißtrauen besitzen. Richtig ist: Nach den Statuten besteht im Verbands kein Unterschied zwischen Ossizieren und Mannschasts- personen; auch nach dem Invalidenentschädigungsgesetz ist ein solcher Unterschied nicht vorhanden. Es würde eine große Gefahr für die Organisation bedeuten, eine Gruppe als für Funktionen ungeeignet zu bezeichnen, die sich von den anderen nur durch einen höheren Rang in der seinerzeitigen Armes unterscheidet. Schließlich könnte man noch einen Unterschied zwischen Unteroffizieren und Mannschaft machen, bis schließlich eins Unmenge von „Chargenverbändchsn" herauskäme. Der Plinde ist ein Blinder, ob er früher einmal Gefreiter oder Oberleutnant war, der Amputierte ist amputiert, ganz gleich, ob ihm als Infanterist oder als Leutnant die Beine weg- geschosssn nv.M 5. Man sagt: Der Landesverband sei aktionsunsähig. Vor einiger Zeit wurde auch im Ausschuß des hat drese Anerkennu g g h - Landesverbandes neuerlich dis Behauptung aus- -——— ^ Richtig ist: Landesverbandes neuerlich dis Behauptung ausgestellt, der Landesverband sei aktionsunfähig, und Kam. Zawornik hat auch in der Versammlung der Kriegsbeschädigten Post- und Tele- graphenangestellten eine solche Erklärung abgegeben. Diese Erklärung steht mit den Tatsachen im vergangenen Kalenderjahre im schroffen Widerspruch. Der V e r band hat seine Organisation im verflossenen Jahre nachjederRichtung hin ausgebaut und seine satzungs- mätzigen Pflichten mit bestem Bemühen z u xrfüllengesucht. DieVermehr u n gder Vertrauensmänner bei der Schiedskommission, die Einrichtung der Kreisfekre- tariate hat sich bewahrt: die Z ah l d e r Versa m m l u n g e n, die Zahl derAmtstage war so groß wie noch nie: die Fürsorgetätigkeit wurde bedeutend ausgestaltet, die Einbringung der 10. Novelle wurde von Steiermark aus angeregt; bei der Invalidenentschädigungs- kommiffion wurden Doxstellungenwegen der Schikanen erhoben, zur Verbesserung de- Berwaltungsapparates der Invalidsnent- schädigungskommission wurde Personalvermeb- rung und Überprüfung der IEK. durch eine ministerielle Kommission verlangt, was auch geschehen ist. Ausschuß und Vorstand haben fleißig gearbeitet. Die einzige Hemmung im Verbände war die Angelegenheit Saischek. l 6. M a n b e h a u p t e t: Dir derzeitigen Verhältnisse im Landesverbände hätten bewirkt, daß die gegnerischen Organisationen, der Verband der christlichen Kriegs, c 7 fer und der Froni'.nvalidenverband, entstanden sin>v s-zw. gegen unseren V- ' and auftreten. Diese Behauptung ist eine glatte Unwahrheit. Der christliche Terband ist entstanden zuerst durch den Beschluß des Delegiertentages, Berufsoffiziere als Mitglieder nicht aufzunehmen: später haben politische Gründe und das Streben einzel- ^ ner christlichsozialer Politiker zur Gründung des christlichen Verbandes geführt. Der christliche Verband ist heute in allen Ländern auf Grund der politischen Einstellung eines Teiles der Bevölke- ru-g bemüht, Mitglieder aus unserem Verbands zu gewinnen, nur aus politischen Gründen. Die Rrz'erung hat die Gründung des christlichen Verbandes unterstützt, weil sie diesen Verband nicht als so unangenehmen Gegner ansieht wie unseren Verband. Dis Gründung des Frontinvalidenvsr' andes ist ausschließlich auf die Verhältnisse in der Ortsgruppe Graz zurückzuführen. Die Opposition, dis zn8L I ILnxzuUln ssün o o x u u l i i o u ^ > lu Un.: M ^IM6MMI6IL (Kf'Zi) 4 U6: 1. 4. IW Kamerad k. Lansbart Md die ^ Löge vom HmWZchM Als Gimpelfang für die „Christlichen" entlarvt. Sowohl der Zentralverbonb als ailch unser Landesverband und die stellung der nachstehend festgestellten Vorgänge: „ .Das Ldst.-Jnf.-Bat. 43 wurde im Sommer 1916 bei Görz eingesetzt und hatte die 2. Kompanie, bei der uh als Zugsführer diente, die Stellung gegenüber dem Friedhöfe von Görz bezogen. Dreier Stellungsteil war besonders exponiert, ständigem Artilleriefeuer und überraschenden Angriffen ausgesetzt. Insbesondere war es die große Zahl von tschechischen Überläufern, durch deren Verrat der deutschen Mannschaft (Steirern) die Ortsgruppe Graz — ^ zählen den Kam Emil Lanaliart zu den zugefügt wurden. Zur Nachtzeit zaywn oen Kam. u. mii r. angyar r zu oeu ^urde deshalb vor unserer Stellung eine Feld ältesten, eifrigen Mitarbeitern und Funktw- wache, bestehend aus einem Doppelposten vor Langhart ist im Felde zweimal schwer geschoben, um vor Überraschungen sicher zu sein rt nicht herumgelogen, -HB September 1916 führte ich gegen 10 Uhr naren. verwundet worden. Er hat nicht herumgelogen, Leptemver 1916 1617 in Kcrnn 1616 in Feldwache Mlf UNÜ Uhr 1917 in Italien, dann 1916 in den um'll"M7nd""an. Nr Schlafs Karpathen, dann ISIS in Galizien verwundet beiden war derart stark, daß man ihnen die worden zu sein. Er hatte dies nicht — wie Gewehre wegnehmen kannte, ohne daß sie hiebei andere vielleicht — notwendig. Er brauchte erwachten. Die Posten wurden über meine Ver- keine Kinolügen erfinden und als Wahrheit aZefüK tzZ hinstellen, um als Kriegsbeschädigtem an- ,mrgens wurden die Geu?nnb>n bei einer Runderbannt zu werden. durch den diensthabenden SLellungsofsizier neuer- Nun ist aber Kam. Emil Langhart bis Um schlafend angetroffen und hieborr dem 11. März Obmannstellvertreter der Ortsgruppe Aa.'SEkomAmndanten vom bezeichneten Offizier Graz gewesen und hat als solcher — für die ^ erstattet. 7 '^ "— Dauer der Beurlaubung Saischeks — die Ge- .„Gegen halb 6 Uhr früh, kurz vor meiner Av- schäkte aekübrt Cr bat es durch Umsicht und luschig, erhielt durch erne Ordonnanz dom Kom- icyusre gesuyrr. yar es uurcy umpcyi uno panrekommandanten Sen Befehl, die beiden Energie verstanden, die sinanzrelle Grundierung tschechischen Soldaten vor der Stellung anzu- der Ortsgruppe zu sichern, wovon gerade die Linden. bedürftigsten Mitglieder von Graz ihren Nutzen . JA MS den Befehl an eine« Gefreiten, der - eine sehenswerte Hilfe und Unterstützung m " üUer" L^Befthl" durch' ihrer Not haben. Aber Kam. Langhart ist da ich abgelöst war, legte ich mich im Untereinigen Leuten im Wege, denen das Invaliden- stände schlafen. führersein sozusagen eine Frage der Existenz, Um halb 10 Uhr vormittags hörte ich zwei des Broterwerbes ist. Daher mutzte gegen Lang- Schüsse und spranm sofort in die SMung, rn der hart din „Angriff" unternommen werden. daß'Ä7ein7 gZ?°sfen"war7und z7g Werl man aber Nichts Konkretes vor- mit Beihilfe des diensthabenden Stellungsbringen konnte, mußte irgend etwas erfunden vffiziers die Leiden herein. , und erlogen werden, zum Beispiel: Langhart Ob nun einer tot und einer verletzt, wurde, hätte silberne Löffel gestohlen oder eine goldene M. mir nicht mehr genau in Ermerung, da ich I,k«. Mich in der Stellung um den Mit einem Lungen- Uhr, oder Langhart hatte seine Zwanzigjährige verletzten Tschechen bemühte und seinen Urgrogtants vergiftet; oder Langhart hatte im Abtransport auf den Hilfsplatz veranlaßt-. - Ich Felds zwei Mann am Drahtverhau anbinden glaube aber, daß der zweite unverletzt war. und erschießen lassen. Man entschied sich dafür. . Bald darauf wurde ist sebst verwundet und di- ,°d.°r° z»m Ang-ifs -ms L°°gh°„ zu LSD« di-!» m-im- D--. stellung wurde vom damaligen Bataillons- kommandanten, Oberstleutnant Sarsch, dem gewesenen Zugsführer Seehofer sowie dem wählen, und operierte damit in den verschie denen Versammlungen, die in letzter Zeit arrangiert wurden. Die schon vorher bestimmten ^ . Invaliden oder vielleicht auch durch diese Lüge damaligen Korporal Reifinger -- und Marsch aufgepsitschten schrien „Pfui, Langhart!", die kriegsopferfeindlichen Blätter stürzten sich aus diesen „Skandal" und vergeudeten ganze Kübel Druckerschwärze, um unsere Organisation zu zertrümmern. Kam. Langhart schreibt uns zu diesen Lügen folgendes: Veretzrliche Schriftleitung! „Man beschuldigt mich, daß ^ während meiner tschechisch^ Soldaten vor^dem Drahtverhau arige- bunden und so deren Tod dadurch herbetgeführt habe, daß die beiden den feindlichen Kugeln ausgesetzt waren. Diese Behauptung ist, wie im Verlaufe einer über meine Veranlassung schon im Jahre 1926 durchgeführte Untersuchung, durch protokollarische Einvernahme einer Reihe von Tatzeugen aus dem Mannschafts- wie Offiziersstande, festgestellt wurde, unwahr, beziehungsweise eine völlige Ent- bestätigt. Oberstleutnant Sarsch gab Lei seiner Einvernahme ferner an, daß der Kompaniekommandant, der diesen Befehl zum Anbiuden vor der Stellung erteilt hat, mit mehreren Monaten Arrest dafür bestraft wurde und daß dem damaligen Zugsführer Langhart keinerlei Verschulden traf, wenn er den Befehl des Kompaniekommandanten vollziehen lassen mußte. » Bezüglich der gegen mich ebenfalls erhobenen Anschuldigung, ich hätte mich gegenüber der Mannschaft schikanös und brutal Verhalten, führe ich an, daß ich während meiner Militärdienstleistung stets bestrebt war, jede Härte und Schikane gegen die Mannschaft zu vermeiden, und mich stets bemüht habe, fürsorglich und kameradschaftlich zu sein. Das bestätigt am besten die Aussage meines daß es allen sehr leid getan hat, als ich schwerver wundet die Kompanie verließ. Ebenso die Aussage eines doppeltamputierten Invaliden, der erklärt, j er könne Merzeit ewUch aussagen, datz ich mich; der Mannschaft gegenüber kameradschaftlich und anständig benommen habe." » « » ' ^ ^ Trotz dieser Aufklärung, wonach Kam. Lang- hart den Befehl weder gegeben noch ausgesührt. hetzten die Gegner weiter. Obwohl klar zutage lag, daß der Kompaniekommandant, ein Oberleutnant, diesen Befehl gab. den dann ein Gefreiter ausführts, behauptet zum Beispiel das „Grazer Volksblatt" darauf heuchlerisch. Langhart sei trotzdem schuld, denn er hätte sich wehren müssen, den Befehl auszuführen, und das Anbinden verhindern müssen. Das ist doch die höhere Heuchelei! Langhart war Zugsführer, wie hätte er gegen den Oberleutnant etwas unternehmen können, was dieser als Meuterei wohl sofort mit der Erschießung des Meuterers bestraft hätte? Jeder, der diese schwarzgelben Bestien kannte, weiß, daß sie in ihrem Irrsinn vor nichts zurückschreckten und gegen Untergebene, wenn diese auch nur im leisesten ihre oder ihrer Kameraden Menschenwürde zu verteidigen wagten, sofort mit dem Revolver da waren. Es gehört also schon eine Gewissenlosigkeit sondergleichen dazu, den Zugsführer für das Verbrechen des Oberleutnants verantwortlich zu machen, besonders wenn das von einer Seite geschieht, die mitverantwort-! lich für die Greuel des schwarzgelben Krieges ist, dessen Begleiterscheinungen eben solche Bestialitäten waren. Dem „Volksblatt" handelt es sich auch nicht um die beiden tschechischen Soldaten, um dis Greueltat selbst. Im „Volksblatt" schreit nur der christliche Zersplitterungsoerband diese Lügen aus. um damit Gimpelfang für sich zu betreiben. Er betreibt diesen Gimpelfang auch schon im „Sonnlagsboten". Die steirischen Kriegsopfer ^ wissen nun, was sie davon zu halten haben: De werden ihrem unpolitischen Landesverbands hie Treue bewahren und neue Mitglieder für chn Eben! »n s c > 7 c k X»>««c k 7UK >i>cx V0xi!xe«7t7i0» llw MW8L8LMI8IL (Lese) 4 7«S: 1. 4. 1928 KaMkad S. Lmghart und Ne ^ Mge vom ZrMvechau Als Gimpelfang für die „Christlichen" entlarvt. Sowohl der Zentralvsrband als auch unser Landesverband und die Ortsgruppe Graz zählen den Kain. Emil Langhart zu den ältesten, eifrigen Mitarbeitern und Funktionären. Lmrghart ist im Felde zweimal schwer verwundet worden. Er hat nicht herumgelogen, zuerst 1917 in Italien, dann 1916 in den Karpathen, dann 1915 in Galizien verwundet worden Zu sein. Er hatte dies nicht — wie andere vielleicht — notwendig. Er brauchte keine Kinolügen erfinden und als Wahrheit hinstellen, um als Kriegsbeschädigtere anerkannt zu werden. Nun ist aber Kam. Emil Langhart bis 11. März Obmannstellvertreter der Ortsgruppe Graz gewesen und hat als solcher — für die ! Dauer der Beurlaubung Saischeks — die Geschäfte geführt. Er hat es durch Umsicht und Energie verstanden, die finanzielle Grundierung ^ der Ortsgruppe zu sichern, wovon gerade die bedürftigsten Mitglieder von Graz ihren Nutzen ! — eine sehenswerte Hilfe und Unterstützung in ihrer Not — haben. Aber Kam. Langhart ist einigen Leuten im Wege, denen das Jnvaliden- führersein sozusagen eine Frage der Existenz, des Broterwerbes ist. Daher mutzte gegen Langhart ein „Angriff" unternommen werden. Weil man aber nichts Konkretes Vorbringen konnte, mutzte irgend etwas erfunden und erlogen werden, zum Beispiel: Langhart hätte silberne Löffel gestohlen oder eine goldene Uhr; oder Langhart hätte feine zwanzigjährige Urgroßtcmte vergiftet; oder Langhart hätte im Felde zwei Mann am Drahtverhau anbinden und erschietzen lassen. Man entschied sich dafür, die letztere Lüge zum Angriff auf Langhart zu wählen, und operierte damit in den verschiedenen Versammlungen, die in letzter Zeit arrangiert wurden. Die schon vorher bestimmten Invaliden oder vielleicht auch durch diese Lüge aufgepeitschten schrien „Pfui, Langhart!", die kriegsopferfeindlichen Blätter stürzten sich aus diesen „Skandal" und vergeudeten ganze Kübel Druckerschwärze, um unsere Organisation zu zertrümmern. Kam. Langhart schreibt uns zu diesen Lügen folgendes: Verehrliche Schriftleitung! „Man beschuldigt mich, daß ich mährend meiner Dienstleistung im Schützengraben als OMier tschechische »Soldaten vor den« Drahtverhau angebunden und so deren Tod dadurch herbelgeführt habe, daß die beiden den feindlichen Kugeln ausgesetzt waren. Diese Behauptung ist, wie im Verlaufe einer über meine Veranlassung schon im Jahre 1926 durchgeführte Untersuchung, durch protokollarische Einvernahme einer Reihe von Tatzeugen aus dein Mannschafts- wie LMziersstande, sestgeftellt wurde, «nwahe, beziehungsweise eine völlige Entstellung der nachstehend sestgestellten Vorgänge: Das Ldst.-Jnf.-Bat. 43 wurde im Sommer ISIS bei Gorz eingesetzt und hatte die 2. Kompanie, bei der ich als Zugsführev biente, die Stellung gegenüberdem Frredhofe von Görz bezogen. Dieser Stellungsteil war besonders exponiert, ständigem Artilleriefeuer und überraschenden Angriffen ausgesetzt. Insbesondere war es die große Zahl von tschechischen Überläufern, durch deren Verrat der deutschen Mannschaft (Steirern) die schwersten Verluste zugefügt wurden. Zur Nachtzeit wurde deshalb vor unserer Stellung eine Feldwache, bestehend aus einem Doppelposten, vorgeschoben, um vor Überraschungen sicher zu sein. Im September 1916 führte ich gegen 10 Uhr abends diese Feldwache auf und traf die Leiden Posten um 11 Uhr schlafend an. Der Schlaf der beiden war derart stark, daß man ihnen die Gewehre wegnehmen konnte, ohne daß sie hiebei erwachten. Die Pasten wurden über meine Veranlassung sofort abgelöst und um 2 Uhr früh neuerlich aufgssührt. Um zirka halb 4 Uhr morgens wurden die Genannten bei einer Runde durch den diensthabenden Stellungsoffizier neuerlich schlafend angetroffen und hievon dem Komvaniekonrmandattten vom gezeichneten Offizier prlwtwt. . . Gegen halb 6 Uhr früh, kurz vor meiner Ablösung, erhielt durch eine Ordonnanz vom Kour- panie'kommanSanten den Befehl, die Leiden tschechischen Soldaten , vor der Stellung . anzu- Linden. Ich gab den Befehl an einen Gefreiten, der den Stellungsdienst von mir Zu übernehmen hatte, weiter. Der Gefreite führten Len Befehl durch, und da ich abgelöst war, legte ich mich im Unterstände schlafen. Um halb 10 Uhr vormittags hörte ich zwei Schüsse und sprang sofort in die Stellung, in der Ahnung, daß dieselben den Angebundenen gelten. Ich sah auch, daß der eine getroffen war, und zog nun mit Beihilfe des diensthabenden Stellungsoffiziers die beiden herein. OL nun einer tot und einer verletzt, wurde, ist mir nicht mehr genau in Erinerung, da ich mich in der Stellung um den mit einem Lungen- schplz verletzten Tschechen bemühte und fernen Abtransport auf den Hilssplatz veranlaßte. Ich glaube aber, daß der zweite unverletzt war. Bald darauf wurde ist scbst verwundet und kam vorn Ldst.-Bat. 43 weg. Die vollständige Richtigkeit dieser meiner Darstellung wurde vom damaligen Bataillons- kommandanten, Oberstleutnant Sarfllh dem gewesenen ZugSführer Seehofer sowie dem damaligen Korporal Neisingrr , und Marsch bestätigt. Oberstleutnant Sarsch gab bei seiner Eiuver- i nähme ferner au, daß der Kompaniekommandant, der diesen Befehl zum Anblicken vor der Stellung erteilt hat, mit mehreren Monaten Arrest dafür bestraft wurde und daß dem damaligen ZugSführer Langhart keinerlei Verschulden traf, wenn er den Befehl des Kompanierommandanten vollziehen lassen mutzte. Bezüglich der gegen mich ebenfalls erhobenen Anschuldigung, ich hätte mich gegenüber der Mannschaft schikanös und brutal Verhalten, führe ich an, daß ich während meiner Militärdienst- leistung stets bestrebt war, jede Härte und Schikane gegen die Mannschaft zu vermeiden, und mich stets bemüht habe, fürsorglich und kameradschaftlich zu sein. Das bestätigt am Vesten die Aussage meines, politischen Gegners, des früheren christlichsozialen j / LandtagsaLgeordneten Dr. SeehofeL, der bemerkte, daß es allen sehr leid getan hat. als ick schwerver- tvundet die Kompanie verließ. Ebenso die Aussage eines doppeltamputierten Invaliden, der erklärt, er könne jederzeit eidlich aussagen. daß ich mich Mann,chaft gegenüber kameradschaftlich und anständig benommen habe." » * » Trotz dieser Aufklärung, wonach Kain. Langhart den Befehl weder gegeben noch ausgeführt, hetzten die Gegner weiter. Obwohl klar zutage lag, daß der Kompanielrommandant, ein Oberleutnant, diesen Befehl gab. - den dann ein Gefreiter ausführte, behauptet zum Beispiel das „Grazer Bolksblatt" darauf heuchlerisch, Langhart den Befehl weder gegeben noch ausgesüyrk, > hetzten die Gegner weiter. Obwohl klar zutage z lag, daß der Kompaniekommandant, ein Oberleutnant, diesen Befehl gab, den dann ein Gefreiter ausführte, behauptet zum Beispiel das „Grazer Bolksblatt" darauf heuchlerisch, Langhart sei trotzdem schuld, denn er hätte sich wehren müssen, den Befehl auszuführen, und das Anbinden verhindern müssen. Das ist doch dis höhere Heuchelei! Langhart war Zugsfllhrer, wie hätte er gegen den Oberleutnant. etwas unternehmen können, was dieser als Meuterei wohl sofort mit der Erschießung des Meuterers bestraft hätte? Jeder, der diese schwarzgelben Bestien kannte, weiß, daß sie in ihrem Irrsinn vor nichts zurück- schreLten und gegen Untergebene, wenn diese auch nur im leisesten ihre oder ihrer Kameraden Menschenwürde zu verteidigen wagten, sofort mit dem Revolver da waren. Es gehört also schon eine Gewissenlosigkeit sondergleichen dazu, den Zugsführer für das Verbrechen des Oberleutnants verantwortlich zu machen, besonders wenn das von einer Seite geschieht, die mitverantwort- i lich für die Greuel des schwarzgelben Krieges ist,! besten Begleiterscheinungen eben solche Bestialitäten waren. Dem „Volksblatt" handelt es sich auch nicht um die beiden tschechischen Soldaten, um dis Greueltat selbst. Im „Volksblatt" schreit nur der christliche Zersplitterungsverband diese Lügen aus, um damit Gimpelfang für sich Zu betreiben. Er betreibt diesen Gimpelfang auch schon im „Sonntagsboten". Die steirischen Kriegsopfer wissen nun, was sie davon zu halten haben: sie werden ihrem unpolitischen Landesverbands die Treue bewahren und neue Mitglieder für ihn werben! ! »«s c > 7 r«««X u e« et« lläk KKMM8LM>8ir (kose) 4 7»S: 1, 4, IM Die Wahren Ursachen: Persönliche Streberrl. In den nenn Jahren des Bestandes unseres Landesverbandeshat Kam. Dr. Mayer alle seine Kenntnisse, Fähigkeiten und Kräfte in den Dienst der steirischen Kriegsopfer gestellt. Seine Tätigkeit bei der Organisation hat ihm nicht nur keinen Vorteil oder Nutzen gebracht, er war vielmehr als, treuer Vorkämpfer für die Kriegs- opserschaft als Beamter, bei der Invaliden- entschädigungskommission'vsehr schlecht angeschrieben und konnte daher dort keim Vorwärts- kommen erhoffen. Er sah sich schließlich gezwungen, aus dem Bundesdienste auszuscheiden und eine Privatstellung Zu suchen., , Solche Selbstlosigkeit wissen die meisten der Kriegsopfer zu schätzen. Alle, die Kam. Doktor Mager als sachkundigen Juristen bei der Ausstellung unserer Forderungen, bei der Auslegung von Gesetzen und Verordnungen kennen, die Dr. Mayer als nimmermüden, Dsrsammlungs- referenten hören konnten, die seine trefflichen Artikel , in unserem Blatte lasen, bringen - diesem Kameraden ihre Anhänglichkeit und Wertschätzung entgegen. Wir sagen dies, heute nicht deshalb, um dem Kam. Dr. Mayer ein Loblied zu singen. Er wäre der erste, der sich ein solches energisch verbieten würde. Wir sagen dies heute nur aus dem Grunde, um aufzuzeigen, däh der Verleumdungs- felüzug einiger Grazer gegen den Kam. Doktor Mayer alles eher als sachliche Gründe hat, daß nur persönliche, d. h. egoistische Motive für die Hetze maßgebend sind. Es ist ein Musterbeispiel dafür, daß es einigen persönlichen Feinden gelingt, durch Ausstrenen von gänzlich lügenhaften Gerüchten mit dem nötigen Aufwands von ^ Geschrei^ und- Reklame, nicht unterrichtete Kameraden , mitzureißen und sie zu persönlichen Bestrebungen zu. mißbrauchen. Nur so ist es zu erklären, daß die Hetze gegen Dr. Mayer überhaupt gelingen konnte. Wir geben nunmehr dem , Kam. Dr., Mayer selbst das Wort, der in einer Zuschrift folgendes schreibt: , ,, Vereheliche Schriftleitung! Der Gefertigte ersucht um Aufnahme nachstehender Feststellung im Vervandsorgan. - . . Mau hat es unternommen, mir in einer Reihe von Versammlungen der Grazer Invaliden und ! zuletzt in der Generalversammlung der Ortsgruppe - Graz am 11. März vorzuwerfen, daß ich l 1.-beim zuständigen Untersuchungsrichter des j Landes- als als Strafgerichtes in Angelegenheit ! der eingestellten strafgerichtlichen Untersuchung- !gegen Saischel vorgesprochen habe und . ! 2. daß ich beim Vertreter der bundesstaatlichen , Finanzverwaltnng. Herrn Finanzrat Dr. Rödlina, ^ zu dem Zweck interveniert hätte, um eine ungünstigere Behandlung, des Falles Saischel bei der Schiedskommission herbeizuführen. , Beide Behauptungen sind absolut Unwahr und frei erfunden. ! Ich habe' niemals in irgendeiner Weise beim! Untersuchungsrichter vorgesprochen. Ich habe auch ^ niemals bei irgendeinem Vertreter der bundes- > st^'^ichen - Finanzverwaltnug im Sinne einer ^ nirgünstigen Behandlung des Aktes Saischel inter< veniert. Ich wurde zwar am 29. Februar 1928 vmm Finanzrat Dr. Rödling mehrmals um eine Rück-! spräche gebeten und konnte, diese, Rücksprache nicht ^ ' ohne Grund ^ verweigern. Die Lezeichnete Unter-! redung hat sich jedoch lediglich ans die Vorfälle Lei, der ain Vortage stattgehabten, sehr stürmischen Jnvalidcnversammlung im Kepler-Kino hesthränkt. - ' Die Ursache der unwahren Ausstreuungen . und der leine-Mittel scheuenden Kampagne gegen meine Person ist in Wahrheit folgende: . Ich habe im Ausschuß des , Landesverbarrdcs (Sitzung am 13. April 1927l den Standpunkt vertreten. das; es im Interesse der Organisation gelegen ser. Laß Saischel seine Funktion als -Obmann der Ortsgruvve Graz und als Obmanustell- vertreter des Landesverbandes znrückleot.-Ich habe ^ auch Len Antrag eingsbracht. daß der Ausschuß am Saischel ein diesbezügliches Ersuchen richten möge. - Ach bin auch heute gleicher Meinung und ^ , begründe diese meine Auffassung wie folgt: ! , Bei der JEK., bei den Schiedslommissionsver-! Handlungen, bei den Bundesministerien und vielen! anderen Behörden haben täglich in Hunderten von j Fällen die Vertreter unc'erer Organisation zu-, gunsten der Kriegsopfer für unsere Mitglieder zn i intervenieren. Nickst selten hängt das Ergebnis des Einschreitens, der Erfolg der Verhandlungen mit den Behörden von der Persönlichkeit des intervenierenden Funktionärs ab. Gegen Saischel sind nun im Fahre 1926 ernste Vorwürfe erhoben worden. Wir. seine engeren ->»nd A"-NN>,,srnss;/r1'!?fi->'-, wollen helwn. dis Anwürfe entschiedenst als offenkundige Lüge zurückzuweisen. Wir wollten, in aller Öffentlichkeit sagen, es sei Verlennckung. wenn behauptet werde, daß Saischel. der.körperlich schwer Beschädigte, nie im Kriege verwundet worden wäre. Die Gerüchte über Saischel habem sich.leider'zum, sehr , großen Teile als richtig erwiesen. Daran ändert auch dre Einstellung des Strafverfahrens nichts. , Die Mitteilungen Saischeks, im Jahre 1917 in Italien verwundet worden-zu-'sein, erwiesen sich als unwahr. Auch die Angaben .Saischeks - vor fernen langjährigen Mitarbeitern in -der -Organisation und-vor der Behörde.-im -Jänner-1916,in - den Karpathen verwundet 'worden zu , sein,, erwiesen sich als nicht -richtig. Endlich- erscheinen die ' zuletzt ausgestellten Behauptungen Saischeks. im. Jänner 1915 in Galizien -verwundet - worden zu sein, und die Angabe Saischeks. überhaupt iemals verwundet worden zu sein, zweifelhaft. - Diese. Umstände sind -den ' meisten „maßgebenden Behörden bekannt. ' '' ' Ich Litte, mich - nicht mißzuverstehen. Ich und ! gewiß. alle .anderen VerbandSansschußmitglieder sehen in Saischek einen Menschen, dessen schwere, schon in der Vorkriegszeit ausgetretene Erkran- i kung (ssunguns -^'Knochenfraß berechtigtes'Mit- lleid und Bedauern verdient. Wir finden cs ferner j menschlich begreiflich,' wenn Saischek durch sehr i verständliche Autosuggestionen,zu falschen Angaben ! über seine Verwundung .und'seine Erlebnisse , im l Schützengrabenkriege. gedrängt wurde. Es kann sa j als feststehend angenommen werden, daß Saischek als i BerufssreiwMger . Ende Oktober 1914 eingerucht, s mehrere Wochen bet Lir. 26 und im 3. Marschvaon. j Militärdienst geleistet habe und dann suverarhi- > triert worden sei. . , , Was ich aber unter gar keinen Umständen für angängig halte, ist. daß Saischek es nicht verstehen l will, daß er. nachdem er durch sein Verhalten dis i Vertrauenswürdigkeit bei der überwiegenden Zahl seiner Mitarbeiter im Verbandsausschuß und bei - den Behörden eirigebüßt hat. von der Ausübung s seines Mandates als hervorragender Organisa- > tionsvertreter Abstand nehmen muß. Ich bedaure ! es. daß - Saischek eS wicht nur nicht einsieht. ' daß ! sein Vorgehen der Organisation schweren Schaden wusügt sondern daß er auch-nicht davor zurück- l schreckt, Menschen durch neuerliche' unwahre Be- !hauvtungen vor aller Öffentlichkeit in den Kot zu ^ zerren. von denen, er weiß, daß sie stets im Sinne ^ der Interessen der Kriegsohferschast' gehandelt ! haben. ' - . i - Diese meine obbargelegte persönliche ^Meinung.' die ich niemals ändern werde, ist die wahre Ursache der gehässigen Angriffe gegen meine Person. .. ! , Tr. W. Mahr«. > - —Li! z k 8 c I 7 L n X L » u l n fün ll0XU^^7/i7I0»i (6^) 4 U6: 1. 4 . 1928 L» K.E .K Kk M FF ^ x ^ In bieseH Nummer mutz — das erstemal eit neun Ähren — ein großer Teil, des Alattes der Darstellung von Streitfragen zwischen einzelnen Funktionären der Organisation gewidmet werden. Der Landesverband Steiermark war seit seinem Bestände nicht nur stolz auf seine Leistungen im Dienste der Kriegsoyferfürsorge Pudern auch darauf, daß die Arbeit unstzrer Organisation — abgesehen von einigen Kleinigkeiten — in einträchtiger Zusammenarbeit vor sich ging und auch wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten so geführt wurden, daß unangenehme Vorfälle oder Schädigungen der Organisation vermieden wurden. Die ausführlichen Darstellungen in dieser Nummer dienen jedoch nicht dem Vorteile oder dem Nachteile einiger einzelner Personen, sondern sind eine Schicksalsfrage der Organi- w a hren Sa ch v erhal t'e vertraut zu machen, damit ste ein selbständiges Urteil gewinne. Versammlungen mit viel Geschrei und tätlicher Bedrohung sind kein geeigneter Platz, um so heikle Streitfragen auS- Dtvagen, und bieten nur ein ergötzliches Schauspiel für die Gegner der Orqani- satron. Die Schriftleitung erfüllt daher eine Pflicht, wenn sie hiemit zur Klarstellung des Sachverhaltes nach bestem Können beiträgt. Die Schriftleitung. Der Name Saischek, noch vor Jahresfrist von! den Feinden unserer Organisation durch den journalistischen Schmutz gezerrt, ist heute ihr Feldruf geworden? Er ist ihr erklärter Liebling, dem man in den Blättern ganze Spalten und Seiten widmet, in denen er früher mit derselben Inbrunst besudelt worden war. Im Falle Saischek sehen die Gegner der Kriegsopfer die Waffe, mit der sie unsere große, starke Organisation — die tausende Kriegsopfer in Stadt und Land ohne jeden Unterschied vereinigt — hinterrücks erdolchen zu können glauben. Sie unternehmen einen Teneralsturm, indem sie Saischek und seinen Anhang als Sturmböcke gegen die eigenen Kameraden mißbrauchen. S i e unterstützen die Angriffe der Sa i- schek-Anhänger gegen Kam. Rückl, weilsiewissen, daßdieseralleindie große, weitverbreitete Organisation, den st eirischenLandesverba n d zuführenvermgg. Weil sie wissen, daß unsere Organisation groß und stark bleiben wird, solange sie vom Obmann Rückl gesührr wird. Von diesem Gesichtspunkte sind alle Angriffe und Verleumdungen gegen Kam. Rückl aufzusassen und zu erklären- Die Kriegsopfergegner misten, wenn ste die Organisation köpfen, also, wenn sie Rückl von der Obmannstelle beseitigen, dann können sie die mächtige Organisation leicht zertrümmern, können dann die vielen Splitter- und Zweigver- hände auffüllen und neue Verbändchen gründen um so die Kriegsopfer gegeneinander zu h"^n und sie ungefährlich zu machen. Seit Jahren schon tobt dieser Kampf. Jetzt scheint unseren Gegnern und Feinden der Augenblick günstig, zum Generalsturm blasen zu können. Sie werden sich täuschen? Der Fall Saischek wird innerhalb des Landes-- Verbandes erledigt werden? Der Fall Sai-j schek ist keine Schicksalsfrage für den Landesverband, eristnur eine ßpisode. ErwirddieOrganisation ^Issolchenichterfchüttern.'DieKraft herOrganisationreichthin, umtrotz pieser^pisodealleVerpflichtungen Kind Aufgaben den Kriegsopfern Agegenüher zu erfüllen. Die ganze Angelegenheit ist nkchts als ein Geschwür, das dem gefunden Kü'rper unseres Landesverbandes nichts anhaben kann. Es wird entweder von selbst verheilen—wenn Saischek und Genossen Vernunft annehmen und sich n.cht mehr als Werkzeuge der Kriegsopferfeinde mihbrancken lassen — oder aber, es muß eins ganz kleine Operation das Geschwürchen beseitigen! Mit Terror und Geschrei, mit Drohungen uno Verleumdungen ist die Organisation nicht einzusch'"6stern. Dinge, die von ehemaligen Freunden Saischeks gegen ihn im Schoße der Ortsgruppe. Graz . heraufbeschworen und in Szene gesetzt wurden, sie,werden nie das Gebäude der Organisation beschädigen. Die ganze Provinz ist nur infoferne dman interessiert, als sie vom Landesverbands verlangt, daß in Graz endlich Ot'bw.'.ng gemacht werde- Der Landesverband hat sich redlich bemüht, auf gütlichem Wege einen Bruderkrieg zu verhindern. Die Ortsgruppe Graz, d. h. die jetzt dort Herrschenden — haben jedoch die Lage verschärft. Viele Grazer Mitglieder sind mit der Hetze und dem neuen Ausschuß der Ortsgruppe Graz nicht einverstanden. Sie wollen austreten, eine neue Ortsgruppe des Landesverbandes gründen und sich mit der Provinz in eine Front stellen, die mit Ausnahme Rischners geschlossen hinter dem Landesverband steht. Diese Mehrheit hat auch durch die behördlich als berechtigt anerkannte Verfügung des Obmannes aus Verschiebung des für den 18. März einberusenen Delegiertentages gebilligt. Diese Mehrheit will einen Dele» giertentagderArbeitundnicht des Geschreies und der Gewalt! Die Klärung ist auf dem Wege. Die Funktionäre und die Vertrauensmänner, die hinter dem Landesverbands stehen, werden ihre Pflicht erfüllen in Stadt und Land. Und-unsere Gegner mögen zur Kenntnis nehmen: Der General sturm auf unsere Organisation wird abgeschlagen! Wahrheit md Klarheit öder den Fall Saischek Darstellung des Beginnes, des Verlaufes und des Endes. In unserer Nummer vom 1. Juni 1927 ver-l öffentlichte unser Landesverband folgende Notiz: i Der Fall Saischek. I „Vor einiger Zeit wurden von Mitgliedern der Ortsgruppe Graz und von christlichsozialer Seite gegen Hans Saischek schwere Anwürfe erhoben. Kam. Saischek hat nun bei der Staatsanwaltschaft in Graz die Selbstanzeige gegen sich selbst erstattet, damit das Gericht die Anwürfe untersuche und darüber entscheide. Gleichzeitig hat er ersucht, ihn von seinen Funktionen im Landesverbands zu beurlauben. Eine Stellungnahme der Organisation kann erst nach Beendigung des Gerichtsverfahrens erfolgen." Auf Grund dieser Notiz haben wir bisher nie zur Sache Stellung genommen. Wir wollten die Beendigung des gerichtlichen Verfahrens abwar- ten. Nunmehr hat der Staatsanwalt das Verfahren gegen Saischek eingestellt, was sowohl für die Person Saischeks als auch für die Organisation aus verschiedenen Gründen erfreulich ist. Nicht erfreulich jedoch ist die Stellungnahme, in die nunmehr Saischek von seinen Anhängern hineingedrängt zu werden scheint. Der Fall wird jetzt — aus durchsichtigen Gründen — so dargestellt, als ob der Landesverband, als ob Kam. Rückl die Gerüchte über Saischek ausgesprengt hätte. Aus diesem Grunde gab Obmann Rückl in der Landesverbandssitzung am 7. März eine aus den Protokollen erhärtete Darstellung des ganzen Falles, der nunmehr allen Mitgliedern zur Kenntnis gebracht wird. Kam. Rückl führte aus: Feststellung jener Umstände, die zur Durchführung einer Untersuchung gegen Saischek geführt haben; die Ursachen der Verzögerung dieser Untersuchung; Ergebnis der Untersuchung: die Rückwirkungen des Auffindens des Supaktes durch die Bundes- sinanzverwaltung auf das Untersuchungsergebnis: das Ansuchen Saischeks und die Beurlaubung von den Organisationsfunktionen während der Dauer der strafgerichtlichen Untersuchung auf Grund der Selbstanzeige. 1. Die Ortsgruppe Graz — derHerd der Gerüchte. Anfangs Juli 1926 tauchte in Kreisen der Mitglieder der Ortsgruppe Graz das Gerücht aus, daß der Obmann der Ortsgruppe Graz, Kam. Saischek, nie im Felde gewesen sei und seine schwere Gesundheitsbeeinträchtigung (Amputation des linken Fußes), schon vor dem Kriege bestanden haben soll. Um Klarheit, zu schaffen und eventuell gerichtliche Schritte gegen die Verbreiter dieses Gerüchtes zu ermöglichen, leiten Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe Graz Erhebungen ein, um zu erfahren, von wo diese Gerüchte ihren Ausgang nehmen. 2. Der Ortsgruppenausschuß als Untersuchungsausschuß. In einer Vorstandssitzung der Ortsgruppe Graz werden Saischek die obangeführten Behauptungen bekanntgegeben und weiters mit- geteilt, daß diese Gerüchte in Kreisen der Invaliden immer mehr an Boden gewinnen. Um das Einschreiten gegen die Verleumder zu erleichtern, sei der Ausschuß der Meinung, es wäre am besten, den Sachverhalt der Invalidität an Hand von Dokumenten, die vorzulegen Saischek ersucht wird, festzustellen. Dadurch würde die Organisation sowohl als auch Saischek selbst in die Lage versetzt sein, den verleumderischen Aus- z n s c i i L n x z««c k fün streuungen mit gebotener Entschiedenheit entgegenzutreten. Saischek erklärt sein Einverständnis. Der Vorstand der Ortsgruppe Graz konstituiert sich als Untersuchnugsausschuß. 3. Die Quellen der Ge rächte. Als Quelle der Gerüchte wird unter anderem die Frau eines Ausschußmitgliedes nameiw Schwarz festgestellt. (Anm. d. Red.: Schwarz war einer der intimsten Freunde des Saischek, dem er auch eine Anstellung verschaffte.) Deren Ein, vernähme (Protokoll vom 20. Juli 1926), ergibt: Frau Schwarz gibt an, daß sie mit Saischek ausgewachsen sei, im gleichen Hause wohnte, sich genau erinnern könne, daß Saischek schon in der Kindheit an Knochentuberkulose gelitten habe und zeitweise mit Krücken ging. Sie habe ihn Kürzlich erst auf der Tramway wiedergesehen und sogleich erkannt. Saischek wird (Vorstandssitzung der Ortsgruppe Graz vom 20. Juli 1926), das mit Frau Schwarz aufgenommene Protokoll zur Kenntnis gebracht. Er verweist darauf, daß diese Frau nach seiner Kenntnis geisteskrank sei und der Aussage daher kein Wert beigelegt werden kann. 4. Die erste Verantwortung S a i s ch e k s. über Befragen gibt Saischek an: Bin am 19. Oktober 1914 eingerückt, machte dann noch als Chauffeur mit dem Auto Dienst, wurde ab-- gerichtet und ging Ende November 1914 mit dem 3. Marschbaon des Schützenregimentes 26 ins Feld, wurde am 10. Jänner 1918 an beiden Füßen durch Schrapnell in Galizien verletzt, kam in verschiedene Spitäler, sodann nach Graz ins Orthopädische Spital. Superarbitriert wurde ich nie. Bin wohl einer Supkommission vorgesteilt worden, man schickte mich aber gleich wieder ins Spital. 3. Saischek verweigert Auskünfte. Der Ausschuß stellt nun an Saischek folgende Fragen: a) An welchen Kriegsschauplätzen haben Sie gedient? d) In welchen Spitälern waren Sie? o) Waren Sie in der Jugend mit den Füßen1 schon leidend? ä) Was hat Sie veranlaßt, wiederholt in Kameradenkreisen zu erzählen, daß Sie Ihren Fuß in Primolano (Italien), verloren haben? Saischek verweigert bezüglich der Fragen! unter a, b und ä die Auskunft und beantwortet die Frage v wie folgt: Habe mich vor dem Krieg einmal mit einer Sichel am Ballen verletzt und war hieraus zwei Monate krank — sonst nie leidend. Saischek wird vom Vorstand der Ortsgruppe Graz als Untersuchungsausschuß ermahnt, keine Schwierigkeiten zu machen. Man wünsche ja nur in seinem Interesse eine Klarstellung. Die Richtigkeit des Protokolls wird nach Verlesung von Saischek bestätigt. 6. Beschlüsse des Vorstandes der OrtsgruppeGraz. Der Vorstand der Ortsgruppe Graz saßt in der obbezeichneten Sitzung folgende Beschlüsse: a) Da sich Saischek zur Beweisführung nicht bereit erklärt und sich in verschiedene Widersprüche verwickelt, werden drei Vorstandsmitglieder beauftragt, in Marburg und in Cilli jene Erhebungen zu pflegen, die geeignet sind, die Beschuldigungen aufzuklären; b) Obmann Saischek ist schriftlich zu verständigen, sich sogleich aus Urlaub zu begeben. Sollte er dies verweigern, wäre ihm die Suspendierung mitzuteilen. 7. Bericht über die Erhebungen. Die Vorstandssitzung der Ortsgruppe Graz vom 23. Juli 1926 nimmt folgenden Bericht der nach Jugoslawien entsandten Kameraden zur Kenntnis: Es wurden sieben Protokolle ausgenommen, die teilweise von den Protokollanten gefertigt sind und durchwegs besagen, daß Saischek vor dem Kriege kränklich war, am rechten Fuß hinkte, des öfteren mit Eiterungen zu tun hatte und mit Stock ging. Die Protokolle waren ausgenommen worden mit Herrn Dr. Franz, Frau Gisela Iulaneck, Mellingerstraße 67, Buchhandlungsangestellten Adolf Laurentschitsch, Autobesitzer Max Kertschek, Max Gerlitsch in Marburg und Frau Dora und Herrn Bilko Krischanetz in Cilli. Frau Dora Krischanetz ist die Schwester jener Frau Schwarz in Graz, deren Angaben unter Punkt 3 verzeichnet sind. Der Vorsitzende teilt sodann mit, daß er beschlußgemäß den Kam. Obmann Saischek von der Beurlaubung verständigt hat und ihm auch mitgeleilt habe, daß die Agenden vom Vorstand der Ortsgruppe als Exekutive einstweilen fortgeführt werden. 8. Die Vertreter der Ortsgruppe Graz sprechen beim Landesverba n d s o b m ann Rückl vor. Am 23. Juli 1926 ist der Obmann des Landesverbandes, Kam. Rückl, vom Urlaub zurück- gekehrt und es wurde ihm von den Vertretern der Ortsgruppe Graz ausführlicher Bericht über dis Vorfallenheiten betreffend Kam. Saischek zur Kenntnis gebracht. Außer der Angelegenheit der Invalidität wurde b'ekanntgegeben, daß in Kreisen der Invaliden Vorwürfe gemacht werden. weil Kam. Saischek die ihm seinerzeit zu- gcsprochene Trafik verkauft habe. Diese Kritik wurde auch von Leuten, die nicht Kriegsbeschädigte waren, geübt. Endlich wurde dem Verbandsobmann zur Kenntnis gebracht, daß dem Obmanne Saischek vorgeworfen wird, er habe sich bei den Verhandlungen wegen Aufstellung von Benzinzapsstellen als bestechlich erwiesen. Die Opposition in der Invalidenortsgruppe Graz beschwerte sich auch, daß Saischek einzelne Invalide begünstigt, weil er sich scheinbar fürchte und andererseits mit „Garden" terroristisch arbeite. 9. S a i s ch e k b e i R ü ck l. Gelegentlich einer Besprechung von Orts- gruppsnvertretern mit Verbandsobmann Rückl am 24. Juli 1926, 1 Uhr mittags, teilt Obmann Rück! mit, daß Kam. Saischek bei ihm war und einwandfreie Belege bezüglich feiner Militärdienstleistung vorgslsgt habe. Es sei ihm unter anderem vorgelegt worden das Legitimationsblatt, eine Bestätigung der Militärdienstleistung bis Jänner 1918 beim Schützenregiment 26, Bestätigung über die kleine silberne TapferKeits- medaille, Berwundungsmedaikle usw. Saischek habe weiter erklärt, daß Fr bezüglich der Vorwürfe die gerichtliche Austragung anstrengen werde. Die Vertreter der Ortsgruppe nahmen diese Mitteilungen zur Kenntnis. 1V. Saischek ersucht Rückl um Bil- dungeines anderenUntersuchungs- a u s s ch u s s e s. In einer neuerlichen Besprechung am 26. Juli des Jahres 1926 teilt Obmann Rückl den Ortsgruppenvertretern mit, daß Saischek ihm einen Brief geschrieben habe, in dem er ersucht, einen kleinen Untersuchungsausschuß unter Vorsitz Rückls zusammenzustellen. Den Untersuchungsausschuß der Ortsgruppe Graz lehne er als voreingenommen entschiedenst ab. In dem Schreiben versichert er weiter, daß er im Felde verwundet wurde, und ersucht um größte Beschleunigung der Untersuchung. In der Vorstandssitzung der Ortsgruppe Graz am 27. Juli 1926 berichtet der Vorsitzende Langhart über das Ergebnis der Besprechungen mit Obmann Rückl und beantragt: a) Der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beim Landesverband wird zugsstimmt; b) Eine Abschrift des Protokolls mit Frau Schwarz ist dem Obmanne Saischek auszu- solgen, damit ihm die Erhebung der Klage ermöglicht wird. 11. Der gewünschte Untersuchungsschuß beginnt seine Arbeit. Am 2. August 1926 konstituiert sich der Untsr- suchungsousschuk, welcher aus den Kam. Kos und Fsrk als Vertreter der Ortsgruppe Graz und den Kam. Held und Dr. Mayer als Vertreter des Landesverbandsausschusfes besieht. Dieser Ausschuß wählt den Kam- Rückl als Vorsitzenden. Die Arbeiten des Untersuchungsausschusses wurden streng vertraulich durchgesührt und am 31. August 1926 vorläufig beendet. Die lange Dauer der Untersuchung erklärt sich aus dem Umstande, daß es unerläßlich wurde, Erhebungen wegen der Richtigkeit eines Dokumentes, das die Militärdienstzeit des Obmannes Saischek für die Zeit vom 19. Oktober 1914 bis 1. Jänner 1918 angab, zu pflegen. Der zum Zwecke der Durchführung dieser Erhebungen nach Marburg entsendete Vertreter des Untersuchungsausschusses kehrte mit dem Berichte zurück, daß ihm vom Militärkreiskommando Marburg das von Saischek dem Un tersuchungsaus schüsse vorgewiesene Dokument als gefälscht abgenommen wurde und an dessen Stelle eine zweite Bestätigung eingehändigt worden war, welche eine Militärdienstleistung vom 19. Oktober 1914 bis 31. Dezember 1914 zum Inhalts hatte. Weitere Bestätigungen über Militärdienstdauer konnten nicht erlangt werden. 12. Eine Gruppe fordert die Einstel- lungder von Saischek gewünschten Untersuchung. Zu vermerken ist ferner, daß sich während der Tätigkeit des Untersuchungsausschusses eine I Opposition der sogenannten Frontinvaliden unter i Führung der Kamraden Iawornik. Stephan Hol- « zer usw. gebildet hat. In Verhandlungen mit der Ortsgruppe Graz hat diese Oppositionsgruppe wiederholt und in heftigster Form die Einstellung der Untersuchung gegen Saischek begehrt. 13. DasErgebnisderUntersuchung. I Die am 26. November 1926 endgültig abge» z schlossene Untersuchung bezüglich der Invalidität ! des Kam. Saischek kam zu folgendem Ergebnis: 8 Aus den dem Untersuchungsausschüße vorgelegten Bestätigungen des Stadtmagistrates Marburg sowie einer Bestätigung des Militärkreiskommandos in Marburg, ferner aus den Protokollaussagen des Josef Klobassa, im Jahre 1914 aktiver dienstführender Feldwebel beim Lir. 26 ^ in Marburg, jetzt Kantineur in der Kaserne „Kralja Alexandra" in Melje, und des Jakob ! Widowitsch, Feldwebels in Pension, derzeit Privatangestellter bei der Firma Balkan in Marburg, und des Ludwig Miglar in Wiener-Neustadt geht zweifelsfrei hervor, daß Johann Saischek, geboren am 10. September 1894 in Marburg, am 17. Oktober 1914 in Marburg assentiert wurde, am 20. Oktober 1914 zum Lir. 26 einge- rückt und am 3. Dezember 1914 (nach Aussage des obgenannten Klobassa, des Eggersdorfer und ! Miglar) mit der ersten Marschkompanie des ! Z.Marschbaons, an den russischen Kriegsschauplatz l abgegangen ist und dortselbst im Dezember 1914 ! beim Feldregimsnt (Lir. 26) eingeteilt wurde. Diesem, durch einwandfreie behördliche Belege ! und Aussagen von Zeugen, deren Identität gerichtlich beglaubigt wurde, erhärteten Sachverhalt gegenüber erscheinen jene Gerüchte und Behauptungen, welche von der Unmöglichkeit einer Kriegsdienstleistung wegen Vorhandenseins von Borkriegsverlstzungen sprechen, als unwahr und völlig aus der Lust gegriffen. Weiters hat Kam. Saischek militärische Spitalsdokumente vorgelegt, welche die Behandlung der Fußverletzung in der Zeit vom 1. März 1916 bis zum Umstürze sowie dis Amputation des linken Fußes wegen Fungus in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise bestätigen. Schließlich lagen dem Untersuchungsausschuß noch eine ordnungsgemäß ausgesertigte Legitimation, welche die Zugehörigkeit zum Lir. 36 dartut, und zwei Verleihungsbestätigungen über dis kleine silberne Tapserkeitsmedaille und die Verwundetenmedaille vor. 14. DerBericht des Untersuchungsausschusses wird zur Kenntnis ge- n o m m e n. Der Bericht des Untersuchungsausschusses wurde von den Gefamtausschußsitzungen der Ortsgruppe Graz und des Landesverbandes einstimmig zur Kenntnis genommen. Kam. Saischek übernahm hieraus wieder seine Funktion als Obmann der Ortsgruppe Graz und Obmannstellvertreter des Landesverbandes. z n g L i i l n x z«5 n ssün ^ i k li v o X tz « ^ I /i I l 0 »i Bezüglich der unter Punkt 7 weiters angeführten Beschuldigungen (Benzinzapfstellen) wurde über Beschluß des Verbandsausschusses im Einvernehmen mit dem Ausschüsse der Ortsgruppe Graz und dem Kam. Saischek eine gesonderte Untersuchung geführt, die zu dem Ergebnis kam, daß dem Kam. Saischek auch in dieser Beziehung keinerlei Inkorrektheiten zur Last gelegt werden können. Wegen Erkrankung des Kam. Nückl zur Zeit der Abhaltung der Generalversammlung der Ortsgruppe Graz im Februar 1927 teilte Karr^ Rückl der Generalversammlung schriftl^ mit, (wurde verlesen,) daß die gegen Kam. Saischek abgesührte-, Untersuchungen zu dem Ergebnisse gelangt sind, daß die Ausstreuungen, Saischek sei nie eingerückt und nicht im Felde verwundet morden, sich als vollkommen unwahr herausge- _ 15. NachforschungenderBundes- I sinanzverwaltung. In der Vorstandssitzung he? Landesverbandes I am 13. April 1927 wird den Kam. Saischek Zur! Kenntnis gebracht, daß über Nachforschung der Bundesfinanzverwaltung der Superarbitrierungsakt aufgefunden wurde, und daß aus diesem hervorgeht, daß Saischek im Jänner 1915 in Marburg superarbitriert wurde und weiters, daß kaut Vermerk das Leiden „Fungus« nicht durch die Militärdienstleistung entstanden ist. I 18. SaischekgibtdieLügezu. Kam. Rückl verweist darauf, daß alle Angaben, dis Saischek im Untersuchungsausschüsse gemacht hat. und dis Dokumente, die Saischek dem Untersuchungsausschüsse vorgewiesen habe, Zum Inhalte haben, daß Saischek im Jänner 1916 in den Karpathen durch Schrapnellschuh verwundetwurde. Kam. Rückl fragt, ob Saischek den Untersuchungsausschuß angelogen Habs. Saischek antwortet mit „Ja". Auf die Frage, weshalb er dies getan habe, antwortet Saischek: „Ich wollte damit den Kam. Dr. Mayer treffen." Was Saischek damit meinte, war nicht bekannt. Der Vorstand beschließt hieraus, genaue Erhebungen bei der IEK. einzuleiten und hei der am nächsten Tage statthabenden Vorstandssitzung weitere Beschlüsse zu fassen. sj 17. NeuerlicheErhebungen. In der Vorstandssitzung am 14. April 1927 berichtet Kam. Langhart, daß die Mitteilungen in der Borstandssitzung am Vortage bezüglich des aufgefundenen Supaktes aus Wahrheit beruhen. Weiters sei ihm mitgeteilt worden: Im Fragebogen vom Jahre 1919 habe Saischek eidesstätttg bestätigt, am Monte Pertiea (November 1917) in Italien verwundet worden Zu sein. Obmann Rückl, der — wie er gesteht — durch das Bekenntnis von der gegenüber dem Untersuchungsausschuß ausgesprochenen Unwahrheit tief erschütert war, wünscht nun volle Klarheit und bittet und beschwört geradezu im Namen des Landesverbandes um die reine Wahrheit. ? 18. Die zweite Verantwortung 2 Saischeks. ^ Kam. Saischek erklärt daraufhin, nun volle Klarheit geben zu wollen. Er sei am 3. Dezember 1914 ins Feld abgegangen, am 10. Jänner 1915 am Sprunggelsnk und an der Wade, gegen das Knie zu, verwundet worden, woraus er mit dem Train über zwei Tage lang bis nach Kaschau befördert worden sei, wo er am 12. oder 13. eingelangt und zirka 14 Tage gelegen sei. Gegen Ende Jänner 1915 kam er weg. Zwei Tage lang sei der Zug herumgeschoben worden, dann ging es über Budapest und Steinamanger nach Graz, woselbst er verbunden und von Dr. Kunzelmann am nächsten Morgen nach Marburg geschickt worden sei. Dort traf er dann erst im Februar 1915 ein und verblieb bis zum April 1916. Er könne also im Jänner 1918 noch nicht superarbitriert worden sein, da er zur Zeit noch nicht in Marburg sondern in Kaschau sich befunden hat. Er Habs diese Unmöglichkeit auch in der heutigen Vorsprache bei Hofrat Wastian und beim Finanzvsrtreter vorgebracht und gleichzeitig um Einvernahme des Primarius Dr. Fischer, des Dr. Burkert sowie seines Kompagniekommandanten, der allerdings schon vor Neujahr 1915 von seinem Truppenkörper weg- gekommen sei, ersucht. Als Zeugen für die Tatsache seiner Kriegsschädigung kämen sohin nur mehr sein Zugsführer und der Trainsoldat in Betracht. Er habe nie erfahren, irgendwie und irgendwann superarbitriert worden zu sein. Er könne es sich nicht erklären und es auch nicht aufklären, warum im Supakte zu lesen sei, daß das Leiden nicht durch die Kriegsdienstleistung heryorgerufen worden sei. Er warte in Ruhe das Ergebnis der Untersuchung ab und bitte deshalb den Verband» ihn nicht abzusetzen, sondern bis zum Zeitpunkte der Aufklärung beurlaubt zu werden. Er hoffe, die Beweise für seine tatsächliche Verwundung im Kriegsdienste erbringen zu können. Der Vorstand kommt diesem Ansuchen um Beurlaubung, bezw, zeitliche Enthebung nach. 19. Die Selbstanzeige. Kam. Rückl empfiehlt dem Kam. Saischek, die SeWstynzeige bet der Staatsanwaltschaft Zwecks Herbeiführung einer ehesten Klarstellung emzubringen. überdies wird in der Ausschuß- sitzung des Landesverbandes am 11. Mai 1927 über Antrag des Kam. Gubie. eines Freundes Saischeks, folgender Beschluß gefaßt: Der Landesverband möge bei der IEK. einschreite n, daß der Akt des Kam. Saischek so rix sch als möglich vor die Staatsanwaltschaft kommt, damit dieser Fall ehestens geklärt wird. 20. Rückl unterstreicht die für Saischek günstigen Tatsachen. Nachdem außer der Selbstanzeige auch eine Anzeige der Bundesfinanzverwaltung an den Staatsanwalt erging, ersuchte Obmann Rückl den Finanzvertreter Dr. Rödling, auch die für Saischek günstigen Tatsachen gelten zu lassen und in den zweifelhaften Fragen die für Saischek günstigen Möglichkeiten anzunehmen. Ein gleiches Ersuchen brachte Rück! auch bei Hofrat Wasti-an mündlich vor. 20. Der Landesverband hat das Ergebnis abgewartet. Bis Ende Februar haben der Landesverband, der Obmann und die anderen Funktionäre das Ergebnis der Untersuchung ruhig abgswartet. Saischek hat die Einstellung des Verfahrens gegen ihn dem Landesverbände ni cht mitgeteilt, er ist vielmehr in der ersten Versammlung im Kepler-Kino sofort gegen den Landesverband, besonders gegen die Kameraden Rückl, Langhart und Dr. Mayer ausgetreten. Zum Nachdenken für alle, die guten Willens find. Wie hätte Saischek ausgesehen. wenn die Funktionäre des Landesverbandes, dis jetzt in der schäbigsten Weise angegriffen werden, seinereit dieselben Methoden angewendet hätten'' wie jetzt Saischek, wenn sie in alle Versammlungen der Bezirke in Graz und der Ortsgruppen in der Provinz gegangen wären und den Fall Saischek mit seinen unwahren Angaben, seinen Unklarheiten, den Vorwürfen wegen des Verkaufes seiner Trafik usw. breitgetreten hätten. Es wäre spielend leicht gewesen, nur durch die Darstellung der Tatsachen allein Saischek für immer in dev Organisation unmöglich Zu machen. Die Methode, mit Schreien und Brüllen die richtige Stimmung zu erzeugen. Anfragen und Entschließungen zu provozieren, kostet nur Mühe und vielleicht auch Geld; sie ist aber jeden» falls falsch und nur geeignet, den Gegnern der Organisation zu nützen. Deshalb wurde diese Methode nicht angewendet und kommt für uneigennützige Funktionäre überhaupt nicht in Betracht. Um so verwerflicher ist es, daß als Antwort auf dieses Verhalten von der Gegenseite Mittel versucht werden, die mit einer korrekten Haltung und mit der Wahrung der Interessen der Kriegsopfer unvereinbar sind. 6 . „Die Provinzvertreter erheben den Vorwurf, daß sie in der Sache Saischek nicht ausführlich informiert worden seien." Kam. Rückl hat am vorjährigen Delegiertentag (März 1927) das damals bekannte Ergebnis des Untersuchungsausschusses bekanntgegeben. Als dann das Gericht eingrisf, war eine Erörterung nicht am Platze. 7. „Man habe Saischek den Schutz nicht angedeihen lassen, den er nach den Statuten zu bekommen hat und ihn auch materiell samt seiner Familie in Stiche gelassen." Dem steht gegenüber, daß der Landesverband jeden Schutz gab, den er erbat, und weiters Saischek alle Beträge, die er — als es ihm gut ging — widmete (Verzicht aus Remuneration usw.) zur Untersuchungszeit zurückgab und daß die Ortsgruppe unter ähnlichen Titeln ihn mehr als reichlich unterstützte! Es sind dies zusammen über 2000 Schilling (20 Millionen). 8 . „Rückl habe Saischek den Rat gegeben, entweder zu entfliehen oder verrückt zu werden oder Selbstmord zu begehen." Das ist das Schulbeispiel einer gewissenlosen Verdrehung. Eines Tages kam Saischek sehr niedergedrückt zu Rückl und fragte ihn um Rat, was er tun solle. Kam. Rückl erklärte ihm, wenn er sich unschuldig fühle, so möge er die Selbstanzeige erstatten und das Ergebnis der Untersuchung ruhig abwarten. Wenn er aber sckMdig sri, gäbe es folgende Möglichkeiten: entweder er erwartet die Strafe und büßt sie ab; oder aber er erkläre, die Angaben in abnormalem Geisteszustand gemacht zu haben, was bei der sprunghaften Verschiedenheit seiner Angaben immerhin möglich wäre; oder aber er entziehe sich der Strafe durch Flucht aus dem Lande oder aus dem Leben. Die Wahl sei Sache des Charakters. Es gehört schon eine gehörige Portion Gemeinheit dazu, diese Worte so darzustellen, wie es im Vorwurf geschehen ist. 9. „Rückl hat sich binnen einiger Tage eine Abfertigung von 72 Millionen „herausgeschwindelt"." Wenn das richtig wäre, dann hätte die Schiedskommission mit ihrem einstimmigen Beschluß und der christlichsozialr Sozialmlnister Dr. Resch bei diesem Schwindel mitgeschwindelt. Denn Dr. Resch hatte selbst den Akt in der Hand und ordnete die Auszahlung an, die übrigens viele Monate auf sich warten ließ. Dieser „Schlager" ist übrigens schon so alt und abgebraucht, daß er nicht mehr verfängt. 10 . „Rückl habe Saischek — wenn er gehe --- eine Anstellung bei der Gemeinde Wien zugesichert." Davon weiß nicht einmal Saischek selbst etwas, was aber für seine „Freunde" kein Grund ist, so etwas zu erfinden!" 11 . „Rückl hätte den Fall Saischek bei der Versammlung in der Keplerstraße im Kinosaale am 27. Februar 1928 zur Sprache gebracht und unnötigerweise den Vorwurf wegen des Verkaufes der Trafik durch Saischek und den Vorwurf der Bestechlichkeit anläßlich der Verhandlungen der Benzinzapsstelle wiederholt." Alle Teilnehmer an der Versammlung wissen ^6 Saischek vor Rückl gesprochen hat und Saischek seme Angelegenheit selbst zur Sprache brachte, ungerechte Beschuldigungen und unwahre Behauptungen gegen Rückl in versteckter Form daran fügte und erst nachher Rückl einiges von den Unwahrheiten richtigstellte. 12 . „Als ein Zeichen, wie man Saischek behandelt, wurde behauptet, man habe dem Saaldiener des Keplerkinos den Auftrag gegeben, Saischek den Eintritt zu verwehren; diesen Auftrag habe Dr. Mayer erteilt." Auch ein Märchen, das Leute mit einer krankhaften Erfindungssucht sich ausgedacht haben, nur um die Borwürfe um eine Nummer zu vermehre n! Diese krankhaften Menschen gehören aber eigentlich in ein Spital, um anständige Leute vor ihren Flegeleien zu schützen und sie selbst zu heilen. Kam. Dr. Mayer, dem dieser Auftrag zugeschrieben wird, hat sofort erklärt, daß dies unwahr sei, und auch der Saaldiener wollte eine gleiche Erklärung abgeben — man hat es jedoch verhindert. 13. „Rückl hätte den Delegiertentag im Jahre 1927 über den Fall Saischek bewußt falsch informiert und die Pressevertreter weggeschickt, ihnen aber gleichzeitig gesagt, daß sie das Ergebnis der Debatte sofort bekommen werden, sie sollen darauf warten."! Kam. Rückl hat das Untersuchungsergebnis bekanntgegeben. Da er im Interesse Saischeks dis Verhandlungen ohne Pressevertreter absüh- ren lassen wollte, schickte er diese weg mit dem Bemerken, daß sie das Ergebnis über den gerade zu behandelnden Punkt, also das Ergebnis der Neuwahl sogleich darnach erfahren würden. ^ Das wird nun so dargestellt, als ob Rückl den; Inhalt der Debatte den Pressevertretern hätte i ausliefern wollen. Wozu hätte er sie dann erst wegschicken müssen? Aber so weit denkt ja der Verleumder nicht! 14. * „Man habe Saischek zur Niederlegung der Funktion in der Organisation und zur Niederlegung des Gemeinderatsmondates gezwungen." Saischek hat seine Funktion in der Organisation überhaupt nie zurückgelegt, er hat vielmehr selbst um Beurlaubung angesucht, die ihm auch bewilligt wurde. Das Gemeinderatsmandat kümmert den Landesverband nichts. 15 . „Die Landesverbandsvertreter stehen mit dem Finanzvertreter der Invalidenentschädigungskommission in Verbindung, auch Kam. Rückt. Saischek mußte den Landeshauptmann Paul ersuchen, seinen Akt zu verwahren, damit nicht Dr. Mayer auch, so wie Rückt es getan hat, sich die Akten herausholt, mit in seine Kanzlei nimmt und dann seinen Leuten verschiedene Dinge davon zeigt." Ein ganz ungeheuerlicher Vorwurf, der den Obmann und die Landesverbandsvertreter des ordinären Verrates an den Kriegsopfern beschuldigt. Nur ganz verkommene Subjekte können so tief in die Gosse steigen und derartigen Kot auf Mitmenschen werfen. Neun Jahre ist Rückl Obmann des Landesverbandes und nur einmal hat er mit einem Vertreter der Finanzverwaltung gesprochen. Das war damals, als er um Rücksicht für Saischek bat. Nur ehrlose Menschen können Rückl als Büttel der Regierung bezeichnen. Tie Vorlage von Akten ist ein Recht, das dem Kam. Rückl, wen er geschäftsführender Bürgermeifter- stellvertreter ist, jederzeit zusteht, weil er dann auch oberster Chef des Invalidrnamtes in Graz ist. Er hat sich auch wiederholt, wenn Kriegsopfer Beschwerde geführt haben, Akten vorlegen lassen, sowie er sich als Finanzreferent Steuerakten vorlegen läßt. 16 . „Rückls unsoziales Verhalten gehe auch aus einem Vorfälle mit einem gewissen Kameraden Heinzmann hervor, zu dem Rückl, als er bei ihm Hilfe suchte, gesagt haben soll: »Ihnen geht es gut, daß Sie sich ein Gulasch und ein Glas Bier kaufen können." Eines Tages erschien ein Invalider bei Rückl, dem er sein Leid klagte und um Hilfe oder Anstellung bat. Er sei auch schwer nervenkrank. Da der Kamerad von weitem nach Alkohol roch und erklärt hatte, er sei nervenkrank, fragte ihn Rückl, wo er war. Er sagte, er habe sich ein Gulasch und ein Glas Bier gekauft. Rückl ermahnte ihn, nicht Alkohol zu trinken, weil das für einen Nervenkranken schädlich sei. Daraus wurde nun die Geschichte von „Rückl und dem kleinen Gulasch." 17 . Iawornik erklärte nach den unwidersprochenen Zeitungsberichten: „Rückl war einer von denen, die mit zynischer Kaltblütigkeit dem Saischek von hinten den Dolch hineingerannt haben." Dolch, Kaltblütigkeit, von hinten hineinrennen — das sind Worte, die sich im Munde eines »Invalidenführers" recht merkwürdig ausnehmen. In Wahrheit hat Rückl — sehr zu sejnem und der Organisation Schaden — Saischek wiederholt helfen wollen und geholfen; Aber die Wahrheit zu sagen, das wäre zu viel verlangt! Das wäre Selbstmord für die Hetzer! Mt der Wahrheit können sich solche Menschen keine Existenz auf Kosten der Kriegsopfer schaffen. 18 . Iawornik erklärte weiter (wieder nach Zeitungsberichten): „Die hohen Herren im Verband haben längst kein Ohr mehr für die armen Kriegsopfer; sie haben gute Stellungen und fertig." Wenn ein Funktionär nicht selbst auf Unterstützungen oder Anstellungen bei der Organisation angewiesen ist, so ist dies kein Nachteil, weil für die anderen Kriegsopfer nicht die Gefahr besteht, zu kurz zu kommen. Soziales Gefühl und Kameradschaft hat Rückl so oft gezeigt, daß ein solcher Vorwurf aus die Angreifer klatschend zurückfällt. 19 . „Rückl hätte nach der Einstellung des Verfahrens, wenn nicht schon Saischek, so doch die Organisation beglückwünschen sollen. Statt dessen hätte er eine unversöhnliche Haltung eingenommen." Die Einstellung des Verfahrens ist für Saischek und die Organisation sehr begrüßenswert. Rückl hätte dies auch mit Freuden ausgesprochen, wenn nicht Saischek an die Mitteilung der Einstellung Verdächtigungen gegen Rückl angeschlossen hätte. Wenn man Rückl verdächtigt, kann er nicht Gratulant sein. 20 . »Rückl hätte erklärt, Saischek könnte nicht wieder gewählt werden." Rückl hat gesagt, für ihn ist die ideale Lösung darin zu sehen, wenn Saischek freigesprochen wird, man ihm eine Existenz schafft, er aber nicht Funktionär bleibt. Rückl hat es für ein Interesse der Organisation angesehen, daß Saischek nicht von einzelnen Kriegsopfern unter Druck gestellt werden kann, wenn sie von ihm etwas fordern, er nicht geben kann, und dann gedroht wird, ihn als Lügner zu brandmarken. Schlußbemerkung. » Nach einigen weiteren, minder wichtigen Feststellungen, erklärte Rückl, es dem Urteil der Kriegsopfer zu überlassen, wem sie glauben wollen, i h m, der neun Jahre für die Kriegsopfer gewirkt habe, oder einzelnen Hetzern, die egoistische Ziele verfolgen. Jedenfalls ruse er die in den Statuten vorgesehene Stelle — das Schiedsgericht — zur Klarstellung an. Die Verleumdungshetze unter Beiziehung von Berichterstattern aller Art ist ein Diszplinbruch schwerster Art, der den Gegnern der Organisation große Freude bereite und gute Dienste leiste. Kein Er; eignis in den neun Jahren ist den Gegnern so willkommen wie der Fall Saischek. Er ist ein „g'fundenes Fressen"! Der Landesverband werde aber stark und gesund genug sein, diesen Krankheitsprozeß zu überstehen und weiter in voller Rüstigkeit zum Wöhle der steirischen Kriegsopfer zu arbeiten. , ü K 6 5 > I L N X ä ^ N f UN ^ I L ^ _^ * ReschS Antwori an Ke Kriippek. Die Drste österreichische .K,x üpche-1- arbeitsge meinschaft hat vor kurzem eine Tagung abgehalten, in der alle Fragen der Krüppelfürsoge eingehend besprochen wurden. Schließlich Wurdx-Ät Arbeitsprogramm festgelegt und in Form eistE'Entschließung dem Bundesministerium für soziale ^Verwaltung übermittelt. Bundesminister Dr. Re sch Hat gestern aus die Resolution wie folA^gzanAWrtetF Der weitaus ''tzrößjK.E.Teil der Mrso^emMnahmen für Körperbehinderte fälWteM styMas Gebiet des Armenwesens, teils,M daS/s>M Jugendfürsorge, für die dem Bunde!ÄnL di^iMndsatzgesetzgebung zukommt, wo die ErlaMng von Ausführungsgesehen und die Vollziehung ausschließlich Lande s ßa,K„e>A«d» Me Fürsorge für Krüppel, . die we8er als Jugendliche noch als arm anzusehen sind, fällt überhaupt in den selbständigen Wirkungskreis der Länder. Da die durch eine solche Fürsorgetätigkeit bedingten finanziellen Lasten zur Gänze von den Ländern getragen werden müßten, scheint es dem Minister unbedingt geboten, den Ländern auch für die gesetzliche Regelung des Krüppelfürsorgewesens, die , wärmstens zu begrüßen wäre,,dik JrMatide-und Führung zu überlasse». Vor Erlassung eines ^Bundesrahmengesehes über die Krüppelfürsorge^ "bleibt es den Ländern unbenommen, das! Krüppelfürsorgewesen im Verwaltungsweg zu! regeln oder durch Ausbau der icbo n—derz eit/ bestehenden Fürsoraeeinrickitunae n'W"for^ern. l z n 8 k I I k n X z u X l n f u kr VI k ki v o kr u ^ ki i ^ i > 0 ki M M88L Kleine (Persunatnachrichteu^ ronik. Bundespräsident hat nach Maus der Funktionsperiode den Bundesminister Dr. Joses Resch neuerlich zum Präsidenten und den praktischen Arzt Dr. Josef Uksin Neuerlich Mm BrzeMstdenten^ KriegSnefchSdigtenfonds und den außerordentlichen Professor der neueren Geschichte an der Universität zu Freiburg in der Schweiz Dr. Arnold Winkler zum außerordentlichen Professor der Wirtschaftsgeschichte an der ! Hochschule für Welthandel m Wien ernannt. Ui- Der Justiz- ü st ö L I I l n X ä k k ^ u st ^ ^ v 0 k. « I ^ I < 0 li ^Ik^Lst rL11uVü "" ^ sc ^ M^KrirMMü-G JiPnächster Zeit erlischt die^Funktionsperiode des -Präsidiums des Kriegsgeschädigtenfonds sowie wiener Mitglieder des Kuratoriums, die dieser Körperschaft seit fünf Jahren angehören. Aus diesem Anlaß hat der Fondspräsidcnt, Bundcsminister Dr. Josef R e s ch, in der Sitzung des Kuratoriums vom 7. d. M. einen RüHlick Älf dM Verlauf dieses Zeitabschnittes geworfeM wohei-est' ^e u ngemei n ersprießliche T nUi g k'e i,/düster Körperschaft feststellen konnte. "7 /'s F Dank dem eiirtrüc^tigen-Zus^nnenwirken aller Organe des Fonds wurde dieser, der zur Feit der ungünstigsten wirtschaftlichen Verhältnisse geschaffen worden ist, immer weiter ausgestaltet und gefestigt, so daß seine Betriebe ohne Inanspruchnahme fremder Geldmittel geführt und jährlich beträchtliche Beträge für Kriegsfürsorge- -z wecke ausgeschüttet werden können. Zahlreiche.Aufgaben wurden vom Fondskuratorium im abgeschlossenen Zeitraum gelöst. Zunächst jene, die sich mit dem inneren Aufbau des Fonds beschäftigten wie die Erlassung des Fondsstatuts und der Geschäftsordnung für den Verwaltungsausschuß sowie die Aufstellung der Golderöffnungsbilanz. Im Interesse des Kriegsgeschüdigtenfonds wurden verschiedene Grundan- und -verkaufe getätigt, so insbesondere der Erwerb des Forstgutes Spitz >an der Donau, wUched^im Tauschweg gegen fHäuser. und Grundstücke in Wiest in den Besitz des ! KriegsaekGädch tensonLs gelan gte. ^ — ? ^Mit üer lano- und forftwirtschafUichen-Betriebs- gesellschaft, welche die Güter Orth und Mannersdorf gepachtet hat, wurde im Wege gütlicher. Vereinbarung eine beträchtliche Vertrags- verbesserung erzielt. Der Guts- und Schloßbesitz in Laxenburg war zu Beginn der Funktions- Periode an eine französische Gesellschaft verpachtest Da sich diese Gesellschaft verschiedene' Pertragswidrigkeiten hatte zuschulden kommen lassest, würde der Pachtvertrag mit Ende März 1924 aufgelöst und das Gut Laxenburg in den Eigenbetrieb des Fonds übernommen. Dieser Besitz nimmt nunmehr dank den mit Bewilligung des Kuratoriums durchgeführten Investitionen eine sehr erfreuliche Entwicklung. Das Gut Mattighofen hat sich bei der Fachwelt des In- und Auslandes den Ruf eines forstlichen Mustergutes erworben. Das Fondsgut Pögg stall nimmt in den letzten Jahren eine ständige fortschreitende Entwicklung. Der Lainzer Tiergarten leidet an der außerordentlich hohen Grundsteuervorschreibung, zumal seiner Ertragsfähigkeit infolge der freiwilligen Widmung als Naturschutzgebiet ziemliche Schranken gesetzt sind. Der mit dem International Country Club abgeschlossene Pachtvertrag über die Errichtung eines Golfplatzes auf der Penzinger und Hohenauer Wiese im Lainzer Tiergarten wird für dessen künftige Gebarung von besonderem Vorteil sein. Dieser Golfplatz zählt zu den schönsten Plätzen, die sich in der Nähe einer Großstadt befinden. Es ist dem Kriegsgeschädigtenfonds gelungen, während seiner Geschäftsführung für Kriegsfürsorgezwecke einen Betrag von 2,100.000 Schilling auszuschütten. Durch diese Mittel wurden verschiedene Ferien- und Weihnachtsaktionen für Kriegsbeschädigte und deren Kinder ermöglicht,und die Unterstützungsverlnge der InvalidLnentsMdi- gungskommissionen entsprechend aufgefüllt. ? In seinen Schlußworten dankte Präsident Doktor N e s ch allen, welche sich um diese so erfreuHche Entwicklung des Fonds verdient gemacht hatAn, insbesondere auch dem Generaldirektor und ^»t- lichen Angestellten des Fonde 6 5 I 7 5 k X ä u tt 5 n 50» «15» 0 o X 0»5»I z 110» ^ l L8 p 0 8 7 »?.: ^ 6 : ^7 ^7 Aus dem Tiroler Landtag. " I »ndb.n ck, 14. M-ri In der heutigen Landtagssitzung wurde die Generaldebatte über das Gemeindeordnungsgesetz 'Ab^ ^geschlossen und die ersten zwei Hauptstücke des Gesetzes unverändert beschlossen. Weiters wurden die Wahlen in das Kuratorium für den K r ie a_L L e ckck i . ä d i p.f e nfonds vorgenommen und als'Mitglied Nationalrat Schuschnigg und üls Ersatzmann Nationalrat Wilhelm Scheibein gewählt. ^ »stamme r stir Wien Dostumentcition M!87t!LüM!zt7 M7!77k - 77 ! 7 « ^7 DeWeMbZG, ^ Viek Tage hindurch treffest sich um Pfingsten in Graz Ktiegsinvalide, Kriegerwitlven,- Kriegerseltern und Vertreter von Kriegersvollwaisen zu einer ernsten und schweren Beratung in ihrer gemeinsamen Notlage. Beachte sie, höre auf sie! Denke daran, wie es während des Krieges war, als die ersten Schwerverletzten von der Front nach Hause kamen; wie man sie damals in den Spitälern liebevoll aufnahm, ihnen Blumen brachte und alle diejenigen, welche mit einer schweren Verstümmelung fürs ganze Leben rechnen mutzten, damit tröstete, daß der Staat ihnen gegenüber gewiß seine Pflicht mit einer ausgiebigen Hilfe erfüllen werde! Erinnere dich, österreichisches Volk., wie überall aufrichtiges Mitleid mit den Kriegersfrauen und ihren Kindern das Leid teilte, wenn die amtliche Totenlists den schweren Verlust des Vaters verzeichnest! Denket daran, wie ihr den jungen Witwen versprochen habt, nie zu vergessen. was für ein schweres Opfer Staat und Volk von der verlassenen Familie verlangt hat! Denket daran, wie man damals die „Helden der Front" feierte! Freilich dachten alle damals an den endgültigen Sieg, dachten daran, daß der Sieg auch die Mittel bringen werde, um den ehrlichen Willen, zu helfen, erfüllen zu können. Und dann kam der Zusammenbruch, die Nieder- ülage^Ler Diktatfrisds. In weiterer Folge ein wilder Tanz um das goldene Kalb in der Inflationszeit und daneben allerlei Sorgen, welche vergessen ließen, was man früher versprochen hatte. Daß wir ein kleiner Staat geworden sind, daß wir ganz neue Grenzen haben, das haben wir schon ganz zur Kenntnis genommen, den Zusammenbruch der alten Krone haben wir überwunden; wir haben unser staatliches Leben in wichtigen Teilen neu aufgebaut — aber viele habenvergessen-, d aßunter denTrümmern Schwerverletzte liegen, denen man, als alles stürzte, für den Augenblick, um ihre Klagen zu beruhigen, Hilfe versprach und dann in der Folge doch nicht so half, wie es sein sollte. Viele haben ganz vergessen, daß ein Kriegsrest und Kriegszeugen da sind, die wir niemals vergessen dürfen, wenn auch alle anderen Spuren d es entsetz- lichen Weltkrieges verwischt und ausgetilgt sein sollten. Es sei zugegeben, daß bei dem Unglück im November 1918 auch noch andere unter die Räder kamen, wie zum Beispiel die Kleinrentner. Aber, Mitbürger! Bedenket einen Augenblick, daß der Verlust der Gesundheit, eine schwere Verstümmelung, ein hochgradiges Nervenleiden, wie sie nur der Krieg brachte, der Verlust eines gesunden Vaters mitten aus einem schönen Familienleben, mitten aus einer gesicherten wirtschaftlichen Existenz heraus, b edenket, daß dasalles unvergleichlich schwe r er i st ä l s a l l ex Vertu st an G e I d und Geldeswert. Unser Bundesstaat als Inbegriff des österreichischen Volkes hat die HMMirrpflichtung den eigentlichen Kriegsopfern gegenWKiMit seiner finanziellen Erstarkung geht im gleichnMigen Schritte seine gesteigerte Verpflichtung den Kriegsopfern gegenüber, denn die Lage der Kriegsopfer wird zunehmend schwieriger. Der Schwer invalide mochte unmittelbar nach dem Kriege hoffen, mit Hilfe des Staates und der Volksgenossen dis tägliche Sorge um das Brot zu überwinden; zehn Jahre später steht er vor einer vernichteten Existenz, die keinerlei Hoffnung zuläßt, daß es besser »werden könnte. Mit einer Rent/ van. 12ch Hchilling monatlich soll e r leben und VKrgessßml Viele Kriegex § w i tst> e y haben durch zehn Jahrs hindurch oft unter schweren Entbehrungen die kleinen Kinder großgezogen, haben bis Heute vergebens auf eins Erhöhung der Rente gewartet, die ihnen früher in Aussicht gestellt worden; viele möchten in das Erwerbsleben treten und können nicht, weil die -Arbeitslosigkeit zu groß ist. Vergesset nicht, daß der größte Teil dieser Witwen eine monatliche Rente von 16 Schilling bekommt! Es soll nicht unbeachtet bleiben, daß der Staat auch für Heilbehandlung bedeutende Hilfe bietet, doch vergeht wieder nicht, daß Kriegsleiden keine vorübergehenden Krankheiten sind, und daß der Kriegsinvalide, der in Heilbehandlung stand, ein kranker Mann ist, wenn er aus dem Spital entlassen wird. Ein großer Fehler ist es und ein Unrecht, wenn man von verschiedenen Seiten die Antwort bekommt, für die Kriegsopfer muß der Staat sorgen. Auch die Länder und Gemeinden sind verpflichtet, mitzuhelfen. Die Stadt Wien hat hoffentlich nicht ganz vergessen, daß man Befestigungen rings um sie anlegte, Mauerreste sind noch im Wiener Wald zu sehen; und sie wird auch richtig eingeschätzt haben, daß die paar Schützengräben und Kanonen der Stadt nicht hätten helfen können, wenn nicht unsere Kriegsinvaliden und die gefallenen Soldaten unter größter Selbstaufopferung in den Karpathen Widerstand geleistet hätten. Genau so verhält es sich mit Innsbruck, Klagenfurt und Graz. Einige Länder haben in Berücksichtigung dieser Tatsachen Landeskriegsopferfonds , geschaffen: Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Burgenland sind vorangegangen. Mögen dis anderen bald Nachfolgen! Und dieGemeinden? Es ist ein trauriges Kapitel, wenn gerade in den größten Gemeinden Hilfe in besonderer Not abgelehnt wird, weil es sich um Kriegsopfer handle, für die der Staat zu sorgen hätte. Es sind mir Fälle bekannt geworden von unbegreiflicher Härte gerade bei Gemeinden, bei denen die Fürsorgeabgabe die stärkste Einnahmsquelte ist. Saget mir nicht, daß die Kriegsopfer selbst schuld seien, wenn sie manche Synwatbien verloren hätten; es seien mancherlei Betrügereien vorgekommen, es hätten Un> würdige Unterstützungen erhalten, es marschierten mit ihnen Leute, die niemals an der Front gewesen, und auch mit staatlichen Zuwendungen sei Mißbrauch getrieben worden. Auf all das antworte ich euch mit dem Hinweis, daß die Zahl solcher., welche den Namen schänden, doch ganz. gering ist im Verhältnis zu der großen Zahl von über, 350.000, die das Mitleid und die Hilfe des ganzen österreichischen Volkes mit Recht verdienen. Für diese erhebe ich laut meine Stimme und verlange wohlwollendes Verständnis für die schwersten Opfer ! des Weltkrieges, deren Lage nur diejenigen ganz begreifen und verstehen können, die mit ihnen im täglichen Verkehr stehen. Der Reichsbund der Kriegsopfer Österreichs hat die Aufgabe übernommen, seinen Mitgliedern in jeder Not und Lage beizustehen, die Volksvertreter an ihre Pflichten zu erinnern, Länder und Gemeinden auf die Not ihrer Bürger aufmerksam zu machen, anzuklagen, wo die Menschen sich blind und taub stellen; zu danken, wo Hilfsbereite Nächstenliebe schwere Leiden unk Verluste, erlitten im Kampfe für unser Volk, zu lindern sich bemüht. Österreichisches Volk, hörel Vergiß nicht, was du in schwerer Zeit deinen R e itern versprochen hast iVergitz nicht, was du den Kriegsopfern schuldig bist! -'s k 6 L l 7 L N X ä Ul k l li k > l fj ll 0 X st U l ft 7 /( 7 I 0 ^ ! L 8 ? 0 8 I Grazer Tagung des Reichsbundes der Kriegsopfer. Nue. Sutschließung LSer die Wünsche der KrlegsbefMigten. Graz, 26. Mai. Donnerstag hat hier die Kriegsopfertagung des Reichsbundes der Kriegsopfer Oesterreichs, die unter dem Ehrenschutz des Landeshauptmannes Dr. Rintelen, des Fürstbischofs Dr./Paw l i k o w f k i, des Landeshauptmannstellvertreter Riegler und der Landesräte Doktor Hübler und'" Ing. Winkler steht, begonnen. Dis Tagung, auf welche der Führer des Reichsbundes, Abg. Prälat Dr. Drexel die Oeffentlichkeit durch eine im gesamten Bundesgebiete -mnstch dem Titel „O ester- reich, hörel" verbreitete KundMung aufmerksam gemacht hatte, nahm einen glänzenden Verlauf. Donnerstag fand unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Drexel eine Vollsitzung der Reichsbundesleitung statt, während am Freitag die sechs K o m n^kchfst o n e n der Tagung in vertraulichen Beratungen Ntz wichtigsten Forderungen der Kriegsopfer erörterten. Abends fand im Grazer Stadttheater eine F/st v o rst e l nu n g-statt, in der von den Mitgliedern der ExlbühN^ die aus diesem Anlaß eigens nach Graz »Kommen waren, Dr. Schönherrs „Volk in Not" gespielt Mrrde. . Heute, Samstag,- vormittag, tagte im Kammermusiksaal die Reichsdelegiertenversammlung, in der für die Kriegsopfer wichtige Entschließungen gefaßt wurden. . Zunächst wird die Erhöhung der 1S-S>ch:lllng- Rente der Kriegswitwen verlangt; erwerbsunfähige Kriegerwitwen sollen die Hälfte der^ Vollrente der Schwer- invaliden (126 8) erhalten. Die erste Stufe der gesetzlich vor, geschriebenen Renten kürzung (§29) habe zu entfallen;, an deren Stelle habe die zweite Stufe mit zwanzigprozentiger Kürzung zu treten. Rentner mit mindestens drei unversorgten Kindern sollen keine Kürzung erfahren. Die übrigen Kürzungen hätten später zu entfallen, doch Hütte jede Rente und jeder Zuschuß bei einem Einkommen von 1000 Schilling aufzuhören. Der Heilbehandlung sei größere Aufmerksamkeit zuzu- wenden und ein größerer Betrag zur Verfügung zu stellen. Die Ortsklasseneinteilung in der KriegsopfÄ- fürsorge sei ein Unrecht,- desgleichen die Abweisungen wegKl Fri st v e r s ä u m n i s bei oer Anmeldung, weshalb eine Ueberprüfung der abgewiesenen Gesuche verlangt werden müsse. Der Bundesmimster für soziale Verwaltung werde ersucht, den weiteren Ausbau der Kriegsopferfürsorge und die Ungleichung an das deutsche Gesetz im Auge zu behalten. Die Tatsache, daß innerhalb von vier Jahren über 1200 Verwaltungsgerichtshofentscheidungen ! sich,mit der Anwendung und Auslegung einiger weniger Para- ^ graphe beschäftigen mutzten, verlange eine Revision des ! G e s ehe s. Bei .Trafikenverleihungen wird, mehr ! Rücksichtnahme auf die Kriegsopfer gefordert. Bei der Kriegs- ( opferfürsorge wird Mithilfe der Länder und Ge- j meinden verlangt. Schaffung eines Kriegsspferflmds? Bundesmimster für soziale Verwaltung Doktor Re sch begrüßte die Tagung namens der Bundesregierung und übermittelte die Grüße des Bundeskanzlers Dr. Seipel. Der Minister hob den guten Willen der Regierung hervor, die Wünsche der Kriegsopfer nach Möglichkeit zu erfüllen, appellierte aber an die Tagung, sich bei ihren Beschlüssen von dem Gedanken leiten zu lassen, nicht Forderungen aufzustellen, die gegenwärtig unerfüllbar find. Landeshauptmann Dr. Ri nie len sprach in seinen Begrüßungsworten die Hoffnung aus, daß es in der Steiermark bald möglich sein werde, einen Kriegs- opfersonds zu schaffen, damit so das Land in karitativer Weise den Kriegsopfern Hilfe bringen könne., Nachdem Bischof Dr. Pawlikowfki. und Minister a. D. Dr. G ü r t l e r, letzterer im Namen des Nationalratsklubs der christlichfozialen Partei, die Tagung begrüßt hatten, kennzeichnte Brigadier General Metzger im Aufträge des Bundesministers für Heerwesen Vaugoin den Standpunkt der Heeresleitung zu den Kriegsopferfragen. Abgeordneter. Witzany betonte als Vertreter des Landbundes in Steiermark, daß dieser bereit sei, gemeinsam mit den Christlichfozialen die Schaffung eines Kriegsopferfonds zu ermöglichen. Vizebürgermeister Amfchl begrüßte die Tagung namens der Stadtgemeinde. Graz, 26. Mai. Der Reichsdslegiertentag der Kriegsopfer Oesterreichs hat den Nationalrat Dr. Drexel abermals zum Bundesobmann, gewählt. Der steirische Kriegsopfer- Verband ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Bundesrat Hocheneder und Dr. Leditzki wurden zu Obmatzn- stellvertretern gewählt. . /i k 6 8 I 7 8 k «( ä U U 8 N 5 8k » I 5 ll v !( U « 8 ki 7 7 I 0 ^ ^ 13 ^ 3^037 KnegerWe in Graz. Aus Graz, 28. d., wird uns gemeldet: In Anwesenheit Des BundesminisLers für Heerwesen Vaugoin uM «Hs,^Wdeshauptmannes Doktor Rintelen fand MterM^Mv! überaus großer Beteilr-^ gung die festliche BanMMWs des? steiermärkischen Lau-! deskameradschaftsbundeMtaE. — Aus Anlaß der vor s 60 Jahren erfolgten Okkupation Bosniens fand im Beisein des Heeresministers Vaugoin vor dem Kriegerdenkmal am Joanelliring eine Heldenehrung statt, zu der. auch 630 78er Kämpfer ausgerückt waren. -^ z n 8 c I IL k X z tt ^ n fün sf IL it ll 0 X 0 st 8 st I I l o s< U 0 L 8 UM "6: ^nl 19A Be r der Kriegsopfer in den ktlichsn KorpeMakten. ? Ein« Reih« von Mitgliedern und Funktionären un« ; seres Verbandes find auch als Vertreter in den öffentlichen f Körperschaften s Gemeinden. Bezirks-- urMOrtSsürsorgeräte) f tätig. Da alle diese KSrperschMlWichsiWH die Verpflichtung haben, aus thvsi Mitteln amy Mtri^eFür die Kriegsopferfürsorge zur Verfügung zuKellMMt K sowohl für die örtliche als auch für die LaMesorAnisGion von großer Bedeutung» daß sie bei EinÄMWMg ihwr Ansuchen darauf rechnen kann, daß diese auch von den der Organisation selbst angehürigsa össentlichm Mandatare entsprechend unterstützt werden. Wenn von den Funktionären und Mitgliedern des Landesverbandes Riederösterreich IIS als öffentliche Mandatare in den verschiedensten Körperschaften des Bundeslandes Mederösterreich tätig sind, so zeigt dies sicher, daß auch die Kriegsopfer regen Anteil an dem öffentlichen Leben nehmen Mid haben wohl fie auch ein Recht darauf, von den Parteien,entsprechend gewürdigt zu werden. Die nachstehende Aufstellung zeigt, wie sich den Parteien nach die Mandate unserer Mitglieder, respektive Funktionäre verteilen. P a r t « i e n b e z e t ch n u n g Funktion § K Kommunisten DZ A Jns- gesaml Bürgermeister > 1 . — ! —- ^ - 2 — 3 Vizebürgermeister 1 i — '- 4 — 6 Geschäftsführers Gemeideräte . 4 8 ! 12 GemeinderLte . 12 2 2 ! 2 38 3 59 Bezirks für >orge- VASE , » « « 2 ! 6 i 8 Ortsfürsorgeräte 9 2 - — /— 16 — ^ 27 29 ! ^ s 2 2 >74 - 115» 1 »«g c > 7 c««t««7 k ru« ooxli>ic»it»t>o«i M8b!i>.Dll! 8L»l XVWMM7L. 7»Si gual 1378 Ea^NÄ^Herr Nationalrat. wird ^ er nicht gehen. s Im Zusutinenahang mit den derzeit zur WiAtrb^ setzung gelangenden Trafiken hat die FinauzlandesdirMich^ auch eine Neuerrichtung für Wiesen, Bezirk MatLersbuig, -unteren Ortsteil, zwischen 227 bsi 332, bziv. 239 bis 309, ausgeschrieben. Diese Neuerrichtuug ist nach unseren Er« sahruugen einzig und allein darauf zurückzuführen, weit die Fiuanzlandesdirektioii im Interesse der Monopslsver« waitung diese Neuerrichtuug für notwendig kefunderl hat. Bisher bestehen in Wiesen zwei Trafiken. Die Inhaber sind Kriegsbeschädigte, und zwar Mahlsleisch August und Pillcr Joses. Mahlfleisch erzielte im vergangenen Jahre einen Umsatz von 43,527 Schilling, Joses Piller einen solchen von 33.777 Schilling. Die Trafik sollte, wie vorerwähnt, im unteren Ortsteil errichtet werden, weil sich Wiesen nur iu dieser Richtung ausbreiten kann, Herr Nationalrat Aangl ist, wie uns von Wiesen berichtet wird, einer aitderen Meinung. Er hat am 1. Mai in einer christlichen Arbeiterversammlung gesprochen. Bei dieser Gelegenheit hat sich der Kriegsbeschädigte Mahlfleisch LN Herrn Nationalrat Gang! herangemacht mit dem Ersuchen, er möge trachten, daß die Trafik nicht im unteren, sondern im oberen Ortsteil errichtet wird. Mit den Versprechungen war Herr Nationalrat Gangl immer sehr freigebig und hat auch bei dieser Gelegenheit zugesagt, daß selbstverständlich nicht, wie es die Finanzlandesdirektion haben n>ill, im unteren, sondern im oberen Ortsteil, also rückwärts im Graben, der für die Monopolverwaltung überhaupt nicht in Betracht kommen kann, die NenerrichEung erfolgen wird. Aus dem uns zugegangenen Bericht entnchrnen wir, daß Herr Nationalrat Gang! dieses bindende Versprechen darum gegeben hat, weil sich der üishwige sozialdemokratische Gcmeinderat Klawatsch, der auch K i'g^bcschä igt -: ist, erbötig gemacht hat, die in Frage stehende Trafik zu übernehmen, wir betonen, nicht dort, wie sie die FinanzlanLes- direktwn ausgeschrieben hat, sondern rückwärts im Graben. Herr Klawatsch hat gleichzeitig zugesagt, daß er selbstverständlich sein sozialdemokratisches GeineinderatSmanhal zu« rücklegen und sofort der christlichsozialen Partei, heilreten wird, ' . ^ Wie sonderbar doch die politischen Verhältnisse, üst.Pur-- gmland sind, aber noch sonderbarer ist die EinstßHjng des Nationalrates Gangs. Wir haben als jene OrghstWron, iu der sich die überwiegeiche Mehrheit der buiMfimchischen. Kriegsopfer verkörpert, dazu zu sagen, daß wir kerne' Ursache hattet,, air die Finanzlandesdirektion das Ersuchen zu stell«:, in Wiesen eine neue Trafik zu errichten. Wenn die Finanzlandesdirektion dies aus Monopolrücksichten für notwendig erachtet hat, dann toird diese Trafik im unteren Ortsteil errichtet ioerden müssen, trotzdem sich tmhrscheinlich auf Weisung des Herrn Nationalrates Gangl schon eitrige Tage nach dem 1, Mai der dortige VertyaltungssekretLr mit einem Oemeinderat in der FmcmzlandesdireWon eingesunken haben inid für die Errichtung der Trafik int oberen Ortsteil eingetreten sind. Es ist uns nicht fremd, daß das politische Leben irr Oesterreich schon wirklich sehr zu wünschen übrig läßt, daß bei allen Anlässen eine Freunderl- »nd Proteklionswirt- schaft geübt wird, in diesem Falle aber dürste sich selbst Herr Nationalrat Gmrgl, er mag auch ein guter Freund des Fitmnzmlinsters und der übrigen Herren der Regierung sein, Schiffbruch erleiden. k 6 k ! 7 L n X z k n f ü n « l L si v ll X lj» ^ 7 ss 7 l 0 ki ^ I L ^ 3 ? 0 8 7 ^ ^ Die Rmte der Kriegsopfer. BrmdesmiMer Dr. Reich Wer die KriegsbeschSdigteusürsorge. 7 ^Anläßlich der Tagung des Reichsbundes der Kriegs- kr Oesterreichs zu Pfingsten in Graz hatte ein Ver- ter »er Pol. Korr. Gelegenheit, den bei der Tagung oesenden Bundesminister für soziale Verwaltung > Resch über die Absichten der Regierung hinsichtlich weiteren Entwicklung der Kriegsbeschädigten- Mrsorge zu befragen. Der Bundesminister äußerte sich Äphin, daß es die Regierung nach wie vor als eine ihrer richtigsten Aufgaben betrachte, den 'Kriegsopfern zu Elfen, daß aber dem guten Willen der Regierung natürlich Schranken gesetzt sind in der finanziellen Leistungsfähigkeit des Bundes. Das oberste fürsorge ist es, opfer in das W Prinzip der Kriegsopfer- agte der Minister, die Kriegs- .rtschaftsleben einzugliedern, zu diesem Zwecke durch eine entsprechende Heilbehandlung ihre Erwerbssähigkeit wieder herzustellen, für die Kriegsopfer geeignete Erwerbsmöglichkesten zu schaffen und die durch die Kriegsbeschädigung verminderte Erwerbsfähigkeit durch Gewährung von Renten in einer dem Grade der Erwerbsminderung entsprechenden Höhe tunlichst wettzumachen. Es handelt sich um das Problem der Austeilung der zur Verfügung stehenden Mittel. Die sozial richtige Lösung kann nur dahin gehen, daß die Renten der schwerer Beschädigten, der erwerbsunfähigen Witwen sowie der Eltern eine perzentuell höhere Aufwertung finden als die der leichter Geschädigten und der erwerbsfähigen Witwen, und daß die Renten derjenigen gekürzt werden, bei denen infolge eines anderweitigen Einkommens das Versorgungsbedürfnis nur in einem geringen Matze besteht. Zu der Forderung der Invaliden wegen Auflassung der Ortsklassen äußerte sich der Bundesminister dahin,, daß für die Einführung des Ortsklassensystems im Jn- validenentschädigungsgesetz die gleichen Erwägungen maßgebend seien, wie für die Ortsklasseneinteilung nach dem Gehaltsgesetze für die Bundesangestellten. Eine Auflassung der Ortsklasseneinteilung sei dermalen nicht in Aussicht genommen. Was die Bestimmung des § 57 des Jnvaliden- entschädigungsgesetzes betrifft, so müsse die Ermächtigung des Ministeriums, die Entscheidungen der Schiedskommissionen wegen unrichtiger Anwendung des Gesetzes beim Verwaltungsgerichtshofe überprüfen zu lassen, wohl als berechtigt anerkannt werden. Für die Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten werde — abgesehen von der bevorzugten Berücksichtigung der nach dem Jnvalidenentschädigungsgesetz anspruchsberechtigten Personen bei der Verleihung von Tabaktrafiken — durch die Bestimmungen des Jnvaliden- beschäftigungsgesetzes gesorgt. DieZahlderKriegs- beschädigten, denen seit dem Inkrafttreten des Jnvalidenbeschäftigungs- gesetzes eine Arbeit vermittelt wurde, beträgt über 18.000, wovon allein auf Wien über 8000 entfallen. Im Bundesvoranschlag für das Jahr 1928 sind für die Kriegsbeschädigtenfürsorge 69,410.823 8 vorgesehen) Die auf der Tagung des Reichsbundes Vorgebrachtei Wünsche, wie insbesondere die Erhöhung der Vollrente- auf 170 8 und der Rente der erwerbsunfähigen Witwen auf die Hälfte dieser Vollrente, sind nicht erfüllbar; weil sie eine Steigerung des Aufwandes um rund hundert Millionen Schilling jährlich bed eute n würden-^ V «»s c 17 c»X»««7» 5VK x>cx o o x x x c x 7 »7! o x (Ürsr) WM-U dm »ge r» dm «M ^ IM«. i Die Invalidengrupve der Saischek und Jabor- nig geht immer unverhüllter den vorauszuseherr- den Weg des Verrates an der Partei, den Weg ins Lager der Christlichsozialen. Hat den Obmann der Grazer Ortsgruppe Saischek. seine Behauptung, Sozialdemokrat zu sein, schon vor längerer Zeit nicht daran gehindert, durch die Art der Austragung seines Konfliktes mit dem Landesverband Wasser auf die Mühle der arbeiterfeindlichen Presse zu liefern, hcst et und.«ein Teil seiner Anhänger sich nichtAeschSmt. Mn Journalisten jener Presse, die pM der WMimpfung der Arbeiterschaft und ihrer Partei lGot, bereitwilligst alle möglichen üblm Trahfchechien zuzutragen. So hat dieser angebliche Sozialdemokrat auch nichts dabei gefunden, schon seit längerem mit dein christlichsozialen Parteisekretär Oberst Wagner in Verhandlungen zu treten. Und wie beliebt sich dieser Sozialdemokrat Saischek bei den Christlichsozialen zu machen verstanden hat, zeigt, daß die Gruppe des Herrn Saischek jetzt vom christlichsozialen Invalidenverein ein Darlehen von 15 Millionen ansprechen und erhalten konnte. Datz die Christlichsozialen solche Liebesdienste dem „Sozialdemokraten" Saischek nicht um seiner verfolgten Unschuld willen erweisen, weih Saischek sehr out, und sein Vorgehen läßt auch keinen Zweifel über den Preis dieser Liebenswürdigkeiten auskommen. Auf dein Wege, seine Anhänger ins christlichsoziale Lager zu führen, gebärden sich Saischek und seine Anhänger auch schon entsprechend, erscheinen in Versammlungen, zu denen sie nicht eingeladen sind und verhindern mit müdem Geschrei und Geschimpfe den Redner am Sprechen, drohen mit 'Tätlichkeiten, mit einem Wort ver-1 halten sich, wie es Hakenkreuzler und Heim- wehrler nicht anders tun könnten. ! Auch die gestrige von der Ortsstelle. Sankt Peter einberufenen Invalidenversammlung verlief in dieser Weise und mußte, nachdem sich der Vorsitzende Bürgermeistevstellvertreter Gen. Roßmänn vergeblich bemüht hatte, das Toben der Schreier in der Saischek-Gruppe zum Stillstand zu bringen und dein Referenten Dr. Maier Gehör zu verschaffen, geschlossen werden, ohne daß die Tagesordnung hätte durchgeführt werden können. Die Genossen der Ortsstelle St. Peter werden in der nächsten Zeit eine zweite Versammlung abhalten müssen, um ungestört vom „Genossen" Saischek ihre Beschlüsse fassen zu können. Immerhin aber wird dieses Vorgehen nun wohl auch manchem Anhänger Saischeks die Augen öffnen. Saischek mag in seinem Konflikt mit dem Landesverband im Recht oder im Unrecht sein, er setzt sich jedenfalls ins Unrecht, sobald er sich nicht nur nicht scheut, um persönlicher Differenzen willen durch sein Vorgehen die Organisation lahmzulegen, sondern auch Anstalten trifft, die Invaliden ins Lager der Invalidenfeinde zu locken, in das Lager jener Ehristlichsozialen, denen von den Sozialdemokraten jede, auch nur die kleinste Verbesserung des traurigen Loses der Invaliden unter schweren Kämpfen abgerungen werden mußte. Es wird nun Zeit, daß sich sowohl die Parteigenossen als auch die übrigen Invaliden, die im Konflikt Saischeks mit dem Landesverband auf Saischeks Seite ' ehen, besinnen, ob sie ihm auch aus diesem Wege folgen wallen, ob sie, wie er, um persönlicher Differenzen willen die Partei verraten/ und. — das allerdings nicht wie er — damit auch ihre eigenen Interessen und die Invaliden schädigen wollen.. ste^r^übrige^ ^ K 6 ^ ! 7 8 N X ä litt 8 N fÜN V I L 0 ll X 8 7 ^ 7 I 0 fi ^ 18^87087 Ditz^Gemeinde Wie« und die Kriegsopfer. Der Reichsbund der Kriegsopfer Oesterreichs schreibt uns: ^Lkotz genauer Kenntnis des Invalidenentschädigungsgesetzes und entgegen den ganz klaren Bestimmungen dieses Gesetzes hat die Gemeinde Wien bis vor kurzem den alten und bresthaften Kriegsopfern, die in der Ver- sorgung sich befinden, diese Rente kurzerhand weggenommen. Erst dem energischen Einschreiten des Reichsbundes der Kriegsopfer ist es zu verdanken, daß diese Aermsten ihre Renten erhalten. Nun will sich -die Gemeinde Wien bei den zumeist selbst armen und oft arbeitslosen Verwandten dieser Leute schadlos halten und sucht unter allen möglichen Schikanen diese Verwandten zur zumindest teilweisen Tramrng der Verpflegskosten zu zwingen. Die seinerzeit^ unrechtmäßig beschlagnahmten Ren fe- zurWzuzahlen, weigert sich aber die reiche GemeindsMisn hartnäckig. Kriegsopfern, welche deshalb anfrugen, - whrhb.- vom Anstaltspersonal in barschem Tone ryitz dem Hinauswurf gedroht. So sieht die von dtzr .Magistratsdirektion seinerzeit zuge- ficherte „individuelle^ Behandlung derartiger Gesuche aus! Diese zu llnncht von der Gemeinde beschlagnahmten Renten machen zusammen weit über eine Milliarde Kronen aus. Man stelle sich nur vor. welches markerschütternd« Geschrei die Herren der Rat- hauZpartei erheben würden, wenn diese Freveltat von s einer anderen Seite begangen worden wäre. Daß man allen diesen Rentebeziehern das allen anderen Pfleglingen zugestandene Taschengeld vorenthält, darf ja bei diesem „Wohlwollen" gegenüber Kriegsopfern nicht weiter wundernehmen. Aber nicht genug damit, nunmehr sucht man alle diese armen Teufel wieder derart einzu- schüchtern, daß sie neuerdings auf ihre Rente zugunsten! der Gemeinde Wien „freiwillig" verzichten, andernfalls droht man ihnen an. künftig keine Kleider, keine Wäsche, keine Schuhe mehr zu geben. Vor solchem Vorgehen muß sich jeder Mensch, -er noch ein Herz im Leibe hat/, mit Abscheu abwenden, denn das ist nicht nur schäbig, sonhern auch gemein." ' »«s c > 7 c k ü ««« c « 7 li n x > c« o o x >i«c n 7 «7 ! o« k k i L li 8 k ll L 7 JunkleMrsiime im zeMmlSerband ^ der MMdalide«. Der „Reichspost" wird geschrieben: Beim sozialdema- kratischsn Zentralverband der Zivilinvaliden gehen merkwürdige Dinge vor. In der letzten Zeit seines Bestandes benötigte der Verband alle paar Monate einen neuen Obmann. So bekleidete m alphabetischer Reihenfolge Adame k, Däubner, Pierhacker, Rotfuchs, Sindelaund Zajic dieses hohe Ehrenamt. Arjic war iibrigens auch in der zeitlichen Reihenfolge der letzte. Mit ihm wollte es der Zentralverband offenbar genug des grausamen Spieles sein lassen, denn er beschloß, sich mit; der Krüppelgemeinschaft zu vereinigen. Bei dieser Gelegenheit kamen verschiedene Machenschaften ans Lages^ licht. Als mit den Mitgliedern auch die Kasse über-; nommen werde-, sollte, zeigte es sich, daß beträchtliche ^ ^Summen der Sterbekasse, aus den Subventionen der Ge-! Ende Wien und der Wiener Arbeiterkammer, aus den Sammlungen usw„ unauffindbar waren. Herr Zajic, Seit frühere Sekretär dis Verbandes, verantwortlicher Schrift-, leiter des Verbandsorgans war, zog angesichts der leeren; Kassen die Konsequenzen und trat von seiner Obmannstells zurück; außerdem sind noch z ahlreiche Vor st and s-; Mitglieds rMMs geschlossen worden. Dis Mit-^ glieder zogen noW ihre eigenen Schlußfolgerungen. Sie; treten massenhaft >zum Reichsverband der Arleitsinvaliden über, manchmal gleich korporativ als Ortsgruppe. Von Franz Zajic, dem letzten Obmann, war noch, ! bekannt, daß er mit Dem roten Vorsteher des Fürsorge- ^ institutes in Hernals 5tein h ar - t auf sehr gutem Fuß stand und Reinhardt war auch der erste, der,die Mit-' glieder des Reichsverbandes der ÄrbeiKmvaliden' boykottierte. Auch sonst hatte' Zajic sehr güte einflußreiche Freunde in -er sozialdemokratischen Partei, die sich' nun nach Kräften bemühen, einen Skandal zu unter-! drücken. Auch den Mitgliedern wurde aufgetragen, aus „Pa r t e id i s z ip l i n" die peinliche Angelegenheit totzuschwsigen. Die Verärgerung ist aber zu groß und läßt - sich nicht einmal mehr beim rötesten Zivilinvaliden unterdrücken. Schließlich ist es das Geld dieser Aermsten, das auf so geheimnisvolle Weife verschwunden ist. Hoffentlich bringt das Gericht, bei dem die Angelegenheit bereits anhängig gemacht wurde, noch mehr Licht in das Dunkel der verschwundenen Millionen. v «k.sc>7c«x»>i!ick 7 u» x ! c « (Ll-sr) M A««l Skk AeMkS W8w Die Obmänner und deren Stellvertreter von 12 Bezirks- und 81 Ortsgruppen des Landesverbandes der. Kriegsbeschädigten, Kriegerwitwen und -waisen SteiermarKs haben in ihrer Konferenz, die . am . Sonntag in Kapfenberg stattfand, den Saischekleulen die Antwort auf ihr Treiben gegeben. Tiefste Empörung wuchtete in der Sprache der Kriegsopfervertretet des ganzen Landes, die Verleumdungen zuruckgewrefen, die Mörderischen Umtriebe der Saifchekleute ausgezeigt und die von ihnen dem christlichen Gegenverbänd aus Eigennutz geleisteten Hilfs- und Liebesdienste gebrand- markt wurden. Und mit Heller Begeisterung wurde von allen, ohne Ausnahme, das Treugelöbnis zum Landesverband abgelegt. Zerstört ist ein Kr alle Mal Las M ä r ch e n, daß hinter Saischek und Rischner eine t Mehrheit stunde. Graz und Umgebung sind für Saischek verloren, sie stellen sich inter 'den Landesverband. Und daß sich die'Kriegsopfer des Oberen Murtales nicht mehr irresühren lassen, beweisen Versammlungen in Knittelfeld Und in Iudenburg, beweist beispielsweise das Telegramm der Ortsgruppe Obdach in diesem Bereich; worin sie ihre Verbandstreue klar ausspricht und sich damit gegen Rischner stellt! Ohne Unterschied der parteipolitischen Zugehörigkeit haben, alle Redner den christlichen Invalidenverband als Regierungs- söldner abgelehntz haben ihrer Verachtung für Saischek und seine- verräterischen 'Komplicen Ausdruck gegeben und.damit auch alle bürgerlichen Blätter Lügen gestraft, welche mit dem Werkzeug Saischek ihre Hetze gegen den Landes-! verband und Gen. Rückt betreiben. Diese ganze! Hetze wurde einhellig als das erkannt, was sie! ist: als der Versuch, die geschlossene Kriegsopferorganisation zg zertrümmern, um deren Ansturm gegen die invalidenfeindliche Regierung abzuschwächen. Dieser Versuch ist mißlungen. Dies zeigt folgende, einstimmig angenommene -. Resolution: „Die heute am 28. August' in Kapfenberg versammelten Obmänner der Orts- und Be- zirksgruppen des Landesverbandes und der Mitglieder des Landesverbandsüusschusses haben die Berichte über die gegenwärtige organisatorische Lage des Landesverbands zur Kenntnis genommen.'Sie haben zur Kenntnis nehmen müssen, daß einige Funktionäre der Organisation aus Gründen des Eigennutzes vor Verrat und Zersplitterung der Organisation nicht zurückgeschreckt sind. Dis Versammelten halten sich or Augen, daß der demnächst beginnende Kampf m die 10. Novelle eine in seder Beziehung kampffähige und geschlossene Organisation zur Voraussetzung haben muß. Uin nun in organisatorischer Beziehung vollkommen reinen Tisch zu schaffen und die kranken Teils des Verbandes auszumerzen, fordern die Versammelten den Landesvsrbandsausschuß aus, alle jene Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, eins Zersplitterung, bezw. weiteren Verrat von Organisationstsilen an die gegnerischen Verbände hintanzuhalten. Die Anwesenden sind der Auffassung, Laß ds im Interesse der Kriegsopferschaft gelegen ist, rasch und rücksichtslos gegen jene einzuschreitertz welch« in den letzten Monaten als offenkundige Verräter und Feinde der Organisation sich entpuppt haben. Der Landesverbaondsausschuß wird auch ausgefordert, alles zu unternehmen, was geeignet ist, irregesührte Funktionäre Und Mitgliedergruppen wieder in den Dienst unserer Sache und der Organisation zu stellen und allös zu unternehmen, um in organisatorischer Beziehung völlige Klarheit zu schaffen." ' Nachdem der Zentralverbandsobmünn Schnürmacher (Wien) über die Forderungen der Kriegsopfer und deren Ablehnung durch die Regierung und die Mehrheitsparteien gesprochen hatte, wurden die Vorbereitungen zum jetzt einsetzenden Ansturm um die Erfüllung der Forderungen besprochen. Die Tagung beschloß dann folgende Entschließung: „Dis heute am 26. August in Kapfenberg versammelten Obmänner der zum Landesverband der Kriegsbeschädigten gehörigen Orts- ünd Bezirksgruppen fordern den Zentralverband auf, die bereits im September v. I. der Regierung überreichten Forderungen zur zehnten Novelle auf das nachdrücklichste zu vertreten,,.. Die versammelleg Obmänner verlangen im Namen der von ihnen vertretenen 20.000 Mitglieder, daß seitens der Zentralorganisatiyn alle Maßnahmen ergriffen und alle Wege beschritten werden, welche der Erreichung des Zieles, das ist eine Besserstellung der Kriegsopferversorgung, dienlich sind. Die versammelten Funktionäre haben tagtäglich Gelegenheit, die ungeheure Not großer Teile der Kriegsopfer, insbesondere der Kid gerwitwen und Hinterbliebenen, zu beobachten und würden es als unbegreifliche Unterlassung ansehen, wenn die maßgebenden Regierungsstellen die Behandlung der ohnedies bescheidenen Forderungen unsrer Organisation, weiterhin verzögern würden. Dem Zentralverband rufen die heute versammelten Obmänner dex steirifchen Verbandsortsgruppen nochmals zu, keinen Weg unbeschritten zu lassen, der zu eistet Abhilfe der schrecklichen Not der Kriegsopfer führen kann." So hat diese Konferenz gute Arbeit im Interesse der Kriegsopfer geleistet: die Stärke der Organisation wurde dargetan, die Verräter qb- gelehnt und der Regierung ein Herbststurm angekündigt. der den Kriegsopfern eine Besserung ihrer Notlage bringen muß. _ / . «n s c! m «X«X X c» 5ii« Xik« llll IM (ltisol "°'4. g. ISA S) rr r-» L» US r-» «» Z 8 d W S Sl S S 4 « « « rr Li, «» r» L 8 « « 2 » «> N « s M « K « '2 «A « » » « 'S w « « s^r L « «K « »«-«» E» ^ >G ,«» ZG 8 ^ Z « Gr D» KL« « E K 8 ^ Zd « K «^ 4 Z§ SS.S HM« d « 8L° « d§ WL. ^ Der Jnvalidenrat Lechner von der Keilanstalt für Kopfverletzte und Nervenkranke, XIX., Krottcubachstraße 9, beging üm 13. August d. I. nn Jnvalidenamt, Magistratsabteilung 11, einen Selbstmordversuch. Er wurde von der Rettungsgesellschaft in düs Wilyelmmciispital gebracht und von dort am 14. August seiner Familie überstellt. Jnvalidenrat Lechner hatte am 13. August, unter dem Titel'. „An alle, die cs wissen sollen!", einen ausführlichen A b s ch i e d s b r i e f geschrieben. In diesem teilte er mit, daß er im Februar 1923 in die Kopfschutzstation des Direktors Professors B u ch n e r kam. Er schrieb: „Schon in den ersten Wochen meines dortigen Aufenthaltes bemerkte ich die krassesten rlsSslstcmde, Für über M Patienten nnd über 58 ichwachsinnige Kinder, sowie mehrere Privatpatienten, war nur ein Arzt; viel zuwenig Pflegerinnen unvollständiges und schlechtes Verbandsmaterial, zuwenig Medikamente, Zimmer und Betten schmutzig, von Ungeziffer wimmelnd und ungenügende und schlecht zubereitete Kost." Lechner schildert nun, wie schwer er während seiner 5jährigen Tätigkeit die „allernotwendigsten, jedoch äußerst billigen Verbesserungen" gegenüber dem Direktor Professor Büchner, der „früher selbst Jnvalidenrat und ein blutarmer Mensch war", durchsetzte. Schließlich gelang es Professor Büchner, einige Kriegs- Geschädigte der Anstalt gegen den Jnvali- deurat Lechner zu bringen. Die von diesen Kriegsbeschädigten erhobenen „verlogenen Anschuldigungen bauschte Büchner auf", um mit Hilfe der in Betracht kommenden Aeinter und Behörden Lechner, mit der Begründung, er „sei nicht mehr anstaltsbedürftig", aus der Anstalt zu bringen. Lechner. willigte schließlich ein. die Anstalt zu verlassen, wenn die Anstalt bestehe» bleibt, niemand entlassen wird, die Schulden der Kriegsbeschädigten der Anstalt gestrichen werden undwenn ihm emErwerbzugesichert werden würde. Daraufhin verpflichtete sich Büchner, 2000 Schilling zu erlegen, wenn Lechner den Nachweis zur Gründung einer Existenz erbringe. So kam cs schließlich zum Ankauf eines Fetthandelsgeschäftes, wo Büchner den Kaufvertrag in der Höhe von 2180 8 abschloß. Er zahlte dann „1588 8 und dann poch 280 8 bar aus". 388 8 erhielt Lechner als Einkaussacld und für den Lebensunterhalt seiner Familie. Doch das Fetthandelsgeschäft war lebensunfähig. Lechner nahm ein Darlehen auf seine Rente auf, um das GeschO aufrecht zu erhalten. Schließlich versetzte er Habselnteitcn: doch es nützte nichts, er ging mit seinem Geschäft zugrunde. Lechner schloß sein Schreiben: „Heute ist aste Möglichkeit geschwunden, jemals wieder emporzukommeu Trotz Arbeitseifer bin ich mit meiner unschuldigen Familie dem Verderben preisgegeben. Keine Rente, keine Unterstützung, alles versetzt — wo bleibt da eine Hoffnung? Ein reichgemordcner Mann, der um seine Emnahmsquelle fürchtete und davor bangte, daß seine ungezählten unschönen Handlungen durch Mick ans Tageslicht kommen, bat mich durch sein . Geld und seine Vsrb'mdungc» zur Strecke gebracht,' wie schon siele vor - mir. Herr Professor Büchner w-Mie um ZW Schilling den Titel eines Hof- -- rates durch mich erhalten. Vielleicht bekommt er ihn jetzt billiger über sine zerstörte Familie und einem Menschenleben." So weit das bei Lechner am Tage seines . Selbstmordversuches Vorgefundene Schreiben. Aus diesem ist ersichtlich, daß es ^ Professor Büchner nicht so sehr darum zu! tun war, dem Jnvalidenrat Lechner zu helfen, sondern vielmehr ihn zum Schweigen zu bringen. Wer von den Kriegsbeschädigten, der die Kopfschutzstatio« „als nicht mehr anstaltsbedürftig" verlassen hat, hat von Professor Büchner auch nur einen Groschen Abfertigung bekomme»? Das Bezeichnende aber daran ist, daß ^ auch Brandeisz, der Präsident des Landesverbandes der Kriegsinvaliden, an dieser Geschichte mitbeteiligt ist. Der Gutschein Uber die 2000 Schilling, wovon ein Exemplar der Professor Büchner, eines der Präsident Brandeisz und das dritte der Invalidenrat Lechner erhielt, ist von Büchner und Brandeisz gezeichnet. Diese schändliche Vereinbarung hat folgenden Wortlaut: GutschSM Die Unterzeichneten verpflichten sich, Ihnen, am Tage, wo Sie den Nachweis der Gründung einer Existenz erbringen, 8 2l!üv.— (d. s. zweitausend Schilling) zu Ihren Händen zu erlegen. Wien, am 21. Februar 1928. Professor Büchner. M. Brandeisz. Aus diesem Dokument ist ersichtlich, daß die 2000 Schilling Büchner und Brandeisz gegeben haben. Wie kommt Brandeisz dazu? 200 8 hat Brandeisz am 1. Mar Lechner als Unterstützung gegeben. Seit wann gibt der Landesverband so verhältnismäßig hohe Unterstützungen? - Mit welcher Begründung hat diese 200 Schilling ' Brandeisz gegeben? Aber nicht nur Brandeisz, sondern auch Ministerialrat Dr. Alfons Fora Mitti, der Vorstand vom VolksgesundhsiLs- amt, soll bei dieser Geschichte milverwickelt sein. Wie uns berichtet wird, soll er, und nicht Professor Büchner, die 2000 8 gegeben ha- : den. Schließlich erklärte man, auf Grund der verlangten Haststellung, dem Invalidenrat Lechner, daß die Eigentümer des für Lechner gekauften Fetthandelsgeschäf- j Les Fora Mitti und Büchner seien. ^ Der Kriegsinvalidenschaft muß AuskLä- ! rung gegeben werden. Sie mutz erfahren, j wer nun eigentlich das Geld gegeben hat: Büchner oder Brandeisz, oder Fora Mitti, oder alle mitsammen? Warum es gegeben wurde, ist aus einem Dokument erficht- ! lich, das der Invalidenrat Lechner in Gegenwart Büchners, Brandeisz' und Fora Mittis unterschreiben mußte. Es hat folgenden Wortlaut: Revers Mit Rücksicht auf die oben geinachten Zusicherungen (Erlegung von 2000 8. D. Red.), verpflichte ich mich, am 22. Februar 1928 abends, die Heilanstalt für Kopfverletzte und Nervenkranke, Wien, XIX., KroL- tenbachstraße, zu verlassen und mich dorr weder organisatorisch, noch sonst wie zu betätigen. Ebenso Verspreche ich, dag ich gegen die Anstalt gerichtete Unternehmungen nicht unterstützen werde. Wien, am 21. Februar 1928. Ioh. Friedr. Lechner. Was mutz Lechner wissen, daß er für die 2000 Schilling solch einen Revers unterschreiben mußte? Was gibt es da zu vertuschen? Wir werden auf all das noch ausführlich zu sprechen kommen. Der Kriegsinvalidest- schaft muß Rechenschaft gegeben werden, mH, mit jenen aufzuräumen, die Butter am Kopf haben und daher nicht in die Sonite gehen dürfen. Z . - ll o X u ^ s z I I o» : llii Mk i/i« (Asn) 8 . 8 . 1928 DZ^ZuMnde in der.HeilmstM! ^ für nervenkranke Invalide ^ ^ Bericht des Invalideurates Lechmr ^ Der Invalidenrat Lechne r, der unter der Bedingung 2000 Abfertigung erhielt, um sich in der Heilanstalt für Kopfvcrletzle und Nervenkranke, X>X., Krottenbachstraße, „weder organisatorisch noch sonst wie zu betätigen" und ..gegen die Anstalt gerichtete Unternehmungen nicht zu unterstützen", berichtet uns über die Zustände in dieser Anstalt, indem er sich mcht verpflichtet fühlt, den von ihm unterschriebenen Revers zu halten. In der Anstalt sind ungefähr 150 Kriegsbeschädigte, 30 bis 00 schwachsinnige Kinder und 4 bis 5 Privatpatienten untergebracht. Für diesen Belegstand versieht bloß ein Arzt den Dienst. Täglich von 4 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends sowie an Sonntagen von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends hat der Arzt Ausgang, so daß während dieser Zeit kein Arzt zur Verfügung steht. Nebst diesem Belegstand kommen noch 25 bis 30 in ambulatorischer Behandlung stehenden Kriegsbeschädigte in Betracht. Für alle Patienten steht nur e i n Masseur zur Verfügung. Als Aufsichtsperson über die schwachsinnigen Kinder sind ein schwachsinniger Mann und mehrere un- ausgehildete Kindermädchen angestellt. Zu den Kindern wird niemand zugelallen. Das betreffende Kind, zu dem ein Besuch kommt, wird schnell gewcochen und ungezogen, um es daun erst, nach Ablauf einer Viertelstunde. dem Besuch vorgeführt zu werdeu.-Den Kanzleidienst versieht bloß die Frau des Direktors. Als Heizer und als Portier, wovon letzterer 6 8' pro Woche erhält, sind kriegsbescbäSigre Patienten der Anstalt beschäftigt. Für die Reinigung der Anstalt ist nur e i n Kriegsbeschädigter angestellt, der als Zimmermaler, Anstreicher. Tischler, Schlosser, Maurer und Glaser arbeiten mutz. Trotzdem der Direktor Prof. Büchner Funktionär des Landesverbandes der Kriegsinvaliden ist, nimmt er für das Bedienungspersonal mit Vorliebe Unorganisierte auf. Die Pflegeschwestsrn müssen llsberstunden leisten, wofür sie nur im Pauschal bezahlt werden. Es' kommt vor. daß sie'24 Stunden ununterbrochen Dienst machen müssen, dis sie erschöpft zusammenbrechen. Tie Spar matz nah men aus Kosten der Kriegsbeschädigten gehen so weit, daß z. B. die Hauptstieqe nicht beleuchtet ist, demzufolge sich schon mehrere Unfälle ereignet haben. Der. Kriegsbeschädi;te Iusi n ger Josef hat sich durch solch einen Unfall Verletzungen zugezogen, denen zufolge er vier Wochen bettlägerig war. Prof. Büchner wollte ihm 300 8 Entschädigung geben. Bei der von ihm gegen Büchner geführten gerichtlichen Klage wurden die Zeugen des Kriegsbeschädigten Iusinger nicht zugelasseu Trotz Urgenz konnte dieser Kriegsbeschädigte über die Verhandlung, die im Herbst 1927 stattgefunden hat. bis zum heutigen Tage keine Urteilsschrift erhalten. Prof. Büchner behauptet, daß die Stiege abgesperrt sei, was aber nicht der Tatsache entspricht, denn sanft Hütten auf dieser Stiege die Kriegsinvaliden Brutzl, Ossovski, Brandt und die Pflegeschwestern Irmgar d und Rada nicht Unfälle erleiden können. All die Beschwerden, die über all das der Invalidenrat Lechner führte, waren fast durchwegs vergeblich. Im Ministerium für soziale Fürsorge erklärte man dem Jnvalidenrat Lechner, daß inan gegen Prof. Büchner nicht auskommen könne, weil er zu gute Verbindungen habe. Man behauptet im Ministerium und im Landesverband Wien. datz'Mxof.. Büchner Lei-. Dr.. Seipel...ein- und nusgehe.' Unter solchen Verhältnissen ist es auch begreiflich, daß der Prof. Büchner Kriegsbeschädigte in der Standesliste führen konnte, die längst nicht mehr in der Anstalt waren — worüber in der Presse schon des öfteren berichtet wurde. Seinerzeit hat dies sogar Rationalrat Sever im Parlament aufgezeigt; doch alles ist im Sand verlaufen, Prof, Büchner hat eine ganz bezeichnende politische Laufbahn hinter sich. Jur Jahrs 1918-1919 war er noch ein armer Teufel und fungierte als Jnvalidenrat, wo er sich sehr linksradikal gebärdete und daher als Kommunist verschrien war. Im Jahre 1920-1921 war er Sozialdemokrat; im Jahre 1922-1923 Deutschnationaler: im Zähre MZ bis 1927 Ehristlichsozialer, wo er die Funktion eines Bezirksrates ausübte und im Jahre 1927 Kandidat der Demokraten. Er ist vom Beruf Volksschuklehrer und wurde vom Prof. Tandler zum Professor für Heilpädagogig ernannt. Heute be sitzt Prof. Büchner das Schloß Plankenwart bei Graz in Steiermark, dos Bad Bals in Ungarn, das ungefähr die Hälfte so groß wie das Bersorgungsheim Lainz sein soll und drei Häuser in Döbling, einen großen Wirtschaftsvesitz in Lilienfeld in Niederösterreich. So herrscht dieser wandlungsfähige Herr Büchner mit seinem Gelds und wird es so lange vermögen, so lange die Invalide n- schaft durch ihre Organisation den cnstlichen Kampf gegen diese Herrschaft, dsrzufolge die geschilderten Zustände möglich sind, nicht ausnimmt. Dieser Kampf wird aber zu gleicher Zeit auch gegen Zustände im Ministerium für soziale Fürsorge und gegen Zustände im Landesverband der Kriegs- innaliden zu führen sein, worüber noch gesprochen werden wird. Zu diesem Bericht wollen wir in Erinnerung rufen, daß wir über diese geschilderten Zustände im Frühjahr d. I. durch unsere Fraktion in der ArbeiLerkammer eine Inspizierung der Kopfschußstation beantragt haben und damals den Landesverband aufforderten, an dieser Inspizierung teilzunehmen. Die sozialdemokratische Mehrheit der Arbeiterkammer hat unseren Antrag abgelehnt und der Landesverband ließ unsere schriftliche Aufforderung unbeantwortet. Vielleicht wird sich nun, auf Grund des Berichtes vom Znvalidenrat Lechner,. die Arbeiterkammer und der Landes- f verband endlich einmal bemüßigt sehen, sich um die ganze, des öfteren schon aufgezeigte Angelegenheit, zu bekümmern, was uns vor allem veranlaßt, die Berichte des Iuvalidenrates Lechner zu veröffentlichen. Znvalidenrat Lechner ersucht uns, noch folgendes zu veröffentlichen: ^ „Da innerhalb der Jnvalidenschaft die nur zu berechtigte Frage aufgerollt wurde: .Warum berichtet erst jetzt nach fünf Jahren Lechner all die feit Jahren begangenen Unrechte'?' möchte ich mir erlauben, folgendes bekanntzugeben: Seit Beginn meiner Tätigkeit bemühte ich mich —' jedoch immer vergeblich — in der Oeffentlichkeit alle Mißstände in der Kopfschußstation auszuzeigen. Artikel von mir wurden in keiner Redaktion der großen Tageszeitungen angenommen und Beschwerden im Ministerium für soziale Fürsorge fruchteten sehr wenig. Warum meine Artikeln nicht veröffentlicht wurden, erfuhr ich erst nach meinem Anstaltsaustritt von einem langjährigen Kameraden und Funktionär, der mir mitteilte, Pros. Büchner ließ ihn rufen und ersuchte ihn, die „Note Fahne" zu veranlassen, keine Artikel von Lechner entgegenzunehme«; die übrigen christlichsozialen und sozialdemokratischen Blatter haben er (Prof. Büchner) und Präsident Brandeisz vollständig in der Hand, so daß es Lechner unmöglich gemacht wird, irgendeine Veröffentlichung durchzuführen. Gleich nach dieser Unterredung, die für Prof. Buchnsx ergebnislos blieb, teilte mir genannter Funktionär all dies mit, worauf ich mit der Verfassung meiner Erlebnisse begann und sie jetzt in der „Roten Fahnä" veröffentliche. Joh. Friedr. Lechner." i »ksc! 7c»X»«xck 7UK I>VXlIXcX7«7>0X (Kk-sr) MGler ««Will Mk« SmIN MI MiLleilung in der KrregsopierverfammlM im Keplerkino. Es wird noch in Erinnerung sein, dah'uv den irrsten Märztagen im Keplerkino von Melbera- ienen die Bomben in die Einheitsfront der stei- rischen Kriegsopfer geworfen wurden^ Anr fl. September abends versammelten sich wie' im Keplerkino die Kiegsopfer des 4. GrirzMive- jirkes. Ein Sturm gerechter Empörumz^ging durch die dichtgedrängten Reihen, als^Feich eingangs der Versammlung Gemeinderat Genosse Langhardt die aufsehenerregende Mitteilung inachte, daß tags zuvor einer der Getreuesten Saischeks wegen eines geplanten Revolverattentates auf den Landesverbandsobmann Gen. Rück! verhaftet und in das Landesgrricht eirrgeliesert wurde. Die Patronen zu den beiden Mordwaffen. die dem Verhafteten abgsnommen wurden, fand man in den Taschen — Saischeks. Auch dieser sei verhaftet worden, befinde sich !edoch wieder auf freiem Fuß. Das ist das wahre pesicht der Leute, die — wenn es nicht anders geht — auch vor Verbrechen nicht zurückscheuen Würden. Haben doch manche ihrer Wortführer su wiederholten Malen Äußerungen getan, die slutige Gewalt zum Inhalt hatten. Ms nächster sprach Landesverbandsobmann Len. Rückll, mit stürmischem Beifall begrüßt, in einem trefflichen Referat über die bestehenden Verhältnisse und über den Kampf um die zehnte Novelle. Als Obmann Rückl am Schlüsse seiner Ausführungen erklärte, er werde sich auch durch ^ie verabscheuenswerte Methode der Gewalt nicht scheuen, weiter an der Spitze des Verbandes zu »leiben, solange er die überwältigende Mehrheit der KriKMnvaliden auf seiner Seite wisse, erntete ^^stürmischen, langandauernden Beifall. en. Langhardt besprach eingehend die Ur-j fachen, die zu einer Gründung der Ortsgruppe ^ Graz 2 geführt haben. Er widerlegte die Lügend und Verleumdungen, die über seine Person in Umlauf gebracht wurden. Lebhafte Entrüstungsrufe unterbrachen mehrmals seine Ausführungen und mehr als einmal ertönte der Ruf: „Weg mit diesen Organisationsschädlingen!" Dann sprachen noch die Genossen Gubic, Held u. a. Von zwei Kameraden wurden Resolutionen eingebracht, die verlangen, daß jede Gemeinschaft mit den Saischekleuten abgebrochen werde. Diese Resolutionen wurden einstimmig angenommen. In die Bezirksleitung wurden die Genossen G u b i e und Brudniak gewählt. Gen. Kellner sprach in seinem Schlußwort über die notwendige Reinigung im Verbände und dankte den Referenten für ihre Ausführungen. Die Mitteilungen des Gen. Langhardt werden unsere Leser nur mit Erbitterung zur Kenntnis nehmen. Geben sie doch Zeugnis davon, daß manchen gedungenen Individuen die Erledigung des Streites innerhalb der Invalidenschaft bei dem Mangel an sachlich fundierten Argumenten am einfachsten mit der — Mordwaffe erscheint. So krank, so verwildert, so bal- kanisiert sind manche Köpfe, daß sie meinen, ihr Wille müsse als Befehl gelten; wer sich ihm nicht beugt, der müsse es einfach mit dem Leben bezahlen. Die Aufdeckung des Mordanschlages sei eine Warnung vor allem für die Saischek-Iabor- nrgg, den Bogen nicht zu überspannen, er könnte sonst sehr rasch und sehr leicht zerbrechen.^ ^ si k 6 5 ! 7 l N k ä 5 N 7 Ü N ^ I ^ l L ^ 3 ? 0 8 7 I^Mführmrg der Kriegsopfer im BurgerrkmZ. Fn der heutigen Sitzung des Nationalrates stellten He Abgeordneten Gangl, Dr. Drexel, Kroboth umd Genossen an den Bundesminister für soziale Verwaltung die nachstehende Anfrage: Der Landesverband Burgenland der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen Oesterreichs, Wien, 7. Bezirk, Lerchenfelderstraße 1, hat durch seinen Obmann Stephan Berkowitsch folgende Zuschrift an alle Kriegerwitwen des Burgenlandes gerichtet: „Landesverband Burgenland der Kriegsinvaliden und . Kriegshinterbliebenen Oesterreichs, Wien, 7. Bezirk, , Lerchenfelderstraße 1. Merkblatt für Witwen. Wertes Mitglied! Nachstehende Rubriken sind genau auszufüllen, da die Organisation dieses Merkblatt unbedingt benötigt, um es dem Ministerium borzulegen, bezw. der Jnvalidenentschädigungs- kommission übermitteln zu können. Es handelt sich vor allem um die kommende Notstands- unterstühung sowie um die Erhöhung der Renten. Wer daher dieses Formular nicht oder mangelhaft ausfüllt, verliert seine Rechte. Es sind daher die Rubriken genau auszufüllen und nachher ist das Formular dem Ortsgruppenobmann zu übergeben. Name der Witwe, Adresse, Geschäfts- und Bemessungszahl des Rentenbescheides, Name des Gefallenen (Vermißten), Geburtsdatum des Gefallenen (Vermißten), wann gefallen, Anzahl der Kinder, Namen und Geburtsdaten der Kinder. Wer nicht in der Lage ist, dieses Formular auszusüllen, kann sich an den Ortsgruppenobmann oder an irgendeine andere Person wenden." Dieses Vorgehen, welchem von den Organen ^s-ses Verbandes schon des öfteren Erklärungen und' Be-- hauptungen ähnlichen Inhaltes vorausgegangen sind, ist eine Irreführung der Kriegsopfer und eine Herabsetzung der Autorität des Staates. Es wird nämlich die Auffassung verbreitet, als würden die Renten und Notstands- Unterstützungen nicht vom Staat und durch dessen Organe gewährt, sondern durch die Gunst einer parteilich eingestellten Organisation verschafft. Diesem Schritt müssen wir um so mehr unsere Aufmerksamkeit schenken, da der Obmann des Verbandes Stephan Berkowitsch in den verschiedenen Kommissionen der Jnvalidenentschädigungs- kommission für Wien, Niederösterreich und Burgenland Sitz und Stimme hat und sein Vorgehen leicht im Licht eines amtlichen Schrittes erscheinen könnte. Dis Unter- fertigten stellen deshalb an den Herrn Bundesminister für soziale Verwaltung folgende Anfrage: Ist der Herr Bundesminister geneigt, den Kriegsopfer de» Burgenlandes eine amtliche Verständigung zukommen z lassen, darin deutlich ausgesprochen wird, daß Renten un Unterstützungen nur vom Staat und durch dessen Organ gewährt werden und daß der Landesverband Burgenland d« Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen Oesterreichs, Wie> . 7. Bezirk, Lerchenfelderstratze 1, die Kriegsopfer irreführ und daß Berkowitsch die Unwahrheit sagt, wenn er ihne droht, daß ihnen eine Rentenerhöhung verloren gehe, wen sie nicht seinem Verbände angehören und seiner Lufsorderuv Folge leisten? Der Minister betonte in der Beantwortun dieser Anfrage: „Es ist vor allem zu bemerken, daß di Behandlung der verschiedenen Aufgaben der Kriegsopfer fürsorge — wie nicht erst betont werden muß — i r Rahmen der bestehenden gesetzlichen Vor schriften erfolgt und eine Mitwirkung der Organ: sattem nur in jenem Ausmaße stattfindet, indem dis durch allgemein vsrlautbarte Vorschriften vorgesehen is: Aus diesen Gründen kann die Sicherun oder der Verlust von Rentenansprüche nicht vom beliebigen Dazwischentrete einzelner Organisationen abhängig sei' und es erscheint daher der im Merkblatt des Landes Verbandes angemaßts Einfluß als eine durchaus unzulässige Irreführung der bürgen ländischen Kriegsopfer. Die strenge Be schränkung der Organisationen auf die ihnen im Rahmei der Gesetze zukommende Mitwirkung der amtlichen Aus gaben wurde auch bei der im Zuge befindlichen Zählnn, der burgenländischen Kriegsopfer streng befolgt, inderi dis amtlichen Zählkarten unmittelbar den Kriegsopfer! zur Ausfüllung übersendet und von diesen unmittslba an die Jnvalidenentschädigungskom yMio n zuW ck »»s c i 7 c n«««n c n 7iik iiikii 00iiiiiie>i7t7>0ii MlilMllll (Lesr) Die «Unpolitischen" in -er Grazer Zuvali-en- ^ entschS-ignngskommisfion. Was ist Terror? Die Angestellten der Grazer Invalidenentschädigungskommission sind in ihrer Mehrheit im Bund der öffentlichen Angestellten organisiert. Dieser Umstand ist dem Ude-Abgeordneten Dr. Oberegger, der der Führer der steirischen „unpolitischen" öffentlichen Angestellten ist, schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Kein Mittel ist ihm schlecht genug, seinen Krieg gegen die sreigewerk- schaftliche Vetriebsgruppe anzuwenden. Die Leistung dieser gelben Organisation bestand bisher darin, den Vertrauensmännern persönliche Vorteile zu verschaffen. In Ermanglung organisatorischer Betätigung verfielen diese Gelben auf den Gedanken, mit Hilfe der Heimwehr die im Bund der öffentlichen Angestellten organisierten Angestellten nieöerzuhalten. An der Spitze der Kanzleibeamten des genannten Amtes steht, trotz des vor Jahren durchgeführten Abbaues, ein pensionierter Kanzleidirektor der steiermärkischen Landesregierung namens Faleschini, rekte Wallhauser, als Bertragsangesteltter. Das Bestreben aller rechtlich denkenden Beamten war es, diesen Leiterposten mit einem geeigneten aktiven Bunüesbeamten zu besetzen. Weil nun die gelborganisierten Beamten, einschließlich des Personalreferenten des Amtes, Dr. Krasft-Ebing, wissen, gegen die objektiven Bestrebungen der freien Gewerkschaft nicht mit Erfolg ankämpfen Zu können, versuchen sie es mit den Mitteln der Gewalt. Wie sie das machen, mag aus folgendem Schanddokument erkannt werden, das uns der Zufall in die Hände spielte: Graz, am 11. Februar 1928. Sr. Hochwohlgeboren dem Herrn Direktor Sparowitz in Kroisbach. Zur Ergänzung meiner Borsprache vom S. Februar 1928 erlaube ich mir noch folgendes vorzubringen: Dre Anfeindungen meiner Person durch den Bund der öffentlichen Angestellten. Gruppe JEK., sind ausschließlich nur auf den Umstand zurückzusühren. daß der Obmann des Bundes, Kanzleioffiztal T.die Leitung des Hilfsamtes innehaben will und somit auch die Leitung dieses Amtes (das Herz im Hause) in die Hände des Bundes fallen würde. Jakob Wallhauser. Herrn Direktor Sparowitz Kroisbach. Die gefertigte Gruppe erlaubt sich noch anschließend zu bemerken» daß >ne Betriebsgruppe bei der JEK. des Bundes der öffentlichen Angestellten die Beamtenschaft oer JEK. terrori- siierend dazu zwang, ihrer Organisation anzugehören. Im Frühjahre 1925 wurde durch Herrn Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Oberegger die Gruppe JEK. oes Landesverbandes der öffentlichen AWestMten ins. Leben gerufen, welche heute fast (f) zur feblen Mitgliederzahl (Buihd 3ch dich 10, Landesverband Gruppe IEKHM)-angefvachM ist und somit bereits ein kWftiger GegLnblock geschaffen wurde. ' Daß hie BetcitbMruppe des Bundes schon nicht im LnteWssch e.rs Dienstes und der Angestellten wirst, Woßisen bereits vorgekommene Fähe, daßffle Mken Genossen durch die verschiedetzstea, und sollten ste auch die schmutzigsten Mittel sein, scheutzn auch vor den gemeinsten Intrigen nicht zurück, die schönsten Stellen im Amte verfchasfen 'wollen, sollte es auch dem Gesetze widersprechen. Einen Beweis dafür bieten die seinerzeitigen Angriffe gegen Herrn Regierungsrat Dr. Krasft-Ebing. Nach einigen kleineren Bekämpfungen von Mitgliedern unserer unpolitischen Organisation (wer lacht da nicht? Die Red.) befindet sich Herr Ober» direktor Wallhauser in der Mitte des jetzigen Kampfes, um ihn für einen ihrer Genossen auszuspielen. Unter solchen Umständen ist ein gedeihliches Arbeiten im Interesse des Dienstes unmöglich und es wird nochmals ersucht, dahin wirken zu wollen, daß man der Vetriebsgruppe des Bundes bei der JEK. ihr Handwerk legt, daß man ihren Quertreibereien und Intrigen energisch Einhalt gebietet. Ich stand auch nach meiner Pensionierung (31. 12. 1928) im Dienste des Amtes der stmk. Landesregierung (Substitut bei der Bezirks- . hauptmannschast Gröbming) und wurde aus ausdrückliches Verlangen des Präsidiums der Invalidenentschädigungskommiflion mit der Bestimmung der Übernahme der Leitung des Hilfsamtes der Invalidenentschädigungskommission mit 15. August 1928 berufen. Diesem Austrage leistete ich Folge, weil eben der Landeshauptmann von Steiermark zugleich Vorsitzender dieses Amtes ist. Für Ihre Intervention an maßgebender Stelle im Vorhinein bestensdankend, zeichnet mit vorzüglichster Hgchqßchtung für die Landesverband der öffentlichen Angestellten, Gruppe JEK., Graz, Humboldtstraße 45. Der Schriftführer: Der Obmann: Breuer eh. Spannring eh. RschnungSoberrevtdent RechnungSrevtdent (Stampiglie). Diesen dem Heimwehrführer Sparowitz! übermittelten Schriftstücken lagen noch weitere Präsidialaktenstücke, welche nach den gesetzlichen Bestimmungen unter die Pflicht der Amtsverschwiegenheit fallen, bei. Die Heimwehr soll also dazu aufgerufen werden, der freien Gewerkschaft bei der Invalidenentschädigungskommission das Handwerk zu legen. » * » Der Heimwehr-Sparowitz wird von der „unpolitischen" Organisation aufgefordert, der Betriebsgruppe des Bundes der öffentlichen Angestellten das Handwerk zu legen! Ins Alpinedeutsch übersetzt heißt das: Nieder mit den rot o rganisierten Be amten! Dabei schreien die „Unpolitischen", an der Spitze der Udeot Oberegger, nach dem Antiterrorgesetz. Wir fragen: Auf welcher Seite ist denn der Terror zu suchen? Das Personalreferat der Invalidsnentschädigungskommis- sion führt der Vertrauensmann der gelben Organisation Dr. Krasft-Ebing. Der Vorstand des Hilfsamtes, dem die gesamten Kanzlerbeamten unterstellt sind, ist der pensionierte Kanzleidirektor und Heimwehrmann Fa- leschini, rekte Wallhauser, ein Urgermane, und der Präsident dieses Amtes ist der Herr Landeshauptmann Rintelen selbst. Und da! wagen es diese Leute, vom Terror der frei-! gewerkschaftlich organisierten Beamten zu reden! Umgekehrt ist es, denn die Versetzungen der Freigewerkschafter stehen auf Ser Tagesordnung. Die gelbe Organisation beschließt im Beisein des Personalreferenten, der ja im Ausschuß sitzt, und dieser handelt So sieht die berühmte Objektivität in diesem Amt aus. Wir sind nun neugierig, was üazck der Herr Präsident der Invalidenentschädiß gungskommifsion zu sagen hat. Wir sragenß Was ist Terror? ü 0 »( 0 5 -i I ä s I 0 li k ti 5 k 1 - 3 : r L110 V 6 Ml siMWMWglSKfonös. ^VSn Generaldirektor Sektionsches Dr. Paul Nikola. ^ Der zehnjährige Bestand der Republik Österreich, die in den Tagen nach der Beendigung des Weltkrieges gegründet worden ist, bietet den Anlaß/ auch eines Fonds zu gedenken, den das neue Staatswesen für die Opfer des unseligen Weltringens geschaffen hat. Dieser Fonds, der KriegsgeschäHgtMoniP, besteht aus einem großen Teil des eblemal/ Wärari- schen und des für das frühere ÄerrschM>^us gebundenen Vermögens und hat die DufgaW erhalten, sein Reinerträgnis für die durch den Weltkrieg in ihrer Gesundheit geschädigten oder ihres Ernährers beraubten Staatsbürger zu verwenden, so weit diese Fürsorge über jene Leistungen hinausgeht, auf welche die Kriegsgeschädigten auf Grund gesetzlicher Bestimmungen einen Anspruch gegen den Bund besitzen. Die Güter Mattighofen in Oberösterreich, Pögg- stall, Laxenburg, Vösendorf, Orth a. d. D., Mannersdorf a. d. L. und der Lainzer Tiergarten in Niederösterreich, die Untere Lobau im Gebiete der Stadt Wien und das Gut Kleinkrampen mit dem Jagdschloß Mürzsteg in Steiermark bilden nebst mehreren Häusern in Wien und Baden den Hauptbestandteil des unbeweglichen Fondsvermögens. Außerdem gehören dem Fonds aber noch der Alte Hoskeller und ein namhaftes Wertpapiervermögen. An der Spitze der Verwaltung des Fonds steht nebst dem Präsidium das Kuratorium, dem Vertreter des Nationalrates, der Landtage, der meisten Bundesministerien, des Rechnungshofes und der Invalidenorganisationen angehören. Die ökonomisch-administrative Verwaltung des Fondsvermögens wird durch die Generaldirektion und die einzelnen Gutsverwaltungen besorgt. Die Verschiedenartigkeit der einzelnen Vermögenszweige des Kriegsgeschädigtenfonds hat die Fondsverrvaltung anfänglich vor eine außerordentlich schwierige Aufgabe gestellt. Durch das einträchtige Zusammenwirken aller Organe des Fonds im Dienste seiner schönen Zweckbestimmung ist es aber gelungen, den Fonds stetig auszugestalten und seinen Bestand zu festigen, so daß er, der zur Zeit der traurigsten, wirtschaftlichen Verhältnisssse ins Leben gerufen worden ist, heute imstande ist, seine Betriebe ohne fremde Mittel zu führen und jährlich bedeutende Beträge für Zwecke der Kriegsfürsorge auszuwerfen. Über die Aufteilung der Überschüsse beschließt das Fondskuratorium. Namhafte Beträge sind bisher zur Auffüllung der Unterstützungsverläge bei den Invalidenentschädigungskommissionen, für Ferienaktionen, zugunsten von Invalidenkindern und Kriegerswaisen, für Weihnachtsaktionen der Invalidenorganisationen, der Invaliden- und Witwenheime verwendet worden. Die vom Kriegsgeschädigtenfonds diesen Zwecken bisher zugeführten Beträge belaufen sich auf über 2,000.000 Schilling. Den wertvollsten Teil des Fondsvermögens bildet das Forstgut Mattighofen, das ein geschlossenes Gebiet von mehr als 10.000 Hektar um- ^ faßt und ein vorzügliches Straßennetz sein eigen nennt. Eine Waldbahn in einer Länge von mehr als 26 Kilometer erleichtert die Bewirtschaftung dieses ausgedehnten Gutsbesitzes, zu welchem unter anderen auch noch eine eigene Imprägnierungsanstalt für Waldbahnschwellen gehört. .Bei der Fachwelt des In- und Auslandes genießt das Forstgut Mattighofen den Ruf eines Mustergutes. , In einem an Naturschönheiten reichen Gebiete liegt das Forstgut Pöggstall, welches mit dem im Tauschwege erworbenen Gute Spitz a. d. Donau vereinigt worden ist. Da dieses Gut in zahlreiche kleinere Gebietsteile zerrissen ist, sind seine Bringungsverhältnisse ziemlich ungünstige, weshalb sich die Bewirtschaftung schwierig gestaltet. Gleichwohl vervollkommnet sich sein Betrieb von Jahr zu Jahr. Das im Gutsbereiche an der Donau gelegene malerische Schloß Luberegg ist für den Betrieb einer Fremdenpension an den Gemeindearzt von Emmersdorf, das am Waldrands gelegene schmucke Schloß Erlangshof für den Betrieb eines Ferienheimes an den Landesverband Wien der Kriegsinvaliden und Kriegershinterbliebenen verpachtet. Unmittelbar vor den Toren . Wiens liegt der Lainzer Tiergarten, dessen zweckmäßige' Bewirtschaftung, da er als ein Naturschutzgebiet betrachtet wird, viele Schwierigkeiten bereitet. Die alten Eichen auf dem Iohannserkogel sowie die Buchen am Brand und Dachsgschleif sind sehenswerte Naturdenkmale. Reich ist auch der Wildstand des Tiergartens. Der weidmännisch geregelte, an den Erlag namhafter Gebühren gebundene Abschuß des Reh-, Hoch- und Damwildes, Muffel- und Schwarzwildes verschafft dem Fonds nicht unbedeutende Einnahmen. Der Tiergarten und die in seiner Mitte gelegene Hermesvilla sind während der schönen Jahreszeit! dreimal wöchentlich gegen Eintrittsgeld dem allge- j meinen Besuche zugänglich. In der Unteren Lobau bei Wien besitzt der Fonds ein ähnliches Naturschutzgebiet, dessen Bewirtschaftung den gleichen Einschränkungen unterworfen ist, wie jene des Lainzer Tiergartens. Auch hier bildet die Jagd eine bedeutende Einnahms- quelle des Fonds. Die Fondsgüter Orth a. d. D. und Männer s- dorfa. d. L. sind an die Land- und forstwirtschaftliche Betriebsgesellschaft verpachtet, deren Gesellschafter die Gemeinde Wien und der Kriegsgeschä- digtenfonds sind. Das Flächenausmaß des ersterwähnten Besitzes beträgt 7100 Hektar, wovon ungefähr die eine Hälfte auf landwirtschaftliche Grundstücke und die andere auf Wald und Auen entfällt. Die Ernteergebnisse in den verschiedenen Getreidearten und der Zuckerrübe sind infolge der Frucht-' barkeit der Gegend und der ordnungsmäßigen Be- ^ triebführung sehr befriedigende; der reichliche Nutzviehstand macht es möglich, für die Versorgung von Wien eine bedeutende Menge Milch zur Verfügung zu stellen. Auch der große Wildstand bringt in der Form von Abfchußgebühren beträchtliche Einnahmen. In einem herrlichen Parke liegt das zum Gute Orth gehörige Schloß'Eckartsau. Park und Inneneinrichtung/des Schlosses sind. sehenswert. Beide find gegen, Eintrittsgeld dem allgemeinen Besuch zugänglich. Das Gut Mannersdorf a. d. L. besitzt ein Ausmaß von 2600 Hektar, wovon der größte Teil bewaldet ist. Das kleine Gut Vösendorf ist an einen Privaten verpachtet. Der Schloßbesitz Laxenburg mit feinem aus der Babenbergerzeit stammenden alten Schlosse, feinem Blauen Hofe und dem herrlichen Park ist ein beliebter Ausflugsort der Wiener. Im Park liegt ein großer Teich, der die Mariannen- Insel sowie die romantische, von Kaiser Franz l. errichtete Franzensburg umspült, deren Einrichtung aus Spenden von Klöstern und Adeligen stammt. Kleine Tempelchen, Ritterdenkmäler, ein Turnierplatz und Grotten befriedigen die Schaulust der Besucher, die sich auch dem Vergnügen der Kahnschiff- ' fahrt hingeben können sowie das vom Fonds erbaute Lichtspieltheater und das neu eingerichtete Schwimmbad besuchen können. Dieser Schloßbesitz hat, da seine Verwaltung den Geboten des Natur- und Denkmalschutzes ständig Rechnung zu tragen hat und die Erhaltung der Gebäude und des Parkes namhafte Kosten verursacht, lange Zeit dem Fondskuratorium große Sorgen bereitet. Es ist jedoch gelungen, durch die Verpachtung des alten Schlosses und des Uhlefclderhauses an die Schule für Rhythmus „Hellerau", durch die Ausgestaltung des Grünnehauses zu einer Gastwirtschaft, durch die Einrichtung einer Abmelkmirt- schaft in den umgebauten Stallungen und durch die Überführung der gerodeten Remisen in wertvolles Ackerland allen Schwierigkeiten zu begegnen und dieses Gut ebenfalls zu einem Ertrggsgut zu machen. Seit kurzem beherbergt der Blaue Hof auch eine, von der niederöstexreichfschen Landes-Land- wirtschaftskammer errichtete Melkcrsthule. Zum Fondsgute Kleinkrampen gehört das Jagdschloß Mürz sieg, das wertvolle Schütze an Möbeln, Bildern und Iagdtrovhäen besitzt. Das in der Nähe gelegene Schloß Neuberg üa der Mürz gehört wohl den Bundesforsten, doch ist die Einrichtung dieses Schlosses Eigentum des Kriegsgeschädigtenfonds. Beide Schlösser sind für den allgemeinen Besuch gegen Eintrittsgeld geöffnet und erfreuen sich regsten Interesses in der Öffent-. lichkeit. Der Alte Hofkeller besitzt ungemein wertvolle Bestände an Tokaierweinen, Johannisberger Zehentweinen und vorzüglichen österreichischen Weinen. Zu ihm gehört auch die innerhalb des Schauflertores in der Burg errichtete Weinstube. Es ist zu hoffen, daß alle diese Güter auch weiterhin einen erfreulichen Aufschwung nehmen werden, nachdem sie die schwere Nachkriegszeit erfolgreich Überstanden haben. Es kann daher der Weiterentwicklung des Kriegsgeschädiatenfonds mit Beruhig gung entgegengesehen werden. ___^ z n 8 L > i c n x z««L n f u n ^ v o x u«k 7 ^ 11 o x Xn. MLIIM!!.^ (Lf'ar) 7ß6: ^ ^ TreMlundgebung der Wegsbescha- Wen für den Verband und Mül. Neunter ordentlicher Delegiertes des Landesverbandes der Kriegsbeschädigten Steiermarls. / Saischek der Verachtung preisgegeben. / Der Landesverband der Kriegsbeschädigten hielt am Sonntag in Bruch im großen ^ Saale des Hotels Barbolani seinen neunten ordentlichen Berbandstag ab. Am Samstag den 17. November schon konnte Verbandsobmann Gen. Rücklbei der Vorbesprechung 81 Delegierte sowie Vertreter des Zentralverbandes und der Bruderverbände begrüßen. Ernste und sachliche Arbeit füllte die Zeit von 4 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends aus und legte den Boden für die Arbeit am Verbandstag. Anschließend an diesen, der Beratung gewidmeten Teil fand um 8 Uhr abends im selben Lokal ein BegrühuNgS- abend statt. Am Sonntag tagte dann im großen Saal die Mreshaupkversammlung des Landesverbandes. an der 86 Ortsgruppen durch 122 Delegierte mit 171 Stimmen vertreten waren, um die Berichte des Borstandes und der verschiedenen Sektionen entgegenzunehmen. Ländes- verbandsobmann Bürgermeisterstellvertreter Gen. Rückl konnte mit Befriedigung feststellen, daß die Ortsgruppen fast vollzählig der Einladung gefolgt waren. Insbesondere konnte er als Vertreter des Klubs der sozialdemokratischen Bundesräte und Nationalräte Bundesrat Gen. Tuller, als Vertreter des Kluhs der sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Und der Partei Landtagsabgeordneten Gen. Wallisch, als Vertreter der Stadtgemeinde Bruck Bürgermeisterstellvertreter Gen. Krawagna und viele Vertreter von Körperschaften und Ämtern begrüßen. In einleitenden Worten verwieg Obmann Rückl darauf, daß die Kriegsopfer freudig an der Gründung und dem Ausbau des jungen Staates mitgewirkt haben. Der Inhalt des IEG. sei gegenüber der ursprünglichen Fassung nach zehn Jahren kaum mehr zu erkennen. Der Abbau der SozialpslitiK habe süt dis Kriegsopfer wesentliche Verschlechterungen des Gesetzes gebracht. Es müsse heute festgestellt werden, daß es eine Schande sei, wie Österreich die Opfer des Krieges versorge. Er Höffe, daß der Delegiertentag sich vor Augen führe, daß es einen Kampf weiter um die Verbesserung der Kriegsopferversorgung zu führen gilt. Die Voraussetzung für den Erfolg sei aber nur die Einigkeit. Bunoesrat lSen.Tu I l e r überbrachte Me Grütze des Klubs der sozialdemokratischen Nationalräte und der Partei und versicherte, daß seine Partei stets für die Interessen der Kriegsopfer eintreten werde wie bisher. Landtagsabgeordneter Gen. Wallt sch verwies darauf, daß die Mehrheitsparteien wohl für gewisse Kreise Geld übrig haben, für die Kriegsopfer jedoch keinen Groschen aufbringen wollen. Er versicherte, daß seine Kollegen und die Partei wie bisher für die Kriegsopfer eintreten werden. Bürgermeisterstellvertreter Gen. Krawagna überbrachte die Grüße der Stadtgemeinde mit der Versicherung, im Rahmen der Stadtverwaltung für die Kriegsopferinteressen einzutreten. Direktor Lobenwein hob besonders das Verdienst des Landesverbandes und speziell seines Obmannes Rückl und des Fürsorge- refereyten Bankhofer um die Iugenderho- lungsfürsorge hervor. Durch die Schaffung der beiden Kinderheime in Salvore und Arnfels habe der Landesverband ein Werk geschaffen, das weit über den Rahmen des Verbandes hinausgehe. Zentralvsrbandsob- mann Schnürmacher überbrachte die Grüße des Zentralverbandes, Präsident Brandeiß die besten Wünsche des Landesverbandes ZAen und des Landesverbandes Burgenland. Der Obmann des Landesverbandes Nis- derösterreich, Iorgy, sagte, man habe den Toten Denkmäler gesetzt Und könne sich des Eindruckes nicht erwehren, daß diese Steine die toten Kameraden verhindern sollten, aufzustehen, um gegen die schlechte Versorgung ihrer Hinterbliebenen zu protestieren. Landesverbandsobmann Rückl erklärte, daß durch Arbeit für die Kriegsopfer ein Denkmal der Pietät geschaffen werden soll. In ergreifenden Worten gedachte er der toten Kameraden. Der Delegiertentag hörte die Gedenkrede stehend an und verharrte zum Zeichen des Gedenkens eine Minute m vollständigem Schweigen. Nach dieser eindrucksvollen Kundgebung wurde an die Arbeit geschritten und die Wahl der einzelnen Kommissionen vorgenommen. Obmann Rückl berichtete in ausführlicher Weise über das abgelaufene Verbandsjahr. Eine Gruppe von Menschen, die den persönlichen Eigennutz über die Einigkeit des Verbandes stellte, wollte durch Verrat den Verband zerstören. vle SMchekgmppe versuchte durch Lüge und Verteumduug ein Werk zu zerstSreu. das durch neun Jahre aufgebaut wurde. Der gesunde Sinn der Mitglieder habe diesen Ansturm aber zurückgewiesen und die Verräter entlarvt. Kurz vor der Einberufung des Delegiertentages sind diese Verräter davongelaufen, um sich der Verantwortung zu entziehen. Der Verbandstag habe nun Vorsorge zu treffen, daß sich derartige Dinge nicht mehr ereignen können. Es sei zu diesem Zweck eine Reihe von Anträgen eingebracht worden, so u. a. eine Statuten- änderung. Der Verbandstag werde darüber entscheiden, wie zum Wähle der Kriegsopfer weitergearbeitet werden soll. Die weiteren Berichte der Ämterführer, des Kassiers Alois Schlapak, des Pressereferen- ten Viktor Kraus, des Trasikreserenten Alois Lemut, des Dr. Mayer über die Schiedskommission, des Kanzleivorstandes Hans Schlapak über die Jnvalidenentschädr- gungskommission, des Josef Held über den Fürsorgebeirat, des Fürsorgedirektors Bankhofer über die Jugendfürsorge des Verbandes, und die Berichte über den Unterstützungsausschuß und die Sekretariats konnten kurz gehalten werden, da allen Delegierten ein ausführlicher, gedruckter Tätigkeitsbericht zur Verfügung stand Aus den Berichten! ging hervor, welche ungee heure Arbeit der Perband segensreich zum Wähle der Kriegsopfer geleistet hat. Mit überwiegender Zweidrittelmehrheit beschloß der Derbandstag einschneidende Statutenänderungen, die, wie Präsident Brandeiß ganz richtig bemerkte» verhindern sollen, daß Marodeure der Organisation den Verband zu ihren persönlichen Vorteilen mißbrauchen können. Außerdem wurde beschlossen, die Ortsgruppen Graz, Burggasse 4, sowie Judenburg l wegen der den Verband schädigenden Haltung und Verrätereien der Funktionäre dieser Gruppen aufzulösen. Die Mitglieder dieser Ortsgruppen haben sich in Graz der schon lange bestehenden verbandstreuen Ortsgruppe Graz H, Burgrkng 18, und in Judenburg der verbandstreuen Ortsgruppe Judenburg H anzuschließen. Bei den Neuwahlen wurde Obmann Rückt unter stürmischem Beifall wieder zum Obmann des Landesverbandes gewählt und zum Ausdrucke gebracht, daß die steirischen Kriegsopfer den Wert seiner Führerschaft würdigen und anerkennen. Die Wahl der übrigen Funktionäre hatte folgendes Ergebnis: 2. Obmann Alois Kellner, Graz; 3. Obmann Michael Bartl, Hartberg; 4. Obmann Gustav Führer, Kapfenberg. Schriftführer Emil Langhart; Stellvertreter Dr. Wilibald Mayer. Kassier Alois Schlapak; Stellvertreter Patriz Flecker. Pressereferent und Schriftleiter Viktor Kraus; Stellvertreter Richard Denzel. Ausschußmitglieder ohne Mandat: Hubert Schindler, Graz; Ferk, Graz; Kriegerswitwe Buzina, Graz; Bergmann. Voitsberg: Felbinger. Deutschlands- berg; Kaindl. Hartberg; Gell, Fladnitz; Kainz, Iudenburg; Laschitz, Leoben; Pein- sipp, PeMau; Gsinn, Fohnsdors; Reichhola, Bad Aussee; Ofner, Neuberg: Sudy, Ran- nersdorf; Kielnhofer, Leibnitz. Kontrolle: Pußwald, Voitsberg; Kranes, St. Ruprecht a. d. R.; Czimsg, Mariazell; Fink. Graz.! Als Vertreter der öffentlichen Angestellten Hans Langhart, Vertreter der Kriegsblinden Walchensteiner; Vertreter der IEK.-Ange- stellten Hasler; Vertreter der Mlealinae oes Invalidenheimes Krenn; Trafikreferent Alois Lemut. Dieser Delegiertentag des Landesverbandes der Kriegsbeschädigten hat durch seinen Massenbesuch und die einmütige Zusammenarbeit gezeigt, daß der Verband die verräterischen Angriffe und die Taktik der Saischekgruppe Zurückweist und neu gestärkt und geemt darangehen kann, im Vereine mit dem Zentralverband den Kampf um die Besserstellung der Kriegsopserverforgung weiterzuführen. Er hat aber auch zum Ausdruck gebracht, daß die steirischen Kriegsopfer ihrem bewährten Führer Rück! weiter Gefolgschaft leisten und dadurch alle Märchen Lügen strafen, die da behauptet habest» die steirischen Kriegsopfer seien mit Rückl nicht einverstanden. Alle Ortsgruppen des Verbandes haben sich für verbandstreu erklärt. Einstimmig hat der Delegiertentag eipe Resolution angenommen, in der die Regierung ausgefordert wird, die Wünsche der Kriegsopfer zu erfüllen. Unter dem Motto.- „Aus Liebe zur Menschheit Verdammung dem Krieg, nur Recht schafft Frieden und Frieden ist Sieg" wird oer Landesverband der Kriegsbeschädigten Steiermarks weiter zum Wähle feiner Mitglieder arbeiten.