/> 6 ^ I I ^ k !( L U U L N f ll N ^ ^ ll 0 ^ !j ^ I ^ 7 > 0 ^ kir.: läk: x Zu Nr.^4/1. L. r^V. 89 / ^ / // Anfragrbranlworlung des Staatssekretärs für Heerwesen. Auf die in der 37. Sitzung der Konstituierenden Nationalversammlung am 30. Oktober 1919 gestellte Anfrage der Abgeordneten Dr. Wutte, Dr. Schürfst Dr. Straffner und,Genossen, betreffend die Behandlung der jetzt aus der Kriegsgefangenschaft kommenden Heimkehrer, beehre ich mich mitzuteilen: Die Staatskommission für Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenangelegenheiten war bemüht, alle Maßnahmen zur Wahrung der berechtigten Interessen der Heimkehrer zu treffen. Im besonderen hat sie der raschen Flüssigmachung der Auszahlungen ihre größte Sorgfalt zugewendet. Freilich konnten nicht alle Wünsche die erstrebte rasche Erledigung finden, da die Nachweisung der Berechtigung der Heimkehrergebühren eine Überprüfung der Dokumente notwendig macht. Mir sind überdies nach erfolgter Rücksprache wit dem Herrn Landeshauptmann von Steiermark keine weiteren Klagen mehr zugekommen. Die Staatskommission für Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenangelegenheiten wurde durch das Gesetz vom 3«April 1919 geschaffen. Das Präsidium dieser Kommission wurde über Vorschlag durch den Staatssekretär für Heerwesen berufen. Bei der Zusammensetzung dieser Kommission wurden außer den Vertretern der beteiligten Staatsämter auch Vertreter der Angehörigenorganisationen und der Heimkehrer herangezogen und die einzelnen Länder durch die Landeshilfsstellen für Kriegsgesangenenfürsorge in der Staatskommission vertreten; so zum Beispiel Steiermark durch den aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Oberstleutnant Ferdinand Cyrus. Es liegt daher kein Anlaß vor, in die Staatskouimission heimgekehrte Offiziere oder Mannschaftspersonen neu einzustellen. Wien, 7. Jänner 1920. s ls 3 L ! I k. l-s '>! L !< ss 0 ll 0 k U !-! l-' !j 1/^7! 0 li ä33L! ! ^/L! 7lIi7ü ^0- ^ x. zepräfident devStaatSkommission für Kriegsgefangenen-- >enheiten Richte« kann erfreulicherweise Mitteilen, daß das KrreKsgrfKngsNeKprsbirm. :it eS Errropa, mit Ausnahme Rußlands, betrifft, als. jelöst bezeichnet werden kan«.. In Italien wird nach den Mid Ölungen der italienischer« Regierung derzeit nur noch ein " "chösterreichsrL gczähtt. Die Gefangene»!' abtranSporticrt und, ;r Serbien ist es unLi koten Kreuzes gelungen, :inge» Es dürften fich>s feute SWyden. England!' hat die Gefangenen eben^alls'Wffzegßben, und Hwar find ans Malta, Aegypten, Syrien und Indien die Gefangenen ab- transportiert worben, ebenso die wenigen, die in Konstantinopel' waren. Es handelt sich eigentlich nnr um wenige Leute bei der" Trientarmee in Saloniki und Sofia, etwa fünfzig-bis sechzig »Land von 600 Deuts aus Albanien sind el sind auch der Heimat durch die Vermittlung die Kriegsgefangenen dort noch höchstens bi an der Zähst die heute Mitteilung der frmrzö" bereits der Auftrag Frankreich selbst Hatk-d bereits in dis Heimat Srr In Sibirien befunden; in dem Moment, nicht freigcgeben sind. Nach einer ' rung aber wurde auch - hier Leute sreizugedeu. MÄktM "und ZivilinternierteA M dä>H«!gngenen in Lagern wo die rote Armee irr Sibirien auf die Kriegsgefangenen stich, wurden diese Gefangenen ebenso wie irr Rußlands vollständig, -freigegeb-e n. Unsere Kriegsgefangenen in Rußland sind nicht irr Lagern inu'r- »iert, sonder» befinden sich in Fabriken und Werkstätten, bewegen sich als vollständig freie Bürger, die sichern« von Zeit 8» Zeit -immer melden müsse». Wir dürften jetzt etwa 30.000 Gefangene in Sibirien/ haben. In. Turkestau 'dürften wir 5008 bis 7000 deurschosterreichische Gefangene haben. Durch das Zurückschlagen der Denikiu-Akmrr und die Zerstörung des SüdflkgelS der Koltschak-Armee ist die Linie über Orenburg frei geworden und eS soll vor einigen Lagen dis erste Verbindung zwischen der Sowjetregierung Moskau und der Svwjet-- rcgierrmg Taschkent hergestellc würde» sein. Nach Herstellung der Bahnlinien südlich von Orenburg wird es möglich sein, auch hi«: eins Verbindung mit der« Gefangenen zu finden. Die Gefangene» sind größtenteils in die dortigen ArmreverbSnde eingetrrte» Md.iHre Lgge soll sehr schlecht fein. Bei der letzten Anwesenheit! .-unserer Regierungsmitglieder in Paris wurde erklärt, daß es -zstch nicht um die Geldfrage, sondern ausschließlich um die Frag* des Transports handelt. Für den Rücktransport der Gegangenen aus Sibirien dürste heute bereits eine Summe von !V/z bis Milliarden Kronen in Betracht kommen.. 1 Dr. Danneberg weist auf Vorgänge in Kärnten hin. ' Mr Bürgerrat von St. Beit hat am 31. Dezember «ins Be» ! sprechung abgehalten. - in der von dem HeimwehrbrzirkZ- ! kommandänten in Kärnten Major Vremitzer ein I j ch s- ! rungsplan vorgelegt wurde. Es sei auch noch ein Haupt- f mann Grubsr, der Bezirkskömmandant - der VolkSwehr. ist, j erschienen . und habe versichert, daß er über die ihm unter- - stehende Volkswehr frei verfügen könne. Kr habe auch schon ! entsprechende Weisungen auf Grnnd des Sicherungsplanes dsS. Majors Pcemiher erteilt. Offenbar gibt eS auch Offiziere,, die die VolkSwehr mißbrauchen. VS wird hier indirekt die VolkSwehr einem Bürgerest Unterstellt, was -wir natürlich mit aller Entschiedenheit, ablehmn müssen. In Salzburg hat sich die Landesregierung ehrenamtlich einen militärischen Beirut bestellt, und zwar einen leibhaftigen General. Am 16. DezemhH har im Präsidium der Landesregierung eins Besprechung stattgefunden, in der die Salzburger Landes» . «»gierurig dem Lcmdesbsfehlshabsr den Auftrag erteilt hat, daß eins bestimmte Abteilung der' Salzburger VolkSwehr vorn, normalen GarnisonSwachtdienst abgezogen und als spezielle BerM'chastKgrupps der Salzburger Landesregierung parat -gestellt werden soll. Es hcmdeit-sich um einen Uebergriff der Landesregierung, da der LanbesbefelMhaber doch nicht ihr, sonder«« dem Staatsamt für Heerwesen untersteht, -Dr. Bauer bespricht die Frage der Heimwehren. Es mutz unbedingt gefordert werden, daß die StaaLSämtrr für Heerwesen und für -Inneres den immer wiederkehrenden Versuchen. Teile der bürgerlichen und bäuerlichen Bevölkerung zu bewaffnen, den stärksten Widerstand entgegensetzen und die vorhandenen Waffen einziehen. Die Bestimmung drö Friedensoertragcs, daß .es? keine andere bewaffnete Macht geben darf als die dort vorgesehene, muß mit aller Streng» dmchgeführt werden. . Dr. Gürtler: Dir stehen MS insofern paritätisch gegenüber, als Sie überall bewaffnete Bauer« sehen und W» bewaffnete Arbeiter. Hier spielen aber auch gewisse Gicherhe""- . 'äktoren eine Rolle. Wie heute die Verhältnisse auf dem Ls! sind, wo so viel Gesindel yerumschkcicht, und bei der Sirdlrmi Miss in gewissen Orten ist eine Waffe mitunter une.ntbehr um seines Lebens und Eigentums sicher zu fei». Man ?- sich gewöhnen, diesen Dingen eine gewisse putzige Demi " zuteil werden zu lassen. ' ä k 8 L I I e n X z««e n flin o o x u«k x 77! o x ^ MIL M88L 7 -ik: x Nur mchV'M vsterrtWsche KÄgsgefantzme irr Zlalim. Di« italienische dipsomalische Bertretnng i« M«r hat Le« SkaatSami sür AeußereS «utgxteilt, daß sich nach amtlichen Nnkersnchnnge» in Italien nur mehr 500 österreichische Krieg sg es an Je ne befinden, von denen dir Mehrzahl krank in Spitälern »st, und daß weiter unter de» »och "tre-.A lbanie« «ns ihre« Abtransport »ach ÄtaliÄr 'wartenden Kriegsgefangene« keine österreichischen Kriegsgefangenen sind. ^ n 8 f, > I k /l 1-1 >.s L k 8 st 8 'ij ! 8 tt v 0 i( st ss st st I ä I ! 0 st op. Lüststst ^0'- -L- ^ WamÄMMN unsere Gefangenen? Wi^^chwierigkeiten der Heimsendung aus dem Dfien. — Jepanische Schisse für die sibirische» gefangenen? — Ein angekündigter, aber nicht eingetrosfener Heimkehrerzug. Während aus England, Frankreich und Serbien nahezu alle deutschösterreichischen Gefangenen zurückgekehrt sind und in Italien nur noch etliche hundert auf die Helmsendung märten — auf einen Aufruf des Kriegsgefangenenamtes hin haben sich ungefähr 800 Personen gemeldet, die noch Angehörige in Italien gefangen glauben —, kommen aus dem Osten nur vereinzelt Deutschöstcrreicher nach Hause und noch immer erscheinen die Schwierigkeiten nahezu unüberwindlich, die sich der geregelten Abbeförderung der Gefangenen entgegenstellen. Man muß da unterscheiden zwischen dem Gebiet, das zu Sowjetrußland gehört nnd Sibirien, das im Machtbereich der ' Entente liegt. Das Borrücken der Sowjettruppen hat die Grenze zwischen beiden Gebieten gewaltig verschoben Und noch ist keine Nachricht über das Schicksal der Gefangenen zu uns gedrungen, die in Lagern in den Gebieten untergebracht sind, die von den Bolschewik! fetzt erobert wurden. Die Heimbesörderüttg aus Sowfetmtzland muß auf dein Landweg vor sich gehen, die Gefangenen in Sibirien müssen nahezu eine Weltreise zur See zurücklegen, ehe sie die Heimat erreichen können. Nun ist vor einigen Tagen an das Kriegsgefangenenamt ein Vorschlag der tschechischen Legation in Tokio gekommen, daß die Schiffahrt 8- Verträge, die die Tschechen mit japanischen Handels- ! gesellschasten abgeschlossen haben, von Deutschösterreich ! gemeinsam mit Ungarn übernommen werden. Ursprünglich waren die Schiffe, die die Tschechen gemäß diesen Verträgen zur Verfügung haben, für die Heimbeförderung der tschechischen Legionäre bestimmt. Es ist möglich, daß die Tschechen die Legionäre mit Hilfe Englands und Amerikas unter günstigeren Bedingungen in die Heimat bringen können; jedenfalls wollen sie dieÄSchM — es And sechs — nun Deutschösterreich nnd Usgarn MberlaMn. Die deutschösterreichische Regierung " HB stchM sofort an dw tschechische mit dem WsuWz HtKUdet, ihr Einblick in die Verträge mit; den japanischen Handelsgesellschaften zu gewährt. Antwort darauf ist noch nicht eingelangt. Das Kriegsgesangenenamt hat sich auch an den Staatssekretär Reisch gewendet, daß er irr Paris Kredite auchfür die Heimbeförderung der Gefangenen zu erlangen trachte. Es fehlt uns ja doch an der nötigen ausländischen Valuta, mit der die japanischen Gesellschaften bezahlt werden! müssen. Sie fordern die Bezahlung in Den, die wir! ' mit unserer völlig wertlosen Krone unmöglich ' kaufen können. Das zweite Erfordernis für die Abbeförderung von Gefangenen mit den in Aussicht gestellten Schiffen, wenn ansonsten die Vertragsbestimmungen annehmbar und durchführbar sind, ist die Zustimmung der Entente. Also hängt es wieder von ihrer Einsicht ab und von dieser allein — Deutschösterreich ist aus sich heraus hier wie in allem ohnmächtig —, ob den Leiden Tausender Menschen ein Ende gesetzt werden kann.! Die Grenzen Sowjetrußlands sind durch! kriegführende Heers abgesperrt; nur vereinzelt kommen Gefangene durch diesen Grenzwall durch und über Polen oder Litauen nach Ueberwindung schwerer Mühsale nnd Gefahren in die Heimat. Nun ist vor vierzehn Tagen aus Moskau ein Radiotelegramm an das Kriegsgefangenenamt mit der Nack Acht gekommen, daß am 5. Jänner ein Zug mit 500 österreichisch-ungarischen Invaliden die polnische Demarkationslinie bei N o w,o g r a d- wolin 8 k überschritten habe. Das Kriegsgesangenen- amt hat sofort die deutschösterreichische Kriegsgefangenen- mission in Polen beauftragt, die Heimkehrer zu übernehmen. Diese antwortete aber, daß in Polen kein Gefangenenzug eingetroffen sei. Auch über Kowno in Litauen, wo das Kriegsgesangenenamt danach anfragte, ist kein Heimkehrerzug geleitet worden. Nun wurde ein Radiotelegramm nach Rußland abgesendet mit dem Ersuchen um bestimmte Auskunft, ob der Jnvaliden- zug tatsächlich abgegangen ist und wo und wann er die Demarkationslinie überschritten hat. Darauf ist noch keine Antwort eingetroffen. Man erkennt an dem einen Beispiel, wieviel' Schwierigkeiten einer geregelten Abbeförderung de! Gefangenen aus Rußland entgegenstehen. ^ l ^rbsitsricammsr sUr ^lsn Ooicumsntotion MM IjerHriegssesaMNkKslmM. Die Vorgeschichte der Sowietrniffiorr. — Der MiMsWschsf und fei« Sekretär. — Die Kosten der Reise. — Ein neuer österreichischer Exportartikel: Kohle! Fräulein Marie Turnheim, Mitglied der Staatskommission für Kriegsgefangene und Zivilinterniertenangelegenheiten und Prä. sidentin der Freien Vereinigung von Frauen und Müttern Kriegsgefangener in Rußland, Sibirien und Turkestan, machte einem unserer Redakteure folgende Mitteilungen: »Die vielbesagte Sowietmission des Herrn Mayerhöfer wurde rm April 1919 nominiert, obgleich in den vorhergegangenen Besprechungen der Verband der Angehörigen von Kriegsgefangenen sich gegen die Ernennung dieses Herrn - aussprach. Zur Charakteristik des Herrn Mayerhöfer sei angeführt: Ihm gelang es. in den genannten Verband bald nach den: Umsturz einen! Keil zu treiben. Er gab vor. Vertreter des Landes Tirol zu sein. Ob dies auf Richtigkeit beruht, sei dahingestellt- Ms Präsident des Reichsverbandes wurde er Mitglied der StaatskommMon und al§ solches Obmann des SubkomiteeZ der StaatskommMon für die Nominierung von Missionen. Nun hat sich im April dieser Herr selbst als Leiter der Sowie tmi'- sion borge schlagen. Dieser Vorschlag wurde von der StaatskommMon gegen den Willen des „Verbandes Angehöriger" angenommen. Von den Szenen und Auseinandersetzungen, dis zwischen Künel, -dem damMgen Präsidenten des Verbandes, sowie Hßxrn Nowak einerseits und Herrn MayerMsr andererseits sich abspielten, sei hier rnKt Wetter die Red«. H , Nun traf Herr Mayerhöfer umHngreichch Vorbereitungen für seine Mission. H schasM massenhaft Pelze,' Schuhwerk und KmteschU- mittel an und ließ sie unter seiner Leitung sowie unter der des Kommunisten Walz ein- packen und transporLereit machen. Jedenfalls mutzte es allgemein auffallen, I daß Mayerhöfer den Kontakt mit den Angehörigen nach Möglichkeit vermied, sich von der konstituierenden Versammlung der Frauenvereimgung fernhielt und allem Anschein nach grundsätzlich keine A n g e h ö r i g e n d e rs a in m I u n g Le- s uchte. Als aber unsere große Straßenkund« gÄmng stattfand und wir im Empfangssal-on Dr. Renners vorsprachen, trafen wir ihn M unserer Ueberraschung beim Staatskanzler an. Aus meine Frage, ob er irgendeinen Kriegsgefangenen als seinen Angehörigen nennen könne, und ob er sich seWt. wie es hieß, in Kriegsgefangenschaft befunden habe, konnte er keine bejahende Anstvort geben. Dem Vernehmen nach beherrscht er auch dis russische Sprache nicht. Warum wirft er sich also zum Anwalt der Kriegsgefangenen auf? Etwa vier Wochen nach der Abreise dar Sowietmission von Wen kam es zu einem aufsehenerregenden Streit zwischen Mayerhöfer und seinem Sekretär Casagrande. Mayerhöfer wollte sich von der Deutschen Bank in Berlin zwei Millionen Mark für die Zwecke der Sowietmission an die Filiale Königsberg überweisen lassen. Er diktierte seinem Sekretär ein hieraus bezügliches Dienststück. Casagrande telegraphierte damals an das Kriegsgefangenenamt: „Mayerhöfer will zwei Millionen Mark beheben! Es wurde nun eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis die Entlassung' Casagrandes war. Gegen Ende November erst ist man he- kanntlich daraufgekommen, daß sich in den Kisten mit Kälteschutzmitteln, die der Mission zur Verteilung an die Gefangenen hätten nach- ' aMßdO Werden sollen. ?HmmüniWche , Mm« schristen befanden. Nun >var aber die letzte dieser Kisten bereits Mitte Septemberverpackt. Ich frage daher: Wieso kommt es, daß man erst Ende November entdeckte, was die Kisten enthielten? Sehr dunkel ist jedenfalls die Geschichte von dem FiIinmaterial, das in den Kisten ver- packt und ursprünglich als Automateria! deklariert war. Ich frage: War das Filmmaterial etwa auch für Miffionszwecke bestimmt? Und weiter: Warum hat man Len Rittmeister Strunz, der den Auftrag zur Verpackung des FilmmaterialZ gegeben hatte, nicht längst zur Verantwortung gezogen? Die Affäre wurde im November aufgsdeckt. Bis vor kurzem hielt sich Strunz, den Maherhöfer in seinen Berichten an die Staatskommrssion als einen äußerst brauchbaren und tüchtigen Mann bczeichnete, noch in Litauen auf, wo er doch gewiß mit Beihilfe der -deutschen Negierung belangbar ' gewesen wäre. diun einiges aus dem jüngsten Wirken des Missionschefs Maherhöfer: Es dürste wenig bekannt sein, daß dieser Herr mit ds» litauischen Regierung Verhandlungen wegen des Durchzuges und der Verpflegung unserer heimkehrenden Kriegsgefan- gcnen anknüpfte und dabei die Lieferung Wan Kohle und Schmieröl an Miauen seitens unseres so kohlen- LMen Deutschä st erreich in Aus- ff U t stellte. Es wäre sehr interessant, zu erfahren, wie Herr Maherhöfer sich die Be- schGfung dieser Kompensationsartikel, die ja in k Oesterreich nicht vorhanden sind, gesichert hat. Er teilt in seinem der Staats- kommission vorgelcgten Dezemberbericht unter anderem mit: Der Außenminister der litauischen > Regierung verlangte, daß die Bezahlung ihrer Forderungen nicht in Geld, sa ndern in Kompen so tionswaro n, vor allem in Kohle und Schmieröl, erfolgen solle. Es wurde unsererseits der Gegenvor- schlag gemacht, bis zur Höhe von 600.000 Mark dis Bezahlung in deutscher Währung au- zunehmen. während für höhere Beträge unsererseits die verlangten Kompen- satr onZwaren beige stell kt werden sollen. . Am 21. Dezember endlich hat Matzerhvser von Moskau die Erlaubnis erhalten, zwecks Verhandlungen über eine Einreisebewilligung für die Mission, sich nach Rußland zu begeben. Gegen Mitte Januar erklärte nun Herr Walz, die Mission brauche eine größere Geldsumme zur Weiterreise. Daraufhin wurde einstimmig eins Summe von IsA Millionen Rubel von der Staatskommission bewilligt und zur Verfügung'gestellt. ,Nnn dachten wir. daß die Mission doch bald' nach Rußland einreiseN könne. In der letzten Sitzung der Staats- kommst'wn, die Ende Januar staittand, erfuhren wir jedoch z» unserem Erstaunen, daß die Mission immer noch an der Grenze weilt und neuerdings sogar eine eigene Zugsgarnitur verlangt,' ohne anzugeben, wozu diese benötigt werde. Herr.Maherhöfer aber' hat sich, jüngsten Nachrichten zufolge, über i Kopenhagen und Stockb.olm nach ' Moskau begehen. Was hat dies alles zu bedeuten?" Was d^n Leiter des KriegAgefangenen- amtes, -Obarintendantest R a a b l - W e r n e anlangt, der jetzt viel genannt, wird. so halte ich ihn für , einen persönlich integren, hochanständigen -Eharakter. aber für ungeeignet^ an der Spitzp eines so veranirvoriungsvollen! Amtes zu Mhen. wohin geraxo jetzt ein VH»! fonderK tch*raftHM' iUr Wien Ooicvmsntotion UUS 8 V!M IlWllll TUesMW. > Lkölrlein Zhuncheim, ^AT MmmmWe« MM WeWgrkmz«W«t. Me GesHrchte tzvn dsw ^ M.gM Paar Schuhe«» —Me ksMumnistischS» Liebes-- MbsN.. ----- Me - tzsrschwtmdsRG« - SSMW Kronen. Die „Staatslorrsspondenz" ÄerMittelt eine VE Präsidium Her „Staatskomurissiorr für Kriegsgefangene And' Aivilinterniertenangelegercheiten" (Äbg. Dr. AeMlimr Schoepfer und Wg. Paul Richter) -untetsertigts amtliche Darstellung der Kerells öffentlich Sesprochensn Affäre/ in Her es unter aMerm Heißt: ! 7 - In der Sitzung, der „StaaMüMMssisn für! -Kriegsgefangene«» und ZiollMtermeMnaRgLlegen- -Heit6n"'.'vsm. 37./Mvember- hat 'das KsmAWons- mitglA ..FrSiÄKN '. Thurnheim gegen. ,das! Urie-g-Kgefantzenen a rnt den Vorwurf' srhsben.' W dar-m Achs e S erge sch ä ft e gsMchr.-- werden,' Wd-Liesen. Vorwurf unter Berufung aH.eine ihr-/ zugekouMens Mittöllung. näher - dahin-MM, .Laß, > -MMO P an-r Mch uhe' f Z'^a-u-fh/.'daM.-. abrr . ÄiöÄm/, Der.. Mit dH Merüwendant/Ka ab! Wem..- Vorwürfe., eine ' Mächte die Anzeige an dis sich- der gleichen Anschauung r Kr i/e-gs M-K n g en x " "'raztz'Hfch.iSt MMg/.-Metrsute : r-n-e r erblickte in jrsrcheleidlgüng und 'taatsanwaltjWft, die anschloß "Md gegen Fräulein Thurnherm" Ue Klage erhob. In der hierüber Mrchgeführten GerichtsverhanUung kamen auch d« bei der Wr Sowietmßland ZestiMmten Mission ttorLÄoMMnen Mißstände Mt' .Sprache. DM Gericht ging Mt einem Areis'prüch vor.; DiöseMUchKs sowie die in der BsrhandWng geführte ^.Urörterung. - Wer d« MiWände. Sei /-M- Mission /gMsn'.emem/Tells der Presse Anlaß, gegen - die- -Staatskochmission und das KriegsgMngenenamL PKMe Vorwürfe zu erheben und die Sache so Nnzüstellen-, Ms waren die (K's m m i ss i o n 'und . das Am.tickls. dieOrgsntlich- Schuldigen aus dem. Gerichtsscmke hWorgegangen. , ' ! . - . Dies veranlaßt das Präsidium der Staats- koW«Hon nachstehendes authentisch festzustellen-:'-. Der Freispruch des -Fräuleins: Thu-rüheim ist nicht - deshalb erfolgt,- weil- ihr etwa der W a h r- -Hent-sS-'e weis/gelungen -wäre,- sondern aus hem/ Grunde, weil sich das Gericht- der Anschauung hss Verteidigers, anschloß, - daß ein-Mitglied, der -/Kommission '(FrWiein-Dhrmcheim) nur in-Ausübung' seines AMes-handelt, -wenn esühm-zu-Ohren ge-' Lümmens, Beschwerden ' in der KommisstonsWung vorbringt. '' - -! -, ' - / -' Was dis Behauptung selbst. anlangt,: daß im .KriegsgefangenLnamt /' - - ei« SchsMesgeschW »rtt Schuhe» voxgÄsmurerwM- so/.ist 'dieselbe / g a n.z-uvd .gar. ü--«w.ahr. Die-Wahrheit'sst' folgende:' Der Heim- ketzrerBekleldungssontrollausschuß ' hat "im' Sommer. -1919 in vollküRMM gesetzlicher Weise , 6S,6M Paar. Schuhe ' gekäufts wovon (die-' StMskümmWow NM), Paar den Kriegssefärigenen in 'Sibirien' und 2Y,M) - Paar der Sowfstunsfwn, für KriögSg^augerre m Rußland zuwevdete, während der Rest wou MOOS Paaren der allgemeinen 'Heimkehrerbeklsidungsaktlon zur Berfügmch'gestellt wurde. Nach Graz wurden FS-er h a u-p t kein e Sch «he abgesehen. . , Die MLsfivu «ach SswjsLrrchland. Was-die. HnrogM« 8 tzkgkeite« //bdtrkfftz ''die Sei der nach Sowsetrußland bestimmtew Mission aufgetaricht sind, so ist- der Sachverhalt' folgender:. -.. ' ' - Die StaÄSkvAürWvrt hat' Kser Wstglisder dev HWgen ÄmmmüstjHeq' Partei,, / nämlich das / KoK missionZmitglieL N-rnz'W'al'z und --««---'andres Mitglied M die.- Mission ^airsfgenDinÄÄi^ Zu dereÄ- Wes wurde .das LdoMAissionsMMM OberleuMänt in . der Restzkoe'Johannes Nsäy M-- 'h-öfer,. Orasidenä - LK,..'AsiWverbaMH.-' der/Äch» gehörigen ' ysn. deütschSMveiGschM'. ^ gefangenen, bestimmt, ./ ' . - , s - ' s" ^-Die"., hiesige .so mm ünistis che'...,'. K-aptZL i/ richtete an, die SowiKreKerüng "Lurch'FEspruB ^ -.die/Bitte,, der Mission die 'Einreise zu erlattbsH. »Diese ? BLwWgung/ ist . am 24i- Dezember - Ms. dem-- MiMousches Aayerhöfer erteilt worden.- „ Mr Mission wurden - - ,- s ' ,-s i-/i . - ''HedLuLettde GelömMsL . zur-'-VerW-ÄNg gestellt. -. Der. Missionschef -. ist - ,,M ,.M. ^'SePtzÄöer,. dis, übrigen Mitglieder. dev' MDÄk s sind zirka, vier-Wochen später-von Wien »ach.BeMÄ, I Königsberg -und- Küwno - irr-Litauen abgereifü, -Ms l die Kisten. ichrscmSSereit wrrpen» - wurste/ vLA -eWin mit , 'der Reberwachung . der Berpackureg , eMW^-Pr« »trauten Osstzie: dem Kriegsgefantzenenamts -.geÄMA, -daß'iNden/Kifttzn HLndAvt-e'. kLMMv jüst-i Wchr -D-r-uck-sHrifte«-. und Mka iooo Exemplare sM Zeitung „D.r'e R.oteLahnes Mitverpackt,-Mn.. Die durchgesührten Str'chpr.übe.« ergühsni'M -Richtigkeit der Anzeige, urckv bei 'der -/därichrs eingäeiteten LnLersuchung wurde durch' unMiitMär Beteiligte angegeben, daß. diese Druckschriften'üK?. Weisung, des-,' MisstonschefflMrertreterS' Franz. WM Lsigegcben worden seien. Daraufhin wurde der - vom. - WsstsWchef- genommLne - Autofachmann - s o-f- o r t entlass e « und dev ebenfalls von ihm aufgenommenL Auftrag» gebende Rittmeister S t rK n k' 'LeLtzvsMfih ^Mück« berufen,/ welcher Verfügung dieser trotz wiederhöltsv Ürgeuz stoch nicht uachgekoMAM/-ist. Die-.Mfendung ' der MmKAerr wurde-. - i-nhiLstrL,, - vom- Leu. .MxWn verpackten Kisten -wurde vorlMfis, der,Küste -TeiL-.sb- gestud-et, das deutsche AeichswehrMmPsKuM/. .-ccher von dem/ .Ergebniffe der SLichprvben /- PerstLndW, worauf - Uxfes die ganze Send A ug, b e i«, Er-st» tresf e«!i.U- König sch e-r g-Lss-ne«. L i/e ß. /.BK -der 'damit -cherbiurdsusn- Aeberuahms' Her'. Serrdüng durch die Mission wurden am Inhalt der. KW« Abgänge konst-at-i'^r-t» -Aüf -WrWe«i4>oL'> Her .Mission ' nach 'Wtsr - rrstatLete- - Anzeige hat 'das KriegsgefangeMnamt sofort eins Äurschuchunx mn- ,gslsitst,,L:x - /- . - - ,^ , . . , -^ - slne'rr Mg«ms-Vv»-W,SW KeottM.-i/- - ergab. Das Amt hat darauf dasi gesamte Vsn/-Hr Mission -ausgenommene Berpacknngs» uE-KsntroN- -peVsonal -/sv,g',l-kich/ enLlassen,/,und-,/auch/.-WLr diesen VorfM/-die-St-ra/fa.rvzeige./ersiLtteL-'/.Hie -Erhebungen-hierüber find, noch.im Gange.- . Nus./ dieser - Darlegung geht hervor,. daß...wM fein, strafbarer -und- viellesht mehrere, AngesteTie-8er SowsetMissidn belastender,. Mißbrauch-i Mi-Mr- Lrauens'vorgÄmMiSK ist, .was »M-so mchr zu-H-> dauern W als die eigentlich-Geschädigten die arÄchn Kriegsgefangenen sind. Es ist such- sMstversWriHh, . oaß - diß//ZMlhWn strenge zur - RechenschasL- gLz-vgen werden'müssen. Mer soviel geht'aus Her, ganzen-H8r» ftellung .MM, setzt '/hervor, daß.' weder - HW "KrlM- gefangeWitzmt noch die. SkäüMsmmissioN /Kß'Wv- wurf- treffen-, kanrs daß sie / vielmehr' /Mm 'Hv- kanntcheMn der so- LedatterKche« Vorfälle so^öMi» euergMester Weise. eingeschrMn.knd. Beide-Stellen " werden-auch in Zukunft das. ihnen heilige , InteKsf^ der KrieMgefangeneu und-dis eigene Ehre-zu währer^ wiffeu. .... - - ^ 6 5 I I l N k ä L N 5 ÖK ^ I 0 0 0 ^ si I ^ I l 0 ^ : 1^6: ^ Zu 158/1, L. V. i Anfrsgebeantworkung des Sisatssekreiärs für Heereswesrn. Auf die in der 30. Sitzung der Kwr- stitnicrenden Nationalversammlung am 15. Oktober 1919 an mich gerichtete Anfrage der Abgeord/eDm. ^ödermayr, Paulitsch und Genossen, behchffßnd oie Auszahlung der Abfertigung an die aus Her Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Militärpersoäen beehre ich mich das Resultat der in dieser Angelegenheit durchgeführten Erhebungen im nachstehenden bekanntzugeben. V. Die Landes-Heimkehrerabfertigungsstelle für Obervsterreich in Linz teilt mit: „1. Im konkreten Falle: Bezüglich der an Herrn Staatssekretär für Heereswesen von den Herren Abgeordneten Föder- mayr, Paulitsch und Genossen gestellten Anfrage, daß angeblich von ein und denselben Heimkehrern fünf rekommandierte Schreiben mit frankierten Retourkuverts unbeantwortet blieben, melde ich, daß ein derartiger Fall bei der Liquidierungszentrale für Oberösterreich in Linz nicht bekannt ist und kann daher über den konkreten Fall nicht berichtet werden. Um in dieser Richtung genaue Erhebungen Pflegen u können, wäre der betreffende Heimkehrer, welcher ^.rese rekommandierten Schreiben einsandte, namhaft zu machen und befragen zu lassen, ob er dieselben an die Liquidierungsstelle in Wien oder an die Liquidierungszentrale in Linz abgesendct hat, worauf von der betreffenden Stelle der Bericht über den konkreten Fall vorzulegen sein wird. 2. Im allgemeinen.' Nach dem Zusammenbruche sind Tausende von Heimkehrern aus russischer Kriegsgefangenschaft in Wien zusammengeströmt und verlangten Gebühren für die Dauer der Kriegsgefangenschaft und Ersatz der Fluchtauslagen. Das Deutschösterrcichische Staatsamt für Heereswesen beantragte, diesen Heimkehrern eine Abfertigung von 200 11 zuzuerkennen. Das liquidierende Kriegsministerium hat hierauf mit dein Erlaß Nr. 36809/11 von 1918 im Dtzsyate Dezember 1918 das Militärkommando in AieA angewiesen, die Auszahlung des Betrages voE2O0«X an die in Wien angesammelten Heimkehrer M erfolgen. ^D»s Militärkommando in ÄZien hat sodann eiAD-s/LicLidierungsstelle in Wien, IX. (Roßauer- iüserne) «richtet, welche die Auszahlung der Abfertigung von 200 II bewirkte. Nach den Bestimmungen des obigen Erlasses war die Abfertigung nur den in Wien angesammelten Heimkehrern deutschösterreichischer Nationalität zu erfolgen. Es erschiene'» sodann in den verschiedenen Tagesblättern Notizen, daß an alle Mannschafts- Personen,, die aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt sind, sofern sie Deutschösterreicher und nachweislich mittellos sind, ein Pauschale von 200 II als Ersatz der Reise- und Fluchtauslagen von der Liquidierungsstelle in Wien, IV., Alleegasse 44, ausbezahlt werden. Die Folge davon war, daß die bereits in ihre Wohnorte zurückgekehrten deutschösterreichischen Heimkehrer die Abfertigung von 200 X auch verlangten, bekamen auch Fragebogen von der Liquidierungsstelle in Wien zugesandt, die die Heimkehrer ausfüllten und mit den bezüglichen, im Fragebogen in der Fußnote angegebenen Dokumenten wie Heimatschein, Entlassungsschein, Korrespondenzen aus der Kriegsgefangenschaft, Mittellosigkeitszeugnis wieder an diese Stelle einsandten. Mittlerweile wurde mit Note des Deutschösterreichischen Staatsamtes für Heereswesen, Abteilung 14, Zahl 16818, vom 27. Juli 1919, die Auszahlung dieser Beträge eingestellt, weil hinsichtlich der Erfolgung noch keinerlei definitive Entscheidung getroffen war. Die Heimkehrer bekamen daher manchmal nur Teilbeträge (eigentlich Vorschüsse) zugesandt, doch wurden die Dokumente bei der Liquidierungsstelle rückbehalten. Die Teilbeträge betrugen 30 oder 50 X Die Rückbehaltung der Dokumente findet wahrscheinlich darin den Grund, daß man sie bis zur definitiven Entscheidung ausbewahrr, um dann den Anspruch erheben zu können. > Der konkrete Fall dürste, sich nach meinen Ausführungen also nur auf die Liquidieruugsstelle in Wien IV. beziehen, weil bei der Liquidierungs- zentrale in Wien derartige Ansuchen nie einlangten und daher auch Teilbeträge nicht ausbezahlt werden , konnten. --stui- Dieser. Eindruck wird dadurch bekräftigt, daß viele Heimkehrer im Laufe der Zeit hierorts vorstellig wurden,. wie sie ihre Dokumente, weiche sie nach Wien eingesandt Habens zurückerhalten könnten, /da sie darum .schriftlich, persönlich und durch die -Gemeindet die Rücksendung st erb aten, jedoch keme Auskunft noch die Dokumente zugeschickt erhielten. Ich -selbst schrieb» wiederholt ? an die Liquidierungsstelle, wo ich » die Rücksendung verlangte, .was auch in einzelnen Fällen won Erfolg begleitet war. . Gerade jetzt, wo die Geldnotstandsaktion ins Leben gerufen und die Auszahlung den einzelnen Ländern / eingeräumt st wurde,/ kvnnnt eine große Anzahl' von Heimkehrern, die nicht in der Lage :Mi»d„ .die§ -erforder^chslif JokÜVente Das liquidierende^Kriegsminisierium hat mit dem Erlasse Abteilung 11, Nr. 36809/U, von 1918, mit Zustimmung des Staatsamtes für Heereswesen für die/ unmittelbar. nach dem Zu- scimnienbruche/m der Roßanerkaserne in Wien an- gesammelten.Heimkehrer unter dem'Drucke der Ver- hältniffe und um diese Gnrppe der Heimkehre, raschestens in /ihren Heimatsort zu zerstreuen, eine Abfertigung von 300 X pro Mann bewillig!/ Aus eine spätere Anfrage des liquidierenden Kriegs-. Ministeriums, "ob diese. Abfertigung auch den steter? märkischen Heimkehrern anszuzahlen sei, hat «das Staatsamt für Heereswesen unter obzitierter Zahl in einer E'msichtsbeMrbmg zu. dem Geschästsstücke des liquidierenden K-stegsnümsteriums-seine- Stellungnahme dahin zum Ausdruck gebracht, daß es mit Rücksicht auf die im Zuge befindliche allgemeine Regelung der Heimkehrergebühren,/, womit sich das liquidierende Kriegsministerium, beziehungsweise das Bevollmächügtenkollegium zu der Zeit befaßt hat,. dann mit Rücksicht auf den Umstand, daß. das Staatsamt-, für Heereswesen seine Zustimmung zur Ersolgung der/200 X nur für. den speziellen Fall in der Roßauerkaferne gegeben habe, einer Verallgemeinerung ^ dieser Notmaßnahme nicht zu- stimmen könne- >'/-// , ' / -- » Als /nun diese immer -dringender geworden' Frage, der Abfertigung für die Heirnkehrer seiten, der liquidierenden Behörden einer Erledigung nicht zugeführt wurde, befaßte sich hiernnt die Staats- koimnission. und das Kriegsgefangenen- und Zivil- Nterniertenamt,/.nnd -zwar unter dem Titel. „Not-" staudsaktion" für die österreichischen Heimkehrer. Das Endergebnis war, daß der Kabinettsrat mit 15. Juli 1919.bewilligte, daß den theimkehrenden Kriegsgefangenen des Mannschaftsstandes vom Tage- des Eintreffens in der Übernahmsftation bis zum Tage der Entlassung eine Tageslöhnnng von 1 X und vom Tage der Entlassung ein einheitlicher Betrag von 50 X, ferner außerdem allen mittellosen Heimkehrern nach erfolgter Mittellosigkeits- nachweisung noch eine Ergänzung ans den Gesamtbetrag von 200 X ausgesolgt wird. Wien, 25. Februar 1920. / h ff 8 5 ! I 5 K K 5 I< 5 0 8 I 5 ss 8 0 8 8 ! 5 8 I ä I ! 0 8 ^ 885 >! 58 / 1!1880 IK6: ^ ^ Sie Snluen LesisrreiÄs au M ^ MUbürger! ^ Apr sechs Zqhre» wurden unsere Männer uns unseren Armen MissW, Und dcnin Huben mir den Krieg erlebt, ha? heißt tausend Tode erlitte«, nur getragen von der Hoffnung ays den Frieden. Dann kam der Friede. Aber nicht die Erlösung WS aller Not. sondern Hunger Md Kälte WuHen unser? Genossen. Wir erkanntet, die Trostlosigkeit unserer Gegenwart, die Aussichtslosigkeit unserer Zukunft- Die P^r? nichtung unserer Zuliurmerte ging »ns zu Herzen. Aber stärker al» diese Schmerzen war die milde schrankenlose Hfteuv«: tätlich kommen sie heim. Eie sind pW heimgelommm. Und jetzt sind sechzehn Monate vergangen. 480 Lange Tage Md Nächte hüben wir gewartet. Fühlt ihr. was da« heißt, märten und missen, welches Los unsere fernen Lieben leiden? Wie sie hungern und dürsten, sn dem Notdürftigsten grausamen Mangel leiden, ahne Kleider und Schuhe den sibirischen Winter tragen, krank und siech, ohne Hilfe, Tausende den Qualen erliegend i Wissen undnichthelfen können! Aus unzähligen Elementen ist unser Schmerz zusammengesetzt. Wir trauern mit unserem Vaterland, dem zu seinem Ausbau die wichtigsten Menschen fehlen, wir trauern mit unseren Lindern, die vaterlos aufwachseu. ohiH Halt und ohne Schütz. Wir trauern nicht zuletzt um mW selbst.- die mir unser trostloses Leben voll nagenden ' KumrterS, in hiiserster Not, nur weiter tragen können in der Haftung auf ihre Heimkehr und ihre Erlösung aus vollster Unfreiheit. , Wenn ihr solches Unglück Wie das unsere aus dem Theater sufgeführt sähet, würdet ihr vor Mitleid vergehen Wir aber müssen das erleben, was Stoff für eine tragische Dichtung wäre, und sind doch keine Heldinnen, sind nur einfache Frauen, beklagenswerte Dulderinnen. Mitbürger, ihr müßt «ns verstehen! Wir flehen euch an, gebt uns unsere Männer wieder, «erschafft uns unser bescheidenes Glück und unserem armen Land« seine wertvollsten arbeitenden Mitglieder. Wir haben hier absichtlich nicht von den Müttern gesprochen, aber wer versteht nicht, daß die alt« Mutter zittert, ihr geliebtes Kind wiederzusehen, ehe sich ihre Augen für immer schließen. Helft »NS. ehe es für sie und für uns zu spät ist. Der Staat versucht, was m seiner Macht steht, aber auch diese. Macht Hst Grenzen, doppelt in unserem ausaesoaepep Lands- . - Bierzigtausend Kronen kostet die Heimkehr eines einzige« ' Gefangenen. j Männer und Frauen Oesterreichs, unsere Gefangenen ! . und es! Oesterreich hat im Kriege alles verloren, aber seine Ehre und die starke, barmherzige Liebe für dje Not seiner Heimat darf eS nicht verloren haben. Erkennt eure Ehren- und Gewifsenspflicht. zu helfe«, mit allen Mittel» z« helfen! Die Frauen Hollands, Dänemarks, V G w e-, 6 e n I, Norwegens, der S ch w e i z und Englands sammeln, um je ein Schiff nach Wladiwostok senden zu können, s Die Frauen Frankreichs werde» in dieser Woche mit der gleichen Arbeit beginnen. Oesterrcicher, wie viele Schiffe werdet ihr auSrüstr«! Gebt, was ihr habt, vom größte» bis z»m kleinsten Betrag! DaS Frauenhilfscomitö für Kriegsgefangenenbefreiung: Marianne Hainisch. Adelheid P o ^ p, Anna B o s ch e k, A. Schkrmer. Dr. Hildegard Burjan. Amalie Seidel, Dr. Alma Zeitz, Zosefine Winter, Gertruds Walters-- kirchen, Dr. Eugenie Schwarzwald. Bertha Pacher, Della Hsrtzka, Luise Leithner, Marianne Beschorner Rosa Spitzmüller. Lotte Medelsktz. Hanfi Riese. Axel Wahl Bau. Delegierter des dänischen HikfS- eomilss unter dem Vorsitz des Winisterrestdenten in Sibirien Kapitän Fritz Cramer. Der Wohlfahrtsausschuß der StaatSkommission für Kriegsgefangenen- und Zimlinterniextenangelegenheiten: Oberinspektor Wilhelm Baxu, Nosa Hönisch, Sidoms Deutsch. Karl Peuizek. Marie Thur »heim, Karl Schoß- l - i t h » e r. Rudolf E z astka, Leiter des AktionseomitaK. Präsidium der StaatSkommission sür Kriegsgefangenen» Wch Zivilinterniertenangelegenheiten: Der Präsident: Hofrat Dr. Aemilian Schoepfer. Der Vizepräsident: Abgeordneter Paul Richter. Die StaatSkommission für Kriegsgefangenen-»nd Zivikinter, mestensngelegenheiten hat unter der Devise .Kriegsgefangenen« besreinng' ein Konto der Filiale Mariahilf der Kreditanstalt für Handel und Gewerbe eröfsret. wohin die eintausend^ Spenden zu senden sind. ' _ l Arbetterkammer fUr Wien Dokumentation OER NEUE TA6 die Hdinbrirrung der Kriegsgefangenen. Gesamtkosten 4 Milliarden. - Der Sammeltag am 17. April Maizyklus und Kirchenkonzert. Die Kriegsgefangenenfrage dürfte allem Anscheine nach in der nächsten Zukunft einer befriedigenden Lösung entgegengehen. Das Problem der Heimschaffung der seit Jahren in Sibirien weilenden Kriegsgefangenen ist jetzt lediglich eine Geldfrage und nur von der Öpferwilligkeit mitfühlender Menschen hängt es ab, ob die vielen Tausende in ^ioirien d^n Weg in die Heimat findeh werden. In einer gestern unter Vorsitz der Frau Marianne R a i - n i s c h stattgehabten Ausschussitzung des Frauenhilfskomitees stellte der Leiter des Wohlfahrtsausschusses Julius 0 r a s t - k a mit Bedauern fest, dass der Gesamteinlauf der bisherigen Spenden im ganzen S M i 1 1 i o n e n K r o n e n betrage. Ungeachtet aller Widerstände habe er gemeinsam mit Frau L e t h und Frau S p i t z m ü 1 1 e r bei den verschiedenen Banken vcrgesprochen und ihnen nahegelegt, einen grösseren Betrag für die Heimsendung der Kriegsgefangenen bereitzustellen. Merkwürdigerweise erklärten die Banken, dass sie ausserstande seien, mehr als einige Hunderttausend Kronen für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Ausschlaggebend für den Entschluss der Banken dürfte jedoch das Ergebnis des Sammeltages sein:,, denn die Banken haben erklärt, im gleichen Verhältnis ihre Zeichnungen erhöhen zu wollen. Im Laufe der Debatte wurden von verschiedenen Teilnehmern Vorschläge gemacht, um die ungeheuren Kosten, die die Heimbeförderung der Kriegsgefangenen verursacht und die sich auf ungefähr v i e r M i 1 1 i a r d e n K r o n e n (40.000 Kronen per Mann) belaufen dürften, hereinzubringen. Es wurde vorweg anerkannt, dass dieser ungeheure Betrag auch bei der grossherzigsten Opfer- Willigkeit von der Bevölkerung nicht, aufgebracht werden kann. Mit dieser Tatsache rechnen bereits die vielen auslAndischen Hilfskomitees, die sich erbötig gemacht haben, die Kriegsgefangenenaktinn zu fördern und mit namhaften Beträgen zu unterstützen. Das Ausland wird sich dieser Sache aber umso eifriger und energischer annahmen, wenn es wahrnehmen wird, dass wir . die unmittelbar Betroffenen -r kein Opfer scheuen, um unsere Angehörigen aus ihrer unglücklichen Lage zu befreien. Um allen Kreisen und Schichten unserer Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, an diesem edlen Hilfswerke teilzunehmen, wurde, wie bereits gemeldet, beschlossen, den 17. April als S a m m e 1 - t a g für K r i e g s g e f a n g e n e zu erklären. Die Organisation dieses grosszügigen Planes wurde bereits in Angriff genommen und Studenten, Pfadfinder und das Jungmannschaftskorps, die mit der Sammeltätigkeit betraut werden sollen, werden mit amtlich beglaubigten Sammelbogen die Gewähr dafür bieten, dass das Endergebnis nur unseren Kriegsopfern zugute kommt. Ueberdies soll in den nächsten Tagen ein grosses K i r c h e n k o n z e r t in der Stefanskirche stattfinden, das bei erhöhten Eintrittspreisen auch einen namhaften Betrag abzuwerfen verspricht. Kardinal P i f f 1 verhält sich diesem Plane gegenüber überaus sympathisch und es ist zu hoffen, dass das Publikum durch einen Massenbesuch dieses wohltätige Werk unterstützen wird. Die Kultusgemeindeund der Superintendent der evangelischen Kirchen gedenken durch eine ähnliche Aktion ebenfalls das Hilfswerk zu fördern. Frau Dr. S c h w a r z w a 1 d beantragte, mit den Organisationen der Kaufmannschaft in Berührung zu treten, damit die grössere und anständige Geschäftswelt sich durch freiwillige Besteuerung an dieser Wohlfahrtsaktion beteilige. Der Einwand des Fräuleins T ü r n h e i m , dass gegenwärtig keine Geschäfte gemacht werden, sondern nur "geschoben* wird und dass Spenden von solchen Parasiten mit Abscheu zurückzuweisen wären, erwies sich angesichts der näheren Begründung dieses Vorschlages durch Frau Schwarzwald als nicht stichhältig. Das "non ölet" findet just in diesem Falle seine volle Berechtigung, und durch die Abgabe von 1 per Mille des erzielten Gewinnes wird noch kein Schieber die "Absolution" erreichen. Schliesslich teilte Frau Dr. Schwarzwald noch mit, dass mit einer hiesigen Konzertdirektion Verhandlungen zur Veranstaltung von Wohltätigkeitskonzeitoi. von ersten Künstlern im Zuge sind. Diese Konzerte sollen im Mai abgehalten werden, und abgesehen vom Rein- ebträgnis, das ausschliesslich der Kriegsgefangenenfrage gewidmet sein soll, wird dieser M a i z y k 1 u s einen Appell der Wiener Künstlerschaft an die internationale Kunst von grosser Tragweite darstellen. Diese Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Eine Erklärung der italienischen Mission. Mit Bezug auf die Nachrichten, dass noch viele österreichische Kriegsgefangene in I t a 1 i e n zurückgehalten werden, erklärt die hiesige italienische Gesandtschaft auf das nachdrücklichste, dass diese Nachrichten f a 1 s c h sind und jeder Grundlage entbehren. Am S. März d. J. befanden sich im ganzen noch 187 österreichische Kriegsgefangene in Italien, von welchen 98 zur Rückbeförderung in die Heimat bereit waren, li haben auf die R ü c k k e h r n a c h 0 e s t e r r e i c h v e r z i c h t e t und 78 befinden sich in Heilanstalten und sollen nach ihrer Genesung gleichfalls heimbefördert werden. ^flssilsrkammsi- OoI«um«n totion M M6^ der Kriegsgefangenen. lrchtige Schritte der Staatskommisfion. — Die Frage des ^Schiffsraumes. — Neues von der SowieLmisfion. An wohlinformierter Welle wurden einem unserer Redakteure Mitteilungen gemacht, die in den Kreisen der Angchörigen Kriegsgefangener Zlebhastss Interesse firwen dürsten. Die erfreuliche Botschaft, die sie enthalten, bat das Präsidium der Staatskommisfion für Kriegst gefangenen- und Zivilinternierteirangelegen- heitsn aus der Schweiz mitgebracht, wo es unlängst weilte und bedeutungsvolle Schritte unternahm, um die Heimkehr unserer Kriegsgefangenen aus Rußland und Sibirien endlich tatkräftig zu beschleunigen. In der Schweiz tagte nämlich in letzker Zeit auch die Liga des Internationalen Roten Kreuzes in Amvesen- Heit von Vertretern des Völkerbundes. Die Staatskommission hat dis überraschend große Summe von 2-2 Millionen Schweizer Franken zum Zwecke der baldigen Heimbeförderung unserer kriegZ-- gefangsnsn Landsleute zur Verfügung gestellt.^ Es ergibt sich nun die Frage, inwiefern Mesk-r Zeitpunkt überhaupt die Möglichkeit Nietet, Kriegsgefangene in größerer Zahl Leim- SuL-efördern. Z > Für die Heimsendung der Kriegsgefangenen aus Mittel- und Ostsibirien kommt bekanntlich in der Hauptsache nur der Seeweg, über Amerika oder über den Suezkanal in Betracht. Eine Hauptschwierigkeit lag bisher Larin, daß nach einem Beschluß des Obersten Rotes in Paris zu allererst der Heimtransport teuer Gefangenen und Truppen durchzusuhren ist, dis den Verbündeten und alliierten Staaten angehöreti. Dis tschecho-slowakischen Legionärs, Hie vor den österreichischen Kriegsgefangenen den Vorrang genießen, hatten nun mit verschiedenen sapanischen Schiffahrtgesellschasten ans eigene Faust Verträge zum Zwecke ihrer Hsimsenduna abgeschlossen. Da sich setzt aber England und Amerika bereit erklärten, die Tschechen aus dem Seeweg heimzubefördern, kündigten sie diese Verträge, und es wäre somit genügend 'Schiffsraum für die Heimkehr eines stattlichen Teiles unserer Kriegsgefangenen aus Sibirien frei geworden. Die Staatskommission hat daher mit dem Internationalen Komitee hieraus bezügliche Verhandlungen angeküüpft, und ein Vertreter dieses Komitees. Dr.^Mon- tadon, bemüht sich derzeit in Wladiwostok und in Japan mit Len sapanischen Unternehmungen wegen der Charterung der Schiffe Fühlung zu nehmen. Die zweite große Schwierigkeit bildet die Frage des Transports der Gefangenen aus. Len diversen Lagern Sibiriens — von der Gegend des Baikalsse-s angefangen — nach .Wladiwostok. Vorläufig besteht nur Hoffnung, * fene Gefangenen, die in der Nähe der Küste des Großen Ozeans untergebracht sind, bald heimzubekommen. Einzelnen Kriegsgefangenen, die besondere Findigkeit oder Spezialkenntnisse besitzen, wie etwa Bankbeamte, die dis japanische Sprache beherrschen, gelang es sa schon im Laufe der letzten Monate, mittelst falscher Pässe, ohne von den Tschecho-Slowaken in Wladiwostok oder anderswo aufgehalten zu werden, in ihre Heimat zurückzukehrLsi. Größere Transporte nrit deutschösterrerchischsn Kriegsgefangenen aus Sibirien sind jedoch bisher nicht heimgelangt. Der Kriegszustand im Osten des ehemaligen Zarenreiches, die Kämpfe Am- ichen bolschewikischsn und japanischen Truppen wirken auf alle einschlägigen Aktionen immer noch lähmend. Auf der transsibirischen Bahn wird vornehmlich Kriegsgerät und Munition befördert. In Wladiwostok sind setzt die Tschechen konzentriert. Und wie steht etz mit der Heimkehr unserer Lieben aus Sowietrußland? Wie man erfährt, vorgestern ein Heimkehrer aus skau in Wien ein und meldete sich im gen Kriegsgrfangenenamt. Er erzählte, daß stufig hauptsächlich nur Kranke und Jn- e nach Hause geschickt werden. Herr Walz, aessen Name uns aus der schon umfangreichen Geschichte unsrer Sowietmission geläufig ist, befindet sich^tGsächlich, wie der Heimkehrer erzählte. in ^HHau. Er hat in seiner Eigenschaft als MisfiqgMitglieL die Lager in der Nähe ^on MoZM besucht, und auf seine- Inter- Wktz-wn/wurde ein Transport von Heimkehrern z»sammengestellt, der sedoch sonderbarerweise nicht über Litauen, sondern über das seuchsngesäbrliche Polen geleitet werden soll- Hoffentlich nimmt die Entente an den Kriegsgefangenenaktionen bald werktätigeren Anteil als bisher. Es verdient wohl Berücksichtigung, daß der auch von der Entente herber- gewünschte Wiederaufbau Oesterreichs tüchtige Arbeiter uwd insbesondere auch zahlreiche geschulte Handwerker erfordert, wie sie sich unter unseren Lieben sn Rußland und Sibirien in großer Zahl befinden. * Heimreise aus China. Wie das Wölfische Bureau aus Schanghai, 30. März, erfährt, hat Mever- Waldegg, der bisher interniert gewesene frühere Gouverneur von Tsingtau, am 27. d. mit 1100 deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen nebst Familien Kobe mit dem Bestimmungsort Hamburg verlassen. Deutschs Kriegsgefangene aus Frankreich Aus Karlsruhe, 31. März, wird berichtet: In der letzten Wache sind nur 31.0 0 0 deutsche Kriegsgefangene aus Frankreich in Deutschland eingstroffen, während Das Eintreffen von 13.000 Kriegt gefangenen angsMigt worden war. /' st ! s k! st !( !-! st st st ü st ff ! st !! V 0 st st l! st st Iä I S 0 st -^L«7 X /Wlstst/stilststst >'.'p.: ^6: ^ ^ /M- l KMSgefWgMeBefteims. ^ Vom Abgeordneten Paul Richter. Den Angehörigen der vielen Tausende im fernen Osten weilenden Kriegsgefangenen können wir endlich die frohe Nachricht geben, daß die Heimfahrt ihrer so lange erwarteten Lieben nun baldigst wird durchgeführt werden können. Die letzten Lage brachten die Mitteilung, daß es den Einwirkungen der verschiedensten! Faktoren im In- und Ausland, wie JnternationaleÄ Rotes Kreuz,. Liga der Rotkreuze, Generalleutnants Slatin Pascha und verschiedene andere, nunmehr ge-! lungen ist, die Botschafterkonferenz in Paris davon Zu> überzeugen, daß der Rücktransport aus Ostsibirien ohne! Unterschied der Nationalität sofort erfolgen kann. Vorher schon hatte die japanische Regierung wie auch die! Semstworegierung die Bereitwilligkeit ausgesprochen,! sämtliche Gefangenen in Ostsibwien freizugeben, wenn! die HeimatsregiexunUMrKenMm Transport nötigen Schiffsraum VorsorK trM.^Me zu gleicher Zeit mit dem intexnatiönalenMonnMl«Genf gepflogenen Per-' einbarungen haben,ffoweMes Ne österreichischen Gefan-' genen betrifft, zu dem Ergebnis geführt, daß unsere Regierung den gesamten Rücktransport aus Ostsibirien dem Internationalen Counts übertragen hat und sich bereit erklärte, die hiezu nötigen Mittel sofort zur Verfügung zu stellen. Nunmehr finden Verhandlungen mit japanischen und französischen Schiffahrtsgesellschaften statt ; sie stehen unmittelbar vor dem Abschlag Das erforderliche Gelddepot im Betrag von 2 2 Millionen Schweizer Franken ist mittelst Kurier bereits nach Bern ab gegangen. Aller Voraussicht nach dürste der Abtransport aus Wladiwostok noch im Zause dieses' Monats beginnen und in allerkürzester Zeit durchs geführt sein. Die im Bereich der Semstworegierung befindlichen Kriegsgefangenenlager, die derzeit für die' Heimsendung in Betracht kommen, sind folgende: Nikolsk-Nssurijsk mit 2400 Offizieren und 1560 Mann- schaftsperfonen, Perwaja-Rjecka mit 800 Offizieren und 2000 Mannschaftspersonen, Krasnaja-Rjecra mit 1300 Offizieren und 500 Mannschaftspersonen und mit einigen Hunderten in Wladiwostok befindlichen Kriegsgefangenen, so daß für den Abtransport etwa 10.000 Gefangene in Frage kommen, unter denen schätzungsweise 3000 Oesterreicher sein dürsten. Ob es möglich sein wird, alle die Gefangenen östlich des Baikalsees gleichfalls über den Seeweg in die Heimat zu transportieren, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen, da darüber nur spärliche Nachrichten vorliegen, wie weit der Einfluß der Sowjetregicrung hier reicht. Da sich aber in den nächsten Tagen eine österreichische Sibirienmiffion, bestehend aus dem ehemaligen Kriegsgefangenen, unserem Vertreter in Bern,! Herrn Fritsch, und Herrn van der Hellen, in einem frau-' zösischen Hafen cinschiffen wird, um an Ort und! Stelle mit dem Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes T>r. Montandon gemeinsam Vorsorge für den Abtransport zu treffen, so darf man der Hoffnung Raum geben, daß es mit Unterstützung der Semstworegierung oder Sowjetregierung gelingen werde, die Laaer Blagowjeschtschensk. Srjetensk. Anti- picha, Tschita und Beresowkü über Wladiwostok zu evakuieren. Die weitere Aufgabe dieser Million wird dann sein, den Weg über, den, Bairqlsee nach Mittel- . stbirien zu suchen, "um den Rücktransport über den Landweg zu organisieren, wobei zu erhoffen ist, daß bis dahin die Vertreter unserer Sowjetmission, dir Herren Walz und Wäger in Moskau, bei der dortigen Regierung alle Unterstützung für d-ull gesamten Abtransport unserer Kriegsgefangenen erlangen werden. Was die Frage des Abtransports der G Z fangenen aus Sowjetrußland betrifft, ist ja bereits bekannt, daß ein Vertrag zwischen Deutschland una Rußland unmittelbar vor der Ratifikation steht, wonach' im Austausch der beiderseitigen Gefangenen Deutschlands und Rußlarids auch unsere Gefangenen heimbefördert werden sollen. Nach den letzten Meldungen aus Berlin werden in der allerkürzesten Zeit in Reval Verhandlungen erfolgen, die unter der Oberleitung des Internationalen Roten Kreuzes die Vorbereitungen finden Abtransport treffen sollen. Was die in Turkestan befindlichen Gefangenen betrifft, kann inan mohl die Hoffnung aussprechen, daß es möglich sein wird, Latz die derzeit wieder in Betrieb befindliche Bahnlinie Taschkent—Orenbukg—iMoskliu dazu benützbar -sein Wrde, uni die am längsten vom Verkehr mit der übrigen Welt abgeschlossenen Kriegsopfer in die Heimat bringen zu können. Es muß bei dieser Gelegenheit gesagt werden, daß e^. wenn der Abtransport aus Ostsibirien vollzogen senk wird, überhaupt- nur noch Kriegsgefangene geben wird innerhalb des HoheitSA gebieteö der proletarischen russischen Sowjetrepublik., Aber auch noch andere Wege, um aus Turkestan ^erauszukoinmen, sollen in Aussicht genommen werden.. So soll nunmehr durch eine Mission versucht werden, vom Schwarzen Meer-Gebiet anS über die Kaspische See oder einen sonstigen sich ergebenden gangbaren Weg nach Turkestan zu finden, um den Abtransport' ,,u ermöglichen. Es ist geplant, mit den Vertretern der Sukzessionsstaaten, Deutschlands und Rumäniens in ll.ncr gemeinsamen Konferenz darüber zu beraten, ob die Möglichkeit deL Abtransports von Gefangenen über das Schwarze Meer und auf dem Donauweg durchgeführt werden könnte. Endlich aber Friede mit Rußland und der größte Teil der Schwierigkeiten wäre sofort gelöst! ^ Daß natürlicherweise alle die hier besprochenen Wege sowohl zur See als auch zu Land ungeherrr es A n forüerungen s n . G e l d stellen, ist klar, i Aber.., wie während der ganzen lairgen Zeit dieses!! /Harrens und Fürchtens unausgesetzt., gesagt .wurde,/ . darf die HrsinLeMdrrung der Gefangenen nie dararrs scheitern, daß * etwa das hiezu nötige Geld nicht vor-! Händen »wäre. Daß die Beschaffung der Geldmittel! rn fremder Valuta., die - hi« allein in Be»i Lrachc. kommt; u für unseren. armen Staat riesige! Schwierigkeiten» i«inschließt, ist nicht Mur bei uns^ sondern ' in'-der - ganzen übrigen/Mell bekannt.! Schon lange bevor- der Ge-! fangenen von der Entente- gestattet «arpKe, wendete sich! - das" Präsidium dE- StaatsÄmmiffron Durch die dwlo-/ . Matifchsn BertMungen anW vrrschiedMen Regierungen^ !.7<^'di»^Rste^/Kre«^Orgarüsatich«- der ganzen Welt wie! » -Motzen Aktion.S a m ml n n g e n ve.ranHa ! tc t 'werden, ^ um das große Hrlfswerksder Befreiung der - Kriegsgefangenen auch Bei uns im Lande zu fördern. '.- auch suwerfchst^sne humanitÄe unI charitative Ver» smigruigen-LNrn/UniArstMuHg-pimi dieser- Wahrhaften Weüschlichkeitsf/ageF Wie oÄeitT7 berichtet.- hat dis in Genf 'tagen!» Liga,-der'Roten Kreuze, ihre-Delegierten i-D-ß .eise^ solche Sammelaktion bei- unZKim/Mande verpflrcht^^-M?hsthren'.--'Regierünge» ' vorDllig. r» ---------- .. werden. daß ,'der- 'in. - kurzem- Zmammentreitnoe Ä'ä-l ker-L ».n.d Sd« Mittel- auPrmgen-.-ckSge,. .dre- ,-,uc Hemrbringung der KriegSgefangemn nöttg - sind. 'Äber auch. viele private Vereinigungen in den skandinavischen Landern, in Amerika und England, in .Holland und der Schweiz bemühen sich, an dis Mild-- - tätigkLit der Menschen appellierend, Geld aufzubringen,- nnr dis' . Gefangenen ihren Familien wisdrrzugeben, Besonders die.Fcauenargamsationerr der ganzen Welt, „ohne .Unterschied der- GesellschaftZschichtung) der politischen oder,-religiösen Parteiungen, wendeten sich überall mit Sammelauscufen an dir breite Hefssiulichleit. Da. ist eS mehr als selbstverständlich, Los-, wenn in der ganzen Welt gute Menschen ihr Scherftin beitragen, die Gefangenen zu erlösen, auch bei uns je demnach seinem Können ü r ist e n e rn mu ß. lim eine solche Hilfsaktion im großen durchzuführrn. hat die Staatskommission einen 33 o h I.s a hrtSausschnß gebildet, dem ^ sich ein Feaucncomitö beigeordnet hat, in dem Frauen 'aus allen Gesellschaftskreisen - wie Künstlerinnen, " Politikerinnen re., aber auch Angehörige von Kriegsgefangenen vereinigt sind. Am 17. d. werden in einer außerstande?-ift^die Kosten".'für '-die"Hrrmbesörderung aufzsbrmgen Mistet doch.-mm Beispiel der.TMMZport eines Gefangenen aus Sstsidirien etwa 6Ü.VW Kronen), darf fürgrmnen Menschen^Wr^AuSrede.-. »erden, ?"-«m sich seiner - Verpflichtung, srhiexcheistrucrnd mstzuhelfen, zu entziehend.Zg.-.-' -- - --- ''.^iMichlk-.ßLch>r - - Daß die N rbei t-e Wch a f t Wiens und D en t s ch 5 st er r e i chS ü auch hier ..wieder 7 den Beweis erbringen wird, daß Solidarität, 'Humanität im besten Sinne. Hilfsbereitschaft, für- arme, rrnglück- licke Opfer des Krieges nicht nur Worte sind, sondern .daß auch gern und rasch gegeben werden, «ird,ek was Feder einzelne nurstmmen Zu gebe»'imstande >iMdrffen sino wir sicher.- Sind - es doch auch '--zum - allergrößten Teil Klassengenossern die der Erlösung harren. Frauen, Mütter.Wmder-deL Proletariats^ für. Me - die r Herr«- kehr des-W«tmeL,vSöhnksMVaLerS - auch Befreiung vo?! - tränenreichen,'^ schlaflos» du rchwachtnb.Mchten, -neu erwachendes LeoenSglück und Lebensfreude > bedeutet. ^ '.-'«-'Ni'..' s Darum g e b t.)f r«st d igen ..HerzensZ gebt, waS ihr.kön.nA .gebt schstMlL 'i 8 L ! I L k 7' 0 ^ k i ll 0 X ll !7 7. -7 7 /, 7 ! 0 fi E!!^L!7^Ü 7/^6: ^ SerZermtrsNOm; dn IrsmMMN. Per«. 11. Aprik. Wie das Internationale Rote Kreuz- Tomltä der schweizerischen Depescheuagentur mittesit, wurden in den. letzten Wochen unablässige Berhandlungcn geführt, um die Frage der Heimkehr der 2 0 0.0 0 V russischen Ge- ff a n g e n'e N in Deutschland und der etwa 3 0 0.0 0 0 Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Sibirien, Rußland und Turkestan zu beschleunigen. Um bei dieser Heimkehr die absolute Neutralität zu sichern und jede politische Propaganda irgendwelcher Art bei den russischen Gegangenen in Deutschland zu vermeiden, übernimmt das Inter- iiatianale Rote'Krenz-Eomils die moralische Überwachung jener Gefangenenlager und entsendete zu diesem Zwecke unter der Leitung des Colonels Wiidholz etiva 20 Delegierte und Dolmetscher nach Deut'chland. Der Transport, der nach Sibirien zuständigen. Russen, erfolgt mittelst jener japanischen Schiffe, die dtutlche Gefangene aus. Wladiwostok heimsühren. Der erste Transport ist i'ür den. 9. d. festgesetzt. Zwei wertere Schiffe sollen im Lause dieses Monats von Wladiwostok abgehen. Nur solche Gefangenes die sich mit dieser Route - einverstanden erklären, werden /dorthin abtransportiert. Das Internationale Role Kreuz-Sowits hat die japanische Regierung um die absolute Garantie ersucht, daß eS den in Ostsibirien ausgefch-fftenLciegsgesangenen srelstehe, sich in ihre Heim- l stätten zu begeben.. Jedes Schiff wird von einem Delegierten des Internationalen Roten Krcuz-Comitbs geleitet. ' Wie die in sibirischer Gefangenschaft befindlichen An- i gehörigen der Ze ntralsta aiep OetrifftLso hat der Abtransport der an det Ost lüste UnterMbrachtch». MHmf etwa 15.000 geschäht ! werden, bereits begonnen. Die tniLschen Gefangenen werden unter Mitwirkung / Rer WMHenH Mission heimbefürdert. Atehxere japanische Schiffe Wd Wrzlich von Hamburg 'und Bremen abgegcmgenb«^Wer Abtransport der/ Gefangenen der anderem Nationalitäten, deren Auslieferung »der Botschafterrat kürzlich zugestimmt hat, wird biK zum s Eintreffen 'der österreichischen und der ungarisch e n . Missionen durch Vermittlung des Delegierten , der Internationalen Roten Kreu'-Comitbs in Sibirien ' und Bevollmächtigten der fraglichen Regierungen Dr. M o n» tandon erfolgen. Das Internationale Rote Kreuz-Tomstee konnte eine Vereinbarung mit der französischen' Gesellschaft l MessageneS Maritimes erzielen und der erste Transport von szweitausend Gesänge n e n wird unverzüglich mit dem Dampfer .Savonia' von Wladiwostok nach Triest abgehen. Weitere Transporte sollen bald folgen, vorausgesetzt, daß die nötigen Kredite gefunden werden. Die s. Kriegsgefangenen, die ihre Reise bezahlen können- werden individuell mit den gewöhnlichen Schiffen befördert und eins Anzahl solcher Gefangener hat Sibirien bereits am 31. Mürz Mit dem Tarnpser .Scotland' verlassen. Die Heimkehr von Kriegsgefangenen auf dem Landweg kann nur erfolgen, soweit die an Rußland grenzenden Staaten den Durchtransport gestatten. Das Internationale Note Kreus-Eomitä wurde von den interessierten Regierungen ersucht, Verhandlungen zu führen. Infolge der Schritte des Countys bet der polnischen Regie- ung hat diese den Durchtransport von wöchentlich etwa 400 g e f a n g e n e st An- g e h ö r i g e » der Mittelmächte in Rußland und russischen Invaliden in Deutschland über Borrisow und Minsk gestattet. Weiterhin schweben Verhandlungen mit der estlLndtschen Negierung. Man "'hofft bald mit Transporten über Stettin und Reval beginnen zu können. Die rumänische Regierung ist hereit. unter gewissen Bedingungen den Durchtrgnsport auf der Donau zuzulassen. Dieser Weg wirk wahrscheinlich benützt werden können, sobald die Jahreszeit dies gestattet. i Schließlich hatte die Regierung DenikiaS infolge besonderer Schritte der Delegierten des Internationalen Roten- ikreuz-Comitvs Dr. Mül l e r und S i m o n e t in Südrußland jdie Einwilligung, zur Einschiffung von Kriegsgefangenen in Roworo s s i j s k gegeben. Da diese Stadt in die Händ cher Sowjets gefallen ist, werden die Verhandlungen mit Moskauer Regierung ausgenommen. —— icn- i und 7 r inZ indes I 5 K i( /i L !< ss 0 ^ ü 0 X U l>! ^ ^ I ^ I ! 0 ki _^0- X-L/V öep^frWde«t der NMoValderf«Ml«W Br die KüesssefMMMK. Präsident Seitz wendet sich auf Ni suchen deS Fraueu- hilfscomitvS für die Kriegsgefangene» cr >re Mitglieder der Nationalversammlung mit folgendem Np' ,>: Eine große Zahl edler Frauen, unter ihnes^ch Mitglf der Nationalversammlung, veranstalt; ; MamstanFHde« 1?. April in ganz Oesterreich eine SamMuug Mr ZtÄcke der Befreiung der Kriegsgefangene«. Me WuMen, diewer Krieg uns MMagen hat, sstrd"f8rchtbar. AKr e» daS phyfiphe Leid mird/ubcrÄoffen oop dem quälender^Mdanken an Los unsWttKrüKer in Sibirien und TDWan. Diese UnglKck- kicheir zF eMifeFHgtz^L.dee-HMm^MWWWM'EMebe« mMer- Mgebrn W dMWnnMder Mamtsst KMwmenfchhzM^Seider. sind die die der Erfüllung diestS Wunsches entgegeiijMM fast unüberwindlich. Nur das Zu<- s am ^Mmw irke « aller Völker kan« Erfolg bringen. Was die österreichische Regierung Unternehmen konnte, um die furchtbaren Leide» dieser Kriegsopfer zu linder» und ihre Heimkehr in die Wege zu leite», ist geschehen. Wer die Arbeit der Regierung allein kann nicht genügen. DaS ganze Volk ist bernfen, mitjgnvirken. Insbesondere die Frauen, dir am tiefste» AtempchMH, wie jeneiMen, derertzSöhne, deren ihnen getrenrrt sind enliebe ihre Hilfe leihen' Ständen und politische» um a« einem Tage, am rin« Sammlung zu ver» Heirntransport der Kriegs» Männer, Bäteamnd Brüd; werden diesHMWerke Tausende eMe Frauen Parteien haWi sich 17. April 1M1, i» anftalten, ^eren En gefangenen verweb Kein Mitglied der Nationalverfammlung sollte sich der Pflicht entschlagen, diese Mion mit allen Mittel» zu unterstützen und selbst an ihr mitzmvirke«. Wenn die politischen Führer des Volkes diese Pflicht erfülle«, werden die Frauen den Erfolg erzielen, den wir alle wünsche». Zugleich werden wir der Welt zeigen, daß Oesterreich selbst jedes Opfer zu bringen bereit ist, daß wir daher auch würdig find, die Hilf« der Welt in Anspruch zu nehmen. Ich bitte alle Mitglieder der Nationalversammlung, in ihrem Kreise in diesem Sinne zu wirke«, und danke ihnen dafür schon heute im Name» des Staates, im Namen der Frauen und im Name« der Unglückliche«, denen dieses Werk diene« soll. ARBEtTERKAMMER FÜR W t E N OOKUMENTAItON Nr.: R E ! C H S P O S T TAG: Knauserigkeit am Unrechten Mitteilungen d. Bezirksvorstäers Plataae. Ohrfandl. Bekanntlich findet am 17. d. in ganz Oesterreich eine Sammlung Statt, deren Erträgnis die Heimkehr unserer roch immer in Sibirien festgehaltena Kriegsgefangenen ermöglichen soll. TnWxK %xx ln Wien wurden die Bezirksvorsteher eingeladen, die Vorarbeiten zur Durchführung zu treffen, doch geschah dies erst vorige Woche, do dass wenig Zeit bleibt, um diese umfangreichen Vorarbeiten gründlich und genau zu bewältigen. Wie wenig In - teresse übrigens manche Kreise für die Veranstaltung zeigen, leigte Mittwob der Bezirksvorsteher des 7. Bezirkes he&nrich Ohrfandl imRahmen eines Sprechabends des ChrsitlichsozialenWühleyereins dar. Er sagte: Obwohl ich die Sozialdemokraten des Bezirkes ganz offiziell zur Mitarbeit eingela - den hatte, hat sich bisher keiner zum Strassendienst gemeldet*( Bewegung) Da zu wenig Sammler zur Verfügung stehen werden, hat man sich an*den Unterstaatssekretär Glücket gewendth, er möge den Schülern und Schülerinnen der obersten Bürgerschulkksgeä den Samstag frei geben, um diese heranziehen zu können. Obwohl hl.,ykpljyit den schulfreien ^agen nicht sparsam ist, hat er hiezu seine Eknwi^i^Hhrg nicht gegeben. ( Stürm. Zwischenr.) Zufolge einerAnregung JHdasyuja^wohl eine wirksame Propaganda wäre, wenn tags vorher und am 3hmmeL&!.gp selbst durch Luftfahrzeuge auf den Zwecke des Sammeltages aufmerksam gemacht würde, bin ich über Anraten des Abg. Hepml dayszbezüglich im Polizeipräsidium steilig geworden. In Abwesenheit' des{Polizeipräsidenten bin ich vom Hofrat Pammer empfangen werden, welcher sofo t den betreffenden Referenten rufen liess. Diesererkl"rte, Flugzeuge und Mannschaft stünden zur Verfügung aberan Benzin mangle es. Ich erwiderte, die Freigabe deserforderiichen Benzins werde Abg. Keinl beimStaatsekretär Zerdik durchsetzen. Zu meinem Erstaunen ist mir am nächsten ^agen vom Hofrat Demmel telefonisch mitgeteilt worden, Unterstaatsekretär Eldersch gestatte die Abhaltung des Fluges nicht weil die Kosten für den staats zu hoch seinen . Wenn schon derStaats f..r solche del Zwecke kein ^eld habe, fügte Vezirksvorshbeher Ohrfandl hinzu, so h"tte sich doch sicher der Propagandaflug.mit einem der zahlreicher sogenarten " Probeglüge " verbinden lassen. Die Mitteilungen dee Bezirksvorstehers Ohrfandl riefen bii den zahlreich Versammelten wtiederh 1t stürmische Entrüstungs/^^^/%^/// kundgebungen hervor. ^fissilsstcammsi- svt //isn LUK iMb Mb38b sir. Der^üfruf -es Präst-enten Zeitz Mgmlsten -er Kriegsgefangenen. Der im Morgenblatte erwähnte Aufruf des Präsidenten Seih zugunsten oes morgigen Sammeltages für die Befreiung der Kriegsgefangene^ lautet: „Eine große Zahl edler Frauen, darunter auch Mitglieder der Nationalversammlung, veranstalten am Samstag den 17. d. in ganz Oesterreich eine Sammlung für Zwecke der Befreiung der Kriegsgefangenen. Die Wunder, die der Krieg uns geschlagen hat, sind furchtbar. Aber all das physische Leid wird übertroffen durch den quälenden Gedanken an das Los unserer Brüder in Sibirien und Turkestan. Diese Unglücklichen zu erlösen und sie der Heimat und ihren Lieben wiederzugeben, isi der Wunsch der gesamten Kulturmenschheit. Leider sind die Schwierigkeiten, die der Erfüllung dieses Wunsches entgegenstehen, fast unüberwindKch. Nur das Zusammenwirken oller Völker kann Erfolg bringen. Kein Mitglied der Nationalversammlung sollte sich der Pflicht entschlagen, diese Aktion mit allen Mitteln zu unterstützen und selbst an ihr mikzunürken. Ich bitte alle Mitglieder der Nationalversammlung, in ihrem Kreise in diesem Sinne M wirken, und danke Ihnen dafür schon heute im Namen des Staates, im Namen der Frauen und !m Namen der Unglücklichen, denen dieses Werk dienen soll/_ z «r 8 k > s k n K z « k n f ij n V0»(U»t ^Uk Mit ?krk88L ^.: / MLI. Itlk: //- -s ^ /X ^Helfet de« Krirgsgrfangenru. Anläßlich de- Tammeltage-. von Kelstk Eall»». Sie». IS. «peil. Man Kann nicht ohne Herzklopfen davon sprechen. Denn niemals sind Traumgesichte so furchtbar, Phantasiegebilde niemals so entsetzlich gewesen wie diese Wirklichkeit. Und hier ist durch stumpfe Nachlässigkeit mehr Unrecht geschehen, als dies schuldbeladene Zeitalter je verantworte» wird. Ein Mann schreib!: „Als ich ins Feld mußte, war ich noch jung; aber dahier, in Sibirien, sind mir die Haare grau geworden. Wir denken an zu Hause und warten; aber wer denkt zu Hause noch an uns?" Ein junger Mensch schreibt: .Lmmersort sche ich den Vater vor mir, seit ich weiß, daß er gestorben ist, und es tut mir so weh, daß er nicht mehr da sein wird, wenn ich heimkomme. Liebe Mutter, warte Du noch aus mich, so lang MsHWiL. i Vielleicht^ Mt "ed ^in' diesem Leben doch noch - § R» Manu Mrew5 an Herne Frau: ,Mre lange sind wir denn beisammen gewesen, bis ich Hab' einrücken müssen? Vier Jahre. Und über fünf Jahre bin ich nun fort. Jetzt sind es bald zehn Jahre, daß wir verheiratet sind. Was ist aus Dir geworocn?" Ein anderer schreibt: .Ich bin im Ural. Weißt Du, wo das ist? Es ist sehr weit. Aber die Jahre, die so verstreichen, eia Tag nach dem anderen, die sind eine viel größere Entfernung." Ein anderer schreibt: „Du fragst mich, ob ich mich mit dem Bild derKioder gefreut habe, das Du mir geschickt hast? Ich bab' das Bild mcht bekommen. Deine Karte ist vom Dezeyiver und jetzt find wir im August. Seit ich das von dem Bild erfahren habe, gibt es mir gar keine Ruhe. Ich muH immer oatdu denken, daß ich es nicht mehr weiß, wie meine Kinder ausschauen. Schick' das Bild noch einmal und wenn es noch ein Jahr dauert." Ein junger Mann schreibt: „Mit der Technik wich es wohl nichts mehr sein. Wie ich fort bin, war ich fast vierundzwanzig und wäre gerade fertig geworden. Wenn ich zurückkomme, das heißt, wenn ich überhaupt je zurückkomme. bin ich dreißig, habe die Hälfte meines Wissens vergehen und kann nicht wieder Student werden. Hier war ich Straßenkehrer, Steinklopfer, Pkckträger, Erdarbeiter, Geschirrabwascher. Schuhflicker. Tischler, Bureauschreiber, Totengräber, Barbier, Schneidergesell und alles mögliche uoch dazu. Was werde ich zu Hause sein?" Ein älterer Mann schreibt seiner Frau: „Es heißt, der Mensch ^abShick sich^rv^alles, aber ich werde mich nie daran gewöhnen." Und es gibt Briese, in denen steht: „Er hat sehr viel Heimweh gehabt. ... Er hat immer gehofft und gehofft und den Mut nicht sinken lassen. ... Er hat bis zum letzten Augenblick an zu Amse und an die Seimigen gedacht." Biele Briefe. An Frauen, die nun verwitwet sind, an junge Bräute, die treu und vergeblich des Geliebten harrten, wie Solveia, an Mütter und Väter, an Brüder und Schwestern. Viele Briefe. Man kann nicht ohne Herzklopsen davon sprechen. Dies ist^eine grausamere Folter, als der Krieg gewesen, eine nesere Schande. Ter Krieg war im Erinnern der Menschheit ein Erlebtes, ein Dagewcsenes in der Geschichte. Nach der Uebcrzeugung aller menschlich Fühlenden war er ein Unglück, das je und je wiederkchrt; nach dem Rachtwillen der Herrschenden ein Aufschwung: »ach dem frommen Glauben der Betörten eine Notwendigkeit. Hundertfältig geschürt von entfesselter Gemeinheit, von ehrlichem Opfermut, von blutigen Urtnebcn, von berauschtem Heroismus brach ein ungeheuerer Wahnsinn aus m»d hüllte sich in das Gewand einer großen Idee. Doch wie es die Menschen auch nähmen, als Unglück oder Auftchwung, Notwendigkeit . oder Verbrechen, Wahnsinn oder große Idee oder dämonische Vermengung von alldem zusammen, der Krieg hatte immerhin feste Frwmcu. In diesen Formen war freilich Raum für eine Unermeßlichkrit menschlicher Leiden und wir haben sie alle dürchgckostet bis zum letzten Tropfen. Wir hatten ine Wahl,, ob das Hinopfern der blühende» Jugend ergreifender sei und' aufreizender oder die Qual der Vierzig- und Fünfzigjährigen,, die ihre letzte Kraft darbringen mußte», um dann vpn sturer vorzeitigen Vergreisung iäh überfalle» zu werden und stndchi Schützengräben oder aus Dauermärschen gleich äbaetrstheyQi' Karrenaäulc» pl verenden. Wir babmr Tausende j yyd' Tausende von Kindern gescheit, denen die Heimat zerssamM, das Obdach zerstört und die Väter zerschosst« worden Ware». Wir haben den gespenstisch peinigenden Reigen der zitter»- den nick zappelnden, der zerkrümmtcn, verstümmelten und erblindeten Kriegstnvalide» gesehen. Ein Totentanz der Lebendigen. Wir haben, jahremya^ in den Augen von Vätern und Müttern, von Frauen und Mädchen die rasende, schlaflose Angst um diejenigen gelesen, die draußen im Feuer lagen. Hatte man früher geinelnt, es sei nur ein altmodischer Ausdruck, daß jemand „an gebrochenem Herzen sterben" müsse, so haben wir jetzt alle Tage gesehen, wie Väter und Mütter, tue einen Schn, die den einzigen Schn, die alle Söhne verstreu hatten, an gebrochenem Herzen starben. Wir haben die Eltern gesehen, die in Trauerkteidern einhergingen, und wir haben, was noch weit schrecklicher war, »sch die Elter« gesthar, die, stolz auf Len Opfert^ ihrer Kinder, keine Trauer tragen wollten. Es ist uns >s unserem E^nd «och gar nicht so recht zum Bewußtsein gekommen, wie viele furchtbare Greuel fett nun fast zwei Jahren aufgchört haben. Daß diese Dinge überhaupt geschehen, läßt uns jetzt nicht so tief ausattnen, wie wir eigentlich müßten, weil sie vorüber sind. Dennoch: sie sind vorüber. Dies alles hatte seine Begrenzung, hatte in den vielen Krie^n. welche die Menschheit je erlitten, sei« Beispiel, es hatte, so höhnisch das Wort auch klingen mag, sein Gesetz. Wohl nicht die Trauer war zu Ende, nicht das Unglück, wenn em Krieg zu Ende ging. Wie ja auch der Schaden und die Verwüstung, die der Krieg an- gerichtet hat, mit seinem Aufhbreu nicht bchoben jiud.Astch^ neuer Schaden war vermieden, neue Verwüstung unmögÜch." die Gefahr neuen Unheils beseitigt und — vor allem — die Fortdauer kriegsgcbotener Quälerei war abgcschnitten. Aber die Unglücklichen, die der Krieg nach Rußland und nach Sibirien verschleppt Hai, schmachten immer noch in der Qual der Gefangenschaft. Seit dem Frühherbst siebzehn ist der eigentliche Krieg zwischen uns und Rußland zu Ende, und wenn Brest-Litowsk auch eine jammervolle Tragikomödie gewesen ist, es war doch ein Friede. Seitdem sind bald drei Jahre vergangen. Anderthalb Jahre ist es her, daß der ganze «psische Kries : istmrieirbrack und IMS ,mter seinen iuimm« , b^uck. llliar, mau Perfackes und La»nt-Germain Posscnspiele anschen, si« wecke» doch HckckenHchlüsst aenannt. Und so viel neue Zwietracht sie mich Wie», so incl neue Berwirrung sie auch ^ewuchen» sie gelte» -mckes^»ö jo weit für das Doppelfiegel KsWichenS. « a» seich« Keine Kriegsgefangenen mehr gcktL Diese Unglücklichen aber sind immer noch« GM»aew- schast. UZid das ist ohne Beispiel in d« AeschAe der Menschheit. ^ . Es ist ohne Beispiel, wie sie dort beisammen such, als d>e Gefangenen vo» niemandem. Es ist schon postiert, daß man Notbaracken stehen ließ. Das Bedürfnis oder der Zwang des Augenblicks hat sic errichtet, nun braucht man sie nichä mehr und sie verfalle». Es ist auch schon.passiert, daß wcrt- volle- Material hochausgesctnchtet liegen blich, nicht weg- geräunu wurde und nutzlos rosten »mßte. Jedesmal sieht man » mit Bedauern und murrt gegen Pie schlachte Wirtschaft, die fahrlässig wertvolles Gut verdickt. Bei diesen ab« ncht's «icht »m Zchimerbalke». Zen,ent und Dachpappe. Es ge« m» Menschen. Und sie sind mcht aus Eisen. Wir halten es für schmählich, halten es für die letzte Stufe verzweifelt« Erniedrigung, wenn irgendwo im Kampf oder sonst in einer Katastrophe die Toten nicht begraben werden. Jetzt aber haben wir eine Sache kennen gckernh die noch schinählicher in'und noch tiefere Ernickrigwig bedeutet. Denn diese dort sind lebende Menschen urck sie verderben lebendigen Leibes, ihre Seel.n modern, ihr Geist fault unter fremdem Himmel. Hot diese erbärmliche Welt wirklich erst das unerhörte Los jener armen Gefangenen verschulden muffen, um daraus zu lernen, daß es eiligere und heftigere Pflicht bleibt, einen lebendigen Menschen sein« Heimat, sein« Frau, seinen Kindern, seiner Mutter wiederzugeben, als einen' Loten der Ecke. Der Tote und die Mutter Ecke können warten und sie werden schließlich trotzdem eins, auch ohne die gewisse Beihilfe, deren Pietät ja von Egoismus nicht ganz frei ist. Ab« die Lebenden können nicht warten. Dennoch hat man sie warten lasten. Drei . . ., vier . . fünf . . ., stchS Jahrr. Wie lange noch? Furchtbar entMtt sich au ihrem Los der Zusammen- druch »nd die Ohnmacht der ganzen Menschheit, die vor kurzen, »och mächtig genug war, alle Erdeisternen spielend zu üdenoinden, reich genug, üb« Ozean und Weltteile hin- nieg ihren llebersluß zu tauschen: diese Menschheit, die vor kurzem noch fähig war, blühende Rosen so schnell von Sizilien nach Stockholm zu schicken, daß sie untevvegs weder Duste» noch Blühe» verhauchten, fähig, Südfrüchte aus Kleina,'len und Afrika so rasch nach dem europäischen Norden zn bringen, daß sie noch in voll« Reife onkamen — und die jetzt unfähig ist, ein paar Tausend brave Mann« hei»,- zuschassen, bevor ihnen die Hoffnung welkt und das Gemüt j verdorrt. / ! Furchtbar und groß enthüllt sich an dem Schicksal dieser ! Männer auch das W«en Rußlands. ES ist während dieses Krieges in ungeheurer Offenbarung beworaetreten. t dieses alte Rußland, zum ersten- und zugleich -auck! zmn letztenmal, so vollkommen, so ganz entschleiert, so tiefe i Entscheidungen bringend für sich und die übrige Welt. Geheimnisvoll schwach in der ungeheuren Wucht feines Än- "arrffs, geheimnisvoll mächtig in der ungeheuren Passivität feiner Abwehr, und apokalvptiscki in seinem Zusammen- drach^ Mgt «s auch hier seine mystische Kraft und se»e Ed«stchliche Kraft: es M die Gefangene« nicht »ehr A. ab« es M sie auch «icht heraus: sie versinke»« ch«, sie können, so ad« so, vo» Rußland nicht loS, und sie «ecken, selbst wes» sie hcimgekchrt find, von dem NuUand, dessen Luft sie jahrelang geatmet, dessen .Herzschlag sie gehört habe», nicht »ehr frei werden. Wenn sie hei«kch«n ... So viel tragisches Schicksal hat sich » unsere. Tage» ereignet, solch eine Nnermchlich- Lat vo« tragischem Erlebt hat sich abgcspmtir« und liegt a«hchrs üoch, M^run-urtdrckchsichtig gebündelt, mck wrrd Sch Art der HestEehr Brest» Mäftntt erst erfülle».' S-^wät hisuws Mer jede Phantasie reicht VirS afies. daß gas cht «nur, die Tragödiendichtn»g all« Zeiten sei Abcrs. boten »nd überflüssig. Aber wen» man «it anschaut, wie die hwckerttachendfache Furchtbarkeit hunderwmsendfach i» Luck verrinnt, nur anschcmt, wie Menschliche Geduck, menschliche SchvachO «KMenMches.Bk'.-gesten' immer noch stück« ist alsMr Mrstchliche Konflikt, dann begreift man die Erdens Schicksal anporheben Schutt vo« HW Gcht «»al MMY tragischen Dicht,»«.: ei» unkenntlich gewordenen ihm das -tiefste Ethos ad- den Schlußpunkt Men, zu Fülle nicht ^KMeeMpt-Md .ichren.» . dann ko«»«» sw,' Wik sei: l den K««Me« »WM nckh-M-nschen aus einem Krieg n»ch , .Hause qckommen fWid. Rach Jahren, totgeglaubt, verschollen, und vo» der Farbe, fern«, «»bekannter Länder irgendwie verwandelt. Urck -'l 5 st st Ost 7/ I st st ll 0 st U 7! st st 7 /> 7 ! 0 st E! sststL I lststÜ 7^ -. / ^, ^ ^Gedenket der Kriegsgefangene«! Seit anderthalb Fahre« r«he« die Waffe». Säugst schon zog der Friede in ««ser Land. Aber Lausende nuferer Brüder schmachte« «och fern von ihre« Liehe« »«d Freunde« in de» düstere« Oede» Sibiriens ! Wir find zur friedliche» Arbeit zurückgekehrt ; die Erinnerung a« die grauenhaften Erlebniffe des Krieges wie all M^ Unbill des Barackenlebens find in uns verbleicht. Aber^ Lausende unserer Brüder i« der Ferne» znsamwW- gepfercht in schmntzstarrende« Baracken» dem friedliche« Wirke« «och immer eutriffe«, vo« tanseudWtige» Ge» fahre» umlauert, der Kälte, de« Hunger, der Seuche schutzlos prejsgegebe«, fie harre« noch sehnsüchtig der Stnude, die ste mit de« Ihre« vereint, hie ste- sicher ,«rückführt i« de« Kreis der K«lt«r ««d des friedlkchest Schaffens. -r. Bittere Wunde« hat uuS der Krieg geschlagen! Keine klafft aber sp weit offen,Mine Mntet so stark wie das Krtegsgefangenenlei^f "de« Mütter«, Kinder«, Fräse«, die »uttihrEiebD in der Gefangenschaft trauern «nd weine» und An Gefangenen in der Fremde dehnt fich ei« wchter stWtem Die Opferwillig- keit der ganzen Welt tm not, «m diesen Erdteil z« überbrücke«, «m »«seren Brüdern den Weg «ach der Heimat z- bereite«. ^ ^ ^ ^ Helfet dev Kriegsgefangenen ! Bauet eine Brücke zu unseren hilf-, läse« Brüder«! - Lindert den Schmerz! Schließt die Wunde! Sammelt für unsere Kriegs- gefanMne«!^ , : - _ ' Der Staatskanzler für die Kriegsgefangenen. ' der Unterbrechung ^ des Verkehrs noch heute , anderthalb Jahre nach Abschluß. des Krieges selbst — in fernen Ladern ein trauriges Dasein fristen. Ihne» Hilfe zu bringen ist Pflicht der Heimat und insbesondere eine .SchnU» Mer, die von schwerem Schicksal bewahrt geblieben find. , -^-- - .,..-.^7 6 5 > 7 f N k ä f N fÖN U I fN 0 0 ^ ö !>! f N I ^ 7 I Ü 7 ^ 6 : ^ /^--- Zu e«rl S2S/l. k'. X. V. Anfrsgebeantwortung des SLaatskamlrrs. Aus die iu der 47. Sitzung der konstituierenden Nationalversammlung am 16. Dezember 1919 gestellte Anfrage der Abgeordneten Frredmann und Genossen, betreffend unsere Kriegsgefangenen in Sibirien, habe ich. die Ehre zu antworten: all i. Die in Japan gewesenen österreichischen Gefangenen sind bereits am 5. März l. I. in der Heimat eingetroffen. . all 2. Die japanische Regierung hat es abgelehnt, österreichische Kriegsgefangene aus Sibirien nach Japan zu überstellen. uä 9. Wegen Heimbeförderung der Kriegsgefangenen aus dein nicht unter Sowjetherrschaft stehenden Teile Ostsibiriens werden durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuze, welchem die ganze Aktion übertragen wurde, Unterhandlungen wegen Schiffscharterungen gepflogen. Die Staatsregierung hat den Betrag von 2'2 Millionen Schweizer Francs für Zwecke des Heimtransportes der Kriegsgefangenen aus Sibirien per innrs zur Verfügung gestellt, mit welchem Betrage vorerst zirka 5000 Kriegsgefangene heim- befördert werden können. Es ist in den nächsten Tagen der fixe Abschluß mit einer französischen Schiffahrtsgesellschaft — von welcher vier Schisse auf dem Wege nach Wladiwostok sind und das Erste Mitte April dort- selbst eintrifft — zu erwarten. Nach Möglichkeit wird auch getrachtet, weiter westlich befindliche Gefangene nach dem Osten zu konzentrieren und mit diesen Schiffen nach Hause zu befördern. Wien, 18. April l920. / ^rbsiksrleommsr fvr V^!sn Ovleumentotion VLkr NM Iä6 Erhoben vom Verein der Angehörigen. In einer vom Äiedeuisterreichischm HW- vk«m der Angehörigen deutschösterreichi-scher KciMägefongener in Rußland am 13. März aL- SeHaltemn B«f«ninlun^ wurde eine ResÄu» üsn angenommen, in der Lar StastSsMelär für .Heerwesen auftze,fordert wurde. die ArytSführrms Les mit der Führung der Geschäfte betrauten AmtSleiterstellpertreterL des Zriegsgefangen«i>- amteS. - Ob-erirtendanten R a a bl - Werne r, und. die Gebarung des KriegSgefa-n-gerrenümteS, VM einem UnterKchunKamfchnß,' in welchem auch . die Angehörigen und Heimkehrerörgani- sationen entsprechend vertreten sind, prüfen zu lassen, inÄssqndere in der Richtung» ob die Tätigkeit dieses Amtes geeignet mar, die Heimkehr unserer Kriegsgefangenen zu beschleunigen öder -nicht. Die.Tätigkeit des Amtskeiterstekl- Vertreters in der Angeleyenheit der nach Sowjet- rußland . entsendeten KrieMefqngenenmission hat,Hieß es in der Resolution) ein« Reihe von Tatsachen ergeben, welche Anlaß zu schärfstem Mißtrauen gegen die Wirksamkeit des Oher- intrndMten Raabl-Werner gebep. X Die Resolution .wurde sofort dem'Staats- kanzler Dr. R e n n e r übergeben, -de/ dH Einsetzung der Kommission znsagte. Vier s Tage später gab Oherimentdant Raabl seine Demission. Am 26. März erfolgte dse Einsetzung der Kommissto-n, in .der auch dem Hilfsverein der Angehörigen zwei Sitze eingeräumt wurden. Die UntersuchungZtzmnmissi« trat zusammen und die Vertreter des Vereines haben in der Sitzung vom 16. April einen Schriftsatz überreicht, in dem s ch w e r« A n klagen gegen das Kriegsgesanoenenamt erb oben iverden. In dieser Anklagoschrfft heißt «S: Wir waren dmmit beschäftigt, das uM zur Verfügung stehende VerdachtSmatenal zu sichten und schriftlich-zu fixieren» als uns Nachrichten zukamen, welche Von derartiger Tragweite sind, daß . ihre Erörterung , und Erledigung allem anderen Vorgehen mutz. Es wird uns miitzeteilt, daß Rittmeister Strunk in Warschau interniert ist, nicht so sehr, durch Verschulden der polnischen Behörden, sondern wegen des zweideutigen unredlichen Verhaltens des - KriegZge- sangeneiMNtLs in Wien, das über Strunk eine wahrheitÄvidri.ge Auskunft erteilt hat. Das AiieoSHefangenenamt soll sich unterfangen höben, die aantzs von der Mission für Litauen geschaffene Organisation einfach LMmdsen, gerade in dem Moment, wo. die Regierung den , litauischen Vertrag genehmigt hat. Es wurden gekündigt: Ingenieur Burmann chTrans- portführcr und Kurier)». RechnunasDhrer S cholz, Hauptmann R e ss' e l - (Evdtkuynsn), Major . Bokie s e r (von Hellsberg- nach Königsberg versetzt),' Leopold M e n s ch i k, Kurier. Es wu/de ferner von Wien aus verfügt die Auflösung -der 'Dienststelle Kowno und die Verlegung des HanpkdchoiS. in Königsberg» ' und einfache Unterstellung- - UedermrhmsorgLneS des Kriegsge-fangsnenamtes mit Ausschluß jeder Befehlsgewält des MWlwSchefs, außerdem die Einstellung der Ueoernahinlarlbeiten in Ielowka,. wiewohl die Einr-ichtun-g.. eines SrnierunAspiinktes im litauischen Vertrag als eine Vorbedingung firr den Durchlaß österreichischer Kriegsgefangenen erklärt wurde. Diese Maßregeln sind gleichbe- deutesid mit dem Versuch, die Rückbeförderung von Kriegsgefangenen üHe r L i ta uen un m ö g l i ch z u m a chen. Einerseits weigert sich das Kr-ieMe-songenenvmt. sichs um die Kompensationen M beküMmer», landeperseitK zerstört es die bereits geschaffene .Organisation., verhindert den entsprechenden ÄuÄan und mutet der litauischen Regierung zu, ihr bisher reMiv seuchenfteies Land für unsere Heimkehrer ohne jede Garantie Kr deren Gesundheitszustand, zu öffnen. Unsere Regierung will die Rückkehr unserer Kriegsgefangenen ermöglichen, wie kann es dann das KRegsgefangenenamt wagen, in solcher Weise die MMHr. diese armen Teufel zu ' vereiteln? Hat das Kri-egsgestingmengnrt aus eigene Verantwortung gehandelt, ohne sich der Zustimmung der Regierung- zu versichern, so müssen die -Schuldigen!» die das mühevolle Werk der Sowjetmission vernichtet und unsere Me-gs- gefangenen der Gefahr aus-gesetzt haben, in den russischen HüngeKezirken Mischen MoMm und Litauen Zu Grunde zu gehen, sofort zur Verantwortung 'gezogen »»erden. In der Eingabe' wird Ne Beizichi-Wg des derzeitigen Leiters ÄeI KriegSgefan-genencl'mtes und die Vorlage verschiedener Schriftstücke verlangt. ' / Die Untersuchung wird voranHiMich' sehr ' lange Zeit in Anspruch nshMLN. - , l z n 6 l l IL n X z 5 n f lln VI ^ ll 0 X u « L X 7 ^ 7 I 0 /O-^L ^ ^ /Mr- WWUWMWMM ^ - Lek MiegsMarige«kM , E Pariser M.» April. Nach sPrivatmel BlStter hat N stt s em" die Eimsdung des ik-.M -7?jkL»M - -, ... _.. -..^ -ierbMd^ rateH LiL LeituKA Ler iH ei m b«L-ri»s« u.ND d«rr, A r i«tz s g-e^ S«S e G i S er j e n ^,ÜLe^- Mhmerr, angsnoMWen. ^,.^ ,.s ^ A R 8 E t T E R K A M M E R FÜR W i E N D 0 K U M E N T A T ! 0 N Nr.: W t E N E R Z E ! T U N 8 ^ gr, ,-nsere Kriegsgefangenen inSibirien. Die Staatskorr. schreibt: Dach hiiteilurger einiger k#i-genbl".tter haben Kriegsgefangene aus Ostsibirien ariden Präsidenten Seitz ein Schreiben gerichtet, worin sie unte r Hinweis auf ihre schwer bedrängte nage seine Intervention zun Zwecke ihrer raschen Heimbeförderung erbitten. Dieses Schreiben ist bisher den Präsidenten noch nicht zugekommen. Es braucht wohl nicht besonders betont zu werden, dass es auch der sehnlichste kau.sch des I residenter ist, dass innerer airen befangenen in Sibirien endlich die Stunde der Befreiung schlage. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dasss es den Irn-identen der Nationalversammlung rach seiner verfassungsmässigen Stellung nicht zu - steht, in dieserRichtung einen unmiyt^ba^pn Einfluss auszuüben. Bekanntlich ist schon vir geraumer Zeit df-e S%%awskommisaion für Kriegsgefangenen- und Zivilinterriertenangelogengej/%en /nz Leben gerufen worden, die vollauf beruht ist, der hoirtrnrsicrt der ki*i(gsgtfnrgorfr u beschleunigen. I resident Seitz hat' sich nun an denAbg. Professor 'choepfer , der an der Spitze der genannten Staatskommission steht, mit der Bitte gewendet, ihm über den Stand der Angelegenheit schleunigst Bericht zuerstat ten. j M I L I s 5 K L li f 0 » s-/ ! ^ li v 0 X 0 !s ^ ,'j Iä I I 0 sj LsL! ML! M6 /^E// L-7 IM / .LS^ K ^-Z Zu den beliebtesten Themen, die von den deutschnationalen und christlichsozialen Versammlungsschwätzern ; benützt werden, um unsere Republik herabzusetzen, gehören > auch die Opfer des unseligen Habsburgerregimes, die! im fernen Osten noch in Gefangenschaft schmachten. Herr? Erntne r, erkühnte sich sogar, die jeder Grundlage entbehrende Behauptung, daß unsere Republik für die armen Gefangenen nichts tue, in der letzten Gemeinderatssitzung ganz offen auszusprechen. Daß gerade das, Gegemeil wahr ist, weiß bald jedes Kind und auch der Herr Ertner. Aber was verschlägt es, wenn nur der Zweck erfüllt ist und unsere Republik eins versetzt bekam! > Nun sind die Gefangene» in Rußland nicht erst nach dem Umsturz gemacht worden. Viele von ihnen schmachten schon feit dem Jahre 1914 in den Eisgefilden Sibiriens und hatten bis zum Zusammenbruch des Entsetzlichen genug mitzumachen. Nicht einmal, sondern wiederholt haben sich die Gefangenen an das österreichische Rote Kreuz mit der Bitte gewendet, daß sich die Zabsburger- regierung bemühen möge, ihr trauriges Los einigermaßen zu erleichtern. Aber nichts ist geschehen. Oder doch! Bon Zett zu Zeit erhielten sie nämlich aus der Heimat R o s e n k r ä n z e-u n d Gebetbücher, das beliebteste Betäubungsmittel der Habsburger. Mit bitterem Hohn schreibt dies ein Gefangener an seine Angehörigen in einem aus Podnozi auf RußkyMfiov vom 4. Fe- bruar 1920 datierten Brief. In diesem Schreiben zitiert ^ er auch eine Antwortz die sie von der Präsidentin des deutsche unDHsterreiHifchen HilfscomitSs in Tientsin, Frau H. HchnneM»,, erhalten hatten. In diesem AntwqMchrWeI voO v2. Jänner 1918 (wo noch de^ glorreM Kaiser heykschH!) heißt es: s Wir habrnMon LterS mitgeteilt, daß wir voy der üstrrreihisch-ulchqfischen Regierung und von dem dortige» Roten Kreuz nur sporadisch und i» ganz ungenügender Weise mit Geldmitteln zur Unterstützung der Kriegsgefangenen» comitss. dL Aerzte, Hospitäler und speziell Gefangener versehen wurde« . . . Seit Juli 1917 zahlte uns das deutsche Rote Kreuz einen monatlichen Zuschuß und hat ihn für den ! Winter noch um die Hälfte erhöht. Die Summe genügt, um die ^ Reichsdeutschen vor äußerster Not zu bewahren. Von Oesterreich-Ungar« kam kein Geld, trotz stets wiederholte» Bitte« perBrief undTelegramw, die aus allen möglichen,Wegen nach Wie» abgegäugen s i n d. Am 28. August 1917 gelang es, ein langes, ausführliches Schreiben an das L «. k. Kriegsministerium in Wien und an das Rote Kreuz in Budapest z« senden. Wir legten die verzweifelte Finanzlage genau dar . . . Wir baten das öst e r r e i ch i f ch-n n g a r i f ch e Rote K r e a z, uns als Minimum die doppelte Unterstützung gewähren zu wollen, die wir vom deutschen Roten Kreuz erhielten, die Bitte damit begründend, daß das Verhältnis bei der Mannschaft 3t) Prozent Reichsdeutschen, 70 Prozent Österreichern, bei den Offizieren 1 reichS-- deutschen» 10 österreichisch-ungarischen Offiziere» entspricht... Wir warte« bis jetzt ans Äptwort und Geld und haben in der Zwischenzeit das Unmöglichste gemacht, nur um Sie alle nicht im Stiche zu lasse«. Jedoch die erhaltene Kopie des Briefes des österreichischen Rote^l Kreuzes an uns vom 22. Dezember 1917 besagt, daß es im August einen großen Betrag, ausreichend zur Unterstützung der österreichisch-ungarischen Kriegsgefangene» für höchstens zweiMonate, avf «ttser Konto, bei der Deutschastatischen Bank eingezahlt, von welcher Summe wir erst vor vierzehn Tagen erfuhren. Ferner schreibt man uns: .Hoffentlich ist dieser Betrag ein- getroffen..." Aus obigem werden Sie ersehen, wie unklar die Lage ist; wir strhe « e 1 aem solche» Porgehe » verständnislos gegenüber... So sah in Wirklichkeit die Kriegsgefangenmsürsorg« im H a b s b « r g e r r e i ch aus, Das wird aber die christlichsozialen und deutschnationalen Demagogen röcht abhalten, die Wahrheit weiter zu notzüchtigen. z k 6 L I IL n X z»L k 5ÜK » I e ki ^ l L ^ 3 ? 0 8 7 ^.: ^6- ^ ^7/M-- l IisIM Aba. feiner 'SISgLfMgMM MS WAM Heimwege. Dr Schoepfer (chmstlsoz.) stellt im werkte« Verkonf« fest, dich Regierung, RaÄsnalversammlurrg W«d KrieasaefEenenkommisstvR MeS seta« h«K--n und tun, damit di« KnegK^ffangenen Mrückkehren. Nach «jn« derrmg der großen Schwievigketten, d,« sich der» Rücktransport entgegensiellten — wobei er besonder« darauf Hinwerst, daß an der KnrückbaltAng der Kriegsgefangene« in Rußland vor alle« der österreich-ungarische Sold«tenr«1 in Roskas die größte Schuld trage, teM Redner «tt, daß für den RÜcktrsns- Port der Gefangenen an« EAnrien bk« nsiwendigen fremden Valuten, bereit gestellt feien. Der Rücktransport au« Ost. Sibirien hat bereit« begonnen. Das erste Schiff ist am N). April ab^angen und führt 4M öfter- reichisch« Kriegsgefangene Mit. Mn Schiff mit deutschen Kriegs, gefangenen bringt etwa 1«! österreichische Gefangene. Für.ein »weites Schiff ist di« geforderte Barzahlung geleistet worden. ES befindet sich wahrscheinlich' schon Es dem Wege. AuS Sowjetrußland sind bereits einige Transporte eingc- leitet. Nach einem Abkommen mit der rnffifchen Regierung soll der Rücktransport der deutschen nnd Sstemchchischen Kriegs- gefmrgenen aus Rußland unter einem stattftnden. In den lebten Tagen sind infolge der Polnischen Offensiv« zirka 20.000 Kriegsgefangene aus de« «hetnaligen Oesterreich-Ungarn frei geworden. Di« polnische Regiemmg.hat von m:H acht Eisenbahnzüge für den Rückivan Sport unserer Gefangenen der« langt, die bereits bei gestellt wurden. Der Vertrag mit Rußland wird sich wahrscheinlich auch «uf Turkestau «strecken. NnS Süd-Rußland wild der größte Teil der Kriegsgefangenen über den Seeweg oder ans dem Doncmwege zurückkommen. (Verfall). W- Ns SSMg Krsn» für eine« Heimkehrer. Die in das Budget eingestellte Summe von 200 Millionen für den Rücktransport ist nur ein verschwindender Teil der not> wendigen Summe. Nach Schatzungen befinden sich in Sowjet- rußland 100.000, in Turkestan 30.000, in Süd-Rußland 20.000 bis 86.000, in West-Sibirien 80.000, in Ost-Sibirien 86.000, in der Küstenprovinz 11.000 österreichisch-ungarische KriegSge- «mgene. Davon dürsten 70.000 registrierte österreichische Ge- ^angene sich im ehemaligen Rußland befinden, wozu'noch der österreichische Anteil an zirka 60.000 nicht registrierten Gsfcm. genen kommt. Am größten sind die Kosten des Seetransportes. Der Transport «mf dem Schiffe, das jetzt omf dem Wege ist, § kostet per Mann 176 Dollars. Wir mästen damit rechnen, »aß sich di« Kosten zwischen 80.000 bis 60.000 Kronen per Mann bewegen. Wucher mr m»ssrerr LMsWgsfmrgerre«. " Seit dem Beginn des Rücktransportes hat sich die HandekS- konjunktur auch dieser Sache bemächtigt. (Entrüstung). Die vielen Hunderte invalider und kranker Kriegsgefangener mußten in Sibirien für einen Schlitten, der sechs bis acht Menschen fassen konnte, für eine Strecke von 80 Kilometern 16.000 Rubel zahlen. (Pfuirufe.) Dabei wird österreichisches Gew draußen überhaupt nicht genommen. Ist eS doch einem Mitglied der Nationalversammlung nicht gelungen, rn Buchs für 606 Kronen einen schwarzen Kaffee zu kaufen, weil österreichisches Geld nicht genommen wurde. Die Millionen, die wir durch freiwillige Spenden im ganzen Staat« aufgebracht haben, bedeute« für uns große Summen, für den zu erreichenden Effekt sind sie verschwindend. Dänemark, Schweden und Norwegen haben unter der Führung des Prinzen Karl von Schweden und dessen verstorbener Gemahlin, ferner des dänischen Minister- residenten Kapitän Kramer für unseren Gefcmgenendienst außerordentlich viel getan. Die Sammeltätigkeit hat auch auf England und Amerika Würgegriffen. Der Redner spricht namens der Staatskommission allen jenen, di« auf diesem Gebiete Mitwirken» insbesondere den führenden Persönlichkeiten vom österreichischen Episkopat und dem Apostolischen Stuhl den aufrichtigsten Dank aus. Dt« Oberleitung des Rücktransportes der Kriegsgefangenen hat das internationale „Rote Kreuz" übernommen durch seinen Beschluß in der Hauptversammlung in Genf. Dort wurde auch mit Vertretern des Völkerbundes gesprochen. Der apostolische Delegierte^ in Bern ist eigens nach Genf gereist, um di« Liga für die Lösung der Kriegsgefangenenfrage zu interessieren, und es ist wirklich geglückt, in letzter Stunde noch den Gegenstand auf die Tagesordnung zu bringen. Unter besonderen Bemühungen des Prä- sidenten des britischen Rot-KreuzeS Stank eh und des Amerikaners Davison wurde «rrchcht, daß der Beschluß gefaßt wurde, es habe das-' nt« rna tion a l e Rot- Kreuz" den RücktranspoA der Kplögsgefangew unter MiMlP de» BS zu organisieren. Die Vertreter von zwanzig „Rot. Kreuzen" haben sich verpflichtet, bei chKnzMegierungeii dafür einzutreten, daß durch eine gemeins-Y^Mnanziell« Aktion der Staaten des Völkerbundes das ftüMzWe Problem überwunden werde. (Beifall). Der BMeNbunW^Wtti'OeveitS den berühmten norwegischen Norbpolforscher NchNs-n beauftragt, die Angelegenheit in die Hand zu nehmen. Er kommt als Vertreter deS Völkerbundes nach Berlin. Morgen beginnen dort die Verhandlungen. MS Präsident der Kriegsgefangrnenkommifsion richtet Redner im Namen, der Nationalversammlung an die Mächte des Völkerbundes den dringenden Appell, der Völkerbund möge gegenüber diesen vielen tausenden Kriegsopfern di« Pflicht der Humanität erfüllen, damit sie so bald al» möglich zurückkehren. (Beifall auf allen Seilen d«S Hauses.) Abg. Dr. Angerer (grd.) erklärt, die eiben vernommene Rede habe auf das ganze Haus tiefen Eindruck gemacht, warnt vor einer parteipolitischen Propaganda auf Kosten der Steuerträger in der Wehrmacht, beanstandet «S, daß in der KreiSkonterenz der SoldatenrSte Ende Apml statt der fünfstündigen «in« bloß dreistündige Arbeitszeit gefordert wurde, und zwar für die „Arbeitsarmoe" und verlangt Aufklärung über den Bestand von Arbeiterwehren. — Abg. Dmttka (Sozialdem.) verdächtigt zuerst die neue FrontkLmpferveretnigung und teilt dann als vom Haus« bestellter Liquidierungsinspektor über Kapitel Liquid a tr o n mit, daß dort jetzt »och 688 Personen beschäftigt feien. Die hauptsächlichste Arbeit sei das Rechnungswesen. DaS Inspektor«! werde denmächst beantragen, die Stelle in der Leopoldstadt auszu lösen. die pr überprüfe« habe, ob seinerzeit Nicht eine Qebergebühr bet Krachte» verlangt würde. Es seien noch 1ö Millionen solcher Frachtbriefe zu überprüfen, wozu noch drei Jahre(I) denStiat würden. — Abg. Wimmer sgrd.) spricht gegen die Aufstellung der Wehrma cht. _^ r. ' - ^ ^ p- ^ ^ 87 .2) L O^ ^ L: o ^ cS -O "2 LI O^-vc« D ^ co L> L S8> -V-Z TDZ a) -^ — --, ---Q 8 ?4 n, 81 m o-^ ^ Z c« LI c^Z 8' o x> U_ U- c/) 8 r^ -r L'-D-c^K '"'S -i-»v "^KZ,.-»^, U-L >0 L^A« ÄNEÄSWLLLKM VKM»MUW ^W° .^Sk-M^^Sj^H>Üföv«r »no «> :o- 2 . cz 2 »«2 s°§'.^ s 22 r- Ov^ «o » ^'L ^ ,?LZ NX XD «8« <^ er« , n x> ?-» o o, -2- 8, 8 k- 7 8» ?- >- ^ 6 ^ ^ ^.o rr 2 a « --'^r v-2 ß-Zß 2^8 8 -LN«- . >8 o> o ^-r er«L o ^ *4 5^4 ^ »^—!.—. ^ Ol r-, -— ^ — 41^-- ,-« 8 1^^ ^ '^-6 X2 ^ °:!2 ^ L-.r: ^2 'o >2« ^7 c2 r: «2» cr> 2- 4- <9 Oj ^-.tz §«Ur-r L. 8 6 >A ^ ^ L,r8.« » «-0-^-8 ^ 8 - 2 o o «'«' . ^-bo o x: o ^ 8 L o 8 2 r- o o -" o o LL - ^ ^ Q '2°? 2 LZ 2, o .8 k:^s L 7 L L' ^ - L cr: L L -ri'cr. Lr L n.^. 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Z, 3- L. n 3 : -LA o ^rr 3 8 -- ^ Z - - ^ o ^ -Z'^ ^ rr, -LN Z- 3 3 - «-» 5Ä 3 -3» " >/, «Q c» c:» ^ T Z s L s 8 o» 2 . 3. ^ LN ^ -2 Li 2 - N 2 -r rr tkr ^ Z 8 -§ Z - 3 6 » S* 8 L 78^ -A V 3 n rr rr rr Z. >« - — ^ . S> « 3 3 rr ^ 3 L 2 kk ^ «2 »< A ^ 3 -3* rr -2 rr °rn « 2 ^ rr (F> L. -L V rr rr U> » 6 " ^ 8 L. Z. 8 - L, *r5> ZH- o- 2 o - - 2 ^ v Z 17 v o «-r 5» kk Li V iS *< O' 8 "* , S 8 c»r " O L- L* A ^ ff L ?Z 2 . Ä L. ^ 2 ^ rr rr -ZVZ.' L§Z' 2. S> 2 ^>- «s 7! ---?»- s 8 r^S'^ <Ä 8 . kr Ä o r-r - rr LN <» «kr 8 c>- AIP «>> ^r ZA A- cr rr O, kl Ä c> cr, k-. M. g 8 L» L, c» o. Äq -Z. o» -r -r L Z -r ^ o ^ -3* «>- r> ^ -r 6 ^ ^ kr o- r- LZ -r Ä «-ff ^ — 3 K » ^ o r- 2 , rr " »-» -- 6 6 A ^ r: L ^ L2 2: 2 «» o o ^ L. ^ 3 ^ I L L u> 3 e ^r U> Ä * ^ § o *^- s Ä « L 6 ^^ »2 ^7 2 > ^ 2 2 *> § ^ ff ^ Z 8 »1 c> «-i' Q. r: — Z. ^ S, " 3 - r: "'S 3 2. 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Z§ .Q. ^ '?» ? » L> 3^« SZ 8 --8 5 LX' <§ ' T 3^ Z 3 L LZ » Z ^ ^.^757-T7^E-7_--k>^7'^^> - >_. 1 -- -.. . .^ 7--.'^^->.777 -.' , - - ^M- 2 v 2 " 2 ' « 2. ttO L- 8 L. 2 " 3 — Q 7l 2 -» c» -^- L -2 <3 Lk r-r 2 A ? 8: Ä v Z - ^ 8. -9* V L. o '-A-V O ' 2 A 3 3 Z 2 ^ 5 ^ L 7 L ^ rr 3' ^ -Z^ o-^ 5^' ir kl Ts 2, Lr « <1 o <2 «2^ r4 Q kN -8 ^ 5d D Z- ^ D ^ «-1 LN 2. 3 -sn -r ^ —^ v» L - TV LZ " 22 L 3 " Z L< sr».«'». -r S- 2 0> rn 21 LI A 0° -8^ ^c» r- -2 k: ^ r- 2- Z - 2 » 2 . rs L' " L L- S " «. ^2-2 2 2:^ ^ " - ,8. ^ 2 » « 3 «' L" Z n ü> 'S ^ « s -z Z. ^ c> r: ^ ^ o- C-l Z 8 ^ . >" 2. A T rr Q ^2 rr v c» r- ^ o ^ A.L L Z .8 r: ^ L! ° V-.Z ' Z ^ L' O rr TV - kr S S - 8 : ^ -3^ ( 7 ) — 2 k ' rr -Q rr rr *» 8- A> LL 8 o V A 'L 8 ' S 1 37 O' 7 ^ 8 ' S r7 ^ « °37 LZ Z v ? A ^62 Z. 8 '^. s 9 '" r^ L-: Z kV ^ -- 2 S w o rr ^ -- « o kk o -LN rr o» kr 3 <^r 8 2 - 3 2 2 8 ^-L 8 ^ 0 ° -2 -k- 3 -r k» 8 » §. U § F 8 Q. 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Z ^ 2 » 2. ^ — k»! ^ «-, O x> «2 V2 ^ A 8 V ^ <^o- ^ c» —. x—» k2 - 3 " 1.L L T 8 c> Vl ^ AZ s V « *> c> »< ^ » 7 S O' « ^ ^3 ^ ^ o rr c- ^ » -r s ^ 1- A k> Z' Z 8 . 2 -r- UI U> 'S s- "Znterejst daran, zu untersuchen, wer schuldig ist, und au», zumrmen, wer In ihre Gemeinschaft nicht gehört. Sie darf es nicht auf sich ritzen lassen, daß Heimkchrrr berichten, Zahlreich« ihrer «yuSaenossen hätten die erste Gelegen- Heu zu eigener Machteutfaltung zu furchtba»n Grausamkeiten ausgenützt, daß Tausende von Menschen, viel, viel mehr, als der ganze Habsburger- Krieg von ihnen forderte, durch sie ums Leben und um die Rückkehr kamen. Tie Zweite Epoche des Bolschewismus wurde von arm und reich, hoch und nieder, Freien und Gefangenen in Sibirien wie eine Erlösung begrüßt, die Fama seiner Anrückenö allein, über ungeheure Weitnr noch uncroberten Gebietes herüber, machte über Nacht alles rot. So unblutig, so unputschmäßig, so unbesttrtten hat sich noch keine Revolution der Belt abgespielt. Srbrrl-n taucht« wie durch ei« Sturzwelle in ein rote« Meer, von de» e« dann freilich auch gänzlich überschwemmt wurde und in dem cs ertrank. Darum dämmert setzt dort, wo die Czechenqualen bereits Historie geworden sind, Er- nüchteruna, Enttäuschung und Unzufriedenheit auf, weil rin Voll ans die Dauer von einer negativen Leitung ebensowenig leben bann, wie von einem noch so schönen Programm. Mt der herrlichsten, anbetungswürdigsten ChristusbotiHaft nämlich, wie sic wohl nirgends in der Welt ihre Wirkung verfehlen dürfte, sind drx Bolschewisten gekommen — was aber ist daraus geworden ?^ Me Erzählungen beginnen am 26, Mai ML, beim Aoltschak-Putsch. Die dis dahin regelmäßig ausgezahlte Lvhnrmg, «t Menage und Krankenpflege. Re Bibliotheken, Studien Konzerte, Theatrraufführungen, gewürgt mildernd wirkte überdies die ruMche Unoedm»-, dt» jeden «ckaß sch« »ach zwei Lagen LdttMtchttte, vermöge welcher «a» jeden R»Y» vom MrrschS dt» *r» Obech ML NMÄ und von Tomsk waren schon zw« Transporte unterwegs, alle anderen marschfertig, als plötzlich an jenem derüch. tigtrn schwarzen Maitage die ganze lange Linie der Heimwanderer der Eisenbahn entlang durch den Koltjchak- Umsturz aufgehaltrn wurde. Koltjchak hatte an der Spitze der Sozialrevolutionäre mit Hilfe von Czechen und Serben dir Bahn besetzt und die Lage total verändert, so daß Hundertdmseude von armen Gefangenen, dir nun bereits zwei Jahre daheim wären, natürlich auch diejenigen, die nun schon seit Jahr und Tag. in Rußland- Erde modern, wieder interniert wurden. Die neuerlich Eingeiperrten und in ihrer Hoffnung so grausam Betrogenen bekamen nun aber auch keine Löhnung mehr. Die Soldaten wurden in die Kohlengruben zur Zwangsarbeit kommandiert, ein Trupp von fünfhundert Mann beispielsweise drei Tage weit ohne Verpflegung zu einem Schacht gefahren^ wo sic erst nach der ersten Achtstundenschicht zu essen bekamen. Kleider und Menage wurden von der Löhnung abgezogen und höher berechnet als auf dem Markte, trotzdem beides so schlecht war, daß man - die Kleider nur schaudernd aulegeu, dre Menage nur mit Ekel hinunterwürgen konnte. Trotzdem man immer hungrig war, Tabak und Butter nicht kannte, dom Körper die Gewandfetzen hängen lassen Mußte, steckte jeder in Schulden. Als dann einmal eine Revolte aus brach, wurde als Strafe st auch wen» e» zwöy, vierzehn, iechzchn Stunde» dauerte; meldete sich einer zur Marodenrchite, so hatte er dafür Smultag» amerikanisch« KrchiMwaM»» ans dm» Vvchnhof z» verlade», j, «er Mann eine» Wage». Ne DjflÄett würden zwar nützt gnr Z wan ü S acktrU geschleift, Loch die Rot trieb «S ik znm ErwvL, «L gar manch« «st« ihnen entpuppte« dabei als etnRMnso« und trchnHche Schelfe s k r IL«X t »115 «l f ij« 0vxu» 7X8: zwischen 5 und 20 Rubel anhoben. Voraussetzung war, daß man unter ihrer Bedeckung wieder gemeinsam zurückkehrte. Mitte Juni 1919 kam nun die gewaltsame Rekrutmrrmg aller in' den Lagern zurückgebliebenen Czecheu und Slawen, rm Drerfarbeudruck — zusammengesetzt, die doch — soviel ihre dankbare Heimat sie jetzt auch feiert — die schlechtsten Elemente waren, weil Verräter fast niemals Helden sind; mm sollten alle heran, auch Deutsche, die czechische Namen trugen. Unter allem Furchtbaren, was der Krieg den Gefangenen gebracht hat, war diese Mobilisierung die ärgste Probe aus chrr Nerven, was sie auch am härtesten die czechischen Genossen. Der Protest gegen sie beim schwedischen Roten Kreuz und UN- fanden sogar in e nt fer n ter en Nachbarstädten willige Käufer. ES entstanden Druckereien, Setzereien und' Töpfereien, die mit Holzbearbeitung vertraute» Tiroler Kaiseriäger verfertigten die reizendste» Zigarettenvojen und ein Bankbeamter aus Agram sabnzrerte SiegelkiL. stlctren fü ,, x im Drersatv^«^».^^ binnen zwei Monaten in einer Anzahl von einer Million an Apochekrn abgesetzt, die überhaupt das beste Absatzgebiet wären. ' Jede Sachkenntnis wurde verwertet, und wie überall M Zeiten der Not, als Auszeichnung betrachtet, die ihren Träger zum Herrn machte. Gar mancher Offizier wurde zmn Angestellten seines bisherigen Burschen, jeder Kopf eines Betriebe» aber hieß .Unternehmer' — es gab auch Aktien gesell sthaften — und sein Mitarbeiter Zull". Gczabst wurde im Stücklohn, der sich nach den LebenSuNtielpreistn richtete, wobei ein Pfund Butter als Maß galt. Tie dritte und fast wichtigste Kategorie waren die .Vertreter", die infolge ihrer KennttnS der russischen Sprache und ihres HanoelStalentrS den Außendienst — Einkauf von Roh- stoffen und Lebensrnitteln und Vertrieb der Fertigwaren — besorgten. Ganz Rußland war damals wie von eine«! Netz von Spekulanten und Händlern überzogen und so' entwickelten sich rasch auch innerhalb -es Lagers Schuber-' talente» die gleichzeitig mit dem Mangel austar»^«» und dadurch Levustn, daß jede Situation die zu ihr gehörenden Laster ganz von selbst erzeugt. So war oeiipielsweist die «Beleuchtung nach dem Versiegen des Petroleums dir Hauptsorge des Lage«. Zuerst bräunte «ran Kerze», dann lauznst Butler, Metzüch Pstrdesttt. «ls endKH der lHte Vorrat ausgegangen und mau gezwungen war, mit Anbruch der Dunkelheit NtbettSschknß zu machen, gab es' M^ch wieder Paraffin. Was war geschehen?l Einer der «esaNgene» hatte es gehamstert und entwickelte sich min Kutvd^cckt, aber mit beste» Erfolg, zum Prös- Die Stellung der czechischen Wache» zu dies« Betrieben war wtdveilio geradezu grotesk. Sie gelöteten als ,K«woi" des Morgens dw Sr^pe der .Vertreter" i» die ho. mchdl A.rcke Konsulat — den einzigen Instanzen der Kriegsgefangenen in Sibirien — blieb ergebnislos, so außerordentliche Dienste deren stets mit tiefftcr Verehrung genannte Vertreter Graf Boudee und Herr Skvergrce» ihnen bisher auch gelastet hatten. Den Befehl, alle Czechcn an einem bestimmten Tage strllio zu machen, wies der österreichische Lagerkommandant von Tomsk, ObcAeutnaut HanS D., der sich jetzt unter den Heimgekchrta» befindet und es selbst hier erzählt, »rück; hieß es doch, tue Fiktion ausrechtzuyalten, daß Buchst nur von Russen entgegengenommen werden. Die Deutschen erklärten sich'sogar bereit, die vielen czechischen Leidens- geführten, die sich öS treue Kameraden und gute Oesterreicher gezeigt hatten und schreckliche Angst vor der Legion empfanden, z» verteidigen, aber Unbewaffnete gegen Bewaffnete — das war an zu ungleicher Strauß. Dre. Czechen mnaen inzwischen sämtlich durch, verkrochen sich in der Stadt, im Wald, ba dar Bauern, manche stehen sich unter- den Fußboden annageln und einige verbargen sich in Düngerhaufen. Aber die sogenannte „Befreiung der czechischen Brüder^ wurde mit unnachsichtiger Beharrlichkeit durchführt, ständig spitzesten Legionäre im Lager umher — bei welchen .Sisiüerungeu" alles geplündert rmd geraubt wurde, was nicht uiet- und nagAfost war — und wen sie dabei aufftöberten, der wurde ,brs zm BesinmmgÄosigkeit geprügelt. Den störrischen, !Kommtio»alen wurden die Gewehre unter die Mg schalte^, tzie ß Mmchm w« KMx u n ei m md ep -i elt uud, als der Kommandant ihnen zu bedenken gab. eS sich doch um ihre „BriLer" handle — wie zum Ahn sÄche Tyraimei nannten sich «Lmlich alle Legionäre untereinander „Brüder" — drohten sie ihm mit dem Riederschießen. Vier Czechen kamen ins Spital — wie Lazarus sichen sie ans — um» die Hälfte der in de» Listen geführten wurde gleich anfangs entdeckt. Nach und nach brachte man aber alle auf, trotz veränderter Barttracht, gefärbter Haar^ vertauschter Uniformen und gefälschter Dokumente. Da gab es eine» i» Galizien geborenen Mann, der nach Triest zuständig und in Wien wohnhaft war, da er aber Svoboda hieß, wurde er älS nicht „national gesinnt" verhaftet; solcher Fälle ereignete» sich zwanzig bloß ,n einem einzigen Lager unter den Offizieren Mein. Diese wurden mm in Nowo-Nikolajewsk „ans Herz und Nieren" — wie man es galgenhumoristisch nannte — daraufhin untersucht, ick sie Czechen seien, und wer als wvcklicher Landsmann nicht m die Legion wollte, wurde in de» genannten «rbeiterbataillonen kirre gemacht, auch Seate uud Geistliche, die man besonders schikanierte und mit de» niedrigsten und anstrengendsten Arbeiten solange quälte, bi- sich Mleßüch doch fast alle an die Wolgafront «ge» die Bolschewisten pressen ließe». Daß nicht mehr Selbstmorde vvrkamen, war das Verdienst eines Oberleutnants Fischer, der — trokdem er selbst das Furchtbarste erduldete — zahllose aridere Verzweifelte vom letzten Schritte abhielt. Je bedrohlicher es unter dieser Herrschaft gärte, desto mehr verschärfte sich ihr Druck. Und als endlich die lang- vckrbereitete Revolte ausbrach, wurde sie von der gut ausgerüstete» und wohlgenährten Legion mit Leichtigkeit blutig untewrückt. Eie b^ann im November 1918 damit, daß eines Tages ine Gefängnisie gesprengt wurde» und die Gräslinge die Regierung stützten, daß aber die Kriegsgefangenen, die entweder «ilS Üntersuchungshäftlinge wegen ugendemes Vergehen- einaesperrt waren oder ine in den Lagern mm frei wurden, daS Werte suchten. Sie alle wmden aber wieder eingebracht, uud die Rädelsführer innerhalb einer Stunde verurteilt. Nur mit Unterwäsche beblechet, hatten sie sich im Schnee ihr Grab zu graben, in daS sie dann hmeinfielen und über das der Schnee einfach zugeschüttet wurde, ohne daß jemand uach- hätte, jlw wücküch t>U f fify A g Eß tz Paul Bul, schleppte sich mit durchschossenem Ficke bis zum Kohlenschacht, in de« die Kameraden ihn hinabließen, die Schmerzen der Erfrierungen steigerten sich aber so. daß er sich freiwillig meldete, um dann nochmals füsiliert zu werde». Noch am nächsten Tage hörten Leute aus dem Laaer, die zum Justrsizierungsort au den Flußabhang schlichen, das Stöhnen der Erfrierenden aus dem Schnee. Was mm folgte, geht sogar über die Phantastik eines Jndianerbüchels Hinaus. Auf den bloßen Verdacht der konterrevolutionären Gesinnung hin wurde mau glatt erschossen. Der Gruß: „Guten Morgen, Genosse!" genügte dazu. Zwei Deutsche, namens Hermann und Gottlieb, die geglaubt hatten, der Putsch sei gelungen, und mit diesem Gruß ins Lager traten, wurden von den Milrzsoldatni auf der Stelle niedergemetzelt, der Unvorsichtige, den man denunzierte, er Hobe statt Czecho-Sloivak Czecho-SabaK — zu deutsch Hand — gesagt, verlor sofort sein Leben. Ein Naderertum, machte sich breit wie im Mittelalter und eine Dionen- riecherei. gegen die alles an der serbischen rmd galizischen Front Geschehene Kinderspiel war. Die Willkür unserer Generale, über die jetzt hier strenges Gericht gehalten wird, schrumpft auf ein Nichts zusammen, vergleicht man sie mit dieser zügellosen Menschenschlächterei der „Befreiten" in Sibirien, von der die Heimkehrer berichten. Erwachsene Männer aus dem zwanzigsten Jahrhundert sitzen hier um einen Tisch herum und erzählen das. Die Auge« freilich, die es gescharrt, haben ihren Glanz verloren. Im vollen Bewußtsein ihrer großen Verantwortung mahnen sie einander an Einzelheiten, aber es ist ihnen allen ganz gleich frisch im noch schm erbenden Gedächtnis. Ver- gessm werven sie es me. Eines drängt sich dabei dem Zuhörer mit unabweisbarer Deutlichkeit auf: Keine Natiuti vermag offenbar die unbeschränkte Macht Der andere ohne Willkür ansznüben. Durch die Greuelgeschichten aus Belgien hat Amerika sich in den Krieg gegen DttüMmd Hetzen lassen, ohne zu' bedeute», daß die Entente »och nicht m die Lage gekommen war, sich selbst als Neger zu betätigen. Ist Wilson auch abgetan, fei» herrlichstes Wort, daß es keine Sieger geben s^le, müßte unsterblich werden. Der Krieg wird eme neue Drohung ha» Noakvtt"-- - z «r s k « l k n x»««e n fjj« v r k H 00KUK>ks sie zugrunde gehen. Blieben die Apostel des Bolschewismus der Idee gerecht und fänden sie genügend Mitarbeiter unbestechlichen ' Charakters — wahrlich, nichts. Edleres hätte die Erde hervorgebracht, als diesen russischen Gleichheitsstaat. ' Die unbegrenzten Möglichkeiten seiner Korruption indessen, die auch die reinsten Führer zu Fall bringen, und die ungeheure Belastung der Regier,ingsmaschinerie, die nöug ist, um ihnen entgegen zu wirken, sind aber mir der kleinere Einwand gegen ihn; vor allem betonen alle westländischen Beobachter, daß er — auch in seiner kristallreinsten Gestalt — aussclL-Lstch aus Rußland zugMmtten sei, wv xr erstens ein gänzlich unwissendes Volk einer winzigen Ausbeuter» schicht entreißen und aus seinem Nichts aufrütteln sollte und wo ec zrveitens mit der einzig ans Erden dastehenden Geduld, einer apathischen, gütigen Menschenart rechnen konnte.' d,e sich jedes Experiment gefallen läßt. Ebenso wenig aber, wie Lappländer die Tracht der Singalesen, oder wie Berg» ' Völker die Beschäftigung von Maisbauern übernehme» können, taugt nach den übereinstimmenden Berichten aller Heimkehrer dieses Evangelium eines östlichen Analphabetentums für westliche Industriestaaten mit hoher DurchschnittS- bildung. ' , 's Die eben in Wien cingetrosfenen Kriegsgefangenen sind' natürlich nicht imstande, die letzten Ursachen der Unausführ» > darkeit der herrlichen Prinzipien des Bolschewismus aufzu- decken. Sie geben nur ein Bild der Smnptome der Krankheit, die darin bestehen, daß jede der schönen Regeln geradezu » gegen Typhus- und Choleraverbreitung, für Reinlichkeit und Hygiene, und jeder Analphabet bis zu 50 Jahren muH Unterricht )n den Elementarfächeru nehmen. Zu den massenhaften wissenschaftlichen Kursen, die natürlich alle frei zugänglich sind, hat man Vortragende aus dem Lager der Bourgeoisie zwangsweise mobilhrert, weil die Lehrer aus den Schneüsieder-Büdungsanstaltcn nicht genügen. Ein von Lenin persönlich erlassenes Edikt befiehlt allen früheren Lehrern und Ingenieuren, sich zur Verfügung zu stellen, widrigenfalls sie strenge Strafen zu gewärtigen haben. Dabei werden die Schulkinder geradezu zur Spionage gedungen, die Klaffen drohen einer nicht will, fahrigen Lehrerin mit Anzeigen, so daß die gute Wirkung der neuen Schulen wieder durch die Politik zerstört wird, welche die Kinder von frühester Jugend an mit Haß und Aufreizung zum Klassenkampf und Autoritätsverneimmg erfüllt. Philosophie, Philologie, Rechtswissenschaft, diese Lehr- gebiete sind geschlossen, nun dir medizinische Fakultät wird aufrechterhalten, aber auch in ihr ist der Unterricht eilig und obersiächttch und bringt schon nach wenigen Monsun das Drptonr. Es herrscht ein entsetzlicher Aerzk-, auch Arznei- und Berbandmongel, der größte Teil der alten Dotieren ist verschwunden, geflüchtet oder ausgestorben, jo daß irgendein Sanitätssoldat, der cm der Front etwas Wundbehandlung gelernt hat, zum SpstcüSleiter ernannt werden kann- Dre maßlos überfüllten »Spitäler stud Dnt- lich militärisch mobilisiert, Acrzte. Personal und Wege, fchwestern dahin kommandiert und geradezu a» de» Treu«, ort arfesselt, den niemand ohne schwerwiegende Grunde >verla1sen darf. Da die Lhirvgir Etz Mell M ev. WE« M,ds-XS«. worunter manch einer niederbricht. Zahllosen an der Front Verwundeten wachsen aber die Knochen falsch zusammen. Fraueuvereinigungen, die hauptsächlich für die Armee und die SowMrseiter wirten, sammeln Millionen für Znvaliüeufürsorge und Kinderschutz. In Kini-erspeisehäüen werden Säugungc und Schüler gefuttert und m Lages- ycunstätten Wagen und Berwahrrofle ausgenommen. ES gibt kein Gebiet, wo nicht ein edler Geoanke auftauchie, zum Beispiel darf kn ganz Rußland Süßes nur an Kinder abgegeben ttwröen, für Erwachsene ist es verboten. Da aber nicht nur Kranke, fvnvem auch Kommchäre aus. genommen sind, die man bestechen kan», so folgt wieder einmal aus einer ethischen Idee die brutale Wirklichkeit, daß nur Unehrliche in Rußland Konfett zu essen be- kommen. Die sonderbarsten Blüten aber treibt die Kunstbetätr- gung der Bolschewisten. Während sie die Wisteusipaft faste- mansch zur primitiven Normallehre Herabdrücken, huldigen sie in der Kunst den moderuf.cn Perversitäten. Das kommt daher, daß der Staat jeden, der sich einen Künstler nennt, besoldet und daß der Expressionismus einer Talent-. probe am wenigsten unterlagt. Hemmungslos pinselt eine ungeheure Masse von Dilettanten ungezählte Leinwänden voll, die daun in natürlich frei zugängüc^cn Ausstellungen dem Volke gezeigt werden. Da die bohchewi,'rische Welt- anschauüng der Bourgeosie vorwirst, daß sie nur aus verrauchtem Stamm neue Blüten heroorbringe und daher selbst die Auslese aus breitester Basis zu Kesten wünscht, ist jeder zugelassen, jeder wird dazu aufge- stachelt, neue Wege zu suchen. So gibt es neben ganz interessanten Bildern unglaubliche Sachen, bei denen dem Beschauer förmlich die Augen überlaufen, man steht die absonderlichste» Hausüernaiungen, hört aber Nirgends Urteil oder Kritik, well dies dem neuen Publikum, da» joine Bewleicke kennt, völlig fehlt. Die Maler bilden Vereine uns beziehen Unterstützuu- H gen; was der eine verdient, wird an alle ausgestilt. Was » einem an Kunsttalcnt gegeben ist, soll allen wieder ge»; während ruckersrattet werden; das Werk aber hat der All- gemeinheit zu gehören. Der Bolschewismus bezahlt die Künstler viel besser als die manuellen Arbeiter. Hingegen lind alle Luxusvetünguugen verboten, beispielsweise die Stickereien der Damen. Ebenso radikal wie in der Kunst ist man auch in der, Orthographie, aus der sofort alle ethymologischen, laut-- losen Zeichen ausgemerzr wurden. Es wixp auch ohne Buchftabcnuntrrschiede gedruckt, so daß die Augen davon schmerzen, und der besondere russische Buchstabe Zatch*, eine Art Dchnungs-e, ist restlos abgeschafft. In dieser Schrift weroen die massenhaften politischen Broschüren und auch einige Klassiker hergestellt, der -Bolschewismus hatj aber nur solche, die nicht auSschliGlich der Bourgeoisie^ zugehören, übernommen, die aber werden gratis verteilt.« Turgenjew zum Beispiel wurde nicht zugelassen, wohl? aber L-osrojewsky, dann sogenannte.revolittwnaie Poeten* wie Nekrassow und NikiNn, deren Lieder vom »Volke in, Ketten* Handelm Im übrigen wurden sämtliche Bibliotheken RustsandS requiriert, wobei natürlich viel .Kalt- bares zugrunde gegangen ist; rser sich aber als Forscher den Regierenden anjchließt, wird mit einschlägiger Literatur versorgt. l Es ist ganz zweifellos, daß durch viele Vorschrift«» ein idealer Geist weht. Im Kino beijpiclsweye dürfen» nur belehrende Films vorgesichrt werden, in demjenigen? aber, dem einer der heimgekehrten Kriegsgefangenen als Musiker zugctcilt war, wurden untre der flagge her« Bollsansklärung dir pikantesten Lichtbilder gezeigt. T-a»/ in ganz Rußland erslosiene Verbot, Operetten aus- fühsn, umging man, mdem man zum Beispiel ! .Grafen von Luxemburg* ein musikalisches Drama nann Der Heimkehrer, der das erzählt, lscht noch jetzt m innerung an die Zeit, die er in der Musikbande verbrachte, ohne je vorher eine Geige berührt zu haben. Es waren aber acht Mann kommandiert, von denen außer ihm noch vier gar nicht spielen konnten. „Da es doch aber während der Aufführung finster war.'. . Uebereinstimmend wird berichtet, daß in diese Zustände gar bald eine radikale Umwälzung kommen muß, weil Rußland eben im Begriffe steht, in eine höchst bedeutsame neue Phase Zn Keren. Die Intelligenz Rußlands nämlich — nichr zu verwechseln mst der sogenannten russischen „Gesellschaft", welche aus Gutsbesitzern, Adeligen und Finanziers bestand — die anfangs die Revolution als auch gegen sich gcri.hu: cmpsanv, dre Männer des Wissens und Könnens, di: sich wi: Gestürzte betrachteten und benahmen, hatten, bisher beiseite stehend, fast'höhnisch das Chaos beoöachret, das ihr Streik mü sich brachte. Sic verweigern nun nicht länger ihre Mitwirkung an der Arbcü. weil sie das als eine falsche Taktik erkannt haben, sondern nehmen mit neu gewonnener Zuversicht in ihre eigene Notwendigkeit und mit wiedcrerstarktcr Energie ihre früheren Stellungen wieder in Besitz und lauen nichi länger die Hände im Schoß liegen, während ihre Well in Flammen lodert. Der Bolschewismus aber, so mißtrauisch er ihnen auch gegenübersteht, begrüßt sie mit ^ offenen Armen und dewillkommt jeden ^achmanii und Spezialisten, sei er, wer er sei, komme er, woher er komme, auch aus dem Ausland. Zu aut weiß er, wie sein er sie braucht. Tie Hetze gegen dre Bourgeoisie nimmt langsam aber unverkennbar ab, so sehr die Zeitungen sie auch noch anpeitschen. Waren die Bürgerlichen früher in die letzte Ernährungs- klaffe eingereiht, jo daß sie oft in Monaten nicht mehr als ad und zu einen Häring offiziell zugewiesen bekamen, so Mbt eS jetzt nur mehr zwei Kategorien, die Schwer, und Äeichtarbeiter. Ohne Unterschied der Partei und der Art seiner Leistung heißt jeder -Arbeiter' mrü .Arüe»'erin* >«se i rc«i(ä««en fii« ve« U8: und jeder erhält jein Arbeitsbuch. In die Armee haben die alten Offiziere wieder Disziplin gebracht, der Vorgesetzte heißt wohl noch Kommissär, trägt aber wieder seine Distinktionen, die zwar aus Prestigegründen aus roien Tuchfleckchen bestehen, nichtsdestoweniger aber den Rang der Generäle, Tivrsions- und Rcginicniskommandanten unzweideutig verkünden. Auch in die zivilen Betriebe bringen die früheren Direktoren wieder Ordnung und der geistige Arbeiter hat nicht nur wieder die höhere Gewalt wie einst, sondern auch den besseren Lohn. Der Schreiber erhält mehr als der Koch und der Arzt mehr als der Schlosser, trotzdem das Land sich einen Gleichheusstaat nennt. Ja, die Bolschewisten haben in allcrjüngstcr Zeit euren Erlaß hinausgegeben, laut welchem der Kommunist im Falle eNer Anklage schärfer zu bestrafen sei als der Bourgeois, weil er die größere Verantwortung trage und weil es ein Ende damit haben solle, daß unter der Flagge des Bolschewismus die schlimmsten Verbrechen begangen würden. Ter Bolschewismus hat offenbar von der Revolution eine veredelnde Auswärtsbewegung des Menschengeschlechts erwartet, im Glauben, daß sich dieses nicht kontinuierlich, sondern ruckweise entwickle. Es scheint sich nunmehr aber die Erkenntnis durchzunngrn, daß sich du tatsächliche Aenderung bei der Mehrzahl der Menschen auf einen Wechsel in der Gesinnung beschränkt, während in der Et Ml alles kenn Men geblieben sei. Es gibt eben setzt auch Ausbeuter von links, so wie eS früher solche von remis gegeben bat. und aus Menschen kann auch- der Bolschewismus leine Uebensenschen machen.' Ter Bca'-iff der „Menicklickkeit* ist doppeldeutig und schon mancher! Messias, der sein Programm auf t^m idealen Sinn dieses j Wortes aufgebaut Hst, ist an seinem materiellen zerschellt, „biomo Lum/ sagt sich jetzt wohl auch schon Lenm und so greift er zurück auf die Hilfe derjenigen, die etwas ' können — unbrickadet ibrer Deltanschaumm. ^ st 8 8 ! I ^ /t ^ L st st v st '.-j ! st ki v 0 st U ! >1 st st I ^ I ! 0 st Die RMehr der KriegsgefkWZKM. Vcremöarung mit Rußland. — Abreise der s^Msche« Volkskommissare. ^ Amtlich wird mitgetellt: Das Kriegsgefan enenamt hat sich seit geraumer Zeit bemüht» mit der russischen Sowjetregieruug eine« Vertrag zustande zu bringen» der die Heimkehr der Kriegsgefangene« ermöglicht und regelt. Diese Verhandlungen wurden unter anderem durch die sogenannte Mission Mayrhofer eingeleitet, , die nach Moskau entsendet war, aber kein brauchbares Ergebnis brachte. Der Staatsbeauftragte im Kriegsgefangenenamt Abgeordneter Paul Richter reiste, um die Angelegenheit zum Abschluß zu bringen, zu Beginn des Monats nach Berlin, um mit dem dortigen Vertreter der Sowjetregierung Koppin Verbindung zu treten. Da dieser zu diesen Verhandlungen nicht ermächtigt war, begab sich Richter nach Kopenhagen zu Litwinow, der tatsächlich von der russischen Sowjetregierung alle Vollmachten besaß. Herr Litwinow ließ dem österreichischen Unterhändler darüber keinen Zweifel, daß die ruffische Sowjetrepublik die flüchtigen ungarische« Volkskommissare als eine Rußland verbündete Regierung betrachte und ihr Verhalten davon abhängig mache, wie die ungarischen Volkskommissare in Wien behandelt werden. Ferner führte er Beschwerde darüber, daß vom österreichischen Interessenten die Haager Regeln über das Landkriegsrecht und die Stellung der Neutralen im Krieg Mischen Polen und Rußland verletzt worden seien; ohne strikte Einhaltung der Neutralität könne Deutschs st ereich eine Heimkehr der Kriegsgefangenen nicht erwarten. Der Staatskommissär Richter gab Litwinow alle erforderlichen Aufklärungen, und so wurde der Vertrag auch zum Abschluß gebracht und in Kopenhagen gezeichnet. Die Sowjetrepublik hat den Vertrag schon am 9. d. ratifiziert. Die Nachricht davon brachte die drahtlose Depesche-von Moskau, die am 13. d. in Wien ausgenommen wurde. Der Abgeordnete Richter traf in Wien Montag den 12. d. ein und erstattete Bericht. Der K a b i n e t t s r a t, der sich Dienstag mit dieser Angelegenheit befaßte» beschloß nach eingehender Erörterung aller Umstände, dem HauptauSschuß die Bereitheit der Regierung, den Vertrag zu ratifizieren, bekanntzugeben. Der HauptauSschuß behandelte den Gegenstand in seiner Sitzung vom 13. d^genehmigteden Antrag des KabinettSrateK und gab einmütig der Auffassung Ausdruck, daß unter den gegebenen Umständen der möglichst rasche Abtransport der ungarische« Flüchtlinge «ach Rußland Las Empfehlenswerteste sei. Die StaatSregierung ratifizierte sodann den Vertrag noch am selben Lage und benützte den Anlaß eines gerade abgehenden Kriegsgefangenentransports, um den ungarischen Flüchtlingen, die darauf Wert legten, die Ausreise nach Rußland zu ermöglichen. Der Hauptausschuß und die Staatsregierung ließen sich dabei vor allem von der Erwägung leiten, daß keinerlei Angelegenheit, welche Nichtösterreicher betrifft, die längere Zurückhaltung unserer kriegs- gefangenen Mitbürger, die schon zum Teil das sechste Jahr von der H eimat fern, sind, rechtfertigen könnte ^ Die ehemalige» ungarische« BolkSkommissäre, die ab- l ! gereist sind, sind Bela Kun und Eugen Varga. Der Zug fuhrt sie bis ans Meer, wo sie auf Schiff gehen und «ach Rußland fahre»; voraussichtlich wird Petersburg ihr erstes Ziel sein. Die Meldung des Korrespondenzbüros aus Oderberg, daß der am Donnerstag von Wien abgegangene Zug dort durchgefahren fei, die VolkSkommiffärr aber im Zuge nicht waren, hat wohl keine Bedeutung; bann dürften sie in Wien eben nicht in diese» Zug eingestiegen sein. Don den sonstigen Volkskommisfären hat sich Rakost schon vor etwa vierzehn Tagen selbständig nach Rußland begeben. Pogany und Landler befinden sich noch in Wien, sind aber nicht interniert. Auf dem Steinhof ist nur Lewie» interniert, auch Bettelheim ist dort, der im Augenblick ein Leiden hat. . , , Ser Vertrag Wer die «Mehr der Kriegsgefangenen. Der von der österreichischen Regierung mit der Regierung der russischen Sowjetrepublik geschlossene Vertrag über die Rückkehr derKriegsgesangenen, der am 9. Juli von der Regierung der' Sowjetrepublik und l am 14. Juli von der österreichischen Staatsregierung ratifiziert worden ist, hat folgenden Wortlaut: Die Regierung der russischen und ukrainischen sozialistischen Sowjetrepublik, vertreten durch Herrn Maxim L i t- miuow, Delegierter des Rates der Volkskommissäre, und die Regierung der Republik Oesterreich, vertreten durch Herrn Abgeordneten Paul Richter, Vizepräsidenten der Staatskommission für Kriegsgefangene, bestrebt, die Rückkehr der Gefangenen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beschleunigen» schließen am heutigen Tage dieses vertragliche Uebereinkommen: § 1. Dir vertragschließenden Regierungen verpflichten sich, alle in ihrem Hoheitsbereich befindlichen Kriegs» und Zivilgefangenen ohne Unterschied des Chargengrades (MannjchaftS- personen, Unteroffiziere» Aerzte» Sanitätspersonal, Offiziere, Militärbeamte rc.) «it Men zur Verfügung stehende» Transportmittel» znrückznbeförder». Diese vertragliche Bestimmung gilt als erfüllt, wen» die Uebergabr der Gefangenen derzeit an der russisch-estnischen Grenze bet Narwa (Estland) erfolgt und steht beiden vertragschließenden Regierungen das Recht zu, eventuell auch noch andere Uebergabestellen zu beantragen. Grundsätzlich erklären sich beide vertragschließende» Regierungen damtt einverstanden, daß jene Gefangenen, die imLande zu verbleiben wünschen» daran nichtgehindertwerdensollen. Z 2. Zur Wahrung der Interessen, zur Fürsorge und zur Mithilfe bei der Repatriierung der Kriegs- und Zivil- gefangenen wird am Sitze der Zentralregierung je ein Vertreter der beiden vertragschließenden Regierungen zugelassen, die das Recht der Exterritorialität genießen, einschließlich des Rechtes des freien unbehinderten Verkehrs mit Furikjpruch und in Code mit ihren Regierungen. Zur technischen und administrativen Durchführung, und zur Unterstützung der Aufgaben dieser Vertreter wird gegenseitig das Recht etngeräumt, bis zu fünf Delegierte« jeder Regieruug, unter welchen auch Aerzte sein dürfen, die Einreise am Sitze der Zentralregierung zu erwirke«. 8 3. Die österreichische Regierung verpflichtet sich zur Neutralität im Kriege gegen Rußland, zum absoluten Verbot aller Waffen-, Munitions- oder Kriegsgeräte- liefernug und Beförderung durch ihr Land, mit ihre« Verkehrsmitteln oder mit Verkehrsmittel« fremder Staaten. 8 4. Die österreichische Regierung verpflichtet sich, de» in ihrem Lande bestudliche« Volkskommisfären der ehemaligen ungarische» Rüteregiernug das Recht der Freizügigkeit z« gewähre« und deren Abtransport «ach Rußland mit alle« zweckdienliche« Mitteln so bald als möglich z« fördere 8 8. Zur Wiederaufnahme der durch den Krieg unterbrochenen wirtschaftlichen Beziehungen der Völker der beiden Staaten werben die in 8 2 genannten Vertreter durch Vollmachten ihrer Regierungen besonders ermächtigt. 8 6. Dieser Vertrag tritt mit dem Tage seiner Unter-z Zeichnung, das ist S. Juli 1920 in Kraft« Z Kopenhagen, am 5. Juli 1920. K Für die russische und ukrainische Für die österreichische A Negierung: Regierung: ? Maxim Litwinow. Paul Ri chter. ( H z k 6 L I IL n X z u«L n f ii n 0 0 X « Lki i ^ 11 o ^ ^> 8^87087 ^-: ^ 6 : ^ ^ / M der msfischen SMetrepublik über die MÄchr der WeZSRWMMN.^ Der von der österreichischen Negierung mit der russischen Sowjetrepublik geschlossene Vertrag über die Rückkehr der Kriegsgefangenen, der am 9. Juli von der Negierung der Sowjetrepublik und am 14. Juli von der österreichischen Staatöregierung ratifiziert worden ist, hat folgenden Wortlaut: Die Negierung der russischen und ukrainischen sozialistischen Sowjetrepublik, vertreten durA Maxim Litwinow, Delegierter des Volks/ kommiMre, und die Regierung der RcvMcLM e st e^r reich, vertreten durch Hcrrw Abgcori»eteh PaM Richter, Vizepräsident der Smatskonufti ssiot^^Mr Kriegsgefangene, bestrebt, die Rückkehr der Gefangenen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beschleunigen, schließen am heutigen Tage dieses vertragliche Uebereinkommen: A 1. Die vertragschließenden Regierungen verpflichte« sich, alle in ihrem Hoheitsbereiche befindlichen Kriegs- und Zivil- gefangene» ohne Unterschied des Charge « g r a de s (Mannschaftspersoncn, Unteroffiziere, Aerzte, Sanitätspersonal, Offiziere, Militärbeamte «sw.) mit allen zur Verfügung stehende« Transportmitteln zurück^z «befördern. Diese vertragliche Bestimmung gjlt als erfüllt, Herrn die Ncbcrgabe der Gefangenen derzeit an der russisch-estnischen Grenze bei Narwa (Estland) erfolgt und steht beiden vertragschließenden Negierungen das Recht zu, eventuell, auch noch andere Ueber- gabestellen zn beantragen. Grundsätzlich erklären sich beide vertragschließenden Negierungen damit einverstanden, daß jene Gefangenen, die im Lande zu verbleiben wünschen, daran nicht gehindert werden sollen. 8 2. Zur Wahrung, der Interessen, zur Fürsorge und zur Mithilfe bei der Repatriierung der Kriegö- und Zivilgefangenen wird am Sitze der Zentralregierung je ei« Vertreter der beiden.vertragschließenden Regierungen zu gelassen, die das Recht der Exterritorialität genießen, einschließlich des Rechtes des freien unbehinderten Verkehres per Fnnkenspruch und in c o 6 e mit ihren Regierungen. Zur technischen und administrativen Durchführung und zur Unterstützung der Aufgaben dieser Vertreter^ wird Menseitig das Recht eingeräumt, bis zu fün f DMMierten jeder Regierung, unter welchen guch Ac^K sein dürfen, die Einreise am Sitze der ZentrSl- rlMcrnng zn erwirken. ^ 8 3. Die österreichische Negierung verpflichtet sich zur Neutralität im Kriege g e-g c Rußland, znm absol u t e n Verbote aller Waffen-, Mnnitions- oder Kriegsgerät e li e f e r nn g und -besördcrung durch ihr Land mit ihren Verkehrsmitteln tzder mit Verkehrsmitteln fremder Staaten. 8 4. Die österreichische Regierung verpflichtet sich, den in ihrem Lande befindlichen Volkskommissaren der ehemaligen ungarischen Rätereg i e r n n g das Recht der Freizügigkeit zu gewähren und deren Abtransport nach Rußland mit alle»,! zweckdienlichen Mitteln so bald als möglich zu för- ! ^crn. s 8 6. Zur Wiederaufnahme der durch den unterbrochenen wirtschaftlichen Beziehungen der Völ- ' kcr der beiden Staaten werden die im 8 2 genannten Vertreter durch Vollmachten ihrer Regierungen besonders ermächtigt. 8 6. Dieser Vertrag tritt mit dem Tage seiner . Unterzeichnung, d. i. am 5. Juli 1920, in Kraft. l Kopenhagen, am 5. Jnli 1920. Für die russische und ukrainische Negierung: Maxim Litwinow. . Für die österreichische Regierung: , Paul Richter. l zk s k « s e n X»««k n fjj« o o x u sl k x i ß r«o x / ^ i»Luc 5l?e>k Wn Feuilleton. WaS die Kriegsgefangene« anS Rußland erzählen. Von Alice Schales. IV. Heimkehr. .Sie erinnern sitz doch," beginnen die Heimkehrer ihre Erzählung, .an den Tag, an dem Kiew von den Polen besetzt wurde/ Nein, an den Lag, der den Kriegsgefangenen beinahe die Rückkehr vereitelt hätte, erinnere nh mich nicht, wohl aber daran, daß ich seinerzeit ebenso verständnislos wie sie jetzt die Gleichgültigkeit der dom Kriege nicht betroffenen Völker bestaunt hatte, durch die allein die Möglichkeit künftiger Kriege trotz der vorangegangenen furchtbare« Leiden zu erklären ist. So drohend sich ihnen aber der Krieg auch erttgegen. gestellt hatte, Maria v. Foelkersam, die mutige junge Schwester vom russischen Akten Kreuz, hat sie mitten durch ihn heimgebracht, und tiefer Dankbarkeit voll erzählen sie nun, wie das geschah: Die aus allen Richtungen Rußlands kn Kiew eknzek« eingelangten Kriegsgefangenen hätten einzeln durch die Fr?ul nicht weitcrkommen können» ohne ausgchalte», beraub; oder gar beschaffen zw werden, und als eines Tages Schlvester Maria, die schon einmal - Gefangene nach Me« gebracht hatte, mit 200 Schützlingen aus.Charkow in Kiew. rintraf, begannen die dort in einem Lager Wartenden wieder zu Wen, von ihr mitgenommen zu werden. Aber kaum hatte sie die Erlaubnis dazu erwirkt, als ein« zweite österreichische Hilssmission, die man in Wien nicht daran verhindert hatte, österreichische Kriegsgefangene holen zu gehen, weU sie sich erboten hatte, es ohne Vorschuß zu tun, sich als Hochstaplergesellschaft entpuppte. Daß Leute, die kein Geld beanspruchen, auch keinen Schaden anrichten können, erwies sich bald als eine allzu naive Folgerung und auf das Konto solcher Weltvnersahrevheit sind nicht nur die den Kriegsgefangenen entlockten Güter, sondern auch die Menschenleben zu setzen, die der Umstand kostete, daß auch Schwester Maria gegen Mißtrauen zu kämpscn hatte und so lange hingehalte'n wurde, bis nach der Räumung der Stadt durch vre Russen an eine geregelte Abreise mit der Eisenbahn nicht mehr zu denken war. Die Gefahr wuchs nun mit jedem Tag, da die Russen im letzten Augenblick noch auf die Idee kommen' konnten, die Kriegsgefangenen auf ihren Rückzug mitzunehmen.! Glücklicherweise hatte die Militärbehörde in Kiew wichtigere Sorgen: sie evakuierte Tag und Nacht die Stadt, über der eine lähmende Spannung lag und aus der Aerzte und Geiseln verschleppt wurden. Trotz d«r Skegesberichte er- neuerte sich täglich daS Gerücht: .Die Polen kommen morgen*, -och nichts geschah. Niemand kümmerte sich um da» weit draußen Legende Lager, obgleich kn feiner Nähe Drahtverhaue und Laufgräben angelegt worden waren, als man noch daran dachte, die Stadt zu verteidigen. Deshalb gab!« aber auch keine Verpflegung mehr und eines Tages erklärte der Lagerkommandant rundweg, morgen fei nichts Mtbr da. AnLsLalb des 'Laaevr -riskierteEau^-atsVvkn! verhaftet zu werden, dennoch schwärmten die vom Hunger Gequälten aus, um Kartoffeln zu stehlen — Geld wurde'« Erwartung des .Polengeldes uuht mehr genommen. Der höchste russische Kriegsrat lehnte den Vorschlag Schwester Monas, die Kriegsgefangenen einfach fortgehen zu taffen, mit dem Hinweis aus das Verbot,- eine belagerte StÄn zu verlassen, ab. Bei den drei Heineren kommunistischen Kam- manden in der Umgebung machte sie die Erfahrung, daß man von dem 800 Älann starken Lager in der nächsten Nähe gar keine Kenntnis hatte, woraus sie sofort das Gespräch abbrach, UM es nicht zu verraten. Man wartete nun weiter, doch da die Leute körperlich und seelisch am Rande ihrer Kraft waren, hatte Schwester Maria alle ihre Energy nötige um das Warten auf den richtigen Augenblick zu ertrozcn, von dem allein ihr- Rettung abhing. Als sie aber am 6. Mm endlich ausgekundschaftet hatte, daß die letzte russische Behörde und auch der de. sondere Fernd der Gefangenen, de: Garnijonskommandant — dessen Haus sofort total ausgeplündert wurde —, Kiew verlasen hatten, beschloß man, Zu Zuß abzumarschtrre«, ehe di« Polen kämen, die am Ende die SpronageverdSH. Ligen wieder interniert hätten. Schweren Herzens mußte man die Zivilgefangenen, die sich m Kiew ansässig gemacht und eine gamilie gegründet hatte«, trotz der chne» dereiü erteilten Erlaubnis, mitzugehen, zurückläffen, weil Gepäck und Kinder nicht mitgenommen werden konnten. Eines Mosens — nachdem deS Nachts die Straße« durch einen Sturzregen in Brei verwandelt worden wären — zogen .die lüigen Männer davon. Kiew, nunmehr zwischen zwei Fronten, lag wie ausgrstorben da, über dem Trupp aber schwebte eine Stimmung — so fdei, so leicht, so Mcklich, wie sie vielleicht keiner der Teilnehmer je wieocr empfinden wird. Singend marschierten sie in de« Frühlingstag hinein, cchne Rash olM Ncchrung, von Sehnsucht und Ungeduld beschwingt. Da dir Russen All««» oeher »ach rückwärts verschlevpt, die Polen sie ausgchakten hätten, ordneten sich Schwester Marias Leute militärisch, bkiesen Vergatterung und schritte», je acht Mann in einer Reihe, wie eine richtige Soldatenabteilmrg dahin. Sie selbst und ein Träger der Ro temKreuz-F alpre voran. Die erste polnische Truppe fertigte st- ans Grund ihrer Papiere ganz freundlich ab, aber die zweite sperrte De i» Men Hol d wks tze an, «och Kiew zmüch^eh^^ wetl IM VeW^ siedurchzulaffen, vocliege. Es war ja Krieg, so wenig man auch davon merkte, und man befand sich mitten in der Front. Der Krieg dork sei freilich — so erzählen die Hcim- kchrör — ekwas ganz anderes, als sie selbst unter diesem Wort verstehen gelernt hatten. Die kartenlosen russischen Abteilungen machten ihnen den Eindruck von bolsche- wistischen Vereinen. Stoßen wie von ungefähr tausend Mann emer Part« auf Zweihundert der Gegner, nennt man das eine Offensive, weicht die eine Abteilung Zurück, einen Sreg, und wird das leere Dorf, das irgendein Hausen passiert, von ihm genommen, eine Eroberung. Stellungen, Schützengräben gebe es nirgends, nicht ein- mal Stacheldraht, der Krieg ziehe sich an der Bahnlinie entlang, von Wald zu Wald, von Dorf zu Dorf. Stra- tegie bestehe darin,, daß kleinere Abteilungen größere jagen, Tapferkeit und Schlauheit hätten daher ein weites Feld. Wohl gebe es Kämpfe, sogar Schlachten, auch Bombardements, auch seien die Soldaten ganz gut ausgerüstet — haben sic doch von Koltschak und Dcnikin die von der Entarte gelieferten Monturen, Panzerzüge, Tanks und Aeroplane übernommen — eine geregelte Leitung sei indessen nirgends fühlbar und jeder Kommandant passe sich der augenblickliche« Lage an. Sei heute hier eine Schlacht gewesen, so ziehe sich morgen der Krieg überhaupt aus der Gegend« liege heute ein Dorf in der neutralen Zone, so könne es morgenl von einem Panzerzug genommen werde». In der Zone von zirka 30 Kilometer, die so eigentlich die Front zu nennen ist, seien cs vor allem die 'Entwöhn«, me grauenhaft leiden und darben, die aus- geraubt Und «schossen werden. Heute tyrannisiere sie diese, mqrgev jene Part«, von militärischer Tüchtigkeit könne aber Wohl ans kein« von beiden Seiten gesprochen werden. Der Krieg sei sin die Nullen, die sich jetzt aus keine andere Art so lncht Nahrung, Kleidung, Löhnung und Requi- sitionsmlwkchkeit verschaffen können wer duäh Kriegsdienst, eine Versorgung, ihre Kommissäre haften sogar Schlitte», Pferde, Petze, «ährend die Zivilbevölkerung kaum einen ganzen Rock »ehr besitze und die Bauern ihr Zeug selbst weben wie im Mittelalter. Außerdem herrscht in der ruWchen Armer durch die totale Umwertung des Be. «Ws FwldatevrLte*, die jetzt nicht mehr eise Institution sondern gtzgyt die Soldaten sinh« eine solche An. /- s k , f L 8 X ä 8 D k 8 fjj8 00XUs«ex7tI!0X US: geberei, daß jeder einzelne wie mit Ketten an die Vater«! tandsverteidigmttz gefesselt ist. . , Natürlich hielt es unter solchen Umständen schwer, eiw! höheres Kommando auszusorfchen, das einm selbjtändigen.. Befehl zu erlassen berechtigt gewesen Ware» Dian beschwor den einzigen anwesenden Leutnant, rin.Auw auszu- senden, als aber die Antwort auch am Nachmittag aus-, blieb, erflehte Schwester Maria den Abzug vom Korporals Man marschierte nun drei Tage lang duüh endlose ukrainische Dörfer, die so au-requiriert waren, daß ln Hunger der ständige Begleiter blieb, in brennender Sonne, »ur Staubsturm. der den Sand in die Lugen trieb, ohne' Wasser, bettelnd und abends am offenen Feuer lochend, was jeder ergattert hatte. Uber die Seligkeit, aus Ku'w, das schon am Tage nach ihrem Abmarsch gesperrt wu^r« herausgekommen zu sein, beflügelte Li« Schritt« der gesunden, so daß der Zug sich in dir Länge dehnt«, denn immer mehr Fußmarode blieben zurück, die von Schwester Marias freiwilligem Gehilfe«, de« Kriegsgefangenen Wölfl,, wie von einem treuen Schäferhund eingefammelt wurden. Hermfahrrnde Bauern wagen zwang man, die Kranken aufsitzen zu lassen.. Co vielen Truppen, TramS. Lastaotokolonnen mau auch begegnete, über alle Müdigkeit und Trostlosigkeit der Bcschuhung hinweg hielt man den Anschein aufrecht, eine regelrechte Abteilung zu bilden, man marschierte in musterhafter militärischer Ordnung an der Sette der Chaussee, trotzdem mindestens 50 Kraule — davon 40 Flecktyphusfälle —> mügeführt wurden. Ganz Rußland ist ja verlaust und von Epidemien, insbesondere Typhus, geschüttelt, jede: kennt die Symptom« so «»au, daß bei ihrem Auftreten sofort wilde Angst ausbricht, kstveimal hatte auch Schwester Maria die Krankheit zu übersteheu gehabt, doch auch diesmal fuhr sie mit deu Angesteäten ins ^Spital voraus und lieferte sie getreulich in der Etappenbarackc von Schitomir ab. Spat abends wak's, wett hinter der Stadt lag die hölzerne Anlage, dir furchtbar schmutzig und für höchstens 400 Manu berechnet, aber mit tauserch belegt war, so daß zahllose Kranke unter freie« Himmel karnpierien. Brechenden Auges ließen diejenigen, die i», bitterer Ungewißheit hier zurückblieben» Schwester Maring gehen. Welche Mühe kostete uu» die Erlaubnis, die GH junden in . denen man bei strömendem Regen noch 24 Stunden auf dein Bahnhof saß, ohne Verpflegung, ohne Waschgclegcn- hcit, wie Schweine zusammengepfercht. Und dennoch — wie glückselig fühlte sich jeder!' Zwei Tage noch fuhr man hungernd bis zur Quarantäncstatwn Schepetowka, wo man acht Tage in Zelten liegen blieb. Die inzwischen Erkranken wurden in einem Sanitütszug nntcrgcbracht. den die Somienglnt wie einen Ofen herzte, der nur eine Pflegerin Halle und so wenig Geschirr, daß Schwester Mario -ei wahnsinniger Hitze jede Tasse Tee für ihre Patienten besonders kochen mußte. Welch' endlose Laufereien, bis sie endlich mit ihren dreißig Typhus- leidenden nach Rowno absahren durfte! Daun bekam sie mit Mühe und Not 22 Waggons für ihre tausend Mann — waren doch zu ihrem Trupp alle Mlcingehcr gestoßen — die sie, wieder ohne Verpflegung und nach stundenlangem Steven in allen Stationen, eines Abends spat nach Lemberg vrachte, luo der Bahnhof wie auSgcstorbcn dalag und nichts mehr zu haben war. Von Stunde zu Stunde hatte man einander vertröstet, nun bat Schwester Maria ihre Leute mit Tränen in den Augen, doch noch bis zum Morgen auszuhalten. Hier nun, an der Grenze des ehemaligen Oesterreich, sollte ein Abgesandter Wiens sich anshalten, eine lieber- nahmspcrsvii, auSgestattet mit Geld und Merkbüchern, die nach deutschem Muster *daS neue Vaterlaird erklären, von dem die Kriegsgefangenen noch nichts wissen. Die Heimkehrer irrten aber in Ermangelung dessen, wie verzweifelt, am nächsten Tage durch die Märkte der Stadt — „die Augen hingen uns förmlich heraus' — und suchten einen Deka milch,, von dem sie wenigstens ein Stück Brot hätte« erbetteln können. Da sic niemanden fanden, pcrkanfte der Lagerkommandant von Tomsk das Medaillon feiner Mutter, bas er fünf Jahre hindurch ani Halse getragen, in Lemberg um Brot. Fordemugen stehen vor uns, die unabweisbar sind. Man hat Geld für die Kriegsgefangenen gesammelt, ohne dessen Verwerfung anzugebcn; davon müssen die Ein. bruchsstationcn mit Missionen versehen werden, mit Merkblättern, ans denen der Heimkehrer ersehen kann, welche Verhältnisse ihn erwarten, wo -seine.Heimatzbrginnt,.»welche Hechte er hat.^kurz^die 'jhm^als*Wegweiser "bei den- Br- Horde» der Heimat dienen. Sofortiges Handgeld muß ausbezahlt, mitgebrachtes Geld muß gewechselt werden, damit der Heimkehrer an feine Eltern telegraphieren kann und nicht nach all 'dem Schauerlichen» waL er erlitten, vor Erbitterung und Verlassenheit angesichts der Heimat innerlich zusammeiibricht. Niemand e,npsüig an der österreichischen Grenze den Zug; die Heimkehrer hatten ihn mit Blumen geschmückt und die Lokomotive bekränzt. Diese festliche Lokomotive wurde abgrkoppelt — ein kleiner .Schmerz nur nach all dem, ivas das Wort Rußland umfaßt — aber nn schneidender. Manchmal läßt man solch einen Heimkehrer, zug auch noch unterwegs stehen — einen unlängst vier, unozwanztg Stunden lang in Amstetten. Uns Jahre Sibirien kann man schließlich durchwarten, nicht aber vier- undzwanzig Stunden vor den Toren der Heimat. Der Zug aus Lemberg kam gegen v Uhr abends nach Leopoldau, aus srcicr Strecke wurde man auswaggonicrt nud dann wußte niemand aus dem kleinen Hüusieiu, das hilflos mitten in dem grauen Abend stand, den Weg. bis ihn endlich zwei kleine Buben wiesen. In den Baracken war jür die hungrigen Männer ein Essen de- reitet, Suppe mit eingebrannten Kartoffeln, da aber ein Unteroffizier die Heimkehrer anschrie, daß es hier keine UntcrMeoe gebe, brannte diese erst« Mahlzeit im aus- gedörrten Halst. Im Kreise saßen Äe Männer, die durch Krieg und Pestilenz gekommen waren, und weinten wie Kinder, die um Weihnachten betrogen sind. Und dann schlief man zum letztenmal, eingeschlossen von Stachel, oraht; diesmal war es aber am bittersten, weil man ja nun zu Haust war. Am nächsten Tage, als natürlich jeder nach seinem Heine eilen wollte, hielt man die Leute wegen eines Empfanges bis znm Nachmittag zurück, und dann sprach jemand ein paar Wort« zu ihnen, aber mau fragte nicht, ob einer von ihnen freundlicher, persönlicher, menschliche? Hilfe bedürst. Fünfzig, nein. einmidsünsziADkroven bekam jeder bar aus die Hand. Dann mochte er «Hen, Nur nächsten Lage war Feiertag und kaum einer kvußse,. wo er schlafen-werde.. In Rinnsteinen zu liegen, lvareu, sie Wohl gewöhnt, frei." ' lich in Wußlaud draußen, d»8^deu LMiö^de^Leü-erläi !fegewifstrmaßrn««8 etwas Gepäck bei sich hatten, versuchten, ritten Hckndrvagm aufzutrriben, denn die Baracke liegt einen guten Klls- Meter von der Straßenbahn, doch der Besitzer« ees einzigen vorhandenen verlangte tausend Kronen daftltt Sie aber hatten nur eine Tramwaysteikarte, die von manch reinem Schöner als nicht gültig bezeichnet wurde, wenn nicA A" Entlassungsschein vorgewiejen werden konnte. Schwester ^ >chne einen tzrller österreichischen Geldes tausend Mann nach Wien gebracht und die es verbanden' hattt, sich überall durchzuschlagen. stand zum erstenmal hilflos da; nur durch einen Zuiall fand sich spät abends für sie noch ein Quartier. » « - " Dann ging das Laufen zu den Armtern an, ,TaZ Heeresamt ist hier, das Gesang«,,enamt dort, die Bc- Aeidunasskelle wieder wo anders. Dieses verlangte «iueu, Armutsschein, jenes eine Bestätigung derHeimatsgemeinde, gar nicht zu reoen von den Unglückseligen, denen ourch die Zerstörung Oesterreichs rin nekicü Vaterland zugcte.lc tvard und die deshalb ganz ohne Mittel bleiben. Denn, anderthalb Jahre des Friedens haben den Haß zwischen den Nationalstaaten noch nicht jo weit abzuhauen vermocht daß wenigstens den Heimkehrern eine gemrinjantL Hilfe gesichert wäre, bis festgestellt ist, welchem Land« sr» angchören. So aber fehlt rede Zentralstelle, jede Anleitung, es gibt keinen Rechtsschutz, keine Auskunft über dir Adressen der Angehörigen, kt ine Berufsberatung und keinerlei Fonds zum wirtschaftliche,! Wiederaufbau des einzelnen SWksals, dessen der Staat sich freilich nuht an- nehmen, das nur persönliche, taktvolle Anteilnahme und Recherche fördern kann. Zn dem Mtlliardenbedars für-den HeimkranSport sind -re neun Millionen, die das Frauenromitee gesammelt, nur ein Tropfen aus einen heißen Stetu, hier ober könnten sie Wunderbares wirken. Und dieses Werk perflMhw VerstkndnigeS müßte, «G van Krauen und SSMern geleitet wndcp. Heran de«, -SMÄrauchze», den« der wöhp noch in Sibirien sthomDtt. Jhc brvchenen. denen er nicht wiederkchm» wirch «d Jh» .dreimal Glückseügen. denen er heimkam. kaßt »icht die MKnflrL -»Re den BÄschcwiLmuS in Rußland akgekchnt LrchrkMtL und. Ä MM V M -W«- i» ^rlo«it«rl«omm«r fUr Ov!«um«ntotion VM.X8 - LIIlW Onnsb^ueX) !Zi^vM8grrte Heimkehr ^ KriLgWLi-gygmrtt. ! Da8 „Alpenland" hat bekanntlich gegen Hof- 'rat Dr. Schöpfer schwere Anschuldigungen dachin erhöhen/ daß er als Leiter der StaatLkom-- Misiion für Kriegsgefangenen-Angelegenheiten jüuL politischen Rücksichten (Deutschen!) rß, An- ^schlußfeindlichkeit) die Heiinkehr unserer Kriegs« jyefaiigeneu aus Sibirien und Rußland verzögert Labe. - - ,. Nun hat Hofrat Dr'. Schöpfer in vier Artikel» ,im „Anzeiger" und in einer Beilage im „Volks- -cheien" in erschöpfender Weise auf diese Anschuß id-gung geantwortet. -Aus seinen Anssührnngen !kann man ein Bild der ungeheuren Schwierigkeiten, aber auch der ungeheuren Arbeit gew'.n- ,-nei-. die unsere Regierung für -ne Ae im kehr der 'Kriegsgefangenen geleistet Hai. Tie sofortige .Bereitstellung der erforderlichen, ungeheuren iEummen, die Entsendung mehrerer' Kommissio- inen nach Sibirien, oi- ''-üüose-r tchnerpeniionen '(Lei allen in' Betracht- kom'meuden'Stellen, die «Ausnützung aller Möglichkeiten,. die ans den -jAussührungen Schöpfers geiiaii hcrvorgehrn,- 'sind der beste^eweis, -daß -seitens unserer Re» -giernng alles getan lonide, um die Heinckebr der' farmen Kriegsgefangenen zu ermöglichen. Schon die Tatsache allein, daß die Regierung trotz der s 'ungeheuren finanziellen Notlage unseres Stoa. !tes ohne Zögern die in die Hunderte van Mil- ilionen gehenden Summen für die Nücktebr der -Gefangenen zur Verfügung stellte, stellt unserer Megierung das schönste Zeugnis onS, daß für fsie kein Opfer zu groß !var nndiit, um den gegangenen Landsleuten die 'Rückkehr in die Heismat zu ermöglichen. Die Ansführnngen des Prof. jDr. Schöpfer zerstören in gründlicher, Weise.die 'in der Bevölkerung vielfach herrschende Ansicht/ 'unsere Negierung tue für die Kriegsgefangenen Wichts. ' . ... ^ , - Diese Feststellungen des Hofrates Dr. Schöp- sser, eines der führenden Männer der christlich- dozialen Partei, sind für lins umso lvertvoller, plS es gerade vielfach di^ christlichsoziale Presse swar (bei uns der „Anzeiger", das „Bott"), die snii Vorliebe der „Wiener Judenrcgierung" alle jSchnld ziischob, daß hie Kriegsgefangenen nicht chach Hause koinmen, und sogar vor der Ungeheuerlichkeit nicht zurückschreckte, zu' behaupten^ vie Wiener I u d e n- u n h Soziregi e- rung wünsche sogar, daß die Kriegsgefangenen snicht nach Hause kommen.. Den Ehristlichsozia- ilen war eS dabei nur darum zu tun, das Volk Äegeii unsere. Partei aufzr.hetzcn. Hofrat Schöp. ffer nennt einen solchen Vorgang „eine ab- k) r n n d tiefe N i e d e r t r ä ch t i g k e i t" und schreibt „wenn, es gelingt, -ihn-bet der Vevölke- rnilg auch nur in diesen Verdacht zu bringen '(die Heiinkehr der Kriegsgefangenen verzögert tzu haben), so ist in das Vertrauen des Volkes bereits der erste Stoß getan, ja, er kann für die Wahlen als erlcdigt gelten". Diese Argumenta-, tioii Schöpfers gilt yiin nicht nur ad personam, sondern ebensogut auch nir eine Politische Partei. -Der Zweck der dreisten Verkcumdui'gen der kleri- den AnSführungen be^ Pcos. Schöpfer nutet anderem hinzu: „Wir würden es uns tausendmal überlegen, ehrvor / wir gegen «inen ich öffentlichen Leben stehenden Mesirn^Iegev deck rrsthestc«, geschweige denn gegen einrck voch Ansehen des Dr. Gchöpftr ww» wit einer solchen Attacke loölegen würden. Eine' solch« Gewissenlosigkeit ist unverantwortlich vnd ist eine gr- wisseulose Anflegelung nndHrsschchbü«».?'' Diese verurteilenden Worte hat der „Anzeiger" für die Handlpngsiveisedes „Alpenlänhes"'/ f gefunden. Auf. der gleichen Seite verschmäht es ' dieses'Leichenkchänderblatt. aber nicht? unter dem Strich eine Notiz vom oberen Eisack unter hem Titel „Wer ist schuld?"/euiizuschaltep, ick der es ^ i,, ,, ( üHH/'Ui/sK.HH. „Vor einigen Wochen kam in unserer Gemeinde ein Gefangener aus Taschkent in Sibirien. Er teilte mit, daß dort Wiener Hlat-i Lenbrüder, also waschechte Sozi-Bolschewiken, ihr Unwesen treiben »ich diese regieren,,die Lager und, lassen keine Oesterreicher, nach Hause, außer ganz Invalide. Damit machen, die Herren ein Geschäft und davon leben sie. Würden' die Gefangenen heimkehren,,hMen diese Genossen ihre,Rolle. anZgespielt. Also. ! sind Bolschewiken und/- Sozialdemokraten/ - Schuld, wenn die österreichischen Kriegsgesan-s genen noch nicht hier sind.z /.,/ i . Nach den starken-Morten/,die deri,.Anzeiger", gegen das '„Alpenlaich": stefnsth-n- hqß.Mach dKNz klaren Feststellungen seines eigenen Führers!. Schöpfer, daß es gerade der sezialdnnokratisD Abg. Richter ist, der keine Blühe scheutenund alles daranschte, um dir Rückkehr, der Gesang?-! ne«,zu ermöglichen,.muh Meine NiM dreirüchtlgkeit geine-iuster/Art h^eichttW' -daß dieses schändliche Plats wagt.-, ip HerkslbewNuMs mer noch die Sozialdemokraten zu beschuldigen? sie seien Schuld, wenn hie österreichischen Krstgs- sgesangenen noch nicht hier sjnch , j Die Heuchlerische Art. sich diese Beschuldigung „vom oberen H-isack" schreiben, zu lassem, ist, zu. durchsichtig, als daß der Zweck dieser Verieiun--. düng nicht klar,,;,itr>-treten würde.Die christ- l l-chsostale Partei ist' sich bennißi. daß sie durch - güe Beschuloijningeii des.„AipeniandcS" ^ geaenp .Hosrat Schöpfer im Plusehew des Tiroler Po!«! kes schnver gelitten - hat. -! Die: Herr schäfte» fürch-.! len nun. daß- cs bei der bekannten, nur allzu sehe - menschlichen Charaktereigenschaft der Be Kettungen Schöpfers. - überhaupt: nicht gelesen ! haben und, wenn schon, nicht daran glauben wer- . den. Uni nun diese nnangMhmen Folgen aus der Welt zu schassen, gehen sie christlichen Preß- >nc Ke v.us, «orgrve» oes „eiipeniaiioes'!, yezei. üen und (versuchen, die Schuld an dexzver- ,zögerten .Rückkehr der 'Kriegsgefangenen den So- ! izialdemokraten-'aufzuhalseim Wir inüssen es als eine frevelhafte Gewissen- f losigkeit bezeichnen, unsere Partei in Deutsch- ! Österreich für ettvas deranÜvorsiich zu machen, was sich in Taschkent' (Asien) abgespielt haben soll, wofür der „Artzeiger" keinerlei Bstoeise in den Händen hat, als den andebkichen Bericht eineT Heimkehrers, der vielleicht vollkommen entstellt und, wie wir Dauben, nur zu dem, Zwecke wiedergegeben ist. u«l di« Aufmerksanckert' der Bevölkerung von hem angegriffenen Hofrat Schöpfer abzuLenken. Das TirolerVÄf wird diese niederträchtige Verleumdung unserer Par- tei durch den christlichen „Anzeiger?' nur, als einen Beweis des moralischen, Tiefstandes -der klerikalen Presse werten. ; ! » .. i,-. ' Das „Wpenland" hat nmr festgestM, daß «S' kein Wort von seinen Beschuldigungen gegen Hofrat SchÜpfer- zurückmhrne, und' Wt btVtttS gestern mit der Erwiderung auf hie AusKhrmu- gen Schöpftrs Lsgonnnü^ -MnWWichender j Urteil über die Stichhältigkeit, der Behauptum- gen deZ „Mpeulaydes"kann daher erst nach Le- endiqter BeweiLführuna abgegeben, werden. Nachdem aber die „Volkszeurmg* über die Schlechtiflkeii^ und kEhrlosigkest M^ckkrisolen .Press« vom Schlag«'eines „A>N"merL" tuimchoch ^tchqvenßist, Wen wir beute fest, das; wir aus ihen Uvsksthrungen brch Prof. Schövfer den Ein» ;druch chechonnch . haben,' daß unsere Negierung Wie agch hie Staatskommission für Kricgsgefan- geiitN'AngelebLNheiteu lind damit naturgemäß russischen Volke zu ebnen. Das Resultat dieser Haltung der österreichischen Regierung wird eine starke Unzufriedenheit bei den österreichischen Kriegsgefangenen und ihren Angehörigen gegen die Sowjetreg ierung und gegen das russische Volk sein und wird die ganze Verantwortung für die Tausenden von österreichischen Familien unnütz zugefügten Leiden auf Ne Söwjetregierullg übertrage». Die zweite Frage, me Staatssekretär Dr. Renner den Gesandten der Ententemächte gegenüber berührt hat, war die Frage bet Neutralität der österreichischen Re- publik im russisch-polnischen Kriege. Diese Neutralität ist gleichfalls im Z 3 des Kopenhagener Vertrages verbürgt und wurde auch von den Vertretern der Ententerwächts beanstandet, mit der Begründung, daß sie sich im Gegensätze zum ß 37 des Saint-Germainer Vertrages befinde. Dr. Renner soll gesagt haben, daß er bereit sei, das Ergebnis der Verhandlungen der Ententemächte mit Deutschland in , der gleichen ,An- elegenheit ohne weiteres anzuerkennen. Nus diese Wehe grbt p österreichische Regierung von vornherein den K 3 des kopenhagener Vertrages Preis, indem sie keinen Anteil an der Verteidigung des von ihr unterschriebenen Abkommens nimmt. Sie überläßt die Verteidigung eines yon ihr mit Sowjetrußland abgeschlossenen Vertrages einer dritten Macht, von der sie an- nimmt, daß sie in dieser Frage der Neutralität analoge Interessen Mit der deutschösterreichlWn Republik habe. Diese AufsWuug ist jedoch unzulässig, weil die Gesamtheit der politischen Interessen jener Macht bestimmt wird durch die Interessen ihres eigenen Landes und' keineswegs durch die der österreichischen Republik. Ich MUß konstatieren, daß die österreichische Regierung auch in dieser Frage sine.Haltung eingenommen hat, die als Schädigung der Interessen der russischen Sowjetrepublik betrachtet werden muß und dem Geist des Kopenhagener Vertrages widerspricht. ' Als Vertreter der russischen Sowjetrepublik habe ich die Pflicht, von der österreichischen Regierung zu verlangen^ daß sie ihren Verpflichtungen, die aus dem Kopenhagener Vertrage resultieren, voll und ganz nachkommt. Meinerseits kann ich versichern, daß die msstsche Sowjetregiermrg > mit der ganzen ihr zur Verfügung stehenden Macht ihren Wichten Nachkommen wird. t .. . . ,«,> , ,^« 1 ^ ---- z n ö e I I e n K z««c n fük I e «< kiM Mil M88l ^.:_ 7 ^ 6 : ^ ^ Schprre Änlchuldiguvge» gegen den öster- rpMjch-uvgariichen Soloatevrat in Moskau. In einer Beratung der Vertreter der Angehörigen von deutschösterreichischen Kriegsgefangenen, die sich in Rußland, Turkestan und Sibirien befinden, wurden heute ncuerdinzs schwere Beschuldigungen gegen den österreichisch-ungarischen Soldatenrat in Moskau vorgebracht. In der Versammlung, in der Oberbanrat Boehnisch den Vorsitz führte, erstattete Professor Ferier aus Genf einen Bericht über die Tätigkeit des dortigen Roten Kreuzes im Interesse des Heimtransports l der Kriegsgefangenen. Vizepräsident Richter betonte die Notwendigteil energischer Selbsthilfe und Frau Litt mann regte die Sendung von Kleidern und Wäsche an die in Ostsibirien befindlichen Gefangenen an. Eine längere Debatte wurde über die Verhältnisse in Türke st an abgesührt, wo nach den Mitteilungen des Missionschefs Dr. Formanek gegenwärtig in Tiflis deutschösterreichische Kriegsgefangene, AngehörigeUder Jnteüigenz- klassen, unbeschadet des Kopenhagens UeberMkommens zucück- behalten werden. ProjessoGH elleh randftHte mit, daß in Turkestan deutschösterreichrsche Kriegsgefangene Ddie für den Heimtransport notwendige Kohle Ar Ueberstunden gefördert hätten, daß aber diese Kohleivon den SMjelteu.en zu ganz anderen Zwecken verwendet worden wcM Der österreichisch- ungarische Soldatenrat habe den Abtransport gehindert und zwar mit der Motivierung, daß sonst Turkestan wirtschaftlich zusammenbreche. Verschiedene Delegierte, darunter Adelt, Schul (Steyr) uud Palslnger (Salzburg) bestätigten diese Darstellung und letzterer, ein Heimkehrer, teilte mit, daß aus dem Transport, mit dem er gekommen sei, vom Soldaten- rat in Moskau vierzig den Jntelligenzkreifcn angehörenüe, damnter drei Invalide, herausgeholt und zurüabehalien worden seien. Auch Vizepräsident Richter bestätigt die Stich- hältigkeit dieser Anklagen. Es sei dieser Soldatenrat eine bunt Zusammengewürfelte Gesellschaft und er habe mit Litwinow in Kopenhagen und mit Kopp in Berlin bereits darüber gesprochen, wie man diese Leute beseitigen könne. Der Redner betonte, daß der Völkerbund für die Kriegsgefangenenfürsorge gewonnen sei, daß Nansen das Mandat zu diplomatischen ^Verhandlungen mit Sowjetrnßland übernommen -habe und daß der Völkerbund eine Lebensmittelaktion zugunsten der > noch in Sibirien befindlichen Gefangenen durchführen werde.. Bm» verschiedenen Seiten wurde sodann gegen die Anwürse f protestiert, die gegen den Präsidenten der Kriegsgefangenen-! komm sfion Hofrat Schöpfer erhoben worden seien und d'ese aus den beginnenden Wahlkampf zurückge'ührt. Es wurde allgemein verlangt, daß sämtliche Parteieil die Heimkehreraltion bei ihren Agitationen aus dem Spiel lasten sollten. s äst 8 e I s 5»X 1 u u k n flik t, I e K ll 0 X u « 5 X I js s ! 0 X M ?^88L ^.: 7 X 8 : ^ Die LefmdrsSrder»«g «»serrr Krirgs- grfarrgene«. kenrhmiguug der Kredikgewährnnq dusch die Pariser ReparatwnStouimisfion. Wien, 11. September. Die „Staatskorrespondenz" meldet : Der österreichischen Sektion der Reparationskommission wurde von der ReparatiouskonWissionIin Paris die Genehmigung ihrer Anträge, / betreHrrd Kreditgewährung für die ick Sinke des Ueherein Kommens zwischen der österreichischen Regierung und Sowjetrußland zu, bewirkerche Heim-; chesörderung der österreichischen Kriegs-s gefangenen offiziell bektzrMegebsn. Nachdem sich die österreichische Regierung dazu verpflichtet hat, lue mit dem Friedensvertrag von Saint-Germain nicht übereinstimmenden Punkte dieses Uebereinkommens nicht durchzuführen, erscheint diese Angelegenheit nunmehr definitiv geregelt. Me österreichische Sektion ist anderseits auch darüber in Kenntnis gesetzt worden, daß sich die H e i^m- befhrderung ohne Schwierigkeit e^n vollzieh t. ,, ff 3 L ! s X ä L 3 0 3 U I ^ li 3 0 3 !'! !i 3 I /l I ! 0 3 !:p. I/»6: WnseMher die KeimdeMeruns der Kriegsgesaugene». ^ FrithjosNanse-nhat über die Heimbeförderung berKrkxA gefangenen nachstehenden Bericht erstattet: Ein großer Teil der einen Million Pfu n d, tE zur Weiterführung des Werkes der Heimbefürderung voll fast einer Million Gefangener in diesem Jahr nötig ist, von Gefangenen, die, fast zwei Jahre nach dem Waffenstillstand, noch in Deutschland, Rußland, Sibirien und Turkestan sind, ist nun von den verschiedenen beteiligten Regierungen flüssig gemacht worden; im Namen des Völkerbundes und zusammenarbeitend mit dem Internationalen Roten Kreuz-Comitö, mit den deutschen und den Sowjetbehörden, leitet Frithjof Nansen dir Heimbeförderungsarbeit. In den letzten Wochen wurden folgende Kredite zur Verfügung gestellt: Norwegen, Schweden und Dänemark je 38.000 Pfund Sterling. Holland 43.000 Pfund Sterling (weitere 10.000 Pfund Sterling wurden versprochen, falls die anderen Nationen ihren Anteil einzahlen), die Schweiz 48.000 Pfund Sterling und Großbritannien 113.500 Psund Sterling, wobei nochmals die gleiche Summe versprochen wurde, falls die anderen Nationen ihren Teil zuschießen, Frankreich hat einstweilen 115.000 Pfund Sterling und Italien 85.000 Pfund Sterling versprochen. Das amerikanische Rote Kreuz hat eine Million Dollar beigesteuert und der amerikanische Bund junger christlicher Männer hat eine große Zuwendung zur Verbesserung der Lage der Kriegsgefangenen gemacht und Vorräte sowie Bedarfsgegenstände beigestellt. Die bisher eingelaufenen Summen erlauben die Fortführung des Werkes bis Oktober. .Wenn bis dahin die französischen und italienischen Beiträge eingelaufcn sind, so kann das Werk der Heimbefürderung aller Gefangenen fortgesetzt werden. Für die Heimschaffung der deutschen Gefangenen werden die gesamten Auslagen von der deutschen Regierung allein getragen. Zur Durchführung der Heimbesörderung ist im Namen des Völkerbundes eine Flotte, von Schiffen ausgenommen worden; die meisten fahren zwischen Deutschland und Rußland in der Ostsee, andere machen dis sechs Wochen dauernde Fahrt von Hamburg nach Wladiwostok. Um die Ausgaben so niedrig als möglich zu halten, nehmen die Schiffe der großen Route außer den Gefangenen auch Ladung mit. Es ist vielleicht bemerkenswert, daß Beauftragte des Völkerbundes in Ausübung ihrer äußerst schwierigen und mannigfachen Aufgabe, die Krregsgesangenen heimzujchaffen, inmitten der sehr v'.rwiLetten politischen Verhältnisse eine kleine Dampferflotte leiten, Ladungen sichcrstellen und alle Arbeiten beaussichtigen, die nötig sind, um dieses hervorragend menschenfreundliche Werk aus die wohlfeilste Weise durchzuführen. Die Durchführung dieser vielen Kleinarbeit geschieht durch Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes und der deutschen Regierungsbehörden. Für den wichtigsten Weg in der Ostsee wurden s ü n f- zehnDampser ausgenommen, um zwischen Stettin in Deutschland, Narwa und Riga in Estland und Vjörkö in Finnland hin und her zu fahren. Ms die Schiffe im Ma! ihre Fahrten begannen, waren noch mehr als 200.000 Russen in Deutschland und eine gleiche Anzahl von Gefangenen aus ^ Mitteleuropa noch in Rußland, Sibirien und Turkestan, von denen nur ungefähr 25.000 Deutsche, der Rest O e st e r r c i ch e r, Ungarn, Tschechen, Rumänen, Polen und Serben waren. Ms heute wurden an 30 000 Gefangene nach beiden Richtungen befördert; somit 60.000 auf der Ostsecrouie. Die gegenwärtige wöchentliche Zahl der Heimkehrer auf diesem Wege ist 8000, doch hofft man bald die Zahl von 16.000 bis 20.000 wöchentlich zu erreichen. Die zweiie BerkehrSstraße geht von Hamburg durch das Rote Meer nach Wladiwostok. Aus diesem Wege sind 2E.V0V bis 3G.MW Oestevveichsr, Ungarn, Rumänen und Polen zurückzubringen, die noch in Ostsibirien sind, und etwa dis gleiche Anzahl von osistbirischen Russen, die noch in Deutschland sind, hcimzuschaffen. Zwei sSchiffe, von denen jedes löOO bis 2000 Manu bei jeder Fahrt sbefördsrn kann, wurden schon hiesür ausgenommen und trotz der Schwierigkeit, Ausfuhrmaterial aus Deutschland für den fernen Osten zu finden, wurden die Ladungen sichergestellt. Das erste wird von Hamburg in den nächsten zehn Tagen auslausen und bald darauf das zweite. Der Unterschied zwischen den Kosten für die Miete und den Betrieb der Schiffe und den Eingängen für die Fracht wird durch den Beitrag des amerikanischen Noten Kreuzes gedeckt werden. Man hofft, eiuen dritten Weg von Südrnffland aus, wo sich noch viele Gefangene befinden, durch das Schwarze Meer nach Triest zu eröffnen, wodurch russische, noch ,'in Deutschland befindliche Gefangene nach südrussifchen Häfen 'verschifft werden können,und man hofft, daß Italien die für ! diesen Weg, nötigen Schiffe beistellen wird. ' Nansen ist überzeugt, daß, wenn die interessierten Nationen nicht schnellste und ernsteste Hilfe bringen, Tausende von Männern, die jahrelang die schrecklichstes Leiden erduldet haben, dem kommemde« Winter nicht überleben werde». Das Aussehen der Gefangenen, die nun heimgebracht werden, ist unbeschreiblich mitleiderregend, denn sie kommen aus ihrer laugen Gefangenschaft nicht nur ohne die notwendigste Bekleidung, sondern oft auch in entsetzlich schlechtem Gesundheit s- zustand. Nansen erklärt, daß trotz der fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, die sich bei der Beschaffung der Schiffe, Sammlung der Gelder in dieser Zeit wirtschaftlicher Bedrängnis, in der Führung der mannigfachen Verhandlungen zwischen den verbündeten, den ehemals ineutralen und den früher feindlichen Regierungen und den 'Sowjetbehörben ergeben haben, die Welt nichtsdestoweniger eine schreckliche Schuld hat gegen diese halbe Million Märtyrer, die noch zwei Jahre nach dem Waffenstillstand unter den schrecklichsten Verhältnissen gefangen- fgehaltenwerden, und daß keine Anstrengungen srmterlaffen werden dürfen, um sie in ihre Heimat zu bringet:. Eine internationale Konferenz. Kolsmo, 17. September. (Litauische Telegraphenagentur.) Hier findet eine international« Konferenz zur Heimschaffung der Kriegsgefangenen statt. Den Vorsitz führt Professor Nansen. Aus Deutschland find sieben Delegierte eingetrosfen mit dem Reichskommissär Stücklen an der Spitze. Rußland hat drei Delegierte entsendet. Die Verhandlungen gehen erfolgreich vorw ärts und man hofft, daß die letzten deutschen und oft erreichtschen Kriegsgefangenen in kurzer Zeit aus Rußland Zurückgeschafft werden können. Als Transportwegs kommen Lettland und Litauen in Betracht, obwohl der Dnrch- tranSport russischer Kriegsgefangener »ach Rußland durch den polnischen Korridor wahrscheinlich in Warschau auf Widerstand stoßen wird. > z n 8 5 I 7 5 n X z tt u 5 n 5 ll n »15 1» 8 0 X 8 n 5 n 7 ^ 7 I 0 n ^ l L ^ 8 ? 0 8 7 ^-: -^7 ^ beschleunigte Heimbesörderung unserer SesMgenen. Die sibirischen Läger gerSnmt. — zufammenwirken einer Ast- MÄ WestaMon. — Kn K«rk- rlmrschesRepatM8rMgsroWtteeWUgrotzenGeldMUelA.-HedMtWÄeWUchssMdMgNAchRNßLMS. In der heutigen Sitzung der Staatskommission mr Kr iegsge fangenenheim'beförd erun>g und AnKlegsn-^ Herten der Zivi-linternirrten teilte Amtsleiter Ssktiotts-) chef Hanousek ausführlich u. a. mit: Das l Hüsten-' gebiet in Ostasien ist mit dem Abgehen des Dampfers, „Nankai Maru" am 9. September vollkommen voi^ Deutschösterreichern evakuiert; freiwillig zurückgeblieben sind zirka IVO Kriegsgefangene. Der „Nankai Maru" bringt 1250 Oesterreicher und 120 Schwerkranke anderer Nationen nach der Heimat. Der Transport wird von dom Assistenten Prof. Dr. E i sei sborg s, Doktor Breitner (einem Salzburger Arzt, der sich um dir Gefangenen sehr angenommen hat. D. R.), geführt, der das russische Spital in Nikalsk--Ufsuri.sk leitete. Alle östlichen Lagerbis Tschita sindeva- kuiert. Oberstleutnant Band erhellen traf am 8. Juni in Wladiwostok ein, setzte sich sofort mit allen Funktionären in Verbindung und besuchte die bestehenden Lager und leitete den Abtransport in die Wegs. Die weiteren Antransporte erfolgen derart, daß zuerst die Invaliden und Kranken, wofür die Beurteilung des Arztes maßgebend ist, in zweiter Lime die ün Jahrs 1875 und früher geborenen, in dritter Linie alle übrigen Kriegsgefangenen, und zwar nach der Unzahl der in der Gefangenschaft zugebrachten Monate berücksichtigt werden; innerhalb der einzelnen Gruppen erfolgt die Entscheidung nach dem Lebensalter. Oberstleutnant Vanderhellen hat sich bereits am 18. August nach Mittel- sibirien begeben, während Dr. Fritsch die weitere Fürsorgeaktion im Küstengebiete leitet. Auf eine Bitte des Oberstleutnants Vanderhellen wird das amerikanische „Rote Kreuz" sich auch ^der neu angekommenen Kriegsgefangenen im Küstengebiete annehmen. Für später sind Dampfer in Aussicht gestellt, behufs Abtransportes der aus Mitte l-undWe st sibirien eintressenden Kriegsgefangenen. Von Wladiwostok aus ging der Schweizer Arzt Dr. Montan d o n mit dem Aufträge gegen Westen, die Evakuierung Sibiriens gegen Wladiwostok durchzuführen. Der genannte Arzt soll ^bereits Werchne- Udinsk und Omsk erreicht haben; als Vertrauensmann wurde Dr. Montandon der Leobner Leutnant E mler -beigegeben. Die letzten Nachrichten Vanderhellens, aus Manschuria besagen, daß er sich mit. dem Abtransport der Kriegsgefangenen aus dem Gebiete von Irkutsk- Krasnojarsk nach dem Osten beschäftigt; Vanderhellen schätzt die Gesamtzahl dch: Kriegsgefangenen auf 3 0.0 0 0. Das Kriegsgesangenenamt hat sich an die Sowjetrsgierung mit der Bitte gewendet, diese Aktion zu unterstützen und eine Empfehlung für beide Aktionen an die Regierung in Werchns-Udinsk verlangt. In Wladiwostok ist auch ein amerikanisches Repa* t r i i e r u n g s k o m i tee tätig, dem bedeutende Geldmittel zur Verfügung stehen und dessen Unterstützung uns sicher ist. Dieses Komitee stellt während des Aufenthaltes der Gefangenen in Wladiwostok die Verpflegung 'bei, während die russischen Behörden für die Lokalitäten sorgen. Für den Rücktransport kommt die neue Trans- p o r t l i n i e durch die Mandschurei über Tschita— / lMauschuria—Charbiw—Wladiwostok in Betracht, die ! durch Band erhellen mit Verköstigung-sstgtionen usw. ^ein-Krichtet werden mußte. In allen die Heinibeförde- hung der Knegsgefangenen betreffenden Angelegenheiten arbeiten wir mit Deutschland in voll» e m Einvernehmen. Von Moskau aus wurde eine Hilf §- expedition nach Westfibirieu abgesend-et, welche die Lager aufzusuchen und mit Material und sonstigen Gegenständen beizustehen hat und reichlich mit Bekleidungsgegenständen, Arzneimitteln und Geld aus- i gestattet ist. Diese Mission hat auch den Auftrag, Post- ! Verbindungen einzurichten uM auch für die moralische l Hebung der Gsmütsverftrffung der Heinikehrer nach ! jeder Richtung hin zu sorgen. Der Aktionsradius dieser Hilssexpedition reicht bis Ts-chiLa, so daß die Wirkungskreise dieser und der von Osten her gesandten Mission uder-greisen. Diese Hil-fsexpedition hat bereits die Lager von Kurgan, Petro-pawlowsk und Omsk besucht. Jur Woge unserer Mission in Moskau wurde die russische Sowjetrogierung um Beschleunigung der Mbschubt-ätig- keit ersucht. Wiederholt wurde gefordert, daß bezüglich des Abtransportes der Offiziere Gleichberechtigung platzgreife. Zugleich sind im Laufe der Monate Kleider, Schuhe, Wäsche und Zigaretten nach Moskau gesendet worden. Der «letzte Teil des Transportes hat bereits Stettin passiert. Es wurden -etwa 2 0.0 0 0 Garnitu r en B e k k e i d u n g und 2 2.0 0 0 G a r n i t u re n W i n ter sch u tzm i t t el abgesendet. Der Rücktransport von Narwa wurde dadurch lebhafter -gestaltet, daß sechs großeSchiffe neu gechartert wurden, so daß jetztl 6 Schiffe denVerkehrzwi schon Narwa und Stettin besorgen. Bezüglich der im Winter zu erwartenden Vereisung der nördlichen Häfen wurden bereits andere Transportlinien in Aussicht genommen. ' ' ^ l' p. L Wie verzweifelt die Stimmung der Gefangenen in Sibirien und wie dringend daher deren beschleunigte Heiimbeförderun-g ist, geht auch aus folgendem Schrei- ben hervor, das Hofsekrctär Dr. Karl Lu ze u x, Älter Herr des Wiener Kartellverbandes der katholischen Studentenverbindungen, aus N i kol s k - U s s u r i s k vom -18. Juni an Wiener Bekannte absan-dte: „Der SM« der dmtMinreWchm, AustaM» kommiffion Oberstleutnant Vaud erhellen ist in Wladiwostok vor zehn Tagen eingetroffen, hat jedoch kein Schiff für uns mitgebracht, sondern nur vage Nachrichten. Er soll uns „konzentricven" und für die Abfahrt „gruppieren". Das könnten wir uns selbst besorgen, dazu hätte man ruhig zu Hause bleiben können. Wir rechnen vielmehr auf die reichsdeutsche 'Kommission, die auf ihren Schiffen nach Maßgabe der freien Platze Deartschösterreicher gnadenweise mitnehrwen will. In diesem Monat geht noch ein solcher Dampfer ab. Wie ich höre, sind im hi-esigen Küstengebiete nur 1800 Deutschösterreicher. Ein einziges Schiff würde genügen. Vielleicht werden uns- die Reichsdeutschen fort! gebracht haben, wenn unser Schiff ankommt". äk65 I 75NXäUN si U N ^ I L fi 8 0X0^^7^710^ VILkiLK IL I 7 0 « 6 - WikAs 7. Oktober. (Die Zählung der KrF-eg s gefangenen und Kriegsvermiß» <^n.) Dem im Verlage der österreichischen Staatsdruckerei erschienenen, von der Statistischen Zentral- kommission herausgegebenen 5. Hefte der Beitrczge zur Statistik der Republik Österreich entnehmen wir folgende Mitteilungen über unsere Kriegsgefangenen und Vermißten. Der Wohnungsbogen, der bei der außerordentlichen Volkszählung in Verwendung kam, enthielt ' außer der Zusammenfassung der anwesenden Personen noch zwei Fragen nach den Angehörigen der Haushaltung, die derzeit noch kriegsgefangen oder infolge des Krieges verschollen sind. Aus der Beantwortung dieser Fragen, die hauptsächlich den Zweck hatten, die Nachforschung nasch LieM. AblMenden zu ermöglichen. ergibt sich M'e 7'HesamtMl von 19.378 K ri e g s gef an g e we « und i M-^51 Vermi ß- ten. Von den letzteren M eZ^mütüMH zweifelhaft, ^ ob sie noch ^ am Leben sind. Dagegen können die Kriegsgefangenen" als wahrscheinlich lebend der anwesenden-BevölÄrnngMnzugezählt werden, um einen annähe^den^Hchluß ar^Me Höhe des Bevölkerungs- standes^Mv geMtzen. llWr der Zahl der Kriegsgefangenen und^Dermißten entfallen auf die Stadt Wien 72-60 Kriegsgefangene, 5773 Kriegsvermißte, auf Nicdcrösterreich ohne Wien 5026, beziehungsweise 5927, auf Oberösterreich 2297, beziehungsweise 3285, aus Salzburg 511, beziehungsweise 636, auf Steiermark 2116, beziehungsweise 3485, auf Kärnten (unbedingtes Staatsgebiet) 806, beziehungsweise 1134, auf Kärnten (nördliches Abstimmungsgebiet) 39, beziehungsweise 123, auf Tirol 966, beziehungsweise 1392, und auf Vorarlberg 527, beziehungsweise 596. Diese Zahlen sind angesichts der Nachrichten über die zahlreichen zur Zeit der außerordentlichen Volkszählung noch in Sibirien und anderen Ländern zu- s rückgehaltenen österreichischen Kriegsgefangenen an- j scheinend niedrig, so daß die Angaben als unvoll-, k ständig gelten dürften. 6 ^ ! I L N X ä N f 0 N ^ ! 5 0 0 ^ ^ I ^ I I 0 ^ : Iö6: Wmfe «M Mlh im in kr ^lriilklsehlilteiieii kriky^csnnijknc» in Italir«. ^ Welcher Besucher Brünns hat nicht die dumpfen, und unheimlichen Kasematten deS Spielbergcs betreten und dabei mit Schrecken an die Qualen all jener Armen gedacht, insbesondere aber, welcher Grausamkeiten Menschen an Mitmenschen fähig waren. Und mich heute, im Zeitalter vorgeschrittener Zivilisation, s ch m achten, in Italien trotz aller A bleu g- n nnge n, m i t s ch w e r c n .K etten beladen, viele östcrrei ch is ch e H e e r c s a n g e h ö r i g c, Offizier e wie Mannschaften, in langjähriger Haft wegen oft geringfügiger, in G c f ü h l s a u f w a l l n, n g begangener Disziplinarvergehen. Als uns vor einiger Zeit vom Arbeitsausschuß der Bereinigung zur Heim- bcfördernng unserer Kriegsgefangenen in Reichstadt die Mitteilung znkam, d>aß sich in Italien noch mehrere taufend Gefangene in schwerster Strafhaft, einzelne bis zu 15 Jahren, befinden, sind wir bei allen zuständigen Stellen sofort eingeschritten, um die endliche Freilassung dieser Bedauernswerten zu erwirken, doch wurde uns bisher von keiner einzigen Stelle eine Antwort zuteil. In gewohnter Weise wurde den Tages- blättcrn von italienischer Seite die unkontrollierbare Mitteilung gemacht, daß bereits sämtliche österreichische Kriegsgefangene, die sich in Nalien befunden haben, heimbesördert worden seien. Nur 48 ehemalige Kriegsgefangene verschiedener Rationalität, die auf ihre Hcimbefövdernng freiwillig verzichteten, seien in Italien zurückgeblieben. Dies wurde von der königlich italienischen Gesandtschaft durch die „Politische Korrespondenz" veröffentlichst. Wenn wir auch die großen Verdienste, welche sich unser Kriegsgefangenenamt im allgemeinen um die Zurückbeförderung der Kriegsgefangenen erworben hat, rückhaltlos anerkennen, so hat dennoch sowohl dieses wie unser Staatöamt für Aenßcres die Frage der Kriegsgefangenen in Italien auf Grund der wiederholten italienischen Versicherungen, daß keine Gefangenen mehr in Italien feien, so gut wie als abgeschlossen betrachtet und wurden diesbezüglich Anfragen scheinbar förmlich als unbequeme und überflüssige Belästigungen empfunden. Immer wieder aber waren wir in der Nage, nachzuweisen, daß die italienischen Behauptungen unzutreffend .sind und selbst dem General Segrc konnten wir in einer Vorsprache bei demselben Nachweisen, daß sich trotz seiner damaligen Erklärung durch die „Korrespondenz Herzog", alle Kriegsgefangenen seien aus Albanien abtransporticrt, noch immer 500 bis 600 Angehörige in verschiedenen von uns bezeichnet«! Nagern in jenem. Senchcn- lande befanden. Und immer wieder erklärten die Italiener amtlich und halbamtlich,, daß sich keine Kriegsgefangenen mehr in Italien befinden, und zeigte man sich förmlich ungehalten, wenn man diese Behauptungen in Zweifel zog. Die Bitten der Tausenden sich in Sorgen um das Schicksal ihrer Lieben verzehrenden Angehörigen von Kriegsgefangenen, von denen sie selbst noch in letzter Zeit ans Gefangenenlagern Nachricht erhielten und von denen sie seitdem nichts mehr hören, sie waren der Anlaß, immer wieder darauf hinznweisen, daß doch der Nachweis über das Verbleiben dieser Vermißten geführt werden muß. Und wie Recht wir hatten in der Annahme, daß sich noch eine sehr große Zahl L eb e n di g b e g r a b e n e r in italienischer Gewalt befinden, davon zeugen, die nachstehenden Aussagen, erst jetzt, ans der Strafhaft znrnckgekehrter oder geflüchteter Kriegsgefangener. Am 20. November erschienen bei uns zwei Heimkehrer und gaben z» Protokoll: Nack dreijähriger Gefangenschaft jeht zurütkgekehrt. Unterzeichneter Hermann Mayer, Zugssührer des Fliegerkorps, erkläre, nachdem ich wiederholt ermahnt wurde, nur streng sachlich zu berichten und jede Uebcrtrcibnng zn vermeiden, folgendes: Am l5. November 1920 kehrte ich aus der dreijährigen Gefangenschaft aus Italien in die Heimat zurück. Im Jahre 19! 7 wurde ich wegen Disziplinarvergehens von dem Tribunal in Guera in Genna zu' drei Jahren Festungshaft verurteilt. Diese Strafe mußte ich m der Festung Verona abbüßen. Was ich dort mitgemacht habe, will ich vergessen, wenn schon ich den ganzen Haß der Italiener gegenüber uns Ocsterreichcrn zu spüren bekam. Viele meiner Kameraden find gestorben, andere wurden in die Schwefelgruben in Sizilien verschickt. In Verona hatte» wir von morgens !i Uhr bis abends 8 Uhr schwer zn arbeiten, ob Offizier oder Mannschaft, das war ganz gleich; ausgenommen waren jene, die Ketten an den Füßen hatten und in den Kasematten lagen. Die Menage bestand aus Brat, mittags gab cs Suppe mit Konserven fleischj abends Makkaroni, in Wasser gekocht, sonst nichts. Als Kommandanten hatten wir den Capitano Belli nt und den Tencnte Lestr c. Diese beiden Herren wird wohl niemand^ vergessen, der einmal' in Verona und unter ihren Befehlen stand. Beschwerden wurden mit der Reitpeitsche beantwortet sowie Kost entzichung, hartem Lager, Brot und Wasser. Unter diesen Ein drücken mußte ich meine Kameraden mit der mitgegebenen Bitte, die Bevölkerung Oesterreichs ans diese Zustände aufmerksam zu mache», damit inan sie endlich aus der Gefangenschaft befreie, verlassen. Hat doch die italienische Regierung bisher alle Bitte» nur Freilassung unberücksichtigt gelassen und erklärt wird immer, cs seien nur noch sechzehn Dentschösterreichcr freiwillig in Italien verblieben. Uni zu beweisen, wie unzutreffend diese Behauptungen sind, null ich die nur bekannt gewordenen Namen derjenigen, mit denen ich in Verona gelitten habe, bekanntgeben: Hauptmann Hermann Gergcovic von der Artillerie in Przcmysl, Mutter wohnt in Wien. Schwarzspanierstraße 6; Jde Knlcik, Oberleutnant Finster, Oberleutnant Schönhofe», Leutnant Berger, von verschiedenen Jnfantcriercgimcntern, alle von Wien. Mit diesen Offizieren bin ich alle Tage zusammen gekommen, die anderen befinden sich in Kasematten. Weiter befanden sich von meinen Leidensgenossin in der Arbeitseinteilung: Otto Stein wen der, Infanterieregiment 84, aus Wien; Rudolf K ofbaucr, Infanterieregiment 26, St. Pötten : Fritz R u st n n s vom Artillcricregimcnt si?) ; Karl 'Lusitzkq, Kaiscrschützcn - regiment 1, Innsbruck; Paul Knud er, Infanterieregiment ..,9: Johann Hofer ans Salzburg. Es sind noch viele andere, doch sind mir Namen und Adresse entfallen. Im ganzen befinden sich zirka 300 Kriegsgefangene noch jetzt in Verona in Haft, und sind mich Deutsche von Tirol aus nach Verona in Strafhaft geführt worden. Hauptmmm Gergcovic hat ai« den österreichischen Konsul in Mailand ein Schreiben um Befreiung gerichtet und erhielt zur Antwort: „Wir sind machtlos, wir können nichts tun." Am 5. Oktober 1920 war meine Strafzeit beendet, ich wnrde dem Kommando der Karabiuieri übergeben, gehörte also der Freiheit an, wnrde jedoch, mit Ketten gefesselt, von drei Karabiuieri begleitet, von Verona bis ttdine und Triest ins dortige Kastell, gebracht, wo ich wieder zwei Tage unter dortigen Gefangenen znbringe» mußte, nin den Weitertransport abzuwarten. Bon Triest bis Villach gnig der italienische Posten mit und übergab mich der dortigen Heimkehrerzerstreuungsstation und ich kam von hier ans nach Wien, wo ich meine Erfahrungen auch im Kriegsgcsangenenamt in der Stifts-Kaserne niederlcgtc. Blutenden Herzens sehe ich hier jene rücksichtslosen Feinde wieder, die ans so viel bitteres Leid zugefügt haben, und unwillkürlich Krämpfen sich die Hände zusammen. Möge die Vergeltung nicht allzu überraschend kommen, denn in Italien gärt es überall. Hermann Mayer, Wien, Renbangasse 31. Weqo» Jl,«rh1vers»ches drei Jahre Jestnugs- ! kerker. Unterzeiclmer Franz Klobocek, Infanterist de- cbenlaligeil Landwebrinfanterieregiments Nr. 24, gebe folgendes an: Ich bin am 16. November 1920 aus Italien in die Heimat zurückgekehrt..- Am 17. Juli 1917 kam ich an die Jsonzofront und wurde Anfang Januar 1918 bei Trient gefangengenommen. Ich sollte nach Sizilien kommen, bevor ich jciwck nach Mailand kam. unternahm ich nachts einen Fluchtversuch, wurde jedoch am zweiten Tag wieder ei griffen. Hiebei machte ich einen neuerlichen Fluchtversuch und lief davon. Bei . der^ Verfolgung wurde ich durch nachgesandte Schüsse am linkem Fuß verwundet und kam in das Spital in Venedig. Nach drei Wochen wurde ich in das Trieften Kastell befördert und erhielt zunächst drei Tage nichts wie trockenes Brot. Tann wurde ich von einem Capitano wiederholt verhört, um sodann, mit Spangen und Ketten gefesselt, von drei Karabinieri nach Verona eskordiert zu werden. Dort wurde ich in das liomando de Militare geführt und - - nach drei Tagen in die Festung Lungaro gebracht, um in der dortigen .Tischlerei Arbeiten zu verrichten. Am 23, Juni ISIS unternahm. ich allein einen weiteren Fluchtversuch und wurde am darauffolgenden Tage bei Verona ergriffen, dem dortigen Kriegsgericht vorgeführr T "und zu drei Jahren Festungskerker verurteilt. Ich würde dann in. die Kasematten der Festung Lungaro gebracht und der Arbeit zw- ^ geteilt. Am 14. Oktober 1920 mußte ich in der früh mir zwei, -st Kameraden Holz holen. Hiebei unternahm sch einen neuerlichen Fluchtversuch, welcher gelangich marschierte nur nachts. TAm Ä).. Oktober gelangte ich nach Triest, ging, zum. dortigen österreichischen Konsulat, wo ich meine Leidensgeschichte vertrug. Nach Erhall ' - der nötigen Dokumente fuhr ich bis Villach und traf am 16. Novem- - - her 1S20 in Wien ein. Wie ich bestimmt versichern kann, befinden 4 sich noch Gefangene in Kalabrien,. Sizilien und Verona. Im Namen . der zurückgebliebenen Kameraden in Verona bitte ick, sich um diese- st Gefangenen anzunehmen. Ich bin am 2 t. Oktober 18W zu Wien f geboren und zuständig. - ^ st st Franz K l o b o c e k,< Wien, X., Favoritenstraße-134.7' ; Ast - ' . ' - - .7 ^ ! » -st^- ^ Dis Reichsorganisation- zur Heimbesörderung der Kriegs- ' gefangenen in Reichstädt ersucht.' uns um Veröffentlichung-usB-, nachstehender' Zuschrift und Intervention bei allen zuständigen - Stellen: . ' ; - st . . . Aussagen von GefangenschaftsheimLehrern. ist zu. entnehmen, 7. - daß in den Lagern Palermo, Bit. P u c c i n o, -T olmezzo und Cavareno usw. noch, zirka 2500 bis 3 0 00 Angehörige der ehemaligen ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i- i sch en Armee/Offiziere und Manns ch a f l e n) als Strafgefangene zurückgehalten werden und dort in den Marmorbrüchen zu entnervender Zwangsarbeit verurteilt sind. ' Zum Großteile sind die in die genannten.Orte verbanntem Mitbürger auf Grund einer Subordinationsverletzung, wörtlicher . oder tätlicher Wachebeleidigung oder anderer Vergehen avgeur- teilt worden und nicht selten Freiheitsstrafen vöu4 bis 10 Jahren . verhängt worden. Verschärft wird diese Bestrafung durch die- ' bereits erwähnte-Zwangsarbeit und Unterbindung jeglichen schriftlichen oder mündlichen Verkehres mit der Außenwelt und den Angehörigen in der Heimat. Genaue Listen der in. jener Hölle ganz völkerrechtswidrig Internierten sind augenblicklich nicht zu beschaffen, weil allen, cke durch Lift oder Gunst des Zufalles entkommen sind, jedes beschriebene Blatt durch die Zensur abgenommen wurde. Die Deportierten sind meist in notdürftigen Holzhütten (Baracken) untergebracht, die sich durch die Witterungsverhältnisse natürlich in jämmerlichem ! Zustande befinden. An stelle des Holzfußbodens ist nur eine - holprige Lehmschichte vorhanden und an Stelle der Fenster roh i gezimmerre Löcher ohne jeden Verschluß. Das alle Monate ver- ! abreichte Liegestroh geht natürlich infolge der vorhandenen i Bodenfeuchtigkeit rasch in Fäulnis über. Das traurigste Kapitel ! dieser völkerrechtswidrigen Episode ist, daß ein großer Teil der s Wachmannschaft Angehörige der ehemaligen österreichisch- j ungarischen Armee sind, die ihre früheren Kameraden in j inenschenunwürdigerweise vergewaltigen und tyrannisieren. Besonders lut sich in dieser Beziehung ein ehemaliger Osfiziers- stellvertreter, Doleschal, vorn Infanterieregiment Rr. - 28 hervor. Bei der Arbeit, die vom frühen. Morgen bis in die Nacht dauert, werden die Unglücklichen von Wachmannschaften mir Peitsche und Revolvern angetrieben. Kommt es vor, daß einer der Mißhandelten zusammenbricht, so wird er einfach mit der Peitsche hochgeknallr, und wer wagt, sich gegen diese Behandlung aufzulehnen, und sich eventuell gar an seinen Peinigern vergreift, wird rücksichtslos ausgepeitscht. Natürlich kornmen auch häufig Justifizierungen vor, die aber nicht selten eher eine Erlösung bedeuten. Die sanitäre Fürsorge im Lager widerspricht natürlich jedem Kuttürempfinden. Krankheiten sind einfach verboten, Bon Gewährsleuten, die Ende April dieses Jahreü Palermo verlassen haben, wurden unter anderen die Namen nachstehender Staatsbürger angegeben, die dmnals (und vermutlich auch jetzt noch) in Palermo zurückgehatten wurden:st Oberstleutnant Rettendorfer, Cha l n p L a, Oberleutnant - R i e d l. Ingenieur Reichen der g, Hauptmann Doggenhof, Familie, wohnt Baden, J.-IL. .. 40, Leutnant Schwab 1, J.-R; 17, Vater Bahnbeamter in Brünn, Leutnant Z i g e r- nra, J.-R. 17,. Eltern in Gmünd/ Hauptmann Rainer, J.-R./4, Wien, 1. Bezirk, Landskrongasfe,: Oberstleutnant Mettnitz, Familie Taus,-Robert Hönig, Josef Vetschau, e r/ > I e n i t s ch e k, G r i ni m.' Erirsi Wallma i, n ITischnowitz), sämtliche aus Böhmen - , , » Herr Anton HäusAer, Heimkehrer aus Rußland, der vor dem Kriege im Görzer Gebiet zu Haufe war, gibt folgendes an: stRit dem von der Heimkehrerzerstreuungsstatiou Warmbad ausgestellten Entlassungsschein wollte ich i» meinen Heimatsort Uggovitz fahren, wurde aber, wie alle Rußlandheimkshrer, in Tarvis von den Karabinieri sestgehalten und im Internierungslager lldiue interniert. In diesem Lager werden noch D en t s ch öst e r re i ch er nnd auch Reichsdeutsche-— insgesamt ungefähr 30Ö Mann — grundloF, bloß aus den Verdacht des Bolschewismus hin, sest- gchnlten. Die Dokumente, wurden mir weggenommen und ick mußte für 15 Centesitm täglich schwer Arbeiten. Endlich gelang es mir, nach Deutschösterreich zu flüchten, wo'ich in Pyra im Bezirk St. Pölten eine neue Heimatszuständigkeit erwerben must. Diese Aussagen Hai der Heimkehrer bei militärischen Stellen zu Protokoll gegeben. Herr Karl Hudetschek, Schmiedemeister i» Dürulers, Post Kammersdorf, .Mederösterreich, teilt mit: "Mein Sohn- Karl Hudetschek/Jäger im Feldjägerbaiaillon 21, ist seit Januar ISIS vermißt. Auf meine Erkundigungen meldete sich vor kurzem ein Kamerad meines Sohnes, der mir mitteitte, daß er mit meinem Sohne in der Festung Baku na irr Italien gefangen, war. Ihm glückte die Flucht aus den, Kastelst in SaS -er wegen eines politischen Vergehens gebracht worden war, während mein Sohn weiterhin als Festuugsgesangener zurückbehalten wurde. Mein Gewährsmann ist irr der festen Ueberzeugung, daß mein Sohn und mit ihm noch viele andere Oesterreicher in italienischen Festungen zurückgehalten werden. - ----- - Unsere Regierung hat nunmehr die Pflicht, die Widerspniche der italienischen Regierung mit der Tatsache, daß noch.ungezählte Hunderte unserer Angehörigen in Italien in schmachvoller Haft zurückgehatten werden, auszuklären. Sollte diese Zurückhaltung von Unrerbehörden ohne Kenntnis der italienischen Regierung m ö g l ich s e in? Fast scheint es so! Um so mehr ist ein enrichiedeucs Eingreifen aller maßgebenden Instanzen notwendig; muß doch ein Schrei gerechter Entrüstung die ganze Kulturwelt durchgellen, daß heute noch viele Hunderte Kriegsgefangener wie die schwersten Verbrecher in Italien znr.ückgehatten werden, nm sie dem Tode zu weihen. Zirrv den Verein AriegsftefcrngenenöilPe Stnl'ien: EcnstL Kerrrncrnn Beruhender. zi.-rl '? ? V vm .1 II II. lX., Alr/rütiÜ!' öfi 6 L ! 7 l N X ä L N f 0 N ^ I ^ v 0 !1^I ^ 7 7 I 0 ^ 7ä6: /^. ^ X. u. Nationalrat. — 15. Sitzung am 10. Februar 1921. / » Anfrage der Abgeordneten Kollar;, Dr. Schonbauer und Genoffen an die Bundesregierung und den Herrn Bundesmmiffer für Rufferes, betreffend das Zurürkhalken österreichischer Kriegsgefangener in Italien. In letzter Zeit gingen wiederholt Nachrichten durch die Blätter Österreichs und Deutschböhmens, nach denen' noch immer österreichische Kriegsgefangene in Italien znrückgchalten werden sollen. Die italienische Mission und auch die zuständigen österreichischen Behörden haben diese Mitteilung entschiedenst in Abrede gestellt. Diese von der italienischen Mission und von seiten der österreichischen Behörden abgegebenen Dementis stehen jedoch im vollsten Widerspruch mit den Aussagen österreichischer Kriegsgefangener, denen es in der letzten Zeit gelungen ist, sich durch die Flucht der weiteren italienischen Gefangenschaft zu entziehen. Ihre Anssagen sind bestimmt gehalten, decken sich vollkommen auch mit denen früher aus Italien entwichenen österreichischen Gefangenen und können daher als glaubwürdig angenommen werden. So gibt zum Beispiel der ehemalige Infanterist des 47, Infanterieregiments Ferdinand Holzer ans Andritz bei Graz an, daß er nach seiner Gefangennahme im November 1918 nach Albanien in die Kriegsgefangenenlager gebracht wnrde und nach seiner Rückbeförderung im April 1920 nach Italien in den Marmorbrüchen von Orettore di TolEzzv mit 500 anderen Strafgefangenen aus der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armee arbeiten mußte und von dort im August vorigen Jahres nach Forte Procolv in Verona überstellt wurde. Er sagt aus, daß noch heute unter den 500 dort internierten Militärpersonen viele Deutschösterreicher, unter diesen viele Unter- und Oberinntaler in Haft seien. Unter ihnen sollen sich befinden: Franz Winkler aus St. Pölten, Leutnant Walter Haller aus Wetzelsdorf bei Graz, Josef Oberkircher aus Wör bei Schwaz, Zugsführer des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger, Johann Markart ans Janfen- tal bei Sterzing und Alois Bayr aus Knittelfeld in Obersteiermark. Nach den Aussagen des Holzer soll die Behandlung der Gefangenen außerordentlich schlecht und strenge sein. Sie müssen , von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends mit einer einstündigen Mittagspause schwere Arbeiten törichten und erhalten vollkommen unzureichende, kaum genießbare Nahrung. Das Los der armen Strafgefangenen gestaltet sich nm so' drückender, als sie einem Ösfiziersstellvertreter, namens Franz Brandisic aus BndweiS (Angehöriger der ehemaligen tschechischen Legion) untergeordnet sind, der als Kommandant der Zwangsarbeiterabteilung es an Grausamkeiten gegenüber den Gefangenen nicht mangeln lassen soll. Aber auch die Berichte der anderen Entflohenen geben dasselbe Bild über die Lage unserer Strafgefangenen in Italien und ergänzen sich in manchen Punkten. Der vor einigen Tagen entflohene Hauptmann des Infanterieregiments Nr. 22 Nikolaus Georgievic sagt aus, daß die Gefangenen der rücksichtslosen Willkür und verschiedenen Züchtigungsstrafen ausgesetzt sind. Nach seinen Angaben sind die meisten Strafgefangenen wegen geringfügiger Disziplinarvergehen zu Kerkerstrafen verurteilt worden und müssen schwere Arbeiten verrichten. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit und Billigkeit, daß hier ehestbaldig Abhilfe geschaffen 197 Nationalist- — 15. Sitzung am 10. Fe-rnar 1921. werde. Es kann nicht angenommen werden, daß die italienische Regierung in Kenntnis dieser Übergriffe ihrer Unterorgane ist. Sie wird gewiß nicht ermangeln, alle der Humanität hohnsprechenden Vorfälle» wenn ihr von der österreichischen Regierung ein Tatsachenmaterial zur; Verfügung gestellt wird, zu überprüfen und im Sinne'einer Besserung der Lage der Strafgefangenen emzuschreiten. . Die MnterzeichnetenDstellea daher an die Bundesregierung und an den Herrn Bundrsminister für Äußer^ die Anfrage:. < Sind Iwr Bundesregierung und dem-i Herrn Bundrsminister ' für Äußeres liefe Vorfälle bekannt? H ,» D-' ' 2. Ist die Bundesregierung und der Herr Minister für - Äußeres bereit, die italienische Regierung neuerlich» zu ersuchen, zu den oberwähnten Aussagen, unserer heimgekehrten Kriegsgefangenen ^ Stellung zu nehmen?^ ^ 8. Ist die Bundesregierung und der . Herr Minister des Äußern geneigt, dahin ' zu wirke», daß- die wegen leichterer Der- . fehlnngen und politischen Vergehen be- § ss- straften Kriegsgefangenen in Italien ehe- ' baldigst der Amnestie teilhastig werden?" . A'' Eggern.'-.i '" .1^7 , GrZßbarrer. . . .. 7^ Wien, 10 . Febnrar tlL- Ammer °P. r! I ll, A Koll'arz.' T. bchünbauer. Tltenbacher. z k 8 L I 15 k X z tt 5 n ssün ^ I e l L ^ 3 ? 0 8 I 7L6: ^ ^ IRssElsgsgefMZMmK AMmd. ' M;trMMLe»''M8'''MBS«M''MATs?chiMes KsWWtssisM- ierters Mo Potzl. ^"^Der soeben in Wien zur Berichterstattung eingetroffene Leiter der Moskauer österreichischen Kriegsgesangenen- kominission, Otto Pohl, machte einem Mitarbeiter der „Poiit. Korr." über den gegenwärtigen Kriegsgesungenen- st(md in Sowjetrußland folgende Mitteilungen: Der Abtransport der ehemaligen Gefangenen vollzieht sich nicht immer ohne Schwierigkeiten. Die hervorragende Rolle, die die Kriegsgefangenen im Wirtschaftsleben Rußlands gespielt haben, wo ein bedeutender Teil der mann- lickten Bevölkerung mobilisiert war, Hatte zur Folge, daß bei den lokalen Behörden die Heimsendmig der Gefangenen manchmal durch ungehörige Eingriffe vchmdert wurde. Es muß ssdoch festgestellt werden, daß dis Moskauer Zentralregierung die loyale Durchführung des Kone^nbaaener Vertrages tatsächlich ins Merk gesetzt hat. Als die->Mission ihr? Arbeit begann, waren dis? Hestntransvarte schon in vollem Gange. Ihre Organisation ist von der russischen Zeuffal- evaknntionsbebörd/ den ausländischen Arbeiter- und Bauernräteu als Unterbehörden übertragen morden die mich die Furtorge für die Kriegsgefangenen leisten. Es ist richtig, daß bieder ebedttn viele mit schlecht verstandenen Politischen Gnmdstitzen motiviert? Wi!! k ü t alt? vorgekommen si"d, namentlich in, der Deüandlnng der früheren aktiven O*'i- ziere und derllogenäPnien Intelligenzler. Indes ist es der Million gelunsen, mit Unieststützung der entscheidenden Stelle in der ruffffckvn Zentralregierung, di »st Hemmm.gen im ganvn und «roßen zu beseitigen, und die M..skalier Million hat ßstvodi bei ihren Fürlorgeaktionen. wie bei ihren Interventionen gegen VsrtragSwidrigkeiicn ein Z'.i- saimnenwirken nmnenllich mit dem Moskauer österreichischen Rai und brr dortigen Föderation der . der llkrain? lein, wohin demnächst eine UmerMeüuns d«. Moskauer Lllisfion abgehen wird. . : ck ö st 8 8 I 7 8 k k ö tt U L N fön V I l V 0 ^ I 7 > 0 kiv.: 7K6: F? ^ .67/1 und M. 60/1 R.Ü. 27 Nnfrsgrbranüvortung des Leiters des Vundesministerimns für Außeres. In der 15. Sitzung des Nationalrates am ! 0. Februar 1921 haben die Herren Abgeordneten Äollarz, Dr. Schönbauer und Genossen auf Grund von Aussagen des angeblich ans italienischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Infanteristen Ferdinand Holzer an mich die Anfrage gerichtet, ob der Bundesregierung bekannt, sei, daß noch zahlreiche Angehörige der Republik Österreich als Kriegsgefangene in Italien zurückbehalten und zum Teil außerordentlich schlecht und strenge behandelt würden, ferner, ob die Bundesregierung bereit wäre, die italienische Regierung daraus aufmerksam zu machen, sie zur Stellungnahme hiezu zu veranlasse» und auch für die wegen leichterer Verfehlungen oder wegen politischer Vergehen bestraften Kriegsgefangenen eine Amnestie zu erwirken. Desgleichen haben die Herren Abgeordneten Dr. Schürff und Genossen in der 18. Sitzung des Nationalrates am 2. März d. I. eine analoge Anfrage gestellt, die durch eine Aussage des Heimkehrers Karl Bauer veranlaßt worden ist, und worin die Bundesregierung gleichfalls aufgefordert wurde, zu der angeblichen Zurückhaltung österreichischer Kriegsgefangener in Italien Stellung zu nehmen und bei der italienischen Regierung wegen ihrer Freilassung zu intervenieren. In Beantwortung dieser beiden Anfragen beehre ich mich, nachstehendes zur Kenntnis zu bringen: Die königlich italienische Regierung hat bereits im Mai 1920 in offizieller und bestimmter Weise erklären lassen, daß abgesehen von einer kleineren Anzahl damals transportunsähiger, in Hospitälern untergebrachter österreichischer Kriegsgefangener keine Angehörigen der Republik Österreich, die als Kriegsgefangene der früheren österreichisch-ungarischen Armee nach Italien gelangten, sich in italienischer Gewalt befänden. Angesichts der seit geraumer Zeit auftauchenden Gerüchte, welche von Heimkehrern aus Italien verbreitet wurden und wonach sich dorr Noch zahlreiche Österreicher in Kriegsgefangenschaft befänden, hat das Bundesministerium für Äußeres jede einzelne ihm bekannt gewordene Nachricht dieser Art der italienischen Regierung mit dom Ersuchen um Aufklärung des Sachverhaltes und eventuell sofortige Freilassung und Heimbeförderung der Betreffenden zur Kenntnis gebracht. Die italienische Regierung hat darauf jedesmal geantwortet, daß, wie durch eingehende Erhebungen festgestellt worden sei, diese Aussagen der Wahrheit nicht entsprächen, weit an den von den Gewährsmännern angeführten Orten überhaupt keine Kriegsgefangenenlager mehr bestehen vder darin wenigstens keine österreichischen Bundesangehörigen mehr untergebracht seien. Zuletzt hat die italienische Regierung -- und zwar Mitte Februar dieses Jahres - ans eine im Jauner dieses Jahres an sie ergangene Anfrage mitgeteilt, daß der allgemein^ Abtransport der Angehörigen der österreichisch-ungarischen Armee schon Ende April 1920 nahezu vollendet war, indem von allen Nationalstaaten zusammen damals bloß 200 — und zwar kranke — Kriegsgefangene zurückblieben, die in der Folge, sobald es ihr Gesundheitszustand erlaubte, in Sondcrzügen in ihre Heimat gebracht wurden. Auch die wegen militärischer und gemeiner Delikte verurteilten Kriegsgefangenen, deren Zahl aus allen Nationalstaaten etwa 40 betragen hat und die stets in Strafanstalten feftgehalten, nie aber, wie andere Kriegsgefangene, zu Arbeiten herangezogen wurden, find mit den bezüglichen Akten bereits im Jnni vorigen Jahres ihren Heimatsbehörden übergeben worden. Alle Kriegsgefangenenkonzentrationslager seien schon seit geraumer Zeit aufgelassen, - ausgenommen jenes im Fort Lugagnano, wo jene, die auf ihre Heim- befördcrung freiwillig' verzichtet haben, die endgültige Regelung ihrer Lage abwarten und ferner das Lager von Afinara, wo sich aber bloß Angehörige der russischen Armer befinden. Auch das Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenamt hat sich mit allen ihm bekannt gewordenen Anssagen dieser Art eingehend beschäftigt und sie, obwohl sie L vielfach schon von ^ vornherein wenig glaubhaft erschienen, durch eiu- - r, gehende, Hierlands durchgeführte Erhebungen und ... Nachforschungen überprüft. Dieses ist auch mit den ^Berichten geschehen; welch« die Herren Abgeordneten ' Kollarz, beziehungsweise -DrsSchürff ;in ihren Anfrage» erwähnten; hiebei- wurde, folgendes fest- gestellt: - -- - < Ferdinand Holzer halber zwei, -verschiedenen ^Einvernahme»., einander durchaus widersprechende . Angaben „ Wer seine Dersonaldaten (GebMtsort, .„. Geburtstag, Wohnungsadresse,-- Militärische--- Einteilung u/ dgl.), ferner über-.sein?'angcblichW Mit- gefangenen gemacht, ' so - daß ^ seine-; Aussage - gewiß keinen Glauben .7 verdieE Dasselbe^gAt von den . Mitteilungen des Karl Bauer, ^der /unter ändMM ^eine unrichfig^Aieuer AdresiL-mitgeteilt hatAMlter Ler^.er/--voMMn<«^-Mb- hat - auch er Hdie .Namör^«qgch 8 che^'/Mitzef«rge»er ganz - ftei und willkürlich erfunden und überdies die italienischen Örtlichkeiten, 4 an - denen, sich, ^..noch-Kriegsgefangene ^befinden sollten, ganz verstümmelt und derart ungenau wiedergegeben, chauß" er aller Wahr- .scheinlichkeit nach überhaupt. , nie. an diesen Orten /gewesen ist. Der auch in der P'resie-vielfach'besprochene angebliche Rittmeister,Georgevie> deffen Aussagen besonderes Aussehen erregten, hat - sich als der sest/hem Jahre. 1917 wegen Betruges; steckbrieflich verfolgte Hermann Kalcik entpuppt^ der - bei seiner Einvernahme selbst zugeben , mußte,. daß ^ seine Angabe^ erdichtet, waren. , 'Georgevic befmdst chjßch gleich? z§»i , anderen - angebliche» Heimkehrern, die. ebenfalls falsche Aussagen ."dieser;-- Art^-gemacht Hatten, in. Haft.^^ ,7 - ... Waren -Tsihon. dies« Feststellunge»".:' geeignet, den Glauben an - die Richtigkeit derartiger Mtted- - langen zu .erschüttern,, so haben die Nachforschungen, welche Herr Gtationsvorstand Dufftk aus Aussig i» Aufträge der. MeichsstLdler OrganisativR. zur Heim- schaffnng von Kriegsgefangenen", in allerjüngster Zeit durch zwei Monate in ganz Italien vorgenommen hat, vollends ergeben, daß Me diese Erzählungen jeder Grundlage entbehren,Herr Duffek, der. mit » dem italienischen Kriegsministeriumj dem italienischen - Ministerium des Äußeren und insbesondere mit der . Kriegsgefangenenauskunstsstelle-riu Mantua persönlich in fortwährender Fühlung stand, hatte Zutritt' zu . allen Archiven; er bereiste alle Orte, in welchen sich einmal Kriegsgefangenenlager befanden oder an denen angeblich Kriegsgefangene zurückbehalten, wurden; er besuchte auch die Gchwefelgruben in - Sizilien und die Stembrüche von Carrara, in denen, angeblich österreichische Kriegsgefangene als Arbeiter - verumtdü/'woD^^er^setzstchstch mit der Land- bevölkerung in-Verbindung, ging in die Spitäler^ beobachteteMWGefängmffepAaber^nirgends hat. er:-'., eine» deutfchsprechenden Kriegsgefangene», 'i»Sbesv»-<> ..da^abew..kd^ .^Österreicher finden können. Es ist:', seines feste - ÜbLzeiigung, . daß^. sich in Italien-.'^ keine östeMchrr,. die seinerzeit ÄS Kriegsgefangene - dvwhm chgelangtenD mehr befindet, abgesehen von- MigemLeute»;, die in Mantua,: imSizflien rrnd in den» -Abruzzen steiwWg zurückblieben -- und die Meist inl. » 'gute«-.-, VerhältnWn < leben; denen, übrigens - auch .»eue^ichiMtgetM^wurde,. ^ daß sie - jederzeit nach Österreich zurLMHrrn könnten. . >" ' "r'-'-l- -Da sich nsch de» oben angeführten Erklärung Lee iMienischen-,. UegierMg vom; Februar dieses- - Jahres seichZ«8Ul9M keinewegen - eines- Deliktes zur StrsfiMtMerurteilte» Kriegsgefangenem in- Italien aufhalten,. erscheint es auch nicht möglich,.^'' im-Sinne des Antrages des HerM Abgeordneten Kollarz bei der italienischen Negierung- wegen Amnestierung solcher Kriegsgefangener zu inter- . venieren. - MÄch Zusammeufaffeud möchte- ich sowohl den- Herren Fragesteller» als auch der ganzen Öffentlichkeit^ die beruhigende Versicherung geben,- daß alle bisher aufgetauchten - Gerüchte über gewaltsame Zurück« halwng von Kriegsgefangenen in Italien- und die daran geknSpftrn Kombinationen wegen , schlechten BehvM«nZ v«d dergleichen vollkommen aus : der - Lust gegriffenKsind^ ich. möchte hiebei auch alle Ausstreuungen,.' die. vielfach nun gewinnsüchtige Zwecke verfolgen, keinerlei Glauben zu schenken,, sonder« solche Nachrichten unter Mitteilung des Namens des Verbreiters den Behörden^ insbesondere- dem Kriegsgefangenen- und Zivilimer- mertenamte, beksnntzugeben. Wien, S. April, 1921. znsli i knxzu«en fvn xicx o o x u x L x i s l o x _^ 6 : ^ ^ zk8liiknxzuuen fün viex 00XV«L»i7>7>0»» ^U5 sMIL PKL88L ^. -. 7^6: Vlsn Ov!«umentotiok> 7 K 6 HMZei M Lhl-Be?hmw. Nn früherer Vereinsobmann der Vereinigung X ehemaliger Kri eMleilneh me r verhaftet. Bor vielen Monaten hat eine Expedition der Republikanischen Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer nach Rußland -zur Errichtung einer Kolonie, der späteren Uhlfeld- Kolonie, in Ksül-Orga großes Aufsehen er- ivar rrugnm geW)e»,i,i,«nv mr berichte aus jener östMeichiiMn Kolonie in Rußland klangen mehrmals^Deprimierend. Nun beschäftigt die gleicMBereinigung wie- >derum die Öffentlichkeit. Bei Überprüfung der Geschäftsgebarung der Aeveinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer, die ihren Sitz Landstraße Hauptstraße 148 hat, ergab sich, daß im Vereine arge M ißstä n d e herrschten. Die Bücher befanden sich in Unordnung. Eintragungen waren zum Teil vollkommen unterlassen worden. Außerdem wurden zahlreiche Maschinen, hauptsächlich Nähmaschinen, die teils Eigentum des Vereines waren, teils den Mitgliedern gehörten, verpfändet, um mit dem Erlös die Spesen des Vereines zu decken und Rückzahlungen an ungeduldige Vereinsmitglieder leisten zu können. Die Folge der polizeilichen Untersuchung war, daß der ehemalige Obmann des Ber- ekws, der 36jährige Ti-schlergehilfe August E cker, Schwenkhgasse 4, der die Verpfändung der Maschinen vorgenommen hat, und wäh^ rend dessen Funktionsperiode die Mißstände' Veruntreuung osm Lanoesgerlcyre Mg clleserp lrmrde. — ^fissitsricammsi' kOr ^isn >-« Nie k. «. k. -riegsgesangenenmission in Rußland. Won Generalintendant d. R. Heinrich Freilerrn von Raabl- Werner, Stellvertreter des Chefs dieser Mission. Ter Abschluß des Friedens von Brest-LitowSk stellte die österreichisch-ungarische Heeresverwaltung vor die seit Jahr und Tag ersehnte ungemein schwierige Aufgabe, den Heimtransport der in Rußland befindliche», mehr als eine Million Mann betragenden Kriegsgefangenen in möglichst kurzer Zeit dnrchzuflihren. Immer dringender war das Kriegsministerimn ans allen Schichten der Bevölkerung bestürmt worden, ihr die bis zu 3^, Jahren in Slot und Elerrd schmachtenden Brüder wieder zu geben; immer empfindlicher hatte sich der Menschenmangel an der Fron! geltend gemacht; immer schwieriger war es geworden, die > erforderlichen Ersatzformalionen aufzustellen, immer drän- ! gender mahnte oas eigene Gewissen alle an der Lösung ^ dieses Problems beteiligten Personen, jeden nur halbwegs ' gangbaren Weg zu betreten, um da» Gefangenenelend in Rußland so rasch als irgend möglich zu beenden. Forderte doch jeder Tag neue, völlig zwecklos dargebrachte Todes- ^ vpfer unter den Kriegsgefangenen. Zudem drohte, herbei-j geführt durch die Wirren des Bolschewismus, das neuerliche Aufflammen von Seuchen aller Art, wurde die Behandlung der Gefangenen, insbesonders der Offiziere, imnrer unwürdiger, ihre Ernährung infolge der zunehmenden Verelendung des russischen Volkes knapper, ihre Unterbringung und sanitäre Versorgung unzulänglicher, die Gefahr ihrer Völligen Demoralisation und Verzweiflung immer größer. Nachrichten über bald da, bald dort ansgebrocheue Bürgerkriege und die zwangsweise Hineinziehung der Kriegsgefangenen in die innerrussischen Wirren vervollständigten das düstere Bild und mahnten zu größter Eile. Mochten auch die vorliegenden statistischen Taten große Differenzen ausweisen, infolge des gänzlichen Ausbleibens der Gefangeneilpost seit Monaten überholt sein, die Berichte der Schntzvertretung und ihrer Delegierten sowie der an Ort und Stelle wirkenden Repräsentanten des Schwedischen Roten Kreuzes wegen der völligen Deroute des Post- 'und Bahirverkehres spärlicher und minder verläßlich geworden sein, so besaß das Kriegsministerium dennoch ein völlig zutreffendes Bild über die Verteilung der Kriegsgefangenen innerhalb des russischen Reiches. Hienach waren sie in gewissen Räumen, zum Beispiel in Südrußland, in der Ukraine, in Turkestan, längs der transsibirischen Bahn, dann aber im fernen Osten in den Städten und in den größeren Lagern massiert, während sich aridere Gebiete, so das mittlere und nördliche Europäische Rußland dadurch charakterisierten, daß die Kriegsgefangenen, mangels einer Bewachung, in den Lagern und an den größeren Arbeitsplätzen, einzeln und in Gruppen ans der Suche nach Nahrung und Verdienst im Lande herumzogen, bestrebt, möglichst rasch die Westgrenze Rußlands zu erreichen. Diesen Verhältnisseil Rechnung tragend, wurde eine Mission für die Ukraine und Südrußland mit dein Sitze in Kiew, eine andere für die übrigen Teile des russischen Reiches mit dem Sitze in Petersburg, ausgestellt. Die Leitung der ersteren würde Fml. v. Alexich, nach dessen Erkrankung seinem bisherigen Stellvertreter Obstl. Ritter von Stetkiewicz, übertragen. Die Arbeit war dadurch erleichtert, das; ihr Tätigkeitsfeld zur Gänze von deutschen und k. u. k. Truppeil besetzt 'war und sich daher der Hauptsache nach in transporttechnischer Hinsicht zu entfalten hatte. Sie vermochte daher auch das ihr zugewiesene, ivcit über Charkow und bis eins Schwarze Meer reichende Gebiet binnen wenigen Monaten von den vielen Hunderttaiisenden Kriegsgefangenen, die cs bevölkerten und die dort immer voil Neuem zuströmten, zu evakuieren, und überdies alle aus und nach Rußland geleiteten Heimkehrertransporte zu bewältigen, so daß sic im Zeitpunkte des Zusammenbruches ! ihre Aufgabe sv gut wie beendet hatte. Ungleich schwieriger gestalteten sich die Verhältnisse in Rußland selbst. Hier ruhte die Macht in den Händen einer selbst der primitivsten Moralbegrisse baren Clique, die wohl mit den Zentralmüchten Frieden geschlossen hatte, deren ganzes Sinnen und Trachten aber daraus gerichtet war, den Bolschewismus über Wien und Berlin nach Westen zu tragen und so die Weltrevolution zu entfachen. Die Sabotiernng der Entlassung der Kriegsgefangenen, ihre Durchdringung mit revolutionären Ideen bildete mit ihren unausbleiblichen Rückwirkungen auf unsere Bevölkerung eines der vielen angewendeten Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Hieraus ergab sich, daß die Kriegsgesangenen- mission bei Lösung der ihr gestellten Aufgabe'von'HauS aus nicht nur aus jede Unterstützung seitens der russische» Regierung verzichten mußte, sondern nur sn unaufhörlichem zähen Kampfe niit den Sowjets den Wtransport durchführen konnte. Während sich die russischen Machtsaktoren am Beginne unserer Tätigkeit ans einen bloß passiven Widerslaich beschränkten und durch Immer neue künstlich in den Weg gelegte Hindernisse die Arbeit der Mission zu erschweren suchten, trat ihre subversive Haltung immer deutlicher zutage, je sicherer sie sich davor wußten, nicht durch militärische Machtmittel zur Raison gebracht zu werden. Gegen Schluß gingen sie sogar zum direkte» Angriff vor und bedrohten die Angehörigen der Mission, denen durch die Unterschrift Tschitscherins die Rechte von Mitgliedern des diplomatischen Korps zugesichert lvaren, an Leben und Freiheit. Tie Größe des russischen Reiches erforderte von Hans aus eine dezentralisierte Gliederung der Mission zur Lösung der gestellten Ausgabe. Bon den ursprünglich beabsichtigten 17 Exposituken konnten, bedingt hurch die Gestaltung der innerpolitischen Verhältnisse Rußlands, mir 10 zur Aufstellung gelangen; zwei fielen während der Reise mr ihire Bestimmungsorte (Taschkend und Baku) in die Gefangenschaft der Menschewiki, einer politischen Partei, die mit Unterstützung Englands offen den Kampf gegen die Bolschewik; führte. Das Personal dieser beiden Exposituren erlangte erst nach Abschluß des allgemeinen Friedens die Freiheit. Tie Leitung der Petersburger Mission, die vorübergehend ihren Sitz nach Moskau verlegte, führte Fml. Kreyczy von Nagypoläny. Jede Expositur stand unter dem Kommando eines Stabsoffiziers oder Hauptmanns, dem ein Subalternoffizier und ein Militärarzt, dann eine Anzahl Mannschastsper>onen für den Kanzlei- und Sanitäts- Hilfsdienst beigegeben waren. Nach Bedarf hatten die Exposituren ihren Stand ans der Zahl der Kriegsgefangenr n zu ergänzen, den meisten waren überdies einige geschulte Krankenpflegerinnen für den Spitalsdienst beigegebe». Tie Ausbringung der für den Abtransport notwendigen Eisen- bahnbetriebsmittel, bereitete stets die größten Schwierigkeiten, die zumeist nur durch Bestechung der leitenden Organe uird durch reichliche Gaben an Alkohol und Rauchmaterial an das untergeordnete Personal überwunden werden konnte. Um die Kriegsgefangenen an die hiefür bestimmten Sammelorte zu bringen, mußten eigene „Ausfanger" in die entlegcndsten Gebete entsenden werden. i Da die Russen vielfach den Unterhalt der Gefangene!» mit der Motivierung, sie seien nimmehr freie Bürger des russischen Staates, eingestellt hatten, hrdurstL-LS -d « « A,,f- toandes^.rcuh«r Geldnrrtteh--iE^emd Katastrophe zu ver- 'Wem Ihre Ausbringung begegnete stets den größten Schwierigkeiten, da ans de» neutralen Märkten verhältnismäßig wenig Rubel erlangbar waren, ihr Ankauf im Lande selbst, wegen des den Handel mit der Todesstrafe bedrohten Verbotes nur bei Anwendung besonderer Vorsichtsmaßnahmen vor sich gehen konnte. Eme Aufzählung all der sonstigen Schwierigkeiten, die in uervenzermürbender Kleinarbeit überwunden werden mußten, um der gestellten Aufgabe gerecht zu werden, würde den Rahmen dieser Arbeit tveit überschreiten. Ter ununterbrochene Wechsel der innerpolitischen Situation, der Ausbruch von Aufständen bald hier, bald dort, das Vor- und Zurück der einander grimmig bekämpfenden Fronten des russischen Bürgerkrieges, das Auftreten von Seuchen bald in diesem, bald in jenem Gebiet, steter Wechsel der leitenden Persönlichkeiten bei den verschiedenen für die Evakuierung wichtige» Regierungsstellen, wioerrechtliche Verhaftungen von Personal der Exposituren, Anhaltung von Kurieren, Beschlagnahmen von Missions- gnt, AnlMltung und Lewaltsamc Rückbeförderungen von Heimkehrertransporten durch RegiernngSorgane, langwierige Eisenbahmmterbrechmigeir ans den wichtigsten Linien und tausend andere, ine voraussehbar« Schwierigkeiten schufen > stets neue Sorgen, denen die eigenen Maßnahmen unverzüglich angepaßt werden mußten, sollte die Arbeit nicht ins Stockeir geraten. Welt» es der Mission gelungen ist, in sechsmonajtigcr Tätigkeit das ganze Gebiet des Europäischen Rußland von Kriegsgefangenen und Zivilinternierten bis auf geringfügige Reste in den Räumen von Astrachan und Tambow (zusammen etwa 50 Mann) zu evakuieren und, gemeinsam mit jener in Kiew, über 700.000 Mann nach Hause zu befördern, so ist dies ein Arbeitsergebnis, drs in unermüdlichem zähen Ringe erreicht, alle daran BR-sichten mit ! Befriedigung erfüllen darf. z»«k > 7 c«»»»nc» eil« «ic« ü(ii<>i«e«7«7!0« Mk MIL Wien, 21. Dezember. Aus dem Bericht des Rechnungshofes erfährt die große Oeffentlichkeit, daß es noch immer ein Amt oder zumindest eine Abteilung gibt, deren Aufgabe in der Hei'mbeförderung von Kriegsgefangenen, in der Ausforschung von Kriegsvermißten gelegen ch't. Sechzehn Jahre nach Friedensschluß! Das ist fast ein halbes Menschenalter. In unserer schnelllebigen Gegenwart eine höchst beträchtliche Spanne Zeit. Es läge natürlich ungemein nahe, an den stehen- gebliebenen und vergessenen Wachtposten zu denken, dessen Schilderhäuschen bald nach Versailles, bald nach Sanssouci, in den Park des Kreml oder in den Garten von Schönbrunn verlegt wird. Die Anekdote wird aus verschiedenen Zeitaltern und mit verschiedenen Schauplätzen erzählt. Was auf alle Fälle von der Unsterblichkeit und der angeblichen Un- ausrottbarkeit bürokratischen Unwesens Zeugnis ablegt. Aber der Kampf bis aufs Messer gegen den „rdnä äe emr", wie der Franzose mit einem kaum übersetzbaren Wort den Bürokraten nach seinem abgenützten Ledersessel zu nennen pflegt, ist der Daseinszweck des Rechnungshofes. Sein Bericht über die letzten Berwaltungsjahre zeigt, wie ernst und gründlich diese Behörde ihre Aufgabe nimmt, wie sie das Wort des altrömischen Juristen: .Minima non mrat praetor" (Um Kleinigkeiten kümmert sich der Prätor nicht), ganz gehörig Lügen straft. Wie der Weltkrieg in allein und jedem die Menschheit vor neue, ungeahnte Probleme gestellt hat, so kannte auch kein Völkerrringen vergangener Jahrhunderte so viele Kriegs- ^ gefangene und Kriegsverinißte. Enoch Arden, der Totgeglaubte, der nach langen Jahren in seine Heimat zurückkehrt, die er so gründlich verändert vorfindet, zu Freund und Braut, die über ihn längst zur Tagesordnung übergegangen sind, ist zur Massenerscheinung geworden. Jminer wieder hört man von Männern, die lange Jahre nach Friedensschluß in muvirtlichen Gegenden in Sibirien, in Turkestan, in der Mandschurei zurückgehalten wurden, denen die Möglichkeit fehlte, sich mit den Ihren in der Heimat zu verständigen und denen erst ein gnädiger Zufall den Rückweg in die Heimat bahnte. Und von anderen, die sich freiwillig exiliert, irgendwo in weiter Ferne sich eine neue Existenz zurechtgezimmert hatten, um schließlich, von Heimweh und Gewissensbissen überwältigt, ihren ursprünglichen Vorsatz fallen zu lassen mW in ihr Vaterland zurückzukehren. Auch von Betrügern, die Hoffnung und frommen Glauben einsam zurückgebliebener Witwen oder Mütter schnöde mißbrauchten und Vorgaben, Kunde von Totgeglaubten, die in Wahrheit noch am Leben seien, zu bringen. Eigentlich kein Wunder, daß der Staat es als seine heilige Pflicht erachtete, so lange es irgendwie anging, eine Stelle zu erhalten, bei der Nachrichten zusammenliefen, Erkundigungen emgezogen werden konnten. Nur daß es im natürlichen Lause der Dinge gelegen war, daß die Inanspruchnahme einer solchen Stelle von Jahr zu Jahr denn doch schwächer und geringer wurde, um schließlich beinahe ganz zu versiegen. Aber schon die Tatsache ihres Bestandes mag greisen Eltern, Witwen uttd Waisen von Ber- - mißten einen schwachen Trost bedeutet haben, eine Stärkung ! des Glaubens, daß doch ein Wunder geschehen und der Nicht- ! vergessene in ihre Arme zürückkehren könne. Solch romantische ! Gefühle kann freilich der Rechnungshof nicht berücksichtigen. Seine Pflicht ist es, mit der Feder in der Hand der Oeffentlichkeit die Gewissenssrage vorzulegen, ob die entfernte Möglichkeit des Vorkommens derartiger Einzcifällc mit den Kosten des Amtes in Einklang gebracht werden könne. zrr6k»scnx»««en f jj n v, k Nack-eknundzwanjig Jahren ans der Kriegs- gefangen schaft xnrnckgekehrt. Gestern abend erschien im Stadtkommissariat ein etwas verwildert aussehender Monn, der den Jonrmlbeamten zu sprechen wünschte und ihm dann erklärte, er komme direkt aus der russischen Kriegsgefangenschaft. Stadthaupt- mannn Oberpolizeirat Schattl interessierte sich für das Schicksal des Kriegsgefangenen. Er überzeugte sich, daß der Mann nicht gelogen hatte, da er mit einem österreichischen Reisepaß, der von der Gesandtschaft in Moskau ausgestellt ist, erhärten konnte, daß er direkt »cm Rußland kam. Er ist der im Jahre 1892 in Grä-bern-Prebl im politischen Bezirk Wolfsberg in Kärnten geborne Leo Kainz. Zu Beginn des Krieges rückte er, wie er erzählt, aus seiner Heinrat zum Infanterieregiment Nr. 7 ein. Er stand an der Karpathenfront und wurde im Winter 1914 am Dukla-Paß gefangengenommen. Er wurde von einr Ortschaft in die andere gebracht und kam schließlich nach Tschistoje in der Nähe von Omsk in Sibirien. Dort lebte er oll die Jahre und brachte sich als Tischler fort. Er heiratete in dem Ort eine Frau, die von ihrem Gatten verlassen worden war, und der Ehe entsproß ein Sohn, der jetzt neun Jahre zählt. Obwohl« sich in Sibirien ganz gut fortbrachte, empfand er Heimweh, bemühte sich oft und oft, eine Ausreisebewilligung aus Rußland zu erhalten. Endlich konnte er im Mai 1930 von der österreichischen Gesandtschaft in Moskau den österreichischen Reisepaß erlangen. Er hatte auch einiges Geld erspart und fuhr mit der Absicht, heimzukehren, an die Grenze, doch hatte er das Pech, daß ihm sein ganzes Geld gestohlen wurde. So mußte er wieder nach Tschistoje zurück und arbeitete dort weiter als Tischler, bis er wieder so viel erspart hatte, daß er von neuem an die Heimkehr denken konnte. Mit seiner Frau hatte er sich friedlich auseinandergesetzt. Er begab sich nun wieder nach Moskau und erlangte durch Vermittlung der Gesandtschaft endlich die Ausreisebewilligung. Die Gesandtschaft besorgte ihm auch die Fahrkarte und gestern abend kam er nach Wien, doch ist ans der weiten Reise sein ganzes Geld aufgegangen und er kam mit 50 Kopeken in der Tasche hieran und bat nun Stadthauptmann Schattl, ihm die Weiterreise nach Kärnten zu ermöglichen. Oberpo-lizeirat Schattl wies dem Mann ans dem WohlfahrtsfoudS der Polizei einen Betrag an. Interessant ist, daß der Mann, der das Russische perfekt erlerne hat, seine Muttersprache teilweise vergessen hat und selten gebrauchte Worte in deutscher Sprache schwer zu finden weiß. zlrkkiickxixxkn f>j«r 00Xsts<^s^sI0»i »ilU Mll MkM Gestern ist er in Wien eingetrosfen. Bis hieher hat es gereicht; aber jetzt muß die Polizei aushelfen, um ihn durch eine wohltätige Spende bis in sein Kärntner Dorf befördern zu lassen. Jetzt wird er den Hobel statt in Sibirien in Kärnten ansetzen. Das ist der ganze Unterschied. Höchstens noch, daß er um zwanzig und mehr Jahre älter geworden ist, daß sich Aei körntnerische Srroch Arde« Wien, 17. Oktober. . ^ unerkannt arw Kneg, Ge- wahrscheinlich ganz anders gestaltet hätte, wäre er sangenschaft und Berschollenheit m die Heimat zuruck- ^ Vierzehnerjahre mit seiner Abteilung von den kehrt, srch m der vom Grund aus veränderten Welch ^saken umzingelt worden. Den Kriegsbegeisterten, den Leuten nicht mehr zurechtfmden >^mn und schließüch, da er ^ kurzen Gedächtnis könnte der kärntnerische Enoch sein abgöttisch geliebtes Weib als die Ehefrau eines anderen vorfindet, wieder im Dunkel verschwindet, ohne sich jemandem erkennen zu geben, hat in unserer Gegenwart Schicksalsgenossen in Hülle und Fülle. Es muß ja nicht gerade immer ein tränenreicher Roman sein, Arden einiges erzählen, was sie vielleicht ein wenig stutzig machen würde. Denn was er über den Krieg denkt, das zu erraten, bereitet wohl weiter- keine besonderen Schwierigkeiten. » der zu tragischem Abschluß gelangt. Auch das lilapp^ eull ist erfreulicherweise nicht allzuselten. Jener kärntnerische Enoch Arden, der, wie berichtet, nach einundzwanzigjähriger Kriegsgefangenschaft in Rußland nunmehr in die Heimat zurückkehrt, scheint ein nüchterner, ernster, zielbewußter Mensch zu sein, dem jedenfalls die Zähigkeit und die unverdrossene, verbissene Energie seiner Landsleute eigen ist. Kein Mann des Strohfeuers, der über Nacht Entschlüsse faßt. Dafür einer, der sich nicht so leicht irre machen läßt und das, was er sich einmal vorgenommeu hat, zu erreichen versteht. Wenn es nicht im ersten Anlauf geht, so rst das weiter kein Unglück. Seine Muttersprache yat er in den zivei Dezennien, die er in Sibirien verbrachte, so gut wie vollständig verlernt. Aber sein Charakter ist derselbe geblieben und auch die brennende Sehnsucht nach den kärntnerischen Seen, nach den kärntne- rischen Wäldern. Gleich zu Beginn des Weltkrieges wird er an der Karpathenfront gefangen genommen. Dann geht es von Ort zu Ort, von Station zu Station, von einem Kriegsgefangenlager in das andere. Es mag ihm nicht immer und nicht überall zum besten ergangen sein. Aber das ficht ihn weiter nicht au. Auch nicht, als er schließlich in Sibirien landet. Der Krieg kann ja nicht ewig dauern. Nicht gerade ewig hat er gedauert, aber lauge genug, und als die Kunde, daß Rußland aus der Reihe der kriegführenden Staaten geschieden fei, bis in die kleine sibirische Ortschaft gelangte, wo sich oer arme Kärntner Bursche als Tischler, das ist nämlich sein Zivilberuf, schlecht und recht fortbrachte, da hat sich erst recht an diesem kleinen Einzelschicksal nicht allzu viel geändert. Der Leo Kainz aus dem Dörfchen im kärntnerischen Bezirk Wolfsberg hatte eine Russin geheiratet, mit der er sich weiter ganz gut vertrug. Ueberdies haben sie einen kräftigen Buben, und der Leo hätte weiter nicht zu Klagen, wenn nur das Heimweh nicht gewesen wäre, das ihn von Tag zu Tag alle die Jahre hindurch immer ärger quälte. Bis er sich mit seiner Frau in Frieden und Freundschaft auseinandersetzt und es ihm schließlich gelingt, sich die Ausreisebewilligung zu verschaffen. Er hat sich so viel zu- sammengespart, um in seiner kärntnerischen Heimat nicht etwa als abgerissener Bettler einzutreffen. Was würden denn die Leute daheim dazu sagen! Leider ist er ein ausgesprochener Pechvogel. Sein ganzes Geld wurde ihm an der Grenze gestohlen, und da ist der Leo eben kurz entschlossen an der Grenze wieder umgekehrt, in seine unfreiwillige sibirische Zwangsheimat und hat dort einfach noch einmal angefangen. Ms er das notwendige Kapital zum anderen Male beisammen hat und die große Reise in die Keimat wirklich antreten kann.