k 8 l ! I L N k ä U5 N fÜk ^ I ^ I L ^ 8 ? 0 8 I _ ^ ^ x ^ie^N Etz Protztek! vrKgetchtoNe«. gesLZvigtensonSr. Etz Protzte?! der Krtsasbeschüdlgts« vsn der Bete?!«« gefMgften. — Der bevseMßtefozisksemokrarftche geutt« verdans. — Er» Aasrns an dis S-ßerMchkeit. unpolitischen Krregs- ^eschrieben: «... ...in den Tagesblättern verlautbart, daß aus dem Vermögen des Kriegsgeschädigten' fonds 5 0 V,0 0 0.0 0 0 Kronen „nach dem üblichen Schlüssel" zur Verteilung an die Invaliden- organisationen gelangen sollen, das heißt, daß nach einem geheimnisvollen Schlüssel, dessen Ursprung nirgends zu erfrage» ist, den weitaus größten Teil der großen Summe der sozialdemokratisch geführte Zentralverband österreichischer Krieg«, beschädigter erhält. Diese Verteilungsart stellt sine krasse Ungerechtigkeit dar, die um so aufreizender wirkt, als es sich hier um arme Menschen handelt, dis ihre Gesundheit für die Gesamtheit des Volkes eingesetzt haben und die nunmehr von einer gesetzlichen Wohltat ausgeschlossen lein sollen, weil sie zu der bevorzugten Organisa- tion kein Vertrauen haben. Die anerkannte Mißwirtschaft, die schon vielfach die Oeffentlichkeit beschäftigte, sowie die einseitige parteipolitische Führung des Zentralverbandes österreichischer Kriegsbeschädigter, die erst bei den jüngsten Wahlen recht auffallend in Erscheinung trat, hat bewirkt, daß die einstige Monopolorganisation der Kriegsopfer Oesterreichs Massen von Mitgliedern verlor, die entweder überhaupt keiner OrgmnsaAm mehr beit raten oder sich in neuen Verbänden sammelten Es ist Tatsache, daß heute mehr als die Halst «^hd e r Kriegsbeschädigten Oesterreichs von dst.etzem Zentralverband überhaupt nichts niM, rwissenwill und daß von ihm vielleicht gar nicM Mhr übrig wäre, wenn er nicht durch seine Be- ziehuWzn^sowie durch seinen Terror einen auf unter- stützuuaMLKWtige Menschen leicht auszuübenden Druck ausüHn wuAs. Es ist Haber um so befremdender, daß amtliche Stellen dieser traürigen Erscheinung noch Vorschub leisten, indem sie den unberechtigten Mvnopolwünschen eines bei den scheu Sympathien alle seine Forderungen erfüllen. Man kann sich an zahlreichen Fällen überzeugen, daß durch Liese Vorzugsbehondlung eines parteipolitisch organisierten Verbandes unermeßliche Güter ihrem Humanitären Zweck verloren gingen. Diese üble Einseitigkeit auf Kosten armer Kriegsopfer soll jetzt neuerdings praktiziert werden, indem man den größten Teil der 600 Millionen dem abgewirtschafteten Zentralverband in den Rachen Wersen will. Dagegen haben nun dis in der Arbeitsgemeinschaft vereinigten Verbände Protest erhoben und dis nicht- sozialistischen Parteien des Abgeordnetenhauses, bei denen dieser Tage eine Abordnung vorsprach, konnten sich dem berechtigten Verlangen nach einer gründlichen Revision dieser angeblichen Kriegsopserfürsorge nicht verschließen und sagten ihre Unterstützung für eine gerechte Auf- teilungsart bezüglich des erwähnten Vermögens zu. Tie Abordnung sprach Montag vormittag auch imBunde §- Ministerium für soziale Verwaltung vor, wo kurz vorher dis merkwürdigerweise bereits unterrichteten Führer des Zentralverbandes erschienen waren und der- langten die so^ ortige Sistier u n g d e r A u s Zahlung bis zur gerechten Regelung der Verteilungsart. Der Dundesminister erklärte der Abordnung, daß dem Bund es Ministerium zwar keine Entscheidung über die Art der Verteilung zu st ehe. Laß er aber im Interesse der Gerechtigkeit mit der Auszahlung bis Donnerstag znwarten wolle. Die Abordnung sprach dann noch im Kuratorium des Kriegs- geschädtgtenfonds und im Bundeskanzler- amt vor, um besonders vom Bundeskanzler die Sistierung der Auszahlung zu erbitten. Sie verwies in ihrer Eingabe namentlich darauf, daß der seinerzeit fe st gesetzte Organisationsschlüssel läng ft überholt sei und daß der willkürliche Ausschluß eines großen Teiles der Kriegsopfer bei allen den Glauben an die Unparteilichkeit der Gesetzgebung erschüttern müsse. > Für den Fall nun, daß trotz der überreichten Be- ! schwenden und Forderungen den Machtgelüsten einer Organisation auf Kosten des überwiegenden Teiles d r Kriegsbeschädigten nachgegeben werden sollte, erlaubt sich die Arbeitsgemeinschaft der unpolitischen Verbände die ! breite Oeffentlichkeit ohne Unterschied d.'r Partei cmszn- ! ruken, damit sie, die zur Rettung unseres Staates solche Opfer bringt, sich ein Urteil bilden möge, wie heute selbst verantwortliche Beamte sich über die primitivsten und zwingendsten Gebote der Menschlichkeit hinwegsetzen, nur um einen in allen Fugen krachenden parteipolitischen Popanz auf den Beinen zu halten. Die Arbeitsgemeinschaft glaubt auch der allgemeinen Ueberzeugung Ausdruck geben zu dürfen, daß es nicht im Sinne der gesetzlichen Ordnung liegt, öffentliche, M h. für alle bestimmte Güter durch Zuwendung an ei«WDrganisation zu per schleudern, die durch ihre vjplgKMmte gebarung nicht einmal daß die Gelder ihrem ei werden. Abgesehen von, mit dem man aus irgepE bitterste. Not leidender schließt. U Di« Arbeitsgemeinschaft ruft zur Wahrung des reinen Menschlichkeitsstandpunktes die ganze Oeffentlichkeit auf und richtet an alle Körperschaften, Vereinigungen und Einzelpersonen, in denen noch ein Funken Mitgefühl für arme, zu Krüppeln geschossene Heimatverteidiger glüht, folgende herzliche Bitte: Hllft armen Kriegsbeschädigten, dis infolge ihrer Kriegsverletzungen wehrlos geworden sind, und die man deshalb unbarmherzig unter- drücken zu können glaubt, durch Sympathiekundgebungen in ihrem schweren Kampf um daS nackte Recht, wirkt mit, daß in tausenden armer verlassener Kriegsopfer wenigstens der Glaub? an gerechter denkende Mit- ! Menschen erstarkt, und verhelft durch Zuschriften an die Arbeitsgemeinschaft (Adresse: Verband der Kriegsschwer, invaliden, Hofburg, Leopoldinentrakt) der gerechten Sachs der unparteiischen Humanität zum verdienten Erfolg! Der Dank armer Kriegsopfer wird es euch lohnen! Die in der Arbeitsgemeinschaft bisher vereinigten unpolitischen D-rbände: Reichsverband kriegsbeschädigter Jntellektu'ller, Reichsverband österreichischer Kriegsopfer! NeichSvereinigung der Kriegsinvaliden. Verband invalides Angestellter der Gemeinde Wien, Verband der Kriegs, Schwer invaliden und -Hilflosen, Verband der Krieger? Witwen und -Waisen. ^_ - Wirtschafts- ...währ dafür erbringt, »Zweck auch zngeführt kndal der Hartherzigkeit, Gründen einen Großteil ^beschädigter einfach aus- k 6 L I 7 L N X ä U ttl K 5 ^ ^ I L si ll 0 X 0 ^ ^ 7 /l 7 I 0 ^ ^ I Lll 3 ? 0 3 7 _ ^0- ^ ^ k ^ GM her sZer...l / ^ ^ 'D-Mm,gm irr einem Bettelbrief des ss.sialLemskrMschsEMs»' ^ beschLdistenveröandes. ^ Vom Verband der Schwerinvaliden und Hilflosen wird der „Reichspsst" mitgeteilt: Die vereinigten Wiener BWren unter der Direktion Hans Knappl haben sich bsreit erklärt, zugunsten der schwersten Opfer des Krieges ^Operettenabend im Hotel „Post" zu veranstalten. and der Schwerinvaliden n den sich Herr Knappl dankbar an. Der soziale riegsbeschädigten seit dem letzten P ig gewogen is des JnhaltMs gten Wieners ilnng, dis gewiß ,d Hilflosen Oester- andte, nahm das kratische Landesver- felderstraße. der chiuerinvalidenver- darauf an die Presse mit dieser Veranstaltung „nichts zu tun Habs" nur angenehm berühren 8 ?«. . - kynM). Arn gleichen Tag aber, an defn die „Warnung' «MM, erhielt Direktor Knappl ein Schreiben, mit diKsBHte. er möge vom Reinertrag der Veranstaltung auch deM.iwW'Landesverk'and etwas zuwenden. Kür den Kall, siHW oWtzitte nicht erfüllt würde, waren „weitere Schritte" MzMkDsicht gestellt und damit der Direktor auch wisse, svaMdarunter zu verstehen sei, erhielt er noch dis tele- pUmschs Mitteilung, „die Schinerinvalidsn des Landesverbandes werben, wenn sie nicht am Erträgnis der Veranstaltung teilnehmen können, Ihnen die Fs n st er einschlage n". Die Direktion sieht sich also gezwungen, behördlichen Schutz in Anspruch zu nehmen, wenn sie ihren Wunsch, armen Invaliden zuhelfen, nicht von sozialistischen Drohungen abhängig machen will. Manche Leute scheinen sich immer noch nicht zur Erkenntnis durchgerungen zu haben, daß dis Zeit vorüber ist, in der sie mit roher Ge> Walt ihr unberechtigtes Monopol aufrecht erhalten konnten ü 6 6 5 > 7 5 n »( z L n f ii k ll o»(u» ^ I 11 o MI7MLIM8 7il6: Diele bürgerliche Blätter ergötzten sich wieder einmal an Lügen über die Sozialdemokrat»»*. Unter dem Titel „ 2er bevorzugte sozialdemokratische Verband*, der neben anderen Sensationstiteln prangt, schickte ihnen der sognannte Verband des genügsam bekannten G a l l o s, v it dem sich ein paar andere Schnackerlvereine verbündet h den, eine Räubersgesck>ch te.-tMa n konnte dieser die Verlegenheit auf den ersten BlNÄ» Mehen, denn es wird ruht weniger erzählt, als daß der Herr Schmitz die so ialdemokratischen Invaliden gegenüber den anderen Invaliden begünstige! Aber wenn sie auch eigentlich eine B leidigurig des Herrn Schchstz sind: Lügen, in denen lue Sozialdemokraten schlecht wegkommen, nimmt man eben immer. Wie ist die Sache? Es wird erzählt, daß das Kuratorium des Kriegsgeschädigtenfonds am lO. d. fünfhundert Millionen Nadmete, die den Jnvalidenorganisationen nach dem üblichen Schlüssel zugeteilt werden sollen. Es wird nun -erzählt, 'daß dieser Schlüsse! überaus geheimnisvoll sei unü-Saß der weitaus größt? Teil der Summe dem sozialdemokratisch geführten Zentralvcrband deutschösterreichischer Kriegsbeschädigter zufalle, und das sei das Unrecht. Es muß nun festgehalten werden, daß der Zentralverband nicht sozialdemokratisch ist, sondern Kriegsopfer aller politischen Parteien umfaßt und vollkommen unpolitisch wirkt. Bei den letzten Wahlen haben sich einzelne Mitglieder der Landesverbände als Privatpersonen um Mandate beworben. So wurde der Obmann des Landesverbandes Tirol auf der christlichsozialen Liste in den Landtag und von diesem in den Landesrat gewählt, während die Obmänner von Steiermark und Niederösterreich sozialdemokratische Kandidaten waren. In Wien standen Ortsgruppenfunktionäre auf der bürgerlich-demokratischen Liste von Mariahilf, andere wieder auf der sozialdemokratischen Liste, in Döbling wurde ein Funktionär auf der christlichsozialen Liste in den Gemeinderat kandidiert und ans dieser Liste in den Bezirksrat gewählt. Nichtig ist allerdings, daß die Landesverbände deS Zentralverbandes (und in jedem Lande besteht ein Landesverband, der das alleinige Vertretungsrecht der Kriegsbeschädigten in den amtlichen Vertretungsstellen inne hat) den weitaus größten Teil der Summe erhalten, doch nur deshalb, weil sie eben dcngrößten Teil der Kriegsopfer vereinigen. Es ist natürlich nicht wahr, daß der Ursprung des „geheirnnis- ! vollen" Schlüssels nirgends zu erfragen sei. Allgemein > bekannt ist hingegen, daß dieser Schlüssel von allen Organisationen selbst seinerzeit errechnet und ! auf Veranlassung des Bundesministers Schmitz im Einvernehmen mit dein damaligen Referenten des sozialpolitischen Ausschusses, dem christlichsozialen Abgeordneten Slcinegger, in einer Sitzung im Parlament selbst in Anwesenheit eines Vertreters des Ministeriums abgeändert wurde. Dieser Schlüssel wurde von dem gesetzlich gewählten Vollzugsausschuß des Beirates des beim Vundcsmuiistermm für soziale Verwaltung bestehenden Kriegsopferfonds, dem nicht nur Vertreter der Kriegs- opferorganisationen, sondern auch Vertreter des Ministeriums für soziale Verwaltung und der öffentlichen Jugendfürsorge angehören, einstimmig angenommen, und dieser Vollzugsausschuß hat diesen Schlüssel als gültig erklärt. gegen die wirkliche InvMenorgsnisatisn. ünstigung der «rsnarchistrschen Bettelorganifativnchen. — Minister Schmitz verschenkt die Jnvalidenabgabe ohne Kontrolle. Gemäß diesem Schlüssel wird nicht nur der Zentralverbnnd der Landesorganisation der Kriegs- rnvaliden und Kriegshinterbliebenen bedacht, sondern auch anders. Organisationen, wie der Reichsverband der christlichen Invaliden und Heimkehrer (Präsident Abgeordneter Prälat Dr. Drexcl), der Reichsverband knegs- beschädigter Intellektueller (Obmann Feldmarschall- lentnant Raft), der Verband der Kriegsblinden Oester- reicbs (Obmann Leutnant Hirsch), der Verband der christlichen Kriegcrwitwen Tirols und d,e Witwen- Vereinigung von Vorarlberg. Die Schnackerlvereine, die nunmehr die „Arbeitsgemeinschaft" mit dem Sitze beim bekannten Gallos bilden, konnten nicht berücksichtigt werden, weil sie entweder ganz jung sind oder aber so wenig Mitglieder haben, daß eine Forderung nicht im allgemeinen Interesse gelegen sein kann. Auch hätte der Kriegsopfersonds. wie es in seinen oft von den Funktionären des VundesministeriumS für soziale V-r- Wallung vorgeschlagencn Beschlüssen heißt, nicht bei allen Organisationen dic Gewahr. daß die Zuteilungen, die mit Ausschluß ,eder Verwendung für organisatorische Zwecke gegeben werden, zweck- entsprechend, beschluß- und sinngemäß verwendet werden. Der Vollzugsausschuß des Kriegsopfersonds mußte auf dem Standpunkt stehen, daß nur Organisationen, deren Tätigkeit im öffentlichen Interests gelegen ist und deren Gebarung von Organen des Ministeriums für soziale Verwaltung überprüft wurde und befriedigt hat. berücksichtig werden können. Dem Kuratorium des KriegsgeschädigtenfondS selbst stellten die Vertreter des Zentralverbandes, dem von den zwölf von den Kriegsopfern zu entsendenden Mandaten infolge des Proporzes elf Mandate zugewiesen werden mußten, den Antrag, eine Milliarde für die Jnvalidenentschädigungskonimissionew und eine Milliarde an die Organisationen nacb dem bestehenden Schlüssel, beide Beträge zur Durchfubrung von Notstandsaktionen, auszuschütten. Nach wärmster Befürwortung durch den christlichsozialen Präsidenten Dr. Nesch und den Vizepräsidenten des Obersten Rechnungshofes Herrn Dr. Stöger, und nach einer sachlichen Debatte wurde rin Kompromißantrag des Vertreters des Tiroler Landtages, des christlichsozialen Ab- geordneten Stein egg er, angenommen, daß die Jnvalidenentschädigungskommissionen eine Milliarde und dis Organisationen gemäß dem Schlüssel 600 Millionen erhalten. Dieser Antrag wurde bei dem aus zwei bürgerlichen Präsidenten, zwölf zumeist bürgerlichen Vertretern des Nationalrates und der Landtage, zwölf Vertretern der Ministerien und zwölf Vertretern der Kriegsbeschädigtenorganisationen bestehende Kuratorium mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Der Beschluß wurde dem Ministerium für soziale Verwaltung, dessen Vertreter ebenfalls dem Kuratorium angehören, unterbreitet. Am 12. d. fand unter dem Vor- sitz eines Ministerialrates des Ministeriums für soziale Verwaltung eine Sitzung des Vollzugsausschusses des Kriegsopferfonds statt. An ihr nahmen Vertreter der Kriegsbeschädigten und die Hinterbliebenensektion des Ministeriums für soziale Verwaltung, des Finanzministeriums, des Landes;,igcndamtes, der Invaliden- entschädigungskommission für Niederösterreich, und des Jnvalidenamtes teil. Dieser Vollzugsausschuß beschloß einstimmig, gemäß der Widmung des Kriegs- ! geschädigtenfonds, die SOlb^vttllwnen nach dem Schlüssel l auf die Organisationen aufzuteilen. Um keine Unklarheit aufkommen zu lassen, ließ der Minister Schmitz, trotz der klaren Widmung des Kriegsbeschädigtenfonds. ! neuerlich vom Präsidenten des Fonds den Wortlaut der Widmung einholen. Der Minister Schmitz hat einer von Vertretern des* Zentralverbandes zusammengesetzten Deputation, dis er in einer anderen Angelegenheit am Montag zu sich berief, mitgeteilt, daß der Betrag nach diesem Schlüssel ehestens ausbezahlt werden wird. Man steht also, wie frech da verleumdet wurde. Aber die bürgerliche Presse wird auch nächstens wieder Märchen aufnehmen, die ihr der Gallos schickt, wenn sie nur Sozialistcnhatz sind. An KormyttLWMdL. — Mne MchMWS- lkMW. Gestern sprachen beim Bürgermeister Seitz der geschäftsführende Vorsitzende des Landesverbandes Wien der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterblicbcnen B r a n d e i ß, der Vorsitzende dieses Verbandes Benatzky und der Sekretär Wolfmüller vor. Die Abordnung überreichte den Bürgermeister eine Entschließung, die kürzlich von der Delegiertenversammlung der Jnvalidenorganisation angenommen worden war und in der darüber geklagt wird, daß das Ministerium für soziale Verwaltung die von den Vergnügungslokalen und Kaffeehäusern für die Erteilung von außerordentlichen Sperrstundenverlängerungen eingehobene Abgabe für den Jnvalidcnsonds ohne jedwede RechnungsleZ ung oder gesetzmäßige Vera nt wo rt ü ng verwaltet. Der Landesverband Wien der Kriegsinvaliden hat aus diesem Fonds bis jetzt überhaupt nichts erhalten, während kleine Organisationen, die vermöge nicht bestehender oder nur in geringer Anzahl vorhandener Mitglieder oder wegen ihrer nicht seriösen Gebarung grundsätzlich aus dem Kriegsopsersonds nicht beteilt werden, aus diesem unkontrollierbaren Jnvalidenfon ds bereits mehrmalige Zuwendungen in einer für die Oefsentlichkcit unbekannten Höhe erhielten. Die Abgabe für diesen Jnvalidenfonds wird den Besitzern von Vergnügungslokalen und Kaffeehäusern durch die Polizeidirektion vorgeschrieben. Die erwähnte Delegierten- oersnmmlung fordert daher den Polizeipräsidenten von Wien auf, daß öffentlich bekannt- gegeben wird, wie groß die bereits geleisteten A b- gabenbeträge sind und verlangt vom Ministerium für soziale Verwaltung die öffentliche Rechnungslegung über die Gebanmg dieser Beträge. Die Abordnung erklärte, daß sie im Auftrag dieser Delegiertenvcrsammlung vorspreche und ersuchte den Bürgermeister in seiner Eigenschaft als Landeshauptmann. er möge beim Polizeipräsidium über diesen Jn- vaiidensonds Aufklärung verlangen. Bürgermeister Seitz s a g t e die Erfüllung dieses Wunsches zu. -.—-X k t ! L tt 3 l ll 8 l < Sie Belälurg ms dem KrMs- !n:^8r>WrnsnntzL" ^M»eralver?a«ml«ns brr Wiener christliche« KrieMilvalibe«» Lrirgerwitwe« unl» »Waisen «ad Hrimtehrrr. Der „Reichspost" wird berichtet: Sonntag, den 80. b., von 9 bis 1^2 Uhr hielt der Landesverband Wien seine Generalversammlung, die einen sehr guten Verlauf nahm. Alls Ortsgruppen waren vollzählig durch ihre Delegierten vertreten und, was das wichtigste der Tagung war, eS herrschte ein einmütiger Geist, die Organisation nach innen und nach außen zu vervollkommnen. Der Vorsitzende Nationalrat Dr. Drexel erbrachte einen eingehenden Tätigkeitsbericht. Er brauchte nur^die Zahlen sprechen zu lassen, um ein Bild der Leistungen der Verbandsleitung mit der Kanzlei auf der einen Seite und des größten Teiles der Ortsgruppen anderseits aufzuzeigen. Dis vier Mitglieder, zwei Herren und zwei Frauen, die täglich in der Kanzlei (Hofburg, Amalienhof) tätig sind, können kaum die Arbeit bewältigen. Zwei Mitglieder, dis zugleich Beamte der Invalidenentschädigungskommission sind, bearbeiten die Rentenangelegenheiten, insoweit es sich um Aufklärung, Anforderungen oder Heilbehandlung handelt. In viele Millionen gebt, was der Verband und die Ortsgruppen besonders notleidenden Mitgliedern an Kleidern, Lebensmitteln und mich Bargeld, sei es aus eigenen Mitteln, sei es durch die Gewinnung von Wohltätern, vermittelte. In einer Jnvalidenorganisation geht es natürlich ohne stürmische Tage nicht ah und die Organisation mußte einige schwere Treulosigkeiten erleben. Dress sind heute überwunden und dis Gewähr ist größer als früher, daß sie sich nicht mehr wiederholen können. Auf Grund der neuen Statuten legte der Vorsitzende den neuen Organisationsentwurf vor, nach welchem der Verband und dis Ortsgruppen sich in drei verhältnismäßig selbständige Sektionen teilen: Wiener Kriegsinvalide, Wiener Krieger Witwen und Waisen und die dritte Sektion, Wiener Heimkehrer. Ein besonderes Ereignis der Tagung war die Teilnahme des BimdeSministsrs Schmitz. Auf der Tages- ordnung stand auch der Bericht des Sekretärs des Reichs- Verbandes Ochs: Stellungnahme zur I n- validengesetzgebung. Dazu sprachen ausführlich Minister Schmitz und NR. Dr. Drexel. Dabei kam auch die Art der Verteilung der Beiträge des Kriegs- geschadigtenfonds zur Sprache. Der heutige Der- teilungsschlüssel ist ganz ungerecht. Dr. Drexel begründete, eingehend, daß es bei dem heutigen Zustand der vrelartigen Jnvaltdenorgamsationsn überhaupt künsn halbwegs gerechten Schlüssel geben könne und daß eine rrchtrge Lösung nur nach der Seite bin zu finden sei. baß alle Gelder, die als öffentliche Mittel — zu diesen gehört auch der Kri-gsbeschädigtenfondS — «n die notleidendsten Anwiliten und Krieaerwitwen verteilt werden — ohne Rücksicht darauf, welcher Organisation sie angebören. Daß das möglich ist, hat das Land Vorarlberg bewiesen, wo der Landtag den Kriegsopferfonds geschaffen Hot, dem alle öffentlichen Gelder, auch die Ergebnisse öffentlicher Sammlungen nn Lande, zugewiesen werden. Diesem Kriegsopfer- fonds legen di« Invaliden- und Witwenvsrbände die Ge« suche ihrer Mitglieder vor, dis Invaliden« entschädigungskommission sichtet diese Gesuche nach sachlichen, nicht Orgamsationsgesichtspunkten und dann bestimmt das Kuratorium, dem jede Organisation mit je zwei Vertretern angehört, die Zuweisung an die Gesuch» steiler auf Grund des Berichtes und der Vorschläge der Jnvalidenenischädigungskommission. Seitdem in Vorarlberg dieser Kriegsopferfondst besteht, wird dort «ine klaglose Gebarung mit den öffentlichen Mitteln geübt. Das ganze Land hat volles Vertrauen zu dieser Einrichtung, auch die Invaliden und Kriegerwitwen, und die jährlichen Sammlungen steigern sich von Jahr zu Jahr gerade aus diesem Grunde. Dr. Drexel ist aus diesen Erfahrungen heraus für diese Form und dagegen, daß die öffentlichen Gelder nach irger deinem Schlüssel, der nie gerecht sei, an di« Organisationen aufgeteilt werden, da ihm überdies das Vertrauen fehlt, daß sie in allen Organisationen bestimmungsgemäß und ganz gerecht verteilt werden. Der Monatsbeitrag wurde auf 1000 Krone» erhöht. Ganz armen Mitgliedern kann die Verbandsleitung über Antrag der Ortsgruppe eine Ermäßigung bewilligen, doch darf der Beitrag nicht ganz nachgelassen werden. Die Wahl in die Hauptleitung erfolgte nach einer eingehenden Aussprache im Sinne der Vorschläge, welche die abtretende Hauptleitung und sine Konferenz aller Obmänner gemacht hatte, einmütig. Vorsitzender: Nationalrat Dr. Drexel: Schriftführer: Doktor Ledicky und Hecht: Kassier«: Felke! und Kame- nieky: Sektion Kriegsinvalrde: Lamplot und Gutt- mann: Sektion Kriegerwitwen: Franz und Rauch; Sektion Heimkehrer: Förstner. Den Vorsitzenden« Stellvertreter wählt die Hauptleitung. Der „unpolitische" Zrntralverband. Don der Arbeitsgemeinschaft der unpolitischen Krisgsopferverbände wird unH mitgeteilt: Dis Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft, wonach bei der Verteilung der 800 Millionen Kronen aut dem« Kriegsgeschädigtenfonds mehrere Verbände ohne stichhältigen Grund ganz aus geschaltet und mindestens dr« Hälfte der österreichischen Kriegsopfer leex ausgehen solle», j hat in der gesamten Oeffentlichkeit Aufsehen erregt. Be-j reits in den ersten zwei Tagen ist am Sch der ArbeitS»! gemeinschaft (Sekretariat des SchwerinvalldenverbandeS»! Leopoldinentrakt) eine ganze Reihe von Zu st im»! mungSerklärungen und Zuschriften aus alle» Kreisen und Parteilagern eingelangt, die der Entrüstung! über die ungesetzliche Bevorzugung erne- Verbandes AuS-! druck geben. Bezeichnend find auch begeistert« Zustim»! mungSerklärungen au« den Reihen des Zentralvervandest selbst, die ihre Erbitterung über die Gebarung an de» leitenden Verbandsstellen aussprechen. Wohl mit Rücksicht ^ auf diese gefährliche Stimmung im eigenen Lager habe»! sich die leitenden Männer des Zentralverbande» zu eine«! Veröffentlichung in den Mittwochblättern veranlaßt gekühlt, in der st« aus begreiflichen Gründen um jeden Preist der bisherigen Verteilungsart daß Wort reden möchten, ES wird unter Hinweis auf di« Zugehörigkeit offenbar über die parteipolitische Führung nicht unterrichteter Kriegsbeschädigter behauptä, daß der Zentralverband une politisch sei. Seine ausgesprochen parteipolitisch« Betätigung bei den letzten Wahlen sowie verschieden« offiziell« Aussendungen, m denen di« Verbands führet von de» sozialdemokratischen Abgeordneten Geber, Dr. Bauest und Hölze! und Stadtrat Dr. Breitnrr a!» ihre« Genossen sprechen, sind einige wenige Beweis« gegen ihr« Behauptung. Di« fernere Behauptung, daß der Verteilungsschlüssel bekannt sei, ist ebenfalls unrichtig, st» einzelne Verbände von der Verteilung der 800 MiMone» überhaupt erst aus der Zeitung erfuhren unst ! sich bisher vergeblich bemühten, zu erfahren, von wem «na ! wo dieser seltsam« Verteilungsschlüssel gesetzlich festgelsgt worden ist. Abgesehen davon, daß er durch dis großen Veränderungen in den Organisationen ganz hinfällig wurde. Daß da» Kuratorium de» KrregSgeschädigtenfond», von dem verschieden« Verbände bisher gänzlich ausgeschlossen sind, jedeyfaUA nicht die geeignet? Stelle zur Bestimmung von so anlehn-! lichem öffentlicheP .GiM darstellt, geht schon auS seiner! Z u sammM s etz M g hervor, da eins Minderheit, von KriDÄSbeDLMdigten mit eis Mandaten! vertreten >H, MOend von der großen Mehrzahl des! übrigen Kriegsopfer nur ein Vertreter im Kriegs« gsschädigtenfondS Sitz und Stimme Hst. ES ist unter diesen Verhältnissen, sowie bei dem terroristischen Einfluß, den > der Aentralverband bei allen ihm zugänglichen Stellen ! ausübt und bei den merkwürdigen Beziehungen zu manchen ! Amtsorganen nicht verwunderlich, daß ein derart unge« ! rechter Beschluß bezüglich des Verteilungsschlüssels zu-. ! stände kommen konnte. Die Verlegenheit, mit der sich der- um seine Millionen bangende Zentralverband ganz ungerechtfertigt hinter dem BundeSmini st errum für soziale Ver Wal« tung zu verschanzen sucht, beweist erst recht, wie sehr die Veröffentlichung der Arbeitsgemeinschaft der Wahrheit entspricht. Die Arbeitsgemeinschaft, die zur Verfechtung des Rechtes der ausgeschlossenen Mehrheit alle gesetzlich zulässigen Mittel verfolgen wird, muß eS schließlich als eins unverfrorene Anmaßung bezeichnen, daß Führer eines Verbandes, der durch seine Mißwirtschaft bereits so viel von sich reden machte und dadurch den größten Teil seiner ehemaligen Mitglieder verlor, noch den Mut finden, in der Öffentlichkeit in zweideutigen Worten von der „nicht seriösen Gebarung" anderer Organisationen zu sprechen und findet jedenfalls dis Tatsache merkwürdig, daß sich zu solchen privaten verleumderischen Auslassungen eine amtliche Kor-, respondenz (Rathauskorrespondenz) hergibt. Die Arberts- > gemeinschast erklärt ferner, daß bezüglich der Verwendung der Gelder der Zentralverbclnd außer Sorge sein kann, da sa nach bisherigem Brauch über alle Gelder Rechnung gelegt werden mußte, wie eS wenigstens bei anderen Organisationen gehandhabt wurde. Die Darstellung in lM Rathauskorrespondsnz. die sich gegen die Verwendung der Abgaben der Vergnügungslokale richtet, enthält eine vollkommene Unwahrheit; es wurden nach den genauen Erhebungen der Arbeitsgemeinschaft Ponleiten des Ministeriums für soziale Verwaltung aus diesem Fondstitel überhaupt nie irgendwelche Z uw e M düngen an „kleinere Verbände" gema cht. ,, r«. ARBEITERKAMMER FÜR WIEN DOKUMENTATION DEUTSCHÖSTERR. STAATSFÖRSTERZTG. Nr. 2 TAG: Februar 1924 _ — .. t ^ Acmdesgruppe Fondsförsfep. El s enb ahn-Leglf imaf i onen der Angestellten des KrlegsgeschjEjdigfpnfpnds. Ab 1. Februar 3923 wurden diesen Angestellten die Legitimationen vorenthalten, welche sie schon zurZeit, als sie Hofbedienstete waren, innehatten. Vom Bundesminister für Handel und Verkehr erhielten die um dies ihr Recht kämpfenden Fondsförster die Nachricht, daß di^Aus- stellung der Legitimationen abgelehny wird, weil „den Angestellten des Kriegsgesfhädig- tenfonds die Eigenschaft der dem Besoldungsgesetze unterworfenen Bundesangestdifen nicht zukommt.“ , Gleichzeitig wurde denselben mr on\ihrer Vorgesetzten Generaldirektion die öitteXmm Wiederherstellung der ehemaligen, durch aas Besoldungsgesetz verschlechterten Ortszu Schläge abgeschlagen, weil „die Angestellte des Kriegsgeschädigtenfonds im Sinne d/s § 10 des Gesetzes vom 18. Dezember 1919 (St. G. Bl. Nr. 473) den Bundesangestellten gleichgestellt sind, daher auf sie alle in Durchführung des Besoldungsgesetzes erlassenen Verordnungen der Bundesregierung unbedingt und ausnahmslos Anwendung zu finden haben.“ Diese beiden Erlässe bestätigen in ihrem Widerspruche die traurige, stets erscheinende Tatsache, daß die Fondsangestellten den Bundesangestellten gleichgestellt werden, wenn diese materielle Opfer bringen müssen, daß es aber dann keine Gleichstellung gibt, wenn die Staatsbeamten einmal begünstigt werden. Die Förster haben die Barbezüge der Staatsförster mit dem Besoldungsgesetze angeglichen erhalten. Die Naturalbezüge, die den Fondsförstern früher zugekommen sind, sind der sogenannten Gleichstellung zum Opfer gefallen. Es sind dies der Bezug der Dienstkleider, die Vergütung der Krankheitskosten einschließlich jener der Familienmitglieder, die Erziehungsbeiträge, die Leistung der Steuern durch den Staat, die Unterstützung bei unverschuldeten Unglücksfällen und vieles Andere. Nebst diesen Begünstigungen sind die Fondsförster im Besitze der Legitimationen gestanden. Bis jetzt war trotz eifrigster Bemühungen der Vorgesetzten Behörde jede Bitte und Vorstellung „aus grundsätzlichen Erwägungen“ — umsonst. Den schuldtragenden Kreisen war es 1 in keinem Falle möglich, für den Entzug der Legitimationen gesetzlich begründete Ursachen anzuführen. Ersparungsmaßnahmen! Kann man wirklich das Gelingen des Sanierungswerkes von dem Entzüge von kaum 180 Legitimationen abhängig machen ? Steht dieser finanzielle Effekt dafür, daß man jedem Einzelnen dieser Angestellten einen Schaden von jährlich Hunderttausenden von Kronen 'zufügt, ihnen, die ohnehin unter dem Besoldungsgesetze genau so zu leiden haben, wie die Staatsangestellten ? Haben sie deshalb im November 1921 der Republik den Treueid leisten müssen ? Wer hat die habsburg-lothringenschen Güter enteignet? Der Staat. Wer hat das Gesetz, bestimmend die Gleichstellung der Fonds- mit den Staatsangestellten erlassen? Der Staat. Und wer hat diesen Angestellten somit zu ihrem Rechte zu verhelfen ? Der Staat, die Regierung! Ist der Fond mit seinem durchwegs aktiven Vermögen, welches in Verwaltungssachen der Finanzprokuratur untersteht,, Staatsgut oder nicht? Hat der Bund Interesse daran, daß er nach der Tilgung /er Kfiegsschäden ungeteilt in seinen Besitz ü&ergelft,/’oder nicht? Ist es gleichgiltig, ob er auf Reaktionärem oder auf anderem Wege kürz' oder lang in Privatbesiiz übergeht, welcher sich teilweise jetzt schon „pachtweise“ bemerkbar macht? Jene Angestelltengruppen, welche nicht soziale Sonderinteressen verlangen, finden ihre und die Sicherheit ihrer Altersversorgung in der Verstaatlichung allein ähnlich wie beim Reli- giohsfipd. DV Entzug der Legitimationen wird Schule maßhJn und die Stellung der Fondsangestellten als ; Öen Bundesangestellten gleichgestellte Öffentliche Angestellte langsam aöbröckeln. Alle diesbezüglichen Verluste aber sind gewürzt durch das Bewußtsein, daß erstere in einfachster Weise — geprellt Wurden. Durch das G. BL Nc. 3*f2 Mrd bestimmt: „Die unter dieses Gesetz fall^mjem. Zivilangestellten werden ohne Rück§ich|,/dcS|aufp ob sie in den Bundesdienst ddp? in den Dienst des Kriegsge-! schädigtejghpds übernommen werden, rück- j wirkend fsfm'G. November 1918 den Bundes-! (Zivil)an«itfellten der Republik Oesterreich 1 gleichgüs^llt“. Ekonag juridisch nicht identisch sein, ob glgi «stellen und gleich halten ein und das- sfljSa sind, auch in djefjsem Falle sind aus Iwneneilen Gründen dieOFondsangestellten in dieselben Bezug der Leaitimatioiysn zu setzen ^iP'die BundesangesteHtlp, wen#! auch diese iTrage für, den schlichten p/erstpftd, der Fonds- aogestelnan im kritischen fflöBrt&it nicht existiert hat, wodurch jgae^ die; ßen Uebertritt in,den Bündesdiofist verüjiümt lieben, düpiert wurden. |esetz vom 5. Juli 1921, R. t Den F^nd^ö%ürn vÄde zu ihrem Stolze von\ ihrer ; %or§|s4tzten felörde das Zeugnis gew%@t^haft#r Pflichterf||]jfig ausgestellt und jnit Efyiz-, %elst sie auf die Aeußerung des tijeildt'aldirektors hin, lautend: „Wenn dieoezf^hungen zwischen der Generaldirektion und der^rtretung der Försterschaft gedeihlich und ersprießlich sind, so ist es auch der verständnisvollen, maßvollen und die Interessen : des Dienstes stets berücksichtigenden Haltung der Försterschaft und ihrer Vertretung zu danken. j Und der Standpunkt der Generaldirektion, i daß der Anspruch auf die Legitimationen ein gesetzlich berechtigter ist, stärkt die Försterschaft im Kampfe um ihr Recht. Es ist nicht zu übersehen, daß nicht nur die Bundesbahnen, sondern auch eine ansehnliche Reihe privater Verkehrsunternehmungen den Inhabern der Legitimationen automatisch die Fahrbegünstigungen gewähren. Die Försterschaft ist, obschon hiezu gerechterweise nicht verpflichtet — um die Erlangung ihres Rechtes bittlich geworden. Wenn aber alle Bitten und Vorstellungen bei den maßgebenden Bundesbehörden in den Wind gesprochen sind und nur das Urteil der Berechtigung, nicht aber die Zuerkennung des prhptpnen gesetzlichen Rechtes z eitigen , dann muß sie diesen Behörden gegenüber ebenbürtige Faktoren bis zum Ziele in Anspruch nehmen. Wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück! . . Das Rec ll 0 X U ^ ^ s -s I I 0 ^ 1^6: ^GsrichLsssKl. i Sallos vor dem EchÄMMrW. X Der Heinrich Gallos, der den bald berüchtigt gewordenen Verband der Schwerinvaliden gegründet hat — zu den Gründungsspesen trug Herr Schmitz eins Million bei —, hat die Sachs der Invaliden schwer geschädigt, indem er seinen Verband, der Mitglieder eigentlich nur auf dem Papier hat, als ein Geschäfts- u Nt er nehmen führt, das mit Schwindel „arbeitet". . Die GründMg einer neuen Jnvalidenorganisation hatte keinen Zweck, wenn sie nur dazu gedacht war, den Schwerinvaliden in dem schweren Kampfe, den sie gegen dis geizige und die Jnvalidenfürsorae abbauende Regierung zu führen haben, eine Stütze zu fein. Jeder fleht ein, daß da die groMr^^nvalidenorganisation, wenn ihr auch andere als am allerschwersten betroffenen Kriegsopfer aiHeWen, mH'r leisten kann, zumal da sie natürlich. nEdDessW-sstvird, vor allem für me Schwerinvaliden ß MM zu führen. Diese Gründung kann also ^HrrkHMtanden werden,« wenn man den Verband als DmMnM erkennt,, unter-dem ausgiebige Sammlungen für anderes- als nützliche Jnvalidenfürsorge veranstaltet werden können. Und solche Sammlungen wurden fabriksfnäßig mit betrügerischen Methoden betrieben. Es wurde ein direktes Unternehmen eingerichtet, das Agenten, zumeist junge Burschen, ansssndete: dem Unternehmen, Machern und Agenten, fielen nicht weniger als sechzig Prozent des gesammelten Geldes Zu, aber auch von den anderen vierzig Prozent bekamen bedürftige Invalide sehr wenig. Die wirkliche Jnvalidenorgcmi- sation, der Landesverband Wien der Kriegsbeschädigten, konnte natürlich nicht dulden, daß das Mitleid, das die Allgemeinheit mit den Invaliden noch hat, von gerissenen Geschäftsleuten, dis auch vor Schwindel nicht znrück- schrecken, zu Zwecken mißbraucht wird, die mit Jnvaliden- fürsorge nickis zu tun haben. Sie hat daher in der Arbeiter-Zeitung enthüllt, was Gallos treibt, und es wurde mit den Worten, die seine Manöver verdienen, in den Monaten Juli und August dargestellt, was da verübt wird. Gallos hat nur die Arbeiter-Zeitung geklagt, und da die Jnvalidenfunktionärs Maximilian Brandeisz und Hans Wolfmüller erklärten, daß sie die Artikel veranlaßt. haben, erhob er gegen sie die Klage wegen Ehrenbeleidigung. Freitag fand vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz des Hofrates Dr. Reim die Verhandlung statt. Die Geschäfte des GalloS. Drandeisz schilderte das Treiben des Gallos vom Kriegsende an; dieser habe die Kriegsopfer, dis er nicht als Schwerinvalide ansah, immer als Parasiten, Konjunktur- und Scheininvalide erklärt, habe nichts von der Ausnahme der Kriegerwitwen in die Organisation wissen wollen, und schließlich habe er seinen Verband und gleich darauf mehrere andere gegründet, wo Dinge begangen werden, die die Invaliden unter keinen Umständen dulden können. Die Oeffentlichkeit mußte gewarnt werden. Schwindlerisch wurde Mißbrauch getrieben mit der Unterschrift des Ministers Schmitz, mit der des Badener Bürgermeisters Kollmann und mit einem Me des Magistrats. Der Gallos-Verband ließ Zirkulare Herstellen mit einem Aufdruck, als ob sie vom Magistrat wären, und darauf setzte er eine Stampiglie, die das Faksimile der Unterschrift des Ministers Schmitz darstellt, so daß die Leute, die um Geld angegangen wurden, glauben mußten, der Minister schicke durch den Magistrat zu ihnen. Ein ähnlicher Mißbrauch wurde mit der Unterschrift des Badener Bürgermeisters verübt, so daß dieser auf einem Plakat vor den sammelnden Agenten des Gallos warnen mußte. » Wolfmüller schilderte nun, was mit dem auf ! diese feine Weise gesammelten Geld geschah. Es waren fast 600 Millionen da. Dann machte die Behörde ein Ende. Sechzig Prozent blieben den Sammlern: dis anderen vierzig Prozent machten 230 Millionen aus. Die Schwerinvaliden erhielten aber auch von diesen vierzig Prozent nichtvielmehr als nichts. Als das Geschäft unter dem Namen „Ver- band der Schwerinvalden «und Hilflosen" nicht mehr ging, wurde noch ein „Witwenverband" und ein „Schutzbund der Invaliden" gegründet: darauf haben sich die Sammler, junge Burschen, gesagt: Wozu sollen wir überhaupt etwas abliefern? Behalten wir uns das ganze Geld selber, und haben unter einem anderen Vcreins- titel gesammelt. Gallos erklärt nun, die Leute vom „Schutzbund" gehören hinter Schloß und Niegel. Zeugen über Gallos. Zeuge Franz Redler, ein Schwerinvalider, gibt an: Ich war bei der Entschädigungskommission angestellt und Habs wayrgsnommen, daß Gallos nur für sich selber interveniert. Er hatte Vorteile. Er bekam nicht nur eine Trafik, sondern auch damals, als noch kein gesetzlicher Anspruch bestand, den „Selbstfahrer" für den Beininvaliden. In Gallos' Verband waren auch Leute, die nicht Schwerinvalide sind, und in den Versammlungen sah man Leute, die überhaupt nicht invalid sind. Es wurde einmal berichtet, es seien 876 Millionen gesammelt worden, doch als Ausgaben waren bloß 37 Millionen als Darlehen und 36 Millionen als! Unterstützung angewiesen. Mich hatte Gallos mit den Worten angeworben: „Tret' nur bei. Wenn du die tausend Kronen Einschreibgebühr nicht hast, zahl' ich sie! Komm' nur zu uns!" Zeuge Schwerinvalider Hans Kauders gab an: Zugunsten der Invaliden wurde mit vieler Mühe dis Spielabgabe eingeführt. Die Verordnung hätte verlängert und die Abgabe entsprechend der. Geldentwertung erhöht werden sollen. Doch Gallos lief im ^ Interesse der Kaffeesieder Sturm gegen die Abgabe, und da die Regierung dis Verordnung nicht verlängern wollte, hat ihr Gallos dis Möglichkeit gegeben, sich dabei auf die ..Schwerinvaliden" zu berufen. — Brandeisz: Dafür wurde auch Gallos vom Vorsteher der Kaffeesiedergenossen- schaft bewirtet. Der Zeuge Adolf Schneider, Insasse . des Militärinvalidenhauses, gab an, Gallos habe erzählt: „Ich habe die Ehre gehabt, Herrn Oberst Wolfs zu empfangen." Es wurden gefälschte Unterschriften auf einer Sympathiekundgebung für Gallos veröffentlicht. (Der Zeuge Franz Kotlaba bestätigt das ebenfalls.) Doch von 158 Pfleglingen des Mrlitär- invalidenhausts sind 140 im Landesverband, acht bei Gallos. Zeuge Franz Ruckst etter: „Als ein Mitglied seinen Austritt aus dem Gallos-Vereband anmeldete, bekam es dis Antwort: „Wird nicht zur Kenntnis genommen", und einige Zeit später eine Anweisung auf 260 Kilogramm Kohle aus der Seipel-Aktion. Ein Kenner der Gallos-Geschäfte. Großes Aufsehen rief die Aussage des Zeugen Kornelius Pfeiffer hervor. Er war Obmannstellvertreter des Gallos-Verbandes und in der sogenannten Werbeabteilung tätig. Er gab an: Gallos gründete die / ! WerbeabteUung, die das Sammeln zu besorgen ! hatte, und übergab sie dem Karl Weinberger. Dieter hatte dem Verband vierzig Prozent abzuführen, sechzig Prozent der gesammelten Gelder konnte Weinberger für sich und die Agenten und für die anderen Regien verwenden. Gallos hat erzählt, er habe vom Minister Schmitz die Bewilligung bekommen, dessen Unterschrift zu benützen. Es wurden fünftausend Zirkulare hergsftellt. Die Stampiglie mit Schmitz' Unterschrift hat Gallos in seiner Lade verwahrt. Ter „Schutzbund" war eins Unterabteilung der Werbeabteilung. GalloS hat dort den Vorsitz geführt. (Brandeisz: Heute sagte er, die Leute gehören hinter Schloß und Riegel!) Trotzdem beschlossen wurde, daß Gallos die Kosten für einen Ehrenbeleidigungsprozeß nicht bezahlt werden, habe ich gehört, daß Gallos zehn Millionen bekommen hat. Gallos hatte auch einen Anteil von den sechzig Prozent des Weinberger. Gallos bekam als Gehalt vom Verband zwei Millionen monatlich. Im April habe ich auf Anordnung des Weinberger dem Gallos eine Halbs Million, später, als Anteil für Mai und Juni, eine Million gegeben. Gallos: Das war ein Darlehen. Zeuge: Nein, das war eine A b m ach ung mit Weinberger. Weinberger hat mir gesagt: „Zahl' die Anteile für Mai und Juni im voraus aus!" Der Zeuge gibt weiter an: Es sind dreimal so viel Exemplare des Verbandsorgans gedruckt worden, als wir Mitglieder hatten. Der Drucker ist Gallos' Onkel. Einmal hat Gallos die Auflage einstampfen und eine neue Herstellen lassen, in der eine Höhere Summe als Post der ausgezahlten Unterstützungen eingesetzt war. Auf den Beitrittserklärungen wurden Beiträge durch Radierung in niedrigere nmgefälscht. Dis Werbeabteilung hat bis Dezember als die vierzig Prozent dem Verband 230 Millionen abgeführt. In den ersten Monaten der Sammlungen hat der Verband Invaliden Unterstützungen gegeben, und zwar gegen sieben Millionen monatlich. (Das ist also sehr wenig! D. Red.) Dann hat Gallos die Unterstützungen sistiert. Gallos hat entgegen den Vorschriften allein die Schriftstücke unterschrieben und ist allein zu den Behörden gegangen. Das ist oft getadelt worden, doch Gallos hat sich auch weiter nicht gefügt. Tie Funktionäre sind deshalb ausgetreten. Man hatte den Verdacht, daß GalloS für sich interveniert. Er hat auch allein mit dem Genossenschaftsvorsteher der .Kaffeesieder wegen Aufhebung der Spislabgabe unterhandelt. Einmal hat er Weinberger und mich ins Kaffeehaus des Vorstehers geführt; zu unserem Erstaunen sahen wir, daß uns die Zeche nicht gerechnet wird. Einmal wurde der Schreib- tisch des Kassiers erbrochen; es wurden fünfzehn Millionen gestohlen. Man munkelte, daß Gallos dahintersteckt, weil er kurz vorher die zwei eisernen Kassen verkauft hat, dis er selbst gekauft hatte. Zeugin Gisela Seidenschmidt, dis Kontoristin im Gallos-Verband war, sagte aus, daß die Agenten mit Empfehlungen des Ministers Schmitz, des „Fürsten" Liechtenstein und des Herrn Schager ausgerüstet wurden. Wo sind die Mitglieder des Gallos? Zeuge Anton Bernatzky erklärte, daß von den 42 Schwerinvaliden im Schloß Hetzendorf 39 dem Landesverband, zwei dem Gallos-Vsrband angehören. Zeugs Johann Laurer gab dis Zahlen für Schloß Wilhelmmenberg an: 83 beim Landesverband, einer beWs Gällos-Derbänd; ^Zeil'gs'Fohann"K u r ä- für das' 'Kopfverletztenfpitalalle 92; beim Landesverband.-:' - ' . In'der Hoffnung,- diesen /Aussagen die Wirkung zu nehmen, beantragte Gallos. die V e r t ä g u n g der Verhandlung -zün, Vorladung/von.. Zeugen, die / ihn angeblich.entlasten werden. Dr. Leopold Schwarz/der Vertreter der Geklagten. Brandeisz und Wolfmüller, charakterisierte diesen Antrag als V e r sch l e p p u n.g; wenn aber die'Verhandlung vertagt werde, so werden Mch die/Geklagten weitere Zeugen führen. ... H ///Der Gerichtshof vertagte die Verhandlung u-d! forderte Gallos auf, seine /-Anträge' schriWchH zu chegrü^den./P) ^rbsitsrlcommvr sOr V/isn Ovicumsntotlon M KLILM087 ZllüdeLWiuister ßchmT' Wer d!e FN8ÄW§K' MtfHWWNKR. Wie kürzlich bei dem Landesverband Wien des Zen- tralverbandss der Invaliden, so erschien gestern Minister Schmitz im Alten Rathaus auf einer Tagung des unter ! sozialdemokratischer Führung stehenden Jnvalideriverbcm- ^ des. Der Minister, der das Wort ergriff, verwies darauf, ! daß gewiß das Jnvalidensnischädigungsgesetz in manchen ! Punkten einer Verbesserung fähig sei; der Sprung von der j Vollrente zu den Renten der nächstfolgenden Gruppen sei ! z. B. zu weit; der Unterschied decke sich nicht immer mit der ! entsprechenden Abstufung der Erwsrbsfähigkeit. Ebento - seien die Renten für die Angehörigen Gefallener, Eltern. Witwen und Waisen sicher noch nicht zureichend. Außerdem gebe es noch eine Reihe anderer Punkte, deren Verbesserung dem Wunsche der Regierung entspräche. Diese sei allerdings wie bei jeder Frage staatswirtschaftsicher Bedeutung dabei gebunden an dis Grenzen der Leistungsfähigkeit des klei- ^ nen und armen Staates. Zur Stunde seien die Dinge noch ! nicht so ress, daß er schon ins einzelne gebende Mitteilun. i gen machen könne, jedoch hoffe er, daß die Frist nur nach iTagen zähle, bis er den berufenen Jnteressenvertre- ! tungen konkrete Mitteilungen über dis ge- ^ planten Maßnahmen machen könne. Der Minister j schloß mit den Worten: Wenn Sie auch in sonstiger Hinsicht noch so weit von mir und der Negierung entfernt sind, daL^sk» ^vnne« Gl, mir glauöen: Unser«» rrb>« Itttniivsllqlgrrn oes Traar es o en Krieg«. invaliden und ihren Hinterbliebenen z« Hilf« -u kommen- äk 6 L I 7 L n«(ä ^ n f ij sr si I ^ voXuuLN 7 z 7 Io ^ l L 8 ? 0 3 I ^ . §r DchWitz enMMWW. Wie kürzlich bei ch ? I L NXä» " lN fON ^8LI7^rLIM6 US: /Fd NmMfIchmitz i« ei»« Malidk«- verjammdlm. Er er?e««L die Notwendigkeit einer Derbessenrng des Gesetzes an. Die Demonstrationen der Kriegsinvaliden in Wien, Linz und Graz haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Herr Schmitz sieht nun langsam ein, Latz er über die Kriegsinvaliden nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen kann. Er muß sich auch schon bequemen, in eine Versammlung der vH, >. seiger Partei als „rot" verhöhnten ^rchgsinvalidenorgaräsakioy/ zu gehen. Das ist immerhin schon^kyas. Aber,H«! Gchmitz mutz nun selbst auch zugebe - dah das JtwaliherAntW^Nigungsgesetz einer Verbessern bedarf. Die^rHgsjiOa'idcn haben ihr« Forderungen schon' Vor nahezu einem« Arhre Kberreicht. Herr Schmitz hätte also reichlich GeleßenHi^ gehabt, Verbesserungen durchzuführen. Er hat es nicht'Hetän. Den Entwurf, den di« Regierung als Antwort auf die Forderungen der Invaliden nach Vielen Monaten erst jetzt ausgearbeitet hat, zeigt nichts von den guten Absichten des Herrn Schmitz. Er hat sie früher offensichtlich nicht gehabt. Jetzt aber hat er die Reformbedürftigkeit des Gesetzes eingesehen sind sie Dienstag in einer Bei. t rauensmänner versa m in l'u n g des Landes. Verbandes Wien der Kriegsinvaliden, zu der er geladen war, zugegeben. Die Versammlung Hot sich lediglich mit der Reform des Gesetzes beschäftigt, Herr Schmitz hat die Forderungen der Invaliden noch einmal hören können, er hat die Notwendigkeit einer Verbesserung zugestanden. Di« Invaliden werden ihn beim Wort nehmen. Die Vertrauensmännerversammlung tagte im Sitzungssaal des alten Rathauses. Als der Vorsitzende BrandeiSz den Minister Schmitz begrüßte, blieb die Versammlung völlig stumm. Eisige Kälte empfing ihn. Mit ungeheurem Beifall dagegen wurden di« Abgeordneten Holzl und Widholz als Vertreter des Vorbandes der sozialdemokratischen Abgeordneten empfangen. Ferner nahmen an der Versammlung noch teil: Obermagistratsrat Dr. Liebl vom Jnvalidenamt, der herzlich empfangen wurde, Hofrat Port und Dr. Schopf von der JnvalidenentschädigungSkommission, Chefarzt Dr. Deutsch vom Jnvalidenamt und Dr. Steiner von der Arbeiterkammer. Auch der Verband der Kriegsblinden hatte einen Vertreter entsendet. Als erster sprach Minister Schmitz: Verschiedene Fragen der Invaliden sind in der letzten Zeit wieder aktuell geworden. Ich gebe zu, daß eine Reihe von Punkten einer Reform bedarf, und Reform bedeutet Verbesserung. Der Umfang, in dem meine , Reformbestimmungen durchgeführt werden können, ist begrenzt ^ durch die wirtschaftlichen Kräfte unseres kleinen Staates. Für die Schwerstinvaliden aber haben wir immerhin so gesorgt, daß in LiesemKreise eine ernste Klage nicht mehr erhoben worden ist. Dagegen ist nicht zu verkennen, daß der Sprung von j der Vollrente zu der nächsten Gruppe zu groß ist, während Las Leiden nicht immer den gleichen Unterschied aufweist. Die Verhandlungen sind noch nicht so weit abgeschlossen, daß ich Ihnen zahlenmäßig irgendwelche Angaben machen könnte. Aber in wenigen Tagen schon werde ich die Organisation verständigen können, wie di« finanzielle Seite der achten Novelle zum Jnvalidenentschädigungsgesetz aus- sehen wird. BrandeiSz erwiderte dem Minister, daß die Invaliden eine andere Antwort von ihm erwartet haben. Aber daß er heute gekommen ist, ist immerhin bezeichnend und kann vielleicht als das Zeichen einer Besserung angesehen werden. BrandeiSz besprach noch einmal ausführlich die Forderungen der Invaliden und zeigte an einer Reihe von Beispielen, Wie ungerecht und hart ei-, J-.waliden iM behandelt werden. (Beifall.) ' ! Wolfmüller zeigte die Protektion auf, die bei der Verleihung von Tabaktrafiken geübt wird. S» hat auch sine Verwandte des christlichsozialen Stadtrate^ Rummelhardt durch dessen Vermittlung eine Trafi^ erhalten. Die Invaliden werden sich eine solche Protektions- Wirtschaft nicht länger gefallen lassen. Wenn es nicht besser wird, werden sie sich gezwungen sehen, zur Selbsthilfe zu greifen. (Großer Beifall.) Abgeordneter HölzL erklärte, daß sich die Sozial» »krgten^ch wie vor für die Forderungen der Invaliden änseMr« 'Mrden. Protestiert muß vor allem auch dagegen) werdjp^ die Invaliden vielfach um ihre Mitbestimmung gebracht Herden. Abgeordneter Widholz versicherte, daß sich die Krankenkassen mit der Regierung wegen der Unterstützung und des Krankengeldes der krankenversicherten Invaliden ins Einvernehmen setzen werden. ; Einstimmig wurde dann eine Resolution angenommen^ in der die seit langem gestellten Forderungen bekräftigt werdem und die Exekutive aufgefordert wird, die Mitglieder im' geeigneten Augenblick zu einer Demonstration/ aufzurufen. ..._ _ z n s r 1 7 e n x z »i u k n flln v i k »i VVXU«^»7^7>0H VM8LMIM. I/MMIIM t^lön) -n.:^6: ^ ^ k Sittlich fchwerinvEtt. ^ /Gestern abends erstatteö^lder V er» band der Schwerinvaliden beim Stadtkommissariat Innere. Studt dte Anzeioe, daß der SLMrige DirektM deAs Wirtickafisstelle des SckMNNvalidchwÄ^ "antor, bandes in der Hochurg, Rudolf der seit J>uA vorigen Jahres di-ejtz ^ kleidet, nach U n te r schlaf ßi 600 Millionen KrDuekiifß worden ist. Direktor Mmto^ di der Zeit Waren auf Kredit in- dem Betrag bezogen und sie «genmAMg gegen Bargeld rvekerverkriH, ohne -hen Bstrag abMsü-hren. Vormittags .-'/ieß^et:, zsoch auf eigene Rechnung für dey/Ostrag Mn fünfzehn Millionen Kronen' Kakao./ und verschwand dann ans dem Bureän. be- on ge-- 2 aufs /«nannten egführM --ä o 0 X u K s -11o n Hn.: EIIMLINM Ns Betrkgerekn jlmMllös-BerSMd. Wir haben berichtet, daß der Schwerix verband, das ist der berüchtigte Verbund des dis unglücklichsten Opfer des Anzettlern, der monarchstischen jetzt in eins regelrechte BetruKsgeh Von diesem „Verwand" höriFMan Mess eist?» Skandal gibt, seine ganz? ein Skandal. Mrrn erfährt man aus einer DMtelluntz hreses Verbandes selbst annähernd, was geschehen ist. M den Machern kam neulich Rudolf Kantor und erzählte .ihnen, sie könnten sehr viel Gewinn haben. Nach Geld, wenn »s auch aus trüben Quellen stammt, sind diese Herren immer lüstern, und so liehen sie ihm gern ihr Ohr. Er erzählte, er habe innige Beziehungen zu Banken und Großkaufleuten, und er fei so menschenfreundlich, dem Gallos-Verband den Nutzen aus seinen „Beziehungen" zuzuschanzen. In Erwägung zu ziehen, daß de» Mann ein Schwindler sein dürfte, fanden die Herren keinen Anlaß, vielleicht auch deshalb nicht, weil ihre früheren Geschäfte ebenfalls sehr stark nach Schwindel rochen — man kennt doch ihre Sammeltätigkeit, die ein reines, besser gesagt, sehr unreines Geschäft war. Aber man hat es ihnen unmöglich gemacht, dieses Sammeln fortzusetzxn; der Herr Gustav Wolfs, der Monarchisten- oberst, hat auch nicht mehr genug Geld, den Mitgliedern Vorteile zuzuwenden — also wurde unbesehen zu^ gegriffen. So wurde die „Humanität" Kantors rasch > ^ausgsnützt und auf seinen Vorschlag die .Mirtschafts- - stelle" des Verbandes gegründet. Den Namen gab der Verband her, der Name war nicht gut, aber alle Leuts wußten doch noch nicht, was hinter dem hochtrabenden' Titel Schwerinvalidenverband in der Hofburg steckt, und für seinen Namen sollte der Verband dis Hälfte des - Gewinns aus den Geschäften erhalten, die Herr Kantor zu machen versprach; der Verband brauchte sich um nichts > zu kümmern, tat es auch nicht, er hatte bloß das Recht der ! Kontrolle. Und fetzt schwindelte Kantor drauflos. Er; nahm Geld und Waren, wo er sie bekam, und verduftete. - Betrogen sind, wie die Macher zugeben, auch dr e'H Mitglieder des S ch w e r i n v a l i d e n-) Verbandes, die Anteilscheine der' Wirtschaftsstelle genommen haben. Eine nette Art der Hilfsleistung! Daß auch Mitglieder diesen Verband nicht I besser kannten, ist ein Beweis für die traurige Tatsache, daß dis Aufklärung über die Gallosschen Schöpse' noch nicht überallhin gedrungen ist. rge 2,c Si^öf ü si ö L ! 7 L N k ä « 5 tt 5 0 8 ^ ll 0 »( 0 »5 fi 7 I I 0 fi ^ I L ^ 3 ? 0 8 I ^-: 7ä6: ^ Mlreseue Echtssrindalide. MitteUuugen de» Schwerlnvalidesderbaude» über dl« Betrügereien de» Direktor« Rudolf Kantor. Gestern abend hat der Verband der Schwerinvaliden die Anzeige erstattet, daß der Direktor der Wirtschaftsstelle des Schwerinvalidenverbandes in der Hofburg, Rudolf Ka ntor, nach Unterschlagung von 600 Millionen flüchtig geworden ist. Vom derzeitigen Vorsitzenden des Schwerinvalidenverbandes erhalten wir hiezu folgende Mitteilung: Der Verband der Schwerinvaliden ist insofern« von einer schweren Heimsuchung betroffen worden, als ein Kaufmann, namens Rudolf Kantor, seit der zweiten Februarhälfte den Namen des Verbandes der Schwerinvaliden verbrecherischerweise mißbraucht hat, um eineAnzahlvonFirmen umWarenim Gesamtwerte von 600 Millionen zu betrüg e n. Ende Oktober v. I. setzte sich der Genannte zugleich mit seinem Kompagnon Leonhard Falk mit dem Verband in Verbindung, indem er unter Hinweis auf seine Beziehungen zu Banken und kaufmännischen Kreisen dem Verband das Angebot machte, ein Wirtschaftsunternehmen zu gründen, das unter gewissen Bedingungen zugunsten, der Humanitären Zwecke des Verbandes einen Teil vom! Reingewinn zur Verfügung stellen sollte. Der Verband betrachtete infolge der finanziellen Not das Angebot als eins willkommene Gelegenheit, die öffentliche Fürsorge für die Aermsten, das sind die Schwerinvaliden, aus eigenen Mitteln ergänzen zu können. Es wurde ein Vertrag abgeschloffen, demzufolge 60 Prozent des Reinertrages vom neuen Unternehmen dem Verbände zufließen sollte, und daß, insoweit der Verband über kaufmännisch gebildete schwerinvalide Mitglieder verfügt, diese nach Tunlichkeit auch im Unternehmen Anstellung finden. Die persönliche Haftung für die ordentliche Führung deS Geschäftes übernahm laut Vertrag Kantor. Da der Verband selb st über keine entsprechenden Mittel verfügte und dieBeschaffung derWarrnkredite und Gelder ausschließlich Sache Kantor» war, konnte sich die Verbandsleitung nur darauf be- schränken, so gut es eben ging, durch eine Kontrolle ihrerseits eine ordentliche Geschäftsgebarung im Interesse des DerbandeS zu gewährleisten. Es wurde daher im Vertrag die Bestimmung ausgenommen, daß der DerbcmdS- obmann federzeit Einblick in die Geschäftsbücher der Wirt- schaftsstelle nehmen könne, insofern« diese Kontrolle den Geschäftsgang nicht nachteilig beeinflusse und daß inSbe-, sonders Kantor vierteljährlich derVerbandS- leitung über den Fortgang des Unternehmens Bericht zu erstatten und Bilanz vorzulegen habe. Anfangs November wurde daS neue Unternehmen errichtet und wie die monatlich vorgelegten Bücherauszüge -artaten und der allgemeine Geschäftsgang bewies, auch zufriedenstellend geführt. Als ich vor drei Wochen die Obmgnnstelfe Lherncchm, fand ich mich sin Interesse der llWMeöer bemüßigt, Pop meinem Kontrollrechte gegenüber der WirtschäMstell« Kantors Gebrauch zu Machen. Es stellten sich in d e n le tz t e n14 Tagen Mängel heraus, die mein Bedenken erregten. Diese Kontrolle dürfte auch den Inhaber der Wirtschaftsstelle veranlaßt haben, noch in aller Eile möglichst viele Warenab- s ch l 6 s se m it F i r m e n z u t ä ti g e n und zwar in der betrügerischen Absicht, diese Waren zn seinem Vorteil zu verkaufen und die Lieferanten um ihre Forderungen zu bringen. Durch dieses rücksichtslose Vorgehen wurde natürlich der Verband, der seinerzeit in derAnhosf- nung e ine s Reingewinnes für seine humanr- tären Zwecke Kantor di? Erlaubnis gegeben halte, das Unternehmen als eine Wirtschaftsstelle der Schwerin- validen zw hHstchnen, schwer geschädigt. Don Mi t- gliedere sind nur drei mit einem Betrage, den sie als Änteilscheiw gezeichnet haben, mit Forderungen an dem Unternehmen interessiert. ..r»^er Mangel eigener Kapitalien war ja "dieUrsache, warum man den beiden Kompagnons, Kantor und Falk, eine d«rartsel bst'ä n d i g e Leitung ihres Unternehmens einränmte. Die Not der Mitglieder, die sich unter ehrlicher Führung in unserem Verband ohne Unterschied der Parteirichtung, zu- fammengesunden haben, da sie durch die fort- währendenBetrügereienvonFührerndes Zentralverbandes angeekelt, diesen verließen, bewog auch die Verbandsleitung seinerzeit, an der Konfession eines Mannes, der Hilfe zu bringen versprach, muss weniger Anstoß zu nehmen, als die Satzungen des Verbandes in dieser Beziehung keinen Unterschied machen. ES ist daher eine gehässige Berichterstattung, wenn ganz falschbehau vtet wird, daß ich Ha k e n- kreuzIer, oder daß der Verband monarchistischer Tendenz sei, und läßt sich diese erlogene Berichterstattung nur aus der Wut bestimmter Kreise darüber erklären, daß derDerband «Senerg.isch abgelehnt hat, sich von der sozialdemokratischen oder einer anderen Partei inS Schlepptau ziehen zu lassen. Die Reinlichkeitsapostel des sozialdemokratische» Zentral- verbände». Zur Sache selbst möchte ich erklären, daß. wie ich gleich von Anfang gegen den Betrüger Kantor die Anzeige erstattete, die Verbandsleitung im Interesse ihrer Ehre und ihres Ansehens bemüht ist, der strafenden Gerechtigkeit vollauf Genugtuung zu verschaffen und auch mitbehilslich z» sein, damit die gesündigten Warenlieferanten soweit alt möglich befriedigt werden. An dis Oeffentlickckeit möchte ich aber namens der Schwerinvaliden und Hilflosen, welche dies« Vorkommnisse selbst am meisten bedauern, die Bitte richten, sich nicht durch die geschäftstüchtig« Gerüchtr-i mach er ei einer Seite beeinflussen zu lassen, die insolg« einer Serie von Skandalen am wenigsten legitimiert ist, in solchen Dingen den Sitten- richter zu spielen. Mit Jnvalidenvertretern, die es ausgezeichnet verstanden haben, ihre persönlickren Wünsch» und Bedürfnisse in ihrer Funksion zu befriedigen, wollen wir uns noch lange nicht aus eine Linie stellen. Von anderer Seite wird der „Reichspost" zu dem Fall geschrieben: Es. ist gewiß bedauerlich, daß dieses weitgehend^ rur durch die finanzielle Not des Verbandes gemilderte Der- irauen, mit dem die VerLandsleitung sich von dem Betrüger' Kantor ein Wirtschastsunternehmen einrichten ließ, zu einer derartigen Schädigung von Firmen führen konnte. Es war Lies überhaupt nur möglich, weil diesen ärmsten der Krie- invaliden keine Kapitalien unter entsprechender Sicherstsllu für ein solches Unternehmen zur Verfügung stand. Du Vorfall bietet den hinter dem sozialdemokratischen Zent, verband stehenden Blättern einen willkommenen Anlaß? statt über die verbrecherischen Ausbeuter einer armen Jnva- lidenorganisation über diese herzufallen, um daran ihr Par- teipolitisches Süppchen zu kochen. Es war ausfallend wie die Führer des sozialdemokratischen Zenralverbcmdes am« selben Tag, an dem die Schwerinvaliden die polizeiliche ^ Anzeige erstatteten, ihre Sensation durch die Korrespon- l Lenz Wilhelm ausgaben, die sonst solche Informa- ! twnen von der zuständigen Polizei bezieht. Dis Informa-H twnsquelle ist doch zumindest sehr verdächtig. Leute, die^ sich in offener Gerichtsverhandlung dis anrüchigsten), Pelzgeschäfte, SchU berersn mit Lagfis demobilisierungsgütern u. dgl. nachsagsn lassen müssen, die schon mehrere Wirtschaftsgenossen- schaften trotz günstigster Ver h ä l t nit ss e zu Tode wirtschafteten, wobei auch die armen; Mitglieder ihre Gelder verloren, Leute, die! dnrch diese Skandale jedes cVrtrauen bei allen MvA! liden und Hinterbliebenen verloren, haben selbstverständlich i eine große Freude, wenn sie ihrer gefährlichen Konkurrenz! eins anhängen können. Damit werden sie aber keineswegs- Mehr ihre vielen Sünden an den Knegsovfsrn verpesten, machen, zumal sie durch ihre mehrjährige schlimme Tatigke die Hauptschuld an den heutigen BerMtnissen traatzn^D' lang eKette von Verhafteten — es seien nur Me s letzen oder vielmehr jüngsten Fälle Egger (Salzburg) und Projekt (Linz) erwähnt—sagt genug. Es wäre besser, wenn diese Herren vom Zentralverband schön ruhig blieben, < wenn von Jnvalidenbelangen die Rede ist. ^ tzvke Forderungen der Gläubiger. s Zu den Betrügereien Kantors erfährt die „Reichs-/ Post": Da Kantor, der nach seinen Warenverschleppungsps geflüchtet ist, sich bei allen Firmen als „Direktor" de» Schrverinvalidenunternehmens u. dgl. ausgab, erschtEA», Samstag vormittag mehrere der betrogenen Firmen ig, Lokal des Schwerinvalidenverbandes, um ihre ForÄe- j rungen geltend zu machen. Sie erhielten auf Grund der / vom Verband beschlagnahmtenGeschäftsbücher KantorsEin- blick in das großzügige Treiben dieses Mannes. Da sich unter die Firmenvertreter auch Sendlings des sozialdemokratischen Zentralverbandes mengten, welche den Fall 'zrfg einer Hetze gegen die Schwerinvaliden auszunützen suchten.» kam es auch zu einer erregten Auseinandersetzung, die) -erst ein Ende fand, als die nicht berufenen Personen zMw Verlassen des Lokales veranlaßt wurden. 1 Wie viel von den durch Kantor verschlepptes, Warenbeständen noch zutage gefördert werden kann, um I die betreffenden Firmen vor größerem -Schaden zu be- s wahren, war heute noch ünbtzksnnk-sda--Utz-twM'MrbÜnd j -emgerttfens Polizei nsch--mit-de« Erhebu Nj zir n^ ist. Kantor hat sich der vom neuen Verbandsobmcrgn g e-H forderten Kontrolle auch dadurch zu ent-^ ziehen verstanden, daß er zahlreiche Geschäft« in^ feinerWohnung abfchloß. Er trieb sich vi«l in Nachts lokalen herum, offenbar von dem Geld, daS er sich unt , ' dem Titel der Schwerinvaliden „erwirtschaftet" hatm^ Gleich ihm find seine Spießgesellen Leonhard Falk aus Bayern und der Italiener Alfred Denvonego geflüchtet, als sie von der Anzeige durch die Verbands- Leitung Lunte rochen. „Schmitz ist a« allem schuld!" Es mag regnen, schneien, blitzen, eS mögen Lawinen/ Niedergehen, an allem ist entweder „der Seipel" oder „der Schmitz" schuld. In dieser krankhaften Sucht der marxisti-, scheu Presse, für alle widrigen Naturereignisse, für..dös Gaunereien irgend eines Zugereisten einen christlichsoOaten Führer verantwortlich zu machen, entblödet sich das abend- liche Bolschennkenblatt von heute nicht, Kantor als das „Protektionskind des Ministers Schmitz" zu bezeichnen. . Der Bundesminister, der überhaupt zum ersten Male dessen Namen aus den Zeitungsberichten erfährt, soll der Pro-i tektor des Schwindlers sein! Man sieht aus diesem ein-I zigen Beispiel, wie lächerlich dis ganze Mache und vre Viels von den ganzen „Meldungen" dieser Blätter zu hatten N - _ _ , .—-'SLWL M ükö5II^kXzu5n fstk ll oX^ s ^ I l 0 ^ ^LLlMLIML MinUrr ZchMitz Hst M GWck Mit fsmeN ZchützßkgW. ^ Die großen Betrügereien iM Monarchistischen SchwerinsattdenDrrLand. Noch vor kurzer Zeit widmete das Rsgiernngs- blatt seinem Liebling Gallos-Verband lange Artikel und sprach von einem Kesseltreiben, dem diese Bravsten aller Braven ausgesetzt seien. Infolge der Flucht des Betrügers Kantor ist dieses schwarzgelbe Gebilde, das sich der Förderung der Regierung erfreut, wieder in den Vordergrund getreten. Trotzdem im vorigen Jahre die Fälschung der Unterschrift des Ministers Schmitz für diesen mehr als hinreichender Anlaß gewesen wäre, vom Gallos-Vcrband abzurücksn, hat der Herr Minister, nicht nur, daß er keine Strafanzeige'/ der zurckoA-olle derKantorscken WirtschuftSstellegewählt gemocht hat. den Verband sogar Heuer wieder unterstützt/ und ihm auch noch in diesem Jahre ändert/ halb Millionen, angeblich für eine Fürsorgeaktion, aus- bezahlt. Es ist also kein Wunder, daß sich der Schwindler Kantor bei jeder Gelegenheit auf den Schmitz berufen hat und ihm als Referenz und Bürgen für seine Geschäfte angab. Schon vor einigen Monaten bat der Landesverband der Kricgsinvaliden einem Kohlcn- lieferanten, der bei ihm anfragts, ob es richtig s:i, daß der Herr Schmitz dem Schwerinvalidenverband die Be- lieferungen der staatlichen Anstalten mit Kohle zu- gesagt habe, an den Sekretär des Ministers Dr. Hauen st ein gewiesen, und dieser bat so von der Gaunerei erfahren. Herr Schmitz hat trotzdem nichts getan und damit den TreiSereien der Schwindler Vorschub geleistet. Merkwürdig ist mich ^ das Verhalten der Polizei in der ganzen Angelegenheit- Trotzdem einer der Geschädigten, Jngemeur Pissek, bereits vor einigen Wochen eins Anzeige erstattet hat, daß ihm Kantor 37 Millionen herausgeschwindelt bat, ließ ibn die Polizei, die mit Verhaftungen von Arbeitern nickst sehr zögert, auf freiem Fuß. Er batte Zeit, seine Fluckst in aller Bequemlichkeit vorzuberciten. Herr Pissek wendete sich an den Landesverband, der Krie"sinval»den. weil er, wie er angibt, bei der Polizei den Eindruck hatte, daß man dort den Richtung EalloS-Verband wegen dessen monarchistischer nicht zu hart anfassen werde. Tie Polizei zögert auch jetzt noch, die letzten Konsequenzen zu ziehen und den Tatbestand genau bekannt- zugsben. Vielleicht hat sie ihn noch gar nicht ganz gründlich untersucht. Gal los, der sich angeblich vor einiger Zeit aus seinem Verband zurückzog, ist bis heut?,.noch dort tätig. Er hat auch die Verträge mit Kantor abgeschlossen. Er war cs auch, der den ,-früHeren OMiannsteh Vertreter Kornelius Pfeiffer, war, Mst t D r a ch i a l g ew a l t a u s dem Verband o n t. f e r ist e. Dadurch hat man sich eines unbequemen Auffichtsorgans entledigst. Der Kontoristin Seiden- schmidt und Pfeiffer nahm Gallos mit Gemalt die Schlüsse! zu einem Kasten weg, in welchem sich die wichtigsten Belegs und Beweise, die Pfeiffer als Aufsichtsoryan gesammelt hatte, befanden. Darüber wurde bereits am 10. Jänner d. I. von Pfeiffer die Anzeige bei der Polizeidirektion (Ncgierungsrat Bastei) erstattet. Auch der Funktionär Herzig hat an den Ge- schäften mitgewirkt. So erschien er eines Tages im Finanzministerium bei Ministerialrat Klee mann und verlangte die Einfuhrbewilligung für einen größeren Posten Luxuslederwarcn für die Firma KGrner. Es handle sich, gab er an, um ein Tauschgeschäft. Der Schwer- beschädigtenverband schicke für die armen, hungernden Deutschen im Reiche Mehl und dafür werden die Leder- waren geliefert. Trotzdem kein wahres Wort daran war, erhielt Herzig vom Ministerialrat Kleemann eine warme Befürwortung und zum Schluß auch vom Ministerium die Einfuhrbewilligung. Dabei ist Herzig gor kein Oesterrcicher, sondern tschechoslowakischer Staatsbürger. Wollen die Behörden in der Zukunft derartige Skandale unmöglich machen, so müssen sie jetzt dieser „Organisation", von der man nichts als schwindelhaftes Treiben vernimmt. Las längst verdiente Ende bereiten. _^ _II-- ARBEITERKAMMER FÜR WIEN DOKUMENTATION DIE STUNDE (Wien) Nrj_ TAG: ^ X < v ' iß verhafteten Betrüger Mitarbeiter des „Präsidenten* Gallos Wir haben gestern berichtet, daß es det Grazer Polizei gelungen ist, einen großlangelegten Wohltätig k„e,i t s- schwinde! aufzudecken. AufGifed dej Erhebungen wurde festgestellt, daß. .unten dem Titel „Erste österr e Künstlergemeinschaf W {die ihren Sitz in Wien und eine Zweigstelle in Graz hatte), / fl J für die Deutschlandhilfe große Ttadun- lungen durchgeführt un I 5 k X ä 5 n 50k VI5U ll ll X 0 « 5 k 5 - I l 0 k kn. EIIM5IM6 M 1^6: Kaub M dm KriegsiMMen. HilfloseR aus die Strstze, die gesunde« ProLsktionskinder in die Trafiken. des dritten, vierten und fünften Lendercwirbrls leidet, Aus« tauschinvalider war und nun nach 43 Monaten Spitalbehandlung für seine Familie eine Existenz schaffen wollte, hat am S. Jänner Rekurs eingelegt. Ueber diesen Rekurs wurde am 21. Februar aber nicht verhandelt. Ilm die Verleihung der Trafik Wrmmergassc Nr. 5 bewarben sich: der hundertprozentige Kriegsinvalide St. M„ der hilflose I. H-, der ein Kind hat, dann der Hilflose A. F. und die kinderlose Adele Meytzner. Die FinanzbezirkSdireltion schlug die Meytzner vor. Der BesetzungsauZschutz aber, der dis Trafiken zu besetzen hat, beschloß, die Trafik dem Hilflosen I. H. zu verleihen. Die Finanzbezirksdirektion und der Ministerialrat Dr. Habermann versuchten alles, den Be- Mutz dch Ausschusses zugunsten der Meytzner rückgängig zu rnMen/Pluf Grund von Versprechungen der Finanzbehörden nsilljgt/Ader Hilflose I. H. gegen den Rat des Lcmdes- verba/dD Wien der Kriegsinvaliden in die Zurücklegung ein,, .wen» chm die Trafik auf der Dominikanerbastei verliehen wird. Äiese Trafik hat er natürlich bis heute nicht erhalten. Um die Neuerrichtung einer Trafik bei der Philadelphiabrücke suchte der leichtkriegsbeschädigte Rittmeister a. D. Hugo Strobach ckn, ein Sohn des verstorbenen Bürgermeisters Strobach. Strobach hat nicht nur eine Pension von 1,200.02V Kronen, sondern er hat eine ehemalige Gräfin nutz einer der reichsten Faaiilien Oesterreichs zur Frau. Seine Existenz kann also nicht als gefährdet bezeichnet werden. Ein Hilfloser aus dem Jnvalidenheim Hetzendorf suchte auch um die Errichtung einer Trafik an diesem Standort an. Er wurde kurzerhand abgewiesen, während der NekurS- ausschutz unter dem Vorsitz des Ministerialrates Dr. Habermann die Trafik dem Strobach zusprach, wie überhaupt Herr Ministerialrat Habermann eine geradezu bewundernswerte Offenheit im Protegieren an den Tag legt. Das sind nur einige wenige aus der Fülle von Beispielen, die unwiderlegbar zeigen, daß die christliche Negierung Seipel-Kienböck nun auch die Aermsten der Kriegsbeschädigten dem Hungertods überantworten will. Die Erbitterung der Kriegsinvaliden über die schamlose Protektionswirtschaft der Regierung und ihrer Organe wächst von Tag zu Lag. Nur den angestrengtesten Bemühungen des Landesverbandes der sehr merkwürdig, daß ! Krieg?invaliden und der Vertrauensmänner ist eS zu danken, Frau noch als Waise ^ datz sich die Empörung der betrogenen Invaliden bisher niw freie Bahn gebrochen hat. --^- , Vielen Hunderten Menschen aus dem Gebiet der heutigen Republik allein hat der glorreiche Habsbnrger- krieg beide Augen geraubt, beide Beine genommen, beide Arme entrissen, vielen davon beide Arme und beide Beine zugleich, ja dazu auch noch das Augenlicht. Menschenruinen I Unglückliche, deren Leiden so entsetzlich so groß, daß sich vor ihm jede Macht der Erde beugen ißje. Wer die Regierung des christlichen Priesters Ssiped-ist auch über diese Leiden erhaben! Es wird von ihr nicht xmrlangt, daß sie diesen ärmsten Kriegsopfern die Augen, ^le Gliedmaßen ersetzt, sie sind für die Unglücklichen für immer verloren.-Aber was die Regierung diesen Unglücklichen wieder geben Wnme, ist die Existenz. Freilich, sie körmxn nWht mehr an der Hobelbank stehen, die -Maschinen bedienen, Akten erledigen, aber eine Trafik führerz köMst sie und die s Trafiken gehören dem Bunde vnd MMegierung kann» Trafiken verleihen. Jn-Mr ReqieMdK' Nenner HM unser unvergeßlicher I'Nn mfch für die Invalide» gesorgt. -Damals wurde dietzAWMeit geschaffen; Trafiken, die Leirten. zugewieM stiÄWWÜe die Aafik nicht benötigen, weil sie wirrschaftlichnark sind und ohne Schwierigkeiten eineW"stind^s« Wgruf ergreifen können, zu kündigen, damit sie Kriegsmvalrden oder Hinterbliebenen nach KriegsMillEiP verliehen werden können. Die Negierung Seiwel Hat im Juli des vorigen Jahres diese Verordnung aü.§MHoben und flir die wenigen Trafiken, die setzt durch Todesfall frei werben, hat sie ihre gesunden Prostektionskinder mit geraden Gliedern. Das Leiden der blinden, arm- und beinlosen Menschen rührt sie nicht, für diese Unglück- lichen hat die christliche Regierung nur höhnendes ' Lächeln. Mehr als sechshundert der bedauernswerten Kriegsopfer warten seit Jahr und Tag auf eine Trafik. Wer bekommt sie? Darauf aebm die Tatsachen die beste Antwort: Um die Verleihung der Trafik Währingergürtel Nr. 48 bewarben sich der hundertprozentige, also Vollkriegsinvalide F. O-, Vater eines Kindes, der ebenfalls hundertprozentige Kriegsinvalide A. H., der zwei Kinder hat, der auch hundertprozentige KriegSinvalde R. A„ die nicht vorzugsberechtigten A. W„ I. I L n X z 8 n fllk ^ I L fj EIIMllsM 1^6: r^r' ^ Gallos noch ektrua^ verurteilt. Bekanntlich Laben die/ Genossen Dkax'imilian Brandeisz uns HanLM o l s m ü l l e rKdm bekannten Heinrich GaW von deM Der i« schwere Betrugsaffären verwsckMe,- aber vonMchWtz Mförderte sogenannte SchweritwHidHwerband / leinend Hrdienten Namen hat, wegen/ MWbeleidigUIg? geklägn s Gallos wurde nach einer mel« Tage währcnßeil Verhandlchrg nur wegen eines Teiles der Klage zu Hund «W tausend Lra««» »emictM. aber VS« dem Kormurf , W Brandeisz und Wolfmüller »Lügner" seien, frei-, gesprochen. ^ Gegen den Freispruch erhoben die Kläger die Be- > ruftmg. In der Bemfungsverhandlung am SamStag, führte der Klageanwalt Dr. Leopold Schwarz aus, § oay Gallos auch wegen des Vorwurfs der Lüge verurteilt werden müsse. Jedoch sei es den Klägern nicht darum zu ' tun, düh Gallos, de" ein Invalide ist, sireng gLstrast'» werde. Der BerusungSsenat unter dem Vorsitz des Hos- rates Dr. Ehrenreich gab der Berufung Folge, sprach Gallos in allen Punkten schuldig und erhöhte die Strafe au? hundertfünfzigtausend Krone N, und zwar deshalb nur um diesen Betrag, weil die Kläger selbst eine milde Strafe gefordert haben. Gallos hat nun die gaüzen Kosten des Pro zesses Mirag en. L si 6 ü > I 5 n X z u 5 n fon I L fj llll X ^ ^ sAI I o ^ AbgeorLneter Drexel KsM-agnon des - GaAos! ^ ' Vor einigen Tagen fand im Hotel Holzwarth di« Generalversammlung des monarchistischen, sogenannten Schwerinvalidsnverbandes statt. Es waren ungefähr dreißig Personen erschienen. Nach einem Referat des Gallos und des Herrn HanS Damm, der zuletzt den Titel Obmann des Schwsrinvalidenverbandes führte, wurde beschlossen, daß sich der Schwerinvalidenoerband dem sogenannten .Rcichsverband christlicher Kriegsinvaliden und Heimkehrer (Obmann der geistliche Abgeordnete Drexel) anschlietzt. Wie weiter berichtet wurde, habe sich Herr Drexel bereits erbötig gemacht, die „bewährten" Spitzen des Gallos-Verbandes zu übernehmen und ihnen neue Neuster und Würden zu verschaffen. Die Gründe dieser Umgruppierung find jedem Eingeweihten klar. Dis Gläubiger, die der Betrüger Kantor hinterlassen hat, wollen sich nämlich gerechter- weise an dem Schwerinvalidenverband, als dessen Beauftragter und Bevollmächtigter Kantor seine nunmehr den Staatsanwalt beschäftigenden „Geschäfts" abgeschlossen hat, schadlos halten. Durch die Auflösung und den Uebertritt zum Drexel-Verband will man diese Möglichkeit Hintertreiben und auf diese Weise die noch vorhandenen Geldbeträge und Sachwerts vor — dern Zugriff der Geschädigten retten. Die bisher vom Schwerinvalidenverband geübten Methoden werden nun unter anderer Flagge praktiziert werden. Der Name Gchwerinvalidenverdcmd war schon zu berüchtigt und sein Treiben der Oeffentlichkeit zu bekannt. Wenn Agenten dieses Verbandes auftreten, wird die Oeffentlichkeit zu wissen haben, daß dahinter niemand anderer steckt als die. die die Unterschrift des > Ministers Schmitz mißbrauchten und unter deren Leitung ^ die Milliardenbetrügereien des Kantor verübt wurden. In der Versammlung wurde auch berichtet, daß der großdeutsche Abgeordnete Dr. Wab er den ^ Funktionären des Gallos-Verbandss versprochen habe, daß, sobald die Vereinigung der reaktionären Jnvaliden- verbünde durchgeführt wird, ihnen die Regierung Mandate in den Kriegsausschüssm, wo die Kriegsopfer vertreten sind, geben werde. Was wir bereits bei der Gründung des GalloS- VerbandeS voraussagten, daß Gallos seinen Verband nur ins Leben rief, um dem an der Mitgliederschwind- sucht leidenden Verband des Herrn Drexel neue Schäftein zuzuführen, ist nun eingetroffen. Die Scheidewand, die in der Hofburg die Bureauräume der beiden Ver- bändchen trennte, ist nun gefallen, und Arm in Arm mit dem Gallo s erscheint nun der gesalbte Herr Drexel auf der Vildfläche. Es ist freilich vorauszusehen, daß an der Affäre Herr Drexel den größten Schaden haben wird. Gallos, der den Vermittler bei der ganzen Aktion spielte, hat ihm eingeredet, daß der Verband der Schwer- mvaliden 2000 Mitglieder zählt. Das ist aber nicht wahr und Drexel wird große Augen machen, wenn er gewahr werden wird, daß er außer den bereits sattsam bekannten Funktionären eigentlich gar keine neuen Mitglieder gewinnt. Die Kriegsinvaliden werden nun die ganze Komödie, welche hier gespielt wurde, durchschauen. Drexel, der als Abgeordneter eine gewichtige Stütze der christlichsozialen Regierungspartei rst, will durch seine gelbe Organisation die Stoßkraft der Kriegsopfer lähmen und sie besonders in den bevorstehendest Kämpfen um die achte Novellierung des Jnvalid enentschäd igu n b sgefetze s schwächen. Da aber die Regierung mit ihrem Gallo» herzlich wenig Glück gehabt Hatz wird sie auch mit der Kompanie Gallos-Drexel ihr Ansehen bei d«M Kriegsopfern nicht verbessern. / Wie wir erfahren, findet Gostntaa zur Feier der Vereinigung des GalloS-Verbands» mit dem Drexel-- Verband in der Kapuzinerkirche ein feierlicher Fest» gotteSdienst statt, den Herr Drexel, dsc Obmcmn der neuen Gesellschaft, zelebriere« wird. * » A» Hoteldird «!- Zu«U»M »er Sch««. diüüiiresdnbWdrs. Samstag gab eS in dem Jnvalidsnhsim in dstz Fasangartenstraße groß« Aufregung. In aller Früh« erschienen nämlich Kriminalbeamte, verhafteten dost dreißigjährigen Invaliden Franz Platouschek und überstellten ihn dem Polizeiamt Meidling. Gleichzeitig wurde in allen Raumen des JnvalidenheimS eine gründe liche Nachschau gehalten und in einem Klosett, welche» ver« sperrt und nicht benützt wurde, etwa sechzig Kilo» gramm Alpakaeßzeug und Bestandteile von Hotelservice aufgefunden. Diese Gegenstände trugen zum Teil noch die Gravierung Hotel Krcmtz, bei einem anderen Teil war versucht worden, die Gravierung durch Aetzungen unkenntlich zu machen. Bet Platouschek wurde der Schlüssel zu dem Klosett, in dem die gestohlenen Gegenstände verwahrt waren, gefunden. Platouschek war früher Eßzeugputzer im Hotel Krantz, gab aber diesen Posten auf und wurde Funktionär des Schwerinvalidsn» Verbandes in der Hofburg. Sr bekleidet dort noch jetzt dos Amt eines Sektionsleiters, ist Mitglied des Leitungsausschussrs dieses Verbände» und wurde zu Interventionen bei den Behörden verwendet. Platouschek wurde, nachdem er vierundzwanzig Stunden in Haft war und den Diebstahl eingestandest hat, bis zur Verhandlung auf freien Fuß gesetzt. Trotzdem ist er noch immer im Schwev» in validen verband als Funktionär tätig. Es war auch ein offenes Geheimnis, daß er bereits vorbestraft ist. Die Pfleglinge de» Militärinvalidenhauses sind über diesen Vorfall sehr erbittert und verlangen von der Regierung dis Entfernung des Platouschek, um so mehr, als er unter den 168 Pfleglingen der einzige ist, der, allerdings verdientermaßen, dem Gallos-Verband angehort'unö sich auch stets durch seine Hetzereien gegen die Mitglieder des Landesverbandes anszeichnete. —-^ ARBEITERKAMMER FÜR WIEN DOKUMENTATION DIE STUNDE (Wien) Nr.: TA6: S. 7 Invalidenheim als Diebsversteck. - /[J*j Der Ssszeugputzer als Funktionär des "Schwerinvaliden verband es" . ¥or einigen Tagen gab es im Invalidenheim in der Fasangartenstrasse eine grosse Aufregung. In al- ^.ler Frühe erschienen Kriminalbeamte und verhaftete^/ aus dem Bette weg den dreissigjährigen Invaliden Franz Blatouschek und überstellte ihn dem Polizeikommissariat Meidling.. Gleichzeitig wurde in allen Bäumen des Invalidenheines eine gründliche Nachschau gehalten und in einem Klosett, welches jesMii versperrt und nicht benützt war, ungefähr sechzig Kilo gramm A lnakka- eßzeug und Bestandteile von Hotelservices aufgefunden. Diese Gegenstände trugen zum Teile die Gravierung „Hotel Kranz“, beim anderen Teil war versucht worden, die Gravierung durch Ätzungen unkenntlich zu machen. Im Schlüssel Besitze des Blatouschek wurde der Klosett, in welchem die gestohlenen Gegenstände verwahrt waren, aufgefunden. Blatouschek war früher als Esszeugputzer 4m Hotel Krantz beschäftigt, gab aber diesen Posten auf und wurde Funktionär des "Schwerinvalidenverbandes* in d^. Hofburg. . Er bekleide Sekt ionsleit ers te dort noch jetzt der Amt- ,ist Mitglied des Leitungs- aueechussas dieses Verbanden und wurde zu. Interventionen beiden Behörden: verwendet. 1 B iitou a ehek* 'wurdet i inicbdem .er 24. Stunden in Haft war und den Diebstahl einge.sta.nden .. hatte., bis auf freien- Fuß gesetzt. zur Verhandlung § eines z k 8 e ! 7 c n X 1 « « 5 k f u k tilksi 80XU«^si7^7l0X llbk MW (Men) ^ >Ä--^ ZQ Seipels Totenopfer und die Lebenden. Heute abend treten FraA ZsMa und 'Herr Dr. Seipel mü ihren besten Nummern zugunsten der toten Helden des Weltkrieges auf. Es ist zwar fraglich, ob inan jemand emen .Helden nennen kann, der sehr gegen seinen Willen den Tod von den LMchüüengewehren des Feindes den Tod von den MasHrnMnwehre» hinter der Front vorzog, aber es sei. Ermordeten der Kriegsfurie mrscre toten Helden unWffmge und rede so gnt man kann für den Schmuck^iHxer Gräber. Es ist vielleicht nicht sehr republikanisch, es—iAA«h«lich nicht sozialistisch, es ist sehr viel MonarchrWheLt und noch mehr Gschaftel- Huberei dabei, aber cZ schüäet schlieUich niemand cüvas, wenn man.Leuten, dm einem Konzert der Frau Zcritzo, Mid des Herm Seipel bsstmchnen wollen, einiges .Geld abmmmt. Nur sollte man über den taten. Opserrr die lebenden nicht so sehr vergessen, und Herr Dr. Seipel täte wahrlich besser, wenn er statt für die Gräber der Toten ein wenig für die Kochtöpst der Lebenden reden wollte, natürlich nicht im Großsir Musikvereinssaal mit Musik und Gesang, son in der Nationalversammlung. Sehr z« rechter, Zeit bekommst die »roch Wenden- Helden, denen für ihre Helden taten eine Tapferkeitsmedaille an die Brust geheftet wurde, eine Erklärung, wie die folgende, die Nur in getreuer photographischer Ab-bildunL folgen lassen. Photographisch deshalb, weil das Lichtbild nicht lügt. Es ist die reine Wahrheit. So sieht der Dank für die aus,' die, wie zum Beispiel der Held der nachstehenden Erklärung ein Bein oder noch mehr in dem Krieg für Gott, Kaiser und,Vaterland gelassen haben, und dafür nun 4500 Krmren, sage und schreibe: viertansendfünfhrmdert Kronen, erhalten. Uns kann es natürlicherweise recht sein. Als Verächter und Bekämpser dxs Krieges können wir uns eine stärkere Werbearbeit gegen dieses Verbrechen nicht denken. Aber wir begeisen den Mann nutzt, der heute die Festrede für die toten Opfer des Krieges halten wird, nachdem er gestern zu dieser schmachvollen Abfertigung der lebenden Opfer ja und Amei, gesagt hat. Nebenbei: Was sagt der Herr ErsparmtgökommMr dazu?? Welcher Aufwand von Arbeit, Zeit und Koste«, damit ein arnrer Teufel eine Abfertigung bekommt, für -die er sich nicht gayK drei viertel Laib Brot kaufen kann! Ach ÄöeSgefertigter rrttSrr h-emü, baß ich zur «dgLU^s, Sbftttigm« des «it d« a» mich d« silbern« TapserkstSmchchüe L Eaffe sSbtt««« Taps e rWüme d uM I. A k sssr Msstimim T-7,s kll''' s-sch - . vtrbundenev.MzkeffKIG: MeMidlgÜch« Z«ÜW von «onaüich -st de» rmmaligea Bewsg vo»-. 4 M L mmrhme, «sd daß ich nach Bezahkmg di^er AWndungsinmme keine wir immer gemtekih Änsprüche «ms dem Dtel dieses BezugsrechieS geg« de« österreichisch«, Bmidesfchatz, gegeri-d-rLk. ». k.-Grax^ L-ÄM, Md W. ung. Ärar zu stell« hak:. GirichzMg bestätige ich des Empfang des ob« kristr«« Abfemgmmsdr«»-«». lS24. Bo«. Mb Zuname.-. Estkkpk ...... ä k 8 5 I I L k X z « 5 n 5UN I L ki ^ 6 : ^ ^ neuesten Ritter dieser Ehrenlegion, den Herrn Obersten Wplss, sreuen. ' ——--——-L. »k s c! 7 e«X»X X e« 7>ik x>ex ooxvxex7«7>ox EM (Uisn) Herr Echmch laßt Invalide aushunger- Sk schickt sechzig Wachleute gegen vierzehn tuberkulöse Sriegrvm-F. Fm Schlöffe des gewesenen Erzherzogs Leopold Salvstor oiuif dem Gallitzinberg saßen seit dem Umsturz tuberkulöse Invalide. Es war so etlvas wie sine ausgleichende Gerechtigkeit, daß die Prunkrämne eiires Mannes denen zugute kamen, die außer den Greueln der Schlachten und Gefechte auch denen des Dörrgemüses ausgelicfert waren, das der Besitzer des Schlosses der Armee verkauft hat. Sein Walten war selbstlos, sein Wirken so patriotisch, daß er zum Dörrgemüse umsonst das Fleisch lieferte; täglich mußten Wir von der Brühe, in der Herrn Salvators KriegÄieft- rungen brodelten, haufenweise die mitgesottenen Würmer abschöpfen. Der Zimmerman kam ins Land und Herr Seipel sanierte, daß alles krachte. Der Bund verschleuderte das Schloß mit dem dazugehörigen Maierhof, den Wirtschaftsgebäuden, den Dienerwohnhäusern und mit n eun-- zig Joch Prachtvoller Gärten, sorgfältig gepflegter Wälder, Wiesen und Weinbergen, die ein einziges riesenhaftes Gitter eiufriedet, um siebeneinhalb Milliarden Papier krönen. Das ist kaum eine halbeMillion Goldkronen, und wie verbrecherisch diese Verschleuderung war, ersehe man daraus, daß beispielsweise der , Er entzog ihnen das Essen. Er entzog ihnen den Arzt und die Pflegerinnen, er sperrte ihnen den Gas- rechaud, er sperrte ihnen das warme Wasser, er ließ sechzig Man» Sicherheitswache eine Kette um das Schloß ziehen, er verbot der Wache, eine«, der für dis anderen etwa Esser, holen ginge, in das Schloß zn- rückzulaflen, der Wirtin eines nahegelegenen Wirtshauses wurde Verbote», den belagerten Invalide« Lebensmittel zu verkaufen. Die Wachleute waren menschlicher als der Minister. ^ Sie gäben einem Mc. .n, der in Unterhosen und im Spitaks- mantel Milch holt und den sie vorschriftsmäßig zuerst Nicht ins Schloß zurück'affen wollten, nach langem Verhandeln doch frei. Vom Freitag bis Montag dauerte die Belagerung. Die Frauen der eingeschlossenen Invaliden versetzten Kft er und Wäsche, um den Eingeschloffenen WHemg drir-Mt zu können. Sie dursten nur biH aus^ Gitter des Gartens und unter der Aufsicht der Wachleute mußten sich die Invaliden über das Gitter hinweg, ohne mit ihren Angehörigen.sprechen zu dürfen, das Essen reichen lassen. Diese Zerschossenen, Kranken, Aevmsten, von denen man der Bäche erzählt hatte, sie wollten das Schloß in die Luft sprengen, schonten Herrn Beikschbergers Haus so sorgfältig, daß sie in denKlosc t t- muscheln Papisrentzündeten und ober diesem Feuer ihr Essen wärmten, um nicht in irgendeinem Zimmer Schaden anzurichten. Montag erfuhr das Ministerium, die Invaliden hätten sich an den „Abend" gewendet. Es war eins falsche Nachricht, aber sie genügte, um das Ministerium zu veranlassen, mit den „Rebellen" Verhandlungen zu beginnen. Als die Unterhändler heimkamen, war die Kette der Wachleute verschwunden. Freitag nachmittag, also am achten Tage, waren vierzehn schwer tuberkulöse Kriegsopfer «och immer ohne Essen, ohne Arzt, ohne Pflege. Man hat ihnen das Gas geöffnet, man hat ihnen einmal einen Arzt hinaufgeschickt. Als sie zu essen haben wollten, sagte man ihnen, es werde ja im Fasangarten für sie gekocht — der Fasangarten liegt hinter Schönbrunn — und sie könnten sich ja ihr Essön dort holen. Nach wie vor dürfen die Kranken keine Besuche empfangen. Freitag Nachmittag war ein Tag, an dem man keinen Hund aus die Straße gejagt hätte. Freitag nachmittag mußten die Tuberkulösen im Schneesturm mit ihren Frauen, die sie besuchen kamen, über das Garrcugirter hinüber sprechen. Die UnMicklichen haben mittlerweile mit dem Minister verhandelt. Sie stellen ganz bescheidene Forderungen, Forderungen, die im Rahmen des Jnvalidenflcsetze» liegen. Sie haben acht Tage gehungert, sie sind durch die fehlende ärztliche Behandlung in ihrem Zustand zuvück- gÄvorfen. Sie haben zu ihrer Kränkung noch der- Hohn empfangen. Denn die Geschichte dieser Belagerten hat, wie alle österreichischen, noch einen barocken Schnörkel. Als die Invaliden seinerzeit das Schloß besetzten, fanden sie dort auch einen Galawagen vor, der jetzt 52 Millionen Kronen wert ist. lieber diesen Wagen gibt es sine Urkunde, in der Leopold Salvator unter Gegenzeichnung mchrerer Minister die Verfügung getroffen hat, dieser Wagen gehöre den letzten Znvailiöen, die das Schloß bewohnen würden. Die Vierzehn sind dis letzten. Sie erklärten sich mit 7 Millionen zufrieden. Das Ministerium amtwortete: „Ihr könnt euch den Wagen ruhig mitnchmen." Das Ministerium weiß aber, daß die Schenkungsurkunde über diesen Wagen nicht da ist, daß sie im Ministerium für soziale Verwaltung verschwunden ist, nicht auffindbar ist, and daß daher die Invaliden, wenn sie wiMch den Wagen Mitnchmen würden, schon mit dem: nächsten Sicherheitswachmann einen Anstand hätten. Wer es bleibt bei seinem Hahn, umMvchr, als cs um die Furcht der vierzehn Invaliden weiß, auf die schwarze Liste gesetzt zu werden. Es gibt nämlich eine schwarze Liste der Kriegsopfer. Sie liegt bei allen Jnv-Äidenibehörden auf. Sie enthält die Namen aller „Rebellen". Und ihr Todesurteil. Denn kommt ein solcher Mann, der aus der schwarPn Lifte stcht, zu einem FnvalDenamt, dann kann er noch so krank sein, « wird hinauSgeworfen. Das ist keine leichtfertige Behauptung. Der Invalide Angeli stand auf der schwarzen Liste. Er war in häuslicher Pflege. Er wurde krank. Man anerkannte ihn nicht. Er stand auf der schwarzen Liste. Zahllose Male meldete er sich krank. Zahllose Male Gag er hinaus. Eines Tages erklärte nmt ! ihn doch für spitalsbMrstig. F« -er darauffolgenden Nacht starb er. Die vierzehn Rebellen wissen, daß dieses Schicksal ihrer harrt, Trotzdem würden sie, durch achttägigen Hunger weich gemacht, einwilligen, in häusliche Pflege zu gehen. Obwohl einige von ihnen unterstandslos sind, obwohl einige wu ihnen höchstens ein Schlafstätte im Kriegsbcschädigten- ashl finden, obwohl einer van ihnen, ein verheirateter Mann, nicht weiß, wohin er sich wenden soll. Seme Frau ist Näherin, sie tvohnt in einem finsteren Loch, in dem eben noch ein Bett und eine Nähnraschi^e Platz haben. Dieses Loch will der Mann mit ihr nicht teilen, um sie durch fröre Krankheit nicht zu gefährden — auch er n«rtz mit den: Herrn Minister käMpferr. Der Herr Minister Schmitz wird uns wahrscheinlich eine Lrllärung schicken. - Er wiÄ> uns tvahrscheinlich an Hand verschiedener Bestmunmwen, Verordnungen, Toll- zr-gsantve'.su gen Mid Paragraphen einveden wollen, das Recht fei auf seiner Seite. Wir wünschten, die vierzehn Män.«r, die Freitag unseren Mitarbeiter umgaben, )er erst nach Legitimierung und mit ein paar Grobheiten Einlaß in das belagerte Schloß fand, diese Vierzehn mögen Herrn Schmitz nachts im Traume erscheinen. Eine gesittete Ge-' meinschast Mt einen Mann wie diqsn zum Teufel. Er Mg sich auf AMr» bedruckten Papiers stützen, das Recht der vierzehn Rebellen steht turmhoch Wer dem sems». Denn cs ist das Recht der Gehetzten und Verzweifelten. -i- - Die Invaliden sind Mittlerweile befviedigt worden. Sie sind ausgezogen, und der ,Landesverband Wien" läßt uns wissen, er enthalte sich des Urteils über ,chas Schändliche der Handlungsweise des Ministers Schmitz", d« Vierzehn vom Gallitzinberg hätten aber, um ihres Vorteiles willen, nicht Weichen wollen. Wir bestreiten es nicht, bestreiten aber jeder Regierung das Recht, gegen schwerkranke Menschen/auch wenn sie einen bescheidenen BorteN erlangen wollen, so vorzugehen, wie es diese RHi-ermig getan hat. . .—--- ^WLIMILIIUW 1 ^ 6 : j . (Von unserem nach Laxenburg entsendeten'Berichterstatter.) ' " Die Gerüchte, die rn^der Osffentlichkeit verbreitet haben fast em Mr lang bas Hotz gefracyter, Mch werdem und'das bcharrliche Stillschweigen der General- dem Bahnstationen Modlrng. Larenburg. Guntrams- Direktion deA Kriegsgeschädigtenfonds veranlaßten uns, Musrtich einen Berichterstatter nach Laxenburg zu entsenden. dorf und noch weiter mit Achse befördert. Das beste Bau- und sonstige Nutzholz wurde abgeführt. So wurden auf der Parapluiewiese herrliche Bäume gefällt, sämtliche ^ ' Unter der Bevölkerung und den Bediensteten der rechten ^ gelegt, und noch heute siebt man Baume, die zum fallen herrscht große Erbitterung darüber, - datz die Herren ^zeichnet waren oder bei denen das Zeichen mühselig von der Looiets Laonxms so uneingeschränkt und selbstherrlich arbeiten konnten, trotzdem dem Kriegs- ausgekratzt ist: durchwegs die besten Bäume, während Dürrlinge und Windbrüche unanfgearbeitet blieben. So sind beim Staffelplatz zwei Eichen, die nur von sechs macht- Wurden. Es wurde-. Minern umfaßt werden können, bezeichnet, ebenso beim ^ dem bereits rn ^r Laune" usw. Der große Obstgarten ^ .--^rbaurat Robert Bauar und dem h^m Sadismus dieser Verbrecher oder Wahnsinnigen ^ die unmittelbare Schuld den mit Opfer gefallen. Der Ertrag des Obstgartens konnte allen Vollmachten ausgestattetem Inspektor. M a n.n e r, im Frieden und in der Krieaszeit die gesamten Personal- emen ehemaligen Maxor,^trifft, dessen Vorbildung und auslagen decken. Heute ist die Umfriedung gefallen, die von keinerlei Sachkenntnis getrübt rst. . , Bäume sind verschwunden, die letzten Reste werden durch Bereue, rm Sommer-1923 wurdLhem Reglerungs-, Mangel an Schutz von den Hasen angefrcssen. dadurch rat des Krlegsgelchadlgtenfovds Rs-biczek berichtet, ist für die Laubbcständs große Gefahr durch Wind- und Laß die Gu^ßersenrohre?dieM Maria-Theres'.ens Sckmeebruch heraufbeschworen. In der Sache liegt ein Leiten die Wasser zu- undablMenund die den not- System: da der Wald zur Anlegung einer Rennbahn wendigen Durchmesser von -^/Zentimeter'hatten und nicht freigegcbcn wurde, mußte der Obstgarten fallen, das Stuck ber einem ^ MetE Länge - 280 Kilogramm »m den Wald natürlich zugrunde geben zu lassen, wogen, in einer Ausdehnung von 60 Meter ausgsboben Noch erschreckender sind die Zustände im exoti- und durch Ton- und, Betochrohre, die bloß 20 Zenti» s ch e n Garten. Er umfaßt 18 Joch, die von einer Meter. Durchmesser haben uhH daher ung enüg end 180 Meter hohen Mauer umgeben waren. Sie ist bis auf -stnd.^ersetzt wurdest--. Tie GrLöen der Eisenrohre sind nur wenige Meter, die umgestürzt sind, Vollständig der- —. ..r. , ..... . ' l umfaßte alle Hart- und Wstch- usw. der Welt und wurde in .. ->«,»«,-» u» r V 2 >cllven. x,is mwmanniiaien «-reuen hoch geichätzt. Er war alljährlich Gußsisenrohre^felostMuWtzn' an Private nach/Ahgers- das Ziel wissenschaftlicher Korporationen des In- und darf verkauft. Bei MlchSchwimmschule wurden :die, Auslandes: Heute sieben nur die Tafeln da. die die Äohre.' auf--.ihr'.MaterZal/Ä untersucht^--.-och'.'-»waren- es Pflamengruppen und Beete bezeichneten, einige Banm- nicht Eisen-, sondern Betonrohre.- Sie//wurden - beim" stümpfe und .Unkraut. Viele Milliarden sind dem Van- Aufgraben zum Teil zerschlagen,'aber-so liegen,-gelassen, dalismus zum Opfer gefallen. Aebnlich sieht es bei der nur bei den Bruchstellen', mit Blechfetzen verkleidet und Fasanerie am Forsthaus : nur die Pappeln wurden stehen - die"Gräben offen gelassen, so daßB ebenso:' wie- bei den, gelassen, aber alle Rüstern, Weißbuchen, Eichen und anderen Rohrgräben, dis Gefahr besteht, daß VorübeH^ Abornbäume, darunter ein Drittel Jungwald, gefällt, gehende Hineinstürzen. Es ist nurEzu verwunderst, dam zuw scheine wurde der Baden mit dem Danchfvflug ° sich. die Bau- und Sicherheitspolizei um Larenbura/Eroch ütz-'-rfahren, bis und dg gesät, um den wahren Zweck der Eisenblech -durch Dachpappe ersetzt, die jetzt, im Frühjahr, nickt r'ntzw' '"''tzd" . Wasserrinnen, obwohl//welche" ./da ^wären, wodurch dir Mauern durchwaschenMstd brüchig gemacht wurden. Blauen Stöckel wutden sämtlich/Mauern, die Flecke MSep^-,1 ? bei/'derS'GÄit^B-fetzlt-MteriveisH das Geländer. Die ^ Brückew sinh, zum Teil sehr-fchadhäfch-^. eine, die fahre- lang wegen Einsturzgefahr gesperrt war, wurde eigenmächtig wieder eröffnet — und nur notdürftig ausgeflickt. Die früher guten Straßen sind unpassierbar und mit Kuh- und Schafmist bedeckt, da diese Tiere ... .. . , nahezu wild im Park herumstreichen. Geradezu an z^igt'eiÜ H's"^zu' hustdertsiebziFZentimcter Höhe ab- Irrsinn grenzt die „Tätigkeit" des Inspektors geschlagen, so daß dm Ziegel bloßliegen, und jetzt wird Männer in der Fischzucht. In dem strengen Winter hie Herstellung des Verputzes'viele Millionen ausmachen. 1923/24 ließ er fünfmal die bis drei Kilogramm schweren ^ -Md wenn die Angestellten, langjährige Praktiker, Karpfen, auch Mutterkarpfen, vom kleinen Teich in den ' ' ... . "" ^ großen Teich umlegen und umgekehrt. Das letztemal, am 23. Dezember, ließ er die mehr als fünf Zentimeter dicke Eisdecke aufschlagen, die Karpfen vom großen in den kleinen Teich schütten. Im Früh- jahr, beim Ablassen des kleinen Teiches, gab es wobl- gezählte 1900 Karpfen, die verendet waren, nicht ein einziges Stück blieb erhalten. Geradezu an Vandalismus grenzt der Raubbau, den die Hilfreich und Männer imPark getrieben baben, und es ist ernstlich die Frage aufzuwcrfen, wo das Denk- dis in Laxenburg alt geworden sind, einen Einwand wagten, wurden sie vom Inspektor Männer verhöhnt und bissig gefragt, in wessen Diensten sie stehen, ob sie das Brot der Looietö anou^we oder des Bundesdenkmalamtes essen? Nur wer sich Liebkind machen.konnte, stand in Gnade. So der „Leibjäger" des Direktors Hilfreich, der bereits die fünfunddreißigjährige Dienstzeit längst überschritten hat. Der Gärtner Kubic durfte tun und machen, was er wollte: trotzdem zwei Jäger eingesetzt sind, schoß er alles, was ihm vor das Gewehr kam, soff, nnt ^ ^ r. Hilfreich. Mate von GLtz von Berlingen flogen herüber malsSmtzamt und der Krwgsaeschadigtenfonds geblieben unh hinüber und Hilfreich war oft so ichwer angetrunken, sind. Die dicksten und schönsten Bäume wurden gefällt daß er seine Tabatiere. seine Zahnprothese verlor, des oder zur Gänze ausgcgraben. Drei Bauern von Laren- öfteren wurde er iin'Stratzengraben schlafend aufgefunden und einmal zerschlug er im Rausche Geschirrim Werte" von . mehreren Millionen Kronen. > 5 Die Generaldirektion ^ des - Kriegsgeschadigtenfonds scheint sich dis Sache sehr leicht zu machen, sieschweigt b e.h arrli ch obwohl sie nicht in letzter Linie die Verantwortung zu tragen hat? Wo bleiben die Fachleute des Fonds, der Forstreferent' Oberforstrat Nadler,' der Baureferent Hofrat M ü llner und der Referent für Landwirtschaft Wirtschaftsrat Kris? Oder hat Herr Kris seine ganze Kraft durch Verleumdungen der land- und forstwirtschaftlichen Betriebsgesellschaft und der Gemeinde Wien verausgabt? Die Vertreter des Notional- rateS und der Landtage, aber .insbesondere die der Kriegs- beschädigten im Kuratoriurn, werden die strengste Untersuchung zu verlangen haben und rücksichtslos müssen die zur Verantwortung gezogen werden, die schuldtragend sind oder die Schuld durch Stillschweigen gedeckt haben. Wer find die WuMgen an dm Verwüstungen st., in> LaxerHyr- '. s.., ' j VoNig n d e r ? r S.e i .t e, wird-uns berichtet: st st' z- Trotz allen WarnuiiAen, die immer unchimmer wieder ''an kompetenter Stelle einliesen/wurde nichrsurnternommen, um ein abscheuliches Verbrechen; am Volksgut, . die . Ver- ^ Wüstung des Laxenburger Naturparkes, zu verhindern. Als die. ersten Anzeichen bemerkbar, wurden, daß die sagenhafte französische Gesellschaft, die kweivtö anonz ms, der das wertvolle Laxenburger Objekt in Pacht gegeben wurde, nichts anderes im Sinne habe, als alle Kunst« und Naturschätze zu plündern, hat der sozialdemokratische Landlagsabgeordnete Duda im niederösterreichischen Landtag an die Landesregierung eine dringen d e I n t e r- p e l l ation gerichtet und Schutzmaßnahmen verlangt, damit das kostbare Volksgut erhalten bleibe^ Seither sind z w e i A a h r e vergangen und was ist geschehen ? Heute muß. mit Recht die Frage aufgeworfen werden: Ist die Laxenburger Untat ein Produkt der berüchtigten öster- . reichischen Bureaukratenichlamperei oder das Werk, von Verbrechern oder beides? Denn soviel steht heute schon fest, daß die berufenen A u f s i ch t s b e h ö r d en ihre Pflicht in der g r ö b l i ch st e n W e i f e v e r n a ch lässigt e n, da sie es nicht hinderten, daß die Pachtgesell schaft nicht nur die schönsten und kostbarsten Edelholzstämms ist den riesigen Parkanlagen Niederschlagen ließ, daß die ^ Arbeiten beim Fällen der uralten Eichen in gewissem ! losester Weise geführt wurden, wobei an den jüngeren Beständen durch die fallenden Baumriesen unersetzlicher ^ Schaden angerichtet wurde. Nicht. genug an dem, die Pächter haben eine Parkfläche von gut einem' Kilometer Länge und 500 Meter Tiefe ganz rasiert und die überaus kostbaren Nutzhölzer natürlich alle, verkauft. Wenn heute der Naturfreund von Müüchendorf kommend die herrlichen Eichen bestände, die sich bis zu den Hosstallungen erstreckten, sucht, findet er eine kahle Fläche und nur um ein abscheuliches Verbrechen am Volksgut, die Ver- - Wüstung des Laxenburger Naturparkes, zu verhindern. Als die ersten Anzeichen bemerkbar wurden, daß die sagenhaste französische Gesellschaft, die Locistö anon^ms, der das wertvolle Laxenburger Objekt in Pacht gegeben wurde, nichts anderes im Sinne habe, als alle Kunst- und Naturschätze zu plündern, hat der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Duda im niederösterreichischen Landtag an die Landesregierung eine dringende Interpellation gerichtet und Schutzmaßnahmen verlangt, damit das kostbare Volksgut erhalten bleibe. Seither find zweiIahre vergangen und was ist geschehen? Heute muß mit Recht die Frage aufgeworfen werden: Ist die Laxenburger Untat ein Produkt der berüchtigten österreichischen Bureaukratenichlamperei oder das Werk von Verbrechern oder beides? Denn soviel steht heute schon fest, daß die berufenen Aufsichtsbehörden ihre Pflicht in der gröblich st en Weife vernach- I ä s s i g t e n, da sie es nicht hinderten, daß die Pachtgejell- schaft nicht nur die schönsten und kostbarsten Edelholzstämme in den riesigen Parkanlagen Niederschlagen ließ, daß die Arbeiten beim Fällen der uralten Eichen str gewissenlosester Weise geführt wurden, wobei an den jüngeren Beständen durch die fallenden Baumriesen unersetzlicher Schaden eingerichtet wurde. Nicht genug an dem, die , Pächter haben eine Parkfläche von gut einem Kilometer Länge und 500 Meter Tiefe ganz rasiert und die überaus kostbaren Nutzhölzer natürlich alle verkauft. Wenn heute der Naturfreund von Münchendorf kommend die herrlichen Eichenbestände, die sich bis zu den Hofstallungen erstreckten, sucht, findet er eine kahle Fläche und nur Stockreste, und aus dem Erdboden oft meterhoch emporo ^ ragende Vaumwurzeln sind als Erinnerungszeichen einer ehemals herrlichen Parkanlage übriggeblieben. Ebens- wmde der Tiergarten total verwüstet, nicht nur die Mauern niedergerissen, auch der prächtige Baumbestand vollständig niedergeschlagen. Der Schaden , wird nur noch größer, wenn man bedenkt, daß große, ; viele tausend Hektar betragende Anbauflächen schutzlos sind, da ein Teil des Parkes Windschutz bot, was um so notwendiger war, als alljährlich die heftigen »Badener ^ Winde" die Felder nach der Umackerung leersegen, so daß viele Landwirte die an einzelnen Stellen zusammen- ^ getragene Flugerde vor Beginn der Anbauarbeiten sammeln und auf ihre Aecker führen müssen. Wo blieb die christlichsoziale Gemeindevertretung ? Es wäre nun auch noch die Frage berechtigt, warum die Gemeindevertretung von Laxenburg, deren Mehrheit reiche Bauern und Geschäftsleute bilden, nicht gegen diese Verwüstungen protestiert hat. Es ist bezeichnend, daß der Direktor Hilfreich unter diesen ausgesprochen christlichsozialen OrtSgrößen das größte Vertrauen genoß — trotz seiner ostgalizischen Abstammung. Zunächst wurden, nue im Orte allgemein bekannt ist, viele der Ortsg.rötzen mit H o l z- ^ Zuwendungen aus den Verwüstungen, die der saubere Herr Hilfreich im Parke anrichtete, mundtot gemacht. Auch köderte er die Geschäftsleute mit allen möglichen Versprechungen, indem er ihnen in den schönsten Farben die Zukunft Laxenburgs ausmalte, das durch Hotelbauien, Rennbahn, Spielhölle rc. ein- wahres Paradies für alle möglichen Wucherer werden sollte. Hilfreich verstand es durch seine Ueberredungsgabe, sogar den sonst so vorsichtigen Landleuten große Geldsummen a b z u k n ö p f e n. Der' christlichsoztale Gemeinderat und Baumeister Rauch wurde der Material- > Plünderung beim Niederreißen der Tiergartenmauer bei« ! N"mg-n >'"d weint heute seinen 140 Millionen Kronen nach, die er dem Hilfreich als Vorschuß auf das erhoffte Baugeschäft gab. Mehrere reiche Bauern haben dem geriebenen Herrn viele Millionen Kronen geborgt, es ist fast kein Mensch in Laxenburg unter den Besitzenden, den Hilfreich nicht mit Erfolg angepumpt und um viele Millionen Kronen begaunert hätte. Am meisten zu bedauern sind einige Gewerbetreibende, Wagner, Schmied, Apotheker usw., die um viele Millionen Kronen geschädigt wurden, unter ihnen ein armer Teufel, ein ehemaliger Leibsäger, der leine Abfertigung, gegen fünfzig Millionen Kronen, dem Hilfreich ausfolgte. Aber auch die Landarbeiter, die am Wirtschasishof beschäftigt sind, arme burgenländische Familien, wurden um Hunderte Millionen Kronen betrogen, durch Lohnrück st ände, Urlaub 8 geld, das nicht ausgesolgt wurde, rückständige Naturaldeputate. Die Höhe der Sch.rdenssnmme wird durch den Land- und Forstarbeiterverband erst ermittelt. da diese Leute erst kürzlich der Organisation bei- grtreten sind. Es ist ein ganzer Rattenschwanz von Betrügereien, die verübt wurden, und trotzdem die beiden Direktoren Hilfreich und Bauer Puter Schloß und Riegel sitzen, wurden bis Freitag keinerlei Vorkehrungen getroffen, das noch vorhandene wertvolle Inventar zu schützen. Die Arbeiter haben nun zum Selbstschutz gegriffen. Als Samsiag zwanzig Kühe weggesührt werden sollten, haben sie das verhindert. Wie wir bereits gemeldet haben, hat der Vertreter des Land- und Forstarbeiterverbairdes Abgeordneter Duda noch Samstag nacht d;e Wiener Polizeidirektion telephonisch verständigst daß die Gefahr bestehe, daß die noch im kSchlosse wohnenden Angehörigen der verhafteten Direktoren wertvolle Kunstfchätzc verschleppen. Es ist unerklärlich, daß wildsrenröe Leute in z n 8 c I IL n X z«u e n fün > e«« U6: >! den reich ausgestatteten ehemaligen Hosiminrerns ^bie wertvolle Kunstschätze und Mobiliarieu bergen, Hausen dürfen und, wie man hört, keinerlei Verzeichnisse über das Inventar vorhanden sind. Liegt es nicht nahe, datz die gerissenen Direktoren, die sogar die Tücher abdecken, Gebäude und Mauern niederrcißen ließen, um das gewonnene Material zu Geld zu machen, auch einen Teil der unbewachten Kunstschötze rauben? - Der Skandal in Laxenburg muß vollständig aufgeklärt, diejenigen, die schuld daran sind, daß die beiden Direktoren ihre Verbrechen am Volksgut begehen konnten, müssen gesucht und gefunden und der Bestrafung Angeführt werden. « » » Ist das die Aufgabe der Polizeikorrespondenz? Die Polizeikorrespondenz gab sich gestern abend dazu her, eme Satzichnft des Rechtsanwalts eines verhafteten Direktors an die Zeitungen auszngeben. Darin wird nicht nur in unzulässiger Weste versichert, datz das eingeleitete Strafverfahren ergeben werde, daß sein Klient unschuldig sei. sondern cs wird auch für die famose . französische Gesellschaft und den Vertrag Stimmung ge- ^ macht. Wie kommt die amtliche Pblizei- ikorrespondenz dgzu, so.in das gerichtliche Verfahren eingrersen zu helfen und für eine Privatgesellschaft j Partei zu ergreifen? -- M: ^Offene Anfrage an den Präsidenten des Kriegs- geschädigtenfondskuratvrmms Dr. Josef Resch. Seit zwei Wochen beschäftigt sich die gesamte Oeffentlichkeit mit der skandalösen Wirtschaft der Soziütä Anonyme de CHLteau Laxenbourg und ihres Direktors auf dem gepachteten Fondsgut. Es wäre nun zu erwarten gewesen, daß schleunigst eine Sitzung des Kuratoriums einberusen wird, damit dort über die Angelegenheit eingehend berichtet und den Mitgliedern des Kuratoriums, zu welchen Vertreter des Nationalrates, der Landtage -und der Kriegsbeschädigten- organisationen gehören, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird. Dies ist bisher leider nicht geschehen. Daher sieht sich der Gefertigte als einer der Vertreter des Nationalrates im Kuratorium veranlaßt, an den Herrn Präsidenten die folgende Anfrage zu richten: „Ist der Präsident geneigt, ehestens eine Sitzung des Kuratoriums einzub er us en, um dort über die durch die Presse aufgedeckten unerhörten Vorkommnisse auf dem Pachtgut Laxenburg Aufklärung zu geben? , Ist der Präsident geneigt, der Oeffentlichkeit mitzuteilen, was das Kriegsgeschädigtenfondskuratorium zu unternehmen gedenkt, um die Schädigung der Interessen--des Fonds und der Kriegsopfer hintanzuhalten?" —^^ Zu dieser Stellungnahme in der Oeffentlichkeit sieht sich der Gefertigte genötigt, da bei der seinerzeitigen Zusammensetzung des nuen Präsidiums — woran allerdings den jetzigen Präsidenten keine Schuld trifft — die Forderung der Sozialdemokraten und der Kriegsgeschädigtenorganisation nach Mitvertretung im Präsidium nicht berücksichtigt wurde. Die bürgerlichen Parteien des Nationalrates betrachten dies als eine Angelegenheit, die nur sie angehe. Es wurde auch auf eine schon vor mehreren Monaten gestellte Anfrage des Gefertigten in einer Sitzung des Kuratoriums Uber die Laxenburgangelegenheit erklärt, daß keine Bedenken gegenüber der pachtsührenden Gesellschaft obwalten. Wien, 29. April 1924. Anton Hölzl, Mitglied des Nationalrates, Mitglied des Kuratoriums. Der amtliche Bericht. ' Die Generaldircktion des Kriegsgeschädigtenfonds teilt zur Verhaftung von Bauer und Hilfreich mit: Das Schloß und der Park in Laxenburg, Eigentum" des Kricgsgeschädigtensonds, sind seit April 1822 an die Chilteau Laxenbourg Socidtd Anonyme (Aktiengesellschaft) in Paris verpachtet. Ihr bevollmächtigter Verwaltungsrat in Wien ist Robert Bauer: ihr Vertreter in Laxenburg Richard Hilfreich gewesen. In der letzten Zeit hatte die Gesellschaft arge Geldschwierigkeiten, weshalb sie die Versicherungsbeiträge für die Laxenburger Fondsangestellten an die Krankenanstalt der BundeSangestellten und die Pensionsfondsbeiträge an die Generaldirektion des Kriegsgeschädigtensonds nicht mehr abführte. Auch hat sie die landwirtschaftlich nutzbaren Grundstücke für einen größeren Betrag eigenmächtig unterverpachtet, Bäume widerrechtlich geschlägort und ist schließlich, sogar daran gegangen, Fondseigentum zu verkaufen, Deren Entfernung hat sedoch die Fondsverwaltung nach rechtzeitig verhindert. Unbefugt geschlägert wurde eine Banmaruppe auf der sogenannten Parapluiwiese und im anstoßenden Kronprinzenwäldchen. Der größte Teil der Umfassungsmauer der abseits vom Parke gelegenen Kaissr-Franz-Remise wurde niedergelegt. Die gescklläaerte Baumgruppe stand unter dem Schutze des Bundesdenkmalamt es. Die Ziegel und Bruchsteine der Mauer sind, obwohl im Februar 1924 von dem Vertreter der - Vgebtaesellschaft das Gegenteil Versickert worden ist, damals schon mehreremäl verkaufst Die Generaldirektion hat allerdings das Wegsühren des größten Teiles der Baustoffe verhindern können. Die Verwaltung des Kriegsgeschädiatenfonds hat gegen die Gesellschaft die Anzeige bei der Staat s° anwaltschaft erstattet und die Auflösung des Pachtvertrages eingeleitet. K n n st g e g e n st ä n d e sind nicht abhanden gekommen. Das Zngrundegehsn von Fischen in den Teichanlagen durch Erfrieren berührt keine Interessen der Fondsverwaltung, da diese Fische aus Mitteln der Gesellschaft angetanst worden sind. Einige kleinere Verfehlungen der Gesellschaft bat die GeneraldirckUon deshalb nicht zum Anlaß eines Einschreitens genommen, weil von dein aus diesen Handlungen oder Unterlassungen entstandenen Schaden nicht gesagt werden kann, daß er nicht mit der Zeit von der Gesellschaft wieder hätte gutgemacht werden können ll 0 !< U « k H I A I I 0 si ^65>I^rLIM6 Ne Schwindeleien des Gallos-Berbandes., < ^ vc. -»-'? V ^ ^ ^ .j st.M: si, ' - ' ».zr.r ^ -1»- k - Gallos vor dem Schwurgericht.,' Tech^ Heinrich Gallos, . dessen - übelriechende. Affären dm Oeffentlichkeit' so oft beschäftigten^ steht jetzt vor dem Schwurgericht. Er hat-geklagt, weil ihm in der Arbeiter-Zeitung Gaunerer' und' Verbindung mit den Monarchisten nachgesagt worden ist. Gallos ist ein Schwermvalider und hat auch der großen Jnvalidenorganisation angehört. Disziplinierte Arbeit hat er dort nicht geleistet. Er hat immer davon gesprochen, daß nicht nur die Schwerinvaliden das zu bekommen haben, waS ihnen, weil sie so viel gelitten haben, gebührt, sondern er hat auch in der Organisationsarbeit ihre besondere Hervorhebung verlangt. Der Landesverband der Kriegsbeschädigten hat diesem Wunsche Rechnung getragen. Es wurde ein besonderer Ausschuß, bloß aus Schwerinvaliden, zusammengesetzt und Gvllos wurde der Vorsitzende. Doch er benahm sich so, daß die anderen Schwerinvaliden im Ausschuß seine Entfernung forderten und diese auch eintreten mußte. Nun hat Gallos gar keinen Zweifel mehr an seinen Absichten gelassen. Er gründete im Herbst 1922 den sogenannten „Verband der Schwerinvaliden und Hilflosen", der, wie sich bald herausgestellt hat, auf Betrug angelegt war. Alles, was mit diesem Verband zusammenhängt, ist Gaunerei gewesen. Eine wirkliche Organisation war dieser Verband nie, denn er sollte keine Mitgliedsbeiträge einheben. Das Mitglied hatte ein für allemal 1000 Kronen Einschreibc- gebühr zu zahlen, und mit diesen 1000 Kronen war pmn das ganze Leben Mitglied. Die erste Absicht, die mi^ diesem Schwindel erreicht werden sollte, war, dem Gallos Gelegenheit zu geben, sich mit einem großen Mitgliederstock zu prahlen. Natürlich, wenn die Leute nichts zahlen, konnte es dem Gallos gleichgültig sein, ob sie ihren Austritt anmelden oder nicht. Sie sind dort von vornherein lebenslängliche Mitglieder. Außerdem war ein noch viel größerer Schwindel beabsichtigt. Da der Verein, weil keine Mitgliedsbeiträge eingehoben wurden, normale Einnahmen nicht hatte, war es die Absicht des Gallos, abnormale zu bekommen. Wie stellte Gallos das an? Vor allem ging er zum Minister Schmitz. Als dieser Freund der Invaliden hörte, daß eine Spaltung der Jnvalidenorganisation beabsichtigt sei und daß sich die Gründung an die Monarchisten anbiedere, jubelte er vor Freude, Er gab auch sofort dem Gallos-Verband eine Million aus dem Fonds, der dem Minister aus einer sehr trüben Quelle zufließt. Den Kaffeehäusern sowie den Kinos hat nämlich die Polizei eine Gebühr abgenommen, für die es keine gesetzliche Grundlage gibt. Sie bildet den Stock des Jnvalidenfönds, den Schmitz verwaltet. Herr Schmitz meint, daß er das moralische Recht habe, aus diesem Fonds Zuwendungen nach Belieben zu machen, und er hat deshalb dem Gallos dis Million gegeben. Aber wie hätte mit einer Million Gallos das Auskommen gefunden? Er schickte sofort zwei Leute zu dem Monarchistenhäuptling Wolfs von der „Staatswehr", damit dieser ihm Adressen von Leuten gebe, die das anrüchige Unternehmen des Gallos fördern. Wolfs revanchierte sich und erwies dem Gallos-Verband die hohe Ehre, ihn zu besuchen. Die Geschäftsverbindung zwischen Wolfs und Gallos war eingeleitct, Gallos hielt Reden bei den Monarchisten und bekam dafür Lobsprüchlein in den: blödesten Blatte der Welt, dem Woffschen Sudelwisch „Staatswehr". Außerdem durfte Gallos seither bei den Unterhaltungsabenden des Wolfs aufspielen. Gallos war ursprünglich Musiker; seitdem er invalid ist, hat. er eine Tabaktrafik, «sine Musikschule und eine Musikkapelle. Minister Schmitz durfte natürlich bei der Förderung der Schwindelgründung hinter Wolfs Nicht zurückbleiben. Er gab dem Verband des Monarchisten- lieblings Gallos ein Lokal in der Hofburg und gab ihm weiter vor Weihnachten 1922 ein > E.M p. f ehl u n gs schreiben,, i n. dem es heißt, 'man möge dem Verband des Gallos Spenden machen. Schmitz« ließ sich nämlich einredsn, daß Gallos das Geld, das da einkomme, ausschließlich für Weihnachtsgeschenke an Jnvalrdenfamilisn verwenden werdet Einer, anderen Jnvalidenorganisationhat: Schmitz diese Empfehlung m^ür^ichHnicht gegeben., -.Er.»sucht.-r sich nämlich dis Muke i aH, die ferner' Förderung würdig sind, und deshalb^ukde diese'^dem Gallos zuteil. - - b .. UlH Nun Gallos d?n swlkst des Ministers batte. Wurde ern großer Schwindelbetrieb aktiviert. Helfer dabei war Herr Sieghart, der Chef des „Neuen Wiener Tagblattes", ohne welches Blatt das Verbrechertum bei weitem nicht so vorgeschritten wäre, als es ist. Im „Neuen Wiener Tagblatt" annoncierte nämlich Gallos, daß er Sammler suche, und er gewann dazu verbrecherisch veranlagte Leute. Es wurde eine sogenannte Werbeabteilung gegründet, und die Gaunerei, die da ins Werk gesetzt wurde, war folgende: Der Gallos-Verband ließ Zirkulare Herstellen, mit einem Aufdruck, als ob sie vom Magistrat wären. Darunter wurde der Brief des Schmitz gesetzt. Da aber dieser Schwindel der Gallos-Bande noch nicht genug ausgiebig schien, wurde eine regelrechte Unterschriftenfälschung vorgenommen. Man ließ sich nämlich eine Stampiglie mit der nachgemachten Unterschrift des Ministers Schmitz machen und setzte diese Stamviglie auf das Zirkular. Solche Fälschungen wurden zu Hunderten und Tausenden hergestellt und den Sammlern mitgegeben, so daß dis Leute, auf deren Schröpfstng es abgesehen war, glaubten, der Minister schicke ihnen mit der von ihm selbst beigefetzten Stampiglie eine Aufforderung, Geld herzugeben. Die durch das „Tagblatt" Angeworbenen wurden nun in Wien und in der ganzen Provinz herumgeschickt. Auch die Behörden wurden durch das Zirkular mit der gefälschten Unterschrift in Irrtum geführt. Gemeindevorsteher und Gendarmeriekommandos setzten ihre Empfehlung dazu und außerdem wurde mit einer Unterschrift, Ne ms«, dem Badener Bürgermeister Kollmann herausgelockt hat. in Baden solcher Unfug getrieben, daß der Bürgermeister ein großes Plakat anschlagen mußte, achf Rem die Badener gewarnt wurden, den GamHeHri etwaszugeben. Mehr als ein halbes IM WutwLMr Schwindel getrieben, ehe Schmitz etwas davon Mahren hat. Als er aufmerksam gemacht wurde, ließ er-die'Stampiglie, die der Gallos- Weband zu betrügerischem Zwecke gebraucht hat, abholen, doch der Schwindel ging weiter. Fünfhundert Millionen sind durch diese Schwindelaktion in den Gallos-Verband geflossen. Sechzig Prozent davon bekam die Werbeabteilung, das sind die Agenten und ihr unmittelbarer Chef: die anderen vierzig Prozent waren die einzigen Einnahmen des Gallos-Verbandes, der doch keine Mitgliedsbeiträge einhob. Davon wurde die Zeitung gezahlt, die in großer Auflage bei einen Verwandten des Gallos gedruckt wurde und natürlich Schmähungen der Jnvalidenorganisation ! thielt, und davon wurden weiter die G e- halte an rllos, seineTochter und andere Angestellte de, .Verbandes bestritten. Von den ganzen fünfhundert ,, Mionen, die einkamen, erhielten die Schwerinvalidt — dreiMillionen. / Als dem,letrug, den man da zum Schaden der Jnvalrden veri,>t. hat, aufgedeckt war, krachtenatür- lich der Gallos sche Verband zusammen Seme Macher haben sich jetzt mit dem Verband der christlichen Invaliden, einer winzigen Scheinorganisation, vereint. Doch vor der Vereinigung wurden die Invaliden rn noch stärkerem Maße geschädigt. In dem Gallos-Ver- band wurde nämlich eins ..Wirtschaftsabteilung" errichtet und einem Gauner namens Kantor übergeben. Dieser Lurup hat Bestellungen gemacht, die Ware ver- schleudert und das Geld für sich behalten; er hat aber auch von Invaliden Geld genommen und sie um das Geld betrogen. Dann ging' er durch, doch letzt sitzt er schon im Landesgericht. Weil die Arbeiter-Zeitung den Schwindel mit den Sammlungen enthüllte, klagte Gallos. Die Geklagten sind dre Genossen Maximilian Brandeisz, der Vor- sitzende, und Gans Wolfmüller. L e« Sekretär der Landesverbandes der Invaliden, denn sie haben di^ Arbeiter-Zeitung veranlaßt, über Gallos so zu schreibeit» wie es die Sachlage erfordert. Daß sich Gallos, der froh sein soll, daß man i h nl nicht ein sperrt, init einer Klage hervorwagt, be- gründet er damit, daß er von all den Betrügereien —» nichts gewußt hat. Der arme Schächer hat also keine Ahnung gehabt, woher sein Gehalt kommt! Er muß offenbar gemeint haben, daß das Geld bei Nacht, wenn er schläft, zum Dache hineinregnet. Die Verhandlung. ' s Die Geklagten Brandeisz und Wolfmüller schilderten die Schwindeleien des Gallos und seiner Leute. Insbesondere verwiesen sie auf folgendes Manöver: Hanusch hat die Spielabgabe zugunsten derJnvaliden eingeführt, damit für die Invaliden mehr getan werden könne, als ihnen das Gesetz zubilligt. Gallos hat sich bemüht, diese Spiel- abgabe zu beseitigen, weil er hoffte, daß die Leute, wenn sie keine Spielabgabe zahlen w. den, den Schwindelzirkularen leichter auf den Leim gehen werden. Was also allen Invaliden zugedacht war, wollte er für seinem SÄwindclverein verwenden, das heißt: für dis Gaunerbande, mit der er sich umgeben hat, und für sich selber. Außerdem trat er mit dem Vorsteher der Kaffeesiedergenossenschaft, der natürlich ein Feind der Spielabgabe war, in Verbindung, besuchte ihn und ließ sich und seine Freunde von dem Vorsteher bewirten. Als einmal im Blatte des Gallos eine Bilanz erschien, in der ausgewiesen war, daß von den Sammlungen nur drei Millionen für die Invaliden verwendet wurden, ließ Gallos die ganze Nummer einstampfen und eine neue, mit einer gefälschten Bilanz drucken, in der als Ausgaben für die Invaliden 60 Millionen angegeben waren. Schmitz muß vor Gericht gestehen. Minister Richard Schmitz wurde als Zeuge ver -1 nommen. Er gab an: Im Oktober 1922 war eine Ab» ^ ordnung mit Gallos bei mir und ersuchte mich um Befürwortung einer Weihnachtsaktion. Ich habe ausnahmsweise diese Befürwortung gegeben. Anfang Juni 1823 wurde ich aufmerksam gemacht, daß diese Sammeltätigkeit noch bestehe, und kurze Zeit darauf wurde ich auch von dem Vorgang in Baden verständigt. Natürlich war ich auf das peinlichste überrascht, daß mit meiner Unterschrift Mißbrauch getrieben wird. — Vorsitzender Hofrat Dr. Reim: Zur Verfertigung des Klischees mit Ihrer Unterschrift hat er von Ihnen keine Einwilligung bekommen ? — Zeuge: Natürlich nicht. V o r s.: Ist es richtig, daß Sie chm GeId zur Verfügung gestellt haben? Zeuge: Für Weihnachten 1922 eine Million aus dem Jnvalidenfonds, da nach dem zwischen den Parteien im Parlament vereinbarten Schlüssel der Verband des Gallos aus dem Kriegsgeschädigtenfonds nichts erhalten durfte. Klageanwalt Dr. Aufrtcht: Ist es richtig, daß es Gallos zu danken ist, daß die Schwerinvaliden höhere Renten bekämen? — Zeugs: Nein, denn dis siebente Novelle des Jnvalidenentschädigungsgesetzes, die die Renten erhöhte, wurde geschaffen, bevores den Schwerinvalidenverband gab. Brandeisz: Ist Ihnen bekannt, daß noch eine zweite Stampiglie mit Ihrer Unterschrift im Gallas-Verband war? — Zeuge: Ich habe noch von einer zweiten gehört. Alle Zeugen gegen Gallos. Zeuge HanS Hirsch, Obmann des Verbandes der Kriegsblinden, gibt an, daß von der Regierung üuf Befürwortung des Gallos Leute Kohlen bekommen haben, die gar nicht im Gallos-Dec- band waren, während nur sechs Kriegsblinde beteilt wurden. Gallos hat falsche Mitgliederlisten geführt; in der Mitgliederliste, dis er dem Ministerium überreicht hat, waren siebzehn bis neunzehn Kriegsblinde verzeichnet, die aber gar nicht Mitglieder gewesen sind. Gallos hat auch Blinde zu einer Demonstration beim „Abend", als dieser sein Treiben kritisierte, mißbraucht, sie nämlich mit einem Zirkular eingeladen, aus dem sie ? schließen mutzten, es handle sich um eine wichtige Sache ° für die Kriegsblinden. Brandeisz: Hat JhrVerband von Schmitz eine Bewilligung zu Sammlungen bekommen, trotzdem 99 Prozent der Kriegsblinden in Ihrem Verband sind?. — Zeuge: Nein. Verteidiger Dr. Schwarz: Ist der Regierung die Spaltung der Invaliden erwünscht? — Zeu g e: Ja, das ist doch klar, da der Minister dem Gallos eine Million und eine Empfehlung gegeben hat. Sektionschef Dr. Friedrich H o ck, der die Jnvaliden- angelegenheiten im Ministerium besorgt, gibt als Zeuge an, daß sich Gallos gegen die Verlängerung des Spiel- abgabengesetzes gewendet hat und dieser Wrderstand dazu beigetragen hat, daß das Gesetz nicht verlängert wurde. Vors.: Hat nicht Gallos vom Ministerium einen Selbstfahrer bekommen? — Zeuge: Ja, und zwar bevor noch ein gesetzlicher Anspruch auf ihn bestand. Gallos: Habe ich vom Ministerium Geld für mich bekommen? — Zeuge: Mir ist bekannt, daß Sie wiederholt Ansuchen um Unterstützung gestellt haben. — Gallos: Habe ich etwas verlangt, was mir nicht gebührt? — Zeuge: Einen Rechtsanspruch hatten Sie nicht. Brandeisz: Ist Ihnen von der Empfehlung des Ministers etwas bekannt? — Zeuge: Erst acht Tage später habe ich erfahren. — Brandeisz: Also hat nicht Ihre Abteilung das Gesuch befürwortet? — Zeuge: Nein. Geschäfte des Gallos. Die Zeugin Marie Gallos, dis Gattin deS Klägers, muß zugeben, daß Gallos vor zwei Monaten von der Regierung Musik, instrumente zum Betrieb ferner: Kekgmskzn M ^ Der Zeuge Robert Herzig, ein Macher, im Gallos- Derband, mußte zugeben, daß Gallos dem Pensions- besitzcr K ö r n e r versprochen Hai, er werde beim Finanzministerium eine E i n f u h r- b e w illignng ans Lnxusledc r für Körner erwirken, wenn dieser anderthalb Millionen dem Gallos-Verband gebe. Jni Auftrag des Gallos ist Herzig in das Ministerium gegangen und hat die Einfuhrbewilligung e r w irkt und Körner> hat die anderthalb Millionen gezahlt. Dieses Korruptionsgeld hat dann der Schwindler Kantor eingesteckt. - . Zeuge Franz Egk H s r, Vorsteher der Kaffeesisder- genossenschaft und Kommerzialrat, teilt mit, daß der Schwerinvalidenverband der Genossenschaft geschrieben habe, er sei gegen die Spielabgabe. Wie man -nsciilnxzttuln f ü n vikki V0KU^^I17l0si 116 : , dem Zeugen Vorhalt, " daß er den Gallos und veMN Freunde bewirtet hat, das heißt sich die Zechen nicht zahlen ließ, wollte der Zeuge eine Geringfügigkeit daraus machen, indem er erklärte, er werde sich doch von einem Invaliden nichts bezahlen lassen. Wolfmüller: Lassen Sie sich von keinem Invaliden, , der in Ihr Kaffeehaus kommt, etwas zahlen? (Lebhafte Heiterkeit.) — Der Zeuge muß vet- j legen zngeben, daß dem nicht so ist. Zeuge Johann Nödl, der im Gallos-Verband, eine Rolle spielte, stellt sich zwar sehr dumm: er mußte über zngeben,' daß von den Sammslbeträgen zuerst ^ vierzig Prozent den Sammlern überlassen wurden, aus den anderen vierzig Prozent Gallos sein Gehalt bskarn. — Wolfmüller: Es sind eben von fünfhundert Millionen nur drei Millionen für die Invaliden geblieben. Alles anders kam den Veranstaltern der Sammlungen zugute. Hierauf würde der Gustav'Wolff vernommen, der zugeben mußte, daß Abgesandte des Gallos-l Verbandes nach dessen Gründung bei ihm waren, daß» Wolff den Besuch erwidert hat und daß Gallos be« allen W o l ff-UnterbaltuNgsn aufspielte. i Die Verhandlung, für die'drei Tage in Aussichs genommen sind,, wird heute fo r t g e i eh t Werdens tkscrmüx/rrrric« 7 ü n «r c >, 00!<>I>lc!I7«7!0>r mit MW (Ulen) F7 ^>^7 Dss Pamma vo« Laxenburg. Die Leser des „Abend" erinnern sich Wohl »roch der vor einem Monat mitgeteilten betrügerischen -Vorgänge durch eine sogenannte französische Gesellschaft, die das Schloß Laxenburg vom Kriegsbeschädigtensonds gepachtet hat. Was sich dort zugetrogen hat, ist nicht nur ein unerhörter Betrugsfall, der die Gerichte zu beschästigen hat, sondern darüber hinaus auch eine der restlosen Aufklärung be- i dürftige Sache unserer Siaatsvevwaltung. Gestern abend fand in der Gastwirtschaft Spörck irr Laxenburg eine Versammlung statt, zu der die von der französischen Gesellschaft geschädigten Geschäftsleute geladen tvaren, um nach Wechselrede und Beraturrg Beschlüsse zu fassen. Interessant ist es nun, daß von allen G e s ch ä d i g t e n n u r z w e i v e r t r e t e n w a r e n: der Kaffeesieder Dl okes ch und die K r ic g s be s ch äd i g- t e n. Alle anderen Geschäftsleute waren nicht erschienen, und es gab in der Versammlung darüber nur eine Meinung: Die betrogenen Betrüger scheuen offenbar die Untersuchung dieses im Riesenansmaß begangenen Betruges, an dem sie -sich mitschuldig gemacht 'haben. In der Versammlung-erschienen auch der großdeutsche Landtagsabgeordnete. 'P e ch a-l, - Bezirks-Hanptmann L i e- benderg, die sozissdemokrätischen Gemeinderäte Sieg- her und, R citer, sowie der Bizebür-germeister Baumgartner. Der Wiener Rechtsaltwalt Doktor L^su m el, als Vertreter Mokesch', erklärte den Zweck der Aussprache und machte Mitteilung, daß kürzlich der französischen Gesellschaft von der Steuerbehörde 40 Kühe wegen rückständiger Stenern beschlagnahmt wurden. Gastwirt 2 törck fragt, ob denn nicht doch die bürgerlichen Parteien an dem Geschehenen schuld- tragend sind. Wir haben -das Recht, von den durch uns Gewählten zu -verlangen, daß s i -e s -ü ru n s e i n trete n. Die Leute mit dem Hakenkreuz im Knopfloch sind Arm in Arm mildem Juden Hilfreich gegangen. Er hat als Ausländer die GMverbe- ber-echtigung bekommen, Fischessen veranstaltet, hat Gastereien veranstaltet. Der durch die Gaunereien nur Hab und Gut gekommene Kaffeesieder Mokesch klagte in! erster Linie den Kriegsbeschädigtensonds! a n und erzählt«, daß ihn ein gewisser Hugo Steiner in i Wien ins Cafe Central geraden und für Laxenburg ge- ' Wonnen habe. Dieser habe ihm gesagt: ' Meine Frau läßt sich setzt von mir scheiden und heiratet den Herrn Dr. Hans Dechant vom Kriegsbeschädig- tenfonds. Der macht alles. Was er in die Hand nimmt, 'das führt er durch." Mokesch bekam auch die Gewerbeberechtigung, aber bald darauf bekam die französische Gesellschaft auch eine, und zwar die -miangreichcre. 'Landtagsäbgeord- neter Pechal bemerkte in längerer Rede u. a., daß ihn schr intere„-i-ere, ob nicht, was sehr den Anschein hat, einzelne Beamte des Kriegsbeschadigtenfonds im Einverständnis mit der französischen Gesellschaft Hemd in Hand gearbeitet haben. Der Invalide H o f Wimm c r schilderte dann, wie die 112 Kriegsbeschädigten, die inan seinerzeit nach Lrxenbmg schickte, behandelt wurden. Er bezeichnet«: 'die 'Gesellschaft als Raubgesindel, das den Arbeitern noch 40 Millionen Löhne schuldig sei. Das vom -Dach genommene Zinkblech liege noch in Laxenburg, während -er als Dachdecker Pappendeckel für das herausgenommene Zinkblech einsetzen mußte. Arbeiter', die Abfallhol; an. -sich nahmen, bekamen 10 Tage Arrest. Diejenigen, die aber Bäume iin großen gestohlen haben, will man nicht kennen und sollte man reicht finden? Gemeinderat Siegmeher beantragt die Feststellung, wieviel Holz -mit -der Bahn w-oggeführt wurde. Vor eineinhalb Jahren schon wurde an den Kricgsbeschä- digtenfonds ein offizielles Protokoll der GemeindoveNval- turrg geschickt, es lief überhaupt keine Antwort daraus ein. Die Schädigungen des Parkes müssen ans Jahre zurück verfolgt werden.. Die Ziegel der Umfassungsmauer -Hoden die Baumeister Aioser und Rauch gekauft, die Waffer-- leitungsrohre liegen irr einer Gießerei in Liesing. Bezirks- hauptman» Liebenberg verlangte von den Vertreterin der Gemeinde energisches Einschreiten. - ! k 8 6 8 ! I 8 n X z 8 n f 8 n ^ I Lsi E U8 ^ Gerichtssaal. ^Die Schwindeleien des Gallos-Vsrbandes. GalloS natürlich auch von den Geschwornen als Gauner und Schwindler gebrandmarkt. Nach dreitägiger Verhandlung wurde Mittwoch der Prozeß beendet, den der gemeinschädliche Heinrich Gallos wegen eines im vorigen Sommer in der Arbeiter-Zeitung erschienenen Artikels gegen ihre Urheber, die Genossen Maximilian Brandeisz und Hans Wolf müllec vom Landesverband der Invaliden, anzuklagen Mchi Mut hatte. Natürlich wurde,» die beiden Genossen von den Geschwornen fast e im st im mig freigesprochen. -Trotzdem Gallos AuH KÄegskrüppel ist — es fehlen ihm beide Beins —, IruMn die Geschwornen, wollten sie nicht VernurHtz-uiH- Liecht vergewaltigen, erklären. daß das, was?, ist, und daß>oA und SchwiAj« Seitei dem Kopf gerichts geg einer von.U .-Gauner ur' Klage erW den MonaU at,, Schwindel und Gaunerei 'verdient, denn als Gauner dlNarkt zu werden, emand, der fo viel Butter auf ' s, in die Sonne des Schwur- für hat sich aber auch noch kaum /neu das Attest geholt, daß er ein stdler ist. Gallos hat sogar die wir ihm vorwarfen, daß er mit , n Verbindung steht. Natürlich haben die GefchwornsnMÜch aussprechen müssen, daß er, wenn er das bestreitet, 'unverschämt lügt. Gallos hat fetzt von den GcsckMornen das verdiente Ehrenzeugnis erlangt. Es ist allerdings zu spät gekommen. Er hat nämlich, um den Prozeß zu verschleppen, die erste Schwurgerichtsverhandlung, die im Februar stattfand, vertagen lassen. Jetzt ist er nicht nur nicht mehr Obmann des Schwerinvalidenverbandes, dieser ganze von Anfang an auf Betrug und Schwindel angelegte „Verband" ist verkracht und in Schande versunken, denn alle seine Lebensäußerungen waren Schädigungen der Invaliden und strafrechtlich zu ahndender Betrug. Der von Gallos bestellte Gauner Kantor harrt doch jetzt der Verurteilung wegen Verbrechens des Betruges. Nun kann Gallos Ehrenmitglied der „Parteien" der Herren Wense, Schager, Wolfs und Hoynigg werden. Diese Herren, die ihn so lieben, sollten nicht unterlassen, ihm eine Auszeichnung zu verleihen. Doch nicht bloß diese traurige Gesellschaft ist damit gekennzeichnet, daß sie sich des Gauners Anbiederungen gefallen ließ und sich an ihn anbiederte — was bedeuten die Schager und Wolfs! —, sondern die ganze Schande des Treibens des Gallos fällt auch auf den Minister Schmitz. Schmitz war der Freund, Schätzer und Förderer des lumpigen Gesellen, ja Schmitz hat, indem er diesem Menschen die erste Million und das Empfehlungsschreiben gab, den Schwindel erst er inöglicht. Wie sich in der Verhandlung heraus- aestellt hat, sind zumindest gegen sechs hu Udert Millionen auf gaunerische Weise Leuten abgenommen worden, die Mildtätigkeit für Invalide üben wollten, doch dieses Geld ist zum allergrößten Teil in die Hände der Sammler gefallen, und auch Gallos hatte feinen Anteil daran, zumindest in der Form seines Gehalts. Der christlichsoziale Herr Schmitz hat den Gallos, als dieser daranging, die Invalidenorganisation zu spalten, jauchzend begrüßt und ibm ein Lokal in der Burg, eine Million und eine Empfehlung als Grundlage für das Sammeln gegeben. Schmitz hat eben geglaubt, er werde damit den wirklichen Jnvaliden- verbcmd schwächen, und wenn ein Gauner daherkommt,, der den Anschein erweckt, er bringe dieses Kunststück zusammen, Hai et sofort ' nicht nur Tchmitzens Liebe,' sondern von ihm auch Geld, natürlich nicht aus der Tasche des Herrn Schmitz, sondern aus Mitteln, die für das Gemeinwohl bestimmt siulm So ist durch den Prozeß nicht nur Gallos ini Gerichtssaat vollständig entlarvt worden, sondern auch sein Protektor, der ch r i st l i ch s o z i a l e Minister Schmitz! Der letzte Vcrhandlnngstag. Am dritten Verhandlungstag legte Brandeisz Aktenstücke vor, die die Verbindung des Gallos mit den Monarchisten beweisen. Dann wurde die in der Verhandlung am 8. Februar abgelegte Aussage des Zeugen Cornelius P f e i f e r vorgelesen, der jetzt wegen Krankheit nicht erschienen ist. Pfeifer war der O b m a n n st e l l Vertreter des G a l l o s - V e r h a n d e s und in der sogenannten Werbeabteilung tätig. Er gab an: Gallos gründete die Werbeabteilung, die das Sammeln zu besorgen hatte, und übergab sie dem Karl Weinberger. Dieser hatte dem Verband vierzig Prozent abzufühxen, sechzig/-Prozent der gesammelten Gelder konnte Weinberger für sich und die Agenten und für die anderen Regien verwenden. Gallos hat erzählt, er habe vom Minister Schmitz die Bewilligung bekommen, dessen Unterschrift zu benützen. Es wurden fünftausend Zirkulare hergestellt. Die Stampiglie mit Schmitz' Unterschrift hat Gallos in seiner Lade verwahrt. Der Schutzbund Wardeine Unterabteilung der Werbeabteilnng. Gallos hat dort den Vorsitz geführt. Trotzdem beschlossen wurde, daß Gallos die Kosten für einen Ehrenbeleidigungsprozeß nicht bezahlt werden, habe ich gehört, daß Gallos zehn Millionen bekommen hat. Gallos hatte auch einen Anteil von den sechzig Prozent des Weinberger. Gallos bekam als Gehalt vom Verband zwei Millionen monatlich. Im April habe ich auf Anordnung des Weinberger dem Gallos eine Halbs Million, später, als Anteil für Mai und Juni, eine Million gegeben. Es sind dreimal so viel Exemplars des Verbandsorgans gedruckt worden, als wir Mitglieder hatten. Der Drücker ist Gallos' Onkel. Einmal hat Gallos die Auflage ein- stampfen und eine neue Herstellen lassen, in der eine höhere Summe alp Post der auZgezahlten Unterstützungen eingesetzt war. Aus den Bc-MtserMrungeh ^4- - ZTbche ' " «T . u i edrigere u m gefälscht. Die Werbsabteilung ' hat bis Dezember als die vierzig Prozent dem Verband 230 Millionen abgesührt. In den ersten Monaten der Sammlungen hat der Verband Invaliden Unterstützungen gegeben, und zwar gegen sieben M i llionen monatlich. Dann hat Gallos dre Unterstützungen sistiert. Gallos hat entgegen den Vorschriften allein die Schriftstücke unterschrieben ; und ist aIlein zu den Behörden gegangen. Das rst oft ! getadelt worden, doch Gallos hat sich auch weiter nicht gefügt. Die Funktionäre sind deshalb ansgetreten. Man hatte den Verdacht, daß Gallos für sich interveniert. Er hat auch allein mit dem Genossenschaftsvorsteher der Kaffeesieder wegen Aufhebung der Spielabgabe unterhandelt. Einmal hat er Weinberger und mich ins Kaffeehaus des Vorstehers geführt: zu unserem Erstaunen sahen wir, daß uns die Zecbs nicht gerechnet Mrd. Einmal wurde der Schreibtisch des Kassiers erbrochen; es wurden fünfzehn Millionen gestohlen. Man munkelte, daß Gallos dahmtersteckt, weck er kurz vorher d i e z w e i e i s e r n c u K a s s e n verkauft hat, die er selbst gekauft hatte. - / / Gallos stellt sich dumm. Da kein einziger Zeugs zugunsten des Galles ausgesagt hatte, wurde auf Wunsch des Gallos er selber als Zeuge vernommen. Er gab ebenfalls eine Schilderung der haarsträubenden Zustände im Schwerinvalidenverband, doch sei er — dagegen aufgetreten, habe aber nichts ausgerichtet. Als ein Geschworner ihn fragte, warum ! er seine Obmannstelle nicht niedergelegt habe, als er ^ sah, daß im Verband alles gegen dis Invaliden arbeitete. ! daß Hunderte von Millionen, die für die Invaliden ! gespendet wurden, in die Taschen der Funktionäre ; flössen, antwortete Gallos nur: „Ich Habs es ja immer ^ bekämpft." — Vorsitzender Hofrot Tr. Reim: Sie hätten es nicht dulden dürfen. — Auf die Frage eines j Geschwornen, warum er den unmoralischen Vertrag j mit Weinberger unterschrieben habe, antwortete ! Gallas: „Ich habe ihn ja unterschreiben! m üsse n." --Ges ch w orner: Wenn Sie nicht unter- j schrieben hätten, dann hätten Sie die Interessen der I Invaliden vertreten. Weiter erzählte Gallos, seine Tochter habe „in der Hast" etwa 120.000 .Kronen, die sie einkassiert hatte, nicht abgeliefert. — Dr. Leopold Schwarz: Haben Sie das Geld den: Schwerinvalidenvsrband ersetzt? -— Gallos: Mehr a no. — Dr. Schwarz: Haben Sie ausdrücklich diesen Betrag ersetzt? — Gallos: Ich erinnere mich nicht. Ich Habs eine Forderung von 96 Millionen an den Schwerinvalidenverband. — Geschworner: Sie behaupten, daß Sie kein Geld hatten und mehrere Millionen vom Weinberger ausgeliehen haben; wie konnten Sie dann dem Verband 9'6 Millionen leihen? — Gallos: Mein Bruder hat mir zwei Millionen zur Verfügung gestellt. Das Urteil. Dr. A u f r icht, der Anwalt des Gallo s, beantragte die Verurteilung der Geklagten, wegen Ehren- beleioigung. Um dieses komische Verlangen zu begründen, stellte er den Gallos als einen — vollendeten Trottel hin, der keine Idee habe, wie eine anständige Vereinsgebarung beschaffen sein müsse. Dr. Leopold Schwarz beantragte die Frei- > sprechung, da wohl noch nie in einem Prozeß der Wahrheitsbeweis so gelungen sei, wie in diesem. Brandeisz hielt dann eine.eindrucksvolle SckvlukreÄe. __ Den Geschwornen wurden für jeden Geklagten vier Fragen gestellt; dies deshalb weil Gallos' Vertreter die vielen beleidigenden Stellen der Artikel unter verschiedene Paragraphe des Strafgesetzes eingereiht hatte. Fragen, ob der Wahrheitsbeweis erbracht sei, wurden nicht gestellt; der Gerichtshof hielt es für überflüssig, erst danach zu fragen, und der Vorsitzende erklärte den Geschwornen, daß sie, wenn sie den Wahrheitsbeweis als erbracht ansehen, die Fragen zu verneinen haben. Alle acht Fragen wurden von den Geschwornen mit elf und zehn Stimmen verneint. Der Vorsitzende Hofrat Dr. Reim verkündete nun, daß Brandeisz und Wolfmüller freigesprochen seien. Gallos hat auch die vielen Millionen zu zahlen, die der Prozeß kostet, den er so mutwillig begonnen hat. Will er nicht zugrunde gerichtet werden, muß er an die Gnade, seiner Gegner appellieren, daß sie bei der Eintreibung der Kosten nicht so hart Vorgehen, wie er es verdienen würde. -—-— --l 6 5 > i ^ n x z u «5 n fun sin.: EIIMLIM6 Em neues ZnvMenenWWigmgsgM. ^Die Kriegsopfer sind mit der Regierungsvorlage unzufrieden. — Keine Zugeständnisse der Regierung. — Was die Kriegsopfer fordern. Eine der ersten Taten der' jungen Republik Oesterreich im Jahre 1919 war die Erlassung eines modernen Jnvalidenentschädigungsgesetzes. Der erste Minister für soziale Verwaltung, der unvergeßliche Hanusch, hat die Leiden und Mühen der Kriegsopfer, aber auch ihre Gesinnung wie kein zweiter verstanden, und das von seinem Ministerium stN April 1919 beschlossene Gesetz hat das MitbesfiMmungsrecht der Kriegsinvaliden Und KriegerhlNtetbkiebenen bei der Rechtsprechung und bei der Einschätzung der einzelnen SchädigungWlle im Gesetz verankerst Nur die Zahlen der Rentmansätze konnten natürlich damals nicht für alle Zukunft festgelegt werden, und so mußte das Gesetz seither schon siebenmal geändert werden, um es den ZeitvtzLhältnissen anzupassen. Solange die Sozialdemokraten in der Regierung waren, sind diese Aenderungen mehr oder weniger schnell erfolgt. Seit wir aber mit einer christlichen Regierung beglückt sind, deren erstes und letztes Wort „Sanierung" und „Abbau" ist, haben auch die österreichischen Kriegsopfer, immer zähe, erbitterte Anstrengungen machen müssen, um dieser Regierung eine Kleinigkeit abzuringen. Auch bei der derzeitigen Regelung hat es sehr lange gedauert, bis sich das Ministerium des Herrn Schmitz entschlossen hat, dem Verlangen der Kriegsopfer nach Reformen im Gesetz nachzukommen. Bereits im Mai vorigen Jahres hat der Zentralverband der Landesorganisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterbliebenen Oesterreichs, die weitaus bedeutendste Vereinigung der organisierten Kriegsopfer, eine Reihe von Forderungen aufgestellt und sie ini Juli der Regierung überreicht. Viele dieser Forderungen sind nur deshalb notwendig geworden, weil unter der christlichsozialen Regierung der Gerst des Gesetzes verfälscht, sein Sinn mißachtet wurde, weil Bestimmungen, von denen man hätte niemals annehmsn können, daß sie gegen die Kriegsopfer ausgelegt werden könnten, durch die Praxis der Jnvalidenentschädigungskommissionen, der staatlichen Finanzverwaltung und des Jnvalidenentschädi- gungsgerichtes, in ihr Gegenteil verkehrt worden sind. So kennzeichnen viele Forderungen des , Zentralverbandes das Streben der organisierten Kriegsopfer, dieser Praxis durch gesetzliche Verbote beizukommen. . Auf das wiederholte Drängen der Organisation hat endlich dis Regierung im Herbst mit einer Vorlage geantwortet: sie mußte von den Vertretern des Zentral- vsrbandes in der Jnvalidenfürsargekommission glatt abgelehnt werden, weil die verlangte Regelung der Rentenansätze und überhaupt dis matcriell-rechtlichen Forderungen des Zentralverbandes darin gar nicht berührt waren, die Vorlage in dieser Hinsicht nur Verschlechterungen brachte und denn Verfahren gleichzeitig verschiedene Neuerungen vorschlng, dis einer vollständigen Beseitigung des Mitbestimmungsrechtes der Kriegsopfer bei ihren Angelegenheiten gleichgekommen wären. Der Regierung blieb nichts anderes übrig, als diese Vorlage zurückzuziehen, und sie hat nun den Organisationen eins neue zugemitteli, die am 19. und 20. Mai in der Ständigen Jnvalidenfürsorge- kommission beraten worden ist. Dabei hat der Zentralverband seine Wünsche und Beschwerden in einen: Gesetzantrag fsstgelegt und, jede einzelne Forderung ausführlich und sachlich^begründet. Wenn aber me Kriegsopfer angeiMNMen haben, daß sich das Ministerium für soziale Verwaltung unter der Führung des Herrn Schmitz um ihre Forderungen annehmen werde, so sehen sie sich, nachdem der Ministerrat darüber endgültig beschlossen hat, bitter getäuscht. Auch bei dem neuen Jnvalidenentschädigungsgesetz ist das Bestreben deutlich zu erkennen, auf Kosten der Kriegsopfer zu sparen, ja nichts zu bewilligen und in bekannter Ueberheblichkeit auch das abzulehnen, was eigentlich jetzt schon im Gesetz borgesshen ist und von. den Kriegsopfern nur deutlicher bekräftigt werden wollte, um einseitige Auslegungen zu vermeiden. Daneben wird noch vieles, was unter Hanusch Gutes im Gesetz geschaffen wurde, von der Regierung zur Streichung beantragt. Wie steht es nun mit den Forderungen der Kriegsopfer nach dem Vorschlag des Zentralverbandes? Eine kurze Betrachtung zeigt, daß bei einigermaßen gutem Willen des Herrn Schmitz die vorgebrachten Wünsche i und Beschwerden Berücksichtigung hätten finden können. Die Kriegsopfer forderten beim 8 2 eine Ausdehnung des Gesetzes auf jene Industriearbeiter, die während des Krieges in den Munitionsbetrieben, wenn auch als Enthobene, unter dem Kriegsleistungsgesetz arbeiten mußten und sich dabei Krankheiten oder Unfälle zugezogen haben, die durch irgendeinen Umstand nicht von der zuständigen Kranken- oder Unfallversicherung entschädigt werden können. Es ist ein ^ Gedanke der Solidarität der Proletarier der Schlachten und der Fabrik. Uebrigens gilt das Jnvalidenentschädi- gungsgesetz auch für die derzeitigen Wehrmänner, die im höchsten Maße daran interessiert sind. Im 8 4 soll der Anspruch auf ärztliche Hilfe durch den Zusatz „s p e z i a I ä r z t l i ch e Hilfe" ergänzt werden. Im Zeichen der Sanierung wurde den Amtsärzten nämlich durch einen Erlaß verboten, Spezialmedikamente oder Spszialheilbehandlungen zu verschreiben, weil sie zu teuer kommen. Diese beiden Forderungen sind von der Regierung unberücksichtigt geblieben. Als wichtigste Forderung bezeichnen die Kriegsopfer eine Reform des 8 10. Bei einer menschlichen, sozialen Handhabung des Gesetzes wäre vielleicht auch diese Forderung überflüssig. Die Kriegsopfer verlangen hier die Einführung einer Glicdertaxe und die Festlegung einer Bestimmung, daß bei der Schätzung des Gebrechens nach dem Grad der Erwerbsverminderung der tatsächliche körperliche Zustand maßgebend sein soll, auch wenn dieser nicht zur Gänze auf die militärische Dienstleistung des Anspruchwerbers zurückgeführt werden kann. Dis Begründung dieser beiden Forderungen ergibt sich am besten aus zwei Beispielen: Wenn ein Lischlergehilfe einen Fuß durch den Krieg verloren hat, aber durch seinen Flerß und Eifer auf einen geistigen Berits umlernt, so daß er nach Ansicht der Rentenkommission so viel verdient, als er als Tischler verdienen würde, oder wenn ein Staatsbeamter trotz seines Gebrechens auf seinem früheren Dienstposten verwendet wird und vielleicht sogar befördert wurde, so wird ihm keineswegs die für Fußamputation gewöhnlich vorgesehene Rente von 75 Prozent zugesprochen, sondern höchstens 35 Prozent, mit der Motivierung, daß er keinen wirtschaftlichen Schaden erlitten habe. Die Einbuße an Lebensfreude, verursacht durch sein Gebrechen, die Unmöglichkeit, den Sport, Touristik usw. ausznüben oder längere «Spaziergänge zu machen, die WnuWnq^N dre Persönlichen Beschwerden berü^Mig? ^ ^ Enescr Schätzungsmethode un- Die zweite Forderung würde bei einer vernünftigen SM^bung des derzeitigen Gesetzes gleichfalls über-- flüssig fern. Sw soll nämlich verhindern, daß in Zukunft bei einer Einschätzung eines vollständigen Erwerbsunfähigen oder eines Schwer- unmenschliche, durch nichts zu rechtfertigende Rechnung angestellt wird, wonach zwar die vollständige Erwerbsunfähigkeit zugegeben, aber nur ^ drs Halste davon als durch den Krieg verursacht angesehen und entschädigt wird. Es wird dies aber nicht so rhnr nur die Hälfte der Rente für vollständige Erwerbsunfähigkeit gewährt, sondern er wird nur als sunfzrgprozentiger Invalider erklärt und erhält die diesem Prozentsatz entsprechende Geldrente, die aber angs noch nicht die Hälfte der Vollrente ausmacht. Int Sesstz ist für diese Methode kein Anhaltspunkt, trotzdem oird sie mehr und mehr geübt, und sogar bestehende An-« agen zur Erkrankung werden dabei in Betracht gezogen, w daß auf diese Weise niemand mehr zu einer gerechtest Schätzung gelangt. Wir haben Blinde, die vor dem Kriege ein Angern leiden hatten, entweder ein organisches oder durch In-« sektion erworben, oder natürlich schwach- oder^ kurzsichtig waren, die aber trotzdem so weit als tauglich erklärt wurden, um zum Militär herangezogen und ins Feld gestellt zu werden. Sie wurden dann durch Ex-« Plosionen und andere Ereignisse im Gesicht so schwer verwundet, daß sie des Augenlichtes mit einem Schlage vollständig beraubt waren. Wenn es sich aber dann um ihre Rente handelte, so bekamen sie nur 60 oder 66 Pro- zentzugesprochen, weil man sich nicht scheute, znbehaupten, es sei vor dem Kriegs schon ein Gebrechen an den Augen vorhanden gewesen, das nach der Meinung der Verteidiger dieser Praxis vom jetzigen tatsächlichen Zustand' sozusagen abgerechnet werden müsse. Die Folge ist eins Rente, entsprechend 60 Prozent Erwerbsverminderung, das sind derzeit 130.000 Kronen monatlich. Es gibt tuberkulöse Invalide, die vor dem Kriege nur einen Lungenspitzenkatarrh hatten, die einwandfrei Nachweisen, daß sie vor dem Einrücken als Vollarbeiler im Betrieb standen, die aber trotzdem mit 46 Prozent Er- werbsverminderung, das sind 11.000 Kronen monatlich Invalidenrente, abgespeist werden, unbeschadet dessen, daß die Bsgutachtungskommission vollständige Erwerbsunfähigkeit sestgsstellt hat. Es werden eben in diesem Falle auf dis Vorkriegskrankheit 65 Prozent gerechnet und von den 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit abgezogen, Tie Regierung hat beide Forderungen abgelehnt. Sie will nur bei den Kriegsblinden und Hilflosen in solchen Fällen gnadenweise den halben Hilflosigkeitszuschuß gewähren. Um den Kriegsopfern das Argument zu nehmen, daß diese von ihnen bekämpfte Praxis im Gesetz keine Stütze findet, ist diese Gewährung des halben Hilslofigkeitszuschusses so stilisiert, daß diese Praxis nunmehr gesetzlich festgelegt erscheint. Die Regierung mochte die Kriegsopfer vor die Zwangslage stellen, entweder auf dieses Argument und ihre daraus entspringende Forderung oder auf diesen gnadenweisest Zuschuß für diese armen Teufel zu verzichten. Bei der Rente ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Forderungen der Regierung mit der Regierungsvorlage, wie dringend reformbedürftig diese Zahlen sind. Es erhält ein Rentenempfänger ohne Kind nach der höchsten Ortsklasse (Wien) monatlich: Brumm«» KW der Anzahl Regier««»?-dÄ Zentral ° ' Jnvalld-nb-zug varlaae verbanden Gegenwärtiger Vorlage Verbandes ^ Tausende Kronen Kriegsblinde..... 276 2.839 2.640 3.600 Sonstige Hilflose . . . 555 2.184 2.280 8.000 über 75 Prozent 3.098 873 660 1.200 » 68 bis 75 „ 4.183 368 480 640 , 55 bis 68 . 6.190 131 180 260 „ 45 bis 55 „ 11.160 54 6« 100 , 35 bis 45 „ 16.707 11 12 50 Die Kriegsinvaliden von 26 bis 36 Prozent, deren es etwa dreißigtausend geben wird, hatten bisher eine Monatsrente von 99 Kronen, die zwangsweise mit dem zehnfachen Jahresbetrag, dos sind 10.800 Kronen, ab-« gefertigt war. Der Zentralverband forderte eine Erhöhung der Abfertigung aus 300.000 Kronen. Die Regierung will überhaupt nichts mehr geben! Die Rentner von 16 bis 26 Prozent, etwa vierzigtausend Menschen, hatten bisher 66 Kronen monatlich oder einen Zwangsabfertigungsbetrag von 7200 Kronen. Der Zentralverband forderte eine Erhöhung auf 200.000 Kronen. Tie Regierung weigert sich, so wie bei der vorigen Stufe, überhaupt etwas zu zahlen. Dabei darf nicht vergessen werden, daß es sich auch bei diesen zwei niedersten Nentenstufen vielfach um Schwerverletzte handelt, die nach der vorher besprochenen Schätznngsmethode in diese Kategorien hinuntergedrückt wurden, und gerade der Umstand, daß für diese zwei Rentensätze bisher ein Bettel und in Zukunft gar nichts mehr gezahlt Werden soll, gibt der Regierung Gelegenheit, sich auch von den Ansprüchen der übrigen Invaliden zu befreien, indem sie ganz einfach zur Begutachtung befohlen und auf dieses Prozent- ausmaß herabgesetzt werden. Ungefähr zwanzigtausend' Kriegsinvalide haben seit Ende 1922 dieses Los aus sich nehmen müssen, fünfzchntausend Invalide sind im Jahre 1923 gestorben. Geht die Sanierung bei den Kriegsopfern in diesem Tempo weiter, so wird nach drei bis vier Jahren jede Entschädigung von selbst überflüssig. Bei den Hinterbliebenen ergibt sich, gerechnet nach der höchsten Ortsklasse (Wien), ein Monats- lezug von: Benennung isegenwär! Anzahl Bezug Naw der Forderung Regierungs- des Zentral» Vorlage Verbandes Witwe, erwerbsunf. od. über 55 Jahre mit Tausende Kr» neu mindestens 2 Kindern 1.837 Dieselbe Witwe ohne 2 Kinder od. erwerbsfähige Witwe mit 406 480 600 Mindestens 2 Kindern 20.014 Erwerbsf. Witwe ohne 273 800 320 2 Kinder ..... 13.615 114 120 150 Einfache Waise . . . 72.500 76 108 150 Doppelwaise.4.670 168 240 360 Sonstige Hinterbliebene 26.694 57 108 160 Mit Hinzurechnung der siebzigtausend Invalider von lö bis 36 Prozent Einbuße ergibt sich eine Gesamt zahl von Kriegsinvaliden Von 112.194 Menschen, vor Hinterbliebenen 139.130, zusammen 261.324 Menschen Das bisherige Jahreserfordernis für die Renten, Sterbe gelder und Krankengelder betrug 329'8 Milliarden. Nack der Regierungsvorlage 484'8 Milliarden, also ein Mehr von 106 Milliarden. Nach den Forderungen der organisierten Kriegsopfer würde sich, unter Einrechnung de: erhöhten Zwangsabfertigungen, ein MehrersorderniZ von 244'7 Milliarden ergeben. . , - (Ein zweiter Artikel folgt.) 5UN ff , 5 fj ll 0 «( jj « ^ I -s I , g ^ ^LLIMrLIIM —— 8in Mes gnvalidenentschädigungs- ^ sesetz. öffentlichen Orten mit einer männlichen Begleitperson ! gesehen wird, wehe jeder Frau, die Bettstellen oder ein > Kabinett vermietet, um leben zu können; es wird ihr in . Zukunft unnachsichtlich nachgeschnüfselt, es wird ihr die ' Rente unter der Begründung, daß sie einen Lebensgefährten hat, gestrichen werden. Dabei soll sie auch nach dem Regierungsplan keine Möglichkeit mehr haben, jemals wieder die Rente zu erlangen. Denn s dieser Rechtsraub geschieht unter dem Titel einer Zwangsabfertigung. Ebenso zwangsweise abgebaut und ihrer Witwenrente verlustig sollen die Witwen werden, die mit Invaliden verheiratet sind, deren Erwerbsverminderung nicht mehr als 36 Prozent beträgt. Auch die sollen für alle Zukunft nichts mehr bekommen, auch wenn der invalide Gatte später vollständig erwerbsunfähig oder hilflos wird. Die Nationalversammlung hat seinerzeit die Bestimmung, daß Kriegerwitwen ihre Rente weiter behalten, wenn sie einen Invaliden heiraten, beschlossen, in dem Wunsche, dadurch diese Ehen zu fördern. Der Regierung ist das schon wieder zu viel. Die immer wieder van den Kriegsopfern verlangte Streichung der Vorbedingung der nachgewiesenen Bedürftigkeit und „wesentlichen Unterstützung" bei den Eltern der Gefallenen ist ebenfalls abgelehnt worden. Die Folge ist, daß alte, erwerbsunfähige Mütter und Großmütter, die, wie es auf den! Lande vielfach der Fall ist, ein kleines Häuschen haben und ein oder zwei Joch Kartoffelfeld dazu, kein Armutszeugnis erhalten, weil sie als landwirtschaftliche Besitzer gelten und sie bekommen auch dann keine Hinterbliebenenrente. Dasselbe ist es mit den Eltern, deren Sohn im zartesten Alter, von der Lehre oder von der Schulbank weg, dem Moloch Krieg hingeworfen wurde. Sie erhalten ebenfalls nichts, weil sie nicht beweisen können, daß sie der Gefallene unterstützt hat. Die Rente für die Hinterbliebenen wird endlich in der Regierungsvorlage erhöht, beim Verlust zweier Söhne wird sie sogar verdoppelt. Das kann aber doch nur Augenauswischerei sein, solange durch kleinliche Tüfteleien dem alten Mütterchen ihre Renten auf solche Art bestritten werden. U. U, L k 8 L i i L n x z n fon ^ i L» ll o»( 8 « ^ i -1 i o EIIMIM6 /-^ Sin yeues gnvalidenentschSdiguugS' ^ gesetz. Auch die Verfahrensbestimmunge« richten sich gegen die Kriegsopfer. Bei den Verhandlungen über die Kriegsopferversorgung stellt sich das Ministerium einmal auf den Standpunkt, daß die Versorgung und Fürsorge für die Kriegsopfer den Charakter einer Wohlfahrtsaktion habe, daß das Alimentationsprinzip gelte. Verlangt man aber dann unter Berufung darauf die Abschaffung der Verschlimmerungsrechnungen beim 8 10 und eine ausreichende Rente, um die Kriegsopfer vor dem Ver- hungern zu schützen, so wird auf einmal dieses Prinzip verleugnet und das Entschädigungsprinzip vorgeschoben. Unter Berufung darauf wird der 8 29 im Gesetz wieder in neuer Form installiert und bei einem Einkommen von zwei Millionen Kronen soll die Rente stufenweise gekürzt werden. Ob der Invalide oder die Kriegerwitwe dabei für ein oder sechs Kinder zu sorgen hat. scheint der Regierung gleichgültig zu sein; daß im Jahre 1921 dieser § 29 in der jetzt wieder vorgeschlagenen Form aufgehoben weiden mußte, weil es sich zeigte, daß die Erhebungen in jedem einzelnen Falle gemacht werden müssen und dadurch im ganzen .mehr Verwaltungsauslagen ^verursachen, als durch die Kürzung herein- gsbracht werden kann, kümmert die Regierung ebenfalls nicht, obwohl sie ihre Absicht einer durchgreifenden Verwaltungsreform immer betont. Die Kriegsopfer lehnen jegliche Rentenkürzung als unverträglich mit dem Prinzip des Schadenersatzes, der Entschädigung für geleistete Opfer und Dienste, ab. Im 8 30, der von den Anmeldungsfristen handelt, verlangten die Kriegsopfer eine Milderung. Stirbt heute ein Kriegsteilnehmer an einem Kriegsleiden, hat er es aber verabsäumt, sich anzumelden, weil er infolge seiner Einnahmeverhältnisse dre Rente leicht entbehren konnte, oder weil er sein Leiden für zu geringfügig hielt, oder weil er überhaupt nichts davon bis jetzt gespurt hat, so wird seine Familie, mag sie noch so bedürftig sein, unbarmherzig abgewiesen. Die Kriegsopfer verlangten deshalb, daß die dreijährige Frist für drese Fälle auf eine sechsjährige erweitert wird. Zeigt es sich also bei den materiellen Bestimmungen, wie notwendig es wäre, sich mit den Wünschen der Kriegsopfer eingehend zu befassen, und wie wenig Einsicht dagegen die Regierung bekundet, so gilt das gleiche auch für die Verfahrensbeftimmungen. Die Kriegsopfer haben selbstverständlich auch zum Verfahren Forderungen gestellt aus dem Bestreben heraus, Manchen Paragraphen eindeutig zu formulieren, um jede willkürliche Auslegung zu verhindern. Es ist beinahe Überflüssig, zu sagen, daß diese Forderungen abgelehnt wurden; zum Beispiel beim 8 31, wo verlangt wurde, daß eine dauernd zuerkannte Invalidenrente nur auf Verlangen des Geschädigten Neu bemessen werden könne, um die willkürlichen Prozentherabsetzungen von Amts wegen in Zukunft unmöglich zu machen. Auch die Bezahlung der Renten in den Pausen zwischen dem Ablauf der letzten Bemessungsfrist und der neuen Begutachtung wird von den Jnvaliden- entschädigungskommissionen verweigert. Infolge der schleppenden Arbeit der Jnvalidenentschädigungskom- misstonen kommt es auch oft vor, daß Rentenempfänger, die von der zweiten Instanz schon lange erledigt sind, immer noch die alte Rente bekommen, und wenn diese höher ist als die neue, so entsteht dadurch ein Ueber- enuß, der dann dadurch hereingebracht wird, daß über- aupt auf Jahre hinaus nichts mehr gezahlt wird. Auch dafür findet sich keine gesetzliche Handhabe, trotzdem wird diese Praxis allgemein geübt. Beim 8 ^ weigerte sich sre Negierung, genau fest- tzulegsn, aus welchen Organen die Invaliden- entschädigungskommission besteht. Wahrscheinlich deshalb, weil hier bisher bestimmt war, daß Vertrauensärzte der Kriegsopfer und Fachleute aus der Urbeiterversicherung als Sachverständige fungieren sollen, die Regierung aber die Zusammensetzung der Kommission rein dem Minister für soziale Verwaltung Vorbehalten will. Die Kriegs- vpfer können es aber nicht ruhig hinnehmen, daß ihr Vertrauensarzt abgeschafft wird. Das Problem einer gerechten Einschätzung der verschiedenen Krankheitsfälle und . Gebrechen erfordert nicht bloß Verständnis und Wissen- ! schüft, sondern auch soziales Gefühl und ein Sichhineinr Lenkenkönnen in die Seele des Verkrüppelten. Da haben die sogenannten Staats- und Fachärzte bis jetzt versagt; sie kümmerten sich auch niemals darum, welche Geldrente derjenige bekommt, den sie mit 40 oder 50 Prozent schätzten. Nach den Plänen der Regierung sollen die ärztlichen Sachverständigen vom Schiedsgericht bestellt werden, aber darin liegt noch keine Gewähr, daß bei der Beiziehung auch volle Objektivität geübt wird. An Stelle der bisherigen Rentenausschüsse und des 'Heilausschusses soll ein Schiedsgericht treten, bestehend aus einem Richter und zwei Beisitzerin Der eine Beisitzer'foll strach den>Vorschlägen der Jnvchlüenorgam-, sationen und des Landeshauptmannes ernannt werden," . bei der Ernennung des zweiten Beisitzers über will sich das Ministerium vollständig freie Hand bewahren. Die Kriegsopfer haben hier die Forderung aufgestellt, daß dieser zweite Beisitzer zwar vom Ministerium ernannt wird, aber aus den Kreisen der Fachleute der Kranken-und Unfallversicherung der Arbeiter entnommen werden muß. Die Regierung erklärt, dieser Kreis wäre zu eng gezogen, es müsse das Ministerium die Möglichkeit haben, seine Fachleute zu suchen, wo es wolle. In Wirklichkeit aber will man mit ! dieser Bestimmung nichts anderes erreichen, als den alten ^ Hofräten und Vorsitzenden der verschiedenen Renten- ! ausschüsse eine Sinekure zu schaffen. Es liegt in dieser! Bestimmung jedenfalls eine Quelle vieler großer Ge- fahren. Da auch bei den ärztlichen Sachverständigen zu befürchten ist, daß nur diejenigen zu den Verhandlungen herangezogen werden, die sich im Sinne der Regierung „bewähren", so ist es begreiflich, daß die Vertreter des Zentralverbandes der Regierung bei diesem Punkte erklärt haben, daß sie nur unter der Voraussetzung, einer Aenderung des Systems zustimmm können, wenn ihre Abänderungsvorschläge dazu ersr-.it werden, das ist Weiterbelassung der Vertrauensärzte, ihre Zuziehung bei den Begutachtungen und Gerichtsverhandlungen neben den beamteten Aerzten sowie Ernennung des zweiten Beisitzers aus den Kreisen der Fachleute der Kranken- und Unfallversicherung der Arbeiter. In das Verfahren greift bekanntlich auch die Finanzvertretung des Bundes ein, die, obwohl sie nach den derzeitigen Bestimmungen nicht dazu berechtigt ist, jeden Akt aufhält und wegen den geringsten Kleinigkeiten Rekurse macht. Eine Ueberprüfung würde ergeben, daß sie dadurch mehr Auslagen an Verwaltungskosten verursacht, als sie in den einzelnen Fällen Erfolg hat. Die Kriegsopfer fordern deshalb eine Einschränkung des Rekurs rechtes der Finanzvertretung auf gewisse Fälle; insbesondere soll ihr verwehrt sein, sich ber Ansprüchen auf Prothesen und Heilbehandlung und ber rem ärztlichen Entscheidungen über die Höhe der Prozente der Erwerbsverminderung als Richter aufzuwerfen und aus reiner Rechthaberei leben Rentenanspruch anzufechten. Unter der Regierung Schmitz ist die Finanz- > Vertretung zu einem Vollstreckungsorgan der Sanierung ! geworden, während Hanusch ihr nur die Rolle eines ! Kontrollorgans zugewiesen hatte. > 1 Eine weittragende Aenderung ergibt sich beim! § 57. Der Verwaltungsgerichtshof soll ausgeschaltet! werden «rnd nur das Ministerium für soziale Verwaltung soll das Recht haben, in Fällen unrichtiger Gesetzesanwendung eine Ueberprüfung durch den Verwaltungsgerichtshof zu beantragen. In der Fassung der Regierungsvorlage ist diese Bestimmung unannehmbar, weil bei der ganzen Einstellung der sozialen Verwaltung, Er- ! sparungen zu versuchen, leider nicht erwartet werden i kann, daß die Entscheidung des Ministeriums un» ? beeinflußt erfolgt. Bleibt die Bestimmung unverändert, j wie es die Regierung will, so würden Anträge der Kriegsopfer auf Ueberprüfung weniger Aussicht auf Berücksichtigung haben, während die Finanzvertretung auf diese Weise weiter ihr volles Klagerecht ausüben könnte. Glück-' licherweise braucht die Regierung zur«Durchführung dieser , Bestimmungen ein Bundesverfassungsgesetz, so daß sie wenigstens in diesem Punkte nicht mit ihrer Mehrheit wird diktieren können. Der Z 63 enthielt bisher die Bestimmungen über I dieTeuerungszulagenzudenRenten. Diese Teuerungszulagen werden nunmehr abgeschafft: dabei fällt auch die Bindung der Renten an die Staatsbeamten- bezügs weg. Die Kriegsopfer verlangen nun, daß da weiter in gesetzlicher Form ein gewisses Verhältnis zwischen beiden Bezügen aufrecht bleibe. Der Zentralverband verlangte in seinen Gegenvorschlägen auch noch einen Ersatz für den Ausfall der Rentenerhöhungen nach dem Zndexsystem seit März 1324. Nach dem Wortlaut des Gesetzes hätte die Regierung jede Veränderung der Staatsbeamtengehalte auch auf dis Krieasotzferrenten auswirken lassen müssen. Sie hat aber den»StaaM- ^m^sund. die - seither > Erhöhütig^oM Mulkipli-^ kators in keiner WKse auf die Kriegsopfer angewendet > und schuldet ihnen sozusagen die gesetzlichen Renten seit? 1. März 1924. In Form einer Ergänzungszulags zu den alten Bezügen soll dies nach dem Wunsche der Kriegsopfer teilweise ausgeglichen werden. Die Regierung lehnt auch die? ab. So kann die Arbeiterschaft ersehen, daß die Kriegsopfer um die bessere Gestaltung ihrer Lebenslage, um ihre gesetzlichen Rechte einen schweren Kampf zu führen haben. Dabei entbehren sie jeder Unterstützung des Ministers für soziale Verwaltung. Aber die immer stärker anschwellende Protestbewegung der Kriegsopfer wird die Bevölkerung darüber aufklären, daß man den offiziellen Verlautbarungen über die Vorzüglichkeit der Regierungsvorlage keinen Glauben schenken darf. Es wird dem Herrn Schmitz nicht gelingen, weiter ein Doppelspiel zu treiben, sich nach außen als ^ Freund zu gebärden, und dort, wo er wirklich etwas tun sollte und könnte, als Feind und Gegner der um ihr dürftiges Leben ringenden Verkrüppelten und Hinters bliebenen des Weltkrieges aufzuführen. L. U. - » k s c l 7 c k ü»»>1 c k 7l!k X > c »l 00!<>ir>7>I7«7!0>I (ür-sr) ^Ke reiche Villen- und Veiugarten- befitzeriu bekommt die Trafik. M ZchMckivÄideu werden M GmWn der Heimwehrwirwe abgewiefeu. Man erinnert sich noch der Zeiten, wo das Me UM dkk kkleasbeschüddlke öSUdlek -gesamte kriegsbegeisterte Hinterlandsge- . KW^ schmeiß mit gönnerhafter Herablassung die , armen Opfer des Mordwahnsinns „unsere ^miler, der sich mit anderen acht Krkegs- Braveri" nannte und unzähligemal feierliche befchadrgten um die Trafik bewirbt» ist heilige Eide leistete, daß das Vaterland nie Anes der erbarmungswürdigsten Opfer des vergessen werde, was es den Kämpfern an Weltkrieges und nur mehr ein bedauer- Dank schuldig sei. Wie dieser Dar«aus^ licher Rest von einem Menschen. Eine Gra- sieht, das bekamen die armen Kr»HIpfe»uate hatte ihn fürchterlich zugerichtet und durch die verschiedenen SeipelreMrühge« nachdem der Mann nach qualvollen Ope- bald zu spüren, denn die Helden rrm Mls die ihre Glieder, ihre Gesundheit, iUr gMzes Lebensglück opfern mußten, werden heute von den bürgerlichen Machthabern nur mehr als lästiger Ballast empfunden und wo es nur irgend geht, wird an den Ausgaben für sie gezwickt und gezwackt. So geht es den Unglücklichen nach den furchtbaren Leiden im allgemeinen. Mer es spielen sich auch Spezialfälle dieses vaterländischen Dankes ab, beispielsweise bei der Vergebung von Tabaktrafiken, die ein Skandal ist. Geradezu aufpeitschend aber ist die Verleihung einer Tabaktrafik in Graz, bei der nicht die Irivalidität von ganz hilflosen Kriegskrüppeln, sondern die Zugehörigkeit zur Heimwehr entscheidend war, so daß die Trafik nicht einer der Kriegsbeschädigten bekam, sondern eine reiche Frau. Ser fürchterlich VerflümMlle bewirb! sich. Vor kurzem starb die Inhaberin der Tabaktrafik am Mehlplatz Nr. 1. Diese Trafik sollte zur freihändigen Verleihung kommen. Der Landesverband der Kriegsbeschädigten, Burgring, erfuhr, daß hier eine schmutzige Protektion am Werke ist und daß die Trafik einer reiche« Doktorswitwe zugeschanzt werden soll, die, da weder sie, noch ihr Mann mit dem Krieg das mindeste zu tun hatte, selbstverständlich auch keine bevorzugte Bewerberin war. Der Landesverband schickte deshalb eine Deputation zum Präsidenten der Finanzlandesdirektion, um ihm den Schwerkriegsbeschädigten Josef Hendler als Bewerber namhaft zu machen. Dieser Aussprache war auch der Vorsitzende des Trafikbesetzungsbeirates Hosrat Dr. Cavallar beigezogen. Nach einer einstündigen Aussprache war dis Deputation in ihrer Besorgnis, daß hier nicht das Recht, sondern schamlose Protektion die Entscheidung treffen werde, sehr bestärkt und der folgende Skandal bewies, daß ihre Ahnung sie nicht betrogen hat. rationen und einem unsäglichen Leiden am Leben blieb, sieht der Rest seines Menschen folgendermaßen aus: Bor uns liegt ein Bild dieses Häufchens Unglück und es ersaßt uns Granen bei dem Anblick solcher Verwüstung. An einem Bein fehlt dem Manne der ganze Unterschenkel, das andere wurde ihm vollständig amputiert und nur mehr ein nmlstiger Stumps am Leib kennzeichnet die Stelle, wo einst ein Bein war. Die rechts Hand mußte ihm ebenfalls abgenommen werden und an der linken Hand fehlen ihm zwei Finger. Dieser schwer verletzte Mann hat für eine Frau und vier Kinder zu sorgen- Es sei aber gleich betont, daß Hendler trotz seiner grauenhaften Verstümmelung geistig vollkommen frisch und wohl imstande ist, eine Trafik zu leiten. And wer wurde ihm gegenüber bevorzug!? Eine Frau namens Brodman. Frau Brodman ist eine sehr reiche Frau, sie besitzt eine Wirtschaft, eine Billa und Weingärten in Jugoslawien und ihre sonstigen Verhältnisse sind einfach gut. Diese Frau ist die....Mtwenacksi'dem Dr. Brodman, dem FMW^ des sogenannten Bauernkommätzdos, über desien Tätigkeit sehr viel zu sagen wäre, was aber aus dem Nahmen der heutigen Darstellung fallen würde. Mit dem Kriege hatte weder Brodman noch seine Frau etwas zu tun und sie leitet ihr Recht aus eine Tabaktrafik lediglich davon ab, well ihr Mmm HeimwehrWrer war. Als die Trafik zur Verhandlung Karn, teilte der Vorsitzende dem Beirate mit, daß er sich gezwungen gesehen habe, den Akt dem Bundesministerium für Finanzen mit einem Bericht der Finanzlandesdirektion einzusenden, da ohne Ausschreibung acht Gesuche eingelangt sind. In diesem Bericht ersuchte die Firmnzlandesdirektion das Bundesministerium für Finanzen, man möge diese Trasik unbedingt der Frau Dr. Brodmann verleihen. da ihr Mann als Bauernkommandant sich in den Kämpfen in der Nähe von Radkersburg besonders hervorgetan hat und daher der Bund verpflichtet ist, sich für diese Leistung der Witwe gegenüber dankbar zu zeigen. DazLundesmmWxtznn für Finanzen hat diesem Wunsche entsprochen und erklärt, es habe geHM die Verleihung an Frau Dr. Brodmann nichts einzuwenden. Bei dieser Sitzung wurde vom Vertreter des Landesverbandes die Photographie des Schwerkriegsbeschädigten Joses Hendler ! vorgewiesen. Die Vertreter im Beirat wurden ersucht, unbedingt für H endler zu stimmen mit Rücksicht darauf, daß der Bericht der Finanzlandesdirektion infoferne nicht richtig sei, als der Eigentümer des Hauses Nr. 1 am Mehlplatz erklärt habe, daß es ihm einerlei sei, wer das Trafiklokal in seinem Hause bekommt. Er sei bereit, es jedem zur Verfügung zu stellen, dem die Trafik zugesprochen wird. Am liebsten gebe er sie dem Hendler, da er der Bedürftigere ist und sicher nicht minder Großes für die Heimat geleistet habe als Dr. Brodmann, was aus der Verstümmelung deutlich zu er Unter den Invaliden herrscht wegen dieses geradezu aufpeitschendsn Protektionsaktes des Hofrates Cavallar und des Finanzministeriums selbstverständlich ungeheure Erbitterung, denn sie sehen, daß die Rechte derer, die keine Augen, keine Hände und keine Füße mehr haben, von jenen mit Füßen getreten werden, die so glücklich waren, während des Krieges in Sicherheit zu leben. Steiermark, das in so vielen Schändlichkeiten an der Spitze marschiert, hat es nun so weit gebracht, daß aus der Zugehörigkeit zur Heimwehr das Recht aus staatliche Hilfe abgeleitet werden kann, und daß sogar die Hinterbliebenen der Angehörigen des Bauernkommandos aus der Zeit der Ab- wehrkomödie, trotzdem sie reich sind, den unglücklichsten Opfern des Weltkrieges vor- gezogen werden. Der Skandal ist um so größer, als man, selbst wenn man Über das Bauernkommando der besten. Meinung wäre, hier nur einen schändlichen Protektionsskandal erblicken kann. Kriegsblinde und acht andere Schwerbeschädigte machen von ihrem Recht, um eine Trafikverleihung anzusuchen, Gebrauch, darunter ein Mann, der so Furchtbares erduldet, der so grausam verstümmelt ist, wie Hendler, der arme Vater von vier Kindern, und die Gewissenlosigkeit des steirischen Heimwehrfaschismus bringt --- --- was aus oer Berpmrnnemng oeurucy zu er -1 vringr es zuwege, all die Unglücklichen Zusehen ist. Es wurde auch mitgeteikt, daß gunsten einer Frau zu schädigen, die reich Landeshauptmann Prof. Dr. Rintelen, als rst und deren Existenz gesichert ist. ihm die Phtographie des Schwerverletzten vorgewiesen wurde, erklärt habe, er habe sich allerdings für Frau Dr. Brodmann bemüht, habe aber mit Rücksicht aus die schwere Beschädigung des Hendler nichts dagegen, wenn Hendler die Trasik bekommt. Diese neueste Verhöhnung der Kri« opfer darf nicht ruhig hingenommen den, wenn nicht alle Scham aus Schk mark verschwunden sein sollte. . l . Aber die Mederkachl siegle. den« bei der Abstimmung wurde der Antrag des Vertreters des Landesverbandes mit 3 :3 dadurch abgelehnt, indem der Vorsitzende Hofrat Dr. Cavallar für Frau Dr. Brodmann stimmte. Auch der Vertreter des Christlichen Verbandes hat aus christlicher Nächstenliebe nicht für das Elend, sondern für die reiche Billenbesitzerin gestinnnt. um so in den Augen der maßgebenden Faktoren des Steirischen Kriegsopferverhandes Liebkind zu verbleiben. So wahrt der Steirische Kriegsopferverband die Interessen der Kriegsopfer. Der Vertreter der Kriegsblinden (um > diese Trasik bewarb sich auch ein Kriegs-! blinder) Walchensteiner erklärte empört: > „So sieht der Dank des Vaterlandes den > Kriegsopfern gegenüber aus!" Und mit ^ einem berechtigten „Pfui!" entfernte er sich aus dem Sitzungsraum. ; k 6 f ! 7 f N k L f k fÖN ! fN v 0 !( U ^ f N I ^ 7 I 0 ^ ^ I L 3 ? 0 3 I -tzAWSutzerungerr aus dem KrieMWMLigLsNsMds. An die Tiroler Abgeordneten sind eine Reihe von telegraphischen'''Kundgebungen gelangt, ip denen dagegen protestiert wird, dag in dis WeröuArungen aus dem KriegsgeWAdigtsnsonds-auch solchs-WermögenSwerte ein- bezogen ÄeMn/ die Privatßesitz/dex kaiserlichen Familie sind. Eine an dis ChristlMtzMle VersinMmg Mrichtsts Kundgebung KM-,MeichsbuMes der ^Mrreich-r" spricht Len gleichen Protest aus, ,»f dem auHßßftLr^Ed, das gebundene Familienvermögen sei reit^s PrUEgenttum der kaiserlich^ FäAkltz Mwssen. > i LugckM gus7, dieses' Privatergentum stellt also eine sM>erL,'iMr^oesi christlichen. Grundsätzen nicht' vereinbarliche'BsAetzung dess gesetzes dar. >>> , Auch Liese Proteste beweisen, wie notwendig eine endgültige, auch vor dem Forum des Gewissens vertretbare Austragung der Eigentumssragen in bezug auf den Habsburgerbesitz ist. Begangenes Unrecht wird immer eine schwärende Wunde bleiben. Eine nach allenSsiten hinGewähr gebende Lösung der Rechtsfrage würde sin starkes Element der Beunruhigung aus dem Waatskörper wegschaffen. i z n 8 L > 7 l n X z u u l k fün ^ I k st 8 0 X ^ ^ 7 7 I 0 U6: 14. 10. IM Mtt^nLEe und Monarch'sten. -^E-berster Gerichtshof. H Senatspräsident Dr. Warhanek.^ ' :: Ein dreitägiger Schwurgerichtsprozeß, den der Obmann des Verbandes der Schwerrnva- liden und Hilflosen Österreichs Heinrich Gallos gegen den Obmann des Landesverbandes der Invaliden Maximilian Brande iß und den Sekretär Hans Wolfmüller wegen Ehrenbeleidigung, begangen durch die Presse, ange- trengt hatte, endete bekanntlich mit dem Frei- pruch der Angeklagten nach Erbringung >es Wahrheitsbeweises. Tie von Gallos eingsbrachte Nichtigkeitsbeschwerde wurde nun vom Obersten Gerichtslpif verworfen, da teilweise die vor- gebrachtcn Einwände nicht stichhältig befunden wuxden und sie sich teilweise als unzulässige Anfechtung und Kritik des Wahrspruches darbieten. -—--a ARBEITERKAMMER FÜR WIEN DOKUMENTATION DIE STUNDE (Wien) Nr.:TAG: ^ Die ^fflahrh eh über Laxenburg Ein *ner%5rter Verwaltungsslandal tX l In den letzten zwei Jahren tauchten in der Presse von Zeit zu Zeit die verschiedensten Alarmnaehrichten über das Schicksal des Schloßgutes Laxenburg auf. Im Mai 1920 kam es schließlich zu einem Eklat. Zwei Direktoren der „Societö anonyme de Chateau Laxenbourg“, der Pächterin des Schloßgutes, sind verhaftet und es ist ein Strafverfahren großen Stils gegen die Gesellschaft eingeleitet worden. Nach einigen Wochen flaute diese Aufsehen erregende Sensation merklich ab. Die verhafteten Direktoren wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, die Öffentlichkeit erfuhr über die Weiterungen des Skandals so viel wie gar nichts mehr. Wir sind nun in der Lage, auf Grund von Originaldokumenten, Verträgen, Briefschaften und Gerichtsprotokollen die Wahrheit über einen Verwaltungsskandal unserer Behörden, wie er einzig dasteht, der Öffentlichkeit zu unterbreiten. An Hand unserer Belege entfaltet sich ein Bild der österreichischen Hofräte-Wirtschaft, die alle Krankheitssymptome einer in Verfall begriffenen ßureaukratie deutlich vor Augen führt. Das ehemalige kaiserliche Schloßgut Laxenburg besteht bekanntlich aus dem historischen Schloß mit großen Kunstschätzen, aus verschiedenen Wirtschaftsgebäuden und einem Park in der Aus- l t dejhnung von 800 Joch. jJVph dem Umsturz fiel das Schloßgut dem ffrjfegsbeschädigten- fonds zu. Gleich von Ißeginn an verhandelte man über die Verwertung des Komplexes mit verschiedenen Konsortien, lange Zeit hindurch jedoch ohne Erfolg. Im 'Jänner 1922 bildete sich dann eine Gesellschaft unter dem Namen „Societe Anonyme de Chateau Laxenburg“ und dieser Gesellschaft, die zur Hälfte aus französischen, zur Hälfte aber aus österreichischen Geldgebern sich zusammensetzte,. gelang es im März 1922, mit der Leitung des Kriegsbeschädigtenfonds einen 50jährigen Pachtvertrag abzuschließen. Die Verwaltung der Gesellschaft bestand damals aus folgenden Mitgliedern: Oberbaurat Leopold Bauer, Alfred H. Winter, Willy Winter, Adolf Schiel und Robert Bauer als österreichische und Professor B r u n h e s, Dellaballe, Graf de G u e r n e, P a r i s o t und Bernstein als französische Mitglieder. Der Zweck der Gesellschaft war, wie im Pachtvertrag zu lesen ist, die Verwertung des Schloßgutes, Hebung des Fremdenverkehrs, Errichtung eines großes Kurortes im Stile vom Semmering mit Hotels, Gastwirtschaftsbetrieben und Vergnügungs- lokalen. Das Gründungskapital der Aktiengesellschaft belief sich auf 200.000 französische Francs und der Kriegsbeschädigtenfonds verpflichtete sich, bis zum 31. Dezem- ber 1922 die Konzession für den Hotel- und Gastwirtsehaftsbetrieb bei den- zuständigen Behörden zu erwirken. Der Betrug mit der Hotelhonzession Für den Kriegsbeschädigtenfonds schloß den Vertrag Hiit der Laxenburger Gesellschaft der Sektionschef Dr. Erwin Scheneck und sein Stellvertreter Sektionsrat Dechant, sowie der damalige Präsident des Invalidenfonds Harpner ab. Gleich ! einige Wochen danach stellte es sich heraus, daß der Gastwirt und Cafetier M o k e s c h über eine Gastwirtschaftskonzession verfügt, auf Grund deren kein anderer eine ähnliche Konzession erwerben könne. Trotzdem wurde der Gesellschaft die Hotel- und Gastwirtächaftskonzession verliehen. Herr Mokesch betrat daraufhin den Rekursweg und die endgültige Entscheidung des zuständigen Ministeriums lautete dahin, daß Mokesch im Recht sei und der „Societe Anonyme de Chateau de Laxenbourg“ die ihr erteilte Hotel- und Gastwirtschaftskonzession entzogen werden müsse. Dieser Beschluß hieß selbstverständlich soviel, als Aussicht stellte. Die Gesellschaft kooptierte den Fürsten, das Aktienkapital wurde auf 400.000 Francs erhöht. Zu gleicher Zeit schloß die Gesellschaft einen Unter-Pachtvertrag mit dem Unternehmer Richard Hilfreich ab, wonach Hilfreich., zum Direktor der. Gesellschaft ernannt wurde und einen Teil des Schloßgutea, die .außerhalb des Schloßparkes befindlichen'Territorien und den - ganzen Landwirtschaftsbetrieb in Aiterpacht nahm. ••• die Vernichtung sämtlicher Pläne der Gesellschaft. Inzwischen traten die bisherigen Leiter des Kriegsbeschädigtenfonds, Sektionschef Scheneck und Sektionsrat Dechant in Pension; die Leitung des Kriegsbeschädigtenfonds übernahm Hofrat Paul Nikola, über dessen Rolle in der Affäre noch zu sprechen sein wird. Vom Kriegsbeschädigtenfonds wurde der Gesellschaft unzählige Male die Versicherung abgegeben, daß sie die Konzession trotz alledem erhalten werde, um so mehr als die Gesellschaft verpflichtet wurde, 60 Angestellte des Schloßgutes zu übernehmen und zu erhalten. Nach ’mem halben Jahre sind die vorhandenen 200.000 Francs bis zum letzten Centime in das Schloßgut investiert worden, ohne die kleinsten Einnahmen zu erzielen. Der Verwaltungsrat Robert Bauer versuchte es nun, neues Kapital für die Gesellschaft zu erlangen. Es gelang ihm, sich von der Austro-Belgischen Eisenbahnbedarfs - Aktiengesellschaft weitere 200.000 Francs zn verschaffen, du abermals in das Schloßgut investier, worden sind. Als der Hotel- und Gastwirbsohafts- betrieb noch immer nicht eröffnet werden konnte, und das Unternehmen immer weitere Milliarden verschlang, meldete sich lann eine hochgestellte Persönlichkeit, der ehemalige Fürst Josef Colloredo- Mannsfeld, der weitere Kapitalien der Gesellschaft versprach und die Geltendmachung seiner Beziehungen zum Bunde wegen der Erwirkung der Konzession in j.j Die .angebliche Ausplünderung ''Laxenburgs „ b p < : Richard Hilfreich ist ein, Kaufmann, und pachtete naturgemäß das 'Schloßgut nicht ausschließlich aus. altruistischen'; Gründen Er kaufte 100 Kühe,;restaurierte mehrere Wirtschaftsgebäude . und rodete- zum Zwecke, der Gewinnung einer Ackerbaufläche einen Teil -des ihm., verpachteten Waldterrains ab. Dieses’ Terrain befindet sieh aber nicht, wie -in der Öffentlichkeit tendenziös-berichtet,wurde, im Sohloßparke selbst, sondern» außerhalb des Parkes,, in der f sogenannten /Kaiser Franz-Remise, in - einom.ebemaligen.;,Wildpark;,,der ypm früheren Schloßhauptmann, ■ ■, Oberbaurat G i. e- g ora, bereits in einem desolaten. Zustand** hinterlassen worden ist. Dieser Wald.’ ist bereits in den früheren Jahren 1 halb ?Ts- »geholzt-worden. Es entspricht daher nicht der Wahrheit, 1 daß-die Laxemburgar Gesellschaft wertvolle; Bestandteile^ des weit• ‘berühmten Parkes zugrunde gerichtet hätte: Aueh; die' Beschuldigung; daß hinsichtlich ' des 'großen Fischteiches K eine Ranb- ‘Wirtschaft- betrieben worden seip'entspricht nicht '• - den - Tatsachen, da, wie-‘ -bereits gerichtlich festgestellt- wurde,’ jährlich" Viele Millionen der Erneuerung der Fischzucht 1 im Laxenburger Teich' zu gewendet worden sind. Die wahren Ursachen, weshalb der : Kriegsbeschädigtenfonds, : der i die Pächter von Laxenburg - mit der Konzession auf schändlichste Weise hineingelegt und mitj vielen Milliarden geschädigt 3hatte,' seinen; eigenen'Skandal auf die Gesellschaft über- wälzte, wird im folgenden erörtert werden. ARBEITERKAMMER FÜR WIEN DOKUMENTATION DIE STÜNDE (Wien) Nr.: _ TAB: ^ V yWer ken nt sich da aus7 Was Oberst Rädlkammer der Welt weismachen will Leuten, welche die Frechheit haben, wahre Tatsachen durch falsche zu j.baiie.htigen“, steht die Zeitung wehrlos gegenüber Sie muß sie veröffentlichen, auch wenn -sie zehnmal : beweisen kann, daß die berichtigte Tatsaohe richtig und die berichtigende eine ordinäre Lüge ist. Zu den Leuten, die die geschilderte Unverfrorenheit 'besitzen, gehört zweifellos der i unseren Lesern bekannte Oberst R ä d.J- , hammei, der uns nicht wenigen als sage : und schreibe drei Berichtigungen z^e%dete\ und als unser verantwortlicher Ridallteur deren Veröffentlichung ablehnte, weil lie Iden Preßgesetzen nioht entsprachen, gegen \diesen noch die Anklage erhob. Von dieser wurde unser verantwortlicher Redakteur zur Gänze freigespfochen, weil auch das Gericht die Ansicht teilte, daß keine der Berichtigungen dem Gesetz entsprochen hat. Immerhin stellte das Gericht in seinem Ausspruch diejenigen Teile der einzelnen Berichtigungen fest, die als tatsächliche Berichtigungen der Veröffentlichungspflicht unterliegen und die wir daher im Nachstehenden, bunt zusammengewürfelt, wie sie der Zufall im Urteilsspruch aneinanderfügt, unseren Lesern nicht vorenthalten können:. „Es ist nicht richtig, daß Rädlhammer dem Hilfreich je mitteilte, daß zum Zwecke der Beschaffung eines Unterpachtvertrages 30 Millionen Kronen notwendig seien, da auch ein Hofrat nicht von der Luft lebe. Richtig ist dagegen, daß Hilfreich namens einer Kapitalistengruppe sich an Rädlhammer unter Anbietung eine# Hoiibraps von 30 Millionen mit dem Ei|suclpfc um Ausarbeitung von Verträgen uM Führung vpn Verhandlungen gewendet hat und die hiebei von Hilfreich gemachte Bemerkung, es dürften auch einige Bestechungen notwendig sein, vorf Rädlhammer dezidiert zurückgewiesefi Worden ist. — Es ist nicht ^richtig daß Rädlhammer mit den von Mfrfciüh eingehändigten 30 Millionen nach i HtFzjitejj reiste* wo Hof rat Nikola seinen lUmub Erbrachte. Wahr ist dagegen, daß Rä^lhammer\ zu einer ganz anderen Zeit unff zu ganz\ an deren Zwecken zu Hof rat Nifcdla nach ’Uürzsteg gereist ist. — Es ist 1 ; nicht richtig, daß Rädlhammer über das /^Ergebnis seiner Reise mit den Worten berichtet . hätte: „Die Sache ist mit den 30 Millionen erledigt. Hofrat Nikola frißt aus der Hand..“ Wahr ißt vielmehr, daß Rädlhammer einen solchen Bericht nicht erstattet hat. Es ist nicht richtig, daß Robert Bauer bei dieser Generalversammlung ausdrücklich über eine Resteohungsaffäre Rädlhammer-Nikola berichtete und erzählte, wie Rädlhammer dem Pächter Hilfreich 30 Millionen abnahm, um den Hofrat Nikola zur Intabu- lierung des Pachtvertrages des Letzteren zu bewogen. Wahr ist vielmehr, daß Robert Bauer einen solchen Bericht in der Generalversammlung nicht erstattete. Es ist nicht richtig, daß eich jemals Rädlhammer erbötig gemacht hätte, die Option der englischen Gruppe beim Kriegsbesohädig- tenfonds rückgängig zu machen, wenn : ihm 100 Millionen zur gestelBi werden. Wahl 1 ist vielmehr, IpS Rädl-i hammer dieser Option vollkommen fern4 stand und daß (dieselbe ohne sein Wissen' erfolgte. Es ist nicht richtig, daß RM1-* hammer, nachdem ihm 100 Millionen be- willigt worden waren, gesagt hätte, mit 100 Millionen gehe es nicht, er brauche 150. Wahr ist vielmehr, daß Rädlhammer niemals eine solche Bemerkung gemacht hat und daß ihm niemals eine Summe von 100 Millionen bewilligt worden ist. —- Es ist nicht richtig, daß Rädlhammer jemals darauf bestanden hätte, das Geld unter vier Augen in Empfang zu nehmen. Wahr ist vielmehr, daß Rädlhammer niemals etwas ähnliches erklärt hatte. — Es ist nicht richtig, daß Rädlhammer bei den Enthüllungen Bauers mitstenogranhiert und demselben gedroht hätte, daß Bauer hiefür in Wien büßen werde. Wahr ist vielmehr, daß Bauer niemals bei der Generalversammlung, bei welcher Rädlhammer auch anwesend war, irgendwelche Bemerkungen gegen Rädlhammer vorgebracht hat. — Es ist nicht richtig, daß Bauer dem Rädlhammer vor der Generalversammlung zwei schallende Ohrfeigen versetzt hat. Wahr ist vielmehr, daß es außerhalb der Generalversammlung zu einem Streit und sohin zu einem Handgemenge zwischen Rädlhammer und Bauer gekommen ist.“ „Also erstens habe ich das Geld nicht verlangt, zweitens hat man es mir (leider) ! nicht gegeben, drittens habe ich dem, der gesagt hat, ich hätte es bekommen, nicht gedroht, er werde das büßen, viertens hat er mir dafür keine Ohrfeigen gegeben, und fünftens haben die Ohrfeigen nicht geschaht, die er mir gegeben hat.“ Wer kennt sich da aus? • Der Strafrichter, der die zusammengewürfelten Teile der Berichtigung aus formellen > Gründen zur 'Veröffentlichung bestimmte, gewiß nicht; aber hoffentlich der, vor dem sich Herr Rädlhammer selbst demnächst zu verantworten haben wird. !