Wunder- und Wachkbarer ämthncr Zugleich euer Dchutz- und Wappen-Dchild/ des uralten Ertz»Hertzogthum Lärnthens/ In ihren Heiligen Mchutz-Wwn/Wrtz-Mertzog/und Wpostel Als Ein Löbliche in Wienn versammlete Lands» Genossenschafft/ dessen Jährliche Fest-Begängnuß mehr- mahlen den 8. Febr. 17z r- tn dem herrlich erbauten Tempel zu St. Peter lolermiter begierige; Mit einer Wurtzen Wob-Wede entworffen Vi)N I^atre ä Relurree^ions Domini, Augustiner - Baarfüsser / und der Zeit kstre krioie des Kayserlichen Lonvents bey Claris Lvreto in Wienn. Wienn / gedruckt bey Johann Baptist Schilgen / Nider-Sesterreichischen Landschafftö^ Buchdruckern/ Anno 173z. -Ä-> 'Lsy. 'EMZ 8imili8 taAu8 eK: I.eoni in operibu8 iui8. Er ist in seinen Wercken einen Löwen gleich worden. An mein Mund so wohl gearthet wäre zierlich zu rede» / als geneigt ist das Hertz brinn- eyfcrig zu lieben / und wann also die Red in den Geschmack ihrer Worten / mit der Liebe meines Hertzens sich gleichen könte/ so wurde gesicheret/ ja datff es ftcy bekennen, auf mehrmahlen beschehene Einladung zum heutigen Ehren-Fest durch eine kleine Stunde der Wunder-- grosse Ertz-Hertzog/ und heilige Apostel auß Cärnthen OOKllllädlll8 mit einer zierlicheund seiner Verdienst/ und Tugend gemäß gebührender Ehr« nnd Lob-Rede von mir erhoben werden/umb weilen dieser grosse Lands-k-troe, mit geneigk» und schuldigsten Hertzen auch von mir seinem Lands-Kind sonders geliebet wird. Mund / und Hertz solten zwar zusammen / und Übereins stimmen/ theils weilen die Zung von dem Hertzen als einer Wurtzel herstammet/wie kerusrämus der Heilige von 8eaer> bekennet,' (s) Lc>r ek rsciix liriguss, das Hertz ist die Wurtzel der Zungen; theils weilen nach gemeinen Außspruch/ eben das jenige der Mund zum ösftern redet/ was das Hertz brinn« eyfrig liebet. Allein ich sehe r daß sich mein Hertz weder mit dem Mund / noch die Zungen mit dem Hertzen vereinigen / A 2 zusam, (2) Lsrnsräiaus Lenea. 4-rrc 4 ) m- zusammen-und Übereins stimmen/ indem« das Hertz weit grösser in denen Flamme« der Liebe vokinixm, als der Mund in Ehren-Wvrten dieses so heiligen Apostels/ und Srtz-Hertzog. DaS Hertz liebet OOKiiHLdlllLi als einen Lob-würdigen Lands-Fürsten des nralten Wrnthen/ und der Mund kan hier» über seine so ausserordentliche Thatrn seiner gerecht- und sanfft- müthigen Regierung/und Herrschung nicht genugsam hervor- stellen; Das Hertz liebet OOkHHäNllkl als einen eyfrigen Apostel/und Lehrer der Cärthner/und meine/chwache Zungen kan weder dero Geist-Wort/noch den unbeschreiblichen Gewinn so vieler zum wahren Glauben gebrachten Seelen rntwerffen; Das Hertz liebt OOLiiriLdMXl als einen Außbund aller er- dencklichen Tugenden/ und der Mund kan von allen denselbigen niemahlen genug/und würdig reden; Das Hertz endlichen liebet OOötlil^dlllkr als einen im Leben von GOtt dem Cärnthen vorgesehenen gottseeligen Ertz-Hertzvg/in dem Todt einen Wun- derthätigen Fürsten/in der Glory nun einen herrlichen Apostel/ und der Mund kan weder von seinem Leben / Todt/und Glory jrmahlen rechtes Lob außsprechen. Dahero wo meine Zungen mehrmahlen zu wenig das gebührende Lob vorzustellen / wessen das Hertz voll ist/lasse ich sowohl meinem/als aller aufrichtigen Carnthner Hertzen über dasjenige in/und mit der Lieb/oder liebenden Andacht zu ersetzen/ was der Mund anheut von VOXIHIL. NO dem Heiligen Ertz-Hertzog/Apostel/und besonder» Schutz- Herrn des uralten Ertz-Heryogthums Cärnthen hervorzustellen schuldig/ und verbunden wäre. Da ich aber nicht recht eigentlich reden kan / seye es mir erlaubet nach denBeyspil des Erlösers unter einer Gleichnuß/ oder Sinn-Bild das gantze Lob vor dißmahl zu verfassen / und damit man selbiges nur bald wisse / und vernehmen könne / so stelle ich OObliri^igllkl unseren heiligen Ertz- Hertzog/ und Apostel nicht so viel durch die heutige Evangelische Parabl eines Ackers-Mann/ der den Saamen des Göttlichen ' Worts _ -rsrc 5 )«-»- _ Worts so vielfältig in Cärnthen als einem von GOttgeseegneten Erdreichs außgesäet/und als ein Apostolischer Ertz-Schnittner hundertfach eingebracht hat / sonder als einen Wunder- und Wachtbaren Löwen vor/welcher sein Ery- Hertzogthum gegen alle widrige Zufäll wunder« und wachtbar-weiß zu beschützen / und zu bewahren / mithin gedencke ich zugleich einen Neuen Schutz« und Wappen-Schild für bas uralte Ertz-Yertzogthum Cärnthen zu verfertigen. Zn dieser Ehren-Ticichnuß hat mich nicht nur allein der uralte Cärnthnerische Wappen-Schild deren im goldenen Feld dreyfachen Löwen/ sondern weit besser Göttliche Schrifft sechsten den Vorschub gegeben/ da sie mir OOüllULdMkl in den vortrefflichen Machabeer juäsm einen Sohn des glorreichen Llstkstki«,als in einem lebhafften Entwurff vorgestellet mit denen Ehren-WortenrLimilisksLtus elkl-eoniia operibu8tuis,(b) daß OOXllLl^rllll8 in allen seinen Wercken/ in seinen Thuea/ und Lassen «inen Wunder - und Wachtbaren Löwen gleich wor» den; ja wann 8»lc>mon auß Befelch GOttes so gar die Löwen hat in den Tempel des YErrn zwischen /und Mitten unter die Cherubia stellen därffen/(e) und jener verzückte Jünger )o»nass bey dem Lamm GOttes das erste vor anderen Thieren einen Löwen ersehen hat/da er bekennet: saimsl primum 6mile ieo- vi, (li) das erste Thier wäre gleich einem Löwen; wer wird mir mein so heiliges Vorhaben beschimpffen können/daß ich an OO- ötlllLNO nicht einen Wunder- und Wachtbaren Cärnthner- Löwen / zugleich einen Neuen Schutz- und Wappen - Schild an an ihme hervorstellen soltr. Prange nur unterdessen! prange nur uraltes Ery-Hertzogthum Cärnthen mit deinen Wappen deren im goldenen Feld dreyfachen Löwen/ prange so lang du wilst mit diesem herrlichen Schild/ wormit du deines Lands herrliche Eigenschafften, und eigentliche Herrlichkeit der ganyen Welt vor Augen legen wilst; dann nach Beschreibung des ur- A z alten (b) i. Uscksb, csp.(c) z. Leg. esp. 7. v. r6. (ä) HpocsI. «sp. 4. vers. 7. , _ 4-szc 6 )Stz4- _ alten Chronisten blegiteri, (s) solle diese Wapp vonOktoas auß Schwaben eiogesührt sey« worden / theils zum Kennzeichen/ daß das damahlige grosse Cärnthen in seinen Unrkrayß/und Erd« Bezürck/wegen viel ip sich geschloffenen nun aber abgesonderten Landschafften als Steyrmarckt/ Crain/ Saltzburg/Görtz/ und Friaul/ ja einen Theil auß Oesterreich/ selbst die Form eines LöwenS außgemacht / theils aber hierdurch ihres allerersten Gottseeligen Fürstens Heil. OOKtlllä^l Tugenden / zugleich die Tapffer- und Großmüthigkeit der Inwohner vorgebildrt habe r dann nach Lslomoais Zeugnuß selbstcn/ist der Löw kein anderer/noch besserer Abriß/oder Sinnbild/ weder des Adels/ der Heiligkeit/ der Tugend / und des Glaubens Eyfer; Cärnthen will durch ihre drcy Löwen eben nichts anders / weder die Lugenden OObtlllLbll, dann den Heldenmuth ihrer Insassen/ und in ihrem Schutz-Herrn ein Wundere und Wachtbaren Löwen sechsten verfinnbildet haben- Habe mich in diesen meinen wenigen Gedancken nicht ge« irret/ dann habe ich vor einigen Jahren an OOLtllläKO eine an statt tausend abgötterischen 8tstuen/ unsterbliche Ehren/ Logend/und Denck-Saulen errichtet/darffich anheut gar wohl ein an statt breyfachen Löwen an OObtlll^blO einen Wunderund Wachtbaren Löwen aufzeigen / welcher sein Ertz-Hcrtzog- thum gegen alle widrige Zufall bißhero wunder« und »achtbar beschützet/und bewahret hat. OObtlllLbiO demnach in bevorstehender Stund/ das jährlich Pflicht-schuldige Ehren-Lob abzuzinsen/ nenne ich ihme vor dißmahl einen Wunder- und Wachtbaren Cämthner-Löwen/und übergib diesen als einen Neuen Schutz» und Wappen-Schild dem uralten Ertz-Hertzsg, thum Cärnthen/ mit der Sicherung/ daß es selbigen zu ihren fer« neren Schutz gutmeinend annehmeu / und sich wider alle widri« g« Zufäll deffelbigeo gebrauchen werde. Uraltes (e) Uieron. Uexjs. 1.7. c r. 4M( 7 )SÄ- MKRaltes Cärnten/ich weiß gleichsam nicht/ob 0u dich anjeyo EMU! weit mehrer mit deinen im goldenen Feld dreys führenden Löwen/ oder mit deinem Wunders und Wachtbaren Sitten« Löwen Heiligen beglückseeliget schätzest; auß diesen Zweifel zu kommen/ wendet mit mir eure Augen auf gegen« tvärtiges hohes Ehren-Gerüste/ beschauet allda den durch kunstreichen Pemsel entworffenen OOöilii^ncskl. aber betrachtet zugleich den bey seinen Füssen ligenden Wappen-Schild breyer unerschrockener Löwen / diese ein Sinn-Bildnuß des Lrtz- Her« tzogthum Cärnthen verrathen sich sechsten / daß Cärnthen weit mehrer mit ihre» Wunder-und Wachtbaren Sitten-Löwen heiligen Schutz-Herrn DOKim/vno, als denen dreyen in ths rem Wappen-Schild entworffenen Löwen prange/ Massen diese nur jener Fingerzeig/ und lebhaffte Entwurfs/ wer / und was OObim^ll8 gewesen. Za wann viele Könige/ Fürsten/ und andere Welt-Beherrscher in ihren Wappen eben dergleichen Sinn-Bilder geführet/ welche gleichförmig waren ihrem Leben/ und Wandel/nach Zrugnuß des gecrönten Propheten: (k) ko- tusrunt iiANL lus, 6gns : sie haben ihre Zeichen / Schild / und Wappen gesetzet/zu einem Zeichen ihres Lebens; so will Zweif« fels-frey Cärnthen durch ihre drei) Löwen an vObilllLblO einen Wunder - und Wachtbaren Löwen erzwingen. Ein Wunder-volle/ja fast unglaubliche Sach wäre «S / an einem schwachen Menschen «inen behertzten Löwen hervorzustellen / wann es sich nicht in einem Heiligen OOXliHLXO zugetra» gen hätte/dessen Lebens-Lauff einen Wunder- und Wachtbaren Löwen gewiesen: 8imilis ksÄus elk I.eooi in vperidus luis, ist in seinen Wercken einem Löwen gleich worden. Um dann der Prob den Anfang zu machen/ darff ich nicht lang OONiHLNUki von der Geburt/ und blühenden Alter betrachten/ ich laste Lucarinum bey seiner sinnreich be« schriebenen Eigenschafft deren Löwen beruhen/ daß der Löw mit «röff- M rk>. «rc s. )ktzr- eröffneten Augen aus die Welt komme/ mithin die Sinnfchrifft ererbe ln ortu conft>icit, (g) in dem Anfang sähe er schon; Unser Sitten,Löw OOLULi^nm hat zwar mit eröffnet«» Augen das Tag «Liecht dieser Welt beyläufftg nach Avmerckung Kol- Isa-ii in dem Jahr nach Gnadenreicher Geburt Christi 760. ersehen/und ob er schon als ein Wunder,Low der Welt gebohren/ dannoch muste er bekennen/was 8«lomon der weise König auß» geruffen/benanntlich: ktegonstussccepi commuuem serem, L in kmilitsr LÄsm äsciäi terrsm , ör primsm vocem 6mi- lem omnibus em>6 plorsns : (k) Da ich gebohren worden / Hab ich gleichen Lufft mit andern empfangen / ich bin auf die Erden gefallen/Hab gleich wir ander« die erste Stimm mit Weinen hören lassen. Aber nicht ohne Ursach hat damahlen OO- »1111^8118, oder der sogenannte Walkum geweinet/ welcher ob er schon Vättrrlicher Seils von lnguon dem tugendsam Christlichen Hertzog/und starckmüthigen Löwen gezeuget/ doch von dem damahiigen ungläubigen Adel in dem blinden Heyden» thum erzogen worben. Inguon der Christliche Vatker war« zwar beflissen/ dem Yeydnischen Abel durch eine artige Erfindung den wahren Glauben in ihre Gemüthrr einzupflantzen / indem« er selbigen zu Gast geladen/aber nur in schlechten erde, nen Geschirren gespeiset / da hingegen zu gleicher Zeit denen Bauren/ die den Glauben bereits angenommen / in Silber und Gold aufgetragen wurde/ nebst beygesetzter Erinnerung/ daß beydes Theils Seelen Beschaffenheit es nicht anderst erforderte/nachdeme die ersten so halßstärrig in dem Unflat der Abgöt- terey verharret«»/ da inzwischen die änderte durch das Wasser der heiligen Tauff gereiniget/ unter die Kinder GOtteS verdienten gezehlet zu werden. Aber alles dieses/ wie gut es auch gemeint war / kunte noch nicht genug seyn/ die Hartnäckigkeit dieser Götzen < Diener zu der Lehr Christi zu biegen. Ein gleiches hat sich mit dem jungen Sitten-Löwen OOLUIILXO zug«, (ß) §/mb. (k) §sp. c. A _ 4M( 9 ) M- __ zugetragen/ welcher von dem ungläubigen Adel zu einem ab» götterischrn Raub gesuchet wurde/ also! daß damahken gar wohl inguoa der Christliche Vatter mit denen Worten eines frommen Patriarchen Jacobs wehemüthig wird geseuffzet ha» den: (i) Lsculu; l.eonis, s6 prssilLM 61 i mi sicencliki. Du junger Löw / zu einem Raub bist du mein Sohn erstanden / und der Welt gebohrcn worden. Ich unterdessen Hab nicht lang mich bey der Wiegen/ oder jungen Jahren OOMiiLM aufzuhalten / finde keinen Platz diesen jungen Sitten-Löwen anderen Verfolgungen eiozurau, men/Göttlicher Vorfichkeit hat es beliebet diesen Sitten-Löwen bey dem Leben zu erhalten/zu den allein seeligmachenden Glauben zuführen / diesem zufolg wurde OOkliilLNus von V,r- gilio, und Kloöslto zween heiligen Bischöffen zum wahren Glauben bekehret/ und in der heiligen Tauff mit dem Namen lui- tl»a, oder wie wir ihme anjetzo verehren Oomirisuus benamset. In den angenommenen Christlichen Glauben fienge er zugleich an/alle Tugenden eines Christen an das Tag-Liecht z« legen/ den Glauben mit guten Wercken scheinbar zu machen; die Lehr jacobi des Apostels / welche ihme von den Christlichen Lehrern vorgetragen worden/ ist von dem jungen OOXliriL- IHO schon damahlen weit bester/ als anjetzo von unseren Gegen» gläubigen in acht/und Ehre genommen worden/des Jnnhalts: <2u>6 proöerit trstres mei, 6 6) Lenes, e. 49- (k) lscob. c. 2, v. r. _ -k-sr c i°> ) _ denen jungen Löwen zu verfassen: kkiiippu? kicinelii bezeuget/ daß die jungen Löwen gleichsam Leb-loß /und todt auf die Welt kommen/ aber gar bald durch übrige Löwen-Wärm«/ und Hitz aoß geheimen Antrieb der Natur beholffen/ und zum rechten Leben befördert werden / dahero die Sinn-Feder jungen Löwen zueignet: Nunc melior kater, (I) Nun bin ich ein weit besserer Vatter. der junge Sitten-Löw / ob er schon von einem Christlichen Vatter gebohren/ wäre doch durch Am führung des Heydnischen Adels gantz lebloß am Christlichen Glauben / bis er durch heilige Seelen-Hirten Virgilium, Lto- llelkum, und anderen zu der reinen Lehr Christi/ und den wah« ren allein seeligmachenden Glauben gebracht worden / diese wa« ren OOXllH^dlO, melior pstsr, bessere Vätter/ also ! daß damahlen mit weit besserem Fueg diesen heiligen Lehrern/gleich einem Königlichen Printzen Llexancler seinem Lehrmeister /trittoteii hätte ruhmwürdig Muffen können r L kstrs viveoäi, L krssceptors beoL vivenäi initium sccepi, von dem leiblichen Vatter habe ich den Anfang des Lebens/ vom andern aber gut/und tugendsam/ja Christlich zu leben den Anfang genommen. Mit diesem nun angefangenen Christlichen Tugend-Leben zeigte fich OOkllllkdlll8 nicht nur allein einen Wunder- son, dem auch Wachtbaren Löwen seines Landes/ dann kaum hat OO>mi^^ll8 um das Jahr nach Lollsalli Beweißthum 784. bey Anfang der Regierung Kaysers Carl des Grossen/die Ver« waituug des Ertz-Hertzogtbum Cärnthen zu unbeschreiblichen Nutzen selbigen Lands / als deine er vom Himmel/ erstens zu einem Lehrmeister / und Apostel/ nachgehends zu einem kseroo, und Schutz-Herrn außgesehen ist worden / angetrettea / wäre mit grosser Verwunderung dieses grossen Sitten-Löwens seine Starckmüthigkeit erstens gegen sich/ dann den irrenden Neben« Menschen/ und gesamte wider den wahren GOTT sterbende Hey, (I) Uunö. §/mb. —_ «sc n __ Heyden zu betrachten. Der Prophet Lrscliiel scheinet/ habe auf DOktlllädMLi mit seinen Worten gezihlet/ da er geweiffagetr Lt l-eo ksÄus est, Le 6i6ieit cspers prge6sm,komiuömque 6s- vorsre, (in) Er ist zu einem Löwen worden/ und hat zu rauben/ und die Menschen zu verzehren gewöhnet. Diesem Zufolg / wo Heydnischer Adel auß allen andern das Christen-Blut zu saugen gesuchet/ da hat OOKllllLNUS der Wunder-Löw die irrende Seelen zu einem Raub zu bekommen / alle Heyden aufzu« zöhren getrachtet; dieses Sitten-Löwens sein Hunger/ wäre gleich dem Hunger des Löwens von dem Stammen Juda Christi JEsu/ weichen jederzeit nach denen verlohrnen Seelen hungerte/ dann wohin zihlete jener Hunger des Sohns GOttes in dem Hauß 8imonis des Aussätzigen? und in jenem Dsstsil xi,r- tkss und Nsgäsleose ? wohin jener Durst bey dem Brunnen Jacobs der Samaritanin? weder nach dem Seelen Heyl 8i- wonis.^lsgäsleoss, und der Samaritanischen Sünderin; von dem ersten bekennet Augustinus mein heiliger Vatter/also schreibend : lplum ps/bsntsm estikiebst, jpsum emsn6srs, iplum msÄsre, ip/um msu6uc»re volebst.(a) Es hungerte Christum nach Simonem, der ihme gespeiset/ ihm« zu verbesseren/ ihme zu essen / wäre das grosse Verlangen Christi; von der zweyten hingegen bemercket Hieronymus der gepurpurte Lehrer: <^UÜ6 Dominus mrgislsckrymss peccstricis mulieris,qusm äsliciss kksris«! comprobsverito (o) Christus habe ein grösseres Verlangen/und Vergnügen gehabt an denen Thränen der bekehrten Xlsgäsiense, als ob denen von 8imoas des Pharisäers an-und aufgetragenen Speisen; von der letzten hingegen hat die ewige Warheit selbst«» außgeredet: Lgo cibum K,beo msn6uc»rs, quem vos ne/citis,(p) Ich habe eioeSpeiß zu geniessen/welche ihr euch nicht einfallen lasset. Einen solchen Menschen-Yunger hatte auch unser herrschender Sitten-Löw DOLHHLNU8, B L nach (m) Lreck. c. 19. (n) 8. k. luper I^ue. (0) 8. I^Lerün. csp. z. Ikren. (p) josn. e. 4. v« z 2. - _ -M ( r; ) W4- _ nach solchen Seelen-Raub wäre er begierlg/und gewöhnet/kaum hat er seinen rechtmäßigen Thron / um sein Srtz-Hertzogthum in Güte/und Christlicher Starckmüthigkeit/ zugleich wachtsa« mer Obsorg zu beherrschen bestiegen/ waren seine erste/und wich, tigsteGeschäfften/und Obsichten sichselbsten starckmüthig/dan» die irrende Heyden zu überwinden/die Außbrcitung des wahren Glauben/die Einführung des GOttes-Dienst wäre der Grund seines Lands Beherrschung. Gegen sich/und in sich wäre OvxiirimM ein wunder« wacht bar- ja starckmüthiger Löw/ dann torcior elt, qm ls, quäm qui korciNma vlnait, - - - starck genug der jenige/wel« cher sich/ dann andere überwindet; an einen auch allerstärckesten 8-mioo wird hier kaum in Gegensatz ooxilll^i eine Stärcke gesunden / ob er schon mit einer Esels Künbacke 1000. Phsii, steer erleget/ ob er schon mit eigenen Händen zoo. Füchs gefangen/ob er schon die grosse Stadt-Pforten aus den Angeln schöbet/ ob er schon «inen starcken Löwen zerrissen/ umb weilen er sich aber sechsten nicht überwunden/ sondern von einer Philistern» überwinden/ und von dem abgöttischen Volck übergwältigen hat lassen/ Hüterin Gegensatz «nsers SittemLöwens voxtl- H^bll alle Stärcke verlohren. DOKtlllL>lU 8 auß einem Abgötterrr ein frommer Christlicher Fürst/hielte dieses vor das erste Regier-Stuck/ daß/gleichwie er anderen zu gebieten hatte/ also sich sechsten zum Dienst GOttes- gäntzlich verpflichtete: wohlwiffend/ daß diesen HErrn dienen eigentlich herrschen seye/ und daß sonsten alles Regiment in ein lauter Verwirrung hin. auß lauste/wo der Regent seine selbst eigene Persohn dem HErrn der Herrschenden nicht vorhin unterthänig gemacht hat. Vor allen veranstaltete er im gantzen Land jene GOTT geheiligte Gnaden-Oerther wiederumen in den Stand zu bringen / welche die Grausamkeit deren Heyden in die Aschen geleget / jene hingegen abgötterische Bildnuffen lieffe er zu Boden reißen/und in das Wasser vrrsencken/welche das blinde Heydrnthum verehret/ und _ -mc _ und angebettet hat ; der gröste Streich/den I)OöllllLNU8 den Heydenthum versetzt/ist angebracht worden an dem Orth sä miii- 8tseu»8. zum tausend Bild-Saulen (anjetzo Millstadt) genannt/ allwo der Fürst der Finsternuß eine seiner Haupt-Vestungen angelegt zu haben schiene/ tndeme er diß Orths nicht nur in einem/ sondern ettich hundert Götzen »Bilderen/ gleichwie vor Alters in dem Römischen k-nckeon angebettet wurde/zu Boden reisten/ und in den nächst anligenden See zur höchsten Bestürtzung der Höllen versenkten lassen : Oetruxsrunt corsm eo, hat es ge» heissen / was Göttliche Schrifft bekennt/ äekruxeruat corsm eo srs8 ksslim, L gmulsckrs, quss tuperpolits tunt, (q) Sie haben vor ihme die Altar kssiim abgebrochen/und die abgötte» rische Bilder / so an selbigen stunden / wurden zertrümmert/ an dero statt wurden die allein GOtt geheiligte Tempel erbauet/ und dahin grosse Anzahl frommer Geistlicher gestifftet/ die zu Ersetzung der vorhin alldort verbrachten GOtts-Lästerung/fort- hin unaufhörlich dem Lob des Allerhöchsten obligen solten / daß ich zur Bestättigung die Wort Lreckielk zu widerhollen bemüssiget werde: I.eo ksÄr>8 ek, üc äiäicit cspere prssäsm, kominemqus comeäsrs, (r) L>0>1IHLdIU8 seye zu einem Löwen worden/und hat zu rauben/ und die Menschen zu verzöhren gewöhnet/da er die Irrende auf den rechten Weeg / die blinde Heyden zu den Liecht des wahren Glaubens gebracht. Bey diesen wunder- und «achtbaren Löwen-Lhaten/ darff ich kaum mehr eine Meldung machen/ wie OoxnriäNU8 mit hertzhaffter Starckmüthigkeit die Götzen-Bilder in Cärnthen zerstöhret/ und mit einem Israelitischen Feld-Herrn )srobo,i vorgenommen/ coa/umsm ibieo8, qusti I.eo, (s) ich will ste wie ein Löw aufzöhren; noch darff ich gedencken/ daß wo der Patriarch Zuäs8 den Nahmen eines Löwen verdienet / weilen er die Israeliten in das gelobte Land durch seine Sieg-Fahnen ge« führet; auch O0MHL.Nll8 hat den Ehren-Rueff eines Lö» B , wens (q) r. ksrrlip. c. Z4- (r) LL-ck. c. 19. (r) suäie. csp. 6. _ 4sz e >4 ) r» _ wenS überkommen / da er die Sieg - Fahnen des Christlichen Glaubens in die Landschafft der Heyden / forderist in das edle Cärnthen hat eingeführt/und selbiges noch bishero in den allein seelig-machenden Glauben/ auch denen zu dieser Zeit geirreten Mit-Nachbauren zum Beyspil/ als ein Wunder« und Wacht- barer Löiv beschützet/und bewahret. Das Land rings herum mit starcken/ und fast unüberwindlichen Vestungen besetzen/ um allen Anfall deren Feinden von aussen abzuhalten / von innen aber die Gerichter/ und Raths-Stellen mit treuen Rächen / und klugen Stands-Leuth versehen/durch wohl- geordnete Einkünff, ten das allgemeine Weesen in guten und besten Stand/ die Burger/und Inwohner durch nützliche Gesätz beherrschen/und regieren/mithin in guter Ruhe/und Ordnung setzen/ dieses seynd bewährte/vortreffliche und nothwendige/ allein nur menschliche Mittel Reich und Länder in ihren Glück und Wohlstand zu er« halten. Damit aber selbige in vollständiger Ruhe/Glück/Wohl« stand/sonders in wahrer Erkandtnuß ihres GOttes/und fest ge« grünbten Glauben verharren mögen/ist die vorsichtigste Obsorg des obristen Welt-Beherrscher / und eines Lands-erkiesenen hei, ligen Schutz - k-troo vonnöthen. Cärnthen ist zumahlen mit Heyden versehen/ es verspühret ohne Unterlaß die vorsichtigste Obsorg des Himmels/ und nihmet zugleich wahr / wie es von OOöllLl^O ihren Heiligen Ertz-Hertzog/als einen sittlichen Wunder - und Wachtbaren Löwen vor allen nachtheiltgcn Anfall / und widrigen Ketzerischen Zufall beschützet / und bewahret wird. Auf Schutz und Vorbitt eines heiligen Lands-Fürsten/ wird die Glückseeligkeit eines Landes / und deren Unterthanen weit besser/ dann aufhäuffig/und starcke Vestungen/auf zahl, reiche/und wohlgeübte KriegS-Heer/auf volle Schatz-Kammer/ und reiche Einkünfften gegründet. Hier verfertige ich endlichen den vollkommenen Neuen Schutz- und Wappen Schild für das uralte Srtz-Hertzogthum Cärnthen/ hier an OOXliHLNO hat forthin Cärnthen an statt _ «rc r; ) Wk- _ statt deren dreyea im goldenen Feld/nur einen/und zwar Wunder- und Wachtbarcn Löwen/ worvon aber nichts anderes/ weder alles Gutes zu hoffen/ so lang dir Edles Cärnthen dein heiligster Ertz-Heryog zum Wappen/und sicheren Schutz-Schild dienet/ so lang hast du dich aller Glückseeligkeit zu getrosten. Ruhe nunmehro unter diesem Schutz - und Wappen-Schild Löbliches Vatterland/ der Wunder-Löw ist jederzeit wachtbar dich zu schützen/ und vor deine Glückseeligkeit zu sorgen. Dann obschon OOXHHLdMS sterblich zu leben aufgehöret/ hat er erst angefangen zum Schutz seines Volcks / seines ihme auf Erden von GOtt anvertrauten Ertz - Heryogthum Cärnthen unsterblich zu werden / allermaffen dessen edle Seel / so gleich von denen Banden des Leibes aufgelöset/ durch die Hände der lieben Englen jene in Freudens- volle Regierungs-Stadt übersetzet worden / um sambt denen heiligen Aposteln / und Lehrern den hundertfältigen Lohn / und die wohl-verdiente Cron der Gerechtigkeit zu empfangen / da hat er zugleich die ungemeine/und unzahlbare Gutthaten zu erzeigen den Anfang gemacht: äp- propisvit, dörffte ich mit einem Hönig-stiessenden ksrnsräc» reden/ und O0MIlLd>0 eben jene Wort/ so er einem Heiligen ViÄori beygeeignet/ ruhmwürdig zumessen / sppropisvit Oeo, ut pluros ejus islvsreutur mtercslllone, iu coelum le- v»tus elk, ut 6t pslrooiuio. (t) hat stch zu GOtt genäherct zum tzeyl seiner Lands-Genoffenen; von seinem irrdischen Ertz yertzogthum ist er nach jener ewigen Himmels-Burg übergangen/ um von dannen alle Seinige gnadenreicher zu beschützen; Ja därffte mit jc-Znue dem verzückten Jünger bekennen: ante ckronum Oei saimsl primüm 6mils I.eoni, (c) daß OObHll^^ll8 der heilige Ertz-Hertzog aug Cärnthen/ unter dem Sinnbild eines Löwens/ der Erste vor dem Thron GOttes seye/ mit seiner grossen Vorbitt sein Land zu beschützen/und mit verschiedenen Guthaten zu erhalten. Vil (r) 8. LerlisrUus 5erm. r. äe 8. Vir. (u) Lpocsl» cap. 4. v. 7. -rsrc -e ) r» Vil Stunden wären zu wenig von allen disen insonderheit zu reden/ welche GOtt zur Prob seiner Heiligkeit/ durch dessen Verdienst und Borbitt ertheilet; Niemand der sein vestes Ver« trauen zu ihme genommen/ hat sich Hülff-loß befunden : die Gefangene wurden durch seine Anruffung erlediget/ die Tobten zum Leben erwecket/ so gar die Blinde sehend/ die Taube hö- rend/die Stumme redend gemacht/ ich kan vor dißmahl seine Wunderwerck in keinen neuen Begriff/und Zahl / so sie doch in eine Zahl könten gebracht werden/ beybringen / durch welche GOtt der getreue Belohnrr alles Guten zeiget/ und uns zu verstehen gibet/wie wunder - und wachtbar annoch der Cärnth» nerische Sitten-Löw in seinen Verdiensten/ wie gewaltig/ und »ermöglich seye der Heilige Ertz-Yertzog Rühme sich nur Venedig die Ruhm-würdige kexmbiic ihres »achtbaren Löwens/ prülle nur auch der nunmehro mit Lilieo- Kräutzen gebundene Löw des Niderlands/ schwinge seinen doppelten Schweig ein im rothen Feld gecrönter dapfferer Böhmer«Löw / so hat sich bereit Cärnthen neben denen im goldenen Feld breyen grvßmüthigen Löwen/ besonders in ihren einigen Wunder - und Wachtbaren Sitten - Löwen Heiligen vokiiri^kio, als einen Neuen Schutz - und Wappen-Schild zu rühmen/ zu erfreuen/ und glückseelig zu schätzen. Vor dem Beschluß meiner Rede/ wird man mir es anjetzo vor keine groß-sprechende Prahlerey nehmen/wo der Redner/ der Wahrheit zum Steur / auch den Cärnthen das Lob sprechen wird / als welches auch dem Edlen Oesterreich bey verschiedenen/und verwirrten Zeiten die Glückseeligkeit vermehret/ da es nicht nur allein in der Wigenschafft gelehrte Männer/in geheimen Raths - Versammlungen klugeste , sondern auch zu betrübten Kriegs-Zeiten Cble und dapffere Löwen« Gemüther zugesenbet/ ich will von diesen die Jahr - Bücher / und uralte Khronick nicht hervor ziehen/ nichts melden/ was UieronxmusLiegiisrus in dem r6i2tenJahr hiervon in zweyen grossen _ 4-sZ c 17 )R-4- _ grossen Büchern verfasset / noch gedencken was ^oitzsngus Lsrius (x) von diesem herrlichen Ertz-Hertzvgthum gtschriben / weder auß meiner Feder/ oder Mund Dessen lassen / was der Welt-bekandteLnsss Z^lvius, nachmahliger Römischer Ober» Hirt kius der Änderte genannt/darvon Lobwürdiges bekennet. So viel ist aller Welt bekanbt/ baß Osroiu« xisgous schon um das Jahr Christi 791 das Hertzogthum Cärnthen wegen derselben Inwohner grosser Thaten/ und Dapfferkeit auß Königlicher Vollmacht/erhöhet/ Ukch solches zu einen Ertz-Hertzog- thum erhoben/ welches nachmahlen OOKilULKiM unser gepriesener Sitten-Löw des Franckischen Geblüts der Vierdt« als ein Ertz-Hertzog beherrschet/ und regieret hat/ ob welchen Ehren-Titul das Land Cärnthen desto mehrer sich rühmen darff/ um weilen solcher von so vielen Römischen Kaysermauch auß dem Durchleuchtigsten Ertz-Hauses von Oesterreich/und Habspurg / so das Land Cärnthen ein Ertz-Hertzogthum zu nennen vor genehm gehalten / also! daß mehrmahlen nach Bes kandtNUß Uegileri, kriäericus der Dritte/ XIsximilirmus der Erste (der in Cärnthen auf dem schönen Schloß Tantzen- berg gebohren / und die uralt» Grafen von Villach dieser gekrönten Wiegen zu Pathen gestanden) Lsroiu« der Fünffte/ und andere mehrer Römische Cron« Träger Cärnthen ein Ery, Hertzogthum genennet/ und keräinsnäus der Großmächtigste Kayser so gar in der Müntz-Freyheit einer Cärnthnerischen Landschafft besonders Privilegium ertheilet / auf silberen/ und goldenen Müntzen diese Uberschrifft zu machen : Peräilisn 6 us Oei grsti» Leo. ^rcki-Oux /^u^riss,ör Lsrintkiss ; Zwelffelss frey denen treuen Cärnthern zum Lob ihrer Thaten/und Dapf- serkeit. Kurtz hiervon zu reden / Zeremiss als er das gelobte Land mit wenigen Worten entwerffen Volte/ nennet« er stlbiges lsrrsm äsKäerLdiism, kssreäitstsm prssolsrsm, (7) ei» gewünschtes/ liebwerthes Land / ein reiches Erbtheil; Cärnthen C bas (x) ^.L21U8 äs klegjs. l. (v) ^erem. e. z. V. IS. 4-S? ( 18 )Zich. das uralte Lrtz-Hertzogthum ist wahrhafft ein gewünschtes / liebwertheS Land/ ein reiches Erbkheii. Liebwerth macht selbiges vor anderen die denen Insassen angebohrne aufrichtige alt» und gut TeutscheRedlichkeit / die in diesem Land zu Haust ist/ es ist ein reiches Erbtheil oOktlllLNl ihres Christlichen Herr» schers/von deine es/ alsein eingesetzter n«res ex alle, jenen allein seeligmachenden Glauben/und Christliche Andacht (auch bey irrenden Mit-Nachbaren) sambt besonderen Tugenden bereit ererbet hat / darffvon dir keck die Wort »ieronymi brken» neu! in es (scilicst Osriotki») Oei religio 6t, Le tsm- pleWi, 6c cssremonis, Sc notitir Oei,(r) Daß in dir die Jnn» brunst der Andacht/und Glaubens-Syfer in Erkandtnuß/und die Verehrung GOttes den Vorzug hat. Die K'ayserliche Refidentz» Stadt/ das edle Wien« weiß selbsten das mehrere von Cärnthen zu reden / da es zu unsterblichen Gedächtnuß ihrer einstens erwiesenen Dapffcrkeit so gar ihre vornehmste Orth mit dem Nahmen Cärnthner-Thor/ Cärnthner-Straß/ und Cärnthner - Pastcy beehren/ und nennen wollen: um weilen benanntlich zu Zeiten der ersten Türckischen Belagerung Lnno 1529. so an selbiger Seiten geschähe/die CärnthnerischeHülffs» Völcker mit ihrem Kriegs-Fahn zu Fuß / und Pferd sich glück» lich eingefunden/ und unter dem Schutz ihres Wunder - und Wachtbaren Lowens Heiligen OQbtl'ria.dH, als behertzte Löwen/siegreich gefochten/ und den Erb-Feind in blutigen Fuß» stapffen sein Ruck-Weeg zu nehmen gezeiget Haben; Wer die Vornehmste von denen ^r-cis-Männern gewesen / könten an» noch unzahlbare/ so von selbigem Adel/ und Ritter,Muth her, stammen/ und annoch leben/ gepriesen werden/ welche aber schon in vorigen Jahren von gegenwärtiger Cantzel verkündet / und durch öffentlichen Druck kund gemacht worden. Melde anjetzo nichts mehr von deiner übrigen Herrlichkeit/ noch von der Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen Geistlichkeit/ so das Cr) 5 Micron. in c. rs. Lreclr. _ 4src -9 )Ztz4- _ das Land rings herum gleich als schimerende Stern mit ihrem Andächtig- Lehr-reich/und Geistlichen Wandel erleuchten. Oll-slc allein jenes von aller Menschen Gedächtnuß unerdenck- ltche so uralt herrliche Closter des Heiligen keoeäiÄi, welches schon vor 42. Jahren ihr Tausend Jahr/oder zehenfachiges 8«. culum gefeyret/ dieses zeiget / was Goktseeligkeit in Cärnthen zu finden / indeme es neben vielen anderen in Hoffnung der Hei« ligkeit/ drey würcklich Seelig-gesprochene in ihren Seeltgen Werners, kerinolpko, und koleslso dem Anderten auß Poh- len dahin flüchtigen König verstellet/ dann als ernennter König wegen geübter Mordthat des Heiligen 8tsnislL> Bischoffen zu Crackau Buß zu thun nacher Nom reifete / wurde er von heimlichen GOttes Antrieb nacher Ollislc geordnet / allwo er bey den niderträchtigen Küchel-Dienst verstellter Weiß/ gleich einem Heil. /Uexio.stch so lang aufgehalten/biß er endlichen in seinem Todt-Beth/ seinen Königlichen Stand dem Abbten entdecket/ und daselbsten sein Königliche Ruhe-Stadt verdienet; OlllsL demnach allein an statt aller andern zeuget/ was Andacht/ waS Goktseeligkeit! in Cärnthen zu finden. Ende / wo ich wegen Menge deren lobwürdigsten Sachen zu reden solte anfangen und ermahne hiemit nur alle treue Lands - Genossene / OOKlUlLdlllKl ihren grossen Schutz- Heiligen/ oder den von mir anheut gepriesenen Wunder - und Wachtbaren Löwen beständig zu verehren/damit das liebe Bat» terland unter diesen Neu- errichten Ertz-Hertzoglichen Wappen/ als einen sicheren Schutz-Schild in wahren Glauben fortleben/ beständigen Wohlstand erhalten / und in aller Glückseligkeit verharren möge. AMEN.