1t Aufruf. I5- a5änn«r 1915- i An die Bewohner^^ der Wieden! Unser heutiger Aufruf hat einen doppelten Zweck. Er soll Dank und Bitte aussprechen. Wir danken im Namen des „Roten Kreuzes“ vom ganzen Herzen dafür, dass die lieben Wiedner unserer Aufforderung vom September so opferfreudig entsprochen und uns zu Gunsten der Verwundeten nicht nur reiche Geldspenden, sondern auch eine Fülle von Naturalgaben zur Verfügung gestellt haben. Der Zweigverein Wieden vom „Roten Kreuz" war dadurch in die Lage versetzt worden, in den beiden Verwundetenspitälern des IV. Bezirkes eine erfolgreiche Tätigkeit zu entfalten und den braven Soldaten, welche für unser geliebtes Vaterland ihr Blut vergossen haben, ausgedehnte Fürsorge angedeihen zu lassen. Die grosse Zahl der Verwundeten brachte es aber mit sich, dass die ursprünglich sehrbedeutendenVorrätean Wäsche u.Labemittelnnun- mehr stark zur Neige gehen, ja zum Teile schon ganz erschöpft sind. Wir müssen somit auf deren Ergänzung bedacht sein, daher richten wir neuerlich eine dringende Bitte an die geehrte Bevölkerung unseres Bezirkes: Liebe Wiedneri Gedenket der verwundeten Soldaten nnd spendet für sie warme Leibwäsche, Medizinalweine, Pfeifentabak, Zigaretten nnd Zigarren, wie auch Briefpapier, Ansichts- nnd Feldpostkartenl Gebet diese Spenden an die beiden Aufnahmsstellen: IV., SCHAFFERSASSE 3, 1. Stock und IV, SCHAUIHBUR6ERBASSE 7, Erdgeschoss. Möge diese unsere Bitte ein freundliches Gehör Anden! Für den Zweigverein Wieden vom „Koten Kreuz“: ■egltmgsrat stattrit Rifarlch Sckald, Fröeident. ■»ifiirii Mreklor Gterg Pküp, Barioia Barlo Himersklrek, _ VixcPruidcntio. WkM - ”’ M ! *'