2 . » »L-7». VViene," Nsck-Vibllotlikk.,^ I<>!) I I 4 A » H M '»- 4 *U « j^ den Men, zu Wien/ VnderchMM ubergebenes^ r^Livloir.1^1. derselben Abzug betreffend. Gedruckt imIchrChristlAnno-s^». Aer Juden i« Wien Llergnädigster Kayftr/ Landes-Fttrst und HM Gleichwie GOTT der Allmächtige nach der Sündflut/ da durch Er das Menschliche Geschlecht bißauffacht Personen außgenlget/ in- seinemHertzm gesprochen/ Er wolle hinfort nicht alleMenschenauffErden schlagen: Also und nachdem Eu. Kayserl. Majestät allergnadigstem vecrervom unlängst und zu alleruitterthänigster Folge/ die darum ipc- ci6cirte grosse Anzahl der Juden/ Männer/ Weiber und Kinder 1400. ihren Abzug/biß auffihrer etliche wenige/ würcklich genommen/ und nicht ohne hertzbrechendesMitleidcn der zusehenden Chri. ften/ die Eltern von den Kindern/ und diese vonihuen abgerissen worden/ andere wegen sokurhenl'crminx, zum unverfthenen Ab- zugeihre wenige Tublians umb einen Spotverkauffen lassen müssen/ die meisten aber mit leeren Händen ausser eines geringen Zehr- pfennigs/fortziehen' müssen/aber alle mitLeib-und Lebens-Gefahr exullren/unwissend/ wo sie mit ihren unmündigen Kindern nur u- ber Nacht Herbergen/geschweige wo sie sich häußlich niederlassen und ihre Nabrung suchen sollen/ das Leben gleichsam vor eine Straff/ und den Todt für eine Erquickung halten müssen: Ungemeldek/wis unterschiedliche alte Leuche auß Schwachheit und Betrübnis auff z>er Reift von Wagen gefallen/und jener einen Arm/ dieser ein Bein gebrochen/etliche gar ermordet worden und Todes verblichen/ GOtt weiß/ wie es den übrigen ergangen und noch ergehet So haben wir auch der unrerchänigsten Hoffnung gelebet/Eu- Kayferl.Maje. würden sich dieser erbärmlichen Begebnissen/ nachdem Exempel derBarmhertzigkeit GOnes/dahin alle Regenten/ und insonderheit das Hochlöbl Erchauß-Oesterreich nach zukrachten,zu mildm- cherBewegniß/undnach dieser Außschaffung sich besänfftigen lassen/ bevorab da die gantze Zeit/ da unsere Gemein: in diesen banden 5ub>slttiret/so doch über- so. Jahr ist/ kein Exempel verhandelt/ daß dieselbe sich jemals etwas zu thun verweigert/ geschweige anffeinige Weise ungehorsam gewesen wäre/ oder welches noch unerhörter/ den Rebellen oder andern Wicderwärkigen den geringsten Vorschub oder Handleiflung gethan/ sondernvielmehrin allen Krieges, käussen und Feurs-Brünsten/ dort mit Geld und Erbawung deß B-Kkvercks/danrikpersöhttücher Hülfflerstunssicher/Mg und äc- vor §ät erzeiget. Gestalt dann auch im übrigen in Handelund Man, delmchts Siraffmäffiges zu weisen seyn wrrd/ dessen sich die gantze Gemeinc/oder ein Theil derselben rheilhafftig gemacht härren.Denn ob zwar eins theils zu Zeiten ein und ander mahl lx^Zirer worden/ so hat esdoch endlich am Bewißrhum und der Warheik Grund er- mangele.Daß aberje zuweilen privar Juden unehrbare Thaten begangen/ dasistauchindenen auffsbeste besteltett dommuniräten nichts unerhörtes/es sind auch die darüber nach gebühr gestrafter worden. Was uns aber von neuen cvnssornirer und zu Boden richtet/istdieses/ daß Eu. Kayserl. Majest. nur vier Ws» chen nach der ersten ll.eso!ur:on, und da die dort Abgeschaffte nicht alle noch hinweg/ sondern derselbte Jammer gantz ftisch vor An. gen/am zo.^ugutti abermahl eine Anzahl von zoo.Personenauft. bieten lassen. WetcheswirendlichauchdemliebenGÖttbefehlen/ dabey aber in täglicher Gefahr seyn müssen/ daß es auch mir aller- nechstem an uns übrige komme/und wir also nichts.- als das Klag, liehe Lenekciwn OräiiÜL zum besten haben werden. Dahersuns dann aller Muth zuLeben/ vielmehr aber Handel und Wandel entgehet/ bevorab wann wir betrachten/ was wir von andern Poren- raten/ Königen/ChurfürstenrrndStänden/allwo sich dato einige Iudenschafft nscht befilidet/un dahin wir uns trauxicriren sollen/zu- gewarren haben/ wann Sie vernehmen/ wie Eu. Kayserl. Mas«, stät uns/ Dero eigene Kammer-Knechte wir sind und genenner wer- den/auch dahindieIudenschafft/ wann sie bedrängt/ihre Zufiuchr alle mahl genommen und gefunden/uns selbst nicht gcdulden/sondern auß dem Lande fchafften/daß Sie neinblich«.e^ix aä Lxemplum zur Nachfolge veranlasset/ und uns in der ganzen Welk kein Raum mehr vergönnet werde,Alldieweil» aber Eu- Kayserl. Majestät von cheroHochlöb.Oesterreichischen Vorfahren angeerbcte Qemcnr: und Milde nicht allein uns/sondern auch in der ganhen Welk bekandt ^ ist/ so haben wir Wch diesen Trost/ Eu. Kayserl. Majest. werden uns und unsere Ätnver nicht gar ins Elend verbannen/sondern bt« auffden allgemeinen Relchsiag deß Menschlichen Geschlechts»» DeroRaTftrl.^uloe/Schuy und Schirm ruhen lassen; inallergna- dlgsterErwegung/daß einIude zu seyn an sich selbst kern Laster ist/ Wie w,r dann Römische Bürger sind/ im übrige» aber wie der Eu. Rayserl'Maies?, wir/ als Gemeine/memals gesündlget/ und umb der?riv-r-personen Verbrechen Eu Raysert. Ma,est. Hochlöbl. Nieder» Gesterrelchrschen Hoff-Ranrmer wir nun von zwanykg Ishreh^ro/sdrrttwss mchres/biß ln die üovooo, stör- eingeliefert/ gejchwerM geschweige was wie M Kriegszeiten alkerunthanigst beygetragen und noch zu thun erbötlg seyn Allermassen auch beynebenst m con- Llöl-rLtion zu ztehen/wasfür Imrsclcn durch unsern Händel und.wan, del bey denen Mauthen eingegangen/welches alles Eu. Äaysecl. Malest ms künffcige gantz und gar entgehet: Ohne das/was De- roselben anderer Grthe beygebracht worden/als ob Eu.R.Masest« die Christliche Handels-Leuthe so viel/ als wtrgeben/reichen wär,- den; item als ob wir zu dessen Bestreirung/wle auch zu unterem Um terhalt/denChrrste dasBlnt/als wleEgeln außsaugete/inden, viel mehrvaswtederspkelanTagkon,,,tenwird/nembilch anstatt daß wir keinen Pracht fuhren/ und also von einem geringen Leben können/dahero drewaahren letchtergegeben/ die Wolfetltgkeitavch> unter denLhristen erhaltewtrd- 2ln>tzo/da drnenLhrtsten die^auft» manschafftallem verbleibet/allewaahre» sarumb auffschlagen werden/welk sresich den Lavaltrernan PrachtundAleiderngleich/ oder wol noch darüber halten/undalso cvnlcqucnter Sie ihre Brü-- dec m der That außsaugen werden/da wir ihnen uMb ern Viel ge, rinqers behölfftrch und bedient gewesen Und weil schiüßltchen Eu R Malest, hoffentlich unsere Vertilgung für keine Genugthuung DerozartenE emütheshalten werden/mdeme sö viel Dero Hoch- löbl Vorfahren/ia Eu. R. Malest selbsten/und unzahliche andere potenraren/und was noch mehr ssi/der Pabst zu^om/welchen alle Christen für e> n Rtchschn»rund Spiegel ihres Gewissens halten/«« Die,rvo. Iahrbißherogeduldet.^^ So langet an Eu. R. Masest. unser Merunterthanlgstes/fuß- falliaesSeufftzen undölutrieffendesBttten/Ste geruhen uns arme übrige Juden/mitderoLanvesfürstl. Gnaden AnbUckwieder-- umb ausszurichten/und durch ein allergnadigstesDecrerdahin zu versichern/daß wir in der kleinen Anzahl/ wie wir an,etzosind/unk bet unsern theuer erkaufften/ uud von unserm sauren Schweiß»nr DluterbauetenHausern ungekränckt verbleiben mochten. Gegend allergehorsambsten Erbteten/daß wtruns selbst gewlsse/und zu Eu R Male. aUergnadtgften LorreLur geordnete Satzungen aufstach, tenwollen/ damitallesdassenige/ soE.R Malest.trgendbesor- aen möchten/tnsonderheit aber der Vermehrung derAnzahl/ odei ^rnderwartMett lnconveniennen remediret werden solle;)N nllergNO v.asterErhorungauffE R-Malest. allermildrelchstrn Schutz Hulde und Gnade uns allerumerthanlgst empfehlende.' Euer Kayferlich. Majeftär. Aller vnterthantgste gehorsambste Pik. Nk. der höchst k drängt^ Iudenschasst allhter /p. in vermeldete allergnadigst Lelolurion. An dieRöm^aysundzu tzungarn und LShetmb Rösitgl.Ma lestät aller unterthäntssstes/hochfiehendlichesfußfaUlges Bit ten/N iundpr derhochstkedrangren und armseeltgstenI« denschafft allhter. ?rLleM. 1670. z. Uattii. - IN - i> 1k-- -kt ch en l)/ ;e. >rc! Y- :re llle /«n 'ß ar ;u ,c ch, ^or- i-- l7» D-r — — 8 BAT «» - . UM -M FkMÄ« Ä».' ,'>» LSWMÄA ' W» S < « « «W G - WO M » N M ». - T * « M W W e -°- - 7^? 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