H 82063 2t Reue weltliche Lieder. Das Erste: Das Gastgebvt. Das Zweite: Zeitwechsel. Znaim. Druck und Verlag von M. F. Lenk Das Erste: Die Schneider gaben ein Gastgebot, Und waren alle froh; Da aßen ihrer neune, Neunmal neunzig neune, Ein halb gebratenen Floh. Und als sie nun gegessen, Da warn sie voller Gluth; Da tranken ihrer neune, Neunmal neunzig neune, Aus einem Fingerhut. Und als sie nun getrunken, Da war'n sie voller Hitz: Da tanzten ihrer neune, Neunmal neunzig neune, Auf einer Nadelspitz. Und als sie nun getanzet, Da warn sie voller Schlaf; Da schliefen ihrer neune. Neunmal neunzig neune, Auf einen Halm Stroh. Und als sie nuu so schliefen, Da raffelt eine Maus; Da sprangen ihrer neune, Neunmal neunzig neune, Zum Schlüsselloch hinaus. Das Zweite: Es kann ja nicht so bleiben, Hier unter dem wechselnden Mond, Es blüht eine zeitlang und welket, Was mit uns die Erde bewohnt. Es haben viel fröhliche Leute, Vor uns gelebt und gelacht; Den Ruhenden unter dem Grase, Sei freundlich ein Becher gebracht. Es werden viel fröhliche Menschen, Lang' nach uns des Lebens sich freu'n. Uns Ruhenden unter dem Grase. Den Becher der Fröhlichkeit weihn'n Wir sitzen so fröhlich beisammen, Und haben uns alle so lieb, Wir Keilern einander das Leben. Ach! wenn es doch immer so blieb. Doch weil es nicht immer kann bleiben, So haltet die Freude recht fest, Wer weiß denn, wie bald uns zerstreuet Das Schicksal nach Ost und nach West. ^ Doch sind wir auch fern von einander, So bleiben die Herzen sich nah, Und Alle, ja Alle wird's freuen, Wenn einem was Gutes geschah. Und kommen wir wieder zusammen Auf wechselnder Lebensbahn. So knüpfen an's fröhliche Ende, Den fröhlichen Anfang wir an. ?