820«>3 D.« Lenerl-Lied. oder der: geWe Liebhaber. Druck und Verlag von M. F. Lenk in Znaim. Erster Theil. 1 . Wie i mi abi kränk, wann i auf neu- li denk, möcht i fast mana, i war beim Lan- na, Hab da mei Geld verthon, was Hab i irtzt davon, 's Madl bein Teufel, müd bin i nun. Wie mi das Ding reut, hält i mein Lebtag kan Madl g'sehn; aber i bin nun geschert, itzt is a mal g'schehn, d'Lieb har mi ganz verwirrt, das Hab i heut erst gespürt. Denn wie i aufsteh, thut mir der Kopf weh, such meine Füß im Bett, find's halt ewi nöd, kennt nii der Hörndler, daß d'rauf steht. 2 . Neuli geh i von Haus, führ da mein Lenerl aus, puß mi da prächti z'samm, daß im soll gern hab'n; bin oba do recht dumm, aber nix bringen, doch der die Ursack war, der ist mit Haut und Haar, vielleicht schon längst im Schwabentand gar, da läßt sich denken, daß ihr das z'Herzen geht, sie thur sich kränken, wann sie's nur vorher glaubr hätt, jetzt find sich obendrein, oft noch a G'schwuferl ein, der's einmal ausfühtt, und sauber anschmiert, wie halt die Meisten thun, und da kriegt sie an Zorn, und hergebt schon alles verlor'n. - _ 5 . Denn es wird von Natur, Mannsbilder immer nur sehr wenig geben, die grad so leben, nach der Art wie ich mein, ich glaub es gibt gar kan, weil's halt mit all'n Salben geschmiert san. In unsern Tagen, zahlt ä Mannsbild nicht a Seidl Bier, i trau mir's z'sagen, so will er schon zahlt sein dafür; das is oft noch nicht genug, s'Madl muß noch dazu, gar oft die Zech zahlen, das muß noch gefalln, hat sie kein Geld bei ihr, steh ich nicht gut da- für, ob er's nit ansetzt und sucht die Thür. 6 . Doch davon bin i still, das war grad noch nicht viel, aber die Nachwehn, das wiffen's wohl eh. Das ist kein Kleinigkeit, wann a mal s'Kindel schreit, könnt ich's jetzt machen, daß ich nur ein Jahr könnt Weibsbild sein, das wär zum Lachen, alle Männer gehörten mein, ich seht an jeden an. den iä, erwischen kann, ich wollt mir's sangen, mir sollt nicht bangen, machet mir gar nichts daraus, ziehet ihm d' Hosen aus, Bicket auf d'Letzt, ihm nackter z'Harrs. 7 . Aber jetzt steck i um, daß i nit zu weil kumm, sonst thät's mir's Aerathen, daß mir's thät schaden, denn es gibt glauben sie mir, so gewiß brave Männer hier. Alle sind sie gut, so viel ich nur spür, denn i därf sagen, daß d'Madl alle peschiert sein, keine därf klagen, und kömmt a mitunter was drein, das is a Kleinigkeit, sie hat halt doch a Freud, und kann indessen, das leicht vergessen, ja aus mein Ehrenwort, da is a jeder gut, so geht a ja auf mein Ehrenwort, da is a jeder gut, so geht a jeder fort, und nimmt sein Hut.