11 Fünf schöne tede Das Erste: Die Welt LA nichts als ein Orchl Das Zweyte: Die ganze Welt ist ein Theater, rc. Das Dritte: Arm und klein ist meine Hütte, rc. Das Vierte: Seyd munter und fröhlich, derHerr^ Das Fünfte: Ein Trinklied im Kreyen. S t e y r, i s > L. Das Erste: Die Welt ist vichtr als civ Orchester, Mr sind die Instrumente drinn, Die Harmonie ist unsre Schwester, Sie giebt uns wahren Menschensinn; Die großen Herren dirigircn Und geben obendrein den Lackt, Wir armen Teufel musiciren, Oft weniger, oft mehr exakt. Andante heißt des Armen Tempo, Allegro muß beim Reichen seyn; Bey großen Herren Maestoso Wir sistuliren hintendrein; Doch mancher spictt dennoch vergebens, Denn seine Saiten sind nicht rein, Und so ein Mann verdient Zeitlebens Ein Balkentreter nur zu seyn. Das Das Zweyte: Die ganze Welt ist ein Theater, Ein jeder spielt sein Röllchen drauf; Vmn Kinde an bis zu dem Vater, Vom Bettler bis zum Fürsten auf. Die Großen spielen b!os Negenten- Minister- und Charakter - Roll'n; Bas — komisch nur die Rezensenten, Die selbst nicht wissen, was sie woü'n. Gelehrsamkeit, die muß souffliren, Denn jeder Stand gebrauchet sie; Der Kaufmann Requisiten führen, Doch dieses Fach belohnt die Müh, Die besten Rolln sind Advokatetr Und Mediziner obendrein. Der Dumme läßt sich gerne rathen. Der Kranke nimmt geduldig ein. Der Künstler muß Statisten spielen Die Kunst geht leider nur nach Brod. Der Armuth laßt manS Elend fühlen. Bleibt Lampenputzer bis zum Tod. Die andern figuriren alle, Daß jeder die Balance behält; Kömmt er auf die Verftnkungsfalle, Dann ist's vorbey, der Vorhang fallt. Das Das Dritte: Arm und klein ist weine Hütte, Aber Ruh und Einigkeit Wohnt in ihr, auf jedem Tritte Folget die Jufriedenh-it; Laß die Liebe bey uns wohnen Die uns Blumenkränze flicht; O Geschick! ich tauscht' um Kronen Mit dem größten Fürsten nicht. 2. Wen mein Weibchen mir am Herzen Heiler, wie ein Engel, liegt, Bald mit Gingen, bald mit Scherzen, Sich in meinen Armen wiegt; Wenn die GilberqrreUe rauschet Vor der kleinen Küttenthür, Und der Mond uns dann belauschet,^ Gott, ach, Gott! wie dank ich dir- z. Mit dem ersten Morgenstrahle Weckt durch einen Kuß sie mich; Sitzt mit mir beym Morgenmahle, Freut der lieben Goune sich, Eilet dann mit heitern Sinnen Bon den Kindern froh umtanzt, Und beginnt den Flachs zu spinnen, Den ihr meine Hand gepflanzt. 4. O wie ist sie froh und fröhlich. Wenn sie Mahrchen mir erzählt,» Gott, wie ist der Mensch so selig. Der sich nicht um Reichthum quält; Arm und klein ist meine Hütte, Doch ein Sitz der Einigkeit; /Gott erfülle meine Bitte, Gieb mir nur Genügsamkeit? Das Vierte: Trink- Lied. ^eyd munter und fröhlich, der Herr batS gegeben, genießet das Leben, beim Safte der Reben. Chor: Nicht ReichLhum macht glücklich, zufrieden macht reich, wir alle sind Bruder, wir alle sind gleich; wir alle sind Menschen, wir alle sind gleich. 2. Laß Große, laß Reiche, mit Gütern sich blahn, sie sind ja nur Menschen, und muffen vergehn. Chor: Nicht Reichthum macht glücklich, zufrieden macht reich rc. Z. Dort könnet ihr Fürsten und Königs sehn, sie tragen hier Kronen und muffen vergehn. Chor: Chor: Nicht Reichthum macht glücklich, zufrieden macht reich rc. 4. Drum ist auch der Arme den Reichen dort gleich, der Arme muß sterben, der Mittl're, der Reich. Chor: Nicht Reichthum macht glücklich, zufrieden macht reich rc. A. Dann heißts auch mir diesen in die Erde hinein, was kann doch den Armen noch tröstlicher scyn. Chor: Nicht Reichthum macht gluck lich, zufrieden macht reich, wir alle sind Brüder, wir alle sind gleich; wir alle sind Menschen, wir alle sind gleich. Das Fünfte: Trink - Lied im Freien. § ^ ^icr sitz ich auf Rasen mit Veilchen ^ bekränzt, Drum will ich auch trinken ' Drum will ich auch trinken Bis lachend vom Himmel der Hesyerus glänzt. 2 . Zum Schenktische wähl' ich das dustrge Grün, Und Mrd Amorn zum Schenken Und .Amorn zum ^Schenken Ein Posten, wie^icser, der schickt sich für ihn. 2 . Das menschliche Leöen eilt schneller dahin, > Als Räder am Wagen Als Räder am Wagen Wer weiß/ ob ich morgen am Leben noch bin*. 3 - Vom Weihe geboren — wir alle sind , Staub, Der früher, der später, Der früher, der später. Wird endlich doch einmal des Gense- manuS Raub. In schaurigerGrüste unendlich eNacht, Was Hilsts, daß ein Arzt mich Was hilftS, daß ein Arzt mich Mit köstlichen Salben zur Mumie macht? Drum lieber aufErden, so lang eS noch « « ° . Seht, Bekränzt mich nnt Rosen Bekränzt mich mit Rosen Und gebt mir ein Mädchen, die's Aussen versteht. 6 ^ So will ich mich laben am lieblichen Kuß Bevor ich hinunter Bevor ich hinunter Zns traurige Dunkel des Schattenreichs muß. '