-» H Ä' Wiener 8tglii-8iblioi>ie><. II320 r ' V- --S Etwas über ein kleines Denkmal reinster Ehrfurcht , ein Bild mit Wahlsprüchm und Sinnbildern. gestochen von K- Schütz. Welches bey Gelegenheit der drey Krönungen des Monarchen, keusch-hungarisch-und böhmischer Erbländer, nun römischen Kaisers Franz des zweyten Majestät rc. a ll e n dem Gesetz und der Religion getreuen Staatsbürgern zugeeignet wird, von Ihren wahren Verehrer.W I. L. Wien, gedruckt bei Joseph Hraschanzky, k. k. privil. teutsch und hebräischen Buchdrucker und Buchhändler im Mvlkerhvfe nächst dem Schottenthore dlro. 97. n -! v ^. r..---.'.." .. r.>,.. *l«'i---..^«W»/ r?D r'i"'. ..^ 7-..^r^LLÄ^^.- 7-'.-!7.7//-^ ^-. rr s c ...--^--^ —-»—— Erklärn n g. Gegenwärtiges auf die drey KrvNlMgM des Monarchen teutsch- ungarisch- und böhmischer Erbländer,— nun auch rom.schen Raisers flranzen-es zweyten Ma)estat rc. den wesentlichsten Bezug habende Bild, bedarf im eigentlichen Verstand genommen, keiner Erklärung:— weil jedoch die auf selben vorkommende mehrere Gegenstände jedem bewerbsamen,- eifrigen,- dem Gesetz und der Religion getreuen Staatsbürger rur Vereinigung der Begriffs,— und ihrer Anwendung auf einen sicheren Genuß wahrer Zufriedenheit htnleiten können;— so glaubt der, welcher dieses kleine Denkmal reinster Ehrfurcht— dem forschenden Blick der Kenner— und Verehrer bildender Künste und Wissenschaften mit ihren wohlthätigen Einfluß auf die Masse aller guter Menschen vorzu- )( 2 le. m r«irren, wenn er sich De l.äl E^rze Wiederholung auffallender Verhältnisse zu einem einzigen Ganzen er- Urstoff zu den Entwurf geschöpft; sind nicht ein" SMull e läßt sich leicht daraus ein Schluß fassen, und mit denen zwey Ne- benwerkrn der Anfang machen. Die Sonne erleuchtet den Tag— und der Mond, die Nacht.— Diese Weltlichter, deren emcs sich zur rechten,— das andere zur linken Seite- in einer Zirkelförmiqen R-chung mit den fünf übrigen Planeten zeiget, sind unter der Zahl sieben enthalten.— Finstere, undurchdringlich scheinende Wolken unterbrechen ihre Feuer und Lichttheile, und durchschneiden die beiden aus drek Linien in einem einzigen Punkt zusammen laufende Splyen jeder auf vier Rug-ln ruhender piramibe:— neben welchen Bäume hervorragen, deren anziehende elecktrische Kraft die Gewalt des Blitzes— hemmt.— In der Mitte der einen befindet sich die —^ulm— und Lorber gezierte romgllch hungansche:— ln der Mitte der ber anderen die königlich böhmische Mappe.— Unter der ersten, ist der sechste Tag des Brachmonats,— und unter der zweyten, der Neunte des Sommermonats zur unver- gesslichen Erinnerung eingehauenZ— daß an diesen glücklichen Tagen Franz der zweyte, das Erbe, und denkohnaller Ihm vorgegangener und nun verklärter grosser Herrscher Tugenden empfangen, und die vatcrpflicht über alle Ihm getreue Völkerschaften auf sich genommen habe.— Der auf den Fußgestcll der einen befindli- cht Reichsapfel,— und der siebenfache Leuchter, auf den Fußgestcll der anderen Ptramide, sind Sinnbilder, durch welche die vereinigt heißeste Bitte dieser Völkerschaften, um Verlängerung Seiner kostbarsten Lebenstage:— um den reichhaltigsten Seegen, und den sich bis zur Unsterblichkeit verbreitenden Ruhm, zum Vater des Lichts— der im Himmel thront: ausgedrückt ist.— Der ganze obere Bau dieser Ehren- pforte reichet mit allen seinen Theilen,— den weis und rothen Rosenstöcken,— der Mappe Oesterreichs,— den darauf )( 3 an- angebrachten Sinnbildern;— der Wel'sk"it mit Sem Senkbley des Schönen in ihrer Rechte,- der ruhigen Hoffnung, di- das Herz.n der Hand— und einen Lin- nenkorb znr Seite hat,- und der Jnn. 77 dlch O Herr habe ich gehoffet) über den ersten Luftkreis— bis zuin reinsten Aether hinaus.— Dieser Bau ruhet auf Säulen, deren die zwey vordersten mit denen einem Baumeister unentbehrlichen Werkzeugen behängen find. Auf den Grundstein der linken sieht man das Sinnbild-er Vernunft mit einer bren- «enden Flamme auf dem Haupts und einem offenen Zirkel in ihrer rechten Hand— auf jttken der rechten Säule. das Sinnbild-er Starke mit-er Wafferwage der Erfahrung.— Die auf beiden Seiten befindlich zufam- nie» gelegten Instrumenten sind jene die zur Ausübung der sieben freyen Künste gehören,— deren Wirkung auf das allgemeine Beste, jeder getreue, und aufrichtige Staats, bucger eben so wenig,— als das Brustbild ver. Franzens des I. zum römischen Kaiser gekrönt dem gten Wemmon-ttö 1745. verkennen kann,— welches der reinste Schutz« seist des Monarchen und der Menschheit emporhält.— Die in der Mitte des Achtcckl'gtett Stern in geradester Richtung brennende Flamme mag die gköste SvNNe der all umfassenden all beherrschenden-Liebe bedeuten, wel« cher die ganze Welt mit allen ihren Erdebewohnern, ihr Daseyn,— und all erdenkliches Gute verdankt.—^ Die in selben dreymal gedritte Zahl beleuchtet den offenen Rllss auf dessen Trom- petentuch die Wort«' zum Vorschein kommen Vereinigte Kraft ist starker. Der vierzehnte Tag des s-umonat» an welchen Franz der Zweyte durch Leitung der göttlichen Vorsicht zum Kaiser des heiligen römischen Reichs gekrönet worden, bleibe in den geoffenbarten Buch-er Natur mit unauslöschlichen Zügen aufgezeichnet;— Dieses Buch liegt in der Mitte der drey Kubischen Grundsteine, der Weisheit,— der Schönheit— Starke aufgeschlagen, und zu den mittelsten führen Sieben Stttffen, in welchen Grundstein die Wahrheit selbst drey Wahlsprüche einge- gra- — graben zu haben scheint, die zum Beweis werden, daß allein Durch Tugend und Beyspiel.*) Durch Frömmigkeit und Uibereinstim- mung.**) Durch Gesetz und Treue.***) Glückseligkeit in ausgebreitesten Verstand auf Familien und Staaten, auf die ganze Menschheit, und ihre unverfälschten Rechte flüssig gemacht, und der Name Franzens des Zweyten, als des dritten Beschützers der Ordnung im Ganzen und ihren Theilen— denen spätesten Nachkömmlingen zum Muster der besten Vater, des deutschen Vaterlandes aufgestellt bleiben wird. *) Wahlspruch Joseph des H. vom zten April, gekrönt, den izten eben dieses Monats 1764. **) Wahlspruch Leopold des lll. vom zoten Herbst- monats gekrönt den uten Weinmonats 1790. *»*) Wablfpruch Franzens des H nun regierenden Kaisers, gewählt den zten und gekrönt in Frank- furtb den igtsn Heumonats 1792.