Wiens,- 8ts6t-8ib>iot!i6k. 12050 ,<- ß I . A.- -—^— ' Ein Quidli, Quüdli, Quodlibet schickt sich für alle Leute, Gib um Kreutzer, so wie's steht. Den Esel frei zur Beute. Ihr Herren druckt mein Werkchen bunt, Macht eine rothe Zeile, . Sonst schlag ich euch krumm, lam und run- Zu meiner kurzen Weile. Und Wer nach meinem Sinn Nicht thut, Und druckt mir nicht kornmisch, Der ist ein rechter-5 Hut, Strumpf, Kapri, oder Vrattftsch! Von König L- -- V WIEN, Bei Leopold Grund bürgerlichen Buchbinder nächst St. Stephans Haupthore- ^7 5/ -IZT -' 7..L I'. I'.^errett Beamten! belieben Sie mir zu entziffern, wo ist der Esel? > er?— Wie?— Was?—„ schriebet kleinste Bruchtheil eines Praktikanrens zur Thüre gegen mich heraus, als ich meine Frage anbrachte.,, Was?— bei uns ein Esel? — Blitz, Donner, Hagel!— He Thürhük- ker!— Haitzcr!— ,, Verzeihen Euer Herrlichkeit ganz gnädig, daß ich aus Ehrfurcht ge- «stn Sie die Feinheit des Staubes durch mein tiefgebeugtes Fußstampfen rege mache. Ich wollte nur in unvergleichlicher Unterthänigkeit meinen Esel suchen, hier find ich>>ke>ncn nicht. Euer Herrlichkeit erlauben aber ganz gnädig'. Ich kenne schon die Würde, die durch dir 4 die Gnade des Monarchens, so nur durch Verdienste, und Fähigkeiten erworben wird, mit einem glänzenden Schimmer auf die Beamten zurückfällt. Alle Ehrenbezeigungen gebühren jenen Beamten, die ihren Karakter und die Pflichten ihres Amtes kennen. Aber entehrend ist dieser Schimmer für jene, die durch ihre zufällige Bedienstung ihr rohes ungebildetes Talent entlarven, denen Leuten, welche zur Entrichtung ihrer Steuern und Gaben, zur bestimmten Zahlung der Tributen, und Zinsen, folglich jedesmal zur Vermehrung des Gefälls erscheinen, mit unanständigen Worten in einem entscheidenden Ton entgegen eilen.( Was will Der Herr? Was will Er oder Sie? Jtzt hab ich keine Zeit, man wird euch gleich aufwarten, könnt ein andermal kommen rc.) Entehrend ist dieser Schimmer für Jenne, die mit der Gnade des Hofes wuchern, sich solcher bei einer ohnehin kritischen Lage des Zeitpunktes durch ihre Ausschweifung, und ihren Karakter zuwiderlaufende Handlungen unwürdig machen. Entehrend ist dieser Schimmer, wenn sich nnbärtige Accessistcn dreust in die Faust lachen, da Sie zu Ostern— und heiligen Zeiten ein schwarzes oder neues Kleid anziehen, und einen in Dienstjahren grau ge- wor- 5 wordenen, mit vielen Mühseligkeiten aus Müß- gunst des Schickst,als umrungenen, doch in dem Dienste des Monarchens unermüdeten Mann mit einem alten abgenüzten Rock daher kneippen sehen, und ihn über die Achsel Hohn lachen. Herr Praktikant ich suche keinen Esel mit langen Ohren, denken Sie meinen Gedanken reifer hinaus, und belieben Sie sich die Frage selbst zu beantworten: wo ist der Esel? He Iuderr! sagt mir: wo ist der Esel? „Wie Herrchen schaffen Sie was zu handele»?„Nein! sagt mir', wo ist der Esel?- Je Mammeleben horcht einmal; das Herrchen fragt um den Esellassen Sie sich belieben zu sagen mein liebes Herrchen, wir haben keinen fremden Esel gesehen, so wahr ich ein ehrlicher Jüd bin.„ Ich verstehe euch: Ihr trägt eure Säcke selbst, die des feinen Betrugs, kist, und Hintergehens voll sind.„Je Herrchen! warlich nit Ich will ihnen unfern Hausesel zeigen mit dem mir auf Jahrmärkte reifen.„ Fort mit diesem Stcinesel, er trägt einen Darf, und gehört nicht mein. Erschleich: sich anf Jahrmärkte um Ansäßige zu verbringen. Er schleppt schlechte Waaren mit sich um )( Z durch 6 durch einen wohlfeilen Preis Käufer zu täuschen. Gefchiehete euch aber ein gleicher Fall, nicht wahr Hcdernai! da wolt ihr fluchen: man fall verschwärzen, und vor der Thür fall kein Gras wachse;!. Dumme SchlauigkeiL gebührt Haß und denn fragt sich wohl mehr, wo ist der Esel? Herrn Advokaten, und Juristen! (L-UVL vsnch roZsuäi) wo ist der Esel? ,, Wir kennen ihren Esel nicht. Glaub's selbst, hätte ihm auch nie gerathen Streitt- händel anzufangen, weil ich selbst mit Advokaten Vorstände zu haben vermeide. Zch fürchte Advokaten ärger als die Hölle, und hätte Lodsängflcn erstens bis zum Austrage der Sache die Unkosten bestreikten zu können, und zweitens annoch nicht gar ungewiß Gefahr zu laufen den Prozeß in optim?- kormu zu verliehren? Ha hinzu bringt mich kein Rechtsspruch. Mein Schluß bleibt immer bei mir ein VernunftschlußEntweder hat Peterzapfel cum tur cäusg. recht, und Hannsdampf curn omni suL LLusu unrecht? Hat Peterzapfel recht, wie kann mit gutem Gwissen Hannsdampfcns Unrecht vertheidiget werden? Osto also Gou- ceflo 7 )( 4 Hekpn cello Peterzapfel hat recht, wozu ein Rechtsfreund, als Wortführer vor den Augen de< Richters?— Ha! allen Respekt, wenn Pe* terzapfel durch Unpäßlichkeiten oder andere Zufällen verhindert einen Bevollmächtigten bet Gericht erscheinen lassen muff. Aber wenn solche Umstände«tcht obwalten und Peterzapfel als Rechthabender Peterzapfel, und Hanns- dampf als Unrechthabender Hannsdampf erscheint bei Gericht, soll der Richter nicht so viel Macht und Fähigkeiten besitzen, Recht und Unrecht zu entscheiden? Rabener sagt: Dem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch den Verstand, besitzt der Richter keine Fähigkeiten so entsetze man ihn seines Amts, und macht Advokaten zu Richter, denn Richter sollen Juristen seyn.„Ja Hannsdampf glaubt nicht Unrecht zu haben, er verlangt seine Sache bei Gericht zu rechtfertigen„ Nu so frage man den Hannsdampf, wenn nebst dem Verlust des Prozesses Hab und Gut nicht einmal zur Be- fridigung des Lxpenlsrü zureichet, wo ist der Esel? ^errn Hoktsrn der Medizin! wo isi - der Esel?, „ Wa s wissen wir z Er ist in unsere Hände nicht gerathen.„ Hab's eh' gewust; weil nicht alle. Mediziner die-Menschen- und Thier- Arzneikunst erlernen, ist auch für aLe keine Nothwendigkeit. Arzney ist eine dcr schönsten Wissenschaften: Viele kurircn rühmlich die Menschen, aber sehr Viele helfen solche unwissend begraben« Warum? Halt darum: Weise Männer giebt) es, Die mit unermüdctem Nachdenken den Stand der Krankheit zu erforschen suchen« Andere giebt es. Die nach deut Eintritt bei der Thüre dem Patienten den'Puls fühlen, sich niedersetzen, mit der Rechten ein Recipe daherschmieren, und Mit der Linken um den i^zssden langen. Jeder Arbeiter ist des Lohnes werth, man zahlt gerne, wenn man den Klauen des Todes entwischen kann. Aber eine fatale Sache ist es, wenn Freunde nach dem Absterbe» des Kranken noch zu zahlen haben. Kann man des Paticntens Freunden iii'cht wohl erinnern, daß alle Hilfmittel vergeben sind? Es seye dann, daß der Kranke selbst den Mediziner durch eigne Mittel bei sich zu behalten im Stande ist. Die Herrn Advokaten, und Mediziner scheinen mir in dem engsten Freund- ,, 9 Freundschaftsbund verwicklet zu seyn« Viele von den Ersteren kuriren den Beutel, und Viele machen solchen zerreissen, und Viele von Letzteren kuriren die menschlichen Körper, und Viele machen solche auch faulen.„Ja der Herr Hyppo ist ein« bilderisch, er dünkt sich alle Stunde krank zu seyn„ O! dem Herrn Hyppo würde ich wünschen, daß eh ihm die frühzeitige Fahne des Todes auf dem Grabe wäht, Er sich meiner Frage errinert hätte, wo ist der Esel? »Zerr Fähnrich! wo ist der Esel? „ psrdlsv! Wart, da ist er:— He Korpor- ^ al! fünf und zwanzig aufgeladen„ Herr Fähnrich wollcn^gütig verzeihen, mein Esel ist schon alt kann eine so wichtige Aufladung nicht mehr ertragen will höfligen.Dank gesagt haben, ist eben so viel, als wenn ich es genossen hätte.„ Bcinr Teufel Kerl! ich haue ihm eine Fing vom Leibe! Msrbisu Herr Fähnrich! bringen Sie mich nicht in die Galle, cikl« Frag ist immer erlaubt, hab auch Muth und Feuer genug Sie zu Koman- diren. Man wird gegen mich an marfchiren! — Halt— Rich't Euch'— Brust heraus Herr Fähnrich, damit ich auf ihr Herz näher reden könne. So bilden Sie sich gleich Helden oder ve» !o verdienstvollen Männern zu seyn, da Sie auf «inen unbedeutenden Uosto mit 12 bis l 5 Mann durch die Gaffe zur Wache ziehen, und mit entblößtem Degen dem Fräulein Mitzerl,— samt der Mamman ein Kompliment machen. So donnern sie mit Schlägen bei jedem Wort Herraus, und so glauben Sie als 5 oder 6 wöchentlicher Fähnrich einen alten verdienstvollen Mann bei dem Exerziren Etwas zur Verbesserung zusagen, der für das Vaterland oftmal geblutet, von Wundmaalen ausgeschnitzet ist, und heimlich ihrem Stolz zu lächelt. Lassen Sie in ihren Adern immer den Soldaten-Gcist leben, brauchen Sie sich dessen zu Genügen in den auf- stossenden Feldzügen, halten Sie sich tapfer, hauen Sie Feinde zu taufenden zusamm- und dann wird Verdienst den Lorbeer um ihr Haupt winden— Links umkehrt euch!—Marsch! Marsch!— Beim Teufel! keinen Soldaten frag ich mehr, wo ist der Esel? Manns-und Fraue» Schneidermei- Per, wo ist der Esel? „ Anpumpst Herr Autor„Sie verstehen Lle Schneidrrzunpft noch zu stenig! die Dichter haben uns einen Gai'ebock gegeben„ O! aller Ehren- Ehrentverth, wünsch viel Glück auf die Reist. Aber die Dichter gaben Euch auch in die Rechte eine Scheer, und in die linke einen Dünkel mit Fleckabfchnitzeln- Ihr macht euch aber gar zu viele Abschnitzeln, dürfte vor Schwere des Le- wisscnschaften Dünkels der gute Gaisbock, wenn er könnte, nicht seufzen, wo ist der Estl? Herrn Rollegen 5 und 6 kr. Skriblem( die ^ guten ausgenommen) wo ist der Esel? „ Pfui! schämen Sie sich als angehender Autor um den Esel zu fragen, wissen S>e»och nicht, daß wir Gattung Menschen uns der Gelehrten Steckenpferden bedienen,da wir den Berg Parnaß bestiegen?„ Ist eben recht: Mir scheint es aber vernünftiger zu seyn, wenn ich auf meinem Esel kalopire, als daß der Esel auf dem Steckenpferd reite, so hat Gott Apollo um einen weniger zu fragen, wo ist der Esel? rr Hvla! da ist der Esel? Nach der Arie des Nachtwächters bei dem Singspiel genannt, der Richter zu Bocksdorf entkräftet. r. Alle meine Herrn und Frauen laßt euch sagn, Darft nicht um den Esel fragn, Liebt ihr euch nicht ruhig, treu, Glaubt, daß da der Esel sey. Hat's!— gar oft g'schlagn. Tidl laita tidl laita tidl lai tidl lidl lum, tidl laita tidl laita tidl lai tidl lidl lum. Alle meine Männer laßt euch sagn. Wollt ihr keine Hörner kragn, So bleibt euer» Weibern treu, Sonsi frißt Lang-Ohr euch das Hen. Hat!— Gelbstschuld g'schlagn. Tidl lait«>r. 3-^ Alle meine Frauen laßt euch sagn, Nebenbuhler sollt ihr jagn, Sonst Sonst kehrt Esel bei euch ein? Wollt, der Mann soll Schaafkopf seyn. Hat!— Peitsch Peitsch gschlagn, Tidl laita>c. 4- Alle meine Väter laßt euch sagn, Euren Söhnen thut nachfragn, Denkt, daß Ungezogenheit Bracht zur größten Eselheik. Hat!«— Dummköpf g'schlagn, ^ Tidl laita rc. 5- Alle meine Mütter laßt euch sagn, Mit enern Töchtern müßt euch plagn; Lehrt sie stricken, nähen, schreckn, Daß E' nicht dumme Eseln bleckn. O!-— Häts brav g'schlagn. Tidl laita rc. 6. Alle meine Stiefmütter laßt euch sagn, Stiefkinder müßt ihr nicht so schlagn! Zieht sie gut, und denkt dabey, Daß noch ein. Belohner sey. Hat!— Sterbbett gschlagn. r«, 7. Alle meine Wittiber laß: euch sagn, Die ihr habt das Ehjoch g'tragn, Denkt g scheut, meidt die Eseley, And bleibt lieber ledig, frey. Hat!— besser g'schlagn. rm lakti, 8. Alle meine Wittfrauen laßt euch sagn, Zwickt es euch in,euerm Magn, Eßt derweil brav Mandelkern, Kann schon wieder anders wär'n. Hat!— wartc. lo. Alle meine Junggesellen laßt euch sagn, Meidet Spielen, Wildprätjagn; -5 Tugend liebt, und Wissenschaft, Sonst spott euch die Bürgerschaft. Hat!— Eseln g'schlagn. Tidl laita rr< rr. Alle meine Stutzer laßt euch sagn, Nach dem Roß da geht der Wagn, Setzt das Alte nicht bei Seit; Sonst verblüht ihr vor der Zeit. Hat!— viele g'schlagn. Tidl laita lc. 12. Alle Schmudlmenscher, und Weiber laßt euch sagn, Hättet euch zu diesen Tagn Vor Stehln, Morden und bleibt rein! Wenn ihr nicht wollt gschoren seyn. Da hats!— Aalbsköpf g'schlagn. Tidl laita rc. (Die Forrsezung fslgr.) -4, .--2 4»