Manifest Se. k. und k. apostolische Majestät haben folgendes Manifest erlassen: An Meine Völker! Der schwerste Schlag, welcher Mein Vaterherz treffen konnte, der unersetzliche Verlast Meines theueren einzigen Sohnes, hat Mich, Mein Haus und Meine getreuen Völker mit tiefster Trauer erfüllt. Im Innersten erschüttert, beuge Ich Mein Haupt in Demuth vor dem un- erforschlichen Rathschluffe der göttlichen Vorsehung und flehe mit Meinen Völkern zu dem Allmächtigen, daß er Mir die Kraft verleihen möge, in der gewissenhaften Erfüllung Meiner Regentenpflichten nichtzu erlahmen, sondern, dieselbe Richtung im Auge, deren unveränderte Festhaltung nach wie vor für die Znknnft gesichert ist, muthig und zuversichtlich auszuharren in den unablässigen Bemühungen um das allgemeine Wohl und die Erhaltung der Segnungen des Friedens. Es hat Mir Trost gewährt, Mich in diesen Tagen des herbsten Seelenschmerzes von der allezeit bewährten herzlichen Theilnahme Meiner Völker umgeben zu wissen und von allen Seiten, aus allen Kreisen, von Nah und Fern, von Stadt und Land, die mannigfaltigsten und rührendsten Kundgebungen dieser Theilnahme zu empfangen. Mit inniger Erkenntlichkeit empfinde Ich es, wie das Band gegenseitiger Liebe und Treue, welches Mich und Mein Haus mit allen Völkern Meiner Monarchie verbindet, in Stunden so schwerer Heimsuchung nur an Stärke und Festigkeit gewinnt, und so ist es Mir ein Bedürsniß, in Meinem Namen nnd im Namen der Kaiserin und Königin, Meiner heißgeliebten Gemalin, dann im Namen Meiner tiefgebeugten Schwiegertochter für alle diese Kundgebungen liebevollen Antheiles an Unserer Trauer aus t«llem Herzen zu danken. Mit diesem tiefempfundenen Danke rufe Ich mit Meinen treuen Völkern Gottes gnädigen Beistand an zu fernerem Zusammenwirken mit vereinten Kräften zum Heile des Vaterlandes! Wien, 5. Februar 1889. Franz Joseph m. 9. Die Veröffentlichung des vorstehenden Manifestes ist mittels des folgenden kaiserlichen Handschreibens verfügt worden: Lieber Gras Taaffe! Es ist Mir ein wahres Herzensbedürfniß, Mich noch in den Tagen schmerzlichster Trauer unmittelbar an Meine geliebten Völker zu wenden, um ihnen Allen für die zahllosen Beweise von rührender Anhänglichkeit und pietätvoller Treue Meinen innigsten, unversiegbare^Dank zu erkennen zu geben. Zu dem Ende erhalten Sie in der Anlage diese Meine Ansprache, deren zweckentsprechende Verlautbarung Sie veranlassen wollen. Wien, 5. Februar 1889. Franz Joseph m. x. Taassc in. p. 05-2o2^,-3lc-l