IVisntzi- 8tsl>t-6idliotlie!c r W t»» Ülien wie es ist Eine Sammlung von Original-Volksscenen, Anekdoten, Bonmots, Räthseln rc. von Mikroskop. Ein Scitcnstück des Werkchens „Serlin wie es isst und trinkt." Grstes Heft. Mit einem ittuminirtcn Kupier. Leipzig, 1838. C. Scheid u. Com p. (W. Einhorn.) Die Wiener Ziehung. Scene. Die k. k. Winter- Reitschule. Im Hintergründe auf der Gal- lerie ein großer Tisch mit grünem Teppich. Stühle um denselben. Auf der Gallerie links voiieotours, Fratschlerin- nen,(Höckerinnen), Bediente, Seffelträger, Salamikrämer, (J'tal.Wursthändler), Schusterjungen, Dienstboten, Stubenmädchen, ein Paar alte Herrn» Itt Fratschlerin. No"), Heut' brauchn's wieder lang, des heiß i warren. Wann i an die Kanzley- Herrn nur denk', so steigt mir die Gast'— Ein Oolleetsur. Halt die Frau's Maul! Ite Fratschlerin. No, wegen Herrn werd' i's halten— es fehlen ja nur noch fünf Minuten, und es laßt sich kein Katz' sehn. Ooltoaieur. Die Herren haben mehr zu thun, als d' Frau glaubt. Fratschlerin. Natürli; Zeitungslesen, Zahn' aus- stieren, Federnschneiden, an Plausch halten— kollactour. Jetzt bitt ich mir Ruhe aus, sonst laß' ich d' Frau wegführen. 1* Nun. 4 Eine Köchinn. Gebens Ihnen nit ab Frau Salerl mit dem Pafnuzi. Ein Schusterjunge. Da kommen's schon! (Die Beamten des Lotto Amtes treten ein, ein Kanzley- diener führt einen Waisenknaben an der Hand mit einem weißen Kleidchen angethan, das kurze Aermel hat. Der Waisenknabe wird einstweilen in dem Hintergründe postirt. Die Herrn setzen sich— ein silberner Tops wird auf den Tisch gestellt— die Nummern bis auf SO werden alle, jede Nummer mit Namen ausgerufen, und in den Topf geworfen— der Deckel wird befestiget. Allgemeine Stille, nur einmal von einer weiblichen Stimme die ruft: Drucken's nit, sonst steck' i Ihnen Eine" unterbrochen. In der Reitschule unten stehen auf dem Sande Invaliden. Der Ausrufer stellt den Waisenknaben neben sich.— Ein anderes Individuum schüttelt den Topf mit den Nummern. 2te Fratschlerin. O mai'n! was das für ein liebes Büberl ist—- die schönen Aeugsrl'n, das Naserl, und das liebe Göschelr! das Kind muß von nebeln Ael- tern seyn; die Handerln die es hat, so mostet! und wie sceundli's lacht. Frau Salerl gebens' Achtung, dasmal hab'n wir'an Terno.— Ite Fratschlerin. Ja, wann i aufn' Sechzehner a Fiduzi*) hatt— er ist freilich schon a Weil nit da g'wesen— 2te Fratschlerin. Aber drinnen ist er, und s' Büberl wird ihn aussa ziehn, i sag's der Frau Rach- *) Vertrauen. Ite Fratschlerin. Und der Hund— O du Schweinigl du, da schau der Sesseltrager her, was er macht— Sesseltrager. Er zeigt uns, was wir g'wonnen haben. 2te Fratschlerin. A das schenirt mi do nit— 's is a kuriose Sach um d' Lotterie, der Salamikca- mer hat do schon zwamal g'wonnen, und der Wäscher-Resel ihr Granadier hat erst vorige Wochn an Lxtrato mit 14 Groschen derrathen— also— Sesseltrager. Seht d' Frau wieder. Ite Fratschlerin. I?— Ja!— Sesseltrager. I nit, des waß i— der g'sperr- te Sieben und Vierziger geht mir im Kopf h'rum. Ite Fratschlerin. So seh' der Göd den Acht und Vierziger, den Sechzehner und den Vier und dreißiger— die kommen g'wiß ausser. 2te Fratschlerin. Machen wir a Spiel z'sam- men. Sesseltrager. Wegen meiner, r bin a dabey.— der alte Herr wird mir doch a Recompenz für die Dosen geb'n. Der alte Herr.(trittein) Hat Jemand eine Dose gefunden? Sesseltrager. I. Der alte Herr. Da, nimm der Herr.(er gibt ihm einen Zwanziger) 14 Sesseltrager. Küß' d' Hand— da hab'n wir ja unsern Satz. Ite Fratschlerin. Und a no a Halbe Sechser— damit wir unsern Groll Herunterschwaben,(sie gehen) Der Lotterie-Diener. Ob's denn in andern Landern auch so dumm sind.(Er geht zur Tafel, und räumt Alles aus). Ungarische Anektoden. 1. Jemand fragte einen Ungarn„wie geht es Ihnen mein Bester? Meinend er sage Pester(von Pest) antwortete der Gefragte:— Bin ich nicht von Pest, sondern von Stuhlweissenburg. 2. Im russischen Bade saßen zwey Kranke, ein Ungar und ein Oestreicher. Beyde wurden am schmerzhaften Fuße tüchtig mit Wolltüchern gerieben;— der Oestreicher schrie vor Schmerz— der Ungar sah pflegma- tisch zu, und lächelte»— Als die Badediener sich entfernten, sagte der Oestreicher zum Ungar mit Thränen im Auge:„Aber Sie können Schmerz aushalten— Jo, antwortete dieser,„hob i Kronkenwartec Verwischt— hob' ihm g'sunden Fuß zum frottiren hing'holten." 3 In einem Tuschbade saß ein Ungar eine Weile ruhig, als aber das Wasser in größerer Quantität herab siel, spannte er seinen Regenschirm auf, um nicht naß zu werden. 16 4 Ein Ungar war auf dem Wege der Genesung, der Doktor sagte ihm:„fahren Sie nur mit dem Rezepte fort, so werden Sie ganz gesund." Der Ungar nahm das Rezept und fuhr damit nach Preßburg— dort ließ er wieder einen Doktor holen— dieser las das Rezept von Wien und sagte:„Ich weiß kein besseres Rezept, fahren Sie mit diesem nur fort." Der Ungar fuhr nach Pest, und so fort bis nach Ketskemet seinem Wohnort, wo ihm sein Doktor das:„fahren Sie fort" erklärte. 5 Ein Wollhandler kam in das Frag und Auskunfts-- Amt in Wien—„Was bezahlt man, wenn man was wissen will, fragte er: 30Kreutzer war die Antwort—" So sagen Sie mir ob's Uebermorgen regnen wird, denn ich fahr nach Warasdin. 6 Jemand im Theater fragte einen neben ihm sitzenden Ungar:„Von wem ist die Stumme?" Von km- Uci antwortete der Ungar. 7 Ein Edelmann sagte zu seinem Pfarrer. Es ist ein Mirakel daß Gott aus Nix, d' Welt erschaffen hat— Wos hätt' er erst erschaffen, wenn er Etwas g'hobt hätt'. 3 darin, i hab''an Ahnung, mir ist so kurios im Magen, es druckt mi was— Sesseltrager. No, sey d'Frau so gut, und laß's aufgehn, so gieb i ihr an Wurf, daß's unter die Hechtengrauen Vaterlands-Vertheidiger awi fliegt. Salamikrämer. Sanken Si niten, in Fiesta dumme Eseltroger, Si macken sunst Imml/mo vonkusa und er sigen nit meine Nummern. Sesseltrager. Was is des sir a Ton? Du malischer nummerirter Quadrat Lümmel, i fürcht' mi vor Dein Kasmefser nit, i zahl meine Steuern so gut wie Du. I sord'r mein' Respeckt. Ite Fratschlerin. Aergec sich der Herr Göd* nit— laß er den Veroneser gu-uiti Vertradi^ kuine gehn. Schusterjunge(hetzend) Huß gs, gs! 2te Fratschlerin» Wann meine Nummern nit auffa kummen, so wirf i den zwey Tappschadeln a Füns- fingerkraut in's G'sicht daß a Pappen machen, wie a Katz wann's an Taig frißt. Köchinn. Ober su sa>'n so do ftat, hört me sunst Nummero nit meinige, und i hab i g'setzt 5 Gruschen letzte, von Frau ihren Marktgeld. Ite Fratschlerin.~No, wegen Deiner wird man sich schenken komischer Dalken.(Der Schusterjunge nimmt aus seinem Papptopfe einen Schusterpapp und schmiert ihn der Fratschlerin und Köchinn ums Maul). *) Gevatter.**) Verdrehter. 6 Schusterjunge. D' Frau hat Recht und d'Mamsell Kolatschen hat a Recht. Oollsotsur.(beuteltden Schusterjungen den Schöpf) Und ich hab auch recht. Schusterjunge. Jesas! Jesas! was ist denn das? hörn'S auf! Ein Polizeymann.- Ruhig— sonst vermehr' ich s' Polizeihaus.— Ite Fratschlerin. Wor Deiner wird man sich fürchten; fahr ab mit dein Firmaments Jankerl, nummerkr- tes Kartuschl. Ein alter Herr. So seyd doch ruhig lieben Leute, es ist die Ziehung hier ja heute. Ein anderer Oolleeteur. Still! die Ziehung fangt an. Der Topf wird geschüttelt. Der Waisenknabe greift in den Topf und zieht eine Nummer heraus, giebt selbe an den Diener, dieser an die Komissair's.— Die Nummer wird zurück, und an den Ausrufer gegeben— dieser rustlaut) wummero ir. 2te Fratschlerin. No, Saubub' infamer! kannst nit daneben greifen, mit Deine krebsrothen Pratzen?— Was hab' i der Nachbarin g'sagt— den niederträchtigen sechzehner setz' i mein Leb'tag nimmer. Ite Fratschlerin. Es seyn ja noch vier Nummern zum ziehen. Ausrufer. Nummero 41. 2te Fratschlerin. Gott sey Dank! den Neun- undvierziger hab i. 7 Ite Fratschlerin. I hab'n a— 6oUeeteur. Seyd doch still, ihr ungezogenes Volk— sonst hört man ja nichts. 2ts Fratschlerin. Jetzt schauts den G'spreizten M— den Herrn seine Loser*) seyn ja so groß wie den Mauleseln in der kaiserlichen Stallung ihre— der Herr wird sich doch g'nug hören. Sesseltrager. Herr Gott Tonnerbam! So sey doch still Du alte Charfreitag Ratschen! 2te Fratschlerin. Sesseltrager trau mir nit! Schufierbube. Huß gs gs gs! Ausrufer. Nummero 33. Ite Fratschlerin. Js das a nidertrachtiger Lager, hab'n vierunddrsißiger, und der g'flikte Bankert ziegt'n drsiunddreißiger heraus! Wann i ihn da hatt' den reißet i mir zu Gnügen. Ausrufer, i^ummero 47. 2te Fratschlerin. Na zieg alle Vierziger raus, schirnkleter Pamsili! Na wie i mi in den Bub'n geirrt hab, is schon aus der Weis': wo hab i denn meiniAu- g'n g'habt, daß i den Lackl für schön g'halten hab. OoHsotsur. Der 47ger wird wahrscheinlich gesperrt sein. Ite Fratschlerin. Das gieng no ab, daß d' Nummern sperren, das is ja offenbarer Betrug. 2te Fratschlerin. Warum ist d' Frau so kalket, -) Ohren. 8 und setzt immer an Zwanziger, i setz in mein Leben nimmer. Salamikra.mer. Kummers 47 ick hoben, nm- locketto bumdino greif auf venti tre! Ausrufer. Kummer«, 23. Salamikramer. 12 viva raga/xo! viva In I^otteriu! Oolloeteur. Sie haben ein Ambo. Salamikramer. Kmlm solo— und venti qun- tro enrnntnni gefetzten. Sesseltrager. Is das a Recht? i sag's immer das wallische G'sindl hat in Wien a Hur'n Glück! Ite Fratschlerin.' Fett wird er a nit davon werden, und dö Freiden, die er hab'n wird, wann der 47ger g'sperrt is. Köchinn. O Jegus Maria, hob i nix truf'n. Schusterbube. Wann i den dreyundzwanzger nur zwamal g'setzt hatt, so hätt' i doch an Ambo. Ein Bedienter. Red' nit so dumm Pechzarer, und schäm Di vor'n Leuten. Schusterbube. No! Der Herr ist mein Herr nit! Jetzt schauts! der Herr frottirt holt d' Stiefl so wie i; was is denn nacher für an Unterschied? höchstens, daß der Herr a Brettelhupser is. (Der Bediente will den Schusterjungen packen, der Poli- zeynrann verhindert es.— Der Schusterjunge läuft weg, stößt dieHerausgehenden und wird vom Sesseltrager über die Treppe geworfen). 9 Sesseltrager. Js das an Auswurf von Menschheit! Js das a Schicksal! wieder nix g'wonnen, und hab mir's vom Maul abg'spart— Vielleicht hab i nit recht g'hört, wegen den zwey Plappergoschen— So, Herr Oolltzotour! was seyn denn eigentli für Nummern ausser kommen» 6o1Iseteur. 17. L1. 33.-47. 23. Ite Fratschlerin. Nit wahr, es is der Neun- undvierziger dabei? Oollsetsur. Nein liebe Frau, der Ein und Vierziger, oder wienerisch deutsch: an und Vierziger» Ite Fcatschlerin. Was war des? 2te Fratschlerin. Da hats d' Frau Nachbarinn, nit einmal an ikixtrato hab'n wir! Oruei Türken! I könnt vor Eist in die Sperr Ketten beym Zeughaus ein! beißen. Aber das weiß i, wir i zu Haus komm, so schlag i mein Bub'n windelwach, wann er mir wieder mit seiner hochdeutschen Sprach kommt. Hatt der Esel von an Ausrufer nit Anundvierzig rufen können, wir seyn ja in Wien, und nit in Sachsen. Ite Fratschlerin. Recht hat d'Frau! meinMadl richtens a auf's Hochdeutsche ab, und wozu nutzt's? höchstens kann ste's zum Bciefschreiben brauchen; wann's a mal an Amanten hat, sächsisch reden wirds mit ihm a so nit. 2te Fratschlerin.(zum voitecteur der im Begriff 10 zu gehen ist) Sagen So mir zur Güte, wer waren denn. d' Aeltern von den Waisenkind. OoUeetvur. Ich glaub ein walscher Tüchel- macher. Sesseltrager. Hab mirs denkt— daßdergelb: zipperte Bienk a so a Brüt is, jetzt is mir Alles klar; Seyn wir nit Eseln, daß wir setzen? jetzt wird d' Frau do einsehen, was bei der Lotterie für a Betrug herrscht. Weil den Leuten gewönli von Todten, die reden träumt und das No 47 is, und der sieben und Vierziger also am Meisten gesetzt wird, so sperrn's ihn, und wann an Jnnlander setzt, so ziegn's«ocoluäs Nummern ausser, damit aber a Walscher g'winnen soll, so nehmend zur Ziehung an italienischen Rozloffel, damit er für sein! Landsleut sorgt. Ein alter Herr. Sey der Herr doch nicht so bornirt, wie kann denn der Junge, wenn er die Hand in den Topf steckt, wissen, welche Nummer er ergreift. Sesseltrager. Der Tops wird halt zwa Löcher hab'n, an wallisch, und an deutsch. Ite Fcatschlerin. Recht hat der Herr Göd, und vielleicht seyn's noch ang'strichen a, daß's picken bleiben. Alter Herr. Dumm seyn, ist ein wahres Unglück.(er geht) Ite Fratschlerin.(demHerrn nachrufend) Und kalket seyn ist a Jammer! schauts den Tapp- schädl an. 11 Sesseltrager. Laß'n gehn, gieb sich d' Frau mt ab, es is halt anmal so; der wällische Schlüpfer hat's Glück, wie alle Fremden. Wann i erst der Frau erzählet, was mit den wällischen Dudlern im Komödi Haus treib'»— Vivat schreyn's daß aner taub werden möcht, und aussi rufen's das Volk zwanzigmal. 2te Fratschlerin. Mai, mai! die können aber a singen, i hab erst gestern von Wildpret Markt aus, a Sängerin g'hört, die hat a Stimm, daß man's bis zum Stadtg'richt g'hört hat— und hoch hat's g'sun- gen, daß's alle Stund Thucmwachterin am Stephansthurm werden könnt. Ite Fratschlerin. Geh'n wir lieber, und laß d' Frau Nachbarinn die Singerey gehn; was geh'n uns die Leut an? Aber mit'n Salamikramer red' i, der gelbzipferte Lateiner hat schon zwa mal aus der Lotterie g'wonnen, der muß uns Nummern sagen. Sesseltrager. No, dumm is er, und's is ja bekannt, daß man von dummen Leuten sich Nummero sagen lassen soll. Der Schusterjunge(welcher indessen wieder zurückgekommen, und bey der Thüre stehen geblieben ist). Da hätt' der Herr schon lang g'winnen müssen (müßt) Helf Gott, s' is wahr. 2te Fratschlerin. Is das an Ausbund von an Hallunken!— No wart, i kenn Dein Master, Di werd' i rekomandiren.(der Seffelträger greift um sei- 12 nen Tragriemen und eilt dem laufenden Jungen»all,- in d.v- W rs^ EE-nt der Lotterie- Diener zurück, und ruft:) Was ist den dies für ein Betragen?! Ruhig!— Soll -ch die Polizey holen, gleich hinaus, ihr habt da nichts mehr zu thun.^ tte Fratschlerin. Aber, wann wir setzen, da is recht?- geh'n wir lieber, sonst vergreis i mi an den Nummero-Schüttler. I glaub, wann der beym Kongreß g'sessen war, er hatt' die ganze Welt so unter e,n ander beutelt, daß kan Regent g'wußt hatt' wo sein Land hinkommen is. Sesseltrager. Stat sey d' Frau, gehn wir lieber(er stoßt mit dem Fuß an eine Dose). Was liegt denn da? No, das is a das erstemal in mein Leben, daß i was sind— da schau d' Frau, a Dosen. Ite Fratschlerin. Die hat g'wiß der alte Herr verlohren; zeig mir's der Herr Göd— O Jesas! da is ja a Bild d'raus. 2te Fratschlerin. A dös is a Llumasek, da seyn ja Wir alle d'raus— a Specktackl! s' Lotterie G wölb i und d' Frau Nachbarinn, der Salami- kramer, der Schusterbub, der Bediente, der alte Herr, wie er an keseonter z'rreißt, d' Köchinn wie's Geld aus'n Marktkörbl nimmt— nur's Bettelweib mit den Kind hab i damals nit g'sehn. 17 8. Ein Gutsbesitzer hatte auf dem Ecktische in seinem Sitz Zimmer einen kleinen und einen großen Todten- kopf— Als ihn nun Jemand fragte, warum er die Todtenköpse in seiner Wohnung habe? gab er zur Antwort:— Werd ich Ihnen gleich expliziren; der große Todtenkopf ist von mein' besten Freund„Nun und der Kleine?— No der ist, wie mein Freund noch klaner Bue war". 9. Als sich zwey Reisende im Gasthofe zu Bette legten, bemerkte der Eine mit Verwunderung, daß sich sein Reise-Gefährte mit Zischmen in's Bett legte— Stephan! Minies! was thust? legst Dich ja mit Zisch- men*) in's Bett— Lbattu! antwortete der Andere weil ich hob in Wien so infame Traum g'habt, hat mir gestern träumt, daß ich mir hab Glasscherben eintreten, könnt mir heut' Nacht wieder gschehen. 10. Ein Hußar trug einen Brief ohne Addreße auf die Post— der Expeditor bemerkte dies, und rief: Halt mein Freund! der Brief hat ja keine Addresse; das weiß ich, antwortete der Hußar: aber mein Herr will nicht hoben daß jeder Mensch weiß, an wen er schreibt. ') ungarische Stiefeln. 16 11. Als ein Ungar in die Menagerie kam, der Wärter die Thiere zeigend rief: Hier sehen Sie den berühmten Strauß! Sagte der Ungar: Jetzt zeigen Sie mir das andere Vieh den Lanner auch.(er mernte die zwey c- kannten Musikdirektoren Strauß und Lanner). 12. Wo thut es Ihnen weh? fragte ein CIuiuiF einen Ungar, der sich ein Loch in den Kopf schlug; Sind Sie in der Gegend des Wicbelbeines gefallen? Na, antwortete der Patient, in der Karntnerstraße. 13. Ein Fruchthandler gab einen Brief auf die Post, aus der andern Seite aber, nämlich an den Abgabo- Ort begehrte er die Antwort. Wann habende ,h- E Brief aufgegeben? fragte der Expedient-^etzt, vor zehn Minuten, antwortete der Fruchthandler. 14. Ein Ungar ging in Wien promeniern, und hatte zwey schwarze Frak's mitten im Sommer an.^- wand fragte ihn: Warum tragen Sie denn m dieser rwev Frak's?—^miee! antwortete der Ungar. A hab zwey Trauer, vor vierzehn Tagen ist nur mein Vater, und vor acht Tagen meine Mutter g storben. 19 15. Ein ungarischer Bedienter kaufte in einer Nürnberger Waaren-Handlung eine Lichtscheue.— Warum nehmen sie denn keine größere, fragte der Ladendiener?— Mein Herr braucht nur eine Lichtputze für eine Person, war die Antwort. 16. Als von der Bildung, und dem Zeitgeist die Rede war, gab Einer zur Antwort:„Wir brauchen keinen Zeitgeist, wir haben Slibowitza."(Brantwein) 17. Als ein 50 jähriger, ziemlich fetter Edelmann auf einem Balle tanzte, sagte die Tochter vom Hause: das freut mich, daß Sie mir vor Allen Andern den Vorzug gaben und mit mir tanzten.„Ja, liebe Fräule, antwortete der Ungar. Ich hab Fisolen(Bohnen) gessen, und do hob' ich wegen meiner G'sundheit? tanzen wollen." 18. Ein Hußar ging in die Apotheke und begehrte um -4 Groschen eine Laussalbe— weil er einen lausigen Magen habe. w. Ein ungarischer Soldat stand in der Redoute beider Retirade Wache— Jemand fragte ihn: Lieber 20 Mann, warum stehen Sie denn hier als Schicdwache? Weiß ich nicht recht, wahrscheinlich wegen G'ston? (Gestank) aber's nutzt nix, war die Antwort, es stinkt doch. 20. Ein Ungar sagte: Ich mag die deutsche Sprache nicht, sie ist zu barbarisch, hat lauter r. Z. B. wie geht es Ihnen? wie befinden Sie sich? was machen Sie? haben Sie zu thun? 21. Ein Ungar explizirts seinem Sohne die großen und kleinen Ochsen auf folgende Art: Die großen Ochsen sind Muß— i— zieh Die kleinen Ochsen Kann— no— nit— zieh(6»nonwy 22. Haben Sie Heute das Rindfleisch mit Appetit gegessen, fragte der Doktor einen kranken Ungar. Na, mit Soß,(8au°e) antwortete der Gefragte. 23. Ein Ungar fragte seinen Nachbarn. Wie alt bist Du^mieo?— Ich bin 47- und ich 50,-- also sind wir in drey Jahren gleich. 24. Ein ungarischer Soldat bat um Urlaub auf 8 Tage, der Feldwebel fragte ihn, warum? der Soldat ant- wertete, wegen Familien-Angelegenheiten,'s wird bei uns eine Sau abgstochen. 25. Wie lange sind Sie verheirathet, fragte Jemand einen Ungarn— Wann wieder brennt in Pest, is a Jahr, war die Antwort. 26. Wir haben im Karpatischen Gebirgen ein prächtiges Echo, sagte ein Ungar— Wenn man fragt: wie geht es Ihnen? sogt Echo: ich dank Ihnen, so, so! 27. Als ein Ungar im Theater das erstemal eine Ros- flnische Oper anhörte, sagte er entusiastisch:„Das is Prächtige Musick, muß ich mir Knopf in's Tüchel machen, damit ich nicht vergiß. 28. Im sogenannten A, B, C, Spiel, wo jeder ein Wort mit dem Anfangsbuchstaben des Alphabets sagen soll— kam der Buchstabe L auf einen Ungar. Licht, (Gesicht) sagte er ganz naiv. 29. Jemand verwunderte sich einen bukligen Ungar zu sehen.— Ja, antwortete der Buklige: Mich hat die Amme ausgewechselt. 22 30. Ein Ungar bestieg mit einer alten Dame den Ste- phansthurm— aus Galanterie ließ er sie voran gehen. Ei, wie galant, sagte die Dame. Er antwortete— Ja, Ew: Gnaden, ich hob als Knab' schon oft einen Drachen steigen lassen. ' 31. Ein kranker Ungar behielt beym Baden seine Hosen an, als man ihn fragte, warum er dies thue, gab er zur Antwort, der Doktor hat mir befohlen H Stund im Bad zu bleiben, wo soll ich Uhr hinstecken. 32. Der Säbel ist mir angebohren, sagte ein Hußar zu seinem Farirschütz, da muß d' Frau Mutter Schmerzen gehabt haben, antwortete dieser. 33. Ein Ungar sagte in Wien— Es ist nicht wer, daß der Papst sichtbares Oberhaupt der Kirche ist, ich war sechs Wochen in Rom, und hob ihn nicht g'sehen. 34. Bey der Fronleichnams Prozession stand ein Ungar mit seinem Kolpak auf dem Haupte— Kolpak herunter! rief ein Polizeymann, hier wird Gott getra- 23 gen! Zs nit wohr, antwortete der Ungar, hob ihn erst vor einer halben Stunde donnern hören. 35. Ein Stadtrichter sagte: Ich brauche nichts für die posteriora und die Nachwelt zu thun, Sie hat auch für Uns nichts gethan. 36. Ein Lelinyuent weinte als er zum Galgen geführt wurde. Der Stadtrichter tröstete ihn mit den Worten: weine nicht, den Weg müssen wir Alle gehen. (Anmerkung. Der Verfasser ehrt die ungarische Nation, und erklärt, daß in Wien die Bonmots bloß der ungarischdeutschen Sprache wegen erzählt werden, weil man ja eben so gut diese Amktoden einer andern Nation aufbinden könnte). Fiaker Anektoderr. 1. Jemand fragte emenFiaker: Was begehrst Du bis in's Thierspital? Der Fiaker antwortete: Bleib'« Ew: Gnad'n d'rausssn? 2. Zwey Buklige stiegen in einen Fiaker, ein dritter Bukliger ging vorbey, der Fiaker sagte, steigen Ew: 24. Gnad'n nur ungem'rt hinein, der Wagen gehört für die Bukligen. 3. Ein Fiaker fragte den andern: Wann ist's immer eins, ob man Gutes oder Böses thut? Der Gefragte gab zur Antwort: 60 Minuten nach Zwölf. 4. Was begehrst Du bis in's Lusthaus im Prater? fragte ein Herr: Fiaker. 5 Gulden. Herr. 2 Gulden geb ich, mehr nicht—, Fiaker. Da führ.i Ew: Gnad'n nit mit der Hand hinaus. 5. Mad. W..... ging, da am selben Tage ein neues Schauspiel von ihr gegeben wurde, gedankenvoll über den Graben— der Fiaker der sie sonst immer auf ihr Landhaus führte, fragte: fahren wir Ew. Gnaden? Als sie ihm keine Antwort gab, sagte er: No! was soll den heute das zurückWWde Wesen. 6.'" Als drey Fremde mit einem Buckligen in einen Fiaker stiegen, sagte dieser: Nehmen Ew. Gnaden den buckligen Herrn^auf die Schoos, sonst stoßt er mir s' Fenster durch. 23 7. Als zwey Fratschlerinnen sich zankten, einander die gröbsten Schimpfnahmen gaben, und ein Polizeymann dazwischen trat, um Ruhe zu stiften, sagte ein Fiaker: Lassen So die zwa gehn— sie lesen sich ja nur ihren Taufschein vor. 8. Ein Fiaker fragte den andern: Was ists denn mit Deinem Schimmel, der laßt ja abscheulich den Kopf hangen?— I weiß nit, antwortete der Andere, was dem Luder is, aber seit der neuen Eisenbahn wird er mir sehr nachdenkend. 9. Fahr'n mer Ihr Gnaden? fragte ein Fiaker einen Vorübergehenden— Siehst Du nicht, Esel, daß ich einen Gehrock an habe, anwortete der Gefragte; wird wohl auch der Einzige seyn, den's habn, erwiederte der Fiaker. 10. Ein in Wien bekannter jüdischer Wucherer wollte mit einem Fiaker fahren— Ich kann nicht mit Ew. Gnaden fahrn sagte der Fiaker— denn schaÜ'n Ew. Gnaden, wenn i mit Ihnen fahr', so sag'n die Leut', da fahrt der Spitzbub, der Hallunke! und i weiß dann niemals, geht's mi an oder Ew. Gnaden. 26 11. Ein buckliger Fiaker der im Fasching an einem sehr kalten Tage lang auf seinem Kutschbock saß, fragte einen andern Fiaker: Du Blaumeisen! hab i no mein Buckel?— Ja erwiederte dieser. Na, Gott sey Dank, i bin froh, i hab glaubt, er ist erfroren; sagte der Erste. 12. Als ein Delinquent gehengt wurde, der sein Unglück blos Wucherern zuzuschreiben hatte, sagt ein Fiaker: der arme Kerl hat nun sein großes Loos, jetzt soll- ten's die fünf Wucherer auch dazu hängen, so wärens fünf Nachtreffer. Er hat wahrend er 3 Tage ausgesetzt war, erwiederte ein anderer Fiaker ein neues Finanz- Projeckt geschrieben, weil noch Keiner, der Eins geschrieben, gehengt worden. 13. Zu einem kranken Fiaker kam der Doktor, der Patient drehte sich im Bette um, und es entfuhr ihm ein Wind— Bravo! sagte der Doktor, der ist einen Dukaten werth!— So nehmen ihn Ew. Gnaden gleich für die Visite an, antwortete der kranke Fiaker. 14. Als ein Fiaker nach Ungarn fuhr, und man ihm auf einer Poststation sagte, daß durch einen Befehl diese 27 Station jetzt 1ä Posten sey, sagte er: Es sind doch mächtige Herrn die Ungarn, ohne Schwertstreich vergrößern Sie ihr Land. 15. Ein Fremder fuhr in das Minden-Institut— der Fiaker hielt still— Sind wir schon da? fragte der Fremde? Sehen Ihr Gnaden istt, da schaun ja zway Blinde zum Fenster heraus, antwortete der Fiaker. Wiener Näthsel. Wie kann man vier Grenadiere in einen Schuh stellen? Antwort. Wenn man Jedem einen Schuh auszieht. Was für ein Verbrechen begeht ein Thürmer wenn er die Uhr falsch richtet? Antw. Er ist ein Verfälscher der öffentlichen Uhrkunde. Wen kann man den geschicktesten keruhuier nennen? Antw. Jeden Spatzierganger, der eine lour um die Stadt macht. ! l 28 Welche sind die geschicktesten Kleidermacher? Antw. Die LitiluiAe», sie machen oft mit einem Schnitt, Einen Kaput(^axotte) Welche Stadt zählt die treuesten Ehemänner? Antw. Paris,— denn jeder geht über die Seine. Welche sind die lüderlichsten Leute? Antw. Die Gärtner, denn sie versetzen Alles. Welche sind die gefährlichsten Leute? Antw. Die Seiler, denn sie sind Rädelsührer und Aufwiegler(Austvikler). Vor welchen Leuten muß man sich in Acht nehmen?. Antw. Vor den Miniatur- Malern und 8i1koue- tours, denn die Einen verkleinern, die Andern ver- schwärzen. Welche Aehnlichkeit findet sich bey Jägern, und gesitteten Mädchen? Antw. Beide lieben den Anstand. Welcher Gott hilft den Franzosen? Antw. Nereur'ms. Wie hat Jonas geheißen, bevor er ins Wasser gefallen? Antw. Jo,— denn naß ist er erst geworden als er in's Wasser fiel. Wie hat David's Lauser geheißen? Antw. Schmerz— denn in der Bibel steht,„mein Schmerz läuft vor mir her." Welche Leute kommen, wenn sie bey einem maskirten Balle sterben in den Himmel? 29 Antw. Die eine Domino Maske tragen, weil geschrieben steht: Leert! qui in Domino morinntm. Wer hatte die schönste Frau? Antw. Moses— denn ihm wurden sichtbare Hörner aufgesetzt. Welche OkewAe begleitete Apostel Paulus? Antw. Er war Artillerie- Direetor, denn er schrieb selbst:„Unser Wissen ist Stückwerk. Warum schrieb Paulus an die Römer? Antw. Weil er nicht bei ihnen war. Warum erschien Jesus den Weibern zuerst? Antw. Damit seine Auferstehung schnell bekannt wird. Wie hat der Mundschenk bey der Hochzeit zu Lrmuaii geheißen? Antw.— denn es steht geschrieben: nee ernt c>ui slutmt biimro. Welcher Heilige ist Obrist Wachtmeister? Antw..lacolm« iUHor. Wer war von den H. drei Königen der Schwarze? Antw. Der Mohr. Warum rief Gott„Adam wo bist Du?" Antw. Weil er nicht Michael hieß, sonst hatte er gerufen„Michael wo bist Du?" Wer machte im alten Testamente den größten Aufwand? Antw. Moses— denn er hielt zwey offene Tafeln. 30 Wie kann man mit einem Worte sagen, daß eine Schüssel leer sey? Antw. Alnliasses(man aß es). Was für ein Landsmann war Salomo? Antw. Ein Tyroler— erst mit 40 Jahren bat er Gott um Weisheit. Wer war früher gebohren als seine Mutter? Antw. Abel. Warum taugte David zu keinem Geschäftsmanne? Antw. Weil er ein Schleuderer war. Wann hatten die Baumeister am meisten zu thun? Antw. Bey dem Einfall der Mauern in Spanien. Wie hat die Gemahlin des Herkules geheißen? Antw. Frau Kules. Welche Meister können dumm seyn? Antw. Die Baumeister, denn es darf ihnen nie etwas einfallen.' Was hat jeder Mensch zweymal der König von Böhmen dreymal? Antw. Ellbogen.(Stadt in Böhmen). Welcher Weg ist breiter, der gen Himmel oder zur Hölle?, Antw. Der gen Himmel, denn Ehcistus ist gegen Himmel gefahren, in die Hölle aber hinabgestiegen. An welcher Krankheit leidet der Mensch, wenn er über eine Brücke geht? Antw. Er kann das Wasser nicht halten. 3t Wer denkt und hat keinen Kopf, Sieht, und hat keine Augen, Hört, und hat keine Ohren, Spricht, und hat keinen Mund, Greift, und hat keine Hände, Geht, und hat keine Füße? Antw. Ein Oesterreicher, denn er hat einen Schadet (Kopf), Gluren,(Augen) Loser,(Ohren), Goschen (Mund), Pratzen(Hände) Haxen,(Füße). Welche Fabricken sind die Besten? Antw. Die Spiegel-Fabricken, denn es schaut immer was heraus. Welche Aehnlichkeit hat ein unwissender Bibliothekar mit einem Verschnittenen? Antw. Beide können die Ihnen anvertrauten Dinge nicht benutzen. Wann endet die Ewigkeit? Antw. Mit dem Buchstab— t. Welches Präsent bekommt eine Braut beym Altar? Antw. Einen Hosenträger. Wer schrieb eine unchristliche Musick? Antw. Haydn—(Heiden). Was ist über dem Himmel? Antw. Die Kirchenthüre. Was Püh^dem Stephansthurm? In welchem Falle macht 2 mal 4—9? Antw. In keinem Falle. 32 Welches Wort drückt eins Tugend und ein Verbrechen aus? Antw. Vergeben. Welcher Unterschied ist zwischen einer Violine und einem Baum? Antw. Die Violin hat ein 6, der Baum 2 6 (Zweige). Welcher Markt ist den Kammmachern der liebste? Antw. Ein lausiger Markt. Wie kann man mit einem Namen aus der alten Geschichte 2 Frauenzimmer rufen? Antw. Oati— I-ina. Was ist höchst unrecht und doch keine Sünde? Antw. Wenn man den linken Handschuh aus die rechte Hand ziehen will. In welcher Stadt haben sie wenig Papier?' Antw. In Paris(PaarRiß). Welche Aehnlichkeit hat ein Esel mit dem Tag? Antw. Beyde werden grau geboren. Welcher Unterschied ist zwischen einem Kopisten, und einer Viehmagd? Antw. Er thut die tp- sd) auf,— die Magd unter die Sau. Welcher Unterschied ist zwischen einem Arrestanten, und»» einer altgebackenen Semmel? -'i im./'/'> nt, die Semnes.- An welche»,.,„ L Wie ist Rhebarbara angenehm zu nehmen? 23 3 ' Antw. Wenn man das Reh Mittags und die Barbara Abends nimmt. Was ist ein Mensch wenn Leib und See! von ihm gegangen? Antw. Eine Kindbetten». § Welcher Heilige hat die meisten O? ' Antw. Jeno(zehno). Welches Spiel können die Pferde? Antw. Häufeln und Damenziehen. Was ist mitten im Vaterunser? Antw. Die Schnur(imRosenkranz). Welcher ist der langsamste Heilige? Antw. St. Martin, er ist zu Pferd, und kommt erst 10 Tage nach Aller Heiligen(im Kalender). Welche Achnlichkeit haben ein Obristlieutenant und eine junge Frau? Antw. Beyde wollen das Regiment haben. Wann wird ein Mensch von den Flöhen am meisten gebissen? Antw. Wenn er lack^- weil man im Lateinischen sagt: Vek tidi Wtteiw'i;.. die Wachen bezogen, stand ein SchneidermcisUa 2 Uhr Mittags als Schildwache am Peters Piaye— der damalige Stadtkom- 64 Mandant Prinz von Würtemberg ritt vorbey, der Schneidermeister prasentirte. Kennen Sie mich? rief der Prinz—- Jo antwortete der Gefragte.— Prinz. Wer bin ich? Schneider. Der Prinz von Würtemberg. Prinz. Was müssen Sie thun, wenn Sie den Stadtkommandanten sehn? Schneider. G'wehr raus rufen. Prinz. Warum riefen Sie nicht? Schneider. Weil's nichts nutzt! Prinz. Wie? Schneider. No, weil alle meine Kammeraden im Schenken Bierhauß daneben sitzen. 9. Ein Bedienter wurde von seiner Dame zu den Schneider geschickt um das neue Ballkleid zu holen— Nehm' er sich einen Wagen, sagte die Dame, wenn es regnen sollte—der Bediente ging, es regnete, er kam zurück und brachte das Kleid ganz naß und unbrauchbar— Aber Dummkopf infamer rief entrü^et die Dame, sagte ich ihm nicht er solle einen Wagen nehmen? Der Bediente. Habs auch gethan gnädige Frau Dame. Lügner, wenn ihr im"" gesessen seyd, wie ist denn das Kleid naß gew> Der Bediente. Verze Gnaden, ich weiß schon wo ich hingehöre, das^.ch nicht, ich bin hinten aufgestanden. Druck von Beruh. Tauchn ik sun. S-. 7^ §Ä V) 2' sl