Itirc!>er ^ureuin '"Hk ^ WMWMtz <-VT? NMEtz ^s-sM'W-b M« WUMW M?A^M--sA4KK WM MDDMM UWM s? !»> -A- ^WMKWUW M-MÄ '-E- ^>!d^> chWH^ '-Ä'N:^ W»Z 4 MWW^ Msk- .- L. WM MNÄ-UW »Lvs^S' V .M WM EÄ WM AiSMU 7.>Mi -^ÄZE Kaiserin f ^r hallen «locken Sumpf uns schwer. kr schallen LoStenlieSer — ver ranSes Mutter lrt nicht mehr, Air sehn Sie niemalr wieSer. Sie stieg hinab rum lieben Sohn gefällt vom MörSerstteiche. Wie Ihm. warS Ihr ein ttagirch' k«S' — Schlaf wohl, vu Schmerrenreiche r vu littest viel — in vich gekehrt — Still flössen Seine Lhräne«. Sein glück, es war aas Aohlthun stets, kr war aas strich Ses Schönen. versiegt ist nun Sein Lhränenquell» erloschen Verne Schmerren. voch bluten mit aes surrten Herr In Oesterreich alle Herren. ver staiser stieg rum Väterthron. -Ils 7hm gefahren Srohten. Nach fünfrigiähr'ger sterrrchertte« Sucht srieüen kr — bei LoSten. vereinsamt siirt Ser staiser nun UM schwarrumtlorten throne, vie LanSesmutier irr nicht mehr. Sie ruht bei Ihrem Sohne. kr Hallen glocken Sumpf uns schwer, kr rchallen LoSteuchöre. vie LanSesmutter rchieS von «ns — gebt Ihr Sie letrte khrer üestmeichz U«aoir 8sro« «sittide!«. ^Mer 10. September des Jahres 1898, hat dem Herzen des vom Schicksale schon so ^ hart heimgesuchten Monarchen, unserem geliebten Kaiser Franz Joses I., eine neue Wunde geschlagen, eine Wunde die nicht mehr vernarben wird. Seine Gemahlin, die Kaiserin Elisabeth, ist an diesem Tage in Gens ermordet worden, dem Dolche eines Anarchisten zum Opser gefallen. Es gibt keine Worte um die That dieses Elenden richtig zu bezeichnen. Ist die Ermordung einer Frau an und für sich schon eine Niedertracht gemeinster Art, so ist sie dies umsomehr, sobald die Gemordete die verkörperte Güte und Leutseligkeit selbst war, die der Wohlthaten nie genug erweisen konnte und die, selbst voll des größten Seelenschmerzes, überall schmerzenstillend und lindernd wirkte. Die That des Mörders von Genf erreicht den Gipfel der Scheußlichkeit, sie ist, weil ihr alle politischen Motive fehlen, das gemeinste Verbrechen das je von Anarchisten begangen wurde. Der Dolchstoß des fluchwürdigen Anarchisten Luigi Luccheni hat ihrem Leben ein jähes Ende bereitet. Das Herz steht einem förmlich still bei dem Gedanken, daß eine der edelsten Frauen, die je einen Thron geziert, die niemals die hohe Machtsülle ihrer erhabenen Stellung zu etwas Anderen gebraucht hat, als um Wohlthaten ohne Zahl und Werke hochherzigster Denkungsart zu üben, daß diese Fürstin, die sich niemals eine Einmengung in politische Dinge gestattet hatte, daß auch sie, die Allen, welche je in den Bannkreis ihres gesegneten Wirkens zu treten das Glück hatten, nur Gutes erwiesen hatte, nicht gefeit davor erschien, das Opfer des wahnsinnigen, alle Bande der Sitte und Ordnung zerstörenden Anarchismus zu werden. Was dieses entsetzliche Verbrechen, das jedes menschlich fühlende Herz ins Innerste erschüttert, zu einem beispiellosen gestaltet, das ist die Erwägung, daß es eine Frau und zwar eine leidende Frau war, an die sich der tollwüthige Meuchelmörder heranwagte, um seinen fluchbeladenen Namen zu einem der verabscheuungswürdigsten der Geschichte zu machen. Erweckt diese bestialische That überall lähmendes Entsetzen, so wird sie in Oesterreich als ein Unglück empfunden, für dessen Ausdruck die Worte fehlen. So selten auch Kaiserin Elisabeth, die niemals den Prunk des Hofes liebte, nnffomehr aber die Natur und die Einsamkeit vorzög, seit jenem furchtbaren Tage, der uns in Kronprinz Rudolf die Hoffnung des Reiches entriß, in die Oeffentlichkeit trat, so nahm sie doch mit dem ihr eigenen Takte des Herzens immer regen Antheil, wenn es sich darum handelte, Edles und Gutes und bleibende Denkmale der Menschenliebe zu stiften. Sie war eine unerschöpfliche Wohlthäterin für die Nothleidenden, mochte sie auch, um Heilung ihrer schwer angegriffenen Gesundheit zu suchen, in weiter Ferne weilen. Unvergessen bleibt es ihr, wie sie, die als ein Ideal weiblicher Schönheit gefeiert wurde, in jenen Zeiten, in welchen in Wien das Blatterngist und der Typhus wütheten, wiederholt in den öffentlichen Spitälern erschien, um mit gewinnender Huld den Kranken Trost zu spenden. Nach den blutigen Schrecken der Kriegsjahre 1859 und 1866 wendete sie ihre volle Theilnahme der Organisation der Krankenpflege für die verwundeten Soldaten zu und suchta die Leidenden selbst ans, die sie gleich einem Engel der Barmherzigkeit verehrten. Die wahrhaft seltene Seelengröße, welche Kaiserin Elisabeth auszeichnete, offenbarte sie jedoch in der schwersten Stunde ihres Lebens, als sie ein grausames Geschick des einzigen Sohnes beraubte. In diesen Tagen, welche ihrem Mutterherzen die tiefste, nie heilende Wunde schlugen, war sie es, die ihrem hohenGemahl in bewunderungs- wiirdiger Weise als Trösterin zur Seite stand. Der Kaiser selbst hat dies damals in denkwürdiger Art zur allgemeinen Kenntnis gebracht, 2 als er das Präsidium des Abgeordnetenhauses, s seine Condolenz darbrachte, empfing und es ^ n Worten verabschiedete: „Wie viel ich in diesen schweren Tagen .neiner innigst geliebten Frau, der Kaiserin zu danken habe, welche große Stütze sie mir gewesen ist, kann ich nicht beschreiben, nicht warm genug aussprechen. Ich kann dem Himmel nicht genug danken, daß er mir eine solche Lebensgefährtin gegeben hat; sagen Sie dies nur weiter; je mehr Sie es verbreiten, umso mehr werde ich Ihnen danken." Und diese hochsinnige Fürstin, die auch unter dem Drucke schwersten Menschenleids ihre Pflichten als Monarchin und Gattin mit erhabenem Seelen- muthe erfüllte, sie mußte ihr Leben unter dem Mordstahle eines entmenschten Frevlers enden! Die Völker Oesterreichs empfinden voll den tiefen Schmerz, den ihnen der Heimgang ihrer geliebten Kaiserin bereitet, und mit innigstem Mitgefübl^richten sie den Blick nach dem so un- endM schwer geprüften Herrscher, der unn in seinem Jnbilänmsjahre, dessen Festesglanz plötzlich in tiefer Trauer erlischt, den härtesten Schicksalsschlag erfährt. Kaum ist es zu fassen, von welchen grausam-schmerzlichen Empfindungen das Gemüth unseres allverehrten Kaisers jetzt erschüttert wird. Nur ein heißer Wunsch beseelt alle Völker Oesterreichs in diesen trauervollen Tagen, daß der Allmächtige unserem .Kaiser Kraft und Fassung geben möge, das unsägliche Leid, das wieder über ihn gekommen, mit jener seltenen, der hehrsten Pflichterfüllung entsprungenen Seelenstärke zu ertragen, die Kaiser Franz Josef auch in den trübsten Zeiten zum Wohle des Reiches bekundet hat. Gerade jetzt bedarf die Monarchie seiner weisen Führung. Es wäre nicht auszndenken, welchem Schicksale Oesterreich entgegen gehen würde, sollte das erhabene Pflichtgefühl des Monarchen der neuen furchtbaren Prüfung, die ihn heimgesucht, nicht widerstehen können. So vereinigen sich denn jetzt alle Völker Oesterreichs in der heißen Bitte: Gott erhalte unseren Kaiser! Die Ermordung der Kaiserin. Unsere geliebte Kaiserin verweilte seit einigen Tagen in der Schweiz und hatte in Caux Aufenthalt genommen. Freitag war dieselbe zu einem Besuche im strengsten Jncognito nach Genf gekommen und stand im Begriffe nach Caux zurückzukehren. Die Kaiserin war nur von einer Ehrendame und einem Lakaien begleitet, da die übrige Begleitung mit dem ganzen Gepäck nach Caux vorausgereist war. Ruhig schritt die Kaiserin dahin und erwiderte mit freundlichem Kopfnicken die Grüße der ihr Begegnenden, während welcher Zeit der Mörder schon zum tödtlichen Stoße bereit hinter einem Baume verborgen lauerte. Derselbe ist ein in Paris geborener Italiener, heißt Luigi Luccheni und findet der Leser Näheres über diesen Unhold weiter rückwärts. Seit dem Monate Mai hatte er in Lausanne gearbeitet und war nach Genf gekommen, in der Hoffnung, dort den Prinzen von Orleans anzutreffen. Doch war der Prinz von Genf bereits abgereist, weshalb sich Luccheni, nachdem er dessen Rückkunft vergeblich erwartet hatte, nach Evian begab, wo seine Hoffnung, den Prinzen zu treffen, abermals getäuscht wurde. Luccheni kehrte sodann nach Gent zurück und folgte der Kaiserin, die er einmal in Budapest gesehen haben will, überall hin, nachdem er die Anwesenheit der Kaiserin aus den Blättern erfahren hatte. Luccheni beobachtete die Kaiserin am Freitag Mittag, fand jedoch keine günstige Gelegenheit zur Ausführung eines Attentates. Schließlich nahm er Samstag in den ersten Morgenstunden in der Nähe des „Hotel Beaurivage" Aufstellung. Kurz vor '/42 Uhr Nachmittags bemerkte er, wie der Kammerdiener der Kaiserin das Hotel verließ und sich gegen den Landungsplatz am Quai Montblanc begab. Luccheni schloß daraus, daß die Kaiserin eine Fahrt auf dem See unternehmen werde und stellte sich gegenüber dem „Hotel della Paix" auf, wobei er sich hinter dem zwölften Baume der Baumreihc, welche den Quai auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt, verbarg und die Sägefeile, mit welcher er das Attentat verübte, im rechten Aermel seines Rockes versteckt hielt. Wenige Augenblicke später kam die Kaiserin mit der Hofdame. — Der Mörder zog die spitze Sägefeile aus dem Aermel und rüstete sich zum tödtlichen Stoß. Jetzt kam die Kaiserin an seinem Versteck vorbei und gleich einer blutdürstigen Bestie stürzte er sich nun auf die Kaiserin,erfaßte die hohe Frau mit seiner Linken an der Schulter und bohrte ihr sodann die Mordwaffe bis ans Heft in die Brust, worauf er, den Mordstahl weit von 3 sich schleudernd, die Flucht ergriff. Die zu Tode getroffene Kaiserin war auf ein Knie zusammengebrochen, erhob sich aber verhältnismäßig rasch und hatte noch so viel Kraft bis zu dem Schiffe zu gehen und dasselbe zu besteigen. Hier lispelte sie zu ihrer Hofdame gewendet: „Bin ich blaß? — was ist denn eigentlW? vorgefallend", woraus die zu Tode getroffen^ Fürstin zusammenbrach. Als man der bewußtlosen Monarchin Hilfe zu leisten sich anschickte, bemerkte man>smit Schrecken,daß ihre Kleider an der Brust blutig waren. Die schwerverwundete Kaiserin wird an Bord des Dampfers auf eine improvisirte Bahre gebettet. Der Dampfer hatte inzwischen das Ufer ver- Als sich herausstellte, daß die hohe Frau schwer lassen und begann in den See hinauszufahren, verletzt sei, wovon man anfangs keine Ahnung VW MM -WL MOW WM "WM 4 hatte, da die That zu rasch, zu blitzartig vollführt worden war, stoppte der Kapitän das Schiff, ließ es dann wenden, und kehrte zum Qnai zurück. Man trug die noch immer besinnungslose Verwundete in das „Hotel Beaurivage", woselbst sie ihre Wohnung inne hatte, zurück und holte ärztlichen Beistand. Allein jede Hilfe kam zu spät. Der Mordstahl des blutigen Unholdes hatte nur zu gut getroffen — nach kurzer Zeit hatte Kaiserin Elisabeth ihre Seele ansgehaucht.- Die Völker Oesterreichs hatten ihre edle, ihre hochherzige Landesmutter verloren. Nachdem der Mörder den Stoß vollführt hatte, ergriff er die Flucht über die rue cles a1pe8 und wollte auf den großen place cies alpe-; gelangen, wo er sich hätte leicht verbergen können. Er wurde aber von zwei Kutschern namens Victor Vuillemin und Louis Chamartin, welche aus dem Quai ihren Standplatz hatten und Zeugen des Attentates waren, ergriffen und dem Bootsmann Albert Fiana, sowie dem Gendarmen Kaiser nberaeben, welche ihn zur nächsten Polizei- Wachstube führten. -rer Mörder folgte ohne Widerstand, sang sogar unterwegs und sagte unter Anderem: „Ich habe sicherlich gut getroffen, ich muß wohl getödtet haben." In der Wachstube gab der Mörder an, daß er Luigi Luccheni heiße, 25 Jahre alt, in Paris geboren und nach Parma zuständig sei, der socialistisch-anarchistischen Partei angehöre und den Reichen Tod und Verderben geschworen. Hieraus wurde der Mörder in den Justizpalast geführt und in Anwesenheit dreier Mitglieder der Kantonalregierung, des Generalprocurators, des Secretärs des Polizeidepartements und eines Polizeicommissärs vom Untersuchungsrichter Lechet einem Verhör unterzogen. Hier gab er vor, daß er nicht französisch verstehe und verweigerte jede Antwort. Man fand bei ihm einen Militärpaß, aus welchem sein oben angegebenes Nationale entnommen werden konnte. Luccheni erklärte, er habe überhaupt irgend eine hervorragende Persönlichkeit tödten wollen. Er habe Anfangs an den Prinzen von Orleans gedacht, jedoch erfahren, daß die Kaiserin von Oesterreich in Genf weile und nun den Plan gefaßt, derselben das Leben zu nehmen. Als Mordwerkzeug benützte er eine scharf zugespitzte Sägeseile. Luccheni bekundete überhaupt während des Verhöres einen empörenden Cynismus und gab ferner an, er sei seit seinem dreizehnten Lebensjahre Anarchist. Der Attentäter erklärte, wenn alle Anarchisten „ihre Schuldigkeit" ebenso thäten wie er, so würde die bürgerliche Gesellschaft bald verschwunden sein Er wisse, daß diese vereinzelte 'Mordthat nichts helfe, aber er habe wenigstens „ein Beispiel gegeben." Die Gerichtspersonen begaben sich in das Hotel und beriefen die Aerzte Reverdin, Megneand und Golay zur Vornahme der gerichtlichen Todten- beschan. Dieselben hatten Vorkehrungen getroffen, um die Siegel anzulegen, fanden jedoch hiezu keine Gelegenheit, da alle Papiere der Kaiserin in Caux verwahrt waren. Die Scene auf dem Dampfer*. Das Mitglied der Handelskammer in Cler- mont Terrant Teisset, welches einige Personen, die das Schiff „Geneve", eines der schönsten der Schifffahrtgesellschaft, um 1 Uhr 40 Minuten benützen wollten, begleitet hatte, theilt folgende Einzelheiten mit: Er wechselte eben auf der Brücke mit dem Kapitän des Schiffes, Roux, einige Worte, als sich eine Dame näherte, die sich nur mit Mühe aufrecht hielt und von einer anderen Dame gestützt, aus die Brücke geführt und auf eine Bank gesetzt wurde. Die Kranke öffnete die Augen und richtete einen dankbaren Blick auf die Dame, die ihr Hilfe leistete. Teisset verließ sodann das Schiff und kehrte in das „Hotel Beaurivage" zurück, wo kurz nachher ein Kutscher ankam mit dem Ruse: „Der Dampfer kehrt zurück! Es gibt ein Unglück!" Teisset verständigte eiligst den Arzt Golay, daß sich derselbe zum Landungsplätze begebe, da er dessen Hilfeleistung als nöthig voraussah. Kapitän Roux hatte sich indessen um Ihre Majestät, die nur von einer Ehrendame und von einem Diener begleitet war, alle mögliche Mühe gegeben. Der Steuermann öffnete das Kleid Ihrer Majestät und constatirte das Vorhandensein einer kleinen Wunde, aus welcher Blut träufelte. Einen Augenblick schien es, als ob Ihre Majestät wieder zum Bewußtsein gelange. Aus die Frage der Ehrendame: „Leiden Euere Majestät? antwortete die Kaiserin mit „Nein". Kapitän Roux bat hierauf, das Schiff wenden zu dürfen und kehrte zum Landungsplätze zurück. Der Steuermann Gobel hatte unterdessen rasch aus Rudern und einer mit Sammt gepolsterten Bank eine Bahre Herstellen lassen. Auf diese wurde Ihre Majestät gebettet und vom Capitän Roux, von Teisset und einigen Leuten der Schiffsmannschaft nach dem „Hotel Beaurivage gebracht." Teisset trug Ihre Majestät auf den Armen in ihre Appartements in der ersten Etage, welche 5 f s j- sie soeben verlassen hatte. Doctor Golay, unterstützt von Teisset, von der Ehreudame Ihrer Atajestät und von einer Kraukeuwürterin, die sich im Hotel anshielt, löste Ihrer Majestät die Schuhe und schnitt rasch die Kleider aus. Sodann wendete er die künstliche Athmnng an verbunden mit Einreibungen mit Eau de Eologue und Weinessig. Allein Alles blieb vergebens. Doctor Golay machte nun einen kleinen Einschnitt am rechten Handgelenk — der Tod war eingetreten. Kurz vorher war ein Priester des Psarrsprengels, der sich aus dem Schiffe befunden hatte, erschienen und hatte Ihrer Majestät die Tröstungen der Religion gespendet. Teisset glaubt, daß Ihre Majestät den letzten Seufzer in dem Augenblicke ausstieß, als man sie auf das Bett legte. Als der Tod festgestellt wurde, knieten alle Anwesenden zum Gebete nieder. — Nachträglich verlautet noch, daß der tödtliche Stich nicht von vorne, sondern von rückwärts gegen die Kaiserin geführt worden sei. Die hohe Frau soll gar nicht geahnt haben, daß sie einen Dolchstich empfangen habe, was auf eine außerordentliche Schärfe des Mordinstrumentes schließen läßt. Vielmehr soll die Kaiserin geglaubt haben, der Attentäter habe ihr nur einen Stoß versetzt. Was Gräfin Sztaray erzählt. Die Begleiterin der Kaiserin, Gräfin Sztaray, gibt folgende Darstellung des entsetzlichen Vorfalles. „Wir waren Freitags Mittags in Genf angelangt und im „Hotel Beaurivage" abgestiegen. Die Kaiserin wollte wie im vorigen Jahre Genf besichtigen. Sie machte Promenaden am See und besuchte auch den Park und die Villa des Baron Adolf Rothschild. Am Samstag sollten wir mit dem Dampfer über Territet nach Eaux zurück- *WM „Hotel Bemll'ivnge", dnS Srerde!,m,s der Uaiseriu. Das Slerdrzirniner -er Kaiserin. Die Zimmer, welche die Kaiserin im Hotel Beaurivage bewohnte, grenzen an das Gemach, wo der Herzog von Braunschweig starb, der, wie bekannt, seine Millionen der Stadt Genf vererbte. Der Hotelier erhielt damals 80.000 Francs Entschädigung. Die Kaiserin zahlte im Hotel täglich für die gesammte Wohnung 200 Francs. Im Sterbe- zimmer wurden bereits die Tapeten entfernt. 13 Der letzte Brief -er Kaiserin. Samstag Morgens, 9. Sept. erhielt der Kaiser noch einen Brief der Kaiserin, die letzten Schristzüge von ihrer Hand. Die Kaiserin schrieb, das; sie sich außerordentlich wohl fühle und ganz glücklich über den günstigen Erfolg der Kur in Nauheim sei. Sie fühle sich so kräftig, daß sie bereits kleine Touren ohne Ermüdung machen könne. Ganz entzückt drückt sich die Kaiserin über den Aufenthalt in Gens aus. Nach den ansgestellten Dispositionen sollte die Kaiserin für einige Zeit nach Wien kommen, von wo sie wieder an die Riviera reisen sollte, um dort den Winter zu verbringen. Prof. Schott in Nauheim äußerte sich, daß die Kaiserin Elisabeth mit einer ausgesprochenen Herzerweiterung und ziemlich schlechtem Körperbefinden in Nauheim angekommen sei. Die Badekur und die locale Behandlung haben das Leiden vollständig beseitigt. Die Kaiserin hatte Nauheim mit normal gekrästigtem Herzen verlassen und hatte alle Aussicht, ein sehr hohes Alter zu erreichen. Kaiser Franz Josef und die Trauerbotschaft. Die innigste Theilnahme wendet sich dem vielgeprüften Monarchen zu, dem nach so vielen Schicksalsschlägen auch dieser härteste nicht erspart blieb. Welches Martyrium ist dem Kaiser in seinem Jubiläumsjahr auferlegt! Nun ist die Festesfreude jäh gestört, nachdem dem Kaiser die Gefährtin des Thrones durch Mörderhand von der Seite gerissen worden ist. Die erste officielle Nachricht, die über das Attentat nach Wien gelangte, war eine chiffrierte Depesche des österreichischen Konsuls in Genf an den Grafen Goluchowski. Gleichzeitig kamen in kurzen Zwischenräumen zwei Depeschen der Hofdame Sztaray an den Generaladjutanten des Kaisers, Grasen Paar. In der ersten derselben wurde die Verwundung, in der zweiten der Tod mitgetheilt. Gras Paar fuhr sofort nach Schönbrunn zum Kaiser und entledigte sich der traurigen Aufgabe, dem alten Herrn das Schreckliche mit- zutheilen. Der Monarch, der sich eben mit den letzten Vorbereitungen für die geplante Abreise zu den ungarischen Manövern beschäftigte, war von der Nachricht niedergeschmettert, er griff an den Kopf, fiel dann in den Sessel zurück, brach in lautes Stöhnen aus und sagte: „Mir bleibt Nichts erspart auf dieser Melt!" Schon lange Zeit hatte der Monarch förmlich eine Ahnung gehabt, daß es ihm beschieden sei, noch in diesem Jahre einen schweren Schlag erleiden zu müssen. Er hatte sich mehrmals dahin geäußert, daß sein Gemüth von bangen Sorgen erfüllt sei und seiner Umgebung gegenüber äußerte er wiederholt: „Wenn nur das Jubiläum schon vorüber wäre!" Des Kaisers Thräueu. Die Kundgebungen des Beileids für den Monarchen, welche von allen Völkern und allen Parteien ohne Unterschied ausgegangen sind, haben den Kaiser sehr tröstlich berührt. Wiederholt soll er seiner Umgebung gegenüber die Hoffnung ausgesprochen haben, daß das furchtbare Ereignis; auf die scharfen Gegensätze der Parteien einen mildernden Einfluß üben werde. Doch ist die Empfindung des persönlichen Schmerzes und die Trauer um den erlittenen Verlust so mächtig, das; der Kaiser sich dieser Empfindung zuweilen noch ganz hiugeben muß und noch sehr oft weint. Des vielgeprüften Kaisers Dau'r an seine DäUrrr. Se. Majestät der Kaiser hat an den Ministerpräsidenten Grasen Thun das nachfolgende Handschreiben erlassen: Lieder Graf Thun! In den Tagen nnermetzlicher Trauer, in weiche der Heimgang Meiner gottseligen Gemahlin, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Elisabeth Mich und Mein Hans verletzte, hat sich die Liebe lind Theilnahme Meiner Völker, sowie die Pietät für die Verblichene in rührender und erhebender Weise geäugen. Im folge dem Zuge Meines Herzens, indem Ich sie bean trage, die befolgende unmittelbar an Meine geliebten Völker gerichtete Danksagung in entsprechender Weise zu veröffentlichen. Schönbrnnn, am 16. September lGM. Fron; Joseph m x>. Thun m. p. An meine Völker! Die schwerste, grausamste Prn'nng hat Mich und Mein Hans heimgcsncht. Meine Iran, die Zierde Meines Thrones, die Mir in den schwersten stunden Meines Lebens Trost und stütze war, an der Ich inehr verloren habe, als Ich ansznsprcchen vermag, ist nicht mehr. Ein entsetzliches Verhängnis hat sie Mir und Meinen Völkern entrissen. Eine Mörderhand, das Werkzeug des wahnwitzigen Fanatismus,der die Vernichtung der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung sich zum Ziele setzt, hat sich gegen die edelste der Frauen erhoben und in blindem, ziellosen Hatz das Herz getroffen, das keinen Hatz gekannt und nur für das Gute geschlagen hat. Mitten in dem grenzenlosen Schmerze, der Mich und Mein Haus erfatzt, angesichts der unerhörten tz 14 That, welche die ganze gesittete Welt in Schaudern versetzt, dringt zunächst die Stimme Meiner geliebten Völker lindernd zu Meinem Herzen. Indem Ich Mich der göttlichen Fügung, die so Schweres und Unfaßbares über Mich verhängt, in Demuth beuge, muß Ich der Vorsehung Dank sagen für das hohe Gut, das Mir verblieben: für die Liebe und Treue der Millionen, die in der Stunde des Leidens Mich und die Meinigen umgibt. In tausend Zeichen, von Nah und Fern, von Hoch und Nieder, hat sich der Schmerz und die Trauer um die gottselige Kaiserin und Königin geäußert. In rührendem Zusammenklang ertönt die Klage Aller über den unermeßlichen Verlust als getreuer Wiederhall dessen, was Meine Seele bewegt. Wie Ich das Gedächtnis Meiner heißgeliebten Gemahlin heilig halte bis zur letzten Stunde, so bleibt Ihr in der Dankbarkeit und Verehrung Meiner Völker ein unvergängliches Denkmal für alle Zeiten errichtet. Aus den Tiefen Meines bekümmerten Herzens danke Ich Allen für dieses neue Pfand hingebungsvoller Theilnahme. Wenn die Festklänge, welche dieses Jahr begleiten sollten, verstummen müssen, so bleibt Mir die Erinnerung an die zahllosen Beweise von Anhänglichkeit und warmem Mitgefühl die werthvollste Gabe, welche Mir dargebracht werden konnte. Die Gemeinsamkeit unseres Schmerzes schlingt ein neues, inniges Band um Thron und Vaterland. Aus der umwandelbaren Liebe Meiner Völker schöpfe Ich nicht nur das verstärkte Gefühl der Pflicht auszuharren iu der Mir gewordenen Sendung, sondern auch die Hoffnung des Gelingens. Ich bete zu dem Allmächtigen, der Mich so schwer heimgesucht, daß Er Mir noch Kraft gebe, zu erfüllen, wozu Ich berufen bin. Ich bete, daß er Meine Völker segne und erleuchte, den Weg der Liebe und Eintracht zu finden, auf dem sie gedeihen und glücklich werden mögen. Schönbrunn, am 16. September 1898. Franz Joseph m. p. Vom Mörder Fnccheni. Keine Strafe, und wäre es die schrecklichste aller Strafen, wäre zu hart, uw das von diesem Scheusal eines Menschen verübte Verbrechen zu sühnen. Leider, leider kann Luccheni nach den im Canton Genf bestehenden Stras- gcsetzbestimmungen nicht zum Tode, sondern nur zum Kerker aus Lebensdauer verurtheilt werden. Wie uns aus Gens gemeldet wird, soll der Verbrecher zu «i-eclusion» verur- thcilt werden, das ist zu einer auserlesen furchtbaren Strafe. Die Zellen für diese Häftlinge liegen drei Stockwerke tief unter der Erde, wohin kein Sonnenstrahl dringt und sie nur Moderluft athmen. Die Häftlinge erhalten kein Bett, müssen auf der Erde liegen und büßen in Finsternis bis zu ihrem Tode. Nur ein einziges Mal in der Woche werden sie auf eine Stunde in den Gefängnishof gebracht. Das Gefängnis St. Antoine beherbergt derzeit nur einen zur „Reclusion" verurtheilten Mörder; Luccheni wird der zweite sein. Auch Andere als er dürften den Tod dieser lebenslangen Verdammnis vorziehen. Fnecheni will sterben! Luccheni schrieb zwei Briefe. In dem einen, welcher an den Präsidenten der Eidgenossenschaft, Russv, gerichtet ist, verlangt er, von den Gerichten von Luzern abgenrtheilt zu werden, in welchem Canton «och die Todesstrafe besteht. Die „Schweizerische Depeschen-Agentur" bemerkte hiezu, es sei selbstverständlich daß dieses Begehren nicht in Erwägung gezogen werden könne, da es gegen das Gesetz verstoße. Der zweite Brief ist an den gewesenen Dienstherrn Luccheni's, den Prinzen von Arragon, gerichtet. Der Mörder, welcher dem Prinzen ein gutes Andenken bewahrt zu haben scheint, erklärt, in diesem Schreiben, daß er fetzt des Prinzen nicht mehr würdig sei. Ueberftcht der tragischen Unglncksfülle in der kaiserlichen Familie. Erzherzog Ladislaus, Sohn des Erzherzogs Josef, verunglückte ans der Jagd durch Entladung seines Gewehrs. Erzherzogin Mathilde, die Tochter des Feld- marschalls Erzherzog Albrecht, fand den Tod im Palais ihres Paters, indem ihr Kleid durch ein brennendes Zündhölzchen in Flammen geriet. Graf Ludwig von Trani, Prinz beider Sicilien, Gemahl der Herzogin Mathilde in Bayern, Schwester der Kaiserin, starb in Zürich durch Selbstmord. Erzherzog Wilhelm Franz Karl, Hoch- und Deutschmeister, starb im Sommer 1894 in Baden bei Wien infolge Sturz vom Pferde. Erzherzog Johann von Toscana, welcher allen Würden entsagt und den Namen Johann Orth angenommen hatte, verscholl in Südamerika auf hoher See. Kaiser Maximilian I. von Mexico, Schwager der Kaiserin, wurde am 19. Juni 1867 in Queretaro erschossen. König Ludwig II. von Bayern, Vetter der Kaiserin, endete am 13. Juni 1886 durch Selbstmord, indem er sich im Starnberger See im Wahnsinn ertränkte. König Otto von Bayern, des vorigen Bruder, ist in strenger Abgeschlossenheit, von dauernder Geistesumnachtung befallen, im Schlosse Fürstenried bei München unkrgebracht. 15 Kronprinz Rudolf von Oesterreich-Ungarn schied am 30. Januar 1889 im Jagdschlösse Mayerling freiwillig aus dem Leben. Herzogin Sofie von Alen^on, Schwester der Kaiserin, die einstige Braut Ludwigs II. von Bayern, fand im Mai 1896 den Flammentod zu Paris. sam entrissen I! wurde. Der Beherrscher Oesterreich-Ungarns steht hoch erhaben über dem Streit der Nationen und Parteien. Alle Kulturvölker ehren seinen Namen, ein unbedingtes Vertrauen gilt seiner Friedensliebe, gilt der Treue, Sorgfalt und hochsinnigen Redlichkeit, die ihn bei der uner- müdeten Erfüllung seiner Herrscherpflichten leiten. Das Freudenjahr, welches dasSchick- Von der ge- schlossenen Gruft weg wenden sich Aller Blicke nun dem vielgeprüften Kaiser Franz Josef zu, dem, wie , der Sohn, jetzt auch die Gattin durch ein plötz- liches, grausames ^ . Geschick gewalt- sal seinem Alter nach 50jähriger Regierung Vorbehalten hatte, ist ihm nunmehr ein Jahr des bittersten Schmerz geworden. Möge die Treue seiner Völker, die im Augenblicke des größten Schmerzes allen Hader und Streit vergessend, sich um ihn scharen, möge die Liebe seiner Kinder sowie die Theilnahme aller Fürsten und der ganzen gesitteten Welt, dem tiefgebeugten greisen Monarchen Trost und die Kraft geben, diese neue schwerste Prüfung des Schicksals zu ertragen, zu überdauern, zum Heile des Kaiserstaates und zum Segen seiner Völker. Das Kaijerpaar im Jahre 1892. 16 Mnere Hxisoöen aus öem Aeben öer Aaiserin. Kaiserin Elisabeth und der verunglückte Matrose. Die großmüthige und hochherzige Theilnahme, welche die im Jahre 1893 auf einer Reise in Spanien begriffene Kaiserin Elisabeth von Oesterreich seinem durch die Mannschaft der kaiserlichen' Jacht „Miramar" im Hasen von Cadix aus Todesgefahr geretteten Spanier bewies, bildete damals das allgemeine Gespräch in ganz Spanien. Kaiserin Elisabeth und^der verunglückte Matrose. !MNi! W/ ^ 17 Der Zwischenfall verlief folgendermaßen: Ein Boot, in welchem zwei funge, spanische Matrosen einen französischen Schiffskapitän an Kord feines Schiffes gebracht hatten, kam bei der Rückfahrt gegenüber der Schiffswerfte an einer Stelle, wo ringsherum kein Schiff in der Nähe war, zum Kippen. Die Verunglückten schrieen um Hilfe, doch verging geraume Zeit, ohne daß Rettung nahte. Als jedoch die Hilferufe auf der Nacht „Miramar" vernommen wurden, auf welcher sich die Kaiserin von Oesterreich befand, machte sich sofort ein Boot an die Rettung der Verunglückten. Es gelang auch der Mannschaft, einen der beiden Matrosen zu retten und an Bord der „Miramar" zu bringen, wo die Kaiserin, mit Interesse das Rettungswert verfolgend, auf Deck war. Als der Gerettete sich einigermaßen erholt hatte und mittheilte, daß in dem gekenterten Boote ein Gefährte mit ihm gewesen sei, kehrte das Boot der „Miramar" zur Unglücksstelle zurück, ohne jedoch trotz langen Suchend den Vermißten, der jedenfalls von der Strömung fortgerissen und bereits ertrunken war, zu finden. Die Kaiserin sprach dem geretteten Matrosen Namens Dionisio Riaza Trost zu, gab ihm 50 Frc. und ließ ihm einen neuen Matrosenanzug übergeben; auch trug sie ihm auf, das Geld seiner Mutter zu geben. Der Kommandant und die Offiziere beschenkten den Geretteten auch, indem sie 25 Dnros für ihn sammelten. Der Gerettete blieb bis zum nächsten Mittag auf der „Miramar" in bester Pflege, woraus er von dem Sekretär der Kaiserin an's' Land gebracht und dem Hasenamte übergeben wurde. Ein ihm auf der „Miramar" gemachtes Anerbieten, an Bord dieses Schiffes Dienste zu nehmen, hatte der junge Matrose mit der Aeuß'erung abgelehnt, daß er sich von seiner Familie nicht trennen wolle. Das Andenken an diese ergreifende Episode wird nun, wo die hohe Frau verschieden ist, die Liebe, mit welcher man der Monarchin allseitig entgegenkam, umso 'begreiflicher erscheinen lassen. Die Kaiserin vor dem Gnaden Altäre in Mariazell. Die Mitglieder des altehrwürdigelO Hauses Habsburg, so schreibt ein „Wiener Tagblatt", welches nun schon seit Jahrhunderten sein mächtiges Szepter segenbringend über Oesterreichs weite Gauen ausstrcckt, haben es stets verstanden, den Pflichten, welche ihnen ihre hohe Stellung auferlegt, nach allen Richtungen hin gerecht zu werden Nicht nur durch ihre Macht, sondern auch durch ihr eigenes leuchtendes Beispiel wirkten sie auf die Völker, welche sich um Habsburgs Thron scharen, indem sie den weltlichen Angelegenheiten ihr vollstes Recht widerfahren ließen, dabei jedoch stets treue Söhne und Töchter der Mutter Kirche waren und blieben und niemals Bedenken trugen, ihre katholische Ueberzeugung vor aller Welt zu bekennen und derselben nachzuleben. Oft genug hatten die Völker unseres schönen Kaiserstaates Gelegenheit, die Betätigung der letzterwähnten Eigenschaft an einem Mitgliede unseres erhabenen Kaiserhauses zu bewundern. Kaiserin Elisabeth von Oesterreich hat seinerzeit eine Wallfahrt zu einem der besuchtesten Gnadenorte unternommen und eine werthvolle Gabe als frommes Weihegeschenk auf den Altar der Gottesmutter in Mariazell niedergelegt. Kaiserin Elisabeth traf am 11. September 1884 mit Erzherzogin Valerie, in Begleitung der Hofdamen Gräfin Kornis und Prinzessin Aglae Auersperg in Mariazell ein. Die hohen Herrschaften kamen, nachdem sie den Weg von dem Jagdschlösse bei Mürzsteg über das Niederalpel zu Fuß zurückgelegt hatten, um zwei Uhr nachm, in dem Wallfahrtsorte an, woselbst im Hotel „zum schwarzen Adler" Quartier genommen wurde. Um sechs Uhr Abends kam die Kaiserin in die Gnadcnkirche, woselbst sie zur hohen Erbauung aller Anwesenden dem Segen beiwohnte. Auch nach der heiligen Handlung verblieb die Kaiserin noch in dem Gotteshanse. Sie ging ganz allein, während alle Anwesenden ehrfurchtsvoll in dem Kirchenschiffe zurückbliebeu, oder sich seitwärts zurückzogen, bis zu dem Gnaden-Altare vor, an dessen Stufen sie niederkniete und ein andachtsvolles Gebet verrichtete. Die irdische Macht und Herrlichkeit erscheint nie strahlender und überwältigender, als wenn sie sich vor dem Höchsten in freiwilliger Demuth beugt, wenn sie, vor deren Antlitz sich alle Häupter neigen, voll edler Frömmigkeit Gott die Ehre gibt und zur Ehre des Herrschers über den Wolken die menschliche Hoheit in den Staub wirft. Dieser Gedanke drängte sich Allen auf, welche Zeugen der erhebenden Szene waren, wie die Kaiserin in innigen: Gebete die Fürbitte der Mutter aller Gnaden erflehte. Wir bieten das Bild unserem ausgebreiteten Leserkreise als ein stetes Erinnerungszeichen an eine edle und hochsinnige Herrscherin, welche, ausgeflattet mit allen Vorzügen edler Weiblichkeit, auch die schönste derselben, tiefgefühlten, echten Gottesglauben, in so herrlicher Blüthe zur Schau trug. 18 Die Kaiserin opferte zwei höchst werthvolle Smaragden geschmücktes goldenes Herz und ein Gegenstände: Cm mit Brillanten, Rubinen und kunstvolles Mosaik- llomo-) Bild. Die Kaiserin vor dem (Madenoiloe in Mariazell. Die schönste Gabe aber war ohne Zweifel die fromme Huldigung, welche die Herrscherin über Millionen Menschen der Königin des Himmels demuths- voll darbrachte, jener höchsten Herrin, welche gewiß auch nun in der letzten Stunde der Kaiserin für die heimkehrende Seele ihre Fürbitte eingelegt hat.